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aus dem bezirk affoltern I Nr. 100 I 168. Jahrgang I Dienstag, 23. Dezember 2014
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«Und einen Himmel aus Hortensien ...» Grosse Geschichten brauchen grosse Bilder – Weihnachten 2014 ................................................... von markus sahli, theologischer leiter kloster kappel
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eihnachten ist ein grosses Fest. Das spüren wir jedes Jahr neu. Es hat etwas Magisches, auch für Menschen, die Glauben und Kirche sonst eher distanziert gegenüberstehen. Für viele sind Kindheitserinnerungen prägend: die Düfte von Mandarinen, Zimt und Schokolade, der Tannenbaum mit den vielen Kerzen, das gemeinsame Singen und Musizieren, die geheimnisvolle und gleichzeitig festliche Stimmung. Selbstverständlich ist da im Vorfeld eine gewisse Geschäftigkeit zu spüren, manchmal auch Stress; aber schlussendlich eindrücklich bleibt das Andere: die Freude, die Wärme, das Licht. Weihnachten ist ein grosses Fest, weil eine grosse Geschichte dahintersteht. Gott öffnet den Himmel und bahnt sich in der Geburt Jesu einen Weg in die Welt, zu uns Menschen, zu seiner ganzen Schöpfung. Und so kommt es, wie es sich für grosse Geschichten ziemt: Sie werden mit grossen Bildern erzählt. Vor 2000 Jahren, so erzählt es der Evangelist Lukas, sind in einer Nacht Hirten auf dem Feld. Es ist eine Nacht wie jede andere. Plötzlich öffnet sich der Himmel, Licht erleuchtet die ganze Umgebung und ein Engel erscheint. Er sagt: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch grosse Freude, die allem Volk widerfahren wird: denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend. Und plötzlich wird das Licht noch heller,
der Himmel öffnet sich noch mehr und eine ganze Heerschar von Engeln ist zu sehen. Ein wunderbarer Gesang erfüllt die Nacht: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens. Aber was bedeutet dieses grosse Fest «Weihnachten» eigentlich? Was bedeutet es, wenn sich Gott einen Weg bahnt, den Himmel öffnet und geboren wird unter uns? Zum Glück ist diese Frage nie abschliessend zu beantworten. Sonst würde das Weihnachtsfest seine Magie verlieren und in Vergessenheit geraten. Und so bleiben wir der Bedeutung von der Geburt Jesu im Stall von Bethlehem immer hoffnungsvoll auf der Spur. Unzählige Weihnachtsgeschichten sind seit 2000 Jahren entstanden, aber auch viele Lieder und Gedichte. Sie alle versuchen auf ihre Weise und zu ihrer Zeit eine weihnächtliche Spurensuche. Liebe Leserin und lieber Leser des «Anzeigers», ich bin vor Kurzem auf ein Gedicht des Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch gestossen. Es trägt den Titel «Utopie»; das Wort Weihnacht kommt im ganzen Text nirgends vor. Aber mir scheint, es ist dennoch ein Weihnachtsgedicht. Eine Suche nach den Spuren von Weihnacht in der Welt von heute. Auch ein Bekenntnis. Auffallend ist, dass Hanns Dieter Hüsch für diese Spurensuche ebenfalls grosse Bilder braucht. Zum Beispiel das Bild des Himmels aus Hortensien. Wissen Sie, welche symbolische Bedeutung die Hortensie hat? Sie steht für die ehrliche und beständige Liebe. Könnte das eine Spur von Weihnachten für die heutige Zeit sein: Dass sich die ehrliche und beständige Liebe ihren Weg bahnt in die Welt und zu uns?
Die Hortensie steht für ehrliche und beständige Liebe. (Bild Fotocommunity) anzeigen
Utopie Ich seh ein Land mit neuen Bäumen. Ich seh ein Haus mit grünem Strauch. Und einen Fluss mit flinken Fischen. Und einen Himmel aus Hortensien seh ich auch. Ich seh ein Licht von Unschuld weiss. Und einen Berg, der unberührt. Im Tal des Friedens geht ein junger Schäfer, Der alle Tiere in die Freiheit führt. Ich hör ein Herz, das tapfer schlägt, In einem Menschen, den es noch nicht gibt, Doch dessen Ankunft mich schon jetzt bewegt.
Weil er erscheint und Feinde liebt. Das ist die Zeit, die ich nicht mehr erlebe, Das ist die Welt, die nicht von unsrer Welt. Sie ist von fein gesponnenem Gewebe, Und Freunde, glaubt und seht: sie hält. Das ist das Land, nach dem ich mich so sehne, Das mir durch Kopf und Körper schwimmt, Mein Sterbenswort und meine Lebenskantilene, Dass jeder jeden in die Arme nimmt. Hanns Dieter Hüsch
Überall leuchtet und glitzert es Weihnachten steht vor der Tür – das zeigt sich beim Eindunkeln überall im ganzen Bezirk: kunstvoll dekorierte Fensterbilder, dazu in den Gärten und auf Vordächern festlich beleuchtete Rentierschlitten und Weihnachtsmänner sowie – etwas traditioneller – Kerzen und Krippenmotive. Von weither zu sehen ist etwa die Sunnmatt auf dem Hügel zwischen Zwillikon und Ottenbach, effektvoll geschmückt präsentieren sich auch das Haus an der Zwillikerstrasse 38 in Hedingen und die Szenerie um die Krippe im Obfelder Dorfteil Wolsen. Der «Anzeiger» hat seinen Lesern in dieser Ausgabe eine Bilder-Auswahl zusammengestellt. Redaktion und Verlag wünschen damit schöne Festtage! ................................................... > Bilder auf Seite 6 und 7
200 52 Festlich beleuchteter Garten bei der Sekundarschule Mettmenstetten. (Bild Thomas Stöckli)
9 771661 391004