CH Regionalmedien AG I Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I www.affolteranzeiger.ch I Auflage 26 856 I AZ 8910 Affoltern a. A. I Post CH AG
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AUS DEM BEZIRK AFFOLTERN I Nr. 53 I 176. Jahrgang I Dienstag, 12. Juli 2022
Ressorts verteilt
Der Gemeinderat Mettmenstetten hat sich konstituiert für die neue Legislatur. > Seite 4
Informativer Anlass
Die Mettmenstetter Kommission für Altersfragen hat einen Demenztag organisiert. > Seite 5
Quartierfest
Das «Hasenbühl» in Affoltern hat am Samstag sein neues «Pärkli» gefeiert. > Seite 7
Freiluftspektakel
Der Zirkus FahrAwaY war auf Einladung der Kinder- und Jugendkommission in Hausen. > Seite 9
«Summer of Love» in Hausen Hunderte frönten auf dem Karlihof der Musik, der Liebe und dem Frieden Auch 55 Jahre nach dem «Summer of Love» in Kalifornien lebten am Samstag am Open Air in Hausen wieder Hunderte dem Anliegen der damaligen Hippies nach, die keine Lust mehr hatten auf Krieg, soziale Unterdrückung, korrupte Politiker und Konsumgesellschaft. Von Martin Platter Der «Sommer der Liebe» war ein soziales Phänomen, das 1967 in der Gegend von San Francisco seinen Anfang nahm, als Beginn der Hippiezeit gilt und drei Jahre später mit dem Woodstock-Festival ihren Höhepunkt erreichte. Es war der Gegenentwurf zu den damals in den USA tobenden Rassenunruhen, dem Krieg in Vietnam, der ausgrenzenden, repressiven Politik, dem biederen gesellschaftlichen Korsett und der Konsumgesellschaft. Sehr passend zur heutigen Zeit, die unverkennbare Parallelen aufweist. Nach 33 Jahren relativer Ruhe und Prosperität seit dem Mauerfall in Deutschland, ist man im Schatten des Ukraine-Krieges nun drauf und dran, an der Nato-Ostgrenze den Eisernen Vorhang wieder zuzuziehen und einen neuen Kalten Krieg zu provozieren. In unseren Breitengraden machen sich derweil immer mehr Menschen Sorgen über die Nebenwirkungen, die die ausufernde Wegwerf- und Konsumgesellschaft auf unserem Planeten anrichtet und suchen einen alternativen Lebensstil.
Wenn der Mond über der Bühne aufgeht Dies kam auch am «Summer of Love» am letzten Samstag auf dem Karlihof zum Ausdruck. Trotz gleichzeitig statt-
Streit zum Start, Fest zum Schluss
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458 Arbeitslose
Die Zahl der Arbeitslosen sinkt im Bezirk weiter, die Quote bleibt bei 1,5 Prozent. > Seite 11
Viel Prominenz am EVP-Jubiläum Die Ortssektion Affoltern der EVP feierte am Wochenende ihr 60-Jahr-Jubiläum. Zu den Gratulanten gehörten der Zürcher Regierungsrat Mario Fehr. Gefeiert wurde auf dem Hof der Familie Frutiger in Zwillikon. Die Partei kann auf einige Erfolge zurückschauen. So sass Hans Rudolf Haegi von 1987 bis 1991 für die EVP im Zürcher Kantonsrat. 2014 wurde Markus Gasser in den Gemeinderat gewählt. Ein Jahr später gelang Daniel Sommer der Sprung ins Kantonsparlament. Aber auch aktuell kann die Partei feiern. Denn nun wird Eveline Fenner, die vor sieben Jahren der EVP beigetreten ist, Stadtpräsidentin in Affoltern. Gegründet wurde die EVP Affoltern 1962 von Hermann Chollet und Emil Bitzer. (red.)
> Bericht auf Seite 5
Tolle Stimmung an Maturafeier
Love, Peace und Happiness am letzten Samstag auf dem Karlihof in Hausen. Auf der Bühne die Säuliämtler «The Silver Linings». (Bild Martin Platter) findender Freestyle-Night in Mettmenstetten und dem Open Air in Frauenfeld pilgerten Hunderte ins Oberamt, um bei perfekten Wetterbedingungen und freiwilligem Eintrittsobulus (Kollekte) einen friedlichen Nachmittag und Abend mit Livemusik zu geniessen. Die Organisatoren des Has-Club haben das passende Line-up auf die Bühne gebracht und mit Kari Burkard fand sich ein grosszügiger Mitbürger, der sich zum wiederholten Male bereit erklärte, sein Grundstück
hinter dem Restaurant Löwen für den Anlass zur Verfügung zu stellen. Die Bands, die spielten, zelebrierten den typischen Sound der legendären 68er-Generation und mit «The Silver Linings» und «The Lost Keys & Friends» fehlte auch das lokale Kolorit nicht. HasClub-Präsidentin Gina Schober zog denn auch eine positive Bilanz nach Abschluss des Abends. Sie sagte: «Wir sind sehr zufrieden mit dem Anlass. Es kamen sehr viele Leute und wir erwischten
einen Sommertag, der nicht zu heiss war und in einen lauen Sommerabend überging. Als Krönung ging der Mond über der Bühne auf. Die Dekoration, die Stimmung – alles hat gepasst.» Der HippieVibe habe gezogen, ist Schober überzeugt. Es habe auch viele Besucher von ausserhalb der Region gegeben. Auf rund 800 Personen schätzte die Affoltemerin die Besucherzahl.
> Interview auf Seite 7
Vom Himmel direkt ins Wasser
Freestyle Night: Luca Schuler aus Hausen gewinnt beim Freeski
Als Erwin Leuenberger vor vier Jahren das Gemeindepräsidium von Bonstetten antrat, hatte der Gemeinderat eine Zeit der Wirren und Unruhen hinter sich. Erstes Ziel sei deshalb gewesen, wieder Ruhe einkehren zu lassen, blickt er zurück. Das ist geglückt. Zuletzt durfte sich das Gremium freuen, die Vorlage zum Neubau eines Mehrzweckgebäudes, unter anderem für Feuerwehr und Werkdienst, durchgebracht zu haben und als letzter Eindruck der Legislatur bleibt das Jubiläumsfest zu 900 Jahren Bonstetten. Nach einer Amtszeit hat Leuenberger sein Amt zur Verfügung gestellt. Seine Nachfolge hat kampflos Arianne Moser angetreten – seine Wunschkandidatin: «Sie ist eine unternehmerisch denkende, gut integrierte Bonstetterin», sagt er – und freut sich nun, wieder vermehrt Zeit zu haben, um Musik zu machen und Golf zu spielen. (tst.)
> Interview auf Seite 3
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Bei herrlichem Sommerwetter feierten am Samstag in Mettmenstetten über 2300 Besucherinnen und Besucher die Athleten am Freestyle-Event. Dabei gab es atemberaubende Sprünge von der Wasserschanze zu sehen. Der Hausemer Luca Schuler gewann das Finale beim Freeski, der Altmeister Andreas Isoz kam im Aerial-Contest bis ins Halbfinale. Der 38-Jährige trat vor acht Jahren vom Profisport zurück. Trotzdem zeigte er, was er immer noch draufhat. Mit einem Dreifachsalto sprang er spektakulär über die Schanze – ganz zur Freude des Publikums, das lautstark applaudierte. Auf dem Gelände der Jumpin-Anlage in Mettmenstetten ging bis spät in die Nacht so richtig die Party ab. Als Unterhaltungsprogramm gab es auch waghalsige Fallschirmspringer zu bewundern, zudem konnte man sich beim Bullenriding oder an zahlreichen Essensständen vergnügen. (uc)
Die Athletinnen und Athleten zeigten tolle Sprünge. (Bild Luc Müller)
> Bericht auf Seite 17
Die Kantonsschule Limmattal hat ihre Maturandinnen und Maturanden verabschiedet, die ihre Zeugnisse bekommen haben. Darunter waren auch zahlreiche Schülerinnen und Schüler aus dem Knonauer Amt. Als Festrednerin trat Yvonne Eisenring auf. Sie forderte die Jugendlichen auf, die Freundschaften, die während der Gymizeit aufgebaut wurden, weiter zu pflegen. Für die musikalische Umrahmung des Anlasses sorgte unter anderem eine Band, die extra für den Abend von den Schülern zusammengestellt wurde. Prämiert wurden auch die besten Maturitätsarbeiten. Beeindruckend war unter anderem die Arbeit von Lena Heimhalt. Sie hat sich mit der Flucht aus dem Iran in die Schweiz auseinandergesetzt. (red.)
> Bericht auf Seite 9 ANZEIGEN
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Neuauflage des Kollokationsplanes Im Konkurs über Fröhlicher Marc August, geb. 22. Juli 1966, von Bellach, Sennhüttenstrasse 9, 8912 Obfelden, gest. 6. Juli 2021, liegt der infolge nachträglicher Forderungseingabe ergänzte Kollokationsplan den beteiligten Gläubigern bei der Mobilen Equipe+, Wengistrasse 7, 8004 Zürich, im Original und mit sämtlichen Eingaben, sowie beim Konkursamt Affoltern (ohne Eingaben), zur Einsicht auf. Bezüglich der Klage- und Beschwerderechte usw. wird auf die Bekanntmachung im Schweizerischen Handelsamtsblatt vom 12. Juli 2022 verwiesen. Zürich, 7. Juli 2022
Unsere Teilnehmer an den Deutschkursen brauchen neue
Lehrkräfte (w/m)
Wahlbüro
Hast du Freude am Vermitteln der deutschen Sprache?
Der Gemeinderat hat als Mitglieder des Wahlbüros für die Amtsdauer 2022 – 2026 gewählt:
Bist du gerne mit Menschen aus anderen Kulturen zusammen und möchtest dich sinnvoll in der momentanen Flüchtlingsnot engagieren? Der Aufwand beträgt 1x2 Stunden pro Woche plus Vorbereitung. Wir arbeiten auf ehrenamtlicher Basis. Wir freuen uns auf dich und deine Bewerbung.
Arnold Angela, Allenwinden 10, 8926 Kappel am Albis (bisher) Berger Nicole, Feldstrasse 2, 8926 Hauptikon (bisher) Bordelais Marlis, Näfenhäuser 3, 8926 Kappel am Albis (neu) Carlsson Martin, Albisstrasse 22a, 8926 Kappel am Albis (neu) Jud Corinne, Weiermattstrasse 12, 8926 Uerzlikon (bisher) Lier Erika, Weiermattstrasse 27, 8926 Uerzlikon (bisher) Rieser Edith, Kappelermatte 8, 8926 Kappel am Albis (bisher) Sandoz Stefan, In den Wässern 6, 8926 Uerzlikon (neu) Schneebeli Monika, Feldstrasse 15, 8926 Hauptikon (bisher) Vollenweider Rico, Rifferswilerstrasse 10, 8926 Hauptikon (neu) Ziswiler Manuela, Kappelerstrasse 10, 8926 Uerzlikon (bisher)
Bei Interesse melde dich bei: Esther Stotz, Schulleiterin info@gse-affoltern.ch 044 545 86 15
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Aeugst am Albis
Reglemente und Verordnungen Der Gemeinderat Rifferswil hat am 22. Juni 2022 gestützt auf Art. 23 Abs. 1 Ziff. 1 der Gemeindeordnung Rifferswil folgendes Reglement genehmigt und per 1. Juli 2022 in Kraft gesetzt: • Geschäfts- und Kompetenzreglement der Gemeinde Rifferswil Der Beschluss sowie das Geschäfts- und Kompetenzreglement liegen während 30 Tagen bei der Gemeindeverwaltung Rifferswil, Jonenbachstrasse1,8911Rifferswil, während den Schalteröffnungszeiten zur Einsicht auf und sind auf der Webseite www.rifferswil.ch aufgeschaltet. Gegen diewsen Beschluss kann innert 30 Tagen, von der Publikattion an gerechnet, beim Bezirksamt Affoltern, Im Grund 15, 8910 Affoltern am Albis schriftlich Rekurs erhoben werden. Die in dreifacher Ausfertigung einzureichende Rekursschrift muss einen Antrag und dessen Begründung enthalten. Der angefochtene Beschluss ist, soweit möglich, beizulegen. 12. Juli 2022 Gemeinderat Rifferswil
Öffnungszeiten der Gemeindeverwaltung Aeugst am Albis während den Sommerferien 2022
Am 7. Juli 2022 ist in Zürich gestorben:
Peter Brang Bestattungsamt Aeugst am Albis
Bonstetten
Montag – Donnerstag jeweils von 8.00 – 11.30 Uhr.
Benedikt Farrér
Besuchen Sie unsere Homepage www. aeugst-albis.ch und entdecken Sie unsere Online-Dienste sowie weitere Informationen. Wir wünschen Ihnen einen schönen Sommer Gemeindeverwaltung Aeugst am Albis
12. Juli 2022 Gemeinderat Kappel am Albis
geboren am 6. Januar 1963, wohnhaft gewesen in Aeugst am Albis ZH.
Die Schalter und Telefone der Gemeindeverwaltung Aeugst am Albis sind während den Sommerferien (18.7.2022 – 21.8.2022) wie folgt geöffnet:
In dringenden Fällen stehen wir Ihnen nach telefonischer Absprache auch ausserhalb dieser Öffnungszeiten zur Verfügung. Ab Montag, 22. August 2022, sind wir gerne wieder zu den üblichen Öffnungszeiten für Sie da.
Gegen diese Wahl kann wegen Verletzung der Vorschriften über die politischen Rechte und ihrer Ausübung innert 5 Tagen, von der Veröffentlichung an gerechnet, schriftlich Stimmrechtsbeschwerde beim Bezirksrat Affoltern, Postfach, 8910 Affoltern am Albis, erhoben werden. Die Rekursschrift muss einen Antrag und dessen Begründung enthalten.
Am 15. Juni 2022 ist gestorben: geboren am 23. Juli 1942, wohnhaft gewesen in Affoltern am Albis, Langzeitpflege Sonnenberg. Beisetzung fand im engsten Familienkreis statt. Bestattungsamt Bonstetten
Hedingen In Affoltern am Albis ist am Donnerstag, 7. Juli 2022 gestorben:
Walter Pfister geboren am 16. Mai 1948, von Wädenswil ZH, ledig, wohnhaft gewesen in Hedingen.
Walter Pfister 16. 5. 1948 – 7. 7. 2022
Er ist nach kurzer, schwerer Krankheit im 75. Altersjahr sanft eingeschlafen. Wir denken in Liebe und Dankbarkeit an ihn. Wir danken ganz herzlich unseren Nachbarn, Freunden und Bekannten für alle Hilfe. Besonders danken wir allen Pflegenden, anderen medizinischen Personen, Reinigungsfachleuten usw. im Limmattalspital und auf der Palliativ-Abteilung des Spitals Affoltern für die aufmerksame und liebevolle Pflege und Arbeit in den letzten Tagen.
Rosmarie Meili Susanne Bertele mit Familie Ueli Pfister mit Familie Johannes Pfister mit allen Verwandten Beisetzung: Mittwoch, 13. Juli 2022 um 13.30 Uhr Besammlung auf dem Friedhof Hedingen, um 14.00 Uhr Trauergottesdienst in der reformierten Kirche Hedingen Es werden keine Leidzirkulare versandt.
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Wer etwas unterstützen will, darf gerne die Lungenliga berücksichtigen: Verein Lunge Zürich, IBAN CH62 0900 0000 8000 1535 7 Vermerk: Walter Pfister Traueradresse: Rosmarie Meili, Haldenstrasse 3, 8908 Hedingen
Bezirk Affoltern
Überraschungen bleiben aus Aus dem Stadtrat Affoltern. Mit der Wahl von Eveline Fenner als Stadtpräsidentin und Claudia Spörri als Präsidentin der Primarschulpflege war die Besetzung von zwei der sieben Ressorts im Stadtrat im Vorfeld bekannt. Funktionsgemäss steht Eveline Fenner dem Ressort Präsidiales und Claudia Spörri der Abteilung Bildung vor. Der neu gewählte Stadtrat Felix Fürer übernimmt die Abteilung Soziales und Gesellschaft. Bei den übrigen Abteilungen gibt es keine Überraschungen. Die bisherigen Stadträte behalten ihre Ressorts. Markus Gasser steht der Abteilung Bau und Infrastruktur vor und ist 1. Vizepräsident. Markus Meier bleibt Stadtrat Sicherheit und wurde zum 2. Vizepräsidenten gewählt. Eliane Studer Kilchenmann wirkt weiterhin als Stadträtin Immobilien und Claudia Ledermann verantwortet das Ressort Finanzen. Stefan Trottmann, Stadtschreiber Affoltern
WIR GRATULIEREN Zur diamantenen Hochzeit Damit aus einem Stück Kohle ein Diamant wird, der glänzt und glitzert, braucht es Zeit und Ausdauer. Ihr glitzernd-glänzendes diamantenes Hochzeitsfest dürfen morgen Mittwoch, 13. Juli, Cécile und Kurtt Mohn in Affoltern feiern – wir gratulieren von Herzen. Ob wohl die Drehorgel zum Fest aufspielt?
Zur goldenen Hochzeit 50 Jahre zusammen verheiratet, sind übermorgen Donnerstag, 14. Juli, zwei Paare in Affoltern. Es sind dies Maja und Hans Peter Stäubli und Lilli und Christian Giger. Wir wünschen beiden Paaren ein tolles und fröhliches Fest und viel gutes gemeinsames Erleben weiterhin.
Herausgeberin: CH Regionalmedien AG Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern Obere Bahnhofstrasse 5 8910 Affoltern a. A. Leiterin: Barbara Roth Chefredaktor: Thomas Stöckli redaktion@affolteranzeiger.ch Redaktion: Luc Müller, Dominik Stierli, Alina Rütti Copyright: Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für eingesandtes Material Gesamtauflage: 26 856 Beratung und Verkauf Inserate: Elisabeth Zipsin/Christine von Burg Telefon 058 200 57 00 inserat@affolteranzeiger.ch Spezial- und Sonderseiten: Kaspar Köchli Telefon 058 200 57 14, M 079 682 37 61 kaspar.koechli@chmedia.ch Tarife: www.affolteranzeiger.ch Annahmeschluss Inserate: Dienstagausgabe: Montag, 8.00 Uhr Freitagausgabe: Mittwoch, 16.00 Uhr Todesanzeigen: 11.00 Uhr am Tag vor Erscheinen Abonnementspreise: ¼ Jahr Fr. 79.– ½ Jahr Fr. 97.– 1 Jahr Fr. 170.– Aboservice: abo@affolteranzeiger.ch Telefon 058 200 55 86 Kontakt: Alle Mitarbeiter erreichen Sie unter vorname.name@chmedia.ch Druck: CH Media Print AG, Neumattstrasse 1, 5001 Aarau Ein Produkt der Verleger: Peter Wanner, www.chmedia.ch Beteiligungen der CH Media AG auf www.chmedia.ch
Dienstag, 12. Juli 2022
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«Wenn es soweit ist, werde ich die neuen Freiheiten sehr geniessen» Erwin Leuenberger hat das Gemeindepräsidium Bonstetten abgegeben Mit der Legislatur endete per 30. Juni in Bonstetten auch das Gemeindepräsidium von Erwin Leuenberger. Er hat die Geschicke des Dorfs zwar nur während einer Amtszeit gelenkt, aber einer sehr wichtigen. «Anzeiger»: Bonstetten hat zum Ende der Legislatur sein 900-jähriges Bestehen gefeiert. Mit einem grossen Fest abtreten – besser geht es nicht, oder? Das Fest fiel eher zufällig auf das Ende meiner Amtszeit. Erst war es für den Herbst vorgesehen. Im Nachhinein bin ich froh, haben wir schon im Juni gefeiert. Im Herbst wird dann wahrscheinlich Corona wieder ein Thema sein. Was war Ihr persönliches Highlight am Jubiläumsfest? Wir hatten eigentlich nur Highlights: einen fantastischen ersten Abend mit dem Geschichtlichen. «Musik im Dorf» war schlicht sensationell, von der Kinderband am Nachmittag bis zum DJ am Schluss. Und der Sonntag mit unseren Gästen aus Bonstetten, Deutschland. Der Bürgermeister hat mir geschrieben (er scrollt in seinem Mobiltelefon und zitiert): «tolles Fest», «haben uns sehr wohlgefühlt», «ihr seid geniale Gastgeber gewesen, eure Herzlichkeit und euer Frohsinn haben uns begeistert.» Die Geschichte des gegenseitigen Austauschs dürfte also weitergehen. Auf jeden Fall. Die Musikvereine haben den Austausch bereits gelebt und jetzt haben sich auch die Behörden wieder gesehen und es haben sich neue Freundschaften ergeben.
«Die schlechte Stimmung damals im Gemeinderat hat mich beelendet.» Sie gehören dieser Behörde nicht mehr an. Wie fühlt es sich an, nicht mehr Gemeindepräsident von Bonstetten zu sein? Da ist ein grosses lachendes, aber auch ein kleines tränendes Auge. Ich habe den Job sehr gerne gemacht. Momentan bin ich noch mit der Übergabe und Fragen beschäftigt, aber wenn es so weit ist, werde ich die neuen Freiheiten sehr geniessen. Dass der tägliche Druck mit den Sitzungen samt Sitzungsvorbereitungen wegfällt, ist schon sehr befreiend. Sie haben das Amt nach einer Zeit der Wirren und Unruhen im Gemeinderat angetreten. Weshalb tut man sich das an? Ich wohne seit zwölf Jahren im Dorf und es hat mich beelendet, die schlechte Stimmung und den Krach mitzuerleben. Da wollte ich Ruhe reinbringen und Sachen anpacken, die liegen geblieben sind. Erst wollte ich nur in den Gemeinderat. Dass ich das Präsidium übernehme, wurde an einer Podiumsdiskussion von einem Stimmbürger an
Hat Ruhe in den Gemeinderat Bonstetten gebracht: Erwin Leuenberger im Gemeindehaus. (Bild Thomas Stöckli) mich herangetragen. Im Nachhinein bereue ich es nicht. Ich habe auch von ganz vielen Leuten, die ich nicht kannte, gehört, sie seien dankbar, dass wieder Ruhe eingekehrt sei. Das bestätigt mir, dass es nicht so falsch war, was wir als Gemeinderat getan haben. Was waren die dringlichsten Herausforderungen? Am Anfang haben wir einen Workshop gemacht mit der Bevölkerung. Dort hat sich der Wert eines Zentrums gezeigt. Auch Themen wie Tempo 30 und der Investitionsstau, Umwelt und Wohnqualität kamen auf den Tisch. Das ist noch nicht alles umgesetzt, aber einiges bereits am Laufen. Tempo 30 flächendeckend im Dorf ist in der Umsetzung. In der Ortskernplanung haben wir einen ersten Schritt gemacht mit dem deutlichen Ja zum neuen Feuerwehr- und Werkhofgebäude. Das gibt Platz, das Dorfzentrum anders zu gestalten. Das tönt nach einer spannenden Zeit, wieso haben Sie nicht noch eine Legislatur angehängt? Bei den Weichenstellungen war ich sehr wohl noch dabei und habe auch Druck gemacht. Mit dem Volks-Ja zum Mehrzweckgebäude Heumoos ist die Grundlage gesetzt. Wir haben sehr gute Leute im Gemeinderat, da kann ich getrost sagen: Die können das auch. Ich bin 74 Jahre alt dieses Jahr und ich will nicht ein zweiter Joe Biden werden (der US-Präsident wird dieses Jahr 80 Anm. d. Red.). Und vieles ist ja auch bereits umgesetzt. Die Jugendlichen haben ihren Begegnungsplatz und können bald auch die Zivilschutzanlage benutzen. Was hätten Sie gerne noch abgeschlossen? Eigentlich alles. Ich schliesse schon
gerne alles ab. Aber das Leben ist so, dass man nicht immer alles fertig machen kann, was man angefangen hat. War Ihnen von Anfang an klar, dass Sie nur für eine Legislatur bleiben würden? Ich habe bewusst gesagt: Es ist für eine Legislatur – und dann schaue ich weiter. Was bleibt von dieser Amtszeit in guter Erinnerung? Die Zusammenarbeit mit der Verwaltung. Wir haben sehr gute Leute, auf die man sich verlassen kann und die ihre Arbeit gerne machen. Dass man auch mal ächzt, wenn es etwas viel wird, ist verständlich. In positiver Erinnerung bleibt auch die Arbeit im Gemeinderat. Wir haben unsere Differenzen gehabt und um Sachen gestritten, trotzdem hat es funktioniert. Sodass man nachher trotzdem ein Bier miteinander trinken konnte – oder ein Mineralwasser. Sie durften einen neuen Kunstrasenplatz einweihen, einen Gedenkstein enthüllen und eine Weltmeisterin beglückwünschen. Was hat Sie am meisten gefreut? Ich bin nicht der Typ, der sich in der Öffentlichkeit präsentieren muss. Aber das hat zu meinen Pflichten gehört und ich habe es gerne gemacht. Im Fall von Petra Klingler ist es natürlich toll, wenn man einer Weltmeisterin, die in Bonstetten wohnt, gratulieren kann. Das macht Freude. Es machte aber auch Freude, der ältesten Bonstetterin – die mittlerweile leider verstorben ist – zum 100. Geburtstag zu gratulieren. Bei solchen Gelegenheiten ergaben sich immer gute Gespräche mit den Leuten. Was werden Sie vermissen und was sicher nicht? Die persönlichen Kontakte mit der
Verwaltung, den Kolleginnen und Kollegen im Gemeinderat und mit der Bevölkerung. Es hat mich gefreut, wenn die Leute mich auf der Strasse angesprochen haben. Das wird nun sicher ruhiger werden. Andererseits ist der Druck weg – und den vermisse ich gar nicht.
«Es ist toll, wenn man einer Weltmeisterin, die in Bonstetten wohnt, gratulieren kann.» Ihre Nachfolge tritt Arianne Moser an – Ihre Wunschkandidatin. Was haben Sie ihr mitgegeben? Akten (er lacht). Ich musste ihr nicht viel mitgeben. Sie ist eine unternehmerisch denkende, gut integrierte Bonstetterin. Ich konnte eher umgekehrt von ihr lernen. Ratschläge muss ich ihr also keine geben. Aber wenn sie etwas wissen muss, darf sie mich jederzeit fragen. Nun wartet also neue Freizeit. Haben Sie schon Pläne? Eine ganze Menge. Es wird mir sicher nicht langweilig. Zuerst geht es ans Haus und die Umgebung. Da herrscht Nachholbedarf. Als «Hobby» bin ich noch Rechtsanwalt. Da habe ich Kunden, die immer wieder kommen, das wird mich also auch noch beschäftigen. Weiter will ich mir bewusst mehr Zeit nehmen für Hobbys. Sportlich war ich in den letzten vier Jahren fast inaktiv. Ich will Musik machen – mit Klarinette und E-Piano – und mit meiner Frau wieder etwas mehr Golf spielen. Interview: Thomas Stöckli
Kinderfotos im Netz: Darauf sollten Eltern achten Die schönsten Kinderfotos entstehen oft in den Ferien und Eltern teilen die Schnappschüsse in sozialen Netzwerken. Dabei vergessen sie mögliche Risiken, wie den Missbrauch der Aufnahmen durch Fremde. Die Organisation «Schau hin! Was Dein Kind mit Medien macht.» empfiehlt, keine Fotos und Videos zu veröffentlichen, auf denen das Kind deutlich zu
erkennen ist. Denn die Urlaubsgrüsse kommen inzwischen meist in digitaler Form über soziale Netzwerke. Oft übersehen Eltern dabei, dass die Bilder leicht in falsche Hände geraten können. «Einmal im Netz, können sich die Aufnahmen schnell verbreiten. Generell sind Kinderfotos online nur in gesicherten Bereichen zu veröffentlichen, die nicht für Fremde zugänglich sind», sagt «Schau hin!»- Mediencoach Kristin Langer. Gerade auf das Teilen von Fotos und Videos, die Kinder in Badekleidung oder
in anderen privaten Situationen zeigen, sollte verzichtet werden.
Fotos werden auf Plattformen geladen Pädosexuelle suchen im Internet gezielt nach Aufnahmen von Kindern – und nicht nur nach solchen, die Heranwachsende leicht bekleidet am Strand zeigen. Auch Fotos von anderen Feriensituationen – beim Klettern, Eisessen oder Sandburgenbauen –, wecken ihr Interesse. Auf illegalen Plattformen werden solche
Alltagsfotos hochgeladen und neben sexuellen Missbrauchsdarstellungen getauscht. Falls Eltern doch Kinderbilder veröffentlichen, sollten die Kinder auf Fotos nicht direkt erkennbar sein, sondern beispielsweise nur im Anschnitt oder mit Sonnenbrille gezeigt werden. Beim Hochladen von Bildern über das Smartphone ist darauf zu achten, dass die Ortsbestimmung deaktiviert ist. Ansonsten können andere Nutzende sehen, wo das Bild aufgenommen wurde. (red.)
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Bezirk Affoltern
Dank für die Milizarbeit
Die Ressorts sind verteilt
Die Gemeinden tragen entscheidend zu einem lebenswerten Kanton Zürich bei. Regierungsrätin Jacqueline Fehr bezeichnet sie gar als «wichtigste Staatsebene»: «Sie sind der Ort, wo das Vertrauen der Menschen in die Politik entsteht.» Als Zeichen der Wertschätzung hat sie an elf Veranstaltungen im Juni und Juli rund 1000 Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinden zu Feiern zum Legislaturstart eingeladen, unter anderem ins Kloster Kappel (der «Anzeiger» hat berichtet). Die Gäste haben die Gelegenheit zum Austausch über die Gemeindegrenzen hinweg geschätzt. Gemeinden und Kanton haben zusammen wichtige Aufgaben zu bewältigen, teilt die Direktion der Justiz und des Innern mit. Sie erhalten die Lebensgrundlagen, garantieren günstige Rahmenbedingungen für wirtschaftliche, kulturelle, soziale und ökologische Innovation und unterstützen das demokratische und politische Engagement. Sie schaffen damit die Voraussetzungen, dass alle Menschen und Gruppierungen am Leben im Kanton Zürich teilnehmen können. (red.)
HINTER-GRÜNDE
Schneebelis und andere «Amtlich» hatte ich als Gemeindeschreiber von Hausen bereits anno 1960 mit dem Notariat Affoltern zu tun. Als Privatperson stand ich 1964 erstmals in den «Heiligen Hallen» am Bahnhofplatz zur Unterzeichnung eines Vertrags. Persönliche Geschäfte, welche das Siegel des Notariats benötigten, gab es auch später immer wieder. So stand in jüngeren Jahren ein Ehevertrag auf dem Tapet und im fortgeschrittenen Alter ein Erbvertrag mit der Familie. Aus meiner Berufszeit verfüge ich heute natürlich nicht über die jeweils dort unterzeichneten Dokumente. Doch ein Durchstöbern meines privaten Archivs zeigt, dass das erste Papier durch «Rudolf Schneebeli, Notar» beurkundet wurde. Die Originale bleiben bekanntlich beim Amt. Mein Exemplar ist ein Durchschlag mit Kohlepapier, wie dies damals üblich war. Heute ist ein Tippfehler dank Computer rasch ausgebügelt. Früher musste die ganze Seite mit der Schreibmaschine erneut «hinuntergehackt» werden. Weitere bei mir vorhandene, später abgeschlossene Verträge sind von folgenden Personen unterzeichnet: Edi Vollenweider, Notar-Stv., später Notar; Dieter Häusermann und Max Vollenweider, Grundbuchsekretäre/Notariatsassistenten; Armin Hiltpold, Notar-Stv. Schon etwas besonders, dass in meiner Zeit je zwei Schneebelis und Vollenweiders dort leitende Funktionen innehatten. Edi V. löste seinerzeit Rudolf Sch. aus Affoltern als Notar ab, Roman Sch. folgte vor dreissig Jahren auf Edi V. Bemerkenswert ist auch die Herkunft des Kaders. Kaum einer zog aus der «Fremde» in die Säuliämter Metropole. Rudolf Sch. war ein Affoltemer, Edi V. ein Ur-Mättmistetter und mein Turnkamerad Max V. wie ich in Hausen aufgewachsen. Ein Exot war der nun in Pension gehende Roman Sch., weil es seinen Vater seinerzeit von Affoltern an die Pfnüselküste am Zürichsee zog. Doch des jetzt alt Notars Bruder Werner Sch. ist ja Pfarrer in unserem Bezirkshauptort – back to the roots. Rückblickend darf ich feststellen, dass meine bis heute über sechzig Jahre langen Beziehungen zum Notariat Affoltern mit dem gesamten Personal stets erfreulich verliefen. Schneebelis, Vollenweiders, Häusermann und Hiltpold, sowie dem übrigen Personal darf ich ein Kränzchen winden. Ich bin überzeugt, dass der «Laden» auch unter Andreas Mohni aus der Baaregg in Knonau im Sinn und Geist «der Kunde ist König«weitergeführt wird. Erich Rüfenacht
Dienstag, 12. Juli 2022
Aus den Verhandlungen des Gemeinderats Mettmenstetten An der konstituierenden Sitzung vom 5. Juli wurden die Ressorts unter den sieben neu gewählten Gemeinderäten verteilt. Vreni Spinner wurde im zweiten Wahlgang als Gemeindepräsidentin gewählt und übernimmt zusätzlich die Themen Kultur und Freizeit. Fabio Oetterli besetzt das Ressort Finanzen und Liegenschaften. Ausserdem wird er das Thema Sport in Mettmenstetten weiter vorantreiben. Lukas Stucky wurde als neuer Hochbauvorstand bestätigt und wird mit der Baukommission dafür sorgen, dass sich das Ortsbild weiterhin so harmonisch entwickelt. Jürg Meili übernimmt die Bereiche Tiefbau und Werke, Sicherheit, Land- und Forstwirtschaft und kann somit seine fundierten Kenntnisse in diesen Themen optimal einbringen. Das Ressort Soziales mit Führung der Sozialbehörde von Mettmenstetten übernimmt die Vizepräsidentin Marylise Schiesser. Das Ressort Gesundheit und Umwelt wird neu von Marcel Eicher geführt. Seine vertieften Kenntnisse im Gesundheitsbereich und seine Mitarbeit im Projekt Agsba (Alters- und Gesundheitsstrategie für den Bezirk Affoltern) versprechen eine kurze Einarbeitungszeit. Die Primarschulpräsidentin Melanie Vollenweider übernimmt von Amtes wegen im Gemeinderat das Ressort Bildung.
Kommissionen sind bestellt In derselben Sitzung hat der Gemeinderat die zahlreichen Kommissionen bestellt und die Mitglieder bestätigt. Sieben Kommissionen mit insgesamt 52 stimmberechtigten und zehn beratenden Mitgliedern werden in den nächsten vier Jahren den Gemeinderat bei seiner anspruchsvollen Arbeit unterstützen.
Der neue Gemeinderat: Lukas Stucky (von oben links), Melanie Vollenweider, Marcel Eicher, Marylise Schiesser (von unten links), Vreni Spinner, Fabio Oetterli, Jürg Meili und Oliver Bär (Geschäftsführer). (Bild zvg) Ferner hat der vorherige Gemeinderat ... • Die Wahlresultate der Erneuerungswahlen vom 27. März und vom 15. Mai 2022 erwahrt. • Ein neues Gleitzeitreglement und ein Homeoffice-Reglement erlassen. • Den Bauausschuss Mett und den Bauausschuss «Sanierung und Umbau Kindergarten Pavillon» per 30. Juni 2022 aufgelöst und die verbleibenden Arbeiten der bestehenden Gemeinde- und Primarschulorganisation übergeben. • Für die Installation einer elektrischen Pollersteuerung und den Ersatz der Strassenbeleuchtung an der Schulhausstrasse Kredite von 17 600 Franken, respektive 38 300 Franken bewilligt. • Ein Durchleitungsrecht für das Erstellen einer Rohanlage zum Bezug
von Gas an der Schulhausstrasse zugunsten der Sekundarschule KnonauMaschwanden-Mettmenstetten genehmigt. • Einer Stellenprozenterhöhung in der Einwohnerkontrolle aufgrund neuer Aufgaben um 5 % zugestimmt. • Die Bereitstellung von insgesamt vier Doppel-Elektroladestationen der EKZ für 58 158 Franken (inkl. MwSt.) an der Schulhaus- und der Niederfeldstrasse genehmigt. • Die Veranstaltung «vo puur zu puur» vom 18. September von 10 bis 17 Uhr auf dem Bauernhof Waldmatt 1 in Mettmenstetten mit Festwirtschaft bewilligt. • Für den Ersatz der elf Jahre alten Chlordosierungsanlage in der Freibadanlage Mettmenstetten einen Kredit von 11 500 Franken gesprochen.
Neophyten auf der Spur
Gut besuchter Informationsanlass in Affoltern Invasive Neophyten verbreiten sich leicht von den Gärten in die Wälder und Landwirtschaftsflächen. Am Anlass der Naturschutzkommission Affoltern bekamen deshalb Private viele Tipps. «Seit Neuestem verfügt die Stadt Affoltern am Albis über ein Leitbild zur Förderung der Biodiversität.» Mit diesen Worten begrüsste Stadtrat Markus Gasser die Anwesenden. Darin sind auch die invasiven Neophyten erwähnt. Ein Thema, welches die Stadt Affoltern bereits seit einigen Jahren aktiv bearbeitet. Und ein Thema, welches offensichtlich interessiert. Rund 25 Personen folgten der Ein-
ladung der Naturschutzkommission, auf einem Abendspaziergang die wichtigsten invasiven Neophyten kennenzulernen.
Bis zu 60 Arten machen Probleme Der Naturschutzbeauftragte der Stadt, Benjamin Kämpfen, erläuterte, was invasive Neophyten sind: Eingeschleppte Pflanzenarten, welche sich unkontrolliert verbreiten und Schäden verursachen, werden als invasive Neophyten bezeichnet. Nur rund 40 bis 60 Pflanzenarten machen in der Schweiz Probleme. Diese verdrängen die einheimische Vegetation oder verhindern sogar das Aufkommen von Jungwald. «Damit Massnahmen gegen invasive Neophyten wir-
kungsvoll sind, müssten alle zusammenspannen», so Markus Gasser. Deshalb sei auch das Engagement der Privaten wichtig. Gerade das Einjährige Berufkraut, welches in Blumenwiesen überhandnehmen kann, wächst oft in Gärten und auf privaten Flächen. Benjamin Kämpfen wies auf die wichtigsten Punkte bei der Entfernung hin: «Genau arbeiten, die Pflanze vollständig entfernen, immer wieder kontrollieren und die Pflanzen in den Kehricht geben.» In der Diskussion zeigte sich, dass schon einige Personen auf ihren Spaziergängen Neophyten entfernen – und in Zukunft sind es vielleicht noch einige mehr. Stefan Trottmann, Stadtschreiber
Benjamin Kämpfen, Naturschutzbeauftragter der Stadt Affoltern erklärte, was invasive Neophyten sind. (Bild zvg.)
• Das Betriebskonzept und das Benutzungsreglement der Bibliothek und des Begegnungsorts genehmigt. • Der Gemeindeverwaltung erlaubt, zur Erleichterung ihrer Arbeit folgende Informationen über Einwohnerinnen und Einwohner festzuhalten: zuletzt bekannte Krankenversicherung, EMail-Adresse, Telefonnummer und Notizen, welche für die Erledigung der Arbeiten der Gemeindeverwaltung von Bedeutung sind. Den registrierten Personen wird auf Antrag jederzeit Akteneinsicht gewährt. • Den positiv ausgefallenen Revisionsbericht über den Bereich Krankenversicherungen, Prämienverbilligungen bzw. Prämienübernahmen 2021 zur Kenntnis genommen. Oliver Bär, Geschäftsführer
Sihltalstrasse wird für Velos sicherer Der Strassenabschnitt zwischen dem Kreisel und dem Bahnhof in Sihlbrugg wird für rund 10 Millionen Franken saniert. Auf dem rund drei Kilometer langen Abschnitt zwischen dem Kreisel in Sihlbrugg und dem Bahnhof Sihlbrugg Station ist der Fahrbahnbelag der Sihltalstrasse in einem schadhaften Zustand. Deshalb werden Teile der Strasse komplett ersetzt, teils müssen nur die beiden obersten Schichten erneuert werden. Auf diesem Abschnitt sind zwar bereits heute beidseitig Radstreifen markiert. Jedoch überholen die Fahrzeuge die Velofahrenden mit einer Höchstgeschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde. Die Sanierung der Sihltalstrasse soll deshalb dazu genutzt werden, die Strasse zu verschmälern und flussseitig einen neuen, abgetrennten Rad-/Gehweg zu bauen. Die Redimensionierung der Fahrbahn wird möglich, weil sich seit der Eröffnung des Üetlibergtunnels und der Autobahn A4 im Knonaueramt im Jahr 2009 das Verkehrsaufkommen um rund zwei Drittel auf unter 6000 Fahrzeuge pro Tag reduziert hat. «Dieses Projekt trägt massgeblich dazu bei, dass das Sihltal für Velofahrende sicherer und attraktiver wird», sagt Baudirektor Martin Neukom. Die öffentliche Auflage des Bauprojekts erfolgte von Mitte November bis Mitte Dezember 2021. Innerhalb der Auflagefrist sind keine Einsprachen eingegangen. Der Regierungsrat hat das Projekt nun festgesetzt und für die Kosten 10,15 Millionen Franken bewilligt. Das kantonale Tiefbauamt plant, im Frühling 2023 mit den Bauarbeiten zu beginnen und diese im Sommer 2024 abzuschliessen. (red.)
Bezirk Affoltern
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«Eine Wertepartei, die konstruktiv arbeitet und Erfolg hat» Regierungsrätliches Lob für die EVP Affoltern, die ihr 60-Jahre-Jubiläum feierte Eine Partei, die sich konstruktiv mit aktuellen Problemen auseinandersetze, Werte hochhalte, in Affoltern erfolgreich agiere und im Kantonsrat Mehrheiten beschaffen könne: Regierungsrat Mario Fehr lobte die EVP anlässlich des 60-Jahre-Jubiläums der Ortssektion Affoltern. von Werner Schneiter Auf dem Hof der Familie Frutiger in Zwillikon brannte es in der Feuerschale schon am frühen Abend, was den Leitspruch der EVP Affoltern sichtbar machte: «Politik mit Feuer». Was Regierungsrat Mario Fehr erst verunsicherte, weil er erst an Feuerausbruch dachte und daran, dass er «seine» Kapo mitsamt der Feuerwehr ausrücken lassen muss. Seine launenhaften Begrüssungsworte dehnte der Adliswiler dann aber auch auf die nachbarschaftlichen Beziehungen zum Säuliamt aus. Adliswil sei zwar stolz auf die Luftseilbahn, aber die ende auf Säuliämtler Boden genauso wie fast alle anderen Destinationen auf Albiskette und Üetliberg. «Darunter leiden wir im Sihltal ein wenig.» Damit verliess er dann den Spassbereich und setzte ein Loblied auf die EVP an – auf eine Partei, die im Gegen-
satz zu anderen, immer noch präsent sei, sich bei ihrer politischen Tätigkeit auf christliche Grundwerte stütze und sich konstruktiv mit aktuellen Problemen auseinandersetze. Im Kantonsrat sei die Partei mit ihren acht Vertreterinnen und Vertretern oft «Königsmacherin. «Ich bin ihr da manchmal dankbar für die Hilfe», so Fehr, für den die EVP im Parlament «im Durchschnitt die besten Parlamentsmitglieder» stelle. Das dritte Jahr der laufenden Legislatur sei ihr bestes, und sie verfüge über überdurchschnittlichen Einfluss, betonte der Sicherheitsdirektor, für den die Partei in Affoltern erfolgreich agiere, auch mit der Wahl von Eveline Fenner als Stadtpräsidentin und Markus Gasser als Stadtrat.
Kalkulierbare Mogelpackung Und da ist natürlich noch Kantonsrat Daniel Sommer, Ortsparteipräsident und EVP-Regierungsratskandidat. In einem Doppelinterview mit Mario Fehr bezeichnete er das Verhältnis zu ihm als freundschaftlich, anregend, inspirativ und konstruktiv. Fehr wiederum sieht in Schreinereibesitzer Sommer den «gesunden Gewerbler», den entspannten und engagierten Mitmenschen. Ob er nochmals als Regierungsratskandidat antrete, wollte Moderator Dominic Täubert, in Affoltern neues RPK-Mitglied,
EVP-Meilensteine Hermann Chollet und Emil Bitzer waren 1962 die Gründer der EVP Affoltern. 1970 stellte sie mit Rosa Häberling die erste Gemeinderätin in Affoltern, später dann mit Alice Zollinger eine weitere EVP-Vertreterin im Gemeinderat. In den vergangenen 60 Jahren wurde die Partei von zahlreichen Präsidenten geführt. Und sie hat vor zehn Jahren den Vorsatz einer stärkeren Präsenz in der Kommunalpolitik gefasst. So wurde 2013 das Gefäss «Politik mit Feuer» aus der Taufe gehoben – eine Veranstaltung mit Gesprächen am Feuer. Dazu wird jedes Jahr eine Etappe des Jakobswegs bewältigt. Weitere Meilensteine: Von 1987 bis 1991 sass Hans Rudolf Haegi
im Kantonsrat. 2014 erfolgte die Wahl von Markus Gasser in den Gemeinderat, Sonja Humbel wurde Sekundarschulpflegerin. 2015 schaffte Daniel Sommer die Wahl in den Kantonsrat und mutierte bei den Wahlen 2019 zum «Panaschierkönig». 2022 folgte die Wahl von Eveline Fenner zur Stadtpräsidentin. 2016 wurde eine überparteiliche Aktion für eine Mittelschule Säuliamt lanciert (gegen 4000 Unterschriften). Diesem Ziel ist man inzwischen näher. Überparteilich mitgearbeitet hat die EVP auch bei der Vorlage einer neuen Rechtsform fürs Spital, die an der Urne mit 80 Prozent Ja-Stimmen angenommen wurde. (-ter.)
Gut gelaunt am Jubiläumsfest der EVP Affoltern auf dem Hof der Familie Frutiger in Zwillikon: Regierungsrat Mario Fehr (von links), Nationalrätin Lilian Studer, EVP-Regierungsratskandidat Daniel Sommer und EVP-Fraktionspräsident Markus Schaaf. (Bild Werner Schneiter) von Mario Fehr wissen. «Ich will einen entspannten Sommer. Ich melde mich dann nach den Sommerferien», sagte er knapp, strich aber hervor, dass ohne Partei keine Karriere möglich gewesen sei. Mit der SP habe er ein Austrittsgespräch geführt und gedenke nun nicht, einer anderen Partei beizutreten. «Nach 39 Jahren in der Politik kennt man mich. Politik ist per se eine Mogelpackung. Falls ich wieder antrete, haben die Wählerinnen und Wähler eine kalkulierbare Mogelpackung...», sagte Fehr. Für Daniel Sommer sind Parteilose in kleineren Gemeinden weniger Problem als in grösseren, wo man sich weniger kennt. «Ich wünsche mir in Affoltern, dass Parteilose klarer sagen, wo sie stehen», hielt er fest. Zu den wenigen Differenzen mit Mario Fehr zählt Daniel Sommer das Geldspielgesetz, und von Fehr erfuhr man, dass er sich eigentlich nie über divergierende Meinungen ärgere, weil er stets strategische Ziele verfolge. Die Volkswirtschaftsdirektion wäre das Wunschdepartement von
Gewerbler Daniel Sommer. Wäre ein nicht abgeschlossenes Projekt der Grund für eine weitere Kandidatur? Mario Fehr parierte auch diese Frage mit der Feststellung, das sei ein beliebtes Argument fürs Weitermachen. Als ein solches Projekt nannte er die Umsetzung des Selbstbestimmungsgesetzes in den nächsten vier, fünf Jahren. Und im nächsten Jahr wäre er Regierungspräsident ... am Konjunktiv hält er (noch) fest.
Grundwerte hochhalten Vor sieben Jahren ist Eveline Fenner der EVP beigetreten und im Frühjahr zur Stadtpräsidentin gekürt worden. Sie hat in der Partei Freunde gefunden – Frauen und Männer, die sich engagieren. An Gemeindeversammlungen dominierten die ergrauten Häupter; es sei wichtig, für Junge Zugang zur Politik zu schaffen. Für Gast Toni Bortoluzzi ist die EVP zwar eine kleine Partei, aber eine, die Grundwerte vertritt und deshalb – im Gegensatz zu anderen – in
der Schweiz schon über 100 Jahre existiere und eine gesellschaftliche Rolle spiele. SP-Präsident und Stadtrat Felix Fürer verwies auf gemeinsame Aktivitäten: etwa die Spitalveranstaltung oder den Stadtpark Brauiweiher, der nun realisiert wird. Für Lisette Müller, Präsidentin der EVP Knonauer Amt und als ehemalige Kantonsrätin die «Panaschierkönigin», ist dann von einer gesunden Körperschaft die Rede, wenn alle mittragen, was auch in Affoltern der Fall sei – mit grossartigem, kreativem Einsatz. Nationalrätin Lilian Studer, Präsidentin der EVP Schweiz, sieht mit der von ihr angestossenen Gründung des FC Helvetia, Frauenteam des Nationalrats, auch ein Zeichen zur Förderung des Frauensports. 60 Jahre EVP Affoltern sei eine grosse Zahl für eine Partei, die viel geleistet, Erfolg habe und nun in Affoltern erstmals eine Frau als Stadtpräsidentin stelle. Und das Leitmotiv der EVP hochhalte: «Mit Leidenschaft für Mensch und Umwelt».
Viele wertvolle Informationen ausgetauscht
Gelungener Demenztag rund um das Gemeindehaus in Mettmenstetten Der Mettmenstetter Bevölkerung die Möglichkeit bieten, sich rund ums Thema Demenz zu informieren – mit diesem Ziel hat die Kommission für Altersfragen rund um das Gemeindehaus einen Tag mit Vorträgen, Informationen und vielem mehr organisiert. Ziel des Demenztags vom 2. Juli in Mettmenstetten war, die Bevölkerung zu sensibilisieren und betroffenen Familien Informationen zu liefern, wo und welche Unterstützung sie erhalten können. Bei bestem Wetter konnten bei Marktständen rund um das Gemeindehaus viele interessante Informationen und Gespräche geführt werden. Bei drei verschiedenen Referaten konnte das Wissen über Demenz erweitert werden. Dr. Bruno Köhler gab einige Informationen zu Demenz sehr praxisnah und zeigte seine Rolle als Hausarzt in der Situation auf. Der Hausarzt ist oft die erste Anlaufstelle und begleitet die Betroffenen wie auch die Angehörigen in dieser herausfordernden Zeit. Er koordiniert und organisiert Abklärungen wie MRI, Memory-Klinik oder Ähnliches
sowie auch unterstützende Angebote wie Spitex, Entlastungsdienst oder stationäre Aufenthalte. Die Zusammenarbeit mit den Angehörigen ist dabei ein wichtiger Faktor. Dr. Köhler erwähnte auch die Wichtigkeit der Ernährung und Bewegung für die Prävention. Markus Biedermann, Koch und Gerontologe, hielt ein spannendes Referat über Esskultur im Alter. So erwähnte er, dass jede Tageszeit seinen Duft hat, zum Beispiel der Zmorgen, welcher nach Kaffee riecht. Wichtig ist die Haltung zum Essen und die Freude am Essen, die im Zentrum stehen sollte, zum Beispiel den Tisch schön zu decken. Das Essen rufe oft Kindheitserinnerungen hervor, darum ist es wichtig, die Essbiografie der kranken Person zu berücksichtigen.
Fitnessparcours und Therapiehund Das Gesundheitszentrum Gut präsentierte einen Fitnessparcours, bei dem die Geschicklichkeit unter Beweis gestellt werden konnte. Viele einfache Tipps für den Alltag wurden gezeigt und für den Demenztag wurde auch extra ein entsprechendes Video gedreht. Das Team im Gesundheitszentrum wurde im Um-
Dienstleistungen der Spitex, des Entlastungsdienstes, des Vereins Wachen und Begleiten (Wabe) sowie der Beratungsstelle für Alters- und Gesundheitsfragen erfragt werden. Diese wichtige und wertvolle Unterstützung so kompakt und vereint zu erleben, war sehr eindrücklich. Interessante Bücher zum Thema Demenz wurden ausgestellt und natürlich konnten auch Flyer mitgenommen werden.
Fortsetzung folgt
Ursula Junker (von links) und Daniela Bigler Billeter mit dem Gewinner des Wettbewerbs. (Bild zvg.) gang mit Demenz geschult, denn es ist wichtig, dass die betreuenden Mitarbeitenden das Verhalten und die Reaktionen von dementen Personen einschätzen können. Neben dem Training ist der soziale Kontakt auch sehr wichtig. Die Schule für Sozialhunde Wolfsrudel.ch bildet Hundehalter aus, die zusammen mit ihren Vierbeinern ihre Zeit und Empathie anderen Menschen zur Verfügung stellen. Zwei Frauen mit ih-
ren zwei Hündinnen zeigten an praktischen Beispielen, welchen positiven Effekt die Anwesenheit eines Therapiehundes auf eine kranke Person hat. Dieser ehrenamtliche Einsatz wird von den kranken und beeinträchtigten Menschen sehr geschätzt. Die Alzheimer Zürich war mit ihrem Alzheimer Infomobil präsent und gab kompetent Auskunft. An einem Marktstand konnten Informationen zu den
Bei der «Tastkiste» gab es einen Wettbewerb. Es mussten zehn Gegenstände ertastet und anschliessend auf einem Zettel notiert werden. Die mutigen Teilnehmenden merkten schnell, dass es gar nicht so einfach war. Es war ein sehr gelungener Anlass, bei dem wichtige Player bei der Begleitung, Beratung und Betreuung bei einer Demenzerkrankung präsent waren. Bei persönlichen Gesprächen konnten viele wertvolle Informationen ausgetauscht werden. Es soll nicht der letzte Anlass dieser Art gewesen sein. Kommission für Altersfragen Mettmenstetten
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«Die Beziehung zu ihr hat für mich etwas Übersinnliches» Mit ihrem Janis-Joplin-Tribute-Konzert war Gianne Chillà der Haupt-Act des «Summer of Love»-Open Air in Hausen Im Gespräch mit dem «Anzeiger» erzählt die 41-jährige Italienerin, was sie an Joplin und der damaligen Zeit so fasziniert. Janis Joplin gehört zum ominösen Kreis bekannter Künstler, die im Alter von erst 27 Jahren aus dem Leben geschieden sind – als Folge einer Überdosis Heroin. Gianna Chillà hat sich mit Haut und Haar und ihrem ganzen künstlerischen Schaffen der Amerikanerin verschrieben. Die gebürtige Römerin Chillà hat in Texas sogar die Originalschauplätze von Joplin besichtigt und lebte selber vier Jahre in den USA. Am «Summer of Love»-Open Air in Hausen war die 41-jährige Italienerin der mitreissende Haupt-Act des Abends.
Die «The lost keys & friends» brachten Lokalkolorit ins Line-up.
«Anzeiger»: Gianna Chillà, wie war Ihr Auftritt? Gianna Chillà: Fantastisch! Die Leute waren super drauf und sehr enthusiastisch. Spielen Sie öfter an kleineren Festivals auf dem Land? Ich habe da keine Vorbehalte, spiele an grossen und kleinen Festivals, in Clubs überall dort, wo mich die Leute wollen. Hat es für Sie einen speziellen Charme, wenn sie vor kleinerem Publikum spielen? Es macht für mich keinen Unterschied, ob ich vor grossem oder kleinem Publikum spiele. Ich liebe, was ich tue
«Ich liebe, was ich tue und gebe immer alles, wenn ich auf der Bühne stehe.» und gebe immer alles, wenn ich auf der Bühne stehe. Lassen Sie uns über Inspiration sprechen. Wann und wie sind Sie zur Musik gekommen? Ich habe mit vier Jahren mit Klavierspielen begonnen. Das war in unserer Familie aussergewöhnlich, denn niemand sonst spielte ein Instrument. Keine Ahnung, was mich zur Musik brachte.
Gianna Chillà hat sich ihrem Idol Janis Joplin verschrieben. Waren Sie das Schwarze Schaf in ihrer Familie? Zu Beginn war das tatsächlich so. Irgendwann hat meine Familie aber akzeptiert, dass Musik mein Leben ist, dass ich es ernst meine und es nicht bloss ein Hobby ist. Heute bin ich nur noch zwischendurch das Schwarze Schaf in der Familie (lacht). Was fasziniert Sie an Janis Joplin? Die Beziehung zu ihr hat für mich etwas Übersinnliches. Die Frau lässt mich nicht mehr los, seit ich sie als Achtjährige das erste Mal gehört habe. Ist das nicht eher untypisch, dass ein achtjähriges Mädchen Janis Joplin hört ... Das ist so. Mit acht kann man noch nicht verstehen, was Janis einem mit-
Lagerfeuerromantik: Auch das war «Summer of Love». (Bilder Martin Platter)
teilen will. Mit zunehmendem Alter lernte ich aber immer besser verstehen, welches Leben Janis hatte und wie sie sich dabei gefühlt haben musste. Die
«Ich kann meine Musik in Italien nicht spielen, weil die Italiener die Musik von Janis Joplin nicht kennen.» Frau hatte es im Leben ja nicht leicht, wurde in ihrer Schulzeit gemobbt und war eine der ersten Rassen- und Frauenrechtlerinnen, womit sie ebenfalls angeeckt ist. Aber ich glaube, dass sie gerade ihr Leiden und ihr Scheitern, von
der Gesellschaft akzeptiert zu werden, eben auch so speziell gemacht hat. War Janis Joplin ihrer Zeit zu weit voraus mit ihren Ideen und Anliegen? Das glaube ich nicht. Die Frau war genau zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Sie musste mit ihrer offenen Art anecken. Sie wuchs ja in Texas auf, einem eher konservativen Bundesstaat der USA. Gibt es da Parallelen zu Ihrem Leben? Durchaus. Ich bin in Italien aufgewachsen. Nicht unbedingt das Land mit der grössten Sympathie für die Hippiegeneration und deren Musik. Logisch, eckte ich mit meiner Faszination für Janis ebenfalls an. Mir blieb nichts anderes übrig, als auszuziehen. Ich kann
meine Musik in Italien nicht spielen, weil die Italiener die Musik von Janis Joplin nicht kennen. Das ist irgendwie schon schräg: Wir spielen in jedem Land um Italien herum. Weil alle kennen die Musik von Janis – ausser die Italiener. War das der Grund, dass Sie Italien Richtung USA verliessen und ihre Zelte für eine Weile dort aufschlugen? Nicht nur. In den vier Jahren in den USA habe ich eine Chance erhalten, die mir in Italien verwehrt blieb. Wir sangen dort R ’n’ B. Diese Phase ist nun aber vorbei und ich kann mich wieder ganz meiner Passion für Janis Joplin widmen. Interview: Martin Platter
Neuer Baum, neues Pärkli – Grund genug für ein Quartierfest
Am vergangenen Samstag feierte das Hasenbühlquartier in Affoltern eine Umgestaltung Ein Quartierfest lockte am vergangenen Samstag gut 120 Anwohnerinnen und Anwohner an. Gefeiert wurde das neue «Pärkli». «Hoi, das ist aber schön, dass wir uns mal wieder sehen, sonst grüsst man sich ja immer nur kurz» ... «Wie lange wohnst du denn eigentlich schon hier?» ... «Du, ich hab mal nachgedacht und bin darauf gekommen, dass ich schon über 50 Jahre hier daheim bin» .... «Ach, ihr seid also die Neuen hier? Wo ihr jetzt wohnt, stand mal ein Einfamilienhaus und jetzt hat es Platz für vier Familien – schön euch kennenzulernen!» So und ähnlich tönte es am letzten Samstag im Hasenbühlquartier, als kurz nach 15 Uhr der Startschuss zum ersten Strassenfest fiel. «Unsere Hasenbühl-Linde hatte einen Unfall – durch einen schweren Sturm war sie gefährlich beschädigt worden und musste im Februar 2020 gefällt werden. Die Stadt ersetzte den Baum im November 2021 und hat sich dabei für eine Blutbuche entschieden.» Stadtrat Markus Gasser – selbst Anwohner des Hasenbühlquartiers – löste sein Versprechen ein und hielt bei strahlend schönem Wetter am vergangenen
Die «Hasenbühler» wurden von Stephan Ehrsam, Mitglied des Organisationskomitees (rechts), begrüsst. (Bild Susanne Crimi) Samstag vor gut 120 Anwohnern des Hasenbühlquartiers eine kleine Rede. Ebenfalls habe die Stadt Affoltern auch eine neue Sitzbank montieren lassen und das «Pärkli», wie das Landstück zwischen Hasenbühlstrasse und Hasenbühlweg bereits liebevoll bezeichnet wird, durch eine Wildblumenwiese aufwertet. Gasser wies darauf hin, dass in der Planung von Verkehrsberuhigungsinseln in Affoltern zukünftig wo möglich mit solchen Wildblumenwiesen und schattenspendenden Bäumen gearbeitet
werden wird, um so die Biodiversität auf dem Stadtgebiet zu unterstützen.
Statt kühler Apéro im Winter, ein Sommerfest Anstatt eines «Einweihungsapéros» im November – wie zuerst vorgeschlagen, entschied sich das angefragte Organisationskomitee (OK) für einen QuartierEvent – eben das Hasenbühlfest mitten im Sommer. Die Organisatoren, bestehend aus drei sehr aktiven und begeis-
terten Ehepaaren Walter und Susanne Treichler, Mirko und Jaqueline Meister und Stephan und Susanne Ehrsam, luden alle Anwohner der Hasenbühlstrasse und /-weg am 9. Juli zu einem geselligen Beisammensein ein und wurden durch einen grossen Aufmarsch belohnt. Viele herbeigeschaffte Sonnenschirme, Festbänke, Kühlwagen und Spielmöglichkeiten für Kinder boten Platz für Austausch und Unterhaltung, die Strasse wurde für die Dauer des Festes für den Durchgangsverkehr gesperrt. «Natürlich haben wir
alle Bewilligungen eingeholt, damit alles seine Richtigkeit hat», zwinkert Walter Treichler. «Wir haben eine tolle Solidarität erleben dürfen, uns wurde auch für den Fall von schlechtem Wetter die Tiefgarage als Ausweichmöglichkeit angeboten.» Getränke zum Selbstkostenpreis, ein Pizzawagen und mitgebrachte salzige und süsse Köstlichkeiten liessen keine Wünsche offen. Die verlorene Linde war oft ein Thema vor allem für die Alteingesessenen und wehmütig wurde sie oft erwähnt. Aber auch die Dankbarkeit für die Neugestaltung des kleinen dreieckigen Landstücks war spürbar. Die meisten Besucher bewiesen «Sitzleder» und genossen zusammen mit ihren näheren und weiteren Nachbarn den lauen Sommerabend bis gegen 23 Uhr. Nur eines blieb offen: Stadtrat Markus Gasser machte in seiner Einweihungsrede darauf aufmerksam, dass der kleinen Oase an der Kreuzung noch ein Name fehlt. Im Laufe des Festes fiel keine endgültige Entscheidung. Auf Nachfrage beim OK wird das aber nicht vergessen, sondern im Zuge eines Resümees bei allen Bewohnenden des Hasenbühlquartiers nochmals nachgefragt. Man darf gespannt sein! Susanne Crimi
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Die Nervosität ist vorbei, jetzt wird gefeiert Die Kantonsschule Limmattal würdigte ihre Abgängerinnen und Abgänger 115 Maturandinnen und Maturanden – darunter auch viele aus dem Knonauer Amt – haben ihre Zeit an der Kanti Limmattal abgeschlossen und am 7. Juli ihr Maturazeugnis entgegennehmen dürfen. von Sharleen WüeSt Eltern zücken ihre Handys, junge Frauen und Männer in eleganten Kleidern posieren für die Kamera, Blumen werden verteilt – vor der Zentrumshalle in Urdorf herrscht am Donnerstagabend reges Treiben. Denn die diesjährigen Maturandinnen und Maturanden der Kantonsschule Limmattal feiern ihren Abschluss. Kurz vor Beginn der Festlichkeiten ist ein Grossteil der Stühle bereits von stolzen Familienmitgliedern und Freunden besetzt. Und zum ersten Mal seit 2020 kann normal gefeiert werden. Keine mit Masken verdeckten Gesichter, keine grossen Abstände, keine Trennung der Klassen.
Premiere für den neuen Rektor Der Schulchor läutete, unter der Leitung von Patrik Elsaid, den Abend mit dem Beatles-Lied «The Long And Winding Road» ein. Ein Auftakt symbolisch für den Weg, den die Maturandinnen und Maturanden in den letzten Jahren bestritten und an jenem Abend beendet haben. 119 Schülerinnen und Schüler zählte der Jahrgang, 115 haben erfolgreich bestanden. Rektor Andreas Messmer wendet sich in seiner Begrüssungsrede an die «Maturae» und «Maturi», wie er sie traditionsgemäss nennt. Die Anrede soll den Respekt für ihr Geleistetes ausdrücken. Es ist seine erste Maturfeier als Rektor. «Mit Bestehen der Matur dürfte
Rednerin Yvonne Eisenring macht den Maturanden Mut. Ihnen ein Stein vom Herzen gefallen sein», sagt er und fügt an: «Und damit auch Ihren Eltern.» Die Anwesenden schmunzeln ob seiner Bemerkung. Messmer spricht den letzten Nervenkitzel – die Abschlussprüfungen – an und gratuliert seinen Schützlingen zu ihrer Leistung. «Bravo!» Auch Festrednerin Yvonne Eisenring gratuliert. Die Journalistin und Autorin ist in Dietikon aufgewachsen und hat ihre Matur 2006 ebenfalls an der Kanti Limmattal abgeschlossen. Sie richtet sich mit «den Worten, die sie damals gerne gehört hätte» an die Anwesenden. Sie sagt: «Ich hätte gerne früher ge-
Lena Heimhalt, Tara O’Sullivan und Julia Göggel erhalten eine Auszeichnung. (Bilder Severin Bigler)
wusst, dass das Motto ‹fake it till you make it› einen weiter bringt, als man denkt.» Fehler dürften passieren und seien in der Vorstellung meist schlimmer als in der Realität. Vor allem aber legt sie den Anwesenden ans Herz Freundschaften, die sie an der Kanti geschlossen haben, zu pflegen. «Sie sind das Wertvollste, das ihr mitnehmt.»
Ausgezeichnete Maturitätsarbeiten Begleitet wurde der Abend neben dem Schulchor von verschiedenen musikalischen Darbietungen. Vitor Varyvoda beeindruckte mit seiner Gitarre. Auch das
«mum-Ensemble» bestehend aus Maturandinnen und Maturanden, welches speziell für diesen Anlass auf die Beine gestellt wurde, unterstützte die gute Stimmung. An der Maturfeier prämierte Urs Bregenzer als Mitglied der Schulkommission drei sehr gute Maturitätsarbeiten. «Ich bin beeindruckt», sagt er über die Arbeit der Maturandinnen und Maturanden. Beeindruckt hat ihn unter anderem die Arbeit von Lena Heimhalt. Sie hat sich mit der Flucht aus dem Iran und dem Weg in die Schweiz auseinandergesetzt und mit Beschreibungen, Interviews und Geräuschkulissen einen Podcast gestaltet. Auch die Maturitäts-
arbeit von Tara O’Sullivan wurde prämiert. Sie setzte sich mit der Sterbehilfe und damit mit der Frage des eigenen Willens zum Tod auseinander. Berührt hat zudem die Arbeit von Julia Göggel. Sie hat ein Fotobuch über die Geschichte ihres Grossvaters gestaltet, der nach einem Traktorunfall eine Amputation des Unterschenkels vornehmen musste. Bregenzer richtete sich nach der Prämierung der Maturitätsarbeiten an alle Maturandinnen und Maturanden: «Lassen Sie sich feiern!» Und, wie den Gesprächen zu entnehmen war, stand genau das bei den meisten als Nächstes auf dem Programm.
Der Technik auf der Spur Freiluftspektakel mit Industriecharme MännerSache Knonau in Neuheim, Zug
Der Zirkus FahrAwaY war in Hausen zu Gast
Die unkonventionelle Zirkustruppe faszinierte die Besucher am Wochenende vom 2./3. Juli. Organisiert wurde der Anlass von der Kinder- und Jugendkommission.
Zehn Interessierte liessen sich durchs Depot für Technikgeschichte führen. (Bild zvg.) Zehn Interessierte trafen sich zur Veranstaltung der Männersache Knonau in Neuheim. Der Depotvertreter Lorenz Strickler begrüsste die Teilnehmer vor der grossen Ausstellungshalle. Das dreistöckige Gebäude wird seit 2009 als Zuger Depot Industriegeschichte genutzt. Mit vier Schwerpunkten: Feuerwehr, Industriegeschichte, öffentlicher Verkehr und Militärgeschichte. Die Führung durch die Fahrzeugsammlung begann mit einem der beiden Stars aus dem öffentlichen Verkehr. Der Orion, ältestes europäisches Nutzfahrzeug aus dem Jahre 1899, und in der Halle gleich am Eingang, wo Fahrzeuge aus allen Ausstellungskategorien gezeigt werden, verkehrte von 1904 bis 1913 als Bus mit zwölf Sitzplätzen zwischen Zug und Menzingen. Damals über Umwege, denn die Tobelbrücke wurde erst 1910 gebaut. Er ist wie die meisten Fahrzeuge im Depot funktionsfähig, man kann beispielsweise an den Tagen der offenen Tür eine Runde mit ihm fahren. Rasant ging es durch die riesige Sammlung. Zu den wichtigsten Exponaten hatte Lorenz detaillierte technische
Daten parat und wusste viele Episoden zu erzählen. Für den Brückenpanzer beispielsweise musste die Garage in den Berg erweitert werden. Der 43 Tonnen schwere Panzer mit seiner etwa 20 Meter langen Brücke war einfach zu gross für die Halle. Wenn er heute auf den grossen Vorplatz herausgefahren wird, muss die angrenzende Strasse gesperrt werden. Im Depot werden neun historische Feuerwehren gezeigt, unter anderem ein spezielles Ölwehrfahrzeug oder der mit einer Unzahl von Spezialanbauten versehene Rüstkraftwagen «Muni» aus dem Jahre 1957. Aus dem Bereich öffentlicher Verkehr beeindruckte besonders die Buskombination, bestehend aus Triebfahrzeug, Personenanhänger und Milchanhänger. Die Führung endete mit dem zweiten Highlight: dem Elefanten. Diese Strassenbahn löste den Orion im Jahr 1913 ab und verkehrte bis 1955 zwischen Zug und Menzingen oder Oberägeri. So konnten die Knonauer Männer beim abschliessenden Nachtessen in der Fahrzeughalle über eine Menge Erlebnisse sprechen. Mirko Windisch
Ein alter Lastwagen parkiert auf dem Parkplatz Chratz in Hausen, dahinter stand die Bühne, welche eine Landstrasse darstellte und auf beiden Seiten war die Tribüne aufgebaut. Mit dieser wunderbaren Open-Air-Kulisse präsentierte sich der Zirkus FahrAwaY den Besuchern. Zahlreich sind sie gekommen, um auch die kulinarischen Köstlichkeiten und Aktivitäten vor der Show zu geniessen. Die Kinder- und Jugendkommission der
Gemeinde Hausen (Kjko) hat das Theaterspektakel organisiert und für die Zuschauerinnen und Zuschauer vor und nach dem Spektakel Verschiedenes angeboten. Es gab Zuckerwatte, einen Schminkstand, Crêpe, Risotto, Popcorn und vieles mehr. Auch das Jugi-Team und das Kernteam vom Tante Emmer Laden haben engagiert mitgeholfen. Mit dem Beginn der Show «Ballett» wurde bald allen Zuschauern klar, dass es sich um eine sehr spezielle Tanzaufführung handelte. Keine anmutigen Tänzerinnen und Tänzer, sondern Spanngurte, Paletten und Vorschlaghämmer standen im Mittelpunkt des Programms. Die Artisten tanzten zwischen und mit den Paletten, spielten Domino und bauten Türme. Mit Livemusik aus
Grandiose Aufführung bei sommerlichem Wetter. (Bild zvg.)
abenteuerlichen Instrumenten wurden die zum Teil waghalsigen, absurden, aber auch poetischen Zirkuselemente virtuos und schräg begleitet. Die sieben Artistinnen und Artisten wirbelten mächtig Staub auf und begeisterten mit ihrem Programm viele Familien, Paare und Freunde des Zirkus. Zum Schluss der Show wurde die Gruppe, musikspielend, wieder in Paletten verpackt. Mit dem Pallettrolly transportierte der Hammermann die anderen sechs Artistinnen und Artisten mit viel Klamauk für die Weiterreise ab. Es waren zwei grandiose Aufführungen! Bei sommerlichem Wetter hat die Show mit viel Artistik, Poesie und solidem Handwerk Jung und Alt begeistert. Andrea Sidler
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Forum
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Anarchie im Wald, muss das sein? Ein Gedicht für ein respektvolles miteinander im Wald, zum Wohle von Fauna, Flora, Tier und Mensch. In den Wäldern gibt es Wege Dass man sich darauf bewege Neuerdings ist es zwar Mode Mittendrin man sich erhole Waldbesucher aller Art Jeder sich sein Weglein scharrt Für ein Wildtier welch ein Graus Fragt es sich, wer ist im Haus?! Mit Bikes fährt man querwaldein Fragt man sich schon, muss das sein? Grad so, wie die Anarchie Trauen würd ich mich das nie Offenbar sich nicht dran stört Dass er andere empört Tafeln stehn am Waldwegrand Weisser Punkt mit rotem Rand Allgemeines Fahrverbot Geh zu Fuss, ist hier Gebot Peter Rütimann, Jagdgesellschaft Mettmenstetten
Gewitterstimmung über Affoltern. (Leserbild Sylvia Limacher)
Das Credo des neuen Gartenrestaurants am Türlersee: Es muss schön sein, nicht praktisch Zum neuen Gartenrestaurant am Türlersee. Man sucht ihn vergeblich, den Charme des Gartenrestaurants am Türlersee. Wo einst Tische und Stühle auf leicht terrassierten Nischen zum Verweilen an der Sonne, im Schatten oder Halbschatten einluden, steht der Neubau auf einem Billigboden Marke «Wanderweg». Begrünung und Bepflanzung, ein ökologisches Gebot der Stunde, stehen nicht im Vokabular des Gartengestalters. Man hat dafür mit grossflächigen Sonnenschirmen geklotzt, die
tun, was sie halt so tun: Hitze stauen. Der Boden selbst weist ein beachtliches Gefälle auf. Bevor ich mich setze, muss ich mich entscheiden, wie ich das Gefälle ausgleiche: Vorlage? Rücklage? Oder soll ich den Schräghang meistern, indem ich den rechten, abwechslungsweise den linken Talski, ich meine Talschuh, konsequent belaste?
Abstieg wird zur Herausforderung Nun wage ich den Aufstieg über die Holztreppe, über die kurz geratenen Auftritte zur Ausgabe, suche und finde
diese, kaum 1,5 Meter breit, eingequetscht zwischen zwei tragenden Balken. «Function follows form», das Credo des Architekten? Frei übersetzt: Es muss schön sein, nicht praktisch.
Das Wirtepaar: Der einzige Grund zum Wiederkommen Nach der Bestellung plane ich den Abstieg über die hoffentlich nicht feuchtglitschige Holztreppe. Soll ich mich mit beiden Händen an das vollgeladene Servierbrett klammern oder mich mit der einen Hand am Handlauf absichern und
das Brett einhändig an den Tisch balancieren? Gerade noch schadenfrei am Tisch angekommen, wird mir bewusst, wie stark das Servierpersonal während eines Arbeitstages gefordert ist. Eigentlich möchte ich gar nicht mehr wissen, als ein grobes Fluchen eines Dauercampers an mein Ohr dringt. Der etwas beleibte Mann versucht verzweifelt, seinen Fäkalieneimer in der vorgesehenen Abwassernische zu entleeren. Geschätzte Breite des abschliessbaren Miniräumchens: 60 Zentimeter. Gefühlte Breite: Enger geht’s nimmer. «Scheisse, Scheisse ...!», ruft der überforderte Mann
mehrmals aus, und es macht Sinn. Ich verabschiede mich mit «bonjour tristesse» und überlege mir: «Will ich als erklärter Liebhaber des Türlersees diesen Holzkubus noch aufsuchen?» Mein klares Ja verdanke ich dem Pächterpaar und seiner Crew, das mit charmanter Gastfreundschaft die Gäste empfängt und diese mit schmackhaften, hübsch garnierten Speisen zu erschwinglichen Preisen verwöhnt. Das lasse ich mir auch zukünftig nicht nehmen. Hanspeter Merz, Aeugst
Bevölkerung bei Genossenschaften in guten Händen
Der Charme einer Baukantine
Trinkwasser nicht privatisieren, Kantonsrats-Kolumne vom 8. Juli.
Neues Campinggebäude am Türlersee.
Die Trinkwasser-Versorgung im Kanton Zürich ist schon längst als Aufgabe der politischen Gemeinde gesetzlich festgelegt und unterliegt fachlicher Kontrolle und Aufsicht des Kantons. Dazu braucht es keine neue Gesetzgebung. Wie die Versorgung mit Trinkwasser in den Kommunen organisiert wird, ist allerdings in der Kompetenz der Gemeinden. In unserem Bezirk gab und gibt es immer noch genossenschaftlich organisierte Wasserversorgungen. Nach der vorgeschlagenen Gesetzesänderung des Zürcher Kantonsrates sollen diese eigenverantwortlich agie-
renden Genossenschaften der Vergangenheit angehören.
Mehr Staat weniger Eigenverantwortung Nach wie vor grassiert der Glaube, die staatlichen Organe seien besonders geeignet, die Versorgung der Bevölkerung mit den lebenswichtigen Gütern zu versorgen. Es ist nicht einzusehen, warum funktionierende Versorgungsorganisationen wie genossenschaftlich organisierte Wasserversorgungen beseitigt werden sollen. In Affoltern hat man vor etwa drei Jahren, um ein Beispiel zu nennen, handstreichartig an einer Gemeindeversammlung, der privaten Wasserversorgung die finanzielle Kompetenz entzogen. Das Resultat:
Nach kurzer Zeit beschloss der Affoltemer Stadtrat die Erhöhung des Wasserpreises um 50 Prozent. Der Schreibende kennt die Gründe nicht. Als Genossenschafter wurde er dazu auch nicht befragt, es liegt nun in der Kompetenz des Stadtrates. Nachdem den finanziell engagierten Genossenschaftern zuerst die Entschädigung gekürzt und geändert wurde, wird nun eine weitere Enteignungsrunde durch einen steigenden Wasserpreis eingeläutet. Versorgungssicherheit der Bevölkerung ist bei privaten Anbietern gut aufgehoben. Die staatlichen Organe sollten sich auf eine zuverlässige Qualitätskontrolle konzentrieren. Staatsbetriebe sind nicht besser, aber teurer. Toni Bortoluzzi, alt Nationalrat SVP, Affoltern
Nostalgischer Etikettenschwindel Zum Kloster Kappel. Überall ist die Rede vom Kloster Kappel. Die reformierte Kirche verwendet seltsamerweise diesen Namen für ihr dortiges Zentrum, die Behörden sprechen im Zusammenhang mit der bevorstehenden Renovation davon, die Journalisten tun es ihnen nach. In Kappel gibt es kein Kloster. Es gab dort einmal während 300 Jahre ein Zisterzienserkloster. Seit fünfhundert Jahren existiert dieses nicht mehr, und von seinen ehemaligen Gebäuden stehen nur noch wenige, darunter die dem Kanton gehörende grossartige Kirche. Fast alle anderen Gebäude stammen aus der Zeit, als die Anlage der Stadt und dem Kanton Zürich, der Gemeinnützigen Gesellschaft und der reformierten Kirche gehörten. Kloster ist nostalgischer Etikettenschwindel und zeugt von der geistigen Verwirrung in
dieser Kirche. Unsere Zuger Nachbarn, die offenbar noch mit beiden Füssen auf dem Boden stehen, haben die Wegweiser konsequent mit «ehem. Kloster Kappel» angeschrieben.
Umweltfeindliche Mauer Immerhin hat die Kirchenpflege von Kappel kürzlich versprochen, unsere Dorf kirche nicht mehr Klosterkirche zu nennen. Dass nun mit elf Millionen Franken aus dem Lotteriefonds Kappel renoviert wird, ist erfreulich. Weniger erfreulich ist der Bau einer kropfunnötigen, hässlichen und umweltfeindlichen, angeblich ergänzenden Klostermauer. In Kappel gab es vielleicht vor über fünfhundert Jahren einmal eine Klostermauer. Kein Mensch weiss mehr, wo diese stand. Seither war Kappel Sitz des Zürcher Amtmanns, militärische Festung im französischen Stil, Armen-
Der Gemeinderat von Hausen mag sich auf die Schulter klopfen, was er mit dem neuen Campinggebäude geschafft hat. Ich hingegen bin von dem Gebäude mehr als enttäuscht. Verglichen mit dem alten Restaurant hat es nun den Charme einer Baukantine. Mir ist klar, dass man nicht wieder das Ambiente des alten Restaurants erwarten konnte, aber was man hier hingestellt hat, ist doch einfach lieblos. Im oberen Teil des Restaurants ist es ständig sehr laut, weil der Raum so stark hallt, dass man manchmal das eigene Wort nicht versteht. Das liegt zum Teil an dem «nackten» Betonboden, der kein Gefühl von Gemütlichkeit aufkommen lässt. Im unteren Teil ist es nicht ganz so laut, dafür sitzt man auf einem Kiesplatz, wo man sich nackten Fusses nicht hinwagen kann. Wenn
es dunkel wird, hat es dort nicht einmal eine Beleuchtung. Das ist ziemlich armselig, für ein neues Gebäude. Das neue Gebäude ist gefühlt doppelt so gross wie das alte, aber die Ausgabe am Kiosk ist noch halb so gross und erinnert an eine Schiessscharte. Ich frage mich ernsthaft, wo der Architekt sein Diplom gemacht hat. Es gibt bestimmt Leute, die das alles anders sehen, aber alle, die ich kenne (alles Stammgäste), teilen meine Meinung. Man hätte das mit etwas Mehraufwand liebevoller gestalten können. Es ist schade, dass da eine Chance vertan wurde. Wäre nicht das freundliche Pächterpaar (und der hervorragende Koch), welches sich seit Jahren alle Mühe gibt, wir würden gar nicht mehr dort essen. Vorher hatte man wunderbares Ambiente und gutes Essen. Jetzt hat man nur noch gutes Essen. Roland Kossen, Aeugst
anstalt, Zuchthaus und anderes mehr. Die Mauer, von der schöne Reste noch stehen und die man jetzt mit Beton «ergänzen» will, stammt aus dem 18. Jahrhundert und diente dazu, den Zürcher Amtmann vor den geplagten Bauern zu schützen. In Hausen hat man drei von ihnen, die protestierten, geköpft.
Hoffen auf die nächste Generation Kantonsrat Hans Finsler hat in letzter Minute versucht, den Unsinn dieser Mauer mit sauberen historischen Argumenten zu verhindern, leider fast ohne jede Unterstützung, gerade auch nicht von den Ämtler Kantonsräten. Jetzt wird die Betonmauer gebaut. Wir können nur darauf zählen, dass eine gescheitere zukünftige Generation sie wieder beseitigt. David Vogelsanger, Historiker, Kappel
Ein Graureiher am Türlersee. (Bild Albert A. Stahel, Hausen)
Gewerbe
«Klassenmusizieren»
Die Pilotklasse in Maschwanden hat eindrücklich demonstriert, was sie geschafft hat. > Seite 12
Dienstag, 12. Juli 2022
«Vierzgerfäscht»
Die Jahrgängerfeier in Wettswil geht in die nächste Runde – mit Comedy und Musik. > Seite 13
Schweizer Meister
BMX-Fahrer Tim Weiersmüller aus Obfelden triumphiert bei der U23-Elite. > Seite 16
Welche Tätigkeiten werden zukünftig wie erledigt? Das Innosuisse-Projekt «Future of Work» ermittelt den Bedarf in der Arbeitswelt Der Schweizer Arbeitsmarkt verändert sich dramatisch. Im Projekt «Future of Work» geht es darum, voraussagen zu können, welche Arbeitsaktivitäten in der Schweiz bei fortschreitender Automatisierung und Auslandsverlagerung künftig noch gefragt sein werden.
Vom Bund gefördert Im Rahmen des Innosuisse-Projektes «Future of Work – Future Readiness Prediction System for human-centered shift of work activities» entwickelt die FH Graubünden mittels künstlicher Intelligenz, welche Tätigkeiten zukünftig von Menschen in der Schweiz erledigt werden. Das Forschungsprojekt wird durch die Innosuisse, der Schweizerischen Agentur für Innovationsförderung des Bundes, gefördert. Das Ziel des Projekts gliedert sich in zwei Teilbereiche: Einerseits geht es darum, Voraussagen darüber zu treffen, welche Tätigkeiten automatisiert und somit künftig durch Maschinen durchgeführt werden. Zudem wird untersucht, welche Arbeiten durch Menschen irgendwo auf der Welt und welche weiterhin in der Schweiz erledigt werden können. Anderseits zielt das Projekt darauf ab, Ähnlichkeiten zwischen heutigen Berufen mit zukünftigen Tätigkeitsbereichen zu bestimmen. So können sich Erwerbstätige und junge Menschen in Ausbildung bei ihrer Laufbahngestaltung orientieren, indem sie erfahren, welche Kompetenzen in Zukunft in der Schweiz gefragt sein werden.
Differenzierte Analyse Die Analyse von Berufsbildern in Form von darin enthaltenen Arbeitstätigkeiten erfolgt mittels Methoden der künstlichen Intelligenz. Dazu werden laufend alle in der Schweiz geschalteten Stellenanzeigen analysiert. Die Bezie-
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Arbeitslosigkeit auf tiefem Niveau Die Arbeitslosenquote im Kanton Zürich lag im Juni bei 1,7 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen ist vor allem im Gast- und Baugewerbe gesunken. Gleichzeitig nimmt die Anzahl offener Stellen weiter zu, womit sich der Arbeitskräftemangel verschärft. Ende Juni waren 14 924 Personen bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) des Kantons Zürich als arbeitslos gemeldet. Das sind 955 Personen weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote sank im Juni von 1,8 auf 1,7 Prozent: ein Wert, der letztmals im Sommer 2001 unterschritten wurde. Auch im Bezirk Affoltern sank die Arbeitslosigkeit: Im Juni waren 458 Personen als arbeitslos gemeldet, im Mai waren es noch 479 Personen. Hauptgrund für diesen Tiefstwert im Kanton Zürich dürften die Nachwirkungen der Pandemie sein, wie die kantonale Wirtschaftsdirektion meldet. Während der Pandemie übten viele Unternehmen grosse Zurückhaltung bei der Personalrekrutierung. Danach folgte ein kräftiger wirtschaftlicher Aufschwung. Im Juni waren beim RAV 12 089 offene Stellen gemeldet. Am höchsten ist die Anzahl bei den Handwerks- und Baufachkräften (1709) sowie bei den Köchen und Servicekräften (1683). (red.)
Von Regula ZellwegeR Entwicklungen wie die zunehmende Automatisierung und Digitalisierung von Tätigkeiten sowie die Entwicklung von virtuellen Marktplätzen und flexiblen Erwerbsformen verändern den Arbeitsmarkt grundlegend. Faktoren wie die Corona-Pandemie, der Klimawandel, die demografische Entwicklung sowie geopolitische Faktoren beschleunigen diesen Prozess. Prognosen des Weltwirtschaftsforums WEF und von diversen Beratungsunternehmen gehen davon aus, dass 30 bis 50 Prozent der aktuell verfügbaren Jobs in naher Zukunft radikalen Veränderungen unterliegen oder komplett verschwinden werden. Diese Aussagen eröffnen aber noch keine Lösungen für die zukünftigen Herausforderungen im Arbeitsmarkt. Wie sollen Arbeitgebende und Arbeitnehmende mit diesen Veränderungen konstruktiv umgehen?
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Drohnenpilotenkurs für ehemalige LKW-Fahrer? Eine Idee, um sich für künftige Anforderungen zu rüsten. (Bild Pixabay) hung zwischen einem Beruf und seinen Tätigkeiten wird extrahiert. Diese rund 120 000 eindeutigen Tätigkeiten können in mehreren Berufen vorkommen. Cornel Müller, Mitgründer der jobchannel AG, einem Unternehmen, das über 200 Jobplattformen betreibt und monatlich rund 650 000 Stellensuchende mit allen offenen Stellen bedient, erklärt: «Solche Tätigkeiten sind beispielsweise Sitzungsprotokolle schreiben, Rekrutierungsgespräche führen oder Gemüse rüsten. Für jede dieser einzelnen Tätigkeiten wird ein Automatisierungs- und ein Auslandsverlagerungs-Index berechnet, um die Zukunftsfähigkeit für die Durchführung einer Tätigkeit in der Schweiz zu bestimmen.» Damit ist für Arbeitgebende und Arbeitnehmende ersichtlich, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass einzelne Tätigkeiten automatisiert oder zukünftig an einem anderen Ort erledigt werden.
Fachkräftemangel In unserer schnelllebigen Welt benötigen Arbeitnehmende und Unternehmen relevante Informationen, die eine vorausschauende Planung ermöglichen: Unternehmen, damit sie ihr Humankapital besser organisieren können und Individuen, damit sie ihre Laufbahn erfolgreicher planen können. Cornel Müller führt aus: «Wenn beide Seiten die Zukunft lediglich auf sich zukommen lassen und zu spät reagieren, werden sie einen sogenannten Mismatch, eine Nichtübereinstimmung von Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt, provozieren. Zunehmende Arbeits-
losigkeit und zugleich zunehmende Arbeiterlosigkeit sind die Folgen. Mit anderen Worten: Unternehmen erwarten Kompetenzen, die Arbeitnehmende nicht haben und Arbeitnehmende bieten Kompetenzen an, die Unternehmen nicht oder nicht mehr benötigen. Diesen Mismatch müssen wir unbedingt vermeiden.»
Vom LKW-Fahrer zum Drohnenpiloten Der Fachkräftemangel ist bereits jetzt bedrohlich. In diversen Branchen entgehen Unternehmen erhebliche Umsätze, weil sie mangels Fachkräfte nicht liefern können. «Diese Tendenz wird beispielsweise wegen der demografischen Entwicklung schlimmer, wenn wir nicht fundamental etwas ändern», so Cornel Müller. «Dieses Projekt ermöglicht der Schweizer Volkswirtschaft, die knappe Ressource Mensch gezielter zu positionieren, indem wir Berufe in deren Aufgaben analysieren und verstehen, welche dieser Aufgaben die wertvolle Ressource Mensch nicht mehr in der bisherigen Form erledigen muss.» Es gilt, frühzeitig auf die Veränderungen vorbereitet zu sein und entsprechende Weiterbildungsangebote zu kreieren. Cornel Müller gibt ein Beispiel: «LKW-Fahrer wird es in Zukunft fast keine mehr brauchen. Wir zeigen ihnen auf, dass für sie Weiterbildung zum Drohnenpiloten Sinn macht, weil viele der erforderten Kompetenzen bleiben, beispielsweise der Blick für Distanzen, Reaktionsfähigkeit und Freude an der Technik. Ein innovativer Weiterbildungsanbieter wird einen Drohnenpilotenkurs für ehemalige LKW-Fahrer
anbieten und ein grosser Transportunternehmer wird die Chance nutzen, den Kurs finanzieren und so seine zukünftigen Drohnenpiloten rekrutieren.»
Sich selbst zukunftsorientiert positionieren Dieses Projekt zeigt nur die gewünschte Wirkung, wenn die breite Öffentlichkeit darüber informiert ist. Es gilt, über die Medien und über relevante Multiplikatoren wie RAVs, Berufsberatungsstellen und Berufsverbände an Arbeitgebende und -nehmende zu gelangen. Dessen ist sich Cornel Müller bewusst: «Wir werden die Ergebnisse allen relevanten Zielgruppen in für sie geeigneten Tools und Informationspaketen zur Verfügung stellen. Arbeitnehmende werden die für ihre Laufbahn relevanten Zukunftschancen und Weiterbildungsmöglichkeiten abfragen können. Organisationen wie RAVs, Berufsberatung und Personaldienstleister werden unsere Tools nutzen, womit sie ihre Beratungsqualität zukunftsorientiert optimieren. Arbeitgebende werden aufgrund unserer Forschung ihre Prozesse betreffend Automatisierung und Auslandsverlagerung analysieren lassen können.» Es gilt für jeden Einzelnen, sich nicht über diese Veränderungen in der Arbeitswelt zu beklagen, sondern sich zu informieren, sich weiterzubilden und die Chance zu nutzen, in der Arbeitswelt – egal welche Funktion er aktuell einnimmt – die Nase vorn zu haben. Weitere Infos: www.jobchannel.ch/ innosuisse-projekt-future-of-work.
20 Mio. Franken für Lehrbetriebe Der Bestand des kantonalen Berufsbildungsfonds konnte im Pandemiejahr 2021 erhöht werden. Lehrbetriebe können also weiter mit gleichbleibenden Unterstützungsbeiträgen rechnen. Der kantonale Berufsbildungsfonds (BBF) entlastet Lehrbetriebe, indem er Beiträge an die Kosten der überbetrieblichen Kurse (üK), der Qualifikationsverfahren und der Kurse für Berufsbildnerinnen und Berufsbildner leistet. Im vergangenen Jahr wurden 14 Mio. Franken an die Kosten der Lehrbetriebe für üK ausbezahlt, damit entfielen rund zwei Drittel aller Ausgaben in diesen Bereich. Mit 5 Mio. Franken stellten die Qualifikationsverfahren den zweitgrössten Ausgabenposten dar. An die Kurse für Berufsbildnerinnen und Berufsbildner zahlte der BBF 0,9 Mio. Franken und 0,4 Mio. Franken gingen an innovative Projekte und Massnahmen für die Berufsbildung. Dazu gehörten etwa Anlässe der regionalen Berufsbildungsforen oder Interventionen gegen Lehrabbrüche. Die Einnahmen des BBF stammen von Arbeitgebenden im Kanton Zürich. Diese entrichten ein Promille ihrer Lohnsumme, wenn sie keine Lernenden ausbilden. Die Einnahmen fielen mit 4,3 Mio. Franken höher aus als budgetiert, wie die Bildungsdirektion mitteilt. Der Fondsbestand konnte um 5,4 auf 16,9 Mio. Franken aufgestockt werden. Das mache es möglich, die Beiträge an die üK vorläufig auf der bisherigen Höhe zu belassen, heisst es bei der Bildungsdirektion weiter. (red.)
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Vermischtes
Standortförderung in Vernehmlassung
Beste musikalische Zeugnisnoten
Dienstag, 12. Juli 2022
Konzert der jungen Musikanten des Projekts «Klassenmusizieren» in Maschwanden
Die Ziele und Grundsätze der Standortförderung im Kanton sollen gesetzlich verankert werden – mit administrativer Entlastung der Firmen. Die Vernehmlassung läuft bis zum 21. Oktober.
Sie gingen ein Jahr lang während zweier Stunden pro Woche mit einem Musikinstrument in die Schule. Am vergangenen Samstag präsentierten die Primarschüler der Maschwander Bevölkerung, was sie gelernt haben.
Der Kanton Zürich ist ein wettbewerbsfähiger Wirtschafts- und Innovationsstandort. Aktuelle geopolitische Entwicklungen, der stärker werdende Standortwettbewerb, Diskussionen um die Oecd-Steuerreform und das ungeklärte Verhältnis mit der Europäischen Union zeigen, dass die Herausforderungen zunehmen. Der Regierungsrat verfolgt eine Standortpolitik, die auf attraktive Rahmenbedingungen ausgerichtet ist. Dies mit dem Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu erhalten und weiter zu stärken. Im neuen Standortförderungsgesetz, das als Entwurf vorliegt, werden die wesentlichen Aufgaben, Ziele und Grundsätze der Standortförderung verankert. Sie bilden die Grundlage für bedürfnisgerechte und wirkungsvolle Massnahmen, damit die Standortförderung den wirtschaftlichen Entwicklungen Rechnung tragen kann. Aktuell ist die Unternehmensentlastung in einem eigenen Gesetz geregelt, soll aber nun in das Standortförderungsgesetz übergeführt werden. Dieses wird somit zum «Standortförderungs- und Unternehmensentlastungsgesetz», das geltende Gesetz zur administrativen Entlastung der Unternehmen und die dazugehörige Verordnung sollen aufgehoben werden. (red.)
von Martin Mullis Mit dem Projekt «Klassenmusizieren» sollen Primarschüler die Gelegenheit bekommen, zu prüfen, ob sie durch eine Grundausbildung und das Experimentieren mit einem Instrument nicht nur Talent zum Musizieren, sondern auch grundsätzlich Freude an der Musik erhalten. So besuchten seit knapp einem Jahr insgesamt 22 Primarschüler jede Woche während zweier Stunden mit einem von ihnen selbst gewählten Blasinstrument das Schulfach «Klassenmusizieren» (Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern vom 26. November 2021). Nachdem das Experiment nun abgeschlossen ist, war es natürlich logisch, dass die jungen Musiker das Gelernte auch ihren Eltern, Verwandten und Freunden zeigen wollten. So stand das Ensemble am letzten Samstagabend auf dem Schulhausplatz, voller Spannung und etwas zappelig vor lauter Nervosität. Immerhin spielten die Musik-Novizen das erste Mal vor Publikum. Die Tatsache, dass an den Festtischen gut und gerne 200 erwartungsvolle Besucher sassen, wirkte sich auch nicht gerade beruhigend auf das Herzklopfen der Schüler/-innen aus. Auch wenn die
Ein Ensemble von 22 jungen Blasmusikanten und 200 begeisterten Zuhörern. (Bild Martin Mullis) dargebotenen Stücke nicht unbedingt zu den schwierigsten Musik-Titeln gezählt werden dürfen, erhielten sie grossen Applaus.
Projekt soll fortgesetzt werden Die Dirigentin Christina Fuchs freute sich sichtlich über den Erfolg und erteilte ihren Schützlingen für die mu-
sikalische «Wiedergabe» der Musiknoten nur die besten Zeugnisnoten. Nach Abschluss des Projektjahres «Klassenmusizieren» ist vorgesehen, nach einer einjährigen Pause, diesen Unterricht zu wiederholen. Von den 22 jungen Musikerinnen und Musikern entschlossen sich neun Schüler, das Brückenangebot zu benützen und weiterhin unter professioneller Anleitung zu üben. Der Pro-
jektleiter Felix Fürer wertet es als grossen Erfolg, dass mit diesem Angebot so vielen jungen Menschen der Zugang zur Musik erleichtert werden kann. Natürlich freut sich auch der Musikverein Maschwanden, denn die neun jungen Musiker, welche nun ihre Freude und ihr Talent an der Musik entdeckten, dürften auch als Nachwuchs des Musikvereins herzlich willkommen sein.
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Veranstaltungen
Dienstag, 12. Juli 2022
Comedy, Musik Spiel und Spass Vom 2. bis 4. September findet in Wettswil das «Vierzgerfäscht» statt Denise Mändli, Chefin des Organisationskomitees, über das Festprogramm, die Neuerungen und über etwas ganz Wichtiges, das noch gesucht wird.
dann von den Gästen an den gekennzeichneten Orten zurückgegeben werden. Wir versuchen zudem, gezielt Foodwaste zu vermeiden. Ein Novum ist, dass wir den Festführer in einem Flyer anstatt wie bisher in einer mehrseitigen Broschüre herausgeben. Damit haben wir mit einem Politikum gebrochen und den Fokus stärker auf die Homepage verlegt. Danke an dieser Stelle unseren Sponsoren, die uns trotz oder vielleicht sogar wegen dieser umweltfreundlicheren Alternative unterstützt haben.
Denise Mändli, welches sind die Höhepunkte des «Vierzgerfäschts» 2022? Der erste Höhepunkt ist, dass das Fest nach zwei Jahren wieder stattfinden kann. Viele Leute aus der Region verbinden extrem viele Erinnerungen mit dem Fest, welches schon seit über 40 Jahren stattfindet. Am Freitagabend wird es 3-fach lustig: Rob Spence, Helga Schneider und Cenk bieten Humor-Fans einen einzigartigen und abwechslungsreichen Best-of-Mix. Tickets sind mit
Was gibt es denn für die jüngeren Gäste? Auch dieses Jahr wird es natürlich die Chilbi mit allen bekannten Spielen geben: Entenfischen, Schifflischaukel, Kinderschminken, Hüpfburg, Boot Camp und vieles mehr, werden Kinder begeistern. Aber wir haben uns auch noch zwei, drei neue Attraktionen einfallen lassen: z.B. das Bungee-Trampolin und das Radar-Torwand-Schiessen.
«Das Organisationskomitee arbeitet aber unter Hochdruck auf ein tolles Fest hin.» Denise Mändli
oder ohne Essen auf Eventfrog oder via 2022.vierzgerfaescht.ch/comedy-night/ erhältlich. In der Mobiliar-Bar gibt es am Freitag- und Samstagabend von DJs was auf die Ohren. Am Freitag heizt DJ Manolo und Samstag DJ Doobious den Partygängern so richtig ein. Tagsüber gibt es immer wieder kleinere Höhepunkte mit Konzerten, Tanzeinlagen, Gottesdienst, Alphornbläsern, etc. – das detaillierte Festprogramm ist auf unserer Homepage www.vierzgerfaescht.ch aufgeschaltet.
Denise Mändli leitet das Organisationskomitee des «Vierzgerfäscht». (Bild zvg)
Wie lautet das Motto des diesjährigen Fests? Es gibt kein offizielles Motto. Das ganze, eher kleine Organisationskomitee (OK), arbeitet aber unter Hochdruck auf ein tolles Fest hin. Bei der Abendunterhaltung setzen wir den Schwerpunkt neben der Comedy-Night auf die Gemütlichkeit und Geselligkeit. Ein gutes Gespräch bei einem Glas
Wein, einem Bier oder einem Mineral soll nicht nur tagsüber, sondern auch am Abend möglich sein. Auch die musikalische Unterhaltung fehlt nicht, wird den Abend im Festzelt aber nicht dominieren. Bei der Mobiliar-Bar können unsere Gäste sowohl drinnen als auch draussen den Abend geniessen und zu den Klängen von DJ Manolo und DJ Doobious abtanzen.
Ein Dorffest und Nachhaltigkeit, wie bringt man das in Einklang? Wir versuchen, bei verschiedenen Prozessen zu schauen, wo was möglich ist. Die 1979er haben das Thema das erste Mal angestossen und wir haben das wieder aufgenommen und weiterentwickelt. Das bedeutet, dass wir wie die 79er mit Mehrweggläsern, -tellern und -besteck arbeiten. Diese können
Was bedeutet die Mitarbeit am diesjährigen «Vierzgerfäscht» für Sie persönlich? Für mich war meine Mitarbeit im OK von Anfang an klar – und ich habe es nicht bereut. Nicht nur des Festes wegen, sondern auch, um neue Leute kennenzulernen. Und dieses Jahr hatten wir wirklich Glück. Wir sind zwar eine verhältnismässig kleine Truppe. Aber viele von uns arbeiten auch Ressortübergreifend mit, was den Zusammenhalt untereinander noch stärker macht. Zudem kann ich es nun kaum erwarten, mit meinen OK-Kolleginnen und -Kollegen und der Unterstützung zahlreicher freiwilliger Helferinnen und Helfer das Fest zu starten. Sind diese Helfer schon alle gefunden? Nein! Wir brauchen noch ganz dringend viele helfende Hände! Diese belohnen wir ab sechs Helferstunden mit einer Einladung zu unserer Helferparty. Interessierte können unter www. helfereinsatz.ch/de/vierzgerfaescht ihre Schichten aussuchen und reservieren. (red.) https://2022.vierzgerfaescht.ch.
Vier Elemente und dazu Elementares aus dem Dorf Die Aeugster Chilbi findet vom 26. bis 28. August statt Während drei Tagen wird das Dorf zu einer einzigen Festhütte. Das Programm ist breit gefächert. Erstmals gibt es eine Tombola.
tisch, dass so viele talentierte und engagierte Köchinnen, Bäcker und Gourmets für das leibliche Wohl der Chilbibesucherinnen besorgt sind.
Livemusik im Festzelt
Die traditionelle Chilbi in Aeugst, wird wie immer am Samstag mit Böllerschüssen um 13 Uhr offiziell gestartet. Bereits am Freitagabend findet jedoch auch dieses Jahr das sehr beliebte Klassentreffen für alle ehemaligen Schülerinnen und Schüler sowie für alle Lehrpersonen mit Jahrgang 2002 und älter statt. Bis dato sind 270 Anmeldungen beim Organisationskomitee eingegangen. Auf einen reichhaltigen Apéro folgt ein feines Nachtessen im Festzelt und ab 22 Uhr öffnet dann die ChilbiBar, die für alle festfreudigen zugänglich sein wird. Erstmals an der Aeugster Chilbi wird auch eine Tombola mit aussergewöhnlichen kostbaren Preisen organisiert. Lassen Sie sich überraschen.
Am Samstag erfolgen verschiedene Darbietungen, wie zum Beispiel eine Aufführung der «Dragondancer», oder der «Little Popstars». Am Abend wird die Band «101 Grad» um Urs Schneider aus Aeugst im Festzelt einheizen, sodass im Anschluss DJ Schami die Gesellschaft so richtig auf Hochtouren bringen kann. Der Barbetrieb wird am Freitag, wie auch am Samstag «open end» betrieben. Am Sonntagmorgen findet traditionellerweise der Gottesdienst statt, mit anschliessendem Kaffee und Zopf, der auch dieses Jahr wieder von der Kirchgemeinde offeriert wird. Danach wird der Chilbi-Betrieb wieder aufgenommen, bevor um 17 Uhr dann das Treiben ein Ende finden wird.
Attraktionen und «Foodstreet»
Helferinnen und Helfer gesucht
Neben den einzelnen Vereinsständen zu den vier Elementen Feuer, Erde, Wasser und Luft warten dann am Samstag und Sonntag, die traditionellen Attraktionen wie die Schiffsschaukel, das Torwandschiessen, das Harassenstapeln oder das Fallbrett auf die Chilbibesucher. Die von der letzten Chilbi 2019 her bekannte «Foodstreet» bietet dieses Jahr
Am Samstag stehen viele Attraktionen bereit. (Bild zvg.) fernöstliche, thailändische Köstlichkeiten, orientalische Fladenbrote, «Gluschtigs» vom Ofen und Grill oder Währschaftes vom Racletteöfeli. Der Durst kann mit einem erfrischenden «Blööterliwasser», einem kühlen Bier,
einem spritzigen Weiss- oder einem auserlesenen Rotwein gestillt werden. Ebenso kommt der Dessertmagen nicht zu kurz – Berliner, Krapfen, Galettes, Crêpes, Kuchen und Torten stehen im reichhaltigen Angebot. Einfach fantas-
Damit alle Aeugsterinnen und Aeugster und selbstverständlich auch alle anderen Chilbi-Gäste, die vier Elemente erleben können, sind wir nach wie vor auf viele helfende Hände angewiesen, auch im Vorfeld der Chilbi. Einfach melden bei chilbi@gmx.net. Romeo Geissberger
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Zwei Bands rocken die Birben-Bühne Am Donnerstag, 14. Juli, ab 19.30 Uhr, spielen auf der BirbenBühne in Bonstetten zwei Rockbands. Die Bar ist ab 18 Uhr offen. Die Winterthurer Band «The Rakuns» eröffnen den Abend mit ihrem psychedelischen Rock. Über ihre intensiven «Drum and Bass» legen sich frische «Synths», Gitarrenriffs und Gesang zu einer Musik, die das Publikum verzaubert und in Trance versetzt. Weiter geht es danach mit «Jarls», die verschiedenen Rockstilrichtungen ihren eigenen jazzigen Stempel hinzufügen. Sie mischen Progressive Rock mit verträumten Melodien, «Ambience» mit «Prog» und verarbeiten Träume zu mal ruhigem, mal treibenden Songs. (red.) Die Birben-Bühne des Vereins Rotenbirben, Rütistrasse 5, in Bonstetten. Anreise zu Fuss oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln empfohlen, da keine Parkplätze vorhanden sind.
Wer will mitsingen? Der reformierte Kirchenchor sucht Gastsängerinnen und -sänger für das Adventskonzert und den Weihnachtsgottesdienst. Wer gerne im Chor singt, vielleicht schon etwas Erfahrung und Freude an der Barockmusik hat, ist beim reformierten Kirchenchor an der richtigen Adresse. Denn der Chor sucht Gastsängerinnen und -sänger für ihr Projekt. Besonders gefragt sind Stimmen für den Sopran, den Tenor und den Bass. Die Teilnahme ist kostenlos und offen für jede Altersgruppe. Der Chor bietet ein ansprechendes Niveau, Stimmbildung, eine gesellige, angenehme Atmosphäre und ein gutes Arbeitsklima unter gleichgesinnten, motivierten Singenden sowie den geduldigen und enthusiastischen Chorleiter Rico Zela und ein Konzert mit grossartigen Solisten und Musikern. Die Proben finden ab 25. August jeden Donnerstag (ausser 29. September und 13. Oktober), von 20 bis 21.50 Uhr, in der Kirche Affoltern statt. Zudem findet vom 29. bis 30. Oktober ein Singweekend statt. Die Generalprobe wird am Samstag, 3. Dezember, von 13 bis 16 Uhr, über die Bühne gehen. Die Konzerte in der Kirche Affoltern finden am Sonntag, 4. Dezember, 17 Uhr, (Vorprobe 15 Uhr), und am Sonntag, 25. Dezember, 10 Uhr, (Vorprobe 9 Uhr), statt. (red.) Mehr Infos: Doris Habegger (Präsidentin), dohabegger@me.com oder 0792539308 Bei musikalischen Fragen: Chorleiter Rico Zela, 0797138503, ricozela@gmx.ch.
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Sport
Umgang mit Respekt
Lernen fürs Leben im SilatPlus in Hausen
Dienstag, 12. Juli 2022
Schweizer Meister der U23-Elite
Grosser Erfolg für BMX-Fahrer Tim Weiersmüller aus Obfelden Tim Weiersmüller fuhr am 2. Juli an den Schweizer Meisterschaften in Weinfelden der Konkurrenz davon und holte überlegen den Titel in der Elite-U23-Kategorie.
Konzentriertes «Arbeiten» bei den Kleinsten im SilatPlus. (Bild Thomas Stöckli)
Die indonesische Kampfkunst Perisai Diri wird vermittelt im SilatPlus in Hausen – und mehr als das, geht es Chantal Mattes doch auch um die Einhaltung von zwischenmenschlichen Regeln. Nächste Woche steht das Sommerlager auf dem Programm. Die Trommel ertönt und die Kinder bewegen sich im Rhythmus, reagieren prompt auf feine Dynamikwechsel. Am Freitagabend trainieren im SilatPlus in Hausen die Kleinsten. Anweisungen braucht es nicht viele. Auf Stichwort wissen die Kampf kunstschülerinnen und -schüler, was zu tun ist. Die Bewegungsabläufe sind klar. Und wenn nicht, werden sie erst ganz langsam erarbeitet und dann explosiv umgesetzt. Beim Perisai Diri geht es nämlich weniger um Kraft als um Technik und Schnelligkeit. Zwischen den «Arbeits»-Sequenzen plant Leiterin Chantal Mattes, Hausemer «Silat-Oberhaupt» und Gründerin des Kampfkunst- und Bewegungszentrums auf dem Weisbrod-Areal, auch immer wieder freies Spielen ein. «Das ist ganz wichtig, besonders bei den Kleinen», betont sie. Ebenso zum gewohnten Ablauf gehört die Meditation zu Beginn und zu Ende jeder Lektion.
Es sind nicht Tritte und Schläge, welche im Silat primär vermittelt werden, sondern Ausweichtechniken und Konter, welche die Eleganz dieser indonesischen Kampf kunst ausmachen. So geht es denn in der Ausbildung von Chantal Mattes nicht um Angriff, sondern um Verteidigung. Und auch das nur als letztes Mittel. Für eine Demonstration wird kurzerhand der Journalist eingespannt: Er soll drohend auf sie zugehen. Und wie reagiert sie? Mit einem energischen «Stopp!»-Schrei, unterstützt durch einen Sprung rückwärts und warnend-abwehrend erhobene flache Hand. Hauptsache ohne Gewalt. Nächste Woche beginnt im Silat die Sommerferienpause. Vom 16. bis zum 23. Juli steht allerdings noch das Sommerlager im Engadin auf dem Programm. Zwölf Schülerinnen und Schüler werden in zwei Gruppen – Kindergartenkinder bis Drittklässler sowie Jugendliche und Erwachsene – nach La Punt reisen und dort von 5 Trainerinnen und Trainern gestählt werden. Und natürlich wird auch hier die Wertehaltung ein Thema sein: Gegenseitiger Respekt im Umgang und das Einhalten von zwischenmenschlichem Respekt gehören zum Perisai Diri, wie es in Hausen gelehrt wird. (tst.) SilatPlus, Weisbrod-Areal, Hausen, silatplus.ch.
Für ein friedliches Miteinander Mountainbike-Kodex sensibilisiert mit sechs Verhaltensregeln. Immer mehr Freizeitbegeisterte teilen sich den Raum im Freien. Die Folgen davon sind eine starke Zunahme der Mountainbike-Unfälle und ein gesteigertes Konfliktpotenzial zwischen den verschiedenen Freizeitgruppen. «Einsteigerinnen und Einsteiger sind sich oft der Verhaltensregeln auf dem Mountainbike weniger bewusst, überschätzen die eigenen Fähigkeiten und tragen selten eine angemessene Sicherheitsausrüstung, weiss Simon Vonmoos, Präventionsexperte bei der Suva. Dadurch steigt die Verletzungsgefahr.
Abhilfe schaffen sechs Verhaltensregeln: Zeige Respekt: Grüsse und bedanke dich, gewähre Zufussgehenden den Vortritt; schütze dich: Trage Helm, Brille, Handschuhe sowie weitere Schutzausrüstung, warte dein Bike regelmässig; bleibe auf dem Weg: Respektiere Wegsperrungen und Fahrverbote, fahre keine Abkürzungen; trage Sorge zur Umwelt: Nimm Rücksicht auf Tiere und Pflanzen, schliesse Zaundurchgänge; hinterlasse keine Spuren: Vermeide blockierte Räder, nimm deinen Abfall mit; kenne deine Grenzen: Fahre konzentriert und vorausschauend; passe deine Geschwindigkeit der Situation und deinem Können an. (red.)
Wenn ein BMX-Fahrer jeden einzelnen seiner Läufe gewinnt, muss man nicht darüber diskutieren, ob der Sieg verdient ist. Und genau diese Dominanz hat Tim Weiersmüller an den Schweizer Meisterschaften bei der Elite U23 an den Tag gelegt. Der 20-jährige Obfelder hat sich damit souverän den Titel gesichert. Weiersmüller ist Mitglied des Pamo BMX Racing Teams und seit 2008 bei den BMX Zuger Racer. Sein bisher grösster Erfolg ist ein dritter Platz im Worldcup in Sakarya (Türkei) in 2021. Nachdem er eine Lehre als Geomatiker abgeschlossen hat, studiert er aktuell Sport in Magglingen und widmet natürlich jede freie Minute seiner Leidenschaft – dies mit grossem Erfolg. (red.)
Das Podest der Elite-U23-Kategorie mit Sieger Tim Weiersmüller (Mitte). (Bild zvg.)
Dritter Platz für die Junioren A+
FC Hausen: Zwei Da-Junioren zum Grasshopper Club berufen Weil die Kader einiger Juniorenteams des FC Hausen wegen der strukturellen Situation jünger waren als diejenigen der Gegner, setzte es einige Niederlagen ab. Aber nicht nur, wie die A+und Da-Junioren zeigten.
Nach einer guten Vorbereitung starteten die A+-Junioren des Fussballclubs Hausen mit viel Selbstvertrauen in die neue Saison. Aus den acht Spielen resultieren nur zwei Niederlagen gegen die beiden besten Teams. Nach dem positiven Verlauf freut sich die Mannschaft bereits auf die neue Saison. Die B-Junioren wagten nach einem erfolgreichen Herbst den Sprung in die erste Stärkeklasse. Das in der Vergangenheit erfolgreiche Team musste jedoch unten durch und büsste viele Niederlagen ein. Dazu waren teilweise bis zu neun Spieler verletzt abwesend. Für die neue Saison gilt: Aufstehen und nach vorne schauen. Die strukturelle Situation in der Juniorenabteilung des FC Hausen stattete das Kader der C-Junioren in diesem Frühling mit vielen jungen Spielern aus. Trotz eines tollen Jobs des Trainerteams, guter Trainingseinheiten und toller Leistungen mussten die Jungs lange auf den ersten Sieg warten. Zur grossen Freude stellte er sich beim letzten Spiel mit einem 15:6 gegen Wollishofen doch noch ein.
Der Ruf ins Kader von GC Das Da startete nach einem erfolgreichen Herbst neu in der 1. Stärkeklasse. Das Spielniveau war deutlich
Das neugegründete Db-Junioren-Team (am Ball) steigerte sich nach schwierigem Start kontinuierlich, der physische Unterschied ist offensichtlich. (Bild Marco Bisa) höher und die Kids fanden ihren Meister oft im Gegner. Die Trainer formten die Spieler aber laufend erfolgreich weiter, sodass sie am letzten Spieltag bei 35 Grad einen 0:4 Rückstand noch aufholten und einen Punkt gewannen. Der FCH konnte in der Saison 2021/2022 wiederum zwei Spieler des Da dem Grasshopper Club für das Förderprogramm Footeco übergeben. Das auf diesen Frühling neu gegründete junge Db stand vor einer schwierigen Saison und am Anfang gab es noch oft deutliche Niederlagen. Je länger die Saison dauerte, umso mehr gewöhnten sich die Kids an das D-Spielsystem und so konnten sie am 2. Juni den ersten Sieg in Birmensdorf feiern. Die E-Junioren kämpften auch in der zweiten Saison in der Pilotphase des Fussballkonzepts «Play More Football» wie wilde Löwen und zeigten ihre best-
50 Kinder haben die Judo-Prüfung bestanden
Im Budoclub haben die Nachwuchsjudoka ihr Können gezeigt Vor den Augen der zahlreich anwesenden Eltern und des Trainers, René Täuscher, haben die Kinder gezeigt, was sie gelernt haben. Vergangenen Samstag stellten sich knapp 50 Mädchen und Jungen den Gürtelprüfungen im Budoclub Wettswil. Vor den Augen der Eltern und des Trainers, René Täuscher, haben alle Kinder ihr Können erfolgreich gezeigt. Stolz dürfen nun alle den nächst höheren Gurt tragen. Die Judoschule in Wettswil besteht seit 2014. Dort können Kinder jeden Alters, Jugendliche und Erwachsene Wettkämpfe, allgemeine Fitness und Selbstverteidigung trainieren. (red.)
Das fleissige Trainieren hat sich gelohnt. Rund 50 Kinder haben ihre Gürtelprüfung bestanden. (Bild zvg.)
möglichen Leistungen. Nachdem die ersten beiden Meisterschaftsrunden wegen schlechten Wetters abgesagt werden mussten, konnten die weiteren Runden durchgeführt und mit grosser Freude die Weiterentwicklung vieler Spieler festgestellt werden. Die Kleinsten des FC Hausen erfreuten in den Trainingseinheiten mit ihrer unbeschwerten Lebenseinstellung den Trainerstaff in vollen Zügen. Die Grundlagen des Fussballs wurden vom Trainerteam vermittelt. Leider gab es für die F-Junioren im Frühling 2022 noch wenige Einsatzmöglichkeiten an Turnieren, da die Veranstalter von F-Turnieren noch zurückhaltend waren. Auf die neue Saison können wieder einige gut ausgebildete Kinder von der Fussballschule zu den E-Junioren wechseln. Marco Bisa, Martin Platter
Sport
Dienstag, 12. Juli 2022
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Der Hausemer Luca Schuler (links) zeigte nach seinem Rücktritt, dass er immer noch in Form ist. Wie der Mettmenstetter Andreas Isoz (Bild rechts), der einen Dreifachsalto (Bild Mitte) zeigte. (Bilder Luc Müller)
So sprunghaft ist der Sommer Die Freestyle Night in Mettmenstetten begeisterte die rund 2300 Besucherinnen und Besucher am Samstag An diesem Anlass fällt so manches wortwörtlich ins Wasser – und das ganz zur Freude der Anwesenden. Von Luc MüLLer Skischuhe statt Flipflops? Ski auf den Schultern statt ein Strandtuch? Wenn an heissen Sommertagen diese Konstellation auftritt – dann ist in Mettmenstetten richtig viel Spass angesagt. Wie am vergangenen Samstag, als einmal mehr die legendäre Freestyle Night über die Bühne, besser gesagt über die Skisprungrampe, ging. Auf den Wasserschanzen in der Anlage Jumpin trainie-
ren im Sommer die weltbesten FreestyleSkispringer, um in der Wintersaison mit so spektakulären Sprüngen wie möglich sauber im Schnee zu landen. Am Samstag, bei tollstem Sommerwetter, standen die Athleten vor allem zum Spass am Start, um zu zeigen, was sie sich im Training bisher so angeeignet haben. Richtig laut wurde es auf der gut besuchten Anlage, als der «one and olny», Andreas Isoz, hoch oben auf der Schanze sich anschickte, seinen Sprung sauber im Wasserbecken zu landen. Der Mettmenstetter, der für die Schweiz einmal an Olympischen Spielen teilnahm und viermal an Weltmeisterschaften, begeisterte die Zuschauerinnen und Zuschauer am Beckenrand mit
einem dreifachen Salto. «Und das in seinem Alter», wie die Speakerin anerkennend in die Runde rief. «Ich bin jetzt 38-jährig. Mein Rücktritt vom professionellen Wettkampfsport liegt schon acht Jahre zurück. Einen Dreifachsprung habe ich schon lange nicht mehr gemacht», erklärte der Aerials-Meister nach dem tropfenden Ausstieg aus dem Becken. «Ich muss mich mental sehr gut vorbereiten, dann funktioniert das.»
Ukrainerinnen im Training Auch ein weiterer Lokalmatador, Luca Schuler (24) aus Hausen, begeisterte das Publikum. Der jüngste OlympiaAthlet von Sotschi 2014 schaut auf 33
Von der Wasserschanze zeigte Luca Schuler (Bild unten) wie seine Kolleginnen und Kollegen tolle Sprünge.
Weltcup-Starts und drei Podestplatzierungen auf höchster Wettkampfstufe sowie einen Junioren-Weltmeistertitel zurück. Erst kürzlich ist er zurückgetreten. «Ich bin ja nicht mehr voll im Wettkampfmodus», sagte er am Samstag. «Aber ich werde diesem Sport immer verbunden bleiben. Ich habe immer noch viel Spass dabei», so Schuler. Im Final der Freeskier siegte Luca Schuler. Im Final Aerials der Männer stiess Andreas Isoz bis in den Halbfinal vor. Unterhalb der Wasserschanze hing eine ukrainische Flagge. Andreas Isoz betreibt das Jumpin in Mettmenstetten, wo regelmässig auch Athletinnen und Athleten aus der Ukraine trainieren. Derzeit ist dies das Juniorinnenteam,
das auch unter Mithilfe von Andreas Isoz aktuell in Tenero TI wohnt. Aber dreimal in der Woche üben sie hier in Mettmenstetten. Die Frauen starteten vor Kriegsausbruch in ihrer Heimat an der Juniorinnen-EM in Italien und trainierten danach in Tenero. «Sie sind wegen des Krieges gleich in der Schweiz geblieben», sagt Andreas Isoz. Die Rangliste: Final Freeski: Luca Schuler (Sieger) gegen Noe Roth, Halbfinals: Conor Curran gegen Noe Roth und Primin Werner gegen Luca Schuler. Final Aerials Männer: Pirmin Werner (Sieger) gegen Noe Roth, Halbfinals: Noe Roth gegen Cyrill Schär und Andreas Isoz gegen Pirmin Werner. Final Aerials Frauen: Emma Weiss (Siegerin) gegen Alexandra Bär. Final BMX: Vincent Mattes (Sieger) gegen Pit Bossert.
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