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Vermischtes

Donnerstag, 30. April 2015

Rot sehen heisst Potenzial erkennen EnergieRegion Knonauer Amt und Eco-mobil on Tour (1): Der Solarkataster Der Solarkataster des Knonauer Amts ermöglicht der Bevölkerung, das Solarpotenzial jedes Dachs zu erfahren. Das Kataster wurde 2008 von den Ämtler Gemeinden im Rahmen der Standortförderung in Zusammenarbeit mit Meteotest erstellt. Die EnergieRegion Knonauer Amt bezweckt nicht nur das Sparen von Energie, sondern auch nachhaltige regionale Stromproduktion. ................................................... von bernhard schneider und lars heinzer Gemäss dem Solarkataster verfügen die Dachflächen unserer Region über eine Gesamteinstrahlung von 2554 Gigawattstunden. Auf dem Weg von der Sonne zur Steckdose geht trotz hoher Wirkungsgrade einiges verloren, doch auch nach allen Abzügen könnte man rund die Hälfte des für 2050 prognostizierten Energiebedarfs im Knonauer Amt (ohne Verkehr) mit Solarenergie decken.

Ein Rechnungsbeispiel Das Dach eines Wohnhauses in Ottenbach, das nicht einmal direkt nach Süden ausgerichtet ist – der Winkel zur Nord-Süd-Achse beträgt 25 Grad – und eine Dachneigung von 35 Grad aufweist, erzielt mit seiner Fläche von 35 Quadratmetern auf der Sonnenseite gemäss Solarkataster einen durchschnittlichen Jahresertrag von 5449 Kilowattstunden. Dies entspricht dem Heizwert von Innovativ und der Zeit einen Schritt voraus: Sonnenenergieanlage auf einem Wohnhaus in Ottenüber 450 Liter Erd- bach. (Bild Erika Schmid) öl und würde ausben hat», sagt Olivier Hofmann, der reichen, um rund um die Uhr Licht Alle Infos per Mausklick Präsident des Vereins EnergieRegion und Geräte mit einem Energiebedarf von 600 Watt zu betreiben. Der Solarkataster zeigt auf Mausklick Knonauer Amt. Mittlerweile sind auch den Zonenplan, den Situations- schweizweit Solarkataster geplant. Mit plan, das Luftbild oder den Ortsplan. den Daten aus dem Solarkataster werAus der Vogelperspektive lässt sich die den versuchsweise in Aeugst die Hausenergetische Zukunft ergründen. Die halte angeschrieben mit InformaVielzahl von Informationen erlaubt tionen zu Investitionskosten, Einspeieinen spielerischen Zugang: Welches severgütung und Steuereinsparungen. Haus kann am meisten Energie erzeu- Weitere Versuchsreihen werden etwa gen? Welche Exposition lohnt die In- in Knonau durchgeführt, wo das EKZ 95 Gramm pro Kilometer. Dazu gevestition in Fotovoltaik am meisten? den Einfluss von Solarenergiegewinhören einerseits Fahrzeuge mit neuDer Kataster ist gleichzeitig für Archi- nung auf Wohnhäusern auf die Stabilien Antriebstechnologien wie Elekttekten und Ingenieure ein hervorra- tät des Stromnetzes untersucht. ro-, Hybrid- und Erdgasautos, andegendes Planungsinstrument. rerseits aber auch sehr energieeffiziDer Solarkataster für das Knonauente Benzin- und Dieselautos. Ebener Amt wendete die Technologie erst- Ambitioniertes «Leuchtturmprojekt» falls zu den Eco-Mobilen zählen mals für eine ganze Region an. «Dies Die Erstellung des Solarkatasters war elektrische Kleinmotorfahrzeuge spricht für die hervorragende Zusam- ein Schritt im Rahmen des ambitiound E-Scooters. menarbeit der einzelnen Gemeinden nierten «Leuchtturmprojekts» Knonauim Kontext der Standortförderung, er Amt. Wie kam das Säuliamt zu diewie sie vor allem der damalige Stand- ser einmaligen Positionierung in der Alle Angaben dazu: www.eco-mobil-on-tour.ch. ortförderer Charles Höhn vorangetrie- nationalen Energiediskussion? 2008

Eco-mobil-on-tour, am 29. und 30. Mai in Hedingen «Eco-Mobil on Tour» heisst die Ausstellungsserie, mit der EnergieSchweiz gemeinsam mit regionalen Partnern und Fachleuten von den Verbänden e’mobile, gasmobil und NewRide der Schweizer Bevölkerung energieeffiziente zwei- bis vierrädrige Fahrzeuge näherbringen will. Als Eco-Mobile gelten Personenwagen der Energieeffizienzkategorie A mit einem CO2-Ausstoss von höchstens

hat eine Arbeitsgruppe eine Studie zur Möglichkeit eines energieautarken Knonauer Amts lanciert. Die Experten kamen zum Schluss, dass eine Autarkie zumindest nicht unerreichbar sei. Diese negativ formulierte Erkenntnis wollten die Ämtler Gemeinden, unterstützt von regionalen Unternehmen, in eine positive Aufbruchsstimmung umwandeln. Die «EnergieRegion Knonauer Amt» wurde geboren und konnte in kürzester Zeit einige Erfolge vorweisen: Räumliche Energieplanungen für alle 14 Gemeinden wurden erstellt, eine Energieberatungsstelle geschaffen, verschiedenste Veranstaltungen zum Thema durchgeführt und eben auch ein Solarkataster erstellt. Obschon das Säuliamt nicht gerade als Sonnenstube der Schweiz bekannt ist, wurde vor allem auf Sonnenenergie und ihr Potenzial fokussiert. Weitere Projekte sind in den Bereichen Biogas, Holz und Wasserkraft geplant.

Autobahn als Solarkraftwerk Ein besonders ambitioniertes Projekt ist die angedachte Überdachung der A4 mit Solarzellen. Das A4KW-Projekt ist bislang nur eine Idee, doch im Wallis geht ein erster Pilotversuch mit einer überdachten Autobahn nun in die Startphase. «Das Knonauer Amt ist Nummer zwei auf der Liste», erklärt Olivier Hofmann und ergänzt: «Wenn das Waliser Projekt ein Erfolg wird, steht unser Projekt als nächstes auf der Traktandenliste.» Mit dem A4KW könnte mehr als ein Viertel des für 2050 prognostizierten Energieverbrauchs zusätzlich gedeckt werden. Das Knonauer Amt wäre dann nicht mehr nur vorbildlicher Sparer von fossilien Brennstoffen, sondern würde gleichzeitig zu einem wichtigen Produzenten von Solarstrom. Solarkataster abrufen unter energieregion-knonaueramt.ch/solarkataster.html.

Mit 12 Interclub-Teams ins Jubiläumsjahr Der Tennisclub Wettswil ist 40 Jahre jung und gedeiht prächtig Zu seinem 40. Geburtstag, den er 2015 feiern kann, präsentiert sich der Tennisclub Wettswil (TCW) in blendender Verfassung. Dank der Rekordzahl von zwölf Interclub-Teams bietet er einem grossen Teil der Mitglieder die Möglichkeit, Wettkampftennis und Geselligkeit zu kombinieren. Und mit Jenny Dürst hat erstmals ein Clubmitglied die N-Klassierung erreicht. Der Spagat, sowohl sportlich ambitionierten als auch eher «plauschorientierten» Spielerinnen und Spielern attraktive Bedingungen zu bieten, stellt die Clubverantwortlichen des TCW vor einige Herausforderungen, denen sie in diesem Jahr unter anderem mit einer Aufstockung der Anzahl Interclub-Teams begegnet sind. Bei fünf Plätzen ist damit wohl die Kapazitätsgrenze erreicht und die Spielkommission mit dem neuen Vorstandsmitglied Christian Moser sowie Guido Baumann und René Moser organisatorisch gefordert.

Bewährungsprobe für 1. Mannschaft «Aushängeschild» ist die 1.-Liga-Mannschaft Herren Aktive, die sich aus den stärksten Spielern des TC Wettswil und des TC Säuliamt zusammensetzt und in diesem Jahr turnusgemäss unter der TCW-Flagge antritt. Das Team

Sie bilden das «Flaggschiff» des TCW: von links Raphael und Adrian Schalbetter, Thibault Gagnaux, Dominique Gilli, Captain Guido Baumann und Fabiann Hubmann (nicht im Bild sind Felix Möhle und Nicolas Schärer). (Bild zvg.) hat einen kleinen Rückschlag zu verkraften, da die letztjährige Nummer 1, Dominique Gilli, verletzungsbedingt ausfällt. Zum Glück haben sich andere Spieler weiter verbessert, so Fabian Hubmann, der neu R3-klassiert ist. Auch Adrian Schalbetter spielte im Winter stark und verpasste die R3Klassierung nur knapp. Die Zielsetzung «Ligaerhalt» von Captain Guido Baumann ist vor diesem Hintergrund sicher realistisch. Baumann, trotz Seniorenalter mit Abstand Bestklassierter seines Teams, versteht sich als Coach und möchte als «alter Sack» (Eigenqualifikation) nur noch im Notfall selbst auf dem Platz antreten.

Aufstiegschancen darf sich das in der 2. Liga spielende, ebenfalls von Guido Baumann trainierte Team 1 der Damen Aktive ausrechnen, das mit vier R5- und zwei R6-klassierten Spielerinnen sehr ausgeglichen besetzt ist. Tendenziell ebenfalls nach oben orientieren können sich das 1.-Liga-Team 35+ mit Captain Thierry Bühler sowie Sergio Catellanis 2.-Liga-Senioren 45+. Nicht zu unterschätzen sind Andrian Mäders Herren 35+, die im letzten Jahr in die 2. Liga aufgestiegen sind und sich mit Robert Knop verstärken konnten. Der auf diesem Niveau schwer besiegbare Peter Künti wird allerdings von Verletzungssorgen

geplagt, sodass sein Einsatz unsicher ist. Die übrigen drei Damen- und vier Herrenteams dürften sich primär ein gutes Abschneiden innerhalb ihrer Gruppen zum Ziel setzen.

Jenny Dürst weiter im Aufwärtstrend Jenny Dürst ist als stärkste TCW-Spielerin mangels ähnlich gut klassierter Kameradinnen im Interclub leider nicht für den TCW am Start. Rechtzeitig zum 40-Jahre-Jubiläum des TCW hat das Nachwuchstalent aber einen weiteren Schritt Richtung nationale Spitze gemacht: In der neuesten Rangliste von Swiss Tennis hat sie es als

Nummer 72 erstmals in den Kreis der N-Spielerinnen geschafft. Die kontinuierliche Aufbauarbeit der letzten Jahre und die Ausrichtung auf Spitzentennis haben damit sichtbare Früchte getragen. Seit Sommer 2014 besucht Jenny die United School of Sports in Zürich, die talentierten Nachwuchssportlern verschiedenster Disziplinen optimale Bedingungen für die Kombination von Ausbildung und Spitzensport bietet. Als aktuelle Nummer 1666 im Ranking der International Tennis Federation ITF schlug sie zuletzt am U18-Turnier in Antalya (Türkei) zwei klar besser klassierte Spielerinnen – mit den ITF-Nummern 1300 und 580 – bevor sie gegen die Nummer 300 knapp verlor. Der Aufwärtstrend der 16-Jährigen hält somit an.

Jubiläumsfest als Saisonhöhepunkt Zum Jubiläumsjahr sind verschiedene Anlässe geplant, darunter als Höhepunkt ein grosses Jubiläumsfest am 27. Juni, in dessen Rahmen auch ein Exhibition-Match mit Schweizer Topspielern stattfinden wird. Sorgen bereitet dem Vorstand und der Tennisschule angesichts der steigenden Mitgliederzahlen und der boomenden Juniorenabteilung die abnehmende Dichte an Hallenplätzen in der Region. Eine Projektgruppe «Zukunft des TCW» soll mögliche Strategien aufzeigen, um den Clubmitgliedern auch in Zukunft optimale Bedingungen zur Ausübung des Tennissports zu bieten.

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