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Fundamente Teil 1: Die Liebesgeschichte Gottes – Gottes Rettungsplan fßr die Welt


Fundamente Teil 1: Die Liebesgeschichte Gottes – Gottes Rettungsplan für die Welt

TOS Verlag • Tübingen


© 2009 TOS Verlag (TOS GmbH) Eisenbahnstr. 124, 72072 Tübingen, www.tos-verlag.de Fundamente Teil1, ISBN: 978-3-9812441-2-0, Best.-Nr.: 880712 Fundamente Teil2, ISBN: 978-3-9812441-3-7, Best.-Nr.: 880713 Fundamente Teil3, ISBN: 978-3-9812441-4-4, Best.-Nr.: 880714 Fundamente Teil 1-3, ISBN: 978-3-9812441-6-8, Best.-Nr.: 880716 Die Bibelstellen sind folgenden Übersetzungen entnommen: Hoffnung für alle®, Copyright© 1983, 1996, 2002 by International Bible Society®. Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Verlags. Sowie der Lutherbibel, revidierter Text 1984, durchgesehene Ausgabe in neuer Rechtschreibung, © 1999 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart. Layout: Stefan Gärtner, Hannah Dißelhorst Umschlaggestaltung: Matthias Kletzsch Herstellung: Schönbachdruck


Inhaltsverzeichnis Einleitung Vorwort von Jobst Bittner I Gebrauchsanleitung II Praktische Anleitung zur Arbeit mit diesem Buch III Praktische Einleitung in das Wort Gottes IV Bibel-Leseplan VIII

Fundamente Teil 1: Die Liebesgeschichte Gottes - Gottes Rettungsplan für die Welt 1. Der Vater im Himmel und sein Masterplan Du bist gewollt!

1

a) b) c) d)

Was ist der „Sinn des Lebens“? Der Plan Gottes mit dem Menschen Der Vater im Himmel Zusammenfassung

2 3 5 8

2. Die zerstörerische Macht der Sünde Die globale Katastrophe

11

a) b) c) d) e)

12 14 16 18 21

Was ist Sünde? Die Konsequenzen der Sünde Zusammenfassung Die typische Sünde: Stolz, Unabhängigkeit und Rebellion Der Preis der Sünde

3. Jesus Sohn Gottes – Retter – Herr

23

a) b) c) d) e) f) g)

24 26 28 31 33 34 35

Wer ist Jesus von Nazareth? Was war der Auftrag Jesu? Kreuzigung, Auferstehung und Himmelfahrt Jesus heute Jesus kommt Zwei Hymnen über Jesus Zusammenfassung


4. Die Entscheidung Wie wird man Christ?

37

a) Der Ruf in die Nachfolge b) Der Preis der Nachfolge c) Den Preis 端berschlagen d) Glaube und Bekehrung e) Wiedergeburt f) Kennzeichen von Wiedergeburt g) Erstes Ergebnis von Wiedergeburt: Sie werden Kind Gottes h) Zweites Ergebnis von Wiedergeburt: Ewiges Leben i) Zusammenfassung j) Der erste Schritt

38 39 40 42 44 45 47 49 51 59


Einleitung

I

Vorwort „Und sie blieben ein ganzes Jahr bei der Gemeinde und lehrten viele ...“ (Apg. 11,26) In den über 20 Jahren der TOS-Dienste konnten wir immer beobachten, dass die richtigen Fundamente eines Glaubensgrundkurses wesentlich darüber entscheiden, wie ein Christ als Nachfolger Jesu lebt, ja, ob er überhaupt das Ziel erreicht und den „Siegeskranz“ ergreift! Ich habe immer wieder festgestellt, dass siegreiche und fruchtbare Jünger Jesu nur diejenigen werden, die wirklich bereit sind, sich durch einen Glaubensgrundkurs persönlich herausfordern und lehren zu lassen. Nicht ohne Grund war die Lehre eine der Grundlagen bei den Christen der ersten Gemeinden und ein wesentliches Element ihrer Jüngerschaft. Wir führten in den TOS Diensten von Anfang an regelmäßige Glaubensgrundkurse durch, die die Grundlage dieses Arbeitsheftes bilden. In diesen Kursen wurde bei zahlreichen Teilnehmern ein stabiles Glaubensfundament gelegt, dass bis heute viele begeistert hat. Stefan Haas hat diese Kurse in hervorragender Weise zusammengefasst. Er ermöglicht dem Einzelnen die zuhörende Position eines Schülers zu verlassen und mit einem hohen Maß an Eigenverantwortung zu einem Studierenden zu werden. Dabei sollte der Studierende von einem Mentor begleitet werden, der ihn bei Fragen und im persönlichen Gebet unterstützt. Diese Arbeitsbücher „Fundamente“ werden für viele eine entscheidende Hilfe sein, biblische Fundamente in ihrem Leben zu legen, auf denen sie fest und sicher stehen und ein siegreiches Leben als Christ leben können. Ich wünsche Ihnen, dass es für Sie zu einer Quelle des Segens wird. Jobst Bittner


II

Einleitung

1. Gebrauchsanleitung Dieser Glaubensgrundkurs soll Ihnen helfen, ein gutes Fundament als Christ zu bekommen, damit Sie so schnell wie möglich soviel wie möglich von den Verheißungen Gottes in Ihrem Leben erleben können. Deshalb raten wir Ihnen, sich genügend Zeit zu nehmen und die Aufgaben sorgfältig zu bearbeiten. Wenn Sie jeden Tag ca. 30 Minuten einplanen, dann müssten Sie damit gut zurechtkommen. Die Aufgaben bestehen aus folgenden Teilen: 1.) Pro Woche wollen wir uns ein Kapitel des Glaubensgrundkurses vornehmen. Wenn Sie also jeden Tag etwa einen Unterpunkt eines Kapitels behandeln, dann haben Sie innerhalb einer Woche leicht ein Kapitel durchgearbeitet. Wenn Sie sich jeden Tag diese ca. 30 Minuten einräumen, hat das einen beabsichtigten NebenEffekt: Sie üben einen Lebensstil ein, sich jeden Tag mit dem Wort Gottes zu beschäftigen. Schon alleine damit erreichen Sie ein wichtiges Ziel des Glaubensgrundkurses! Darum empfehlen wir Ihnen, die Hausaufgaben nicht in einem Rutsch kurz vor dem nächsten Treffen zu machen, sondern Tag für Tag in kleinen Portionen. 2.) Bitte nehmen Sie sich die Zeit, alle angegeben Bibeltexte in Ihrer eigenen Bibel nachzuschlagen und sie dort noch einmal zu lesen. Das bewirkt nämlich, dass Sie sich innerhalb kurzer Zeit in Ihrer eigenen Bibel zurechtfinden werden! Und das ist ebenfalls ein wichtiges Ziel dieses Glaubensgrundkurses. 3.) Zu den Hausaufgaben gehört noch ein weiterer Punkt: Lesen Sie jeden Tag ein Kapitel in Ihrer Bibel. Wir beginnen mit dem Lukasevangelium (Siehe Bibelleseplan auf Seite VIII).

Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei diesem Kurs und ein stabiles Fundament für Ihr Leben.


Einleitung

III

2. Praktische Anleitung zur Arbeit mit diesem Buch Der Schwerpunkt dieses Buches liegt - wie gesagt - darin, dass Sie sich anhand des Wortes Gottes und mit Hilfe der Fragen selbst Grundlagen erarbeiten. Damit dieses Selbststudium richtig effektiv wird, möchten wir Ihnen hier noch eine ganz praktische Anweisung geben: Die Aufgaben sollen Ihnen helfen, den entscheidenden Punkt in den jeweiligen Bibelversen herauszufinden. In jedem der Bibelverse steckt also eine Antwort auf die Fragen. Daher einfach als Idee: Nehmen Sie z.B. verschiedenfarbige Neonstifte zur Hand (für jede Frage eine Farbe) und streichen Sie in jedem Vers das entscheidende Wort an. Beispiel Zur Frage „Wer ist Jesus von Nazareth?“ (S. 43) •

Markus 1,1 (HfA) (1) Dies ist die rettende Botschaft von Jesus Christus, dem Sohn Gottes.

Markus 14,61+62 (HfA) (61) Aber Jesus schwieg. Da stellte ihm der Hohepriester eine weitere Frage: „Bist du Christus, der Sohn Gottes?“ (62) „Ja, der bin ich“, antwortete Jesus. „Ihr werdet den Menschensohn an der rechten Seite Gottes sitzen und auf den Wolken des Himmels kommen sehen.“

 Aufgabe: Wie wird Jesus im Wort Gottes genannt? Was sagt das Wort Gottes über die Frage, wer Jesus ist? Nehmen Sie einen Farbstift und markieren Sie so wie oben die entscheidenden Antworten. Bei der nächsten Frage nehmen Sie eine andere Farbe. Wenn Sie die Texte so durchgearbeitet haben, dann versuchen Sie anhand der Bibelstellen, die Fragen in einem eigenen Heft o.ä. zu beantworten.


IV

Einleitung

3. Praktische Einleitung in das Wort Gottes Hier wollen wir Ihnen einen kurzen Überblick und eine praktische Einleitung in Ihre Bibel geben. Ein wichtiges Ziel dieses Glaubensgrundkurses ist es auch, dass Sie mit Ihrer Bibel vertraut werden. Darum einige grundlegenden Infos über die Bibel: 1. Die richtige Bibelübersetzung Die richtige Bibelübersetzung zu wählen ist sehr wichtig. Manche machen folgenden Fehler: Aus einem völlig bibelfremden Hintergrund kommend greifen sie – wenn sie dann anfangen, sich für die Bibel zu interessieren – nach der Bibel der verstorbenen Urgroßmutter, die noch irgendwo im Regal steht. Die ist dann im Lutherdeutsch von 1663 und dazu noch in altdeutscher Schrift. Nun ist manches ohnehin erstmal fremd, wenn man sich in der Bibel gar nicht auskennt. Wenn man dann noch in altdeutscher Schrift (wo man zunächst nicht weiß, ob es jetzt „Luft“ oder „Lust“ heißt) und dazu noch in einer uralten, weltfremd klingenden Übersetzung liest, dann kann man schnell Luft und Lust daran verlieren. Darum empfehlen wir Ihnen sehr, sich folgende Bibel anzuschaffen: •

„Hoffnung für alle“, Brunnen Verlag. Diese gibt es in verschiedenen Designs, z.B. ISBN 3-7655-6051-0 zum Preis von 9,95 €. Diese „Trend-Edition“-Ausgabe ist sehr handlich und zum Mitnehmen geeignet (ca. 10 x 15 Zentimeter), hat aber den Nachteil, dass manche die Schrift als zu klein empfinden.

Bibeln in der „Hoffnung für alle“-Übersetzung gibt es auch etwas größer für ca. 15,- Euro. Angenehmer zu lesen, passt aber nicht mehr in jede Handtasche.

Diese „Hoffnung für alle“-Übersetzung ist modern, gut und kraftvoll. Sie ist der ideale Einstieg für den Newcomer-Bibelleser. Diese Bibel kann man in den meisten Buchhandlungen kaufen bzw. bestellen. In diesem Glaubensgrundkurs werden zwei Bibelübersetzungen verwendet: Die revidierte Lutherübersetzung von 1984 (gekennzeichnet mit „LÜ“) und die „Hoffnung für alle“ (gekennzeichnet mit „Hfa“).


Einleitung

V

2. Die grobe Einteilung der Bibel Und nun eine kurze Einleitung, damit Sie einen Überblick über dieses wunderbare Buch bekommen: Die Bibel hat eine grobe Zweiteilung: • Das Alte Testament (= der „Alte Bund“) Hier geht es um die Geschichte Gottes mit dem Volk Israel. Insgesamt handelt es sich um 39 Bücher, die in drei Kategorien aufgeteilt werden können: -

Die Geschichtsbücher (chronologisch, erzählte Geschichte)

-

Die „Schriften“ (Poesie, Gebete, Weisheit)

-

Die prophetischen Bücher

• Das Neue Testament (= der „Neue Bund“) Hier geht es um das Leben und Wirken Jesu, die Geschichte der ersten Gemeinden und die Briefe. Im Neuen Testament sind es 27 Bücher, die wieder in drei Kategorien aufgeteilt werden können: -

Die Geschichtsbücher (das Leben Jesu dargestellt in vier „Evangelien“ und die Geschichte der ersten Gemeinden „Apostelgeschichte“)

-

Briefe von Leitern der ersten Christenheit an Gemeinden oder an Mitarbeiter

-

Ein prophetisches Buch ganz am Ende der Bibel: Die „Offenbarung“


VI

Einleitung

3. Wie liest und findet man eine Stellenangabe? Der Bibeltext jedes einzelnen Buches in der Bibel ist zur besseren Orientierung eingeteilt in Kapitel und Verse. Die Kapitel sind mit größeren Zahlen am Abschnittsbeginn gekennzeichnet, die Verse dann mit kleineren, fortlaufenden Zahlen im Text. Bibelstellen werden damit folgendermaßen angegeben – z.B.: •

Matthäus 28,18-20 - das bedeutet: Matthäusevangelium, Kapitel 28, die Verse 18 bis 20.

Timotheus 3,5+6 - das bedeutet: Der erste Brief des Paulus an Timotheus, Kapitel 3, die Verse 5 und 6.

Könige 10,3.6-8 - das bedeutet: Das erste Buch der Könige, Kapitel 10, der Vers 3 und die Verse 6 bis 8.

4. Die Bücher der Bibel Die Bibel besteht aus folgenden Büchern: Altes Testament •

Die Geschichtsbücher: 1.-5. Mose, Josua, Richter, Ruth, 1.+2. Samuel, 1.+2. Könige, 1.+2. Chronik, Esra, Nehemia, Esther.

Die „Schriften“: Hiob, Psalmen, Sprüche, Prediger, Das Hohelied.

Die prophetischen Bücher: Jesaja, Jeremia, Klagelieder, Hesekiel, Daniel, Hosea, Joel, Amos, Obadja, Jona, Micha, Nahum, Habakuk, Zefanja, Haggai, Sacharja, Maleachi.


Einleitung

VII

Neues Testament •

Die Geschichtsbücher: -

Die Vier Evangelien: Matthäus, Markus, Lukas, Johannes

-

und die „Apostelgeschichte“

Die Briefe: Römer, 1.+2. Korinther, Galater, Epheser, Philipper, Kolosser, 1.+2. Thessalonicher, 1.+2. Timotheus, Titus, Philemon, Hebräer, Jakobus, 1.+2. Petrus, 1.-3. Johannes, Judas

Das prophetische Buch: Die Offenbarung

 Aufgabe: Nehmen Sie sich etwas Zeit, in Ihrer Bibel zu blättern. Schauen Sie mal das Inhaltsverzeichnis durch und machen Sie sich mit Ihrer Bibel vertraut.  Zwei Tipps zum Blättern in der Bibel: •

Wenn Sie Ihre Bibel genau in der Mitte aufschlagen gelangen Sie in der Regel zu den „Psalmen“ (das Gebetsbuch in der Bibel).

Wenn Sie Ihre Bibel so aufschlagen, dass Sie links ungefähr zwei Drittel und rechts etwa ein Drittel der Bibel haben, dann gelangen Sie zum Beginn des Neuen Testamentes.


VIII

Einleitung

4. Bibel-Leseplan Ein Teil der täglichen Hausaufgaben besteht, wie gesagt, darin, dass Sie täglich ein Kapitel in der Bibel lesen. Hier können Sie das entsprechende Kapitel abhaken, wenn Sie es gelesen haben.

Lukasevangelium - Kapitel: 1

7

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19 

2

8

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24 


Kapitel 1

Der Vater im Himmel und sein Masterplan Du bist gewollt!


2

Kapitel 1 – Der Vater im Himmel und sein Masterplan

a) Was ist der „Sinn des Lebens“? Als erstes gilt es zu verstehen, wie Gott sich das menschliche Leben vorstellte und wozu er uns eigentlich geschaffen hat. Lesen Sie dazu 1. Mose 1+2 (ganz am Anfang der Bibel) sorgfältig durch und studieren Sie danach gründlich folgende Verse: •

1. Mose 1,26-28 (Hfa) (26) Dann sagte Gott: „Jetzt wollen wir den Menschen machen, unser Ebenbild, das uns ähnlich ist. Er soll über die ganze Erde verfügen: über die Tiere im Meer, am Himmel und auf der Erde.“ (27) So schuf Gott den Menschen als sein Ebenbild, als Mann und Frau schuf er sie. (28) Er segnete sie und sprach: „Vermehrt euch, bevölkert die Erde, und nehmt sie in Besitz! Ihr sollt Macht haben über alle Tiere: über die Fische, die Vögel und alle anderen Tiere auf der Erde!

1. Mose 2,15 (LÜ) Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte.

Psalm 8,4-10 (LÜ) (4) Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: (5) was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? (6) Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt. (7) Du hast ihn zum Herrn gemacht über deiner Hände Werk, alles hast du unter seine Füße getan: (8) Schafe und Rinder allzumal, dazu auch die wilden Tiere, (9) die Vögel unter dem Himmel und die Fische im Meer und alles, was die Meere durchzieht. (10) HERR, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen!


Kapitel 1 – Der Vater im Himmel und sein Masterplan

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 Aufgabe: Tragen Sie zusammen 1.) Wozu erschafft Gott den Menschen nach 1. Mose 1,27? Überlegen Sie, welche Dimension diese Aussage hat! Psalm 8,4-10 (besonders Vers 6) greift diese Aussage noch einmal auf. Was hat Gott in Ihr Leben hineingelegt? Wie denkt er also über Sie und wie behandelt er Sie? 2.) Dass wir zu Gottes „Ebenbild“ gemacht wurden, sagt etwas darüber aus, wie Gott uns gemacht hat (mit welchen Fähigkeiten, welchem Wesen usw.) und was er in uns hineingelegt hat. Gleichzeitig sagt es etwas über die Beziehung aus, die Gott sich zum Menschen wünscht. Überlegen Sie: Wozu hat Gott den Menschen denn geschaffen? Warum wollte er ein „Ebenbild“? 3.) Welche zwei Haupt-Aufgaben gibt Gott dem Menschen nach 1. Mose 2,15? Dasselbe sehen wir in Psalm 8,7-10. Zu was hat Gott den Menschen nach Psalm 8,7 gemacht?

b) Der Plan Gottes mit dem Menschen Wir müssen lernen, was Gott in seinem Wort über sich selbst sagt. Es gibt so unterschiedliche Vorstellungen und menschliche Ideen über Gott. Wie ist er wirklich? Wie denkt er über uns? Was ist sein Wille? Wir tasten uns den nächsten Schritt vorwärts – und schauen uns an, was die Bibel nach dem Garten Eden weiter über Gottes Ziel mit uns Menschen sagt. Nachdem wir bereits den Anfang der Bibel angeschaut haben, beschäftigen wir uns nun mit einer wichtigen Aussage Jesu über den Grund seines Kommens: •

Johannes 10,10 (LÜ) – Jesus sagt: Ich bin gekommen, damit sie das Leben und volle Genüge haben sollen. Anmerkung: „Volle Genüge“ heißt wörtlich „Überfluss“.


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Kapitel 1 – Der Vater im Himmel und sein Masterplan

Zudem sagt das Wort Gottes, dass es ein Ende dieser Zeit und dieser Welt gibt und dass Gott dann eine neue Erde schaffen wird. Die Bibel beschreibt deutlich, wie das Leben dort aussehen wird. Spannend, oder? Diese Aussagen verdeutlichen gleichzeitig Gottes eigentlichen Plan mit dem Menschen, der in vielen Punkten ganz anders ist als das, was wir hier auf dieser Erde erleben. Darum vergleichen Sie die Aussagen über das Leben im Garten Eden (also ganz am Anfang der Schöpfung) mit dem, was das Wort Gottes über das neue Jerusalem (also über die Zukunft) ganz am Ende der Bibel sagt. Lesen Sie in Ihrer Bibel die beiden Kapitel Offenbarung 21+22 sorgfältig durch und achten sie besonders auf folgende Verse: •

Offenbarung 21,1-5.10+11 (Hfa) (1) Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde. Denn der vorige Himmel und die vorige Erde waren vergangen, und auch das Meer war nicht mehr da. (2) Ich sah, wie die Stadt Gottes, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkam: festlich geschmückt wie eine Braut an ihrem Hochzeitstag. (3) Eine gewaltige Stimme hörte ich vom Thron her rufen: „Hier wird Gott mitten unter den Menschen sein! Er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein. Ja, von nun an wird Gott selbst in ihrer Mitte leben. (4) Er wird alle ihre Tränen trocknen, und der Tod wird keine Macht mehr haben. Leid, Klage und Schmerzen wird es nie wieder geben; denn was einmal war, ist für immer vorbei.“ (5) Der auf dem Thron saß, sagte: „Sieh, ich schaffe alles neu!“ Und mich forderte er auf: „Schreib auf, was ich dir sage, alles ist zuverlässig und wahr.“ (...) (10) Gottes Geist ergriff mich und führte mich auf einen großen, hohen Berg. Dort zeigte er mir die heilige Stadt Jerusalem, wie sie von Gott aus dem Himmel herabkam. (11) Die Stadt erstrahlte im Glanz der Herrlichkeit Gottes. Sie leuchtete wie ein Edelstein, wie ein kristallklarer Jaspis.

Offenbarung 22,5 (Hfa) (5) Dort wird es keine Nacht geben, und man braucht weder Lampen noch das Licht der Sonne. Denn Gott, der Herr, wird ihr Licht sein, und sie werden immer und ewig mit ihm herrschen.


Kapitel 1 – Der Vater im Himmel und sein Masterplan

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 Aufgabe: Tragen Sie zusammen 1.) Wofür ist Jesus nach Johannes 10,10 gekommen? Was ist sein Ziel? Was zeigt uns das über Gott und wie sind seine Gedanken über uns? 2.) Wie sieht das Leben im neuen Jerusalem aus? Vergleichen Sie das Leben im neuen Jerusalem mit dem Leben im Garten Eden: Was haben sie gemeinsam? Was ist anders im Vergleich zu unserem Leben?

c) Der Vater im Himmel Lesen Sie folgende Verse sowohl in Ihrer Bibel als auch hier durch. •

Epheser 1,4+5 (Hfa) (4) Schon vor Beginn der Welt, von allem Anfang an, hat Gott uns, die wir mit Christus verbunden sind, auserwählt. Wir sollten zu ihm gehören, befreit von aller Sünde und Schuld. Aus Liebe zu uns (5) hat er schon damals beschlossen, dass wir durch Jesus Christus seine eigenen Kinder werden sollten. Dies war sein Plan, und so gefiel es ihm. (...)

Epheser 3,14-19 (Hfa) (14) Darum knie ich nieder vor Gott, dem Vater, und bete ihn an, (15) ihn, dem alle Geschöpfe im Himmel und auf der Erde ihr Leben verdanken und den sie als Vater zum Vorbild haben. (16) Ich bitte Gott, dass er euch aus seinem unerschöpflichen Reichtum Kraft schenkt, damit ihr durch seinen Geist innerlich stark werdet (17) und Christus durch den Glauben in euch lebt. In seiner Liebe sollt ihr fest verwurzelt sein; auf sie sollt ihr bauen. (18) Denn nur so könnt ihr mit allen anderen Christen das ganze Ausmaß seiner Liebe erfahren, (19) die wir doch mit unserem Verstand niemals fassen können. Dann wird diese göttliche Liebe euch immer mehr erfüllen.

2. Korinther 1,3 (HfA) Gepriesen sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater voller Barmherzigkeit, der Gott, der uns in jeder Not tröstet!


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Kapitel 1 – Der Vater im Himmel und sein Masterplan

 Aufgabe: Tragen Sie zusammen 1.) Was wird in Epheser 1,4+5 über die Beziehung zwischen Gott und dem Menschen gesagt? Wozu ist der Mensch auserwählt? Wann hat Gott das beschlossen? 2.) Warum hat Gott nach Epheser 1,5 solch einen liebevollen und wertschätzenden Beschluss für den Menschen gefällt? 3.) Wie wird Gott in Epheser 3,14 und in 2. Korinther 1,3 genannt? 4.) Was können wir nach Epheser 3,19 „mit unserem Verstand niemals erfassen“? Jetzt gehen wir den nächsten Schritt, um den lebendigen Gott kennen zu lernen. Wie gesagt: Es geht nicht darum, was Menschen über Gott denken, wie sie sich ihn vorstellen und welche Ideen Menschen über Gott haben. Im Wort Gottes lernen Sie die Wahrheit über Gott kennen: So ist der lebendige Gott wirklich! Darum lesen wir nun nach, was die Bibel über den Charakter des Vaters im Himmel sagt. Lesen Sie folgende Stelle in Ihrer Bibel und hier sorgfältig durch. Es handelt sich um das Gleichnis vom verlorenen Sohn. Jesus erzählt es als eine Geschichte, die die Beziehung zwischen Menschen und Gott zusammenfasst: •

Lukasevangelium 15,11-24(Hfa) - Jesus erzählt ein Gleichnis: (11) „Ein Mann hatte zwei Söhne“, erzählte Jesus. (12) „Eines Tages sagte der jüngere zu ihm: ‚Vater, ich will jetzt schon meinen Anteil am Erbe ausbezahlt haben.‘ Da teilte der Vater sein Vermögen unter ihnen auf. (13) Nur wenige Tage später packte der jüngere Sohn alles zusammen, verließ seinen Vater und reiste ins Ausland. Dort leistete er sich, was immer er wollte. Er verschleuderte sein Geld, (14) bis er schließlich nichts mehr besaß. In dieser Zeit brach eine große Hungersnot aus. Es ging ihm sehr schlecht. (15) In seiner Verzweiflung bettelte er so lange bei einem Bauern, bis der ihn zum Schweinehüten auf die Felder schickte. (16) Oft quälte ihn der Hunger so, dass er sogar über das Schweinefutter froh gewesen wäre. Aber nicht einmal davon erhielt er etwas. (17) Da kam er zur Besinnung: ‚Bei meinem Vater hat jeder


Kapitel 1 – Der Vater im Himmel und sein Masterplan

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Arbeiter mehr als genug zu essen, und ich sterbe hier vor Hunger. (18) Ich will zu meinem Vater gehen und ihm sagen: Vater, ich bin schuldig geworden an Gott und an dir. (19) Sieh mich nicht länger als deinen Sohn an, ich bin es nicht mehr wert. Aber kann ich nicht als Arbeiter bei dir bleiben?‘ (20) Er machte sich auf den Weg und ging zurück zu seinem Vater. Der erkannte ihn schon von weitem. Voller Mitleid lief er ihm entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. (21) Doch der Sohn sagte: ‚Vater, ich bin schuldig geworden an Gott und an dir. Sieh mich nicht länger als deinen Sohn an, ich bin es nicht mehr wert.‘ (22) Sein Vater aber befahl den Knechten: ‚Beeilt euch! Holt das schönste Gewand im Haus, und gebt es meinem Sohn. Bringt auch einen Ring und Sandalen für ihn! (23) Schlachtet das Mastkalb! Wir wollen essen und feiern! (24) Mein Sohn war tot, jetzt lebt er wieder. Er war verloren, jetzt ist er wiedergefunden.‘ Und sie begannen ein fröhliches Fest.

 Aufgabe: Tragen Sie zusammen 1.) Wie ist der himmlische Vater? Wie verhält er sich? Wie ist sein Charakter? Schauen Sie sich besonders die Verse 12, 20 und 22-24 an. 2.) Das Ende der Geschichte ist nicht selbstverständlich. Die Tragweite der Reaktion des Vaters wird einem erst richtig bewusst, wenn man Folgendes überlegt: Wie hätte der Vater in dieser Geschichte auch anders reagieren können? Wie hätten wir wohl an der Stelle des Vaters gehandelt?


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Kapitel 1 – Der Vater im Himmel und sein Masterplan

d) Zusammenfassung 1. Die Bestimmung des Menschen Das Wort Gottes gibt uns eine klare Auskunft über Bestimmung und „Sinn“ des menschlichen Lebens: •

Wir sind geschaffen als „Ebenbild“ Gottes. In diesem einen Wort stecken zwei absolut wertvolle Aussagen: -- Gott hat sehr viel von sich selbst in den Menschen hinein gelegt: Würde, Intelligenz, Kreativität und Schönheit. Er hat uns „wenig niedriger gemacht als Gott“, er hat uns „gekrönt mit Ehre und Herrlichkeit“, wie es in Psalm 8 heißt. Da ist kein Platz für Minderwertigkeit! -- Dass er uns als „Ebenbild“ gemacht hat bedeutet ebenfalls: Er hat uns als sein Gegenüber erschaffen. Gott hat sich gesehnt nach einem Gegenüber, nach Freunden, nach Partnern. Darum hat er den Menschen geschaffen. Und was außerdem den Menschen weit über die Tierwelt hinaus erhebt: Gott hat dem Menschen eine Persönlichkeit gegeben – einen freien Willen, um selber zu entscheiden, einen Lebensstil zu entwickeln, Pläne und Ideen zu haben und somit (als Geschöpf) ein echtes Gegenüber Gottes zu sein. Die Hauptbestimmung des Menschen liegt also in einer Liebesbeziehung zum Vater im Himmel. Dazu sind wir gemacht. Unser Leben kann nur erfüllt und voller Glück sein, wo wir in dieser Vater-Kind-Beziehung leben. Sonst leben wir an der Grundbestimmung unseres Lebens vorbei, was sich zwangsläufig in Gefühlen von innerer Leere, Sinnlosigkeit, Belanglosigkeit und Frustration äußert.

Eine zweite Bestimmung Gottes für den Menschen liegt darin, dass Gott ihn in den Garten Eden setzte, damit er ihn „bebaute und bewahrte“ (vgl. 1. Mose 2,15). Das heißt, Gott gibt dem Menschen Verantwortung über die Erde, um sie zu erhalten und weiter ausgestalten. Dies ist eine zweite Bestimmung Gottes für den Menschen. Das gilt zunächst für


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das eigene Leben, darüber hinaus aber auch im Beruf und im Reich Gottes. 2. Der Plan Gottes für den Menschen Am Anfang und am Ende der Bibel (im Garten Eden und im neuen Jerusalem) erkennt man am klarsten den ursprünglichen Plan Gottes für den Menschen: So paradiesisch hat sich Gott ursprünglich das menschliche Leben vorgestellt. Es ist wichtig für uns, bewusst wahrzunehmen, wie gut und liebevoll die Pläne Gottes für Menschen sind. Das ist deshalb besonders wichtig, weil jeder Mensch ein Bild von Gott hat und sich vielleicht schon eine Menge Gedanken über ihn angeeignet hat, die überhaupt nicht mit der Wahrheit über den lebendigen Gott übereinstimmen. Gott ist nicht desinteressiert, weit weg, launisch, geizig oder was auch immer andere Weltanschauungen oder Religionen über Gott sagen. Der Plan Gottes für den Menschen ist, einzigartig, schön, glücklich, fröhlich, gesund, erfolgreich und wohlständig zu sein. Das ist es, was wir im Garten Eden und im neuen Jerusalem eindeutig sehen können. Genau das sagt Jesus auch über sein Kommen in Johannes 10,10: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben und Überfluss haben!“ Darin sind Gottes Gedanken über unser Leben ganz klar erkennbar! Alles andere (was wir vielleicht in unserem Leben erleben) ist Folge der Sünde: Die Sünde hat das Leben des Menschen zerstört. Warum? Mit dieser Frage werden wir uns ausführlich im nächsten Kapitel beschäftigen. Auf jeden Fall hat Sünde solch gravierende Auswirkungen, dass es in der ganzen Bibel um dieses Thema geht: Wie kann wiederhergestellt werden, was durch die Sünde zerstört wurde. Bevor wir uns aber mit dem Thema „Sünde“ weiter beschäftigen, ist es wichtig, Gott noch mehr als den Vater kennen zu lernen.


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