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Leseprobe zu: Roland Werner Ja klar ... ich will Jesus entdecken

Zum Start: Entdeckungsreise Jesus Vor zweitausend Jahren lebte in einem kleinen Winkel des römischen Reiches ein Mann mit dem Namen Jesus. Seine Herkunft war etwas fragwürdig, man munkelte, der Mann von Maria, seiner Mutter, sei gar nicht sein wirklicher Vater. Nazareth, ein kleines Dorf oben auf dem Bergrücken von Galiläa, war seine Heimat. Dort lebte und arbeitete er, bis er eines Tages aufbrach. Seit diesem Tag hat sich die Welt verändert. Jesus hat mehr bewirkt als jede andere Person der Geschichte. Obwohl er selbst kein Buch geschrieben hat und kaum über den Umkreis von wenigen hundert Kilometern hinaus gekommen ist, ist sein Einfluss auf der ganzen Welt spürbar. Über keinen anderen Menschen sind mehr Bücher geschrieben, mehr Lieder komponiert und mehr Kunstwerke gestaltet worden. Die Lebensbeschreibungen, die kurz nach seinem Tod verfasst wurden, sind die meist übersetzten Bücher der Welt. In über tausend Sprachen können Menschen gegenwärtig die Geschichte von Jesus lesen. Fast zwei Milliarden Menschen gehören zu einer der Kirchen und Gemeinschaften, die ihren Ursprung auf Jesus zurückführen. Viele Menschen aus allen Ländern und Kulturen leben ganz bewusst als Nachfolger von Jesus. Auch in Ländern, wo es Nachteile mit sich bringt, ja teilweise sogar Verfolgung und Tod, lassen sich Menschen nicht davon abbringen, sich zu Jesus zu bekennen. Eine ganze Zeitrechnung wird nach seiner Geburt gezählt. Und obwohl er immer wieder totgesagt wurde, scheint Jesus nach wie vor ziemlich lebendig zu sein. Was ist das Geheimnis von Jesus? Wie erklärt sich seine erstaunliche Wirkungskraft? Warum hängen auch heute noch Menschen ihr Leben an Jesus? Was macht die Faszination von Jesus aus? Darum geht es in diesem Buch. Es ist eine Entdeckungsreise in Sachen Jesus. Ich bin sicher, da gibt es noch vieles, was du nicht weißt. Vieles, das dein Leben mehr verändern kann, als du dir träumen lässt. Ich lade dich ein, dich mit mir auf den Weg zu machen. Ich will Jesus entdecken! Das ist mein Lebensmotto seit vielen Jahren. Und es ist und bleibt spannend. Ich will Jesus entdecken! Das ist das Motto in diesem Buch. Ich


wünsche dir nichts mehr, als dass es auch dein persönliches Motto wird. Alles klar? Ja, klar!

1 Ja, klar: Ich will Jesus entdecken! Was kann man von den alten Griechen lernen? Ich denke: Einiges. Und das hat folgenden Grund: In dem Bericht über das Leben von Jesus, den einer seiner engsten Freunde namens Johannes verfasst hat, gibt es eine spannende Begebenheit. Eines Tages tauchen in der Nähe von Jesus, der ja in einem jüdischen Gebiet lebte, ein paar Griechen auf. Wer sie waren, woher sie genau kamen, all das wissen wir nicht. Johannes hielt es nicht für nötig, das der Nachwelt zu überliefern. Aber was sie wollten, das ist klar. Sie hatten ein Ziel. Deshalb sprachen sie einen Typen namens Philippus an. Der war auch einer der Freunde von Jesus. Diese Griechen sagten ziemlich direkt, was sie wollten, kurz, knapp und klar. Johannes berichtet: Unter den Festbesuchern waren auch einige Griechen. Sie kamen zu Philippus, der aus Betsaida in Galiläa stammte, und baten ihn: „Herr, wir möchten Jesus kennen lernen!“1 Sie wollten Jesus kennen lernen. Das finde ich gut. Sie wussten, was sie wollten. Und deshalb gingen sie dahin, wo sie wussten, dass Jesus zu finden war. Ich finde diese Einstellung gut. Ich bin es leid, alle möglichen sich widersprechenden Ansichten über Jesus zu hören und zu lesen. Ich möchte mich am liebsten direkt informieren. Ich will Jesus kennen lernen. Ich will dranbleiben, bis ich ihm begegnet bin. Das kann ich von den Griechen damals lernen. Ja klar! Ich will Jesus entdecken. Jesus – eine umstrittene Figur Jesus ist eine ganz ungewöhnliche Person. Ich wundere mich jedenfalls darüber, dass er noch heute für Unruhe sorgt. Schließlich leben wir schon so ungefähr zweitausend Jahre nach seinem ersten Auftreten. Für mich ist das ein Hinweis darauf, dass Jesus jemand Besonderes war. Und ist. Die einen sagen: Jesus ist der, auf den es ankommt. Jesus ist von Gott gesandt und zeigt den Weg. Auf ihn muss jeder hören! Die anderen sagen: Alles Quatsch! Jesus – das ist doch nur eine Märchengestalt! Wer weiß denn genau, ob der überhaupt gelebt hat! Und woher weiß man eigentlich, dass das, was in der Bibel über ihn steht, nicht alles erfunden ist? Ich war einmal eingeladen, an der Universität Moskau Vorträge zu halten. Das Thema, das mir die Veranstalter gaben, war: „Jesus – Fakt oder Fiktion?“ Der Saal war rappelvoll. Als ich mit meinen Ausführungen fertig war – und ich habe so einiges von dem erzählt, was hier auf den folgenden Seiten steht – stand ein russischer Professor auf und stellte mir folgende Frage: „Habe ich Sie richtig verstanden, dass Sie davon ausgehen, dass Jesus eine historische Persönlichkeit war?“

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Johannesevangelium 12, 20-21


Ich fiel fast vom Hocker. Schließlich hatte ich länger als eine Stunde über die Zuverlässigkeit der Bibel gesprochen, über die außerbiblischen Beweise dafür, wer Jesus ist. Eigentlich hatte ich alles Wichtige gesagt! Ich hatte ausführlich davon erzählt, was Jesus getan und gesagt hatte, und jetzt diese Frage! Auf meine Rückfrage erklärte der Professor, dass sie in der Schule und der Uni gelernt hätten, dass Jesus nur eine Märchenfigur sei, ähnlich wie Frau Holle oder der Weihnachtsmann. Konnte das wahr sein? Konnte das stimmen, dass das Bildungssystem eines ansonsten doch ziemlich wissenschaftlich orientierten Staates wie die Sowjetunion es war, bewusst die geschichtlichen Tatsachen verdrehte, um Jesus ins Reich der Märchen zu verbannen? Unwahrscheinlich wie es klingt, es war so. Die Fakten wurden verdreht, weil man offensichtlich Jesus für zu gefährlich hielt. Es könnte ja sein, dass sich jemand zuviel für ihn interessiert. Und das muss gleich im Ansatz unterbunden werden. Das einfachste Mittel war, Jesus für unhistorisch zu erklären. Jesus – den gab es nicht! Basta. Noch weitere Fragen? Im atheistischen Bildungssystem war es ziemlich leicht, solch eine verdrehte Meinung durchzudrücken. Denn das lief mit Zwang. Was mich aber schockt, ist, dass es anscheinend auch hierzulande eine Meinungsmafia gibt, die es darauf abgesehen hat, Jesus unschädlich zu machen. Obwohl wir hier alle Freiheiten haben, uns zu informieren, obwohl wir die Möglichkeit hätten, der Sache mit Jesus wirklich auf den Grund zu gehen, winken viele Zeitgenossen ab. Ich weiß nicht, was dahinter steckt: Die Bequemlichkeit? Oder die geheime Angst: Wenn das mit Jesus stimmen würde, dann hätte das Auswirkungen auf mein Leben? Oder steckt dahinter vielleicht die Furcht, dass Jesus auf einmal so real werden könnte, dass man sich mit ihm auseinandersetzen muss, ob man will oder nicht? Ich weiß nicht, was hier genau abläuft. Aber ich habe den Eindruck, dass manche Leute ziemlich gern unwissend bleiben, wenn es um Jesus geht. Ihnen reicht es, wenn sich die Mehrheitsmeinung gegen eine intensivere Beschäftigung mit Jesus ausspricht. Doch ich muss zugeben, dass ich solch eine Einstellung ziemlich schwach finde. Entweder ist die Sache mit Jesus wahr, und dann hat das natürlich Konsequenzen für unser Leben. Oder sie ist nicht wahr. Dann hat das auch Konsequenzen, natürlich ganz andere. Im einen Fall ist Jesus ziemlich uninteressant. Im anderen Fall ist er die wichtigste Person auf der Welt. Aber so oder so – ich will nicht dumm bleiben. Ich will mich informieren. Ich will wissen, was los ist mit Jesus.


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