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Dr. rer. nat. Sigrun Zimmermann

Dr. Zimmermanns Standardwerk der Gesundheitsvorsorge und Eigentherapie

LUQS-Verlag 2008


2. Auflage - September 2008 Copyright © 2007 by LUQS-Verlag Sämtliche Angaben dieses Buches sind nicht zur Eigenbehandlung von Krankheiten, auch nicht als medizinische Beratung, gedacht. Bei allen Krankheiten ist in jedem Fall ein Arzt aufzusuchen. LUQS-Verlag c/o ChrisMedia GmbH Robert-Bosch-Str. 10 35460 Staufenberg www.luqs.de Printed in Germany ISBN 978-3-940158-75-8 Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar. Bestell-Nummer: 561 875


Inhalt Vorwort

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Einleitung und Hinweise

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Voraussetzungen zur Selbstbehandlung

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Medizinische Kennwerte für Erwachsene Gewicht Blutdruck Blut und seine Hauptbestandteile

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Übersäuerung – Hauptursache der meisten Krankheiten

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Übersäuerung kommt durch verschiedene Faktoren zustande Verschlackung bereits bei jungen Menschen Wie wird entsäuert? Wenn eine Blockade vorliegt … Wann wird entsäuert? Weitere Entsäuerungs-Möglichkeiten Kurzanleitung zur Entsäuerung Säure-Basen-Liste Gemüse Kartoffeln, Wurzelgemüse Früchte (frisch) Milch und Milcherzeugnisse Andere Eiweißträger Mehl- und Teigwaren, Körnerfrüchte Brot Nüsse Fette Sonstige wesentliche Säurebildner Stark basenüberschüssig

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Ölziehen (Öl-Therapie)

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Überblick über die Heilpflanzen

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Heilanzeigen und geeignete Heilpflanzen

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Alphabet der Beschwerden und Heilmittel

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Abführmittel außerhalb der Apotheken Abführmittel – Teufelskreis, aber nicht bei allen Akne sparsam behandeln – mit Salicylspiritus Arzneibestandteile – Zusammensetzung einfach Arzneitees eigenhändig mischen? Arzneibuchqualität wählen Herstellung und Aufbewahrung der Teemischungen Zubereitung Bessere Compliance möglich

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Arzneiwirkung und „innere Uhr“ Aspirin- und ASS-Einnahme oft falsch Aufgesprungene Lippen Aufgussbeutel oder Grobschnitt-Tees Augentropfen – durch Mehrausgabe sparen Baldriantropfen werden oft unterdosiert Beta-Carotin – nicht nur Vitamin-A-Vorstufe Bienenprodukte – aller guten Dinge sind sechs Was ist Propolis? Bemerkungen zu den übrigen fünf Bienenprodukten Rezept zur Selbstbereitung von knapp 50 Liter Honigwein Honigwein als Naturheilmittel Rezept zur Selbstbereitung von knapp 50 Liter Honigbier

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Blähbauch bei Babys – Kümmelöl hilft Blasenkatarrh – Bärentraubenblätter sind preiswert Blütenpollen naturbelassen am günstigsten Aufgabe und Aussehen Bienentribut an die Menschen Was ist „drin“ in den Pollen? – Die Inhaltsstoffe Was ist „dran“ an den Pollen? – Die Heilwirkung Unverändert am billigsten – und wohl auch am besten

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Anwendung

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Bluterguss – Erste Hilfe aus dem Kühlschrank Candida – der Pilz im Darm Diagnose Depressionen – Johanniskraut(öl) Durchfall im Urlaub vermeiden Durchfall mit natürlichen Mitteln behandeln Kohletabletten: bestes freiverkäufliches Mittel

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Eisenkraut ist kein Eisenspender Fenchel – Verwirrung durch zwei Heilpflanzen Fieber mit Wasser senken – (Waden-)Umschläge Fingernägel werden brüchig, wenn... Kostengünstigste Gegenmaßnahme Zusätzliche innerliche Maßnahmen

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Flugreisen – woran Sie denken sollten Folsäure: nicht nur ein „Schwangerschafts-Vitamin“ Frauenmantel – keine Frauenheilpflanze! Fremdkörper im Auge Furunkel schmerzfrei öffnen Fußnägel wachsen nicht so leicht ein, wenn... Generika: Was ist das? Was können sie? Gewürznelken-Nothelfer bei Zahnschmerzen Ginseng – das Tonikum aus Fernost Haare brüchig und dünn? Kieselerde und Biotin! Halsschmerzen – wirksamere Selbstbehandlung Hautprobleme durch zu häufiges Duschen Heiserkeit – Emser Pastillen Homöopathika sind nicht automatisch Pflanzenmittel Hühneraugentinktur hält länger, wenn... Husten – Honigmilch ist keine Lösung! Husten – Schlüsselblumen selbst sammeln Hustensäfte, freiverkäuflich – drei Möglichkeiten Fenchelhonig, Eibisch- und Spitzwegerichsirup Fenchelhonig vor allem für Kinder

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Eibischsirup ist gut, Spitzwegerichsaft ist vielseitiger

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Hygiene im Haus von A bis Z Immunsystem – was ihm schadet, was ihm nützt Schutz und Stärkung des Immunsystems Biologische Immunstimulanzien Purpursonnenhut – das schöne, preiswerte Immunmittel aus dem Garten

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Isländisches „Moos“ ist eine Flechte! Jojobaöl - die medizinische Naturkosmetik Kamillengrus ist kein Abfall Kamillentee wirksamer zubereiten Knoblauch – Gewürz und anerkannte Arznei Kopfschmerzen mit Pfefferminzöl behandeln Kopfschmerzmittel Krampfadern bei Flugreise: durch Aspirin vermeidbar! Die Luft im Flugzeug ist „hochalpin“ Aspirin mindert „Klebkraft“ der Blutplättchen „Aspirin Turbo“ heißt eigentlich „Aspirin Direkt“ Wann und wie viel einnehmen? Nur zwei Tabletten für die Sicherheit Bescheid wissen und gelassen bleiben

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Kreislaufschwäche unterwegs – Ein Trick hilft! Kreislauftraining mit Wasser – Wechselfußbäder Grundlagen der Wassertherapie Ausführung des Wechselfußbades Ganzheitliche Behandlungsmethode

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Leukoplast, Hansaplast etc. schmerzfrei entfernen Lippenbläschen – Schach durch Aciclovir Lungenentzündung beim Duschen – Legionellen Magenbeschwerden – Rhöner Walnuss-Schnaps Magenschwäche, Appetitmangel – Pepsinwein hilft Magnesiummangel? Dann fehlt oft auch Kalium Malaria-Vorbeugung immer wichtiger Melisse: Würz- und Heilpflanze (fast) kostenlos Würzpflanze

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Heilpflanze

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Melkfett nicht nur für glückliche Kühe Melkfett „de luxe“ Preiswert: ok – Billig: lieber nicht.

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Mikrobenkiller PVP-Jod und Jod-Tinktur Jod-Tinktur ist freiverkäuflich und preiswerter, aber... Sehr lange Haltbarkeit

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Mundentzündung – Dreilappiger Salbei ist überlegen Vorteile des Dreilappigen Salbeis gegenüber dem Gartensalbei Dosierung, Zubereitung, Anwendung Wirkungssteigerung mit Salz Nasenbluten ohne Geld stoppen

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Ohrenschmerzen – Oft hilft eine Zwiebel Ohrpfropf selbst beseitigen Orangenhaut – keine Krankheit, aber störend „Pille“ – sichere Verhütung im Urlaub? „Montezumas Rache“ und die Pille Pille und andere Medikamente

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Plazebo: Wirkung ohne Wirkstoff – (k)ein Phänomen! Plazeboeffekt verstärkt Arzneistoffeffekt Endorphine spielen offenbar eine Rolle Spritzen sind am „wirksamsten“ Ist Plazeboanwendung seriös?

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Prostatabeschwerden beim Fernsehen bekämpfen Kürbiskerne statt Erdnüsse knabbern Wohlschmeckendes Naturstoffkonzentrat Naturbelassen am günstigsten, aber Markenware kaufen Nicht nur Heilmittel

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Prostataleiden – Schmalblättriges Weidenröschen Schön anzusehen und eher besser geeignet Geruch und Geschmack: angenehm

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Rachenentzündung und der „billige Jakob“ Reisekrankheit sicher vermeiden

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Reisetabletten machen oft müde – Abhilfe Reizhusten bei Schwangerschaft: Sonnentau etc. Rheuma – Hochdosiertes Vitamin E hilft Sammeln Sie Heilpflanzen selbst? – Risiken Qualitätsgarantie nur vom Fachhandel Vollkommen geschützte wilde Heilpflanzen Teilweise geschützte wilde Heilpflanzen Gefährdete wilde Heilpflanzen Schlussfolgerung

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Scheidenpilz selbst besiegen Schilddrüse: Kropf durch Jodmangel ist vermeidbar Eiszeiten und Kröpfe Wie viel Jod braucht der Mensch? Folgen des Jodmangels Die Schilddrüse – der mächtige Zwerg Da „freut“ sich die Schilddrüse

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Schlafprobleme ohne Tabletten bewältigen – 20 Tipps Schlankheitstee mit Tang ist gefährlich Schluckauf verschwindet meist rasch, wenn... Schmerzmittel Schmerzmittel mit Kaffee, Tee oder Mate verstärken Schnupfen/Husten – Kamillen-, Salz-, Soleinhalation Kamille Salz und Sole

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Schnupfentropfen und -sprays – Anwendungsfehler Hauptfehler Vermeidung weiterer Fehler Kochsalzlösung, die milde Alternative

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Schuppen? – Die trockenen sind oft vermeidbar Schwedenkräuter – für Verdauung und Wohlbefinden Was haben die Kräuter mit Schweden zu tun? Woraus bestehen Schwedenkräuter und wie wirken sie? Wie werden Schwedenkräuter zubereitet und angewendet?

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Schweißfüße mit Walnussblättern kostenfrei behandeln

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Schweißhemmung mit Salbei Sodbrennen – Zur Not hilft auch mal Natron! Sonnenbrand mit vier Naturmitteln behandeln Sonnenschutz: professionelle UV-Abwehr Bitte beachten Sie folgende Tipps und Fakten White is beautiful ­– Weiße Haut ist schön

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Splitter (Span, Spreißel, Schiefer) leicht entfernen Tabletten oder Tropfen einnehmen? Tablettenschlucken – kein Problem Tablettenteilen leicht gemacht Teebaumöl bei Hautproblemen Teebaumöl, Melaleukaöl: zwei Namen für ein Produkt Wirkstoffschwankungen Breiter Anwendungsbereich

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Teezubereitung – Heißwasser ist nicht heiß genug! Keimfrei nur durch Brühen Was soll „heiß“ bedeuten? Kaltansätze erhitzen!

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Übersäuerung – Ursache von Schmerzen und Krankheiten Veilchenwurzel fürs zahnende Kind? – Lieber nicht! Verdauungsschwäche – zwei Enzian-Magenmittel Blaue Blüten – eine Schnapsidee Im Herbst Magenschnaps, im Frühjahr Magentee Magenbeschwerden, Appetitmangel, Untergewicht

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Verfalldaten richtig bewerten Übertriebene Vorsicht Verfalldatum meist kein Alles oder Nichts Eigenverantwortung ist gefragt Keine Einladung zum Leichtsinn

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Verstopfte/trockene Nase – Was tun? Vitamin C – „Grüne“ Ernährung reicht nicht immer Vitamin D gibt’s kostenlos, wenn... Warzen gratis beseitigen Wespen- und Bienenstiche richtig behandeln

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Wunde Haut? – Ringelblumensalbe! Bessere Wirkung durch moderne Grundstoffe und Herstellung Medizinische Kosmetika

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Wunden-Selbstbehandlung: Vorsicht! Wund-Schmerzen: weder Aspirin noch ASS! Wundstarrkrampf – die unterschätzte Gefahr Zäpfchen-Anwendung: ein paar Apothekertipps Zahnhygiene mit dem Silberblatt Zeckenstich – Doppelgefahr FSME gefährlich, aber nicht häufig Risikogebiete in Deutschland

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Borreliose ist häufiger Damit nichts passiert Und wenn‘s doch passiert ist?

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Zinksalbe, der modern gebliebene Oldtimer „Zuckertee“ – Finger weg!

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Ernährung und Gesundheit

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Unterscheidungen und Hinweise Selbstbehandlung durch angepasste Ernährung Blähungen, Verstopfung, Darmsanierung Was ruiniert den Darm und führt zu Blähungen? Wie funktioniert die Verdauung? Die Rolle des Darms bei der Körperabwehr Darmerkrankungen vorbeugen Weitere Hilfen bei Blähungen

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Bei empfindlichem Darm ist meist gut bekömmlich Schwerverdaulich oder unverträglich sind Allgemeine Empfehlungen für eine gesunde Ernährung Senioren – Gefahr der Mangelernährung Ernährungswissen kurz gefasst

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Lebensmittel und ihre Wirkung auf die Gesundheit

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Acerola-Kirsche: die natürliche Vitamin-C-Quelle

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Alfalfa (Luzerne): für Verdauung und Gelenke/Rücken Alkoholverträglichkeit bei Frauen geringer Apfelpektin: Darmregulans und Schlankmacher Artischocke: Gemüse, Fettverdauer, Cholesterinsenker Ballaststoffe in der Nahrung: oft Fehlanzeige Bierhefe: ein Multitalent Bittermandeln sind für Kinder ungeeignet Dolomit: Kalzium und Magnesium preiswert Durstmangel im Alter Fasten Allgemeines Regeln für das Fasten Kontraindikation Vorbereitung auf das Fasten Die 8 Tage-Kurzfastenzeit mit Gemüsesäften

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Früchtetees mit Vitaminen – Doppelnutzen Fuchsbandwurm Gelatine für Haut und Haar, Knorpel und Nägel Gewürze: Ältere Menschen sollen mehr davon nehmen Giftpflanzen: Gefahr vor allem für Kinder Knollenblätterpilz und andere Giftpilze Grillen: Genuss ohne Reue Grüner Tee: kein Stiefbruder des Schwarzen Tees! Gemeinsamkeiten Unterschiede Genuss- und Heilmittel Antikrebswirkung von Grünem Tee wahrscheinlich

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Heißhunger auf süße Speisen und Getränke Küchenkräuter sind gesund, aber empfindlich Migräne: Essen und Trinken... können schuld sein Milchzucker bei Darmträgheit, Osteoporose etc. Mineralreiche Pflanzen Eisen Kalium Kalzium (Calcium)

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Kalziumversorgung in Notzeiten Magnesium

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Möhren: Vitamin-A-Spender fürs ganze Jahr Muskatnuss: gutes Gewürz, übles Rauschgift Nahrungsergänzungsmittel: zum Gesundbleiben Was sind Nahrungsergänzungsmittel? Wann sind Nahrungsergänzungsmittel besonders wichtig? Weitere wichtige Nahrungsergänzungsmittel

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Nahrungsmittelallergie – sind’s die Nüsse? Nüsse: mit Vorsicht genossen – Prädikat wertvoll

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Prüfungsstress und Ernährung Rhabarber und Osteoporose Rohkostsalate: JA, aber ohne rohe Bohnen! Salmonellen im Haushalt wirksam bekämpfen Salz: Auch zuwenig ist schädlich Sauerkraut ist gesund – mit zwei Ausnahmen Schlaf und Kaffee? Manchmal passt das zusammen! Schlankheit mit Köpfchen und fast ohne Opfer Schlankheitsmittel: Werbung und Wirkung „Schlankheitstee“: Mate am besten und billigsten „Schlechte Esser“ mit Traubenzucker überlisten Schwanger? Dann keine Leber essen! Schwarzkümmelöl: die würzige Nahrungsergänzung Speiseöle: Das ZWEITBESTE wird empfohlen Spinat: wenig geliebt, doch Popeye hat recht! Trinken – mehr und das Richtige Waldmeisterbowle: zwei Irrtümer Abendliche Zahnpflege mit Apfel – besser als gar keine Schlussbemerkung zum Gesamtkapitel

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Vorwort Zum Thema Selbstbehandlung gibt es in bunter Aufmachung und zu oft gehobenen Preisen inzwischen viele Bücher. Warum dann mit Dr. Zimmermanns Standardwerk der Gesundheitsvorsorge und Eigentherapie noch ein weiteres? – Weil es auf freiverkäufliche Arzneimittel und Nahrungs-Ergänzungsmittel wegen deren großer therapeutischer Breitenwirkung besonderen Wert legt. Bei diesen auch außerhalb der Apotheken erhältlichen Mitteln ist nämlich der Sicherheitsspielraum recht groß. Sie sind deshalb erste Wahl in der Selbstbehandlung. Für apothekenpflichtige Arzneimittel gilt dies dagegen nicht immer. Trotzdem wird auch dieser Bereich berücksichtigt, weil es im freiverkäuflichen Sektor nicht immer geeignete Mittel gibt. Ein Hauptanliegen dieses Buches ist die ehrliche Mitteilung kostengünstiger Alternativen, sofern damit keine Qualitätseinbußen verbunden sind. So ist beispielsweise der preiswerte kleinsamige Leinsamen infolge seines höheren Ballaststoffanteils dem oft teureren großsamigen mindestens ebenbürtig. Eine Reihe von Heilpflanzen – Spezialgebiet der Selbstbehandlung – sind in anderer Dosierung und Verwendung zugleich auch Gewürze und damit Lebensmittel. Manche Dinge sind – aus teilweise anderer Sicht – an mehreren Stellen erwähnt. Solche absichtlichen Wiederholungen ermöglichen pro Einzelbeitrag eine in sich geschlossene Information. Beim Lesen des Buches „in einem Stück“ mögen diese Mehrfachnennungen den Merkeffekt fördern. Trotz gründlicher Auswertung zahlreicher wissenschaftlicher Arbeiten etc. sind angesichts der vielen Zahlen und Tatsachen manchmal widersprüchliche Aussagen leider nicht auszuschließen. Wietstock, September 2007

Dr. Sigrun Zimmermann Biologin und Ernährungstherapeutin


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Dr. Zimmermanns Standardwerk der Gesundheitsvorsorge und Eigentherapie


Einleitung und Hinweise

Einleitung und Hinweise Selbstbehandlung umfasst neben physikalischen Maßnahmen wie z. B. Massagen und Wärmeanwendung hauptsächlich den Bereich der Selbstmedikation, das heißt den Gebrauch freiverkäuflicher Arzneimittel. Es wäre ein Irrtum, solche Präparate von vornherein als nebenwirkungsfrei anzusehen. Mit Einschränkungen gilt das auch für Naturheilmittel. Man denke nur an den Sennesblättermissbrauch. Ebenso riskant kann für einen Laien die Überschätzung der Fähigkeit zur Erkennung von Krankheiten sein. Nebenwirkungsfrei sind allerdings fast alle Nahrungsergänzungsmittel. In diesem Spannungsfeld versteht sich das vorliegende Buch als Moderator: Einerseits will es zur Eigeninitiative in Fragen der Gesundheit ermutigen, andererseits vor falscher Selbsteinschätzung warnen. Zuwachs an Wissen möge diese Grenzen behutsam erweitern. Die Gesundheitsministerin und die Krankenkassen wird solches Bemühen freuen, erhoffen sich beide hieraus doch spürbare Kosteneinsparungen im Gesundheitswesen. Vorrang in jeder Hinsicht gebührt aber dem lateinischen Hauptgebot der Medizin und Pharmazie: Primum nil nocere – vor allem nicht schaden. Der Schadensabwendung dient auch der einschränkende Hinweis, dass mit Selbstbehandlung insbesondere die Eigentherapie von Erwachsenen gemeint ist. Kleinkinder und vor allem Säuglinge können sich naturgemäß nicht selbst kurieren. Da bei ihnen außerdem meist mit rascher Verschlimmerung einer banal beginnenden Erkrankung

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gerechnet werden muss, sollte hier der alsbaldige Arztbesuch die Regel sein. Die häufige Empfehlung von Heilpflanzen und natürlichen Heilmitteln möge nicht zu der irrigen Annahme verleiten, hier würde keine „Chemie“ angewendet. Dabei handelt es sich aber oft um Bestandteile im natürlichen Verbund von Haupt- und Nebenwirkstoffen samt Begleitsubstanzen, an die der Mensch seit Jahrtausenden angepasst ist. Kamillengesamtauszüge sind ein Beispiel für deren vorteilhaftes Zusammenwirken. Gegen die Überbewertung von Naturstoffen spricht allerdings die Tatsache, dass zum Beispiel synthetisches und natürliches Vitamin C in reiner Kristallform voneinander nicht unterscheidbar sind. Und trotzdem kann die Naturherkunft (z. B. Acerola oder Sanddorn) vorteilhafter sein, weil sie dem Körper eben nicht pur, sondern „in Begleitung“, zusammen mit den sog. Bioflavonoiden, angeboten wird. Des Öfteren werden in den Kapiteln industriell hergestellte Fertigarzneimittel genannt. Hierbei handelt es sich lediglich um Beispiele. Da sich Medizin und Pharmazie weiter entwickeln, sind Änderungen des Wissensstandes nach Fertigstellung des Buches wahrscheinlich. Bei Arzneimitteln ist deshalb immer der Beipackzettel maßgeblich. Er muss vom Hersteller fortlaufend aktuell gehalten werden. Die Autorin sowie der Verlag lehnen von vornherein eventuelle Schadensersatzansprüche ab. Selbstverständlich sollen


Einleitung und Hinweise Neuerungen in künftige Auflagen eingearbeitet werden. Der häufig benutzte Begriff „Droge“ wird im vorliegenden Werk ausschließlich in seinem geschichtlich überlieferten Sinn „trocken“ (getrocknete Heilpflanzen) gebraucht. Erst in jüngerer Zeit versteht vor allem der Laie unter Droge vorrangig Rausch- und Suchtmittel. Heilpflanzen erhielten in dem Buch zwar hinreichend Platz, aber wegen Berücksichtigung anderer Bereiche der Selbstbehandlung dennoch nicht im erstrebenswerten Umfang. Die Einleitung soll beendet werden mit dem mahnenden Verweis auf Ihren Hausarzt. Er sollte wissen, was Sie neben seiner Behandlung sonst noch alles für Ihre Gesundheit tun.

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Voraussetzungen zur Selbstbehandlung

Voraussetzungen zur Selbstbehandlung Wer sich selbst helfen will, braucht verlässliche Beurteilungsmaßstäbe zu folgenden Fragen: Was ist kerngesund, noch normal, schon krankhaft oder bereits bedenklich?

Medizinische Kennwerte für Erwachsene Die nachstehenden medizinischen Kennwerte für Erwachsene nennen – ohne Berücksichtigung von Schwangerschaft oder höherem Alter etc. – die Durchschnittsnormen. Für den Laien können sie oft nur Orientierungshilfen sein. Die kompetente Erläuterung obliegt vorrangig dem Arzt.

Gewicht Normalgewicht: Körpergröße in cm abzüglich 100. Beispiel: 175 cm -100 = 75 kg. Idealgewicht: Normalgewicht minus 10% (Mann), 15% (Frau). Bei leichtem Körperbau 10% abziehen, bei schwerem 10% hinzurechnen. Das halboffizielle „Wohlfühlgewicht“ lässt jeweils ein paar Prozent mehr zu.

Blutdruck

(der Oberwert heißt Systole und der Unterwert – Diastole) Niederdruck (Hypotonie): unter 125/80 mm Hg (Quecksilbersäule) Normaldruck (Normotonie): bis 140/90 mm Hg Hochdruck (Hypertonie): über 160/95 mm Hg Bereits ein erhöhter Wert bedeutet Bluthochdruck. Zwischen b) und c) liegen die sog. Grenzwerte. Für zuverlässige Aussagen sind mehrere Messungen in Ruhe und unter gleichen Bedingungen nötig. Das heißt: Stets am gleichen Arm

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zur etwa gleichen Zeit messen. Unterarm leicht angewinkelt in Herzhöhe auflegen, offene Innenhand nach oben. Zwischen zwei Messungen fünf Minuten Pause einlegen. Die Werte beim Arzt sind oft etwas höher (so genannter „Sprechstunden-Hochdruck“). Achtung: Ständiger Hochdruck wird oft nicht bemerkt. Wegen Infarktrisiko vor allem ab dem 50. Lebensjahr den Blutdruck mehrmals im Jahr messen lassen.

Blut und seine Hauptbestandteile Die durchschnittliche Blutmenge beträgt sechs Liter. Blutzucker (Glukose) nüchtern, in 100 ml Blut: Normalwert unter 100 mg, Grenzwert bis 130 mg, krankhaft über 130 mg. Hämoglobin (Hb, roter Blutfarbstoff) Frauen 12-16 g in 100 ml Blut, Männer 14-18g. Blutplättchen (Thrombozyten; Blutgerinnung): 150 000 bis 350 000 in 1/1000 Milliliter (1µl) Blut.


Übersäuerung – Hauptursache der meisten Krankheiten

Übersäuerung – Hauptursache der meisten Krankheiten Übersäuerung des Körpers ist die Voraussetzung für fast alle Krankheiten. Wenn Sie z. B. oft erkältet sind oder Ihnen schwindelig ist, Sie Sodbrennen, Schmerzen oder Mundgeruch haben oder schnarchen, liegt höchstwahrscheinlich eine Übersäuerung vor. Auch die meisten schweren Krankheiten wie Rheuma oder Krebs gedeihen besonders gut in einem sauren Milieu. Es gibt z. B. Naturheilärzte, die meinen, dass die Krankheit Krebs in einem basischen Milieu nicht denkbar wäre. Auch Schmerzen gäbe es kaum. Wahrscheinlich leiden 90 Prozent aller Deutschen zumindest unter einer leichten Übersäuerung (Acidose). Alle Organe, Gewebe (vor allem das Bindegewebe) und Funktionssysteme werden augenscheinlich durch Säuerung beeinträchtigt, wenn der Gewebe-pH-Wert unter dem Wert des biologischen Gleichgewichts von pH 7,4 liegt (ausschlaggebend ist der Wert des Blutes). Üblicherweise wird nur der pH-Wert des Blutes gemessen, der in der Regel positiv ausfällt, weil das Blut gut gepuffert ist. Bestimmte man den Wert allerdings im Gewebe, wäre eine Übersäuerung bei den meisten Menschen sofort offensichtlich. Eine Übersäuerung des Gewebes spiegelt sich im Urin wider. Deshalb können Sie selbst Ihren aktuellen Wert messen. Da alle Stoffwechselvorgänge in einem alkalischen (basischen) Milieu besser ablaufen, sollten Sie in den nächsten Wochen mit der Entschlackung und Entsäuerung beginnen. Vielleicht fragen Sie sich, warum der Körper dies nicht von sich aus tut? Hierbei ist zu sagen, dass ein Basen-

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überschuss z. B. sehr gut über die Nieren abgebaut werden kann, ein Säureüberschuss leider nur schwer und dann nur bis zu einem pH-Wert von 4,5. Alle anderen Säuren, die der Körper nicht verbrennt, müssen durch Basen neutralisiert werden, damit die Nieren sie als Neutralsalze wieder ausscheiden können. Ein Teil wird durch Kohlensäure über Lunge und Haut ausgeatmet. Körpergeruch und Mundgeruch sind oft auf diese Ausscheidung zurückzuführen. Zudem ist bei einem Fieberkranken im Krankenzimmer ein oft säuerlicher Geruch festzustellen, was ebenfalls auf eine erhöhte Tätigkeit des Körpers, seine überschüssige Säure loszuwerden, hinweisen kann. Nicht nur körperliches, auch seelisches Unwohlsein ist eine Folge der Übersäuerung. Man sagt deshalb auch im Volksmund: Dieser Mensch ist heute „sauer”. Man meint damit, er ist schlecht aufgelegt, mit ihm ist heute nichts anzufangen. Tatsächlich kann in solch einer Situation eine akute Übersäuerung vorliegen.

Übersäuerung kommt durch verschiedene Faktoren zustande Einmal verbrauchen wir durch Stress und Krankheiten mehr Nährstoffe, zum anderen verzehren wir zu viele säurebildende Lebensmittel: Getreide, tierische Eiweiße (vor allem Fleisch), Kaffee, Süßigkeiten sowie Alkohol. Nahezu jedes Medikament führt zu einer Erhöhung des Säureniveaus, da die zur Basenbildung notwendigen Nährstoffe (Mineralstoffe) in erhöhtem Maße verbraucht werden. Säurebildende Elemente sind vor allem Chlor, Phosphor und Schwefel. Basenbildende Elemente sind die Elektrolyte Natrium, Kalium, Calcium und Magnesium bzw. Mineralstoffe. Zellverschlackung, eine Folge der Übersäuerung, führt zu Sauerstoffmangel und vorzeitiger Alterung. Das vor-


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