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Erlaubnis erteilt

Empfehlungen Erlaubnis erteilt … die Gemeinde zu verändern wird Gedanken anstoßen, die dich zur Veränderung rufen. Wenn dir gefällt, wie die Gemeinde zurzeit ist, wirst du an diesem Buch Anstoß nehmen. Solltest du jedoch ein starkes Verlangen in dir tragen, deinen Glauben sowohl persönlich als auch in der Gemeinschaft lebendig auszudrücken, sodass die Welt jetzt und auch in der Zukunft davon bewegt wird, dann werden dich die Worte in diesem Buch in Bewegung setzen. Gary Goodells und Graham Cookes Buch Erlaubnis erteilt … die Gemeinde zu verändern ist ein strategisches, biblisch fundiertes Buch voller Zukunftsträume und Glauben. Wage es und lass dein Herz entfesselt werden! Träume visionär von einer Gemeinde des dritten Tages, die sowohl neue Weinschläuche als auch neuen Wein hat. Jim W. Goll Mitbegründer des Encounters Network Autor von Gott in tiefer Weise begegnen, Prophetische Fürbitte und Die kommende prophetische Revolution Gary Goodell kennt die Welt des Glaubens wie seine Westentasche. Seine Erfahrungen in den traditionellen Gemeinden machten es ihm möglich, alles nur erdenklich Komische mitzuerleben, als Menschen versuchten geistlich zu agieren. Daraus ergibt sich seine großartige Einsicht darüber, wie die Gemeinde des dritten Tages aussehen sollte. Erlaubnis erteilt … die Gemeinde zu verändern ist ein ermutigendes Buch, es spricht davon, dass Gott mächtig verändern wird, was wir als „Gemeindeleben“ kennen. Sicherlich eine unterhaltsame und auferbauende Lektüre. Chuck D. Pierce Glory of Zion International Ministries Denton, Texas Während sich der Leib Christi in diesem dritten Jahrtausend seinen Weg bahnt, braucht es dringend Pioniere, Väter und die, die bereit sind, der „Wolke“ zu folgen. Gary Goodell ist ein solcher Leiter. Das war er schon zu seinen Zeiten in der Foursquare-Bewegung, während der Erneuerung bei Vineyard, und das ist er auch jetzt als einer der Leiter der Gemeinden des dritten Tages. Sein neues Buch, Erlaubnis 2


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erteilt … die Gemeinde zu verändern, beschreibt mehr als nur ein Modell, es geht darin um einen Lebensstil, der Gary und Jane Goodell sowie Menschen in aller Welt, die Gott in seiner Souveränität mit ihnen verbunden hat, schon viele Jahre auszeichnet. Gott sei es gedankt, dass es Menschen gibt, die lieber Geschichte schreiben, als immer nur die Geschichte zu studieren. Ich empfehle dieses prophetische Handbuch jedem, den Gott in den dritten Tag führt. Jill Austin Master Potter Ministries Laguna Hills, Kalifornien Gary Goodell hilft dir, zu verstehen, wie Gottes Handlungsansatz sich veränderte, als Israel das Rote Meer und den Jordan durchquerte. Gott wirkt auch jetzt, im dritten Jahrtausend, ganz neu. Erlaubnis erteilt … die Gemeinde zu verändern legt anschaulich dar, wie es diesmal weniger um eine theologische Reformation als vielmehr um eine Reformation der Methoden geht, da viele, die in der Vergangenheit angebracht waren, in diesem Zeitabschnitt nicht mehr erfolgreich sein können. Garys Verständnis der Zeiten weckt in den Hungrigen das Verlangen, Gottes einzigartige Baupläne und Strategien für die einzelnen Zeitabschnitte selbst zu entdecken, sich anhand dieser zurechtzufinden und sich ihnen ganz und gar zu verschreiben. Bruce Friesen Lion of Judah Ministries Victoria, British Columbia Gary ist einer der hellsten Köpfe unserer Zeit. Er stellt Fragen, die bis zum Kern der Sache vordringen, wie schon Jesus es tat. Dabei zögert er nicht, heilige Kühe zu schlachten und das Fleisch der hungrigen Braut Christi als Speise darzureichen. Wenn du nach mehr suchst, ist der Tisch hier gedeckt. Dieses Buch ist gefährlich. Aber es hilft dir, dem Traum, den viele von uns in sich tragen, näherzukommen: die authentische Offenbarung Jesu durch die Gemeinde. Kim Unrau New Life Church Kelowna, British Columbia

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Inhaltsverzeichnis Empfehlungen ........................................................................... 3 Widmung .................................................................................. 5 Dank ......................................................................................... 7 Inhaltsverzeichnis ...................................................................... 9 Vorwort .................................................................................... 11 Einleitung ................................................................................. 19 Teil 1 Wachstum in der Gemeinde des dritten Tages Graham Cooke 1 Partnerschaften gegenseitiger Wertschätzung schaffen ........ 35 2 Wachstum in Menschen und Gemeinden ........................... 47 3 Die Gemeinde, etwas Lebendiges – Das Paradox der organischen Organisation .................................................... 61 Teil 2 Anbetung in der Gemeinde des dritten Tages Gary Goodell 4 Gottzentrische Anbetung .................................................... 77 5 Das Fest der Anbetung ....................................................... 85 Teil 3 Gottesdienste der Gemeinde des dritten Tages Gary Goodell 6 Gottesdienste der dritten Art .............................................. 95 7 Ergreife das nicht Planbare ................................................. 103

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8 Gruppen von zehn, Gruppen von fünfzig und Gruppen von hundert ...................................................................... 111 9 Was ist wirklich heilig? ....................................................... 127 Teil 4 Der Übergang in den dritten Tag Graham Cooke 10 Charakter und Übergang – Teil 1 ....................................... 141 11 Charakter und Übergang – Teil 2 ....................................... 179 Teil 5 Predigen in der Gemeinde des dritten Tages Gary Goodell 12 Der Neueinsatz des Predigers ............................................ 231 13 Ein neuer Weinschlauch des Lernens ................................. 239 Teil 6 Mission in der Gemeinde des dritten Tages Gary Goodell 14 Eine unverfälschte Mission ................................................ 251 15 Wertefragen ...................................................................... 259 16 Die Gemeinde – einfach und regional ............................... 269 17 Der dritte Tag – ein Nachwort .......................................... 283 Bibliografie ............................................................................ 289 Über die Autoren ................................................................... 291

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Vorwort Wie die Späher der Indianer aus dem Wilden Westen haben wir, mit dem Ohr auf dem Boden, das Galoppieren einer herannahenden neuen, andersartigen Gemeinde vernommen. Manche meinen, diese neue Gemeinde entspringe unserer unbändigen Verliebtheit in das postmoderne Weltbild unserer Kultur. Viele andere verweisen auf den Beginn einer neuen, apostolischen Reformation, die zur Folge haben wird, dass sich unser Herangehen an das Gemeindeleben völlig verändern wird. Andere wiederum sind der Überzeugung, dass diese neue Gemeinde, zumindest indirekt, mit dem neuen Jahrtausend verbunden ist. Sicherlich, diese neue Gemeinde ist draufgängerisch. Ja, sie ist bereit, Risiken einzugehen. Sie wird eine Gemeinde sein, die gerne dorthin geht, wohin zuvor noch niemand gegangen ist. Ähnlich Buzz Lightyear aus dem Trickfilm Toy Story wird sie „bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter“ gehen! Christian Schwarz, ein deutscher Forscher im Bereich des Gemeindewachstums, ist der Meinung, wir befänden uns im Zeitalter einer dritten Reformation. Die erste Reformation fand ihm zufolge im 16. Jahrhundert statt, als Martin Luther dafür kämpfte, dass die Errettung allein durch Glauben und die zentrale Position der Gnade und der Schrift wiederentdeckt wurden. Das war eine theologische Reformation. Die zweite Reformation erlebten wir laut Schwarz im 18. Jahrhundert, als die innige persönliche Beziehung zu Gott wiederentdeckt wurde. Dies nennt Schwarz eine Reformation des geistlichen Lebens. Was jetzt vor uns liegt, ist eine dritte Reformation, in der es um Strukturen geht, darum, wie wir das Gemeindeleben angehen.1 Die erste Reformation veränderte grundlegend unsere Theologie und doch blieben die Hauptelemente des Gemeindelebens davon unberührt. Die kommende Reformation wird jedoch das, was wir seit siebzehnhundert Jahren kennen, völlig umkrempeln und erneuern. Sie wird sich revolutionär leidenschaftlich dafür einsetzen, dass sich das Gemeindeleben verändert, was das Innergemeindliche als auch was die Mission angeht. 6


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Viele prophetische Stimmen nennen diese Gemeindereformation die „Gemeinde des dritten Tages“, und sie sehen das große Potenzial, das sie in sich trägt, um eine radikal neue Gemeindeform hervorzubringen. Im Zusammenhang mit diesem „dritten Tag“, diesem dritten Jahrtausend sprach Gott zweimal gegen Ende der Neunzigerjahre deutlich zu mir. Er sagte: „Ich habe die Erlaubnis erteilt, im dritten Jahrtausend die Gemeinde anders anzugehen als bisher.“ Zuerst dachte ich, dass dieser Gedanke, dieser Eindruck, diese innere Stimme, die ich vernommen hatte, Teil meiner Zeit mit Gott an diesem Tag war, während ich meine Gedanken auf meinem Laptop festhielt. Aber Gott sprach dieselben Worte nochmals zu mir, dieses Mal auf einer Pastorenkonferenz, die ich leitete. Und dieses Mal trafen die Worte mitten ins Schwarze. Du kennst sicher lasergestützte Waffen, die ihr Ziel mithilfe eines roten Punktes markieren – genauso präzise trafen die Worte. Sie drangen tief ein und jeder der anwesenden Leiter spürte es. Es gibt mindestens 50 Verweise auf den „dritten Tag“ in der Schrift, angefangen bei 1. Mose 1, 13 bis hin zu 1. Korinther 15, 4. Das deutet klar darauf hin, dass es um mehr geht als etwas, das sich ein Mensch ausgedacht hat, ein nettes Wortspiel oder der Spleen eines Bibelstellen-Ketten-Freaks.2 • In 2. Mose 19, 11–16 spricht Gott zu dem Volk Israel, es solle sich vorbereiten, denn am dritten Tag würde er herabkommen und seine Herrlichkeit offenbaren. • In Josua 1, 11 und 3, 2 fordert Gott das Volk auf, sich darauf vorzubereiten, am dritten Tag den Jordan zu überqueren. • In Esra 6, 15 wird der Bau des Tempels am dritten Tag abgeschlossen, worauf sich Johannes 2, 19–21 bezieht, wo Jesus sagt, dass er den Tempel wiederaufbauen wird, und dabei von seinem Leib spricht – als Erstes dem natürlichen und dann dem geistlichen Leib (siehe 1. Kor. 15, 46), der am dritten Tag auferweckt werden wird. • In Esther 4, 16 ruft Esther ein dreitägiges Fasten aus. Am dritten Tag begibt sie sich schließlich in Lebensgefahr, indem sie vor dem 7


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König erscheint, um Fürbitte einzulegen, ohne zuvor von ihm gerufen worden zu sein (siehe Est. 5, 1). • In Hosea 6, 2 lesen wir, dass Gott uns nach zwei Tagen neu beleben wird, damit wir am dritten Tag vor seinem Angesicht leben würden. • In Johannes 2, 1 wirkt Jesus am dritten Tag der Hochzeit in Kana sein erstes Wunder, als er Wasser zu Wein macht. Und natürlich gibt es noch die Hinweise auf den Tod, das Begräbnis und die vorhergesagte Auferstehung Christi „am dritten Tag“. Wenn man sich die Reise des Volkes Israel auch nur kurz ansieht, kann man leicht den Drei-Tage-Prozess erkennen. Der erste Tag markiert die Gefangenschaft in der Sklaverei und den Beginn des Verlassens. Der zweite Tag ist eine Prüfungszeit, in der alles, was bekannt war und Sicherheit vermittelt hatte, weggenommen wurde. Nun müssen wir uns an Gott und seine Verheißungen klammern, die sich erst noch erfüllen müssen. Der dritte Tag schließlich ist die Zeit, in der wir unser von Gott verheißenes Erbe antreten, dafür kämpfen und es in Anspruch nehmen. Ob wir uns Jona ansehen, der aus dem Bauch des Fisches am dritten Tag entkommt; Jesus, der der Erde am dritten Tag entkommt; Abraham, der am dritten Tag in die Ferne blickt; Josua, der am dritten Tag das Volk Israel über den Jordan in das verheißene Land führt; Esther, die am dritten Tag ihre königlichen Gewänder anlegt und vor den König tritt, oder Jesus, der sein erstes Wunder am dritten Tag der Hochzeitsfeier in Kana wirkt – der Ablauf ist eindeutig.

Tag eins, Tag zwei, Tag drei Der erste Tag bezeichnet das, worin wir uns momentan befinden, worin wir feststecken. Wir brauchen Veränderung, es muss sich etwas bewegen, wir sehnen uns nach mehr. Am zweiten Tag beginnen wir den Prozess des Loslassens, des Voranschreitens, wir blicken nicht mehr zurück, sondern bewegen uns auf die uns gegebene, aber noch unerfüllte Verheißung Gottes zu. Schließlich kommt der dritte Tag, an dem alles den Höhepunkt erreicht, an dem die Verheißung sich 8


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erfüllt, an dem wir den Sieg erringen, die Auferstehung erleben und in Empfang nehmen, was für uns bereitliegt. Der erste Tag ist also der Zeitpunkt, wenn du dich deinen Enttäuschungen, deiner Unzufriedenheit mit dem, wie es gerade ist, stellst und es wagst, aus dem dir Bekannten heraus in das dir noch Unbekannte einzutreten. Dann bewegst du dich von Tag eins zu Tag zwei und von Tag zwei zu Tag drei. Am zweiten Tag geht es um das Warten und Hoffen, darum, dass du geduldig, aber felsenfest eine Antwort erwartest, die du noch nicht empfangen hast. An diesem Tag geht es um den Tod und das Sterben. Es geht darum, dass du zulässt, dass deine Vision stirbt, denn bis das nicht geschehen ist, wird sie nicht wirklich zum Leben erwachen können. Hier kommt auch die „dunkle Nacht der Seele“ ins Spiel. Es geht darum, zu prüfen, ob du bereit bist, das Vergangene hinter dir zu lassen und dich auf den „neuen Tag“ zuzubewegen, auf den „dritten Tag“, egal, was dich das auch kosten mag. Vor einigen Jahren beschrieb meine Tochter das auf ihre ganz eigene Weise: „Papa! Jetzt verstehe ich es! Wenn Gott eine Tür schließt, öffnet er immer gleichzeitig eine andere, nur der Weg dorthin ist die Hölle!“ Das beschreibt den zweiten Tag recht gut – die Hölle! Wenn wir von der „Gemeinde des dritten Tages“ sprechen, geht es darum, prophetisch zu thematisieren, dass uns ganz neue, innovative Ansätze fürs Gemeindeleben angeboten werden. Manche dieser Wege wirken neu auf uns, auch wenn sie eigentlich schon alt sind, doch wir haben sie nicht ausprobiert. Andere beschreiben Ansätze, Gemeinde zu leben und zu sein, die uns noch völlig unbekannt sind, an die wir nicht einmal gedacht haben. In diesem Sinne beschreibt der erste Tag unser Gemeindeleben, wie wir es gewohnt sind. Am zweiten Tag lassen wir diese alten Wege sterben. Am dritten Tag dann machen wir Platz für neue Ansätze für unsere Treffen, um Gottes Gegenwart mehr Raum zu schaffen und unseren Auftrag als Gemeinde zu betrachten und anzugehen, sowohl lokal als auch regional.

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Neue Ansätze fürs Gemeindeleben Um an den Punkt zu kommen, etwas Neues, etwas anderes auszuprobieren, um überhaupt daran zu denken, den ersten Tag zu verlassen – den Tag der so gut bekannten Formen, der gegenwärtigen Gewohnheiten, unserer uns so vertrauten Traditionen –, muss innerlich oder auch äußerlich ein gewisses Maß an Unzufriedenheit vorhanden sein, und das schon für eine gewisse Zeit. Das braucht es, um jemanden dazu zu bringen, das ihm Bekannte zu riskieren, um sich in die Tiefsee des ihm Unbekannten zu stürzen, den Ort zu verlassen, an dem er sicher war, um einen ihm noch völlig unbekannten Ort aufzusuchen. Allein der Gedanke daran, den sicheren Hafen zu verlassen, ist Qual genug, um uns im ersten Tag zu halten. Der dritte Tag ist kein angepasster, überarbeiteter erster Tag. Hier braucht es die leidenschaftliche Entschlossenheit, das Bekannte zu verlassen, das, was man kennt und sieht, zugunsten des Unbekannten, dessen, was man nicht kennt und auch nicht sieht … und, wie schon Abraham, dann nicht mehr zurückzublicken. Es braucht hierfür einen wahren Glaubensschritt, bei dem man das Land der Selbstsicherheit hinter sich lässt und zu einem neuen Ort aufbricht. Wichtig ist auch das Bewusstsein, dass in der berühmtberüchtigten Übergangsphase, am zweiten Tag, zwischen dem, was man verlassen hat, und dem, was man zu finden sucht, alles erschüttert, alles geprüft wird und der Tod auf einen wartet. Das lateinische Wort, das diesen Ort bezeichnet, ist liminis und bedeutet „Schwelle“.3 Wenn du diesen Ort betrittst, weißt du noch nicht, wohin dich die Reise führt, du schaust aber auch nicht zurück. Du bist auf der Durchreise, weder hier noch da. In Hebräer 11,8 lesen wir, dass Abraham das ihm Bekannte verließ und sich im Glauben entschloss, eine Reise anzutreten, deren Ziel er noch nicht kannte. Der Gedanke an den Schmerz, die Unklarheit und die Unstetigkeit des zweiten Tages hält viele von uns im ersten Tag gefangen. Wir können nicht anders, als beständig Woche für Woche, Gottesdienst auf Gottesdienst immer dasselbe tun, denn wir wollen nicht auffallen, wollen nicht missverstanden oder als abnormal, als Abweichler oder 10


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Bedrohung gebrandmarkt werden. Dazu kommt, dass wir nicht so aussehen wollen, als wüssten wir nicht, was wir tun und wohin wir gehen. Und doch – warum springen wir nicht ab? Warum wagen wir es nicht, herauszutreten? Warum stürzen wir uns nicht in diesen dunklen zweiten Tag? Wenn wir das nicht früher oder später tun, hat das unweigerlich zur Folge, dass wir so abgestanden, so spröde werden, dass die alten Weinschläuche sich rundum verschließen und weder empfangen noch geben können. Eines ist klar – du wirst den dritten Tag erst erreichen, wenn du aus dem ersten heraustrittst und bereit bist, den Tribut des zweiten Tages zu zahlen. Dies sind nicht philosophische Schmähreden, die ich hier führe. In jedem von uns findet sich, zumindest in einem gewissen Maße, eine göttliche Unzufriedenheit, die da brodelt, und das schon eine ganze Weile, seien es Jahre, vielleicht sogar ein ganzes Leben lang. Dabei nehmen wir tief in unserem Herzen, in unserem Innersten, in unseren Leidenschaften und Träumen die ganze Zeit über wahr, dass es mehr gibt, etwas Tieferes, etwas, das wir noch nicht erlebt haben, weil wir uns aus Angst vor dem Ungewohnten nicht getraut haben, die nötigen Schritte zu gehen. Wenn wir dieses Risiko nicht eingehen, wenn wir diesen Glaubensschritt nicht wagen, verdammen wir uns dazu, langsam und qualvoll zu sterben.

Zeit für Experimente Die meisten Experimente beginnen in den Gedanken, und das lange Zeit bevor sie in Worte gefasst oder gar in Taten umgesetzt werden. Es geht darum, sich den Freiraum einzugestehen, darüber tagzuträumen, wie beispielsweise der Lobpreis im Gottesdienst anders laufen könnte, wie mehr Menschen am Verlauf des Gottesdienstes beteiligt werden könnten oder wie die Struktur der Gemeinde im Großen oder im Kleinen optimiert werden könnte. Das bedeutet, zuzugeben, dass man die Nase davon voll hat, blind in der Gemeinde stereotype Vorgaben nachzuäffen und stattdessen ein Prototyp, ein neues Vorbild sein zu wollen, Risiken dabei einzugehen, dem Gott der Gemeinde 11


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zu gehorchen, der ruft, eine aktuelle Ausprägung des „dritten Tages“ zu werden. Wo auch immer das beginnt, muss es sich schließlich auch in Taten ausdrücken. Es gibt dafür ein nettes Bild. Sitzen drei Frösche auf einem Holzstamm, alle drei entscheiden sich, zu springen. Wie viele sind es nun noch auf dem Holzstamm? Natürlich weiterhin drei. Sie haben sich zwar entschieden, zu springen, gesprungen sind sie aber nicht. Seit Jahren stelle ich meinen Pastorenkollegen eine offene Frage. „Wenn du nicht versagen könntest, würdest du dann anders an die Gemeindearbeit und das Gemeindeleben herangehen?“ Ich kann dir gar nicht sagen, wie oft ich ein begeistertes „Ja!“ zur Antwort bekam. Auch ich habe mir diese Frage oft selbst gestellt. Trotz meiner Ängste hat mich mein persönliches Ja schlussendlich dazu gezwungen, etwas zu tun, und das Experiment begann.

Die Gemeinschaft der Freiraumschaffenden Wir waren eine kleine Gemeinde an der Westküste und auf der Reise zum dritten Tag. Dabei betrachteten wir uns nicht als solche, die schon angekommen wären, oder als neue Elite, die neue Gruppe in der Endzeit, die jetzt allen zeigen will, dass sie dem gesamten Leib Christi sagen könnte, was dran ist. Wir sind weiterhin nur eine Gruppe aus Schwestern und Brüdern, eine etwas unkonventionelle Bruderschaft von Pilgern. Wir wollen einander bestimmt und voller Absicht darin ermutigen, anders an die Gemeinde heranzugehen als gewohnt und wir haben die Hoffnung, dadurch in diesem postmodernen dritten Jahrtausend auch effektiver zu werden. Dieses Buch beschreibt die Reise einer Gemeinde in den „dritten Tag“, die neue Herangehensweisen an das Gemeindeleben ausprobiert. Wir laden dich ein, gewohnte Denkmuster hinter dir zu lassen, mutig etwas Neues zu wagen, die dich einengenden Rahmen zu verlassen und zu träumen, während du uns beobachtest, wie wir dieses Experiment des dritten Tages erlebt haben. Gary Goodell 12


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Einleitung Die uns umgebende Welt ist voller Veränderung. Es ist äußerst schwierig, mit dem Erfindungsreichtum des Menschen Schritt zu halten. Kaum ist ein technischer Durchbruch gelungen und wird zum Kauf angeboten, schon wird es verkleinert und verbessert. Bis du gelernt hast, das Gekaufte richtig zu benutzen, ist es schon veraltet. Ländergrenzen verändern sich, Länder entstehen, spalten und vereinen sich. Verschiedene Wirtschaftssysteme erleben massive Veränderungen, und wir wissen, das kein System jemals wieder sicher sein wird. Manche dieser Veränderungen beeinflussen nicht nur unseren Lebensstil, sondern auch unsere Wahrnehmung unseres Menschseins. Obwohl so viel Veränderung in unserer Welt geschieht, haben es die meisten von uns nicht gelernt, gesund mit Veränderungen umzugehen. Ohne zu wissen, warum wir das tun, wehren wir uns instinktiv gegen alles, was auch nur wie Veränderung aussieht. Etwas in den meisten von uns hat ein großes Problem mit Veränderung, sodass wir alles Mögliche tun, nur um Veränderungen um jeden Preis zu vermeiden. Die Übergangszeit ist eine Abenteuerreise in das Unbekannte mit all den dazugehörigen Risiken des Ungewissen. Veränderung berührt uns so tief in unserem Herzen, weil sie den Istzustand hinterfragt. Sie sorgt dafür, dass wir uns unwohl und verletzlich fühlen, denn wir betreten Land, das uns bislang völlig fremd war. Gerne sprechen wir über Abraham und wie er im Vertrauen auf Gott loszog, ohne zu wissen, wohin ihn die Reise führen würde (siehe Hebr. 11, 8). Geht es aber darum, dass wir auf diese Glaubensreise aufbrechen sollen, wird auf einmal alles anders. Gott hat für diese Zeiten seine eigenen Landkarten. Die alten sind nicht mehr zu gebrauchen, die neuen werden erst fertiggestellt, während wir schon auf dem Weg sind. Zu jeder Veränderung gehört, dass wir eine Sache loslassen, um die nächste zu ergreifen. Das ist wie Tod auf Raten. Was stirbt? Unsere Vorstellungen, unsere Einstellungen, unsere Wahrnehmungen und Konzepte, und das, so scheint es, ohne dass es etwas Offensichtliches 13


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gäbe, das ihren Platz einnehmen würde. Das heißt, wir sehen nur das Prinzip des Ersatzes, während wir uns auf der Reise befinden. Aber nicht nur das, wir erleben es auch. Manchmal kommt diese Erfahrung als Erstes und das Verständnis erst danach, im Rückblick. Deshalb ist es wichtig, dass wir, wenn wir mit dem Herrn in ein neues Land reisen wollen, auch Zeit einplanen, damit wir uns gedanklich damit auseinandersetzen können, wo wir uns gerade befinden und woher wir gekommen sind. Unsere Karte des Glaubens muss für all die, die nach uns kommen, auf dem neuesten Stand gehalten werden. Pioniere zeichnen die Karten, selten nutzen sie sie! Jede Tagesetappe dieser Reise in das Neue ist von einem langsamen und teils auch schmerzhaften Loslassen des Alten gekennzeichnet. Auf diesem Weg erleben wir einen Prozess des Todes und die Frucht, die wir in Zukunft tragen werden, kommt aus diesem Tod, den wir hier erleben (siehe Joh. 12, 24). Der Heilige Geist wird uns lehren, falls wir das gestatten, uns mit Gott auf den Moment einzulassen. Wir können uns Gott so bewusst sein, dass wir uns keine Sorgen mehr machen müssen. Es gibt einen Frieden, der so tief geht, dass er nicht erschüttert werden kann. Es gibt eine Ruhe in Gott, die so mächtig ist, dass der Feind sie fürchtet. (Ruhe ist eine Waffe gegen das Böse.) Wenn wir das mit Gott erleben möchten, müssen wir uns ihm hingeben und auf alles einlassen, was er uns bringt. In seiner Weisheit lässt Gott zu, was er in seiner Macht leicht verhindern könnte. Der tägliche Tod, von dem Paulus spricht, beinhaltet einen Prozess des Sterbens sich selbst gegenüber. Veränderung ist dabei ein Schlüssel. Wenn du Gottes Leben genießt, kannst du Veränderung nicht fürchten. Wo Gott gegenwärtig ist, ist der Widerstand gebrochen. Tod, das Verständnis von Veränderung, befreit uns, das Abenteuer des Neuen zu erleben. Wir heißen das Risiko willkommen, weil Gottes Leben in unseren Adern pulsiert. Er lockt uns mit neuen Gaben, neuen Bereichen, einer frischen Salbung und verschiedenen Herausforderungen, was unseren Glauben und unsere Liebe anbelangt. Gottes große Kraft wird uns in den Kampf bringen, und das mit keinem anderen Gedanken als dem, dass seine große Liebe uns vor 14


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dem Feind beschützt. Gott ist gleichermaßen achtsam und sorgenfrei. Veränderung schenkt uns die Möglichkeit, ihm ähnlicher zu werden und beständig von dem zu kosten, was er für uns bereithält. Er verändert sich niemals, das ist Teil seiner Schönheit. Er ist endlos treu und unveränderlich, sodass wir zu jedem Zeitpunkt wissen können, wo wir in seinem Herzen sind. Diese Beständigkeit möchte er in uns erwecken, damit wir diesen Aspekt seines göttlichen Wesens mit ihm teilen. Auch wenn er sich selbst niemals verändert, sorgt er doch für endlose Veränderung in dem, was ihn umgibt. Ihn zu kennen, ist gleichbedeutend damit, von ihm verändert zu werden. Er liebt die Reise, auf der wir uns befinden. All unsere Wegstrecken hat er sorgsam durchdacht. Tod und Leben vereinen sich in ihm. Unveränderliche Veränderbarkeit ist Teil des Mysteriums, das ihn ausmacht. Finde Bedeutung in ihm und du wirst deine Reise viel besser verstehen können. Alles beginnt und endet in ihm, dem Alpha und Omega der Veränderung. Die Unvermeidbarkeit der Veränderung wird durch Gottes Gegenwart etwas, das du genießen kannst. Wenn wir uns den Prozessen stellen, wächst unsere Wertschätzung für unsere Reise beständig und unser Glaube nimmt zu. Veränderung kommt von innen. Was auch immer Gott in uns wirkt, geschieht von innen nach außen. Darum ist das, was in uns geschieht, wichtiger als das, was uns äußerlich umgibt. Wenn wir dem Herrn Jesus den Platz einräumen, den er in uns fordert, werden all unsere äußerlichen Probleme kleiner oder verschwinden. Veränderung wird uns begeistern, weil der Herr uns begeistert. Unsere Karte wird gezeichnet, während wir das Leben in Christus leben. Wenn wir dabei beständig denselben Punkt erreichen, kann es sein, dass es daran liegt, dass wir der Veränderung in uns widerstanden haben. Veränderung hilft uns beim Wachsen, und Wachsen ist Teil des Lebens. Werden wir nicht herausgefordert, gibt es nichts, das wir überwinden könnten, und unser Glaube kann nicht zunehmen. Fehlt eine Erwartungshaltung, bleiben unser Sinn und unser Herz klein.

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Der Prozess ist beziehungsorientiert Die Zeit des Übergangs ist ein Prozess, eine Abfolge von Schritten und Ebenen, und so kommen wir von einem Bereich in den nächsten. Das Leben hat einen Rhythmus, genauso wie unser Wandel mit Gott. Es ist sehr wichtig, dass wir vor dem Herrn im Einklang mit unserem inneren Menschen sind. Als Jesus sprach, tat er dies in Gleichnissen über Hirten, Fischer und Bauern. Damit verband er den natürlichen Rhythmus der Menschen mit seiner Lehre über die Bewegung und die Geschwindigkeit des Lebens im Geist. In Zeiten vor der starken Technologisierung des Lebens führten die Menschen ihr Leben in einer anderen Geschwindigkeit, in einem anderen Rhythmus. Sie waren im Einklang mit der Natur und ihren Wegen und Prozessen. Nur so konnten sie überleben, sie mussten sich damit auskennen. Was im Natürlichen gilt, gilt auch im Geist (siehe 1. Kor. 15, 46). Unser Leben mit Gott ist untrennbar mit unserem beruflichen Werdegang und unseren natürlichen Verbindungen verbunden. In unseren Tagen leben die Menschen nach der Uhr und dem Kalender. Wir nehmen uns für andere Menschen Zeit nach den Vorgaben unseres Terminkalenders und nicht gemäß dem Rhythmus unseres Lebens. Zu anderen Zeiten orientierten sich die Menschen in ihrem Leben nach Saat, Ackerbau und Ernte. Die Jahreszeiten waren der einzige Kalender, den sie wollten, und sie benötigten keinen anderen. Wir werden jedoch von Lieferfristen, zeitlichen Einschränkungen und Zeitplanvorgaben beherrscht. Nur wenige Menschen essen dann, wenn sie hungrig sind, schlafen, wenn sie müde sind, oder stehen auf, wenn sie erholt sind. Wenn wir zwei Stunden zu früh erwachen, bleiben die meisten von uns im Bett, da es noch nicht an der Zeit ist, aufzustehen. Alles schön und gut, aber worauf will ich hinaus? Was ich sagen will, ist, dass wir den Bezug zu unserem natürlichen Rhythmus verloren haben. Wir tun uns schwer, unser Leben „im Fluss“ zu führen, der in uns entspringt. Es gelingt uns kaum, unsere innere Stimme, unser äußeres Leben formen und definieren zu lassen.

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Unsere Welt ist dafür zu funktional, zu strukturiert und künstlich. Es gibt nur wenig Raum für Ruhe und Frieden in dem Leben, zu dem wir gezwungen werden. Gott hat es so gewollt, dass unser Leben einem bestimmten natürlichen und geistlichen Prozess folgen soll. Die Gesellschaft hat uns in großen Teilen beides geraubt. Körperlich sind wir die Summe einer Abfolge von Bewegungen, psychologisch und geistlich gilt derselbe kreative Prozess. Beispielsweise ist das Ausruhen ein wichtiger Prozess in allen drei Bereichen. Körperliche Ruhe im Schlaf, Ruhe für unsere Gedanken und das bewusste Sich-Gott-anvertrauen-und-nicht-Sorgen, all das gehört zum Rhythmus unseres Lebens vor Gott. Die Nahrungsaufnahme tut unserem Körper gut, Lesen und Unterhaltungen unserem Denken, Gebet unserem Geist. Die Welt denkt nur in funktionalen Rahmen, dabei wurden wir geschaffen, in Beziehungsstrukturen zu leben. Die Einsamkeit und der Mangel wahrer Freundschaft und Begleitung in unserem Leben schaden unserer Gesundheit. „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei …“ (1. Mo. 2, 18). Der beziehungsorientierte Prozess dreht sich um die Reise, die wir mit Gott und miteinander unternehmen. Momentan beherrschen uns die Funktionen im Leben. Jeder möchte wissen, was wir tun, und nicht so sehr, wer wir sind. Menschen definieren ihr Leben über ihren Wohnort, ihre Berufsbezeichnung und ihre Leistung. In diesem geschäftigen Funktionsrahmen haben wir nur selten wirklich Zeit für Menschen und pflegen stattdessen viele oberflächliche Beziehungen. Wir tragen gesellschaftliche Masken der Höflichkeit, hinter denen wir unsere Ängste, Sorgen und wahren Gedanken verstecken. Weil wir uns vor Ablehnung fürchten, vermeiden wir es, unser wahres Ich zu zeigen. Wir befürchten, schroff zurückgewiesen zu werden, sodass wir mit den Menschen, die uns umgeben, keine tiefen Beziehungen eingehen. Wir sehnen uns danach, geliebt zu werden, doch wahre Liebe ist nur möglich, wenn wir unser wahres Ich offenlegen. Der Übergang dreht sich zentral um die Reise der Beziehungen. Wir lernen, zu vertrauen, offen und ehrlich zu sein, zu verstehen und verstanden zu werden, anzunehmen und anzuerkennen, und finden so selbst Annahme und Anerkennung. Beim Übergang geht es darum, 17


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Verbindungen mit anderen einzugehen, während wir die Karte des Lebens gemeinsam im Geist zeichnen. Wir verbinden uns in unseren Ängsten und Sorgen, Träumen und Wünschen, Freuden und Abneigungen. Sobald wir einen Teil von uns verbergen, weil wir uns davor fürchten, ihn offenzulegen, trennen wir uns von den Menschen, die uns umgeben, oder verhindern, dass wahre Verbindungen entstehen.

Zum Prozess gehören Krisen Der Übergang bringt uns in derartigen Umständen zusammen, die keine ideale Voraussetzung sind. Zum Übergang gehört die Krise. Die Krise wiederum führt uns in einen Prozess, im Rahmen dessen unsere innere Karte uns an einen neuen Ort unserer Verheißung führen wird, wenn wir diesen Wegabschnitt treu abschließen. Ja, es ist gefährlich und anstrengend, aber zugleich auch begeisternd und inspirierend. Die Herausforderung besteht darin, dass wir vorab nicht erkennen können, dass wir uns auf einen Übergang zubewegen, weil wir nicht von innen heraus leben. Wenn wir jedoch aus unserem inneren Menschen des Geistes leben, nehmen wir Nuancen wahr wie ein Seemann, der merkt, wenn sich der Wind nur leicht ändert, oder der Bauer, der den frühen Regen schon im Voraus riechen kann. Diese Zeichen sorgen dafür, dass wir uns Gedanken machen und uns Gott durch Gebet und Anbetung nahen. Wir bitten ihn um Gnade und Weisheit, weil wir wahrnehmen, dass sich etwas verändert. Unser Frühwarnsystem funktioniert. Die meisten Gemeinden haben ein solches Frühwarnsystem. Man nennt sie „Propheten“, es können aber auch normale Gläubige sein, die eine prophetische oder fürbittende Gabe haben. Schwierig ist, dass der Prophet von Veränderung und dem Übergang spricht, während sich alle anderen noch im sicheren Hafen des Segens befinden. So kommt es, dass Gemeinden ein solches Wort selten aufgreifen und intern verarbeiten. Die prophetische Botschaft ist uns gegeben, um im Bereich unserer Perspektive, unserer Position und unserem Bitten Veränderungen vornehmen zu können, sodass wir uns in der kommenden Krise als treu erweisen. Viele Menschen beachten die Warnung vor dem Sturm zu spät und bringen sich völlig unnötig in Gefahr. 18


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Wenn wir unser Augenmerk mehr auf unsere Beziehung zu Gott und zueinander richten würden, könnten wir gerader und ruhiger durchs Leben gehen. Steve Chua, einer meiner Freunde, der auch im Dienst steht, wies mich einmal darauf hin, dass das chinesische Wort für „Krise“ aus zwei Bestandteilen zusammengesetzt ist, die Gefahr und Chance bezeichnen. Die Gefahr besteht in der Erschütterung. Zur Krise gehört oft ein Sturm; auf einmal finden wir uns in einem Wirbelsturm verschiedenster Umstände wieder. Diese Zeit ist bestimmt von Bewegung, Angriff, Aufwühlendem, Leidenschaftlichem, Auseinandersetzungen und Ausbrüchen. Jeder geistliche Sturm hat zwei Teile. Der erste bricht auf uns herein, erwischt uns völlig unvorbereitet und sorgt für Verwirrung. Möglicherweise haben wir das Frühwarnsystem ignoriert und nicht auf seine Warnung geachtet. Unser innerer Mensch war nicht positioniert und bereit, zuzuhören. Jetzt finden wir uns plötzlich inmitten einer Krise und unsere Beziehungen geraten unter sehr großen Druck.

Der Prozess ist hauptsächlich innerlich Wenn Menschen keinen inneren Bezugspunkt haben, gehen sie unter Druck nach außen los. Weil sie funktional denken, sehen sie die Dinge dementsprechend. Andere sind schuld, weil dieses oder jenes nicht geschah. Wir setzen uns dann über die Funktion zueinander in Bezug. Dabei werden wir wütend und genervt und suchen nach einem Ausweg im Natürlichen, in unseren Gefühlen. Wir nehmen uns zwar die Zeit, uns die Frage zu stellen, warum das alles geschieht, tun das aber nur auf der natürlichen Ebene. Die Antworten, die wir hier finden, schenken uns nicht die nötige Weisheit, um über das Natürliche hinauszublicken. Der äußere Mensch sieht die Gefahr und reagiert darauf, er geht wahllos auf das los, was sich vor seinen Augen befindet, wirft mit Schuldzuweisung um sich und wird nur noch davon angetrieben, um jeden Preis zu überleben. Unsere Gebete sind aber für Befreiung und eine Lösung.

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Der innere Mensch ist sich der Gefahr bewusst, sieht aber auch Chancen in dem, was Gott uns hier gibt. Diese innere Perspektive ermöglicht es uns, uns an Gottes Ziel zu orientieren und im Einklang mit seinem Willen zu beten. Wer aus seinem Inneren lebt, blickt über das Natürliche hinaus in den Geist hinein und kann so geduldig darauf warten, dass der Herr Jesus sich offenbart und kann ihn dabei loben und preisen. Beim Übergang geht es um die Offenbarung und den Prozess, der notwendig ist, um die Offenbarung erfahrbar werden zu lassen. Wir verpassen grundlegende Wahrheiten und das tiefere Wirken Gottes, wenn wir funktional und nicht beziehungszentrisch denken. Wenn wir auf den Sturm nicht vorbereitet sind, nehmen wir ihn in die Seele, nicht in den Geist. Unsere Seele ist der äußere Mensch, der mittels unseres Körpers reagiert, dem äußersten Teil unserer selbst. In uns erleben wir einen Konflikt, der Geist kämpft gegen das Fleisch (siehe Gal. 5, 17). Unsere Seele und unser Fleisch interagieren. Dabei besteht unsere Seele aus unserem Denken, unseren Gefühlen und unserem Willen. Diese Elemente können nach innen gewendet werden, dem Geist zugewandt, wenn der innere Mensch seine Aufmerksamkeit auf Gott richtet und ihm treu ergeben ist. Sie können aber auch über Beziehungen, Umstände und Einflüsse nach außen gewendet werden. Eine solche nach außen gewandte Sicht ohne inneren Halt wird dazu führen, dass Sorge, Angst, Wut, Bitterkeit und Zurückweisung unser Herz ergreifen können. Wir sind dann aufgebracht und ärgerlich und machen den Menschen um uns herum das Leben schwer. Offenbarung deckt auf, wer Gott ist und was er tut. Das beeinflusst unser Leben und verändert unsere Sicht. Sie trennt Geist und Seele und befähigt uns, vor Gott zu leben und das, was er uns schenkt, auch zu erleben (siehe Hebr. 4, 12). Auch wenn unser äußerer Mensch unter dem Gewicht der Angriffe des Lebens und unserer Umstände leidet, bleibt unser innerer Mensch im Gleichgewicht/in der Ruhe vor Gott, was für beständige Erneuerung sorgt (siehe 2. Kor. 4, 16–18). Der innere Mensch blickt nicht auf das Sichtbare, sondern sieht tiefer und nimmt wahr, was stärker und lebensverändernd ist. 20


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In allen Zeiten der Trübsal und des Übergangs ist es die Offenbarung der Absicht Gottes, die den inneren Menschen durch die herrliche Macht des Geistes mit großer Kraft stärkt. Es geschieht eine Veränderung in unserem Inneren, die Glauben und Verständnis aufsteigen lässt. Dadurch sind wir erfüllt und so gestärkt, dass möglich wird, was wir für unmöglich gehalten hätten. Beim Übergang geht es darum, dass der innere Mensch des Herzens die Verbindung zu Gott entdeckt und aufrechterhält (siehe Eph. 3, 13–21). Es geht darum, die Ruhe Gottes (siehe Hebr. 4) und in ihm Frieden zu finden. Es geht um die Wiederherstellung des Beziehungsaspektes mit Gott, um an einen inneren Ort im Geist vorzudringen und zu lernen, dort zu bleiben. In deinem inneren Menschen findest du die Frieden stiftende Gegenwart Jesu inmitten deiner äußerlichen Unruhen (vgl. Mk. 4, 36–39). Diese Möglichkeit schenkt uns Gott in der Krise der Übergangszeit, damit wir innerlich Veränderung erleben und wachsen. In Krisenzeiten vertrauen wir uns fest seiner Fürsorge an und gehorchen ihm bedingungslos. Eine Krise, die Übergangszeit, der Prozess – all das öffnet uns eine Tür, sowohl für uns als Einzelpersonen als auch gemeinschaftlich, um Gott kennenzulernen, ihn zu erleben und von ihm verändert zu werden. Die Krise ist eine innere Tür, die sich öffnet und uns ganz neue Möglichkeiten schenkt dank der Gefahr der uns umgebenden Umstände. Der Geist Gottes erforscht alles in unserem Leben und ermöglicht es uns, den Sinn des Herrn zu erkennen (Offenbarung) und das zu erleben, was Gott uns in dieser Situation schenken möchte (siehe 1. Kor. 2, 10–16). Oft erwischt uns der Sturm völlig unvorbereitet. Wenn wir es gelernt haben, aus unserem Geist zu leben, können wir uns dorthin zurückziehen und geduldig auf Gott harren. Wenn wir diese gnädige Versorgung noch nicht zu nutzen gelernt haben, ereilen uns leicht Sorge und Angst. Dann werden wir von unseren Umständen und Gedanken hin- und hergeworfen, die Gott nicht unterworfen wurden. Der innere, geistliche Mensch ist der Anker, den unsere Seele braucht.

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Inmitten unserer Leiden wird sich uns die Güte Gottes offenbaren. Er will, dass wir die Krise erfolgreich meistern. Er möchte, dass wir durch die Tür gehen und die Möglichkeiten ergreifen, anstatt von den Schwierigkeiten in der Situation abgelenkt zu werden. Er gibt uns auch gerne eine zweite Chance, um dabei Erfolg zu haben. Jeder Sturm besteht aus zwei Teilen, und Friede liegt dazwischen. Gemeinden, die Schwieriges durchmachen, benötigen apostolische oder prophetische Hilfe, damit ihnen die Sicht des Himmels zuteilwird. Diese Dienstgaben können Frieden und Offenbarung bringen. Sie stehen mit einem Bein in unserer Vergangenheit und dem anderen in unserer Zukunft. Sie können uns sagen, wo wir waren und wohin wir gehen, und sie können das mit unserer Gegenwart verbinden, sodass wir in der Lage sind, zu verstehen, wo wir uns gerade befinden. Sie erklären uns, was aus Offenbarungssicht hinter dem steckt, was wir erleben. Wenn wir Verständnis besitzen, erspart uns das nicht die zweite Hälfte des Sturmes. Doch da wir jetzt Offenbarung besitzen, können wir uns daran orientieren wie an einem Kompass, der uns die Richtung weist, in die wir uns nach dem Willen Gottes bewegen sollen. Wir können die Veränderungen nun ertragen, denn wir wissen, was Gott bewirken möchte. Jetzt können wir loslassen und Gott sein Werk vollenden lassen. Es kann sein, dass wir persönlich schwierige Situationen durchmachen, die wir nicht innerlich verarbeiten. Dann müssen wir darauf achten, die süße Stimme der Vernunft wahrzunehmen. Vielleicht spricht sie durch eine Predigt, ein Buch, das wir lesen, eine Bibelstelle, die wir studieren, ein Gebet, das wir empfangen, einen Brief oder eine Postkarte, ein prophetisches Wort oder ein Telefonat mit einem besorgten Freund. So oder so wird sie kommen. Sehr oft verpassen wir sie jedoch, weil unsere Seele nur von Befreiung hören möchte und wir alles dementsprechend filtern und alles, was nicht zu unseren seelischen Wünschen passt, ignorieren. Der innere Mensch weiß, dass der Prozess von zentraler Wichtigkeit ist, wenn wir uns ansehen, wie Gott im Leben der Menschen wirkt. Das Leben ist eine Reise. Mary Dennison, eine meiner Freunde, sagte mir einmal: „Klammere dich nicht so sehr an dein Ziel, dass du die Reise nicht mehr genießen kannst!“ 22


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Wenn unser Verhalten von unserer Seele bestimmt wird, beschäftigen wir uns schnell nur noch damit, uns zu schützen. Die empfindsamen Stellen in unserem Denken und unserem Herzen werden hinter Schutzkleidung verborgen. Wie mit einer schusssicheren Weste sind wir so sicher vor allen Widrigkeiten. Im Kontrast dazu findet der geistliche Mensch seinen Schutz in der Liebe Gottes. Er weiß, dass Gott unser Zufluchtsort, unsere Festung, unsere Burg, unser sicherer Rückzugsort ist. Wenn die Seele sich zu schützen sucht, ist sie sich dessen nicht bewusst, dass die harte Schale verhindert, dass Beziehungen zu Gott und Menschen entstehen. Eine solche Schale zu tragen, ist lästig. Sie schützt dich nicht nur, sie sorgt auch dafür, dass alle deine Wunden in dir eingeschlossen sind. Der innere Mensch wird all das los, indem er offen mit Gott und Menschen kommuniziert. Der äußere Mensch wird hingegen von alledem gefangen gehalten, bis sich ein passender Kanal öffnet. Sorgen, Ängste, Enttäuschungen und Wunden wirken sich dann negativ auf unsere Persönlichkeit aus, weil sie keinen Kanal finden. Wir werden wütend, verärgert, verbittert und rachsüchtig in all dieser inneren Aufruhr. Unsere Gesundheit leidet darunter und wir sind unglücklich, negativ und überheblich. Finden wir keinen Weg, mit diesen Dingen umzugehen, bleiben sie vorhanden. Sie verlassen uns niemals und wirken beständig in unserem Inneren. Jede Sache, die nicht geklärt wurde, bildet eine weitere Schicht, derer wir uns entledigen müssen, wenn wir im Leben Freude erleben wollen. Je mehr Schichten wir ansammeln, umso dicker wird die Schale, die unser Herz und unsere Gefühle ummantelt. Enttäuschung ist die Folge all dieser unverarbeiteten Konflikte. Wir sind dann ungeduldig und verlieren leicht die Nerven. Wir haben das Gefühl, dass andere Menschen unser Leben ruinieren. Wir wollen dann nicht zulassen, dass sie ihre eigene Meinung haben. Der einzige Grund, aus dem wir zuhören, ist, um unsere Meinung kundzutun. Schon während sie noch reden, feilen wir schon an einer schlagfertigen Antwort. Die Übergangszeit durchbricht die Schale unserer Persönlichkeit und öffnet unsere Härte. Enttäuschung und Frustration sind Schlüssel zum 23


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Wachstum. Ein Teil dieser Frustration kommt von Enttäuschungen und ungeklärten Problemen in unserer Vergangenheit, die für Unzufriedenheit und mangelnde Erfüllung sorgen. Wir erwarten dann unbewusst, ständig behindert und enttäuscht zu werden. Also bemühen wir uns darum, schneller zu sein und als Erster zuzuschlagen. Wir sind darin geübt, in Menschen und Situationen die Fehler, die Risse und das Negative zu sehen, da unsere Schale sich vor Eindringlingen schützen möchte.

Der Prozess setzt Potenzial frei Dank des prophetischen Teils meines Dienstes hatte ich Hunderte Begegnungen mit Menschen, die mir gegenüber negativ voreingenommen waren, weil sie annahmen, ich könne sie durchschauen, aber ich sehe eigentlich lieber das Gute im Menschen. Niemand kann seinen Müll auf lange Sicht erfolgreich verstecken, die Wahrheit kommt immer heraus. Ein Prophet hält Ausschau nach dem Schatz in irdenen Gefäßen, und diesen bringt er hervor. Wir sind auf Schatzsuche und blicken auf Menschen mit den Augen des Herrn Jesus, dem sanftesten Menschen, den ich kenne. Gott spricht immer in unser Potenzial. Gideon war allein, hatte Angst, war wütend und desillusioniert. Er hatte viele Fragen, war unsicher und hatte ein ganz schlechtes Selbstbild. Gideon hatte sich gerade versteckt und machte Brot in einer Weinpresse (wie man es für gewöhnlich tut, wenn man deprimiert ist), als Gott in sein Leben trat. Der Herr hätte vieles sagen, Befreiung schenken oder ihn für seinen Lebensstil und seine Haltung zurechtweisen können, doch stattdessen sprach Gott liebevoll zu ihm: „Hallo Gideon. Der Herr ist mit dir, du streitbarer Held!“ (siehe Ri. 6, 12). Gott sprach zu dem, was in Gideon an Gutem war, und es wurde dadurch gestärkt. Was auch immer wir in den Menschen ansprechen, wird gestärkt werden. Wenn wir zu ihrem Fleisch sprechen und Fehler finden, wird das Fleisch aufstehen und sie werden wütend und frustriert werden. Wenn wir jedoch zu ihrem Geist sprechen, zu ihrem Potenzial, wird der Schatz Christi, der in ihnen ist, hervortreten. Während der Schatz an die Oberfläche dringt, werden wir bemerken, wie sich die Menschen um alles kümmern, was der 24


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Offenbarung dieses Schatzes im Weg steht. So gesehen ist prophetisches Reden etwas, das Menschen inspiriert und sie befähigt, sich zu verändern, etwas, das sie ermutigt, sich so zu sehen, wie Gott sie sieht. Es setzt die herrliche Gegenwart des Trösters in ihrem Leben frei, sodass sie sich um den Müll in ihrem Leben kümmern können. Gott und seine Wege sind unbeschreiblich! Die Güte, Gnade und liebevolle Fürsorge des Herrn sind unglaublich! Wenn Menschen nicht wissen, wie Gott denkt und wirkt, haben sie die Tendenz, das Schlimmste zu erwarten. So kommt es auch, dass Menschen sich völlig verschlossen haben, nur um nicht aufgedeckt zu werden. Sie verstehen nicht, dass Gott viel mehr daran interessiert ist, ihr Potenzial aufzudecken als das, worunter es begraben liegt. Unsere Enttäuschung, unsere Frustration muss aufgebrochen werden. Anzeichen des Schmerzes sind meist auch Anzeichen des Widerstandes. Daran erkennen wir, wo wir Heilung benötigen. Im Natürlichen deutet eine Schnittwunde oder eine Beule darauf hin, dass medizinische Versorgung benötigt wird. Im Geist ist es ähnlich. Unser Schmerz weist auf die Bereiche hin, die unsere Aufmerksamkeit erfordern. Unsere Enttäuschung zeigt uns auch, wo unsere Schale durchbrochen werden wird. Enttäuschung ist der Schlüssel zu unserem beständigen Widerstand. Wir können daran erkennen, wo der Herr den Hammer schwingen wird, um unsere Schale zu zerbrechen. Deine Enttäuschungen und dein Schmerz sind Hinweise für deine Übergangszeit. Zum Prozess wird es gehören, dass Gott in diese Bereiche eindringt und Heilung, Freisetzung und Befähigung bringt. Er liebt dich viel zu sehr, als dass er dich an diesem Ort lassen würde! Achte auf die Zeichen. Der Tröster wird deine Augen öffnen und dich lehren, wenn du ihn darum bittest. Darin ist er wahrlich brillant. Erfreue dich an ihm! In der Barmherzigkeit Gottes und in einer beständigen, beziehungszentrischen Verbindung mit dem Herrn sind wir ausgerüstet, Übergangsmomente und -zeiten wahrzunehmen. So können wir uns schon von vornherein dafür entscheiden, mitzumachen, was wiederum für unsere Beziehung zum Herrn von großer Bedeutung ist. Wir können in unserer eigenen Entwicklung prophetisch werden, sodass 25


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wir die Pläne des Feindes ruinieren, während wir im Geist wachsen. Diese Erfahrung kann sehr schön sein, wir bewahren uns inmitten des Drucks im Leben unsere innere Ruhe. Andere Übergangsbereiche sind unsichtbar und nicht vorhersehbar. Wie diese enden, erfahren wir erst, wenn wir uns eng an den Herrn halten und mit ihm gehen. Das ist der Sinn mancher Veränderungen und mancher Aufruhr. Sie tragen nicht nur dazu bei, dass unser Herz und unser Leben die richtige Richtung einschlagen, sie bringen uns auch weiter in unserer Abhängigkeit vom Herrn Jesus. Anfangs machen sie uns verletzlich, unsicher und unfähig – und das ist sehr gut. Das sind genaugenommen die drei Eintrittspunkte in die Gnade Gottes, wo wir dann in der Hoffnung seiner Herrlichkeit stehen. Darum freute sich Paulus über seine Schwäche (siehe 2. Kor. 12, 7–10). Er wusste, dass er so in die Gnade Gottes eintreten konnte. Er wurde sowohl sehr froh als auch völlig zufrieden. Für das, was ihm Schwierigkeiten machte, hatte er nun eine gute Erklärung offenbart bekommen. Er wusste, dass der Prozess, den Gott nutzte (durch die Schwierigkeiten, die er hatte), ihn an einen neuen Ort im Geist bringen würde. Die Offenbarung, die Paulus von der Gnade Gottes hatte, war für den Kampf, den er erlebte, nicht groß genug, deshalb kam der Dorn im Fleisch. Der Herr ließ ihn zu, damit Paulus in eine innigere Beziehung zu ihm käme. Der beste Weg, um die Finsternis zu bekämpfen, liegt darin, mehr Licht zu empfangen. Wenn wir weiter geistlich wachsen wollen, benötigen wir dafür zunehmend offenbarte Erklärungen für das, was uns im Leben widerfährt. Graham Cooke

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