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Der Lohn der Ehre Der biblische Weg, Gottes Segen zu empfangen

John Bevere


Inhaltsverzeichnis Danksagungen .......................................................................... 7 1 Der Lohn liegt bereit für dich .............................................. 9 2 Geringer Lohn – Kein Lohn .............................................. 21 3 Voller Lohn ........................................................................ 31 4 Es hat nichts mit dem Leiter zu tun ................................... 41 5 Autorität ............................................................................ 53 6 Rücksichtslose Autorität ..................................................... 69 7 Autorität der staatlichen Obrigkeit ...................................... 83 8 Autorität im Alltag ............................................................ 101 9 Autorität in der Familie ..................................................... 113 10 Autorität in der Gemeinde ................................................ 133 11 Doppelte Ehre .................................................................. 153 12 Menschen wie wir ............................................................ 175 13 Menschen, die uns anvertraut sind ................................... 191 14 Ehre in der Familie – die Kinder ...................................... 207 15 Ehre in der Familie – die Ehefrau ..................................... 221 16 Ehre alle Menschen .......................................................... 237 17 Gott ehren ....................................................................... 247

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1 Der Lohn liegt bereit für dich Ehre. Das Konzept der Ehre ist im 21. Jahrhundert beinahe ausgestorben, und doch besitzt es weiterhin die Kraft, uns zu berühren. Ein Film, der sich dieses Konzeptes bedient, kann zu Tränen rühren, weil Mut, Zivilcourage und Opferbereitschaft vermittelt werden. Wenn wir an die größten Kinoerfolge der Geschichte denken, so spielt in diesen Filmen das Konzept der Ehre stets eine große Rolle. Wir applaudieren dem Konzept, aber welche Rolle spielt die Ehre in unserem täglichen Leben? Der Gedanke, dass sie unseren Alltag prägen könnte, ist unserer Generation fremd geworden. Ich möchte sehen, wie Ehre im Leben der Söhne und Töchter Gottes wieder den Platz einnimmt, der ihr gebührt. Sie ist der unentbehrliche Schlüssel, um von Gott empfangen zu können. Der Feind unserer Seele hat aus diesem Grund alles daran gesetzt, die wahre Kraft der Ehre verschwinden zu lassen. Ehre bringt großen Lohn mit sich. Lohn, von dem Gott möchte, dass du ihn empfängst. Ehre besitzt das Potenzial, dein Leben zu bereichern. Du stehst gerade am Anfang einer Reise, die dich dem Herzen Gottes näher bringen wird, dem, der alles, das der Ehre wert ist, geschaffen hat. Ich bete, dass dir die Wahrheiten dieses Buches offenbart werden und dass sie nachhaltige und konkrete Veränderungen in deinem Leben bewirken. Viele Menschen haben die Lektionen dieses Buches erst gegen Ende ihres Lebens gelernt. Aus diesem Grund schreibt der Apostel mit aller Dringlichkeit: Gebt acht auf euch selbst, dass ihr nicht das verliert, was ihr durch eure Arbeit bereits erreicht habt, sondern vollen Lohn empfangt! 2. Johannes 8 (Menge) 9


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Johannes war ein alter Mann, der auf ein fast hundert Jahre langes Leben zurückblicken konnte, als er diese Worte niederschrieb. Er gab seine hart erworbenen Erkenntnisse an uns weiter, damit wir auch heute davon profitieren könnten. Johannes besaß den reichen Erfahrungsschatz, den nur Männer und Frauen haben, die ihr langes Leben richtig geführt haben. Man gelangt nur dann an diesen Punkt, wenn man treu in dem lebt, wozu man berufen ist. So erreicht man einen Zustand der Gewissheit und der Stärke, die ich als die „Salbung der Großväter und Großmütter“ bezeichnen möchte. Wenn ein solcher Mensch etwas sagt, dann hört, wer weise ist, sehr genau zu. In den vergangenen 25 Jahren habe ich das Vorrecht gehabt, einigen solcher Männer und Frauen zu begegnen. Sie sind Botschafter, die ein vorbildliches Leben geführt und einen Zustand erreicht haben, von dem aus sie voller Einsicht zurückblicken können. All diese erfahrenen Veteranen entwickeln bestimmte Eigenschaften, von denen ich auf drei kurz eingehen möchte. Erstens können sie instinktiv die Kernpunkte einer Angelegenheit aufspüren. Sie reden nicht lange um den heißen Brei herum oder verschwenden Zeit mit Unwichtigem. Zweitens sagen sie viel mit wenigen Worten. Drittens hat jedes Wort, das sie aussprechen, große Bedeutung. Ihre oft knappen Bemerkungen sind gewichtiger, als wenn dieselben Worte von jemandem ausgesprochen würden, der noch nicht so lange gelebt hat. Nach Begegnungen mit solchen Menschen habe ich oft monatelang über ein oder zwei Sätze nachgedacht, die diese erfahrenen Veteranen gesagt hatten. Im Lichte dieser Überlegungen können wir davon ausgehen, dass der Apostel Johannes an dieser Stelle sehr viel aussagt. Ich habe über diesen vom Heiligen Geist inspirierten Vers jahrelang nachgedacht und die in ihm enthaltene Offenbarung nimmt für mich auch heute noch zu. Wir wollen seine ermahnenden Worte im Detail betrachten.

Verliere dein Erbe nicht! Er beginnt mit den Worten „Gebt acht auf euch selbst“. Johannes ermutigt jeden von uns, genau hinzusehen, sorgfältig auf alles zu 10


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achten und in höchstem Maße aufmerksam zu sein. Seine Worte sind von unmittelbarer Dringlichkeit, wir sollten nicht auf die leichte Schulter nehmen, was er zu sagen hat, sondern intensiv darüber nachdenken. Wir müssen sorgfältig darauf achten, dass wir nicht verlieren, wofür wir gearbeitet haben. Allein das ist schon ernüchternd … es ist möglich, zu verlieren, was wir uns erarbeitet haben. Stell dir einen Landwirt vor, der hart arbeitet, um sein Feld vorzubereiten. Er arbeitet in der Hitze des Tages und entfernt Steine und Baumstümpfe, die das Wachstum der Pflanzen erschweren würden. Wenn alles entfernt ist, pflügt und eggt er, um den Boden für die Aussaat vorzubereiten. Nachdem er den Samen gesät hat, achtet er sorgfältig darauf, dass ideale Wachstumsbedingungen herrschen, und düngt, beseitigt Unkraut und bewässert das Feld. Die Saat keimt aus und er setzt seine harte Arbeit fort, indem er Schädlinge bekämpft und die Pflanzen schützt. Einige Wochen vor der Ernte verliert er die Lust und gibt auf. All seine Arbeit ist umsonst gewesen, weil er aufgrund seines fehlenden Einsatzes in den letzten Wochen alles verliert. Oder es stand ein Sturm bevor und er reagierte nicht auf die Warnungen und verlor dann die gesamte Ernte wegen des Unwetters. Welche Verschwendung von Zeit, Geld, Arbeitskraft und Ressourcen wäre es, nur weil er kurz vor dem Ende zu wanken begann. Oder stell dir einen Geschäftsmann vor, der durch jahrelange harte Arbeit eine Firma aufbaut, die er schließlich aufgrund einiger weniger schlechter Entscheidungen verliert! Auch hier … eine Tragödie. In beiden Fällen ist der Ertrag der harten Arbeit verloren gegangen, weil in einem wichtigen Augenblick eine falsche Entscheidung getroffen wurde. Deshalb fordert uns die Bibel immer wieder auf, Begonnenes gut zu Ende zu führen: „Wer aber ausharrt bis ans Ende“ (Mt. 10, 22 und 24, 14; Mk. 13, 13). An anderer Stelle heißt es: „Denn wir sind Teilhaber des Christus geworden, wenn wir die anfängliche Grundlage bis zum Ende standhaft festhalten“ (Hebr. 3, 14), und „Und wer überwindet und meine Werke bis ans Ende bewahrt“ (Offb. 2, 26). Die Aufzählung könnte fortgesetzt werden. Das Leben 11


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eines Christen ist kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf. Es kommt daher nicht darauf an, wie wir das Rennen beginnen, sondern wie wir es vollenden. In welchem Zustand wir ins Ziel kommen, wird von den Entscheidungen bestimmt, die wir treffen, und diese sind häufig von den Gewohnheiten geprägt, die wir unterwegs entwickeln.

Augenblicke, die über die weitere Entwicklung unseres Lebens entscheiden Ich möchte von einem Ereignis aus dem Leben eines meiner Söhne erzählen. Er wollte etwas tun, womit ich nicht einverstanden war. Er kannte meine Position, aber ich hatte den Eindruck, dass er alt genug sei, selbstständig zu entscheiden, daher hatte er das letzte Wort. Nach einiger Zeit stellte sich heraus, dass er tatsächlich gegen meinen Rat gehandelt hatte. Wir setzten uns eines Tages zusammen und sprachen über seine Entscheidung. Ich sagte: „Du konntest dich frei entscheiden, aber ich möchte die Gelegenheit nutzen, um dir etwas zu erklären. In Israel regierte einmal ein junger König namens Rehabeam. Kurz nachdem er den Thron bestiegen hatte, wurde ihm von seinen Untertanen eine Bitte vorgelegt: ‚Dein Vater machte uns das Leben hart, da er sehr viel von uns forderte. Wir bitten dich, die Last, die wir zu tragen haben, zu erleichtern, dann dienen wir dir gern auch weiterhin.‘ Der junge König befahl ihnen, einige Tage später zurückzukehren, um seine Antwort zu hören. Die Ratgeber seines Vaters sagten ihm: ‚Sei freundlich zu ihnen, und gib ihnen, was sie fordern! Wenn du heute bereit bist, auf dein Volk zu hören und ihm zu dienen, dann wird dein Volk morgen auf dich hören und dir dienen‘ (1. Kön. 12, 7; Hfa). Das war ein guter und weiser Rat, aber der König verwarf ihn und ging zu seinen Altersgenossen. Die sagten zu ihm: ‚Diese Leute beschweren sich über deinen Vater und wollen, dass du sie sanfter anfasst? Sag ihnen: „Im Vergleich zu mir war mein Vater ein Weichling! Er hat euch zwar nicht gerade geschont, aber ich werde 12


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noch ganz anders durchgreifen! Er ließ euch mit Peitschen antreiben, ich aber werde Peitschen mit Stacheln nehmen!“‘ (1. Kön. 12, 10-11; Hfa). Der junge König befolgte den Rat seiner Freunde und musste dann die Folgen tragen. Das Königreich, das er von seinem Vater Salomo übernommen hatte, zerbrach, und zehn der zwölf Stämme Israels trennten sich dauerhaft von der von Gott eingesetzten Königsfamilie, fünf Sechstel des Reiches wurden seiner eisernen Faust entrissen. Er musste für eine einzige falsche Entscheidung sein Leben lang teuer bezahlen.“ Danach sagte ich zu meinem Sohn: „Wir wollen versuchen, uns in Rehabeams Lage zu versetzen. Möglicherweise hat er als Prinz gemeinsam mit seinen Freunden die Ansichten der Berater seines Vaters Salomo kategorisch abgelehnt. Vielleicht grinsten sie, während sie bei einem Glas Wein zusammensaßen, und schüttelten in der Sicherheit der königlichen Gemächer die Köpfe über das, was sie für törichte und altmodische Ansichten hielten. Rehabeams Kopf war möglicherweise voller nichtiger Gedanken: ‚Solange ich noch Prinz bin, werde ich mich zurückhalten, aber sobald ich König bin, werde ich nicht mehr auf diese alten Dummköpfe hören.‘ Als er noch Prinz war, kostete es ihn kaum etwas, die Weisheit der Berater zu ignorieren oder gering zu schätzen. Er merkte nicht, dass bereits hier seine Grundhaltung geprägt wurde und er eines Tages töricht sein würde, obwohl er der Meinung sein würde, weise zu sein. Als der Augenblick kam, an dem die Entscheidung über die weitere Entwicklung seines Lebens fiel, hatte er nicht gelernt, angemessene, vernünftige Entscheidungen zu treffen.“ Ich fuhr fort: „Wir alle durchleben solche Augenblicke, in denen über die weitere Entwicklung unseres Lebens entschieden wird. Sie sind wie Prüfungen, in denen wir zwar Nachschlagewerke benutzen dürfen, uns aber bis zum Ende der Prüfung gar nicht bewusst ist, dass wir geprüft werden. Mein Sohn, du hast dich entschieden, meinem Rat nicht zu folgen, und dieses Mal hat es dich nichts gekostet. Aber es wird der Tag kommen, an dem über die weitere Entwicklung deines Lebens entschieden wird. Wenn du 13


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dann bereits die Gewohnheit entwickelt hast, auf weise Ratgeber zu hören, dann wirst du ihren Rat befolgen und großen Lohn ernten.“ Wir wollen nun ein anderes Beispiel betrachten. Das Volk Israel hatte nicht die Gewohnheit entwickelt, das Wort Gottes zu befolgen. Gott hatte sie aus der Knechtschaft befreit, aber sie beklagten sich immer wieder und waren Gott ungehorsam. Es gab Zeiten, in denen sie scheinbar nur geringe Nachteile aus diesem Verhalten hinnehmen mussten, manchmal schien es überhaupt keine negativen Folgen für sie zu haben. Sie entwickelten die Gewohnheit, so zu handeln. Schließlich kam der Augenblick, in dem über die weitere Entwicklung ihres Lebens entschieden wurde. Zwölf Spione wurden nach Kanaan gesandt, in das Land, das Gott ihnen zugesagt hatte. Die Spione kehrten zurück, brachten einen schlechten Bericht und jammerten. Das ganze Volk stimmte wie schon so häufig zuvor in das Jammern ein, aber dieses Mal kam es sie teuer zu stehen. Sie würden niemals in das verheißene Land einziehen, sondern fristeten den Rest ihres Lebens in der Wüste. In einem einzigen Augenblick verloren sie alles, wofür sie sich so lange eingesetzt hatten. Der Verlust war unumkehrbar. Sie konnten das Land zwar sehen, aber es war ihnen unmöglich, es in Besitz zu nehmen. Auch Rehabeams Verlust galt für den Rest seines Lebens, und nicht nur seines, er betraf viele Generationen nach ihm. In diesem Bericht ist eine wichtige Lektion enthalten, die nicht nur die Jungen, sondern auch die Alten zu lernen haben: Wir sollten Gott nicht nur blindlings gehorchen, sondern auch in unser Herz aufnehmen, was Gott in seinem Herzen trägt. Erst dann können wir erkennen, welch große Weisheit hinter seinen Anweisungen steht, und tun sie nicht als hinderliche Gesetze ab. Der junge Prinz Rehabeam verstand nicht, was im Herzen seines Vaters und seiner Berater wirklich vor sich ging. Die ältere Generation der Israeliten verstand nicht, was Gott tat und wie gut er wirklich war, daher verloren sie alles. Nun wollen wir auch die andere Seite der Medaille betrachten. Immer wieder finden wir in der Bibel auch Beispiele von Menschen, die erkannten, was in Gottes Herzen vor sich geht, und die Wege und Methoden entwickelten, weise Entscheidungen zu treffen. 14


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Wenn diese Menschen dann in Situationen kamen, in denen über die weitere Entwicklung ihres Lebens entschieden wurde, konnten sie angemessen reagieren und empfingen großen Lohn. Der einfachste Weg, das zu erhalten, wofür man gearbeitet hat, ist, beständig daran festzuhalten, Gottes Ratschluss zu ehren. Wir haben täglich die Möglichkeit, Entscheidungen zu fällen. Es wird der Tag kommen, an dem wir zurückblicken und erkennen, welche Entscheidung die weitere Entwicklung unseres Lebens maßgeblich prägte. Wenn wir gelernt haben, von Gottesfurcht geprägte Entscheidungen zu fällen, dann werden wir den richtigen Kurs beibehalten und später erkennen, welch großen Lohn wir deswegen empfangen haben.

Lohn Wir kommen nun zum nächsten Punkt, den Johannes erwähnt. Der Vers lautet: „Gebt acht auf euch selbst, dass ihr nicht das verliert, was ihr durch eure Arbeit bereits erreicht habt, sondern vollen Lohn empfangt! “ Bedenke, dass Gott ein Belohner ist (siehe Hebr. 11, 6). Diese Tatsache müssen wir tief in unserem Herzen verstehen. Gott gefällt es, Menschen ihren Lohn zu geben. In einem Gespräch Gottes mit Abraham wird dies deutlich. „Nach diesen Geschichten begab sich’s, dass zu Abram das Wort des Herrn kam in einer Offenbarung: Fürchte dich nicht, Abram! Ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn“ (1. Mo. 15, 1; Luther). Er sagte: „Ich bin … dein sehr großer Lohn.“ Das ist ein ungewöhnlicher Beginn für ein Gespräch. In Psalm 19, 10–12 kommt dieser Gedanke ebenfalls zum Ausdruck: „Die Rechtsbestimmungen des Herrn sind Wahrheit, sie sind gerecht allesamt … in ihrer Befolgung liegt großer Lohn.“ In Psalm 57, 3 lesen wir: „Ich will zu Gott, dem Höchsten, rufen, der sich für mich einsetzt und mich belohnt“ (Amplified Bible, aus dem Englischen übersetzt). Gott ist ein Belohner und zeichnet seine Kinder gerne aus! Als Vater von vier Kindern habe ich ein wenig von dieser Freude erlebt. Ich liebe es, ihre Augen vor Dankbarkeit leuchten zu sehen und zu beobachten, wie sie von Zufriedenheit erfüllt werden, 15


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wenn sie die Auswirkungen einer richtigen Entscheidung spüren und den verdienten Lohn genießen. Ich habe jedoch auch gelernt, dass es nicht weise ist, falsches Verhalten zu belohnen. Wenn man Menschen belohnt, die es nicht verdient haben, macht man die Kraft zunichte, die darin liegt, Anreize zu geben. Solche Anreize, die Aussicht auf etwas Schönes, sind etwas Gutes. Meine Jungs wissen, dass ich sie liebe, aber sie haben im Laufe der Jahre auch gelernt, dass es einen Unterschied gibt zwischen meiner Liebe und meiner Freude an ihnen. Gott liebt jeden von uns mit tiefer Liebe und seine Liebe ist vollkommen. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass es nicht auch Zeiten geben kann, in denen er mit unserem Handeln oder unseren Entscheidungen nicht zufrieden ist. Gott gibt denen ihren Lohn, an denen er Wohlgefallen hat, und das sind die, die seinen Rat befolgen. Johannes sagt in unserem Vers: „… dass ihr … vollen Lohn empfangt!“ Während ich über den Vers nachdachte, sprang mir plötzlich das Wort „vollen“ quasi ins Gesicht. Ich dachte: „Wenn man vollen Lohn erhalten kann, ist es auch möglich, geringen Lohn oder gar keinen Lohn zu erhalten.“ (Bitte denke daran, dass wir hier nicht über die Errettung sprechen, sondern über Lohn.) Als ich weiter über diese Dinge nachdachte, kam ich zu dem Schluss, dass Johannes sich hier auf zwei Situationen bezieht. Die erste spielt sich vor dem Richterstuhl Christi ab. Paulus schreibt: „Wir sind aber getrost und haben vielmehr Lust, den Leib zu verlassen und daheim zu sein bei dem Herrn“ (2. Kor. 5, 8; Luther). Wir erkennen sofort, dass Paulus sich hier nicht an die ganze Menschheit wendet, denn wenn ein Ungläubiger seinen Leib verlässt, ist er nicht daheim beim Herrn, sondern landet in der Hölle. Das mag hart klingen, entspricht aber den Tatsachen. Jesus kam nicht in unsere Welt, um sie zu richten, sondern um sie zu retten. Die Welt war wegen Adam bereits gerichtet, durch den wir in den ewigen Tod verkauft wurden (siehe Joh. 3, 17–18). Nur wer Jesus Christus annimmt, indem er ihm sein Leben vollständig anvertraut, wird in die Gegenwart des Herrn treten, wenn er seinen irdischen Leib verlässt. Paulus richtet auch die folgenden Verse an die Gläubigen:

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Der Lohn liegt bereit für dich Darum setzen wir auch unsre Ehre darein, ob wir daheim sind oder in der Fremde, dass wir ihm wohlgefallen. Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, damit jeder seinen Lohn empfange für das, was er getan hat bei Lebzeiten, es sei gut oder böse. 2. Korinther 5, 9–10 (Luther)

Jeder Gläubige wird vor dem Richterstuhl Christi stehen. An diesem Tag wird jeder von uns das empfangen, was ihm gemäß seinem Verhalten während seines kurzen Aufenthalts auf der Erde zusteht. Wir werden nicht für unsere Sünden verurteilt werden, weil Jesus dieses Urteil auf sich genommen hat. Stattdessen wird das, was wir als Gläubige getan haben, darüber entscheiden, ob wir Lohn erhalten oder Verluste erleiden. Unsere Taten, unsere Worte, unsere Gedanken und unsere Motive werden im Lichte des Wortes Gottes untersucht werden. Die vergänglichen Dinge, auf die wir unser Leben gebaut haben, werden verzehrt werden – das werden wir als Verlust erleben –, das Ewige wird gereinigt und in ewigen Lohn verwandelt werden – hier werden wir Lohn empfangen (siehe 1. Kor. 3, 14–15). Dort werden sehr unterschiedliche Dinge geschehen, mancher wird große Verluste erleiden, andere werden großen Lohn empfangen. Das Werk mancher wird vollständig verbrennen und sie selbst werden nur wie durchs Feuer gerettet, andere werden die Freude erleben, in Ewigkeit an Jesu Seite zu regieren (siehe 1. Kor. 3, 15; Offb. 3, 21). Die Bandbreite der Möglichkeiten ist sehr groß. Wo alles verbrennt, erhält der Betreffende keinerlei Lohn, wer an Jesu Seite regiert, erhält den „vollen“ Lohn, und geringer Lohn liegt zwischen diesen beiden Polen. Die Entscheidungen vor dem Richterstuhl Christi werden als „ewiges Gericht“ bezeichnet (siehe Hebr. 6, 1–2). Das zeigt, dass die dort gefällten Entscheidungen ewige Gültigkeit haben. Unsere Haltung gegenüber dem Kreuz Jesu entscheidet darüber, wo wir die Ewigkeit verbringen werden. Unsere Lebensführung nach unserer Bekehrung entscheidet darüber, wie wir die Ewigkeit verbringen werden. Es ist daher weise, sorgfältig zu betrachten, was in der Schrift über das ewige Gericht und über unseren Lohn geschrieben steht. Dieses 17


Der Lohn der Ehre

Wissen wird als Grundlage der Lehre über Christus bezeichnet. In der Grundschule werden wichtige Grundlagen wie Lesen, Schreiben und Rechnen vermittelt, die das Fundament für jede weitere Ausbildung bilden. Kannst du dir vorstellen, ein Gymnasium oder eine Universität zu besuchen, ohne zu wissen, wie man schreibt, liest, addiert und subtrahiert? Das ist unmöglich. Dennoch gibt es viel zu viele Christen, die versuchen, ihr Leben zu führen, ohne die Grundlagen der Lehre über Christus zu kennen. Die Dringlichkeit dieses Dilemmas veranlasste mich dazu, das Buch Die Ewigkeit im Herzen zu schreiben, in dem ich das ewige Gericht ausführlich behandle. Ich empfehle dir dieses Buch als begleitende Lektüre zu dem Buch, das du gerade in deiner Hand hältst.

Dieses Leben Wir können sehen, dass ein Leben, das dem Willen Gottes entspricht, die Verheißung hat, Lohn vor dem Richterstuhl Christi zu erhalten. In der Bibel heißt es dazu: „Die Frömmigkeit ist zu allen Dingen nütze und hat die Verheißung dieses und des zukünftigen Lebens“ (1. Tim. 4, 8; Luther). Unser Vater möchte uns sowohl in der Ewigkeit als auch jetzt belohnen, wenn wir seinem Ratschluss folgen. Uns wird gesagt: „Die Gerechten erhalten hier auf Erden ihren Lohn“ (Spr. 11, 31; Neues Leben). Nicht erst im Himmel, sondern bereits in diesem Leben. An anderer Stelle heißt es: „Die Gerechten belohnt Gott mit Gutem“ (Spr. 13, 21; Menge). Jakobus schreibt: „Irret euch nicht, meine geliebten Brüder! Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater“ (Jak. 1, 16–17). Gutes kommt von Gott. Bringe Gott nicht mit dem in Verbindung, was schlecht ist und dir schadet. Er ist der, der Gutes gibt. Gott verlangt danach, dich hier und jetzt mit Gutem zu belohnen. Der Lohn, den er gibt, hat keinen Haken. Wir lesen dazu: „Der Segen des Herrn allein macht reich, und er fügt keinerlei Kummer hinzu“ (Spr. 10, 22; New King James Version, aus dem Englischen übersetzt). An anderer Stelle heißt es: „Ein zuverlässiger Mensch wird reichen Lohn erhalten“ (Spr. 28, 20; Neues Leben). Der hier erwähnte reiche Lohn ist der volle Lohn. 18


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Als ich die Worte des Apostels Johannes weiter in meinem Herzen bewegte, dachte ich: „Wenn man im künftigen Leben vollen Lohn, geringen Lohn oder keinen Lohn empfangen kann, dann kann man wohl davon ausgehen, dass dies auch für das Leben auf der Erde gilt.“ Als ich das Leben Jesu unter diesem Aspekt betrachtete, wurde mir schnell deutlich, dass es tatsächlich so ist. Als Jesus auf Erden lebte und den Menschen begegnete, erhielten manche geringen Lohn, andere erhielten nichts und wieder andere erhielten den vollen Lohn. Wir wollen Beispiele für Menschen in diesen drei Kategorien betrachten und die Prinzipien herausarbeiten, die uns zeigen, was Gott sich für jeden von uns wünscht.

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This edition published by arrangement with Grand Central Publishing, New York, New York, USA. Originally published in English under the title Honor’s Reward by John Bevere Copyright © 2007 by John Bevere Ministries. All rights reserved. Dieses Werk wurde vermittelt durch die Literarische Agentur Thomas Schlück GmbH, 30827 Garbsen Alle Rechte, © der deutschen Ausgabe bei:

Adullam Verlag St.-Ulrich-Platz 8 85630 Grasbrunn Tel 089/468801 www.adullam.de ISBN 978-3-931484-81-1

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