top.tirol (Juni 2020)

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Ausgabe # 22/Juni 2020

EINE BEILAGE DER



Ausgabe # 22/Juni 2020

U NTE R D E R

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Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Walser EINE BEILAGE DER


„Die Kraft liegt im Team.“ Unsere Kraft liegt im Team. Wir als Team scheuen keine Herausforderung. Wir sind anders. Wir denken lieber „outside the Box“.

In unserem innovativen Arbeits­ umfeld mit flexiblen Arbeitszeiten sind wir für übermorgen gewappnet. Eine grundsolide fachliche Ausbildung ist dabei nur ein Teil.

„Fit for Future“ bedeutet neben dem versierten Umgang mit digitalen Software­ programmen auch die Entfaltung der persönlichen Fähig­ keiten, die wir in jedem unserer Mitarbeiter mit gezielten Aus- und Weiterbildungsprogrammen fördern.

Unser gutes Betriebsklima entspringt unserem Teamspirit. Zusätzlich zum Team wird dir ein Mentor zur Seite gestellt, der dich von Anfang an betreut und in unser Unternehmen einführt.

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AU CH O N

T O P.T I R O L

W W W.TO

Liebe Leserinnen und Leser!

Dementsprechend dreht sich in dieser Ausgabe von top.tirol alles um Neustarts, Neubeginne und den Weg aus der Krise. Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Walser blickt im Interview sowohl auf die vergangenen Monate zurück als auch in die Zukunft und das, was die Tiroler Wirtschaft nach der Pandemie erwartet. (S. 4) Für einen detaillierteren Blick haben wir mit den Obleuten der sieben Sparten darüber gesprochen, welche Herausforderungen und Chancen ihre Branchen speziell erwarten. (S. 12)

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Interview Christoph Walser

© AXEL SPRINGER (3)

D

ie globale Wirtschaft hat schwierige Monate hinter und wohl noch vor sich. Denn auch wenn Lockdowns und Quarantänen hierzulande zumindest vorerst Vergangenheit sind: Eine Wirtschaft aus dem Winterschlaf zu wecken, ist kein einfaches Unterfangen.

LI N E

P.T IR O L

Dass Krisen immer auch Möglichkeiten in sich bergen, beweisen Tiroler Betriebe. So hat Gummi Winkler aus der Not eine Tugend gemacht und mit Know-how im Umgang mit Kunststoffen nicht nur die eigenen Arbeitsplätze gesichert, sondern auch viele Bereiche mit dringend benötigten Schutzwänden versorgt. (S. 24) Mit dem zunehmenden Ende der Covid-19-Maßnahmen stehen auch Paul und Ernst in den Startlöchern, die mit ihren Gastro-Bikes von Tirol aus weltweit reges Interesse wecken. (S. 30) Und auch als Forschungsstandort hat Tirol alles andere als die Hände in den Schoß gelegt. Deswegen haben wir uns umgesehen, mit welchen Projekte die Tiroler Hochschulen der Herausforderung der Covid-19-Pandemie begegnen. (S. 37) Einen Blick nach innen und darauf, wie ihre jeweilige Branche der Krise begegnet ist, werfen zudem Gremialobman der Sparte Fahrzeughandel Dieter Unterberger und Manfred Lechner, Sprecher der Tiroler Bauindustrie im Interview. (S. 46 und S. 60) Und auch in unserem Autoteil dreht sich mit dem Thema E-Mobilität alles um die Zukunft, in der wir bereits angekommen sind. (S. 69) Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre. Die Redaktion

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7 Herausforderungen – 7 Chancen – WKT-Sparten­ obleute zum Neustart nach der Krise

Interview Dieter Unterberger

Interview Patrizia Zoller-Frischauf

Nach dem Sturm: Drei Expertenmeinungen zur Zukunft des Tiroler Tourimsus

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Projekt:Auto

Schutzwände statt Schläuche: Gummi Winkler macht aus der Not eine Tugend

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Von der Garage in die weite Welt: Die Gastro-Räder von paul&ernst

Innovation + Krise: Tiroler Hochschulen und ihre neuen Forschungsprojekte

Interview Manfred Lechner

Klüger werden mit … Christina Scholochow

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IMPRESSUM: top.tirol – Juni 2020 Medieninhaber und Verleger: TARGET GROUP Publishing GmbH, Brunecker Straße 3, 6020 Innsbruck, Tel. 0512/58 6020, office@target-group.at, www.target-group.at • Mitarbeiter dieser Ausgabe: Daniel Feichtner, Daniel Schreier, BA, Mag. Simon Leitner, Mag. Katharina Wildauer, Mag. Klaus Erler, Eva Schwienbacher, BA, Lisa Schwarzenauer, MA, Mag. Haris Kovacevic, Walter Mair • Grafik: Marco Lösch, BA, Thomas Bucher, Lisa Untermarzoner • Fotos sofern nicht anders gekennzeichnet: Axel Springer, Franz Oss • Gesamtverkaufsleitung: Wolfgang Mayr Hersteller: Intergraphik GmbH, Innsbruck Die Informationen zur Offenlegung gemäß § 25 MedienG können unter www.target-group.at/offenlegungen abgerufen werden.

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INTERVIEW

„Die Tiroler sind fleißige Menschen und werden anpacken“ Die Covid-19-Pandemie wird den Wirtschaftsstandort Tirol nachhaltig verändern und hat so manche Schwäche im System offenbart. Im Interview mit top.tirol erklärt Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Walser, warum er trotzdem optimistisch ist, dass sich die Tiroler Wirtschaft schnell wieder erholen wird. DA S INTERVIEW FÜHRTE: DANIEL SCHREIER FOTOS: A XEL SPRINGER

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ie haben in Ihrer Doppelrolle als Präsident der Tiroler Wirtschaftskammer und Unternehmer herausfordernde Wochen hinter sich. Was ist Ihr persönliches Resümee, gut zwei Monate nach dem bundesweiten Lockdown? CHRISTOPH WALSER: Ich glaube, dass die Geschehnisse der letzten zwei Monate gewisse Schwächen im System aufgezeigt haben. Was mich als Präsident der Tiroler Wirtschaftskammer besonders betroffen gemacht hat, ist, dass Unternehmen, trotz einer Phase der Hochkonjunktur, nicht in der Lage waren, genügend Eigenkapitalrücklagen aufzubauen, um ein bis eineinhalb Monate des Umsatzausfalls bewältigen zu können. Das ist für mich eine der zentralen Erkenntnisse der letzten beiden Monate, die uns sehr zu denken geben sollte und auf die wir in Zukunft sehr schnell reagieren müssen. Es wurde schon lange angekündigt, dass es bei der Steuerquote und den Lohnkosten Reformen geben muss. Diese müssen jetzt so schnell wie möglich angegangen werden, damit sich die österreichischen Unternehmen erholen und auf

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INTERVIEW

„Die Krise hat uns in einer solchen Geschwindigkeit und in einem solchen Ausmaß erreicht, wie es so noch nie da war.“ CHRISTOPH WALSER, PR Ä SIDENT DER WIRTSCHAF TSK AMMER TIROL

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INTERVIEW

Die über 30.000 Anträge für den Corona-Hilfsfonds wurden von 75 Mitarbeiter der WKT im Home-Officce abgewickelt.

Rückgang der Bruttowertschöp­ fung im Jahr 2020 – drei Szenarien*:

weitere Krisenmomenten in der Zukunft vorbereiten können. Ein Beispiel für sinnvolle Schritte wäre zum Beispiel, nicht entnommene Gewinne weniger zu besteuern, damit es für Unternehmen leichter wird, Rücklagen aufzubauen.

te, hat uns die Covid-19-Pandemie völlig unvorbereitet, sozusagen über Nacht, erreicht. Niemand war für eine solche globale Krise gerüstet. Weder Politik noch Wirtschaft haben sich darauf vorbereiten können. Das ist der ganz große Unterschied. Die Krise hat uns in einer solchen Geschwindigkeit und in einem solchen Ausmaß erreicht, wie es so noch nie da war. „Nur weil jetzt kurzfristig Auch das weltweite synchrone Herunterfahren der Wirtschaft wieder mehr Arbeit­ hat es so noch nie gegeben.

PESSIMISTISCHES SZENARIO: Rückgang um

Muss es hier auch ein Umdenken von Seiten der Unternehmer geben? Wurden hier Fehler gemacht? Der Großteil der Unternehmen, und hier besonders die KMUs, die ja das Rückgrat unnehmer am Arbeitsmarkt serer Wirtschaft bilden, sind gar Durch die Beratungstätigkeit vorhanden sind, darf nicht in der Lage, riesige Rückder Wirtschaftskammer erhalman die Ausbildung von lagen aufzubauen. Natürlich, ten Sie direktes Feedback von gerade um ein Beispiel aus dem Lehrlingen trotzdem nicht den Tiroler Unternehmen, wie Tourismus zu nennen, war der und ob die Corona-Hilfspakete vernachlässigen.“ Wettbewerb der besseren Qualider Bundesregierung ankomtät sicher auch ein Moment, der men. Was läuft gut, wo muss CHRISTOPH WALSER die Unternehmer angetrieben noch nachgebessert werden? Die hat, jedes Jahr sehr viel Geld in Kurzarbeit war aus meiner Sicht die Hand zu nehmen und zu inein sehr gutes Projekt. Sie hat vestieren. In Zukunft wird man vorsichtiger überlegen das Überleben sehr vieler Unternehmen ermöglicht müssen, wann und wie man investiert. Die Qualität und gleichzeitig zehntausende von Arbeitsplätzen gedarf darunter nicht leiden, das wird sicher ein schwie- sichert. Das war für Arbeitnehmer und Arbeitgeber riger Balanceakt. Es hat aber auch Unternehmer gege- ganz wichtig. ben, die zu wenig auf eine gesunde Eigenkapitalquote Der Härtefallfonds 1 war grundlegend eine gute geachtet haben. Idee, besonders weil in der Phase 1 innerhalb weniger Tage eine Auszahlung erfolgen konnte. Wir haben in Wie unterscheidet sich die derzeitige Krise von an- Tirol mehr als 14.000 Anträge abgewickelt. Hier sind deren wirtschaftlichen Krisenmomenten in der Unternehmer wirklich schnell zu Geld gekommen. Vergangenheit? Im Unterschied zur Wirtschaftskri- Was einen bitteren Beigeschmack hinterlassen hat, se 2007/08, die sich über einige Monate abgezeichnet war, dass wir immer wieder nachschärfen mussten hatte und auf die man sich deshalb vorbereiten konn- und sich das gesetzliche Regelwerk ständig geändert

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* Quelle: Wirtschaftskammer Tirol/Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsforschung

OPTIMISTISCHES SZENARIO: Rückgang um

€ 2.263.000.000

MITTLERES SZENARIO: Rückgang um

€ 3.604.000.000

€ 4.847.000.000


Über

1.000

hat. In der ersten Phase der Auszahlung wurde uns klar, dass sehr viele Unternehmen bei den Förderungen durch die Finger geschaut hätten. Bei der zweiten Phase des Härtefallfonds gibt es bereits die vierte oder fünfte Veränderung. Dadurch entsteht für uns ein immenser Aufwand. Wir wickeln den Härtefallfonds nach wie vor mit 75 Personen ab und haben in der Phase 2 bisher 17.000 Anträge erhalten. Jeden dritten Tag gibt es wieder einen Stopp, da wir von Seiten der Regierung neue Regeln erhalten. Das macht es sehr mühsam, den Unternehmern zu erklären, was sie jetzt wirklich bekommen. Mir wäre es hier lieber gewesen, wenn man sich hier ein paar Tage länger Zeit gelassen hätte und von Anfang an klare Regeln definiert worden wären, die den Unternehmern schnell und unbürokratisch zu Geld verholfen hätten. Derzeit sind die Regeln zu kompliziert. Der breite Mittelstand, die KMUs, die über Wochen ihre Betriebe schließen mussten, haben bis heute noch keinen Cent gesehen.

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Wie ist die Stimmung unter den Tiroler Unternehmen? Total unterschiedlich. Es gibt Branchen, in denen es schon wieder sehr gut läuft oder immer gut lief, wie zum Beispiel in der Baubranche. Die Herausforderung wird sein, auch im nächsten Jahr eine stabile Auftragslage zu gewährleisten. Hier sind die Gemeinden und das Land gefordert, Investitionen im öffentlichen Bereich zu tätigen und nicht zu sehr zu sparen. Es sollten Infrastrukturprojekte vorgezogen werden, damit die Bauwirtschaft im nächsten Jahr beschäftigt werden kann. Im Handel gibt es auch ganz unterschiedliche Meldungen. Der Sporthandel verzeichnet derzeit sehr gute Umsätze, im Modehandel läuft es eher schleppend. Es gibt keine wirkliche einheitliche Stimmung. Ganz intensiv betroffen ist die Veranstaltungs- und Eventmanagement-Branche. Hier gibt es derzeit fast gar keine Arbeit. Die Gastronomie konnte wieder aufsperren, aber es läuft nicht überall so gut, wie man es sich erhofft hätte. Auch in der Industrie erhalten wir ein gemischtes Stimmungsbild. Viele Unternehmen sagen, dass es wieder besser läuft, andere aber, dass es aufgrund der Abhängigkeit vom asiatischen Raum oder der deutschen Autoindustrie sehr schlecht aussieht. Sie plädieren dafür, dass Unternehmen auch während der Covid-19-Pandemie weiterhin Lehrlinge ausbilden. Mit welchen Folgen rechnen Sie, sollte dies jetzt vernachlässigt werden? Wir dürfen jetzt nicht vergessen, dass wir Anfang Januar noch eine Pressekonferenz gegeben haben, in der wir den Fachkräftemangel als das größte Problem der Tiroler Wirtschaft

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INTERVIEW

Zur Person Neben seiner Funktion als Präsident der Tiroler Wirtschaftskammer betreibt Christoph Walser ein Transportunternehmen und ist seit dem Jahr 2016 Bürgermeister der Gemeinde Thaur.

identifiziert hatten. Durch die Coronakrise hat sich das natürlich schlagartig verändert, da die Arbeitslosenzahlen massiv gestiegen sind. Wir haben damals dafür plädiert und plädieren jetzt dafür, dass Unternehmen ihre zukünftigen Fachkräfte selbst ausbilden und im Betrieb behalten. Nur weil jetzt kurzfristig wieder mehr Arbeitnehmer am Arbeitsmarkt vorhanden sind, darf man die Ausbildung trotzdem nicht vernachlässigen. Gerade in der Krise müssen wir den positiven Weg, den wir in Tirol mit der Lehrlingsausbildung gemeinsam bestritten haben, jetzt konsequent weitergehen. Sonst haben wir in zwei Jahren wieder das gleiche Problem. In vielen Betrieben läuft im nächsten Monat die Kurzarbeit aus. Denken Sie, dass viele Unternehmen dieses Modell auch in den nächsten Monaten in Anspruch nehmen werden? Einige Unternehmen werden die Kurzarbeit auslaufen lassen, es gibt aber auch einige Unternehmen, die die Kurzarbeit beenden werden und Mitarbeiter entlassen müssen, weil die Umsatz- und Produktionsrückgänge selbst durch die Kurzarbeit nicht kompensiert werden konnten. Betriebe, die auch weiterhin auf die Kurzarbeit angewiesen sind, haben die Möglichkeit, sie noch einmal zu verlängern. Wir hoffen aber trotzdem, dass der Großteil der Unternehmen rasch wieder zum Vollbetrieb zurückkehren kann und so wenig Menschen wie möglich ihre Arbeitsplätze verlieren.

„Ich bin der Überzeugung, dass es auch in Zukunft eine Art von Tourismus geben wird, bei dem die Après-SkiBar dazu gehört.“ CHRISTOPH WALSER

Was hat sie seit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie am besonders bewegt? Was mich traurig gemacht hat, ist der Umgang so mancher Oppositionspolitiker mit dem eigenen Tourismus. Vor allem wenn man jetzt auf Ischgl zu sprechen kommt. Natürlich gibt es in Hotspots, in denen Tourismus in größerem Ausmaß stattfindet, logischerweise auch mehr Infizierte. Aber Ischgl hat das Sars-Covid8

2-Virus nicht erfunden und auch nicht gezüchtet. Das Virus wurde nach Ischgl getragen. Bis zu dem Zeitpunkt, in dem den Behörden das Ausmaß der Situation klar wurde, hatten sich leider schon viele Menschen angesteckt Das war auch eine Lehre aus dem Ganzen. Es ist traurig, dass die eigenen Politiker so auf das Land einhauen und man nicht versucht hat, so schnell wie möglich gemeinsam aus der Krise zu kommen. Gut 14 Prozent Bruttowertschöpfung entfallen in Tirol auf den Tourismus. Wird sich dieses Verhältnis in den nächsten Jahren verändern? Es wird sich dahingehend nicht viel verändern. Ich halte auch die Diskussion über die Zukunft des Tourismus für müßig. Man darf in solchen Zeiten nie vergessen, wie Tirol diesen hohen Lebensstandard, den wir heute alle genießen, erreichen konnte. Das ist nur mit Hilfe des Tourismus möglich gewesen. Uns muss bewusst sein, dass Regionen wie das Ötztal, das Zillertal, das Paznauntal oder das Obere Gericht ohne den Tourismus heute ausgestorben wären. Dort gibt es keine Industrie. Dort gibt es einen gut funktionierenden Tourismus und damit einhergehend ein starkes Handwerk und Gewerbe, eine Baubranche, die auf die Investitionen aus dem Tourismus angewiesen ist. Man wird in Zukunft nicht die Möglichkeit haben, in diesen Orten plötzlich Industrieunternehmen anzusiedeln, sondern weiterhin ganz intensiv vom Tourismus leben. Braucht es Ihrer Meinung nach eine Kurskorrektur im Tiroler Tourismus? Ich bin der Überzeugung, dass es auch in Zukunft eine Art von Tourismus geben wird,


Wettbewerbsvorteil Sicherheit © TÜV AUSTRIA/ANDREAS AMSÜSS, SHUTTERSTOCK.COM/INDUSTRYWORKS

TÜV AUSTRIA Group – mehr drin für Tirols Wirtschaft.

Die Krise hat gezeigt, wie abhängig die Tiroler Wirtschaft von internationalen Absatzmärkten ist. Welche Maßnahmen müssen jetzt gesetzt werden, um die Handlungsfähigkeit der Tiroler Exportwirtschaft wieder zu stärken? Man muss das alles im Kontext der gesamteuropäischen Wirtschaft sehen. Man hat über die letzten Jahre und Jahrzehnte hier auch auf europäischer Ebene Fehler gemacht. Man hat zu viel der Produktion nach Asien ausgelagert, man hat keine nachhaltige Struktur für den Finanzmarkt aufgebaut. Wir müssen uns wieder viel mehr auf den innereuropäischen Markt konzentrieren und uns weniger um Pommes und krumme Gurken kümmern.

O

b Sie ein Industrie­ unternehmen, Anla­ genbetreiber, in der Handels- oder Dienstleistungsbranche, ein Start-up oder gerade in der Gründungsphase sind: Technische Sicherheit spielt in jedem Fall eine wichtige Rolle. TÜV AUSTRIA-Expertinnen und Experten helfen der Tiroler Wirtschaft mit Kompe­ tenz und Erfahrung aus einer Vielzahl an Fachrichtungen, Projekten und Anlagen, technische Sicherheit als entscheidenden Wett­bewerbsfaktor zu nutzen.

TÜV AUSTRIA unterstützt Sie bei der Erfüllung von Prüfund Zertifizierungspflichten, bei der Konzeption praxisund gesetzestauglicher Sicherheitslösungen, führt Sie durch Gesetzes-, Verordnungs- und Normenwelten, schnürt auf jede Unternehmenssituation individuell zugeschnittene Paketlösungen und entwickelt maßgeschneiderte Aus- und Weiterbildungsprogramme. TÜV AUSTRIA – Mehr drin, einfach sicher und immer in der Nähe. In Tirol und auf der ganzen Welt. ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

bei dem die Après-Ski-Bar dazu gehört. Auf der anderen Seite werden wir aber auch die Top-Qualität der Tiroler Hotellerie und Gastronomie noch mehr in den Vordergrund rücken und besser vermarkten müssen. Nur zum Beispiel: Wir haben in Ischgl mehr als 100 Hotels mit vier Sternen oder mehr und neun Haubenlokale mit insgesamt 25 Hauben auf engsten Raum. Das ist in der ganzen Welt einzigartig. Jetzt wird der Anschein erweckt, dass es in Ischgl nur Après-Ski-Bars gibt – das wird Ischgl nicht gerecht. Es wird auch in Zukunft ein Lorette de Mar und Ibiza geben, weil der Markt und die Nachfrage da sind, und Menschen einen Urlaub machen wollen, in dem sie feiern können. Daran ist auch nichts Verwerfliches. Letztendlich entscheidet jeder für sich selbst, ob er lieber einen Wellness- oder einen Partyurlaub macht. Es wird weiterhin beides geben und für Tirol wird es wichtig sein, die bereits vorhandene Top-Qualität noch besser zu vermarkten.

TÜV AUSTRIA in Tirol Dr.-Franz-Werner-Straße 36, 6020 Innsbruck Tel.: 0504 / 54-5600 E-Mail: ibk@tuv.at www.tuvaustria.com/tirol

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INTERVIEW

Die vier wichtigsten Wirtschaftsbereiche nach ihrem Anteil an der Bruttowertschöpfung* 17,7 %

14,5 %

10,3 %

9%

HERSTELLUNG VON WAREN:

5,23 Milliarden Euro

BEHERBERGUNG UND GASTRONOMIE:

4,36 Milliarden Euro

HANDEL, INSTANDHALTUNG UND REPARATUR VON KFZ:

3,10 Milliarden Euro

GRUNDSTÜCKS- UND WOHNUNGSWESEN:

2,71 Milliarden Euro

„Tirol hat riesiges Potenzial zu einem der Innovations­f ührer und Vorreiter in der Anwendung erneuerbarer Energien und anderer Bereiche der ,GreenEconomy‘ zu werden.“ CHRISTOPH WALSER

Für die gemeinsame Exportwirtschaft ist es wichtig, dass wir innereuropäisch enger zusammenrücken. Man hat jetzt in der Krise gesehen, dass der Nachschub mit Rohstoffen nicht funktioniert hat, weil sie außerhalb von Europa produziert wurden. Hier müssen wir innerhalb Europas besser kooperieren und auch stärker mit Russland zusammenarbeiten. Ich habe schon vor mehreren Jahren gesagt, dass die Zusammenarbeit mit Russland viel intensiver werden sollte. Russland ist ein rohstoffreiches Land. Mit einer engeren wirtschaftlichen Kooperation wäre Europa weniger von den USA oder China abhängig. Man sollte auch innerhalb der EU weniger darauf achten, wer als nächstes Beitrittsland in Frage kommt, sonder versuchen, alle Länder Europas unabhängig vom Beitrittsstatus wirtschaftlich auf das gleiche Niveau zu bringen und hier Märkte für europäische und damit auch österreichische Exportprodukte aufzubauen. In welchen Bereichen der Tiroler Wirtschaft sehen Sie das größte Potenzial für die Zukunft? Tirol hat riesiges Potenzial zu einem der Innovationsführer und Vorreiter in der Anwendung erneuerbarer Energien 10

* Quelle: „Tiroler Wirtschaft in Zahlen 2019/20“, Wirtschaftskammer Tirol

und anderer Bereiche der „Green-Economy“ zu werden. Wir haben Top-Unternehmen im Land, die wir international stärken müssen. Im Bereich der Nachhaltigkeit, des Naturschutzes, der Weiterentwicklung der Mobilität können wir unser Know-how einbringen und international neue Märkte erschließen. Start-ups und EPUs sind besonders stark von der Krise betroffen. Gibt es schon Pläne zur Unterstützung dieser Unternehmensformen? Wir sind gerade dabei, mit den Sozialpartnern und dem Land, zusätzlich zu den Förderungen vom Bund neue Maßnahmen zu entwickeln, durch die gerade innovative Unternehmen, Start-ups und EPUs unterstützt werden sollen. Die müssen gefördert werden, damit sie nicht das Handtuch schmeißen müssen. Gerade Gründer sollten jetzt in die Lage versetzt werden, dass sie ihre innovativen Ideen in die Tat umsetzen können. Wir unterstützen gemeinsam mit der UIBK schon lange Projekte, bei denen wir Wissenschaft und Wirtschaft zusammenbringen. Gerade durch das Projekt Inncubator am WIFI. Hier werden wir auch in Zukunft weiter investieren, damit wir diese Innovationsplattformen weiter ausbauen können, vor allem in einer Zeit, in der es einmal nicht so gut läuft. Das ist die Zukunft. Wir brauchen innovative und mutige Gründer. Wie wird sich die wirtschaftliche Situation bis Ende des Jahres weiterentwickeln? Ich bin jetzt einmal vorsichtig optimistisch, dass sich die Tiroler Wirtschaft recht schnell erholen wird. Die Tiroler sind fleißige Menschen und werden anpacken. Die Infektionszahlen in den umliegenden Ländern haben sich auch alle verbessert und daher können die österreichischen Grenzen ab dem 4. Juni wieder zu einigen unserer Nachbarländer geöffnet werden. Die Schwierigkeit wird sein, dass, wenn der gesamte grenzüberschreitende Verkehr in Europa wieder freigeben wird, es immer wieder zur Entwicklung lokaler Infektionscluster kommen kann. Damit müssen wir lernen umzugehen. Man wird auch bei uns einen anderen Umgang mit den Gästen haben müssen. Es wird gewisse Regeln brauchen, damit wir über den Winter nicht wieder in die gleiche Situation kommen, denn einen zweiten bundesweiten Lockdown kann sich kein Unternehmen mehr leisten. Vielen Dank für das Gespräch.


Tiroler Wirtschaftskammer · Wilhelm-Greil-Straße 7 · 6020 Innsbruck T 05 90 90 5-0 · M office@wktirol.at


7 SPA RTEN

7 Heraus­ford 7 Chance Der Lockdown ist vorbei – zumindest vorerst. Weil die Krise an keinem Wirtschaftszweig vorübergegangen ist, wird es nun Zeit für alle, die Ärmel hochzukrempeln. T E X T: D A N I E L F E I C H T N E R & D A N I E L S C H R E I E R

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7 SPA RTEN

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Auch wenn der Reboot der Tiroler Wirtschaft mittlerweile angelaufen ist: Die Folgen der Pandemie werden Unternehmen im ganzen Land noch lange beschäftigen. Jede Sparte hat während der Krise bereits tiefschürfende Veränderungen erfahren und steht nun vor ihren eigenen, individuellen Herausforderungen. Zugleich bringt jede Branche aber auch ihre eigenen Stärken mit. Darüber, wo diese liegen und wie sie die Zukunft ihres Sektors sehen, hat top.tirol mit den sieben Spartenobleuten der Wirtschafts­ kammer gesprochen.

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INFOS • Spartenmitgliedschaften 2019: 106 • 7.682 Mitarbeiter

© ZANELLA-KUX FOTOGRAFIE

BANK UND VERSICHERUNG

7 SPA RTEN

HARALD WANKE SPARTENOBMANN

„Banken sind Finanzierungsexperten, die sowohl beim Hausbau, bei der Finanzierung von Investitionen und Wünschen helfen, aber auch in Krisen den Kunden beistehen.“ HAR ALD WANKE

Die Krise hat unsere Sparte verändert, indem:

Die wichtigsten Maßnahmen, die wir getroffen haben, sind:

Unsere größte Stärke, die uns jetzt helfen wird, ist:

Diese Krise hat einmal mehr gezeigt, dass besonders die Banken ein stabilisierender Faktor sind. Erfreulich war auch die Flexibilität der Mitarbeiter, die sowohl jederzeit in der Bank als auch daheim im Homeoffice für ihre Kunden immer erreichbar waren. Diese Tatsache ist sicher eine große Chance, die Arbeit neu zu gestalten.

Obwohl die Banken selbst in einem extrem harten Wettbewerb stehen, war der Zusammenhalt in dieser Krise spürbar: So gab es einen Schulterschluss bei Stundungen (20.000 im Umfang von 1,3 Mrd. Euro), bei der Zusage der Kurzarbeitsüberbrückungskrediten (300 Millionen Euro) und beim Beschwerdemanagement der Wirtschaftskammer.

Banken sind Finanzierungsexperten. Sie helfen sowohl beim Hausbau, bei der Finanzierung von Investitionen und Wünschen, stehen aber auch in Krisen den Kunden bei. Geeignete Pakete für Kunden werden gesucht und gefunden. Dabei sind immer die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten. In der Vergangenheit, aber auch in Zukunft wird das die Stärke der Tiroler Banken sein.


INFOS

© WKT/FRANZ OSS

• rund 24.800 Spartenmitglieder • ca. 65.000 Mitarbeiter und Lehrlinge • etwa 2.000 Ausbildungs­ betriebe in ganz Tirol, die etwa 5.450 Lehrlinge ausbilden – die Hälfte aller Lehrlinge in Tirol • rund 8,5 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr • jährlich ca. 470 Millionen Euro Investitionen in die eigenen Betriebe

FRANZ JIRKA SPARTENOBMANN

„Ganz wichtig war der Informa­ tionsfluss zu den Betrieben, wann und wie sie weiterarbeiten können und speziell die Kommunikation mit den systemerhaltenden Bran­ chen, um die Strukturen aufrecht zu erhalten.“ FRANZ JIRK A

Die Krise hat unsere Sparte verändert, indem:

Die wichtigsten Maßnahmen, die wir getroffen haben, sind:

Unsere größte Stärke, die uns jetzt helfen wird, ist:

die Bevölkerung, die Kun­ den vermehrt die Leistungen unserer Branchen schätzen und mehr Wert auf die heimi­ sche Wertschöpfung legen. Die Betriebe haben die Zeit ge­ nutzt, um die Arbeitsprozesse, Angebote und Dienstleistungen, Ressourcen, Vertriebswege etc. zu hinterfragen und zu verbes­ sern. Das Gewerbe & Handwerk hat an Stolz und Selbstvertrau­ en gewonnen und geht zwar ge­ läutert, aber dennoch gestärkt aus dieser Krise.

Das G&H ist breit aufgestellt – vom Bau bis zu Energetikern. Die Krise hat unterschiedlich „eingeschlagen“, vom totalen Stillstand bis hin zu einiger­ maßen guten Aufträgen. Ganz wichtig war der Informations­ fluss zu den Betrieben, wann und wie sie weiterarbeiten können und speziell die Kom­ munikation mit den system­ erhaltenden Branchen (Energie/ Wasser/Lebensmittel etc.), um die Strukturen aufrecht zu erhalten.

die eigene Stärke! Es war für mich als Spartenobmann beeindru­ ckend, wie Unternehmer/innen aus sich herauswachsen können, ohne Paragraphen handeln und Zeichen setzen und somit die Erstver­ sorger, die Ersthelfer in solchen Krisen sind. Genau dieses Durch­ haltevermögen, diese Kraft und Energie helfen uns, wir stehen mit beiden Beinen am Boden. Wir sind soweit gekommen, weil es immer Menschen gibt, die nicht aufgeben und eben arbeiten, weitermachen und Lösungen suchen.

GEWERBE UND HANDWERK

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HANDEL

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INFOS

© WKT

• Nettojahresumsatz: ca. 18 Milliarden Euro • rund 15.000 Tiroler Handelsunternehmen • mehr als 50.000 Mitarbeiter • ca. 1.600 Lehrlinge in Ausbildung

MARTIN WETSCHER SPARTENOBMANN

„In Zeiten des ‚Social Distancing‘ wird auch deutlich, dass Geschäfte wichtige Begegnungsund Kommunikations­ zonen sind.“ MARTIN WETSCHER

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Die Krise hat unsere Sparte verändert, indem:

Die wichtigsten Maßnahmen, die wir getroffen haben, sind:

Unsere größte Stärke, die uns jetzt helfen wird, ist:

Der Handel hat von allen Sparten am massivsten unter den Umsatzeinbrüchen durch die Corona-Krise zu leiden. Branchenspezifisch gibt es allerdings extreme Unterschiede. So gibt es manche Branchen, die ihre Umsätze teilweise halten konnten, weil sie nicht von den verordneten Schließungen betroffen waren. Dagegen hat es in vielen anderen Bereichen während der CoronaMonate Umsatzein­bußen bis zu 100 Prozent gegeben.

Viele Tiroler Händlerinnen und Händler haben gerade jetzt ihr Service ausgebaut, bieten neue Lieferdienste an und erweitern ihr OnlineAngebot. Das ist wichtig, um den Tirolerinnen und Tirolern Lust auf regionales Einkaufen zu machen – egal ob direkt im Geschäft, telefonisch oder via Internet. Denn das hält die Wertschöpfung in unserm Land und sichert Arbeitsplätze!

Der Tiroler Fachhandel hat viele Stärken – etwa Beratungsund Servicequalität, Erreichbarkeit und Verlässlichkeit. In Zeiten des „Social Distancing“ wird aber auch deutlich, dass Geschäfte wichtige Begegnungs- und Kommunikationszonen sind, wo es nicht nur um Waren, sondern auch um das Zwischenmenschliche und Emotionen geht. Das werden Kundinnen und Kunden künftig wieder vermehrt schätzen.


T O P.T I R O L

Fiegl + Spielberger – ein starkes Tiroler Traditionsunternehmen, seit über 90 Jahren Elektroinstallationen werden in allen Bereichen gebraucht. Fiegl + Spielberger bietet ein sehr abwechslungsreiches Arbeitsfeld und baut sein Team für die Zeit nach Corona auch laufend weiter aus.

F

en und motivierten Teammitgliedern niemals eingestellt, sondern verstärkt, um für die Zeit nach Covid-19 gut gerüstet zu sein. „Die überstandene Belastungsprobe der Coronakrise hat gezeigt, dass Fiegl + Spielberger ein starkes, gesundes und krisensicheres Unternehmen und somit ein sehr attraktiver Arbeitgeber ist“, zeigt sich Löschnig erfreut.

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

Sicherer und krisenfester Arbeitgeber „Mitte März hat sich unsere Geschäftsleitung dazu entschlossen, unser Unternehmen vorübergehend zu schließen, um unsere Mitarbeiter proaktiv zu schützen“, erinnert sich Armin Löschnig, Leiter der Personalentwicklung bei Fiegl + Spielberger. Nach einer kurzen Phase der Kurzarbeit startete das Unternehmen schnell wieder durch und kehrte so rasch wie möglich zum Normalbetrieb zurück. Auch in den Wochen der Pandemie wurde die Suche nach neu-

© FIEGL+SPIELBERGER

iegl + Spielberger bietet seit mehr als 90 Jahren Know-how bei der Umsetzung von Projekten in der Stark- und Schwachstromtechnik. Für Mitarbeiter bedeutet das täglich neue Herausforderungen, die Flexibilität und Kreativität erfordern. Zugleich bietet man jedem Teammitglied die Möglichkeit, sich sowohl im technischen als auch im Bereich der Kommunikation aktiv einzubringen.

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INDUSTRIE

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INFOS • 329 Dienstgeberbetriebe • 7 2.259 Beschäftigte

© WKT

Exportquote: 43 % (EU-Länder) 28,6 % Drittstaaten 71,6 % Gesamt

HERMANN LINDNER SPARTENOBMANN

„Die fast 73.000 Be­ schäftigten der Industrie konnten durch ihren Einsatz den Wirtschaftskreislauf aufrechterhalten.“ HERMANN LINDNER

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Die Krise hat unsere Sparte verändert, indem:

Die wichtigsten Maßnahmen, die wir getroffen haben, sind:

Unsere größte Stärke, die uns jetzt helfen wird, ist:

Die Sparte Industrie war eine der stabilisierenden Branchen in der Krise. Die fast 73.000 Beschäftigten der Industrie konnten durch ihren Einsatz den Wirtschaftskreislauf aufrechter­ halten. Natürlich wird auch die Industrie darauf schauen, dass Lieferschwierigkeiten in einem globalen Markt besser reguliert werden können. Dennoch: Die In­ dustrie hat in dieser Krise vieles richtig gemacht.

Das wohl vorrangigste Ziel war, die Mitarbeiter auf die neuen Bedingungen ein­ zustellen. Dazu zählten Hygiene­maßnahmen und die Abstandsregeln im Betrieb umzusetzen. Heute kann man bereits sagen, dass diese neuen Regeln mustergültig umgesetzt wurden, da es in unseren Betrieben nur zu sehr wenigen Infektionen unter den Mitarbeitern ge­ kommen ist.

Wir leben nach wie vor in einem globalen Markt. Wir exportieren nach wie vor mehr als 70 Prozent unserer Waren. Das bringt uns eine hohe Wertschöpfung und letztlich Wohlstand. Unsere Stärke war jedoch immer die Ausgewogenheit unserer Pro­ dukte. Dadurch sind wir von Branchenkrisen nicht abhän­ gig, eine globale Krise werden wir aber in allen Branchen zu spüren bekommen.


INFOS

© WKT/FRANZ OSS

• 10.511 Mitglieder • 7.264 Betriebe • 15.204 Beschäftigte • 154 Lehrbetriebe • 229 Lehrlinge

DIETMAR HERNEGGER SPARTENOBMANN

„Wir haben innovative und leistungsstarke Betriebe in unserem Land; diese gilt es jetzt vermehrt zu unterstützen und zu stärken.“ DIETMAR HERNEGGER

Die Krise hat unsere Sparte verändert, indem:

Die wichtigsten Maßnahmen, die wir getroffen haben, sind:

Unsere größte Stärke, die uns jetzt helfen wird, ist:

fast über Nacht alle bisher gewohnten und eingespielten Abläufe über Bord gingen. UnternehmerInnen sind tagtäglich mit Entscheidungen konfrontiert; sie akquirieren Aufträge, geben ihr Bestes, um Kunden zufriedenzustellen und sorgen damit auch für sichere Arbeitsplätze – aber ein kompletter Shutdown steht in keinem Handbuch!

die umfassende Information durch die kompetenten Mitarbeiter der WK Tirol. Sie waren in den vergangenen Wochen fast rund um die Uhr damit beschäftigt, die unzähligen Anrufe und Mails zu beantworten sowie so gut wie möglich die sich ständig verändernden Informationen gebündelt an die Unternehmen weiterzuleiten.

das Wissen um die Wichtigkeit der Regionalität und der Zusammenhalt in unserem Land. Wir haben innovative und leistungsstarke Betriebe in unserem Land; diese gilt es jetzt vermehrt zu unterstützen und zu stärken. Auch wenn heimische Qualität manchmal um ein paar Euro mehr kostet – damit sichern wir Arbeitsplätze und stellen sicher, dass auch in Krisenzeiten die Versorgung gewährleistet ist.

INFORMATION & CONSULTING

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INFOS • 11.500 Betriebe • 60.000 Mitarbeiter Jeder vierte Tiroler Vollzeit­ arbeitsplatz und jeder dritte in Tirol verdiente Euro gehen auf die Tourismus- und Frei­ zeitwirtschaft zurück.

© WKT/FRANZ OSS

TOURISMUS UND FREIZEITWIRTSCHAFT

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JOSEF HACKL SPARTENOBMANN

„Tirol ist die alpine Tourismusregion mit dem höchsten Anteil am internationalen Reisemarkt, dadurch enorm exportorientiert, aber auch stark abhängig von offenen Grenzen.“ JOSEF HACKL

Die Krise hat unsere Sparte verändert, indem: Der Tourismus ist wie eine fahrende Eisenbahn und konnte nicht in geplantem Bremsmanöver die Haltestelle Saisonende erreichen. Vielmehr legte der Tiroler Tourismus eine Vollbremsung hin, welche auch nicht ohne wirtschaftliche Folgen bleiben wird. In den internationalen Medien wurde Tirol zum Sündenbock gemacht. Tirol wird in Zukunft noch wesentlich intensiver auf die authentischen Erlebnisse „Berg & Natur“ setzen.

Die wichtigsten Maßnahmen, die wir getroffen haben, sind:

Unsere größte Stärke, die uns jetzt helfen wird, ist:

Tirol ist als Tourismusdestination stark von Gästen aus dem Ausland abhängig. Wir haben uns besonders stark für eine vernünftige Vorgehensweise bei den Öffnungen der Grenzen, bei der Umsetzung von innerbetrieblichen Gesundheitssicherungsmaßnahmen und für eine proaktive Kommunikation unserer Tiroler Stärken am internationalen Markt eingesetzt.

Tirol punktet bei seinen Gästen mit der hohen Qualität in Betrieben und Dienstleistung, seiner herausragenden Landschaft, den vielfältigen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung und seiner Kulinarik. Durch unsere überwiegend familienbetrieblich geprägte Struktur ist der persönliche Kontakt zu unseren Gästen sehr nah. Diese emotionale Bindung zwischen Gast und Gastgeber wird uns dabei helfen, so schnell wie möglich wieder die volle Leistungsfähigkeit zu haben.


INFOS

© TANJA CAMMERLANDER

• Mitglieder: 3.447 • Dienstgeberbetriebe: 1.180 • Beschäftigte (ohne Schienenbahnen): 18.000 • Lehrlinge: 263 • 364,887 Mio. beförderte Personen

REBECCA KIRCHBAUMER SPARTENOBFRAU

„Der Lockdown hat vielen Branchen der Verkehrswirtschaft schwere Verluste eingebracht, die sie auch in den kommenden Monaten kaum aufholen können.“ REBECC A KIRCHBAUMER

Die Krise hat unsere Sparte verändert, indem: Die Pandemie hat bewiesen, wie wichtig Logistik und Versorgung sind. Spediteure und Transporteure gehören daher zu den „Helden der Krise“. Zugleich zählen viele Branchen der Verkehrswirtschaft zu den Verlierern, insbesondere die Personenbeförderungsunternehmen und die von ihnen abhängigen Branchen. Der Lockdown hat ihnen schwere Verluste eingebracht, die sie auch in den kommenden Monaten kaum aufholen können.

Die wichtigsten Maßnahmen, die wir getroffen haben, sind:

Unsere größte Stärke, die uns jetzt helfen wird, ist:

Nach dem vorzeitigen Ende der Wintersaison war es am wichtigsten, über Maßnahmen sowie über Hilfs- und Unterstützungsangebote zu informieren. Gerade beim Überblick über die unterschiedlichen Regelungen an den europäischen Grenzen und die jeweiligen nationalen Einschränkungen für den Warenverkehr waren wir gefordert.

Die Pandemie hat gezeigt, dass funktionierende Logistik-, Personen- und Gütermobilität die Grundlage jedes funktionierenden Staatswesens ist. Das gilt es auch in Zukunft zu gewährleisten und sicherzustellen, dass der heimische Wirtschaftsstandort leistungsfähig und -stark bleibt. Unsere Unternehmen und ihre Innovationskraft müssen gestärkt und regionale Kreisläufe gesichert werden.

TR ANSPORT UND VERKEHR

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T O P.T I R O L

Sicher durch die Krise mit kompetenter Beratung

© MAROX

Auch in unsicheren Zeiten können sich unsere Kunden auf erstklassigen IT-Service und innovative Ideen für die Optimierung von betriebsinternen Abläufen verlassen.

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esaster-Recovery-Pläne waren in den letzten Wochen und Monaten ein gängiges Schlagwort und wurden in den meisten Firmen auf Vordermann gebracht. Nicht umsonst, wie man inzwischen leider feststellen musste. Unsere Kunden wurden von uns vor dem bundesweiten Shutdown entsprechend vorbereitet. Proaktiv konnten wir Serversysteme für das Arbeiten von zu Hause installieren und so für einen nahtlosen Übergang ins Home-Office sorgen – natürlich außerhalb der Produktionszeiten bzw. an den Wochenenden.

Kunden in der Zeit der Krise bestmöglich unterstützen Im Home-Office mussten viele Mitarbeiter auf ihre Heim-PCs zurückgreifen. Gerade hier galt es besondere Vorsicht walten zu lassen: Private PCs und Heimnetzwerke unterliegen nicht den strengen Sicherheitsrichtlinien vieler Unternehmen und stellen ein besonderes Risiko für Firmendaten dar. Deshalb unterstützen wir unsere Kunden mit unserer jahrelangen Erfahrung im Bereich IT-Sicherheit dabei, sich vor Hackern, Viren und Trojanern zu schützen, damit auch bei Nutzung der Heim-PCs die Firmendaten sicher sind. VPN-Zugänge werden auf ein Minimum an Rechten beschränkt und mittels Next-GenerationFirewalls die VPN-Verbindung ins Unternehmen auf Viren und Malware geprüft.

Datendiebstahl fast unmöglich Noch sicherer funktioniert es mit einer Terminalserver22

Mario Partell

Lösung. Das Arbeiten ist zuverlässiger und schneller, für eine große Zahl an Mitarbeiter geeignet und die Umgebung entspricht den strengen IT-Richtlinien des Unternehmens. Sind sowohl der VPN-Zugang wie auch der Terminalserver Zugang durch eine Zwei-Faktor-Authentifizierung abgesichert, ist ein Einbruch durch Hacker fast ausgeschlossen.

Modernisierung durch DokumentenmanagementSysteme Auch uns hat die Coronakrise und die Umstellung auf das Home-Office vor neue Herausforderungen gestellt. Unsere Mitarbeiter mussten auf die Daten, Dokumente und Belege im Unternehmen zurückgreifen. Deshalb haben wir innerhalb kurzer Zeit ein Dokumenten-Management-System (DMS) eingeführt und alle Unterlagen digitalisiert. Mittels automatischer OCR-Erkennung und -Indexierung sind jetzt alle Unterlagen innerhalb kürzester Zeit auffindbar, in Kombination mit der Terminalserver-Technologie von überall zugreifbar. Eine richtungsweisende Umstellung, die wir in Zukunft auch unseren Kunden anbieten dürfen. Marox GmbH & Co KG Tiroler Straße 10/107 A-6322 Kirchbichl Tel.: 05332 / 22882 10 E-Mail: office@marox.at www.marox.at

PROFESSIONAL IT SERVICES

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

Robert Heckenbichler



„Trotz Geschäftssperre konnten wir durch die Umstellung auf Pandemieschutzwände unsere Mitarbeiter halten und den gewohnten Umsatz erzielen.“ CHRISTOPH BREUER

Christoph Breuer leitet seit zwölf Jahren den Handelsbetrieb Gummi Winkler in Innsbruck.

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F I R M E N P O R T R ÄT

SCHUTZWÄNDE STATT SCHLÄUCHE Aus der Not eine Tugend machen: Der Innsbrucker Handelsbetrieb Gummi Winkler hat im März die Produktion auf Schutzwände umgestellt und so nicht nur wichtige Berufsgruppen unterstützt, sondern auch das Geschäft und Arbeitsplätze gerettet. T E X T: E V A S C H W I E N B A C H E R FOTOS: A XEL SPRINGER

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iele österreichische Firmen haben ihre Produktion umgestellt, um Krankenhäuser, Ärzte, Apotheken, Geschäfte und andere Berufsgruppen mit Schutzausrüstung auszustatten. Auch in Tirol gibt es mehrere Unternehmen, die aufgrund des erhöhten Bedarfs an Schutzmasken, Desinfektionsmittel, Schutzanzüge, Visiere und Co. ihr Angebot erweitert und geändert haben. Darunter befindet sich Gummi Winkler aus Innsbruck. Der Handelsbetrieb hat im März die Produktion innerhalb kurzer Zeit auf Schutzwände aus Acrylglas konzentriert.

PLÖTZLICH NEUE KUNDEN

Gummi Winkler wurde 1953 in Innsbruck als Geschäft für technische Bedarfsartikel gegründet und zählt nach mehreren Besitzerwechseln seit 2008 zum Tiroler Familienunternehmen Blasy. Im Normalfall ist der Betrieb auf Gummi und sonstige technische Artikel, wie Schläuche, Dichtungen, Klebstoff und Kunststoffe

spezialisiert. Die Kunden sind hauptsächlich private – Häuslbauer, Hobbyhandwerker –, aber auch Tischler, Schlosser, Installateure und Industriebetriebe. Anfang März traten jedoch Apotheker an die Firma heran, die auf der Suche nach einem Schutz für ihre Angestellten und Kunden im Verkaufsbereich waren. „Wir entwickelten gemeinsam erste Schutzwände aus Acrylglas und statteten innerhalb kürzester Zeit einige Apotheken damit aus“, erzählt Christoph Breuer, der Gummi Winkler seit 2008 führt.

Während des Lockdowns blieb das Geschäft von Gummi Winkler in Neu-Rum zu. Die Produktion lief weiter.

VOM NISCHENPRODUKT ZUM BESTSELLER

Man rechnete damit, dass die Nachfrage an Schutzwänden steigen würde und beschloss, das Angebot zu erweitern. „Zu diesem Zeitpunkt gab es Tag für Tag neue Beschränkungen und Vorschriften. Wir mussten schnell sein“, sagt Breuer. Tiroler Ärzte, Apotheken und Optiker wurden kontaktiert, gleichzeitig gRohmaterial beschaffen. „Wir benötigten nun eine deutlich größere Menge an transparentem Material als üb-

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F I R M E N P O R T R ÄT

Schutzwände für den Verkaufsbereich sind in Corona-Zeiten ein gefragtes Produkt.

Gummi Winkler: 1953

Gründung als Geschäft für technische Bedarfsartikel in Innsbruck

Mitarbeiter unterschiedlicher Bereiche kamen während der Geschäftsschließung in der Produktion zum Einsatz.

2008

Übernahme durch das Familienunternehmen Blasy

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Mitarbeiter

Geschäftsfeld: Verkauf von Gummi und sonstigen technischen Bedarfsartikeln

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licherweise“, erzählt der Geschäftsführer. Über einen österreichischen Handelspartner gelang es, das weltweit gefragte Material anzuschaffen.

VORTEIL BETRIEBSGRÖSSE

„Wir sind ein kleiner Betrieb und flexibel – die Produktion war schnell geändert.“

Gummi Winkler entwickelte verschiedene Varianten und Größen der Schutzwände. Auch Spezialanfertigungen werden hergestellt. „Wir haben uns dazu entschieden, uns auf individuelle Lösungen zu spezialisieren und Großaufträge au- C H R I S T O P H ßen vor zu lassen, da dafür unsere Kapazitäten nicht ausreichen würden“, sagt Breuer. Was den Aufwand, die Produktion umzustellen, betrifft, war die Betriebsgröße jedoch von Vorteil. „Wir sind ein kleiner Betrieb und flexibel – die Produktion war schnell geändert“, so der Geschäftsführer. Aufgrund des bundesweiten Lockdowns musste Gummi Winkler außerdem das Geschäft in Neu-Rum schließen. Mitarbeiter aus dem Verkauf waren deshalb ohne Arbeit und konnten in der Produktion eingesetzt werden.

KRISE ALS CHANCE

Seit Anfang März wurden 600 Schutzwände hergestellt. Normalerweise macht der Handel mit Kunststoffplatten nur 15 bis 20 Prozent des Umsatzes aus. Heuer wird dieser Bereich den Umsatz retten, gibt sich Breuer vorsichtig optimistisch. „Trotz Geschäftssperre konnten wir durch die Umstellung auf Pandemieschutzwände unsere Mitarbeiter halten und den gewohnten Umsatz erzielen. Wenn es so weitergeht, BREUER kommen wir ungeschoren aus der Krise heraus. Die Spätfolgen der Krise kennen wir jedoch noch nicht.“ Nach Ostern konnte Gummi Winkler das Geschäft wieder aufsperren. In den ersten Tagen war der Andrang sehr groß. Rund 20 Prozent mehr Kundenfrequenz als im Durchschnitt wurden verzeichnet. Speziell im Privatkundenbereich gab es laut Breuer eine Zunahme. Mittlerweile hat sich die Situation normalisiert. Aus heutiger Sicht rechnet der Geschäftsführer damit, dank der Umstellung der Produktion – an den Umsatz vom Vorjahr anschließen zu können.


T O P.T I R O L

McDonald’s: Gemeinsam durch die Krise

© MCDONALD’S ÖSTERREICH

Die Tiroler McDonald’s Franchisenehmer Michael Heinritzi, Markus Bock und Thomas Profunser über regionale Verantwortung und ihren sicheren Neustart in Tirol.

Sicherheit für Gäste und MitarbeiterInnen steht an oberster Stelle.

Qualität aus Österreich Von der Wiedereröffnung mit dem klaren Bekenntnis zu Qualität aus Österreich profitieren auch die 40.000 bäuerlichen Partnerbetriebe: „Als größter Gastronomiepart-

ner der heimischen Landwirtschaft bezieht McDonald’s aktuell rund 70 Prozent der Lebensmittel aus Österreich“, erzählt Thomas Profunser, der seine Restaurants in Reutte, Imst und Telfs mit insgesamt 125 MitarbeiterInnen betreibt.

„Stark in der Region verwurzelt“ Markus Bock, als Franchisenehmer für sechs Tiroler Standorte (5x in Innsbruck, 1x in Völs) und insgesamt 240 MitarbeiterInnen verantwortlich, ergänzt: „McDonald’s ist eine internationale Marke, aber wir Franchisenehmerinnen und Franchisenehmer sind als österreichische mittelständische Unternehmer stark in unserer Tiroler Heimat verwurzelt.“ Dieses Verantwortungsgefühl ist im ganzen Team spürbar: „Nach so einer schwierigen Zeit können wir uns bei unseren großartigen Mitarbeitern einfach nur bedanken. Wir sind stolz auf die tolle Zusammenarbeit und sind sicher, dass wir gemeinsam eine große berufliche Zukunft haben“, so Michael Heinritzi. Die aktuellen Öffnungszeiten der Tiroler Standorte gibt es auf www.mcdonalds.at

Wieder heiß auf goldig.

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

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irol ist schon seit 1981 Teil der bemerkenswerten Erfolgsgeschichte von McDonald’s Österreich. Als Mitte März 2020 alle 196 heimischen Restaurants schließen mussten, bedeutete das für die Tiroler McDonald’s Franchisenehmer Michael Heinritzi, Markus Bock und Thomas Profunser vor allem eines: standhalten und alles für die sichere Wiedereröffnung tun. „Wir waren und sind uns als regionaler Arbeitgeber gerade in dieser schwierigen Zeit unserer Verantwortung für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewusst und konnten trotz der Widrigkeiten alle Arbeitsplätze erhalten“, erzählt Michael Heinritzi, der allein in seinen Tiroler Restaurants in Kufstein, Wörgl, Vomp, Rum, Kitzbühel, Schlitters, Zams und Schönberg über 350 MitarbeiterInnen beschäftigt und wie seine Kollegen während der Schließung auf Kurzarbeit und E-Learning setzte. Nach intensiven Vorbereitungen konnten in enger Abstimmung mit den Behörden die Betriebe schrittweise hochgefahren werden und ganz offensichtlich freuten sich die Tiroler wieder richtig auf BigMac & Co., denn die McDrives öffneten Ende April mit einem enormen Erfolg. Am 15. Mai folgten schließlich die vollständigen Restaurantöffnungen mit zahlreichen neuen Schutzmaßnahmen. „Wir drei Lizenznehmer sind natürlich sehr glücklich, dass nach der Wiedereröffnung so ein großer Ansturm auf unsere Restaurants stattfand, das zeigt, dass unsere Gäste unserer Qualität, unserem Service und insbesondere unseren Hygienemaßnahmen vertrauen.“

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T O P.T I R O L

„GEMEINSAM KÖNNEN WIR ES SCHAFFEN“ Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf erzählt im Interview, welche Lehren sie aus der vergangenen Zeit zieht, wie es um die Tiroler Wirtschaft steht und was man in punkto Digitalisierung gelernt hat.

© TANJA CAMMERLANDER

DA S IN T ER V IE W F Ü HR T E : K AT H A R IN A W IL DAU ER

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rau Landesrätin, wir haben sehr intensive Wochen hinter uns. Welche Lehren ziehen Sie aus diese herausfordernden Zeit? LR IN ZOLLERFRISCHAUF: Mir imponiert die Disziplin der Bevölkerung und das konstruktive und flexible Verhalten der Unternehmer. Was wir sicher mitnehmen müssen, ist das gestärkte Bewusstsein für eine regionale Wirtschaft und das Bemühen um eine krisensichere Produktion im pharmazeutischen und medizinischen Bereich. Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind enorm, für 2020 wird ein massiver Einbruch des Wirtschaftswachstums prognostiziert. Wie kommt Tirol aus dieser Situation wieder heraus? Wir stehen vor der Herausforderung, Gesundheit und Wirtschaft unter einen Hut zu bringen. Krisen müssen auch immer als Chance zur Veränderung verstanden werden. Wo gibt es Defizite und wo können wir noch besser werden? Regional, digital, nachhaltig – das sind die Eckpfeiler, die wir im Auge behalten müssen. Ich glaube, gemeinsam können wir es schaffen. Die Kaufkraft spielt eine große Rolle. Wenn die Bevölkerung mit ihren Einkäufen heimische Unternehmen unterstützt, kann jeder einen Beitrag dazu leisten, dass unsere Wirtschaft wieder aufblüht. Das Land unterstützt mit Milliarden, doch trotz Überschüsse der letzten Jahre ist das Budget nicht unendlich. Wie lange und wie stark kann man der Tiroler Wirtschaft noch unter die Arme greifen? Das

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„Mir ist es wichtig sicherzustellen, dass beim Einsatz öffentlicher Gelder zielgerichtet vorgegangen wird.“

Land Tirol wird jene Unternehmen unterstützen, die mit keiner Hilfe durch den Bund rechnen können. Klar ist aber auch: Eine Vollkasko-Versicherung können wir P A T R I Z I A Z O L L E R - F R I S C H A U F, aus Landesmitteln nicht beL A ND E S R ÄT IN reitstellen. Wir haben eine große Verantwortung gegenüber der künftigen Generation. Zur Tilgung der Schulden neue Steuern einzuführen wäre Gift für unseren Wirtschaftsstandort. Mir ist es wichtig sicherzustellen, dass beim Einsatz öffentlicher Gelder zielgerichtet vorgegangen wird. Gemeinsam mit Experten und den Sozialpartnern arbeiten wir aktuell an einem Konjunkturpaket für den Lebensraum Tirol. In den letzten Monaten erlebten wir in allen Bereichen der Bildungs-, Arbeits- und Wirtschaftswelt einen Digitalisierungsschub. Werden sich die Erfahrungen daraus auf die Digitalisierungsstrategie des Landes auswirken – und wie? Coronabedingt sind die Möglichkeiten und Vorteile digitalen Arbeitens breitenwirksam angekommen. Das Modell könnte insbesondere Chancen im Bereich der Klimapolitik bewirken. Die Krise hat auch vielen Handelsunternehmen die Möglichkeiten von eCommerce als Ergänzung deutlich gemacht. Mit der Beratungsförderung von Land Tirol und WK Tirol werden Tiroler Betriebe unterstützt, die sich über die Einrichtung eines eigenen Onlineshops informieren wollen.



VON DER GARAGE IN DIE WEITE WELT

2013 hatten die beiden ehemaligen Schulfreunde Paul und Ernst die Vision, ihr Umfeld mit gesundem und nachhaltigem Essen zu versorgen. Aus dieser Vision entwickelte sich in den letzten sieben Jahren ein weltweit agierendes Start-up, das mit seinen Gastro-Rädern international neue Maßstäbe setzt. T E X T: D A N I E L S C H R E I E R FOTOS: FANZ OSS

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F I R M E N P O R T R ÄT

RegioAds Die neue Tiroler Monitorwerbung zur Stärkung der regionalen Wirtschaft

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uf den Rädern von paul&ernst lassen sich alle erdenklichen Köstlichkeiten zubereitet. Egal ob herzhafte Burger, gegarter Schweinebauch, italienische Eiscreme oder indisches Dal-Curry, der modulare Aufbau ermöglicht es den Kunden der Fahrradmanufaktur, ihre Räder genau auf ihre Bedürfnisse abstimmen zu lassen und mit ihrer Leidenschaft für gutes Essen wirtschaftlich durchzustarten.

VON DER IDEE ZUM PROTOTYPEN

Die Idee für ihr innovatives Konzept der mobilen Gastronomie kam den Gründern von paul&ernst streetfood solutions auf Reisen durch Asien und Lateinamerika. Die Streetfood-Kultur, die sie dort kennengelernt hatten, begeisterte die beiden und sie beschlossen, dass es auch in Österreich eine solches

„ Wir wollten mit diesem Projekt nicht reich werden, sondern haben es aus innerer Überzeugung gemacht.“

erade in Zeiten wie diesen ist es wichtig, nicht auf Werbung zu vergessen. Werbung bedeutet auf sich aufmerksam zu machen, sich zu präsentieren, seine Leistungen und Produkte in den Vordergrund zu heben und sich in den Köpfen der potentiellen Kunden zu manifestieren. In einer Krise wird dieser Bereich gerne im Budget gestrichen – ein folgenschwerer Fehler! RegioAds ist eine budgetschonende, aber wirksame neue Werbemöglichkeit. Hauser xb hat diese neue Möglichkeit geschaffen, um gezielt in der Region Werbung zu machen. RegioAds ist Monitorwerbung an Orten, an denen sich potentielle Kunden in Ihrer Freizeit aufhalten – Fitnesscenter, Apotheke, Metzger, Bäckerei u. v. m. Modern und digital kann man sich dort präsentieren, Aktionen bewerben oder auch Stellen ausschreiben, die Möglichkeiten sind unbegrenzt!

PAUL KOGELNIG

Hauser xb Andreas-Hofer-Staße 3 6130 Schwaz Tel.: 0664/9627137 E-Mail: office@hauser-xb.at www.regioads.at

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

Angebot an gesunden und lokal produzierten Gerichten geben sollte. Wieder in ihrer damaligen Heimatstadt Wien angekommen, suchten die Freunde nach einer Möglichkeit, ihre Vision in einer nachhaltigen und ressourcenschonenden Weise in die Tat umzusetzen. Die Idee für ein Gastro-Fahrrad war geboren. Das einzige Problem: Nirgendwo auf der Welt konnte ein Hersteller für ein solches Rad gefunden werden. Paul und Ernst, beide gelernte Tischler, entschieden sich deshalb, selbst Hand anzulegen und einen ersten Prototypen ihres Foodbikes in ihrer Garage zu bauen.

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F I R M E N P O R T R ÄT

Wirtschaftliche Unabhängigkeit

© DALSTATION

Den Gründern von paul&ernst ist es ein wichtiges Anliegen Menschen mit einer Leidenschaft für gutes Essen beim Start in ihre Selbstständigkeit zu unterstützen.

DALSTATION, INNSBRUCK Nach mehr als 20 Jahren als Zahntechniker verwirklicht sich Florian Erlacher mit der „Dalstation“ seinen Traum von wirtschaftlicher Unabhängigkeit. Im Juli 2020 startet der Innsbrucker mit seinem Gastro-Rad durch und verkauft an ausgewählten Spots der Landeshauptstadt Variationen seines veganen Linsencurrys, das in Indien und seinen Nachbarländern als Dal bekannt ist.

VON DER NACHFRAGE ÜBERRASCHT

© PAUL&ERNST

Die innovativen Gastro-Räder der beiden Tüftler erzeugten schnell enormes Aufsehen: „Ernst und ich haben nie berechnet, wie groß der Markt für unsere Bikes wäre. Wir wollten mit diesem Projekt nicht reich werden, sondern haben es aus innerer Überzeugung gemacht“, erinnert sich Paul Kogelnig. „Dann

PROJEKT NEEMA, AFRIKA „paul&ernst“ kooperieren mit dem gemeinnützigen Verein Neema, dessen Ziel es ist, in Armut lebende Menschen zu unternehmerischem Handeln zu motivieren und ihnen auf ihrem Weg in die langfristige berufliche Unabhängigkeit zu helfen. Das Tiroler Unternehmen hat dafür einen kühlbaren Fahrradanhänger für den Transport von Lebensmitteln und Medikamenten entwickelt. Der Verein unterstützt gemeinsam mit lokalen Projektpartnern potentielle Unternehmer in Armutsgebieten mit Mikrokrediten und Leasingangeboten für den Anhänger, der dann für die selbstständige Auslieferung und den Verkauf genutzt werden kann. Neben der wirtschaftlichen Autonomiestärkung für die Mikro-Unternehmer sollen mit dem Projekt auch mehr Menschen Zugang zu gesunden und frischen Lebensmitteln erhalten.

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„Unser Ziel war von Anfang an international – mit der Vision, der Weltmarktführer für mobile Gastronomie zu sein.“ PAUL KOGELNIG

erhielten wir plötzlich E-Mail-Anfragen aus der ganzen Welt, von Menschen, die eines unserer Räder kaufen wollten. Das hat uns sehr überrascht. Wir wurden sozusagen von der Nachfrage zur Firmengründung gezwungen“, so der Unternehmer weiter. Zwei Jahre lang produzierten Paul und Ernst ihre Räder in Wien, bis der Umzug von Paul Kogelnig nach Tirol neue Chancen für das Unternehmen eröffnete: „Ich bin in der Zwischenzeit Papa geworden und meine Frau und ich haben entschieden, dass wir wieder nach Tirol zurückkehren wollten. Wir haben dann ein Angebot der Werkstätte Wattens erhalten und waren von der Location und der angebotenen Infrastruktur begeistert. Innerhalb kurzer Zeit haben Ernst und ich entschieden, die gesamte Produktion nach Tirol zu verlagern“, erinnert sich Kogelnig.


Dank der guten Auftragslage suchen paul&ernst auch während der Krise neue Produktions-Mitarbeiter, um das bestehende Team zu vergrößern.

Bekannten arbeitet, aber, gerade am Anfang, nur verhältnismäßig wenig dafür zurückbekommt“, blickt Paul Kogelnig zurück.

INTERNATIONALISIERUNG

PRIVATER ALL-IN

Für die beiden Gründer läutete der Umzug nach Wattens auch persönlich eine neue Ära ein: „Für uns war diese Entscheidung sozusagen ein privater All-In. Wir haben alle uns zur Verfügung stehenden Ressourcen dafür verwendet, die Investitionen in Maschinen und Ausstattung zu stemmen“, resümiert Kogelnig. Ein mutiger Schritt, den die beiden aber bis heute nicht bereuen, auch wenn der Druck, das Unternehmen zum Laufen zu bringen, riesig war: „Man braucht den totalen Rückhalt der Familie. Für die ist es wahnsinnig schwierig, wenn man das Dreifache seiner

Seit dem Umzug der Produktion arbeiten Paul und Ernst getrennt voneinander. Paul in Tirol und Ernst in Wien, wo das Unternehmen ein Büro und neben Wattens auch noch einen Showroom für seine internationalen Kunden unterhält „Unser Motto war immer: ‚Wir sind eine große Firma, die klein anfängt‘. Unser Ziel war von Anfang an international – mit der Vision, der Weltmarktführer für mobile Gastronomie zu sein“ erklärt Kogelnig. Bis zum Ende des Jahres 2019 konnte das mittlerweile auf 16 Mitarbeiter angewachsene Team von paul&ernst 150 ihrer innovativen Gastro-Fahrräder produzieren und an Kunden auf allen Kontinenten ausliefern. Überrascht hat die beiden Gründer, dass nach und nach auch große Konzerne ihre Räder für

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„Wir müssen jetzt in der Krise nach der Markt- und Innovationsführerschaft greifen.“ PAUL KOGELNIG

ihre Marketingaktionen nutzen: „Die Grundidee war immer, dass wir mit unseren Rädern einer Familie, einem Kleinunternehmer, einem Start-up zu Einkommen verhelfen können. Was wir uns am Anfang überhaupt nicht gedacht haben, war, dass große Unternehmen, wie M-Preis, Spar, Lego oder Darbo, einmal unsere Räder verwenden werden“, erzählt Paul Kogelnig erfreut.

HERAUSFORDERUNG COVID-19

Nach dem erfolgreichen Aufbau der Produktion in Wattens und der Erschließung von immer mehr internationalen Märkten stellt die Covid-19-Pandemie das junge Unternehmen vor seine bisher größte Herausforderung: „Ernst und ich haben sicher jeder fünf Kilo verloren. Wir hatten neuralgische Bauteile, die über drei bis vier Wochen nicht geliefert werden konnten. Eine Belastungsprobe für unsere Just-in-Time-Produktion“, so Kogelnig. Obwohl die meisten Komponenten der GastroRäder aus Österreich und Italien stammen, war das Start-up bisher auch auf Lieferungen aus China angewiesen, da sich in Europa kein Produzent finden konnte, der die Rahmen der Räder in kleineren Serien herstellen wollte. „Das Ziel ist unsere Lieferkette in den nächsten zwei Jahren krisenfester aufzustellen und so mehr Sicherheit in die Produktion zu bringen. Dafür braucht es aber meiner Meinung nach ein Umdenken in Europa, gerade was die Herstellung von kleiner Stückzahlen betrifft“, argumentiert Kogelnig.

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ERHOLUNG DER WELTWEITEN NACHFRAGE

Nach dem anfänglichen Schock, den das synchrone Herunterfahren der Weltwirtschaft ausgelöst hatte, beruhigt sich die Lage aber mittlerweile auch bei paul&ernst wieder merklich. Die Auftragslage erholt sich nach der schrittweisen Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen in den meisten Ländern der Welt. Gerade konnte ein neuer Auftrag aus Dubai an Land gezogen werden. Ein wichtiger Schritt für das Unternehmen, das im arabischen Raum seinen nächsten großen Zielmarkt sieht. Der Einschnitt für das heurige Geschäftsjahr wird dennoch enorm sein, da durch das Timing der Krise ein Großteil des Sommergeschäfts weggebrochen ist.

GRIFF NACH DER MARKTFÜHRERSCHAFT

Anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, plant das Unternehmerduo die Flucht nach vorne und arbeitet bereits an ihren nächsten Projekten: „Man könnte


T O P.T I R O L

Die Räder von paul&ernst zeichnen sich vor allem durch ihren modularen Aufbau aus, durch den jedes Rad individuell an die Bedürfnisse des Kunden angepasst werden kann.

jetzt auch zwei Jahre lang dieselben Modelle anbieten, damit würden wir aber das Rückgrat unserer Firma brechen, das nun einmal die Innovation ist. Wir müssen jetzt in der Krise nach der Markt- und Innovationsführerschaft greifen“, gibt sich Paul Kogelnig kämpferisch. Der Griff nach der Marktführerschaft soll mit Produktinnovationen, wie dem „Cooking Pro II“, gelingen, das mit 25 möglichen Kochgeräten und einem neuen Bike-Anhänger ein Maximum an Individualisierungsmöglichkeiten bietet. Den Entwicklungen der nächsten Monate sieht Paul Kogelnig trotz des herausfordernden Starts in das Jahr positiv entgegen: „Wir sind jetzt sicher nicht der große Gewinner der Coronakrise, aber vielleicht sind wir der Gewinner der zweiten oder dritten Stunde. Ich bin mir sicher, dass gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten unser Produkt noch stärker nachgefragt werden, als es bereits jetzt der Fall ist.“

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Konjunkturpaket für Tirol Die NEUE HEIMAT TIROL (NHT) bleibt auch in Krisenzeiten ein verlässlicher Partner der Tiroler Bauwirtschaft.

Die NHT-Geschäftsführer Hannes Gschwentner (re.) und Markus Pollo haben ein millionenschweres Baukonjunkturprogramm geschnürt.

heimischen Bausektor intensiviert die NHT als größter gemeinnütziger Bauträger Tirols ihre Bautätigkeit und investiert in den nächsten beiden Jahren eine Viertelmilliarde Euro.

250 Mio. Euro bis 2021 „Unsere laufenden Baustellen wurden auch in den vergangenen Wochen unter den vorgeschriebenen Hygieneund Sicherheitsstandards fortgesetzt. Immerhin warten über 500 Kundinnen und Kunden auf ihre neue Wohnung“, erklärt Geschäftsführer Hannes Gschwentner. Trotz Coronakrise konnten in den letzten Wochen über 70 neue Wohnungen an die neuen Mieter bzw. Eigentümer übergeben werden. Gleich in mehreren Gemeinden erfolgte der Spatenstich für neue Projekte. Zusätzlich haben die Planungen und Ausschreibungen für die im nächsten Jahr geplanten Bauvorhaben begonnen. „Unsere Abteilungen im Haus arbeiten derzeit auf Hochtouren. Die fortlaufenden Investitionen in die Digitalisierung ermöglichten uns während der Coronakrise ein reibungsloses Arbeiten aus dem Home-Office“, ergänzt Geschäftsführer Markus Pollo. Durch Vorziehen von Projekten soll das NHTBauvolumen im nächsten Jahr auf einen neuen Höchststand steigen. Mit einem jährlichen Neubauvolumen von 36

rund 100 Mio. Euro zählte die NHT schon bisher zu den größten gemeinnützigen Bauträgern in Österreich. Der Großteil der Wertschöpfung bleibt dabei im Land, über 95 Prozent des Bauvolumens geht an Tiroler Betriebe.

Wertschöpfung für Tirol „Auch während der Finanzkrise zählte der gemeinnützige Wohnbau zu den verlässlichen und wichtigen Stützen des Wirtschaftsstandorts Tirol. Das jetzt geplante Investitionspaket gibt Sicherheit und Perspektive für viele Betriebe in der Tiroler Bauwirtschaft“, freut sich auch Innungsmeister Anton Rieder. Derzeit hat die NHT tirolweit über 50 Projekte mit ca. 1.600 Wohnungen in der Pipeline. Allein in der Landeshauptstadt Innsbruck plant die NHT in den nächsten Jahren die Errichtung von 1.000 neuen Wohnungen. Die durchschnittliche Miete in den NHT-Wohnungen liegt 50 Prozent unter dem Marktpreis. In Summe verwaltet die NHT rund 19.300 Wohnungen, davon 15.100 zur Miete. Über 40.000 Kundinnen und Kunden wohnen derzeit in einer Immobilie der NHT. Neue Heimat Tirol Gumppstraße 47, 6020 Innsbruck Tel: 0512 / 3330 E-Mail: nhtirol@nht.co.at www.neueheimat.tirol

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

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ngesichts der drohenden Konjunkturflaute am


I N N O VAT I O N I N K R I S E N Z E I T E N

Innovation & Krise Geschieht das Unvorhergesehene, ist Anpassungsfähigkeit ebenso gefragt wie Know-how und der Forschergeist, um neuen Herausforderungen zu begegnen. Kein Wunder also, das Wissenschaft und Forschung gerade Hochkonjunktur haben – auch in Tirol.

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it der Covid-19-Pandemie sieht sich die Welt einer ganzen Reihe bislang unvorstellbarer Szenarien gegenüber – ökonomisch ebenso wie sozial. Wirtschaft und Gesellschaft werden ohne Zweifel noch lange mit den Folgen der aktuellen Geschehnisse beschäftigt sein. Doch neue Herausforderungen rufen auch diejenigen auf den Plan, die bereit sind, sie anzunehmen: Wissenschaftliche Institutionen sind derzeit gefragter denn je, nicht zuletzt in einem von Hochschulen geprägten Land wie Tirol. So befassen sich auch die Tiroler Hochschulen intensiv mit Covid-19 und seinen direkten und indirekten Auswirkungen – sowohl in Bezug auf die Umstellung ihrer Lehrtätigkeit, um die vorgeschriebenen Maßnahmen zu erfüllen, als auch in ihren Projekten.

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I N N O VAT I O N I N K R I S E N Z E I T E N

FH Kufstein Tirol

UNTERHALTUNG & INFORMATION In einer Online-Befragung haben die Kommunikations- und Marketingwissenschaftler Peter Schneckenleitner und André Haller Studierende der FH Kufstein Tirol zwischen 17 und 39 Jahren zu ihrer Mediennutzung während der Krise befragt. Dabei hat sich gezeigt, dass Fernsehen nicht nur das Informationsmedium Nummer eins ist, sondern auch fast ausschließlich für Information genutzt wird – zur Unterhaltung und Entspannung dienen vorrangig Streaming-Plattformen und Bücher. Social Media wird dagegen hauptsächlich zur Kontaktpflege eingesetzt. Einen Rückgang in der Nutzung stellten die beiden Wissenschaftler nur bei Printmedien fest, was auch am limitierten Zugang zu Verkaufsstellen während des Lockdowns liegen könnte.

Virtuelle Kommunikation Peter Dietrich, Professor für Strategische Kommunikation & Stakeholder Management an der FH Kufstein Tirol, beschäftigt sich mit der Frage, wie virtuelle Kommunikation möglichst erfolgreich gestaltet werden kann. Ohne direkten Kontakt verliert man zwangsläufig auch den wichtigen nonverbalen Teil der Kommunikation – diesen Verlust kann man laut Dietrich aber mit verschiedenen Strategien kompensieren: gute Vorbereitung, Überartikulation wichtiger Botschaften, Inklusion und aktive Partizipation aller Teilnehmenden sowie Stärkung der Beziehung durch informellen Austausch und Humor.

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I N N O VAT I O N I N K R I S E N Z E I T E N

Die Krise als Sprungbrett Auf jede Zäsur folgt ein Neubeginn und jeder Krise wohnt Selbsterkenntnis inne, und damit die Möglichkeit auf Verbesserung und Neuorientierung: Auf dieser Perspektive aufbauend hat Roman Stöger, Professor für Strategische Unternehmensführung an der FH Kufstein Tirol, eine „Chancen-Agenda“ entwickelt. In ihr zeigt er Methoden auf, wie Unternehmen gerade in Krisenzeiten Zukunftspläne entwickeln können – sowohl kurz- als auch längerfristig -, um die Krise sowohl heil zu überstehen als auch danach wieder auf Erfolgskurs zu gehen.

Online verfügbar Sowohl Peter Dietrichs Checkliste und Guidelines als auch Roman Stögers Chancen-Agenda werden im Rahmen des kostenlosen PraxisLetters „Improve“ der FH Kufstein Tirol unter www.fh-kufstein.ac.at/ newsroom/Praxisletter-Improve zur Verfügung gestellt.

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03.06.2020 16:42:42

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I N N O VAT I O N I N K R I S E N Z E I T E N

Medizinische Universität Innsbruck ISCHGL

VOR ORT Einer der Schlüssel zur Eindämmung von Covid-19 ist das Verständnis seiner Verbreitungsmechanismen. Zahlen zur Durchseuchung und zum Verlauf der Erkrankung soll eine Studie liefern, an der die Medizinische Universität Innsbruck seit April in Ischgl arbeitet. Im Rahmen der Untersuchung wurden auf freiwilliger Basis zahlreiche Rachenabstriche und Blutproben der Ischgler Bevölkerung analysiert und auf Covid-19-Antikörper getestet. Von den Resultaten der Studie erhoffen sich die Mediziner ein genaues Bild über die Anfänge der Pandemie und ihre bisherige Entwicklung.

GUT VERSORGT Quarantäne kann nur durch nahezu lückenlose Isolation funktionieren. Zugleich sind Erkrankte aber auf bestmögliche Versorgung angewiesen. Nahezu flächendeckend ermöglicht das ein Telemedizin-Projekt der Medizinischen Universität Innsbruck. Über einen Sensor im Ohr werden Vitalwerte der Patienten direkt an Experten übertragen, die sie in Echtzeit im Blick haben. So können bei einer plötzlichen-Verschlechterung, wie es bei SARSCoV-2 vorkommen kann, schnell Maßnahmen ergriffen werden – ohne Ressourcen zu strapazieren oder medizinisches Personal unnötig Risiken auszusetzen.

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Life Sciences

© Stubaier Gletscher

AUSNAHME­ SITUATION Zwei Forschungsprojekte in Innsbruck befassen sich mit den Folgen des Lockdowns, der sozialen Isolation und des generellen Stresses der Ausnahmesituation für die mentale Gesundheit. Die Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie arbeitet an einem Früherkennungsinstrument zur langfristigen Erfassung von Angst-, Stress- und Trauma-Symptomen bei 3- bis 12-Jährigen. Dazu wird neben der Selbsteinschätzung durch die Kinder auch die Perspektive von Eltern und Kindergärtnern und Lehrern hinzugezogen. Die Auswirkungen unterschiedlicher Quarantänebedingungen auf Menschen mit psychischen Erkrankungen in Nord- und Südtirol erforscht eine Untersuchung an den Universitätskliniken für Psychiatrie I und II. Hier sollen Untersuchungen nach einem halben und eineinhalb Jahren helfen, längerfristige Effekte zu erfassen.

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I N N O VAT I O N I N K R I S E N Z E I T E N

MCI

REINIGENDES LICHT UV-C-Strahlung wird von der Atmosphäre absorbiert, bevor es die Erdoberfläche erreicht. Das ist gut so, denn das kurzwellige ultraviolette Licht hat genügend Energie, um Zellen zu zerstören. Weil der Strahlung auch die meisten Krankheitserreger nicht gewachsen sind, wird UV-C schon seit einer Weile zur rückstandslosen Desinfektion eingesetzt. Im Rahmen des SciLED-Projektes des Emerging Applications Labs, das sich die Entwicklung von Beleuchtungs- und Bestrahlungssystemen zur Aufgabe gemacht hat, wurde am MCI in Kooperation mit dem Tiroler Unternehmen Planlicht nun eine Lösung zur UV-C-Desinfektion von Einkaufswägen entwickelt. Das System kann im laufenden Betrieb eingesetzt werden und sorgt dafür, dass jedem Kunden ein frisch desinfizierter Wagen zur Verfügung steht – ganz ohne Chemie.

Besser vorbereitet Effiziente Kommunikation ist die wichtigste Säule eines funktionierenden Risikomanagements, sind sich Forscher des MCI sicher. Daher entsteht in Zusammenarbeit mit dem PublicHealth-Experten Martin Sprenger am eigens eingerichteten Center of Social & Health Innovation am MCI ein Risikomanagement-System, das in Zukunft sowohl die Top-down- als auch die Bottom-up-Kommunikation in Krisenzeiten verbessern soll. Wichtig dabei ist vor allem die Einbindung regionaler und lokaler Ebenen, sagen die Experten. Auf diese Weise könnte in Zukunft beispielsweise ein Ampelsystem entstehen, das bei Pandemien Gefahrenzonen kennzeichnet.

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BESCHEID WISSEN Gerade in Zeiten einer Pandemie möchten Menschen gut und richtig über Neuigkeiten informiert werden. Dafür nutzen sie verschiedenste Kanäle – darunter auch unseriöse. Das am MCI eingerichtete Institut Center of Social & Health Innovation hat das Informationsverhalten von 1.024 Österreichern in Zeiten der Corona-Pandemie abgefragt. Erste Ergebnisse der Studie zeigen, dass Menschen, die sich über Social-Media-Kanäle informieren, wesentlich schlechter Bescheid wissen und eher Fehlinformationen konsumieren, als Menschen, die auf traditionelle Medien setzen. Die genauen Ergebnisse werden derzeit eruiert und weitere Befragungen folgen im Juni.

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Wir forschen... für Ihre Gesundheit.

www.i-med.ac.at 43


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Universität Innsbruck

FRISCHE LUFT Messungen von Thomas Karl und seinem Team am Institut für Atmosphären- und Kryosphärenwissenschaften zeigen, dass die Stickoxidwerte in der zweiten März-Hälfte deutlich zurückgegangen sind. Die Auswirkungen der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus hinterlassen damit eindeutige Spuren in den Messdaten des Atmosphärenphysiklabors, die zeigen, dass die Krise die Luftqualität verändert. Die Ergebnisse können helfen, die Auswirkungen von Verkehrsbeschränkungen auf Luftschadstoffe und Klimagase besser zu beurteilen.

MIT DER ANGST UMGEHEN Ausnahmesituationen erzeugen Angst – insbesondere bei denen, die ihnen an vorderster Front gegenüberstehen. Deswegen befasst sich eine EU-weite Studie unter der Leitung von Psychotraumatologie- und Notfallpsychologie-Expertin Barbara Juen mit der psychischen Belastung, der Krankenhauspersonal und Rettungskräfte durch die Covid-19-Pandemie ausgesetzt sind, und Maßnahmen, die ihnen im Umgang damit helfen können. Dazu werden Erfahrungen von medizinischen Fachkräften aus dem Notfallbereich im dem gesamten EU-Raum zusammengetragen. Zudem werden Studierende und die Tiroler Bevölkerung befragt. Ziel der Studie ist es, die daraus entstandenen Einschätzungen Entscheidungsträgern und Entwicklern zur Verfügung zu stellen.

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NEUE METHODEN, NEUE MÖGLICHKEITEN Um der Krise Herr zu werden, ist es vor allem nötig, Testkapazitäten zu erhöhen, so sind sich Experten sicher. In Zusammenarbeit mit den Instituten für Zoologie und Mikrobiologie entwickelt die Firma Sinsoma, ein Spin-off der Uni Innsbruck, ein Testverfahren zum Nachweis von SARS-CoV2-Viren. Die dabei benötigten Analysestoffe sind wesentlich leichter zu beschaffen als jene für herkömmliche Verfahren. Mit dem neuen Verfahren wären allein in Innsbruck etwa 1.000 Tests pro Tag möglich, was eine enorme Steigerung der Kapazitäten bedeuten würde.


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GARANTIERT WIRKSAM Produktions- und Lieferengpässe von Schutzausrüstung haben in den vergangenen Monaten insbesondere medizinisches Personal eigentlich unnötigen Risiken ausgesetzt und zur Verbreitung der Pandemie beigetragen. Dabei hat sich gezeigt, dass nicht nur die Herstellung gerade von Schutzmasken problematisch ist, sondern auch die Überprüfung, ob sie den nötigen Standards gerecht werden. Um diesem Problem zu begegnen, haben Rainer Pfluger und sein Team am Arbeitsbereich Energieeffizientes Bauen des Instituts für Konstruktion und Materialwissenschaften einen eigenen Prüfstand eingerichtet. Mit den hochpräzisen Messgeräten, die die Forscher normalerweise zur Raumluftqualitätsforschung einsetzen, können so auch medizinische Masken aller Standards, von ffp1 bis ffp3, auf ihre Wirksamkeit überprüft werden.

Auf jeden Fall studieren! Neu:

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Ob im Hörsaal oder digital: Die Universität Innsbruck ist gut vorbereitet und freut sich auf alle Studienanfänger*innen. 130 Angebote, um gemeinsam Perspektiven zu entwickeln.

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© BfÖ 2020

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INTERVIEW

SAND IM GETRIEBE

Welche Herausforderungen bringt Corona der Automobilbranche derzeit und wie kann ihre Zukunft aussehen? Darüber spricht Dieter Unterberger, Gremialobmann der Sparte Fahrzeughandel der Tiroler Wirtschaftskammer, im Interview. DA S IN T ER V IE W F Ü HR T E : K AT H A R IN A W IL DAU ER FOTOS: FR ANZ OSS

Zur Person Dieter Unterberger ist Mitglied der Geschäftsführung der Unterberger Gruppe. Das Familienunternehmen beschäftigt sich mit den Sparten Automobile, Immobilien und Beteiligungen. Die Sparte Automobile ist an 17 Standorten in Tirol, Vorarlberg, Salzburg, Bayern und Baden-Württemberg tätig und beschäftigt 750 Mitarbeiter. Dieter Unterberger ist Obmann der Fachgruppe Fahrzeughandel der Wirtschaftskammer Tirol.

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INTERVIEW

Beschäftigte*

„Wir müssen dem Kunden vermitteln, dass er sich etwas Gutes tun und ein Auto kaufen kann und darf – das ist unsere Aufgabe“

41.000 Arbeitnehmer 370.000 Beschäftigte in vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereichen

DIETER UNTERBERGER, SPRECHER SPARTE FAHR ZEUGHANDEL , WK TIROL

in der Krisenzeit ihre Stärken gezeigt. Die Kommunikation der Regierungsmitglieder war klar und präzise. Über die Maßnahmen an sich gibt es ja geteilte Meinungen – aber irgendjemand muss die Entscheidungen treffen. Und diese waren sicher professionell und stringent kommuniziert. Ich persönlich hätte erwartet, dass man nach den ersten Erfolgen der Maßnahmen etwas mehr Mut und Durchgängigkeit im Zusammenhang mit den Lockerungen gezeigt hätte.

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err Unterberger, wie haben Sie als Unternehmer die letzten Wochen und Monate erlebt? DIETER UNTERBERGER: Am Anfang hatte man natürlich gewisse Ängste und musste mit der neuen Situation umgehen lernen. Bei mir persönlich hat diese Phase etwa eineinhalb Wochen gedauert. Man musste viele Entscheidungen treffen, mit denen man bis dato noch nie konfrontiert war. Rückblickend betrachtet war ein sehr positiver Aspekt der große Rückhalt der Belegschaft, den wir quer über alle Standorte erlebt haben. Während der Lockdownphase war man aber auch als Unternehmer letztlich Passagier und musste auf die schrittweise Öffnung warten. Das war bei uns zunächst in der Werkstatt, später im Handel der Fall. Interessant zu beobachten war für uns die unterschiedliche Herangehensweise in Deutschland und Österreich. Obwohl die Maßnahmen generell gesprochen gerade in Bayern und Österreich beinahe ident waren, wurde speziell den Autohandel betreffend in Detailfragen in Deutschland pro, in Österreich contra die Branche entschieden. Es war klar spürbar, dass das Thema Automobil in Österreich einen massiv geringeren Stellenwert hat als in Deutschland.

Wie beurteilen Sie aus Unternehmersicht die Maßnahmen und das Vorgehen der Regierung? Österreich hat sicherlich vieles gut gemacht. Gerade die Sozialpartnerschaft, die hierzulande ein Spezifikum ist, hat

Der Autohandel war über mehrere Wochen geschlossen. Lassen sich die finanziellen Auswirkungen für die Branche schon beziffern? Die Auswirkungen sind sicher enorm – auf mehreren Ebenen. Diese kann man derzeit noch gar nicht genau absehen. Im Moment arbeiten wir die Bestellungen und Auslieferungen ab, die vor den Maßnahmen verkauft wurden und während des Lockdowns nicht abgewickelt werden konnten. Der durchschnittliche Marken- und Vertragsautohändler bestellt für den Kunden Fahrzeuge und liefert diese ein bis drei Monate später aus. Das eigentliche Problem tritt also zeitverzögert auf, denn während des Lockdowns wurden keine Autos verkauft – wir laufen praktisch ins Leere. Das wird für den Autohandel dann die zweite Krisenphase. Wann rechnet man mit dieser zweiten Phase? Das ist von Marke zu Marke unterschiedlich – man geht aber von etwa ein bis drei Monaten aus. Diese Krise nach der Krise wird auch stark von den Herstellern geprägt sein. Viele versuchen derzeit, die Produktion zu optimieren. Auch die Zulieferindustrie hat einen Einfluss. Das Automobil-Cluster ist ein bis ins letzte Detail getaktetes Uhrwerk. Kommt eine so genau getaktete Branche ins Stocken, ist der Schaden im Getriebe natürlich groß. Eine spezielle Herausforderung der Autobranche ist der Wertverlust der Fahrzeuge. Die Fuhrparks der Autohäuser verlieren schnell und viel an Wert. Welche Konsequenzen hat das aktuell und wie geht man damit um? Während des Lockdowns ist ein enormer Wertverlust passiert. Ein Vorteil des Autohandels ist,

* S T A N D : 2 0 1 9 Q U EL L E : S TAT I S T IK J A H R B U C H 20 20 , FA C H V ER B A N D D ER FA H R ZEU G IN D U S T R IE Ö S T ER R EI C H

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INTERVIEW

Autoland Österreich*

144 Unternehmen Produktionsvolumen: 18,5 Mrd. Euro Exportanteil: 87 %

dass der Wertverlust ein laufender ist und dass die Ware – im Gegensatz zu anderen Handelsbranchen – nur graduell und nicht komplett an Wert verliert. Der Nachteil ist, dass es sich um enorme Wertsummen handelt. Wir sprechen zwar von nur drei bis vier Prozent pro Monat, in absoluten Zahlen sind das aber Riesensummen. Leider sind unsere Wertverluste nicht in den beschlossenen Fixkosten-Zuschüssen der Regierung inkludiert. Hier müsste unbedingt eine Adaptierung erfolgen.

Wie bereitet sich der Autohandel auf diese anstehende herausfordernde Zeit vor? Wir sind zum Teil in der Passagierrolle. Zuerst gab die Regierung den Ton an, was die Öffnungen betrifft. Nun sind es die Hersteller und deren Produktionsmöglichkeiten – auch das „Ich sehe die Auto­ können wir Händler nicht branche als extrem beeinflussen. Was wir sehr innovative Branche, die wohl beeinflussen können, immer in der Lage war ist das Kaufverhalten – das ist zwar aktuell nicht gerade zu verbessern und offensiv. Aber es obliegt uns, weiterzuentwickeln, Kunden und Interessensobald Probleme ten zu vermitteln, dass das Thema individuelle Mobierkannt wurden.“ lität immer wichtig ist und DIETER UNTERBERGER bleibt. Unser Wissen um diese Mobilität ist nicht weniger geworden. Wir müssen dem Kunden vermitteln, dass er sich etwas Gutes tun und ein Auto kaufen kann und darf – das ist unsere Aufgabe. Kann sich die Branche aus eigener Kraft erholen oder braucht es staatliche Maßnahmen? Ich glaube, ein Problem in Österreich ist, dass der Status des Automobilclusters geringer ist als in Ländern, in denen die Produktion unmittelbar vor Ort ist. Obwohl die Automobil-Zulieferbranche einer der größten Arbeitgeber der österreichischen Volkswirtschaft ist. Wenn der Automobilsektor ins Stocken kommt, dann ist das für die zigtausenden Zulieferer, die wir vielfach in Österreich haben, ein Problem – dieser Zusammenhang wird aber nicht ausreichend gesehen. Von daher wird es in Österreich doppelt schwer. Die Notwendigkeit für Unterstützung ist sicher da, weil Probleme an so

* S T A N D : 2 0 1 9 Q U EL L E : S TAT I S T IK J A H R B U C H 20 20 , FA C H V ER B A N D D ER FA H R ZEU G IN D U S T R IE Ö S T ER R EI C H

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vielen Fronten zugleich einwirken. Wenn man nicht schnell reagiert, kann das nur zu massiver Arbeitslosigkeit in diesem Bereich führen. Eine solche Maßnahmen wäre die Verschrottungsoder Öko-Prämie, die aktuell von der Branche gefordert wird. Befürworter sprechen von einem Umsatzplus, Gegner argumentieren, dass Ressourcen und Steuergeld verschwendet würde. Wie ist Ihre Haltung dazu? Das eine ist die wirtschaftliche Sicht. Auf einem Fahrzeug liegt schon jetzt eine enorme steuerliche Belastung, etwa durch die Nova. Ein großer Teil des Kaufpreises sind Steuern – bei jedem Kauf kommt es zu einer indirekten Zahlung an den Staat. Würde der Konsum durch die Prämie angeregt, kommt diese letztlich auch wieder zurück. Was die ökologische Komponente betrifft, werden alte Fahrzeuge mit hohem Verbrauch gegen neue Modelle mit niedrigeren Emissionen getauscht. Das traurige an dieser Diskussion ist, dass sie eine ideologische ist. Rational sprechen sowohl ökonomische als auch ökologische Kriterien absolut dafür. Aber man möchte die individuelle Mobilität in allen Bereichen von vornherein verteufeln – und das ist in meinen Augen der falsche Weg. Die Schlagworte Klimawandel und New Green Deal sind eine Zeit lang etwas ins Abseits geraten. Wie sieht die Autobranche der Zukunft für Sie aus? Ich sehe die Autobranche als extrem innovative Branche, die immer in der Lage war zu verbessern und weiterzu-


INTERVIEW

Fertigung*

Rund 158.000 PKW Mitte April durften die Werkstätten ihren regulären Betrieb aufnehmen, seit Anfang Mai haben auch die Verkaufs-und Schauräume der Autohäuser wieder geöffnet.

Während des Lockdowns durften Autowerkstätten nur Notfallreparaturen erledigen.

Rund 21.000 LKW Rund 2,1 Millionen Motoren und Getriebe

Aktuell werden vor allem jene Reparatur- und Serviceleistungen nachgeholt, die während des Lockdowns nicht möglich waren.

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INTERVIEW

„Wenn der Automobilsektor ins Stocken kommt, dann ist das für die zigtausenden Zulieferer, die wir vielfach in Österreich haben, ein Problem.“ DIETER UNTERBERGER

In Zahlen

Bei den Fahrzeugzulassungen zeigen sich drastische Rückgange.

Feber:

März:

April:

-10,9 % -66,7 % -64,9 % Q U EL L E : S TAT I S T IK AU S T R I A

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entwickeln, sobald Probleme erkannt wurden. Natürlich braucht es dann auch einen öffentlichen Impuls, um raus aus der – auch wirtschaftlichen – Komfortzone zu kommen. Ich glaube aufgrund der extrem strengen Vorgaben in Europa ist der Weg klar vorgegeben. Jetzt liegt es an den Herstellern. Zur Aufgabe, diese Kriterien zu erfüllen kommen jetzt die Coronabedingt erschwerten Rahmenbedingungen – irgendwann ist dann auch die beste Branche am Ende der Leistungsfähigkeit. Man geht derzeit von einem Coronabedingt starken Konjunkturabschwung aus. Wie lautet Ihre Prognose für die Tiroler Automobilbranche? Ein Vergleich mit der Finanzkrise 2009 ist zwar nur bedingt richtig, aber speziell für Tirol ist ein Rückblick spannend. Der regionale Autohandel ist damals gut aus der Krise gekommen – weil sich der Tourismus, als einer der Triebfedern in Tirol, als krisenresistent erwiesen hat. Jetzt ist der Tourismus der Patient, und das werden wir in Tirol spüren. Das Wichtigste ist – und das hat die Regierung nun meines Erachtens auch verinnerlicht: wir müssen Zuversicht ausstrahlen und diese mit Maßnahmen unterfüttern. Auch wenn wir wirtschaftlich und sozial nicht zu alten Gewohnheitsmustern zurückkehren werden und dies auch nicht dürfen, braucht es in der Bevölkerung eine Aufbruchstimmung. Vielen Dank für das Gespräch.

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T O P.T I R O L

Über den Tellerrand geblickt

© PLANLICHT

PLANLICHT macht dieser Tage Schlagzeilen im Bereich der professionellen Desinfektion mittels UV-C-Beleuchtung. Hinter dem innovativen Unternehmen steckt aber noch viel mehr!

Felicitas Kohler (CEO) und Gerald Kohler (COO) präsentieren stolz die Zertifizierung zum Leitbetrieb Austria.

Service @ PLANLICHT Neben erstklassiger Produkt-Qualität mit stets neuester Technologie können sich PLANLICHT-Kunden auf einen Rundum-Service verlassen – von der Beratung über die Auswahl der passenden Produkte bis hin zur Lieferung. Nach der erfolgreichen Umstellung auf rein recyclingfähige Produktverpackungen ist PLANLICHT mittlerweile mitten in Phase zwei damit beschäftigt, auf 100 Prozent recycelte Verpackungsstoffe umzustellen. Überdies wächst zunehmend auch das Portfolio an Dienstleistungen: Leasingmodelle, Human-Centric-Lighting-Konzipierung, Akustik- und Lichtberechnungen, Projektmanagement und Steuerungssupport nehmen mehr und mehr Fahrt auf.

PLANLICHT @ Leitbetriebe Austria PLANLICHT ist seit 2020 zertifiziertes Mitglied der Leitbetriebe Austria, welche als Exzellenzplattform

der österreichischen Wirtschaft hohe Anforderungen für die Auszeichnung als österreichischer Leitbetrieb stellen und folgende Attribute bewerten: nachhaltiger Unternehmenserfolg, soziale und ökologische Verantwortung, stark am Standort Österreich sowie Austausch und Kooperation.

Lehrlingsausbildung @ PLANLICHT Nur durch motivierte und gut ausgebildete Mitarbeiter kann die Vision #weareplanlicht in die Realität umgesetzt werden. Daher genießen im Speziellen Lehrlinge bei PLANLICHT eine besonders anspruchsvolle und facettenreiche Ausbildung. Jedes Jahr gehören PLANLICHTLehrlinge zu den Besten des Landes und sind willkommene Mitarbeiter von morgen. In den vergangenen Jahren wurden mehrfach Goldene Leistungsabzeichen an PLANLICHT-Lehrlinge verliehen. Seit 2001 zählt das Unternehmen zu den ausgezeichneten Tiroler Lehrbetrieben und wird seit 2008 regelmäßig mit dem Staatswappen der Republik Österreich als staatlich ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb geehrt. ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

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LANLICHT wurde 1986 von Johann Findl gegründet, seit 2013 leitet Tochter Felicitas Kohler das auf architektonische Innenbeleuchtung spezialisierte mittelständische Familienunternehmen in zweiter Generation. Bei hohem Qualitätsanspruch und umfangreichem Produktsortiment mit flexibler, maßgeschneiderter Auftragsabwicklung legt PLANLICHT vor allem größten Wert auf einen umfassenden Kundenservice, um langfristige Partnerschaften aufzubauen.

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T O P.T I R O L

Transparenz und Authentizität

© PRIMAS (2)

Österreichs größter Pizzaproduzent, mit einem Produktionsvolumen von 65 Mio. Pizza pro Jahr, macht vor, wie man durch gelungene Krisenkommunikation gestärkt aus der Krise hervorgehen kann.

Mit einem ausgeklügelten Sicherheitskonzept für den Standort Oberhofen konnte PrimAs die Gesundheit und Produktivität ihrer Mitarbeiter gewährleisten.

Unsicherheit und Hamsterkäufe „Mit Beginn der Quarantäne kam es auch bei unseren Produkten zu Hamsterkäufen. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt schon gut gefüllte Auftragsbücher und mussten mit einem Schlag noch einmal 20 Prozent mehr an Produktionsoutput schaffen“, erinnert sich PrimAs-Geschäftsführer Markus Kessel. Gleich wie seine Kunden aus Österreich, Deutschland, Frankreich und England wurde auch PrimAs von der plötzlich gesteigerten Nachfrage bei Tiefkühlprodukten überrascht und musste schnell Lösungen finden, wie die Produktion unter Einhaltung der notwendigen Schutzvorkehrungsmaßnahmen ausgeweitet und damit die Liefersicherheit für die Kunden gewährleistet werden konnte. Von Anfang an stand die Sicherheit der PrimAsMitarbeiter bei der Arbeit im Vordergrund. Glücklicherweise und dank des guten Sicherheitskonzepts hatte das Werk mit 300 Mitarbeitern nur einen einzigen positiven Covid-19-Fall aufzuweisen.

Gelungene Krisenkommunikation Anstatt eines monatlichen Produktionsoutputs von sechs Millionen Stück konnte man innerhalb weniger Wochen die Produktionsleistung auf 7,4 Millionen Stück erhöhen. Eine Höchstleistung, die nur aufgrund der gelungenen 52

Krisenkommunikation des Unternehmens möglich war: „Zusammen mit dem Krisenstab unserer Holding in Berlin haben wir es geschafft, unseren Mitarbeitern die zum Zeitpunkt bestmögliche Sicherheit zu geben. Sie konnten sich selbst davon überzeugen, dass wir die richtigen Maßnahmen zum richtigen Zeitpunkt angesetzt haben. Dadurch sind alle Mitarbeiter vom ersten Tag an ‚mitgezogen‘“, resümiert Kessel stolz die Leistung seines Teams.

Gesteigerte Produktivität durch Echtzeitinformation Um die Belegschaft immer auf dem neusten Stand der Entwicklungen innerhalb und außerhalb des Betriebs zu halten, wurden Großbildschirme in den Personalräumen für die unmittelbare Kommunikation installiert. Auf ihnen konnte das Personal zu jederzeit Informationen zum Stand der Sicherheitsmaßnahmen, Behördeninformationen und der Infektionslage ablesen. Zusätzlich dazu veröffentlichte das Management Berichte über die Erfolge und Produktionsleistung der letzten Woche und eine Vorschau für die nächste; eine neue Kommunikationsform, die das Unternehmen auch nach der Krise beibehalten wird. „Wir haben in der Krise gelernt, dass man mit transparenter und authentischer Kommunikation extrem viel für die Beziehung zu den Mitarbeitern und ihre Produktivität tun kann“, erklärt Herr Kessel abschließend. PrimAs Tiefkühlprodukte GmbH Mösl 1 6406 Oberhofen im Inntal Tel.: 05262/69110 E-Mail: office@primas.co.at www.primas.freiberger-pizza.com

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trenge Hygieneauflagen, Lieferengpässe bei gleichzeitig explosionsartiger Steigerung der Nachfrage und Verunsicherung bei Mitarbeitern und Kunden – wie viele andere produzierende Betriebe war auch die PrimAs Tiefkühlprodukte GmbH massiv von den Auswirkungen der Coronakrise betroffen.


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Ein Original in neuer Tracht – vorbildlich nachhaltig!

© ERLEBNISSENNEREI ZILLERTAL

Das schmeckt den Tirolerinneren & Tirolern und auch unserer Umwelt: Erlebnissennerei Zillertal sagt dem Müll den Kampf an – „Jeder kann einen Beitrag leisten.“

Ein Original in neuer Tracht – Unser Heumilch-Sortiment neu verpackt!

das komplette Sortiment auf noch umweltfreundlichere Verpackungen um und wird so in den nächsten drei Jahren rund 30 Tonnen Müll einsparen. Bei den Verpackungsmaterialien der HeumilchPioniere aus Mayrhofen im Zillertal bleibt im positivsten Sinn kein Stein auf dem anderen. Die hochwertigen Lebensmittel des Familienunternehmens sind ab sofort in noch umweltfreundlicheren Verpackungen erhältlich. Milchkartons, Joghurtbecher oder Käse-Verpackungen – bei allen Produkten wurde Potenzial zu einer nachhaltigeren Verpackung freigelegt, welche bereits im Kühlregal in neuer Tracht erhältlich sind. „Jeder kann seinen Beitrag für mehr Umweltschutz leisten, davon bin ich überzeugt“, sagt GF Christian Kröll und ergänzt: „Unser Weg ist es, dass wir in den nächsten drei Jahren 30 Tonnen weniger Verpackungsmüll und 17 Tonnen weniger Kunststoff schaffen.“ „Denn regionale Lebensmittel, welche die Natur schätzen, gehören auch so verpackt“, ergänzt Heinrich Kröll. Die Heumilch der Erlebnissennerei Zillertal gibt es jetzt in 100 Prozent klimaneutraler und ungebleichter kartonbrauner Verpackung, die aus nachhaltigen Waldbeständen produziert wird und um einiges leichter ist als bisher. Bis zu 70 Prozent Plastik wird bei den neuen Käse-

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Verpackungen eingespart. Bei den cremigen HeumilchJoghurts erreicht der regionale Familienbetrieb über ein Viertel weniger Kunststoff. Die drei Teile des neuen Bechers sind leicht trennbar und können separat entsorgt werden. Seit über 65 Jahren veredelt der Familienbetrieb die hochwertige Heumilch von 350 Bergbauernfamilien im Zillertal. Alle Produkte werden im Zillertal hergestellt, veredelt und auch dort verpackt – das garantiert kurze Transportwege und großen Geschmack im Kreislauf hochwertiger Lebensmittel. Neu ist auch das Design der Verpackungen. Ein fröhliches Zillertaler Trachtenpärchen ziert die neuen Milchkartons und erleichtert es den KonsumentInnen, die hochwertigen und nachhaltigen Lebensmittel im Supermarktregal zu finden. Der Zillertaler Bua und das Zillertaler Madl springen auf den ersten Blick ins Auge, stehen für echte Regionalität, Top-Qualität, Nachhaltigkeit und pure Lebensfreude.

Erlebnissennerei Zillertal Hollenzen 116 6290 Mayrhofen Tel.: 05285 / 62713 E-Mail: erlebnis@sennerei-zillertal.at www.esz.tirol

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

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ie größte Tiroler Sennerei in Privatbesitz stellt


TOURISMUS

NACH DEM STURM Der Lockdown ist vorbei, die Reisebeschränkungen sind größtenteils aufgehoben, und Betriebe dürfen wieder Gäste empfangen. Das Schlimmste scheint überstanden, dennoch sind die Auswirkungen der Coronakrise im Tiroler Tourismus noch deutlich zu spüren – und das wird womöglich eine Zeitlang so bleiben. Drei Experten erklären, was das für Hoteliers und Touristiker bedeutet.

DAS ZÖGERN DER BETRIEBE

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ie Coronakrise ist wie ein Tsunami über den heimischen Tourismus hinweggerauscht“, erklärt Klaus Ennemoser, Geschäftsführer von Ennemoser Tourismusconsulting. Er geht davon aus, dass Tiroler Tourismusbetriebe im Sommer mit rund 15 Millionen Nächtigungen weniger sowie mit Umsatzeinbußen von insgesamt über zwei Milliarden Euro rechnen werden müssen. Das habe mehrere Gründe: „Zum einen fehlen natürlich komplett die Gäste aus dem außereuropäischen Markt, zum anderen hat die Krise aber auch wirtschaftliche Konsequenzen in Tirols Hauptquellmärkten. Das heißt, potentielle Gäste aus Deutschland oder den Niederlanden haben weniger frei verfügbares Einkommen, das sie für Urlaube ausgeben können.“ Zudem habe sich durch die Krise auch das Konsumverhalten geändert, glaubt der Experte: „Wir haben in Tirol ein

überwiegend älteres Klientel, das teilweise zur Risikogruppe gehört. Und bei diesem dürfte die Reiselust in den nächsten Monaten nicht allzu hoch sein, fürchte ich.“ Deshalb waren (und sind) viele Unternehmer zögerlich, was das Öffnen ihrer Betriebe für den Sommer angeht. „Der Fixkostenanteil in der Hotellerie ist hoch, folglich muss man genau abwägen, ob und wie man nun aufsperrt“, so Ennemoser. Familienbetriebe, die „klassische Tiroler Gastfreundschaft“ und auch persönliche Beziehungen zu ihren Gästen pflegten, hätten einen Vorteil, andere müssten sich aber unter Umständen ein neues Betriebskonzept überlegen, um wirtschaften zu können. Ennemoser erwähnt in diesem Zusammenhang die Reduzierung von Betten oder das Streichen von All-Inclusive-, Voll- oder Halbpension-Angeboten. Allerdings gäbe es auch einen Lichtstreifen am Horizont: „Aktuelle Umfragen bei unseren

© ENNEMOSER WIRTSCHAFTSBERATUNG GMBH

T E X T: S I M O N L E I T N E R

„Man muss genau abwägen, ob und wie man nun aufsperrt.“ KLAUS ENNEMOSER, ENNEMOSER T O U R I S M U S C O N S U LT I N G

Kunden zeigen, dass die Nachfrage nach Urlauben in den Kategorien Fünf-Sterne und Fünf-Sterne-Superior wieder auf dem hohen Niveau vom Sommer 2019 sind.“ 55


TOURISMUS

„Das Handling der Wiedereröffnung, das hat geholpert – und Schaden bei den Betrieben angerichtet.“ JAKOB EDINGER , EDINGER TO U R I S MU S B ER AT U N G

DIE KRISE ALS CHANCE

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„Durch Corona wurden Schwachstellen und Fehlentwicklungen in den Betrieben schonungslos aufgedeckt.“ H E L M U T L I S T, K O H L & P A R T N E R TO U R I S MU S B ER AT U N G © KOHL & PARTNER

ach der Schockstarre zu Beginn des Lockdowns mache sich nun, mit dem Wegfall der Reisebeschränkungen und der Gewissheit im Hinblick auf Betriebseröffnungen und Auflagen, „langsam wieder vorsichtiger Optimismus“ breit, meint Helmut List von der Kohl & Partner Tourismusberatung. Man werde zwar in manchen Märkten und bei bestimmten Gästeschichten deutliche Verluste im Sommer verzeichnen – neben dem Übersee- ist etwa vor allem der Kongress- und Tagungstourismus komplett eingebrochen –, dennoch nimmt List an, dass nicht wenige Unternehmen keine so großen Verluste hinnehmen müssen, wie man noch vor wenigen Wochen erwarten durfte: „Durch Corona wurden Schwachstellen und Fehlentwicklungen in den Betrieben schonungslos aufgedeckt. Aber jene, die bereits vor der Krise ihre Hausaufgaben gemacht haben, dürften größtenteils mit einem blauen Auge davonkommen.“ Vor allem solche Unterkünfte, die schon vor dem Ausbruch von Covid-19 ein gutes Produkt angeboten, einen großen Anteil an Stammgästen aufgewiesen und sich bei diesen ein hohes Vertrauen erarbeitet hätten, seien nun im Vorteil, sagt List. Für alle anderen Betriebe empfehle es sich, sofern sie in den Sommermonaten überhaupt öffnen, keine Schnellschüsse zu produzieren. „Kurzfristige massive Preissenkungen, in der Hoffnung, Gäste anzulocken, wären fatal“, so der Tourismusberater, der auch Chancen in der Krise sieht.

Diese könne man jedoch nur nutzen, wenn man langfristig denke und sich, falls nötig, konzeptionell weiterentwickle. „Regionalität, Authentizitiät und Sicherheit werden auch nach Corona eine wichtige Rolle im Tourismus spielen“, erläutert List. „Und darauf sollte man sich einstellen.“


TOURISMUS

UNKLARE AUSSICHTEN

© EDINGER TOURISMUSBERATUNG

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ls „deutlich massiver, als sich jeder vorstellen konnte“, beschreibt Jakob Edinger, Gründer der Edinger Tourismusberatung, die Folgen von Covid-19 für den Tourismus: „Es war für alle ein Schock – und es hat Dimensionen angenommen, die man einfach nicht erahnen konnte.“ Trotz der jüngsten positiven Entwicklungen durch die Grenzöffnungen seien Betriebe noch immer nicht über den Berg, meint der Experte: „Einerseits müssen sie nun erst mal den Ausfall von fast drei Monaten verdauen, und andererseits sind viele unsicher, wann oder ob sie überhaupt aufsperren, weil sie in der Wiedereröffnungszeit natürlich mit Anlaufverlusten rechnen müssen.“ Die nach Ansicht Edingers „extrem und unnotwendig kurze“ Vorbereitungszeit für Betriebe habe die Sache nicht eben vereinfacht – man hätte vonseiten offizieller Stellen schon deutlich früher kommu-

nizieren können, welche Sicherheitsauflagen voraussichtlich in den Unterkünften zum Tragen kämen: „Der Shutdown war aus gesundheitlichen Gründen absolut notwendig, aber das Handling der Wiedereröffnung, das hat geholpert – und Schaden bei den Betrieben angerichtet.“ Als derzeit größte Herausforderung sieht Edinger die Unsicherheit in Bezug auf die Nachfrage: „Wir wissen nicht, wie Gäste in nächster Zeit agieren werden, wie mutig, optimistisch, vertrauensvoll und konsumbereit sie sind.“ Der Experte glaubt aber, dass Betriebe, die auf Naturverbundenheit, Ruhe und Rückzug setzen, gegenüber massentouristischen Phänomenen einen Vorteil haben – aller Wahrscheinlichkeit nach sogar über den kommenden Sommer hinaus: „Ich kann mir durchaus vorstellen, dass dies eine langfristige Wirkung ist und auch zunehmen könnte, wenn man Corona schon wieder vergessen hat.“

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hre SICHERHEIT liegt uns am Herzen!“, so Heinrich

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INTERVIEW

„DIE BAUBRANCHE IST KRISENSICHER.“

Trotz Corona ist die aktuelle Stimmung in Tirols Baubranche positiv. Sorgen bereiten der Herbst und das kommende Jahr. Was die Bauwirtschaft jetzt braucht und mit welchen Herausforderungen sie konfrontiert ist, erzählt Manfred Lechner, Sprecher der Tiroler Bauindustrie und Direktionsleiter der Strabag AG in Tirol. DA S INTERVIEW FÜHRTE: E VA SCHWIENBACHER FOTO: FR ANZ OSS

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INTERVIEW

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ach einem kurzen Stillstand am Anfang des bundesweiten Lockdowns wurde auf den Baustellen in Österreich unter Auflagen weitergearbeitet. Wie ist die Tiroler Bauindustrie bisher durch die Covid-19-Pandemie gekommen? MANFRED LECHNER: Mitte März wurde binnen weniger Tage mehr oder weniger der komplette Baubetrieb heruntergefahren. Die Beschäftigten in der Branche waren anfangs sehr verunsichert. Denn die Notbremsung passierte genau zu jenem Zeitpunkt, in dem es im Bau normalerweise nach dem Winter wieder losgeht. Nachdem eine Handlungsanleitung zum Umgang mit Covid-19 auf Baustellen vereinbart wurde, konnten wir jedoch weiterarbeiten. Wir haben den Vorteil, dass viele Bauarbeiten im Freien passieren. Hier ist die Übertragungsgefahr etwas geringer als in geschlossenen Räumen. Wir sind zumindest in der ersten Phase mit einem blauen Auge davongekommen – unter Mehraufwendungen, Mehrkosten, Bauzeitthemen. Wir konnten mit etlichen Bauherren bereits Vereinbarungen treffen, wie wir mit Verzögerungen umgehen – das beruhigt. Was bedeutet die Umsetzung der Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie für den Baustellenbetrieb? Entstehen Mehrkosten? Ändern sich die Ausführungszeiten? Es entstehen Mehrkosten: Zum einen direkte Kosten durch die Umsetzung der Maßnahmen, wie durch die Anschaffung von Masken, Desinfektionsmitteln oder Helmen mit Gesichtsschutz sowie die Bereitstellung von Waschgelegenheiten und zusätzlichen Pausenräumen aufgrund der Abstandsregelung. Zum anderen ist auch der Transport der Bauarbeiter kostenintensiver – wir brauchen mehr Fahrzeuge, da auch dort die Abstandsregelungen gelten. Dieser Bauablauf wirkt sich schon auf die Ausführungszeit aus.

Wie lässt sich die aktuelle Stimmung in der Baubranche in Tirol beschreiben? Bei der diesjährigen Bauvorschau, die die Wirtschaftskammer jedes Jahr

„Wir vertrauen darauf, dass wir weiterarbeiten können, und dass die notwendigen Konjunkturpakete geschnürt werden.“ M ANFRED LECHNER, SPRECHER DER TIROLER BAUINDUSTRIE IN DER WK TIROL

durchführt, und bei der zu Jahresbeginn Auftraggeber und Auftragnehmer befragt werden, war die Stimmung unter den Betrieben im Baugewerbe und in der Bauindustrie durchaus positiv. Wir blickten optimistisch auf das heurige Jahr. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir allerdings noch nicht, dass die Covid19-Pandemie auf uns zukommen würde. Dann kam plötzlich der Shutdown. Doch auch jetzt, trotz all der Herausforderungen durch die Corona-Krise, ist die Stimmung in der Branche verhalten positiv. Wir vertrauen darauf, dass wir weiterarbeiten können und dass die notwendigen Konjunkturpakete geschnürt werden. Welche Folgen hat der Coronabedingte Ausnahmezustand und der damit verbundene wirtschaftliche Stillstand auf den heurigen Umsatz der Tiroler Bauindustrie? Der Umsatz wird geringer ausfallen, es fehlen uns vier bis fünf Wochen. Ein Teil wird aufzuholen sein, aber nicht alles. Es gibt Unternehmen, die von einem Minus von fünf Prozent sprechen, andere wenige sagen, dass es mehr ist (siehe Factbox). Ich denke, dass das Umsatz-Minus insgesamt im einstelligen Bereich bleiben wird. Welche Bauunternehmen sind Ihres Wissens besonders hart getroffen? Welche kommen ohne größere Einbußen davon? Unternehmen, die viele Aufträge aus der Gastronomie haben, trifft es natürlich härter als jene, die viel im öffentlichen Sektor bauen. Die größeren Industrieunternehmen haben in der Regel einen höheren Anteil im öffentlichen Sektor, im

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INTERVIEW

Zur Person Manfred Lechner, geboren in Brixlegg, begann kurz vor Abschluss seines Studiums als Bauingenieur bei der Strabag AG. Als Bauleiter war er beispielsweise für den Bau der Kläranlagen Fritzens und Schwaz, der Innbrücke Hall-West und für die Erneuerung von Autobahnen in Tirol zuständig. Anschließend übernahm er die Leitung des Tiefbaus. Seit 2005 ist Lechner Direktionsleiter für Tirol/Vorarlberg. Seit 2012 ist er Sprecher der Bauindustrie in der Wirtschaftskammer Tirol.

der Seilbahnwirtschaft und im Tourismus wird es definitiv weniger Aufträge geben. Allerdings sind wir es in der Bauwirtschaft gewohnt, dass die Auftragslage nicht konstant ist, sondern dass es auf und ab geht. Wir können mit Konjunkturschwankungen umgehen. Derzeit habe ich das Vertrauen in die Wirtschaft, dass wir noch so viel Schwung haben, weiterproduzieren zu können. Zur Unterstützung von Kommunen hat die Regierung ein ein Milliarden schweres Gemeindepaket angekündigt. Auch das Land unterstützt Gemeinden mit 70 Millionen Euro. Wie wichtig sind solche finanziellen Maßnahmen für die Bauwirtschaft? Die finanzielle Stärkung der Gemeinden ist essenziell. Sie haben sehr viele Aufgaben zu bewältigen, LECHNER darunter ist die Umsetzung vieler baulicher Maßnahmen, wie die Schaffung, Erweiterung und Modernisierung öffentlicher Infrastruktur und Einrichtungen – von Kindergärten bis zu Pflegeheimen. Für die Bauwirtschaft sind die Gemeinden wichtige Auftraggeber – allein in Tirol sind es 279, zwar in unterschiedlichsten Größen, aber in Summe sind sie alle sehr wichtig. Die Bauwirtschaft wiederum ist ein wichtiger Konjunktur- und Beschäftigungsmotor, deshalb ist diese Unterstützung durch Land und Bund unverzichtbar.

„Die Baubranche ist auch jetzt auf der Suche nach geeigneten Fachkräften.“

Infrastrukturbereich. Um ein Beispiel zu nennen: Beim Bau des BrennerMANFRED basistunnels laufen die Aufträge wieder weiter. Es gibt zwar Verzögerungen, doch in diesem Bereich wirkt sich eine Krise, wie wir sie jetzt erleben, weniger aus. Ein Gewerbebetrieb, der viel in der Hotellerie tätig ist, etwa im Zillertal oder im Ötztal, ist direkter betroffen. Touristiker sind in Tirol wichtige Auftraggeber für die Baubranche. Wie sehr werden Aufträge aus dem Tourismus fehlen? Wir erleben, dass Projekte verschoben werden, die für heuer geplant waren. Aus

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INTERVIEW

Nach dem Handel und der Gastronomie und Beherbergung verzeichnet das AMS Tirol die meisten Kurzarbeitsanträge aus dem Bau. Wie gut eignet sich aus Ihrer Sicht das Kurzarbeitsmodell für die Branche? Das Modell wurde in kürzester Zeit auf die Beine gestellt, in einer Phase, in der niemand genau wusste, was auf das Land zukommen wird. Ich bin der Meinung, dass es ein gelungenes Modell für die Baubranche ist, um Beschäftigte halten zu können. Es ist flexibel und praktikabel. Nun bleibt zu hoffen, dass es nicht zu Missbräuchen des Modells kommt. Welche Entwicklungen erwarten Sie für die Beschäftigtenzahlen in der Tiroler Bauwirtschaft? In den nächsten Wochen und Monaten wird die Beschäftigung meiner Meinung nach zunehmen. Wir werden uns erholen. Die Baubranche ist auch jetzt auf der Suche nach geeigneten Fachkräften.

Die Stimmung im Tiroler Bau Im Auftrag der Wirtschaftskammer Tirol befragte das Innsbrucker Institut für Marktforschung und Datenanalyse (IMAD) im April 180 Auftragnehmer aus der Tiroler Bauwirtschaft zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf ihr Unternehmen. Rund 70 Unternehmen gaben an, dass zirka fünf Prozent ihrer bestehenden Aufträge aufgrund der Covid-19-Pandemie storniert wurden, bei rund 25 Unternehmen lag die Stornierungsrate bei zehn Prozent und in rund jedem vierten Unternehmen wurden zirka 30 Prozent und mehr der bestehenden Aufträge storniert. 16 Prozent der Befragten gingen davon aus, dass ihre Umsätze um mindestens die Hälfte zurückgehen werden. VERZÖGERTE VERFAHREN UND KURZARBEIT 57 Prozent gaben an, die Corona-Krise eher schon und 30 Prozent sicher zu überstehen. Mehr als jeder zehnte befragte Unternehmer (13 Prozent) befürchtete, die Corona-Krise bzw. ihre Auswirkungen nicht zu überstehen. 62 Prozent gaben an, dass ihnen verzögernde bzw. fehlende Verfahren Probleme bereiteten. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen machten vom Kurzarbeitsmodell Gebrauch. 16 Prozent der Unternehmen mussten Mitarbeiter entlassen.

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INTERVIEW

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Auswirkungen von Corona

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Nein

Anmeldung von Kurzarbeit Ja 52 % | Nein 48 %

Ja Nein

Entlassung von Mitarbeitern Ja 16 % | Nein 84 %

Sie sind Direktionsleiter der Strabag AG in Tirol. Wie sehr spürt die Strabag in Tirol die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie und welche Maßnahmen wurden und werden gesetzt, um Umsatz-Einbrüche abzufedern? Die Krise ist auch an uns nicht spurlos vorbeigegangen. Während der Quarantäne in Tirol waren unsere Mitarbeiter aus der Verwaltung im Home-Office. Die Bautätigkeit ist aber von Zuhause aus nicht möglich. Es ist uns aber gut gelungen, die Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen umzusetzen, wir kauften Desinfektionsmittel in rauen Mengen, statteten die Kleinbaustellen mit Wasser aus, wir schärften das Bewusstsein der Leute – das war sehr wichtig. Wir achteten darauf, die Infos bis auf die letzte Baustelle zu bringen. Wir wussten, wo die Reise hingeht, und konnten unseren Leuten die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes bieten. Bis jetzt sind wir gut durch die Krise gekommen. Wie schätzen Sie wird dieses und das kommende Jahr für die Strabag weiterverlaufen? Das heurige Jahr wird in Österreich sicher schwieriger werden, da wir Umsatzrückgänge haben. Die Zeit, in der wir nicht arbeiten konnten, wird definitiv fehlen. In Zahlen lässt sich das aber zum heutigen Zeitpunkt noch

„Die Bauwirtschaft ist nicht nur ein Konjunkturindikator, sondern auch ein Konjunkturmotor.“ MANFRED LECHNER

sicher

eher nicht

eher schon

Überstehen der Corona-Krise Sicher überstehen 30 % eher schon überstehen 57 % eher nicht überstehen 13 %

Befrag te Bauunternehmen in Tirol: 180; Quelle: IMAD - Mark t forschung, Umfrage April 2020

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nicht ausdrücken. Derzeit arbeiten wir bestehende Aufträge ab, die aber zum großen Teil heuer fertig gestellt werden. Wir brauchen neue Aufträge. Was wichtig ist, sind Anreize für Auftraggeber aus dem privaten, öffentlichen und gewerblichen Sektor für Investitionen. Große Sorge bereiten uns die Behördenverfahren. Zwei Monate lang wurden keine Genehmigungen abgewickelt. Projekte müssen so rasch wie möglich baureif gemacht werden. Was braucht es Ihrer Meinung nach noch, damit die Auftragslage in der Bauwirtschaft in Zukunft nicht eintrübt? Unsere Sorge gilt weniger den kommenden Monaten als dem Herbst und dem nächsten Jahr. Hier braucht es neben der raschen Aufarbeitung aller ausstehenden Behördenverfahren und der finanziellen Stärkung der Gemeinden Maßnahmen zur Stärkung


INTERVIEW

der Investitionsbereitschaft. Da gibt es viele Möglichkeiten, wie Investitionsfreibeträge, eine verkürzte Abschreibung auf Abnutzung, AfA, oder steuerliche Begünstigungen für thermische Sanierungsmaßnahmen. Die Bauwirtschaft ist nicht nur ein Konjunkturindikator, sondern auch ein Konjunkturmotor. Wirtschaft ist Stimmung und Vertrauen. Eine Krise ist erst dann eine Krise, wenn der erste keine Investitionen mehr tätigt, dann wird sie real.

Zu Beginn des Lockdowns stellten viele Bauunternehmen den Betrieb ein, bis Ende März eine Handlungsanleitung für Baustellen präsentiert wurde.

Abschließend: Wie krisensicher ist die Baubranche? Die Baubranche ist sehr krisensicher. Natürlich kann es Flauten geben, die sind jedoch kurzzeitig. Durch ständig notwendige Investitionen, auch durch die öffentliche Hand, sind wir krisensicher. Auch wenn viel automatisiert wird, wird die Baubranche immer arbeitsintensiv bleiben. Vielen Dank für das Gespräch.

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fessionellen und interdisziplinären Teams wie im Brustzentrum, der operativen und der onkologischen Tagesklinik, oder auch in unserer Palliativeinheit und dem Gefäßschwerpunkt ist das besonders wichtig. Verantwortungsbewusstsein und spannende Aufgaben mit Sinn Neuerungen, Weiterentwicklung und Qualitätssicherung gehören zum Alltag im Krankenhaus. Wir bieten vielseitige

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Seit nun drei Jahren agiert Hauser xb am Markt und man kann sagen, das Geschäftsmodell ist angekommen. Die Art und Weise der Unternehmensbegleitung hat schon zahlreiche Unternehmen überzeugt und zeigt sich auch in der Krise als sehr nützlich!

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B steht für externes Betriebsmanagement. Die Vision von Geschäftsführer Peter Hauser, Tiroler Unternehmen nicht nur klassisch zu beraten, sondern in ihren Betrieben als quasi externer Manager mitzuarbeiten, war der Start einer Erfolgsgeschichte. Heute betreut man zahlreiche Unternehmen, vom EPU bis zum Betrieb mit 200 Mitarbeitern.

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Christina Scholochow „Jede Krise birgt auch Chancen.“

Zur Person Christina Scholochow, ist Partnerin bei MAD Ventures, sowie CEO & Co-Founder von mohemian ventures. MAD Ventures investiert in sehr frühphasige Unternehmen mit Technologie-Fokus. Das MAD-Team, bestehend aus erfolgreichen Unternehmern, arbeitet aktiv und anfangs auch oft operativ in den Start-ups mit.

© DOMINIQUE HUTER

DA S INTERVIEW FÜHRTE DANIEL SCHREIER

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ie wird die Covid19-Pandemie die Tiroler Start-up-Szene verändern? CHRISTINA SCHOLOCHOW: Die Auswirkungen dieser Krise sind je nach Industrie und Unternehmensphase ganz unterschiedlich. Digitale Geschäftsmodelle sind widerstandsfähiger und jede Krise birgt auch Chancen, die es zu erkennen und rasch darauf zu reagieren gilt. Wenn man es schafft, Chancen für sich zu nutzen oder zumindest die Zeit zu überbrücken, kann man als Unternehmer und Start-up sicherlich auch stärker aus dieser hervorkommen.

„Agilität ist in dieser Situation natürlich wichtig – das sind Start-ups aber gewohnt, das ist in ihrer DNA.“

Wie groß ist die Gefahr, dass viele Start-ups die beiden nächsten Jahre nicht überstehen? Die aktuCHRISTINA elle Situation trifft Unternehmen in den Bereichen Reise, Mobilität und lokale Dienstleistungen besonders hart. Laut einer Studie der Europeanstartups.co sind ein Drittel aller EU-Start-ups von Covid-19 beeinträchtigt. Das heißt konkret, diesen Startups könnte das Geld ausgehen, um die Krise durchzustehen. Das Überleben steht im Fokus. Wer bereits Risikokapital aufgenommen hat, sollte in engem Austausch mit seinen Geldgebern stehen, um notwendige Schritte abzustimmen und gegebenenfalls Anschlussfinanzierungen sicherzustellen. Was brauchen die Tiroler Start-ups, um gut durch die Krise zu kommen? Eine realistische Einschätzung der eigenen Situation steht am Anfang. Chancen und Risiken müssen abgewogen und dem zur Verfügung

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stehenden Budget gegenübergestellt werden. Auf Basis dieser Erkenntnisse kann ein Plan für die nächsten Monate erarbeitet und es können notwendige Schritte gesetzt werden. Agilität ist in dieser Situation natürlich wichtig – das sind Start-ups aber gewohnt, das ist in ihrer DNA. Und sollte Durchhalten der einzige Ausweg sein, dann ist schnelle unbürokratische Hilfe entscheidend. Denn dann überlebt, wer den längeren Atem hat.

Wie wird die Pandemie die Arbeit in Acceleratoren, Incubatoren und Start-up-Investment-Unternehmen wie dem Ihren beeinflussen? Covid-19 hat unsere Arbeitsweise in den letzten Wochen maßgeblich beeinflusst. Obwohl der Großteil SCHLOCHOW unserer Prozesse digitalisiert ist und Kommunikationskanäle wie Zoom und Slack zu unserem Alltag gehören, war dies eine Extremsituation. In den letzten Wochen haben wir besonders eng mit unseren Portfoliofirmen zusammengearbeitet, um Liquidität und mittelfristige Ausrichtung sicherzustellen. Allgemein werden wir uns auf eine Korrektur der Start-up-Bewertungen einstellen müssen. Das hängt damit zusammen, dass die Bewertungen vor Covid-19 im historischen Vergleich hoch waren und Investoren sich kurz- und mittelfristig vorrangig um ihre bestehenden Investments kümmern werden und erst zweitrangig um neue. Vielen Dank für das Gespräch.


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Das Magazin für die mobile Wirtschaft

Elektrisierend: E-Mobile im Trend

Ab Anfang 2021 zu einem Startpreis von unter 50.000 Euro erhältlich: der E-SUV Ford Mustang Mach-E.

Krisenfest? Erwin Cassar, Porsche Innsbruck

Michael Mayr, Autopark Tirol

Zwei große Tiroler Autohändler im Interview

Im Test BMW M8 Competition

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Sauber Gas geben mit Erdgas und Biogas Wer umweltschonend und kostengünstig Auto fahren will, tankt Erdgas oder am besten gleich Biogas! © TIGAS

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ei Erdgasfahrzeugen reduzieren sich die Treibstoffkosten gegenüber Diesel- und Benzinautos um bis zur Hälfte. In der Anschaffung kostet ein Erdgasfahrzeug in etwa so viel wie ein vergleichbares Dieselfahrzeug. Zudem fördert die TIGAS im Jahr 2020 die Anschaffung von Erdgasfahrzeugen mit einer Umweltprämie in Höhe von 500 Euro.

Biogas aus heimischer Produktion Die Feinstaub- und Rußpartikel sind bei Erdgasfahrzeugen kein Thema und der CO2-Ausstoß ist deutlich geringer als bei Fahrzeugen mit herkömmlichen Antriebs­ motoren. CNG-Motoren können auch mit aus regenerativen Ressourcen gewonnenem Biogas sowie mit in Power-to-­ Gas erzeugtem synthetischem Methan („Grünes Gas“) betrieben werden. Die TIGAS hält eine Beteiligung an der Bioenergie Schlitters GmbH, wo klimaneutrales

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Biogas aus biogenen Wertstoffen der Region gewonnen, anschließend auf Erdgasqualität aufbereitet und in das Gasnetz eingespeist wird. Ein weiterer Teil gelangt über eine Direktleitung zur Biogastankstelle Schlitters an der B169 für besonders umweltfreundliche Erdgasfahrer zur Betankung ihrer Fahrzeuge.

belegt, dass Erdgasfahrzeuge die beste Klimabilanz aller gängigen Antriebsmotoren aufweisen. Namhafte Autohersteller setzen auf die Vorteile von Erdgas und Biogas und bieten zahlreiche serienmäßige CNGModelle an. Diese reichen von kleinen Cityflitzern über Mittelklasseautos bis hin zu Nutzfahrzeugen.

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it Strom betriebene Autos werden gerne als ökologische und ökonomische Krisenlösung für die gesamte Autoindustrie propagiert. Ungeachtet der Frage, ob diese Versprechen zur Zeit überhaupt eingehalten werden können, vergrößert sich das Angebot an E-Autos von Monat zu Monat. Das ist zumindest in zwei Bereichen eine gute Nachricht: Beim Thema Fahrspaß sind E-Autos längst konkurrenzlos. Und dieser Fahrspaß wird dank sinkender Akkupreise und politischer Unterstützung vor allem auch für Unternehmer immer erschwinglicher. top.tirol gibt einen Überblick über die spannendsten E-Mobile des Jahres, vom Kleinstwagen über leichte Nutzfahrzeuge bis hin zum eleganten SUV.

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Škoda Citigo e iV Der Škoda Citigo e iV ist das erste rein elektrische Serienfahrzeug von Škoda. Mit sinnvollen Fahrleistungen (83 PS), kompakten Abmessungen (3,6 Meter) und ausreichender Reichweite (bis zu 260 Kilometer WLTP) passt er gut in moderne Städte, wo er emissionsfrei und günstig zu betreiben ist. Der Preis: 21.350 Euro (abzüglich E-Förderung).

Mazda MX-30

Mini Cooper SE

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Mit dem MX-30 präsentiert Mazda sein erstes – mit 140 PS und 265 Nm Drehmoment moderat motorisiertes – E-SUV. Die Batterie hat eine Kapazität von 35,5 kWh und soll damit für überschaubare 200 Kilometer reichen. Für Pendler ist das ok, Handlungsreisende werden sich allerdings weiter beim Diesel umsehen. Eine MX-30-Besonderheit sind Freestyle-Türen wie damals beim Mazda RX-8. Der Preis für die „Edition One“ beträgt 34.990 Euro.

Im Frühjahr 2020 kommt der neue, rein elektrische Mini Cooper SE. Mit seinem 184 PS starken Elektro­motor samt 270 Nm Drehmoment beschleunigt er in 7,3 Sekunden auf Tempo 100. Zu den Mini typischen Handlingeigenschaften gesellt sich auch eine umfangreiche Serienausstattung. Die 33-kWh-Batterie aus dem BMW i3 erlaubt dem Elektro-Mini maximal 270 Kilometer Reichweite nach NEFZ. Preis: ab 33.000 Euro

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E-MOBIL NEUHEITEN

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Fiat 500, dritte Generation

Mercedes-Benz EQV Der EQV ist die erste E-Großraumlimousine von Mercedes. Zur Markteinführung ist der Van als EQV 300 mit langem Radstand und einem zulässigen Gesamtgewicht von 3.500 kg erhältlich. Die Batterie besitzt eine Kapazität von 90 kWh. Damit sollen Reichweiten von bis zu 352 Kilometern möglich werden. Der EQV verfügt über eine Spitzenleistung von 204 PS. Die Höchstgeschwindigkeiten betragen 140 km/h in Serie und 160 km/h als Sonderausstattung. Der EQV lässt sich auch zum 7- oder 8-Sitzer umfunktionieren. Preislich startet der EQV 300 bei 80.628 Euro brutto. Im Preis enthalten ist ein Wartungspaket für vier Jahre.

Der Fiat 500 stammt nicht nur aus der weltweit erfolgreichsten Modell-Linie von Fiat Chrysler, sondern ist in seiner brandneuen dritten Generation auch das erste rein elektrisch angetriebene Fahrzeug des Konzerns. Der neue Cinquecento besitzt Batterien mit einer Kapazität von 42 kWh, die eine Reichweite von bis zu 320 Kilometern (WLTP) ermöglichen sollen. Der Elektroantrieb hat eine Leistung von 118 PS. Damit wird Tempo 100 in neun Sekunden erreicht. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 150 km/h begrenzt. Das Sondermodell „la Prima“ kann ab sofort vorbestellt werden und ermöglicht autonomes Fahren auf Level 2.

Der neue Suzuki VITARA HYBRID ALLGRIP

Verbrauch „kombiniert“: 5,7–6,2 l/100 km, CO2-Emission: 128–141 g/km

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E-MOBIL NEUHEITEN

BESTELLBAR AB SOMMER, AUSLIEFERUNG BIS ENDE 2020

GEPLANTER MARKTSTART MITTE 2020

Opel Vivaro-e Der neue Opel Vivaro-e ist der erste elektrische Transporter des deutschfranzösischen Herstellers . Das leichte

Honda e Der Honda e kombiniert fortschrittliche Technik und Future-Retro-Design. Wer sich dabei an die erste Civic-Generation erinnert fühlt, liegt sicher nicht ganz falsch. Der Honda e besitzt Hinterradantrieb, 136 oder 154 PS, in jedem Fall 315-Nm-Drehmoment und hat eine Reichweite von überschaubaren 220 Kilometern. Weitere Fahrzeugdaten: 8,3 Sekunden von null auf 100 km/h und vor allem: eine durchgehende InfotainmentLeiste in der ersten Sitzreihe. Die Preise beginnen bei 34.990 Euro.

Volvo XC 40 Recharge

Nutzfahrzeug kommt zur rechten Zeit, da die emissionsfreie Auslieferung auf der „letzten Meile“ immer mehr forciert wird. Der Vivaro-e wird in drei Fahrzeuglängen

AB SOFORT BESTELLBAR

Dass der erste batterieelektrische Volvo klotzt statt kleckert, verwundert angesichts des weltweiten Erfolgs der Marke nicht: Er kommt mit Allradantrieb, 408 PS, 660-Nm-Drehmoment und 400 Kilometern Reichweite. Mit dabei ist erstmals auch das neue Infotainment-System auf Basis von Google Android. Die Österreich-Preise stehen noch nicht fest, in Deutschland kostet der XC 40 Recharge ab 62.000 Euro.

und verschiedenen Karosserievarianten angeboten . Die maximale Zuladung liegt

bei bis zu 1.275 kg. Zudem ist der Vivaro-e ab Werk mit einer Anhängerkupplung bestellbar und kann Anhängerlasten bis zu 1.000 Kilogramm ziehen. Erhältlich sind zwei Batteriekapazitäten : 75 kWh für eine Reichweite von bis zu 330 Kilometer und 50 kWh für maximal 230 Kilometer.

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E-MOBIL NEUHEITEN

MARKTSTART VORAUSSICHTLICH HERBST 2020

VW ID.3 Der VW ID.3 wird bereits als Golf von morgen gehandelt. Damit das funktionieren kann, kommt er mit drei verschiedenen Batteriegrößen von 45 kWh über 58 kWh bis zu 77 kWh. Die möglichen Reichweiten betragen damit bis zu 550 km, der Einstiegspreis in Österreich wird voraussichtlich um die 30.000 Euro liegen. Und das Beste am ID.3: Bei den Außenmaßen eines Golf streckt er sich innen in Richtung VW Passat.

Tesla Model Y Das Model Y von Tesla wächst – technisch eng mit dem Model 3 verwandt – in die Höhe und damit zum echten Mittelklasse-SUV. Die wichtigsten Leistungsdaten: null auf 100 km/h in 3,5 Sekunden, Reichweite 370 bis 480 Kilometer, Spitze bis 240 km/h. Deutschland-Preise ab 55.000 Euro

GEPLANTE MARKTEINFÜHRUNG FRÜHSOMMER 2020

BEREITS BESTELLBAR, ERSTKONTINGENT AUSVERKAUFT

Audi e-tron Sportback Audi präsentiert das zweite Modell seiner e-tronBaureihe: Der Audi e-tron Sportback ist ein SUV-Coupé mit bis zu 408 PS Leistung. Eine volle Batterie und einen sanften Gasfuß vorausgesetzt sollen die Batterien des Sportback für eine Reichweite von bis zu 446 Kilometern reichen. Die Markteinführung ist für Frühjahr 2020 geplant, die Preise stehen noch nicht fest.

GOKART FÜR ALLE. DER MINI BLACKYARD ONE 3-TÜRER. Von null auf MINI in null Komma nichts: Der MINI Blackyard One 3-Türer macht Ihnen das Einsteigen so leicht wie nie zuvor. Besuchen Sie uns – wir beraten Sie gerne.

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28.05.2020 10:33:09


E-MOBIL NEUHEITEN

KLASSENPRIMUS MIT ERDGAS RESERVIERUNG AB SOFORT, AUSLIEFERUNG ANFANG 2021

Ford Mustang Mach-E Erstmals in der 55-jährigen Ford-Mustang-Geschichte ergänzt eine elektrisch angetriebene Variante die Modellfamilie des legendären „Pony-Car“. Ford bietet den Mustang Mach-E mit zwei BatterieOptionen, mit Heck- oder Allrad-Antrieb sowie in verschiedenen Leistungsstufen an: Die StandardBatterie hat eine Speicherkapazität von 75 kWh und reicht für rund 450 Kilometer E-Fahrt. Die optionale Extended-Range-Batterie mit 99 kWh ermöglicht dem heckangetriebenen Modell Fahrten von bis zu 600 Kilometern. Die Leistungsdaten des Mustang Mach-E: 338 PS und ein maximales Drehmoment von 581 Nm. Für Anfang 2021 ist eine PerformanceVariante mit 465 PS und 830 Nm geplant. Platz ist in allen Varianten für fünf Passagiere samt Gepäck, der Basispreis beträgt in Deutschland 46.900 Euro (Heckantrieb, 75 kWh-Standard-Batterie).

MARKTEINFÜHRUNG ANFANG 2020

Porsche Taycan 4S Der Elektro-Porsche Taycan ist noch gar nicht richtig auf unseren Straßen angekommen, da wurde er von 86 internationalen Motorjournalisten bereits als „World Luxury Car/Performance Car of the Year“ ausgezeichnet. Serienmäßig bezieht das Einstiegsmodell Taycan 4S seine Kraft aus einer Batterie mit 79,2 kWh Kapazität. Auf Wunsch ist auch eine Performance-Batterie mit 93,4 kWh erhältlich. Die Motorleistung des Taycan 4S ist abhängig von der gewählten Batterie und beträgt 530 PS bzw. 571 PS. Beide Varianten beschleunigen in 4 Sekunden auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 250 km/h, die maximale Reichweite beträgt 407 Kilometer bzw. 463 Kilometer. Den Taycan 4S gibt es in Österreich ab 109.000 Euro.

Wenn es aus Reichweitengründen kein E-Mobil sein kann, aus ökologischen Gründen kein klassischer Verbrenner sein soll, dann empfiehlt sich ein Erdgas-Fahrzeug. Der gerade eingeführte neue Škoda Octavia wird im zweiten Halbjahr 2020 als Erdgasvariante G-Tec erhältlich sein.

E

rdgasfahrzeuge sind wohl die einzige wirkliche Alternative zu E-Mobilen, wenn es um effiziente und umweltfreundliche, individuelle und unternehmerische Mobilität geht. Ganz neu ist der Škoda Octavia der ab Sommer 2020 als Erdgas-Variante G-Tec erhältlich sein wird. Bei voller Alltagstauglichkeit punktet der G-Tec im Betrieb mit einer sofortigen CO2-Einsparung von circa 25 Prozent gegenüber einem vergleichbaren Benziner. Mit Bio-Methan ist ein bis zu 90 Prozent, mit synthetischem Gas sogar ein zu 100 Prozent klimaneutraler Betrieb möglich.

DEUTLICHE REDUZIERUNG DER KRAFTSTOFFKOSTEN

Durch den höheren Energiegehalt von CNG (Erdgas) im Vergleich zu Benzin und Diesel sowie den gleichzeitig geringeren Preis sinken zudem die Kraftstoffkosten deutlich. Der Škoda Octavia G-Tec verfügt über einen 1,5 Liter großen Vierzylinder-TSI-Motor mit 131 PS. Seine drei CNG-Tanks haben zusammen eine Kapazität von 17,3 Kilogramm. Damit kann er im CNG-Betrieb bis zu 480 Kilometer zurücklegen. Die Preise stehen noch nicht fest, dürften aber ab rund 30.000 Euro beginnen.

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INTERVIEW

KRISENFEST?

Nach dem Shutdown konnte der Autohandel im Mai wieder öffnen. Wie sie die Zeit überbrückten, wie die Geschäfte zur Zeit laufen und ob die E-Mobilität endlich ins Laufen kommt, berichten die Chefs zweier großer Autohäuser. Im Interview: Erwin Cassar, GF Vowa/Porsche Innsbruck und Michael Mayr, Inhaber und GF Autopark Tirol. INTERVIEWS: KL AUS ERLER • FOTOS: A XEL SPRINGER

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ie gehen Sie als großer Tiroler Autohändler mit Covid um? MICHAEL MAYR: Die plötzliche Schließung unserer fünf Tiroler Autohäuser war zunächst ein Schock, hatte aber in weiterer Folge auch positive Konsequenzen. Meine Mitarbeiter wurden von sich aus aktiv und entwickelten neue Konzepte und Problemlösungen für die Zeit nach dem Shutdown. Jetzt haben wir fertig ausgearbeitete Programme, die wir in Zusammenarbeit mit den Herstellern als Service anbieten können. Stichworte dazu: Aktionen für Stammkunden oder Spezialkonditionen für den Auto-Lagerabverkauf von rund 1.000 Fahrzeugen. Trotz rückläufigem Gesamtmarkt sind wir im Verkauf wieder auf Vorjahresniveau und in der Werkstatt freuen wir uns über eine 76

„Wenn ich mir aber die CO2-Gesamtbilanz eines E-Mobils anschaue, bin ich mir nicht sicher, ob ein Elektrofahrzeug außerhalb urbaner Einsatzmöglichkeiten in jedem Fall Sinn macht.“ M I C H A E L M AY R , IN H A B ER U N D G E S C H ÄT S F Ü HR ER AU TO PA R K T IR O L

Vollauslastung. Da wir in der Schließungsphase aber 88 Prozent Umsatzrückgang – in Zahlen: 13,7 Millionen Euro – bei nahezu gleichen Kosten verkraften mussten und bisher noch nicht in den Genuss staatlicher Unterstützung kamen, traue ich mich für das laufende Jahr keine insgesamt positi-

ve Prognose abzugeben. Für den Verkauf rechnen wir über das Jahr mit bis zu minus 25 Prozent, insgesamt wäre eine schwarze Null dann schon ein schönes Ergebnis. ERWIN CASSAR: Die ShutdownPhase traf uns unerwartet, wir mussten praktisch über Nacht unsere Betriebe schließen und unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Kurzarbeit schicken. Einzig unser Service-Notdienst war durchgehend aktiv. Erst ab 2. Mai lief dann auch der Verkauf in unseren Schauräumen wieder an. Im Service sind wir inzwischen wieder gut ausgelastet, der Neuwagenverkauf läuft etwas schwächer an. Ich glaube daher nicht daran, dass wir die Einbußen heuer noch aufholen können. Im Neuwagenverkauf erwarte ich bis Jahresende einen Marktrückgang von rund 20 Prozent.


INTERVIEW

Vorsichtig optimistisch: Erwin Cassar, GF Vowa/Porsche Innsbruck (li.) und Michael Mayr, Inhaber und GF Autopark Tirol hoffen auf das Ausbleiben größerer Verluste und auf die E-Mobilität als zusätzlichen Kaufanreiz beim Autokauf.

verlust von E-Mobilen, noch finanzielle Risiken durch Reparaturen fürchten muss. MICHAEL MAYR: Wir leiden zudem unter dem Umstand, dass aufgrund rigoroser EU-CO2-Grenzwerte immer mehr Klein- und Kleinstwagen aus dem Programm genommen werden, da sie durch drohende Strafzahlungen und teure Abgastechnologie nicht mehr rentabel sind. Die Hersteller setzen vermehrt auf E-Mobilität und Hybrid-Technologie, was an und für sich ja eine sehr gute, aber auch teure Entwicklung ist. Den 120.000 Euro teuren Sauber-Tesla in allen Ehren, aber Otto Normalverbraucher wird sich auch in Zukunft ein bezahlbares Auto wünschen und das ist am leichtesten im konventionellen Kleinwagensektor zu realisieren.

Was erwarten Sie sich als Händler von der E-Mobilität? MICHAEL MAYR: Ich bin zuversichtlich, umso mehr, da wir als Autopark mit dem sportlichen SUV Ford Mustang Mach-E Anfang 2021 – Einstieg unter 50.000 Euro – und mit dem Volvo XC 40 Recharge Anfang 2021 sehr spannenWelche Frage wird derzeit am häufigsten schaftlich sichere Basis zu stellen. Sorgen de E-Modelle anbieten können. Ebenfalls an Sie herangetragen? ERWIN CASSAR: mache ich mir aber um mittelgroße Betrie- 2021 kommt dann noch der Ford Transit Die Einserfrage zur Zeit: Werden Neuwa- be, die nicht auf die Liquiditäts-Unterstüt- EV als vollelektrischer Transporter, bereits gen noch billiger, lohnt es sich, mit dem Au- zung eines großen Konzerns zurückgreifen ausgeliefert wird der Ford Transit Custom tokauf noch abzuwarten? Dazu eine klare können und dennoch in den letzten Mona- als erster Plug-In-Hybrid seiner Klasse. Aussage: Alle Autohersteller, nicht nur die ten hohe Fixkosten stemmen mussten. Wenn ich mir aber die CO2-Gesamtbilanz deutschen, werden keinen Neustart nach eines E-Mobils anschaue, bin ich mir nicht dem Reset finanzieren können, wenn sie Wo liegen derzeit die größten Herausfor- sicher, ob ein E-Fahrzeug außerhalb urihre Autos unterpreisig verkaufen. Schleu- derungen für Sie als Geschäftsführer ei- baner Einsatzmöglichkeiten in jedem Fall derpreise führen zu weiteren Verlusten, die nes großen Autohauses? ERWIN CASSAR: Sinn macht. Hier habe ich das Gefühl, dass durch das Gewicht der Automobilindustrie Schon vor Covid waren wir Autohändler die E-Mobilität zu sehr verherrlicht wird. ERWIN CASSAR: Ich bin gesamtwirtschaftlich bedenklich optimistisch, weil 2021 erstmals sind. Es kann also keine Rabattein breiteres Angebot an bezahlschlacht geben, sehr wohl aber „Von einer Kaufprämie für baren E-Mobilen bringen wird. Es lohnende Angebote auf LagerAutos mit Verbrennungsmotoren, stimmt, dass bisher die E-Mobifahrzeuge, weil die Händler randvolle Lager haben. Alleine unsere die durch Österreichische Regierung lität eher ein Luxus-Thema war. Aber mit sinkenden EinstiegspreiBetriebe in Innsbruck binden gestützt wird, gehe ich nicht aus!“ sen ist eine verstärkte Nachfrage krisenbedingt durch Lagerfahrdeutlich spürbar. Unser brandneuzeuge an die 16 Millionen Euro an E R W I N C A S S A R , G E S C H Ä F T S F Ü H R E R V O W A /P O R S C H E I N N S B R U C K er, im September auf die Straßen Kapital, die erst wieder verflüssigt kommender VW ID.3 hat einen werden müssen. unter Druck. Auf der einen Seite steigt Einstandspreis von unter 30.000 Euro und Kommt eine Förderprämie? ERWIN CAS- zwar der Umsatz, auf der anderen Seite ist sicher auch deshalb in seiner First EditiSAR: Von einer Kaufprämie für Autos mit sinkt aber der Ertrag seit Jahren besorgnis- on ausverkauft. Und die E-Modellreihen Seat Verbrennungsmotoren, die durch die Ös- erregend. Das kann nicht die Zukunft sein. Mii, VW up! und Škoda Citigo, die bei rund terreichische Politik gestützt wird, gehe ich Ein Konzept, das hier gegensteuert, weil es 20.000 Euro abzüglich Förderung starten, nicht aus, da wir hierzulande andere wirt- den für uns Händler so wichtigen Werk- sind derzeit aufgrund der hohen Nachfrage schaftliche Rahmenbedingungen vorfinden statt-Anteil stützt, ist das so genannte gar nicht lieferbar. Der Volkswagen-Konzern als in Deutschland. Ich glaube auch, dass die Fixpreis-Leasing-Modell, das vor allem mit schafft es zudem, die E-Mobilität CO2-neutnormale Nachfrage nach Autos, vor allem der E-Mobilität an Bedeutung gewinnt. ral auf den Markt zu bringen – von der Proaber ein gutes Werkstattgeschäft ausrei- Fahrzeuge werden im Paket mit Service duktion bis zum Recycling! chen werden, um die ganz großen und die und Wartung angeboten. Der Kunde profiganz kleinen Händler wieder auf eine wirt- tiert unter anderem, da er weder den Wert- Vielen Dank für das Gespräch. 77


IM TEST

4 x4

B E N Z IN

BMW M8 Competition Coupé Motor: V8-Turbobenziner Hubraum: 4.395 ccm Getriebe: 8-Gang M Steptronic Leistung: 460 KW/625 PS Drehmoment: 750 Nm Beschleunigung 0-100 km/h: 3,2 sec. Höchstgeschwindigkeit: 305 km/h (nicht abgeregelt) Gewicht: 1.960 kg Verbrauch (WLTP) gesamt: 10,6 Liter Testverbrauch 14,9 Liter/100 km Preis ab: 197.000 Euro Preis Testwagen: 236.780 Euro

Wie ein angespannter Muskel: Das BMW M8 Competition Coupé ist schon im Stand richtig schnell.

BLITZ IN WEISS-BLAU Mit normalen Maßstäben ist der neue BMW M8 Competition Coupé nicht zu greifen: Er ist zu schnell, zu teuer und zu laut. Einziger Trost für alle, die nie in den Genuss kommen werden, einen M8 fahren zu dürfen: Ski lassen sich nur schwer in seinem Inneren verstauen.

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atürlich sind 237.000 Euro auf den ersten Blick viel Geld für ein Auto, auch wenn es eine derart seltene PS-Häufung mitbringt wie der BMW M 8 Competition. Man kann diesen Betrag allerdings auch relativieren: Für eine neue Durchschnitts-Garçonnière am Innsbrucker Südring darf man gerne den doppelten Betrag hinlegen und ist dann noch immer nicht in 3,2 Sekunden auf 100. Wer also das Geld entbehren kann, weil er vielleicht schon eine Kleinwohnung besitzt, muss eigentlich nur noch eine kleine Hürde überwinden, um hierzulande mit einem BMW M8 Competition Coupé́ glück-

Trotz spezieller Sportsitze: Im Innenraum ist der BMW M8 teilweise nahe an den gängigen BMW.

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T E S T: K L A U S E R L E R • F O T O S : A X E L S P R I N G E R

lich zu werden: Es gilt, den Schmerz auszuhalten, der sich einstellt, wenn man mit dem M8 und 110 km/h am Tacho auf der Inntalautobahn dahin kriecht, obwohl der Achtzylinder eigentlich gut wäre für 305 km/h.

VIEL AUTO FÜR WENIGE

Jetzt könnte man natürlich gleich zum Schimpfen anfangen, darüber dass ein derartig stark motorisiertes Auto sowieso das falsche Signal zur falschen Zeit ist und es deshalb so wie kein anderes Fahrzeug verdient, in Tirol nicht schneller fahren zu dürfen. Dass der Verbrauch zu hoch, der Auspuffsound zu laut und das Ganze über-

haupt eine Zumutung ist für alle, die sich das anschauen und -hören müssen (ohne den M8 fahren zu dürfen). Dagegen helfen nur folgende Argumente: Die paar in Österreich verkauften M8 Competition darf man getrost als verschmerzbar verbuchen, dazu eine kleine Erinnerung: Ein braver und allerorts beliebter VW-Bus verbraucht dank seiner mindestens zwei Tonnen Leergewicht und seiner schrankartiger Frontpartie bei schneller Fahrweise auch gerne zwölf Liter und das Diesel. Und auch im VW-Bus sitzen nicht immer neun Personen.

NICHTS FÜR OTTO NORMALVERBRAUCHER

Eigentlich kann man diesen Testbericht jetzt beenden mit zwei zarten Hinweisen: Steigt man wirklich aufs Pedal, wird aus dem M8 Competition eine Rakete, die mit normal geschärften Sinnen kaum noch zu fahren ist und das trotz Fahrwerk und Bremsleistung auf Rennwagenniveau. Und: Man ist Straßen-Star bei feschen Männern und klugen Frauen. Mit diesem eventuell irritierenden Erlebnis wird man im M8 Competition leben müssen.


IM TEST

AM PULS DER ZEIT Der Suzuki Vitara hat im Modelljahrgang 2020 einen Hybrid-Motor erhalten. Damit wird der japanische Geländekraxler für alpine Regionen noch attraktiver. T E S T: W A L T E R M A I R • F O T O S : A X E L S P R I N G E R

4x4IN

SUZUKI VITARA 1,4 DITC Hybrid

BENZ

Motor: Vierzylinder-­ Turbo-Benziner mit 48-Volt-Mild Hybridsystem Leistung: 95 kW/129 PS, 235 Nm Antrieb: Allgrip Select Allrad Getriebe: 6-Gang-­ Schaltgetriebe Hubraum 1.373 ccm L/B/H: 4.170/1.775/1.595 mm Laderaum: 375 bis 1.120 Liter Testverbrauch: 6,7 Liter/100 km Preis: 29.590 Euro

Der neue Suzuki Vitara Hybrid überzeugt als perfekter Alltagspartner.

S

Alles im Blick: das moderne Innenraumdesign und das fahrer­ orientierte Cockpit

eit der Markteinführung des Suzuki Vitara im Jahr 1988 entwickelte sich der SUV zu einem Absatzmagneten, dessen Erfolg bis heute anhält. Im Frühjahr 1998 wurde der fünftürige Vitara durch den Grand Vitara abgelöst. 2015 hat der japanische Hersteller den Vitara reaktiviert und drei Jahre später einem Facelift unterzogen. Seit Jahresbeginn 2020 wird die Modellpalette der im ungarischen Suzuki-Werk Esztergom vom Band laufende Vitara durch ein Modell mit Mild-­HybridSystem ergänzt.

ment bereitstellt. Beim Beschleunigen bzw. bis zum Einsatz des Turboladers bei etwa 2.000 Umdrehungen kompensiert der Elektromotor das fehlende Drehmoment – und das merkt man auch: Der Abzug des japanischen Hybrid-Fahrzeugs ist sensationell und hinterlässt angesichts der „bescheidenen“ 129 PS einen nachhaltigen Eindruck. Die Verbindung aus Benzin- und Elektromotor wirkt sich auch positiv auf den Verbrauch aus: Dem 1.262 Kilogramm schweren Vitara Hybrid reichen 6,7 Liter im Durchschnitt.

INNOVATIVE TECHNIK

Lobenswert sind auch die leichtgängige Lenkung und die sehr gut dosierbaren Bremsen. Ein weiteres überzeugendes Kaufargument ist die „Allgrip Select“Allrad-Technik. Dabei stehen mittels Drehregler vier wählbare Fahrmodi (Sport, Snow, Allrad, Lock) zur Verfügung, die das Fahrzeug in jeder nur erdenklichen Fahrsituation in der Spur halten. Viel Platz bietet der Innenraum, die hochwertige Ausstattungslinie „Flash“ sorgt für Wohlfühlambiente. Ein Designhighlight stellt die mittig am Armaturenbrett integrierte analoge Uhr dar. Weniger großzügig gibt sich der Vitara beim Stauraum: Mit 375 Litern Kofferraumvolumen und vielen praktischen Taschen und Fächern findet dennoch (fast) alles seinen Platz.

Der 1,4-Liter-Benzinmotor wird dabei von einem Elektromotor unterstützt, der zusätzliches Drehmo-

Modernes SUV-­Design: Der Auftritt des Vitara Hybrid vermittelt Kraft und Sicherheit.

OPTIMALER GRIP

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IM TEST

4x4IN

MAZDA CX-30 SKYAKTIV-X 180 GT+ Sound

Motor: 4-Zylinder-­ Benzinmotor Skyaktiv X Leistung: 132 kW/180 PS, 224 Nm Antrieb: Allrad, i-Active AWD Getriebe: 6-Gang-­ Schaltgetriebe Hubraum: 1.998 ccm L/B/H: 4.395/1.795/1.540 mm Laderaum: 430 bis 1.406 Liter Testverbrauch: 6,8 Liter/100 km Preis Testmodell: 35.920 Euro

BENZ

Raum für Business oder Freizeit: Hinter der elektrischen Heckklappe verbirgt sich ein Stauraum zwischen 430 und 1.406 Liter.

DAS BESTE AUS ZWEI MOTORWELTEN Der neue Mazda CX-30 präsentiert sich als elegantes SUV mit viel Platz und toller Ausstattung. Technisch brilliert der Japaner mit neuem Motor.

D

er auf der Mazda 3-Plattform basierende CX-30 komplettiert das SUV-Angebot des japanischen Fahrzeugherstellers. Mit einer Länge von 4,40 Metern füllt er die Lücke zwischen dem CX-3, der 4,28 Meter lang ist, und dem 4,55 Meter langen CX-5.

HOHE MITGIFT

Die geschmackvolle Gestaltung des Interieurs beeindruckt, ebenso wie die Ausstattungsvariante GT+, welche beheizbare Vordersitze, ein beheizbares Lederlenkrad,

Die Außenoptik des Mazda CX-30 überzeugt, als zusätzlicher Eyecatcher dient die beliebte MazdaWagenfarbe Soul Red Crystal.

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T E S T: W A L T E R M A I R • F O T O S : A X E L S P I N G E R

eine Rückfahrkamera und sogar einen automatisch abblendbaren Außenspiegel beinhaltet. Ein City-Notbremsassistent mit Fußgängererkennung zählt ebenfalls zum Serienumfang der Top-Ausstattung.

WELTNEUHEIT „DIESOTTO“

Für den im Herbst 2019 in Österreich eingeführten Mazda CX-30 stehen wahlweise ein Skyaktiv-G Benzinmotor mit 122 PS oder ein Skyaktiv-D Diesel mit 116-PS mit Front- oder Allradantrieb bereit. Als weltweites Novum und dritte verfügbare MoSportliches Cockpit: Serien­mäßig mit in die Windschutzscheibe projizierendem Head-up-Display und fahrerorientiertem 8,8-ZollFarbdisplay.

torvariante werkt unter dem eleganten Frontblech ein sogenanntes Skyaktiv-XTriebwerk mit 180 PS, das es in einem Serienauto noch nie gegeben hat. Dabei handelt es sich um einen selbstzündenden Benzinmotor, der eine Mischung aus Diesel- und Benzinerprinzip darstellt und die Vorzüge der beiden Verbrennungsarten – Drehfreudigkeit und Sparsamkeit – kombiniert. Nach dem Druck auf den Startknopf ist fürs Erste eine angenehme Geräuschkulisse im Wageninnerem wahrnehmbar. Die niedrige Drehzahl, mit der sich der CX-30 fahren lässt, ist beeindruckend. Dem Vierzylinder mit 180 PS und 224 Newtonmeter Drehmoment gelingt mit Allradantrieb der Sprint von Null auf Hundert in knapp neun Sekunden, benötigt aber bei Volllast rund 8,5 Liter. Dass wir trotz eines hohen Fahrtenanteils in der Stadt auf rund 6,8 Liter Verbrauch im Durchschnitt gekommen sind, überzeugt dennoch. Fazit: Der neue Mazda CX-30 ist ein äußerst schickes und komfortables Familien-SUV, das sich in diesem Segment vom Mainstream dank innovativer Technik deutlich abhebt.


IM TEST

DER DOMINATOR In seiner dritten Generation nähert sich der BMW X6 dank vieler Stärken der SUV-Perfektion. Seine größte Schwäche bleibt aber seine Größe. T E S T: K L A U S E R L E R • F O T O S : A X E L S P R I N G E R

4 x4

D IE S E L

BMW X6 xDrive30d

Motor: Reihen 6-Zylinder Turbodiesel Hubraum: 2.993 ccm Getriebe: 8-Gang Step­ tronic Getriebe, Allrad Leistung: 195 KW/265 PS Drehmoment: 620 Nm Beschleunigung 0-100 km/h: 6,5 sec. Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h Gewicht: 2.185 kg Verbrauch (WLTP) gesamt: 6,6 Liter Testverbrauch: 10,2 Liter/100 km Preis ab: 84.250 Euro Preis Testwagen: 129.763 Euro

BMW spricht beim X6 von einem Design der „absoluten Dominanz“, das kann man mögen, oder auch nicht. Die Größe des Kofferraums ist in jedem Fall mehr als ausreichend.

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er BMW X6 war 2008 Ahnherr der bis dato völlig neue Fahrzeuggattung Sports Activity Coupé, also einer Mischung aus Geländewagen und Coupé. Was eigentlich völlig sinnbefreit klingt, traf dennoch den Nerv der Käufer: Weltweit wurden bisher mehr als 443.000 X6-Einheiten verkauft. Die dritte Generation soll diese Erfolgsgeschichte nun mit weiter zugespitztem Auftreten und verbesserter Performance fortsetzen.

SELBSTBEWUSSTSEIN HILFT

Wer 2020 einen BMW X6 fahren will, braucht zumindest Zweierlei: erstens und wenig verwunderlich eine tiefe und breite Geldtasche. Zweitens und ebenso wichtig: Selbstbewusstsein und innere Ruhe. Selbstbewusstsein dann, wenn es oft so aussieht, als wäre man selbst der Einzige, der die Sinnhaftigkeit eines derart großen und schweren Autos versteht. BMW selbst spricht hier recht treffend von einem Design der „absoluten Dominanz“, beleuchtete BMW-Niere inklusive. Und innerliche

Festigkeit dann, wenn man als X6-Fahrer wieder einmal vergebens einen passenden oberirdischen Parkplatz gesucht hat, um dann genervt und mit angekratzten 22-ZollFelgen in die für diese Fahrzeuggattung viel zu enge Tiefgarage einzufahren.

EIN AUTO ZUM GLÜCKLICHWERDEN?

Mehr Leidensfähigkeit verlangt der X6 allerdings nicht mehr, seine restlichen Eigenschaften lassen sich unter „verwöhnende Perfektion“ zusammenfassen. Zu den Highlights: optionales Laser­ licht, optionales xOffroad-Paket mit 2-Achs-Luftfederung, hochauflösend Kombiinstrument, dazu serienmäßiges Leder, Thermo-Cupholder und -Armlehnen, Panorama-Glasdach, Ambient Air Paket zur Innenraum-Beduftung und last but not least: der von uns getesteten seidige Reihensechszylinder-Diesel mit echtem DrehmomentPlus. Platz ist im BMW X6 genügend vorhanden, hinten allerdings weniger als vorne, Coupé-Form sei Dank.

Die Straßenlage und Motorperformance sind über jeden Zweifel erhaben: Das macht BMW so schnell keiner nach. Wer mit der X6-Optik leben kann und oben angeführte Eigenschaften mitbringt, findet hier ein Auto zum Glücklichwerden. Vorausgesetzt man stört sich nicht daran, dass man gerade 120.000 Euro für ein Auto ausgegeben hat, das einen per Sprachsteuerung dennoch mit „Du“ anredet und beim Starten wiederholt darauf hinweist, dass die Duftkartusche „Golden Suite Number 2“ leer ist.

Luxusliner: feiner fahren mit dem BMW X6

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AUTO-NEWS

NEUES VOM

AUTOMARKT

Tankstelle Wiesing

T E X T E : W A LT E R M A I R

Erfolgreiches erstes Jahr

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eni Café

eni Autowäsche

Der Autopark Telfs-Pfaffenhofen feierte Geburtstag. © WALTER MAIR

as erste Juni-Wochenende stand ganz im Zeichen der GeburtstagsFeierlichkeiten der Autopark-Filiale in Telfs-Pfaffenhofen: Vor einem Jahr, am 6. Juni 2019, wurde das Autohauses nach einer Rekordbauzeit von nur zwölf Monaten mit einem Investitionsaufwand von rund sieben Millionen Euro als fünfter Autopark-Standort in Tirol eröffnet. „Wir waren total überrascht, und begeistert, wie gut der neue Standort im Tiroler Oberland angenommen wurde und wird“, erklärte Autopark-Inhaber Michael Mayr bei einer Pressekonferenz anlässlich der Feierlichkeiten. Das erfreuliche Ergebnis: Das 24-köpfige Team des Autopark-Juwels konnte in den ersten zwölf Monaten rund 315 Neu- und Gebrauchtwagen verkaufen. Mayr nützte die Gelegenheit, um über die Auswirkungen

Feiert den ganzen Juni mit Sonderaktionen Geburtstag: Autopark-Inhaber Michael Mayr am Standort Telfs-Pfaffenhofen.

des Lockdowns zu berichten (siehe auch Interview Seiten 76/77). Anfang Mai haben alle fünf Autopark-Standorte ihren Betrieb wieder uneingeschränkt aufgenommen.

Nummer Eins

Denzel-Unterberger ist Jaguar-Händler des Jahres.

Eni Tankstelle Wiesing Dorf 23d | 6210 Wiesing T 05244 / 61 546 E tankstelle@eni-wiesing.at Öffnungszeiten 6 bis 23 Uhr 82

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aguar Österreich zeichnete DenzelUnterberger Innsbruck als „Retailer of the Year“ aus. Zuvor wurden alle österreichischen Händler in den Bereichen Verkauf, Teile- und Zubehörabsatz sowie Kundenzufriedenheit bewertet. Das Jaguar interne Rennen lief vom April 2019 bis März 2020. Covid-19-bedingt konnte der Sieger erst Mitte Mai gekürt werden. „Die Auszeichnung ,Jaguar-Retailer of the Year 2019/20‘ zeigt mir, dass bei uns Mitarbeiter mit echter Leidenschaft am Werk sind und wir mit Jaguar eine Marke im Portfolio haben, die bei Österreichs bestes Jaguar-Team kommt aus Tirol: den Kunden Emotionen weckt“, freut sich Verkaufsleiter Michael Schotzko, Bernd Moser, Betriebsleiter Andreas Resch mit seinem Christoph Mayr, Helmuth Gasser, Betriebsleiter Andreas Resch und Philipp Oberhofer (v. l.). Team über den Jaguar-Award.


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Tiroler Industriebetriebe bieten auch in Zukunft interessante Lehrstellen an – auch für Maturantinnen und Maturanten.

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