Page 1

P.b.b. | VERLAGSORT: 6020 INNSBRUCK | 10Z038387M

TOURISMUSMAGA ZIN | AUSGABE 02/17 | FRÃœHJAHR 2017

FEINKOSTLADEN TIROL


Gesundes

Leben beginnt beim

gesunden

Wohnen ...

HOLZBAU MAIER GmbH & Co KG | GewerbestraĂ&#x;e 171 | 5733 Bramberg | Austria | Tel. +43/(0)6566/72 64 | www.maier.at


3 STICHWORT SAISON

FEINKOSTLADEN TIROL GUTE FRAGE enhang Wie wird Regionalität im Zusamm als bei ers And t? mit Lebensmitteln definier dards Stan iche indl Bio-Qualität fehlen hier verb der ive Mot die da und Gütesiegel. Klarer sind len ona regi mit en Verbraucher, sie assoziier onalität, Produkten: Frische, Qualität, Sais onung. sch rcen sou Nachhaltigkeit und Res ärepr eine mt Zu diesem Schluss kom der bei rny, Kea T. sentative Studie von A. . den wur agt befr 1.030 Konsumenten den ist l iona Reg : Ein weiteres Ergebnis Konsumenten wichtiger als Bio. Quelle: Quelle: A. T. Kearney Leben

smittel-Trendstudie 2013

ZITIERT „Junge Menschen beschäftigen sich mehr denn je mit Essen und Kochen. Ihnen ist wichtig, was auf den Teller kommt. Dasselbe gilt für den Tourismus.“ Hanni Rützler, Foodtrendforscherin und Ernährungswissenschaftlerin

„Wer ein hochwertiges regionales Produkt erfolgreich in den Handel bringen will, hat sicher gute Chancen.“ Armin Riedhart, Geschäftsführer Eurogast Riedhart Wörgl

DEFINITIONSVERSUCH Regionalität bedeutet primär: • Produkte von Bauern und kleineren lokalen Betrieben • Produkte aus der Region (ca. 100 km

Umkreis)

„Echtes Bio ist immer regional. Und echte Regionalität ist immer Bio.“ Heinz Gstir, Obmann Genossenschaft Bioalpin

• Produkte aus dem Heimatbundesland • Produkte aus Österreich

Und sekundär: • Regionale Spezialitäten wie z. B. Olivenöl aus Griechenland oder Rindfleisch aus Argentinien Quelle: AMA Marketing/Sensor Marktforschung, 2012

„Wir haben nie ausschließlich das gegessen, was in der Region produziert wurde, Handel gibt es, seit es den Menschen gibt, und das ist gut so.“ Toni Mörwald, Haubenkoch


4 EDITORIAL SAISON

© TVB PITZTAL

Es geht immer mehr um die Herstellung möglichst regionaltypischer (Er-) Lebensmittel und keineswegs um die bloße Nahrungsproduktion, deren Industrialisierung nicht nur Veganer immer mehr anekelt.

Der Tourismus muss seine neuen Chancen nutzen, die mit dem engagierten Anbieten heimischer Produkte verbunden sind. Und die Bauern müssen künftig viel mehr bereit sein, eine breite Produktpalette mit hoher, gesunder Qualität Marke Tirol herzustellen.

Das Ehepaar Tourismus und Landwirtschaft hat sich teilweise in bedenklichem Ausmaß auseinandergelebt. Es ist hoch an der Zeit für einen achtsamen Dialog, um die nötige Vertrauensbasis für eine Zukunft mit guten Perspektiven sicherzustellen.


EDITORIAL

Brutal regional

N

ein – das ist kein Schlachtruf von Globalisierungsgegnern. So lautet das leidenschaftliche Credo der jungen Koch-Avantgarde, deren internationale Erfolge als gastronomische Trendsetter bemerkenswert sind. Vor allem die Vorbildwirkung von René Redzepi mit seinem „Noma“ in Kopenhagen, ausgezeichnet als bestes Restaurant der Welt, hat ja nicht nur die skandinavische Küche revolutioniert, sondern eine größere kulinarische Bewegung und Innovationswelle ausgelöst. Unsere anspruchsvollere Jugend lässt das billige Junk-Food immer öfter hinter sich, gibt sich weltoffen, umwelt- und gesundheitsbewusst wie nie zuvor. Sie interessiert sich für gutes Essen, sie stellt sich mehr denn je begeistert selber an den Herd, züchtet Gemüse und Kräuter am Balkon oder bäckt sogar ihr eigenes Brot. Auch unsere gastronomischen Nachwuchshoffnungen, wie etwa die beiden Tiroler Koch-Olympiasieger Thomas Penz und Oliver Ploner – die wir jüngst auf der ITB präsentieren durften –, übersetzen gekonnt das neue Verlangen nach heimischem Eigenbau, nach Natürlichkeit und Saisonalität. Alles nach dem Motto: „Du musst beim Essen spüren, wo du bist und welche Jahreszeit gerade herrscht.“ Erlaubt ist, was gefällt, inklusive völlig neuer Technik. Nur die wichtigste Erfolgsformel bestätigt sich als Konstante, seit es die Rezeptbücher der Großmeister gibt: Beste natürliche Zutaten x gesunde, hochwertige Zubereitung = Qualität! Und nur das honoriert der Gast am Ende der Wertschöpfungskette, egal woher das Gute kommt!

Nicht nur bloße Nahrungsproduktion. Es geht also immer mehr um die Herstellung möglichst regionaltypischer (Er-)Lebensmittel und keineswegs um die bloße Nahrungsproduktion, deren Industrialisierung nicht nur Veganer immer mehr anekelt. Gut, dass auch unsere besten Tourismusschulen zeitgerecht ein Menüprogramm mit ausschließlich regionalen Zutaten in ihren Unterricht aufgenommen haben. Sie pflegen vorbildlich den Austausch mit der nahen Landwirtschaftsschule, um auch über bewährte Traditionen, neue Möglichkeiten und saisonale Grenzen von Landbau und Tierhaltung im Herz der Alpen etwas zu erfahren. Alles bestens also im kulinarischen Tirol? Leider nein! Natürlich gibt es die richtungsweisende Bio-vom-BergInitiative, die echt qualitätsorientierten Produktionen für den heimischen Feinkostladen und das beachtliche „Bewusst Tirol“-Engagement unserer Tiroler Wirtsleute, Küchenchefs sowie der Agrarmarketing im Land. Die Mühe

JOSEF M ARG REITER , DIREK TOR TIROL WERBUNG

wird auch immer mehr belohnt, wie besagte Trends, die steigende Nachfrage und Absatzzahlen belegen. Nur ganz so einfach, wie es ausschaut, ist es leider nicht! Gastronomie und Bauernschaft sind beides sehr anstrengende Unternehmungen, ja, sie fordern große Leidenschaft – und die familiäre Nachfolge findet sich heute im Zeitalter der „Work-Life-Balance“, höherer Bildung und größerer Mobilität so schwer wie nie zuvor. Trotz Nebenerwerb und technischer Rationalisierung – wirklich einträglich ist das traditionelle Geschäft für den Großteil der Landwirte und herkömmlichen Milchlieferanten längst nicht mehr. Genossenschaftsgläubig und desorientiert am Kundenpotenzial hat unser Bauernstand seine direkten Vermarktungschancen vor der eigenen Haustüre brach liegen lassen. Ja, mit dem Rückzug des größten Milchhofes aus der gelernten Direktlieferung in die Gastronomie hat man dem vernichtenden Wettbewerb auch noch selber Tür und Tor geöffnet. Nun einfach den preisbewussten Einkäufern und Köchen in der Gastronomie alle Schuld zu geben, greift aber wohl zu kurz und schadet mehr, als es nutzt.

Zeit für einen Dialog. Auch umgekehrt bringt der im Tourismus verankerte stereotype Vorwurf bezüglich fehlender Produktion, schlechter Qualität oder unzuverlässiger Lieferfähigkeiten die Sache keinen Schritt weiter. Fakt ist: Andere Regionen sind uns voraus. Der Tourismus muss seine neuen Chancen nutzen, die mit dem engagierten Anbieten heimischer Produkte verbunden sind. Und die Bauern müssen künftig viel mehr bereit sein, eine breite Produktpalette mit hoher, gesunder Qualität Marke Tirol herzustellen. Irgendwie ist das alles gerade in Tirol überaus paradox. Hier, wo der Tiroler Bergbauerncharakter mit Attributen wie Mut, Eigensinnigkeit und Selbstbehauptung verbunden ist und zu den größten Stärken unseres Landes zählt. Und wo gerade auch viele Landwirte entscheidend zum 150-jährigen touristischen Weg beigetragen haben, die unsere Region zum erfolgreichsten alpinen Dienstleistungsland werden ließ. Gerade hier müssen wir feststellen: Das Ehepaar Tourismus und Landwirtschaft hat sich teilweise in bedenklichem Ausmaß auseinandergelebt. Und es ist hoch an der Zeit für einen achtsamen Dialog, um die nötige Vertrauensbasis für eine Zukunft mit guten Perspektiven vor allem bei den Jungen sicherzustellen. Scheidung, Singledasein oder „Fremdaffären“ sind wirklich keine Alternativen. Das wäre auf verkehrte Weise die Pervertierung der eingangs zitierten Erfolgsformel und in der Wirkung tatsächlich: „regional brutal!“ ×


7 INHALT

© ANDREAS JAKWERTH, FRANZ NEUMAYR, TOMMY BAUSE, BERLINER HÜTTE, NEWS/HERRGOTT

SAISON

28

GLOBAL DENKEN, LOKAL ESSEN

8 18

„DIE MONOTONE NORM AUFBRECHEN”

56

ÜBER DIE GRENZEN SCHAUEN

50

SOMMERFRISCHE

TIROL AUF DER EINKAUFSLISTE

FEINKOSTLADEN TIROL 8

Global denken, lokal essen Ernährungswissenschafterin Hanni Rützler im Interview

10

Wo Regionalität zum Prinzip gehört Wie Tiroler Unternehmen in der Region für die Region produzieren

15

Blick von außen Was denken internationale Spitzenköche mit Tiroler Wurzeln über ihre kulinarische Heimat?

18

Tirol auf der Einkaufsliste Immer mehr heimische Gastronomen forcieren Regionalität in der Küche.

28

Über die Grenzen schauen Stefan Lindner, Bauer, Tirol-MilchObmann, Direktvermarkter und Zulieferer für McDonald’s, im Interview

30

Tischlein deck dich! Woher kommen die Produkte? Drei Köche berichten von ihrer „Beschaffungsphilosophie“.

54

Netzwerkpflege Sicherheit, Digitalisierung und Nachhaltigkeit bei der diesjährigen ITB Berlin

56

„Die monotone Norm aufbrechen” BILD-Journalist Wolfgang Ainetter über Tourismuswerbung und den Journalismus der Zukunft

60

Haydn in der Reithalle Das English Chamber Orchestra spielt am Schindlhof von Evelyn Haim-Swarovski.

62

„Wir können aus dem Vollen schöpfen“ Die Ausstellung „Mit dem Auge des Künstlers“ im Ferdinandeum

65

Kommentare

66

Nachgefragt

MAGAZIN

20

Der Wirt im Dorf Die traditionelle Tiroler Wirtshauskultur steht vor mannigfaltigen Herausforderungen.

50

Sommerfrische Der Tiroler Tourismus startet mit guten Nachrichten und einigen Neuerungen in den Sommer.

24

Made in Tirol Fünf Beispiele für innovative Lebensmittel, die in Tirol produziert werden

52

Regionale Lösung für eine digitale Welt? Die E-Taskforce für den Tourismusstandort Tirol

IMPRESSUM SAISON – Tourismusmagazin, Nr. 02/2017 (69. Jahrgang)

SAISON-Abohotline: 0512/58 60 20 oder saison@target-group.at

HERAUSGEBER, MEDIENINHABER UND VERLEGER: Tirol Werbung, Maria-Theresien-Straße 55, 6020 Innsbruck • MIT DER PRODUKTION BEAUFTRAGT: TARGET GROUP Publishing GmbH, Brunecker Straße 3, 6020 Innsbruck • CHEFREDAKTEUR: Matthias Krapf REDAKTION: Daniel Feichtner, Mag. Susanne Gurschler, Mag. Jane Kathrein, Rebecca Müller, BA, Esther Pirchner, Max Schnabl • AUTOREN: Ernst Molden, Alois Schöpf • FOTOGRAFEN: Franz Oss, Axel Springer • GRAFIK: Marco Lösch ILLUSTRATIONEN: Monika Cichoń ANZEIGENVERKAUF: Walter Mair, w.mair@target-group.at • ANSCHRIFT VERLAG: Brunecker Straße 3, 6020 Innsbruck, Tel. 0512/58 6020, Fax DW -2820, redaktion@target-group.at GESCHÄFTSFÜHRUNG VERLAG: Mag. Andreas Eisendle, Michael Steinlechner, Matthias Krapf • DRUCK: Niederösterreichisches Pressehaus, St. Pölten. Die Informationen zur Offenlegung gemäß § 25 MedienG können unter der URL www.target-group.at/offenlegungen abgerufen werden.


8 FEINKOSTLADEN TIROL SAISON

Global denken, lokal essen Als Ernährungswissenschafterin beschäftigt sich Hanni Rützler mit dem Essverhalten der Zukunft. Im Interview spricht sie über Regionalität, die Vorreiter lokaler Küche und das kulinarische Potenzial des Alpenraums.

© ANDREAS JAKWERTH

DA S INTERVIEW FÜHRTE MA X SCHNABL .

S

AISON: Frau Rützler, gibt es in unserer Gesellschaft einen Trend hin zu mehr Regionalität in der Ernährung? HANNI RÜTZLER: Ja, den gibt es. Ein Problem ist allerdings, dass der Begriff „Regionalität“ sehr vielfältig, bisweilen auch sehr beliebig ist. Fakt ist, dass Menschen eine große Sehnsucht nach natürlichen, authentischen Lebensmitteln und regionaltypischen Zubereitungsarten hegen. Zugleich essen wir aber immer internationaler und bereisen die gesamte Welt. Lebensmittel werden vermehrt über das Internet bestellt. Wie passt das mit dem Trend zur Regionalisierung zusammen? Da sind zwei auf den ersten Blick unvereinbar scheinende Trends sichtbar, die einander stark beeinflussen: auf der einen Seite der weltweit in allen Branchen spürbare Megatrend der Globalisierung und auf der anderen Seite eine Tendenz zum Individualismus und zur Ausdifferenzierung. In unserer vernetzten Welt denken gerade die überzeugendsten Vorreiter regionaler Küche kosmopolitisch. Und je radikaler sie den Fragen nach den Bedingungen und Kriterien für Regionalität nachgehen und je spannendere Antworten sie darauf finden, desto größer ist ihre globale Resonanz. Dieses Paradox nennt man „Glokalisierung“.

„Es genügt nicht, nur Bestehendes zu bewahren. Entscheidend ist, auf Basis regionaltypischer Besonderheiten Neues zu kreieren und moderne Technologien miteinzubeziehen.“

Wer sind die Vorreiter regionalen Essens? Speerspitze der „Local-Food“-Bewegung ist die Avantgarde der Chefköche und Lebensmittelproduzenten. Teile der gastronomischen Elite erfinden den Begriff „Regionalität“ momentan neu und treiben ihn geradezu auf die Spitze. Beispielhaft ist hier die nordische Küche. René Redzepi, Chef des vielfach ausgezeichneten dänischen Restaurants „Noma“, hat sich vor einigen Jahren in radikaler Weise auf die Suche nach dem „Geschmack des Nordens“ gemacht. Der dänische Koch brachte Moltebeeren, Moschusochsen, Rentier und Scheidenmuscheln auf die Speisekarte. Er kocht nur


9

mit dem, was im Norden Europas wächst. Und wenn er mit seinem Team einige Wochen in Sydney oder Tokio kocht, dann jeweils auch nur mit den Produkten, die er vor Ort findet. Soweit es möglich ist, greift er sogar auf unkultivierte endemische Pflanzen, Tiere und Pilze zurück. Die Natur bestimmt, was auf die Speisekarte kommt. In seinem neuen Restaurant in Kopenhagen will er das noch konsequenter umsetzen. So verstandene Regionalität scheint dann aber doch eher etwas für einen kleinen, elitären Kreis zu sein? In letzter Konsequenz ist sie das auch. Als Trendforscherin bin ich aber genau auf der Suche nach solchen elitären Zuspitzungen. Was ich mache, ist keine Marktforschung. Vergangenheit und Status quo interessieren mich nur bedingt. Trends drohen ihre Innovationskraft zu verlieren, wenn sie im Mainstream angekommen sind. Das sieht man auch am Konzept der Regionalität: Sobald die Supermärkte „regional“ zu einem inflationär verwendeten Branding und Verkaufsargument gemacht hatten, erfuhr der Begriff eine Verwässerung. Das liegt letztlich auch daran, dass dem stationären Lebensmittelhandel eine Funktionslogik innewohnt, die sich mit wirklichem „Local Food“, also regionalen Spezialitäten von kleinen Erzeugern, nur schwer in Einklang bringen lässt. Auch die radikale Neudefinition der nordischen Küche ist so gesehen eine Reaktion auf die begriffliche Aufweichung von „Regionalität“. Braucht es analog zur nordischen auch eine Neudefinition der „Tiroler Küche“? Ich denke, dass Tirol alleine für so eine Neudefinition zu eng ist. Richtig spannend wird es erst, wenn nationale Grenzen überschritten werden. Der Schweizer Autor Dominik Flammer hat für sein Buch „Das kulinarische Erbe der Alpen“ quer durch den Alpenraum traditionelle, authentische Gerichte gesucht und verkostet. Gerade in den Alpen wird das enorme Potenzial an Herstellungsweisen, Sorten und Rassen – hier gibt es allein 25 verschiedene Rinderarten – viel zu wenig ausgeschöpft. Sie meinen damit das wirtschaftliche Potenzial? Regionalität bedeutet Zukunftsfitness. Culinary Branding ist ein großes Thema. Junge Menschen beschäftigen sich mehr denn je mit Essen und Kochen. Ihnen ist wichtig, was auf den Teller kommt. Dasselbe gilt für den Tourismus. Menschen fliegen nach Dänemark, nur um im Noma zu essen. Weil sie dort etwas bekommen, was es andernorts nicht gibt. Die Besinnung auf Local Food schafft Alleinstellungsmerkmale und somit Unterscheidbarkeit. In Tirol könnten das etwa unterschiedliche Arten sein, wie Fleisch geräuchert oder geselcht wird – spezifisches Know-how, das mitunter zu kleinräumig für den Supermarkt ist. Es genügt allerdings nicht, nur Bestehendes zu bewahren. Entscheidend ist, auf Basis regionaltypischer Besonderheiten Neues zu kreieren und moderne Technologien miteinzubeziehen.

Werden wir uns irgendwann nur noch regionaltypisch ernähren? Nein. Und es muss auch nicht das vorrangige Ziel sein, beispielsweise in Tirol auf Kaffee oder Kakao zu verzichten. Worum es geht, ist, das Bewusstsein für die reizvollen kulinarischen Besonderheiten einer Region zu stärken, Werte und Ansprüche der Konsumentinnen und Konsumenten ernst zu nehmen und sie dabei zu unterstützen, jene Qualität zu erhalten, die sie gerne hätten. Vielen Dank für das Gespräch.

×

ZUR PERSON Die aus Vorarlberg stammende Foodtrendforscherin und Ernährungswissenschafterin Hanni Rützler beschäftigt sich als Autorin zahlreicher Bücher und Studien sowie als Referentin auf internationalen Tagungen (u. a. in Berlin, Zürich, Johannesburg, Dubai) mit den unterschiedlichsten Facetten des menschlichen Ess- und Trinkverhaltens. Sie ist Mitbegründerin des Verbands der Ernährungswissenschafter Österreichs (VEÖ) und verfasst jährlich einen renommierten „Food Report“.

AUS UNSERER PRODUKTPALETTE: VERKEHRSWERTERMITTLUNG Kernfrage: Was ist meine Hotel-Immobilie wert? Der Bedarf für eine solche Bewertung ist vielfältig: · Betriebsübergaben oder Verschmelzungen; Ausscheiden eines Familienmitglieds · Vermögensauseinandersetzungen (z.B. bei Erbund Scheidungsfälle)

· Ein- oder Austritt von Gesellschaftern · Feststellung des Betriebsvermögens · Finanzierungen, Umschuldungen & Restrukturierungen

Angebotspreis: ab € 2.990,– Unser kompetentes Beraterteam freut sich auf ein unverbindliches Gespräch mit Ihnen!

Ennemoser Wirschaftsberatung GmbH Tourismus · Golf · Immobilien · Sachverständiger Kranebitter Allee 202 · 6020 Innsbruck 0512 – 28 18 000 0512 – 28 76 40 office@ennemoser.at www.ennemoser.at

Ihre Consulting-Experten seit 1975


10 FEINKOSTLADEN TIROL SAISON

Wo Regionalität zum Prinzip gehört Ursprünglich war in der Region für die Region zu produzieren das Fundament der Tiroler Lebensmittelherstellung. In den vergangenen Jahrzehnten sind viele dieser kleinen Kreisläufe aber verloren gegangen. Doch immer mehr Produzenten entscheiden sich mittlerweile bewusst dazu, diese Tradition zu bewahren.

UNTRENNBAR VERBUNDEN

© BIO VOM BERG (2)

VON DANIEL FEICHTNER

mastbetrieb kann man überall hinstellen und Futter von außen zukaufen – auch in Tirol. Erst wenn das Vieh auf Weiden vor Ort grast und mit lokalem Heu gefüttert wird, sind die Fleisch- und Milchprodukte wirklich regional.“

Erhaltungsmaßnahme. So will Bio Ein gutes Gewissen: Mit der Kombination von Bio-Produkten aus regionaler Herstellung bietet die Marke Bio vom Berg Produkte, die nicht nur Qualität, sondern auch Nachhaltigkeit versprechen.

S

eit 15 Jahren hat sich Bio vom Berg Regionalität auf die Fahnen geschrieben. Mittlerweile ist die Marke der größte und am Weitesten verbreitete Anbieter von regionalen Bio-Lebensmitteln in Tirol. In Zusammenarbeit mit mehr als 600 Biobauern aus dem Bundesland und grenznahen Regionen entstehen so inzwischen rund 140 verschiedene Produkte.

Bio und Regionalität seien dabei ein untrennbares Zwillingspaar, erklärt Heinz Gstir, Obmann der Genossenschaft Bioalpin, die hinter der Marke steht: „Echtes Bio ist immer regional. Und echte Regionalität ist immer Bio.“ Denn nur wenn die Ressourcen geschützt und die Transportwege von Anfang bis Ende reduziert würden, könne man von einem wirklich regionalen Produkt sprechen. „Einen Rinder-

„Erst wenn das Vieh auf Weiden vor Ort grast und mit lokalem Heu gefüttert wird, sind die Fleisch- und Milchprodukte wirklich regional.“ HEINZ GSTIR, OBMANN GENOSSENSCHAFT BIOALPIN

vom Berg mit echter Regionalität beste Erzeugnisse garantieren. Denn auch wenn Haltung und Anbau nach biozertifizierten Richtlinien nicht den größten Ertrag bringen: „Mit gesteigertem Tierwohl steigt auch die Qualität“, betont der Obmann. „Egal ob Milch oder Fleisch: Ein Tier aus bester Haltung liefert die besten Produkte. Das ist objektiv messbar.“ Und weil die Produktion in der Region stattfindet, erwerben Kunden deutlich mehr als den reinen Ernährungswert. Sie unterstützen einen Gegentrend zur Industrialisierung der Landwirtschaft, den Gstir gerade in Tirol für besonders wichtig erachtet: „Unsere Bergbauern erhalten seit Jahrhunderten ökologisch wertvolle Flächen. Diese Leistung vergelten wir ihnen beim fairen Handel mit ihren Produkten mit.“ Damit können Konsumenten einen aktiven Beitrag zur Bewahrung ihrer Region leisten. „Die Kunden sind schlussendlich unsere wichtigsten Partner“, meint Gstir. „Sie sichern zum einen den Bestand ihrer eigenen, hohen Lebensqualität, die ihnen ihre Heimat bietet. Zum anderen tragen sie dazu bei, Tirol auch zukünftig für unsere Gäste und damit einen der wichtigsten Wirtschaftszweige unseres Landes zu erhalten.“ ×


© ZILLERTAL BIER (2)

11

IM KLEINEN KREIS

Die Produkte der Zillertal Bier Brauerei werden bewusst nur in einem relativ kleinen Umkreis vertrieben. So wird Frische garantiert und die Tiroler Kreislaufwirtschaft unterstützt.

I

n der Brauerei von Zillertal Bier wird seit dem Jahr 1500 produziert. Damals war es selbstverständlich, dass die Produkte nur im direkten Umfeld des Betriebs angeboten wurden. Heute sei das in der Branche eher eine Ausnahmeerscheinung – und eine bewusste Entscheidung, erklärt Geschäftsführer Martin Lechner: „Natürlich ist es möglich, Bier durch Wärmebehandlung länger haltbar zu machen. Das beschleunigt aber den Geschmacksverfall – und was nützt Lagerbeständigkeit, wenn es nicht so schmeckt, wie es soll?“ Deswegen verzichtet man bei Zillertal Bier auf solche Maßnahmen und vertreibt die Produkte stattdessen auch heute nur im Umkreis von 100 Kilometern. Dadurch will die Brauerei gewährleisten, dass ihre Produkte so frisch wie möglich genossen werden. „Zugleich soll natürlich die Wertschöpfung im Land bleiben“, sagt Lechner. „Sowohl in der Produktion als auch im Konsum. Dieses Denken in kleinen

Kreisläufen ist in Tirol vielerorts verloren gegangen. Und wenn wir nicht wieder Bewusstsein dafür entwickeln, riskieren wir den Wohlstand, den wir uns im Land lange erarbeitet haben.“

Wiederentdecken und neu entwickeln. Wirklich regionales Bier zu produzieren, ist allerdings schwierig. In Tirol fehlen die Anbauflächen für Getreide.

Tagen mit Weitblick

www.binderholz-feuerwerk.com

Und das Klima erlaubt es nur, Bitterhopfen zu züchten, die für die Produkte der Brauerei nicht geeignet sind. Darin sieht Lechner aber eher eine Herausforderung als ein Problem: Seit vier Jahren arbeitet die Brauerei mit Bauern zusammen, die die Fisser Gerste anbauen. „Damals sind zwei Bauern mit dem Vorschlag an uns herangetreten, es mit dieser alten Tiroler Getreidesorte zu probieren“, meint Lechner. „Die Idee hat uns sehr gut gefallen. Ich bin mir sicher, dass Bierbrauer im 17. oder 18. Jahrhundert nicht mit Gerste aus Ober- oder Niederösterreich gebraut haben.“ Inzwischen wird die Gerste auf 70 Hektar und damit auf rund der Hälfte der in Tirol genutzten Gerstenanbaufläche angebaut. Und das daraus entstandene Bier wird diesen Sommer erstmals angeboten werden. Das langfristige Ziel ist es aber, ein echtes Tiroler Bier – aus der Region, für die Region – zu entwickeln. „Und am Aromahopfen, den wir dazu brauchen, arbeiten wir bereits“, gibt sich Lechner zuversichtlich. ×

„Dieses Denken in kleinen Kreisläufen ist in Tirol vielerorts verloren gegangen. Und wenn wir nicht wieder Bewusstsein dafür entwickeln, riskieren wir den Wohlstand, den wir uns im Land lange erarbeitet haben.“ MARTIN LECHNER, GESCHÄFTSFÜHRER ZILLERTAL BIER


12 FEINKOSTLADEN TIROL

© PRIVAT (2)

SAISON

INNOVATION REGIONAL

Seesaiblinge aus Tirol: Anton Steixner nutzt seit drei Jahren die lokalen Gegebenheiten am Schöberlhof für ein innovatives Produkt made in Tirol.

R

egionale Produkte müssen nicht immer auf Traditionen fußen. Das stellt Anton Steixner unter Beweis, der am Schöberlhof bei Innsbruck eine Saiblingszucht betreibt. „Fischzucht hat in Tirol kaum Geschichte“, erzählt der ehemalige Landespolitiker. „Dabei haben wir mit einer der weltbesten Wasserqualitäten hervorragende Voraussetzungen.“ Seit drei Jahren zieht er Seesaiblinge auf – vom Ei bis zum zwei bis vier Kilo schweren Fisch. Dieses Jahr werden erstmals rund drei Tonnen Tiroler Saiblinge produziert – und nach Abnehmern braucht er nicht lange zu suchen. Neben Privatkäufern und der Gastronomie im Umfeld zählt auch Gastro-Zulieferer Neurauter dazu. „Einen Preiskampf kennen wir nicht“, meint Steixner. „Im Gegenteil. Wir können gar nicht so viel produzieren, wie wir verkaufen würden.“

Mit gutem Beispiel voran.

Die Entscheidung, sich als Fischzüchter zu versuchen, war nicht rein wirtschaftlich. Er wollte etwas Neues probieren und ein wenig Stein des Anstoßes sein, erzählt Steixner. „Ich habe lange davon gesprochen, dass Landwirte sich breiter aufzu-

stellen sollten. Und als ich selbst wieder tätig geworden bin, konnte ich mit gutem Beispiel vorangehen.“ Dabei nutzte er die natürlichen Gegebenheiten – einen Bach, der schon vorhanden war – und sein persönliches Interesse an Fischen. Für sich selbst hat Steixners Fischzuchtprojekt die ideale Größe erreicht. Kleinheit sieht er als Qualitätsmerkmal. „Natürlich könnten wir mehr Fische ziehen. Aber das würde bedeuten, dass die Tiere weniger Platz hätten und Antibiotika gefüttert werden müssten – und das kommt nicht infrage.“ In der Anlage ist die Flussgeschwindigkeit so groß, dass sich der Beckeninhalt halbstündlich komplett austauscht. So müssen die Saiblinge,

gleich wie in ihrem natürlichen Lebensraum, kräftig schwimmen. Kombiniert mit dem kühlen Quellwasser gibt das dem Fleisch hervorragende Qualität.

Ausbaufähig. Größer gedacht hat der Tiroler Seesaibling aber noch durchaus Potenzial, ist Steixner überzeugt. Würden noch andere Landwirte die Fische züchten, könnte daraus sogar eine eigene Marke werden. „Und das soll auch Motivation für andere sein. Innovativ eine breitere, regionale Produktpalette zu entwickeln, würde es so manchem Landwirt erlauben, ein zweites Standbein am eigenen Hof aufzubauen und ihn so im Voll- anstelle des Nebenerwerbs zu betreiben.“ ×

„Innovativ eine breitere, regionale Produktpalette zu entwickeln, würde es so manchem Landwirt erlauben, ein zweites Standbein am eigenen Hof aufzubauen und ihn so im Voll- anstelle des Nebenerwerbs zu betreiben.“ ANTON STEIXNER, SAIBLINGSZUCHT SCHÖBERLHOF


© ERLEBNISSENNEREI ZILLERTALN(4)

AUSHÄNGESCHILD

D

as Prinzip Regionalität ist mittlerweile Trend – auch jenseits regionaler Grenzen. Das begrüßt Heinz Kröll, Seniorchef der Erlebnissennerei Zillertal. Immerhin knapp ein Drittel des Absatzes seines Betriebs entfällt auf den deutschen Markt, wo für eine steigende Zahl von Konsumenten die Herkunft Zillertal Qualitätsgarant ist. Doch für ihn steckt deutlich mehr als eine Modeerscheinung in der regionalen Produktion. „Uns ist die Zusammenarbeit mit unseren Bergbauern ebenso wichtig, wie die Wertschöpfung hier in der Region zu halten.“ Deswegen bezieht die Sennerei KuhHeumilch zu 100 Prozent von Bergbauern aus dem Zillertal. Für Schaf- und Ziegenmilchprodukte muss auf Heumilch aus dem Rest Tirols und Salzburg zurückgegriffen werden, da in der Umgebung keine ausreichende Menge produziert wird.

In bester Erinnerung.

Für Konsumenten ist regionale Herkunft ein markantes Unterscheidungsmerkmal. „Damit ist ein Versprechen verbunden“, sagt Kröll. „Wird man dem gerecht und bietet konsequent Qualität, übertrumpft die Verknüpfung mit regionaler Identität jedes ‚reguläre’ Marketing.“ Diese Assoziation aufzubauen, braucht aber Zeit und harte Arbeit. Dafür ist sie umso nachhaltiger. Oft sind es Käufer, die die Region als Gäste schätzen gelernt haben und auch zu Hause nicht auf die Qualität verzichten wollen. „So kann sich jeder eine Erinnerung an den Urlaub auf den Frühstückstisch holen“, meint Kröll. „Das ist ein Bonus für Konsumenten. Und die Region bleibt in guter Erinnerung – auch wenn es Zeit wird, den nächsten Urlaub zu planen.“ So bietet Regionalität nachhaltige Kun-

Die Produkte aus der Erlebnissennerei Zillertal werden auch jenseits der Grenzen Tirols geschätzt. Damit verbunden ist ein nicht zu unterschätzender Werbefaktor für die Region.

denbindung und trägt zur Steigerung der Wertschöpfung vor Ort bei.

Für den richtigen Geschmack. Dass regionale Spezialitäten ihren Preis haben, ist dabei kein Problem. Zum einen kommen die Kosten der Region zugute, der man die besonderen Produkte zu verdanken hat. „Zum anderen sprechen wir ein ganz bestimmtes Kundensegment an“, erklärt Heinz Kröll. Das seien Konsumen-

ten, die sich etwas Gutes und Gesundes gönnen wollen, das auch Ausdruck ihrer Naturverbundenheit ist – eben Menschen, die häufig auch Tirol als Urlaubsgäste besuchen. Dabei hat Regionalität in Tirol aber noch viel Raum nach oben, ist Kröll überzeugt: „Das hängt auch von der Unterstützung aus Gastronomie und Hotellerie ab. Wir sollten Gästen noch mehr präsentieren, was für Besonderheiten wir zu bieten haben.“ ×

„Wir sollten Gästen noch mehr präsentieren, was für Besonderheiten wir zu bieten haben.“ HEINZ KRÖLL, SENIORCHEF ERLEBNISSENNEREI ZILLERTAL


Geborgenheit, Vertrauen und hohe Qualität Landeshauptmann Günther Platter spricht im Interview über Regionalität und ihre Bedeutung für Tirol als Wirtschaftsstandort und als Tourismusland. DA S INTERVIEW FÜHRTE DANIEL FEICHTNER .

S

AISON: Welcher Stellenwert kommt dem Begriff der Region zu? LH GÜNTHER PLATTER: Die regionale Dimension ist eng mit dem Begriff Heimat verbunden, hier schwingen starke emotionale Aspekte mit, die von Geborgenheit, Vertrautheit bis hin zu kultureller Verankerung reichen. Und natürlich lebt das regionale Empfinden auf, wenn das Weltgeschehen unübersichtlicher wird, wenn globale Erscheinungen Besorgnis hervorrufen, ja gar als Bedrohung empfunden werden. Umso wichtiger ist, dass dem Bekenntnis zur Region gerade seitens der EU auch entsprechende Taten folgen, die den Regionen Chancen zu einer eigenständigen Entwicklung geben.

© LAND TIROL/AICHNER

Welchen Stellenwert haben regionale Produkte in Tirol? Erzeugnisse aus der eigenen Region gewinnen zunehmend an Akzeptanz und Nachfrage. Man kennt die Kreisläufe und man weiß um die Güte des Produktes. Eine Unterstützung des regionalen Produktionskreislaufes stärkt auch die Identität und unterstreicht die eigene Leistungsfähigkeit. Doch auch

Marktes, von intelligenten Vertriebs- und Kooperationswegen sowie von einer offensiven Kommunikation ihres Mehrwertes ab – dann wird hohe Qualität auch gekauft. Welche Bedeutung haben regionale Produkte für den Tourismus? Der Tourismus, der sich in den Destinationen ja auch regional definiert, ist eine hervorragende Plattform für heimische Spezialitäten und Erzeugnisse aller Art. Die Bereiche Marke und Produkte laden sich hier wechselseitig positiv auf. Der Gast sucht bekanntlich das für das Urlaubsland Typische und er schätzt die Geschichte des Herstellungsprozesses und die Effekte der Werthaltigkeit. Ein Tirolurlaub ohne Konsum regionaler Exzellenz wäre nur ein halber Urlaub. Wie bringt man Landwirtschaft und Tourismus dazu, hier enger zu kooperieren? Es gibt etliche Beispiele hervorragender regionaler Zusammenarbeit. Die Thematik ist über das Land gesehen freilich ausbaufähig und daran wird auch gearbeitet. Sie merken, ich habe hier eine hohe

„Erzeugnisse aus der eigenen Region gewinnen zunehmend an Akzeptanz und Nachfrage. Man kennt die Kreisläufe und man weiß um die Güte des Produktes.“ LH GÜNTHER PLATTER, TOURISMUSREFERENT

hier gilt: Qualität hat ihren Preis, denn auf der Preisebene kann man gegenüber Massenware nicht reüssieren. Der Erfolg des Vertriebs regionaler Produkte hängt also von einem starken Bekenntnis des

persönliche Affinität und auch die grundsätzliche Bereitschaft zur politischen Unterstützung. Aber auch hier kommen wir mit Zwang und Geboten nicht weiter. Es gilt, die Partner an einen Tisch zu bringen

„Der Einsatz regionaler Produkte ist als Marktchance zu begreifen und kein Diktat von oben.“ LH GÜNTHER PLATTER, TOURISMUSREFERENT

und Überzeugungsarbeit zu leisten, auch neue gemeinsame Wege einzuschlagen. Der Einsatz regionaler Produkte ist als Marktchance zu begreifen und kein Diktat von oben. Die öffentliche Hand darf allerdings ruhig beispielhaft voranschreiten, und wir tun das auch – ganz bewusst! Welche konkreten Schritte sind hier in nächster Zeit geplant? Mit der Lebensraum Tirol 4.0 GmbH wurde eine Einrichtung des Landes Tirols geschaffen, um die Vernetzung und Koordination verschiedener Institutionen Tirol noch besser zu organisieren. Die Themen Regionalität und regionale Lebensmittel spielen hier eine zentrale Rolle. Als erster Schritt zur konkreten Umsetzung wurde hier ein Projekt zur verstärkten Kooperation von Agrarmarketing und Tirol Werbung initiiert, welches vor allem bei Großveranstaltungen sicherstellen soll, dass dort, wo Tirol draufsteht, auch Tirol drinnen ist. Es geht hier um die Stärkung der Tiroler Landwirtschaft durch professionelle Absatz- und Logistikstrukturen einerseits, anderseits um ein erhöhtes Bewusstsein für die hervorragende regionale Kulinarik direkt vor unserer Haustür. Die Bündelung der Kräfte unter der Dachmarke Tirol forciert nicht nur regionale Wirtschaftskreisläufe, sondern stärkt auch die Sichtbarkeit des Standortes Tirol international durch die kulinarische Einzigartigkeit unseres Landes. Vielen Dank für das Gespräch.

×


15 FEINKOSTLADEN TIROL SAISON

Blick von außen Was denken internationale Spitzenköche mit Tiroler Wurzeln über ihre kulinarische Heimat? SAISON hat bei Hans Haas, Hans Neuner und Paul Ivic nachgefragt.

© MIKE KRÜGER

V O N R E B EC C A M Ü L L E R

„Seit Jahren beziehe ich Rind- und Kalbfleisch von einer kleinen Landwirtschaft in Tirol.“

In der Praxis will Hans Haas vor allem wissen, wo die Produkte, mit denen er arbeitet, herkommen. In Sachen Fleisch lautet die Antwort: Tirol. „Seit Jahren beziehe ich Rind- und Kalbfleisch von einer kleinen Landwirtschaft in Tirol“, erzählt Haas. Wenn er an Produkte aus seiner Heimat denkt, fallen ihm neben Fleisch natürlich auch der Speck oder verschiedene Gemüsesorten ein. Die Tiroler Gastronomie schätzt er prinzipiell als sehr gut ein – sowohl Restaurants und Gasthäuser als auch Hotelküchen: „Es gibt viele gut geführte Häuser, Restaurants und auch kleine Wirtshäuser in Tirol.“ Dabei hat der Sternekoch eine klare Präferenz: „Am besten funktioniert es oft dort, wo die Chefleute oder zum Beispiel die Familie selbst hinter dem Herd stehen.“

HANS HAAS Tantris, München

Ursprünglichkeit und Qualität.

Zurück zu den Wurzeln

S

eine Ausbildung absolvierte Hans Haas in seiner Heimat im Gasthof Kellerwirt in der Wildschönau. Danach kamen unter anderem das Hotel-Restaurant Erbprinz in Ettingen und eine Station im Elsass, bevor ihn Koch-Legende Eckart Witzigmann als Souschef in sein Restaurant Aubergine in München holte. 1987

folgte noch ein Ausflug nach Frankfurt und seit 1991 führt er, als Nachfolger von Witzigmann und Heinz Winkler, das Sternerestaurant Tantris in München. Neben zwei Michelin-Sternen und 18 Punkten im Gault-Millau wurde Haas in seiner Karriere mit zahlreichen Preisen unter anderem mit dem Europäischen Regio-Preis ausgezeichnet.

Regionalität spielt in der Küche von Hans Haas eine sehr wichtige Rolle. „Für mich ist das ganz logisch, mit Produkten aus meiner Umgebung zu kochen“, sagt der Spitzenkoch. Wichtig ist ihm aber auch eine gewisse Ursprünglichkeit, womit er auch den Umgang mit Lebensmitteln anspricht: „Im Tantris verarbeiten wir das ganze Tier. Das machen heute nicht mehr viele Köche.“ Wenn nur noch mit küchenfertigen Filetstücken gearbeitet wird, ist Hans Haas überzeugt, geht auch viel Wissen verloren. Prinzipiell sieht er – in Tirol und weltweit – aber eine positive Entwicklung hin zur regionalen, natürlichen und frischen Küche. Die habe auch ihren Preis, weiß der Sternekoch, meint aber auch: „Qualität muss uns eben auch etwas wert sein.“ ×


© VILA VITA PARC

HANS NEUNER Ocean Restaurant, Porches

Seinen eigenen Weg finden

H

ans Neuner ist in einer bekannten Leutascher Gastronomenfamilie aufgewachsen. Für den jungen Hans war schnell klar, dass es für ihn keinen anderen Beruf als den des Kochs geben wird – und es sollte die Sterneküche werden. Mit 15 Jahren begann er seine Ausbildung im Gourmetrestaurant des Steigenberger Hotels Alpenkönig in Seefeld. Anschließend kamen Stationen wie St. Moritz, London, die Bahamas und das Hotel Adlon in Berlin, wo er in Küchenchef Karlheinz Hauser einen wichtigen Mentor fand. Anschließend wurde er Küchenchef des Sterne-Restaurants Seven Seas im Hotel Süllberg in Hamburg – ein Betrieb seines Förderers Hauser. Schließlich lockte die Atlantikküste Portugals. Seit 2007, damals war Neuner 31 Jahre alt, kocht er im Ocean Restaurant im 5-Sterne-Strandresort Vila Vita Parc. 2009 war er Koch des Jahres in Portugal, das Ocean Restaurant wurde mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet.

Eine Frage der Identität. Die Gastronomie in Tirol schätzt der Sternekoch, der für feine, aber schnörkellose Kreationen steht, hoch ein: „Ich glaube, dass die Küche in Tirol generell einen sehr hohen Standard hat. Auch in den Hotels.“ Potenzial sieht er aber zum Beispiel bei den Skigebieten: „In gewissen werden tatsächlich noch sehr viele Fertigprodukte verwendet.“ Dieser Umstand sei aber

„Wie viel Sinn eine Thai-Mango auf 1.500 Metern Seehöhe macht, ist natürlich fraglich.“

auch dem Mangel an Nachwuchsköchen geschuldet, glaubt Hans Neuner. Es gelte also auch, den Beruf Koch wieder attraktiver zu machen. Regionalität wird auch in seiner Küche gelebt: „Wir beziehen auch viel von unserem dazugehörigen Vila Vita Wein- und Landgut Herdade dos Grous im Alentejo.“ Hans Neuner ist aber auch der Meinung,

man müsse nicht jedem Trend hinterherlaufen. Vielmehr sollte jeder Koch seine eigene Philosophie und jedes Restaurant seine eigene Identität haben, was dann auch nicht bedeuten müsse, nur Produkte aus dem Umkreis von 20 Kilometern zu verwenden, aber: „Wie viel Sinn eine ThaiMango auf 1.500 Metern Seehöhe macht, ist natürlich fraglich“, sagt Neuner. ×


17 FEINKOSTLADEN TIROL © INGO PERTRAMER

SAISON

PAUL IVIĆ Restaurant Tian, Wien

Die stiefmütterliche Behandlung der vegetarischen Küche hatte Ivić, der selbst kein Vegetarier ist und sich ab und zu Tiroler Speck nach Wien holt, schon immer geärgert. Als eine Erkrankung ihn zwang, sich sehr gesund zu ernähren und sich noch mehr mit Gemüse auseinanderzusetzen, war der Funke endgültig übergesprungen.

Keine Kompromisse bei Qualität. Wenn der Koch an seine Heimat denkt, fallen ihm zum Beispiel die Fisser Gerste oder Schüttelbrot ein. „Mit der Gerste koche ich auch, das Schüttelbrot stellen wir im Tian selbst her“, erzählt Ivić. Das Entscheidende an der Tiroler Küche, sagt Paul Ivić, sei die Qualität: „Mir fallen viele gute Hotels und Restaurants ein, in denen dieser Anspruch auch gelebt wird.“

„Ich finde der Blick für die Zukunft ist in Tirol da und gleichzeitig wird auch die Tradition hochgehalten.“

Nicht ohne Tiroler Speck

D

er gebürtige Serfauser Paul Ivić verdiente sich seine ersten Sporen unter anderem als Souschef bei Haubenkoch Walter Eselböck im Taubenlokal in Schützen am Gebirge im Burgenland. Nach Stationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz fand Ivić im Tian in Wien seine kulinarische Heimat. 2014 wurde das Tian als erstes vegetarisches Restaurant in Österreich mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet, ebenfalls seit 2014 hält es auch drei Gault-MillauHauben (17 von 20 Punkten).

Die Küche nur auf Tiroler Gröstl und Schweinsbraten zu reduzieren, damit würde man ihr aber nicht gerecht werden, betont er und verweist nicht nur auf heimische Obst- und Gemüsesorten, sondern auch auf Molkerei-Produkte von Bergbauern. Die dazugehörigen Köche, die diese Ressourcen in der Küche auch kreativ auf den Teller bringen, findet Ivić in Tirol ebenso: „Ich finde, der Blick für die Zukunft ist da, und gleichzeitig wird auch die Tradition hochgehalten.“ Regionalität und Spitzengastronomie schließen sich für den Sternekoch nicht aus, die Frage ist für ihn vielmehr, wie man Regionalität definiert: „Für mich in Wien ist Ungarn wesentlich näher als das 400 Kilometer entfernte Tirol.“ Entscheidend sei in der Spitzengastronomie eine kompromisslos gute Qualität und die sei in der vegetarischen Küche noch schwerer zu erfüllen, erzählt Ivić: „Dafür, dass es auch bei Obst und Gemüse Qualitätsunterschiede gibt, fehlt noch das Bewusstsein.“ ×


Tirol auf der Einkaufsliste Regionalität in der Küche wird nicht nur von Gästen geschätzt, sondern hierzulande auch von Gastronomen forciert. Die Nachfrage übersteigt aber vor allem bei Fleisch das Angebot.

W

„Es ist eher das Angebot, das teils noch größer sein könnte.“ Potenzial sieht der Experte für Gastronomiebedarf vor allem bei Fleisch. Rind oder Schwein werden in Tirol praktisch gar nicht in ausreichender Menge für den Großhandel produziert, ähnliches gilt für Geflügel. „Die kleinen Mengen, die vorhanden sind, landen direkt bei den Tirolern bzw. im Einzelhandel“, erklärt Riedhart. Bei Spezialitäten wie Lamm oder Kalb wiederum stimmen Angebot und Nachfrage auch für den Großhandel. Insgesamt sei man mit Fleisch aus Österreich aber gut versorgt, betont Riedhart, für Tiroler Produzenten wäre aber definitiv Potenzial vorhanden.

© EUROGAST

er ein hochwertiges, regionales Produkt erfolgreich in den Handel bringen will, hat sicher gute Chancen“, ist Armin Riedhart, Geschäftsführer von Eurogast Riedhart in Wörgl überzeugt. Der Trend zu regionalen Produkten ist für den Großhändler eindeutig vorhanden und wird von ihm auch als wichtig und gut beurteilt: „Ich finde diese Entwicklung sehr erfreulich, auch für den Tourismus, da dem Gast so auch authentische Gerichte serviert werden können.“ Im Sommer verkaufen sich bei Eurogast in Wörgl besonders heimisches Obst und Gemüse gut, und auch Molkereiprodukte werden

„Es ist eher das Angebot, das teils noch größer sein könnte.“ ARMIN RIEDHART, EUROGAST RIEDHART

Raum, von dessen Grenze man im Unterland nur rund 20 Kilometer entfernt ist?“ Schließlich sei Bayern Tirol weitaus näher als viele Regionen Österreichs. Das Sortiment an Tiroler Produkten wird derweil laufend erweitert. Eurogast Riedhart in Wörgl nimmt gerade das Goggei, das bislang nur im Einzelhandel erhältlich war, in sein Angebot auf. Eine wichtige Erweiterung, wie Armin Riedhart findet: „Allein wenn man an die Hotels und Pensionen und die Massen an Frühstückseiern denkt, sind die Goggei eine gute Ergänzung.“ Neben dem Trend zu Regionalität spielen, wie Armin Riedhart seit einigen Jahren feststellt, auch Qualität und Frische eine wichtige Rolle für die Gastronomen, die bei ihm einkaufen: „Das sehen wir zum Beispiel beim Fisch, wo viel weniger zu den Tiefkühlprodukten gegriffen wird.“ Neben regionalen Lebensmitteln findet man in den Regalen bei Eurogast auch ein internationales Sortiment. Hoch im Kurs stehen zum Beispiel Fisch, exotische Früchte oder auch KäseSpezialitäten und Weine. Riedhart findet, beides habe seine Berechtigung.

Kann sich Tirol selbst versorgen?

stark nachgefragt. Immer beliebter werden heimische Süßwasserfische wie Forelle und Saibling. An der Nachfrage nach regionalen Produkten würde es ohnehin nicht scheitern, erzählt Armin Riedhart:

Was ist regional? Armin Riedhart ist auch der Meinung, man müsse die Definition von Regionalität diskutieren: „Würde im Fall von Tirol nicht auch Südtirol dazu zählen oder zum Beispiel der bayerische

Eine Versorgung Tirols nur mit regionalen Produkten kann er sich darüber hinaus nur schwer vorstellen: „Wenn man an die vielen Touristen denkt, und dazu muss man sich ja nur die Nächtigungszahlen anschauen, glaube ich, dass dafür die Landwirtschaft in Österreich einfach zu kleinstrukturiert ist.“

Foto: ©Tirol Werbung / Hörterer Lisa

V O N R E B EC C A M Ü L L E R


19 FEINKOSTLADEN TIROL Leopold Wedl, Geschäftsführer des Handelshauses Wedl, hingegen glaubt, dass eine Versorgung der Tiroler Gastronomie durch saisonale Anpassungen möglich sein könnte, aber: „Das vielfältige Speisenangebot ginge weitestgehend verloren. Sowohl Gast als auch Gastronomen müssten sich auf die Jahreszeiten einstellen und sich dem Mengenangebot beugen.“ Dass sich die Nachfrage nach regionalen Produkten in Tirol spürbar positiv entwickelt hat, ortet auch er, und auch im Handelshaus Wedl stehen vor allem heimisches Obst und Gemüse sowie Molkereiprodukte bei den Gastronomen hoch im Kurs, wie Wedl erzählt: „Vor allem im Frühjahr, Sommer und Herbst werden 80 bis 90 Prozent an Salaten und Gemüsesorten aus einheimischen Anbaugebieten bezogen.“

Mehr als nur ein Trend. Mit neuen

Foto: ©Tirol Werbung / Hörterer Lisa

Gemüseinnovationen wie der dreifärbigen Karotte, qualitativ hochwertiger Kresse, die vor allem in der gehobenen Küche sehr geschätzt wird, und der gelben Bete, die das Sortiment des Handelshauses Wedl exklusiv erweitert, ist hier auch einiges in Bewegung. Als sehr stark vertreten und auch von den Kunden gut angenommen

© WEDL

SAISON

„Vor allem im Frühjahr, Sommer und Herbst werden 80 bis 90 Prozent an Salaten und Gemüsesorten aus einheimischen Anbaugebieten bezogen.“ LEOPOLD WEDL, HANDELSHAUS WEDL

sieht der Chef des Familienunternehmens auch Molkereiprodukte in Österreich: „Kleinstrukturierte Käsereien erzeugen hochwertige Produkte und sind vor allem bei Tiroler Kunden sehr beliebt.“ Potenzial ortet auch Leopold Wedl im Fleischsegment, vor allem Edelteile für die gehobene Gastronomie erleben im Fachhandel eine große Nachfrage. Regionalität ist für den Unternehmer Wedl mehr als nur ein Trend, denn durch die Unterstützung der kleinstrukturierten Landwirtschaft in Österreich könnten regionale Betriebe auch erhalten bleiben und eine Weiterentwicklung gefördert werden. Den hohen Stellenwert, den

die Entwicklung genießt, sieht er auch durch die aktuellen Gastrostudien, die das Handelshaus Wedl in diesem und im letzten Jahr durchgeführt hat, bestätigt: „Die Ergebnisse zeigen ganz deutlich die Relevanz von regionalen Produkten für Endverbraucher und Gastronomen.“ Internationale Produkte wie exotische Früchte, Lebensmittel, die in wärmeren Regionen angebaut werden, oder Weine gehören für ihn aber auch ins Sortiment. Die heimischen Produzenten nehmen für Wedl stets eine besondere Stellung ein: „Die regionale Landwirtschaft leistet durch authentische, saisonale Produkte ihren Beitrag.“ ×

Tiroler Wellness Kongress 22. Juni 2017 Villa Blanka, Innsbruck www.standort-tirol.at/wellnesskongress2017

Der Branchentreff für Wellness, Gesundheit und innovative Hotellerie

Generalvertrieb für Österreich und Südtirol

· www.standort-tirol.at/wellness

Standortagentur Tirol


20 FEINKOSTLADEN TIROL © BÄRENBADALM (2)

SAISON

Auf der lediglich im Winter geöffneten Bärenbadalm kommt nur Fleisch vom eigenen Hof auf den Teller. Dazu züchtet Gastund Landwirt Oswald Hochfilzer Angusrinder.

Der Wirt im Dorf Die traditionelle Tiroler Wirtshauskultur steht vor mannigfaltigen Herausforderungen. Gastlichkeit, Tiroler Küche, authentisches Ambiente und viel Engagement sind gefragt, um sie zu erhalten. VON SUSANNE GURSCHLER

A

m 6. Jänner 2017 war es so weit: Der Goldene Adler in Flaurling hat seine Türen für immer gesperrt. Der historische Bau mit seinen barocken Malereien war ein Blickfang am Eingang des Dorfes – das wird er bleiben. Doch als Ort des Zusammenkommens, des Plauderns und Diskutierens, des Essens und Trinkens ist er Geschichte – nach mehr als 600 Jahren. Denn erwähnt wurde der „Ladner“, wie das Gasthaus bei den Einheimischen genannt wurde, erstmals 1413. Wieder ein echtes Tiroler Wirtshaus weniger – sehr zum Bedauern der Bevölkerung, der Politik und nicht zuletzt der Betreiber. Nicht die erste solche Meldung und es wird nicht die letzte sein. Traditionelle Wirtshäuser haben heute an vielen Fronten zu kämpfen. Sie stehen in Konkurrenz zu „Ethnolokalen“ und Restaurantketten, müssen kostenintensive behördliche

Auflagen erfüllen. Gerade in Orten mit wenig Tourismus haben sie es besonders schwer. Hoher persönlicher Einsatz und Ideenreichtum sind gefragt. Initiativen wie die „Tiroler Wirtshauskultur“ und „Bewusst Tirol“ unterstützen Tiroler Wirtshäuser in ihrem Bemühen, das aufrechtzuerhalten, was sie besonders und unverwechselbar macht: Tiroler Gastlichkeit gepaart mit Tiroler Küche und entsprechendem Ambiente.

Kriterienpalette.

Tirol darf stolz auf eine lange Tradition in der Wirtshauskultur sein. Seit jeher Transitland erfüllten die Gasthäuser an den Handelsrouten eine wichtige Funktion bei der Unterbringung und Verpflegung von Reisenden, insbesondere im ländlichen Raum waren sie Orte des Austauschs, der Diskussion, des gemütlichen Beisammensitzens. Diese wichtige Funktion ist in den letzten Jahr-

zehnten zusehends verschwunden. Viele Menschen pendeln zur Arbeit, Kommunikationsangebot und -möglichkeiten haben sich gewandelt, die Leute sind insgesamt mobiler geworden. Dazu kommt, dass in den 1980er- und 1990er-Jahren die Zahl der „Ethnorestaurants“ rasant stieg. Plötzlich konkurrierten die traditionell ausgerichteten Wirtshäuser mit chinesischen, italienischen oder türkischen Lokalen auch in den Tourismusregionen. Dazu kamen Restaurantketten, die einen Mix aus internationalen Gerichten boten. Keine einfache Situation für jene Gastronomen, die einen Spagat zwischen traditionellem Angebot und neuen Herausforderungen versuchen mussten. Sie liefen Gefahr, das Authentische, das, was sie besonders macht, zu verlieren. Mit Sorge beobachteten Politik, Tirol Werbung, engagierte Gastronomen und Touristiker die Entwicklung und riefen die


© AMTIROL

… mit GENUSSlöffeln und

SchauBauernhof ... für ein Bewusstsein „Ziel ist, das kulinarische Profil Tirols zu schärfen, Bewusstsein für heimische Erzeugnisse zu schaffen und den Absatz Tiroler Produkte in der Gastronomie zu fördern.“

über den Kreislauf hochwertiger LEBENSmittel

WENDELIN JUEN, AGRARMARKETING TIROL

Nachhaltiges Qualitätsmanagement. So erhält jeder Mitgliedsbetrieb – aktuell sind es 116 – jährlich Besuch von einem der Betreuer des Vereins. Diese schauen sich das Speisenangebot an, den Service und das Ambiente und geben

LEBENSmittel aus Heumilch von Kuh, Schaf & Ziege SchauSennerei mit GENUSSlöffeln | SchauBauernhof Restaurant | Ab-Hof-Verkauf

© Transgourmet Austria

Aktion „Tiroler Wirtshauskultur“ ins Leben. Hier sammelten sich alle, denen der Erhalt der Tiroler Wirtshauskultur am Herzen lag. 1999 kam es schließlich zur Gründung des gleichnamigen Vereins, der seither heimische Unternehmen dabei unterstützt, das Kulturgut Tiroler Wirtshaus zu erhalten und seine Qualitäten in den Vordergrund zu stellen. Um Mitglied zu werden, müssen die Unternehmen mehrere Kriterien erfüllen – besonders im Fokus sind Speisekarte, Wahl der Produkte, Service und Ambiente. Das Speisenangebot soll einen deutlichen Tirol-Bezug aufweisen, eine Mischung aus traditioneller und moderner Küche sein, gern auch zeitgemäß interpretiert, die verwendeten Zutaten so weit als möglich aus dem näheren Umkreis stammen und auf der Karte angeführt sein bzw. von regionalen Lieferanten kommen. Im Vordergrund der Vereinsarbeit steht, den Betrieben Hilfestellung zu geben, Möglichkeiten der Verbesserung zu diskutieren und als Dachverband die Tiroler Wirtshauskultur als Marke zu stärken.

Weitere Infos & ONLINESHOP: w w w. e r l e b n i s s e n n e r e i - z i l l e r t a l . a t


22 FEINKOSTLADEN TIROL SAISON

© WEIGAND-SCHNEGG

unmittelbar danach Feedback – die positiven Berichte sind auf der Homepage des Vereins nachzulesen und eröffnen Interessenten wie anderen Gastronomen Einblicke in die „Betriebsphilosophie“. „Jeder Mitgliedsbetrieb erfüllt einen bestimmten Mindeststandard in den Bereichen Gastlichkeit, Angebot und Ambiente“, betont Peter Weigand, Geschäftsführer von „Tiroler Wirtshauskultur“: Bei allen Aktivitäten, die der Verein setze, gehe es um ein nachhaltiges Qualitätsmanagement in den Unternehmen. Zwei bis drei neue Betriebe werden jährlich aufgenommen, nachdem sie ein strenges anonymes Verfahren durchlaufen haben. Sieben Mitglieder hat der Verein zuletzt verloren, nicht weil die Qualität nicht gepasst hätte, sondern weil die Betriebe geschlossen haben. Sie fanden keine Nachfolger oder wollten ihren Kindern den Aufwand nicht zumuten, die Rahmenbedingungen seien denkbar schlecht, so Weigand und er ergänzt: „Die hohen Auflagen machen es Gastronomen zusehends schwerer, ihr Lokal gewinnbringend zu führen.“ Und er zählt eine Reihe von Verordnungen auf: die investitionsintensive Trennung von Raucher- und

„Der Koch muss natürlich mitspielen. Viele arbeiten heute nur noch mit Edelfleisch, das ist schade.“ OSWALD HOCHFILZER, BÄRENBADALM

Tageskarte, die es den Gastwirten ermöglicht, saisonale regionale Spezialitäten anzubieten und so traditionelle heimische Gerichte verstärkt in den Fokus zu rücken, ist gefährdet, da laut Verordnung bei jeder Speise die Allergene angeführt werden müssen. Für die Köche und Gastronomen ein tägliches „Hazardspiel“, wie Weigand unterstreicht; der Verein will vor allem eines nicht: dass Gastronomen auf Convenienceprodukte, also vorverarbeitete Waren, setzen, um in Sachen Allergene auf der sicheren Seite zu stehen.

In der Saison. Regionales und Saisonales lässt sich in Spezialitätenwochen hervorragend vermarkten und kommt bei den Konsumenten gut an. Hier können die Köche mit Kreativität und Neuinterpretation traditioneller Speisen punkten. Neben dem bereits bestens etablierten „Almsom-

„Jeder Mitgliedsbetrieb erfüllt einen bestimmten Mindeststandard in den Bereichen Gastlichkeit, Angebot und Ambiente.“ PETER WEIGAND, VEREIN TIROLER WIRTSHAUSKULTUR

Nichtraucherräumen, dann das Rauchverbot, Registrierkassenpflicht, Verlängerung des Abschreibungszeitraums und die Allergenverordnung. Keine Maßnahmen, die es den Touristikern im Allgemeinen und den Gastwirten im Besonderen leichter machen, im Gegenteil. Gerade die vom Verein Tiroler Wirtshauskultur bei seinen Mitgliedern forcierte

mer“, soll bei „Frühlingserwachen“ und „Erntedank“ nun verstärkt mit den Gemüsebauern der Regionen Tirols zusammengearbeitet werden. Die Gastronomen stimmen ihre Spezialitätenwochen auf das Angebot der bäuerlichen Betriebe in der Umgebung ab. „Diese Initiative läuft super an, das Interesse bei Gastronomen und Landwirten ist groß. Unsere Botschaft ist:

Das traditionelle Wirtshaus hat eine hohe Affinität zur heimischen Landwirtschaft “, freut sich Weigand. Herkunftssicherheit bei den Ausgangsprodukten garantiert auch die Agrarmarketing Tirol (AMTirol). Das Projekt „Bewusst Tirol“ wendet sich an 3-, 4und 5-Stern-Hotels, an die Spitzengastronomie sowie ausgezeichnete Küchen und die Mitglieder des Vereins „Tiroler Wirtshauskultur“, von denen 35 auch bei „Bewusst Tirol“ dabei sind. „Ziel ist, das kulinarische Profil Tirols zu schärfen, Bewusstsein für heimische Erzeugnisse zu schaffen und den Absatz Tiroler Produkte in der Gastronomie zu fördern bzw. zu erhöhen“, erklärt Geschäftsführer Wendelin Juen. Jede Verzahnung von Gastronomie und Landwirtschaft sei aber wünschenswert, so Juen. Neben Milch und Milchprodukten (hier kann das Land 80 Prozent des Bedarfes decken) wird verstärkt auch Fleisch, vor allem Kalb und Lamm, von Tiroler Erzeugern forciert. Mitglieder der „Bewusst Tirol“-Initiative verpflichten sich, gewisse Mengen an Milch und Milchprodukten zu kaufen, die Lieferanten schicken entsprechende Listen automatisch an AMTirol. „Unsere Aufgabe liegt darin, sicherzustellen, dass der Großhandel das hat, was der Gastronom braucht. Dann gibt es nicht dieses Pingpongspiel, bei dem jeder dem anderen die Schuld gibt“, erläutert Juen. Wirtshäuser können mit heimischen Erzeugnissen und regionalen Speisen punkten, sich über ihr regionales Angebot profilieren, schaffen sie doch Identität und erhöhen die regionale Wertschöpfung. Einer, der das in Eigenregie durchführt, ist der Gast- und Landwirt Oswald Hochfilzer. 2003 hat er den großväterlichen Bauernhof, der lange Jahre verpachtet war, übernommen und mit der Zucht von Angusrindern begonnen. 2006 errichtete er die nur im Winter geöffnete Bärenbadalm am Gipfel des Bärenbadkogels im Kitzbüheler Skigebiet. Sie verfügt über 400 Quadratmeter Gastfläche mit Jägerstuben, Vorderstube, Barbereich und Steinhaus sowie großer Terrasse. Er sei „Regionalist“ aus Überzeugung und Leidenschaft, sagt Hochfilzer.

mini1


© TIROLWERBUNG (3)

23 Regionale Gerichte und lokale Spezialitäten stehen hoch im Kurs – sowohl bei Einheimischen als auch bei Gästen.

Auf der Speisekarte der Alm steht ausschließlich Fleisch vom eigenen Hof; hier wird alles verwertet vom Knochen bis zur Leber. „Der Koch muss natürlich mitspielen. Viele arbeiten heute nur noch mit Edelfleisch, das ist schade“, erklärt der Gastronom. Sein Küchenchef bereitet auch traditionelle Gerichte wie Beuschl, Nieren oder Leber zu und trägt Hochfilzers Linie in allen Bereichen mit.

Spezialitätenreigen. „Diese Spezialitäten kommen auf die Tageskarte. Das Feedback ist hervorragend, besonders bei den älteren Gästen, die Jungen kennen vieles allerdings nicht mehr“, so Hochfilzer. Das Bier bezieht er von der Brauerei Huber, den Schnaps von einem befreundeten Brenner, den Käse von der Auracher Alm. Zudem betreibt Hochfilzer selbst eine Fischzucht und ein Jagdre-

vier. Er ist ein überzeugter Verfechter des Direktmarketings. „Wenn der Handel zwischengeschaltet ist, bist du immer Zweiter“, betont Hochfilzer. Seine Bärenbadalm hat sich zu einem kulinarischen Hotspot bei Einheimischen wie Gästen entwickelt. Den elterlichen Betrieb, den traditionsreichen Gasthof Schwarzer Adler in Jochberg, hat er an Andreas Lechner verpachtet. Dieser ist Obmann der „KochArt Kitzbühel“ einer Vereinigung von 23 Wirten, die bevorzugt heimische Qualitätsprodukte verarbeiten und den regionalen Einkauf forcieren. Jedes Jahr bieten sie zudem Spezialitätenwochen an, bei denen Erzeugnisse aus der Region im Mittelpunkt stehen. Gerade im sich Besinnen auf die Qualitäten der Tiroler Wirtshauskultur, auf Gastlichkeit, gutes Angebot an heimischen Produkten und Speisen liegen die Besonderheit und die Stärke der Tiroler Wirtshäuser. ×

DER ERSTE KOMBI, DER EIN MINI IST. Der MINI Clubman besticht nicht nur durch Dynamik und Design. Mit 6 Türen, 5 Sitzen und bis zu 1250 Liter Kofferraumvolumen bietet er Platz für wirklich alles, was das Leben mit sich bringt.

Symbolfoto

DER MINI CLUBMAN. AB € 439,– PRO MONAT.*

Unterberger Denzel Griesauweg 32, 6020 Innsbruck Tel.: 0512/33435, info@unterberger-denzel.mini.at www.unterberger-denzel.mini.at

MINI Clubman: von 100 kW (136 PS) bis 141 kW (192 PS), Kraftstoffverbrauch von 4,1 l/100 km bis 6,3 l/100 km, CO2-Emission von 109 g/km bis 147 g/km. * Ein Angebot der BMW Austria Leasing GmbH für den MINI One Clubman, beinhaltet kostenloses Service mit dem „MINI Paket Care“ für 4 Jahre oder max. 60.000 km. Verlängerung der gesetzlichen Mängelbeseitigungsansprüche auf 4 Jahre oder max. 120.000 km. MINI Select Leasing Anschaffungswert € 22.868,-, Anzahl. € 0,-, Laufzeit 48 Mon., 10.000 km p.a., Restwert € 11.112,00, Rechtsgeschäftsgebühr € 142,-, Bearbeitungsgebühr € 230, eff. Jahreszinssatz Leasing 3,32%, Sollzinssatz var. 2,69%, Gesamtbelast. Leasing € 25.063,12. Die angebotenen Versicherungen sind optionale Bestandteile des Angebots: Haftpflichtversicherung kalkuliert auf Basis Bonus/Malusstufe 0 € 62,- p.M., Vollkasko-Flatrate € 50,- p.M., eff. Jahreszinssatz inkl. Versicherung: 11,94%, Gesamtbelastung inkl. Versicherung € 30.444,-. BMW Austria Leasing GmbH, Siegfried-Marcus-Straße 24, 5020 Salzburg, Versicherungsvermittlung in der Form Versicherungsagent als Nebengewerbe mit der Berechtigung zum Empfang von Prämien, GISA-Zahl: 17752213, Agenturverhältnis mit Generali Versicherung AG. Beträge inkl. NoVA, MwSt. und Vers.St.. Angebot freibleibend. Druckfehler, Änderungen und Irrtümer vorbehalten.

mini16-f54-7_unterberger_denzel_210x130_1_vh.indd 1

05.04.17 16:24


24 FEINKOSTLADEN TIROL SAISON

Innovative Lebensmittel „Made in Tirol“ Was Shiitake-Pilze, Rohschinken, Limonaden, Artischocken und veredeltes Trinkwasser gemeinsam haben? Sie alle werden in Tirol produziert und verkauft. Nicht zu glauben? Fünf Beispiele zeigen, wie auch in einer globalisierten Welt Transportwege kurz gehalten werden können und die Wertschöpfung in der Region bleibt. VON MA X SCHNABL

© WELLWASSER TECHNOLOGY (2)

In einem mehrstufigen Verfahren wird Leitungswasser gefiltert, belebt, gekühlt und auf Wunsch mit Kohlensäure versetzt.

Lebenselixier aus der Leitung

W

asser ist unbestritten eines der wertvollsten Naturgüter – zumal in Tirol, wo es eine Qualität aufweist, von der Menschen andernorts nur träumen können. Und dennoch haben sich hierzulande viele ganz einfach daran gewöhnt, dass gesundes Trinkwasser immer und überall verfügbar ist. „Es ist zu einer Selbstverständlichkeit geworden“, sagt der Innsbrucker Unternehmer Dietmar Meraner. Mit seiner Entwicklung, einer HightechWasseraufbereitungsanlage (HTWAA) für Gastronomiebetriebe, will er zum einen das Bewusstsein für die Bedeutung des Tiroler Wassers schärfen und zum anderen einen Beitrag zu dessen Qualitätssicherung leisten. Seit zehn Jahren wird

die Komplettlösung zur Reinigung und Veredelung von Leitungswasser zu „wellwasser“ ständig weiterentwickelt. Konkret handelt es sich dabei um eine Anlage, in der Wasser in einem mehrstufigen Prozess vollautomatisch gesäubert, belebt, gekühlt und auf Wunsch mit Kohlensäure versetzt wird. Zwar verlasse unser Leitungswasser den öffentlichen Wasserversorger in einem einwandfreien Zustand, erklärt Meraner, durch veraltete oder defekte Leitungen in Gebäuden könne es aber dazu kommen, dass es mit Schmutz und Keimen verunreinigt wird.

Filteranlage im Keller.

Um diese herauszufiltern, strömt das Wasser in der HTWAA, die beispielsweise im Keller eines Restaurants installiert und so der

Schankanlage vorgeschaltet wird, zuerst durch eine mit Aktivkohle gefüllte Kartusche. Der Kohlenstoff absorbiert eventuell vorhandene unerwünschte Gerüche, Geschmackstrübungen oder Verfärbungen. Anschließend wird das Wasser durch eine feine Membran gepresst. Verunreinigungen wie Schwebstoffe werden durch das Netz herausgefiltert, die gesunden Bestandteile des Wassers, etwa Mineralstoffe, bleiben erhalten. „In einem weiteren Schritt durchläuft das Wasser eine mit Kristallen gefüllte Röhre, die es positiv beeinflussen“, schildert Meraner. Den Abschluss macht ein Bakterien- und Virenfilter, wie er auch in Krankenhäusern zum Einsatz kommt. Ehe das Wasser nun gezapft wird, kann es noch mit Kohlensäure versetzt werden. „Wenn der Wirt das Wasser am Ende dieses dreistufigen Prozesses aus der Leitung lässt, hat er das gute Gefühl, heimisches Wasser auszuschenken, das garantiert alle Qualitätskriterien erfüllt“, versichert Dietmar Meraner. „Er muss sich keine Sorgen machen, dass Gäste verunreinigtes Wasser serviert bekommen und kann so auf in Flaschen abgefülltes Mineralwasser, das nicht selten aus dem Ausland zugekauft wird, verzichten.“ Die Anlage gewährleiste so Sicherheit und regionale Wertschöpfung bei gleichzeitiger Kostenersparnis. Zahlreiche Hotels, Bars und Restaurants in Nord- und Südtirol nutzen die Technologie bereits. ×


Aromen aus Zirbe und Fichtennadeln verleihen dem Getränk seinen typischen Geschmack.

© PRIVATQUELLE GRUBER (2)

© JUFFINGER BIO-METZGEREI (2)

25

Rohschinken aus dem Unterland

I

talien hat den San-DanieleSchinken, Spanien den Jamón Ibérico – und Tirol den Juffinger Bio-Prosciutto Tyrolensis. Im Tiroler Unterland stellt die Juffinger BioMetzgerei diese Rohschinkenspezialität her. Gastronomiebetriebe, Bioläden und Feinkostgeschäfte im In- und Ausland schätzen das ob seiner aufwändigen Herstellung limitierte Edel-Produkt. Während Schinken in Österreich normalerweise gekocht oder geräuchert wird, reift der Prosciutto Tyrolensis unter ständiger Zufuhr von Frischluft. Ohne hochqualitative Zutaten geht gar nichts, sagt Geschäftsführer und Diplom-Fleischsommelier Anton Juffinger. „Wir verarbeiten ausschließlich biozertifiziertes Fleisch aus Österreich.“ Die Schlachtung erfolge dezentral, um die Transportwege der Schweine möglichst kurz zu halten. Jene aus Tirol werden

Bis zu zwölf Monate reift der Rohschinken unter ständiger Zufuhr von Frischluft.

direkt im seit 1997 bestehenden Familienbetrieb Juffinger in Thiersee geschlachtet. Um den Bedarf zu decken, wird zusätzlich Bio-Fleisch aus Oberösterreich, Kärnten und der Steiermark angeliefert. „Da die Tiere nur mit Getreide gefüttert werden und langsam wachsen, enthält das Fleisch aus biologischer Haltung weniger Wasser und ist so kerniger als jenes aus herkömmlicher Aufzucht“, weiß Metzgermeister Juffinger.

Tüftelei. Auf dem Weg vom Schweinefleisch zum begehrten Prosciutto Tyrolensis bedarf es einiger Tüftelei, erzählt Juffinger. Mittlerweile habe man in Bezug auf Gewürzmischung sowie Reifezeit und -temperatur aber die perfekte Abstimmung gefunden. So werden die Schinkenteile zuerst etwa vier bis sechs Wochen trocken gepökelt, also kräftig eingesalzen. Zusätzlich zum Salz sorgt eine spezielle, komplett aus biologisch angebauten Zutaten bestehende Gewürzmischung für das Aroma des Rohschinkens. Sind die Gewürze eingezogen, wird er aufgehängt, um – je nach Größe – zwischen sechs Monate und ein Jahr zu reifen. Zwei Faktoren sind für das Gelingen dieses Reifeprozesses entscheidend, erklärt Anton Juffinger: „Zum einen muss die reine Bergluft rund 20 Grad warm, zum anderen ständig in Bewegung sein.“ ×

Mit K wie Kola

E

ine regionale Alternative zum weltweit bekannten CocaCola zu schaffen: Dieses Ansinnen stand am Beginn der Entwicklung des TirolaKola im Sommer 2015. Ein Jahr lang wurde experimentiert, ehe die Idee schließlich erfolgreich in die Praxis umgesetzt werden konnte. Hergestellt wird das Limonadengetränk seither in Brixlegg, rund 50 Kilometer von Innsbruck entfernt – durchaus auch „als Kampfansage an multinationale Konzerne“, wie die beiden Silberquelle-Eigentümer Hermann und Günther Gruber unterstreichen. Der Regionalitätsgedanke spiegelt sich nicht nur in der Wertschöpfungskette, sondern auch in den Zutaten wider, wird bei der Herstellung doch Tiroler Gebirgsquellwasser mit Aromen aus Zirbe und Fichtennadeln versetzt. Neben der normalen wird eine „Laicht“-Variante des Getränks abgefüllt. Und das scheint gut anzukommen: In Gastronomie und Handel habe sich das TirolaKola jedenfalls schnell etablieren können, ziehen die Gruber-Brüder eine positive Bilanz. ×


26 FEINKOSTLADEN TIROL © TYROLER GLÜCKSPILZE (2)

SAISON

Mit dem in Innsbruck hergestellten Substrat werden etwa biologische Tiroler Mandel- und Shiitake-Pilze angebaut.

pilze“ vertreiben. Unter diesem Label sind in heimischen Supermärkten schon jetzt Mandel- und Shiitake-Pilze aus Tirol erhältlich, weitere Sorten sollen in den kommenden Jahren folgen.

Die Pilz-Pioniere

P

flanzenschutz, Arzneimittel, Bau- und Brennstoff, Humusaufbau und sogar das Regenerieren von toten Böden: Mit Pilzen lässt sich weit mehr vollbringen als „nur“ ein Schwammerlgulasch. „Wer einmal bei uns war, sieht Pilze seither mit anderen Augen“, lacht Geschäftsführer Mark Stüttler, während er durch das „Mushroom Research Center Austria“ in der Innsbrucker Karmelitergasse führt. Hier gibt es nicht nur allerlei Informationen über Pilze und einen „Ab-Hof-Verkauf“ biologischer und zur Gänze in Tirol angebauter Pilzprodukte, sondern auch eine der weltweit modernsten Anlagen zur Herstellung von Pilzbrut („Saatgut“ für Pilze) und Substraten für den Bio-Pilzanbau am Feld oder im Hausgarten.

Pilzvermehrung.

Fast 20 Jahre ist es her, dass Stüttler gemeinsam mit seinem Bruder nach einem Weg zu suchen begann, höhere Pilze – also die Arten, welche im Volksmund als „Schwammerln“ bezeichnet werden – zu vermehren. „Bis dahin war die Vermehrung nur bei soge-

nannten niederen Pilzen, zum Beispiel Hefe- und Schimmelpilze möglich“, erinnert sich Stüttler. Im Biologiestudium in Wien lernte der Vorarlberger nicht, was ihn wirklich interessierte, weshalb er in Eigenregie an der Pilzvermehrung zu tüfteln begann. Dass er mittlerweile Substrate für mehrere hundert Pilzsorten generiert, eröffnet ganz neue Möglichkeiten für Ernährung und Landwirtschaft. „Die Pilze haben unterschiedliche Eigenschaften und Wirkungen“, erklärt Stüttler. Manche seien sehr nahrhaft, andere wiederum bringen das Wachstum der sie umgebenden Pflanzen in Gang oder liefern wertvolle Naturstoffe, die das Potential besitzen, in Medizin und Bio-Technologie bisher synthetisch hergestellte Chemikalien zu ersetzen. Auf dem Lebensmittelmarkt will der Pilz-Pionier vor allem die Sortenvielfalt steigern. Wer Pilze züchten und verkaufen will, erhält bei ihm nicht nur Substrat, sondern auch Unterstützung beim Anbau. Falls gewünscht, können Pilzbauern ihre Ernte im Handel unter der von Stüttler gegründeten Dachmarke „Tyroler Glücks-

Wertvolle Verbindung. Noch weitreichender sind Stüttlers Visionen, wenn er über die Zucht von Mykorrhiza-Pilzen spricht, die sich unterirdisch mit dem Feinwurzelsystem von Pflanzen verbinden und so eine für beide Partner wertvolle Verbindung eingehen. „Vor mehr als 900 Millionen Jahren waren Pilze die ersten Lebewesen an Land“, sagt der Firmengründer, „ohne sie gäbe es keine einzige Pflanze.“ Pilze speichern in ihren netzartigen unterirdischen Verzweigungen Wasser und Nährstoffe und geben diese bei Bedarf an die mit ihnen symbiotisch verbundenen Pflanzen ab. „Leider haben in der heutigen, industriellen Landwirtschaft viele die Bedeutung der Pilze vergessen. Es muss gelingen, wieder Mykorrhiza-Pilze in die Böden zu bringen“, ist Stüttler überzeugt. Die Speicherfähigkeit des Pilzgeflechts sei nicht nur für die Pflanzengesundheit wichtig, sondern helfe auch dabei, Düngemittel und vor allem Wasser einzusparen. Erst kürzlich hat das junge Innsbrucker Startup-Unternehmen Gespräche mit einer Abordnung aus Dubai geführt. In den kommenden Jahren sollen dort mithilfe bestimmter Pilzkulturen bisher nicht für die Landwirtschaft nutzbare Wüstenflächen in fruchtbares Land verwandelt werden. Daneben will Stüttler künftig auch Brennstoff und Baumaterial aus Pilzen herstellen. Die Arbeit dürfte ihm also nicht so schnell ausgehen. ×

D n

M

D A

M

„B Ta € A


Vielfalt am Feld

© UNMANN

27

Die Qualität der Tiroler Artischocken kann sich sehen lassen, der Ertrag ist allerdings (noch) gering.

R

um bei Innsbruck erweist sich schon seit einigen Jahren als guter Boden für den Anbau bei uns bisweilen exotisch scheinender Gemüsesorten. Aktuell ragen dort auf einem Feld von Josef Schirmer, dem Obmann des Vereins der Tiroler Gemüsebauern, Artischockenstauden in die Höhe, wie sie im Mittelmeerraum im großen Stil gezogen werden. „Im Mai des vergangenen Jahres haben wir einige hundert dieser Pflanzen gesetzt, im Herbst gab es dann bereits eine kleine Ernte“, erzählt Alfred Unmann, der als Geschäftsführer des Vereins fungiert und sich um die Rumer Artischocken kümmert.

Winter als Herausforderung. Größte Herausforderung für den schmackhaften Korbblütler sind die Wintermonate. Während die Gemüsepflanze in südlicheren Gefilden mehrjährig ist, lässt sie

sich hierzulande bislang nur einmalig abernten, sagt Unmann. Er schätzt, dass rund zwei Drittel der Rumer Artischocken den vergangenen Winter nicht überstanden haben. In den kommenden Wochen will er die abgestorbenen Pflanzen durch neue ersetzen. Bis Tiroler Artischocken Eingang in die Sortimente der heimischen Lebens-

mittelmärkte finden, dürfte es aber noch dauern – mit oft nur einem verwertbaren Blütenstand pro Pflanze sind die Erträge aktuell zu gering. In der Zwischenzeit will Unmann in Rum auch mit anderen Gemüsesorten weiterexperimentieren. Noch im Frühling soll der tirolweit erste Anbauversuch der italienischen Zwiebel „Tropea Rossa Lunga“ starten. ×

Du kannst jetzt im besten Netz noch schneller sein. Mit dem Net Cube-Internet von A1.

3 Monate maximaler Speed

Tarif/Monat um

1990

Du kannst alles. A1.net Mobile-Service-Pauschale: € 21,90/Jahr.

„Bestes Netz“ bestätigt von connect Netztest 01/2017. Für Anmeldungen bis 27.05.2017: Aktionspreis für alle unlimitierten A1 Net Cube-Internet Tarife in den ersten 3 Monaten gültig. „Maximaler Speed“ von bis zu 150/50 Mbit/s gilt im Tarif A1 Net Cube-Internet L. Aktivierungsentgelt € 19,90 statt € 69,90. Gratis Tarifwechsel einmalig innerhalb des Testzeitraums in alle unlimitierten A1 Net Cube-Internet Tarife möglich. A1 Net Cube-Internet Tarife sind nur österreichweit im A1 Netz nutzbar. Vertragsbindung 24 Monate. Details auf A1.net

In Ihrem A1 Shop A1 Shop Kitzbühel (NEU ab 31.03.2017) Josef-Pirchl-Straße 10 6370 Kitzbühel A1 Shop Cyta Cytastraße 1, 6176 Völs A1 Shop Innsbruck am Landhausplatz Wilhelm Greil Straße 21 6020 Innsbruck A1 Shop Imst Industriezeile 32/I 6460 Imst


28 FEINKOSTLADEN TIROL © FRANZ NEUMAYR

SAISON

Direktvermarkter. Stefan Lindner (links) führt mit seinem Bruder Andreas in einer Betriebsgemeinschaft die Hofkäserei Schörgerer in Oberndorf – ein großer Teil der Produkte wird auch im Hotel Penzinghof seiner Schwester Christine angeboten.

Über die Grenzen schauen Wie sieht der Landwirt der Zukunft aus? Stefan Lindner, Bauer, Tirol-Milch-Obmann, Direktvermarkter und Zulieferer für McDonald’s, im Gespräch über Regionalität, Ehrlichkeit und Familienbande. D A S I N T E R V I E W F Ü H R T E J A N E K AT H R E I N .

S

AISON: Herr Lindner, die Werbung arbeitet mit schönen Bildern, das sprechende Schweinchen entspricht jedoch nicht der Realität am Bauernhof. Wie gelingt es als Bauer, die Lebensrealität zu vermitteln? STEFAN LINDNER: Jeder Bauer ist hier gefordert. Wir müssen den Konsumenten wieder erklären, warum wir so arbeiten und was dahinter steckt. Wenn uns das gelingt, kann ich mir als Bauer auch wieder gut in den Spiegel schauen. Durch die Hofkäserei und das Hotel haben wir intensiven Kontakt zu unseren Kunden – es ist immer wieder verwunderlich, wie weit wir in unserer Gesellschaft entfernt sind von dem, was wir als Lebensgrundlage zu uns nehmen. In unseren Führungen am Bauernhof, in der Hofkäserei und im Hotel, das meine Schwester führt, geben wir Einblick in die reale Welt, versuchen dabei zu zeigen, wie wir wirtschaften, um am Ende der Kette auch eine Wertschöpfung zu generieren, die uns ein normales Leben ermöglicht. Wir machen das alles aus tiefer Überzeugung. Man könnte sagen: Diese Transparenz bringt Land und Menschen näher und das ist neben der schönen Landschaft letztlich auch der Grund, warum sich der Gast für den Urlaub in Tirol entscheidet. Ehrlich sein, dahinter stehe ich. Wir leisten etwas, auch die Tiere leisten etwas – das darf man auch sehen. Von

den Bauern wünsche ich mir einen offeneren Zugang auf die Konsumenten. Wir müssen den Konsumenten wieder mehr auf die Höfe holen, um zu zeigen, dass wir professionell arbeiten und was an Arbeit dahinter steckt. Dann kann auch das Thema Viehzucht positiv gefärbt sein. Wir leben in einer engen Beziehung zwischen Landwirtschaft und Tourismus und wissen, wie dieses Wirtschaften auch im täglichen Leben funktionieren kann. Das Fundament eines erfolgreichen Zwei-Saisonen-Tourismus – und ich bin überzeugt, dass der Sommertourismus nach wie vor an Bedeutung gewinnt – sind bewirtschaftete Flächen vom Tal bis zum Gipfel. Die Almwirtschaft ist für den Bauern eine zusätzliche Herausforderung. Was braucht er für eine erfolgreiche Bewirtschaftung? Die Tiroler Almen liegen hoch, sind zumeist karg, bieten jedoch eine Vielfalt an Kräutern, dadurch fördern sie die Vitalität und die Gesundheit der Tiere. Der Bauer muss zwei oder drei Stallungen bewirtschaften, ein intaktes Wegenetz sowie eine gut ausgebaute Infrastruktur sind dafür notwendig. Positive Nebeneffekte ergeben sich durch die Bergbahnen, die den Strom in die Berge bringen, und eine gemeinsame Wegerhaltung. Trifft der Mensch auf die Kuh, ergeben sich neue Spannungen, da er keinen Bezug mehr zu dem Tier hat.


29

Welche Rolle spielen die Almen für die Viehzucht? Eine Stärke der Landwirtschaft in Tirol ist sicher die Viehzucht, von dieser profitieren alle. Wenn Tirol nicht so ein Züchterland wäre, dann würde es in Tirol auch nicht so viele Bauern geben, die ihr Vieh auf die Almen treiben. Dann hätten wir in der Almwirtschaft ein echtes Problem. Tiere aus Österreich und speziell Tirol sind

„Wir müssen den Konsumenten wieder mehr auf die Höfe holen, um zu zeigen, dass wir professionell arbeiten und was an Arbeit dahinter steckt.“ langlebiger, auch weil sie in der Aufzucht zwei Sommer auf der Alm sind. Sie haben stärkere Klauen, sind besser trainiert, haben einen anderen Muskelaufbau. Diese Zuchttiere werden sehr stark nach Italien exportiert. Es gibt längst Umfragen, die zeigen, dass österreichisches Vieh genetisch am besten abschneidet. Der Gast wird anspruchsvoller, auch weil er sich vorab informiert. Was bedeutet das für den Gastronomen? Ich will dem Gastronomen nicht vorschreiben, welches Produkt er verwenden soll, aber es muss ihm bewusst sein, dass der Gast zu uns kommt, weil er das Regionale und Authentische sucht. Wir produzieren in Tirol hervorragende Milchprodukte und sind damit stark im Export tätig, in der Preisgestaltung liegen wir so, dass es sich auch für den Gastronomen ausginge, den heimischen Käse zu kaufen. Was heißt für Sie als Obmann der Tirol Milch und Direktvermarkter Regionalität? Den Begriff muss man weiter fassen, zumindest für den Großhandel und damit meine ich: Österreich. Es können nicht alle Produkte nur aus Tirol kommen, dafür haben wir auch gar nicht die Grundlagen, wie das Beispiel Schweinefleischproduktion zeigt. Wir haben nicht ausreichend Ackerland als Futtergrundlage. In Österreich produzieren wir aber genug Schweinefleisch und auch Rindfleisch. Die Standards sind hoch. 100 Prozent der Milch in Tirol kommen aus dem Berggebiet, in Österreich sind es 75 Prozent. Der Gastronomie-Großhandel bietet jetzt schon darauf spezialisiert Österreich-Pakete an. Wenn wir es schaffen, regional österreichisch bei Milch, Rind- und Schweinefleisch zu produzieren, dann hätten wir schon viel erreicht. Der Landwirt als Unternehmer. Eine fundierte Ausbildung wird auch in der Landwirtschaft immer wichtiger, Handwerkszeug allein reicht heute nicht mehr aus. Jeder Bauer ist auch ein Unternehmer, das gilt für den Nebenerwerbsbauer genauso wie für den Voller-

werbsbauer. Mir persönlich hat die fundierte Fachausbildung an der Villa Blanka und der Landwirtschaftsschule Weitau viel gebracht. Danach war ich mehrere Monate in Kanada und in der Welt unterwegs und sehe heute viele Dinge in einem größeren Zusammenhang. Auch als Obmann von Rinderzucht Austria komme ich viel in der Welt herum und erkenne, dass wir in Österreich hohe Qualitätsstandards haben. Aufgrund der topographischen Gegebenheiten von intensivem Grün- und Bergland produzieren wir viel Milch und gehen damit in den Export, das ist grundsätzlich nichts Schlechtes, schließlich brauchen die Südtiroler ja auch nicht alle Äpfel selber. Der Bauer muss heutzutage auch über die Grenzen schauen und als Unternehmer clever arbeiten. Sie sind Direktvermarkter und beliefern andererseits den Konzern McDonald’s mit Rindfleisch. Wie passt das zusammen? Grundsätzlich versuchen wir über die Hofkäserei und das Hotel möglichst viele Produkte in den Kreislauf zu bringen. Bevor wir uns als McDonald’s Flagship Farm bewarben, haben wir das gut geprüft. Als Direktvermarkter sehen wir keinen Widerspruch darin, dass wir unsere älteren Kühe an McDonald’s liefern, weil man sich dort zu hundertprozentig österreichischem Rindfleisch bekennt. Man kann auch von einem Konzern viel lernen, wenn er in der Umsetzung konsequent ist. McDonald’s kauft bereits viel Eismasse für die Produkte McSunday und McFlurry aus dem Berglandmilch-Werk Klagenfurt.

„Man kann auch von einem Konzern viel lernen, wenn er in der Umsetzung konsequent ist.”

Die Stärke der Tiroler Landwirtschaft liegt in ihren Familienbanden, haben Sie eingangs erwähnt. Was ist ihr Erfolgsrezept? Viele Tiroler Betriebe sind breiter aufgestellt, wobei Milchproduktion und Tierzucht sicher überwiegen, manchmal gibt es auch eine Kombination mit Urlaub am Bauernhof. Tendenziell muss man sich aber auch in der Landwirtschaft spezialisieren, um am Markt bestehen zu können. Familienbetriebe halten aus meiner Erfahrung auch in Krisenzeiten mehr aus, weil alle zusammenhelfen. Ich kann nicht sagen, wie lange wir das in dieser Intensität leben werden. Was es dafür aber auf jeden Fall braucht, sind eine klare Verteilung der Kompetenzen, Privatsphäre und eine unternehmerisch saubere Trennung. Vielen Dank für das Gespräch.

×


30 FEINKOSTLADEN TIROL SAISON

Tischlein deck dich! Regionalität und Saisonalität sind in aller Munde. Was aber ist den Experten wichtig? Die Haubenköche Toni Mörwald und Benjamin Parth sowie Slow-Food-Pionier Christian Burkia über ihre „Beschaffungsphilosophie“. VON SUSANNE GURSCHLER

I

für heimische Küche ebenso. Ob zartes Kalbsfilet oder Lamm, ob Hummer oder Wolfsbarsch-Parth zaubert die herrlichsten Gerichte. Bei dieser Ausrichtung ist von vorneherein klar: Ein guter Teil der Zutaten kann nicht aus Tirol, nicht aus Österreich kommen. Ausschließlich regional oder saisonal zu kochen, wäre ihm ohnehin zu wenig, das entspräche weder seinem Charakter noch seinem Temperament, sagt Benjamin Parth und betont: „Die Qualität der Ware ist das Wichtigste, woher sie kommt, ist mir egal.“ Für sein Restaurant in Ischgl braucht der Spitzenkoch große Mengen an Erzeugnissen in höchster Qualität. Er kauft bei jenen Produzenten und Lieferanten, die beides bieten. Das Zentrale ist für ihn daher, die richtigen Lieferanten zu wählen: „Sie müssen genau wissen, was du willst.“

© MOERWALD

n einem sind sich wohl alle Köche und Gastronomen einig: Der Gast soll zufrieden, bestenfalls beglückt das Lokal verlassen – und er soll gerne wiederkommen. Egal ob er eine Pizza, ein Tiroler Gröstl oder ein mehrgängiges Menü zu sich genommen hat. Und noch eines ist sicher: Nur aus hochwertigen Zutaten lassen sich hervorragende Speisen zaubern. Was, wie und wo aber kaufen Spitzenköche und -gastronomen ein? Drei Experten – Toni Mörwald, Benjamin Parth und Christian Burkia – geben Einblick in ihre Kochphilosophie und ihre „Beschaffungspolitik“. Benjamin Parth hat bei den Großen seiner Zunft gelernt, bei Heinz Winkler, Marc Haeberlin, Sven Elverfeld und Santi Santamaria. Seit 2008 ist „der jüngste

Das erfordere hohes Engagement und Bereitschaft, sich einzuschränken: „Wenn es ehrlich gemacht ist, also wirklich alles bis hin zur Butter aus der Region kommt und der Wein dazu nicht aus Frankreich oder das Mineralwasser aus Italien, dann finde ich das super“, so Parth, ergänzt aber: „Ich kenne nur vier oder fünf Köche, die das wirklich so durchziehen.“ Alles andere ist für ihn nicht konsequent, bedeute, dass jemand nur einem Trend nachlaufe, aber keine echte Überzeugung dahinterstecke. „Mein Weg ist ein anderer“, erklärt Parth. Er wolle seine Kreativität ausleben und alles machen können, ob regional oder international, ob „Butter vom Huber in Galtür“ oder Salzwasserfisch. „Für einen Koch wie mich ist es extrem wichtig, diese Freiheit zu haben“, ergänzt er.

International regional.

„Am Ende des Tages wollen die Gäste erstklassige Qualität.“ TONI MÖRWALD, HAUBENKOCH

Haubenkoch Österreichs“ Küchenchef des Gourmetrestaurants Stüva im elterlichen Hotel Yscla in Ischgl. Er gehört zu den zwanzig besten Köchen Österreichs und erhält jährlich Spitzenbewertungen – von À la Carte bis Gault Millau.

Krustentiere & Berglamm.

Von Parths Leidenschaft für Meerestiere ist in der Speisekarte zu lesen, von seiner Liebe

Natürlich, so betont Parth, sei es ihm ein Anliegen, die heimische Landwirtschaft zu unterstützen, aber da, wo es sinnvoll sei. Ein Kalb habe nun einmal nur zwei Filets, nicht mehr. Vielen Bauern fehlten die Ressourcen, um den Anforderungen, die ein Spitzenrestaurant wie das Stüva hat, zu entsprechen. Parth hat tiefen Respekt vor jenen Kollegen, die ihre Philosophie bewusst auf regionale Küche fokussieren.

Toni Mörwald zählt seit Jahrzehnten zu den besten Köchen Österreichs und ist wohl einer der prominentesten des Landes. Der 3-Hauben-Koch sagt: „Ich kaufe keine Lebensmittel von Menschen, die ich nicht kenne.“ Mörwald bezieht seine Waren aus allen Regionen dieser Welt. Er sei also ein „bekennender Regionalist“ – auch die regionale Küche, die typisch österreichische Küche sei ohne internationale Einflüsse nicht denkbar, es würde kein Wiener Schnitzel und kein Gulasch geben. „Wir haben nie ausschließlich das gegessen, was in der Region produziert wurde, Handel gibt es, seit es den Menschen gibt, und das ist gut so“, unterstreicht Mörwald. Wichtig seien die Herstellungsbedingungen. Der Spitzenkoch kennt seine Produzenten persönlich, hat die Orte der Erzeugung besucht, eine persönliche Bindung aufgebaut und er hat Vertrauen in seine Lieferanten. Das sei die


© SANDRINE ROHRMOSER

EXKLUSIVE LAGE UND ARCHITEKTUR Sonnental, Kitzbühel

„Gastronomie und Landwirtschaft sind eng miteinander verknüpft. Sie können nicht ohne einander und es ist wichtig, dass beide profitieren.“ CHRISTIAN BURKIA, GASTRONOM

Basis seiner Küche. „50 Prozent macht das Ausgangsmaterial, 50 Prozent der Koch“, so Mörwald. Die häufig emotional geführte Diskussion um mehr Regionalität findet er „typisch österreichisch“. „Wir wollen unsere Produkte in andere Länder liefern, aber unsere Gastronomen sollten möglichst nur Heimisches kaufen“, kritisiert er. Handel sei keine Einbahnstraße; und er fragt, was bayerische oder spanische Bauern von österreichischen unterscheiden soll. „Sie erzeugen ebenso hochwertige Produkte, die sie gerne zu einem fairen Preis verkaufen würden“, so Mörwald. „Am Ende des Tages wollen die Gäste erstklassige Qualität“, ist er überzeugt und spricht sich gegen den „Kennzeichnungswahn“ aus, der um sich greift. Dieser verunsichere die Gäste mehr, als er ihnen Informationen liefere – wie etwa bei der Allergenverordnung. Gütesiegeln vertraut Mörwald nur bedingt: „Wenn die österreichische Qualität allein darin besteht, dass etwas hier abgepackt wurde, dann frage ich mich, was das soll. Da besuche ich den Produzenten lieber selbst, um zu sehen, wo das Lamm aufgewachsen ist.“ Für ihn ist Essen ein Kulturgut, das Menschen verbindet, Kulturen zusammenbringt und nicht trennt.

Mehr Lebensqualität.

Kein Freund der „Kennzeichnungswut“ ist auch Christian Burkia vom gleichnamigen Restaurant in Innsbruck. Der Gastronom hat Anfang der 1990er-Jahre die Slow-Food-Idee nach Tirol gebracht, aus tiefster Überzeu-

• • • •

3- und 4-Zimmer Wohnungen Nur 5 Wohneinheiten Sonnige Lage Moderne Architektur & Grundrisse

LEISTBAR WOHNEN AM PULS DER STADT Smart Living, Kitzbühel • • • •

3-Zimmer Penthousewohnungen Besonderer Panoramablick Ideale Infrastruktur Fertigstellung Juli 2017

ZIMA UNTERBERGER Immobilien GmbH Nicole Knödl | +43 (512) 348178 242 | nicole.knoedl@zima.at A-6020 Innsbruck, Leopoldstraße 1/4 | www.zima.at

EORSORG IDEALE V GEN N WOHNU

STADTNAHES WOHNEN IN SONNIGER LAGE Kreuzgasse II, Innsbruck-Arzl

IHRE VORTEILE AUF EINEN BLICK: » 2- und 3-Zimmer Wohnungen » Durchdachte Grundrisse » Neubauprojekt

» Besichtigung vor Ort nach Terminvereinbarung möglich! +43 (512) 348178 | stephanie.mark@zima.at dominik.riedmann@zima.at| zima.at


32 FEINKOSTLADEN TIROL

gung, dass möglichst saisonal, möglichst regional und möglichst fair auf dem Teller zu mehr Lebensqualität führt – beim Konsumenten wie beim Erzeuger. Die SlowFood-Bewegung wurde vom Italiener Carlo Petrini gegründet, der den Slogan „buono, pulito e giusto“ – gut, sauber und fair – für eine „neue Gastronomie“ prägte. Gerade der Umstand, dass gewisse Obst- und Gemüsesorten nur zu bestimmten Zeiten erhältlich seien, erhöhe deren Wert und die Freude darauf, sie wieder genießen zu können – ganz zu schweigen davon, dass einfach der Geschmack besser sei. „Marillen gibt es in unseren Breiten im Spätsommer und im Herbst. Da sind sie am besten und da machen wir unsere Marillenknödel“, so der Gastronom. Die Produktionsbedingungen sind ein wichtiger Faktor für Christian Burkia. „Gastronomie und Landwirtschaft sind eng miteinander verknüpft. Sie können nicht ohne einander und es ist wichtig, dass beide profitieren“, so Burkia. Er bezieht Fisch aus der Leutasch, Kalbfleisch aus dem Sellraintal. Vieles ist begrenzt: Kalbsleber gibt es im Burkia nur zu be-

© JOERG LEHMANN

SAISON

„Die Qualität der Ware ist das Wichtigste, woher sie kommt, ist mir egal.“ BENJAMIN PARTH, HAUBENKOCH

stimmten Zeiten und dann nicht mehr. Dabei hört für ihn regional nicht an der Landesgrenze auf – zu berücksichtigen sei hier unter anderem die Lieferstrecke. Die Speisekarte gestalten er und sein Küchenteam so, dass möglichst viele regionale und saisonale Speisen vertreten sind. Stehen nicht ausreichend Mengen aus der Region in hoher Qualität zur Verfügung, suche man Produzenten außerhalb. „Wir beziehen unsere Erdäpfel hauptsächlich aus Mieming. Klar ist aber auch, dass die Gastronomie den Bedarf

nicht allein mit heimischem Gemüse decken kann“, betont Burkia. Sei ein Produkt aus der Region, schreibe er das natürlich auf die Speisekarte, bei Interesse informiere er die Gäste über den Lieferanten oder besuche mit ihnen die Produzenten. Wie Mörwald und Parth weiß Burkia aus langjähriger Erfahrung: „Den Gast interessiert in erster Linie die Qualität der Speisen, nicht die Herkunft der Zutaten.“ Das, so sind sich die drei Experten einig, ist das Wichtigste – und das Vertrauen in den Lieferanten. ×

Gepflegte Wanderwege als Wohlfühlfaktor Der Maschinenring ist der Partner in der Region, wenn es um die Pflege von Wanderwegen geht. Wir sorgen dafür, dass sich Gäste und Naturliebhaber in unserer Heimat wohlfühlen. MR-Service Tirol reg.Gen.m.b.H.

www.maschinenring.tirol

Fot

Mera


rol

750 JAHRE WEINERFAHRUNG Seit 1267 in Eppan /Südtirol und seit 73 jahren in Nordtirol bestens etabliert. Als innovativer Partner von Hotellerie & Gastronomie, sowie Fach- und Einzelhandel ist die Weinkellerei P. Meraner mit ihrem Team in Tirol, in Teilen Südtirols, in der Schweiz und in Deutschland bestens vertreten. Ein gut sortiertes, qualitativ hochwertiges Angebot im Bereich Wein, Champagner, erlesenen Spirituosen und gesunden Natursäften, sowie Seriosität und ein ausgezeichnetes Preis- Leistungsverhältnis stehen für den Namen Meraner.

Foto: Shutterstock

Meraner_Saison_210x280.indd 1

w w w . m e r a n e r. a t 10.04.17 13:29


E N TG E LT L I C H E E I N S C H A LT U N G

Mit Kassensystemen von Wötzer rasch auf Gesetzesänderungen reagieren

N

eue Gesetzesänderungen zur Registrierkassapflicht im Jahr 2017 beunruhigen aktuell manche Unternehmer. Entspannt zurücklehnen können sich diejenigen, die dem Tiroler Traditionsunternehmen Wötzer vertrauen. Seit über 30 Jahren bietet Wötzer Kassensysteme für alle Branchen und Betriebsgrößen und steht seit jeher für höchste Professionalität, persönlichen Service und Fachkompetenz.

Wötzer entwickelt mit der unabhängigen, hausinternen Softwareabteilung maßgeschneiderte Kassensysteme und legt größten Wert auf Betriebs- und Datensicherheit sowie professionelles Service und rasche Wartung – auch in Notfällen. Die Kassensysteme von Wötzer zeichnen sich durch hohe Flexibilität aus, garantiert durch SaleGrip®, der eigens entwickelten modularen Kassensoftware.

Das familiengeführte Unternehmen zählt aufgrund seiner jahrzehntelangen Erfahrung zu den führenden Unternehmen am Registrierkassen-Markt. Durch die Weitergabe des Know-hows an die nächste Generation kann sich Wötzer weiterhin am Markt etablieren.

INFOS & KONTAKT Computerkassen Wötzer GmbH Knollerstraße 5, A-6020 Innsbruck Tel.: +43 (0)512¾/¾3 4 70 620 office@woetzer.at www.woetzer.at

Liebe auf Knopfdruck Jetzt auf die erfolgreiche Kassen-Software umsteigen.

www.salegrip.at

Schnell. Smart. Flexibel. Computerkassen Wötzer GmbH 6020 Innsbruck, Knollerstraße 5 Telefon +43.512.34 70 62 www.woetzer.at

Unser Streben liegt damals wie heute darin, unseren Kunden maximalen Service und absolute Top-Qualität mit den von uns entwickelten Produkten zu gewährleisten.


FRÜHJAHR 2017

P R O J E K T:

AUTO DAS MAGAZIN FÜR DIE MOBILE WIRTSCHAFT

NEUE NUTZFAHRZEUGE FÜR GASTRONOMIE UND GEWERBE

MIT DEM STROM SCHWIMMEN

WARUM DIE GASTRONOMIE GUT BERATEN IST, AUF E-MOBILITÄT ZU SETZEN. 35


SUPERBES JUBILÄUM.

Der ŠKODA SUPERB SportLine. Sparen Sie jetzt zum Jubiläum > 1.500,– Euro mit der 25 Jubiläums-Prämie1) > 1.500,– Euro Porsche Bank & Versicherungsbonus2) > bis zu 3.290,– Euro mit den Vorteils-Paketen3) Details bei Ihrem ŠKODA Berater. Symbolfoto. Stand 04/2017. Alle angeg. Preise sind unverb., nicht kart. Richtpreise inkl. NoVA und 20% MwSt. Gültig bei Kauf vom 17.2.–30.4.2017 (ausgenommen Sonderkonditionen). 1) Die 1.500,– Euro werden vom Listenpreis des Neuwagens abgezogen und können pro Kauf nur einmal in Anspruch genommen werden (keine Barablöse). 2) 1.000,– Euro Porsche Bank Bonus und 500,– Euro Versicherungsbonus: Aktionen gültig bis 30.6.2017 (Kaufvertrags-/Antragsdatum) bei Finanzierung über die Porsche Bank u. Abschluss einer vollKASKO-Versicherung über d. Porsche Versicherung. Mindestlaufzeit 36 Monate, Mindest-Nettokredit 50% v. Kaufpreis. Ausg. Sonderkalk. f. Flottenkunden u. Behörden. Die Boni sind unverbindl. nicht kart. Nachlässe inkl. USt und NoVA und werden vom Listenpreis abgezogen. 3) Preisvorteil auf Basis der Motorisierung 190 PS TDI 6-Gang DSG.

Verbrauch: 4,1–7,2 l/100 km. CO2-Emission: 107–164 g/km.

Haller Straße165, 165, 6020 Innsbruck Hallerstraße 6020 Innsbruck Tel. 0512/2423 0512/2423 Tel. www.vowainnsbruck.at www.vowainnsbruck.at Superb_SL_200x280_VOWA.indd 1

Rosenheimer Straße 11, 6330 Kufstein Rosenheimer Straße 11, 6330 Kufstein Tel. 05372/62426-36 Hr. Waldner od. 31 Hr. Horn Tel. 05372/62426-36 Hr. Waldner od. 31 Hr. Horn www.porschekufstein.at

www.porschekufstein.at

07.04.17 12:22


2:22

Die neuen Liefermeister Vollwertige Ausstattung, Allrad, Erdgas: Die Nutzfahrzeuge 2017 punkten mit Eigenschaften, die bis vor Kurzem in diesem Bereich selten waren. Dabei bleiben sie ungeahnt preisgünstig, ein Einstieg unter 8.000 Euro netto ist jederzeit möglich. Der Trend geht ganz klar in Richtung PKW-Komfort, beim Design kommt man am Thema „fescher Liefern“ kaum vorbei. TEXT: KLAUS ERLER

VW UP! CITYVAN

1.000 Liter groß

FORD TRANSIT COURIER

Der neue VW up! CityVan punktet ungeachtet seiner Länge von nur 3,6 Metern mit einem Laderaumvolumen von rund 1.000 Litern und ist als Fiskal-LKW eingestuft. Er berechtigt Unternehmer zum Abzug der Vorsteuer bei Anschaffung sowie bei den laufenden Kosten und zur Abschreibung innerhalb von fünf Jahren. Ebenso entfällt die Normverbrauchsabgabe (NoVA). Kostenmäßig besonders spannend ist der 1.0-eco-up!-Erdgas (CNG) mit 68 PS. Hier beträgt der Durchschnittsverbrauch lediglich 2,9 kg/100 km (CNG). Die Serienausstattung umfasst unter anderem Features wie Klimaanlage, das Radio-System „Composition“, einen Heckscheibenwischer und LED-Tagfahrlicht. Der neue up! CityVan ist ab 10.350 Euro exkl. MwSt. erhältlich.

Sportlich in die Arbeit

Ford ergänzt die Palette des kompakten Nutzfahrzeug­ modells Transit Courier durch die neue Ausstattungsvariante „Sport“. Das Modell bietet Unternehmen einen sehr kompakten LKW-Kastenwagen mit neuen Ausstattungsdetails und neuen Außenfarben inklusive kontrastierenden Sportstreifen. Darüber hinaus verfügt der Transit Courier Sport über 16-Zoll-Leichtmetallräder, TeillederSportsitze und ein perforiertes Leder­lenkrad zusammen mit roten Ziernähten an Sitzen, Lenkrad und Schalthebelmanschette. Der Ford Tourneo Courier ist ebenfalls als Ausstattungsvariante „Sport“ erhältlich.

DACIA DOKKER VAN

© WERK (3)

Preis-Leistungssieger

Der Kompaktlieferwagen Dacia Dokker Van bietet viel Ladekapazität zu einem herausragenden Preis-LeistungsVerhältnis: Je nach Ausstattung stehen bis zu 3.900 Liter Stauvolumen zur Verfügung. Das ist Klassenbestwert. Praktische Doppelflügeltüren und eine große seitliche Schiebetür bieten komfortablen Zugang zum Frachtabteil. Der Dacia ist ab einem Abholpreis von 7.490 Euro netto plus 216 Euro Auslieferungspauschale erhältlich.

IMPRESSUM Medieninhaber, Herausgeber und Verleger: TARGET GROUP Publishing GmbH • Redaktion: Mag. Klaus Erler, Walter Mair • Grafik: Thomas Bucher • Anschrift für alle: Brunecker Straße 3, 6020 Innsbruck, Tel. 0512 / 58 60 20, office@target-group.at, www.target-group.at • Coverfoto: Werk • Druck: Niederösterreichisches Pressehaus, St. Pölten

37


RENAULT TRAFIC X-TRACK © WERK (2)

Renault fürs Grobe

Renault weitet den Einsatzbereich seiner leichten Nutzfahrzeuge aus: Die Modelle Kangoo Express, Trafic und Master sind seit Herbst mit der X-Track-Technologie verfügbar. Diese Modelle besitzen ein Differenzial mit 25 Prozent Sperrwirkung in Kombination mit erhöhter Bodenfreiheit und einem robusten Unterfahrschutz. Damit meistert ein Renault X-Track auch häufige Fahrten auf matschigen und verschmutzten Straßen, Forstwegen sowie Großbaustellen. Für besonders extreme Einsatzbedingungen abseits befestigter Wege steht zusätzlich ab Mai 2017 der Renault Master 4x4 zur Verfügung, der mit zuschaltbarem Allradantrieb auch schwierigstes Gelände meistert.

VW CADDY EDITION 35

Arbeiter-Chic

Die Caddy Edition 35 ist ab sofort auch als Kasten­ wagen bestellbar. Die Ausstattungsdetails: schwarzes Dach, glanzgedrehte 17-Zoll-Felgen, Mobiltelefon-Schnittstelle, Lederlenkrad und große Motor-/Getriebe-Auswahl vom TSI-Benziner über die 1.4 TGI CNG- Variante bis zu den 2.0-TDI-Dieseln, wahlweise mit Handschaltung oder DSG-Automatikgetrieben. Auch zwei Allrad-Varianten sind erhältlich. Der Caddy Edition 35 ist als Kastenwagen mit dem 1.0-TSI-Motor (75 kW/102 PS) in Österreich ab 18.400 Euro netto bestellbar.

Der neue

Renault SCENIC COPYRIGHT: MARKUS WENDLER

Das Familienauto - neu definiert.

Schon ab

€ 18.690,–

1)

4Jahre Garantie

auch als GRAND SCENIC mit bis zu 7 Sitzen erhältlich bei Sorglos-Finanzierung 4 Jahre Wartungsvertrag gratis 2)

3)

Alle Aktionen und Boni gelten bis 30.04.2017 für Privatkunden bei Kauf eines Renault Neufahrzeuges bei teilnehmenden Renault-Partnern. 1) Aktionspreise verstehen sich inkl. Boni, NoVA, USt. und Händlerbeteiligung. 2) Gilt nur bei Inanspruchnahme des Aktionstarifs Sorglos-Finanzierung von Renault Finance (RCI Banque SA Niederlassung Österreich) bei Kaufantrag eines Renault Neuwagen PKW im Aktionszeitraum, ausgenommen sind die Modelle Zoe, Koleos, Trafic und Master. Der Abschluss des Renault Easy Service-Vertrages bei Ihrem Renault Partner ist unmittelbar nach Erstzulassung erforderlich. Mit diesem Wartungsvertrag sind alle Arbeiten, die der Wartungsplan laut Ihrem „My Service Renault-Heft“ vorsieht, abgedeckt. Laufzeit gültig ab dem Tag der Erstzulassung bis maximal 48 Monate bzw. bis maximal 80.000 km; es gilt das zuerst Erreichte als Vertragsende. Keine Barablöse möglich. 3) Garantieerweiterung auf insgesamt 4 Jahre und max. 100.000 km Laufleistung, je nachdem, was zuerst eintritt. Nähere Informationen unter www.renault.at. Kombinierter Verbrauch von 3,9-6,1 l/100 km, CO2-Emission 100–136 g/km, homologiert gemäß NEFZ. Änderungen, Satz- und Druckfehler vorbehalten. Symbolfoto.

renault.at

DOSENBERGER www.dosenberger.com

Neu-Rum, Serlesstraße 1, Tel.: 0512/261130-0, dosenberger@partner.renault.at Landeck, Stampfle 173, Tel.: 05442/64060-0, office@dosenberger-landeck.at OSTERMANN Innsbruck, Fürstenweg 93, Tel. 0512/281741 HOFER Neustift, Kampl/Gewerbezone 10, Tel. 05226/2661 NEURAUTER Stams-Mötz, Staudach 23, Tel. 05263/6410

SCHÖPF Imst, Industriezone 54, Tel. 05412/64526 HANGL Pfunds, Nr. 432, Tel. 05474/5273

170135_Dosenberger_ProjektAuto_R_01_Sujet_Scenic 4c 200x136_04_17.indd 1

38

05.04.17 20:24


Die neue VW-Crafter-Generation garantiert kundenorientierte Transportlösungen.

© WERK

VW CRAFTER

Neuer VW Crafter erstmals mit 4MOTION Der neue VW Crafter konnte schon vor seinem Marktstart im März den begehrten Titel „International Van of the Year“ gewinnen. Jetzt fährt er erstmals mit Allradantrieb vor.

D

ie aktuelle Crafter-Generation kommt ab sofort ohne die Gene-Spenden des Mercedes Sprinter aus. Der Crafter läuft im neuen Volkswagen-­Werk im polnischen Wrzesnia vom Band, tritt mit vier Grundmodellen, drei Längen (zwischen 5,98 und 7,40 m) und drei Höhen an. Dadurch ergeben sich rund 69 Derivate und damit ein gutes Standing im heiß umkämpften Nutzfahrzeugsegment. In der längsten Variante des neuen Crafter finden bis zu neun Roll-Container Platz. In der mittleren Längenvariante

mit Single-Bereifung können sechs Europaletten (à 1,20 x 0,80 m) oder alternativ vier Europaletten (à 1,00 x 1,20 m) geladen werden, was für diese Länge die derzeit größte Anzahl verstaubarer Europaletten in dieser Klasse darstellt. Erstmals gibt es den Crafter nun auch mit 4Motion-Allradantrieb.

Einführungsbonus

Die Allradvariante wird mit 103 kW/ 140 PS oder 130 kW/177 PS angeboten, der Aufpreis zum vergleichbaren Frontantrieb beträgt 3.410 Euro netto.

Da der 4MOTION in der stärkeren Variante mit 177 PS ab 34.606 Euro bestellbar ist und die „kleinere“ Version mit 140 PS ab 33.027 Euro erst im Juni folgt, hat sich VW für die starke Version ein ganz besonderes Angebot einfallen lassen: Mit Verkaufsstart bis Ende Mai 2017 gibt es einen Einführungsbonus in Höhe von 1.500 Euro netto. Damit bekommt der Kunde den 177 PS starken 4MOTION-Crafter fast zum Preis der „kleineren“ Allradvariante. Preislich startet der Crafter trotz erweiterter Serienausstattung mit dem 2.0-TDI-Frontantrieb mit 75 kW/102 PS TDI ab 26.800 Euro • (exkl. 20 % MwSt.). 

DER NEUE CRAFTER. DIE NEUE GRÖSSE.

EN! OBEFAHR JETZT PR

100 % NEU. 100 % KUNDENORIENTIERT. Der neue Crafter – in zahlreichen Bereichen der Beste seiner Klasse. Ein Fahrzeug, das praktisch, wirtschaftlich und innovativ ist wie nie – und damit allen Herausforderungen des Alltags perfekt gewachsen ist. 100 % Volkswagen.

Symbolfoto. Verbrauch: 7,4 – 7,8 l/100 km, CO2-Emission: 193 – 204 g/km.

Ihr autorisierter Verkaufsagent VW Nutzfahrzeuge

6020 Innsbruck, Haller Straße 165 Telefon 0512/2423-0 www.vowainnsbruck.at

6020 Innsbruck, Mitterweg 26 Telefon 0512/22755-0 www.porscheinnsbruck.at

6300 Wörgl, Innsbrucker Straße 59 Telefon 05332/74100 www.porschewoergl.at

6380 St. Johann, Birkenstraße 18 Telefon 05352/64838 www.porschestjohann.at

6330 Kufstein, Rosenheimer Straße 11 Telefon 05372/62426 www.porschekufstein.at

39


ST TE © AXEL SPRINGER (4)

VORSTEUE RABZUGSBE RECHTI GT!

VW AMAROK V6 HIGHLINE

DIESEL

Sanfte Sänfte, Arbeitstier

Sieben Jahre nach seinem Debüt präsentiert VW den Amarok Modelljahr 2017 technisch und optisch überarbeitet. Damit wird er endgültig zum wohl komfortabelsten Pick-up diesseits des Atlantiks. TEST: KLAUS ERLER

A

m meisten hat sich beim 2017er-Amarok unter der Motorhaube getan: Dort arbeitet jetzt ein 6-Zylinder-3-LiterDiesel in zwei Ausbaustufen von 204 bis 224 PS. Der Verkaufsstart für die Einsteigerversion Trendline mit 163 PS und für die Versionen mit zuschaltbarem Allradantrieb (nur 163 und 204 PS) samt 6-Gang-Schaltgetriebe ist für das erste Halbjahr 2017 geplant. Die derzeit erhältlichen Motorisierungen mit 204 und 224 PS gibt es nur in Verbindung mit der 8-Gang-Automatik samt full-time 4Motion. 2WD und Single Cab sind beim Amarok grundsätzlich kein Thema. Der neue Sechszylinder stellt schon bei 1.500 Umdrehungen maximale Drehmomente von 450, 500 bzw. 550 Nm zur Verfügung. Dank Harnstoff-Einspritzung erfüllt er zudem die derzeit strengste EU6-Abgasnorm. Die höchsten Gänge sowohl des Schalt- als auch des

Automatikgetriebes sind lang ausgelegt und senken bei höheren Geschwindigkeiten das Drehzahl- und Verbrauchsniveau. Wer jetzt denkt, dass hohe Geschwindigkeiten und Pick-up sowieso nicht zusammenpassen und diese Aussage damit keinen realen Mehrwert hat, irrt gewaltig. Dazu gleich mehr.

Nichts für bescheidene Naturen

Mit einer Länge von 5,25 Metern, einer Breite von 2,23 Metern und einer Höhe von 1,83 Metern ist der

neue Amarok nichts für bescheidene Naturen. Der Parkplatz, auf dem man den Amarok nicht sofort findet, muss in Tirol erst erfunden werden, genauso wie der Kingsize-Abstellplatz, den er eigentlich benötigen würde. Man steigt ab, nicht aus, und im Straßenverkehr braucht es schon einen gefestigten Charakter, um nicht jedes andere Fahrzeug unterhalb VW-Busgröße als Spielzeug misszuverstehen. Die überarbeitete Front und die neue Instrumententafel machen den Amarok fescher und wertiger, werden

Pkw-Feeling: Im Amarok findet man Interieur nach feinster VW-Manier.

40


aber nur Kennern wirklich auffallen. In der Ausstattung nähert sich der Amarok noch mehr den PKW-Linien von VW an, die Aufpreisliste nimmt beinahe unübersichtliche Formen an: Elektrisch verstellbare, ergonomische Sitze gibt es genauso wie neue Infotainment-Umfänge und Sicherheitsfeatures wie die Multikollisionsbremse.

Voll langstreckentauglich

Doch der Amarok kann auch Arbeit: Auf die Ladefläche passt nach wie vor eine Europalette quer, je nach Ausstattungsvariante sind Nutzlasten von über einer Tonne möglich. Dass der neue Amarok in einigen Varianten künftig bis zu 3,5 Tonnen Anhängelast ziehen kann, macht ihn endgültig zum Arbeitstier. Das Eigenartige daran: Hat man den Amarok erst einmal erklommen,

Lademeister: Hier geht sich auch eine Europalette aus, die bis zu rund einer Tonne wiegen darf.

Arbeitstier und Reisegleiter

MOTOR: 3,0 V6 Diesel 224 PS

Innerstädtisch kaum einsetzbar

GETRIEBE: 8-Gang-Automatik

sitzt und fährt er sich fast wie im PKW. Die Federung ist erstaunlich ausgewogen und erwachsen, Kopf- und Beinfreiheit sind mehr als ausreichend, 14-Wege-ergoComfortSitze für Fahrer und Beifahrer gibt es als Zusatzausstattung. Eine Autobahnetappe von Innsbruck nach Wien, früher undenkbar, lässt sich auch mit deutschen Autobahngeschwindigkeiten derart geschmeidig abspulen, dass man versucht ist, den Amarok als Langstreckenfahrzeug zu empfehlen. •

TESTVERBRAUCH: 9,3 Liter GEWICHT: 2.244 kg ZULADUNG: 836 kg PREIS AB: 34.728 exkl. MwSt. PREIS TESTWAGEN: 44.940 exkl. MwSt.

Der neue Golf. Jetzt Probe fahren.

Wir bringen die Zukunft in Serie. Kraftstoffverbrauch: 3,9 – 7,1 l/100 km. CO₂-Emission: 102 – 163 g/km. Symbolfoto.

6020 Innsbruck

6020 Innsbruck

www.vowainnsbruck.at Haller Straße 165

www.porscheinnsbruck.at Mitterweg 26

Telefon +43 512 2423-0 www.vowainnsbruck.at

Telefon +43 512 22755 www.porscheinnsbruck.at

Unbenannt-42 1

Unbenannt-55 1

05.01.17 13:44

6300 Wörgl

6330 Kufstein

www.porschewoergl.at Innsbrucker Straße 59

www.porschekufstein.at Rosenheimerstraße 11

Telefon +43 5332 74100 www.porschewoergl.at

Unbenannt-52 105.01.17 14:24

Telefon +43 5372 6 24 26 www.porschekufstein.at

41

Unbenannt-51 105.01.17 14:21

6380 St. Johann in Tirol

www.porschestjohann.at Birkenstraße 18 Telefon +43 5352 64838 www.porschestjohann.at

05.01.17 14:26 Unbenannt-54 1

05.01.17 14:26


LEON FAST LANE – * LEON FAST LANE LIEFERBAR IN 14– TAGEN * LIEFERBAR INWARTEN. 14 TAGEN STARTEN STATT STARTEN STATT WARTEN.

Verbrauch: 5,1-5,2 km. COCO -Emission: 119-120 g/km. Symbolfoto. 2-Emission: Verbrauch: 5,1-5,2l/100 l/100 km. 119-120 g/km. Symbolfoto. Sollte die Lieferzeit von 14 Tagen in einzelnen Ausnahmefällen überschritten werden, informieren wir Sie umgehend.

TECHNOLOGY TO ENJOY TECHNOLOGY TO ENJOY

2

Die SEAT**Garantie von 5 Jahren bzw 100.000 km Laufleistung endet, wenn entweder die vereinSollteZeitdauer die Lieferzeit von 14 in einzelnen Ausnahmefällen überschritten werden, informieren wir Sie umgehend. Die SEATzuerst Garantie vonAktion 5 Jahren bzw km Laufleistung endet, wenn entweder die vereinbarte abgelaufen istTagen oder die maximal vereinbarte Laufleistung überschritten wird, je nachdem, welches der beiden Ereignisse eintritt. gültig bei100.000 Kauf bis 30.06.2017 bzw. bis auf Widerruf. *

*

**

barte Zeitdauer abgelaufen ist oder die maximal vereinbarte Laufleistung überschritten wird, je nachdem, welches der beiden Ereignisse zuerst eintritt. Aktion gültig bei Kauf bis 30.06.2017 bzw. bis auf Widerruf.

VOWA INNSBRUCK

VOWA INNSBRUCK MARKUS PILSER* MARKUS PILSER** SEAT DABLANDER * SEAT DABLANDER AUTO KAPFERER* * AUTO KAPFERER H. EISENRIGLER GMBH* * H. EISENRIGLER AUTOHAUS WOLFGMBH GMBH* AUTOHAUS WOLF GMBH* *Autorisierte Verkaufsagentur

6020 Innsbruck 6020 Innsbruck 6020 Innsbruck 6020 Innsbruck 6414 Mieming 6414 Mieming 6441 Umhausen 6441 6460 ImstUmhausen 6460 Imst 6604 Höfen

6604 Höfen

Tel. 0512/2423-80 www.vowainnsbruck.at Tel. 0512/2423-80 www.vowainnsbruck.at Tel. 0512/345310 www.pilser.at Tel. 0512/345310 www.pilser.at Tel. 05264/5757 www.autohaus-dablander.at Tel. 05264/5757 www.autohaus-dablander.at Tel. 05255/5218 www.auto-kapferer.at Tel. 05255/5218 www.autohaus-eisenrigler.at www.auto-kapferer.at Tel. 05412/66410 Tel. 05412/66410 www.autohaus-wolf.at www.autohaus-eisenrigler.at Tel. 05672/66111

Tel. 05672/66111

www.autohaus-wolf.at

*Autorisierte Verkaufsagentur Leon_FL_200x280_VOWA.indd 1

07.04.17 10:38


© SHUTTERSTOCK.COM

Auf E-Mobilität setzen

Walter Steiger ist Geschäftsführer und Inhaber der Tiroler Firma EcoDrive und auf Fuhrparkmanagement spezialisiert. Er erklärt, warum die Vorteile von E-Mobilen größer sind, als Unternehmer gemeinhin denken, und warum die Gastronomie gut beraten ist, Premiumparkplätze für E-PKW zu schaffen. TEXT: KLAUS ERLER

A

ls Profi im Fuhrparkmanagement ist Walter Steiger ein glühender Verfechter der E-Mobilität. Das merkt man spätestens, wenn er zum zunächst vielleicht etwas trocken erscheinenden Thema „Sachbezugsbefreiung bei E-Mobilen“ kommt. Für Walter Steiger ist das ein Thema, das in seiner rechtlichen und finanziellen Relevanz von vielen heimischen Unternehmen und Gastronomen bisher noch nicht in seiner gesamten Breite erfasst wurde.

Steuerproblematik

Walter Steiger: „Wenn ich als Dienstgeber aktuell einem Mitarbeiter einen VW Passat in mittlerer Ausstattung als Firmenwagen zur privaten Nutzung zur Verfügung stelle, muss dieser Mitarbeiter von seinem Bruttolohn zwei Prozent vom Brutto-Anschaffungswert des Fahrzeugs abziehen. Dieser Betrag

ist an das Finanzamt abzuführen. Beim VW Passat kann man von rund 35.000 Euro Brutto-Anschaffungskosten ausgehen. In diesem Fall müsste der Dienstnehmer 700 Euro von seinem Bruttolohn abziehen.“ Laut Walter Steiger ist diese Tatsache in Tirol zwar weithin bekannt, wird im unternehmerischen Alltag aber oft übersehen. Die Folge davon ist, dass dieser Sachbezug beim Finanzamt nicht abgeführt wird. Walter Steiger: „Laut Bundes-Abgabenordnungsgesetz ist dies bereits als Steuerhinterziehung zu werten. Derzeit intensivieren sich daher gerade auch in diesem Bereich die Prüfungen vom Finanzamt und von der Gebietskrankenkasse.“

Kein Sachbezug, keine Vorsteuer

Unternehmen, die in Tirol schon jetzt bei Firmenfahrzeugen auf die E-Mo-

43

bilität setzen, sind für Walter Steiger hier klar im Vorteil: „Bei E-PKW ist der Vorsteuerabzug nicht nur bei allen Modellen, sondern auch bei allen Aufwendungen, die dieses Fahrzeug betreffen, möglich. Das betrifft also zum Beispiel auch Reifen, Werkstätten-Aufenthalte oder die AutobahnVignette. Zudem entfällt bei E-PKW der Sachbezug zur Gänze. Wenn ein Firmenchef seinem Mitarbeiter also einen betrieblichen E-PKW mit null Gramm CO2-Austoß zur privaten Nutzung überlässt, muss dieser den Sachbezug nicht bei Finanzamt und Gebietskrankenkasse abführen.“ Dazu kommt laut Walter Steiger auch, dass Reichweitenängste bei EMobilen unbegründet sind, wenn die Fahrzeuge nicht gerade im klassischen Vertriebs- und Außendienst eingesetzt werden. Walter Steiger: „Laut einer aktuellen VCÖ-Studie lassen sich bereits


↑ Vorteile für gehobene Hotellerie und Gastronomie

© FRANZ OSS

Für Walter Steiger gibt es noch weitere Vorteile von E-Mobilen, die vor allem in der gehobenen Hotellerie und Gastronomie zum Tragen kommen. Ein besonders spannendes NutzungsModell von E-PKW wird in Tirol schon von einigen gastronomischen Leitbetrieben angewendet: „Diese Nutzung ist mehrstufig: Der E-PKW wird dabei vorsteuerabzugsberechtigt auf den Betrieb angemeldet und mit Logo und Adresse des Hotels versehen nicht nur als Sympathieträger, sondern auch als mobiler Werbeträger eingesetzt.

© SHUTTERSTOCK.COM

jetzt 80 Prozent aller in Österreich unternommenen Fahrten mit einem aktuell am Markt erhältlichen E-Mobil bewältigen.“ Der Fuhrparkmanagement-Profi geht noch einen Schritt weiter: „Reichweitenbeschränkungen sind noch aus einem anderen Grund kein zwingender Nachteil für den Dienstgeber. Er kann nämlich davon ausgehen, dass ein E-Dienstfahrzeug privat nicht so häufig und extensiv genutzt wird. Dadurch sinkt nicht nur die Abnützung, sondern auch das Unfallrisiko, und damit reduzieren sich auch die laufenden Kosten.“ Schaut nach ferner Zukunft aus, wird aber schon bald Realität: Parkplätze voller E-Mobile. Gastronomen, die diesem nicht mehr aufzuhaltenden Trend schon jetzt mit der Errichtung von Parkplätzen samt Lade-Wallbox entsprechen, haben die Nase vorn.

Walter Steiger das Errichten einer angemessenen Anzahl an Ladestationen, die mit einem Premium-Hotelparkplatz gekoppelt sind: „Wir haben in Tirol jährlich rund 20 Millionen An- und Abreisen. Viele dieser Anund Abreisen werden schon in naher Zukunft potenziell auf Gäste entfallen, die mit dem E-Mobil anreisen wollen und das nur dann können, wenn sie in einem Haus die entsprechende

„Ich rate den heimischen Touristikern, sich früh genug dem Thema Elektromobilität zu widmen, um bestehende Kunden zu halten und den Zukunftsgast anzusprechen. Früh genug ist genau jetzt: Spätestens 2020 wird eine ausgereifte Technologie für die erste große Verschiebung des Individualverkehrs in Richtung E-PKW sorgen!“ Walter Steiger, Geschäftsführer EcoDrive und Fuhrparkmanagement-Spezialist

Tagsüber steht das E-Mobil den Gästen zur Verfügung, die mit Bahn, Bus oder Flugzeug angereist sind. Sie finden hier ein Alleinstellungsmerkmal des Hauses vor und können den E-PKW für Ausflüge in die nähere Umgebung nutzen. Am Abend und am Morgen wird der E-PKW dann von den Angestellten für emissionsfreie Fahrten von und zu privaten Zielen genutzt.“

E-touristische Zukunft

Für die touristische Zukunft heimischer Betriebe unumgänglich ist für

Lade-Infrastruktur vorfinden.“ Dabei geht es gar nicht darum, den Gästen eine teuer zu errichtende 50-KWSchnellladestation zu bieten, die vom Gastronomen große Investitionen verlangt: „Ich rate heimischen Hoteliers, es unkompliziert und kostengünstig anzugehen. Einfache WallboxLadestationen mit bis zu 32 Ampere Starkstrom bieten aktuell das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis, kosten in der Errichtung pro Parkplatz zwischen 1.000 und 1.500 Euro und sind für das Nutzungsverhalten von Urlaubsgästen

44

für die nächsten Jahre ausreichend. Sie ermöglichen ein komplettes Aufladen des Fahrzeugs – auch der PKW des US-Herstellers Tesla – in zweieinhalb bis sieben Stunden je nach Kapazität der Fahrzeugbatterien. Am Morgen steht den Gästen so in jedem Fall ihr voll einsatzfähiges E-Mobil zur Verfügung. Zudem gibt es pro Wallbox Bundesförderungen in Höhe von 200 Euro.“ Einem Vier-Sterne-Haus rät Walter Steiger derzeit zu mindestens zwei, in naher Zukunft zu mindestens vier Ladestationen, die an eigens ausgewiesene Premium-E-Mobil-Parkplätze in der Nähe der Rezeption gekoppelt sind. Walter Steiger: „Dadurch ergibt sich auch ein großer Wettbewerbsvorteil gegenüber dem Mitbewerb, der die Zeichen der Zeit vielleicht noch nicht so klar erkannt hat. Und dieses Service gilt es dann auch groß und prominent über die Homepage des Hauses zu transportieren. Keine andere Art des Individualverkehrs passt so gut zu einem Tourismusland Tirol, das schwerpunktmäßig auch mit Naturerleben wirbt, wie die E-Mobilität! Ich rate den heimischen Touristikern, sich früh genug diesem Thema zu widmen, um bestehende Kunden zu halten und den Zukunftsgast anzusprechen. Früh genug ist genau jetzt: Spätestens 2020 wird eine ausgereifte Technologie für die erste große Verschiebung des Individualverkehrs in Richtung E-PKW sorgen!“ •


Audi Q3 Jetzt bereits ab Audi Q3

Audi A3 Jetzt bereits ab Audi A3

Jetzt bereits ab € 24.990,–*

€ 24.990,–*

Jetzt bereits ab € 19.990,–*

€ 19.990,–*

deal. deal.

i.at i.at

Audi A4 Jetzt bereits ab Audi A4 Jetzt bereits ab € 28.490,–*

€ 28.490,–*

Die von Audi. Audi Q2. Die Start-up Start-up Modelle ModelleDer von Audi. #untaggable aggable Der Audi Q2. #unt Starten Sie durch mit den Start-up Modellen von Audi. Mit dem Audi Q2 wird vieles anders. Er ist smart, individuell, selbstbewusst und lässt sich in keine Schublade stecken. Starten Sie durch mitnur den Start-up Modellen von Audi. Mit dem Audi Q2 wird vieles anders. Er ist smart, individuell, Streng limitiert und für kurze Zeit. Kurz: #untaggable. Ein Newcomer, der mit vielen innovativen selbstbewusst und lässt sich in keine Schublade stecken. Technologien und einer neuen, eindrucksvollen Formensprache Streng limitiert und nur für kurze Zeit. Kurz: #untaggable. Ein Newcomer, der mit vielen innovativen aufwartet. Lassen Sie sich überraschen. Technologien und einer neuen, eindrucksvollen Formensprache Jetzt bei uns Probefahren. aufwartet. Lassen Sie sich überraschen. Jetzt bei uns Probefahren. Ab 4. November bei uns im Betrieb! Der neue Audi Q5. Bereitneue für denAudi Moment. Der Q5.

Ab 4. November bei uns im Betrieb!

Bereit für den Moment.

Innsbruck 6020 Innsbruck Mitterweg 26 Mitterweg 26 Innsbruck 6020 Innsbruck Telefon 0512/22 Telefon 0512/22 755-2302 Mitterweg 26 Mitterweg 26 755-2302 www.porscheinnsbruck.at Telefon 0512/22 www.porscheinnsbruck.at Telefon 0512/22 755-2302 755-2302 www.porscheinnsbruck.at www.porscheinnsbruck.at

6020Innsbruck, Innsbruck 6380 St.Johann Johann Tirol Überlassen Sie nichts dem Zufall. Ganz gleich ob es um Komfort, 6380 St. inin Tirol Haller Straße 165 6020 Straße 165 Design oder Dynamik165 geht: Der Audi Q5 überzeugtBirkenstraße vom ersten Haller Straße 18 in Tirol Birkenstraße 18 0512/2423-0 6020 Innsbruck 6380 St. Johann Überlassen Sie nichts dem Zufall. Ganz gleich ob es um Komfort, Telefon St. Johann in Tirol MomentInnsbruck, an. Zu den Highlights die165 neueste6380 Generation des Hallerzählen: Straße 6020 Straße 165 Telefon 0512/2423-0 Telefon +435352 5352 64838 Telefon +43 Design oder Dynamik geht: Q5 cockpit überzeugt vom Allradantriebs quattro, das Der AudiAudi virtual sowie dieersten optionale Haller Straße 165 Birkenstraße www.vowainnsbruck.at Birkenstraße 181864838 Telefon 0512/2423-0 Moment an. Zu den Highlights zählen: die neueste Generation des www.porschestjohann.at www.vowainnsbruck.at www.porschestjohann.at Luftfederung (adaptive air suspension). Telefon 0512/2423-0 Telefon +435352 5352 64838 Telefon +43 64838 Allradantriebs quattro, das Audi virtual cockpit sowie die optionale www.vowainnsbruck.at www.porschestjohann.at www.vowainnsbruck.at www.porschestjohann.at Luftfederung (adaptive air suspension). Jetzt in unserem Betrieb. Jetzt in unserem Betrieb.

Ihr autorisierter Service-Betrieb 6300 Wörgl 6300 Wörgl Ihr autorisierter Service-Betrieb Innsbrucker Straße Innsbrucker Straße 59 59 6300 Wörgl 6300 Wörgl Telefon +43 5332 Telefon +43 5332 7410074100 Innsbrucker Straße Innsbrucker Straße 59 59 www.porschewoergl.at www.porschewoergl.at Telefon +43 5332 Telefon +43 5332 7410074100 www.porschewoergl.at www.porschewoergl.at

Kraftstoffverbrauch gesamt in l/100 km: 4,4 – 5,7. CO2-Emission in g/km: 114 – 130. Symbolfoto. Kraftstoffverbrauch gesamt in l/100 km: 4,4 – 5,7. CO2-Emission in g/km: 114 – 130. Symbolfoto.

6330 Kufstein 6330 Kufstein Rosenheimerstraße 11 6330 Kufstein Rosenheimerstraße Telefon +43 5372 6 24 26 11 6330 Kufstein Rosenheimerstraße 11 6 24 26 Telefon +43 5372 www.porschekufstein.at Rosenheimerstraße Telefon +43 5372 6 24 26 11 www.porschekufstein.at Telefon +43 5372 6 24 26 www.porschekufstein.at

www.porschekufstein.at Kraftstoffverbrauch gesamt in l/100 km: 4,9 – 7,1. CO2-Emission gesamt in g/km: 129 – 162. Symbolfoto. Kraftstoffverbrauch gesamt in l/100 km: 4,9 – 7,1. CO2-Emission gesamt in g/km: 129 – 162. Symbolfoto.

09.02.17bei 11:58Finanzierung über die Porsche Bank und EUR 500,– Versicherungsbonus bei Fi*Alle Preise bereits unter Berücksichtigung von EUR 1.000,– Bonus nanzierung Abschluss einer vollKASKO über die Porsche Mindestlaufzeit 36 Monate, 15.000 km/Jahr. Mindest-Nettokredit 50 % vom 09.02.17bei 11:58Finanzierung über die Porsche Bank und EUR 500,– Versicherungsbonus bei Fi*Alle Preise und bereits unter Berücksichtigung von EUR 1.000,–Versicherung. Bonus Kaufpreis. Aktionen gültig bis 30.06.2017 undVersicherung. Finanzierungsantragsdatum). Ausgenommen Sonderkalkulationen für Flottenkunden und nanzierung und Abschluss einer vollKASKO(Kaufvertragsüber die Porsche Mindestlaufzeit 36 Monate, 15.000 km/Jahr. Mindest-Nettokredit 50 % vom Behörden. Limitiertegültig Händleraktion, solange der Vorrat reicht. Kaufabschluss und ZulassungAusgenommen bis längstens 30.06.2017. Es handelt um unverbindliKaufpreis. Aktionen bis 30.06.2017 (Kaufvertragsund Finanzierungsantragsdatum). Sonderkalkulationen fürsich Flottenkunden und che, nicht kartellierte Richtpreise inkl. NoVA und vorbehalten. Standbis 02/2017. Behörden. Limitierte Händleraktion, solange der MwSt. Vorrat Satz-/Druckfehler reicht. Kaufabschluss und Zulassung längstens 30.06.2017. Es handelt sich um unverbindliKraftstoffverbrauch gesamt in l/100 km: 4,1und – 5,0. CO2-Emission gesamt invorbehalten. g/km: 107 –Stand 131. Symbolfoto. che, nicht kartellierte Richtpreise inkl. NoVA MwSt. Satz-/Druckfehler 02/2017.

Unbenannt-275 1 Unbenannt-275 1

Kraftstoffverbrauch gesamt in l/100 km: 4,1 – 5,0. CO2-Emission gesamt in g/km: 107 – 131. Symbolfoto.


Auch als Z.E. Version erhältlich

netto

(€ 20.520,– inkl. USt)

€ 17.100,–

Renault TRAFIC ab

+ netto

1)

netto

Jahre Garantie

4

(€ 21.588,– inkl. USt)

€ 17.990,–

Renault MASTER ab

+

170134_Dosenberger_Sonder_Sujet_NFZ 4c 280x200_03_17_X4.indd 1

OSTERMANN Innsbruck, Fürstenweg 93, Tel. 0512/281741 HOFER Neustift, Kampl/Gewerbezone 10, Tel. 05226/2661 NEURAUTER Stams-Mötz, Staudach 23, Tel. 05263/6410

SCHÖPF Imst, Industriezone 54, Tel. 05412/64526 HANGL Pfunds, Nr. 432, Tel. 05474/5273

Neu-Rum, Serlesstraße 1, Tel.: 0512/261130-0, dosenberger@partner.renault.at Landeck, Stampfle 173, Tel.: 05442/64060-0, office@dosenberger-landeck.at

DOSENBERGER www.dosenberger.com

06.04.17 12:43

renault.at

Dank niedriger CO2-Emissionen ab nur 112 g/km und langer Wartungsintervalle von 40.000 km bzw. 2 Jahren sind die Betriebskosten extrem niedrig. Und zusätzlich gibt es – wie immer bei Renault – 4 Jahre Garantie. Angebotspreise für Fahrzeuge mit EU6-Abgasnorm gültig nur für Firmenkunden bei Kauf bis 30.04.2017. 1) Garantieerweiterung auf insgesamt 4 Jahre und max. 100.000 km Laufleistung bei Kangoo bzw. 150.000 km bei Trafic und Master, je nachdem, was zuerst eintritt. Änderungen, Satz- und Druckfehler vorbehalten. Symbolfoto.

Roadshow von 04.05.–06.05.2017!

(€ 13.068,– inkl. USt)

€ 10.890,–

Renault KANGOO EXPRESS ab

+

Maßgeschneidert für Ihre Ansprüche

Renault PRO+: Vertrauen Sie Europas führender Marke für Profis.


E N TG E LT L I C H E E I N S C H A LT U N G

Erdgasfahrer sind gleich mehrfach im Vorteil Die deutlich geringeren Treibstoffkosten und kaum umweltbelastende Emissionen sprechen für Erdgasautos. Zudem bietet die TIGAS attraktive Förderung beim Kauf eines Erdgasautos an.

E

rdgasfahrzeuge sind eine echte Alternative: Sie stoßen praktisch keine Feinstaub- und Rußpartikel aus. Auch die Emissionen an Stickoxiden und Kohlendioxid sind vergleichsweise gering. In puncto Verbrauch bieten Erdgasautos einen deutlichen Vorteil gegenüber Benzin- und Dieselfahrzeugen: Für nur rund € 4,- pro 100 km sind die sehr sparsamen Erdgasfahrzeuge deutlich günstiger unterwegs als Fahrzeuge mit herkömmlichen Antriebsarten. Zudem fördert die TIGAS die Anschaffung eines Erdgasfahrzeugs im Jahr 2017 mit einer „Umweltprämie“ in Höhe von € 1.000,–. Der Trend zu Erdgasautos wird auch durch ein immer größer werdendes Angebot

an serienmäßigen Erdgasauto-Modellen namhafter Fahrzeughersteller unterstützt, das von Kleinwagen über attraktive Mittelklassewagen bis zu Nutzfahrzeugen reicht. Zudem ist das Erdgastankstellennetz in Tirol mit 28 Erdgastankstellen flächendeckend ausgebaut. An der Tankstelle an der B169 in Schlitters können Erdgasautos mit dem im Zillertal aus biogenen Wertstoffen aus der Region und damit aus erneuerbaren Ressourcen produzierten Biogas betankt werden. Auch in den anderen Bundesländern und im benachbarten Ausland steht ein ausreichend flächendeckendes Erdgastankstellennetz zur Verfügung.

Nähere Infos unter der kostenfreien Serviceline 0800 / 828 829 und auf www.tigas.at.

Erdgasautofahrer tanken günstiger und schonen dabei auch noch die Umwelt.

SCHON GEHÖRT?

MIT ERDGAS KANNST DU SAUBER GAS GEBEN.

Sichern Sie ie sich jetzt d = mie Umweltprä € 1.000,– Förderung FAHREN MIT ERDGAS. Sie glauben, Ökologie und Fahrspaß passen nicht zusammen? Dann haben Sie noch nie in einem der neuen, leistungsstarken Erdgas-Autos so richtig Gas gegeben. Und dabei bis zu 80% an Schadstoffen gespart. Noch mehr Freude kommt auf, wenn Sie Erdgas- und Benzinpreise vergleichen: An den vielen TIGAS Erdgastankstellen zahlen Sie nämlich deutlich weniger. Und im Übrigen erhalten Sie bis 31.12.2017 EUR 1.000,– Förderung bei Anschaffung eines Erdgasfahrzeugs. Weiter denken. Besser bleiben. TIGAS.

www.tigas.at


48

MAGAZIN

Tirol weiter auf Schiene Tirol forciert mit der 2012 gestarteten Initiative „Tirol auf Schiene“ die Gästeanreise per Bahn. Die Projektpartner trafen sich unlängst zum Austausch.

PROFILE NEUER GESCHÄFTSFÜHRER IN IMST

© TIROL WERBUNG

Bernhard Rauscher wird ab dem 2. Mai 2017 neuer Geschäftsführer bei Imst Tourismus. Rauscher wurde vom Vorstand nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren bestellt, er konnte vor allem mit seiner Fach- und Führungskompetenz und langjährigen Erfahrung überzeugen.

WEITERER ABGANG IN DER SILBERREGION Nach Vorstand Christian Schöser wird mit 30. Juni 2017 auch Geschäftsführer Markus Schmidt den TVB Silberregion Karwendel verlassen. Schmidt bekleidete zwölf Jahre diese Funktion, wer ihm nachfolgt, ist noch nicht bekannt.

D

ie enge Zusammenarbeit mit den Mobilitätsunternehmen in Sachen Bahnanreise – allen voran ÖBB, DB, SBB und VVT – macht sich bezahlt. Bei einem Treffen der Projektpartner im Zillertal wurden insbesondere die jüngst eingeführten Zugverbindungen nach Tirol als Erfolgsbeispiele vorgestellt. So ist der seit Dezember vergangenen Jahres

verkehrende Nightjet von Hamburg nach Tirol laut ÖBB die bestverkaufte aller Nachtzugverbindungen. Auch der damit verbundene Autotransport wird sehr gut angenommen. Für die Zukunft soll unter anderem das Einzugsgebiet von „Tirol auf Schiene“ weiter ausgebaut werden. Am Plan steht, belgische und britische Gäste per Bahn besser an Tirol anzubinden. ×

Junger Wilder kocht am Wilden Kaiser Der 27-jährige Stefan Glantschnig, Küchenchef im Waldhof Resort in Scheffau am Wilden Kaiser, sicherte sich in einem Final-Krimi den Titel JUNGER WILDER 2017.

I

m spannenden Finale des Kochwettbewerbs, das im Hotel Süllberg in Hamburg stattfand, setzte sich der 27-jährige Kärntner Stefan Glantschnig gegen seine beiden Mitstreiter Michael Just, Junior Sous Chef aus dem Palais Coburg in Wien, und Sebastian Leyer, Sous Chef aus dem Restaurant Pauly Saal in Berlin, durch. Stefan Marquard, bekannter Fernsehkoch, Juryvorsitzender und Vater der Jungen Wilden, meinte über den Gewinner: „Das waren drei ganz geniale

VON DER KAMMER ZUR BERGBAHN Einen neuen Geschäftsführer haben die Bergbahnen See mit dem ehemaligen Wirtschaftskammerdirektor Thomas Köhle gefunden. Sein Vorgänger Herbert Zangerl, der kürzlich seinen 60er feierte, wird dem Unternehmen in beratender Funktion erhalten bleiben.

© ROLLING PIN

Auch LH-Stv. Josef Geisler (2. v. l.) nahm am Netzwerktreffen der Projektpartner von Tirol auf Schiene teil.

Stefan Glantschnig, Küchenchef im Waldhof Resort in Scheffau, ist der junge Wilde 2017.

Typen, aber das Essen von Stefan war das beste, das ich seit 20 Jahren hatte. Diese Genialität in der Einfachheit, drei ganz klare Komponenten auf den Teller zu bringen, das kann man nicht besser machen.“ Der junge Koch, der als Küchenchef im Waldhof Resort in Scheffau arbeitet, durfte sich über eine Coverstory im Fachmagazin Rolling Pin und ein Praktikum bei Alex Atala im Restaurant D.O.M., das auf Platz 11 der weltbesten Restaurants rangiert, freuen. ×


© GLUECK.TAGE

Was bedeutet Glück? Dieser Frage gehen renommierte Speaker bei den zweiten glueck.tagen in Kufstein nach.

KULTURTIPPS

Zweite Auflage für glück.tage

VON ES THER PIRCHNER

D

©KOLLEGIUM KALKSBURG

Nach der erfolgreichen Premiere im Vorjahr findet die Veranstaltung vom 24. bis 28. Mai 2017 wieder in Kufstein statt. Auch heuer machen sich internationale Gäste auf die Suche nach dem Glück.

MIT DER SINGENDEN SÄGE

besuchte und mit seinem Film und Buch „Alphabet – Angst oder Liebe“ für weltweites Aufsehen sorgte. Ethnobotaniker und Natur-Botschafter Wolf Dieter Storl wird über „Das Glück, Teil der Natur zu sein“ referieren und Bestseller-Autorin Vea Kaiser Geschichten von Glück und Unglück erzählen. Alle Infos zum Programm und den verschiedenen Veranstaltungsorten gibt es unter www.glueck-tage.com ×

Künstlerische Synergien im besten Sinne entstehen, wenn Schriftsteller Antonio Fian, Meister des „Dramoletts“ (rechts), und das Kollegium Kalksburg, Helden des seltsamen Wienerliedes, gemeinsame Sache machen. Skurill, morbid und sehr lustig! 11. 5. 2017, 20.30h, Kulturlabor Stromboli, Hall i. T.

© STEUDLTENN

ie beiden Initiatoren Brigitte und Thomas Weninger und der Veranstalter TVB Kufsteinerland holen auch im zweiten Jahr der glück.tage international renommierte Speaker, die ihre Ideen und Gedanken zum universellen Thema Glück teilen, nach Tirol. Unter ihnen der anerkannte Zukunftsforscher Matthias Horx, Autor und Bildungsrebell André Stern, der selbst nie eine Schule

49

ÜBER DIE LEIDEN DER LIEBE Josef Ellers (Bild) zeigt beim Theaterfestival Steudltenn im Zillertal, wie man einen Klassiker in die heutige Zeit transferiert: Goethes „Leiden des jungen Werther“ offenbaren im modernen Kleid ihren zeitlosen Inhalt vom Lieben und Leiden. 17. und 18. 5. 2017, Steudltenn, Uderns

„Stille Nacht! Heilige Nacht!“

© WALLIS BIRD

I

n 300 Sprachen wurde „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ übersetzt, rund zwei Milliarden Menschen weltweit singen das Lied am 24. Dezember. Am Heiligen Abend 1818 erklang es in Oberndorf im Salzburg zum ersten Mal. Seine Entstehungs- und Verbreitungsgeschichte reicht auch bis Oberösterreich und Schulterschluss zum 200-Jahr-Jubiläum von „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ 2018: Tirol. Der Salzburger Priester Oberösterreichs Alt-LH Josef Pühringer, Joseph Mohr schrieb den Salzburgs LH Wilfried Haslauer und Tirols LH Günther Platter (v. l.) Text, in Oberndorf lernte er den oberösterreichischen Komponisten Franz Xaver Gruber kennen, der die Melodie beisteuerte. Die Verbindung nach Tirol kam über den Orgelbauer Carl Mauracher zustande: Er reparierte Grubers Orgel in Arnsdorf und brachte von seinem Besuch das Weihnachtslied ins Zillertal mit. Die dortigen Sängergemeinschaften trugen es dann in die Welt hinaus. Zum 200-Jahr-Jubiläum wollen die drei Bundesländer gemeinsam das Lied als internationale Friedensbotschaft positionieren und diese mit konkreten Angeboten in der Heimat des Weihnachtsliedes, wie zum Beispiel Reisen zu den Originalschauplätzen, auch erfahrbar machen. ×

© ERICH MARSCHIK

Salzburg, Tirol und Oberösterreich wollen das 200-JahrJubiläum des wohl berühmtesten Weihnachtslieds der Welt 2018 gemeinsam begehen und auch touristisch nutzen.

ZUM SPIELEN AN DEN SEE Das Festival Stoabeatz übersiedelt an das Ufer des Walchsees und bietet dort drei Tage lang Musik von Singing/Songwriting über Rock bis Reggae. Gäste des Festivals sind Wallis Bird (Bild), Steaming Satellites, Garish, Hans Söllner und viele mehr. 25. bis 27. 5. 2017, Südufer des Walchsees

WEITERE VERANSTALTUNGEN Hier zuhause. Migrationsgeschichten aus Tirol ab 2. 6. 2017, Tiroler Volkskunstmuseum, Innsbruck, www.tiroler-landesmuseen.at Pierre-Laurent Aimard (Klavier), Kammerkonzert 6. 6. 2017, 20h, Tiroler Landeskonservatorium, Innsbruck, www.meisterkammerkonzerte.at Sergei Prokofjew: Peter und der Wolf 14. 6. 2017, 15h, Tiroler Landestheater, Innsbruck, www.landestheater.at Benefizkonzert: L. v. Beethoven, 4. und 5. Symphonie 18. 6. 2017, 11h, Festspielhaus Erl, www.tiroler-festspiele.at


50 MAGAZIN SAISON

Sommerfrische Tradition, Innovation, Naturverbundenheit, Freizeitspaß und die besten Biker der Welt zu Besuch in Innsbruck: Der Tiroler Tourismus startet mit guten Nachrichten und einigen Neuerungen in den Sommer.

© TIRIS, BERLINER HÜTTE, TOMMY BAUSE, TVB PAZNAUN - ISCHGL, DALTON, LANSER HOF

V O N R E B EC C A M Ü L L E R

Der Naturpark Zillertal wurde erweitert, auch der beliebte Berliner Höhenweg liegt nun im Ruhegebiet. Mit Crankworx kommt im Juni die Bike-Elite nach Innsbruck, rasant bergab geht es auch mit dem Ischgl Skyfly. Im Pitztal wurde am „Madlers Boden“ ein neues Bouldergebiet geschaffen, der Lanserhof eröffnet 2017 einen umfangreichen Neu- und Zubau.

D

as weltweit größte GravityM o unt ainbike-Fes tival Crankworx, das vom 21. bis 25. Juni 2017 im Bikepark Innsbruck und auf der Mutterer Alm stattfinden wird, macht Innsbruck zum Nabel der internationalen Bike-Szene. Die besten Fahrer der Welt treten in Disziplinen wie Downhill, Enduro, Slopestyle, Dualslalom und Pumptrack gegeneinander an. Worüber sich alle Biker freuen dürfen: Für das Festival wird der Bikepark Innsbruck weiter ausgebaut. Ein neuer Trail kommt ebenso dazu wie ein Bike-Verleihcenter inklusive Mountainbike-Shop.

Rasante Talfahrt.

Ähnlich rasant bergab geht es mit dem Ischgl Skyfly. An parallel verlaufenden „Drahtseilrutschen“ können zwei Personen nebeneinander – mit bis zu 84 Stundenkilometern – in Richtung Tal rauschen. Bergauf geht es hingegen im neuen Boulder-Gebiet im Pitztal. Der Wald „Madlers Boden“, oberhalb des Weilers Ritzenried, wurde im Herbst 2016 offiziell als Boulder-Gebiet mit 35 Blöcken und rund 70 Routen ausgewiesen. Einheimischen war das Areal mit seinen imposanten Felsen schon längst ein Begriff, das neue Boulder-Gebiet ist nun auch unter www.climbers-paradise. com gelistet. Am 23. Juni wird der Spielschatz Eng im Naturpark Karwendel, beim weltberühmten Ahornboden mit seinen bis zu 600 Jahre alten Bäumen gelegen, eröffnet. Bereits seit 1972 ist der Ahornboden als Naturdenkmal geschützt. Am Spielschatz Eng wollen die Bauern der Engalm gemeinsam mit der Gemeinde Vomp und dem Tourismusverband Silberregion Karwendel den Kindern spielerisch die Arbeitsweise auf einer Alm und die damit verbundene Pflege der Kulturlandschaft vermitteln. Auch einige Kilometer weiter hat sich etwas getan: Der Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen ist offiziell gewachsen. Die Tiroler Landesregierung hat seine Fläche um 43 auf nun insgesamt 422 Quadratkilometer erweitert – die größte Fläche seit 25 Jahren, die in Tirol unter Schutz gestellt wurde. Im neuen Ruhe-


51 Auch in Sachen Unterkünfte tut sich ab dem Sommer 2017 Einiges in Tirol.

gebiet befinden sich zahlreiche Wander-, Höhen- und Themenwege wie etwa der beliebte Berliner Höhenweg.

Traumwelten, Traumhotels. In eine Welt der Träume entführt seit Juli 2016 das Fichtenschloss auf der Rosenalm über Zell am Ziller. Auf 5.000 Quadratmetern erwarten Familien dort vier begehbare Türme, ein Erlebnis-Spielplatz, ein Wasserspielund Sandspielbereich, ein Baumwipfelweg und Walderlebnisweg, eine Schlossküche mit Grillplatz und eine „Fichtenwichtel“Bauhütte. Insgesamt wurden 1,2 Millionen Euro investiert. Im Sommer hat das Fichtenschloss täglich bei freiem Eintritt geöffnet und ist bequem mit der Rosenalmbahn erreichbar. Auch in Sachen Unterkünfte tut sich ab dem Sommer 2017 Einiges in Tirol. Neu eröffnet wird zum Beispiel das Vier-Stern-

Hotel dasMei bei Mutters. Das Hotel richtet sich vor allem an gesundheitsbewusste Städteurlauber, die trotz City-Trip eine Unterkunft am Land suchen. Mit einem innovativen Medical-Selfness-Konzept, das Kulinarik, Gesundheit und Wellness und Elemente aus der chinesischen Medizin kombiniert, will das Hotel zusätzlich punkten. Ebenfalls in der Nähe Innsbrucks findet sich mit dem Lanserhof eine Institution im Tiroler Tourismus, die heuer einen Neuund einen Zubau eröffnet. Zu den Neuerungen zählen die Gestaltung neuer Suiten mit eigener Dachterrasse, ein Badehaus mit Saunabereich, ein Indoor- und Outdoor-Salzwasserpool, eine medizinische Kältekammer zur Linderung und Heilung chronischer Beschwerden sowie erweiterte medizinische Räume für Yoga, Shiatsu, Therapien, LANS Derma und Bewegung.

Authentisch.

Bei See im Paznauntal eröffnet diesen Sommer das Stadldorf Bergwiesenglück, das durch authentische Bauweise – die Konstruktions- und Bauweise alter Holzstadel wurde aufgegriffen – hervorsticht. Das vormalige 4-Friends Hotel in Mösern bei Seefeld empfängt seine Gäste ab dem Sommer 2017 als Nidum Casual Luxury Hotel, das Aparthotel Alpenlodge wartet derweil ab der neuen Saison mit Barrierefreiheit auf und setzt mit eigener Photovoltaik-Anlage, ElektroTankstelle, E-Cars und Verleih-E-Bikes auf Nachhaltigkeit. In Hall erwartet Gäste ab Sommer 2017 das neue 4Rest Hotel, das unter anderem mit einem Tagungsraum, einem PremiumKonferenzraum und vier kleineren Meetingräumen ausgestattet ist. Im Lechtal ist die seit Winter 2016 neugestaltete, außergewöhnliche Berghütte Kasermandl einen Besuch wert. In Fiss wartet das neue Vier-Stern-Haus Naturjuwel Hotel mit Wellnessbereich und Sonnenterrasse darauf, Gäste begrüßen zu dürfen, in Nauders unter anderem die neuen Appartements in alberts heimatglück. ×

Das starke österreichische Familienunternehmen seit 1904

www.wedl.com onlineshop.wedl.com


52 MAGAZIN SAISON

Regionale Lösung für eine digitale Welt? Anbieter wie Airbnb und Booking.com haben ihren festen Platz am globalen Tourismusmarkt. Und auch in Tirol werden die Dienste viel genutzt. Doch um sich im E-Tourismus hervorzutun, genügt das nicht. Eine Initiative will dafür sorgen, dass Tirol nicht den Anschluss verliert. VON DANIEL FEICHTNER

B

© TVB MAYRHOFEN

uchungsplattformen, Vermittlungssysteme für Privatvermieter, Google Ads und vieles mehr: In der Makro-Perspektive betrachtet ist die Digitalisierung ein Segen für den Tourismus. Kein einfacherer Weg, potenzielle Gäste auf der ganzen Welt zu erreichen, als das Internet. Wenn man sich die aktuelle Situation im Kleinen, speziell in Tirol, ansieht, ist jedoch bei Weitem nicht alles eitel Sonnenschein. Denn die Erfolge verbuchen die „Großen“. Internationale IT-Anbieter entwickeln die Systeme, betreiben die Plattformen und fungieren als Dienstleister, die dem lokalen Tourismus ein Produkt verkaufen. „Neue Technologien helfen uns zweifelsohne, neue Gäste anzusprechen“, sagt Andreas Lackner, Geschäftsführer des Tourismusverbands Mayrhofen. „Dafür bezahlen wir aber einen hohen Preis.“ Zum einen kostet dieses Mehr an Gästen den heimischen Touris-

aufspringen, wenn die Innovation schon lange geschehen ist. So können wir nur weiter hinterherhinken.“

Aufbruchsstimmung.

Seit Anfang 2017 formiert sich Widerstand gegen diese Entwicklung, sich nur auf Systeme von Drittanbietern zu verlassen. Angeregt von Christian Fohrmann, einem Tiroler Online-Experten, und in Zusammenarbeit mit Clustermitgliedern der Standortagentur Tirol arbeiten Touristiker gemeinsam mit Tiroler IT-Dienstleistern an der Gründung einer E-Taskforce für den Tourismusstandort Tirol. „Unser Ziel ist eine nicht-kommerzielle Plattform für Professionalisten“, erklärt Fohrmann, der unter anderem als E-Tourismus-Beauftragter für den TVB-Achensee tätig ist. „Wir wollen eine Petrischale schaffen, in der wir die zusammenbringen, auf die es ankommt: Tourismustreibende aus allen Ecken Tirols, ihre Dachverbände, Politi-

„Neue Technologien helfen uns zweifelsohne, neue Gäste anzusprechen. Dafür bezahlen wir aber einen hohen Preis.“ ANDREAS LACKNER, GESCHÄFTSFÜHRER TVB MAYRHOFEN

mus bares Geld. Wertschöpfung geht an die Entwickler und Anbieter verloren, anstatt im eigenen Land zu bleiben. „Zum anderen sind wir dazu verdammt, auf die Ideen und Konzepte anderer angewiesen zu sein, und können erst auf den Zug

ker und IT-Unternehmer und Entwickler.“ Die E-Taskforce soll ein Instrument zur Richtungsfindung sein und dabei helfen, sowohl Problembewusstsein zu schaffen, als auch Lösungsansätze auf gemeinsamer Ebene zu erstellen.

Zweite Chance. „Ursprünglich war Tirol an der vordersten Front der Digitalisierung des Tourismus mit dabei“, meint Lackner und verweist auf die Plattform Tiscover, die bereits 1995 als eines der weltweit ersten Online-Buchungssysteme aus der Taufe gehoben wurde. „Diese Chance haben wir mit dem Tiscover-Verkauf verspielt. Was geblieben ist, sind einzelne Player, die in ihrem regionalen Raum e-touristisch aktiv sind. Ein großes Ganzes haben wir seither nicht mehr zustande gebracht.“ Aus dieser Kleinteiligkeit resultiert laut Lackner vor allem das Fehlen einer koordinierten Stoßrichtung. Statt gemeinsam gesetzte Schwerpunkte zu verfolgen, können die, die sich an dem Thema versuchen, nur an kleinen punktuellen Lösungen arbeiten. Um diese groß zu machen – selbst wenn sie das nötige Potenzial mitbringen –, fehlt es aber in der Regel an Finanzkraft und der Möglichkeit, das nötige Risiko einzugehen. „Ganz zu schweigen von dem, was wirklich nötig wäre: eine breiter aufgestellte Initiative, die mehrere Bereiche parallel abzudecken vermag.“

In regionaler Hand.

Den organisatorischen Barrieren, die diese Verstreutheit mit sich bringt, soll die E-Taskforce ein Ende setzen. Die Experten, die Fohrmann unter anderem mit Hilfe der Standortagentur unter einen Schirm zu bringen versucht, sollen Wissen um aktuelle Problematiken, den Bedarf und die technische Machbarkeit vereinen. „Bei so branchenübergreifenden Themen entzieht sich Wissen der Beherrschbarkeit Einzelner“, meint Fohrmann. „Know-how ist nur noch gemeinsam nutzbar. Deswegen müssen wir die Bildung von Synergien fördern, anstatt dass jeder für sich selbst herumprobiert.“ Langfristig soll die E-Taskforce einen weiteren wichtigen Effekt für den Standort


„Know-how ist nur noch gemeinsam nutzbar. Deswegen müssen wir die Bildung von Synergien fördern, anstatt dass jeder für sich selbst herumprobiert.“ CHRISTIAN FOHRMANN, E-TOURISMUS-BEAUFTRAGTER TVB ACHENSEE

Tirol haben: Auch die heimische IT-Branche hätte eine Chance, ihre Expertise im Land einzusetzen, dringend nötig. Denn aktuell finden die Abgänger der Tiroler Hochschulen in der Branche vor allem im Ausland berufliche Perspektiven. „Und dieses fehlende Know-how im eigenen Land öffnet Anbietern von außerhalb Tür und Tor, wie die aktuelle Situation zeigt“, meint Fohrmann. Schlussendlich können nur jene Experten ideale Lösungen erarbeiten, die mit der Situation vor Ort vertraut sind. Ein externer Anbieter sei nie in der Lage, eine Lösung so maßzuschneidern, wie jemand, der vor Ort involviert ist, ist Fohrmann überzeugt. „Deswegen wäre es enorm wichtig, die E-Tourismus-Industrie regional zu fördern. Damit haben wir die Chance, eine Tiroler Lösung zu entwickeln, die sich nicht unserer Kontrolle entzieht und mit der die Wertschöpfung den Regionen zugutekommt.“

Zeitdruck. Bis es so weit ist, gibt es allerdings noch viel zu tun. Aktuell werben die Initiatoren mit einem Konzept für das Projekt. In erster Linie geht es ihnen darum, Experten mit Erfahrung an Bord zu holen. Dann gilt es zu klären, in welcher Form die E-Taskforce umgesetzt werden soll. Denkbar wäre etwa eine Projektgruppe innerhalb der Standortagentur oder der Tirol Werbung. Finanziell getragen werden soll das Projekt von seinen Mitgliedern und dem Land. Die Uhr tickt allerdings, denn die Digitalisierung steht alles andere als still. Für Technologien wie Sprachassistenten, die noch kaum bei den Konsumenten angekommen sind, ist das Fundament bereits gelegt. „Und auch hier drohen wir den Anschluss zu verlieren“, warnt Fohrmann. „Wir diskutieren noch darüber, wie wir mit schon lange etablierten Technologien wie Airbnb und Booking. com umgehen sollen. Aber wenn wir präsent bleiben wollen, müssen wir uns eigentlich gestern schon die Innovationen von morgen ausgedacht haben“, sind sich Fohrmann und Lackner einig. ×

DAWI Kanalservice GmbH Wir stehen Ihnen ab sofort als Komplettanbieter zur Verfügung, wenn es um Ihren Kanal geht, von der Verstopfungsbehebung bis zur Sanierung – alles aus einer Hand.

F

ür Gemeinden und Abwasserverbände gehört die Errichtung der Kanalisation zu den teuersten Anschaffungen im Budget. Eine regelmäßige Reinigung und Wartung der Abwasserkanäle sowie eine zeitgerechte Inspektion mit modernsten Geräten für die Kanal-TV-Inspektion beugen Schäden und kostenintensiven Reparaturen vor und sorgen für eine Werterhaltung des teuren Kanalsystems. Unsere Experten haben die herkömmliche Kanalreinigung ebenso im Griff wie knifflige Spezialfälle, damit auch bei ihnen alles im Fluss bleibt. Dank unserer drei Standorte sind wir jederzeit schnell und flexibel vor Ort. Wir freuen uns auf Ihren Anruf. Für Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Qualität auf die Sie bauen können: 24 Stunden am Tag – 365 Tage im Jahr!

© FOHRMANN

E N TG E LT L I C H E E I N S C H A LT U N G

DAWI Kanalservice GmbH • Innsbruck • Schwaz • St. Johann

Tel.: 0800 24 00 00 Email: info@dawi.at | www.dawi.at


54 MAGAZIN SAISON

Netzwerkpflege Sehen und gesehen werden, neue Trends und neue Angebote – bei der Internationalen Tourismusbörse in Berlin ging es heuer unter anderem um die Themen Sicherheit, Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

© JOCHUM

V O N J A N E K AT H R E I N

R

eisen und die Umwelt schonen – das mag auf den ersten Blick ein Widerspruch in sich sein. Weil aber der moderne Mensch nicht mehr auf seine Mobilität verzichten will, überlegen sich Reiseveranstalter, wie sie umweltschonender und sozial nachhaltiger wirtschaften können. Nicht nur Millionen von Touristen machen sich in Berlin jedes Jahr auf Spurensuche – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind in der deutschen Hauptstadt allgegenwärtig. Auch die Vertreter der Reisebranche kommen hier zusammen – tauschen sich aus, suchen das Gemeinsame. 9.000 Aussteller erschufen bei der jüngsten Internationalen Tourismusbörse Berlin (ITB) ein buntes Bild, einen Spiegel der Welt-Gesellschaft, die durch die Globalisierung näher zusammengerückt ist. Ein „Sowohl als auch“ klang in diesen Tagen des Austausches mit sowie ein kritischer Blick auf zukunftstaugliche Wege.

Fair

und

umweltfreundlich.

Schutz durch Nutzen stiften, faire Arbeit schaffen und umweltfreundlicher werden – diese drei Forderungen sandte der deutsche Bundesentwicklungsminister Gerd Müller an die Vertreter der Branche. Nachhaltigkeit als flächendeckende Strategie, dazu passt, dass die Welttourismusorganisation UNWTO 2017 zum Jahr der Nachhaltigkeit ernannt hat. Faire Arbeit könne durch die stärkere Einbindung der Menschen, die vor Ort leben, umgesetzt werden. Gerd Müller nannte das ITB Partnerland Botswana dafür als positives Beispiel. Indem Botswana ein generelles Jagdverbot durchsetzte und 40 Prozent seines Territoriums als Naturschutzgebiet ausgewiesen hat, kann

Eine Plattform zur Bewerbung neuer Angebote, eine Chance, neue Trends zu sichten und Netzwerke zu pflegen – auf der weltweit größten Tourismusmesse ITB in Berlin boten sich viele Möglichkeiten. Mittendrin die Tiroler Delegation.

sich der Safari-Tourismus stabilisieren. Nachhaltig betrieben kann diese Art des Tourismus auch die lokale Bevölkerung in ihr Konzept mit einbinden, und ein großer Teil der Wertschöpfung bleibt im Land. Dadurch entsteht auch für die Menschen vor Ort ein Verständnis für den Nutzen dieser Reisen.

Ehrlichkeit.

„Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen.“ Wer reist, hat Neugierde im Gepäck und ist interessiert an Land und Leuten, nennen doch viele Touristen in Umfragen Tradition und Authentizität als das, was sie an ihrem Urlaubsort suchen: den Italiener, der sein „dolce“ verkauft und auch den Tiroler, der stolz auf seinen Speck ist. Eine Ermahnung gab es in diesen Tagen auch an die Touristen, sich auf die Menschen und ihre Lebensart einzulassen. Wer in Andalusien nach Schnitzel und Pommes sucht, hat das Wesen des Reisens nicht ganz erfasst. Reisen bildet, erweitert den Horizont. Indem wir uns zu einem ande-

ren Ort aufmachen, lassen wir den Alltag hinter uns. Gerd Müller appellierte auch an das Luxus-Segment und hier an die Kreuzfahrtindustrie, auf faire Arbeitsverhältnisse zu setzen. Viele der Mitarbeiter auf den Schiffen würden nur selten das Tageslicht erblicken. Die rund 550 Kreuzfahrtschiffe auf den Weltmeeren nannte Gerd Müller auch als negatives Beispiel für seine dritte Forderung: Umweltfreundlichkeit. Abseits der Häfen würden viele mit Schweröl betrieben, das 3.500 Mal mehr Schwefel als Autodiesel in die Umwelt ablasse. Auch das halbherzige Recyceln von Plastikflaschen machte der Minister zum Thema: Wenn das noch ein paar Jahre so weitergehe, „schwimmen in den Meeren bald mehr Flaschen als Schiffe“. Nachhaltigkeit müsse eine flächendeckende Strategie werden.

Sowohl als auch. Eine ironische Tatsache, dass in den Nachbarhallen exotische Destinationen als Urlaubsziel beworben wurden? Die ITB als führende Tourismus-Fachmesse sucht Antworten

BRAU


© MESSE BERLIN

auf die Fragen der Zeit und diese bewegen sich im „Sowohl als auch“ – das bedeutet: Verantwortung für sein Handeln übernehmen in dem Wissen, dass der Tourismus als starker Wirtschaftsfaktor für viele Länder und Destinationen eine Notwendigkeit ist. Ein Trend, der auch in allen 26 Ausstellungshallen erkennbar war – die Digitalisierung erobert das Geschäft mit den schönsten Tagen des Jahres. „Und das mit enormem Tempo, auch das Thema künstliche Intelligenz hält im Tourismus Einzug“, berichtet Josef Margreiter, Geschäftsführer der Tirol Werbung, von seinen Eindrücken.

Persönliche Begegnung wichtig.

© TIROL WERBUNG

Insbesondere in Zeiten mit einer Vielzahl von geopolitischen Herausforderungen und Unsicherheitsfaktoren gewinnt die persönliche Begegnung von Geschäftspartnern aus aller Welt verstärkt an Bedeutung. Mit gutem Grund gingen die TirolBotschafter deshalb an drei Tagen in 250 Termine. Am Infostand der Tirol Werbung

Begegnung wurde in Berlin möglich. Botswana war eines der Partnerländer. 9.000 Aussteller brachten neue Angebote, Trends und Visionen mit.

wurden 1.800 Kontakte und Gespräche mit Fachbesuchern gezählt. Tirol präsentierte sich am international gedeckten Tisch mit heimischer Kulinarik. Michael Ploner und Thomas Penz, Staatsmeister und frisch gebackene Goldmedaillengewinner bei der Kocholympiade, zeigten ihr Können unter anderem bei einem Pressefrühstück für 45 internationale Journalisten.

Erreichbarkeit und Sicherheit. Vor allem deutsche Urlauber wollen laut ADAC-Reisemonitor auch in Zeiten von Terrorgefahr und Anschlägen nicht auf

„Ich bin überzeugt, dass wir mit unseren sehr guten Urlaubsangeboten und qualitativen Top-Leistungen auch im internationalen Wettbewerb weiterhin punkten werden.“ JOSEF MARGREITER, GESCHÄFTSFÜHRER TIROL WERBUNG

55

ihren Urlaub verzichten, wählen dafür jedoch tendenziell sichere Destinationen. Die Zahl der weltweiten Auslandsreisen ist im vergangenen Jahr um vier Prozent gestiegen und erreichte mit 1,1 Milliarden internationaler Reisen ein neues Hoch, so die aktuellen Ergebnisse des World Travel Monitor, der kontinuierlich die wichtigsten Daten zum Auslandsreiseverhalten erhebt. Reisen in die Türkei oder Frankreich gingen tendenziell zurück. Beliebtestes Reiseziel sei derzeit Spanien, das sich 2016 an die Spitze setzte und auch die USA überholte. Dr. Christian Göke, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Berlin: „Die Menschen lassen sich auch in unsicheren Zeiten nicht vom Reisen abhalten. Dafür sind sie bereit, sich entsprechend mit den neuen Gegebenheiten zu arrangieren, um die persönlichen Urlaubswünsche mit den gesellschaftlichen Veränderungsprozessen in Einklang zu bringen.“ In einer Sonderbefragung gingen die Marktforscher auch den Auswirkungen von Terroranschlägen auf das Reiseverhalten nach. 45 Prozent der international Reisenden könnten ihre Pläne für 2017 aufgrund von Terrorwarnungen ändern, 16 Prozent erwägen, nicht ins Ausland zu reisen beziehungsweise eine Inlandsreise anzutreten. „Obwohl vor allem Städte von Terroranschlägen betroffen sind, boomt weltweit der Städtetourismus“, stellt Rolf Freitag von IPK fest. „Sommerurlaube in den Bergen sind die sichersten Urlaube.“ Die Deutsche Reiseanalyse für 2017, die als zukunftsweisend für die Branche gesehen wird, sagt ein starkes Reisejahr voraus, auch das kann als ein gutes Vorzeichen für den Tiroler Tourismus interpretiert werden. ×

Akku aufladen auf gut österreichisch.

BRAU-W16039_AZ_210x83.indd 1

24.10.16 14:14


Š NEWS/HERRGOTT

Medienexport. Wolfgang Ainetter, Journalist in Berlin, mit Tiroler Wurzeln


57 MAGAZIN SAISON

„Die monotone Norm aufbrechen” Die Tourismuswerbung hat noch viel Luft nach oben, ist Wolfgang Ainetter, einer der erfolgreichsten österreichischen Medienexporte in Deutschland, überzeugt. Der gebürtige Tiroler, der heute in Berlin die Regionalausgaben der BILD-Zeitung koordiniert, findet Tourismuswerbung tendenziell langweilig und ist überzeugt: Es braucht Profis, die Marken-Botschaften in spannende Geschichten übersetzen können. D A S I N T E R V I E W F Ü H R T E N S T E FA N K R Ö L L U N D F LO R I A N N E U N E R .

S

AISON: Herr Ainetter, Sie haben früher für das Magazin der Tirol Werbung geschrieben. Wie hat sich die Tirol Werbung, wie hat sich die Tourismuswerbung seither geändert? WOLFGANG AINETTER: Ich weiß nicht, wie alt der Slogan „Tirol – Herz der Alpen“ mittlerweile ist, 20, 30 Jahre bestimmt. Dieser Slogan stammt aus dem tiefsten Print-Zeitalter und ist heute, in der digitalen Welt, noch immer gültig. Dagegen ist der jetzige Slogan „So nah, so fern“ vergleichsweise eine beliebige Phrase. Auch die Befragung meiner Kollegen bei BILD offenbarte tendenziell Ratlosigkeit. Die effizienteste Werbung für Tirol sind seit jeher die Bilder. Ich schätze die Fotografen, die für die Tirol Werbung arbeiten – und die Videokünstler. Das bewegte Bild ist nicht nur im Journalismus, sondern auch in der Werbung am wichtigsten geworden. Ich habe Anfang der 1990er-Jahre für die Tirol Werbung geschrieben. Seit damals hat sich so ziemlich alles geändert. Die Tirol Werbung hat es verstanden, die neuen Kommunikationsformen geschickt zu nutzen und im digitalen Bereich eine Vorreiterrolle zu spielen.

seriösen Tirol Werbung und der unseriösen Seefelder PR-Aktion unterscheidet. Zur Glaubwürdigkeit gehört natürlich auch, dass die Zutaten für Tiroler Schmankerln tatsächlich aus Tirol kommen und nicht irgendwoher. Ich weiß, dass die in St. Moritz aufgetischten „Tiroler Spezialitäten“ ein kleines Marketing-Unglück waren. Doch außerhalb von Tirol, schon in Deutschland, war das überhaupt kein Thema – zum Glück für Tirol (lacht).

Das Internet hat eine markante Zäsur gebracht, gleichzeitig auch zahlreiche neue Möglichkeiten. Wie geht die Bild-Zeitung bzw. der Springer Verlag damit um? BILD ist mit knapp zwei Millionen verkauften Blättern und zwölf Millionen Lesern pro Tag die größte Zeitung Europas, BILD.de erreicht sogar mehr als 20 Millionen User. Axel Springer ist der führende digitale Verlag in Europa. Warum? Weil der Verlag von der ersten digitalen Stunde an mutig war und immer experimentiert hat – bis heute. Paul Ronzheimer, der für mich beste Reporter Deutschlands, hat beispielsweise als einer der ersten Journalisten weltweit in einer Snapchat-Story aus der zerbombten Stadt Mossul berichtet. Wir haben deutschlandweit die höchsten Wie nehmen Sie als Tiroler, der in Berlin lebt, die Zugriffe bei Facebook live. Präsentation Tirols bzw. des Tiroler Tourismus nach Unser Vorstand sagt: „Medien können nur dann frei außen wahr? Während der stundenlangen Redaktionsberichten, wenn sie wirtschaftlich unabhängig und sitzungen läuft bei BILD immer der Nachrichtensender erfolgreich sind.“ Aus diesem Grunde verschenken wir n-tv. Pro Stunde sind da gefühlt unsere Inhalte bzw. Geschichten drei Tirol-Spots zu sehen. In nicht, Stichwort „Paid Content“. ZUR PERSON deutschen Magazinen heben Verlage, die ihre Storys gratis Seit Februar 2016 Regio-Chef bei BILD sich die Tirol-Anzeigen mit online stellen, werden auf lange (verantwortlich für alle Regional- und tollen Landschaftsaufnahmen Sicht nicht überleben und laufen Lokalausgaben in Deutschland, vom Werbe-Einheitsbrei positiv Gefahr, mit käuflicher Berichtzuständig für 300 Mitarbeiter) ab. Sehr negativ für die gesamte erstattung ihr höchstes Gut, die 2012 bis 2015: Chefredakteur des NachTiroler Tourismuswerbung war Glaubwürdigkeit, zu zerstören. richtenmagazins NEWS (vom Branchendie PR-Lüge des Seefelder TouBILD.de liefert den Beweis, dass blatt „Extradienst“ zwei Mal zum rismusverbandes, der Pistenman mit Online-Journalismus Chefredakteur des Jahres gekürt) 2011 bis 2012: Chefredakteur der Wiener raupen-Fake. Glaubwürdigkeit gutes Geld verdienen kann. Tageszeitung „Heute“ ist nicht nur in meiner Branche Wir haben mittlerweile mehr 2005 bis 2011: Ressortleiter Nachrichten das wichtigste Gut. Ich sehe als 350.000 BILD-plus-Abonbei der BILD-Zeitung es als ernsthafte Gefahr, dass nenten, also zahlende Leser – 1995 bis 2005: Reporter beim man künftig nicht zwischen der Deutschland-Rekord. Nachrichtenmagazin NEWS


58 MAGAZIN SAISON

„Wir haben eine Angstkultur, und die ist der größte Feind von Kreativität und Visionen.“

Sie waren eine Zeit lang im Silicon Valley. Was war Ihre wichtigste Erfahrung? Was davon ist in Ihre Arbeit eingeflossen? Ich habe sehr viel aus dem Silicon Valley mitgenommen, nachzulesen auf meinem Blog (thegap.at/bye-bye-ozy-byebye-paper/). Die vielleicht wichtigste Erkenntnis: Bei uns, in Österreich und Deutschland, basiert die ganze Berufswelt auf Sicherheitsdenken. Nur ja keinen Fehler im Job machen, sonst werde ich gefeuert, nur ja nicht dem Boss widersprechen, sonst falle ich in Ungnade. Wir haben eine Angstkultur, und die ist der größte Feind von Kreativität und Visionen. Wir brauchen in unseren Betrieben mehr positiv Verrückte und weniger Mitläufer. Der ehemalige „Spiegel“-Chefredakteur hat auf Twitter unter sein Foto eine Lebensweisheit geschrieben: „Ever tried. Ever failed. No matter. Try again. Fail again. Fail better.“ Aufgrund dieser Erfahrung – können Sie ein Zukunftsszenario für Printmedien zeichnen? Eines der spannendsten Treffen im Silicon Valley war für mich die Begegnung mit Ann Grimes, Professorin an der Elite-Uni Stanford. Sie schrieb früher für die Washington Post und das Wall Street Journal und unterrichtet heute „Technology Reporting“, „Digital Media“ und „Entrepreneurship“. Sie glaubt, dass die gedruckte Tageszeitung auf Papier in zehn Jahren nicht mehr existieren wird

und es nur noch teure Sonntagszeitungen auf Papier geben wird. Keine journalistische Website wird ohne Paywall überleben können. Früher finanzierten sich Medien zu 80 Prozent durch Werbung und zu 20 Prozent aus Abos. Heute ist es umgekehrt: Das digitale Modell der New York Times beispielsweise nimmt 60 Prozent durch Abos ein und nur 40 Prozent durch Werbung. Das Thema Content und Storytelling treibt die Tourismusbranche seit längerer Zeit um. Was macht eine gute Geschichte aus? Sehr oft ist Tourismuswerbung langweilig, die Botschaft zu vorhersehbar. Viele verstehen es nicht, Geschichten zu erzählen, die nach dem Küchenzuruf-Prinzip funktionieren, Storys, die man sich weiter erzählt. Große Konzerne engagieren seit langem Profis, die es verstehen, Botschaften über spannende Geschichten zu transportieren. Da sehe ich in der Tourismuswerbung Luft nach oben. „Breaking the monoton norm“ – darauf kommt es im Journalismus und in der Werbung an. Was vermissen Sie an Tirol? Ich vermisse das Zillertal Bier und die Innervillgrater Schlutzkrapfen – am meisten aber den Humor meiner Freunde. Vielen Dank für das Gespräch.

Das Handy als Fernbedienung für das Leben Der technologische Wandel beeinflusst immer stärker das Verhalten der Menschen und damit auch die neuen Wege erfolgreicher touristischer Kommunikation. In loser Folge reflektiert die SAISON mit Experten diese Veränderung, um den Blick für die Konsequenzen des digitalen Wandels zu schärfen.

Z

u diesem Thema referierte vor kurzem auch Kai Diekmann, ehemaliger BILD-Chefredakteur und -Herausgeber, bei der Veranstaltung Academia Superior in Gmunden. Während in den 1950er-Jahren die Menschen in Deutschland als Lieblingsbeschäftigung „aus dem Fenster schauen“ angaben, weil

sich das Leben noch sprichwörtlich um den Dorfbrunnen abspielte, sei nun das Handy die Fernbedienung für das eigene Leben. Untersuchungen zeigen, dass durchschnittliche User am Tag über 150-mal auf ihr Smartphone schauen, um Nachrichten zu checken. Das analoge Mediennutzungsverhalten sei vom Facebook-

×

Algorithmus abgelöst worden, der nach dem „Donut“-Phänomen funktioniere. In individuellen „Newsfeeds“ würden jene Inhalte ausgespielt, die dem jeweiligen User schmecken. Das Ziel dabei sei einzig und allein Nutzer möglichst lange online zu halten, um Daten sammeln zu können. In diesem Kontext hätten auch „Fake-News“ im US-Wahlkampf deutlich mehr Aufmerksamkeit erhalten als recherchierte Top-Storys von bekannten Medienhäusern. Für viele Menschen sei heute die digitale Welt realer als ihr reales Leben. Soziale Medien wie Facebook wären die neuen „Gatekeeper“, die Informationsflüsse radikal individualisieren. In der früheren Welt hätten sich Medien gegenseitig kontrolliert und durch ähnliche Themensetzungen Gemeinschaftsgefühl und gesellschaftlichen Diskurs ermöglicht. Aber × wer kontrolliert heute Facebook?


SICHER. AUSGEZEICHNET. Der Volvo V90 und S90 freuen sich über den ÖAMTC Marcus Award für die beste serienmäßige Sicherheitsausstattung in den Kategorien Mittelklasse sowie Kombi & Van.

MEHR INFORMATIONEN AUF VOLVOCARS.AT Kraftstoffverbrauch: 4,4 – 7,4 l/100 km, CO 2-Emissionen: 115 – 169 g/km. Symbolfoto. Irrtümer, Druckfehler und Änderungen vorbehalten. Stand: März 2017.

6020 Innsbruck, Langer Weg 12, Tel.: 0512 / 3336 - 999 6300 Wörgl, Innsbrucker Str. 105, Tel.: 05332 / 73711-0, www.autopark.at


© MARIANNE SWIENING-HAVARD, MARCO BORGGREVE, SCHINDLHOF/FAMILIE HAIM-SWAROVSKI, ALESSANDRA SARTI

English Chamber Orchestra

Cellist Nicolas Altstaedt fungiert beim Konzert am Schindlhof auch als Dirigent des English Chamber Orchestra

Probiert und für gut befunden: Der Celloklang gefiel beim Fotoshooting auch den Pferden.

Haydn in der Reithalle Bei Musik im Riesen 2017 wird die Reithalle des Schindlhofs oberhalb von Fritzens zum Konzertsaal: Am 20. Mai 2017 tritt dort das English Chamber Orchestra mit dem Cellisten Nicolas Altstaedt auf. VON ES THER PIRCHNER

E

s ist nicht das erste Konzert, das die Tiere des Schindlhofs zu hören bekommen werden, aber sicherlich ein hochkarätiges. Wenn im Rahmen von Musik im Riesen Werke von Joseph Haydn und Sándor Veress erklingen, knüpft das Kammermusikfestival der Swarovski Kristallwelten damit auch an ein anderes Ereignis an, das die Familie Haim-Swarovski seit 1995 am Schindlhof ausrichtet: Beim Manfred Swarovski Gedächtnisturnier, einem internationalen Dressurturnier CDI4*, finden ebenfalls klassische Konzerte statt. Und solange die Musik nicht atonal sei, so erzählt Evelyn Haim-Swarovski, würden die Tiere gut darauf reagieren, wenn der Klang der Instrumente aus der Reithalle zu ihnen in den Stall dringt.

Sie und ihr Ehemann Klaus Haim betreiben den Schindlhof seit 1990, rund sechzig Tiere sind auf dem 10 Hektar großen Anwesen zu Hause. Die meisten von ihnen sind Dressur- und Zuchtpferde, doch wer sich in und zwischen den Stallungen bewegt, begegnet auch einer ganzen Reihe anderer Bewohner: Es gibt Hängebauchschweine und einen pensionierten Rennochsen am Schindlhof, dazu Gänse, Hunde, Ponys, Schafe und einen Esel. Sogar ein Zebra hat auf der Anhöhe bei Fritzens eine Heimstatt gefunden.

Unter dem Kristalllüster.

Dass sich die Reithalle mit ihrer hohen Decke, der guten Akustik und nicht zuletzt dem prachtvollen Swarovski-Lüster nicht nur

als Austragungsort eines Reitturniers, sondern auch als Veranstaltungsort für Musik eignet, ist nicht verwunderlich. Umgebungen wie Turnsäle, Fabrikhallen oder die Eingangshallen von Bürohäusern bieten oft eine überraschend gute Atmosphäre für Kulturereignisse. Besucher von Musik im Riesen haben diesen Effekt in den vergangenen Jahren in einer Produktionshalle, in der Kantine im Haus Marie Swarovski oder in der Halle des Swarovski Business Building bereits erlebt. Letzteres wird auch 2017 mehrere Musik-im-Riesen-Konzerte aufnehmen, unter anderem gastieren dort das Belcea Quartet, das Jerusalem Quartet und das Quatuor Diotima sowie das Scharoun Ensemble, ein Oktett mit Musikern der Berliner Philharmoniker.


61 MAGAZIN

Auf dem Lande.

Das Konzert am Schindlhof ist das größte in diesem Jahr und die Interpreten sind auch aus anderen Zusammenhängen mit Musik in ländlichen Umgebungen vertraut. Mit dem English Chamber Orchestra konnte eines der traditionsreichsten Kammermusikensembles der Welt engagiert werden. Seinen internationalen Ruf begründete es vor allem als Hausorchester des Aldeburgh Festivals, das 1948 vom britischen Komponisten Benjamin Britten gemeinsam mit anderen Musikern in der Kleinstadt Aldeburgh an der Ostküste Englands gegründet wurde und bis heute besteht. Der Cellist Nicolas Altstaedt zählt zu den vielseitigen jungen Stars der klassischen Musik. Beim Konzert am Schindlhof tritt er nicht nur als Solist, sondern auch als Dirigent auf. Seit 2012 leitet er als Nachfolger von Gidon Kremer auch das Kammermusikfest im burgenländischen Lockenhaus, wo Wald und Wiese vor der Haustür liegen und manchmal auch die perfekte Kulisse fürs gemeinsame Musizieren bilden.

Ungarische Verbindung. Altstaedt spricht also aus Erfahrung, wenn er festhält, dass „Musik außerhalb des Konzertsaals stattfinden“ müsse. „Andere Spielstätten können sehr inspirierend sein und einen anderen Zugang zur Musik ermöglichen.“ Dass der Spielort Reithalle Altstaedt das English Chamber Orchestra auch zur Auswahl der Werke für dieses Konzert inspiriert hat, kann nur vermutet werden, doch das Programm könnte kaum besser passen. Neben England mit seinen Reitern und Jagden denkt man bei

Pferden schnell an Ungarn – und damit auch an die ungarische Musik, die, so Altstaedt, großen Einfluss auf die Wiener Musik im 18. Jahrhundert hatte. Gerade bei Joseph Haydn, der ab 1760 drei Jahrzehnte lang im Dienst der Fürsten Esterházy stand und für sie in ihren Residenzen in Wien, Eisenstadt und auf Schloss Esterháza komponierte und musizierte, ist die Nähe zu Ungarn deutlich spürbar. Als Beispiel dafür nennt der Interpret das erste Cellokonzert, das Haydn in der Anfangszeit in Esterháza komponierte. An manchen Stellen des Werks sei – musikalisch verwandelt – eine Besonderheit der ungarischen Sprache zu vernehmen, die Betonung der ersten Silbe eines Wortes.

Erhöhte Aufmerksamkeit.

Um die Verwandtschaft zu Ungarn noch zu betonen, hat Altstaedt zwei Werke von Sándor Veress aufs Programm gesetzt, die „Vier transsylvanischen Tänze“ für Streichorchester von 1944/49 und die Sonate für Violoncello solo von 1967. Veress, der als Student bzw. Mitarbeiter von Béla Bartók und Zoltán Kodály auch intensiv an deren Forschungen zur rumänischen Volksmusik beteiligt war, fand in seiner Musiksprache Anknüpfungspunkte an diese Traditionen, ohne jedoch altmodisch oder konventionell zu sein. Davon, dass Veress’ Werke „viel zu selten gespielt werden“ (Altstaedt) und ihnen ein Platz an der Seite der berühmten ungarischen (und Wiener) Vorbilder gebührt, können sich Konzertbesucher in der Reithalle des Schindlhofs selbst überzeugen. ×

MUSIK IM RIESEN 19. bis 27. Mai 2017 Swarovski Kristallwelten und Swarovski Business Building, Wattens Reithalle Schindlhof, Egge 4A, Fritzens kristallwelten.com/musik

REITHALLE SCHINDLHOF 20. Mai 2017, 20 Uhr English Chamber Orchestra Nicolas Altstaedt, Dirigent, Violoncello • Sándor Veress: Vier transsylvanische Tänze (1944/49) • Joseph Haydn: Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 1 C-Dur, Hob. VIIb:1 (1762–65) • Sándor Veress: Sonate für Violoncello solo (1967) • Joseph Haydn: Symphonie Nr. 49 f-Moll, Hob. I:49, „La passione” (1768)

© SCHINDLHOF/FAMILIE HAIM-SWAROVSKI

SAISON

Am liebsten tonal Die Liebe zu Pferden und zur Musik zeichnet Evelyn Haim-Swarovski, Eigentümerin des Schindlhofs, aus. Nicht erst bei Musik im Riesen 2017 ist beides unter dem Dach der Reithalle vereint.

S

AISON: Frau Haim-Swarovski, mit Konzerten beim Manfred Swarovski Gedächtnisturnier haben Sie schon früh begonnen, Musik und Reitsport zusammenzubringen. Wie ist die Idee entstanden? EVELYN HAIM-SWAROVSKI: Ich bin sehr musikbegeistert und mir hat der Gedanke gefallen, Kultur und Sport miteinander zu verbinden. Unbewusst haben diese Idee danach viele andere Veranstalter von Reitturnieren übernommen. Wie wählen Sie die Künstler für diese Konzerte aus? Anfangs hatten wir vor allem junge Künstler, auch einige, mit denen wir befreundet sind und die heute Stars sind, wie die Sopranistin Alexandra Reinprecht. Das Musik im Riesen-Konzert wird also gut dazupassen. Mögen auch die Pferde diese Art der klassischen Musik? Ja. Sie wirken angenehm überrascht, sind neugierig und schauen aus der Box, wenn sie etwas Neues hören. Nur bei atonaler Musik werden sie unruhig. Vielen Dank für das Gespräch. ×


62 MAGAZIN SAISON

„Wir können aus dem Vollen schöpfen“ Wilfried Kirschl (1930–2010) war eine der zentralen Persönlichkeiten in der Kulturlandschaft Tirols im 20. und beginnenden 21. Jahrhundert – nicht zuletzt weil er eine umfangreiche Sammlung an zeitgenössischer Tiroler Kunst anlegte. Diese bildet die Grundlage für die Ausstellung „Mit dem Auge des Künstlers“ ab 12. Mai 2017 im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum.

© TIROLER LANDESMUSEEN (9)

VON ES THER PIRCHNER

1

2

3

4 5

6

1 2 3 4 5 6 7 8 9

7

Wilfried Kirschl beim Malen auf Ios Anton Tiefenthaler, Selbstbildnis mit Hut, um 1954 Wilfried Kirschl im Atelier, 1967 Gerhild Diesner, Stillleben mit Pfeife, 1943 Carl Moser, Bretonisches Kind, mit Blick auf Tréboul, um 1904 Artur Nikodem, Weg im Stubai (Luimes), 1919/20 Wilfried Kirschl, Das weiße Haus am Kanal, 1984 Carl Moser, Weißgefleckter Pfau, 1906, Farbholzschnitt Artur Nikodem, Krankes Mädchen, 1923

8

9

I

m Jahr 2012 erwarben Land Tirol und Landesgedächtnisstiftung die Kunstsammlung, die der Künstler Wilfried Kirschl im Lauf von vier Jahrzehnten zusammengetragen hatte. Nach Jahren des Forschens und Katalogisierens ist die 350 Werke umfassende Sammlung nun bereit, der Öffentlichkeit gezeigt zu werden. Dazu stellten Günther Dankl, Kustos der Kunstgeschichtlichen Sammlungen ab 1900 und der Grafischen Sammlungen der Tiroler Landesmuseen, der Kunsthistoriker Carl Kraus und die Kuratorin Isabel Pedevilla die Ausstellung „Mit dem Auge des Künstlers. Die Sammlung Kirschl“ zusammen, die Aufschluss gibt über die umfassende Auseinandersetzung des Malers, Sammlers, Ausstellungsmachers und Publizisten mit Kunst. Im Gespräch erläutert Dankl die bedeutende Rolle Kirschls für das Tiroler Kunstleben und gibt Einblick in die notwendigen umfangreichen Vorarbeiten.

SAISON: Herr Dankl, Wilfried Kirschl war nicht nur Maler, sondern auch Sammler und Forscher. Warum war er für die Tiroler Kunstlandschaft so wichtig? GÜNTHER DANKL: Er war einer der ganz wenigen, die sowohl künstlerisch als auch kunsthistorisch und kulturpolitisch tätig waren. Er war im Vorstand der Tiroler Künstlerschaft und Gründungsmitglied der Galerie im Taxispalais, hat für beide zahlreiche Ausstellungen gemacht. Er war im Kunstbeirat des Tiroler Landesmuseums, hat sich immer sehr intensiv eingesetzt für ein Museum der Moderne, hat publiziert, war selbst künstlerisch tätig und hat Kunst gesammelt. Als Sammler und Autor galt sein erstes Interesse der Kunst der Zwischenkriegszeit in Tirol. Inwiefern konnte er dazu entscheidende Anstöße geben? Er fand, dass diese Zeit wenig aufgearbeitet war und hat schon früh Ausstellungen von Artur Nikodem und anderen Künstlern


63

Gilt das auch für andere Künstler? Ja, vor allem Carl Moser, den Kirschl auch erst durch die Beschäftigung mit der Ausstellung „Malerei und Graphik in Tirol 1900–1940“ entdeckt hat. Er hat ihn in den Jugendstil, in den europäischen Holzschnitt mit eingebunden und auch zu ihm eine große Monographie veröffentlicht. Auch in Kirschls Sammlung, die nun aufgearbeitet wurde und im Tiroler Landesmuseum präsentiert wird, sind Egger-Lienz und Carl Moser stark vertreten. Wie ist sie insgesamt strukturiert? Es gibt vier Sammlungsschwerpunkte: Neben Carl Moser mit circa siebzig Werken und Egger-Lienz mit circa dreißig enthält sie noch weitere Positionen aus der Zeit von 1900 bis 1940 – von Max von Esterle und Artur Nikodem quer durch die Tiroler Kunstgeschichte. Aus der Kunst nach 1945 hat er vor allem Werke seiner Freunde gesammelt: Norbert Drexel, Peter Prandstetter, Gerhild Diesner. Wie ist die Sammlung ans Ferdinandeum gekommen? Kirschl hatte den Wunsch, dass die Sammlung zusammenbleiben sollte, und hat mit mehreren Museen und Sammlern gesprochen. Letztendlich wurde sie über das Land Tirol und die Landesgedächtnisstiftung angekauft. Es war das Verdienst der Erben, dass sie sie nicht aufgeteilt, sondern geschlossen erhalten haben.

Was bedeutet es für ein Haus wie das Tiroler Landesmuseum, eine Sammlung mit rund 350 Werken zu erhalten? Wir sind glücklich, weil sehr viele Lücken gefüllt werden, da können wir wirklich aus dem Vollen schöpfen. In der Zwischenkriegszeit hatte das Museum wenig Geld, daher wurde wenig gekauft, später waren viele Werke nicht mehr erhältlich. Wir freuen uns, dass unsere Sammlung um so viele Werke von Carl Moser und Egger-

der Künstler als Theoretiker, Egger-Lienz, Carl Moser, die Kunst vor 1940 und die Künstlerfreunde nach 1945. Kirschl wird in der Ausstellung auch mit eigenen Werken vertreten sein. Wie groß ist sein Œuvre? Es werden sicher ein paar hundert Werke sein. Einige davon sind im Belvedere und in der Sammlung Leopold, aber die meisten befinden sich in Privatbesitz im ganzen Land und in Süd© GÜNTHER DANKL

gemacht. Ein Höhepunkt war 1973 die Ausstellung „Malerei und Graphik in Tirol 1900–1940“, zu der er im Vorfeld viel recherchiert hatte, zum Beispiel bei Verwandten von Künstlern und im Nachlass. Damals hat er Arbeiten gezeigt, die nicht so bekannt waren: die Skizzen und unfertigen Bilder, die einen Künstler oft direkter wiedergeben als die großen Werke. Mit Albin Egger-Lienz hatte er sich schon davor beschäftigt, war in Kontakt mit Ila Egger-Lienz, der Tochter des Künstlers, und hat beispielweise anhand der Briefe des Künstlers versucht, das Werk nachzuvollziehen. 1977 hat er die große Monographie von Egger-Lienz veröffentlicht. Kirschl hat damit Pionierarbeit geleistet und Egger-Lienz, der vorher immer als Tiroler Künstler rezipiert wurde, in der österreichischen Kunst verankert. Er hat damit auch dazu beigetragen, dass Egger-Lienz vermehrt gesammelt wurde.

„Wilfried Kirschl hat Pionierarbeit geleistet und Egger-Lienz, der vorher immer als Tiroler Künstler rezipiert wurde, in der österreichischen Kunst verankert.“ GÜNTHER DANKL, KUSTOS DER TIROLER LANDESMUSEEN

Lienz erweitert wurde. Es gibt auch Werke von Künstlern wie Erich Lechleitner, von denen wir bisher überhaupt nichts in der Sammlung hatten. Wird ein Teil dieser Bilder in die ständige Sammlung übernommen? Im Moment ist die Art Box, wo die Kunst von 1900 bis 1960 gezeigt wird, geschlossen, aber bei der nächsten Neuaufstellung werden sicher einige Werke aus der KirschlSammlung einfließen. Wie geht man bei der Aufarbeitung vor? Es ist nicht nur so, dass man sagt: Hurra, jetzt haben wir einen großen Stock an 350 Werken! Denn dann beginnt erst einmal die Knochenarbeit. Die Werke werden katalogisiert, fotografiert, abgemessen, die Technik wird bestimmt und so weiter. Wir erstellen einen Katalog mit 350 Seiten, wobei auf achtzig bis hundert davon zu jedem Werk dargestellt wird: Wann hat er es gekauft? In welcher Ausstellung war es? Wo ist es gezeigt worden? Dazu müssen wir viel herumfragen. Ein Teil der Werke wird ab Mai im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum gezeigt. Wie ist die Ausstellung gegliedert? Wir haben ungefähr 150 Werke ausgewählt und zeigen sie aufgeteilt auf fünf Kapitel:

tirol. Carl Kraus und ein Neffe Kirschls erstellen derzeit einen Bestandskatalog. Das ist sehr mühsam, Kirschl selbst hat nur wenig aufgezeichnet und viele Galeristen, die man hätte fragen können, gibt es gar nicht mehr. Welche seiner Werke werden im Rahmen von „Mit dem Auge des Künstlers“ gezeigt? Die Ausstellung beginnt und endet mit Werken von Kirschl. Es geht zuerst um seine Herkunft und seine Auseinandersetzung mit der französischen Kunst und endet mit seinen Stillleben und Lichtbildern. Wir zeigen einige sehr schöne Frühwerke aus Frankreich und England, dann jene, die er in Griechenland gemalt hat, sowie zwei sehr schöne Stillleben und ein paar Zeichnungen. Wir – Carl Kraus, Isabel Pedevilla und ich – haben hier auch einige unserer Lieblingswerke ausgewählt. Vielen Dank für das Gespräch.

DIE AUSSTELLUNG Mit dem Auge des Künstlers. Die Sammlung Kirschl 12. Mai bis 16. November 2017 geöffnet Di–So 9–17 Uhr Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Innsbruck www.tiroler-landesmuseen.at

×


sportclinic

therapie

lifestye

Mo. - Fr.

8:00 - 17:00 Uhr

ab 13. Mai 2017 Sa. - So. 11.00 - 19:00 Uhr

A-6460 Imst - Medalp Platz 1     TEL. +43 5418 511 00   info@medalp.com

Mo. - Fr.

9:00 - 19:00 Uhr

ab 29. Mai 2017 Sa. - So. 9.00 - 18:30 Uhr

A-6290 Mayrhofen - Stillupklamm 830   TEL. +43 5285 78485   office@sportclinic.at


65 KOMMENTARE SAISON

Die Almen als touristische Infrastruktur

D

VO N A LO I S S C H Ö P F

er Winter ist wieder vorbei. Für viele Almpächter war er eine Katastrophe. Zum Rodeln ging es maximal ein paar Tage, ansonsten herrschten Schneemangel und ein undefinierbares Wetter: Keine ideale Bühne für Versprechungen winterlichen Glücks also! Entsprechend dramatisch ist auch der Wechsel, der sich auf vielen Hütten abspielt. Von acht Almen und Almgasthäusern rund um den Patscherkofel zum Beispiel müssen drei neu vergeben werden, eine fällt wegen Inkompetenz der Gemeinde bzw. der Agrargemeinschaft weiterhin aus, eine befindet sich in Privatbesitz.

Wo ist endlich der Alm-Plan, der die Hüttenwirte so weit absichert, dass nicht ausgerechnet die Professionellsten unter ihnen zum Aufgeben gezwungen werden? Wer im Zeitalter der Registrierkassapflicht noch glaubt, mit einer Almhütte etwas zu verdienen oder gar reich zu werden, ist ein Träumer. Entsprechend rasch verlassen denn auch jene, die rechnen müssen, weil sie sich ein Geschäft erwartet haben, den Ort des Geschehens und überlassen ihn solchen, die eine Alm mehr zum Hobby und als Aussteiger betreiben. Diese Einstellung wiederum hat zur Folge, dass das Angebot über die Leistungen eines Hobbybetriebes oft nicht hinausgeht und im Hinblick auf ausländische Gäste, denen man stolz Tirol in höheren Lagen zeigen möchte, nicht ohne vorherige Verkostung allfälliger Kasknödel wahrgenommen werden sollte.

Am Patscherkofel werden derzeit Millionen in den Ausbau vor allem einer neuen Bahn investiert. Wie überhaupt die Investitionssummen der Seilbahnindustrie beachtlich sind. Leider bezieht sich diese Investitionsfreude oft zu sehr auf Technik und Bauten, die der Tiroler mit besonderer Freude in die Landschaft wuchtet. Der menschliche Faktor kommt oft zu kurz. Dabei nützt die beste Hardware in den Bergen nichts, wenn die Software der Alpengastronomie nicht auf jenem Niveau funktioniert, das die Gäste und Einheimischen einer hochpreisigen Wohlstandsregion erwarten. Wo ist endlich der Alm-Plan, der die Hüttenwirte so weit absichert, dass nicht ausgerechnet die Professionellsten unter ihnen durch einen miserablen Winter oder Sommer zum Aufgeben gezwungen werden? Und wo ist ein Alm-Plan, durch den die hohe Qualität des Angebots nicht dem Zufall überlassen wird, sondern zum allgemeinen Standard gehört? ×

ERRATUM In meinem letzten Artikel „Marke mit Widersprüchen“ habe ich aufgrund der Ähnlichkeit des Produktdesigns die Bio-vom-Berg-Milch der Tirol Milch zugeordnet. Das war ein Irrtum, für den ich mich entschuldige. Die Bio-vom-Berg-Genossenschaft hat mit der Tirol Milch nichts zu tun. Sie ist im Gegenteil über die Ähnlichkeit des Designs, die von der Tirol Milch ausgeht, keineswegs erfreut.

Alois Schöpf lebt als Journalist und Schriftsteller in Lans.

Das entzückende Häuserl

E

VON ERNS T MOLDEN

ine Dame aus der Verwandtschaft sagte zur Liebsten und den Baum auf einmal als etwas düster. Die mir: Bei der Ortschaft L., in der Nähe von Wiener NeuLiebste hingegen erblickte von dem Balkon stadt, steht so ein entzückendes Häuserl zum Verkauf. einen Nachbarn (den vorher die Fichten Ihr überlegt doch immer wieder, ins Grüne zu ziehen. Das müssts verstellt hatten). Der Nachbar, sah sie, hatte allerhand Maschinen euch unbedingt anschauen! auf seiner Wiese stehen. Die Liebste dachte, dass ihr BlumentopfStimmt: Wir überlegen immer wieder. Ich habe die steinzeitlibalkon möglicherweise doch aufs Meer blicken sollte. Und ich che Sehnsucht, zum Rauschen eines Wasnahm die große Fichte als etwas wahr, was Vielleicht sind wir serlaufes und/oder eines großen Baumes mir den Himmel nahm. aber auch Leute, die die einzuschlafen, ohne dafür fünf Stunden Wir fuhren wieder, unsere liebe Verins Tiroler Bergdorf fahren zu müssen. wandte im Schlepptau. Wir waren nicht die Option haben wollen, an Die Frau meines Lebens wiederum träumt richtigen. Nicht für so ein Haus, nicht für alle möglichen Orte zu von kleinen Terrasserln und Balkonen mit dieses Haus. Vielleicht finden wir einmal können, und den einen Blumentöpfen und Sonnenstrahlen. Also ein Haus, das zu uns passt. Vielleicht sind persönlichen Ort als Hin- wir aber auch Leute, die die Option haben willigten wir ein und fuhren mit der Verdernis dabei empfinden. wandten dorthin, wo das südliche Wiener wollen, an alle möglichen Orte zu können, Becken auf das liebliche und etwas strupund den einen persönlichen Ort als Hinpige Rosaliengebirge trifft. Wir kamen durch die Ortschaft L., in dernis dabei empfinden. Im Rückspiegel sah das Häuserl wieder netter Nachlässigkeit an die Ufer der Leitha gestreut, wir passierten nur entzückend aus. Klein und einladend. Halt nicht für uns. ein zitronengelbes Schlösschen mit Pferdestallungen. Schließlich Der Ortschaft L. begegneten wir übrigens kurz darauf noch Akazienbäume und Feldwege, die zu diesem Häuschen führten. Es einmal. Und zwar im Programm des Filmfestivals Diagonale. Dort war, hm, eh lieb, schon klein und eng, farblich sah es ein bisschen lief der im Vorfeld hochgelobte Film „Siebzehn“ von Monja Art, den nach einer Sauna aus. Aber es lag entzückend. Große Föhren und der Pressetext mit „Leben und Lieben in L.“ umschrieb. TeenagerFichten. Ein paar Kirschbäume. Vor dem Haus ein Weiher. TatLeidenschaft im Schatten des Rosaliengebirges. Die Liebste und sächlich zwei Balkone, nach Osten und Westen. Kleine, noch mit ich beschlossen sofort, ins Kino zu gehen. × den Dingen der Verkäufer vollgepackte Räume, aber alles offenbar Ernst Molden, 48, lebt als Liedermacher und Schriftsteller in Wien. Für seine über viele Jahre liebgehabt und daher heimelig. Die Liebste betrat Platten und Bücher wurde er mehrfach ausgezeichnet. Demnächst erscheint sein neues Album YEAH (monkeymusic). einen Balkon. Ich stellte mich unter eine Fichte. Da empfand ich


66 NACHGEFRAGT SAISON

15 FR AGEN AN ...

Anton Steixner DREI SCHÖNE ORTE AUF DER WELT (AUSSERHALB TIROLS): Oststeiermark, Toskana und Gsieser Tal in Südtirol LETZTER URLAUB (WO UND WANN): Steirerhof in Waltersdorf im April anlässlich meines 60. Geburtstages DIE GRÖSSTEN TUGENDEN IM TOURISMUS SIND: Leistungsbereitschaft, Innovation, Mut DIE GRÖSSTEN SÜNDEN IM TOURISMUS SIND: Anbiederung durch verkitschte Traditionsdarstellung DIE STÄRKEN DES TIROLER TOURISMUS: Familiengeführte Unternehmen, in denen die ganze Familie mit vollem Einsatz mitarbeitet DIE SCHWÄCHEN DES TIROLER TOURISMUS: Sich unter dem eigenen Wert verkaufen DIE BESTE IDEE IM TOURISMUS DER LETZTEN FÜNF JAHRE: Wiedererstarkung Tirols als Sommerdestination, vor allem durch innovative Ideen der Seilbahnwirtschaft TIROL ALS URLAUBSZIEL ZEICHNET AUS: Familiäre Atmosphäre in den Beherbergungsbetrieben, moderne Ausstattung der Gaststätten, Hotels und Pensionen. Tirol ist ganzjährig interessant für den Urlauber. DIE BAUERN UND DIE LANDWIRTSCHAFT BEDEUTEN FÜR DAS LAND TIROL: Die gepflegte Kulturlandschaft macht Tirol erst interessant und einzigartig, ebenso die Verfügbarkeit besonderer Produkte aus der Region. DIE BAUERN UND DIE LANDWIRTSCHAFT BEDEUTEN FÜR DEN TOURISMUS IN TIROL: Sommertourismus ist ohne gepflegte Kulturlandschaft nicht möglich. FÜR DIE ZUKUNFT DER LANDWIRTSCHAFT IN TIROL WÜNSCHE ICH MIR: Dass der Tiroler Tourismus die Chancen im Anbieten Tiroler Produkte stärker erkennt und die Bauern mehr bereit sind, eine breite Produktpalette anzubieten. Leider ist das bisher noch zu wenig der Fall, andere Regionen sind uns hier voraus. TIROLER PRODUKTE STEHEN FÜR: Kleinbäuerliche, natürliche Produktion DIE VERWENDUNG VON REGIONALEN PRODUKTEN IN DER GASTRONOMIE IST WICHTIG, WEIL: Dem Gast immer wichtiger wird, die besten Produkte aus der Region im Urlaub zu genießen MIT DER HEIMISCHEN KÜCHE VERBINDE ICH: Das Zusammensitzen mit Familie und Freunden mit guten Tiroler Produkten MEIN LIEBLINGSGERICHT DER TIROLER KÜCHE: Fisch und Kartoffeln

Anton Steixner ist Landwirt und Fischzüchter in Mutters. Der ehemalige Politiker und Obmann des Bauerbundes saß seit 1994 im Tiroler Landtag, ab 2006 gehörte er der Tiroler Landesregierung an, ab 2008 als Landeshauptmann-Stellvertreter. 2013 legte er alle politischen Ämter nieder.


Weil man Vertrauen nicht kaufen kann.

Mein Eurogast Partner genießt nicht nur mein Vertrauen, er hat sogar den Schlüssel zu meinem Lager. Vorzüge, die man nicht kaufen kann. Es geht nicht um das Einkaufen alleine. Es geht um die Werte, die darüber hinaus gehen. Um Service, Vertrauen, Handschlagqualität, Individualität – und um Nähe: geographisch und emotional. Wir kennen eben die Wünsche unserer Kunden und deren Gäste ganz genau. So wird aus einer Geschäftsbeziehung echte Freundschaft. Dazu kommt: Wir sorgen für regionale Wertschöpfung. Und das macht Ihren Einkauf bei uns doppelt wertvoll!

Eurogast in Tirol

Grissemann www.grissemann.at

Riedhart www.riedhart.at

Sinnesberger www.sinnesberger.at

Speckbacher www.speckbacher.at


Feinste Tiroler Bierkultur seit 1500

ĂĽftang:*

* Auf gut Zillertalerisch. Passt immer.

SAISON (April 2017)  

Tourismusmagazin der Tirol Werbung

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you