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P.b.b. | VERLAGSORT: 6020 INNSBRUCK | 10Z038387M

TOURISMUSMAGA ZIN | AUSGABE 01/17 | WINTER/FRÜHJAHR 2017

DER PLATZ FÜR WELTMEISTER


750 JAHRE WEINERFAHRUNG Seit 1267 in Eppan /Südtirol und seit 73 Jahren in Nordtirol bestens etabliert. Als innovativer Partner von Hotellerie & Gastronomie sowie Fach- und Einzelhandel ist die Weinkellerei P. Meraner mit ihrem Team in Tirol, in Teilen Südtirols, in der Schweiz und in Deutschland bestens vertreten. Der Name Meraner steht für ein gut sortiertes, qualitativ hochwertiges Angebot im Bereich Wein, Champagner, erlesenen Spirituosen und gesunden Natursäften sowie Seriosität und ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis.

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3 STICHWORT SAISON

TIROL BERG DIE TIROLBERGE 2017 IN ZAHLEN ) 2 TirolBerge (St. Moritz, Hochfilzen Ländern 700 akkreditierte Medien aus 22 chtet. beri gen lBer haben aus den Tiro tägden wur kte 17.000 Medienkonta kt. chic bes en lich mit Information 2 LiveBlogs, mehr als 50.000 Nut

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ZITIERT „Es gibt mehr Sportereignisse als je zuvor. Also muss die kommunikative Aktivierung – vor allem der Ankündigungs- und Live-Kommunikation – auch kraftvoller sein als je zuvor.“ Robert Zitzmann, Sponsoring-Director bei Jung von Matt/Sports

„Der TirolBerg ist eine unglaublich wichtige Plattform, um der Welt zu zeigen, was Tirol zu bieten hat.“ Karl Stoss, ÖOC-Präsident

DIE DISZIPLIN SPORTKOMMUNIKATION EINE FRAGE DER UNTERSCHEIDUNG „Sportmarketing ist die spezifische Anwendung der Marketing-Prinzipien und Prozesse auf Sportprodukte und Sportdienstleistungen im Sinne der marktorientierten Unternehmensführung.“

„Im Falle von Marketing durch Sport intendiert der Werbetreibende die Erhöhung des Bekanntheitsgrades des beworbenen Leistungsbündels und/ oder einen Imagetransfer, der mit der als Kommunikationsplattform genutzten Sportart/Mannschaft/Einzelperson assoziierten Merkmale, auf das beworbene Leistungsbündel.“ Gerd Nufer, André Bühler: Sportmarketing: Einführung und Perspektive

„Der TirolBerg bildet eine wesentliche Maßnahme zur Aktivierung des Sportlandes Tirol und hilft dem Tourismus, sich zu differenzieren.“ Josef Margreiter, Geschäftsführer Tirol Werbung

„Der TirolBerg ist eine optimale Gelegenheit, Menschen in einem inspirierenden Umfeld zu nachhaltigen Kooperationen anzuregen.“ Günther Platter, Landeshauptmann von Tirol


4 EDITORIAL

© TIROL WERBUNG / HOFMANN JANINE

SAISON

So modern und innovativ wie nie zuvor – dem Ruf als Medienberg wurde der TirolBerg in St. Moritz und Hochfilzen mit Millionenreichweiten in vielen Ländern und unseren interessantesten Herkunftsmärkten mehr als gerecht.

Der TirolBerg etablierte sich aber auch weiter als internationaler Treffpunkt und als perfekter Raum, um neue Kontakte und Geschäfte anzubahnen oder zu pflegen – die Kooperation mit vielen Wirtschaftspartnern und der Standortagentur Tirol bewährte sich bestens.

Außerhalb der Grenzen unseres Landes blickte man fast neidisch auf diese funktionierende Plattform. Besonders bitter war es daher, dass diese Erfolge im eigenen Land kaum realisiert wurden, weil die parallel dazu angeheizte Diskussion rund um eine Speisekarte viel davon überlagert hat.


EDITORIAL

Mittendrin statt nur dabei

D

ie Weltmeisterschaften in Hochfilzen und St. Moritz sind erfolgreich über die Bühne gegangen und Tirol war nicht nur dabei, sondern mittendrin. Zeit, ein Fazit zu den Auftritten mit unseren TirolBergen in den zwei WM-Orten zu ziehen. So modern und innovativ wie nie zuvor – dem Ruf als Medienberg wurde der TirolBerg in St. Moritz und Hochfilzen mit Millionenreichweiten in vielen Ländern und unseren interessantesten Herkunftsmärkten mehr als gerecht. Insgesamt haben rund 700 akkreditierte Medien aus den TirolBergen in St. Moritz und Hochfilzen berichtet – darunter Vertreter aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Norwegen, Polen, Ukraine, Italien, Tschechien, Russland, Frankreich und den USA. Die TVStudios – zwei in Hochfilzen, eines in St. Moritz – wurden vielfach genutzt. Das norwegische Fernsehen (NRK-TV) hatte sogar ein TV-Studio im TirolBerg Hochfilzen für die gesamte Dauer der WM gebucht, um täglich live daraus zu berichten. Darüber hinaus nutzten viele weitere TV-Stationen die Möglichkeit für Liveschaltungen bzw. Livesendungen, die vom TirolBerg-PR-Team kompetent unterstützt wurden – u. a. der US-amerikanische Sender NBC, das französische Staatsfernsehen France Télévisions, die deutschen öffentlich-rechtlichen ARD und ZDF, das Schweizer Fernsehen SRG, Eurosport Deutschland, Frankreich und England, Olympic Channel, Eurovision und Sky-TV, aber auch nationale Sender wie ServusTV oder der ORF, der wiederholt Live-Schaltungen in die ZIB realisierte. Der russische Sender Match TV berichtete ausführlich über den Besuch seiner Gold-Staffel im TirolBerg Hochfilzen. Darüber hinaus nutzten etwa SAT 1, Pro 7, Eurosport, n-tv, Kabel 1 und München TV den TirolBerg Hochfilzen für Liveschaltungen, um u. a. besonders sonnige Wetter- und Winterbilder aus der Region zu senden. Weiters produzierten unsere Redaktionsteams in beiden TirolBergen täglich Pressemeldungen und Videos, die allmorgendlich während der WMs an 17.000 Pressekontakte versandt worden sind. Erstmals gab es an beiden TirolBerg-Standorten Liveblogs, die in Echtzeit vom Geschehen in den TirolBergen berichteten und mit über 50.000 Nutzern erfreuliche Reichweiten erzielten. Der TirolBerg etablierte sich aber auch weiter als internationaler Treffpunkt und als perfekter Raum,

JOSEF M ARG REITER , DIREK TOR TIROL WERBUNG

um neue Kontakte und Geschäfte anzubahnen oder zu pflegen – die Kooperation mit vielen Wirtschaftspartnern und der Standortagentur Tirol bewährte sich bestens. Neben Präsentationen und Wirtschaftsgesprächen wurde ein vielfältiges Programm geboten, die unterschiedliche Standortfelder – vom Sport über die Wirtschaft und die Wissenschaft bis hin zur Kultur – umfasste.

Kein Schaden ohne Nutzen. Gemessen an solchen internationalen Parametern war das Engagement ein voller Erfolg. Außerhalb der Grenzen unseres Landes blickte man fast neidisch auf diese funktionierende Plattform – das belegen die vielfachen Reaktionen. Besonders bitter war es daher, dass diese Erfolge im eigenen Land kaum realisiert wurden, weil die parallel dazu angeheizte Diskussion rund um eine Speisekarte viel davon überlagert hat. Dieser ärgerliche Fehler, dass Tiroler Gerichte mit ausländischem Fleisch angeboten wurden, ist passiert und tut uns natürlich leid. Die schiefe Optik, bedingt durch die strenge Schweizer Kennzeichnungspflicht, wurde bei den – im konkreten Fall insgesamt drei – betroffenen Speisen zu Recht kritisiert. Was allerdings nicht übersehen werden darf: Dieser Lapsus wurde gleich nach Bekanntwerden, also bereits am Eröffnungstag, korrigiert und die Nachlieferung heimischer Fleischware sichergestellt. Wie schon immer sind wir bestrebt, beste heimische Kulinarik zu präsentieren. Dazu werden Großereignisse künftig in Partnerschaft mit der Agrarmarketing Tirol ausgetragen, die nach vielen vergeblichen Anfragen von uns in der Vergangenheit nunmehr mit an Bord ist. Kein Schaden ohne Nutzen also. Überreaktionen diverser Interessengruppen, Parteien und von manchem Medium schossen in ihrem Populismus aber zweifellos weit über das Ziel hinaus und reißen mit Kalkül Gräben auf, die für die wichtige Schicksalsgemeinschaft Landwirtschaft und Tourismus nur hinderlich und bedenklich sind. Der breite Konsens für den TirolBerg als international etabliertes Schaufenster hingegen ist – pragmatisch betrachtet – unser Auftrag, an dem wir uns orientieren: Gutes in Zukunft noch besser zu machen! ×


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7 INHALT

© TIROL WERBUNG/SPIESS, TIROL WERBUNG, ILLUSTRATION: MONIKA CICHOŃ, ÖSTERREICHISCHES KURATORIUM FÜR ALPINE SICHERHEIT, AXEL SPRINGER

SAISON

30

FESTE GRÖSSE

TIROLER SPUREN IM SCHWEIZER SCHNEE

12

VON TIROL ERZÄHLEN

MIT SICHERHEIT ZUM BERGERLEBNIS

16 32

WENN DER BERG RUFT

46

TIROLBERG 8

Zwei Berge in Zahlen Das war der TirolBerg 2017 – in St. Moritz und Hochfilzen.

12

Feste Größe Mehr als touristische Werbung: Über das Konzept des TirolBergs.

14

Kommunikation am Puls der Zeit Um die internationale Aufmerksamkeit optimal zu nutzen, wurde im TirolBerg 2017 nichts dem Zufall überlassen.

16

Wenn der Berg ruft Der TirolBerg hat sich seit 2001 zu einem Hotspot bei großen Wintersportevents entwickelt.

20

Der Platz für Weltmeister Der TirolBerg war und ist Treffpunkt für Skistars und Prominente aus Politik, Wirtschaft, Tourismus und Gesellschaft.

Hochemotionale Angelegenheit Sportkommunikationsprofi Robert Zitzmann von Jung von Matt/Sports im Interview.

36

Fluch und Segen Die Plattform Airbnb und der Tiroler Tourismus.

40

Die ersten 200 Tage als Obmann der Fachgruppe Hotellerie Gastkommentar von Mario Gerber

28

Ein Anwalt für den Tourismus Seit Dezember ist Florian Phleps Prokurist der Tirol Werbung.

42

Die Geografin Heuer wäre die Fotografin, Geografin und Volkskundlerin Erika Hubatschek 100 Jahre alt geworden.

30

Tiroler Spuren im Schweizer Schnee Bei der Ski-WM in St. Moritz hat man sich gleich mehrere Tiroler Firmen an Bord geholt.

46

Von Tirol erzählen Die Austria Guides: moderne Fremdenführer mit Charisma und Fachwissen.

49

Kommentare

32

Mit Sicherheit zum Bergerlebnis Am 20. und 21. Mai findet erstmals in der Messe Innsbruck die Alpinmesse Sommer statt.

50

Nachgefragt

24

MAGAZIN

IMPRESSUM SAISON – Tourismusmagazin, Nr. 01/2017 (68. Jahrgang)

SAISON-Abohotline: 0512/58 60 20 oder saison@target-group.at

HERAUSGEBER, MEDIENINHABER UND VERLEGER: Tirol Werbung, Maria-Theresien-Straße 55, 6020 Innsbruck • MIT DER PRODUKTION BEAUFTRAGT: TARGET GROUP Publishing GmbH, Brunecker Straße 3, 6020 Innsbruck • CHEFREDAKTEUR: Matthias Krapf REDAKTION: Daniel Feichtner, Mag. Susanne Gurschler, Mag. Jane Kathrein, Rebecca Müller, BA, Esther Pirchner, Max Schnabl • AUTOREN: Ernst Molden, Alois Schöpf • FOTOGRAFEN: Franz Oss, Axel Springer • GRAFIK: Thomas Bucher ILLUSTRATIONEN: Monika Cichoń ANZEIGENVERKAUF: Walter Mair, w.mair@target-group.at • ANSCHRIFT VERLAG: Brunecker Straße 3, 6020 Innsbruck, Tel. 0512/58 6020, Fax DW -2820, redaktion@target-group.at GESCHÄFTSFÜHRUNG VERLAG: Mag. Andreas Eisendle, Michael Steinlechner, Matthias Krapf • DRUCK: Niederösterreichisches Pressehaus, St. Pölten. Die Informationen zur Offenlegung gemäß § 25 MedienG können unter der URL www.target-group.at/offenlegungen abgerufen werden.


© TIROL WERBUNG (ALLE)

Großevents und ihr Nutzen standen im Mittelpunkt des TT-Talks im TirolBerg in Hochfilzen.

William Barton vom Ludwig Boltzmann Institut für Neulateinische Studien (li.) stellte gemeinsam mit Karlheinz Töchterle sein Buch, in dem er seine Forschung Bergästhetik in der Frühen Neuzeit präsentiert, im TirolBerg in St. Moritz vor.

Platz der Weltmeister: Sowohl Martin Fourcade als auch...

...Michaela Kirchgasser geben sich in den TirolBergen die Ehre.

Profi-Kletterer Jakob Schubert, Anna Stöhr (re.) und Karin Seiler-Lall, Geschäftsführerin des Innsbruck Tourismus, nutzten den TirolBerg Hochfilzen, um im Vorfeld der Kletter-WM 2018 in Innsbruck die Werbetrommel zu rühren.

Die Leitner-Lounge in St. Moritz diente unter anderem Vertretern der acht führenden alpinen Tourismusländer als Treff punkt.

Auch Ski-Star Lindsey Vonn war zu Gast im TirolBerg-Studio in St. Moritz.

Der ÖSV nutzte den TirolBerg in Hochfilzen für eine Pressekonferenz, von der unter anderem der SRF und Eurosport berichteten. Radsportlegende Fränk Schleck, ExRadprofi Thomas Rohregger, DoppelOlympiasieger Benni Raich und Rad-Ikone Mario Cipollini (v. l.) gaben sich im Rahmen einer Pressekonferenz zur Straßenrad-WM 2018 im TirolBerg in St. Moritz die Ehre.


9

SAISON

TIROLBERG

Zwei Berge in Zahlen Die Biathlon- und Alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2017 brachten Publikum und Berichterstatter aus aller Welt nach Tirol und in die Schweiz. Sie erlebten spannende Bewerbe und so manchen Jubelmoment – ebenso wie echte Tiroler Gastfreundschaft. An insgesamt 26 Tagen, 14 davon in St. Moritz und zwölf in Hochfilzen, hießen zwei TirolBerge Gäste und Journalisten willkommen. VON DANIEL FEICHTNER

Weithin sichtbar

S

owohl in St. Moritz als auch in Hochfilzen wurden die TirolBerge ihrer Funktion als Medienund Kommunikationsplattform mehr als gerecht. Speziell in Hochfilzen war die Konzeption spezifisch als „MedienBerg“ ausgelegt: Auf zwei Ebenen wurden dort verschiedene Plätze für Interviews, ein Co-Working-Space sowie ein separater Raum für Pressegespräche eingerichtet. Rund 700 akkreditierte Medien aus 22 Ländern unter anderem aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, aber auch aus Norwegen, Schweden, Polen, Italien, Tschechien, Russland, Frankreich,

der Ukraine und den USA berichteten aus den beiden TirolBergen. Das Angebot von drei TV-Studios, zwei davon in Hochfilzen, eines in St. Moritz, wurde rege genutzt. Liveschaltungen aus den TirolBergen gab es unter anderem von der deutschen ARD und dem ZDF, dem Schweizer Fernsehen SRG, Eurosport Deutschland, Frankreich und England, Eurovision und der NBC. Das norwegische Fernsehen NRK-TV buchte eines der Studios in Hochfilzen sogar durchgehend für eine tägliche Live-Schaltung. Die TirolBergRedaktionsteams in St. Moritz und Hochfilzen stellten jeden Tag Pressemeldungen

und -videos zur Verfügung, die an 17.000 Pressekontakte gesandt wurden. Alleine von den selbst produzierten Inhalten, die man am APA-Videoserver zur Verfügung stellte, wurden während der Veranstaltungen 1.551 Downloads verzeichnet. Die digitale Kommunikation wurde in beiden TirolBergen erstmals durch zwei LiveBlogs erweitert, die mehr als 50.000 Nutzer erreichten. Über die Blogs berichtete das Redaktionsteam in Echtzeit von beiden Austragungsorten – unter anderem auch via Live-Videostream vom Einzug der Medaillengewinner in den TirolBerg in St. Moritz.  ×

Alpine Gastfreundlichkeit

N

eben der Kommunikation nach außen standen die TirolBerge auch im Zeichen des gegenseitigen Kennenlernens und Zusammenkommens. Den TirolBerg Hochfilzen besuchten insgesamt 3.000 Gäste während der Biathlon-WM. Im Laufe der beiden Ski-WM-Wochen in St. Moritz wurden im TirolBerg 7.000 Besucher willkommen geheißen – und 15.000 weitere auf der öffentlich zugänglichen Terrasse. Vor Ort kümmerten sich insgesamt 109 Mitarbeiter und Helfer um die Versorgung der Gäste und den reibungslosen Ablauf in den beiden TirolBergen. Mit 26 Veranstaltungen in St. Moritz und 20 Events in Hochfilzen wurde an

beiden Austragungsorten ein breit gefächertes Programm geboten. Ihrem Ruf als Platz der Weltmeister wurden die TirolBerge auch in St. Moritz und Hochfilzen wieder gerecht: Die Besuche der Medaillengewinner und zahlreicher internationaler Athleten sorgten an beiden Veranstaltungsorten für Aufsehen und viel mediale Aufmerksamkeit. Buchvorstellungen, Podiumsdiskussionen oder auch Abende, die von (Regions-)Partnern gestaltet wurden, dienten ebenfalls als Anziehungspunkte. Zum Erfolg der TirolBerge trugen insgesamt mehr als 50 Partner bei, die sich finanziell und technisch beteiligten sowie Service boten und gemeinsam mit der Tirol

Werbung für die Verbreitung von Content sorgten. In St. Moritz unterstützte unter anderem der Premium-Partner LEITNER Ropeways die Tirol Werbung, ebenso wie die Tourismusverbände Innsbruck, Paznaun-Ischgl, Ötztal, Olympiaregion Seefeld, St. Anton am Arlberg und Zillertal. Zum Gelingen des TirolBergs Hochfilzen trugen nicht zuletzt der Host-Partner PillerseeTal – Kitzbüheler Alpen sowie der ÖSV als Veranstalter und langjähriger TirolBerg-Partner bei. Um das leibliche Wohl der Gäste kümmerte sich Catering Hafele gemeinsam mit Schülern der HLW Landeck, des Tourismuskolleg Innsbruck, der Villa Banka und der Zillertaler Tourismusschulen. ×


10 TIROLBERG SAISON

Stimmen zum TirolBerg KARL STOSS, PRÄSIDENT DES ÖOC UND GENERALDIREKTOR DER CASINOS AUSTRIA AG

JÖRG KLAWITTER, ARD

„Der TirolBerg in Hochfilzen ist für uns ein super Treff punkt für Journalisten. Die Anbindung direkt neben dem Medal Plaza ist natürlich ideal, so eine Möglichkeit hat man unserer Erfahrung nach bei anderen Weltmeisterschaften nicht. Hier kann man als Medienvertreter sehr gut arbeiten – das ist für uns das Wichtigste. Aber in einer so angenehmen Atmosphäre macht es natürlich gleich noch mehr Spaß.“

„Der TirolBerg ist eine unglaublich wichtige Plattform, um der Welt zu zeigen, was Tirol zu bieten hat. Tirol ist nicht nur ein toller Gastgeber für Touristen, sondern auch für Sportler.“

MAX COBB, IBU-VIZEPRÄSIDENT

„Die Gestaltung des TirolBerg ist phantastisch, die Leute sind freundlich – sehr sehr gastfreundlich und es ist immer eine Freude, hier zu sein.“

LAURA DAHLMEIER, 5-FACHE GOLDMEDAILLENGEWINNERIN BEI DER WM IN HOCHFILZEN

ANTON SEEBER, VORSTANDSVORSITZENDER UNTERNEHMENSGRUPPE LEITNER

„Der TirolBerg ist für uns eine Gelegenheit, dem Land etwas zurückzugeben. Wir können Tirol präsentieren, und zwar nicht nur als Sport- und Tourismusland, sondern auch als attraktiven Wirtschafts- und Forschungsstandort.“

GESINE MEISSNER, EU-PARLAMENTS-ABGEORDNETE

„Ich war bereits in meiner Kindheit oft in Tirol auf Urlaub und bin nach wie vor gerne hier. In Hochfilzen bin ich heute zum ersten Mal und ich freue mich, dabei auch den TirolBerg besuchen zu können. Er repräsentiert Tirol sehr gut nach außen als Sport- und Tourismusregion.“

„Ich bin sehr gerne im TirolBerg und fühle mich hier richtig wohl.“

CHRISTIAN PIRZER, GESCHÄFTSFÜHRER TRIDEM, VERMARKTER DER SKI-WM ST. MORITZ 2017

„Der Tirol Berg war eine wunderbare Kommunikations-Plattform während der FIS Alpinen Ski WM in St. Moritz, in der Tiroler Gastfreundschaft täglich gelebt wurde. Er war Anlaufstation für die große Ski-Familie, vom aktiven Athleten über Trainer bis zu den begeisterten WM-Besuchern. Diese Menschen lieben den Sport und die Berge und bekamen Tirol auf sympathische Art und Weise präsentiert.“

© TIROL WERBUNG (7), RBB/GUNDULA KRAUSE

ERIK GUAY, GOLDMEDAILLENGEWINNER ABFAHRT

„Der TirolBerg verbindet Menschen – zuerst sieht man sich die Rennen gemeinsam an und danach bietet die wunderbare LoungeAtmosphäre den perfekten Rahmen, um sich über die Rennen auszutauschen und zu diskutieren. Der TirolBerg ist einzigartig – wirklich beeindruckend, was hier speziell für den Zeitraum der WM aufgebaut worden ist.“


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12 TIROLBERG

© MÜHLANGER

SAISON

Den ÖSV verbindet eine langjährige Partnerschaft mit der Tirol Werbung und dem TirolBerg: ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel, Tirol Werbung-Geschäftsführer Josef Margreiter, Landeshauptmann Günther Platter, Claudia Knab (Markenmanagement Tirol Werbung) und ÖSV-Generalsekretär Klaus Leistner (v.l.)

Feste Größe Die Vielfalt Tirols mit allen Sinnen wahrnehmen, auf interessante Menschen treffen, bleibende persönliche Eindrücke sammeln: Die TirolBerge in St. Moritz und Hochfilzen ermöglichen weit mehr, als herkömmliche Werbung zu leisten imstande ist. VON MA X SCHNABL

auch Unternehmer, Politiker und Künstler aufeinandertreffen.

Persönliche Erlebnisse. „Hier kommen unterschiedlichste Menschen zusammen, die aber alle etwas verbindet: das alpine Lebensgefühl und die Liebe zum Wintersport und zu Tirol“, sagt Claudia Knab, die bei der Tirol Werbung den Bereich Markenmanagement leitet. Für sie repräsentiert der TirolBerg das Land im Kleinen, er verweise nicht nur auf einen alpinen Kraftplatz, sondern sei auch selbst einer, so

„Der TirolBerg ist eine optimale Gelegenheit, Menschen in einem inspirierenden Umfeld zu nachhaltigen Kooperationen anzuregen und so Impulse zur weiteren Steigerung der Innovationskraft unseres Landes zu liefern.“ LH GÜNTHER PLATTER, TOURISMUSREFERENT

© LAND TIROL/AICHNER

F

unktion und Anspruch dieser mittlerweile zu einer festen Größe bei internationalen Wintersportereignissen gewordenen Institution haben sich in den vergangenen Jahren enorm weiterentwickelt. Der TirolBerg ist internationales Medienzentrum und zugleich Plattform, auf der sich Tirol in seinen Facetten – von Natur über Wirtschaft und Innovation bis hin zur Kultur – präsentiert. Vor allem aber ist er ein Ort der Begegnung, an dem nicht nur Sportler und Fans, sondern

Knab. „Gäste verlassen diesen Ort gestärkt und mit positiven Erinnerungen.“ Das Konzept hinter dem TirolBerg ist so einfach wie wirkungsvoll: Wer hier schöne Momente und Begegnungen erlebt, erfährt einen viel stärkeren und nachhaltigeren Bezug zu Tirol als jemand, der lediglich an Werbesujets vorbeifährt. „Tourismusplakate und -spots unterschiedlicher Regionen ähneln einander mitunter sehr“, konkretisiert Knab, „persönliche Erlebnisse heben sich davon ab.“ Besucher des TirolBergs in St. Moritz wurden nicht nur darüber informiert, was Tirol ausmacht – sie konnten es selbst mit allen Sinnen wahrnehmen, von traditioneller Musik bis zum Duft von Zirbenholz. Für LH Günther Platter bietet der TirolBerg zudem eine „optimale Gelegenheit, Menschen in einem inspirierenden Umfeld zu nachhaltigen Kooperationen anzuregen und so Impulse zur weiteren Steigerung der Innovationskraft unseres Landes zu liefern.“ Das Publikum, das sich in den vergangenen Wochen im TirolBerg in St. Moritz einfand, war ein bunt gemischtes: Neben Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, Wintersportfunktionären und Wirtschafts-


treibenden nahmen Journalisten und Sportfans aus aller Welt Platz. In St. Moritz konnte der Außenbereich direkt am zentral gelegenen Schulhausplatz auch ganz spontan und ohne Ticket oder Einladung besucht werden.

© TIROL WERBUNG/SPIESS

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TirolBerg 2017: In St. Moritz trafen Wintersportfans, Prominenz und Medienvertreter direkt neben dem zentral gelegenen „Alten Schulhaus“ auf ein Stück Tirol.

Große Vielfalt. Gemeinsam mit Land,

© TIROL WERBUNG

Standortagentur und Tiroler Unternehmen, allen voran Premium Partner LEITNER ropeways, wurde der WM-Berg in St. Moritz heuer von den Tourismusregionen Innsbruck, Ötztal, Paznaun-Ischgl, St. Anton, Seefeld und Zillertal mitgetragen. In Hochfilzen, wo der TirolBerg dank Biathlon- und Heim-WM eine doppelte Premiere feierte, beteiligte sich die Tourismusregion Pillerseetal Kitzbüheler Alpen. „Jede Region steht für den Wintersport, hat aber auch ihre eigene Positionierung mit ganz besonderen Qualitäten“, sagt Platter, die Spitzenleistungen des Landes würden „erst durch die Einbindung von Tourismus- und Systempartnern greifbar.“ Diese fungierten als Gastgeber, gestalteten Programmpunkte im TirolBerg und luden Gäste aus dem In- und Ausland ein. „Die Scheinwerfer, die auf die internationalen Sportveranstaltungen gerichtet wurden, strahlten so auch den Standort Tirol und dessen Innovationskraft an“, weiß Claudia Knab. Längst gehe es nicht

dieses Nebeneinander von Natur und Innovation: An den Glasfassaden der futuristisch anmutenden Gebäude waren Abbildungen der Tiroler Bergwelt affichiert. Neu war heuer auch die „Tirol Edition“, eine aus Holz gefertigte Präsentationswand, die im Schweizer TirolBerg nicht nur als Blickfang

„Die Scheinwerfer, die auf die internationalen Sportveranstaltungen gerichtet wurden, strahlten auch den Standort Tirol und dessen Innovationskraft an.“ CLAUDIA KNAB, BEREICHSLEITERIN MARKENMANAGEMENT IN DER TIROL WERBUNG

mehr darum, Tirol lediglich als Sportland oder Naturjuwel darzustellen, sagt Knab – Tirol zeichne sich ebenso durch seine innovative Kraft, erfolgreiche Unternehmen und exzellente Forschung aus. Bereits die äußere Erscheinung der beiden komplett neu gestalteten TirolBerge in St. Moritz und Hochfilzen symbolisierte

diente, sondern nach dem Prinzip eines zeitgemäßen „Setzkastens“ heimische Unternehmen und Wissenschaftseinrichtungen vorstellte.

Treffpunkt der Medien. Die Idee, Systempartner wie Tiroler Hersteller von Beschneiungsanlagen, Tourismusregionen

oder Verbände einzelne Veranstaltungen im TirolBerg nach ihren Vorstellungen gestalten zu lassen, brachte ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm abseits der Piste. Der Bogen spannte sich von Diskussionsrunden zur Zukunft des Wintertourismus über die Präsentation eines Buchs zur Bergästhetik in der Frühen Neuzeit bis hin zu einer Vorführung der Dance Company des Tiroler Landestheaters. Wiederkehrende Highlights waren überdies die täglichen Pressekonferenzen des Österreichischen Skiverbands und die Empfänge der Medaillengewinner. Journalisten aus aller Welt tummelten sich im TirolBerg, um mit den Stars des Skizirkus abseits der Piste – und außerhalb des Rennanzugs – in gemütlicher Atmosphäre ins Gespräch zu kommen. TV-Stationen mieteten sich sogar im TirolBerg ein, standen dort doch komplett ausgestattete Studios für Livesendungen zur Verfügung. Medienservice auf HighTech-Niveau ist ein wichtiger strategischer Baustein in der Kommunikation der Marke Tirol, erklärt Claudia Knab: „Die Übertragungen während einer Weltmeisterschaft sind entscheidend, um die Verbindung zwischen Sport und Tirol international zu festigen.“ ×


© TIROL WERBUNG/SPIESS

Medialer Hotspot: Internationale TV-Teams tummelten sich im TirolBerg in St. Moritz, um Interviews mit den Skistars zu führen.

Bestens ausgestattet: Drei TV-Studios, eines davon in St. Moritz und zwei in Hochfilzen, boten internationalen Medien die nötige Infrastruktur zur Live-Berichterstattung.

Kommunikation am Puls der Zeit Großereignisse wie die Weltmeisterschaften in St. Moritz und Hochfilzen bieten eine mediale Bühne mit enormem Potenzial. Um die internationale Aufmerksamkeit optimal zu nutzen, wurde im TirolBerg 2017 nichts dem Zufall überlassen. VON MA X SCHNABL

S

o traditionsreich Wintersport-WMs sind, so modern und innovativ gestaltet sich die Kommunikation in den dortigen TirolBergen. Voll ausgestattete TV-Studios, Plattformen für Pressekonferenzen, multimedialer Content und ein nahezu rund um die Uhr aktualisierter Live-Blog: In puncto Kommunikation spielten die Medienzentren der TirolBerge bei der Ski-WM in St. Moritz und der Biathlon-WM in Hochfilzen „alle Stückln“. „Wir konzentrieren uns immer stärker darauf, nicht nur aktuelle multimediale Inhalte, sondern auch Infrastruktur und Technik zur Verfügung zu stellen, um die Medien – allen voran die TV-Stationen – bestmöglich zu unterstützen“, erklärt Florian Neuner, Unternehmenssprecher der Tirol Werbung, der sich als Mitglied eines elfköpfigen Teams um die Kommunikation in und aus den TirolBergen in St. Moritz und Hochfilzen kümmerte.

Multimediales Angebot.

Setzte man in den frühen Zeiten des TirolBergs zu Beginn der 2000er-

Jahre noch überwiegend auf Pressekonferenzen und Aussendungen an die Medien, liegt der Fokus heute auf flexiblem Content für alle Kanäle. Bei der Ski-WM in Val d’Isère 2009 wurden erstmals von Redakteuren des TirolBergs multimediale Inhalte wie Videobeiträge, Fotos oder Tonaufnahmen selbst angefertigt und großen deutschen Medien online zur Verfügung gestellt. 2011 in Garmisch war es bereits üblich, TV-Stationen und Online-Portalen täglich professionell gestaltete Fernsehbeiträge – etwa Videointerviews mit frisch gebackenen Weltmeistern – anzubieten. Und die Entwicklung, die gemeinsam mit Partner pro.media vorangetrieben wurde, ging rasant weiter. So zeichneten heuer Mitarbeiter der TirolBerge an beiden Standorten eigens ein tägliches WM-Studio auf. Das moderierte Format fand vor allem bei OnlinePortalen Anklang und zeigt, wie vielfältig das ContentAngebot des TirolBergs mittlerweile geworden ist. „Uns ist wichtig, Material zu generieren, das möglichst allen medialen Kanälen gerecht wird“, erklärt Neuner. Man wolle eine breite Palette von Texten und Pressefotos


SAISON

TIROLBERG

© TIROL WERBUNG

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„Wir konzentrieren uns immer stärker darauf, nicht nur aktuelle multimediale Inhalte, sondern auch Infrastruktur und Technik zur Verfügung zu stellen, um die Medien – allen voran die TV-Stationen – bestmöglich zu unterstützen.“ FLORIAN NEUNER, TIROL WERBUNG

über Video-Rohmaterial bis hin zu fertig gestalteten Beiträgen und Sendungen anbieten.

Live aus dem TirolBerg. Inhaltlich konzentrierte sich das Presseservice-Team auf all das, was im TirolBerg vor sich ging: Mediengespräche, Medaillenfeiern, Abendveranstaltungen. „Bei der Verbreitung des Contents setzen wir zum einen auf breiten NewsletterVersand, zum anderen auf Presseagenturen“, weiß Neuner. Aus dem TirolBerg wurden aber nicht nur Medien bedient, sondern Inhalte auch direkt an WebUser gestreut. Sowohl in St. Moritz als auch in Hochfilzen wurden Liveblogs mit Texten, Fotos und Videos gefüttert. „Fans konnten so von zu Hause aus jederzeit verfolgen, was sich in den TirolBergen gerade tut“, freut sich Neuner über diese Neuerung in der Social-WebKommunikation. Wer wollte, konnte ausgewählte Events im TirolBerg sogar per Livestream verfolgen. Um TV-Stationen ebenfalls Live-Berichterstattung aus den TirolBergen zu ermöglichen, standen insgesamt drei voll ausgestattete Fernsehstudios bereit. Von HD-Kameras über Beleuchtung bis hin zur Satellitenübertragung konnten sämtliche technischen Einrichtungen stundenweise gemietet und genutzt werden, auf Wunsch sogar inklusive Regisseur und Kameraleuten – ein Angebot mit doppeltem Nutzen, schließlich profitiert neben den Fernsehteams auch die Marke Tirol, die als Teil der internationalen Berichterstattung in die Welt getragen wird.

„Sidestories“, also Geschichten abseits der sportlichen Wettkämpfe. Der Hochfilzener TirolBerg bei der Heim-BiathlonWM konnte unterdessen mit einer weiteren Neuerung aufwarten: Unter dem Schlagwort „Wetteroffensive“ präsentierten führende Wettermoderatoren mehrerer deutscher Rundfunkanstalten den TV-Wetterbericht aus Hochfilzen. „Dass dabei Bilder vom Biathlon in Tirol hinausgetragen werden, ist von unschätzbarem Wert, schließlich erfreut sich diese Sportart in Deutschland enormer Beliebtheit“, sieht Tschoner großes Potenzial für den heimischen Tourismus. ×

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Grenzenlose Aufmerksamkeit.

„Der norwegische TV-Sender NRK mietete sich für die Dauer der gesamten Ski-WM in einem der beiden Studios in Hochfilzen ein“, berichtet Markus Tschoner, Projektleiter des dortigen TirolBergs, der in erster Linie als „Medienberg“ konzipiert war. „Das andere Studio wurde von wechselnden TV-Stationen, vor allem aus Deutschland, genutzt.“ So führten ARD, Eurosport und Sky hier ihre Interviews mit dem Star der WM, Laura Dahlmeier. Im TirolBerg in St. Moritz, der neben dem Medienzentrum auch einen Hospitality- und Veranstaltungsbereich beherbergte, wurde aber ebenso außerhalb des Studios gefilmt. Die große Promidichte während der Abendveranstaltungen und Rahmenprogrammpunkte verhalf zahlreichen Journalisten zu interessanten Gesprächspartnern und

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Medien: Kommunikation auf neuestem Stand: Seit Schladming 2013 fi ndet sich auch ein TV-Studio im TirolBerg.

Premiere: Seinen ersten Einsatz erlebte der TirolBerg 2001 in St. Anton am Arlberg

Wenn der Berg ruft 2001 erstmals in Szene gesetzt, hat sich der TirolBerg zu einem Hotspot bei großen Wintersportevents entwickelt und ist allein schon wegen des Werbeeffekts nicht mehr wegzudenken. VON SUSANNE GURSCHLER

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rfolgsgeschichten haben bekanntlich viele Väter. Das ist auch beim TirolBerg so. Hier allerdings stimmt es wirklich. Denn es ist ein paar glücklichen Fügungen zu verdanken, dass aus einer als einmalig vorgesehenen Einrichtung eines der wirksamsten Marketinginstrumente des Tourismuslandes Tirol wurde, das bei den alle zwei Jahre stattfindenden Alpinen Skiweltmeisterschaften und weiteren internationalen Wintersportevents zum Einsatz kommt: der TirolBerg. Im ersten Jahr seines Bestehens hieß er noch ORFTirolBerg. Das war 2001 bei der Skiweltmeisterschaft in St. Anton am Arlberg – der Berg etablierte sich sofort.

Im TirolBerg treffen sich seither Sportler und Funktionäre nach der Siegerehrung, hier verabreden sich prominente Vertreter aus Wirtschaft, Tourismus und Gesellschaft. Hier präsentieren sich das Wintersportland Tirol, die Tirol Werbung und die Tiroler Tourismusverbände, die Partner und Sponsoren. Die Ski-WM in St. Anton 2001 war ein sportliches Großereignis der Extraklasse, das den traditionsreichen Wintersportort international ins Rampenlicht rückte und mit ihm die Destination Tirol. Ein Riesenevent, bei dem die Tirol Werbung ebenso wenig fehlen durfte wie das ORFLandesstudio Tirol. Während erstere zu internationalen Partnerabenden in das

Skimuseum lud, platzierte sich der ORF Tirol mit einem auffälligen Konstrukt – einem 16 Meter hohen Berg – in der Fußgängerzone, im Parterre Studios für die Journalisten, im oberen Stock ein Barbereich samt Lounge, in dem man sich traf, plauderte, Kleinigkeiten aß und trank. Die Idee zu einem TirolBerg hatte Robert Barth noch als Marketingleiter beim ORF Tirol entwickelt, zwischenzeitlich war er zu dessen Landesdirektor avanciert.

Am Anfang. Die Legende will es, dass Adi Werner, Chef des Arlberg Hospiz Hotels in St. Christoph und zu dieser Zeit Obmann des Tourismusverbandes St. Anton, mit Gerd Bacher, dem ehemaligen Intendan-


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SAISON

TIROLBERG

ihren Produkten. Mit dabei waren hier schon die beiden Skiorte Kitzbühel und St. Anton am Arlberg.

Kulinarik: Martin Sieberer verwöhnte in St. Moritz mit seinen Kreationen.

Tradition: Im Rahmenprogramm erhalten die Gäste Einblicke in die Tiroler Tradition.

ten des ORF, den Radio TirolBerg besuchte. „Adi schmeckte der Wein nicht“, lacht Robert Barth bei der Erinnerung an den Ablauf. Er packte die Gelegenheit beim Schopf und meinte, den Lieblingsspruch Adi Werners („Mit deinem Geld und meinen Möglichkeiten mache ich alles!“) leicht abwandelnd und auf den großen Weinkeller des Hoteliers anspielend: „Mit deinem Bordeaux und unseren Möglichkeiten …“. Adi Werner ließ sich nicht zweimal bitten, versprach für den Wein zu sorgen, wenn alle Anwesenden Sportler, Trainer, VIPs und Sponsoren zu einer spontanen Feier zusammentrommeln würden. Die Gäste trudelten ein, wer fehlte, waren Adi Werner und der Wein; banges Warten für den Landesdirektor und die Geladenen. Mit Verspätung, aber Trara traf Adi Werner ein. Binnen kürzester Zeit machte es in St. Anton die Runde, dass sich im TirolBerg alles triff t, was Rang und Namen hat. Nicht zuletzt schauten auch die prominenten Gäste des Hospizes gerne vorbei. Christian Ludwig, der für die Sendung „Seitenblicke“ aus St. Anton berichtete, verkündete, er verlasse den TirolBerg nicht mehr, denn hier treffe man alle, erinnert sich Barth und

resümiert rückblickend: „Mehr kann man sich nicht wünschen.“ Der Erfolg der gemeinsamen Aktion war so groß, dass Tirol Werbung-Geschäftsführer Josef Margreiter, Adi Werner und Robert Barth beschlossen, die Kräfte zu bündeln und 2003 in St. Moritz einen TirolBerg zu errichten, der als Gemeinschaftsdomizil der Tirol Werbung und

Logo am Gipfel. Im Schweizer Nobelskiort schlug der TirolBerg gewaltig ein. Nicht nur hatten die Organisatoren, ähnlich wie 2017 viele Jahre später, einen exklusiven Standort in der Nähe des Platzes ergattert, auf dem die Siegerehrung stattfand, auf der Bergspitze prangte auch weithin sichtbar das Tirol-Logo. Ein starker Auftritt, der zu einer heftigen Debatte in den Schweizer Medien führte, wie Adi Werner zu erzählen weiß: „Auf der Titelseite der regionalen Zeitung prangte in großen Lettern: Statt Engadin wirbt Tirol.“ Und Hugo Wetzel, Tourismus-Präsident von St. Moritz, meinte damals zerknirscht: „Die Tiroler haben uns heute ebenso wie bei der letzten Ski-WM in St. Anton einiges vorgelegt – wir werden alles daranlegen, dieser Herausforderung gerecht zu werden.“ War der TirolBerg in St. Moritz noch ein reiner Hospitality-Auftritt, bei dem das Land mit seiner Gastlichkeit punktete und sich zu DEM Treffpunkt nach den Rennen entwickelte, wurde er in Folge „zu einer öffentlichkeitsstarken Plattform ausgebaut, die in Partnerschaft mit führenden Tourismusdestinationen erfolgreich bei Alpinen Skiweltmeisterschaften etabliert wurde“, so Josef Margreiter. Von da an hieß es: Wo eine Alpine Ski-WM stattfindet, steht auch der TirolBerg. Auf Bormio 2005 folgte 2007 Aare in Schweden. Gemeinsam mit der Tirol Werbung sorgten hier

„Die höchste Motivation war und ist der internationale Erfolg mit unserer ‚gelebten’ Werbung. Darüber hinaus sehen wir unsere Rolle als Innovator und Vorreiter in der Kommunikation.“ JOSEF MARGREITER, GESCHÄFTSFÜHRER TIROL WERBUNG

des ORF Tirol diente; Adi Werner sollte als „Zeremonienmeister“ für das leibliche Wohl der Gäste zuständig sein – heimische Unternehmen traten als Partner und Sponsoren auf, belieferten den Event mit

die Wintersportdestinationen St. Anton, Sölden und Ischgl sowie der ORF Tirol und als Großmeister der Gastfreundschaft Adi Werner für einen starken Auftritt des Landes im Gebirg. Margreiters Bilanz


„Die Tiroler haben uns heute ebenso wie bei der letzten Ski-WM in St. Anton einiges vorgelegt – wir werden alles daranlegen, dieser Herausforderung gerecht zu werden.“ HUGO WETZEL, TOURISMUSPRÄSIDENT VON ST. MORITZ 2003

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damals: „Von der Resonanz in den internationalen Medien, aber auch der konkreten Anbahnung neuer Geschäftsbeziehungen profitiert der gesamte Standort Tirol im weltweiten Wettbewerb.“ In Aare präsentierte sich Tirol zudem als Austragungsort der Fußball-Europameisterschaft 2008. In Garmisch-Partenkirchen 2011 bewarb die Tirol Werbung die Olympischen JugendWinterspiele, die 2012 in Innsbruck und Seefeld stattfinden sollten. „Der TirolBerg bildet eine wesentliche Maßnahme zur Aktivierung des Sportlandes Tirol und hilft dem Tourismus, sich zu differenzieren. Darüber hinaus können wir mit dem Tirol-

dienservice noch einmal intensiviert. Der Veranstalter schloss Medienpartnerschaften mit in- und ausländischen Medien ab, stellte allen Medien Text-, Bild-, Ton- und Videomaterial kostenlos zur Verfügung. „Tirol präsentiert sich in der aufwändigen Zeltkonstruktion zusammen mit Partnern aus dem Tiroler Tourismus, nämlich Ischgl, Kitzbühel, St. Anton am Arlberg, Sölden und der Zugspitz Arena als herzlicher Gastgeber“, lobte der Münchner Merkur. „Unser Anspruch war und ist es, den TirolBerg möglichst modern zu kommunizieren. Beginnend mit Schladming 2013 haben wir ein TV-Studio in den TirolBerg

„Die Begeisterung der Menschen und der Zulauf bestätigen, dass das Konzept gut war und ist.“ ADI WERNER, HOTELIERSLEGENDE Stars: Vollblutgastwirt Adi Werner plaudert mit Skiass Benni Raich.

Berg die für unseren Tourismus wichtige, sportaffine Zielgruppe ansprechen und diese Stärke unseres guten Images weiter ausbauen“, so Margreiter.

Vielseitiges Medienservice.

In Garmisch wurde erstmals eine Fanzone eingerichtet. Während es im TirolBerg in erster Linie ums Netzwerken und Geschäfteanbahnen ging, darum, touristische, sportliche, mediale und wirtschaftliche Kontakte zu pflegen und zu intensivieren, sollte die Fanzone als Treffpunkt für Tiroler Fanclubs und Sportinteressierte dienen, wie Landeshauptmann Günther Platter erklärte. Bereits 2009 setzte die Tirol Werbung auf multimediales Presseservice und Bewegtbilder; 2011 wurde das Me-

integriert, das den Fernsehstationen als Interview- und Senderaum zur Verfügung steht. Heuer tragen wir dem Livetrend Rechnung und berichten erstmals mittels Liveblog aus den TirolBergen in St. Moritz und Hochfilzen“, erläutert Margreiter und unterstreicht die entscheidende Bedeutung der Zusammenarbeit mit den Medien – allen voran dem ORF. Auch die langjährigen Kooperationen mit den heimischen Tourismusverbänden, dem ÖSV, mit den Partnern aus der Wirtschaft sind zentraler Bestandteil des Erfolgsgeheimnisses. „Die Partner sind wesentliche Träger des TirolBergs, weil wir ihre Themen und Geschichten mittransportieren und sie damit den TirolBerg gemeinsam mit uns bespielen.

Darüber hinaus tragen sie wesentlich zur Finanzierung bei, wobei insbesondere die Tourismusregionen und Spitzen unserer Wirtschaft maßgeblich sind“, betont Josef Margreiter. Ohne dieses Zusammenspiel wären viele Angebote im TirolBerg so nicht möglich.

Tiroler Gastlichkeit.

In enger Abstimmung mit dem Verein Tiroler Wirtshauskultur entstand 2013 eine Speisekarte, die Tirol alle Ehre machte – wobei die Klassiker wie Marende beziehungsweise Brettljause am Nachmittag natürlich nicht fehlen durften. Gelebte Tiroler Gastlichkeit vermittelte unter anderem ein Team


SAISON

TIROLBERG

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„Gründungsväter“ des TirolBergs: Robert Barth, Günther Platter, Adi Werner und Josef Margreiter (v. l.) Eröffnung: Der TirolBerg Val d'Isère öff net seine Pforten.

aus Schülern der Tourismusschulen Am Wilden Kaiser und des Tourismuskollegs Innsbruck. Die Bedeutung des TirolBerg für das Tourismusland Tirol verortet Margreiter auf zwei Ebenen: „Für uns sind zwei Parameter ausschlaggebend – zum einen, was wir mit dem TirolBerg qualitativ erreichen, von jedem einzelnen Moment der Begegnung bis zur großen Veranstaltung. Dabei geht es beispielsweise darum, wie sich unser Image und unsere Begehrlichkeit weiterentwickeln. Die andere Komponente ist die quantitative, die auf den Werbewert fokussiert. So haben wir mit dem TirolBerg in Schladming alleine auf

dem TirolBerg könne man differenzieren und diesen Anspruch untermauern. Darüber hinaus werde dem Tourismusland Tirol höchste Kompetenz als Gastgeber zugeschrieben, was sich damit ebenfalls belegen lasse. „Und zu guter Letzt ist der TirolBerg mittlerweile eine etablierte Marke, die sich bei Skiweltmeisterschaften zum bedeutenden Treffpunkt und zur Netzwerkplattform für Vertreter aus den verschiedensten Bereichen entwickelt hat. All das stärkt auch wiederum unsere Marke“, ist Margreiter überzeugt.

Leuchtturmprojekte.

Basis der österreichischen Medien einen Werbewert von 1,5 Millionen Euro erzielt, international dürften sich mindestens ebensolche Werte nachweisen lassen.“ Zwar gab es immer wieder kritische Stimmen in Bezug auf den TirolBerg, doch dieser hat sich den Anforderungen entsprechend weiterentwickelt und war stets auch ein Vorreiter, wenn es um innovative Konzepte, Ideen ging. Nicht zuletzt gab der Erfolg den Initiatoren recht. So resümiert Margreiter: „Die höchste Motivation war und ist der internationale Erfolg mit unserer ‚gelebten‘ Werbung. Darüber hinaus sehen wir unsere Rolle als Innovator und Vorreiter in der Kommunikation.“ Mit

Nun geht die Tirol Werbung in der inhaltlichen Ausrichtung noch einen Schritt weiter. War der TirolBerg in der Vergangenheit in erster Linie eine Plattform für die Wintersportdestination Tirol, für den Tourismus in Kooperation mit den Regionen, zudem Möglichkeit, die Partnerschaft mit dem ÖSV aktiv und freundschaftlich zu pflegen, so ging es dieses Jahr in St. Moritz – 14 Jahre nach dem ersten offiziellen TirolBerg ebendort – verstärkt darum, den gesamten Standort Tirol in den Fokus zu rücken. „Wir haben uns im Vorfeld eng mit den Partnerregionen abgestimmt, um sicherzustellen, dass sich jede gemäß ihrer Positionierung präsentieren kann. Die Regionspartner haben übrigens ein mehrjähriges Bekenntnis zum TirolBerg abgegeben und sind daher auch bei der WM 2019 in Are beziehungsweise Seefeld dabei“, erklärt Margreiter. Der internationale Scheinwerfer und die riesige Sport-Community bei diesen Großevents bieten ideale Voraussetzungen, Tirol als Sportland Nr. 1 und als Kraftplatz der alpinen Welt noch stärker zu verankern und Tiroler Spitzenleistungen aus den unterschiedlichen Bereichen zu zeigen. Und natürlich waren auch die beiden „Gründungsmitglieder“ Robert Barth und Adi Werner im TirolBerg im Schweizer Nobelskiort St. Moritz zu finden. „Erfolg ist die beste Motivation“, sagt Adi Werner: „Die Begeisterung der Menschen und der Zulauf bestätigen, dass das Konzept gut war und ist.“ ×


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SAISON

Skistar: Lindsey Vonn und Josef Margreiter

Sportlich: Lukas Scheiber, Niki Hosp, Martin Ebster

Experten: Gianni Merlo und Gian Franco Kasper

Königlich: Silvia und Carl Gustav von Schweden im TirolBerg

Siegerlächeln: Marcel Hirscher mit Oliver Schwarz

Der Platz für Weltmeister Der TirolBerg ist Präsentationsfläche für das Tourismusland Tirol und er ist Treffpunkt für Skistars und Prominente aus Politik, Wirtschaft, Tourismus und Gesellschaft, bei dem Tiroler Gastfreundschaft gelebt wird. VON SUSANNE GURSCHLER

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ie Anekdote ist nur eine von vielen, die Adi Werner zu erzählen weiß. Von Anfang an war der Chef des Arlberg Hospizes einer der maßgeblich Beteiligten am TirolBerg. Im Laufe der Jahre fanden sich einige seiner Gäste im TirolBerg ein, um gemeinsam mit den Skistars zu feiern. Auch Udo Jürgens. Beieinandersitzend fragte ihn Adi Werner, ob er nicht ein Lied singen könnte.

Udo Jürgens zierte sich zunächst, doch der Hotelier blieb hartnäckig und so stellte sich der Musiker ans Keyboard (ein Klavier war natürlich nicht da), und intonierte verschmitzt „Mit 66 Jahren …“. Die Besucher der Lounge waren begeistert, forderten eine Zugabe und der bekannte Entertainer ließ sich nicht lumpen. Tatsächlich erwies sich der TirolBerg, der im ersten Jahr seines Bestehens offiziell noch ORF TirolBerg hieß, rasch als

Besuchermagnet. Spitzensportler, Prominenz aus Wirtschaft, Sport, Tourismus und Gesellschaft drängten in die Lounge, um die Erfolge der Skisportler zu feiern und sich auszutauschen. Die enge Kooperation zwischen Tirol Werbung, Partnern aus der Wirtschaft, dem ÖSV und natürlich den Tiroler Tourismusverbänden machte sich bezahlt. Bereits mit seinem zweiten Einsatz, bei der Skiweltmeisterschaft in St. Moritz 2003,


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Medaillen: Maria Höfl-Riesch und Signe Reisch

Ausgelassen: Lothar Matthäus und Stefan Steinacher

war der TirolBerg voll etabliert. Wie rasch und nachhaltig das vonstatten ging, zeigte sich schon allein an der Tatsache, dass der österreichische Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl gemeinsam mit den Gastgebern, Hugo Wetzel (TVB-Präsident St. Moritz) und Peter Barth (Gemeindepräsident des Nobelskiortes), sowie FISGeneraldirektor Gianfranco Kasper die offizielle Eröffnung des TirolBergs vornahm.

Musikalisch: Josef Margreiter und Rainhard Fendrich

Spitzensportler und Prominente. Neben Entscheidungsträgern, Spitzensportlern und Funktionären fanden sich während der Skiweltmeisterschaft auch Skilegenden wie Karl Schranz, Hias Leitner und Ernst Hinterseer ein. „Nach der

„Wo Gastfreundschaft draufsteht, ist Tirol drinnen.”

Im Interview: DJ Ötzi

Martin Sieberer, Werner Faymann und Josef Margreiter

MARC BAUER, BÜRGERMEISTER VON VAL D’ISÈRE (2009)

Siegerehrung kamen die Sportler in den TirolBerg. Wir hatten seitens des ORF eine ausgezeichnete Infrastruktur auch für die Adabei-Sendungen“, erinnert sich Robert Barth, ehemaliger Intendant des ORF Landesstudios Tirol. Der Andrang war riesig; ohne Akkreditierung und strenge Eingangskontrollen wäre der TirolBerg wohl geborsten, meint Barth. Eine Situation, die sich bei den folgenden Skiweltmeisterschaften wiederholen sollte: Alle wollten rein. Im TirolBerg wurde den Besuchern Tiroler Gastlichkeit geboten und es gab kulinarische Schmankerln aus dem Land im Gebirg – eine Gastlichkeit, die von den Sportspitzen ebenso gerne in Anspruch genommen wurde wie von anderen Persönlichkeiten, Adel inklusive. So ließ es sich das schwedische Königspaar Carl Gustav und Silvia anlässlich der Ski-WM in Aare 2007 nicht nehmen, den ganz in Gold strahlenden TirolBerg zu

Familiär: Romana und Hansi Hinterseer mit Tochter Jessica

besuchen und der Tirolerin Nicole Hosp zu ihrer Goldmedaille im Riesentorlauf zu gratulieren. Die illustre Gästeschar, die sich versammelt hatte, bereitete nicht nur Hosp eine großartige Feier, sondern auch der Skilegende Franz Klammer. Viele Prominente fanden sich 2009 in Val d’Isère ein. Unter den Besuchern der Eröffnungsfeier: die Bronzemedaillengewinnerin Andrea Fischbacher, Karl Heinz

Skilegende: Harti Weirather und Hanni Wenzel-Weirather

Grasser und Fiona Swarovski, der Moderator und ehemalige Spitzensportler Armin Assinger sowie Thomas Sykora, um nur einige zu nennen. „Wo Gastfreundschaft draufsteht, ist Tirol drinnen“, schwärmte Marc Bauer, Bürgermeister von Val d’Isère, der gemeinsam mit Josef Margreiter von der Tirol Werbung, Adi Werner und Christian Knauth, Marketingleiter der FIS, den TirolBerg offiziell eröffnete.


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Technik: Peter Schröcksnadel und Hans Pum

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Skilegenden unter sich: Armin Assinger und Kristian Ghedina

Gratulation: Günther Platter und Michael Walchhofer

Der rote Teppich wurde für Medaillenjäger wie Christoph Gruber und Andrea Fischbacher ausgerollt – letztere in Begleitung ihres Trainerstabes, darunter ÖSV-Damen-Cheftrainer Herbert Mandl. Dass hier alles vertreten war, was Rang und Namen hatte, bewog – und bewegt – nicht zuletzt die internationale Presse, sich stets für den TirolBerg akkreditieren zu lassen. Das erstklassige Medienservice der Tirol Werbung hat neue Maßstäbe gesetzt und andere Destinationen bewogen, nachzuziehen. Dabei ist der zentrale Fokus immer auf die sportlichen Größen gerichtet.

Sportlegenden und Gastlichkeit. Wer 2011 bei der Skiweltmeisterschaft in Garmisch-Partenkirchen klarerweise nicht fehlen durfte, waren etwa die bayerischen Skilegenden Rosi Mittermaier und Christian Neureuther. Gemeinsam mit Karl

„Wir hatten eine ausgezeichnete Infrastruktur auch für die Adabei-Sendungen.“ ROBERT BARTH, EHEM. ORF-LANDESINTENDANT

Schranz eröffneten sie den TirolBerg. Rund 300 Gäste feierten hier den Auftakt des internationalen Sportbewerbs – seine nicht nur mediale Breitenwirksamkeit ist in Tourismus- und Wirtschaftskreisen unumstritten. So meinte Sybille Wiedenmann, Geschäftsführerin von Bayern Tourismus: „Die Skiweltmeisterschaften sind ja ein internationales Event und Werbeträger für den Wintersport allgemein. Wir freu-

en uns darüber, dass hier auch Tirol mit hoher Qualität und nachbarschaftlicher Freundschaft wesentlich dazu beiträgt, für den Urlaub in den Alpen Werbung zu machen.“ Dabei fußt der Erfolg des TirolBergs auf mehreren Säulen. Zum einen hat sich der Slogan, „der Platz für Weltmeister“ zu sein, längst verankert: Die Idee, Skiathleten sowie Vertreter aus Sport, Wirtschaft, Politik, Medien und Kultur in den TirolBerg zu laden, um gemeinsam die großen sportlichen Leistungen zu feiern, ist aufgegangen. Ebenso zentral sind natürlich der Standort, immer in unmittelbarer Nähe zum Platz, auf dem die Siegerehrung stattfindet, und die enge Kooperation mit den Tiroler Tourismusverbänden, die sich hier ebenso präsentieren können wie Partner aus der Wirtschaft. Nicht zuletzt ist es aber das gemütliche Zusammensein, die Tiroler Gastlichkeit, die den TirolBerg


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für alle Besucher zu einem besonderen Ereignis macht. Der TirolBerg, der dieses Jahr bei der Skiweltmeisterschaft in St. Moritz und bei den Biathlon-Weltmeisterschaften in Hochfilzen wieder einen starken Auftritt hinlegte, hat sich als Botschafter für das Wintersportland Nr. 1 etabliert. Diese internationale Bekanntheit verdankt er den Sportlern und Funktionären, den Kooperationspartnern sowie den zahlreichen Prominenten aus den unterschiedlichen Sparten, die den TirolBerg besuchen, um in entspannter Atmosphäre zu plaudern, sich auszutauschen und Geschäfte anzubahnen. Ein angenehmes Umfeld, ideal für Veranstaltungen unterschiedlicher Art, für Netzwerktreffen und Pressetermine. Und wie geschaffen für Anekdoten – von denen nicht nur Adi Werner einige zu erzählen wüsste. ×

Preisverdächtig: Alfons Parth und sein ÖSVQuartett

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Hochemotionale Angelegenheit Die Hamburger Werbeagentur Jung von Matt gilt in der Branche als Maß der Dinge. 2013 wurde sie um eine eigene Agentur für Sportkommunikation erweitert. Deren Sponsoring-Director Robert Zitzmann erklärt im SAISON-Interview, warum es so wichtig ist, Geschichten zu erzählen, und welche Sportart er bei den Olympischen Spielen 2040 sehen will.

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D A S I N T E R V I E W F Ü H R T E R E B EC C A M Ü L L E R

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Kreative Spitzenleistung: Die Social-MediaKampagne von Jung von Matt für den Olympischen Sportbund während der Spiele in Rio

AISON: Herr Zitzmann, 2013 wurde Jung reinen Logo-Präsenzen setzen. Wir glauben, dass der von Matt/Sports gegründet – was waren Sport viel mehr bietet. Nämlich das Fundament für die Beweggründe, wo sah man Potenzial hoch-emotionale Geschichten! Diese müssen jedoch einer eigenen Sportmarketingagentur? mutig erzählt werden, damit sich ein Engagement für ROBERT ZITZMANN: Der Sport ist in den letzten Marken auch lohnt und verzinst. Jahren zunehmend zum Business geworden. Diese Professionalisierung hat den Sport jedoch noch nicht Wie kommuniziert man bei einem Sportereignis richin allen Bereichen erreicht – so bestehen speziell in tig? Es gibt mehr Sportereignisse im Breiten-, Trendder werblichen Sportkommunikation noch ungenutzund Spitzensport als je zuvor. Also muss die kommute Potenziale. Jung von nikative Aktivierung – vor Matt/sports hat es sich zur allem der Ankündigungs„Die Professionalisierung hat Aufgabe gemacht, kreative und Live-Kommunikation den Sport noch nicht in allen Exzellenz in den Sport zu – auch kraftvoller sein als bringen. Dafür betreuen Bereichen erreicht – so bestehen je zuvor, um sich im Wettwir Vereine, Verbände, bewerb durchzusetzen. speziell in der werblichen Athleten und UnternehDabei lassen sich für die Sportkommunikation noch men entlang sämtlicher Vielzahl an Eventtypen ungenutzte Potenziale.“ Marketing-Disziplinen: unterschiedliche Trends vom klassischen Campaigaufdecken. Mit Sicherheit ning über Social Media bis zu Sponsoringaktivierung ist der digitale Medienkonsum von Live- und Highlightund Influencer-Marketing. Content eine Entwicklung, der bereits viele Eventan Insbesondere im Sponsoring lässt sich feststellen, bieter Rechnung tragen. Newcomer-Sportarten und dass die beteiligten Akteure häufig sehr quantitätsge-Communities, wie unter anderem eSports, beweisen trieben denken – also vor allem auf Reichweite mit zudem, dass der Trend der Eventisierung mehr Evolu-


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tion als Revolution ist: Unterhaltungssportevents basieren auch noch auf echtem Wettbewerb, der Loyalisierung mit Helden und Fan-Bewegungen und deren zeit- und zielgruppengerechter Inszenierung. Lassen sich ein paar Grundregeln festlegen, die die Kommunikation im Rahmen eines Sportereignisses erfolgreich macht? Es geht im Sport um Spiel, Spaß und Spannung. Und für Kommunikation vor allem um das perfekte Momentum, welches man als Marke mittels kreativer Kommunikation für sich besetzen kann. Und es geht dabei immer um spürbare Mehrwerte für Fans, rational und emotional.

„Marken müssen emotionale und im Kontext Sport vor allem glaubwürdige Geschichten erzählen, um Fans nachhaltig zu beeindrucken.“

gruppen Social-Media-Plattformen, in unterschiedlicher Intensität und auf unterschiedlichen Kanälen. Dennoch ist Sportkommunikation auch hier kein Selbstläufer, weil alle Marken sich an Social-Media-Plattformen bedienen. Um nicht den Algorithmen der sozialen Medien zum Opfer zu fallen und wirklich im Newsfeed der Zielgruppen stattzufinden, braucht es kanalspezifischen Content mit Mehrwert für die User. Und auch hier gilt: Wer auffallen will, muss auch mal Kante zeigen, anstatt mit dem Strom zu schwimmen. Dazu bedarf es Content, der die Zielgruppe entweder unterhaltend oder unterstützend in ihrer Lebenswelt abholt.

Wie zum Beispiel Fußball ist der alpine Viel Aufmerksamkeit hat die KampaSkisport – zumindest in Österreich – gne von Jung von Matt für den OlymROBERT ZITZMANN keine Randsportart. Wie hier werben? pischen Sportbund in Rio bekommen. Die werbliche Überflutung der domiWelcher Aufwand steckt hinter einer nanten Sportarten bedeutet für die präsenten Protagosolchen Social-Media-Kampagne? Für die Socialnisten eine besondere Herausforderung im Kampf um Media-Kommunikation der deutschen OlympiamannAufmerksamkeit. Nur sein Logo auf die Bande oder die schaft arbeitet bei uns ein Team während der gesamten Ski-Ausrüstung zu kleben, ist einfach zu wenig. Marken olympischen Spiele im Dauerlauf. Anspruchsvoll ist müssen emotionale und im Kontext Sport vor allem dabei aber weniger der zeitliche Aufwand, sondern das glaubwürdige Geschichten erzählen, um Fans nachTiming und die textliche Qualität unserer Medaillenmohaltig zu beeindrucken. Dafür sind die digitalen Kanäle tive, die in Echtzeit distribuiert und von ganz Sport- und heute wichtiger denn je, vor allem Social Media ist Mediendeutschland geteilt werden. Alleine bei den durch seine viralen Potenziale ein wesentlicher Treiber. Spielen in Rio konnten wir mittels unserer Inhalte auf Ziel sollte es immer sein, mit mutigen Maßnahmen auf Social Media über 80 Mio. organische Kontakte geneViralität zu spekulieren und in der medialen Berichtrieren – ein herausragender kommunikativer Erfolg für erstattung eine zusätzliche Plattform zu bekommen. unsere olympischen Athleten und für die Förderung von Mit den kommunikativen Regeln zu brechen und so Sportvielfalt in Deutschland. Menschen und Medien zu überraschen, ist dabei oft das beste, weil wirkungsvollste Rezept. Fällt Ihnen eine wenig bekannte Sportart ein, die Sie persönlich gerne bekannt machen würden? Ich Bei den Weltmeisterschaften in St. Moritz und in persönlich bin ein riesengroßer Fan der Rand- und Hochfilzen war die Marke Tirol mit dem TirolBerg Trendsportart Headis. Das ist Kopfballtennis auf einer vor Ort vertreten. Ist Sport ein gutes Vehikel, um etwa Tischtennisplatte und mittlerweile ein echtes Klickwuntouristisch zu werben? Absolut. Sport ist grundsätzlich der im Social Web. Ich wünsche mir, dass die Sportart ein Magnet für alle Altersgruppen, die entweder selbst spätestens 2040 olympisch ist. aktiv sind oder bei Top-Sportevents ein begeistertes und begeisterndes Publikum bilden. Für einen gesunVielen Dank für das Gespräch. × den Tourismus ist daher auch beides relevant. Für die überregionale Bekanntheit einer Region aber ist es natürlich von Vorteil, als Austragungsort eines medial bekannten Sportevents aufzutreten. ZUR PERSON Sport hat die Fähigkeit, mehrere Generationen zu begeistern, welche Rolle spielt dies in der Kommunikation oder ist ohnehin jeder auf Facebook, Twitter und Co.? Klar ist: Sport ist ein generationenübergreifendes Medium und mittlerweile nutzen fast alle Alters-

Robert Zitzmann arbeitet seit 2015 als SponsoringDirector bei Jung von Matt/Sports. Zuletzt arbeitete der studierte Sportökonom bei dem Sportrechtevermarkter UFA Sports, wo er unter anderem Projekte für namhafte Fußballclubs wie den FC Barcelona oder den Sheffield FC umsetzte.


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MAGAZIN

Aufsichtsrat 4.0 Im Februar hat sich der Aufsichtsrat der Lebensraum 4.0 GmbH konstituiert. An dessen Spitze stehen LH Günther Platter als Vorsitzender und Andreas Braun als sein Stellvertreter. Geschäftsführer ist Karlheinz Töchterle. © LAND TIROL/ENNEMOSER

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LH Günther Platter, Andreas Braun (r.) und Karlheinz Töchterle beim offi ziellen Startschuss für die Lebensraum 4.0 GmbH

WECHSEL IN DER SILBERREGION Nach dem Rücktritt von Christian Schösser als Vorstand des Aufsichtsrats des TVB Silberregion Karwendel folgt ihm der bisherige AR-Vorsitzende Andreas Mair nach. Seine Funktion wiederum übernimmt Andreas Jenewein, Christiane Kirchner rückt in den Aufsichtsrat nach.

NEUER VORSTAND FÜR AXAMER LIZUM Seit 1. Februar hat die Axamer Lizum mit Heinrich Pfeifer einen neuen Vorstand. Der gebürtige Innsbrucker war zuletzt über 19 Jahre als Geschäftsführer der Nauderer Bergbahnen tätig.

Neue VermietercoachAusbildung Seit Jahresanfang befindet sich die Tiroler Vermieterakademie unter den Fittichen des Verbandes der Tiroler Tourismusverbände (VTT). Neu ist auch die Vermietercoach-Ausbildung.

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ber 20 Mitarbeiter aus Tiroler Tourismusverbänden besuchen aktuell die VermietercoachAusbildung, mit der nun eine einheitliche Ausbildung für die Coaches geschaffen wurde. „Die Mitarbeiter in den Tourismusverbänden sind die ersten Ansprechpartner für die Vermieter in den Regionen, sie wissen am besten, wo der Schuh drückt und sind neben der erfolgreichen Vermieterakademie die besten ‚Wissensvermittler’“, sagt Katrin Perktold, Geschäftsführerin des VTT, dazu. Auch den Vermietern selbst werden weiterhin wie gewohnt Veranstaltungen geboten. ×

© VERBAND DER TIROLER TOURISMUSVERBÄNDE

PROFILE

ie Lebensraum Tirol 4.0 GmbH wurde als Gesellschaft für integrierte Standortentwicklung und mit dem Ziel der Verbreiterung und Stärkung der Dachmarke Tirol gegründet. In einem Beirat wird die fachliche Einbindung und Beratung stattfinden. Je nach konkretem Projekt werden hier unterschiedlichste Institutionen wie etwa die Tiroler Hochschulen, Tirol Werbung, Standortagentur, Agrarmarketing Tirol, Verkehrsverbund Tirol und Interessenvertretungen mitwirken. „Wir bündeln damit unsere Kräfte, um das Profil Tirols zu schärfen und unsere Spitzenleistungen und Spitzenprodukte in ihrer Vielfalt noch bekannter zu machen“, meinte LH Platter im Rahmen der Konstituierung. Als erstes Basisbudget für die Lebensraum Tirol 4.0 GmbH hat die Landesregierung einen Betriebszuschuss in der Höhe von 150.000 Euro freigegeben und zusätzlich ein Stammkapitel in Höhe von 35.000 Euro beschlossen. ×

Präsentierten die VermietercoachAusbildung v. l.: Florian Phleps (Tirol Werbung), Anton Habicher (Landestourismusabteilung), Katrin Perktold (VTT) und Gerhard Föger (Landestourismusabteilung).


Digitalisierung Thema in Mayrhofen Wie die Digitalisierung im Hotel oder in der Destination nutzen? Antworten auf diese und andere Fragen liefert TourismFastForward 2017.

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ie Konferenz TourismFastForward, die am 30. und 31. Mai im Europahaus im Mayrhofen stattfinden wird, bietet in Vorträgen und Workshops Fakten und Praxisbeispiele rund um das Thema Digitalisierung im Tourismus. Keynotes kommen unter anderem von Sher Khan von Google Österreich und Andreas Greilhuber von IBM Österreich. Außerdem liefert zum Beispiel Thorsten Rudolph von Hochschwarzwald Tourismus Best-

practise-Beispiele aus seiner Destination. Auch heuer stehen das Netzwerken sowie der interdisziplinäre Gedankenaustausch unter den Teilnehmern im Fokus von TourismFastForward. Die Power-Sessions am zweiten Tag der Konferenz, an dem Praxisberichte, State-of-the-Art-Lösungen und Fallstudien im Mittelpunkt stehen, runden das Programm ab. Alle Informationen zur Anmeldung und zum Programm unter www.tourismfastforward.com/2017 ×

KULTURTIPPS

VON ES THER PIRCHNER

© FRANCESCA PATELLA

TourismFastForward 2017 widmet sich heuer der Digitalisierung im Tourismus. Seit 2013 rückt die Konferenz die digitalen Aspekte der Branche in den Mittelpunkt.

ZU ACHT BEIM FESTIVAL Solisten und Ensembles, DJs und Free Jazzer, Sänger und Performance: Alle, die einen freien Umgang mit Musik pflegen, finden Platz beim Festival artacts. Zu den Höhepunkten zählen die Auftritte der Pianistin Kaja Draksler solo und im Oktett (Bild). 10. bis 12. 3. 2017, Alte Gerberei, St. Johann in Tirol

© FRANCK JUREY, NAÏVE RECORDS

© STI INNSBRUCK

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SOLO AM KONZERTFLÜGEL Der aus Vorarlberg stammende Pianist Aaron Pilsan zählt zu den großen jungen Talenten der klassischen Musik. Der 22-jährige „Rising Star“ spielt im Jeunesse-Konzert Werke von W. A. Mozart, Felix Mendelssohn Bartholdy und Frédéric Chopin. 27. 3. 2017, Tiroler Landeskonservatorium, Innsbruck

Das aktuelle Jahrbuch des Alpenvereins widmet sich heuer in einem Schwerpunkt dem Sellrain. Erstmals ist es auch als E-Book erhältlich.

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ie gewohnt liefert das Jahrbuch des Alpenvereins einen Überblick über die wichtigsten Themen und Trends aus der Welt der Berge und des Bergsports. Besonderes Augenmerk wird heuer auf das Sellrain und sein ausgeprägtes Wanderwegenetz gelegt. Beiträge und Bilder stammen von renommierten Autoren und Fotografen – wie zum Beispiel zur Geschichte der Sellrainer Stadtwäscherinnen, der sich Georg Jäger widmet. Außerdem unternimmt man mit Heinz Zak einen Kletterausflug in die Kalkkögel. Auch die gewohnten Rubriken BergFokus, BergMenschen, BergSteigen und BergKultur sind wieder vertreten. Erstmals wird es das Jahrbuch, das gemeinsam vom deutschen, österreichischen und dem Alpenverein Südtirol herausgegeben wird, auch als E-Book erhältlich sein. × Alpenvereinsjahrbuch BERG 2017, 256 Seiten, Tyrolia Verlag

© SABINE GROSCHUP, PAUL ALBERT LEITNER

Klassiker auf neuen Wegen ZU ZWEIT AM (KUNST-)WERK Zwei Selbstdarsteller, Sabine Groschup und Paul Albert Leitner, präsentiert die Fotoausstellung „Two Sophisticated Austrian Artists in SelfPortraits“. Expression und Introspektion, analoge und digitale Fotografie finden hier zusammen. bis 1. 4. 2017, Galerie am Polylog, Wörgl

WEITERE VERANSTALTUNGEN Maria Erlacher (Sopran), Markus Forster (Altus), Tiroler Barockinstrumentalisten: Duette von G. F. Händel 12. 3. 2017, 19 Uhr, Congress Innsbruck, www.barockmusik.at White Miles, Rockkonzert 18. 3. 2017, 20 Uhr, Komma, Wörgl, www.komma.at Ausstellung Reiner Schiestl: Nothelfer ab 31. 3. 2017, Tiroler Volkskunstmuseum, Innsbruck, www.tiroler-landesmuseen.at Alessandro Scarlatti: Johannespassion 14. 4. 2017, 20.15 Uhr, Salzlager Hall, www.osterfestival.at


Ein Anwalt für den Tourismus Seit Dezember ist Florian Phleps Prokurist der Tirol Werbung. Eine Herausforderung, für die er sich bewusst entschieden und auf die er sich gründlich vorbereitet hat. V O N R E B EC C A M Ü L L E R

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lorian Phleps mag Struktur. Wenn er sich einer Aufgabe stellt, versucht er, vorab alle möglichen Szenarien im Kopf durchzuspielen, um so gut wie möglich gerüstet zu sein. Florian Phleps mag auch Herausforderungen, das würde ihn, meint er selbst, sowohl beruflich als auch privat auszeichnen: „Ich habe schon immer gerne Verantwortung übernommen, Entscheidungen getroffen und Interessen vertreten“, erzählt er. Etwa als Schulspre-

aufgewachsen, habe als junger Mensch von den Investitionen in die Infrastruktur profitiert und in der Ferienzeit auch als Skilehrer gearbeitet.“ Anfang der 2000erJahre gründet Phleps mit Freunden den Verein Snowfever Fieberbrunn. Dieser holt die Freeride World Tour, die Weltcupserie der Freerider, nach Fieberbrunn – bis heute der einzige Freeride Weltcup im deutschsprachigen Raum. 2012 wird Phleps also Geschäftsführer des TVB PillerseeTal. Auf seiner Agenda

„Die Branche muss selbstbewusst auftreten, der Tourismus ist einer der stärksten Wirtschaftszweige Tirols.“ cher oder Mitbegründer eines JugendGemeinderats in Fieberbrunn. In Innsbruck studiert der 36-Jährige gebürtige Fieberbrunner Rechtswissenschaften, anschließend arbeitet er ein Jahr im Verkehrsministerium in Wien. Danach ist Phleps als Rechtsanwaltsanwärter in einer Kanzlei in Saalfelden tätig und berät dort auch viele Tourismusorganisationen. 2010 macht er die Rechtsanwaltsprüfung und ist eigentlich kurz davor, sich als Anwalt selbstständig zu machen, als der Posten des Geschäftsführers des TVB Pillerseetal ausgeschrieben wird.

TVB statt Anwaltskanzlei. Mit dem Tourismus ist Florian Phleps naturgemäß früh in Berührung gekommen: „Ich bin in einem traditionellen Wintersportort

stehen u. a. die finanzielle Sanierung, die organisatorische Neustrukturierung und inhaltliche Positionierung des TVB. „Das war eine schöne Aufgabe und auch eine lehrreiche Zeit“, blickt Phleps zurück. Die fünf Jahre als Geschäftsführer prägten ihn und zeigten ihm auch, dass er im Tourismusmanagement arbeiten will: „Deshalb habe ich mich auch bei der Tirol Werbung beworben.“

Vielfältiger

Aufgabenbereich.

Motivationsgründe, sich als Prokurist zu bewerben, sind auch die Erfahrungen, die Florian Phleps bis dahin mit der Tirol Werbung macht und so beschreibt: „Ich habe die Tirol Werber als begeisterte Botschafter des Landes und motivierte Mitarbeiter kennengelernt, das hat mir

sehr gut gefallen.“ Berührungspunkte gibt es in seiner Zeit als TVB-Geschäftsführer und auch schon über die Freeride World Tour Fieberbrunn, wo die Tirol Werbung als Partner auftritt. Außerdem ist Phleps zwei Jahre als beratendes Mitglied im Marketing-Ausschuss des Tyrol Tourism Board tätig. Die Freude, jetzt Teil des Teams zu sein, unterstützt ihn bei seiner neuen Aufgabe, wie der Neue in der Tirol Werbung er-


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erhalten, betont Florian Phleps. Die gute Arbeit, die in seinem neuen Tätigkeitsfeld bereits geleistet wurde, sieht er auch als Ansporn: „Ich will mich der Herausforderung stellen, bei dieser qualitätsvollen Vorarbeit meinen persönlichen Beitrag für die positive Zukunft des Unternehmens zu leisten.“

Flexibel und selbstbewusst. Dass er in seinem neuen Job flexibel sein muss, hat er schnell gelernt. „Das habe ich bereits in meinen ersten Tagen gespürt“, erzählt Florian Phleps und lacht. Er glaubt aber, dass ihm seine strukturierte Arbeitsweise auch hier helfen wird. Je besser man vorbereitet ist, desto besser und eben auch flexibler kann man reagieren, wenn es sein muss, ist Phleps überzeugt. Auf den Tourismus und damit auch auf sich selbst, sieht er in Zukunft mehrere neue Arbeitsfelder zukommen. Wie in anderen Branchen auch, werden die Digitalisierung und die neuen Möglichkei-

„Ich habe schon immer gerne Verantwortung übernommen, Entscheidungen getroffen und Interessen vertreten.“ Florian Phleps ist der Neue in der Tirol Werbung.

klärt: „Wenn man sein Umfeld kennt und schätzt, hilft das schon dabei, sich einer neuen Herausforderung zu stellen.“ Und seine neue Herausforderung ist vielfältig. Als Prokurist ist er kaufmännischer Leiter, Mitglied der Geschäftsleitung, hat die Verantwortung für die Innenorientierung des Unternehmens und die Managementverantwortung über Personal, Finanzen, Logistik und auch für die Cine Tirol und den Tirol Shop. Die Führung des Bereichs

Strategien und Partner, wozu zum Beispiel Tourismusentwicklung, Marktforschung, Marketingsteuerung und die Partnerschaften im Tourismus Tirol gehören, ist ein weiterer Teil seiner To-do-Liste. Im Moment ginge es noch darum, die Vielfalt und Komplexität der Aufgaben zu erfassen. Von seinem Vorgänger Michael Brandl, der mit 1. August 2016 zum Bezirkshauptmann von Schwaz bestellt wurde, habe er eine perfekte Übergabe

ten der Kommunikation wichtige Themen sein. Die Standortstrategie des Landes gilt es auch als Mehrwert für den Tourismus weiter auszubauen, dem Thema Wertschöpfung könne man nur mit einer Steigerung in der Qualität entgegentreten, meint der Touristiker und wünscht sich gleichzeitig: „Die Branche muss selbstbewusst auftreten, der Tourismus ist einer der stärksten Wirtschaftszweige Tirols.“ Die Strategie für die Zukunft will Phleps in seiner Position entscheidend prägen und mittragen. Mit dieser Motivation geht er seinen neuen Job an. Die Voraussetzungen stimmen für ihn: „Ich wurde hier sehr gut aufgenommen und bin bereit“, betont der neue Prokurist der Tirol Werbung und ergänzt: „Sonst hätte ich mich nicht beworben.“ ×


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Tiroler Spuren im Schweizer Schnee Bei der Ski-WM in St. Moritz hat man sich gleich mehrere Tiroler Firmen an Bord geholt. Die haben verschiedene Projekte realisiert – von Startnummern-Trikots über Beschneiungssysteme bis hin zum größten Speichersee der Schweiz. V O N R E B EC C A M Ü L L E R

I © KLENKHART & PARTNER

n St. Moritz wurde anlässlich der Ski-Weltmeisterschaft, die dort bekanntlich vom 6. bis zum 19. Februar stattfand, der mit 400.000 Kubikmetern Fassungsvermögen größte Speichersee der Schweiz

gebaut. Geplant hat ihn die Tiroler Firma Klenkhart & Partner. Als Referenzprojekte dienten dabei heimische Beispiele: „Wir konnten die Auftraggeber in der Schweiz durch bei Exkursionen präsentierte Projekte von unserer Planungsqualität über-

„Wir konnten die Auftraggeber in der Schweiz durch bei Exkursionen präsentierte Projekte von unserer Planungsqualität überzeugen.“ CHRISTIAN KLENKHART, GESCHÄFTSFÜHRER KLENKHART & PARTNER

zeugen“, erklärt Geschäftsführer Christian Klenkhart. Für die Skigebietsplaner, deren Firma in Absam angesiedelt ist, sprach dabei auch, dass sie Speicherseen für Beschneiungsanlagen als naturnahe Landschaftsteiche planen. Durch zum Beispiel unregelmäßige Gestaltung oder Begrünung bekommen die Speicherseen eine natürliche Optik.

Von der Piste bis zum Masterplan. Das Ingenieurbüro Klenkhart wurde 1991 gegründet und im Jahr 2000 in die Klenkhart & Partner Consulting ZT GmbH umstrukturiert. Heute beschäftigt die Firma 25 Mitarbeiter, die aus verschiedenen Berufen kommen. Sie sind Bauingenieure, Wildbach- und Lawinenverbauungs-Ingenieure, Förster, Landschaftsplaner, Maschinenbauer, Geographen oder GIS-Fachleute. Abgesehen von architektonischen, kann


ILLUSTRATION: MONIKA CICHOŃ

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und Planenerzeugung wie -beschriftung spezialisiert hat, produzierte für die WM im Schweizer Nobelort 4.000 Startnummern, rund 500 Ordnerwesten und 600 Quadratmeter Gleitplanen. Auch bei anderen Großveranstaltungen im Winter 2017 war man vertreten, wie Michael Arnold, Prokurist bei Bellutti, erzählt: „Wir waren auch bei der Nordischen WM in Lahti, bei der Biathlon WM in Hochfilzen und den Special Olympics tätig.“ Seit 30 Jahren beschäftigt sich das Unternehmen mit den Themen Sicherheit und Branding im Sport und bekommt regelmäßig Aufträge vom Internationalen Skiverband FIS. „Dabei wird zunehmend auch der Sommersport interessanter, der Wintersport hat aber noch die Nase © BELLUTTI

anderen heimischen Unternehmen zusammengearbeitet. Die Pumpstation und die Beschneiungslagen zum Speichersee kommen nämlich von Demaclenko. Die Tiroler Firma, die zur Leitner Unternehmensgruppe gehört, hat unter anderem Niederlassungen in Asien, Nordamerika, Südamerika, ihren Hauptsitz in Bozen und einen Standort in Telfs. Bei der Ski-WM in St. Moritz wurde sie als offizieller Schneelieferant geführt. Leitner selbst hat im Schweizer Nobelskigebiet in der Vergangenheit mehrere Liftanlagen gebaut. Zwischen Demaclenko und der Engadin St. Moritz Mountains AG besteht bereits eine längere Zusammenarbeit, die vor mehr als zehn Jahren mit dem Ankauf der ersten Schneeerzeuger begann. Das aktuelle Projekt

„Wir waren auch bei der Nordischen WM in Lahti, bei der Biathlon WM in Hochfilzen und den Special Olympics tätig.“ MICHAEL ARNOLD, PROKURIST BEI BELLUTTI

das Team so alle Planungen, die in einem modernen Skigebiet nötig sein könnten, durchführen. Dazu zählen Planungen von Pisten, Beschneiungsanlagen, Infrastruktur und Seilbahnen ebenso wie Masterpläne zur Entwicklung von ganzen Skigebieten. Klenkhart & Partner operiert hauptsächlich in Europa, wie Christian Klenkhart erzählt: „Wir sind mit zahlreichen Projekten in Österreich und im benachbarten Ausland derart beschäftigt, dass wir nur wenige Projekte außerhalb Europas bearbeiten.“ Nicht zuletzt in Hinblick auf die Olympischen Winterspiele 2022, die in Peking ausgetragen werden, sei China „selbstverständlich ein potenzieller Kunde“, so Klenkhart. Aktiv akquirieren würde man aktuell aber nicht.

Tiroler unter sich.

In St. Moritz haben Klenkhart & Partner mit einem

umfasste unter anderem den Bau mehrerer leistungsstarker Pumpstationen samt Kühlturmanlage und Wasserspeicher. Bei der Realisierung des von Klenkhart & Partner geplanten Speichersees fungierte Demaclenko zudem als Projektkoordinator vor Ort. Die Liste der Tiroler Unternehmen, die im Rahmen der Ski-WM in St. Moritz ihre Spuren im Schweizer Schnee hinterließen, ist damit aber noch nicht zu Ende. Das Traditionsunternehmen Tiroler Rohre lieferte 2014 und 2016 nach St. Moritz insgesamt rund 450 Tonnen Schneerohre, die unterirdisch für die Beschneiungssysteme verlegt wurden.

Mit Bellutti am Start. Die Innsbrucker Firma Bellutti wiederum, die sich unter anderem auf technische Textilien

vorne“, erklärt Arnold. In diesen Bereich fallen etwa Sicherheitsnetze und zäune, Prallschutzmatten, Torauflagen oder Gleitplanen auf der einen, und unter anderem Banner, Großbilder, Startnummern oder Torbögen auf der anderen Seite. Weil im Sport das Sponsoring immer eine Rolle spielt, hat sich Bellutti auch auf die Kombination von beiden Aspekten spezialisiert und produziert Toraufl agen, Gleitplanen, Prallschutzelemente und ähnliches auch mit Aufdruck. „Wir sind der einzige Anbieter, der beginnend bei Innovation und Entwicklung über den Werbedruck bis zum fertigen Produkt alles im eigenen Haus fertigt“, nennt Michael Arnold das Alleinstellungsmerkmal, das das Tiroler Unternehmen auszeichnet. ×


Mit dem Bike überall hin: Harald Philipp zeigt den „Flow – Leidenschaft Mountainbike“.

Mit Sicherheit zum Bergerlebnis Ein Winterereignis wird zum sommerlichen Anziehungspunkt. Am 20. und 21. Mai findet erstmals in der Messe Innsbruck die Alpinmesse Sommer statt – mit Vorträgen, Workshops und viel neuem Material zum Ausprobieren. VON ES THER PIRCHNER

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it mehr als 200 Ausstellern und 11.000 Besuchern jedes Jahr ist die Alpinmesse in Innsbruck eines der wichtigsten Ereignisse in Sachen Bergsport im Winter – und die einzige Messe, die sich nicht nur an Händler, sondern vor allem auch an die Endverbraucher richtet. Nirgendwo sonst können Wintersportler mit den Herstellern

von (neuen) Produkten direkt in Kontakt treten, sich aus erster Hand über die Eigenschaften und die Handhabung von Sportgeräten, Sicherheitstechnik und Sportkleidung jeder Art informieren. Im Winter 2016/17 wurde die Alpinmesse bereits zum elften Mal durchgeführt, nun bekommt sie eine sommerliche Schwester, bei der die Bergsportarten der warmen Jahreszeit im Mittelpunkt stehen.

Neben der Ausrichtung auf den Endverbraucher ist das außergewöhnlichste Merkmal der Alpinmesse, dass sie nicht vom Handel oder einer Wirtschaftsorganisation veranstaltet wird, sondern dass das Österreichische Kuratorium für alpine Sicherheit hier als Veranstalter auftritt. Das hat seine Wurzeln in der Entstehungsgeschichte, die quasi als Nebenprodukt des früher in Seefeld, heute als Kernveranstal-


© ÖSTERREICHISCHES KURATORIUM FÜR ALPINE SICHERHEIT (3), MANFRED STROMBERG

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Größtmögliche Sicherheit Karl Gabl, Vorsitzender des Österreichischen Kuratoriums für alpine Sicherheit, begleitet Alpinforum und Alpinmesse seit den Anfängen.

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AISON: Herr Gabl, warum ist es notwendig, eine Alpinmesse Sommer durchzuführen? KARL GABL: Wir veranstalten ja nicht nur die Messe, sondern diskutieren im Alpinforum immer auch Sicherheitsthemen. Dabei hat sich herausgestellt, dass das Programm im Winter schon übervoll ist und es für das Wandern, Klettern und Biken eine eigene Messe braucht.

tung der Messe in Innsbruck durchgeführten Alpinforums eingerichtet wurde. In den Pausen des Forums konnten Besucher sich an einzelnen Ständen über Sportprodukte informieren, und der große Andrang bewog das Kuratorium dazu, diese Schiene zu einer Messe auszuweiten.

Von der Statistik zum Workshop. Der Aufgabe und den Zielen des Veranstalters entsprechend, steht neben der Begeisterung für Sport und Erlebnis die Sicherheit auf dem Berg im Mittelpunkt der Messe. Geht es im Winter um Schnee und Eis, um Lawinen und Kälte, so sind die Gefahren – und die Möglichkeiten, sie zu umgehen – im Sommer anders gelagert. Das Kuratorium wertet regelmäßig die saisonalen Unfallzahlen nach Sportarten und Risiken aus und kann so feststellen, in welcher Sportart besondere Vorsicht

Das (touristische) Angebot an Klettersteigen, Bike Trails und Ähnlichem wird ständig größer. Wie kann hier eine möglichst große Sicherheit gewährleistet werden? Wir können Gäste nur begrenzt direkt ansprechen, aber wir versuchen, die Vermieter gut zu informieren, auch in Zusammenarbeit mit der Tirol Werbung. Vermieter und Tourismusverbände können den Gästen zum Beispiel Tipps geben, wo sie geführte Bergtouren buchen können oder wie sie sich nach der Ankunft zuerst akklimatisieren sollten. Welche Rolle spielen dabei Bergführer und andere Professionisten? Viele von ihnen kommen zur Alpinmesse und setzen sich mit den Gefahren am Berg auseinander. Beim Skifahren ist es selbstverständlich, dass man es von einem Lehrer lernt, das sollte auch beim Bergsteigen oder Klettern so sein. Auf diese Weise wollen wir erreichen, dass Tirol die Region ist, in der man sich weltweit am meisten um die Sicherheit der Gäste und der Einheimischen kümmert. Vielen Dank für das Gespräch.

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„Das Besondere ist, dass das Kuratorium der Veranstalter ist und wir das Sicherheitsengagement mittransportieren können. Die Sportler können als Benützer von Ausstellungsgegenständen direkt mit dem Hersteller in Kontakt treten.“

Thomas Huber von den Huberbuam vermittelt bei der Alpinmesse Sommer die „Sehnsucht Torre“.

ALPINMESSE SOMMER 20. und 21. Mai 2017, Messe Innsbruck sommer.alpinmesse.info veranstaltet vom Österreichischen Kuratorium für alpine Sicherheit www.alpinesicherheit.at

Die Alpinmesse bringt Hersteller und Sportler zusammen.

© ÖSTERREICHISCHES KURATORIUM FÜR ALPINE SICHERHEIT/HALLER

DORIS LANZANASTO, PROJEKTLEITERIN ALPINMESSE

geboten ist bzw. wie man die Gefahr von Verletzung, Erschöpfung oder Abstürzen vermeidet. „An erster Stelle der Alpinunfallstatistik stehen Wandern und Bergsteigen, an vierter und fünfter Stelle kommen Klettern und Biken“, erklärt Projektleiterin Doris Lanzanasto vom Österreichischen Kuratorium für alpine Sicherheit. Bei den Todesursachen auf dem Berg rangieren Herz-Kreislauf-Erkrankungen seit je an erster Stelle. Aber auch sportliche Trends schlagen in der Statistik zu Buche: „In den letzten zehn Jahren haben sich die Zahlen sowohl der Verletzten als auch der Unfalltoten beim Mountainbiken mehr als verdoppelt“, führt Lanzanasto weiter aus. Allein aus der Statistik also lässt sich der Bedarf an Schulungen, Information und Workshops, die speziell auf Sommerthemen zugeschnitten sind, ablesen.

Sehnsucht nach dem Flow. Diesen Anforderungen begegnet die Alpinmesse Sommer mit einem vielfältigen Angebot

zu den Themen Wandern, Biken, Klettern und Reisen. Ein Vorteil des Events sei, so Lanzanasto, dass der Aufenthalt in den Alpen mit starken Emotionen verknüpft ist. Ob Tiroler oder Gast, wer in den Bergen unterwegs ist, sucht das Bergerlebnis, „genießt die Wahnsinnsausblicke und kann sich fordern“. Wenn Extremsportler wie der Bikebergsteiger Harald Philipp mit „Flow – Leidenschaft Mountainbike“ und der „Huberbua“ Thomas Huber mit „Sehnsucht Torre“ multimedial Einblick in ihre Sporterlebnisse geben, erfahren ihre Zuhörer viel über das grandiose Erlebnis Berg, aber zugleich auch über die akribische Vorbereitung, die für das Gelingen extremer Touren notwendig ist.

Run auf die Workshops. Die Fachvorträge im Rahmen des Alpinforums bestreiten Vertreter von Tiroler Jagdverband, Land Tirol (Abteilung Forst), Landwirtschaftskammer Tirol, Österreichischem Alpenverein, Tourismusverbänden und der Bergsportlerszene. Die thematische


© ÖSTERREICHISCHES KURATORIUM FÜR ALPINE SICHERHEIT (4)

… mit GENUSSlöffeln und

SchauBauernhof ... für ein Bewusstsein über den Kreislauf hochwertiger LEBENSmittel rer GENUSSlöffeln unse alt elf tvi ur Heumilch & Jogh

Bandbreite reicht vom Herzinfarktrisiko in den Bergen bis zur neuen Klettersteignorm. Selbst tätig werden können Profiund Freizeitsportler in den Workshops. Dabei geht es um die alpine Notfallversorgung und die Tourenplanung, um die Handhabung von GPS am Smartphone und die richtige (Brems-)Technik beim Mountainbiken. Auch ein Schrauberworkshop und das Training der Trittsicherheit im Gelände finden sich im Programm. Insgesamt 700 Workshopplätze stehen zur Verfügung, eine Anmeldung ab April ist angesichts des traditionell großen Runs auf die Workshops zu empfehlen. Aber nicht nur in den Workshops kann man sich genauer mit den neuesten Geräten und Techniken vertraut machen. Im direkten Kontakt mit den mehr als 70 Herstellern haben die rund 7.000 erwarteten Besucher die besten Möglichkeiten, sich detailliert über Bekleidung und Sportgeräte auf den aktuellen Stand zu bringen – und beides am Berg richtig und sicher einzusetzen. ×

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Weitere Infos & ONLINESHOP: w w w. e r l e b n i s s e n n e r e i - z i l l e r t a l . a t


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Fluch und Segen Airbnb vermittelt weltweit schnell, bequem und persönlich Unterkünfte. Für User ist die Plattform der Schlüssel zum besonderen Urlaubserlebnis, für Vermieter ein Weg zum unkomplizierten Geld. Das traditionelle Gastgewerbe begegnet dem neuen Mitbewerber mit Argwohn, aber sieht ihn auch nicht nur als Konkurrenz. VON DANIEL FEICHTNER

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aum einem Unternehmen ist es gelungen, die „sharing economy“ so erfolgreich zu kommerzialisieren wie Airbnb. Die Buchungsplattform für Privatvermieter ist weltweit aktiv und kann jährlich Wachstum verbuchen. Das Prinzip, einfach und bequem Gäste und Vermieter zusammenzubringen und nicht nur die Unterkunft, sondern das Erlebnis zu vermarkten, boomt – nicht zuletzt in Tirol. Alleine im vergangenen Jahr ist die Zahl der verfügbaren Unterkünfte hierzulande um ganze 92 Prozent gestiegen. Die „traditionellen“ heimischen Unterkunftsanbieter begegnen diesem Trend einerseits mit Sorge, andererseits erkennen sie aber auch die Chancen darin.

Neue Anforderungen.

„Generell sehen wir das sportlich“, bestätigt Markus Gratzer, Generalsekretär der Österreichischen Hotellerievereinigung ÖHV. Märkte und Konsumentenverhalten ändern

sich. Und darauf müsse jede Branche so oder so reagieren. „Privatvermieter und Ferienwohnungen per se gibt es schon lange. Um genau zu sein, haben wir in Österreich das gewissermaßen sogar erfunden – Airbnb vermarktet es jetzt nur auf hohem, weltweiteM Niveau.“ Für die Hotellerie entsteht so nicht einfach nur unbequeme Konkurrenz. Der Mitbewerber zwingt den Wirtschaftssektor auch dazu, sich weiterzuentwickeln und neuen Trends zu folgen. So treibt die Konkurrenz Innovationen und Produktentwicklung voran – wovon man auf lange Sicht profitieren werde, ist sich Gratzer sicher. „Außerdem trägt die internationale Vernetzung zur zusätzlichen Sichtbarkeit einer Destination bei. Und wenn mehr Gäste eine Region besuchen, profitieren wir davon schlussendlich alle.“

Nicht auf Augenhöhe. Ungetrübt ist dieser Frieden zwischen althergebrachter Beherbergungsindustrie und dem neu-

en, digitalen Mitbewerber allerdings bei weitem nicht. Was Gratzer ebenso wie viele andere Touristiker ankreidet, sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen. Während sich die Hotellerie einer Vielzahl von Auflagen und Regulations- sowie Kontrollmechanismen gegenübersieht, operiert Airbnb im verhältnismäßig unregulierten Raum. Streitpunkt sind vor allem die Einhebung der Ortstaxe sowie die Versteuerung der Einkünfte. Denn beide dieser Abgaben müssen in Österreich bislang von jedem Airbnb-Vermieter eigenständig abgewickelt werden. Dementsprechend wird der Plattform vorgeworfen, Unterkunftsanbietern, die ihre Gäste nicht melden und ihren Gewinn nicht versteuern, einen Marktplatz zu bieten. Da Airbnb noch keine zehn Jahre existiert, ist es bislang noch nicht gelungen, die Spielregeln so anzupassen, dass sie auch auf das neue Geschäftsmodell lückenlos anwendbar sind – eine Verzögerung, die letztendlich Geld kostet, meint


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Der Befragung zufolge gaben Regionen wie Serfaus-Fiss-Ladis an, die Situation im Griff zu haben und die Plattform bewusst zu unterstützen. „Möglicherweise wird dort auch intern mehr gegen schwarze Schafe vorgegangen“, mutmaßt Egger. Differenzierter fielen bei der Befragung die Antworten im Unterland aus. Vor allem © FLO LECHNER

„Privatvermieter per se gibt es schon lange. Um genau zu sein, haben wir in Österreich das gewissermaßen sogar erfunden – Airbnb vermarktet es jetzt nur auf hohem, weltweitem Niveau.“

Verschiedene Wahrnehmung. Bislang finden sich die meisten AirbnbVermieter im städtischen Bereich. „In Wien schätzen wir, dass über die Plattform aktuell jährlich rund 600.000 Nächtigungen verbucht werden“, meint Gratzer. „Und eine solche Zahl fällt für den regionalen Tourismus definitiv ins Gewicht. Insbesondere, wenn Abgaben teilweise nicht geleistet werden.“ Und auch in Tirol werden bislang die meisten Unterkünfte in den Ballungsräumen gebucht. Aufgrund dieser ungleichen Verteilung variiert das Bewusstsein um die Problematik noch stark. In Innsbruck kenne man das Thema bereits zur Genüge, meint Siegfried Egger, Bundesobmann des Fachverbands Hotellerie der Wirtschaftskammer Österreich. „Aber in den ländlicheren Gebieten ist Airbnb bislang noch weniger vertreten und wird auch weniger als Problem gesehen. Das hat eine Umfrage, die wir beim Verband der Tourismusverbände Tirols angestellt haben, erst kürzlich gezeigt.“ Gerade im Oberland nehmen die Touristiker Airbnb kaum als Bedrohung wahr.

Julian Trautwein, Sprecher von Airbnb in Deutschland: „Der Sektor bietet genügend Platz für unterschiedliche Akteure. Und wir stehen in regem Austausch mit dem Gastgewerbe in den Regionen, in denen wir aktiv sind.“ In der Pflicht, alleine die länderspezifischen Regeln durchzusetzen, sieht man sich bei Airbnb allerdings nicht.

MARKUS GRATZER, GENERALSEKRETÄR DER ÖHV

in den Bezirken Kitzbühel und Kufstein, wo es nicht zuletzt viele Zweitwohnsitze gibt, die sich zur Airbnb-Vermietung anbieten, regt sich teilweise Unmut. Fakt ist jedoch: Airbnb verbucht Zuwachs – auch im ländlichen Bereich. „Insofern ist es nur eine Frage der Zeit, bis dort der Handlungsbedarf wächst“, so Egger.

Kommunikation. Was die potenziellen Chancen angeht, die in einer Koexistenz von althergebrachter Hotellerie und der Plattform liegen, sieht Airbnb seine Rolle ähnlich wie die ÖHV. Das Unternehmen betrachtet sein Angebot als Ergänzung zur bestehenden Tourismusbranche, erklärt

„ Auch wenn es manchen TVBs gelingt, schwarzen Schafen den Riegel vorzuschieben, fällt das eigentlich nicht in ihren Aufgabenbereich.“ SIEGFRIED EGGER, OBMANN DER WKÖ-BUNDESSPARTE TOURISMUS UND FREIZEITWIRTSCHAFT

© WIRTSCHAFTSBUND KITZBÜHEL

Gratzer: „Natürlich brauchen Politik und Gesetzgeber Zeit, um zu reagieren. Und wir gehen auch davon aus, dass sich ein Großteil der Anbieter an die Regeln hält. Das ändert aber nichts daran, dass wir aktuell mit unterschiedlich langen Spießen kämpfen.“ Ziel müsse es sein, ein faires Spielfeld zu schaffen. Dann könne Airbnb eine wertvolle Ergänzung sein – auch für das traditionelle Gastgewerbe. Die Politik müsse hier aber eindeutig in die Gänge kommen.

Man sei sich aber der Verantwortung bewusst und wolle ihr auch im Rahmen der Möglichkeiten gerecht werden. Um das Problem zu lösen, baue man auf Information und auf Zusammenarbeit: „Wir setzen uns für zeitgemäße, verantwortungsvolle und klare rechtliche Rahmenbedingungen ein, die Home Sharing ermöglichen. Außerdem stellen wir Usern ausführliche Informationen über lokale Gesetze zur Verfügung – inklusive der Rechtslage zur privaten Kurzzeitvermietung.“ Zumindest was die Einhebung der Orts- und Nächtigungstaxen angeht, tragen die Zusammenarbeit und der Austausch inzwischen Früchte. In mehr als 220 Städten weltweit werden die jeweils vorgeschriebenen Abgaben mittlerweile automatisiert über Airbnb abgewickelt.

Keine Absolution.

Diesen Ansatz begrüßt die ÖHV. Der Weisheit letzten Schluss sieht Markus Gratzer darin allerdings nicht: „Das macht den ökonomischen Schaden des Wegfalls der Ortstaxe zwar wett. Zugleich würde sie aber einem Freibrief für andere Rechtswidrigkeiten gleichkommen.“ Denn Vermieter wären trotzdem in der Lage, ihr Einkommen nicht zu versteuern, indem sie ihre Gäs-


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Airbnb ist für Mieter ebenso intuitiv zu benutzen wie für Vermieter. Das kommt nicht nur allen Nutzern entgegen, sondern zeigt auch, wie wichtig einfache Bedienbarkeit ist.

te nicht melden. Das würde ihnen auch weiterhin einen Wettbewerbsvorteil gegenüber klassischen Betrieben verschaffen – nicht zuletzt auf Kosten der Gäste, die ohne Meldung nicht versichert sind. „Wie sich in Wien gezeigt hat, betreiben manche Anbieter das auf sehr professioneller Ebene – teilweise werden ganze Mietshäuser mit Airbnb-Gästen befüllt. Und gerade dann wird es problematisch“, sagt Gratzer.

generelle Regelung würde niemandem zum Nachteil gereichen. Und wenn wir alle am selben Strang ziehen, ist Airbnb eine Riesen-Chance für uns alle.“ Eine gesamteuropäische Lösung erscheint zumindest vorerst allerdings relativ unwahrscheinlich. Zu groß sind die nationalen und regionalen Anforderungen, die darin einfließen müssten. Denn jedes Land und schlussendlich jede Region bringt eine Vielzahl unterschiedlicher Gesetzeslagen, Themen und andere Herausforderungen mit sich. „Uns ist es wichtig, mit den jeweiligen politischen Entscheidungen und den verschiedenen Interessengruppen in einem engen Austausch zu sein“, meint Julian Trautwein von Airbnb Deutschland. „So wollen wir ein gemeinsames Modell finden, das all

„Für uns ist die Plattform ein echter Segen. Kein anderes Werkzeug bietet uns so eine weite Sichtbarkeit und einen solchen Kundenstamm. Dazu ist die Handhabung sehr einfach.“ THERESIA RAINER, LANDESOBFRAU PRIVATVERMIETERVERBAND TIROL

diese Faktoren berücksichtigt.“ Bei Airbnb sei man sich dessen bewusst, dass sich kein Modell pauschal übertragen lasse. Was in einer Stadt sinnvoll oder hilfreich wäre, könnte anderswo sogar unerwünscht sein. Deswegen wolle man sich an einen Tisch setzen, um gemeinsam zu erörtern, wie sich die Chancen am besten nutzen lassen.

Wertvolles Werkzeug. Dass solche

© PRIVATVERMIETERVERBAND TIROL

Lösung von oben? Viele Touristiker sehen eine plausible Lösung, die allen Aspekten gerecht wird, nur auf bundes- oder zumindest landesweiter Ebene realisierbar. „Schlussendlich ist das eine politische Angelegenheit“, meint Siegfried Egger und nimmt den Gesetzgeber in die Pflicht: „Auch wenn es manchen TVBs gelingt, schwarzen Schafen den Riegel vorzuschieben, fällt das eigentlich nicht in ihren Aufgabenbereich.“ Dementsprechend hat er durchaus Verständnis dafür, dass viele Tourismusverbände zögern, diese zusätzliche Verantwortung zu übernehmen – insbesondere, da die Umsetzung von echten Kontrollen überaus schwierig sein dürfte. „Langfristig wird es eine klare Lösung brauchen“, ist Egger überzeugt. „Eventuell sogar eine europaweite. Ansätze gibt es meines Wissens nach dazu bereits.“ Dennoch wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, Initiative zu zeigen und sich als Tourismusland auch hier zu profilieren – insbesondere bevor das Problem auch im ländlichen Raum zunimmt. „Eine

Zusammenarbeit durchaus Früchte tragen kann, zeigt sich auch hier in Tirol. Der Verband der Tiroler Privatvermieter arbeitet bereits seit Längerem eng mit Airbnb zusammen. „Für uns ist die Plattform ein echter Segen“, erklärt Theresia Rainer, die Landesobfrau des Tiroler Privatvermieterverbands. „Kein anderes Werkzeug bietet uns so eine weite Sichtbarkeit und einen solchen Kundenstamm. Dazu ist die Handhabung sehr einfach.“ Deswegen organisiert der Verband seit einiger Zeit auch Schulungen für seine Mitglieder, in denen Vertreter von Airbnb das System näherbringen. So haben gerade kleine Vermieter die Chance, auf dem großen Markt nicht unterzugehen, und zugleich Zugriff auf ein bequemes Werkzeug, über das sich Buchung und Bezahlung abwickeln lassen. „Natürlich habe ich vollstes Verständnis für die Skepsis gegenüber Airbnb in manchen gewerblichen Betrieben“, meint Rainer.


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„Wir stellen Usern ausführliche Informationen über lokale Gesetze zur Verfügung – inklusive der Rechtslage zur privaten Kurzzeitvermietung.“ JULIAN TRAUTWEIN, SPRECHER AIRBNB DEUTSCHLAND

„Und es ist auch noch sehr viel in den Griff zu bekommen. Aber auch bei anderen Plattformen gibt es schwarze Schafe. Und dabei müssen wir alle zusammenhelfen, um das Problem zu lösen.“

qualitativ von illegalen Vermietern abzuheben – als rundherum bessere Alternative.“ Als Ziel sieht Theresia Rainer ein faires Miteinander am großen Tourismus-Markt, das nur entstehen könne, wenn jeder sein Scherflein beiträgt. Dazu gehören die Vermieter selbst und die Plattformen ebenso wie die TVBs und der Gesetzgeber – ohne jedoch zu weit zu gehen und einer Seite die gesamte Verantwortung aufzubürden oder eine Überregulierung zu riskieren, von der niemand profitieren würde. „Schlussendlich müssen wir alle zusammenhelfen“, meint Rainer. „Aber mit der richtigen Kombination wird es uns gelingen, die Plattform als die Chance zu nutzen, die sie ist, ohne dass jemand ins Hintertreffen geraten muss.“ ×

Mit vereinten Kräften. Daran will sich Rainers Verband aktiv beteiligen. Denn die Privatvermieter nutzen nicht nur die Möglichkeiten, die Airbnb ihnen bietet. Sie treten auch bewusst in direkte Konkurrenz zu schwarzen Schafen: „Als organisierte Vereinigung von legalen, gemeldeten Vermietern können wir direkt einen Beitrag leisten, indem wir es illegalen Anbietern schwerer machen“, ist die Landesobfrau überzeugt. „Qualifiziert und geprüft sind wir in der Lage, uns auch

AIRBNB: GLOBALES GESCHÄFTSMODELL IN ZAHLEN • 2008 im Silicon Valley in San Francisco gegründet • Aktuell in 191 Ländern aktiv • Mehr als 3 Millionen Unterkünfte in 34.000 Städten • Davon über 17.000 Unterkünfte in Österreich • Und mehr als 2.600 Angebote in Tirol • Bis heute wurde der Dienst von mehr als 150 Millionen Gästen weltweit genutzt.

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GASTKOMMENTAR

SAISON

Die ersten 200 Tage als Obmann der Fachgruppe Hotellerie

© WIRTSCHAFTSKAMMER TIROL

VON MARIO GERBER

„Die Gegenwart ist ein Schlachtfeld, auf dem rivalisierende Hypothesen darum kämpfen, die Tatsachen von morgen zu werden“.

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er Tiroler Tourismus beschäftigt rund 60.000 Erwerbstätige (Selbstständige wie Unselbstständige). Wir hoffen, wiederum auf ein Wachstumsjahr in Folge zu steuern. Die immer wieder verlautbarten Nächtigungsrekorde müssen dahingehend relativiert werden, dass man endlich mal weg muss von den Nächtigungen hin zur Wertschöpfung, denn das ist meiner Ansicht nach die richtige Betrachtungsweise – dann wird für den einen oder anderen Außenbetrachter die Situation und das Auf-hohem-Niveau-Jammern der Branche verständlicher. Aber ich will nicht jammern, sondern mit Zuversicht, die mit meiner Jugend einhergeht, in die Zukunft blicken, eine Zukunft, die sicherlich noch viele Veränderungen für uns bereithält.

Fesseln angelegt. Tourismus – die Branche, die ständig wächst. Richtig, aber auf der anderen Seite wachsen wir nicht so, wie wir glauben, dass wir wachsen könnten und sollten. Die Umsätze in unseren Betrieben sind zwar gestiegen, aber zeitgleich sinkt durch die stetig steigenden Betriebskosten der Ertrag. Verantwortlich dafür sind unter anderem der mit dem Mindestlohn verbundene bürokratische Dokumentationsaufwand – siehe Erhöhung der Mehrwertsteuer, die Österreich in die Höchstabgabeländer Europas katapultiert (Österreich 13 %, Deutschland Hotel 7 %, Schweiz Hotel 3,8 %) –, Allergenverordnung, Registrierkassenpflicht, das auf uns zukommende Pauschalreisegesetz sowie die starren Arbeitszeitgesetze, die keinerlei Flexibilität im Verhältnis

Unternehmer zu Mitarbeiter bringen, und die vielen behördlichen Auflagen. Noch immer ist der Politik nicht bewusst, dass uns hier im Westen derartige Fesseln angelegt werden, die ein Wachstum und eine liberale Zusammenarbeit mit unseren Mitarbeitern verhindern. Denn eines muss ich vorausschicken: In erster Linie sind wir Gastgeber, sind wir Repräsentanten, Botschafter gegenüber den Gästen aus aller Welt. Wir haben uns diesen Ruf und dieses Image in der Welt zwar aufgebaut, aber wie sagt man: Der Prophet im eigenen Land ist meistens nichts wert. Derzeit verbringen wir mehr Zeit in unseren Büros mit Ablagen, Dokumentationspflichten, bürokratischen Auflagen und Papierbergen – aber nicht nur wir, sondern auch unsere Mitarbeiter. Der Zeitgeist verlangt Flexibilität, Work-Life-Balance, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Aber die Umsetzung all dieser Wünsche ist schlichtweg nicht möglich. Hier von Gastgeber zu sprechen, ist der blanke Hohn. Die Gesellschaft im Gesamten hat sich verändert und wir stehen diesen Veränderungen mitunter konzeptlos und fast ohnmächtig gegenüber. Dennoch müssen wir Themen wie Nachwuchsmangel, Bildung, Fachkräfte sowie demographische Entwicklung oder Digitalisierung in die Hand nehmen und mit diesen Veränderungen auch unser Unternehmersein weiterhin ausbauen, um uns in den sich immer rascher verändernden Rahmenbedingungen bewegen zu können.

Sowohl als auch. Die Zukunft wird eine „Sowohlals-auch-Zukunft“ sein. Das heißt, wir werden sowohl


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Mitarbeiter haben als auch bestimmte Arbeiten „robotisieren“. Wir werden sowohl große Konzerne wie kleine Familienunternehmen haben. Wir werden sowohl mit Buchungskanälen wie auch über unsere eigene Homepage arbeiten müssen. Wir werden sowohl digitalisiert sein und dennoch ohne Digitalisierung unser Produkt am Markt verkaufen können. Aus meiner Sicht sind wir eine der wenigen Branchen, die bereits digitalisiert sind. Bei uns geht ohne eine entsprechende Homepage, E-Mail-Adresse, ohne weltweite Ausrichtung im Internet nichts mehr. Unsere Betriebe haben sich darauf eingestellt und leisten hier ausgezeichnete Arbeit, besten Service, und dennoch haben wir nicht vergessen, persönliche Gastgeber zu sein. Wenn wir uns diese Zahlen, die ich vorhin genannt habe, anschauen, dann können Schlagwörter wie „miese Bezahlung“, „schlechte Arbeitszeiten“, „schlechtes Image“, „Work-Life-Balance“ nur Worte sein, damit auch die Gewerkschaften weiterhin eine Existenzberechtigung haben. Ja, und so kritisch bin ich selbst, auch wir werden uns selbst bewegen müssen, oder wir werden bewegt! Viele Betriebe wissen um das Potenzial ihrer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen Bescheid. Schauen Sie sich einmal um, was unseren Mitarbeitern alles geboten wird. Ich zum Beispiel habe ein Personalhaus gebaut, denn selbstverständlich verstehe ich, dass meine Mitarbeiter nach einem Tag harter Arbeit schön wohnen und sich in einer tollen Atmosphäre erholen wollen. Aber man muss sich auch den Faktor Arbeit leisten können! Die Frage, warum Junge in den Tourismus gehen sollen, beschäftigt mich sehr. Der Zeitgeist von heute sieht eine akademische Ausbildung als Ideal. Eine Lehre scheint nichts mehr wert zu sein. Dennoch schaut die ganze Welt auf unsere duale Ausbildung, übernimmt, kopiert, tauscht sich aus – wo ist dann der Stellenwert dieser Ausbildung im eigenen Lande?

Realitätsfremdes Arbeitsgesetz.

Unsere Forderungen gegenüber der Politik, an der wir alle aber auch maßgeblich mitarbeiten können, ist einerseits das realitätsfremde Arbeitsgesetz, das keinerlei Flexibilität vorsieht, zu ändern und einfach ganz klar auf die Leistung hinzuweisen, denn Leistung muss in jeder SOZIALEN Gesellschaft einen Wert darstellen! Was würden Politiker tun, wenn sie auf ihrer eigenen Hochzeit, auf einem Meeting kein Essen, keine Getränke, keine Technik bekommen oder ab 22 Uhr (wenn‘s am schönsten ist) die Rollos runtergelassen werden. Dieses derzeitige Arbeitsgesetz widerspricht den Wünschen des Gastes. Das Zweite sind auch die gesamten Rahmenbedingungen. Ich nenne hier beispielhaft das Pauschalreisegesetz, welches zwar unter dem Blick des überbordenden Verbraucherschutzes in der EU erlassen wurde, aber dazu führt, dass hier Betriebe mit bürokratischen Mehraufwänden bzw. mit einem Rückschritt in der Angebotsstellung ihren Gästen gegenübertreten müssen. Unsere Gäste sind sicherlich nicht darauf bedacht, mit der Hotelunterkunft keine Skikarte mehr zu bekommen,

sich am Samstag in langen Schlangen an die Skikartenkasse anzustellen bzw. auch keine Eintrittskarten für die Oper mehr über das Hotel zu erhalten. Hier wurden wieder unter einem Blickwinkel, der überzogen, überbordend und nicht realitätskonform ist, Regelungen getroffen, die nunmehr in die Gesetzgebung Eingang finden und mit der Basisarbeit nichts zu tun haben. Würde man diese Angelegenheiten mit Hausverstand und im Sinne unserer Pionierväter angehen, wäre der Innovation und dem Fortschritt weiterhin Tür und Tor geöffnet. So bleibt nur mehr das Sich-Zurückziehen und Frustration bei vielen unserer Mitglieder übrig. Ebenso kämpfen wir im gesamten Sharing-Bereich für Fairness und Wettbewerb auf Augenhöhe. Ich möchte hier betonen, dass es uns nicht um Verbote geht, es geht um gleiche Spielregeln und klare Interessenvertretung. Denn sind wir uns ehrlich, ohne gewisse Buchungskanäle würden wir auch nicht mehr so arbeiten können und wollen. Wir bestehen nur auf Beseitigung der enormen Ungleichgewichte zwischen den verschiedenen Akteuren, wollen die Marktbedingungen fairer und ausgeglichener gestalten. Uns ist hier als Interessenvertreter mit dem Verbot der Preisparität sicherlich ein großer und gewaltiger Schritt gelungen.

Wesentliche Stütze.

Mein letztes Wort ist, dass ich gerade in meiner Funktion auch in Bereichen der Gesetzgebung involviert bin und versuche, für die Branche das Beste herauszuholen. Aber auch ich scheitere immer wieder an den verschiedenen Hypothesen und deren Umsetzung. Mitunter reagiere ich schon sehr frustriert, da ich für die Branche nicht bessere Bedingungen herausarbeiten und herauskämpfen kann. Doch ich werde mich weiterhin mit all meiner Energie und meinen Fähigkeiten für die Branche einsetzen und versuchen, auch Wien, der EU sowie allen, die unser Image schlechtreden, beizubringen, dass der Tourismus im Land Tirol die wesentliche Stütze der gesamten Wirtschaft ist. Und ich stehe auch weiterhin zu meiner Aussage, dass der Tourismus die Kuh ist, die keine Milch mehr gibt. Zum Schluss – Kommunikation. Wir müssen miteinander sprechen. Denn nur wenn wir weiterhin mit unseren Mitgliedern, unseren Politikern, unseren Kritikern, unseren Widersachern, unseren Mitarbeitern, unseren Schulen etc. im Dialog bleiben und uns austauschen, können wir gemeinsame Wege finden, diesen von unseren Großvätern und Vätern aufgebauten und unser aller Wohlstand sichernden Tourismus weiterhin den Platz im Land zu geben, den er sich verDIENT. ×

ZUR PERSON Mario Gerber ist seit Mitte 2016 Obmann der Fachgruppe Hotellerie in der Wirtschaftskammer und vertritt in dieser Funktion ca. 5.000 gewerbliche Beherbergungsbetriebe in Tirol. Darüber hinaus ist er Vorstand des TVB Innsbruck und Geschäftsführer der GerberHotels im Kühtai.


© FRANZ OSS

Irmtraud Hubatschek führt den Verlag Edition Hubatschek und wandelt auf den Spuren Erikas, um ihren Bildern die Gegenwart gegenüberzustellen.

Die Geografin Ein Leben am Rande des Dauersiedlungsraums. Erika Hubatschek dokumentierte ab den 1930er Jahren das Leben der Bergbauern und schuf damit ein einzigartiges Kulturerbe. Heuer wäre die Fotografin, Geografin und Volkskundlerin 100 Jahre alt geworden. V O N J A N E K AT H R E I N

S

ie kommt nicht als Fremde. Sie kommt nicht als Gast. Sie macht sich die Hände schmutzig und lernt das andere durch Beobachten. Notizbuch und Fotoapparat sind immer mit dabei. „Die Bauernarbeit kann man nur kennenlernen, wenn man sie selber macht“, so lautet das Credo. Also zieht Erika Hubatschek den Vorpflug, melkt Kühe, jätet Flachs, holt das

Heu ein. Die erste große Feldstudie führt die Geografin ins Stubai, danach in den Lungau, später wandert sie auch in Kärnten und in vielen anderen Tälern Tirols von Bergbauernhof zu Bergbauernhof, von Alm zu Alm – die andere Zeit arbeitet sie als Sport- und Geografielehrerin am Gymnasium. Sie ist oft wochenlang unterwegs, kein Weg ist ihr zu lang, kein Berghang zu steil. Zu Fuß oder auf dem

Fahrrad und manchmal mit Skiern steigt sie auf die geliebten Berge. Allein.

Frauenbilder. Ein ungewöhnlicher Anblick in den 1930er Jahren. Freiheit und der Ruf nach Unabhängigkeit wurden – wenn überhaupt – nur den Städterinnen zugestanden. Erika Hubatschek macht sich keine Gedanken darüber. In einer von Männern dominierten Welt lernt die


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SAISON

MAGAZIN

LEBENSSTATIONEN VON ERIKA HUBATSCHEK

© IRMTRAUD HUBATSCHEK

Eine Frau mit vielen Talenten. Erika Hubatschek ging offen auf die Menschen, die sie fotografierte, zu und diese schenkten ihr persönliche Geschichten.

Akku aufladen auf gut österreichisch.

Tochter eines evangelischen Pfarrers früh, auf eigenen Beinen zu stehen. Sie überredet ihre Eltern zu einem Studienwechsel für zwei Semester von Graz nach Innsbruck und bleibt hier bis an ihr Lebensende. Der Berge wegen. Damals ahnt die gebürtige Steirerin nicht, dass sie an einem bedeutenden Thema arbeitet. Die Bauern entdeckt sie entlang des Wegs, schnell werden sie zu Lebensbegleitern. Ihre Eindrücke zählen heute zu den wichtigsten Schätzen einer schwindenden bäuerlichen Kultur, dennoch sieht sich Erika Hubatschek zeitlebens mehr als Geografin denn als Volkskundlerin. Die Bauersleute gewöhnen sich allmählich an die junge Frau, die viel wissen will, nicht nur redet, sondern auch anpackt und danach in der Stube wie eine von ihnen ist. „Es ist mir bei den Bauern wirklich immer sehr, sehr gut gegangen. Ich bin auf sie zugegangen, habe gefragt, was sie da machen, habe mitgeholfen – überall.“ Andernorts wird ihr ein Platz zum Schlafen angeboten, notfalls auch am Stubenboden. Woher das Interesse für das bäuerliche Leben kommt? Als 16-Jährige besucht Erika Hubatschek erstmals den Bauernhof ihres Großonkels im Gailtail und ist seitdem fasziniert. Für den Notfall hat sie einen Knirps mit dabei und macht es Hans Kinzl nach, der am Geografieinstitut in Innsbruck lehrt und für den Schlechtwetter kein Grund

(1917 – 2010) • geboren in Klagenfurt, aufgewachsen in der Obersteiermark • Sie studierte Geografie, Volkskunde und Leibesübungen in Graz und Innsbruck. • 1937 bis 1959 Feldforschungen • 1940 promovierte sie mit „Almen und Bergmähder im Oberen Lungau“. • 1940 bis 1978 arbeitete sie als Gymnasiallehrerin. • 1988 Verlagsgründung • seit 1949 Vortragsreisen und Ausstellungen in den USA, Kroatien, Südtirol, Italien, Schweiz, Deutschland und Österreich

ist, in der Stube zu bleiben. Seine Skizzen blieben dank des Regenschirms immer trocken. Hans Kinzl ist ein Bauernsohn aus Oberösterreich und hat Verständnis für Erika Hubatscheks Begeisterung, er ist ein weiterer Grund, warum die junge Frau am Geografieinstitut in Innsbruck bleibt. „Er hatte für jeden ein offenes Ohr. Jeden Nachmittag um fünf ging er durchs ganze Institut und schaute, was jeder gerade machte“, erinnerte sich Hubatschek später. Kontakt hatte sie auch zur Mutter von Heinrich Harrer.

Eine besondere Gabe.

Viele Fotos wurden seit der Erfindung der Fotografie in den Alpen gemacht. Warum sind jene von Erika Hubatschek so außergewöhnlich? Da sie nicht den Anspruch hat, ihre Bilder zu verkaufen, kann sie das zeigen, was ist. Ungeschönt. Sie interessiert sich für die Menschen und ihre Geschichte, sie liest die Landschaft. Trotz ihrer


44 MAGAZIN Erika Hubatschek kam nach Innsbruck, um Geografie, Sport und Volkskunde zu studieren – die Bergbauern wurden zu wichtigen Lebensgefährten.

© FRANZ OSS

SAISON

„Ich habe damals nie daran gedacht, mit den Fotografien einmal etwas anzufangen. Wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich damit Bücher, Kalender oder Ausstellungen machen würde, ich hätte höchstens gelacht und gesagt: Ihr seid ja verrückt!“ ERIKA HUBATSCHEK, FOTOGRAFIN, GEOGRAFIN UND VOLKSKUNDLERIN

Herkunft gelingt es ihr auch, zu den einfachen Leuten Nähe zu schaffen, und sie bekommt dabei tiefe Einblicke. Zuhören ist ihre Gabe. Ein einfaches Kochrezept. Eine Anleitung zum Wäschewaschen. Erika Hubatschek hält alles fest. Die Kamera ist nur unterstützendes Werkzeug. Die Menschen tragen Arbeitskleider, sie werfen sich nicht in Pose. Die Bilder zeigen das harte Leben und darin strahlende Gesichter.

Edition Hubatschek.

Was aus diesem Zupacken, Eintauchen und „Von-innen-heraus-Erleben“ entstanden ist, sind über 14.000 Negative und Dias sowie die Bücher der Edition Hubatschek – heute ein wertvolles Kulturdokument einer längst vergangenen Zeit. In einem unscheinbaren Einfamilienhaus im Innsbrucker Stadtteil Höttinger Au befindet sich der Verlag Edition Hubatschek, den Erika mit über 70 Jahren gründete: „Das hat mir eine

schlaflose Nacht bereitet.“ 20 Jahre später erscheint dort auch das erste gemeinsame Buch mit ihrer Tochter Irmtraud, einer Fotografin und Lebenskünstlerin. Eine Annäherung zwischen den beiden Frauen, ist es doch nicht immer einfach, neben einer so starken Mutter die eigenen Schritte zu gehen.

Um die Wette fotografieren.

Die Fotografie war damals eine sehr kostspielige Arbeit. Von viele ihrer Aufnahmen sieht die Fotografin keine Papierabzüge. Irmtraud bringt die Bilder erstmals auf eine große Leinwand und erst in diesen Momenten erkennt Erika die vielen Feinheiten. Das Fotografieren bringt sich die Geografin selber bei, ohne in einem Buch nachzuschlagen, ohne einen Kurs zu besuchen. Den ersten Fotoapparat bekommt sie zur Konfirmation geschenkt, eine Zeiss-Iconta mit einem ausgefallenen Format, viereinhalb mal sechs cm. Spä-

ter lernt sie in Innsbruck Siegfried Dialer kennen, einen Medizinier, der mit einer Kodak-Retina fotografiert und Erika Hubatschek auch dazu rät. „Wir haben dann sozusagen um die Wette fotografiert. So begann alles.“ Alle historischen Aufnahmen bis 1950 entstehen mit dieser Kamera. Einstellen muss man alles nach Gefühl. Das Fotografieren ist eine Kunst, die vor allem Spaß macht. Manchmal ärgert sie sich aber auch über die schlechte Bebilderung in wissenschaftlichen Beiträgen und will es besser machen. Mit diesem Selbstverständnis geht Erika Hubatschek auch durchs Leben. In vielen Vorträgen und Ausstellungseröffnungen, die sie bis nach New York führen, erzählt die begnadete Rednerin vor gefesseltem Publikum. Ohne die traditionelle Lebenswelt der Bauern zu kennen, könne man auch nicht über die Zukunft diskutieren, ist Erika Hubatschek überzeugt. Sie erlebt die Veränderungen am Berg und ihre Widersprüche. „Ich war gerade zur rechten Zeit unterwegs, etwas später begann sich alles sehr schnell zu verändern.“ Offensichtlich werden diese Veränderungen nun auch durch die Arbeiten von Tochter Irmtraud, die heute als Fotografin zu den historischen Plätzen fährt und in Bildbänden und Ausstellungen das Gestern dem Heute gegenüberstellt. ×

AUSSTELLUNGEN IM JUBILÄUMSJAHR • 8. – 25. 3., Hopfgarten: Frauenbilder. Bergbäuerinnen durch die Linse von Erika Hubatschek • Ab 3. 6., Brunnenburg, Dorf Tirol, Südtirol: Frauenbilder. Bergbäuerinnen durch die Linse von Erika Hubatschek • 23. 6. – 6. 10., Neustift im Stubaital: „Vom Leben am Steilhang“ • 25. 7., Pfarrkirche Neustift: Konzert mit original mährischer Volksmusik (Mähren war die Hubatschek-Heimat) • 28. 7. – 13. 8., St. Lorenzen im Lesachtal: Auf den zweiten Blick: Lesachtal • Oktober, Innsbruck, Barockkeller der Hofburg: 100 Jahre Erika Hubatschek. Eine dreiteilige Werkschau • 19. 10. – 10. 11., Nationalparkhaus Hohe Tauern, Mittersill: Frauenbilder. Bergbäuerinnen durch die Linse von Erika Hubatschek


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Antonella Placheta (links) und Alexandra Danninger-Baesens wissen zu jeder Ecke in der Innsbrucker Altstadt etwas zu erzählen.

Von Tirol erzählen Sie zeigen Gästen aus dem Ausland und Einheimischen prächtige Bauwerke und versteckte Plätze, erzählen Interessantes aus der Geschichte und unterhaltsame Geschichten: Die modernen Fremdenführer reüssieren unter dem Markennamen Austria Guides mit Fachwissen und charismatischem Auftreten.

Z

uallererst, sagt Antonella Placheta, Berufsgruppensprecherin der Fremdenführer, „will der Gast gut unterhalten werden“. Eine Stadtführung müsse auch dann, „wenn das Wetter einmal nicht so traumhaft ist oder wenn es im Winter saukalt ist“, Spaß machen. Die Probe aufs Exempel wird wenig später folgen – auf der Suche nach einem wirkungsvollen, historisch bedeutenden Ort in den Gassen der Innsbrucker Altstadt, wo Placheta und ihre Kollegin Alexandra DanningerBaesens, Vorsitzende der Interessengemeinschaft Tiroler Fremdenführer, foto-

VON ES THER PIRCHNER

grafiert werden sollen. Selbst an diesem eisig-kalten Februarmorgen lenken die beiden im Vorübergehen den Blick auf Häuser und Plätze, erzählen spannende Geschichten dazu und weisen auf Details hin, die selbst Innsbrucker, die Hunderte Male daran vorbeigekommen sind, nicht wahrnehmen oder zumindest nicht zu deuten wissen.

Fundierte Ausbildung. Noch aber sitzen sie beim Interview in der ältesten Konditorei Tirols – auch das eine beiläufig gegebene Information – und geben einen Abriss darüber, worauf es im Gewerbe

der Austria Guides ankomme. Denn auch wenn in den Köpfen der Tiroler wie der Gäste das Bild der regenschirmbewehrten Dame in einem Schwarm deutscher Touristen herumgeistert, hat die tatsächliche Tätigkeit heutiger Fremdenführer nur mehr wenig damit zu tun. Das beginnt schon bei der drei Semester dauernden Ausbildung, in der umfangreiches Fachwissen vermittelt wird und eine dreiteilige Prüfung – schriftlich, mündlich und praktisch – abzulegen ist. Absolventen des Kurses können in ganz Österreich als Austria Guides arbeiten, wenn sie ein Gewerbe anmelden. Die meisten von ihnen


© AXEL SPRINGER, ITF

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Geld dazuverdienen möchten. Und längst findet sich unter den 155 in Tirol tätigen Guides eine große Anzahl Männer, während sich diese früher nur selten für den Beruf erwärmen konnten.

Für Gäste von dort. Im selben Maß, wie sich das Profil der Guides gewandelt hat, haben sich auch die Gästeschichten verändert. Tirol wird von Menschen aus allen Weltteilen besucht, dementsprechend vielfältig muss auch das Angebot an Sprachen sein: 21 verschiedene – von Japanisch und Russisch über Finnisch und Schwyzerdütsch bis zu den „Klassikern“

Mit einer fundierten Ausbildung können die Austria Guides in ganz Österreich Führungen anbieten.

an Themenführungen, Kostümführungen und Eventführungen gegenüber. Man erlebt mit den Austria Guides die jüngste Architekturgeschichte oder entziffert alte Grabinschriften, begegnet historischen Persönlichkeiten oder kann altes oder sogar schon verschwundenes Handwerk entdecken.

2.000 kommen zum Welttag. In den „etwas ruhigeren Zeiten“ von Mitte Januar bis März entwickeln die Austria Guides immer wieder neue Programme und stellen sich im Februar beim „Welttag der Fremdenführer“ dem Publikum vor.

„Es gibt inzwischen durchaus einheimisches Publikum, zum Beispiel Firmen oder Leute, die ihre Freunde zu einer Führung einladen, damit sie die Stadt einmal auf eine andere Weise kennenlernen.“ ALEXANDRA DANNINGER-BAESENS, VORSITZENDE DER INTERESSENGEMEINSCHAFT TIROLER FREMDENFÜHRER

agieren als Einzelunternehmer, akquirieren ihre Kunden über eigene Netzwerke, das Internet oder über Mundpropaganda. Nur wenige werden – so wie es früher üblich war – von einem Tourismusverband angestellt oder sind in größeren Gruppen zusammengeschlossen.

Differenziertes Berufsbild.

Ob es eine typische Fremdenführerin, den klassischen Austria Guide gibt? Nicht unbedingt, meinen Placheta und Danninger-Baesens. Wer sich zum Fremdenführer ausbilden lässt, hat oft historisches Interesse, spricht mindestens eine, oft aber auch zwei oder drei Fremdsprachen fließend und arbeitet gerne mit Menschen zusammen. Viele sind Akademiker, etliche haben zuvor als Reiseleiter gearbeitet und wollen in einem ähnlichen Beruf, aber in einem überschaubaren Umfeld tätig sein. Deutlich geringer geworden ist der Anteil jener, die in der Pension oder neben Haushalt und Kindererziehung ein wenig

Englisch, Französisch und Niederländisch – decken die Fremdenführer in Tirol ab, sagt Alexandra Danninger-Baesens, andere wie Ungarisch und Türkisch gibt es noch nicht im Angebot. Eine weitere Herausforderung ist das große Wissen der Gäste. Seit nahezu jede Information digital jederzeit zugänglich ist, müssen die Guides besonders gründlich gebildet sein. Trotzdem gehe es „nicht darum, den Gast zwei Stunden lang mit Informationen zuzuschütten, aber er muss das Gefühl haben, dass man ihm jederzeit Auskunft geben könnte“, erläutert Antonella Placheta. Schließlich sei auch jede Gruppe anders – sei es, dass die Menschen aus verschiedenen Ländern kommen, es sich um Reisegruppen oder Firmenausflüge handelt, ob Kinder an der Führung teilnehmen oder Tiroler mehr über ihre Heimat erfahren wollen.

Für Gäste von hier.

Gerade Letztere interessieren sich immer öfter für das Angebot vor der eigenen Haustür, schließlich hat auch dieses in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten an Vielfalt gewonnen. Der klassischen Stadtführung steht ein wachsendes Angebot

Der von der World Federation of Tourist Guides ins Leben gerufene Aktionstag dient der Imagebildung und findet jedes Jahr großen Anklang. Dreißig bis vierzig Guides stehen an dem Tag – 2017 fiel er auf den 18. Februar – bereit, um im Viertelstundentakt Gruppen kostenlos zu den außergewöhnlichen Plätzen Tirols zu führen und ihnen Einblick in die Geschichte von Innsbruck, Hall, Schwaz, Lienz, Reutte und Kufstein zu geben. Mittlerweile kommen rund 2.000 Menschen zum „Welttag der Fremdenführer“ und genießen es, als Reisende in die Geschichte und Gegenwart der eigenen Stadt einzutauchen. Dass auch die Austria Guides mit Herzblut dabei sind, wenn sie „ihre“ Städte herzeigen und ihr Können und Wissen auch an die Menschen vor Ort weitergeben, wird bei den Führungen am Welttag schnell klar. Schließlich unterhält sich der Gast besonders gut, wenn auch der Guide Vergnügen an der Arbeit hat. ×

INFO Interessengemeinschaft Tiroler Fremdenführer www.itf-tirol-guides.at


"Wellwasser ist die Reparatur des Wassers" Univ. Doz. Dr. Siegfried de Rachewiltz

Man könnte glauben, wir in Tirol haben kein Problem mit dem Wasser und werden weltweit um die Quantität und Qualität unserer Wasserreserven beneidet. Das stimmt auch bis zu einem gewissen Grad. Hoch oben entspringt unser Wasser aus natürlich gereinigten Quellen und wird von den verantwortlichen Personen / Firmen in dieser Qualität bis zu den Gebäuden geleitet. Dort fängt allerdings vielerorts das Problem an. Ältere oder undichte Leitungen, unsaubere Anschlüsse und vieles mehr sorgen immer wieder für Kontaminierungen des Wassers, was nicht sein müsste. Wellwasser hat es sich mit seinem dreistufigen Filtersystem zum Ziel gesetzt, die Quellqualität zu sichern. Dies ist auch gelungen und vom TÜV Austria (Zertifikatsnummer: TA 220 14 2183) bestätigt worden. Mit nur geringfügigen Einbauten können Sie sicher sein, dass das Quellwasser ohne Qualitätsverlust direkt in Ihr Wasserglas fließt.

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Marke mit Widersprüchen

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ie oft kommt das Wort „Bio“ auf einer einzigen Bio-vom-Berg-Vollmilchpackung der Tirol Milch vor? Ganze unglaubliche 31-mal! Mit der Ungeniertheit postfaktischer Marketingstrategien wird hier das kitschige Bild einer reinen Natur beschworen, die es in dieser Art nicht gibt. Denn, um es sarkastisch zu formulieren, natürlich wird auch die biologische Milch, zum Glück für uns Konsumenten, genau auf Bakterien hin analysiert und pasteurisiert. Ganz abgesehen davon, dass auf der Packung die Information fehlt, ob die Milch von Kühen aus Freilauf- oder Anbinde-Ställen stammt. Ob also das Versprechen der naturnahen Produktion auch im Hinblick auf

Zur 31-fachen Nennung von „Bio“ auf der Milchpackung passt nur noch jener sanfte Tourismus, der nach allen bisherigen Erfahrungen der sichere Weg in den Untergang ist. den Tierschutz eingehalten wird. Und ganz abgesehen davon, dass es noch keiner wissenschaftlichen Untersuchung gelungen ist, die angeblich positive gesundheitliche Auswirkung der durch die Verdauungsorgane der Kühe hindurch gewanderten schmackhaften Kräuter und Blumen alpiner Provenienz etwa in Form eines Doppelblindversuches nachzuweisen.

Treibstoff

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SAISON

KOMMENTARE

VO N A LO I S S C H Ö P F

Touristisch interessant am Abdriften des Milchproduzenten Tirol Milch in den esoterischen Schwampf ist die Tatsache, dass die starke Verklammerung des Tourismuslandes Tirol mit dem Begriff „Bio“, was auch immer er bedeutet, zu einer inkonsistenten Marke führt und den hochtechnisierten Wintertourismus, aber auch die Bereicherung des sommerlichen Angebots durch Freizeitarenen und für ein Massenpublikum attraktive Wanderwege zu einem antibiologischen und brutalokapitalistischen Konzept uminterpretiert. Denn zur 31-fachen Nennung von „Bio“ auf der Milchpackung passt wahrlich nur noch jener sanfte Tourismus, der nach allen bisherigen Erfahrungen der sichere Weg in den Untergang ist. An dieser Stelle geht es jedoch nicht darum, zwischen sanftem und bisher erfolgreichem klassischem Tourismus zu wählen: Es geht vielmehr darum, darauf hinzuweisen, wie notwendig es ist, alle für den Standort Tirol arbeitenden Institutionen endlich unter ein Dach zusammenzuführen, wie Landeshauptmann Günther Platter es durch ein integriertes Standortmanagement in Angriff nehmen möchte. Denn keine Marke, die erfolgreich sein will, hält innere Widersprüche wie den eben aufgezeigten aus. Und dies ist ja nur eine von vielen Ausfransungen, auf denen Tirol steht, und die sich in Zukunft vom Lateiner Karlheinz Töchterle die Frage gefallen lassen müssen, ob sie etwas damit zu tun haben, was wir sind und sein wollen. × Alois Schöpf lebt als Journalist und Schriftsteller in Lans.

VON ERNS T MOLDEN

s gibt etwas, das von der Psychologie als SehnsuchtsMeine liebste Tankstelle, die Shell-Statiort bezeichnet wird. Einen Platz, an den der Mensch on in unserem Tiroler Dorf, stellt für mich so sich hinträumt, wenn rundherum alles nicht so, ja, einen gleichermaßen romantischen, aber rund läuft. Wenn ich draußen unterwegs bin, Gitarre geschulauch begütigenden Platz dar: Hier, wo das Tal sich von der düsteren tert, von den Widrigkeiten der Straße Klamm zur lieblichen Schüssel weitet, wo Jawohl, die Tankstelle ist umstellt, dann wünsche ich mich stets der Wildbach vorbeizieht und die Gondelein Sehnsuchtsort. Sie, auf unser ausgedehntes Erdberger Sofa, bahn (einst der Sessellift) ihr unteres Ende unter eine Auswahl von Wolldecken, hat, hier herrscht der Pächter G., Träger die per definitionem den das Kopferl meiner Liebsten ruht auf Durchziehenden gehört, hat eines majestätischen Schnauzers und Bemeiner Schulter, die Kinder kugeln auf zugleich etwas Beständiges, sitzer lustig-listiger Augen. Seit jeher wird G. uns herum. Wenn mich aber zuhaus die von seinen Söhnen unterstützt. Diese mit in sich Ruhendes. Schwierigkeiten bedrängen, die Kinder uns etwa gleichaltrigen Buben haben mein schlimm sind, die Wolldecken nicht greifbar, die Liebste mit dem Bruder und ich vor dreieinhalb Jahrzehnten beneidet wie niemanKopferl woanders, dann träume ich mich, wie ich gestehe, auch den sonst auf der Welt – kleine Könige mit niemals aufgebrauchten schon gern einmal fort. In den Wald oder, lachen Sie nicht, auf Kaugummischätzen und ewig sprudelnden Trinkgeldquellen. eine Tankstelle. Kam ich von Schule oder Bundesheer am Wochenende (per Jawohl, die Tankstelle ist ein Sehnsuchtsort. Sie, die per deAutostopp – es war das 20. Jahrhundert) nach Hause, ließ ich mich finitionem den Durchziehenden gehört, hat zugleich etwas Begern vor der Tankstelle absetzen, kaufte mir, was weiß ich, Tschik für ständiges, in sich Ruhendes. Denn es gibt ja die Tankwarte und das Wochenende und badete kurz heilsam in der Normalität dieses -wartinnen – und die Stammkundschaft. In den großen Romanen Ortes. Und heute sagt mir mein 16-jähriger Sohn, dass er am Ende des von mir verehrten Stephen King gehören die Tankstellen quasi seiner nächtlichen Touren stets beim Wiener Äquivalent, unserer zur Grundausstattung. Schon bevor der obligate Kingsche Horror drei Minuten entfernten Erdberger Eni-Tanke, einkehrt. Vordergrünheraufzieht, ist die Tanke die Stätte des Business-as-usual, die alten dig auf einen Schokoriegel, in Wahrheit aber zur Vergewisserung oder doch gut eingerasteten Männer trinken ihren Kaffee oder ihr von Heimat. Ich versteh dich gut, sagte ich meinem Sohn. × Bier, geredet wird immer dasselbe, und genau deswegen ist alles Ernst Molden, 49, lebt als Liedermacher und Schriftsteller in Wien. gut. Und wenn 700 Seiten später der Schrecken überstanden ist, Für seine Platten und Bücher wurde er mehrfach ausgezeichnet. Im kommenden Frühjahr erscheint sein neues Album YEAH  (monkeymusic). ist die Tankstelle meist noch immer das, was sie war.


RUBRIK 50 NACHGEFRAGT SAISO SN AISON

15 FR AGEN AN ...

Elisabeth Gürtler DREI SCHÖNE ORTE AUF DER WELT (AUSSERHALB TIROLS): Venedig, Wörthersee, New York LETZTER URLAUB (WO UND WANN): Seabourne-Kreuzfahrt von Hongkong nach Singapore, Jänner 2016 DIE GRÖSSTEN TUGENDEN IM TOURISMUS SIND: Gastfreundschaft und individuelle Herzlichkeit DIE GRÖSSTEN SÜNDEN IM TOURISMUS SIND: Standardisierung DIE STÄRKEN DES TIROLER TOURISMUS: Saubere und unberührte Natur, Familienbetriebe DIE SCHWÄCHEN DES TIROLER TOURISMUS: Kleine Betriebsgrößen, Wetter DIE BESTE IDEE IM TOURISMUS DER LETZTEN FÜNF JAHRE: Von „Imagewerbung“ zu „Jetzt-Buchen-Werbung“ TIROL ALS URLAUBSZIEL ZEICHNET AUS: Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis MIT TIROL VERBINDE ICH PERSÖNLICH: Erholung und Familie PFERDE UND DER REITSPORT BEDEUTEN FÜR MICH: Leidenschaft DIE GRÖSSTE HERAUSFORDERUNG IN MEINER BISHERIGEN LAUFBAHN WAR/IST: Mein Astoria rasch erfolgreich in die Zukunft zu führen ETWAS, DAS FÜR ALLE HOTELS DER WELT GILT: Es muss ein USP (Alleinstellungsmerkmal) da sein! ETWAS, DAS NUR FÜR DAS HOTEL SACHER GILT: Berühmtestes Hotel der Welt WER IN DER HOTELLERIE TÄTIG SEIN WILL, SOLLTE MITBRINGEN: Freude am Kontakt mit Menschen MEIN LIEBLINGSPLATZ IN WIEN UND MEIN LIEBLINGSPLATZ IN TIROL: In Wien Grinzing und in Tirol mein Badesee vor dem Astoria

Elisabeth Gürtler-Mauthner, 1950 in Wien geboren, übernahm 1990 die Hotels Sacher in Wien und Salzburg sowie die Sachertorten AG. Zudem leitet sie das elterliche Hotel Astoria in Seefeld in Tirol. Von 1999 bis 2007 organisierte Elisabeth Gürtler den Opernball, 2007 übernahm sie die Leitung der Spanischen Hofreitschule.


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