6020 Stadtmagazin (Januar 2014)

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Manfred Bohner ist Messerschmiede-Meister und der letzte Innsbrucker Scherenschleifer. In seinem Geschäft in der Maximilianstraße können sich Kunden auf eine Zeitreise zurück zur alten Handwerkskunst begeben. Von Klaus Erler

// Fotos: Emanuel Kaser

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zwar längst nicht mehr aus der Fassung, aber doch zum Nachdenken. Dann jedenfalls, wenn sich das „alte Zeugs“ als „Schere in Friedensqualität“ herausstellt. Gemeint ist damit ein Schneidewerkzeug, das zwischen 1890 und 1935 hergestellt wurde und immer noch in vielen Haushalten zu finden ist. Um wenig Geld wiederaufgerichtet besitzen derartige Scheren eine mechanische Qualität, die heute selten geworden ist. Und wenn das richtige Unikat dann den richtigen Sammler findet, sind solche Scheren auch leicht einmal über 100 Euro wert, das hat Manfred Bohner längst im Internet recherchiert.

esser und Scheren kennt Manfred Bohner wie kaum ein anderer. Seit 1959 arbeitet er im Messergeschäft in der Maximilianstraße, 1963 absolvierte er die Meisterprüfung mit einem Jagdmesser als Meisterstück. Damals gab es in Innsbruck noch sechs Messerschmiede, heute ist er der letzte, der eine sogenannte Stadtschmiede mit Scherenschleiferei betreibt. 74 ist er und trotzdem sitzt er noch jeden Tag in der Werkstatt hinter den Schleifsteinen, während seine Frau ihn im Geschäft beim Verkauf unterstützt. Die Freude, scheinbar alten und abgenutzten Gegenständen neue Funktionalität und Leben einhauchen zu können, verhindert den längst möglichen Pensionsantritt.

Spezialitäten-Auswahl. Für Kunden, die weniger am Alten, sondern an Neuwaren interessiert sind, bietet das an die Werkstatt angegliederte Geschäft eine große Auswahl an Messern und Scheren: Bestecke, Nagelscheren, argentinische Gauchomesser, japanische Schneiderscheren, deutsche Nasenhaarscheren, Kochmesser, Pinzetten und Damaszener-Klingen. Die Auswahl ist umfangreich, und den Hinweis darauf, dass echte Qualität, wenn sie fachmännisch gepflegt wird, ein Leben lang hält, gibt es gratis dazu.

Wertvoller als gedacht. Viele seiner Kunden sind Profis – Köche zum Beispiel –, neu geschärft werden bei Manfred Bohner aber nicht nur Messer, sondern auch Scheren und die Schneidewerkzeuge für Druckereien und Buchdruckereien. Immer wieder passiert es auch, dass Kunden mit rostigen alten Scheren und Messern kommen und nachfragen, „ob es sich überhaupt noch lohnt, das alte Zeug herzurichten?“ Derartige Fragen bringen Manfred Bohner

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