R I C H A R D WAG N E R
LOHENGRIN
INHALT
P.
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DIE HANDLUNG P.
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ÜBER DIESES PROGRAMMBUCH P.
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P.
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DES LEIBES KLEINSTES GLIED ULRICH DRÜNER P.
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FLUTLICHT AUS DEM JENSEITS, LIEBE OHNE REUE CHRISTIAN THIELEMANN
ELSA UND ORTRUD SERGIO MORABITO
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UNHEILIGE ALLIANZ ULRICH SIEGELE
P.
LOHENGRIN – EINE BEFRAGUNG SEINER ROLLENBILDER SERGIO MORABITO P.
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»WIR ERZÄHLEN EINEN THRILLER.« JOSSI WIELER, ANNA VIEBROCK UND SERGIO MORABITO IM GESPRÄCH P.
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MYTHOS UND BÜRGERLICHKEIT THEODOR W. ADORNO P.
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TRADITION UND AUFBRUCH GERRIT WAIDELICH P.
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TRIEBFEDER DES NEGATIVEN UND VISION DES ÜBERIRDISCHEN MELANIE WALD UND WOLFGANG FUHRMANN P.
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NIE SOLLST DU MICH BEFRAGEN FRIEDRICH NIETZSCHE P.
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BEDINGUNGSLOSER GLAUBE – NAGENDER ZWEIFEL KONRAD PAUL LIESSMANN
P.
P.
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»DAS IST DIE KUNST, DIE WIR BRAUCHEN!« HEINRICH MANN P.
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WELTGESCHICHTLICHER GIPFEL DES ZYNISMUS PETER SLOTERDIJK P.
74
DAS AUGUSTERLEBNIS MAXIMILIAN MOLZER P.
77
WAGNER INSZENIEREN HEUTE SERGIO MORABITO P.
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DER TATHERGANG BLEIBT UNGEKLÄRT ULRICH SIEGELE P.
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DER WELTENRETTER SERGIO MORABITO P.
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AUS LORIOTS KLEINEM OPERNFÜHRER
»HOCH ÜBER ALLES ZWEIFELS MACHT SOLL MEINE LIEBE STEHN ! « ELSA IN LOHENGRIN, 2. AKT, 5. AUFTRITT
LUDWIG BECHSTEIN / DAS KLAGENDE LIED
» ES WAR EINMAL EIN KÖNIG, DER STARB UND HINTERLIESS ZWEI KINDER, EINEN SOHN UND EINE TOCHTER. DIE TOCHTER WAR ABER EIN JAHR ÄLTER ALS DER SOHN. «
M E L A N I E WA L D U N D WO L F G A N G F U H R M A N N
TRIEBFEDER DES NEGATIVEN UND VISION DES UBERIRDISCHEN Für viele Jahrhunderte war das Negative eine der wichtigsten Triebfedern der europäischen Musikgeschichte. Schmerz, Leid, Trauer; Wut, Hass, Rache; Gegnerschaft, Bosheit, Teufelei: Die Darstellung solcher und ähnlicher Affekte, Erfahrungen und Haltungen beschwor neue, innovative musikalische Ausdrucksmittel herauf, Dissonanzen und ungewöhnliche harmonische Wendungen, die das Ausdrucksspektrum der Musik bereicherten und differenzierten. Nicht immer wurden solche Ausdrucksmittel gern gehört: Franchino Gafori (Gaffurius), seines Zeichens Komponist und humanistischer Musiktheoretiker, tadelte in seinem Traktat Musica practica 1496 den Mailänder Brauch, bei den feierlichen Vigilien der Märtyrer und den Totenmessen – bei traurigen Gesängen mithin – in der Kirche in parallelen Sekunden, also einem dissonanten Intervall, singen zu lassen: das sei ein Contrapunctus
falsus, ein regelwidriger Kontrapunkt. In ähnlicher Weise tadelte ein Jahrhundert später der Bologneser Musiktheoretiker Giovanni Maria Artusi in seiner Schrift LʼArtusi, ouero delle imperfet tioni della moderna musica (1600) die Musik verschiedener Zeitgenossen. Vor allem einer hatte es ihm angetan, der Mittel wie die Dissonanz, die Chromatik sowie verminderte oder übermäßige Intervalle einsetzte. Der Name dieses undisziplinierten Musikers, den Artusi höflicherweise nicht anführte, lautet Claudio Monteverdi, und bei den von Artusi kritisierten Madrigalen handelt es sich um Anima mia perdona (1603) sowie Cruda Amarilli und O Mirtillo (1605). Monteverdi war nicht der Erste, der die frei einsetzende Dissonanz verwendete, aber der erste, der dafür ein Prinzip aufstellte: dass nämlich in der modernen Musik der Text der Herr der Musik sein sollte und nicht umgekehrt. Wenn also der Text etwa von Liebesleid, von der Grausamkeit der Gelieb-
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AU S LOR IOT S K LEIN EM OPER N F Ü HR ER
ELSA VON BRABANT, EINE DAME DER OBEREN GESELLSCHAFTSKREISE, WIRD BESCHULDIGT, IHREN KLEINEN BRUDER BESEITIGT ZU HABEN. DA SICH UNTER DEN ANWESENDEN AM UFER DER SCHELDE KEIN VOLLJURIST BEFINDET, WIRD DER EINFACHHEIT HALBER EIN GOTTESGERICHT ANBERAUMT. IN LETZTER MINUTE BESINNT SICH ELSA AUF EINEN VIRTUELLEN RECHTSBEISTAND, DER IHR KÜRZLICH IM TRAUM ERSCHIENEN WAR, LEIDER OHNE ANGABEN ÜBER NAME, ADRESSE, ALTER UND GESCHLECHT ZU HINTERLASSEN.