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P R O L O G F E B R U A R 2 0 1 4 | N° 176

Angela Gheorghiu singt die Titelpartie in Adriana Lecouvreur

Erstaufführung: Adriana Lecouvreur Interview: Angela Gheorghiu Portraits: Massimo Giordano, Evelino Pidò


Inhalt

Sehr geehrte Besucherinnen und Besucher, liebes Publikum!

Februar im Blickpunkt

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Liebesfreud, Liebestod Adriana Lecouvreur erstmals an der Wiener Staatsoper

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Eine umschwärmte Künstlerin! Angela Gheorghiu im Gespräch

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Stratege, Feldherr, Liebhaber Massimo Giordano singt den Maurizio

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„Eleganter als Verismo“ Adriana Lecouvreur in der Interpretation Evelino Pidòs

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Wiener Opernball 2014 Das berühmteste Ballfest im schönsten Saal

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Direkt am Geschehen Die Zauberflöte für Kinder

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Unsere Ensemblemitglieder Daniela Fally

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Auroras Erben Auf den Spuren von Tschaikowski und Petipa

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Der Mann hinter der Stimme Michael Blees

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Das Wiener Staatsballett Halbsolistin Eszter Ledán

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Das Staatsopernorchester Kontrabassist Michael Bladerer

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Claudio Abbado 1933-2014

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Debüts im Februar

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Daten und Fakten

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Spielplan

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Kartenverkauf

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Eines der Markenzeichen unserer Wiener Staatsoper ist, neben unserem Orchester, das fixe Sängerensemble. Es setzt sich aus Persönlichkeiten aller Herren Länder zusammen, vereinigt rund drei Generationen und ist dennoch (oder gerade deshalb) eine unverkennbare Einheit. Eine Familie sozusagen, in der man künstlerisch heranwächst, sich entfalten kann, stilistisch geprägt wird, in befruchtendem Wettbewerb lebt und zugleich das Profil der Institution Wiener Staatsoper mitgestaltet. Die Qualität dieses Sängerensembles spiegelt sich in den vielen Gast-Engagements, die zahlreiche der Mitglieder an andere große Häuser erhalten, wider: Denken wir bei den Jüngsten beispielsweise nur an einen Adam Plachetka, den man am Royal Opera House Covent Garden, in Glyndebourne, Berlin, demnächst auch an der Scala hört, an eine Valentina Nafornit¸˘a, die man in München, Berlin und an der Scala hört, an eine Anita Hartig, die man an der Scala, am Covent Garden, an der Münchner Staatsoper, demnächst an der Met und in Paris hört, an eine Chen Reiss, die man bei den Salzburger Osterfestspielen hört, an eine Daniela Fally, die man an der Lyric Opera in Chicago oder bei den Salzburger Osterfestspielen hört, an einen Alessio Arduini, den man in London, München, an der Scala hört, an einen Jongmin Park, den man an der Covent Garden Opera hört, an eine Olga Bezsmertna, die man bei den Salzburger Festspielen hören wird; bei den Bayreuther Festspielen trifft man weiters auf unseren Benjamin Bruns, unseren Norbert Ernst, unseren Sorin Coliban; in anderen Opernzentren sieht es ähnlich aus. Es gibt darüber hinaus auch eine sehr persönliche Komponente: Das Publikum fühlt sich als liebevoller, oftmals befeuernder, vor allem aber als mitfiebernder Begleiter der sängerischen Entwicklung der einzelnen Mitglieder, was für letztere das Gefühl eines zuhause etabliert, was wiederum der Qualität zugute kommt. Ihr Dominique Meyer


FEBRUAR im Blickpunkt LIED.BÜHNE

GASTSPIEL

OPER LIVE ZU HAUSE

10. Februar 2014

Februar / März 2014

Februar 2014

Olga Bezsmertna, Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper, gestaltet am 10. Februar im Rahmen von Lied.Bühne einen Abend im Gläsernen Saal/Magna Auditorium des Musikvereins (20.00 Uhr). Die Sängerin, die zuletzt u.a. als Contessa in Le nozze di Figaro im Haus am Ring zu hören war, singt dabei ein Programm mit Liedern von Robert Schumann (Frauenliebe und Leben), Johannes Brahms, Sergej Rachmaninow und Peter Iljitsch Tschaikowski. Sie wird vom Pianisten Manuel Lange begleitet.

Ende Februar / Anfang März findet ein Gastspiel der Wiener Staatsoper in New York an der Carnegie Hall statt. Dabei wird am 28. Februar Alban Bergs Wozzeck konzertant gegeben (Dirigent: Daniele Gatti, es singen u.a. Matthias Goerne, Evelyn Herlitzius, Monika Bohinec, Herbert Lippert, Norbert Ernst, Herwig Pecoraro, Wolfgang Bankl); am 1. März ist Richard Strauss’ Salome ebenfalls konzertant zu erleben (u.a. mit Gerhard Siegel, Jane Henschel, Gun-Brit Barkmin, Falk Struckmann; Dirigent: Andris Nelsons). An beiden Abenden spie len die Wiener Philharmo niker. Bereits am 25. Februar bringen die Wiener Philharmoniker unter GMD Franz Welser-Möst Beethovens 9. Symphonie zu Gehör.

Die Wiener Staatsoper überträgt im Februar zwei Vorstellungen live ins Internet: Die beiden Neuproduktionen Rusalka am 9. Februar und Adriana Lecouvreur am 22. Februar. Die Vorstellungen in bester Bild- und Tonqualität können um jeweils 14 Euro unter staatsoperlive.com gebucht werden.

tickets@musikverein.at

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Unter der Webadresse http:// bit.ly/abstimmung-streams kann das Publikum der Wiener Staatsoper bis 7. Februar seinen Favoriten für künftige Übertragungen wählen. Das Programm für die zweite Saisonhälfte wird Mitte Februar veröffentlicht.


BLICKPUNKT

ROJOTANGO

WIENER STAATSBALLETT

5. Februar 2014

Februar 2014

Erwin Schrott, an der Wiener Staatsoper ein gerne gesehener Gast – im März wird er in L’elisir d’amore den Dulcamara, im Mai in Faust den Méphistophélès singen – steht am 5. Februar (20.30 Uhr) in der Reihe Solistenkonzerte im Großen Haus auf der Bühne. Gemeinsam mit seinem Ensemble interpretiert er seinen Rojotango-Abend, mit dem er bereits auf vielen wichtigen Bühnen der Welt zu Gast war. Dabei gestaltet Erwin Schrott Tango-Nummern und zeigt eine weitere Seite seiner Sängerpersönlichkeit.

Mit Dornröschen (Vorstellungen am 17., 20., 23. und 24. Februar sowie am 1., 2. und 5. März) steht nach einer Serie ausverkaufter Vorstellungen von Der Nussknacker, der am 28. Dezember 2013 auch erstmals als Livestream via Internet zu sehen war, ein weiterer Tschaikowski-Klassiker auf dem Spielplan des Wiener Staatsballetts, das vom 18. bis 20. Jänner ein Gastspiel im Oman absolvierte. Ballett-Hommage (Vorstellungen am 8., 11. und 14. Februar) setzt dazu mit Balletten von William Forsythe, Natalia Horecna und Harald Lander kraftvolle und virtuose Kontraste.

Schwindfoyer

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LIEBESFREUD, LIEBESTOD Francesco Cilèas Adriana Lecouvreur wird erstmals an der Wiener Staatsoper gegeben

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aris, 20. März 1730. Der Star der Comédie Française, Adrienne Couvreur, genannt Lecouvreur, ist tot. Sofort beginnt die Gerüchteküche zu brodeln: Was hat es mit diesem Tod auf sich? Wurde sie ermordet? Von einer Konkurrentin? Schließlich kennt man ja nicht nur die Erfolge der berühmten Schauspielerin, sondern auch ihre amourösen Abenteuer. Etwa mit Moritz, dem Grafen von Sachsen. Dieser, ein herausragender Feldherr, siegreich in vielen Schlachten, hatte eine rund zehn Jahre andauernde Affäre mit der Künstlerin, die allerdings nicht von reinem Glück, sondern durchaus

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auch von Eifersüchteleien und Gleichgültigkeiten durchzogen war. Ein Stoff jedenfalls, der sich, wenn auch mit bedeutenden Adaptionen der Wahrheit, ertragreich fürs Theater nützen lassen könnte – dachte sich Eugène Scribe, der erfolgreichste Theaterautor seiner Zeit und schuf ein Schauspiel, in dem er die prominente Darstellerin nicht nur ins Zentrum der Handlung, sondern auch in den Titel rückte. Adrienne Lecouvreur schlug ein: Das Publikum zeigte sich begeistert, obwohl oder gerade weil hier viel Erfindungsgabe am Werk war. Denn allen Gerüchten zum Trotz war Adrienne Lecouvreur eines


ERSTAUFFÜHRUNG

natürlichen Todes gestorben … Auch Komponisten näherten sich dem Stoff an, am bedeutendsten war zweifellos die Vertonung Francesco Cilèas, der als Basis für seine Oper das Drama von Scribe wählte. „Die Vielschichtigkeit des Stoffes, der mir viele neue und elegante Situationen bieten konnte, die Verschmelzung von Komödie und Tragödie im Ambiente des 18. Jahrhunderts, das mir so wohl vertraut ist, sowie die leidenschaftliche Liebe der Protagonistin haben meine Seele berührt und meine Fantasie entzündet“, schrieb der Komponist, nachdem er, 1899, den Entschluss einer Vertonung gefasst hatte. Die Uraufführung der Oper fand am 6. November 1902 in Mailand statt und war von einem großen Erfolg getragen. Hingerissen zeigten sich die Rezensenten, hingerissen das Publikum. Überaus prominent war die Besetzung der Uraufführung: Angelica Pandolfini gestaltete die Adriana, Enrico Caruso den Maurizio. Knapp 30 Jahre später schrieb Cilèa – nach mehreren Überarbeitungen – eine letzte Version dieser Oper. Dass Adriana Lecouvreur an der Wiener Staatsoper noch nie gegeben wurde, mag freilich erstaunen. Denn die zündende, in Teilen veristische Musik, die melodische Süffigkeit der Partitur, nicht zuletzt die Liebesgeschichte mit ihren Intrigenmomenten bis hin zum Eifersuchtsmord am Schluss ist aus farbigem Theaterstoff. Nicht zu vergessen die dankbaren Rollen, die geschickt gewobene Handlung, die in die Welt des Theaters wie auch des Hofes einlädt. Spät also das Debüt von Cilèas berühmtestem Musiktheaterwerk, dem sich Dirigent Evelino Pidò – er leitete u.a. die Premiere von Donizettis Anna Bolena an der Wiener Staatsoper – widmet. Die Regie stammt von David McVicar, der erst kürzlich, vergangenen Juni mit Wagners Tristan und Isolde, seinen erfolgreichen Einstand feierte. Er lässt die Handlung genau dort spielen, wo Francesco Cilèa sie ursprünglich angesetzt hat, im Paris des 18. Jahrhunderts und sorgt für ein sehr üppiges und präzise gearbeitetes Spiel. Auf der Bühne sind unter anderem neben Angela Gheorghiu in der Titelrolle und Massimo Giordano als Maurizio auch die Hausdebütantin Elena Zhidkova (Principessa di Bouillon) und Roberto Frontali (Michonnet) zu erleben. In diesem Sinne: Ab ins Paris von 1730 …

Inhalt Adriana Lecouvreur Die Schauspielerin Adriana Lecouvreur liebt Maurizio, der sich ihr gegenüber als Fähnrich des Grafen von Sachsen ausgegeben hat, in Wahrheit jedoch der Graf selbst ist. Sie schenkt ihm als Zeichen ihrer Liebe einen Strauß Veilchen. Doch auch die Fürstin von Bouillon hat eine Affäre mit Maurizio und lädt ihn zu einem Rendezvous – lässt den Einladungsbrief jedoch von der Schauspielerin Duclos (der Mätresse des Fürsten von Bouillon) schreiben. Der Fürst fängt den Brief ab und verdächtigt die Duclos der Untreue, unwissend, dass ihn seine eigene Frau betrügt. Beim Rendezvous zwischen Maurizio und der Fürstin eröffnet der Graf der Fürstin, dass er sie nicht mehr liebe. Um sie zu beschwichtigen, schenkt er ihr den Veilchen-Strauß. Adriana hat inzwischen die wahre Identität Maurizios erfahren. Es kommt zur Rivalität zwischen ihr und der Fürstin. Diese gipfelt am Geburtstag Adrianas, an dem sie in einer Schatulle den Veilchenstrauß zurückerhält – allerdings nicht von Maurizio, sondern von der Fürstin, die ihn vergiftet hat. Adriana atmet das Gift ein und stirbt in den Armen Maurizios.

Besetzung Adriana Lecouvreur Dirigent: Evelino Pidò Regie: David McVicar szenische Einstudierung: Justin Way Bühne: Charles Edwards Kostüme: Brigitte Reiffenstuel Licht: Adam Silverman Choreographie: Andrew George choreographische Einstudierung: Adam Pudney Maurizio, Conte di Sassonia: Massimo Giordano Il Principe di Bouillon: Alexandru Moisiuc Abate: Raúl Giménez Michonnet: Roberto Frontali Quinault: Jongmin Park Poisson: Jinxu Xiahou Adriana Lecouvreur: Angela Gheorghiu La Principessa di Bouillon: Elena Zhidkova La Jouvenot: Bryony Dwyer La Dangeville: Alisa Kolosova Koproduktion mit: ROH Covent Garden Gran Teatre del Liceu L’Opéra National de Paris San Francisco Opera

Erstaufführung: 16. Februar Reprisen: 19., 22. Februar, 4., 8., 12. März Einführungsmatinee: 9. Februar

Oliver Láng www.wiener- staatsoper.at

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EINE UMSCHWÄRMTE KÜNST Die erste Staatsopern-Adriana

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ach der Neuproduktion von Gounods Faust im Jahre 2008 ist Angela Gheorghiu, eine der bedeutendsten Sängerinnen der Gegenwart, am 16. Februar 2014 in der Titelrolle von Cilèas Adriana Lecouvreur erneut in einer Premiere an der Wiener Staatsoper zu erleben. Ja, mehr als das: Da das Werk im Haus am Ring noch nie zuvor gezeigt worden ist, wird sie die historisch erste Staatsopern-Adriana sein. Anlässlich dieser Erstaufführung gab die gefragte Sopranistin Andreas Láng das nachfolgende Interview. Frau Gheorghiu, was für eine Person ist nun diese Adriana Lecouvreur? Heute ist ihr Name nicht mehr so vielen geläufig? Angela Gheorghiu: Nun, wir müssen zunächst unterscheiden ob wir von der wirklichen, also der historischen Adrienne Lecouvreur sprechen oder von der Adriana in Cilèas Oper. Das sind zwei Paar Schuhe. Die erstere, also jene die tatsächlich im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts gelebt hat, war eine bedeutende Schauspielerin mit einer angeblich bezwingenden Persönlichkeit und mehreren Liebschaften, unter anderem hatte sie ein Verhältnis mit Moritz von Sachsen. Darüber hinaus soll sie sehr schön gewesen sein, was grundsätzlich nicht von Nachteil ist. Aber was sie für ein Mensch war? Keine Ahnung! Wer kann in andere wirklich hineinschauen? Selbst Zeitgenossen bleiben uns oft ein Rätsel, wie viel mehr also eine Person, die vor mehr als 280 Jahren gestorben ist. Wir wissen ja nicht einmal zu hundert Prozent, ob sie wirklich vergiftet wurde – ganz so melodramatisch wie in der Oper wird es schon nicht gewesen sein. Was wir hingegen wissen, und was mich bei der Rollengestaltung interessiert, ist, dass sie eine große Künstlerin war, der die Theaterwelt zu

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ERSTAUFFÜHRUNG

LERIN!

Füßen lag, auf deren Tod niemand Geringerer als ein Voltaire die Ode La mort de Mademoiselle Lecouvreur schrieb. Wie Sie verstehen werden, hat es für eine Künstlerin wie mich einen besonderen Reiz, wenn sie auf der Bühne eine andere große Künstlerin darstellen kann, sei es nun in der Tosca oder eben in der Adriana. Wie funktioniert dieses Darstellen einer anderen Künstlerin? Versuchen sie Ihre Künstlererfahrungen und Ihre Persönlichkeit in diese darzustellende Künstlerin einfließen zu lassen? Wie viel Gheorghiu steckt etwa in ihrer Adriana? Angela Gheorghiu: (lacht) Egal welche Rolle ich singe – für mich geht es um eine künstlerisch authentische Umsetzung der Partitur. Selbstverständlich habe ich eine künstlerische Persönlichkeit, und selbstverständlich ist diese in all meinen Partien gegenwärtig. Das wird ja vom Publikum auch erwartet. Aber welche Facetten meiner Persönlichkeit stärker hervortreten, ist rollenaber auch inszenierungsbedingt. Was die aktuelle Adriana-Inszenierung betrifft ... Angela Gheorghiu: … bin ich sehr stolz, dass sie in London praktisch für mich und in meinem Sinne gemacht wurde. Man hat mich gefragt, ob ich an der Covent Garden Opera die Adriana singen wolle und ich habe zugestimmt unter zwei Bedingungen: Ich wollte David McVicar als Regisseur und ich bestand darauf, dass die Inszenierung in der Originalzeit stattfindet, ohne irgendwelche neuzeitlichen Regiemätzchen, die wir alle in den letzten 30 Jahren auf den internationalen Opernbühnen zuhauf erlebt haben. Und ich muss jetzt sagen: Ich habe noch nie so schöne Kostüme auf der Bühne tragen dürfen!

Wie viel in einer Rollengestaltung ist Inspiration, wie viel Handwerk und wie viel intellektuelles Konzipieren? Angela Gheorghiu: Sie haben alle drei notwendigen Aspekte eben genannt – ich kann Ihnen aber keine prozentuelle Aufteilung geben (lacht). Und wo liegen die musikalischen Herausforderungen in der Adriana? Angela Gheorghiu: Sie ist insgesamt keine leichte Partie – recht dramatisch. Und das Orchester ist nicht eben sehr klein. Was mir jedoch gut gefällt, ist diese Raffinesse des Komponisten, mit der er dieses französische Lebensgefühl der Epoche, der Gesellschaft aufgefangen und wiedergegeben hat. Wer gut hinhört, bekommt allein aus der Musik schon wesentliche Informationen über die Situation, die Handelnden, die Atmosphäre. Sie singen Mimì, Tosca, Marguerite, Violetta – nun eben Adriana. Alle diese jungen Frauen sterben am Ende der jeweiligen Oper. Tut es Ihnen nicht leid, immer ein Opfer zu sein? Angela Gheorghiu: Ein Opfer?! Warum Opfer? Weil sie sterben? Bleiben wir am Boden der Realität: Jeder und jede stirbt früher oder später. Worum es in Wahrheit geht, ist: Wie habe ich vor dem Tod gelebt? Sicher stirbt Adriana sehr früh, aber ihr Leben davor war in jeder Hinsicht erfüllt. Cilea hat nun aus ihrem reichen Leben den Schlussteil zu einer Oper verarbeitet. Ein Opfer? Denken Sie daran, wie charaktervoll sie ist, welchen Mut sie aufbringt, wenn Sie in ihrem Phèdre-Text die Betonung so wählt, dass Sie ihre mächtige Feindin, die Fürstin Bouillon brüskiert. Nein, nein, Adriana Lecouvreur ist mit Sicherheit kein Opfer!

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Titelpartie in Adriana Lecouvreur 16., 19., 22. Februar, 4., 8., 12. März


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PORTRAIT

STRATEGE, FELDHERR, LIEBHABER Massimo Giordano singt den Maurizio

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und 30mal war er bisher im Haus am Ring zu Gast: als Nemorino, mit dem er hier vor mehr als zehn Jahren debütierte, als Don José, Rodolfo, Alfredo, Des Grieux, Roméo und Cavaradossi. Und immer erlebt man ihn als einen, der sich mit all seiner Emphase, mit all seiner Kraft und Hingabe in die Rolle stürzt. Seine Charakterportraits sind von höchster Intensität, darstellerisch schont er sich nicht und auch gesanglich bringt er eine Fokussierung und große Interpretationslust ein. Die Rede ist von Massimo Giordano. Geboren in Pompeji studierte er am Tartini Konservatorium in Triest. Er zählt zu den glänzendsten Namen der jüngeren Tenorgeneration, wie sein Auftrittskalender auch zeigt. So singt er regelmäßig an der Mailänder Scala, der Deutschen Oper Berlin, der Bayerischen Staatsoper, an der New Yorker Met, der Los Angeles Opera, der San Francisco Opera, am ROH Covent Garden oder an die Opéra National de Paris. Bei der Premierenproduktion von Adriana Lecouvreur singt er den Maurizio (Moritz von Sachsen), eine Partie, die er nun neu in sein Repertoire aufgenommen hat. Seit anderthalb Jahren beschäftigt er sich mit dieser Rolle: musikalisch, aber auch den Charakter der Bühnenfigur betreffend. Im Gespräch zeigt sich Giordano hingerissen von Cileas Musik. „Sie ist so vielschichtig. Es ist nicht einfach Verismo, sondern es mischen sich unterschiedliche Stile aus der Operngeschichte; und die Verbindung von Text und Musik ist fantastisch: wie das eine das andere reflektiert!“ Leicht macht er es sich dabei nicht, seine Auseinandersetzung mit der Figur, aber auch mit den anderen Charakteren der Oper ist überaus detailreich. Eine Selbstverständlichkeit ist dabei für ihn, sich auch mit der historischen Person des Moritz von Sachsen zu beschäftigen. „Heute ist es spannend zu lesen, wie extrem respektiert er war. Als Feldherr war er eine Berühmtheit, ein großer Stratege, der aus unzähligen Schlachten als Sieger hervorgegangen

ist.“ Wissen, das für Giordano interessant ist, das er aber letztendlich für die Oper beiseite lässt – da ja die Bühnenfigur, wie immer bei historischen Stoffen auf dem Theater, nicht 1:1 der historischen entspricht. Vor allem aber legt Giordano Wert auf eine genaue Charakter-Differenzierung der Protagonisten: „Ich würde zum Beispiel nicht sagen, dass es so einfach ist, dass die Principessa nur böse ist. Sie ist eine Frau, die sich betrogen fühlt. Betrogen von jenem Mann, den sie liebt. Mehr noch: Sie fühlt sich benutzt, da Maurizio ja auch ein großes politisches Interesse an ihrer Position hat. So ist ihr – natürlich sehr extremes – Handeln als Revanche zu verstehen. Denn Maurizio liebt nun plötzlich Adriana, und er liebt sie leidenschaftlich, ganz ohne politischen Hintergedanken.“ Dass die Partie des Maurizio bei der Uraufführung von Enrico Caruso gesungen worden ist und man auf einer Aufnahme heute noch nachhören kann, wie Caruso die Figur musikalisch gestaltete, ist ein weiterer interessanter Aspekt für den Tenor. „Natürlich darf man nicht vergessen“, meint er, „dass Caruso damals der absolute Superstar war. Und er war ein absoluter Divo. Das hat zur Folge, dass er durchaus einen eigenen Kopf gehabt hat und die Musik Cilèas so interpretiert hat, wie er es für richtig empfunden hat. Daher ist es nicht so einfach zu sagen: So wie Caruso singt, genau so wollte es Cilèa auch haben. Darüber hinaus hat sich der Gesangsstil im Laufe des letzten Jahrhunderts geändert. Doch abgesehen von diesen Beschränkungen ist es für mich wichtig, die Aufnahme zu kennen. Man kann als heutiger Interpret des Maurizio versuchen aus ihr herauszuhören, wie sich Cilèa manches wohl vorgestellt hat. Denn als er komponierte, hatte er den Klang von Carusos Stimme im Ohr. Und so kann es Hinweise geben, was Cilèa wirklich wollte …“ Oliver Láng www.wiener- staatsoper.at

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Maurizio in Adriana Lecouvreur 16., 19., 22. Februar, 4., 8., 12. März


ELEGANTER ALS VERISMO

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eit 2011 gehört der italienische Dirigent Evelino Pidò zu den regelmäßig wiederkehrenden Gästen am Pult des Staatsopernorchesters. Nach seinem Debüt am Haus am Ring mit Bellinis Sonnambula leitete er die triumphale Premiere der Staatsopernerstaufführung von Anna Bolena (u.a. mit Anna Netrebko und Elı¯na Garanˇ ca). Nach weiteren Repertoirevorstellungen folgte dann unter anderem die Wiederaufnahme von Roberto Devereux, Aufführungen von Simon Boccanegra sowie Dirigate beim Japan-Gastspiel des Hauses im Herbst 2012. Mit der Adriana Lecouvreur wird er

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am 16. Februar seine zweite Neuproduktion an der Wiener Staatsoper herausbringen. Eine Neuproduktion, die für Evelino Pidò zugleich auch ein persönliches Debüt bedeutet, hat er doch Francesco Cilèas populärstes Bühnenwerk noch nie zuvor geleitet. Umso akribischer und intensiver gestalteten sich seine Vorbereitungen zu den Proben, die er vom ersten Tag an liebevoll begleitete. Pidò ist – Musikarchivare, die die jeweiligen Noten beziehungsweise Orchesterstimmen in den diversen Opernhäusern vorzubereiten haben, wissen ein Lied davon zu singen – grundsätzlich einer, der nach eingehenden


PORTRAIT

Adriana Lecouvreur in der Interpretation Evelino Pidòs Studien der originalen Komponistenhandschriften das vorhandene gedruckte Material von Flüchtigkeitsfehlern und tradierten Unschärfen bereinigt. Im Falle der Adriana Lecouvreur musste Pidò diesbezüglich etwas weiter ausholen, ja fast detektivische Arbeit leisten, da Cilèa nach der ersten großen Revision seiner Oper von 1903 in den darauffolgenden fast drei Jahrzehnten immer wieder größere und kleinere Veränderungen am Notentext vornahm, bis im Jahre 1930 mit einer Produktion in Neapel dieses musikalische Work-in-Progress zu Ende ging. Dank Pidò werden all diese Wünsche des Komponisten in der aktuellen Neuproduktion an der Wiener Staatsoper ihre Berücksichtigung finden. Aus dem folgend versteht sich natürlich auch, dass das Werk vollkommen ungestrichen zur Aufführung gelangt – wer also das Stück noch nicht kennen sollte: hier in Wien, bei dieser verspäteten Erstaufführung, kann man es in der kompletten, von Cilèa endgültig autorisierten Fassung nachholen. Gerade diese zum Teil beträchtlichen kompositorischen Nachjustierungen machen eine oft gestellte Frage in Bezug auf Adriana Lecouvreur nicht ganz einfach: Gehört nun diese Oper zur Gruppe der veristischen Werke oder fällt das Stück nicht mehr in diese Kategorie? Ein einfaches „ Ja“ oder „Nein“ erhält man selten, weder von Musikologen noch von den Interpreten. Für Evelino Pidò, der das breite italienische Repertoire fast vollständig im kleinen Finger hat, zählt die Adriana nicht zur typischen Verismo-Familie, in der das Œuvre von Ponchielli bis Mascagni und Leoncavallo beheimatet ist. Pidò wörtlich: „Natürlich hat Cilèa in genau dieser Epoche, jener des Verismo gelebt, gearbeitet und Adriana Lecouvreur zur Urauf führung gebracht – in diesem Sinne könnte man also von

einem veristisches Werk sprechen. Andererseits ist jene Version von 1930, die Cilèa als letztgültige anerkannt hat, was die Gesangsstimmen und die Orchestrierung betrifft, wesentlich delikater und eleganter als die ursprüngliche Fassung und somit schon ein Stück weit weg vom Verismo. Man darf nicht vergessen, dass Cilèa sich zwar als ein durch und durch italienischer Komponist sah, aber dennoch sehr stark, was die Farbigkeit betrifft, vom französischen Impressionismus beeindruckt war und sich entsprechend inspirieren ließ.“ Demnach fänden sich, nach Evelino Pidò, in der AdrianaPartitur bewusst sehr viele unterschiedliche Aspekte, die Cilèa zu einem Ganzen verschmolz: Verismo, Impressionismus, Stil- und Form- und Gattungszitate des 18. Jahrhunderts (also aus der Zeit der Handlung), wunderschöne Melodien, französisches Sentiment, Rezitativisches, Ballettmusik oder Grand opéra-Klischee – ganz zu schweigen vom berühmten Racineschen Phèdre-Zitat, also einer Sprechstückeinlage. Und genau dieses raffinierte Ineinandergreifen, diese Aufeinanderfolge verschiedenartiger Elemente machen die Oper Adriana Lecouvreur nicht nur für die Sängerinnen und Sänger, sondern auch für den Dirigenten zu einer nicht zu unterschätzenden Herausforderung. „Man muss alles bruchlos unter einen Hut bringen“, so Evelino Pidò, „die komplexe Rhythmik, die Farbigkeit, die sehr persönliche Klangsprache Cilèas, ohne dabei die Gesamtarchitektur zu vernachlässigen. Und der Dirigent darf vor allem vor lauter Bäumen nicht vergessen den Wald zu sehen, vor lauter Komplexität der Partitur nicht vergessen, worum es sich primär handelt: Um Musik für die Musiktheaterbühne mit all ihrer Leidenschaftlichkeit.“ Andreas Láng

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Adriana Lecouvreur 16., 19., 22. Februar, 4., 8., 12. März


WIENER OPERNBALL 2014 Das berühmteste Ballfest im schönsten Saal

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er Wiener Opernball, das international wichtigste und berühmteste Ballfest, findet heuer am 27. Februar statt. Neben dem allgemeinen Feier- und Tanzvergnügen steht auch diesmal der künstlerische Aspekt der groß angelegten Veranstaltung im Zentrum: Im Rahmen der feierlichen Eröffnung singen KS Michael Schade, Anita Hartig und Margarita

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Gritskova Arien aus Werther, Louise und Tancredi. Das Wiener Staatsopernorchester (Leitung: Marc Minkowski) spielt unter anderem die Ouvertüre zu Rossinis La gazza ladra, das Wiener Staatsballett tanzt Choreografien von Renato Zanella. ORF 2 und 3sat widmen sich am 27. ab 20.15 Uhr dem Ballgeschehen.


OPER FÜR KINDER

DIREKT AM GESCHEHEN Die Zauberflöte für Kinder

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ie Veranstaltung zählt zu den erfolgreichsten Jugendprojekten überhaupt: Die Zauberflöte für Kinder, aufgeführt am Tag nach dem Opernball – im Ballsaal. Insgesamt 7.000 Schulkinder sind jedes Jahr in zwei Vorstellungen mit dabei, und wer die leuchtenden Augen des jungen Publikums einmal erlebt hat, der weiß, wie anstreckend Opernbegeisterung sein kann. Gezeigt wird eine gekürzte und für das junge Publikum entwickelte Fassung der Zauberflöte (Inszenierung: Diana Kienast), und noch mehr als das: Spielerisch vermittelt diese Vorstellung einen Einblick in die Welt der Oper – so werden zum Beispiel Orchesterinstrumente erklärt. Im Zentrum dieser Zauberflöte steht natürlich eine Theaterfigur, die für die Kinder der Sympathieträger schlechthin ist: Papageno. Gespielt wird er von Hans Peter Kammerer, der ihn schon bei der Premiere vor zehn Jahren verkörperte. Und dass gerade er eine solche Bezugsfigur für das Publikum ist, verwundert nicht. Kammerer ist nämlich nicht „nur“ Sänger, sondern auch Vollblut-Darsteller und vor allem einer, der sich seine Gedanken um die Rollen, die er verkörpert, macht. Besonders, wenn es eine „Lieblingsrolle“ ist, wie er erzählt. „Die Partie ist enorm farbenreich, witzig, lyrisch, melancholisch. Als Darsteller kann man viele Facetten zeigen. Das hängt natürlich von der jeweiligen Inszenierung ab, doch bleibt einem ja immer ausreichend Raum, um auch eigenes einzubringen. Papageno wird nie langweilig und kann auch nie langweilig werden.“ An die 250mal hat er diese Rolle in unterschiedlichen Produktionen bisher verkörpert, davon rund 80mal an der Wiener Staatsoper. So kennt Kammerer sie aus den unterschiedlichen Blickwinkeln: „Mit Benno Besson habe ich zum Beispiel einen Papageno erarbeitet, der – aus Unsicherheit – verhältnismäßig aggressiv war. Oder: Ich war in einer Produktion, zu der Walter von Hoesslin das Bühnenbild geschaffen hat – ein einfacher schwarzer Raum, mit unterschiedlichen Lichtstimmungen und -farben geschickt ausgeleuchtet. Die Möglichkeiten sind unerschöpflich!“ Er selbst, so führt er aus, würde als ZauberflötenRegisseur das Werk „zunächst einmal sehr ernst

nehmen. Den Klamauk nicht in den Vordergrund stellen; denn der Humor im Theater lebt ja immer von einer Prise Tragik. Und ich würde dem gesprochen Text vertrauen, was manche ja nicht tun. Aber das Stück spielt sich für mich ja auch im Dialog ab!“ Ist es eigentlich schwerer, direkt im Publikum zu stehen als auf einer Bühne vor dem Publikum? „Nicht schwerer, anders“, meint Kammerer. „Es ist wie im Kinderopernzelt, wo es ja auch keinen trennenden Orchestergraben gibt. Das hat auch unglaubliche Vorteile: Man kann das Publikum unmittelbarer am Geschehen teilhaben lassen. Ich sehe die Zuschauer, kann manche direkt anspielen. Und gerade das junge Publikum ist in der Lage, eine Vorstellung wirklich mitzuleben und am Geschehen direkt auch teilzuhaben. Erwachsene haben damit oftmals viel größere Schwierigkeiten!“ Oliver Láng

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Hans Peter Kammerer in Die Zauberflöte für Kinder

Die organisatorische Abwicklung und die Kartenvergabe erfolgen ausnahmslos über die L andesschulräte Österreichs und den Stadtschulrat für Wien. Die Zauberflöte für Kinder 28. Februar, 14.30 und 17.00 Uhr


UNSERE ENSEMBLEMITGLIEDER DANIELA FALLY im Portrait

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ielleicht wird sie einmal Kammersängerin. ,Kammer-l-sängerin‘, wie sie es nennt, wird sie jedoch mit Sicherheit nie. Mit anderen Worten: Eine Sängerin, die ohne Bühne, ohne konkrete Bühnensituation, in einem Zimmer abgeschottet Musiknummern absolviert. Denn Daniela Fally braucht das theatrale Moment, die Umgebung, den szenischen Sinn, um sich auf einem Podium wohl zu fühlen. „Singen im Theater ist eine eigene Welt“ meint sie. „Ich war zum Beispiel nie eine besonders gute Wettbewerbssängerin. Einfach nur irgendwelche Arien auf Schönklang zu singen, war mir zu wenig. Der liebe Gott wollte mich als Bühnendarstellerin – und das bin ich auch geworden.“ Also Bühnendarstellerin. Das bedeutet für Daniela Fally, dass die gezeigte Figur als solche in sich stimmig angelegt sein muss, dass das Singen und Spielen, die Haltung und das Auftreten eine Einheit bilden. Vor allem aber: Dass eine Geschichte erzählt wird. „Mir geht es um ein emotional gestütztes Spielen. Dieses emotionale Moment kann durchaus ganz kurz sein, wie in einer Arie. Aber es soll etwas erzählen und den zuhörenden Menschen Gefühle übermitteln. Am schönsten finde ich immer, wenn Zuschauer eine Vorstellung ein bisschen erfüllter verlassen als sie am Beginn des Abends waren. Und manchmal schreiben Journalisten in Zusammenhang mit mir über eine „Lebensfreude auf der Bühne“. Das finde ich schön, denn genau das will ich vermitteln!“ Umgekehrt lukriert sie ganz persönlich auch Lebensglück aus ihren Auftritten. „Es klingt eigenartig, aber es funktioniert tatsächlich: Bis zwei Sekunden vor einem Auftritt, zum Beispiel als Adele, kann ich müde und gar nicht gut gelaunt sein. In dem Augenblick aber, in dem ich auf der

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ENSEMBLE

Dem oft zitierten Klischee von ,Ich bin die erste Sängerin‘, also einem Vordrängen um jeden Preis entspricht sie übrigens nicht: Vielmehr geht es Fally um Teamgeist und ein gemeinsames Darstellen auf der Bühne. „Es ist doch viel besser, wenn man die Stärken und Schwächen seiner Kollegen kennt und auf diese eingehen kann. Etwas zusammen erarbeitet.“ Konkret: Was die Zukunft bringen wird? Fally lacht: „Das klingt jetzt fast esoterisch, aber: Wenn ich mir etwas wünsche, es im Geiste vor mir sehe, in einer Art stillen, positiven Vision, dann verwirklicht sich das immer wieder auch. Zumindest war das bisher so …“ Stille Visionen: Daher lohnt es sich auch nicht, nachzufragen? „Nein!“, lacht Fally … Oliver Láng

Die in Niederösterreich geborene Sopranistin beendete ihr Gesangsstudium an der Wiener Musikuniversität nachdem sie zuvor ein Theaterwissenschaftsstudium, eine Musicalausbildung und eine private Schauspielausbildung absolviert hatte. Seit der Saison 2009/2010 ist Ensemblemitglied an der Wiener Staatsoper, davor war sie vier Jahre lang Ensemblemitglied der Wiener Volksoper. Gastengagements führten sie u.a. zu den Bregenzer Festspielen, an die Opernhäuser in Strasbourg und Liège, die Bayerische Staatsoper, das Opernhaus Zürich, die Semperoper Dresden, die Hamburgische Staatsoper und zuletzt an die Lyric Opera Chicago. Rollen an der Wiener Staatsoper 2013/2014: u.a. Adele, Olympia, Zerbinetta.

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Bühne stehe und Fröhlichkeit spiele, werde ich auch fröhlich. Man hört immer wieder, dass Künstler das als eine Art Therapie bezeichnen, diese Rückkopplung des gespielten Gefühls auf das tatsächliche. Es ist wirklich so! Ein Tool übrigens, das man im Alltagsleben auch gut brauchen könnte, aber da klappt es nicht immer so gut …“ lacht sie. Doch gerade diese ansteckende Fröhlichkeit, die Daniela Fally so gut vermitteln kann, führt auch die Gefahr der Festschreibung auf einen ganz bestimmten Rollentyp mit sich. Wie die Sängerin damit umgeht? „Wir leben in einer Zeit der „Hyperspezialisierung“, das ist in allen Bereichen des Lebens so. Manchmal ist es notwendig, ja sogar ein Vorteil, sich zu positionieren. Andererseits mag ich solche Festschreibungen nicht – wie zum Beispiel auch auf „typische Wiener Sängerin“. Ich schätze gerade bei Künstlern die Vielseitigkeit und das Breitgefächerte. Die immerfröhliche Fally – das war ein Bild, das zwischen 20 und 30 gestimmt hat. Ich hoffe, dass mir nun andere Rollen auch die Möglichkeit geben, andere Seiten zu zeigen. Auch tiefere Schichten meiner Persönlichkeit. Wobei ich ja an sich ein fröhlicher Mensch bin – und hoffentlich immer auch bleibe!“ Womit das Thema Karriereplanung angesprochen wäre. Plant Daniela Fally mittelfristig, langfristig? Weiß sie heute bereits, wo sie in sieben Jahren stehen wird? Für sie, erzählt die Sängerin, trifft das so nicht zu. „Ich bemühe mich jene Aufgaben, die mir zugetragen werden, bestmöglich zu erfüllen. Mein Herzblut zu geben. Ohne Hintergedanken an etwaige nächste Karriereschritte. Dazu kommen natürlich Fleiß und Glück, wobei es sich immer wieder zeigt, dass – wenn man wirklich hinter dem steht, was man macht, und es wirklich gerne macht – sich oftmals Menschen finden, die einem helfen und einen fördern.“

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AURORAS ERBEN Auf den Spuren von Tschaikowski und Petipa

„T

eurer Meister! Es ist wahr, ich bin grausam gewesen! Aber das Bessere ist der Feind des Schlechteren, und wenn ich das Glück hatte, Erfolg zu haben, so hoffe ich, Gnade zu finden, wenn Sie alles mit Ihrem erfahrenen Blick beurteilen. Der Tanz ist ein wenig zu lang, und ich bitte Sie, mir zu gestatten, dass ich einen kleinen Strich mache.“ Marius Petipa in einem Brief an Tschaikowski vom 17. Oktober 1889

Dornröschen 17., 20., 23., 24. Februar, 1., 2., 5. März

Mit Dornröschen erreichte die Zusammenarbeit zwischen Komponisten und Choreographen einen Höhepunkt, dem in weiterer Folge nur das Ballett Agon (1957) von Igor Strawinski und George Balanchine an die Seite zu stellen ist. Während der gemeinsamen Arbeit an Dornröschen legte Petipa – nicht ohne gewisse Hemmungen, die er gegenüber „reinen“ Ballettkomponisten wie Ludwig Minkus (1826-1917) oder Cesare Pugni (1802-1870) gegenüber nicht empfand – Tschaikowski einen detaillierten Katalog an musikalischen Anforderungen vor, der Angaben zu Stimmung, Charakter, Taktart, Länge (inklusive Taktzahlen) und Tempo bis hin zu Wünschen betreffs der Instrumentation umfasste. Tschaikowski seinerseits zeigte sich anfangs von den Anforderungen des Komponierens für Ballett ein wenig überrascht, fand jedoch zunehmend Gefallen an dem musikalischen Denksport, welchen er rasch als für die Entwicklung der kompositorischen Technik an sich förderlich erkannte. Im späteren Lauf

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der Musikgeschichte sollten Komponisten wie Béla Bartók (1881-1945) das Komponieren mittels „musikalischen Gefängnissen“, also eine freie und bewusste Einschränkung des einer Komposition zu Grunde liegenden musikalischen Materials auf wenige Elemente (wie zum Beispiel ein einziges Intervall), zum Stilmittel erheben, um sich neue Bereiche ihrer Kreativität zu erschließen. Im Falle von Dornröschen entstand auf Basis enger Vorgaben eine Partitur, die als Inbegriff der Verschmelzung zweier Kunstformen gelten mag: Musik, deren hoher Grad an Inspiration und handwerklicher Meisterschaft voll und ganz an den Bedürfnissen choreographischer Strategie modelliert ist. Trotz weiterer im Zusammenhang mit Marius Petipa stehender kompositorischer Meisterwerke wie Der Nussknacker oder Raymonda (Musik von Alexander Glasunow) und Geniestreichen wie Agon bleibt es bedauerlich, dass das kompositorisch-choreographische Arbeitsmodell von Dornröschen sich nicht als Standard bei der Entstehung von neuen Balletten etablieren konnte. Gelegentlich führte es jedoch vorbildhaft zu herausragenden Kreationen: So schufen John Cranko (1927-1973) und Benjamin Britten (1913-1976) mit dem Ballett The Prince of the Pagodas (Premiere am 1. Jänner 1957) eine integrierte „Musik- und Tanzpartitur“, die sich Dornröschen und dessen spezifischen Entstehungsprozess unmittelbar zum Ausgangspunkt setzte. Oliver Peter Graber


BALLETT

Liudmila Konovalova in Dornröschen

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DER MANN HINTER DER STIMME M

Michael Blees

an kennt seine Stimme. Man kennt sein Programm. Den Mann hinter Stimme und Programm kennen schon deutlich weniger. Michael Blees, Leiter der Ö1 Opernredaktion ist ein häufiger Gast in den heimischen Wohnzimmern, seine Sendungen werden von Fachleuten und Musikliebhabern ebenso geschätzt wie von Gelegenheitshörern. Wer also ist dieser Mann? Geboren im Saarland entdeckte er schon früh seine Liebe zur Oper, besuchte mit seinen Eltern das heimische Staatstheater, sein Debüt als Zuschauer feierte er mit einem Werk, das nicht unbedingt am Kanon der klassischen Einstiegsopern steht: Abesalom und Eteri von Sacharia Paliaschwili. Wie auch immer, er blieb dabei, studierte Musikwissenschaft, absolvierte ein Gastsemester in Wien, wo er „hängenblieb“ und seither, seit 28 Jahren, lebt. Der berufliche Weg führte ihn zum ORF, bei dem er als freier Mitarbeiter anfing, „mit ganz unterschiedlichen Sendungen“, wie Blees erzählt. „Eine davon war Guten Morgen Österreich, die ich weit über 1500mal gestaltet habe. Nach einiger Zeit landete ich in der Opernabteilung, die damals von Robert Werba geleitet wurde. Er vertraute mir wahnsinnig viele Dinge an, von CDProduktionen bis hin zu neuen Sendungsideen – ich durfte mich an vielen verschiedenen Projekten versuchen. Ja, und irgendwann stand fest, dass er in Pension gehen und ich sein Nachfolger werden würde.“ Zu seinen Aufgaben zählen, berichtet Blees, zum einen die Planung der Redaktion: Welche Sendungen gestaltet welcher Mitarbeiter? Zu welchem Thema? Dazu kommen interne Koordinationsaufgaben, Verhandlungen mit Veranstaltern, das Gestalten eigener Sendungen, die Zusammenarbeit mit Kollegen in der EBU, der European Broadcasting Union. Eine jener Sendungen, die er gestaltet, ist Das Wiener Staatsopernmagazin, das – unter wechselndem Namen – er seit 15 Jahren betreut und in dem aktuelle Ausschnitte aus dem Repertoire des Hauses wie auch Interviews mit Künstlern zu hören sind. „In der europäischen Radiolandschaft ist das etwas Einmaliges“, freut sich Blees. „Kulturjournale

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gibt es zwar überall, aber eine Musiksendung, in der so konsequent Rollen- und Hausdebüts vorgestellt werden, wird man in anderen Sendern kaum finden.“ Dass für jeden, der so viel Zeit mit und in der Oper verbringt, das Haus allmählich zur zweiten Heimat wird, ist eine alte Theaterweisheit. So auch für Michael Blees. „Natürlich wird einem die Wiener Oper nach so vielen Jahren vertraut“, lacht er. „Manchmal, wenn ich im Zuschauerraum sitze, denke ich mir: Aha, das wurde neu einstudiert, denn dieses oder jenes war zuletzt doch anders!“ Vor allem aber fühlt sich Blees mit den Künstlern verbunden, die er oftmals über Jahre begleitet. „Es ist eine schöne Entdeckungsreise: zu sehen, wie jemand sich entwickelt, in dem Haus groß wird. Ileana Tonca ist zum Beispiel ein solcher Fall. Ich durfte miterleben, wie sie von Rolle zu Rolle stieg und höchstes Niveau erreicht hat.“ Fühlt er sich in Wien auch seit langem absolut zuhause, so gibt es noch einen einzigen Punkt, der ihn von einem typischen Wiener maßgeblich unterscheidet: Er glaubt niemals, dass er ein besserer Operndirektor wäre, als der jeweils gerade amtierende. „Diese Operndirektor-Ambition habe ich überhaupt nicht!“, wehrt er bescheiden ab. „Denn man muss sich im Klaren sein, wie schwierig dieser Beruf ist. Man kann es nie allen Recht machen und es gibt so viele Faktoren, die auf eine Planung einwirken!“ Dass sein Kultur-Tag mit Verlassen des Funkhauses bzw. eines Opernhauses oder Konzertsaals nicht zu Ende sein muss, liegt bei Michael Blees auf der Hand. Denn daheim wartet eine beachtliche CDSammlung, die auch allerlei Raritäten bereithält. Faszinierend findet es der Radiomacher, „unterschiedliche Interpretationen bestimmter Opern zu vergleichen. Da kann es schon passieren, dass ich mir nacheinander dieselbe Arie in fünf oder sechs verschiedenen Aufnahmen anhöre – und meine Vergleiche anstelle …“ Oliver Láng


DAS WIENER STAATSBALLETT Halbsolistin Eszter Ledán

„E

s war hart die Familie bereits mit 11 Jahren zu verlassen – so musste ich rasch erwachsen werden“, erinnert sich die in Rumänien geborene Halbsolistin des Wiener Staatsballetts, welche Heimat und Eltern hinter sich ließ, um an der Ungarischen Tanzakademie in Budapest ihre Ausbildung zu absolvieren, wo Angéla Kövessy zu ihren wichtigsten Mentorinnen zählte. Bereits während ihrer Studienzeit tanzte Eszter Ledán die Rolle der Maria in Der Nussknacker an der Tanzakademie und die Rolle der kleinen Maria an der Ungarischen Staatsoper Budapest in einer Produktion von Wassili Wainonen.

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Mit Petipas Meisterwerken auf diese Weise von Kindesbeinen an vertraut, fühlt sie sich vor allem im klassischen Repertoire auf der Bühne heimisch, stellt sich dabei aber auch gerne den Herausforderungen zeitgenössicher Kreationen, wobei Jirˇí Kylián und Nacho Duato zu ihren bevorzugten Choreographen zählen. Mit Bella Figura, Manon sowie Dornröschen stellt die Liste ihrer Lieblingsrollen ebenfalls ein breit gefächertes Interesse unter Beweis, das sie zuletzt um Erfahrungen mit Werken von Natalia Horecna und Stephan Thoss (Judith in Blaubarts Geheimnis) bereichern konnte. „Man verbindet mit mir zumeist klassische Rollen, weiche und einfühlsame Charaktere und Linien – sehr gerne beweise ich mich jedoch auch bei dynamischen und kraftvollen Partien.“ Bei ihrem nächsten Rollendebüt wird sie als Rotkäppchen in Dornröschen Gelegenheit haben, mit ihrer Vielfältigkeit erneut zu bezaubern. Oliver Peter Graber

Eszter Ledán in Dornröschen

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Kontrabassist MICHAEL BLADERER In dieser Serie werden die Mitglieder des Wiener Staatsopernorchesters vorgestellt.

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Das Staatsopernorchester ancher Opernliebhaber führt gern darüber Buch, wie oft er bestimmte Werke schon erleben konnte und ist dann insgeheim stolz, wenn bei dem einen oder anderen Werk bereits hohe Zahlen verzeichnet stehen. Michael Bladerer führt ebenfalls eine diesbezügliche Liste – mit einem Unterschied: bei ihm bedeuten die (zum Teil sehr hohen Zahlen) nicht lediglich erlebte, sondern (stets mit großer Leidenschaft) gespielte Vorstellungen: Am Kontrabass, im Orchestergraben. Dass es einst genau dieses Instrument werden sollte, stand für ihn schon recht früh fest, selbstverständlich gepaart mit dem Wunsch Mitglied des Staatsopernorchesters bzw. der Wiener Philharmoniker zu werden. Ausschlaggebend für diese selbst gewählte (und nicht elterlich vorbestimmte) Entscheidung waren vor allem zwei Persönlichkeiten: Sein Klassenvorstand und Musikprofessor Erich Kolar, der seine Schüler dazu animierte, ein Instrument (möglichst eines, das in seinem Kammerorchester zu verwenden war) zu lernen und der legendäre Kontrabassist Ludwig Streicher, der bei einem vormittäglichen Schulkonzert auf charismatische Weise die Welt des Orchestermusikers, konkret des Kontrabassisten veranschaulichte. Kurzum: Den 13jährigen Michael Bladerer ergriff eine Begeisterung, die ihn bis heute nicht mehr loslässt. Zunächst lernte er die Grundlagen des Kontrabassspiels in der Musikschule seines Heimatortes Waidhofen an der Ybbs und studierte später, nach der Matura, bei niemand anderem als bei Ludwig Streicher an der Wiener Musikakademie. Eine Konzertgeneralprobe der Wiener Philharmoniker unter Herbert von Karajan im Salzburger Festspielhaus, die Michael Bladerer 1984 – damals Mitglied der Österreichischen Jugendphilharmonie – miterleben durfte, tat das Übrige: Das Üben wurde intensiviert, die Anstrengungen verdoppelt. Und so verlor er das Ziel Wiener Philharmoniker (bei denen er gelegentlich substituierte), selbst als er in das Orchester der Komischen Oper Berlin aufgenommen wurde und zeitgleich im Deutschen Symphonieorchester Berlin spielte, nie aus den Augen. Jede freie Minute übte er intensiv (während der Nacht mit Dämpfer!), erspielte sich schließlich ein erfolgreiches Probespiel und konnte Teil jenes einzigartigen Orchesterklanges werden, der jeden, der ihn einmal mitge-

stalten durfte, für immer süchtig macht. Vielleicht sind es ja auch dieser Klang, die hohe Spielkultur sowie die Möglichkeit Opern- und Konzertrepertoire in großem Stil spielen zu dürfen ausschlaggebend dafür, dass Michael Bladerer noch niemals sagen musste: „Heute habe ich wenig Lust auf eine Aufführung.“ Technisch herausfordernde Werke, wie etwa Reimanns Medea oder Zimmermanns Soldaten werden, wie auch von den übrigen Kontrabasskollegen, ehrgeizig zur Perfektion gebracht und mit ebenso großer Liebe und Intensität gespielt wie gängigere respektive leichtere Stücke. Von Philharmonikeranwärtern die bei den Probespielen antreten, erwartete er als Juror daher auch bei den Orchesterstellen eine dementsprechend große innere Anteilnahme. Zu den kleinen zusätzlichen Freuden des Alltags gehören beispielsweise Situationen, bei der das ganze Kollektiv musikalisch unvorhergesehene Situationen einen Bruchteil früher erfasst als der jeweilige Dirigent und daher auch ohne entsprechende Anweisung zeitgerecht reagiert. Acht Jahre lang stand er dem Staatsopernorchester zudem als Betriebsrat zur Verfügung und konnte auf diese Weise dem gemeinsamen Anliegen zusätzlich seine Stimme leihen. Dass er als Kontrabassist im Graben meist mit dem Rücken zur Bühne steht und daher vom Szenischen wenig mitbekommt, stört Michael Bladerer weniger, da er sich ohnehin lieber auf die Musik konzentriert – und hier wiederum nicht nur auf seine Stimme oder Stimmgruppe, sondern auf die Gesamtheit der Partitur. 113 unterschiedliche Opern hat er bislang gespielt – und er hätte noch durchaus Lust auf noch einmal so viele. Kein Wunder also, wenn er sich auf die Staatsopernerstaufführung der Adriana Lecouvreur freut, wie andere auf ein neues Auto! Und natürlich hatte er schon des Öfteren neue (teilweise für ihn geschriebene) Werke für sein Instrument aus der Taufe gehoben. Die wichtigste Zeit der meisten Österreicher – jene des Urlaubs – beschränkt sich bei ihm aus diesen Gründen meist auf ein paar Tage Schifahren oder ein Wochenende in einer Therme. Denn ein wochenlanges Getrenntsein von seinem Kontrabass oder gar von der Musik ist für Michael Bladerer undenkbar.

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Andreas Láng www.wiener-staatsoper.at

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CLAUDIO ABBADO 1933-2014

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atürlich war klar, dass auch ein Claudio Abbado einst sterben würde. Aber als das Ereignis eintrat, saß der Schock bei allen Musikliebhabern – diesseits und jenseits der Bühne – dennoch tief. Er hatte zu den größten seiner Gilde gehört und hat Generationen geprägt, gefördert und vor allem begeistert. Mit geradezu missionarischem Eifer setzte er sich für die Musik im Allgemeinen (legendär etwa seine mit Maurizio Pollini veranstalteten Konzerte für Fabrikarbeiter) und für die Zeitgenössische im Besonderen ein (man denke an das von ihm gegen beträchtlichen Widerstand initiierte Festival Wien Modern). Auch die Gründung des Gustav Mahler Jugendorchesters setzte er trotz scheinbar unbezwingbarer Gegner und Hindernisse durch. Von den zahlreichen Stationen seiner Laufbahn sei hier konkret an seine Wiener Zeit erinnert. 1984, zwei Jahre vor seinem Antritt als Musikdirektor des Hauses debütierte er hier mit großem Erfolg mit Verdis Simon Boccanegra. Von 1986 bis 1991 prägte Abbado, der auch zum Generalmusikdirektor der Stadt Wien avancierte, dann das musikalische Geschehen der Wiener Staatsoper, zum Teil an der Wiener Staatsoper, zum Teil bei Koproduktionen am Theater an der Wien, zum Teil auf Gastspielen der Staatsoper. Besucher werden sich noch an jene Jubel-Transparente im Zuschauerraum erinnern, mit denen der Maestro vom enthusiasmierten Publikum des Öfteren bedacht wurde. Dass er nach seinem Abschied nie wieder in den Orchestergraben der Wiener Staatsoper zurückkehrte, ist eine Wunde in der Geschichte dieses Hauses.

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Direktor Dominique Meyer über Claudio Abbado

„Ich bin persönlich tief vom Tod Claudio Abbados betroffen – die Musikwelt hat einen der ganz Großen verloren. Bereits seit meiner Pariser Studienzeit habe ich zahlreiche Konzerte und Vorstellungen erlebt, die dieser Ausnahmedirigent geleitet hat und die ich nie vergessen werde. Er hat aber nicht nur künstlerisch tiefe, bedeutende Spuren etwa in Mailand, Wien, Berlin, Salzburg und zuletzt Luzern hinterlassen, sondern auch nachhaltige strukturelle Visionen in die Tat umgesetzt und somit Generationen von Musikern geprägt. So wird sein Einsatz und seine Arbeit für die von ihm gegründeten Orchester noch lange in die Zukunft wirken“. GMD Franz Welser-Möst über Claudio Abbado

„Ich durfte in den 80er-Jahren hier an der Wiener Staatsoper ein Jahr lang als Assistent von Claudio Abbado wirken – einem übrigens sehr umgänglichen und kollegialen Künstler. Ich konnte von ihm Wichtiges erfahren und ins Leben mitnehmen. So beispielsweise, dass die italienische Musik nicht, wie viele klischeehaft meinen, hauptsächlich aus Rubati besteht. Abbado hat die entsprechenden Werke nämlich noch aus der Rossini-Tradition kommend sehr streng und geradezu klassisch dirigiert.“


DEBÜTS

DEBÜTS IM FEBRUAR Der Tenor David Portillo sang bisher u.a. David, Ferrando, Belmonte, Tamino, Don Ottavio. Er war bisher u.a. in Aix-en-Provence, Pittsburgh, Chicago, Rom, New York zu erleben. An der Wiener Staatsoper debütiert er am 1. Februar als Conte im Barbiere.

B AL L ET T- R O L L EN D EBÜ T S Richard Szabó als Gin Man in Contra Clockwise Witness, Alena Klochkova, Kirill Kourlaev und Mihail Sosnovschi in Études in

Die russische Mezzosopranistin Elena Zhidkova, die als Principessa di Bouillon am 16. Februar an der Wiener Staatsoper ihr Hausdebüt gibt, gastierte u.a. in Bayreuth, Moskau, Berlin, Mailand, Dresden, London. Zu ihren Rollen zählen u.a. Marie, Kundry, Waltraute, Eboli, Fricka, Octavian, Brangäne. Zukünftige Projekte: unter anderem Marie in Tokio, Charlotte in Bilbao.

Ballett-Hommage am 8.2. Ketevan Papava, Nikisha Fogo, Kamil Pavelka und Trevor Hayden in The Second Detail, Kirill Kourlaev als Die Seele in Contra Clockwise Witness in Ballett-Hommage am 11.2. Kiyoka Hashimoto, Gala Jovanovic, András

OPERN-ROLLENDEBÜTS Her wig Pecoraro (Herodes), Gun-Brit Barkmin (Salome), Falk Struckmann (Jochanaan), Ulrike Helzel (Page), Norbert Ernst (1. Jude), Michael Roider (2. Jude), James K r yshak (3. Jude), Thomas Ebenstein (4. Jude) in Salome am 7. Februar 2014

Lukács und Ryan Booth in The Second Detail in Ballett-Hommage am 14.2. Alice Firenze im Pas de quatre, Alena Klochkova als Herzogin, Eszter Ledán als Rotkäppchen, Prisca Zeisel als Fee der Lebensfreude, Vanessza Csonka, Gala Jovanovic und Suzan Opperman als Freundinnen, Alexis Forabosco als Begleiter der Fee der Bescheidenheit,

Thomas Ebenstein (Guillot de Morfontaine), Hila Fahima (Poussette), Lena Belkina (Javotte) in Manon am 12. Februar 2014

András Lukács als Begleiter der Fee des Ehrge-

Raúl Giménez (Abate), Alexandru Moisiuc (Principe di Bouillon), Massimo Giordano (Maurizio), A ngela Gheorghiu (Adriana Lecouv reur), Bryony Dw yer* ( Jouvenot), Alisa Kolosova (Dangeville), Jinxu Xiahou (Poisson), Jongmin Park (Quinault), Roberto Frontali (Michonnet) in Adriana Lecouvreur am 16. Februar 2014

Fee des Gesangs, Dumitru Taran als Begleiter

Jongmin Park (Sarastro), Sebastian Kohlhepp (Tamino), Íride Martínez (Königin der Nacht), Valentina Nafornita (Pamina), Annika Gerhards (Papagena) in Die Zauberflöte für Kinder am 28. Februar 2014 * Stipendiatin von Novomatic

fühls, Greig Matthews als Begleiter der Fee der Lebhaftigkeit, Richard Szabó als Begleiter der der Fee der Schönheit, Ryan Booth als einer der vier Prinzen in Dornröschen am 17.2. Nina Poláková als Prinzessin Aurora, Kiyoka Hashimoto als wVerzauberte Prinzessin, Roman Lazik als Prinz Florimund in Dornröschen am 20.2. Nina Tonoli und Dumitru Taran im Pas de quatre in Dornröschen am 20.2. Denys Cherevychko als Prinz Florimund in Dornröschen am 24.2.

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Elena Zhidkova


DATEN UND FAKTEN RADIO

GEBURTSTAGE

1. Februar, 19.30 Uhr | Ö1 Rusalka Aufgenommen im Jänner in der Wiener Staatsoper 2. Februar, 15.00 | Radio Stephansdom Schubert Evergreens Mélange mit Dominique Meyer 4. Februar, 00.08 Uhr | Ö1 Idomeneo Mit Waldemar Kmentt als Idomeneo anlässlich seines 85. Geburtstages 5. Februar, 19.30 Uhr | Ö1 Opernwerkstatt Günther Groissböck zu Gast bei Michael Blees 22. Februar, 19.00 Uhr | Ö1 Adriana Lecouvreur Live-Übertragung aus der Wr. Staatsoper 23. Februar, 15.05 Uhr | Ö1 Das Wiener Staatsopernmagazin Gestaltung: Michael Blees 23. Februar, 22.54 | ARTE Capriccio Aufgenommen an der Wiener Staatsoper

DONATOREN AGRANA | Astra Asigurari SA | Diehl Stiftung & Co. KG | Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG | Helm AG | Kurier Zeitungsverlag und Druckerei GmbH | Novomatic AG | Österreichische Lotterien | Porsche Holding GmbH | Raiffeisen Zentralbank Österreich AG | Norbert Schaller GmbH | Schoeller Bank | Siemens AG Österreich | TUPACK Verpackungen Gesellschaft m.b.H. | voestalpine AG | Wirtschaftskammer Wien | ZAQQARA Beteiligungs GmbH

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KS Waldemar Kmentt, Ehrenmitglied der Wienert Staatsoper, wird am 2. Februar 85 Jahre alt. An der Wiener Staatsoper sang der österreichische Tenor sang rund 80 Partien (u. a. Don José, Rodolfo, Bacchus, Schuiski, Conte d’Almaviva, Cavaradossi, Tamino, Don Ottavio, Lenski) aus einem Repertoire das vom Barock bis zur Zeitgenössischen Musik reicht. Bei der Festvorstellung zur Wiedereröffnung der Wiener Staatsoper nach dem Zweiten Weltkrieg sang er am 5. November 1955 den Jaquino in Beethovens Fidelio. Josef Protschka vollendet am 5. Februar sein 70. Lebensjahr. An der Wiener Staatsoper war er in den 80er und 90er Jahren als Florestan, Eisenstein, Fierrabras, Arbace, Hans und Tamino zu hören. Der Dirigent Marek Janowski feiert am 18. Februar seinen 75. Geburtstag. An der Wiener Staatsoper leitete er Vorstellungen von Salome und Rosenkavalier. Der russische Tenor Wladimir Atlantow wird am 19. Februar 75 Jahre alt. An der Wiener Staatsoper sang er u.a. Posa, Lenski, Don José sowie Otello, Canio, Luigi (Tabarro), Cavaradossi. Anny Schlemm feiert am 22. Februar ihren 85. Geburtstag. An der Wiener Staatsoper sang sie zunächst den Komponisten, später Klytämnestra, Gräfin (Pique Dame), Baals Mutter und schließlich ab 2002 die alte Buryja in einer Neuproduktion der Jenufa. Renata Scotto vollendet am 24. Februar ihr 80. Lebensjahr. An der Wiener Staatsoper war die bedeutende italienische

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Sopranistin leider nur in vier Partien zu hören: als Cio-Cio-San, Norma, Gilda und Tosca. Peter Lindroos wird am 26. Februar 70 Jahre alt. An der Wiener Staatsoper ang er u.a. Laca, Bacchus, Don José, Pinkerton, Manrico. Die aus Budapest stammende Sylvia Gészty wird am 28. Februar 80 Jahre alt. An der Wiener Staatsoper sang sie u.a. Zerbinetta, Rosina, Musetta, Olympia, Gilda, Königin der Nacht.

OPERNFREUNDE 2. März, 11.00 Uhr, Haus der Musik Seilerstätte 30, 1010 Wien Künstlergespräch Massimo Giordano Moderation: Thomas Dänemark www.opernfreunde.at

BALLETT Olga Esina wurde von der italienischen Zeitung Danza&Danza mit dem Preis „Best Female Dancer 2013“ ausgezeichnet. Am 30. Jänner und 1. Februar tritt sie mit dem Ballett des Mariinski-Theaters St. Petersburg in der Rolle der Odette/ Odile in Washington auf. Mit Tanz der Hände: Tilly Losch und Hedy Pfundmayr in Fotografien 19201935 (kuratiert von Monika Faber und Magdalena Vukovic, unter Mitarbeit von Andrea Amort und Ines Rieder) besteht im Photoinstitut Bonartes, Seilerstätte 22, 1010 Wien noch bis 13. März die Gelegenheit Einblick in die künstlerischen Laufbahnen der ehemaligen Solotänzerinnen des Wiener Staatsopernballetts, Tilly Losch und Hedy Pfundmayr, zu nehmen.


DATEN UND FAKTEN

ERINNERUNGEN AN TAUSENDUNDEINE NACHT – DAS WIENER STAATSBALLETT IM OMAN Vom 18. bis 20. Jänner ließen sich die Tänzerinnen und Tänzer des Wiener Staatsballetts auf ihrer Tournee nach Maskat im Oman ganz vom viel beschworenen Zauber des Orients gefangen nehmen. An drei Abenden wurde im Royal Opera House Muscat der mehrteilige Abend Meisterwerke des 20. Jahrhunderts Lifar | Petit | Christe gezeigt, der auch an der Wiener Staatsoper in dieser Spielzeit noch am 2., 3. und 11. April zu sehen sein wird. Bei angenehmen 20 bis 22 Grad Lufttemperatur wurde die Tournee zu einem Kurzurlaub vom Winter - im Opernhaus selbst ging es dabei noch wesentlich heißer zu, als das Publikum das Ensemble mit Standing Ovations feierte.

TODESFÄLLE Dr. Christl Schönfeldt, die langjährige Organisatorin des Opernballes und persönliche Referentin von Staatsoperndirektor Karl Böhm ist am 30. Dezember 2013 im 98. Lebensjahr in Wien verstorben. Der Dirigent und ehemalige Musikdirektor der Wiener Staatsoper, Claudio Abbado, ist am 20. Jänner 2014 im 81. Lebensjahr in Bologna verstorben. (siehe auch Seite 24)

Karl Löbl ist am 27. Jänner 2014 im Alter von 83 Jahren seinem Krebsleiden erlegen. Wie kaum ein anderer Journalist hat er – in über sechs Jahrzehnten – das österreichische Musikleben beobachtet, begleitet und beeinflusst (man denke etwa an die Böhm-Affäre). Opernliebhabern werden u.a. seine ad hoc-Live-Besprechungen im Fernsehen in Erinnerung bleiben, die er aus einer Loge während des Schlussapplauses für die Zuseher ins

Wohnzimmer lieferte. In den letzten Jahren war er der Wiener Staatsoper als beliebter Matineengestalter, Programmbuchautor und Diskussionspartner (zuletzt bei einem von GMD Franz Welser-Möst gestalteten Positionslichter-Termin im September 2013) verbunden. Seine große Liebe zur Oper kommt auch in seinen, im Vorjahr erschienenen Büchern Der Balkonlöwe und Nach den Premieren – Mein Leben in und mit der Oper zum Ausdruck.

STAATSOPERNFÜHRUNGEN IM FEBRUAR 2014 3.2.

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9.00 Uhr Führungen nur nach telefonischer Voranmeldung www.wiener-staatsoper.at | tours@wiener-staatsoper.at Tel. (+43/1) 51444/2613, 2614 | Fax: (+43/1) 51444/2624. Änderungen vorbehalten.

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SPIELPLAN Februar 2014 01

Samstag 19.30-22.15 Oper

IL BARBIERE DI SIVIGALIA | Gioachino Rossini Dirigent: Michael Güttler | Regie: Günther Rennert Portillo, Šramek, Bonitatibus, Molnár, Plachetka, Walser, Ivan

Preise S

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Sonntag 16.00-19.00 Oper

CAVALLERIA RUSTICANA | Pietro Mascagni Dirigent: Paolo Carignani | Regie und Ausstattung: Jean-Pierre Ponnelle Schuster, F. Armiliato, Twarowska, Gagnidze, Kushpler

Preise S Zyklus 3

PAGLIACCI | Ruggero Leoncavallo Dirigent: Paolo Carignani | Regie und Ausstattung: Jean-Pierre Ponnelle Shicoff, Mula, Maestri, Osuna, Yang

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Montag 18.30-22.00 Oper

RUSALKA | Antonín Dvorˇák Dirigent: Jirˇí Beˇlohlávek | Regie: Sven-Eric Bechtolf Schade, Bohinec, Stoyanova, Groissböck, Baechle, Bermúdez, Houtzeel, Nafornit¸˘a, Belkina, Khayrullova, Dogotari

Preise A Werkeinführung

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Dienstag 19.30-22.15 Oper

IL BARBIERE DI SIVIGLIA | Gioachino Rossini Dirigent: Michael Güttler | Regie: Günther Rennert Portillo, Šramek, Bonitatibus, Molnár, Plachetka, Walser, Ivan

Preise S

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Mittwoch 20.30-22.00 Konzert

SOLISTENKONZERT Erwin Schrott | Rojotango Ensemble

Preise K Zyklus Solistenkonzerte 2

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RUSALKA | Antonín Dvorˇák Donnerstag Dirigent: Jirˇí Beˇlohlávek | Regie: Sven-Eric Bechtolf 19.00-22.30 Schade, Bohinec, Stoyanova, Groissböck, Baechle, Bermúdez, Houtzeel, Oper Nafornit¸˘a, Belkina, Khayrullova, Dogotari

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Freitag 20.00-21.45 Oper

SALOME | Richard Strauss Dirigent: Andris Nelsons | Regie: Boleslaw Barlog Pecoraro, Vermillion, Barkmin, Struckmann, Helzel, Osuna, Ernst, Roider, Kryshak, Ebenstein, Fink, Plachetka, Pelz, Dumitrescu, Hong

Preise S Strauss-Zyklus CARD

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Samstag 19.00-21.30 Ballett

BALLETT-HOMMAGE | Forsythe | Horecna | Lander Dirigent: Peter Ernst Lassen Esina, Poláková, Firenze, Hashimoto, Papava, Cherevychko, Kourlaev, Lazik, Shishov, Dato, Peci, Sosnovschi

Preise C Zyklus Faszination Ballett

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Sonntag 11.00-12.30 Matinee

EINFÜHRUNGSMATINEE ZUR NEUPRODUKTION VON ADRIANA LECOUVREUR Mit Mitwirkenden der Produktion; Moderation: Andreas Láng und Oliver Láng

Preise M

18.30-22.00 Oper

RUSALKA | Antonín Dvorˇák Dirigent: Jirˇí Beˇlohlávek | Regie: Sven-Eric Bechtolf Schade, Bohinec, Stoyanova, Groissböck, Baechle, Bermúdez, Houtzeel, Nafornit¸˘a, Belkina, Khayrullova, Dogotari

Preise A Werkeinführung

Montag 19.30-21.15 Oper

SALOME | Richard Strauss Dirigent: Andris Nelsons | Regie: Boleslaw Barlog Pecoraro, Vermillion, Barkmin, Struckmann, Helzel, Osuna, Ernst, Roider, Kryshak, Ebenstein, Fink, Plachetka, Pelz, Dumitrescu, Hong

Preise S Abo 15

20.00-21.30 Konzert

Gläserner Saal / Magna Auditorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien LIED.BÜHNE (Kooperation Wiener Staatsoper und Gesellschaft der Musikfreunde in Wien) Olga Bezsmertna | Klavier: Manuel Lange

tickets@musiverein. at

11

Dienstag 19.30-22.00 Ballett

BALLETT-HOMMAGE | Forsythe | Horecna | Lander Dirigent: Peter Ernst Lassen Poláková, Yakovleva, Firenze, Papava, Cherevychko, Kourlaev, Lazik, Shishov, Dato, Peci, Sosnovschi

Preise C Abo 1 CARD

12

Mittwoch 18.30-21.30 Oper

MANON | Jules Massenet Dirigent: Frédéric Chaslin | Regie: Andrei Serban Mula, Vargas, Dumitrescu, Eiche, Ebenstein, Unterreiner, Fahima, Belkina, Mars

Preise S

13

SALOME | Richard Strauss Donnerstag Dirigent: Andris Nelsons | Regie: Boleslaw Barlog 20.00-21.45 Pecoraro, Vermillion, Barkmin, Struckmann, Helzel, Osuna, Ernst, Roider, Oper Kryshak, Ebenstein, Fink, Plachetka, Pelz, Dumitrescu, Hong

10

Preise A Abo 17 Werkeinführung

Preise S Abo 20

WIENER STAATSOPER livestreaming PRODUKTIONS-SPONSOREN

SPONSOR

RUSALKA

MAIN SPONSOR

TECHNOLOGY PARTNER


14

Freitag 19.00-21.30 Ballett

BALLETT-HOMMAGE | Forsythe | Horecna | Lander Dirigent: Peter Ernst Lassen Esina, Poláková, Yakovleva, Firenze, Hashimoto, Papava, Cherevychko, Kourlaev, Lazik, Shishov, Dato, Peci, Sosnovschi

Preise C Abo 7

15

Samstag 11.00-12.30 Matinee

Gustav-Mahler-Saal KAMMERMUSIK DER WIENER PHILHARMONIKER 6 Herbert Lippert und seine philharmonischen Freunde Daniel Froschauer (Violine), Dominik Hellsberg (Violine), Robert Bauerstatter (Viola), Stefan Gartmayer (Violoncello), Heinz Hromada (Kontragitarre), Florian Michlbauer (Akkordeon), Andreas Wieser (Klarinette), Herbert Lippert (Tenor)

Preise R

19.30-22.30 Oper

MANON | Jules Massenet Dirigent: Frédéric Chaslin | Regie: Andrei Serban Mula, Vargas, Dumitrescu, Eiche, Ebenstein, Unterreiner, Fahima, Belkina, Mars

Preise S

16

Sonntag 17.00-20.15 Oper Premiere

ADRIANA LECOUVREUR | Francesco Cilèa Dirigent: Evelino Pidò | Regie: David McVicar | Szenische Einstudierung: Justin Way Bühne: Charles Edwards | Kostüme: Brigitte Reiffenstuel Licht: Adam Silverman | Choreographie: Andrew George Choreographische Einstudierung: Adam Pudney Giordano, Moisiuc, Giménez, Frontali, Park, Xiahou, Gheorghiu, Zhidkova, Dwyer, Kolosova

Preise P Werkeinführung

17

Montag 19.00-22.15 Ballett

DORNRÖSCHEN | Petipa, Wright - Tschaikowski Dirigent: Fayçal Karoui Esina, Shishov

Preise C Abo 14

18

Dienstag 19.00-22.00 Oper

MANON | Jules Massenet Dirigent: Frédéric Chaslin | Regie: Andrei Serban Mula, Vargas, Dumitrescu, Eiche, Ebenstein, Unterreiner, Fahima, Belkina, Mars

Preise S Abo 2 CARD

19

Mittwoch 19.00-22.15 Oper

ADRIANA LECOUVREUR | Francesco Cilèa Dirigent: Evelino Pidò | Regie: David McVicar Giordano, Moisiuc, Giménez, Frontali, Park, Xiahou, Gheorghiu, Zhidkova, Dwyer, Kolosova

Preise G Abo 10 Werkeinführung

20

Donnerstag DORNRÖSCHEN | Petipa, Wright - Tschaikowski 19.00-22.15 Dirigent: Fayçal Karoui Ballett Poláková, Lazik

21

Freitag 19.30-22.30 Oper

MANON | Jules Massenet Dirigent: Frédéric Chaslin | Regie: Andrei Serban Mula, Vargas, Dumitrescu, Eiche, Ebenstein, Unterreiner, Fahima, Belkina, Mars

Preise S Abo 6

22

Samstag 19.00-22.15 Oper

ADRIANA LECOUVREUR | Francesco Cilèa Dirigent: Evelino Pidò | Regie: David McVicar Giordano, Moisiuc, Giménez, Frontali, Park, Xiahou, Gheorghiu, Zhidkova, Dwyer, Kolosova

Preise G

23

Sonntag 16.00-19.15 Ballett

DORNRÖSCHEN | Petipa, Wright - Tschaikowski Dirigent: Fayçal Karoui Esina, Shishov

Preise C Abo 24

24

Montag 18.30-21.45 Ballett

DORNRÖSCHEN | Petipa, Wright - Tschaikowski Dirigent: Fayçal Karoui Yakovleva, Cherevychko

Preise C Zyklus Tschaikowski Ballette

25

Dienstag

KEINE VORSTELLUNG WEGEN VORBEREITUNGEN FÜR DEN WIENER OPERNBALL 2014

Gastspiel in New York

BEETHOVEN 9. SYMPHONIE | Dirigent: Franz Welser-Möst

26

Mittwoch

KEINE VORSTELLUNG WEGEN VORBEREITUNGEN FÜR DEN WIENER OPERNBALL 2014

27

Donnerstag WIENER OPERNBALL 2014

28

Freitag 14.30-15.30 17.00-18.00 Kinderoper

DIE ZAUBERFLÖTE FÜR KINDER | Wolfgang Amadeus Mozart Dirigent: Patrick Lange | Regie: Diana Kienast Park, Kohlhepp, Kobel, I. Martínez, Nafornit¸˘a, Kammerer, Gerhards Wiener Philharmoniker | Kinder der Opernschule der Wiener Staatsoper

Gastspiel in New York

WOZZECK | Alban Berg | Dirigent: Daniele Gatti

Preise C

Geschlossene Vorstellungen


KARTENVERKAUF FÜR 2013/ 2014 KARTENBESTELLUNGEN PER POST, FAX UND ÜBER INTERNET

STEHPLÄTZE

Kartenbestellungen sind für alle Vorstellungen der Saison 2013/2014 möglich. Schriftliche Kartenbestellungen richten Sie bitte an das Bestellbüro der Wiener Staatsoper, Hanuschgasse 3, 1010 Wien, oder an die Fax-Nummer (+43/1) 51444/2969. Nach erfolgter Kartenzuteilung erhalten Sie eine Reservierungsbestätigung mit Angabe eines verbindlichen Zahlungstermins. Besitzer/innen einer bundestheater.at-CARD mit Bankeinzug werden frühestens neun Wochen vor dem Vorstellungstermin mit dem Kartenpreis belastet. Ebenso sind ab sofort Kartenbestellungen über Internet für alle Vorstellungen der Saison 2013/2014 möglich. Wählen Sie auf der Website www.wiener-staatsoper. at unter „Spielplan“ die gewünschte Vorstellung sowie „Karten online kaufen“ und übermitteln Sie uns online Ihren Reservierungswunsch sowie die gewünschte Zahlungsmodalität. Nach erfolgter Kartenzuteilung erhalten Sie per e-Mail eine Reservierungsbestätigung mit Anga-

kasse verkauft. Der Zugang zur Stehplatzkasse befindet sich in der

be eines verbindlichen Zahlungstermins.

Zum Preis von € 80,- ist in der Kassenhalle, Operngasse 2, 1010 Wien,

werden ab 80 Minuten vor Vorstellungsbeginn nur an der StehplatzOperngasse.

Abos und Zyklen Abo 1

11. Februar, 19.30-22.00 BALLETT-HOMMAGE Forsythe | Horecna | Lander

Abo 2

18. Februar, 19.00-22.00 MANON Jules Massenet

Abo 6

21. Februar, 19.30-22.30 MANON Jules Massenet

Abo 7

14. Februar, 19.00-21.30 BALLETT-HOMMAGE Forsythe | Horecna | Lander

Abo 10

19. Februar, 19.00-22.15 ADRIANA LECOUVREUR Francesco Cilèa

Abo 14

17. Februar, 19.00-22.15 DORNRÖSCHEN Petipa, Wright - Tschaikowski

Abo 15

10. Februar, 19.30-21.15 SALOME Richard Strauss

Abo 17

6. Februar, 19.00-22.30 RUSALKA Antonín Dvorˇák

Abo 20

13. Februar, 20.00-21.45 SALOME Richard Strauss

Abo 24

23. Februar, 16.00-19.15 DORNRÖSCHEN Petipa, Wright - Tschaikowski

STEHPLATZBERECHTIGUNGSKARTE Gegen Vorweis einer Stehplatzberechtigungskarte – erhältlich für die Saison 2013/2014 zum Preis von € 70,- in der Kassenhalle, Operngasse 2, 1010 Wien – kann pro Vorstellung eine Stehplatzkarte auch im Rahmen des Kartenverkaufes, spätestens jedoch bis 12 Uhr des gewünschten Aufführungstages, erworben werden. Die Stehplatzberechtigungskarte gilt nicht bei geschlossenen Vorstellungen.

STEHPLATZSCHECKS FÜR BALKON UND GALERIE ein Scheckheft mit insgesamt 50 Stehplatzschecks im Wert von € 150,-,

KASSENVERKAUF, INTERNET-VERKAUF UND TELEFONISCHER VERKAUF

gültig für Balkon- und Galeriestehplätze für die Saison 2013/2014, er-

Der Kartenverkauf an den Kassen beginnt in der Regel jeweils zwei Monate vor dem Vorstellungstag (z. B. am 1.9. für 1.11., am 30.9. für 30.11.). Die Vorstellungen vom 1. bis 30.9. werden jeweils vom 1. bis 30.5., die Vorstellungen vom 1. bis 31.10. jeweils vom 1. bis 30.6. verkauft. Analog dazu beginnt der Kartenverkauf über Internet auf der Website der Wiener Staatsoper www.wiener-staatsoper.at sowie unter www.culturall.com. Der telefonische Kartenverkauf für Inhaber/innen von Kreditkarten (American Express, Diners Club, Visa, MasterCard, Eurocard und JCB Card) beginnt analog dem Kassenverkauf, und zwar

einer Balkon- oder Galeriestehplatzberechtigungskarte auch im Vor-

unter Tel. (+43/1) 513 1 513 von Mo bis So: 10 bis 21 Uhr.

hältlich. Die Schecks können an der Abendkasse – von Besitzern/innen verkauf – gegen die jeweils gewünschte Stehplatzkarte eingelöst werden. Die Stehplatzschecks sind übertragbar.

GUTSCHEINE Opern-Geschenkgutscheine sind zu jedem beliebigen Wert erhältlich und ab Ausstellungsdatum zwei Jahre gültig. Die Gutscheine können an den Tageskassen oder unter www.wiener-staatsoper.at erworben werden und sind für alle Vorstellungen der Staatsoper einlösbar.

BUNDESTHEATER.AT-CARD

TAGESKASSEN Kassenhalle der Bundestheater, Operngasse 2, 1010 Wien, Information: Tel. (+43/1) 51444/7880; Tageskasse Volksoper Wien, Währinger Straße 78, 1090 Wien, Tel. (+43/1) 51444/3318; Tageskasse Burgtheater, Dr.-Karl-Lueger-Ring 2, 1010 Wien, Tel. (+43/1) 51444/4440. Öffnungszeiten: Mo bis Fr: 8 bis 18 Uhr; Sa, So und Feier-

Bonuspunkte pro Eintrittskarte einlösbar bei Bonuspunkte-Aktionen, Bevorzugung bei der Reihung für Standby-Tickets, Karten für Kurzentschlossene exklusiv für CARD-Besitzer/innen, Vergünstigungen für Inhaber/innen eines Staatsopern-Abonnements mit CARD mit Bankeinzug.

BALLETT-BONUS

tag: 9 bis 12 Uhr; an den Advent-Samstagen: 9 bis 17 Uhr.

Um € 25,- erhalten Sie 15% Ermäßigung auf Vollpreiskarten für alle

KASSE IM FOYER / ABENDKASSE

Ballettvorstellungen der Saison 2013/2014 in der Wiener Staatsoper

der Wiener Staatsoper, Herbert von Karajan-Platz, 1010 Wien, Öffnungszeiten: Mo bis Fr: 9 Uhr bis zwei Stunden vor Vorstellungsbeginn; Sa: 9 bis 12 Uhr sowie an den Advent-Samstagen: 9 bis 17 Uhr. Sonnund Feiertag geschlossen. Die Abendkasse ist jeweils ab einer Stunde

und in der Volksoper Wien mit Ausnahme von Premieren und Sonder-

vor Vorstellungsbeginn geöffnet.

ABONNEMENTS UND ZYKLEN

veranstaltungen (max. 2 Karten pro Vorstellung). Der „Ballett-Bonus“ für die Saison 2013/2014 ist an allen Bundestheaterkassen erhältlich.

Für Bestellungen verwenden Sie bitte das Bestellformular im Zyklen-

INFO UNTER DEN ARKADEN im Gebäude der Wiener Staatsoper, Herbert von Karajan-Platz, 1010 Wien, Öffnungszeiten: Mo bis Fr: 9 Uhr bis eine Stunde vor Vorstellungsbeginn; Sa: 9 bis 17 Uhr, Sonn- und Feiertag geschlossen.

prospekt. Gerne steht Ihnen für weitere Informationen und Bestellungen auch das Abonnementbüro der Wiener Staatsoper, Operngasse 2, 1010 Wien, Tel. (+43/1) 51444/2678, Fax: (+43/1) 51444/2679, e-Mail: abonnement@wiener-staatsoper.at, von Mo bis Fr: 9 bis 15 Uhr, Mi: bis 18 Uhr, zur Verfügung.

KINDERERMÄSSIGUNG Für Kinder bis zum vollendeten 14. Lebensjahr (Lichtbildausweis erforderlich) steht bei jeder Vorstellung – ausgenommen Premieren, am 31. Dezember sowie die Vorstellungen des Ring-Zyklus – ein Kontingent von maximal 100, mindestens jedoch 25 Kinderkarten zum Einheitspreis von € 15,- (unabhängig von der gewählten Preiskategorie) zur Verfügung. Geben Sie bei Ihrer Bestellung die gewünschte Anzahl von Kinderkarten an oder erwerben Sie Kinderkarten direkt beim Kartenkauf. Bitte beachten Sie, dass die eigentliche Kinderkarte in jedem Fall ausnahmslos nur am Tag der Vorstellung an der Abendkasse bis spätestens 20 Minuten vor Beginn bei tatsächlichem Vorstellungsbesuch des Kindes ausgefolgt werden kann.

VORVERKAUF A1 KINDEROPERNZELT Der Vorverkauf für Vorstellungen im A1 Kinderopernzelt der Wiener Staatsoper beginnt einen Monat vor der ersten Vorstellung einer Aufführungsserie. INFORMATIONEN Tel. (+43/1) 51444/2250, 7880 | Internet: www.wiener-staatsoper.at ORF-Teletext: Seite 407 | Änderungen vorbehalten. IMPRESSUM

KARTEN FÜR KURZENTSCHLOSSENE

Wiener Staatsoper – Direktion Dominique Meyer Saison 2013/2014, Prolog Februar 2014 Erscheinungsweise monatlich | Redaktionsschluss 29.01.2014

Sollten für eine Vorstellung Restkarten verfügbar sein, so haben bundestheater.at-CARD Besitzer/innen exklusiv die Möglichkeit, einen Teil dieser Karten (max. 4 Karten pro CARD und Vorstellung) zum Einheitspreis von € 45,- am Tag vor der Vorstellung an den Tageskassen in der Zeit von Mo bis Fr: 9 bis 14 Uhr, Sa, So und Feiertag: 9 bis 12 Uhr, sowie an der Kasse im Foyer der Wiener Staatsoper und in der Info unter den Arkaden, Mo bis Fr: 9 bis 14 Uhr, Sa: 9 bis 12 Uhr, zu erwerben. Ob und wie viele Karten für Kurzentschlossene verfügbar sind, wird unter

Redaktion: Andreas Láng, Oliver Láng, Oliver Peter Graber Tel. +43 (1) 51444-2311 | e-Mail: dramaturgie@wiener-staatsoper.at Grafik: Irene Neubert Bildnachweise: akg-images (S. 4), Ionut Macri (S. 6), Michael Pöhn (S. 2/3, S. 17, S. 19), Terry Linke (S. 20), Axel Zeininger (S. 22), Khalid Al Busaidi (S. 25) Medieninhaber (Verleger) und Herausgeber: Wiener Staatsoper GmbH, Opernring 2 Herstellung: Agensketterl Druckerei GmbH

Tel. (+43/1) 51444/2950 bekannt gegeben.

28

N° 176

www.wiener-staatsoper.at

Zyklus 3 2. Februar, 16.00-19.00 CAVALLERIA RUSTICANA Pietro Mascagni PAGLIACCI Ruggero Leoncavallo

Strauss-Zyklus 7. Februar, 20.00-21.45 SALOME Richard Strauss

Zyklus Solistenkonzerte 2 5. Februar, 20.30-22.00 SOLISTENKONZERT Erwin Schrott

Zyklus Tschaikowski Ballette 24. Februar, 18.30-21.45 DORNRÖSCHEN Petipa, Wright - Tschaikowski

Zyklus Faszination Ballett 8. Februar, 19.00-21.30 BALLETT-HOMMAGE Forsythe | Horecna | Lander


Prolog Februar 2014 | Wiener Staatsoper