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P R O L O G S E P T E M B E R 2 0 1 3 | N° 171

Aleksandra Kurzak singt die Violetta in La traviata

Vorschau: La fanciulla del West Konzerte: KS Agnes Baltsa, KS José Carreras Interviews: Aleksandra Kurzak, José Cura


NEU

Die erfolgreiche Spielzeit 2012 | 2013 wird in einem umfangreichen Bildband mit über 350 Bildern von Michael Pöhn präsentiert.

IMPRESSIONEN ZUR

S PI ELZEI T 2012 | 2013 Fotografiert von Michael Pöhn

Erhältlich um € 20,– im Arcadia Opera Shop, im Foyer bei den Billeteuren sowie unter www.wiener-staatsoper.at


Inhalt

Sehr geehrte Besucherinnen und Besucher, liebes Publikum!

September im Blickpunkt

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Rückkehr nach sieben Jahren

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Debüts im September

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Zwischen Liebe und Tragik Aleksandra Kurzak im Gespräch

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Starke Präsenz Angela Gheorghiu singt die Tosca

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Der Sommer ist vorbei – und wir sind wieder zu Hause, zu Hause in unserer geliebten Staatsoper. Wenn ich nun den Spielplan der ersten Wochen ansehe, fallen mir gleich zwei Stichworte ein: Stichwort Eins ist „Neuproduktion“ – denn quasi noch unbemerkt von der Öffentlichkeit und parallel zum Spielbetrieb laufen bereits die intensiven Proben für die erste Premiere der neuen Saison – für Fanciulla del West, einer Oper, die unser Puccini-Repertoire um ein weiteres wichtiges Werk ergänzen wird. Und mit dem Wort „Repertoire“ ist bereits das zweite Stichwort gefallen, das eine jener Tatsachen beschreibt, um die uns alle anderen beneiden: Das Vorhandensein einer großen Bandbreite einerseits an Werken und andererseits an unterschiedlichen Künstlerinnen und Künstlern, wie dies allein im September eindrucksvoll vor Augen geführt wird. So sind in diesen vier Wochen acht Werke von fünf verschiedenen Komponisten zu erleben, mit Interpreten wie Angela Gheorghiu, Marcelo Álvarez, Aleksandra Kurzˇ ak, Massimo Giordano, Simon Keenlyside, Zeljko

Aus tiefstem Herzen Agnes Baltsa singt Lieder ihrer Heimat

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Ein großer Vormittag José Carreras singt wieder im Haus am Ring

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Unsere Ensemblemitglieder Alexandru Moisiuc im Portrait

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Merci beaucoup! Das Wiener Staatsballett in Paris

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Serie: Das Wiener Staatsballett Halbsolist Christoph Wenzel

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José Cura singt wieder den Otello

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Ist Musikkritik noch up to date? Positionslichter mit GMD Franz Welser-Möst

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Am Stehplatz Dr. Rainer Bischof

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Achtung Umbau!

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Puccinis „am besten gelungene Oper“

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Daten und Fakten

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Spielplan

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Luˇ ci´c, José Cura, Dmitri Hvorostovsky, Anja Harteros, KS Peter Seiffert, Rinat Shaham, Lance Ryan, KS Thomas Hampson, Anita Hartig, Stephen Milling, Linda Watson, KS Ferruccio Furlanetto, Juan Francisco Gatell, Franz Welser-Möst, Marco Armiliato, Alain Altinoglu. Dazu kommen noch ein Konzertabend mit KS Agnes Baltsa, eine Konzertmatinee mit KS José Carreras, eine philharmonische Kammermusikmatinee und die Gesprächsmatinee unseres Generalmusikdirektors Franz Welser-Möst. Mit anderen Worten: So schön der Sommer auch war, so ein Saisonstart ist auch nicht von schlechten Eltern ...

Kartenverkauf

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Ihr Dominique Meyer


SEPTEMBER im Blickpunkt RÜCKBLICK

KAMMERMUSIK

TRISTAN UND ISOLDE

Saison 2012/2013

September 2013

21., 25., 29. Sept. 2013

In der vergangenen Spielzeit 2012/2013 erzielte die Wiener Staatsoper einen Einnahmenrekord von über 33.000.000 Euro. 600.000 Besucherinnen und Besucher waren in dieser Saison zu Gast in einer Vorstellung im Haus am Ring. Gegeben wurden insgesamt 361 Opern-, Ballett-, Kinderopernvorstellungen und Matineen. Die Auslastung konnte auf 99,2% gesteigert werden, sie betrug im Vorjahr 98,2%.

In der aktuellen Spielzeit findet erneut die beliebte Kammermusik-Serie der Wiener Philharmoniker in der Wiener Staatsoper statt. An zehn Terminen präsentieren Mitglieder des Orchesters in wechselnden Besetzungen persönlich gestaltete Programme. Die Konzertreihe ist auch als Zyklus zu erwerben (10 Konzerte um € 300,-). Den Anfang macht am Samstag, 21. September um 11.00 Uhr das Cello-Quartett (Robert Nagy, Friedrich Doleˇzal, Edison Pashko, Berhard Hedenborg). Es stehen u.a. Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy, Pablo Casals und Jacques Offenbach auf dem Programm.

Richard Wagners Tristan und Isolde, im Juni 2013 an der Wiener Staatsoper zur Premiere gekommen, steht diesen September im Haus am Ring an drei Terminen wieder auf dem Spielplan. Es dirigiert GMD Franz Welser-Möst, zu hören sind u.a. KS Peter Seiffert als Tristan, Linda Watson als Isolde, Stephen Milling als Marke, Markus Eiche als Kurwenal und Janina Baechle als Brangäne. Die gelobte Regie dieser einzigartigen Oper stammt von David McVicar, der in der aktuellen Saison Adriana Lecouvreur an der Wiener Staatsoper inszenieren wird. Zu der Tristan und Isolde-Produktion erscheint in Kürze auch ein Fotoband, mit dem die ImpressionenSerie fortgesetzt wird.

Nach 45 Jahren kehrte das Wiener Staatsballett erstmals wieder für ein Gastspiel nach Paris zurück: Vom 4. bis. 27. Juli standen im Théâtre du Châtelet im Rahmen des Festivals Les Étés de la Danse 21 umjubelte Vorstellungen auf dem Plan der Tänzerinnen und Tänzer. Gezeigt wurden zwei mehrteilige Programme sowie Don Quixote.

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BLICKPUNKT

MATINEE FANCIULLA DEL WEST

OPER LIVE AM PLATZ

29. September 2013

September 2013

Die erste Premiere dieser Spielzeit gilt Giacomo Puccinis La fanciulla del West am 5. Oktober: Unter der musikalischen Leitung von Franz Welser-Möst und in der Inszenierung von Marco Arturo Marelli singen u.a. KS Nina Stemme, Jonas Kaufmann und Tomasz Konieczny. Die Einführungsmatinee zu dieser Premiere findet am Sonntag, 29. September, um 11.00 Uhr im Großen Haus statt. In dieser Matinee werden nicht nur die Entstehungsgeschichte und der Inhalt der Oper erzählt und Hintergrundinformationen geboten, sondern auch musikalische Ausschnitte gespielt, die Wiener Aufführungsgeschichte beleuchtet und Gespräche mit Mitwirkenden geführt, die über die Probenarbeit und ihre Sicht auf das Werk berichten.

Auch diesen Herbst gibt es am Herbert von Karajan-Platz liveÜbertragungen von Opernabenden aus der Wiener Staatsoper. Zu erleben sind La traviata, Carmen, Tosca, Otello, Tristan und Isolde, Nabucco, Simon Boccanegra und Il barbiere di Siviglia. Übertragen wird auf einer 50m2 großen LED-Wand, ein Bildregisseur bereitet die Bilder, die von HD-Kameras aufgenommen werden, für das Publikum auf dem Karajan-Platz auf. Die genauen Termine und Beginnzeiten sind unter www.wiener-staatsoper.at/olap zu finden.

Teesalon der Wiener Staatsoper

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RÜCKKEHR NACH SIEBEN JAHREN

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arcelo Álvarez gehört zu jenen Sängern, deren Name bereits als Ankündigung genügt, um das Ausverkauftschild an den Theaterkassen in kürzester Zeit prangen zu lassen. Der argentinische Tenor (mit dem ebenfalls bedeutenden spanischen Bariton gleichen Nachnamens ist er nicht verwandt), um den sich seit der Mitte der 90er-Jahre alle bedeutenden Opernbühnen der Welt bemühen, hatte sehr bald schon auch an der Wiener Staatsoper für große Abende gesorgt: 1998 debütierte er hier als Alfredo, überzeugte drei Jahre später mit dem Rigoletto-Herzog in einer weiteren Verdi-Partie und in der Folge in Repertoireaufführungen als Rodolfo (Bohème) und Roméo. 2005 führte er schließlich gemeinsam mit KS Elı¯na Garanˇca die Neuproduktion des Werther zum Triumph. Nach 2006 mussten die Wiener Opernfreunde und Liebhaber gut geführter, schön timbrierter Stimmen allerdings schweren Herzens auf ihn verzichten oder ihm an jene Orte nachreisen, an denen er zu erleben war.

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Kein Wunder, dass bei so manchem der regelmäßig stattfindenden Publikumsgespräche Auftritte von Marcelo Álvarez immer wieder eingefordert wurden. Mit Beginn der neuen Spielzeit ist es nun jedenfalls endlich vorbei mit der Absenz: An vier SeptemberTerminen (5., 8., 11. und 15.) wird Álvarez, an der Seite von Angela Gheorghiu, erstmals in Wien als Cavaradossi zu hören sein und somit dem revolutionär gesinnten römischen Maler seine von vielen verehrte Stimme verleihen. Andreas Láng Bisherige Auftritte Marcelo Álvarez‘ an der Wiener Staatsoper Alfredo (La traviata)

2 Mal im Jahre 1998

Herzog (Rigoletto)

2 Mal im Jahre 2001

Roméo (Roméo et Juliette)

5 Mal im Jahre 2004

Werther (Werther)

9 Mal im Jahre 2005

Rodolfo (La Bohème)

5 Mal im Jahre 2006


DEBÜTS IM SEPTEMBER R

inat Shaham wurde in Israel geboren und studierte am Curtis Institute of Music in den USA. 2004 debütierte sie als Carmen beim Glyndebourne Festival, 2006 als Cherubino am ROH Covent Garden. Zu ihren Rollen gehören weiters u.a. Rosina, Mélisande, Dorabella, Preziosilla, Charlotte. Sie war u.a. in New York, Salzburg, Venedig, Moskau, Lissabon und Berlin zu hören. Debüt an der Wiener Staatsoper am 4. September als Carmen. Laurent Naouri studierte in Marseille und London. Sein breites Repertoire umfasst mehr als 40 Rollen von frühen Barockopern bis zu zeitgenössischen Werken, u.a. Escamillo, Giorgio Germont, Jago, Falstaff, Golaud. Auftritte führten ihn u.a. nach Paris, Mailand, New York, Salzburg, Berlin, Madrid, München, Glyndebourne. Debüt an der Wiener Staatsoper am 4. September als Escamillo in Carmen. Der deutsche Tenor Sebastian Kohlhepp, der am 4. September in Carmen als Remendado debütiert, war von 2011 bis 2013 in Karlsruhe engagiert, wo er wichtige Partien seines Fachs sang, u.a. Tamino, Don Ottavio, Bob Boles, Basilio. Er gastierte an der Opéra de Monte-Carlo, in Stuttgart, Frankfurt, Südkorea, Belgien, Italien, Ungarn und Spanien. Mit Beginn dieser Spielzeit ist er Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper. Hila Fahima graduierte an der Jerusalem Rubin Academy for Music. 2010 debütierte sie an der New Israeli Opera; weiters ist sie Gewinnerin des Gesangswettbewerbs Debut. Im selben Jahr trat sie dem Ensemble der Deutschen Oper Berlin bei, wo sie u.a. Königin der Nacht, Nannetta und Najade sang. Sie ist ab September 2013 Ensemblemitglied an der Wiener Staatsoper, wo sie als Frasquita in Carmen am 13. September debütiert. Der junge Tenor James Kryshak ist mehrfacher internationaler Wettbewerbspreisträger und ab der Spielzeit 2013/2014 Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper. Bisherige Auftritte führten ihn u.a. an

die Met und zum Glyndebourne Festival. Zu seinen Rollen zählen u.a. Don Ottavio, Scaramuccio, Pelléas, Ernesto. Er wird am 21. September im Haus am Ring als Hirt in Tristan und Isolde debütieren. Der junge Bariton Lucas Meachem war in den letzten Jahren u.a. als Conte d’Almaviva (Nozze), Don Giovanni, Figaro (Barbiere), Mercutio, Billy Budd, Fritz/Frank, Wolfram zu hören. Dabei trat er u.a. an der San Francisco Opera, am ROH Covent Garden, an der Lyric Opera Chicago, an der New Yorker Met, an der Pariser Oper und in Tokio auf. An der Wiener Staatsoper debütiert er am 28. September als Figaro (Barbiere).

O P ER N - R O L L EN D EBÜ TS Aleksandra Kurzak (Violetta), Massimo Giordano (Alfredo), Gabriel Bermúdez (Douphol) in LA TRAVIATA am 3. September 2013 Dan Ettinger (Dirigent), Lance Ryan (Don José), Jongmin Park (Zuniga), Gabriel Bermúdez (Morales), Mihail Dogotari (Dancairo) in CARMEN am 4. September 2013 Angela Gheorghiu (Tosca), Marcelo Álvarez (Cavaradossi) in TOSCA am 5. September 2013 Dmitri Hvorostovsky (Jago), Mihail Dogotari (Montano), Anja Harteros (Desdemona) in OTELLO am 14. September 2013 Markus Eiche (Kurwenal), Gabriel Bermúdez (Melot), Pavel Kolgatin (Stimme des Seemanns) in TRISTAN UND ISOLDE am 21. September 2013 Alisa Kolosova (Fenena), Jennifer Wilson (Abigaille), Vitalij Kowaljow (Zaccaria), Olga Bezsmertna (Anna) in NABUCCO am 22. September 2013 Alain Altinoglu (Dirigent), Adam Plachetka (Paolo), Joseph Calleja (Gabriele Adorno), Jinxu Xiahou (Hauptmann) in SIMON BOCCANEGRA am 27. September 2013

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Rinat Shaham


ZWISCHEN LIEBE I UNDAleksandra TRAGIKKurzak singt die Violetta Aleksandra Kurzak singt die Violetta

hr Vater war Hornist, Ihre Mutter Sängerin. Wäre für Sie ein anderer Beruf als Musikerin, Sängerin denkbar gewesen? Kurzak: Ich habe nie daran gedacht! Musik war einfach so „normal“ für mich, schließlich bin ich ja buchstäblich in der Oper aufgewachsen. Dazu kam, dass ich mit sieben Jahren begonnen habe Violine zu lernen und in eine Musikschule gegangen bin. Musik war einfach immer um mich herum. Es gab nur einen Alternativberufwunsch: als kleines Mädchen wollte ich Balletttänzerin werden – aber das hat ja auch mit Musik zu tun. Und als Sie Geige lernten: Hatten Sie im Kopf bereits den Gesang? Kurzak: Ich glaube schon. Wie gesagt, ich lebte gewissermaßen in der Oper und besuchte auch viele Vorstellungen. Es gibt die Geschichte, die ich immer wieder erzähle: Meine Mutter gab einmal ein Konzert und ich kannte das Programm sehr gut und „imitierte“ sie im Hotelzimmer. Einmal hörte der Dirigent des Abends wie ich sang und fragte: „Wer ist das?“ Und meine Mutter antwortete: „Meine Tochter“. Er konnte es nicht glauben, denn ich war ja erst vier Jahre alt. Es sollte dann eine Schallplatte mit mir gemacht werden, aber meine Eltern stimmten nicht zu. Sie meinten, dass es wird, wenn es wird – aber ich in diesem jungen Alter noch keinen Stress bräuchte. Nach der Matura, entschied ich mich ganz für das Singen. Ihr Bühnendebüt gaben Sie als Susanna in Le nozze di Figaro an der Seite Ihrer Mutter, die die Gräfin sang. Empfanden Sie das als eher unangenehm oder fühlten Sie sich besonders behütet? Kurzak: Das war ein gutes Gefühl für mich! Für mich zählte: Ich bin in der Oper, ich darf auf der Bühne stehen! Und es war einfach schön, gemeinsam mit meiner Mutter aufzutreten. Allerdings: Sie hat sich, weil sie wegen mir so nervös war, bei ihrem ersten Auftritt in der Tonart geirrt. Angeblich habe ich daraufhin vorwurfsvoll durch die Zähne gezischt: „Mama!“ Inzwischen haben Sie ja schon an allen großen Häusern gesungen. Oder fehlt noch eines? Kurzak: Paris, aber das kommt demnächst. Aber im Großen und Ganzen bin ich schon überall aufgetreten: Wiener Staatsoper, Met, Scala, Salzburger Festspiele, Covent Garden in London.

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INTERVIEW

Haben Sie Ihre Karriere systematisch geplant? Kurzak: Nein, so bin ich eigentlich nicht. Mein erstes Gastieren war in New York an der Met, dann London im Covent Garden, das heute so etwas wie mein Stammhaus ist. Es hat sich alles ergeben, ganz natürlich und unkompliziert. Ich finde das schön. Ein planender „Erst das, dann das und dann das“-Typ bin ich nicht. Aber Sie setzen sich dennoch Ziele? Kurzak: Ja, aber eher im Sinne von Träumen. Zum Beispiel: In meiner Jugend konnte man bei uns einzelne Aufführungen aus der Met im Fernsehen anschauen. Ich träumte immer davon, dass ich eines Tages auch an diesem Haus sein möchte, vielleicht nicht als Sängerin, aber wenigstens meinen Fuß auf die Bühne stellen! Das schien aber ein eher unwahrscheinlicher Traum zu sein, weil ja damals im Polen der Kommunismus herrschte und die Grenzen geschlossen waren. Aber es hat geklappt, und ich habe im Grunde alles bekommen, was ich mir gewünscht habe: beruflich und privat. Manchmal habe ich aus Aberglauben fast Angst, es so auszusprechen, weil ich einfach so sehr glücklich bin. Auch stolz? Kurzak: Natürlich! Aber in einem positiven Sinne. Stolz-sein ist ja nichts schlechtes, an sich. Man muss nur richtig damit umgehen und immer am Boden bleiben. Aber ich sehe, dass meine Familie stolz auf mich ist: das gibt mir Kraft, weiterzumachen. Ihre Karriere planen Sie also nicht. Aber lässt sich zumindest eine stimmliche Entwicklung planen? Kurzak: Nein. Anfangs war ich ein echter Koloratursopran. Mit den Arien der Königin der Nacht bin ich zu Wettbewerben gefahren, habe meine Vorsingen gemacht. Dann aber ist die Stimme runder, voller geworden und ich musste viele bereits unterschriebene Verträge auflösen. Solche Entwicklungen lassen sich nicht voraussagen. Im Moment denke ich, dass ich in den nächsten Jahren die Belcanto-Partien, die auch eine Höhe erfordern, singen werde. Es heißt, dass eine Sängerin für die Violetta drei unterschiedliche Stimmtypen braucht. In welcher fühlen Sie sich am wohlsten?

Kurzak: Eigentlich während der gesamten Oper! Ich weiß ja nicht genau, ob es wirklich drei unterschiedliche Stimmen sind, die man braucht. Im Grunde wird eine schöne runde, lyrische Stimme benötigt, die Koloraturen bieten kann; das Dramatische, eine Spinto-Stimme hingegen ist hier falsch. Man braucht im Vergleich als Gilda mehr Kraft in der Stimme: Im dritten Akt, während des Sturmes, da ist das Orchester schon sehr dick und die Sängerin muss Power geben. Violetta ist in diesem Punkt weniger anstrengend. Sehen Sie Violetta von Beginn an als tragische Figur oder sind wirklich unbeschwerte Momente auch gegeben? Kurzak: Ich finde, dass sie im ersten Akt einfach nur verliebt ist und nicht wahrnehmen möchte, wie ihr Leben eigentlich aussieht. Dieser Aspekt ist für mich wichtig, damit die Figur eine Charakter-Vielfältigkeit erhalten kann. Die Tragik folgt dann später … Liegt Ihnen ein solcher tragischer Charakter? Kurzak: Unbedingt! Ich leide sehr gerne auf der Bühne. Leiden und sterben im Theater ist einfach schön! Und in eine Violetta kann man so viele Emotionen packen. Ganz allgemein finde ich es wunderschön, Menschen im Publikum so berühren zu können, dass sie Tränen in den Augen haben. Warum opfert sich Violetta eigentlich? Steht das nicht im Widerspruch zu ihrer Liebe zu Alfred? Sie macht ihn ja auch unglücklich! Kurzak: Das ist eine Frage, die aus heutiger Sicht nur sehr schwer zu beantworten ist. Heute würde niemand mehr so handeln. Aber damals, im 19. Jahrhundert, herrschten andere gesellschaftliche Gegebenheiten. Aus diesem historischen Blickwinkel ist ihr Verzicht zu verstehen. Und ist Alfredo ernst zu nehmen? Sie ist doch die erwachsenere, oder? Kurzak: Ja, unbedingt. Sie kennt das Leben, hat ihr Dasein mit reichen, älteren Männern verbracht. Daher nimmt Violetta Alfredo anfangs ja auch nicht ganz ernst. Allerdings dann … kommt die Liebe. Unerwartet. Sie kann es sich nicht erklären, aber das ist eben so im Leben. Man kann die Liebe nicht verstehen … Das Gespräch führte Oliver Láng

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Termine: La traviata 3., 6., 9., 12. September Diese Produktion wird unterstützt von


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PORTRAIT

STARKE PRÄSENZ Angela Gheorghiu singt die Tosca

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m Haus am Ring debütierte sie 1992, als Adina in Donizettis Liebestrank. Es war am Beginn ihrer internationalen Karriere, die in Rumänien geborene Sängerin hatte erst kurz zuvor, nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, ihre Heimat verlassen und trat in diesem für sie schicksalshaften, erfolgreichen Jahr auch in London, am Royal Opera House Covent Garden und an der New Yorker Metropolitan Opera erstmals auf. Studiert hatte sie zuvor am George Enescu Lyzeum in Bukarest und an der dortigen Musikakademie; und noch heute hebt sie die Güte dieser Ausbildung hervor. „Das kommunistische System hat viele schreckliche Sachen gehabt, aber die Schule war einfach fantastisch, auch was die allgemeine Bildung betrifft. Wir haben viel über die westlichen Länder, ihre Literatur, ihre Musik gelernt. Für eine Karriere, wie die meine, sind Erfahrungen in einer solch taffen Schule das Beste, was man haben kann“ erzählte sie in einem arte-Interview. Raketenhaft ihre Karriere: In kurzer Zeit eroberte sich die Sopranistin die internationale Musikwelt und stieg zum Zenit empor, arbeitete bald mit den wichtigsten und größten musikalischen Partnern. Berühmt geworden etwa der Satz Sir Georg Soltis nach einer Probe: „Mir kamen die Tränen. Ich musste hinausgehen. Das Mädel ist wunderbar. Sie kann alles.“ Im Haus am Ring war sie nach ihrem Debüt 1992 als Mimì in La Bohème, als Nannetta in Falstaff, als Marguerite in Faust, als Violetta in La traviata sowie als Sängerin am Opernball zu erleben. Dass sie zu den großen Operndiven zählt, ist nicht nur allgemein bekannt, sondern für sie auch ein Kompliment: „Die Musik, das Theater wäre ohne Diven nicht weitergekommen, alles wäre gestorben. Menschen brauchen Diven, jemand, der anders ist als sie“. Inzwischen ist Gheorghiu nicht nur nicht mehr vom internationalen Musikbetrieb wegzudenken, sie ist auch auf zahlreichen Musiktheater-Aufzeichnungen (wie etwa als Tosca, Violetta, Juliette oder Adina) zu sehen, ihre weite CD-Palette preisgekrönt. Wie auch die Sängerin zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen erhielt, darunter die Ernennung zum Officier de l'Ordre des Arts et Lettres in Frank-

reich oder Trägerin des „Sterns Rumäniens“ ist, die höchste Auszeichnung ihres Geburtslandes. Eine Besonderheit an Angela Gheorghiu ist wohl auch, dass sie nicht nur musikalisch, sondern auch gesamt-künstlerisch einen besonderen Kopf hat und nicht zu allem Ja und Amen sagt – was für ihren Charakter und ihre Durchsetzungskraft spricht. Von Regisseuren verlangt sie demnach schlüssige Konzepte, die das Zeug haben, zu bestehen und nicht innerhalb kürzester Zeit wieder überholt sind. Und mit Nachdruck vermag sie sich auch für ihre Vorstellungen und Ideen einzusetzen. Daraus folgend ist für sie der schauspielerische Teil ihrer Arbeit ein besonders wichtiger, und gerade das Darstellerische verdient ihre besondere Aufmerksamkeit – wäre sie doch, wenn nicht Sängerin, dann vielleicht Schauspielerin geworden, verriet sie in einem Gespräch. So verkörpert Gheorghiu Partien, ohne aber ganz die darstellte Figur zu werden: „Wenn ich eine Rolle singe, versuche ich immer auch, eine andere Person zu werden. Aber ich bin nie wirklich die Rolle, ich spiele sie nur. Natürlich steckt immer ein kleines Stück von mir in ihnen, aber ich bin nicht Mimì, bin nicht Violetta. Das ist doch ein wesentlicher Aspekt des Schauspielens“ erklärte sie in einem Interview mit dem Magazin Concerti. In dieser Spielzeit wird Angela Gheorghiu an der Wiener Staatsoper gleich in drei Rollen zu erleben sein: Als Tosca im September, als Mimì im Dezember und in der Titelrolle der Premierenproduktion von Adriana Lecouvreur im Februar 2014. In dieser Partie debütierte sie in London und erhielt begeisterten Zuspruch: „Es ist schwer sich jemanden vorzustellen, der besser als Angela Gheorghiu in dieser Rolle sein könnte. Ihre Stimme, federleicht und weich-timbriert, dennoch mit einem stählernen Kern, korrespondiert bestens mit ihrer angenehmen Bühnenpräsenz. Sie ist ein Naturtalent als Schauspielerin, sogar die unwahrscheinliche Sterbeszene gelang ihr sehr glaubwürdig und herzzereißend, ihre ParadeArie Poveri fiori bleibt unvergesslich“ (Observer). Zunächst aber, im September: Tosca! Oliver Láng

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Termine: Tosca 5., 8., 11., 15. September


AUS TIEFSTEM HERZEN KS Agnes Baltsa singt Lieder ihrer Heimat

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Termin: 18. September

s gibt nicht einmal eine Handvoll an Sängern, deren Namen bereits zu Lebzeiten zu einer echten Legende werden. Persönlichkeiten, die das Publikum über viele Jahre begleitet, die einfach Teil der Operngeschichte werden. Es sind Künstler, mit denen jeder Musikfreund eine Reihe von persönlichen Erinnerungen verbindet: glanzvolle Abende, einzigartige Interpretationen, kostbare Momente. Agnes Baltsa ist eine von diesen raren Sängerinnen. Sie gehört zum künstlerischen Grundbestand des Hauses am Ring (und der gesamten musikalischen Welt), und zeigt sich ihrem Staatsopernpublikum nun, am 18. September, von einer gänzlich neuen Seite. Begleitet von Achilleas Wastor gibt sie ein Solistenkonzert im Großen Haus, bei dem sie Lieder aus ihrer Heimat präsentiert, Kompositionen von Mikis Theodorakis, Stavros Xarhakos, Manos Hadzidakis und Vassilis Tsitsanis. Es ist ein persönlicher Abend. „Bei den Liedern geht es um Sehnsucht und Schmerz, um Liebe und Hoffnung. Gefühle, die das Wesen des Landes Griechenland ausmachen, werden in Tönen geäußert“, erzählt Baltsa. „Es sind Lieder, die jedem im Land vertraut sind und manche kenne ich seit meiner Kindheit – auch wenn ich nie gedacht hätte, dass ich sie einmal auf einer Bühne singen werde, weil sie doch einen ganz anderen Stil erfordern als eine Opernrolle. Ein dramatischer Trovatore-Stil wäre ganz falsch, es darf bei der Interpretation die Opernsängerin nicht durchscheinen, gleichzeitig aber soll doch auch ein wenig von meinen Farben mitklingen. Die Herausforderung liegt darin, dass ich – nur von einem Klavier begleitet – die Farben eines ganzen Landes zeigen möchte, Gefühle, die Griechenland ausmachen. Und ich stelle mir natürlich immer die Frage, ob ich dem Publikum ein Stückchen dieser Seele Griechenlands vermitteln kann? Aber ich denke: Wenn man etwas mit seinem reinen Herzen macht, dann kommt es schon an.“ Eine Besonderheit ist für Agnes Baltsa auch, dieses Programm an der Wiener Staatsoper zu gestalten:

„Ich bin sehr emotionalisiert: Immerhin hat an diesem Haus der wichtigste Teil meiner Karriere stattgefunden.“ Auch auf eine andere Seite des Programms weist sie hin: „Diese Lieder sind geprägt von den politischen, sozialen und ökonomischen Verhältnissen ihrer Entstehungszeit, und sind somit heute mehr als aktuell!“ Ob sie beim Singen an ihre Heimat denkt? „Ich bin in erster Linie Musikerin und denke an die Musik, aber natürlich ein Mensch, der von Gefühlen geprägt ist. Und ich bin Griechin mit Haut und Haaren und bin dankbar, in diesem gesegneten Land geboren zu sein. Das alles geht in mir vor, wenn ich die Lieder singe.“ Ob sich die Lieder auch an Nicht-Griechen vermitteln? „Es geht in dem Programm um Menschen, Gefühle. Und Gefühle gelten in jedem Land, sie haben keine Nationalität. Vielleicht sind wir Griechen ein bisschen melancholischer, aber wir tragen auch eine riesige Hoffnung im Herzen, allein schon, weil das Land von Licht, Meer und Sonne so durchflutet ist!“ Oliver Láng


KONZERTMATINEE

EIN GROSSER VORMITTAG! KS José Carreras singt wieder im Haus am Ring

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aum begonnen, hält die neue Spielzeit bereits nach knapp zwei Wochen eine Veranstaltung bereit, die unzählige Opernfreunde schon im Vorfeld in überaus positive Aufregung versetzt: KS José Carreras kommt! Die vormittägliche Stunde des Konzertes am 15. September hatte zwar zunächst manche verunsichert – wird der geliebte Tenor wieder an der Wiener Staatsoper singen, oder eher eine Veranstaltung bestreiten an der er als Interviewpartner fungiert –, aber nachdem man sich versichern konnte, dass tatsächlich eine vokale Wiederkehr an das Haus am Ring anstand, wuchs die Vorfreude täglich an. Partner bei dieser Konzertmatinee ist einerseits das Orchester der Sommerakademie der Wiener Philharmoniker unter David Giménez und sind andererseits zwei Sängerinnen und ein Sänger des Staatsopernensembles: Margarita Gritskova, Anita Hartig sowie Adam Plachetka. Die drei jungen erfolgreichen Künstler werden das eine oder andere Mal zwischen den Gesangsnummern von José Carreras solistisch bzw. mit Carreras gemeinsam auftreten und auf diese Weise die oft zitierte innige Verbundenheit des großen Tenors mit der Wiener Staatsoper, an der er im September 1988 nach seiner Genesung sein erstes außerspanisches Konzert gegeben hatte, zusätzlich unterstreichen. In den 80er-Jahren war José Carreras bekanntlich schwer an Blutkrebs erkrankt. Chemotherapie und eine Knochenmarktransplantation retteten ihm das Leben. Millionen Menschen hatten für José Carreras gebetet, hunderttausende Genesungswünsche trafen bei ihm ein. Am liebsten hätte er jedem einzelnen Danke gesagt – und er tat es auch auf seine Weise: Er gründete die „ José Carreras Leukämiestiftung“ – „um all den Menschen, die mir so geholfen hatten und all jenen Kranken, die Hilfe benötigen etwas zurückzugeben.“ Seit nunmehr 25 Jahren widmet er sich nun dieser Stiftung. Der Reinerlös der Konzertmatinee in der Wiener Staatsoper am 15. September kommt daher verständlicherweise ebenfalls der „ José Carreras Leukämiestiftung“ zugute!

Termin: 15. September

Programm Ouverture La gazza ladra | Rossini Te voglio bene assaje | Donizetti Nel giardin’ sotto il tiglio | Schreker Una voce poco fa | Rossini La ci darem la mano | Mozart Vedrò, mentr’io sospiro | Mozart Terra e mare | Puccini Sole e amore | Puccini Faust Walzer | Gounod L’amor passò | Tosti T’estimo | Grieg

Orchester José Carreras José Carreras Margarita Gritskova Anita Hartig, Adam Plachetka Adam Plachetka José Carreras José Carreras Anita Hartig José Carreras, Margarita Gritskova José Carreras

Pause El eco de tu voz | Albéniz Canción del gitano | Alonso Les filles de Cadix | Delibes Non t’amo piu | Tosti Pecchè | Pennino Vierno | Acampora Seguidille | Bizet Dúo y Jota | Caballero Core n’grato | Cardillo

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José Carreras José Carreras Anita Hartig Adam Plachetka José Carreras José Carreras Margarita Gritskova José Carreras, Anita Hartig José Carreras

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UNSERE ENSEMBLEMITGLIEDER ALEXANDRU MOISIUC im Portrait

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er einigermaßen regelmäßig Vorstellungen der Wiener Staatsoper besucht, wird nahezu ebenso regelmäßig den Namen Alexandru Moisiucs auf den Besetzungszetteln vorfinden. Denn der in Rumänien geborene Sänger absolvierte seit dem 5. Dezember 1996, also seit seinem Debüt als Colline in Puccinis La Bohème mehr als 50 Partien sowie hunderte Aufführungen im Haus am Ring. Und das in praktisch allen Stilrichtungen: vom Barock bis zur zeitgenössischen Oper, in großen wie in kleinen Rollen. Wobei er auch die kleinsten Bühnenfiguren zu wirklichen Persönlichkeiten formt, wie etwa den Schließer der Tosca, dem der charismatische Bass in den wenigen vorhandenen Minuten eine charakterliche Vielschichtigkeit verleiht, an die man sich lange und gern erinnert. Aber so sehr Alexandru Moisiuc auch ein wirklicher Opernbühnenmensch im besten Sinn des Wortes ist – sängerisch wie schauspielerisch unverwechselbar -, so wenig hatte er den Beruf des Opernsängers ursprünglich ins Auge gefasst. Seine große Liebe galt der Instrumentalmusik. Geiger wollte er werden, Kammermusiker. Und noch heute trifft man ihn an den wenigen Abenden, an denen er nicht selbst singt, zumeist als Zuhörer in einem der großen Wiener Konzertsäle an. Oper war ihm im Grunde etwas Schreckliches, Abstoßendes. Erst eine Rigoletto-Vorstellung an der Bukarester Oper machte aus dem Saulus einen Paulus, aus dem Opernverachter einen Opernenthusiasten. Verdis Musik, in die er sich damals augenblicklich verliebte, hatte für ihn das Tor zu einer neuen Welt aufgestoßen.

Alexandru Moisiuc als Großinquisitor in Don Carlos

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Als dann ein Theorieprofessor am Bukarester Musikgymnasium Moisiuc auch noch riet seine Stimme professionell ausbilden zu lassen, gab es kein Halten mehr: Aus dem Neo-Opernliebhaber wurde zusätzlich ein zu Höherem berufener Gesangsstudent. Die


ENSEMBLE

Für Alexandru Moisiuc ging es dann Schlag auf Schlag: 1984 gab er sein Bühnendebüt, ungefähr ein Jahr später sang er erstmals an der Bukarester Oper, an der Moisiuc dann bis 1991 als Solist blieb. Von dort engagierte ihn der Talentensucher Hans Gábor als Don Giovanni an die Wiener Kammeroper bzw. an das Schönbrunner Schlosstheater (inklusive einer ausgedehnten Tournee quer durch Japan und Südkorea). Bei einem Auftritt an der Temesvárer Oper hörte ihn wiederum Ioan Holender – und damit war der Weg an die Wiener Staatsoper gebahnt. Wer Moisiuc hier als Gesler, Großinquisitor, Kardinal Brogni, Ramfis, Philippe II. oder Fouquier-Tinville hört, wird sofort feststellen wollen: Moisiuc ist auf der Bühne der ideale nicht zu erweichende Erzbösewicht – undurchdringlich, angsteinflößend, omnipräsent. Doch ihn auf solche Partie beschränken zu wollen, wäre ein Irrtum: Denn der feige Schließer, der gerechte Herrscher, der weise Priester, der joviale Kumpane, der abgestumpfte Soldat oder der göttlich begnadete Seher gelingen ihm nicht weniger glaubwürdig. Denn Moisiuc geht nie vor das Publikum hinaus ohne Antworten auf Fragen zu finden, die da lauten: Wie ist derjenige, den ich darzustellen haben innerlich beschaffen? Was treibt ihn an? Welche Ängste, welche Wünsche prägen sein Tun? Was für

Möglichkeiten stehen ihm offen? Die entsprechenden Antworten, die seine Interpretationen mit ausmachen, lassen seine Auftritte so einprägsam werden. Moisiucs persönliches Credo lautet: Für den Interpreten ist die Partitur ein unumstößlicher, ein immer zu respektierender Gesetzestext, auf dem der gesamte Beruf des Musikers oder Sängers aufgebaut ist. Ein Gesetzestext der für den aufmerksamen, kundigen, erfahrenen und künstlerisch begabten Leser unendlich viele facettenreiche Vorgaben enthält, um die jeweilige Rolle plastisch umsetzen zu können. Und der zugleich viel Freiraum lässt, um Eigenes auf der Bühne entstehen zu lassen. Wer Alexandru Moisiuc in ein und derselben Partie mehrmals erlebt, wird feststellen (was Moisiuc durchaus als Intention bestätigt), dass sich seine Interpretation, nicht eben zur Freude der Inspizienten und Regieassistenten, immer wieder verändert, andere Details und Farben auftauchen, neue Gewichtungen in den Vordergrund treten – auch wenn das unverwechselbare seines Timbres, das Unverwechselbare seines Charismas nichtsdestotrotz klar erhalten bleiben. Angetrieben wird er von seiner Liebe zur Musik und seiner Liebe zur Opernbühne, denn beides – die Musik und die Bühne – empfindet er als Lebensgrundlage wie das Atmen, Essen und Trinken. Und so gehört er nicht zu jenen Künstlern, die stets behaupten, ihren Beruf dem Publikum zuliebe zu machen. Nein, Alexandru Moisiuc bereitet sich als Diener der Komponisten, die er interpretiert, bei jedem Auftritt selbst ein großes Glück. Auch dann, wenn er mit seiner Leistung nie wirklich zufrieden ist. Die Zustimmung der Zuschauer empfindet er dann als zusätzliches Plus seines Künstlerdaseins – oder wie man es heutzutage ausdrückt: der Beifall ist ein nice-to-have, aber nicht das Wesentliche.

Termine: Schließer in Tosca 5., 8., 11., 15. September Lodovico in Otello 14., 17., 20., 23. September

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Eltern, die ihren Sohn wohl lieber als Arzt oder Juristen gesehen hätten, erkannten bald, dass sie ihn seiner Berufung folgen lassen sollten und so wiederholte sich, was so oft zu beobachten ist: Der Talentierte, der Berufene kann stets Ressourcen und Kräfte freisetzen, die ihn ans Ziel bringen, auch ohne oder vielleicht gerade auf Grund des Fehlens irgendwelcher verbissen-ruhmsüchtiger Erziehungsberechtigter die mit Zwang eine künstlerische Karriere des Sprösslings erreichen wollen.

Andreas Láng

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Merci beaucoup et à bientôt!

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ies hieß es für die Tänzerinnen und Tänzer des Wiener Staatsballetts am 27. Juli nach mehreren erlebnisreichen Wochen und einer Vielzahl an ebenso umjubelten wie besonders in Anbetracht der sommerlichen Temperaturen kräftezehrenden Vorstellungen im Théâtre du Châtelet im Rahmen des Festivals Les Étés de la Danse. Zum ersten Mal nach 45 Jahren war das Wiener Staatsballett wieder in Paris zu sehen – eine Chance, die sich knapp 22 000 Besucherinnen und Besucher nicht entgehen ließen und das Theater stürmten. Auf besonderes Interesse stieß das Rudolf Nurejew gewidmete Galaprogramm, welches das Gastspiel an drei Abenden eröffnete und folgende Werke beziehungsweise Ausschnitte aus Laurencia, Before Nightfall, Die Fledermaus, The Vertiginous Thrill of Exactitude, Dornröschen,

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Rubies, Schwanensee, Black Cake, Le Corsaire und Bach Suite III umfasste. Neben A Million Kisses to my Skin, Eventide, Windspiele und Vers un Pays Sage, die zusammen einen gemischten Abend formten, standen auch zahlreiche Vorstellungen von Don Quixote auf dem Tourneeplan. Damit präsentierte sich das Wiener Staatsballett ebenso vielfältig wie umfassend und bot dem Pariser Publikum einen aktuellen Querschnitt durch sein zeitgenössisches und klassisches Repertoire. Am Ende fiel den Wiener Ballettbotschaftern und dem Pariser Publikum der Abschied schwer, doch darf sich die Kompanie bereits auf ihr nächstes Reiseziel freuen: Das Royal Opera House Muscat im Oman (18.-20. Jänner 2014). Oliver Peter Graber


DAS WIENER STAATSBALLETT Halbsolist: CHRISTOPH WENZEL

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äbe es einen Preis für Vielseitigkeit und umfassende Kenntnis des Repertoires, Christoph Wenzel würde ihn mit Sicherheit erhalten. So hat er alleine im Ballett Dornröschen im Laufe seiner Karriere elf verschiedene Rollen gestaltet. Dabei fällt als weitere Besonderheit auf, dass sich Wenzels Repertoire auch in ungewöhnlicher Breite der Fächer entfaltet und sich von Charakterrollen bis zum Blauen Vogel erstreckt. Neben zahlreichen Aufgaben in Werken des bereits existierenden Repertoires wirkte er auch umfangreich bei der Entstehung neuer Choreographien mit.

Bei dem im Juli dieses Jahres erfolgten Gastspiel des Wiener Staatsballetts in Paris war er als Sancho Pansa zu erleben, „meine finale Lieblingsrolle, wenn man so will, denn mit der Zeit ändern sich die Aufgaben. Sehr gerne übernehme ich auch die Rolle des Pater Lorenzo, denn inzwischen ist es die Einzige, bei der mir kein Bauch umgebunden wird“, merkt Wenzel mit scherzhaftem Lachen an. So freut er sich auf alle kommenden Aufgaben, die es ihm ermöglichen seine körperliche Topform unter Beweis zu stellen und weiterhin nach neuen Herausforderungen zu suchen, die seine unglaubliche Sammlung an Bühnenerfahrungen komplettieren. Oliver Peter Graber

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Eine besonders intensive Zusammenarbeit verband ihn mit Renato Zanella, der Wenzel beginnend mit der am Ende seiner ersten Saison als Ballettdirektor in Wien etablierten Initiative zur Förderung junger Tänzer immer wieder wichtige Aufgaben in seinen Kreationen übertrug. Sticht unter all diesen, fast unüberschaubaren Rollengestaltungen für Christoph Wenzel noch Einzelnes hervor? „Wenn ich mich für eine Lieblingsrolle entscheiden müsste, so würde ich die Chinesische Puppe in der Grigorowitsch Fassung des Nussknacker nennen“, sagt er. Eine Rolle, die er so oft tanzte, bis man schließlich intern scherzhaft davon sprach, dass die „Stofflpuppe“ am Abend wieder vom Chinesen getanzt würde.

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Christoph Wenzel als Pater Lorenzo in Romeo und Julia

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NUR EIN MÖRDER HAT ANGST ERMORDET ZU WERDEN KS José Cura gilt weltweit als einer der bedeutendsten Otello-Interpreten. Im September singt er diese Partie, die er an der Wiener Staatsoper erstmals im Verdi-Jahr 2001 verkörpert hatte, erneut am das Haus am Ring und gab aus diesem Grund das nachfolgende Interview.

Wo liegen für José Cura die Herausforderungen in Verdis Otello – schauspielerisch wie sängerisch? KS José Cura: Die größte vokale Herausforderung ist wohl der lange Abschnitt im zweiten Akt, der die extreme Tessitura des Quartetts mit dem declamato von „Ora e per sempre, addio“ vereinigt: Eine Extremsituation für die Stimme, bei der es auf die Erfahrungen des jeweiligen Sängers und des Dirigenten ankommt. Schauspielerische Herausforderungen sind praktisch durchgehend vorhanden, die größte ist aber die genaue Dosierung von Otellos, die ganze Oper bestimmenden, Abstieg zur Hölle in den letzten 24 Stunden seines Lebens. Die musikalische Herausforderung schließlich besteht darin, den Mut zu haben, sich zu einem Instrument der stilistischen Revolution zu machen, die diesem Werk zugrundeliegt, also den canto declamato als ein schauspielerisches Werkzeug zu verstehen. Haben Sie im Laufe der Jahre Ihre Ansichten über den Charakter von Otello verändert? KS José Cura: Ich habe meine Ansichten nicht geändert, aber sie sind gereift. Was ist Otello nun für ein Charakter? KS José Cura: Man muss sich einen Mann vorstellen, der seinen eigenen Glauben verraten hat, nur um aus gesellschaftlichen Zwängen als etwas zu scheinen, woran ihm in Wahrheit gar nichts liegt. Man muss sich einen Mann vorstellen, der für ein Land kämpft, das nicht seine Heimat ist, sondern ihn für das Töten bezahlt. Wir reden von einem gedungenen Überläufer, der unter Vertrag steht, seine ehemaligen Glaubensbrüder zu vernichten.

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INTERVIEW

Ein Verräter also. Und so ein Mann ist Otello. Und um die Schimäre seines Lebens abzurunden, liebt und heiratet er ein Mädchen aus Venedig, deren Vater unter dem Druck der Signoria und der Entscheidung seiner Tochter die Vereinigung akzeptiert, aber die Warnung ausspricht: „ Sei wachsam, Mohr! Hast Augen du zu sehn: Den Vater trog sie, so mag dir’s geschehen!“ Ist Otello einfach dumm? Warum vertraut er denn überhaupt Jago? KS José Cura: Nun, Otello und Jago sind, wie viele Studien übereinstimmend feststellen, zwei Seiten einer Medaille. Shakespeare selbst deutet diese Tatsache mehrfach an - so zum Beispiel wenn Otello Jago frägt: „Bist du mein Echo?“ Die Sache mit dem Taschentuch ist lediglich ein dramaturgischer Aspekt, den Shakespeare wie einen roten Faden durchlaufen lässt, der aber mit dem eigentlichen Drama nichts zu tun hat. Nur Verräter glauben, dass sie stets verraten werden. Nur Mörder blicken ständig ängstlich über die Schulter zurück, in der Furcht hinterrücks ermordet zu werden. Es kann nicht leicht gewesen sein, unter diesem Druck, der noch dazu durch die Warnung von Desdemonas Vater verstärkt wurde, zu leben. Dumm? Nein! Schwach. Und Jago nutzt diese Schwäche um Otellos Willen zu unterminieren. Haben Ihnen Ihr künstlerisches Wirken als Dirigent bzw. Regisseur neue Erkenntnisse in Hinblick auf Otello gebracht? KS José Cura: Auf jeden Fall. Auch meine literarischen Tätigkeiten. Ich habe 2009 einen Roman geschrieben, der genau diese Frage berührt. Ich weiß nicht, ob ich ihn je veröffentlichen werde, aber allein der Umstand, dass ich ihn geschrieben habe, brachte mich dazu, tief in den Charakter von Otello vorzudringen. Und jetzt – während ich dieses sage – sitze ich in Buenos Aires und probe meine eigene Otello-Produktion, die ich selbst ausstatte und inszeniere. Liebt Otello Desdemona wirklich? Handelt es sich nicht viel eher um Leidenschaft? Wirkliche Liebe kann doch kaum zum Mord führen ... KS José Cura: Es ist wie bei Otello und Jago: Liebe und Hass sind zwei Seiten einer Medaille. Es reicht, die Medaille umzudrehen … Die unausgesprochene Frage ist aber: Ist dieses Verhalten Otellos

Teil seiner Stammestradition? Wenn dem so wäre, so geschah die Ermordung Desdemonas vielleicht nicht aus Hass, sondern war der notwendige Schlusspunkt eines aus seiner Sicht korrekten Vorgehens. Welchen Teil der Oper Otello schätzen Sie am meisten? KS José Cura: Ich liebe diese große Masse an Musik zwischen dem Beginn, wenn sich der Vorhang zum ersten Mal öffnet und dem Schluss nach dem Tod Otellos … Was bewundert der Komponist José Cura an Giuseppe Verdis Oper Otello? KS José Cura: Der Komponist Cura ist ein derartig kleines Nichts im Vergleich zu Verdi, dass man über eine einfache Bewunderung gar nicht sprechen kann. Was mich grundsätzlich immer wieder neu erstaunt ist dieser Grad der Entwicklung, diese überraschende Reife eines Mannes dessen gesamtes Leben erfüllt war mit dem Durchmessen der musikalischen Sprache vom fast naiven „guten alten Nabucco“ bis hin zum Parnass des Otello und Falstaff. Warum hat Verdi Ihrer Meinung nach den ersten Akt von Shakespeares Otello nicht vertont? KS José Cura: Das ist vielleicht eine der interessantesten Fragen in der gesamten Operngeschichte. Ich habe neulich die Gesamtausgabe von Verdis Briefen gekauft und hoffe dort eine Antwort zu finden. Vorerst kann ich nur vermuten, dass es eine große Versuchung war, die Oper mit dieser dramatischen Wucht des Sturmes beginnen zu lassen die dann zum Esultate führt. Vom Dramaturgischen her glaube ich wirklich, dass der Handlung ein erster Akt oder zumindest ein Prolog gut getan hätte, denn dann könnten wir die naheliegende Frage vermeiden: „Wieso verfängt sich Otello so leicht in Jagos Falle? Ist er dumm?“ Können Sie sich erinnern, wann Sie Ihren ersten Otello gesungen haben? KS José Cura: Im Juni 1997. Ich glaube, es war der 8. Juni. Ich war 34 … am Pult stand Claudio Abbado, Barbara Frittoli sang die Desdemona und Ruggero Raimondi den Jago. Dieses Rollendebüt wurde übrigens live von RAI übertragen.

Termine: Otello 14., 17., 20., 23. September Diese Produktion wird unterstützt von

Das Gespräch führte Andreas Láng

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IST MUSIKKRITIK NOCH UP TO DATE? GMD Franz Welser-Möst setzt seine Diskussionsrunde im Gustav Mahler-Saal fort

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m 22. September um 11.00 Uhr gehen die Positionslichter in die nächste Runde, Titel dieser Ausgabe: Ist Musikkritik noch up to date? Dass dieses Thema gerade in Wien besondere Relevanz hat, zeigt bereits ein kleiner Blick in die Kulturgeschichte: War es doch gerade diese Stadt, in der der berühmte Kritikerpapst Eduard Hanslick aus der Musikberichterstattung eine eigene Kunstform machte. Man las seine Rezensionen nicht nur um ihrer Aussage willen – sondern auch aufgrund der Formulierungen, der Pointen, der gewitzten Urteile. Es ging um das Wie, und Musikkritik war plötzlich Feuilleton, war Literatur, gehörte zum guten Stil. Dass Hanslick in seinen Kritiken keineswegs objektiv urteilte, sondern sich einem Subjektivismus verschrieben hatte, lag in der Natur der Sache; dass er Kulturpolitik zu betreiben versuchte bzw. genauer: seine kunstästhetischen Meinungen vertrieb, verwunderte niemanden. Und auch heute, da seine Urteile in vielen Fällen widerlegt sind, lesen sich die Texte immer noch gut, und sind auch informativ. Denn sie weisen nicht nur auf einen gebildeten Fachmann hin (Hanslick war Musikwissenschaftler und komponierte mitunter auch), sondern geben auch Einblick in die musiktheoretischen Grabenkämpfe des 19. Jahrhunderts. Seither sind viele Jahre vergangen. Und immer wieder steht die Musikkritik ihrerseits im Kreuzfeuer der Kritik. Was darf sie? Was soll sie? Soll sie belehren und/ oder unterhalten? Soll sie nur Ausdruck einer persönlichen Meinung eines Kritikers sein? Oder muss ein Rezensent beschreiben, allgemein formulieren, informieren? Wie steht es um die Ausbildung eines Kritikers? Muss ein Kritiker eine Gesangsausbildung haben, um über Sänger schreiben zu dürfen? Oder ist ihre Zeit schon abgelaufen, in Zeiten des Bloggens und Internet-Postens? In dieser Positionslichter-Ausgabe wird Franz WelserMöst mit dem Kulturkritiker Karl Löbl, dem Galeristen Thaddaeus Ropac, der Kritikerin Eleonore Büning und dem Publizisten und Herausgeber Peter Michael Lingens über die Musikkritik diskutieren und das aktuelle Thema – wie schon bei den vergangenen Matinee-Terminen – in einer gesellschaftlichen, kulturwissenschaftlichen und intellektuellen Zusammenhang beleuchten. Oliver Lang

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AM STEHPL ATZ eine Stehplatzzeit deckt sich mit meinen Gymnasial-Oberstufenjahren und der Direktionsära Karajan an der Wiener Staatsoper. Wenn ich mich heute an diese mich ungemein prägende Zeit erinnere, die meine glühenden Liebe zur Oper bewirkt hat, so sehe ich unvergessliche Erfahrungen für mein Leben. Als „Stehplatzler“ – ich war überzeugter „Galerist“, wesentlich der Akustik wegen – fühlten wir uns – also alle, mit denen man sich fast täglich anstellte – eigentlich als das Gerüst und die Basis der Wiener Staatsoper. Wir wussten auch, was Karajan als Direktor falsch machte, wir haben Rollenbesetzungen als falsche Entscheidungen demaskiert und die musikalischen Leitungen kritisiert. Kurz gesagt, man hätte uns die Leitung der Staatsoper übergeben sollen. Wir waren ja mit den Sängern auf Du und Du, Madeira war nur die Jean, Di Stefano Pippo, Giulietta Simionato die Giù. Die Diskussion um künstlerische Leistungen, Stimmen, Rollenbesetzungen überwog die über Inszenierungen, denn es gab in der damaligen Zeit Sänger, die ihre eigene, sehr persönliche Auffassung einer Rollengestaltung hatten. Es wäre auch kaum ein Regisseur auf die Idee gekommen, diesen Sängern in der Darstellung etwas vorzuschreiben, das gegen ihre Idee und Vorstellung der jeweiligen Partie gewesen wäre. Aus dieser meiner Stehplatzzeit sind mir viele Erinnerungen geblieben, welche mich mein Leben lang begleiten und dankbar machen. Wenn Jean Madeira als Carmen den Rock hob und darunter ein Straps sich zeigte, mit dem sie die Augen des Don José –meist war es Di Stefano – zum Schielen brachte, so war dies ein erotischer Moment; er war nicht gespielt, er war gelebt! Wenn man vor der Arie des Cavaradossi im letzten Akt der Tosca nicht nur auf Di Stefanos Ausbruch bis ins Pianissimo gehend wartete, sondern ebenso auf das vorangehende Klarinetten-Solo des 1. Klarinettisten der Wiener Philharmoniker Peter Schmidl; wenn ich an die beiden Hauskapellmeister Lovro von Mataˇci´c und Heinz Wallberg denke, die das gesamte Reper-

toire betreuten und unglaubliche Sängerdirigenten waren, so war der Opernhimmel immer in Ordnung. Und es gab herausragende Abende, die den Alltag, sprich den normalen Repertoirebetrieb übertrafen. Dimitri Mitropoulos löste 1960 in der Forza del Destino nach der Ouverture, die nach dem Calatrava-Akt gespielt wurde, einen Jubel im Publikum aus, da war man Zeuge eines historischen Ereignisses. Wenn George London während der ChampagnerArie im Don Giovanni die Glacé Handschuhe anzog und dann rhythmisch mit einer Macho-Arroganz, die ihresgleichen sucht, sie zwischen den Fingern zurechtzog, war dies eine Personenregie, wie sie wahrscheinlich nur von einem so intelligenten Sänger erfunden werden kann. Unvergesslich Di Stefanos Canio im Bajazzo, wo er am Schluss durch das Aufschlagen der Knie und einem verzweifelten „la commedia è finita“ dem Zuschauer die Tränen in die Augen trieb. Keiner von uns hat sich dieser Tränen geschämt, genauso wenig wie beim Abschied des Turiddù mit seinen Mamma-Rufen in Mascagnis Cavalleria rusticana. Zu meinen Höhepunkten gehört die Parsifal-Premiere 1961 unter Karajan, wo ich ganze 24 Stunden durchgestanden bin, sodass ich nach dem Bühnenweihfestspiel so erschöpft war, dass ich nicht mehr mit meinen Eltern, die auf mich warteten, Abendessen gehen konnte. Diese Aufführung ist aus zweierlei Gründen in meiner Erinnerung immer noch lebendig: es war mein erster Parsifal, und er machte mich zum Wagnerianer. Durch das lange Anstellen musste ich meine Mathematikaufgabe liegend am kalten Steinboden verrichten und zog mir einen Blasenkatarrh samt Harnröhrenentzündung zu – aber was tut man nicht alles für die Oper! Was man von der Oper lernen kann – ich konnte der gebotenen Kürze wegen nur über einige wenige Ereignisse berichten –, dass man in der Liebe leiden muss. Ohne diese Jahre am Stehplatz der Wiener Staatsoper wäre mein Leben anders verlaufen, wäre sicher ärmer und ich hätte nicht den Beruf des Komponisten und Musikmanagers eingeschlagen.

DR. RAINER BISCHOF Studium der Rechtswissenschaft, Philosophie, Kunstgeschichte und Komposition. Neben seiner Komponistentätigkeit bekleidete er zahlreiche Leitungspositionen im Wiener Kulturleben, u.a. als Leiter des Theaterund Musikreferates des Kulturamtes der Stadt Wien, Intendant des Wiener Musiksommers, Generalsekretär der Wiener Symphoniker, Präsident der Internationalen Gustav Mahler Gesellschaft.

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Rainer Bischof

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ACHTUNG UMBAU! W

enn der Vorhang aufgeht und der Blick auf das jeweilige Bühnenbild freigegeben ist, werden sich wohl die wenigsten im Zuschauerraum darüber den Kopf zerbrechen, wie die – zum Teil sehr aufwendig aussehenden – Dekorationen auf die Bühne gelangt sind. Die einzelnen Besucherinnen und Besucher werden Gefallen oder Missfallen an der optischen Gestaltung empfinden, aber ob nun viele Personen für den Kulissenaufbau notwendig waren oder wenige, ob der Umbau technisch eine besondere Herausforderung darstellt oder nicht, diese Fragen kursieren im Auditorium kaum. Die Tatsache der Notwenigkeit des Umbaus wird dem Publikum meist nur in den obligatorischen zweiminütigen Lichtpausen bewusst, wenn ab und an durch den geschlossenen Vorhang dumpfes Hämmern in den Saal dringt. Aber gerade an der Wiener Staatsoper, im größten Opernrepertoirebetrieb der Welt, sind die Umbauten

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ein überaus bestimmender Faktor, der Auswirkungen auf den Spielplan, den Spielbetrieb, die Probendisposition, ja sogar auf die Beginnzeiten der Vorstellungen hat. Denn grundsätzlich wird auf der Bühne im Lauf eines Tages regelmäßig umgebaut: - zeitig in der Früh ab 7 Uhr, wenn das Bühnenbild des Vorabends weggeschafft und die Dekorationen für die Vormittagsprobe in Position gebracht werden müssen; - natürlich während der Vormittagsprobe; - nach Probenschluss, wenn die Probenkulissen jenen der Vorstellung des Abends zu weichen haben, da mit Rücksicht auf die Leistungen der Künstler am selben Tag nicht ein und dasselbe Werk geprobt und aufgeführt werden kann; - während der eigentlichen Aufführungen; - nach der Vorstellung – da die Zeit bis 23 Uhr, so noch vorhanden, genützt wird, um für die Abbauten am nächsten Morgen vorzuarbeiten.


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Wenn also beispielsweise eine Vormittagprobe sehr weit in den Nachmittag hineinreicht – etwa im Zuge einer Haupt- oder Generalprobe – so wirkt sich das direkt auf die Beginnzeit und den Spielplan der abendlichen Vorstellung aus. Denn die notwendigen Umbauten, um die Bühne für die Vorstellung herrichten zu können, finden in so einem Fall erstens sehr spät statt und sind zweitens zeitlich stark begrenzt, wodurch Aufführungen mit komplexeren Dekorationen wie jene der aktuellen Inszenierungen von Frau ohne Schatten, Parsifal oder Holländer nicht möglich sind, ebensowenig lange Opern wie Meistersinger oder Götterdämmerung. Stattdessen wird an solchen Tagen beispielsweise die technisch gesehen praktikable Tosca, gezeigt oder die ähnlich praktikable Butterfly – und dies meist erst ab 19.30 oder gar 20.00 Uhr. Die Beschaffenheit eines Bühnenbildes hat aber auch noch auf eine weitere Art und Weise Auswirkungen auf die Beginnzeiten: Werden viele Mitarbeiter benötigt, um die notwendigen Dekorationen aufrespektive abzubauen – so etwa in der Carmen, bei der 120 der insgesamt 200 Bühnenarbeiter des Hauses eingesetzt sind – so wird darauf geachtet, dass die Zeitspanne zwischen dem Ende der Aufführung und dem allgemeinen Arbeitsschluss um 23.00 Uhr möglichst groß ist, damit die ohnehin eingeteilten und anwesenden zahlreichen Bühnenarbeiter gleich einen großen Teil des Abbaus erledigen können und die Zahl der Frühschichtbeschäftigten am nächsten Morgen gering bleibt. Werden hingegen bei einer Inszenierung wenig Bühnenarbeiter benötigt, da während der Vorstellung kaum oder gar keine Umbauten erfolgen – wie bei den Einheitsbühnenbildern vom Liebestrank, vom Barbiere, von der Salome – so wird eine möglichst späte Beginnzeit gewählt, die Bühnenarbeiter großteils heimgeschickt, nach der Vorstellung nicht oder kaum mehr abgebaut und dafür am nächsten Morgen eine größere Frühschicht bestellt. Andererseits ist es kaum möglich, Beginnzeiten für weiter entfernte Vorstellungen festzumachen, da manche Details, speziell jene von Neuproduktionen, nur schwer im Voraus kalkulierbar sind. So kennt die Technische Direktion zwar die notwendigen Daten und Unterlagen für den Bau der neuen Bühnenbilder schon recht früh, auf welche Weise diese Dekorationen jedoch für Umbauten sowie den An- und Ab-

transport auseinandergenommen werden können, und wie groß der damit verbundene technische und personelle Aufwand dann tatsächlich ausfällt, stellt sich erst viel später heraus. Dazu kommt noch, dass die konkreten Beleuchtungssituationen einer Produktion erst in den letzten Wochen vor der Premiere vom Regieteam entwickelt werden und daher die Längen der Beleuchtungsproben und damit verbunden der Zeitpuffer zur abendlichen Vorstellung ebenfalls nicht im Vorhinein berechenbar sind. Die Umbauten während der Pausen beziehungsweise Lichtpausen einer Vorstellung sollten naheliegender Weise kurz sein. Die hierfür notwendigen optimalen Umbauszenarien werden im Zuge der Proben zu einer Neuproduktion erstellt, wobei zugleich auch die Anzahl der für die Umbauten notwendigen Mitarbeiter festgelegt wird. Das Ballett ist auch hinsichtlich der Umbauten eine ganz andere Welt – muss doch im Gegensatz zu Opernvorstellungen zunächst ein eigener, die komplette Bühne bedeckender, aus Nut und Federn zusammengesetzter Holzboden aufgelegt werden. (Vor gar nicht allzu langer Zeit hatte man die Bodenunebenheiten und Spalten im eigentlichen Bühnenboden noch mühsam und personalaufwendig auszugleichen gesucht, ehe die Idee eines eigenen Ballettbodens realisiert wurde.) Auf die dadurch entstandene ebene Fläche wird schließlich noch ein PVCBelag befestigt und erst dann etwaige Dekorationen aufgebaut. Abschließend sei noch festgestellt, dass bei den Umbauten manches aus Gründen der Praktikabilität sowie der Vermeidung zusätzlicher maschinell bedingter Fehlerquellen nach wie vor händisch erfolgt. Und wer einmal die Möglichkeit hatte, zusehen zu dürfen, wenn komplette Bühnenbilder von einem Dutzend Mitarbeiter auf der Bühne auf die gewünschten Positionen geschoben werden oder sich ganze Szenerien innerhalb weniger Minuten blitzschnell verändern, der wird von der Magie, die die Bühne nun einmal ausstrahlt, noch intensiver vereinnahmt werden. Dieser Artikel von Andreas Láng entstand auf Basis eines Gespräches mit Ing. Peter Kozak, dem Technischen Direktor der Wiener Staatsoper

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PUCCINIS „AM BESTEN GELUN Nächste Premiere: La fanciulla

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Giacomo Puccini

Handlung kurz Die junge, schöne und noch ungebundenen Schenkenwirtin Minnie wird von allen Männern der Umgebung verehrt. Das Liebeswerben des düsteren Sheriffs Jack Rance weist sie ab, nicht aber den geheimnisvollen Dick Johnson: Die beiden finden zueinander und Minnie bleibt ihrem Johnson auch dann treu, als sich herausstellt, dass er in Wahrheit der gesuchte Räuber Ramerrez aus Sacramento ist. Mehr noch, sie verhindert, nachdem dieser schlussendlich gefangen genommen wird, seine beschlossene Hinrichtung, erwirkt die absolute Begnadigung und zieht mit ihm für immer von dannen.

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enken Wiener Opernbesucher an Puccini, so meist an Bohème, Butterfly, Tosca oder Turandot, in weiterer Folge an Manon Lescaut und Gianni Schicchi, eventuell noch an den Mantel. Aber an Fanciulla del West? Nun, die meisten haben dieses Werk schon das eine oder andere Mal erlebt, vielleicht sogar in den späten 70er- und den späten 80er-Jahren hier an der Wiener Staatsoper mit Carol Neblett oder Mara Zampieri, Franco Bonisolli, Plácido Domingo oder Giuseppe Giacomini. Aber es wird sogar im opernbegeisterten Wiener Publikum gar nicht so wenige geben, die Puccinis, wie er selbst meinte, „am besten gelungene Oper“ nur vom Hörensagen her kennen. Schnell fallen im Small-Talk Schlagworte wie: WildWest-Oper, Happy End, weiterentwickelter PucciniStil, heutzutage schwer inszenierbar. Aber konkreter? Wer könnte, Hand aufs Herz, die genaue Handlung sogleich genauso präzise nacherzählen wie jene der Tosca? Wer weiß, was es mit dem weiterentwickelten Puccini-Stil tatsächlich auf sich hat? Und wer vermag das sogenannte Wilder-Westen-Hafte des Werkes festzumachen? Die mit der geringeren Popularität verbundene weitverbreitete Unkenntnis des Werkes – Puccini sprach übrigens immer nur vom „Girl“, nie von der „Fanciulla“ – hat mehrere unterschiedliche Ursachen. Zunächst hat die Oper mit einem Klischee zu kämpfen, das erst durch die, Jahrzehnte nach ihrer Entstehung aufgekommene, Wild-West-Trivialisierung mit den einander bekämpfenden und herum galoppierenden Cowboys und Indianern entstanden ist. Von derartigen Revolver-Storys ist Fanciulla del West meilenweit entfernt. Im Grunde hatte Puccini in Bezug auf die Sujetwahl ja nichts anderes gemacht, als bei der Butterfly oder Turandot: Er hat einen, von Europa aus gesehenen, entfernten, zeitlich vergangenen und durch die Fremdheit exotisch angehauchten Schauplatz ausgesucht und mit lokalkoloritischen musikalischen Anstrichen – in diesem Fall mit Melodiezitaten originär amerikanischer Musik - aufgeladen. Die späteren Wild-West-Filme haben aber dem USamerikanischen 19. Jahrhundert bald jeden Exotismus


OPER

GENE OPER“ del West ausgetrieben. Eine Oper die im Wilden Westen spielt, leidet heute fast zwangsläufig unter der Revolverrauch-Stigmatisierung, auch wenn sie sich in einem ganz anderen Fahrwasser befindet. In der Fanciulla geht es nicht um tapfere und wagemutige romantisch verbrämte Helden, sondern um Entwurzelte, Gestrandete, die, von der Not getrieben, die Heimat verlassen haben, in die Fänge des Goldrausches gelangt sind und als Minenarbeiter ein hartes, wenig frohes Dasein fristen. Doch dieser Umstand wird durch das Wild-West-Mascherl, das diesem Werk gerne umgehängt wird, leicht übersehen. Musikalisch unterscheidet sich Fanciulla tatsächlich klar von den davor geschriebenen Puccini-Opern (und der später verfassten Turandot): So verzichtete der Komponist großteils bewusst auf die ausgedehnten Arien, das Melodiöse findet über weite Strecken nicht auf der Bühne sondern im Orchester statt, wodurch die anspruchsvollen Gesangspartien im Allgemeinen weniger Applaus entzündend wirken als etwa in einer Tosca. Nicht umsonst sagte bereits Heinrich Mann, dass Puccini mit der Fanciulla angefangen habe „herb und ungefällig zu werden“, Puccinis österreichischer Komponistenkollege Anton Webern schlug gar noch euphorischere Töne an: „Eine Partitur von durchaus ganz originellem Klang, prachtvoll, jeder Takt überraschend… keine Spur von Kitsch… Ich muss sagen, dass es mir sehr gefallen hat.“ Und Puccini-Kenner Volker Mertens schrieb: „Puccini hat die harmonischen und instrumentatorischen Errungenschaften von Debussy, Strawinsky und Richard Strauss rezipiert und die raffinierten und diffizilen Klänge zur psychologischen Verdeutlichung der Personen und Situationen eingesetzt.“ Puccinis oben erwähntes Selbsturteil, er hätte mit der Fanciulla seine am besten gelungene Oper geschrieben, findet unter Kennern ganz allgemein Zustimmung. Genau genommen hatte Puccini mit der späteren Turandot im Vergleich zur Fanciulla sogar einen Entwicklungsrückschritt begangen, denn unter seinen Werken kann lediglich das Triptychon – und hier vor allem der Gianni Schicchi – in puncto Modernität mit der

Fanciulla mithalten. Inwieweit die Komplexität und Differenziertheit der Fanciulla-Partitur letztlich einer allzu schnellen Verbreitung im Wege stand, wird und wurde oft diskutiert. Tatsache ist allerdings, dass die Uraufführung an der New Yorker Metropolitan Opera im Jahre 1910 einen triumphalen Publikumszuspruch erlebte und nur die konservativeren Kritiker zu besserwisserischem Nasenrümpfen verleitete. Zwar wird gelegentlich aufgeworfen, Puccini hätte in der Fanciulla mit der allzu heiligenmäßigen und zugleich zu wenig fragilen Minnie einen für ihn unüblichen Frauentyp auf die Bühne gestellt und auch damit manchen berufsmäßigen Kritiker vor den Kopf gestoßen – doch ist diese Theorie bei näherem Hinsehen kaum stichhaltig: Eine Liù ist kaum weniger heiligenmäßig und eine Tosca wohl kaum fragiler. Nein, die geringere Popularität rührt mit Sicherheit vom falschen Westernklischee her, das der Fanciulla nachhängt und von der mit Sicherheit großen inszenatorischen Herausforderung, die jeden Regisseur erwartet, der sich dem Stück stellt. Denn dem Fehler, den nicht vorhandenen Kitsch der Partitur durch eine kitschige Szenerie zu ersetzen, sind in der Vergangenheit einige erlegen. Nicht von ungefähr trachtet der Regisseur der Anfang Oktober anstehenden Fanciulla-Neuproduktion, Marco Arturo Marelli danach, eine der Partitur entsprechende Umsetzung auf der Bühne zu gewährleisten. Ein Wild-West-Ambiente, wie in der früheren Staatsoperninszenierung ist bei ihm also nicht zu erwarten. Dass ihm und Generalmusikdirektor Franz Welser-Möst, dem Puccini wie in den letzten Jahren oft bewiesen, ein großes Anliegen ist, in den drei Hauptrollen Minnie, Dick Johnson und Jack Rance drei weltweite Publikumslieblinge – KS Nina Stemme, Jonas Kaufmann und Tomasz Konieczny – zur Verfügung stehen, werden die meisten Opernbesucher schon freudig zur Kenntnis genommen haben. Die Proben haben auf jeden Fall schon begonnen und der Moment des Schließens einer langjährigen Repertoirelücke ist mit dem Premierentermin am 5. Oktober endlich in greifbare Nähe gerückt. Andreas Láng

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Einführungsmatinee 29. September 2013, 11.00 Uhr Mit Mitwirkenden der Premiere Premiere: 5. Oktober 2013 Reprisen: 8., 11., 14., 17. Oktober 2013


DATEN UND FAKTEN GASTSPIELERFOLG

JUST BALLET

Lang anhaltenden Applaus und Ovationen gab es am 14. Juni 2013 für das Gastspiel (Ariadne auf Naxos) der Wiener Staatsoper im ausverkauften Kongresshaus im Rahmen des Richard-Strauss-Festivals/ Garmisch-Partenkirchen.

HAUPTPREIS Die neue, junge, aus Israel stammende Ensemblesängerin der Wiener Staatsoper, Hila Fahima, gewann im Juli beim 5. Stella-Maris-Gesangswettbewerb den Hauptpreis. Sie konnte mit Mozarts Königin der Nacht, Händels Samson und Richard Strauss’ Heilige Nacht überzeugen.

WICHTIGER WOTAN Als Alberich hat Tomasz Konieczny die Herzen des Wiener Publikums erobert. Mittlerweile gilt er auch hier als bedeutender Wotan, der der Figur des obersten Gottes seine unverwechselbare, extrem wandlungsfähige Stimme leiht. Im RingZyklus der vergangenen Saison unter GMD Franz Welser-Möst bewies er einmal mehr, dass er sowohl schauspielerisch als auch sängerisch eine der Idealbesetzungen des Wotan/Wanderer darstellt. Wagner- und Koniecznyfreunde werden daher mit Freude zur Kenntnis genommen haben, dass nun eine live aufgezeichnete konzertante Ring-Gesamtausgabe unter Marek Janowski (RSO Berlin) herauskommt, bei der Tomasz Konieczny abermals als Göttervater zu hören ist. Das Rheingold (mit Iris Vermillion, Ricarda Merbeth, Jochen Schmeckenbecher und Christian Elsner) ist seit kurzem bereits erhältlich.

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N° 171

Stephanus Domanigs Just Ballet (Seven Film- und Postproduction GmbH für ZDF/3SAT) wurde im vergangenen Frühling als einziger Beitrag aus Österreich für die Rose d'Or 2013 nominiert. In diesem Film nach einer Idee von Johnnie Opher Behiri werden acht Mädchen durch das fünfte Schuljahr der Ballettschule der Wiener Staatsoper begleitet.

WIENER STAATSBALLETT Nach 45 Jahren kehrte das Wiener Staatsballett im vergangenen Juli erstmals wieder für ein Gastspiel nach Paris zurück: Vom 4. bis. 27. Juli standen im Théâtre du Châtelet im Rahmen des Festivals Les Étés de la Danse 21 umjubelte Vorstellungen auf dem Plan der Tänzerinnen und Tänzer. Gezeigt wurden zwei mehrteilige Programme sowie Don Quixote. Die ersten Ballettvorstellungen der Saison 2013/2014 finden an der Wiener Staatsoper ab 3. Oktober (Manon) statt. Alle Ö1 Club-Mitglieder bekommen für sämtliche Ballettvorstellungen in der Wiener Staatsoper und Volksoper Wien eine Ermäßigung von 10%. Karten in allen verfügbaren Kategorien – maximal 2 Stück pro Ö1 Club-Mitglied – erhalten Sie an allen Bundestheatervorverkaufsstellen unter Vorweis Ihrer Ö1 Club-Karte. Informationen: http://oe1.orf.at/club

NEUENGAGEMENTS Corps de ballet: Nikisha Fogo, Suzan Opperman, Maria Tolstunova, Leonardo Basílío, Jakob Feyferlik, James Stephens

www.wiener-staatsoper.at

GEBURTSTAGE KS Luis Lima feiert am 12. September seinen 65. Geburtstag. An der Wiener Staatsoper sang er 1981-2003 an mehr als 160 Abenden, (u.a. Don Carlo, Turiddu, Don José, Rodolfo, Hoffmann, Werther.) Vladimir Chernow wird am 22. September 60 Jahre alt. An der Wiener Staatsoper debütierte er 1991 als Barbiere-Figaro. Außerdem sang er hier René, Marcello, Posa, Ford, Jeletzki, Stankar und Luna. KS John Dickie wäre am 5. September 60 Jahre alt geworden. Der 2010 nach schwerer Krankheit verstorbene, auch weltweit gefragte Künstler, trat im Haus am Ring in rund 500 Vorstellungen auf.

TODESFÄLLE Der langjährige Inspizient der Wiener Staatsoper, Johann Vabic, ist im Juni im Alter von 61 Jahren überraschend verstorben. Regina Resnik starb wenige Wochen vor ihrem 91. Geburtstag, am 9. August in New York. Zunächst war sie in Sopranrollen zu erleben, später in Alt- und Mezzopartien. An der Wiener Staatsoper sang sie 1959-1973 12 Rollen (u.a. Amneris, Ulrica, Carmen, Eboli, Erda, Klytämnestra, Fricka, Mrs. Qickly) an 96 Abenden. Der 1928 in Veliko Tarnovo (Bulgarien) geborene KS Spas Wenkoff starb am 12. August in Bad Ischl. 1975 feierte er als Tristan an der Semperoper seinen internationalen Durchbruch. Im Haus am Ring debütierte er 1977 als Max. Es folgten Tristan, Florestan, Parsifal, Walther von Stolzing, Siegmund, Siegfried (Götterdämmerung) sowie Tannhäuser – unter anderem als Einspringer bei der Premiere am 16. Oktober 1982.


DATEN UND FAKTEN

RADIO

NEUER VERTRAG

DIVERSES

So, 1. Sept., 15.05 | Ö1 Erinnerungen an KS John Dickie So, 8. Sept., 15.00 | Radio Stephansdom Mélange mit Dominique Meyer Lieder von Gustav Mahler Di, 10. Sept., 00.08 | Ö1 Don Giovanni Siepi, Nilsson, Price, Valletti, Corena, van Mill; Leinsdorf; Wiener Philharmoniker, Chor der Wiener Staatsoper Aufgenommen 1959 Sofiensälen Wien So, 29. Sept., 15.05 | Ö1 Das Wiener Staatsopernmagazin Gestaltung: Michael Blees

VERDI AUSSTELLUNG

Die Sonderausstellung O zauberhafter Klang über KS Waldemar Kmentt ist noch bis 20. September im Staatsopernmuseum zu sehen. Vom 24. September bis 3. November zeigt das Staatsopernmuseum eine Sonderausstellung über Ljuba Welitsch anlässlich ihres 100. Geburtstages. Der Saisonrückblicksband Impressionen ist für die Spielzeit 2012/2013 erschienen. Rund 350 Fotos von Michael Pöhn lassen die Saison Revue passieren und zeigen Höhepunkte des Spielplans. Dazu kommen Abendzettel zu allen Produktionen der zehn Monate. Der Band ist um € 20,- im Arcadia Opera Shop, im Foyer und im e-Shop der Wiener Staatsoper erhältlich.

LIVE STREAMING

Hatten Sie ein persönliches Verdi-Erlebnis an der Wiener Staatsoper? Für die VerdiAusstellung im Oktober sammeln wir Geschichten unseres Publikums. Schreiben oder mailen Sie uns: dramaturgie@wiener-staatsoper oder Wiener Staatsoper/ Dramaturgie, Opernring 2, 1010 Wien.

Ab Herbst 2013 zeigt die Wiener Staatsoper ausgewählte Opern- und Ballettvorstellungen als Livestreams in höchster Bildund Tonqualität weltweit über Internet und auf Samsung SmartTV. Details zu diesem Angebot werden Mitte Oktober 2013 vorgestellt.

Die Wiener Staatsoper und der ORF unterzeichneten einen neuen Vertrag: Bis 2016/2017 wird der ORF den Wiener Opernball übertragen und sechs neue Opern- und Ballettproduktionen zeigen.

HAMBURG-GASTSPIEL Parallel zur ersten Aufführung in der neuen Saison absolviert die Wiener Staatsoper am 3. September ein konzertantes Gastspiel in der Laeiszhalle im Hamburg.

DONATOREN Astra Asigurari SA | BUWOG – Bauen und Wohnen Gesellschaft mbH | Casinos Austria AG | Diehl Stiftung & Co. KG | Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG | Helm AG | Kurier Zeitungsverlag und Druckerei GmbH | Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG | Novomatic AG | Porsche Holding GmbH | Raiffeisen Zentralbank Österreich AG | Norbert Schaller GmbH | Siemens AG Österreich | TUPACK Verpackungen Gesellschaft m.b.H. | UniCredit Bank Austria AG | voestalpine AG | Wirtschaftskammer Wien | ZAQQARA Beteiligungs GmbH

STAATSOPERNFÜHRUNGEN IM SEPTEMBER 2013 2.9. 3.9. 4.9. 5.9. 6.9. 7.9. 8.9. 9.9. 10.9. 11.9. 12.9. 13.9. 14.9.

13.00 13.00 13.00 13.00 10.00

13.00 13.00 13.00

13.00

14.30 14.00

15.30 15.00

14.00 14.00 14.00 14.00 14.00 14.00 14.00 14.30 14.00 14.00

15.00 15.00 15.00 15.00 15.00 15.00 15.00 15.30 15.00 15.00

14.00

15.00

15.9. 16.9. 17.9. 20.9. 22.9. 23.9. 24.9. 25.9. 26.9. 27.9.

13.00

13.30

14.00 14.00 14.00 14.00 14.30 14.00

15.00 15.00 15.00 15.00 15.00 15.30 15.00

14.00 14.00

15.00 15.00

13.00 13.00

9.00 Uhr Führungen nur nach telefonischer Voranmeldung www.wiener-staatsoper.at | tours@wiener-staatsoper.at Tel. (+43/1) 51444/2613, 2614 | Fax: (+43/1) 51444/2624. Änderungen vorbehalten.

www.wiener-staatsoper.at

N° 171

25


SPIELPLAN September 2013 01

Sonntag 14.00-16.30 18.00-20.30

TAG DER OFFENEN TÜR

02

Montag

KEINE VORSTELLUNG WEGEN VORBEREITUNGEN FÜR DIE NEUE SPIELZEIT

03

Dienstag 19.00-21.45 Oper

LA TRAVIATA | Giuseppe Verdi Dirigent: Marco Armiliato | Regie: Jean-François Sivadier Kurzak, Kushpler, Ellen, Giordano, Keenlyside, Xiahou, Bermúdez, Kammerer, Dumitrescu

Gastspiel in Hamburg

LE NOZZE DI FIGARO | Wolfgang Amadeus Mozart | Adam Fischer

04

Mittwoch 19.00-22.15 Oper

CARMEN | Georges Bizet Dirigent: Dan Ettinger | Regie und Bühne: Franco Zeffirelli Shaham, Ryan, Naouri, Hartig, Tonca, Mars, Park, Bermúdez, Kohlhepp, Dogotari

Abo 10 Preise A Oper live am Platz

05

Donnerstag 19.00-21.45 Oper

TOSCA | Giacomo Puccini Dirigent: Marco Armiliato | Regie: Margarethe Wallmann Gheorghiu, M. Álvarez, Luˇci´c, Monarcha, Šramek, Kobel, Pelz, Moisiuc

Preise G Oper live am Platz

06

Freitag 19.00-21.45 Oper

LA TRAVIATA | Giuseppe Verdi Dirigent: Marco Armiliato | Regie: Jean-François Sivadier Kurzak, Kushpler, Ellen, Giordano, Keenlyside, Xiahou, Bermúdez, Kammerer, Dumitrescu

Abo 5 Preise A Oper live am Platz

07

Samstag 19.00-22.15 Oper

CARMEN | Georges Bizet Dirigent: Dan Ettinger | Regie und Bühne: Franco Zeffirelli Shaham, Ryan, Naouri, Hartig, Tonca, Mars, Park, Bermúdez, Kohlhepp, Dogotari

Preise A Oper live am Platz

08

Sonntag 18.30-21.15 Oper

TOSCA | Giacomo Puccini Dirigent: Marco Armiliato | Regie: Margarethe Wallmann Gheorghiu, M. Álvarez, Luˇci´c, Monarcha, Šramek, Kobel, Pelz, Moisiuc

Abo 23 Preise G Oper live am Platz

09

Montag 19.00-21.45 Oper

LA TRAVIATA | Giuseppe Verdi Dirigent: Marco Armiliato | Regie: Jean-François Sivadier Kurzak, Kushpler, Ellen, Giordano, Keenlyside, Xiahou, Bermúdez, Kammerer, Dumitrescu

Abo 15 Preise A Oper live am Platz

10

Dienstag 19.00-22.15 Oper

CARMEN | Georges Bizet Dirigent: Dan Ettinger | Regie und Bühne: Franco Zeffirelli Shaham, Ryan, Naouri, Hartig, Tonca, Mars, Park, Bermúdez, Kohlhepp, Dogotari

Preise A

11

Mittwoch 19.00-21.45 Oper

TOSCA | Giacomo Puccini Dirigent: Marco Armiliato | Regie: Margarethe Wallmann Gheorghiu, M. Álvarez, Luˇci´c, Monarcha, Šramek, Kobel, Pelz, Moisiuc

Puccini-Zyklus Preise G Oper live am Platz

12

Donnerstag 19.00-21.45 Oper

LA TRAVIATA | Giuseppe Verdi Dirigent: Marco Armiliato | Regie: Jean-François Sivadier Kurzak, Kushpler, Ellen, Giordano, Keenlyside, Xiahou, Bermúdez, Kammerer, Dumitrescu

Abo 20 Preise A

13

Freitag 19.00-22.15 Oper

CARMEN | Georges Bizet Dirigent: Dan Ettinger | Regie und Bühne: Franco Zeffirelli Shaham, Ryan, Naouri, Hartig, Fahima, Mars, Park, Bermúdez, Kohlhepp, Dogotari

Abo 7 Preise A Oper live am Platz

14

Samstag 19.00-22.00 Oper

OTELLO | Giuseppe Verdi Dirigent: Dan Ettinger | Regie: Christine Mielitz Cura, Hvorostovsky, Talaba, Xiahou, Moisiuc, Dogotari, Harteros, Bohinec

Preise G Oper live am Platz

15

Sonntag 11.00-12.30 Matinee

KONZERTMATINEE FÜR DIE LEUKÄMIESTIFTUNG VON JOSÉ CARRERAS

Preise M

18.30-21.15 Oper

TOSCA | Giacomo Puccini Dirigent: Marco Armiliato | Regie: Margarethe Wallmann Gheorghiu, M. Álvarez, Luˇci´c, Monarcha, Šramek, Kobel, Pelz, Moisiuc

Abo 24 Preise G Oper live am Platz

26

N° 171

www.wiener-staatsoper.at

Zählkarten

Abo 2 Preise A Oper live am Platz


SPIELPLAN

16

Montag 19.00-22.15 Oper

CARMEN | Georges Bizet Dirigent: Dan Ettinger | Regie und Bühne: Franco Zeffirelli Shaham, Ryan, Naouri, Hartig, Fahima, Mars, Park, Bermúdez, Kohlhepp, Dogotari

Zyklus 2 Preise A

17

Dienstag 19.00-22.00 Oper

OTELLO | Giuseppe Verdi Dirigent: Dan Ettinger | Regie: Christine Mielitz Cura, Hvorostovsky, Talaba, Xiahou, Moisiuc, Dogotari, Harteros, Bohinec

Abo 4 Preise G Oper live am Platz

18

Mittwoch 20.00-22.00 Konzert

SOLISTENKONZERT Agnes Baltsa | Mezzosopran Achilleas Wastor | Klavier

Zyklus Solistenkonzerte 1 Preise K CARD

19

Donnerstag

KEINE VORSTELLUNG WEGEN VORBEREITUNG FÜR DIE PREMIERE LA FANCIULLA DEL WEST

20

Freitag 19.30-22.30 Oper

OTELLO | Giuseppe Verdi Dirigent: Dan Ettinger | Regie: Christine Mielitz Cura, Hvorostovsky, Talaba, Xiahou, Moisiuc, Dogotari, Harteros, Bohinec

Preise G Oper live am Platz

21

Samstag 11.00-12.30 Matinee

Gustav-Mahler-Saal KAMMERMUSIK DER WIENER PHILHARMONIKER 1 Cello-Quartett | Violoncello: Robert Nagy, Friedrich Doleˇzal, Edison Pashko, Bernhard Hedenborg

Preise R

17.00-21.45 Oper

TRISTAN UND ISOLDE | Richard Wagner Dirigent: Franz Welser-Möst | Regie: David McVicar Seiffert, Milling, Watson, Eiche, Bermúdez, Baechle, Kryshak, Pelz, Kolgatin

Preise S Werkeinführung Oper live am Platz

Sonntag 11.00-12.00 Matinee

Gustav-Mahler-Saal | Gesprächsmatinee von und mit Franz Welser-Möst POSITIONSLICHTER 1 „Ist Musikkritik noch up to date?“

Preise W

19.00-21.30 Oper

NABUCCO | Giuseppe Verdi Dirigent: Paolo Carignani | Regie: Günter Krämer Luˇci´c, Kolosova, Wilson, Kowaljow, Bezsmertna, Monarcha, Kobel, Flemotomos

Preise S Oper live am Platz

23

Montag 19.30-22.30 Oper

OTELLO | Giuseppe Verdi Dirigent: Dan Ettinger | Regie: Christine Mielitz Cura, Hvorostovsky, Talaba, Xiahou, Moisiuc, Dogotari, Harteros, Bohinec

Abo 16 Preise G Oper live am Platz

24

Dienstag 19.30-22.00 Oper

NABUCCO | Giuseppe Verdi Dirigent: Paolo Carignani | Regie: Günter Krämer Luˇci´c, Kolosova, Wilson, Kowaljow, Bezsmertna, Monarcha, Kobel, Flemotomos

Abo 1 Preise S CARD

25

Mittwoch 17.00-21.45 Oper

TRISTAN UND ISOLDE | Richard Wagner Dirigent: Franz Welser-Möst | Regie: David McVicar Seiffert, Milling, Watson, Eiche, Bermúdez, Baechle, Kryshak, Pelz, Kolgatin

Abo 9 Preise S Werkeinführung Oper live am Platz

26

Donnerstag 19.00-21.30 Oper

NABUCCO | Giuseppe Verdi Dirigent: Paolo Carignani | Regie: Günter Krämer Luˇci´c, Kolosova, Wilson, Kowaljow, Bezsmertna, Monarcha, Kobel, Flemotomos

Abo 19 Preise S

27

Freitag 19.00-21.45 Oper

SIMON BOCCANEGRA | Giuseppe Verdi Dirigent: Alain Altinoglu | Regie: Peter Stein Hampson, Furlanetto, Plachetka, Dumitrescu, Calleja, Iveri, Xiahou, Mars

Preise G Oper live am Platz

28

Samstag 19.30-22.15 Oper

IL BARBIERE DI SIVIGLIA | Gioachino Rossini Dirigent: Michael Güttler | Regie: Günther Rennert Gatell, Šramek, Constantinescu, Meachem, Coliban, Dogotari, Ellen

Preise S Oper live am Platz

29

Sonntag 11.00-12.30 Matinee

MATINEE ZU LA FANCIULLA DEL WEST Mit Mitwirkenden der Premiere; Moderation: Andreas und Oliver Láng

Preise M

16.30-21.15 Oper

TRISTAN UND ISOLDE | Richard Wagner Dirigent: Franz Welser-Möst | Regie: David McVicar Seiffert, Milling, Watson, Eiche, Bermúdez, Baechle, Kryshak, Pelz, Kolgatin

Abo 21 Preise S | CARD Werkeinführung Oper live am Platz

Montag 20.00-22.30 Oper

NABUCCO | Giuseppe Verdi Dirigent: Paolo Carignani | Regie: Günter Krämer Luˇci´c, Kolosova, Wilson, Kowaljow, Bezsmertna, Monarcha, Kobel, Flemotomos

Abo 14 Preise S Oper live am Platz

22

30

OPER LIVE AM PLATZ

In Kooperation mit

R

Mit Unterstützung von

PRODUKTIONSSPONSOREN

LA TRAVIATA, OTELLO, SIMON BOCCANEGRA

TRISTAN UND ISOLDE


KARTENVERKAUF FÜR 2013/ 2014 KARTENBESTELLUNGEN PER POST, FAX UND ÜBER INTERNET

STEHPLÄTZE

Kartenbestellungen sind für alle Vorstellungen der Saison 2013/2014 möglich. Schriftliche Kartenbestellungen richten Sie bitte an das Bestellbüro der Wiener Staatsoper, Hanuschgasse 3, 1010 Wien, oder an die Fax-Nummer (+43/1) 51444/2969. Nach erfolgter Kartenzuteilung erhalten Sie eine Reservierungsbestätigung mit Angabe eines verbindlichen Zahlungstermins. Besitzer/innen einer bundestheater.at-CARD mit Bankeinzug werden frühestens neun Wochen vor dem Vorstellungstermin mit dem Kartenpreis belastet. Ebenso sind ab sofort Kartenbestellungen über Internet für alle Vorstellungen der Saison 2013/2014 möglich. Wählen Sie auf der Website www.wiener-staatsoper. at unter „Spielplan“ die gewünschte Vorstellung sowie „Karten online kaufen“ und übermitteln Sie uns online Ihren Reservierungswunsch sowie die gewünschte Zahlungsmodalität. Nach erfolgter Kartenzuteilung erhalten Sie per e-Mail eine Reservierungsbestätigung mit Anga-

kasse verkauft. Der Zugang zur Stehplatzkasse befindet sich in der

be eines verbindlichen Zahlungstermins.

Zum Preis von € 80,- ist in der Kassenhalle, Operngasse 2, 1010 Wien,

KASSENVERKAUF, INTERNET-VERKAUF UND TELEFONISCHER VERKAUF Der Kartenverkauf an den Kassen beginnt in der Regel jeweils zwei Monate vor dem Vorstellungstag (z. B. am 1.9. für 1.11., am 30.9. für 30.11.). Die Vorstellungen vom 1. bis 30.9. werden jeweils vom 1. bis 30.5., die Vorstellungen vom 1. bis 31.10. jeweils vom 1. bis 30.6. verkauft. Analog dazu beginnt der Kartenverkauf über Internet auf der Website der Wiener Staatsoper www.wiener-staatsoper.at sowie unter www.culturall.com. Der telefonische Kartenverkauf für Inhaber/innen von Kreditkarten (American Express, Diners Club, Visa, MasterCard, Eurocard und JCB Card) beginnt analog dem Kassenverkauf, und zwar

werden ab 80 Minuten vor Vorstellungsbeginn nur an der Stehplatz-

STEHPLATZBERECHTIGUNGSKARTE

24. September, 19.30-22.00 NABUCCO Giuseppe Verdi

Abo 2

3. September, 19.00-21.45 LA TRAVIATA Giuseppe Verdi

Gegen Vorweis einer Stehplatzberechtigungskarte – erhältlich für die Saison 2013/2014 zum Preis von € 70,- in der Kassenhalle, Operngasse 2, 1010 Wien – kann pro Vorstellung eine Stehplatzkarte auch im

Abo 4

wünschten Aufführungstages, erworben werden. Die Stehplatzberechtigungskarte gilt nicht bei geschlossenen Vorstellungen.

Abo 5

6. September, 19.00-21.45 LA TRAVIATA Giuseppe Verdi

Abo 7

13. September, 19.00-22.15 CARMEN Georges Bizet

Abo 9

25. September, 17.00-21.45 TRISTAN UND ISOLDE Richard Wagner

STEHPLATZSCHECKS FÜR BALKON UND GALERIE ein Scheckheft mit insgesamt 50 Stehplatzschecks im Wert von € 150,-, gültig für Balkon- und Galeriestehplätze für die Saison 2013/2014, erhältlich. Die Schecks können an der Abendkasse – von Besitzern/innen einer Balkon- oder Galeriestehplatzberechtigungskarte auch im Vorverkauf – gegen die jeweils gewünschte Stehplatzkarte eingelöst werden. Die Stehplatzschecks sind übertragbar.

GUTSCHEINE

Abo 10

an den Tageskassen oder unter www.wiener-staatsoper.at erworben

TAGESKASSEN

BUNDESTHEATER.AT-CARD Bonuspunkte pro Eintrittskarte einlösbar bei Bonuspunkte-Aktionen,

Abo 14

30. September, 20.00-22.30 NABUCCO Giuseppe Verdi

Abo 15

9. September, 19.00-21.45 LA TRAVIATA Giuseppe Verdi

Abo 16

23. September, 19.30-22.30 OTELLO Giuseppe Verdi

Abo 19

26. September, 19.00-21.30 NABUCCO Giuseppe Verdi

Abo 20

12. September, 19.00-21.45 LA TRAVIATA Giuseppe Verdi

Abo 21

29. September, 16.30-21.15 TRISTAN UND ISOLDE Richard Wagner

Abo 23

8. September, 18.30-21.15 TOSCA Giacomo Puccini

Abo 24

15. September, 18.30-21.15 TOSCA Giacomo Puccini

Bevorzugung bei der Reihung für Standby-Tickets, Karten für Kurzentschlossene exklusiv für CARD-Besitzer/innen, Vergünstigungen für Inhaber/innen eines Staatsopern-Abonnements mit CARD mit Bankeinzug.

BALLETT-BONUS Um € 25,- erhalten Sie 15% Ermäßigung auf Vollpreiskarten für alle

KASSE IM FOYER / ABENDKASSE der Wiener Staatsoper, Herbert von Karajan-Platz, 1010 Wien, Öffnungszeiten: Mo bis Fr: 9 Uhr bis zwei Stunden vor Vorstellungsbeginn; Sa: 9 bis 12 Uhr sowie an den Advent-Samstagen: 9 bis 17 Uhr. Sonnund Feiertag geschlossen. Die Abendkasse ist jeweils ab einer Stunde

Ballettvorstellungen der Saison 2013/2014 in der Wiener Staatsoper und in der Volksoper Wien mit Ausnahme von Premieren und Sonderveranstaltungen (max. 2 Karten pro Vorstellung). Der „Ballett-Bonus“ für die Saison 2013/2014 ist an allen Bundestheaterkassen erhältlich.

vor Vorstellungsbeginn geöffnet.

ABONNEMENTS UND ZYKLEN

INFO UNTER DEN ARKADEN im Gebäude der Wiener Staatsoper, Herbert von Karajan-Platz, 1010 Wien, Öffnungszeiten: Mo bis Fr: 9 Uhr bis eine Stunde vor Vorstellungsbeginn; Sa: 9 bis 17 Uhr, Sonn- und Feiertag geschlossen.

Für Bestellungen verwenden Sie bitte das Bestellformular im Zyklenprospekt. Gerne steht Ihnen für weitere Informationen und Bestellungen auch das Abonnementbüro der Wiener Staatsoper, Operngasse 2, 1010 Wien, Tel. (+43/1) 51444/2678, Fax: (+43/1) 51444/2679, e-Mail: abonnement@wiener-staatsoper.at, von Mo bis Fr: 9 bis 15 Uhr,

KINDERERMÄSSIGUNG Für Kinder bis zum vollendeten 14. Lebensjahr (Lichtbildausweis erforderlich) steht bei jeder Vorstellung – ausgenommen Premieren, am 31. Dezember sowie die Vorstellungen des Ring-Zyklus – ein Kontingent von maximal 100, mindestens jedoch 25 Kinderkarten zum Einheitspreis von € 15,- (unabhängig von der gewählten Preiskategorie) zur Verfügung. Geben Sie bei Ihrer Bestellung die gewünschte Anzahl von Kinderkarten an oder erwerben Sie Kinderkarten direkt beim Kartenkauf. Bitte beachten Sie, dass die eigentliche Kinderkarte in jedem Fall ausnahmslos nur am Tag der Vorstellung an der Abendkasse bis spätestens 20 Minuten vor Beginn bei tatsächlichem Vorstellungsbesuch des Kindes ausgefolgt werden kann.

VORVERKAUF A1 KINDEROPERNZELT Der Vorverkauf für Vorstellungen im A1 Kinderopernzelt der Wiener Staatsoper beginnt einen Monat vor der ersten Vorstellung einer Aufführungsserie. INFORMATIONEN Tel. (+43/1) 51444/2250, 7880 | Internet: www.wiener-staatsoper.at ORF-Teletext: Seite 407 | Änderungen vorbehalten. IMPRESSUM

KARTEN FÜR KURZENTSCHLOSSENE Sollten für eine Vorstellung Restkarten verfügbar sein, so haben bundestheater.at-CARD Besitzer/innen exklusiv die Möglichkeit, einen Teil dieser Karten (max. 4 Karten pro CARD und Vorstellung) zum Einheitspreis von € 45,- am Tag vor der Vorstellung an den Tageskassen in der Zeit von Mo bis Fr: 9 bis 14 Uhr, Sa, So und Feiertag: 9 bis 12 Uhr, sowie an der Kasse im Foyer der Wiener Staatsoper und in der Info unter den Arkaden, Mo bis Fr: 9 bis 14 Uhr, Sa: 9 bis 12 Uhr, zu erwerben. Ob und wie viele Karten für Kurzentschlossene verfügbar sind, wird unter Tel. (+43/1) 51444/2950 bekannt gegeben.

28

Mi: bis 18 Uhr, zur Verfügung.

N° 171

Wiener Staatsoper – Direktion Dominique Meyer Saison 2013/2014, Prolog September 2013 Erscheinungsweise monatlich | Redaktionsschluss 21.8.2013 Redaktion: Andreas Láng, Oliver Láng Tel. +43 (1) 51444-2311 | e-Mail: dramaturgie@wiener-staatsoper.at Grafik: Irene Neubert Medieninhaber (Verleger) und Herausgeber: Wiener Staatsoper GmbH, Opernring 2 Herstellung: Agensketterl Druckerei GmbH Bildnachweis: Michael Pöhn (S. 2-3, 12, 15, 18), Axel Zeininger (S. 11, 20), Francette Levieux (S. 14), alle anderen: Archiv, Agenturen

www.wiener-staatsoper.at

4. September, 19.00-22.15 CARMEN Georges Bizet

Opern-Geschenkgutscheine sind zu jedem beliebigen Wert erhältlich und ab Ausstellungsdatum zwei Jahre gültig. Die Gutscheine können

17. September, 19.00-22.00 OTELLO Giuseppe Verdi

Rahmen des Kartenverkaufes, spätestens jedoch bis 12 Uhr des ge-

werden und sind für alle Vorstellungen der Staatsoper einlösbar.

tag: 9 bis 12 Uhr; an den Advent-Samstagen: 9 bis 17 Uhr.

Abo 1

Operngasse.

unter Tel. (+43/1) 513 1 513 von Mo bis So: 10 bis 21 Uhr.

Kassenhalle der Bundestheater, Operngasse 2, 1010 Wien, Information: Tel. (+43/1) 51444/7880; Tageskasse Volksoper Wien, Währinger Straße 78, 1090 Wien, Tel. (+43/1) 51444/3318; Tageskasse Burgtheater, Dr.-Karl-Lueger-Ring 2, 1010 Wien, Tel. (+43/1) 51444/4440. Öffnungszeiten: Mo bis Fr: 8 bis 18 Uhr; Sa, So und Feier-

ABOS UND ZYKLEN

Zyklus 2 16. September, 19.00-22.15 CARMEN Georges Bizet

Puccini-Zyklus 11. September, 19.00-21.45 TOSCA Giacomo Puccini

Zyklus Solistenkonzerte 1 18. September, 20.00-22.00 SOLISTENKONZERT Agnes Baltsa | Achilleas Wastor


Auf etwa 70 Seiten werden in diesem Bildband rund einhundert Fotografien von KS Elı¯na Garanˇca in Staatsopernproduktionen gezeigt.

ˇ ¯ KS ELINA GARANCA A N D E R W I E N E R S T A AT S O P E R

Erhältlich um € 15,– im Arcadia Opera Shop, im Foyer bei den Billeteuren sowie unter www.wiener-staatsoper.at


Erhältlich im Arcadia Opera Shop und unter www.wiener-staatsoper.at

Österreichische Post AG / Sponsoring./ Post 13Z039653 S

Der Premierenmitschnitt der legendären Aufführung des 1. Aktes der Walküre vom 2. Dezember 2007 erstmals auf CD

Prolog September 2013 | Wiener Staatsoper  

Monatsmagazin der Wiener Staatsoper

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