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Wolfgang Eder ENERGIE-KLIMA-POLITIK

www.derboersianer.com ∙ Mai 2015 ∙ 12 Euro

Wolfgang Pinner PROBLEM GREEN WASHING

Helga Kromp-Kolb SYSTEMWIDERSTAND

Edition grün

e Umfrag E

ALTIG NACHH HAFT WIRTSC FINANZ

VOM BIOTOP ZUM WELTOZEAN // 12 · NACHHALTIG? WERTHALTIG! // 22 HÜTER DES DATENSCHATZES // 28 · ZAHLENFRIEDHÖFE BEGRÜNEN // 32 MIT BRIEF UND GÜTESIEGEL // 42 · DIE GRÜNE RENDITE // 64 DIMENSIONEN: MENSCH, UMWELT UND WIRTSCHAFT // 72

Freihandelsabkommen TTIP: Fluch oder Segen? 78 BB BIOTECH AG 77 · CRIC 42 · DENKSTATT 32, 59 · ERSTE ASSET MANAGEMENT 23, 30, 40, 66 · GLOBAL 2000 73 · LACUNA AG 69, 76 · OEKB 42 · OEKOM ­RESEARCH 24, 59 · ÖGUT 42, 50 · OIKOCREDIT 48 · ÖKOWORLD AG 41 · PALFINGER AG 32 · PICTET ASSET MANAGEMENT 30, 52, 68 · RAIFFEISEN KAG 12, 53 · RESPACT 32 · RFU 54, 82 · ROBECOSAM AG 40, 51 · SCHELHAMMER & SCHATTERA AG 12, 49 · SCHOELLERBANK AG 68 · SIMACEK GROUP 47 · SONNENTOR 47 · ­STRABAG SE 54 · TELEKOM AUSTRIA AG 32, 42, 46, 54 · UNION INVESTMENT 41 · VBV VORSORGEKASSE AG 12, 50 · VOESTALPINE AG 17, 55 · WWF ÖSTERREICH 12, 48


Vorsorge und Abfertigung VBV – Vorsorgekasse

Auf lange Sicht

Ertrag & gutes Gewissen

Foto: jefunne - Fotolia

Überdurchschnittliche Performance

Konsequent nachhaltig

Über 2,5 Millionen Österreicherinnen und Österreicher haben sich bei ihrer betrieblichen Altersvorsorge für die VBV – Vorsorgekasse entschieden. Eine gute Wahl, denn sie profitieren damit von der Erfahrung und VeranlagungsKompetenz des Markführers. Das bringt überdurchschnittliche Ergebnisse:

Kein Geld für Kinderarbeit oder autoritäre Regime! „Ertrag und gutes Gewissen lassen sich vereinbaren“, sagt KR Heinz Behacker, Vorstandsvorsitzender der VBV. Die Kundinnen und Kunden der VBV haben daher die Gewähr, dass ihre Vorsorge-Beiträge nur in nachhaltige Unternehmen und Projekte investiert werden.

150

Die VBV hat als einzige Vorsorgekasse ein zertifiziertes Umweltmanagement (ISO 14001) und erfüllt vollständig die EMAS-Verordnung der Europäischen Union. Ein Leitbetrieb der seit weit über einem Jahrzehnt mit Ethikbeirat und exzellenter Qualität punktet.

145 140 135 130 125 120 115 110 105 100

Schlanke Kosten 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015

Die VBV verzeichnet seit ihrer Gründung 2003 eine Nettorendite von 3,16% pro Jahr – klar über dem Branchenschnitt (2,91%) – aus 100 Euro wurden rund 150 Euro.

Beruhigende Reserven Bei einem Veranlagungsvolumen von derzeit 2,5 Mrd. Euro konnte in den letzten 12 Jahren eine „Bewertungsreserve“ von knapp 10% aufgebaut werden! Ein Polster, um den uns heute viele beneiden.

Mit 1. 1. 2015 bietet die VBV ihren Kundinnen und Kunden einen weiteren Vorteil: Als erste Vorsorgekasse in Österreich hat die VBV die laufenden Verwaltungskosten nach dem zehnten Jahr auf 1% des Beitrags gesenkt – dies ist das gesetzlich mögliche Minimum.

Exklusives Service Die exklusiven Vorteile der VBV auf einen Blick und alle Infos über Ihre Altersvorsorge finden Sie auf: www.vorsorgekasse.at

Jedes dritte Unternehmen ist bereits Kunde beim Marktführer.

VorsorgeINFO – Alles zum Thema Vorsorgekassen im Internet: www.vorsorgekasse.at/vorsorgeinfo

Obere Donaustr. 49-53 | 1020 Wien | Tel.: 01 217 01-8123 Fax: 01 217 01-78260 | E-Mail: info@vorsorgekasse.at Für 13 Fonds:


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15

AUSGABE NR. 08, „EDITION GRÜN“ 2015 ian

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DOMINIK HOJAS Chefredakteur DerBörsianer

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Liebe Börsianer,

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FE UN ÜN BB D W E RE BE ALTIG 24, BIOTEC IRT ND GRÜN ! // · RFU59 · ÖG H AG SC ITE SE EN 22 HA 54 54, 82 UT 42,77 · CR FT // 64 // 32 · TEL · 50 IC // 72 EKO ROBEC · OIK 42 · DE M AU OSAM OCRED NKSTA STR IA AG 40,IT 48 TT 32, AG · ÖK 59 32, 51 42, · SCH OWOR · ERS 46, ELH LD TE AM AG ASSET 54 · UN ME 41 MA ION R & · PAL NA INV SCH FIN GEME EST ATT GER NT ME ERA AG 23, NT 30, AG 32 41 · PIC 40, 12, · VB 49 TET 66 V VO · SCH AS · GLO RS SET OR OELLE MABAL 200 GE KA RBAN NA GE 0 73 SSE K ME AG AG NT · LAC 68 12, 30, UN 50 · 52, A · VO SIMAC 68 AG 69, EST EK · 76 ALP GR RAIFF · OE INE OUP EIS KB 42 AG 47 EN KA · OE · 17, 55 SONN G 12, KO 53 M RES · WW EN TO R · RES EA F ÖS 47 RC TER · PACT H REI STR 32 CH ABAG 12, 48

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in der ersten „Edition grün“ von DerBörsianer beschäftigen wir uns mit der zentralen Frage der Nachhaltigkeit: „Was bringt’s?“ Darüber haben auch die vier Branchenprofis Peter Böhler, Peter Eitzenberger, Thomas Kaissl und Wolfgang Pinner in unserem Round-Table-Gespräch (S. 12) über Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft diskutiert. Den Auswirkungen von SRI, CSR und ESG (S. 22) ist unser Redakteur Lukas Sustala nachgegangen. Auf Rendite möchte man beim Veranlagen nicht verzichten. Raja Korinek hat daher grüne Anlagemöglichkeiten identifiziert (S. 64). Ob diese tatsächlich nachhaltigen Kriterien entsprechen, prüfen Rating- und Researchagenturen (S. 28). Zudem hat DerBörsianer recherchiert, wozu Nachhaltigkeitsgütesiegel (S. 42) noch gut sein können, als nur den Firmenprospekt zu verschönern. Auch die Auswirkungen der neuen EU-Richtlinie für das Reporting (S. 32) von Unternehmen wurden unter die Lupe genommen. Nachhaltigkeit ist mit vielen Megatrends verbunden. Thomas Müller erklärt mithilfe von renommierten Wissenschaftlern die Auswirkungen von drei dieser Dimensionen, nämlich Klimawandel, Menschenrechte und Demografie, auf Mensch, Umwelt und Wirtschaft (S. 72). Bleibt noch die Erkenntnis, dass Nachhaltigkeit fast alle Menschen als äußerst wichtig erachten, aber nur wenige selbst aktiv werden (S. 60). Diesen Umstand bestätigt auch das Fondsvolumen von 169 Milliarden Euro, wovon nur 8,97 Milliarden Euro in nachhaltige Fonds und Mandate in Österreich investiert sind. Überdies steht fest, dass PR-Abteilungen bei diesem Thema besonders sensibel auf ihre Kommunikation achten. Viel Vergnügen wünscht Ihnen

Dominik Hojas d.hojas@derboersianer.com

AD-HOC DER REDAKTION: Die Idee, eine „Edition grün“ zu publizieren, ist nach Recherchen in Wien, Zürich und London entstanden. Der Grund dafür war die Erkenntnis, dass Nachhaltigkeit ein Megatrend ist, der gleichzeitig polarisiert, weil der Nutzen für den Geschäftsund Anlageerfolg umstritten ist. Wir haben daher die Frage „Was bringt’s?“ in den Vordergrund gestellt. Das Heft ist auf den drei Säulen SRI, CSR und ESG aufgebaut.

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SRI

SRI. 1. Heftsäule: In Österreich ist bisher nur ein Bruchteil des Fondsvolumens von 169 Milliarden Euro, nämlich 8,97 Milliarden Euro, in nachhaltige Fonds und Mandate investiert. Ob Investoren bei der nachhaltigen Veranlagung (SRI) tatsächlich Renditeeinbußen in Kauf nehmen müssen, hat DerBörsianer recherchiert.

4


© SCOTT MASTERTON / WESTEND61 / PICTUREDESK


CSR

CSR. 2. Heftsäule: Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen (CSR) ist ein wichtiger Hebel, um die Wirtschaft und Gesellschaft in Österreich aktiv mitzugestalten. Was Firmen davon haben beziehungsweise wie sich CSR positiv auf den Geschäftserfolg auswirken kann, hat DerBörsianer ausfindig gemacht.

6


© MOHAMMAD PONIR HOSSAIN / ZUMA / PICTUREDESK


ESG

ESG. 3. Heftsäule: Megatrends wie Klimawandel, Energie, Mobilität, ­Urbanisierung, Demografie oder Menschenrechte haben einen enormen Einfluss auf die Wirtschaft und Menschen in Österreich. Diese Themen hat DerBörsianer h ­ insichtlich der Dimensionen Umwelt, Soziales und Governance (ESG) analysiert.

8


GETHIN CHAMBERLAIN / EYEVINE / PICTUREDESK


AUSGABE NR. 08

28 CSR-STRATEGIEN

Erfolgsrezepte der Manager.

LEITARTIKEL ROUND TABLE 12 Vom Biotop zum Weltozean – Über den Wandel nachhaltiger Geldanlagen diskutierten die vier Branchenprofis Peter Böhler, Peter Eitzenberger, Thomas Kaissl und Wolfgang Pinner.

44

WIRKUNG

22

Nachhaltig? Werthaltig! RESEARCH

28

Hüter des Datenschatzes REPORTING

Zahlenfriedhöfe begrünen

32

GÜTESIEGEL

42

Mit Brief und Gütesiegel INVESTMENTS

64

Die grüne Rendite

12

DIMENSIONEN

ROUND TABLE

72

Mensch, Umwelt

Vom Biotop zum Weltozean.

und Wirtschaft

73 75 76

Klimawandel Menschenrechte Demografie

3 Banken Generali Investment

30, 52

Deloitte Österreich

Allianz Gruppe

23, 51

Denkstatt

iShares 68 Jupiter Asset Management

66

APK Vorsorgekasse AG

43

Erste Asset Management 23, 30, 40, 66

Kepler Fonds KAG

AT&S AG

33

Erste Group Bank AG

48, 55, 76

Lacuna AG

69, 76

Attac Österreich

75

Erste Sparinvest KAG

24

Lenzing AG

43

Bank J. Safra Sarasin AG

34

Flughafen Wien AG

57

Lyxor Asset Management

68

Forum Nachhaltige Geldanlagen 43, 60

Morgan Stanley

23

Bawag PSK Invest

INFO INDEX

58 32, 59

41, 43

66

BB Biotech AG

77

Generali Pensionskasse AG

52

OeKB 42

BDO Austria

58

Global 2000

73

Oekom Research

24, 59

BOKU 74

Helios Sonnenstrom

69

Ögut

42, 50

CRIC 42

Institutional Shareholder Services

29

Oikocredit 48

INDEX: AUSZUG VON UNTERNEHMEN IN DIESER AUSGABE

10


INHALTSVERZEICHNIS

WOLFGANG EDER

64

MÄRKTE ZAHLEN Nachhaltigkeit in Zahlen

20

17

BRANCHEN

MEINUNGEN

Darüber spricht man in den

WOLFGANG EDER Europas Industrie fehlt es an Planungssicherheit

Branchen: Köpfe, Deals, News, Trends und Events

GLOSSAR26 Begriffe aus der Welt der Nachhaltigkeit KURSE34 Nachhaltige und klassische Indizes im Vergleich

BANKEN48 VERSICHERUNGEN50 FONDS52 AKTIEN 

Europäische Energie- und Klimapolitik.

54

IMMOBILIEN56 BERATER58

17

WILHELM CELEDA Nachhaltige Produkte: eine Gewissensfrage

48

GÜNTER GEYER Nachhaltigkeit – Grundidee des

50

Der Börsianer .com Geschätzte Paternosterfahrer, ich habe heiße Geschichten vom Finanzplatz für dich: MEISTGELESEN 1.Volksbanken: Aufstand der Rebellen

KOMMENTAR34 Karsten Junius: Reflationierung der Weltwirtschaft schreitet voran

SEITENBLICKE

FONDS36 Nachhaltige Aktienund Rentenfonds

SO DENKT DIE POLITIK Was ist uns eine „grüne Wirtschaft“ wert?

70

PORTFOLIO40 Die Anlagestrategien der Fondsmanager

PRO & KONTRA TTIP: Fluch oder Segen für Österreich?

78

CSR-STRATEGIEN44 Erfolgsrezepte der Manager

BÖRSENTALK80 Wo sich die Finanzbranche trifft

HELGA KROMP-KOLB Klima: „Umdenken erforderlich“

74

EXKLUSIVUMFRAGE60 Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft

PORTRÄT: 10 FRAGEN AN … RFU-GF Reinhard Friesenbichler

LYDIA BÄNZIGER Demografie: Biotech-Boom

77

Versicherungswesens

HEINZ BEDNAR Investoren in nachhaltiger Kauflaune

52

MATTHIAS STIEBER Mr. and Mrs. Smith

54

2. Semper Constantia: Ramsauer kauft sich bei Bank ein 3. Überraschung bei Wolford: CFO Melzer sagt Servus 4. Casinos Austria:

82

PETER BARTOS 58 Nachhaltigkeitsbericht­ erstattung – Pflicht oder Kür?

­Syndikatslösung für Börsengang? 5. Herbert Stepic: ­Hausdurchsuchungen bei Ex-RBI-Chef Mehr Insider-News findest du auf meiner Website. Bis demnächst: „Cash up!“ Der Börsianer

Weblinks werden in

Ökoworld AG

41

S Immo AG

OMV AG

32

Schelhammer & Schattera AG

Palfinger AG

32

Schelhammer & Schattera KAG

Pictet Asset Management PWC Österreich

30, 52, 68 58

56 12, 49

Telekom Austria AG

32, 42, 46, 54

UniCredit Bank Austria AG

49

66

Union Investment

41

Schoellerbank AG

68

Universität Graz

49, 73

Schoellerbank Invest AG

40

VBV Vorsorgekasse AG

12, 50

Raiffeisen Centrobank AG

48, 68

Simacek Group

47

Verbund AG

Raiffaisen KAG

12, 53

Software Systems

66

Voestalpine AG

Sonnentor 47

WEB Windenergie AG

55

RFU

Spar Österreich

79

Western Union International Bank

46

Strabag SE

54

WKO 78

RobecoSam AG

54, 82 45 40, 51

Swisscanto 53

11

WWF Österreich

→ GELBEN BALKEN

markiert.

54 17, 55

Respact 32 Rhomberg Holding

dieser Ausgabe mit einem

12, 48

NEUE E WEBSIT


ROUND TABLE

XXX COVER

ROUND TABLE:

VOM BIOTOP ZUM WELTOZEAN

Über den Wandel nachhaltiger Geldanlage diskutierten vier engagierte ­Branchenprofis beim grünen Round-Table-­Gespräch mit DerBörsianer. Sie versuchten dabei mit den gängigsten Vorurteilen aufzuräumen. TEXT DOMINIK HOJAS, RAJA KORINEK FOTO CLEMENS BEDNAR

A

uch wenn hierzulande einiges

ler, Vorstand beim Bankhaus Schel-

DerBörsianer-Redakteurin Raja Korinek

an Bewegung in den Bereich der

hammer & Schattera AG, Peter Eitzen-

und Chefredakteur Dominik Hojas.

nachhaltigen Veranlagung ge-

berger, CSR-Beauftragter bei der VBV

kommen ist, wird von zahlreichen An-

Vorsorgekasse AG, Thomas Kaissl, Be-

Das Thema Nachhaltigkeit polarisiert die

legern das grüne Geldsegment oftmals

reichsleiter Umwelt & Wirtschaft beim

Anlegerwelt nach wie vor und ist auch wei-

noch als Nische wahrgenommen. Über

WWF Österreich, und Wolfgang Pinner,

terhin mit zahlreichen Vorurteilen behaftet.

mögliche Gründe und realistische Lö-

Chief Investment Officer SRI bei der

Woran liegt das? Und wie könnte man die-

sungsansätze diskutierten Peter Böh-

Raiffeisen Capital Management, mit

se ausräumen? – Pinner: Das Problem ist,


COVER

Die Branchenprofis Thomas Kaissl, Peter Böhler, ­Dominik Hojas (Moderation), Wolfgang Pinner und Peter ­Eitzenberger im Gespräch über die ­Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft.


ROUND TABLE

dass viele Anleger immer noch zu Unrecht befürchten, Renditeeinbußen mit einer ethischen oder nachhaltigen Geldanlage schon aufgrund der Ausschlusskriterien in Kauf nehmen zu müssen. Und das, obwohl zahlreiche Statistiken

„Nachhaltigkeit kostet auch etwas.“ THOMAS KAISSL

sammenhang mit Umwelt- und sozialen Problemen, die durch die dort ansässigen

entstanden

Interessant wäre es ja auch, die nachhal­ tigen

und Datenreihen längst beweisen, dass

Minengesellschaften

ist, lässt sich allerdings nur mutmaßen.

Investorengruppen

in

Österreich

dies nicht der Fall ist. Letztendlich gibt

nachhaltigen Anlagen. Das ist ein Vor-

näher anzuschauen. Wer sind denn die

es Börsenphasen, in denen man damit

urteil, das wir mit Information, Trans-

wesent­ lichen Mitspieler in diesem Be-

mehr, und Phasen, in denen man damit

parenz und stärkerem Commitment al-

reich? – Eitzenberger: Mit der Schaffung

weniger verdient. Und dann gibt es auch

ler anbietenden Banken und Fondsge-

der Vorsorgekassen im Jahr 2002 wur-

noch das Problem des „Green Washing“.

sellschaften ausräumen müssen.

de auch gleich eine ganze institutionelle Investorengruppe ins Leben gerufen, die

Gemeint ist damit, dass sich manche Unternehmen nur mit dem Thema schmü-

Und wie unterscheidet sich tatsächlich die

das Kapital möglichst sozial und ökolo-

cken, ohne die Umsetzung ernst zu neh-

kontinentaleuropäische Auffassung des Be-

gisch anlegen möchte.

men. Da schaffen allerdings Zertifizie-

griffs der Nachhaltigkeit von jener im an-

Böhler: Viele kirchlichen Institutio-

rungen eine Gewissheit, in Österreich

gelsächsischen Raum? – Pinner: Wenn

nen und Privatstiftungen sind in diesem

wird zum Beispiel das Umweltzeichen

man das Anagram „ESG“ betrachtet, das

Bereich investiert. Unsere Mehrheits­

„49“ für nachhaltige Finanzprodukte

für Environmental, Social, Governance,

eigentümer – Institutionen der römisch-

vergeben. Zu guter Letzt gibt es regio-

also Umwelt, Soziales und Unterneh-

katholischen Kirche – geben ethisch-

nal gesehen zum Teil ein unterschied-

mensführung, steht, ist etwa in Eng-

nachhaltige Anlagekriterien ja sogar ex-

liches Verständnis von Nachhaltigkeit,

land vor allem die Unternehmensfüh-

plizit vor. Hier könnte sich etwa die öf-

obwohl sie zumindest im deutschspra-

rung von Bedeutung. In den USA ist das

fentliche Hand ein Beispiel nehmen und

chigen Raum sehr ähnlich sind.

Thema hingegen immer noch sehr vom

ebenfalls in diese Kerbe schlagen.

Eitzenberger: Das Vorurteil der gerin-

kirchlichen Gedanken geprägt, es zählen

Pinner: Auch Pensionskassen zäh-

geren Rendite können wir ebenfalls an-

also vor allem die Ausschlusskriterien.

len zu den wesentlichen Anlegern. Wo-

hand konkreter Zahlen widerlegen. Von

In Europa, wo das Spektrum stark erwei-

bei auch viele Fondsgesellschaften lau-

Beginn an, also seit 2003, wurde bei der

tert wurde, geht es vor allem um soziale

fend neue Produkte entwickeln, eben

VBV ausschließlich nachhaltig veran-

Verantwortung. Auch die Inklusion von

aufgrund der wachsenden Nachfrage.

lagt. Bis Ende 2014 lag die Rendite bei

nachhaltigen Kriterien ist wichtig sowie

Bis zu einem gewissen Grad ist es damit

jährlich netto mehr als drei Prozent, und

der aktive Dialog mit Unternehmen oder

also eine wechselseitige Marktentwick-

das trotz einer Kapitalgarantie. Unterm

die Ausübung der Stimmrechte auf den

lung. Leider muss man auch sagen, dass

Strich zeigt sich, dass Ausschlusskrite-

Hauptversammlungen.

sich auf Unternehmensebene viele Un-

rien und Positivkriterien sogar wie eine

Kaissl: Die kulturellen Unterschie-

ternehmen zwar nachhaltig ausrichten,

Risikoabsicherung sind, die für mehr

de begleiten uns eigentlich tagtäglich

ihre Pensionsgelder und Cashbestände

Transparenz und Qualität bei der Geld-

und in den unterschiedlichsten Lebens-

aber nicht entsprechend veranlagen.

anlage sorgen.

bereichen. Nehmen wir die Gentechnik

Kaissl: Dabei gibt es einige Fonds-

Kaissl: Wobei man nicht übersehen

her. Jemand, der sich in den USA darüber

gesellschaften, die sich gern mit dem

darf, dass Nachhaltigkeit etwas kostet,

aufregt, gilt als Ewiggestriger. Anders

Hinweis abputzen, sie hätten nicht das

zumindest am Anfang. Und das muss

hingegen die Einstellung dazu in Europa.

Mandat der Kunden für eine nachhaltige Veranlagung. In Wahrheit könn-

man ebenfalls zur Kenntnis nehmen. Eine Bank, die beispielsweise von der

Letztendlich gewinnt man ein wenig den

ten sie sich ja klar dazu bekennen. Und

Finanzierung eines umweltschädlichen

Eindruck, dass Nachhaltigkeit ein Thema

viele Anleger interessieren sich oft gar

Projekts absieht, verzichtet möglicher-

der reichen Volkswirtschaften wäre. Ist es

nicht, worin ihr Geld letztendlich ver-

weise kurzfristig zwar auf höhere Ren-

tatsächlich ein Luxus, sich mit diesem Be-

anlagt wird. Aber auch die Politik wäre

diten. Langfristig werden damit aber

reich auseinandersetzen zu können? – Pin-

gefordert, die Spielregeln zu ändern und

Umweltrisiken minimiert, und die Bank

ner: In gewisser Weise schon, allein in

mehr zu tun. Das fängt beispielsweise

kann auch noch von einer verbesserten

Osteuropa findet etwa das Thema we-

schon allein beim Klimaschutz an. Hier

Reputation profitieren.

nig Beachtung. Immerhin gibt es aber

besteht dringender Handlungsbedarf,

Böhler: Herr Kaissl, es gibt keinen Kos-

in Südafrika einen Nachhaltigkeitsindex

auch wenn man sich mit neuen Geset-

ten- oder Renditennachteil bei ethisch

an der Börse. Darüber, ob dies im Zu-

zen als Einzelner vielleicht bevormun-

14


ROUND TABLE

det fühlt. Letztendlich geht es um eine Hierarchisierung der Freiheiten zum Wohle der Gesellschaft, nicht einer einzelnen Firma. Sind die heimischen Fondsgesellschaften

„Die Börse ist nichts Böses.“ WOLFGANG PINNER

Ihrer Meinung nach mit ihren Nachhaltig-

Gleichzeitig ist immer noch viel Aufklärungsarbeit notwendig. Die Privatbanken sagen uns zum Beispiel, dass die Kunden das Thema nicht interessiere. Und wenn wir wiederum mit den Kunden reden, meinten sie, ihre Betreuer würden Nachhaltigkeit erst gar nicht

keitsprodukten glaubwürdig? – Böhler: Da

derzeit nur gut 15 Prozent des Gesamt-

kann wohl jeder nur für sich sprechen.

volumens aus, die Gruppe legt aber in-

Wir beachten jedenfalls strenge Aus-

zwischen kräftig zu.

thematisieren. Wie könnte man in Österreich das Thema

schlusskriterien bei der Veranlagung

Kaissl: Insgesamt wird hierzulan-

Nachhaltigkeit dann konkret noch stär-

wie zum Beispiel die Rüstung, gravie-

de noch viel zu wenig in diesen Bereich

ker forcieren? – Kaissl: Bei der Gentech-

rende Arbeitsrechtsverletzungen oder

veranlagt. Teilweise wirkt Nachhaltig-

nik hatte offensichtlich der Hausver-

ein kontroverses Umweltverhalten.

keit auf den Kunden leider oft als eine

stand vieler Österreicher mitgespielt,

Pinner: Zumindest die Zuwachsraten

hohle Phrase, sodass er sich in einem

sie lehnten diese in einer Volksbefra-

sind in Österreich enorm, und das von

Beratungsgespräch gar nicht näher auf

gung deutlich ab. Die Gesellschaft als

einem – vor einigen Jahren – noch ge-

das Thema einlassen möchte. Schließ-

Ganzes wollte eben keine Gentechnik.

ringen einstelligen Prozentsatz ausge-

lich würden sicherlich die meisten An-

Man könnte ja auch bei der Veranlagung

hend. Es wird also immer mehr zu ei-

leger relativ rasch zustimmen, dass es

in diese Richtung gehen.

nem sogenannten Mainstream-Invest-

sinnvolle Alternativen etwa zu einem

ment. Allerdings machen Privatanleger

Investment in geächtete Waffen gibt.

Eitzenberger: Wir befragten im Vorjahr online rund 8.000 Personen zum

@@@unser ökologischer@@@ @@@fußabdruck@@@ @@@wird immer kleiner.@@@ Die Österreichische Post übernimmt Verantwortung für die Umwelt: Indem wir effizient mit unseren Ressourcen umgehen und verstärkt auf umweltfreundliche Technologien setzen, reduzieren wir konsequent unsere Emissionen. Emissionen, die wir nicht vermeiden können, werden durch die Förderung zahlreicher Klimaschutzprojekte kompensiert. Somit können wir Ihnen garantieren: Jede Sendung mit der Post wird CO2-neutral zugestellt. Wenn’s wirklich wichtig ist, dann lieber mit der Post.

www.post.at/co2neutral


ROUND TABLE

„Doppelte Dividende zahlt sich aus.“

als auch was die angebotenen Produkte betrifft. In der Schweiz gibt es allerdings eine weit längere Historie, dort hat man sich dem Thema viel früher angenommen.

PETER BÖHLER

„Muss an dem Thema dranbleiben.“ PETER EITZENBERGER

Was bringt es wiederum einem UnternehThema nachhaltiges Investieren. Mehr

men, nachhaltig zu agieren? – Pinner: Es

Managements an. Familienunterneh-

als 70 Prozent der Befragten gaben dabei

kann etwa zu Effizienzsteigerungen füh-

men etwa werden sehr oft nachhaltig

ihre Zustimmung.

ren, wenn Ressourcen schonender ein-

geführt, einerlei wie groß sie sind. Man

Kaissl: Wichtig wäre ja auch, dass ein-

gesetzt werden. Auch können sich Mit-

muss sich aber auch fragen, wie die Ziel-

mal das Wissen entsprechend vorhan-

arbeiter mit dem Unternehmen verbun-

relation ist. Will man zum Beispiel eine

den ist. Bildung ist der Kernbereich, al-

dener fühlen, wenn man sie gut behan-

langfristige Rendite, die die Inflations-

lerdings muss man dabei kulturell an-

delt. Allerdings muss man als Unterneh-

rate schlägt, oder will man mit höherem

gepasst vorgehen. In Südamerika wird

men eventuell zuerst etwas investieren,

Risiko mehr erzielen. Wir haben es uns

man auf den gigantischen Sojaplantagen

um später den „nachhaltigen Ertrag“ zu

zusätzlich zum Ziel gesetzt, kein Kapital

nicht gleich mit biodynamischem Anbau

erzielen – ich betone, hier geht es um die

zu verlieren, und denken nicht einfach

ankommen können. Man muss sich also

Unternehmensebene.

nur von Quartal zu Quartal. Im Gegenteil,

fragen, wie man die Menschen letztend-

Kaissl: Wir kooperieren beispielsweise

viele Wertpapiere halten wir bis zur End-

lich ein gutes Stück auf der emotionalen

mit dem Lebensmittelhandel, um einen

fälligkeit. So konnten wir über die Jahre

Seite abholt. Die Frage dabei ist, ob es für

Teil des Sortiments zu ökologisieren. Das

hinweg auch stille Reserven aufbauen,

ein Umdenken wirklich zuerst eine Kata-

hat immerhin zur Verbannung gewis-

die unseren Kunden jetzt in der Tiefzins­

strophe wie das Unglück von Fukushima

ser Fischsorten aus einer Kette geführt.

phase zugute kommen.

braucht, oder ob man dies mit Bildung er-

Unterm Strich ist der dann nachhaltige

reichen kann. Das ist der zentrale Punkt.

Fischhandel bei dieser Supermarktkette

Welche Tipps können Sie dem Leser noch mit

sogar gestiegen.

auf den Weg geben? – Böhler: Es zahlt sich

Pinner: Unsere Berater stellen den Privatanlegern in ihren Gesprächen am Ende

Böhler: Mittlerweile ist nachhaltiges

aus, sich mit ethischen und nachhalti-

ganz einfach folgende Frage: „Wollen Sie

Agieren auch ein sehr starker Imagefak-

gen Produkten intensiv auseinanderzu-

diese Veranlagung in Form eines norma-

tor geworden, und Studien zeigen, dass

setzen. Letztendlich bringt es die soge-

len oder eines nachhaltigen Fonds um-

sich Nachhaltigkeit auch auf der Perfor-

nannte doppelte Dividende – also sowohl

setzen?“ Das bewegt viele Kunden, darü-

manceseite positiv auswirkt. Abgesehen

finanziell als auch für das gute Gewissen.

ber nachzudenken.

davon, kommen bei Ethikfonds natür-

Wichtig ist, beim Gespräch mit der Bank

lich Ausschlusskriterien zur Anwendung,

darauf zu bestehen, dass einem tatsäch-

Dann könnten ja die heimischen Anbieter

Unternehmen, die diese verletzen, wer-

lich ethisch-nachhaltige Produkte ange-

allmählich auch einen Blick über die Gren-

den aus den Fonds ausgeschieden. Das

boten werden und dass eine fachlich fun-

zen werfen? – Böhler: Derzeit konzentrie-

war im Vorjahr sechsmal der Fall. Ins-

dierte Beratung stattfindet.

ren wir uns vornehmlich auf den heimi-

gesamt umfasst unser ethisches Invest-

schen Markt. Hier ist schließlich noch viel

mentuniversum rund 500 Titel.

Eitzenberger: Man muss als Anleger einfach gezielt nachfragen und am Thema dranbleiben. Das hat man bei der

zu tun, allein wenn man sich die Diskrepanz zwischen der geäußerten Zustim-

Wie misst man tatsächlich den Erfolg des

Atomenergie sowie der Gentechnik ja

mung zur nachhaltigen Veranlagung und

nachhaltigen Wirtschaftens? – Kaissl: Das

auch gemacht, sie werden in Österreich

dem tatsächlichen Anlegerverhalten an-

kann man zum Beispiel anhand der Kun-

abgelehnt. Ich bin jedenfalls zuversicht-

schaut. Zudem ist der Aufwand, die Pro-

denbindung nachvollziehen. Allerdings

lich, was die weitere Entwicklung betrifft.

duktpalette auch noch EU-weit anzubie-

ist für jeden Anleger die nachhaltige

Pinner: In Wahrheit gibt es ja keinen

ten, sehr hoch, das darf man nicht unter-

Rendite anders definiert. Nehmen wir

Grund, nicht nachhaltig zu investie-

schätzen.

das Beispiel Wald, er hat eine jährliche

ren. Letztendlich forcieren wir damit ei-

Pinner: Immer wieder gewinnen wir

Wachstumsrate von 2,5 Prozent. Alles

nen positiven Kapitalismus. Die Börse ist

ja auch ausländische Anleger für unse-

darüber wäre künstlich angeheizt, etwa

schließlich nichts Böses, auch wenn sie

re nachhaltigen Produkte. Österreich ist

mittels Düngemittel.

manchmal so dargestellt wird. Das The-

ein Markt, der an Bedeutung gewinnt –

Eitzenberger: Es kommt auch auf die

sowohl was die investierten Volumina

Kundenwünsche und Einstellung des

16

ma muss einfach positiv gelebt werden, ganz im Sinne der Nachhaltigkeit. n


GASTKOMMENTAR

MEINUNGEN

EUROPAS INDUSTRIE MANGELT ES AN PLANUNGSSICHERHEIT

WOLFGANG EDER VORSTANDSVORSITZENDER VOESTALPINE AG

Die Situation am Industriestandort Europa

Der aktuelle Weltstahlpräsident ist 1952 am ­Attersee (OÖ) geboren. Nach dem Jusstudium in Salzburg folgte 1978 der Eintritt in die Voest. Seit 1995 ist er im Vorstand und seit 2004 Chef des Linzer Stahl- und Industriegüterkonzern.

ist derzeit aus Sicht eines energieintensiven Unternehmens vor allem eines: ernüchternd.

Eine Energiepolitik, die global immer weniger konkurrenzfähige Kosten ver-

„Wichtige Entscheidungen werden seit Jahren aufgeschoben.“

ursacht, sowie geplante weitere massi-

WOLFGANG EDER

Verschärfungstaktik

bisher

einzigen

Nettozahler im CO2-Emissionshandel – zunehmend problematisch. So ist der

ve Verschärfungen im Emissionshandel

von der EU angestrebte „Technologie-

gefährden

wechsel“ in Richtung „Low-Carbon“-

die

Wettbewerbsfähigkeit

der europäischen Industrie immer mehr. Dabei bekennt sich

Produktion aufgrund der vergleichsweise enorm hohen Ener-

die Industrie seit Jahren zu einem umfassenden Klima- und

giekosten hier gar nicht wirtschaftlich darstellbar und erfolgt

Umweltschutz. Gerade Konzerne wie die Voestalpine AG in-

daher in anderen Weltregionen, wo damit auch langfristig

vestieren viel in diesen Bereich: Allein an den österreichi-

Arbeitsplätze geschaffen werden. Ein Beispiel dafür sind die

schen Standorten lagen die Umweltaufwendungen im ver-

USA. Für die Voestalpine, die in Texas gerade um 550 Milli-

gangenen Geschäftsjahr bei 241 Millionen Euro, in den ver-

onen Euro eine Direktreduktionsanlage zur Herstellung von

gangenen zehn Jahren wurden in den Umwelt- und Klima-

Eisenschwamm als Vormaterial zur Stahlerzeugung auf Basis

schutz in Österreich 2,4 Milliarden Euro investiert.

von Erdgas statt Kohle/Koks baut, sind die Kosten pro Jahr

Wichtige Entscheidungen bezüglich langfristiger Rah-

im Vergleich zu Österreich um 200 Millionen Euro geringer,

menbedingungen werden auf EU-Ebene seit Jahren aufge-

davon entfallen allein 135 Millionen Euro auf Energiekosten.

schoben oder immer wieder umgestoßen. Damit fehlt den

Diese Zahlen sprechen für sich.

Unternehmen für künftige Investitionen ganz einfach die

Dennoch glaube ich daran, dass auch Europa schon auf-

Planungssicherheit, worunter wiederum besonders die ka-

grund seiner hochqualifizierten Arbeitskräfte als Wirt-

pitalintensiven und langfristig orientierten Branchen lei-

schaftsraum Potenzial für die Zukunft hat. Dafür muss die

den. Die permanenten Eingriffe in die Klima- und Energie-

Politik die Rahmenbedingungen so ausrichten, dass die In-

pläne sind nur ein Beispiel dafür. Während auf der einen Seite

dustrie am Standort konkurrenzfähig bestehen und auf Pla-

praktisch am laufenden Band Auflagen und Verschärfungen

nungssicherheit setzen kann. Vielleicht stellt da die neue

für die Industrie sehr präzis festgelegt werden, sind die vom

EU-Kommission unter Präsident Juncker doch eine gewisse

EU-Rat 2014 in sehr allgemeiner Form angekündigten Unter-

Chance dar. Sie forciert die „Energieunion“ und hat rasch auf

stützungs- und Entlastungsmaßnahmen bis heute nicht ein-

die schwierige wirtschaftliche Situation mit einem 315-Mil-

mal ansatzweise konkretisiert.

liarden-Investitionsprogramm reagiert. Damit schlägt man

Die Situation ist insbesondere für den Voestalpine-Kon-

grundsätzlich die richtige Richtung ein und zeigt den Willen,

zern als den europäischen Branchenbesten in ökologischen

dem Industriestandort Europa doch eine Zukunftschance zu

Standards – und dennoch dank der üblichen österreichischen

geben. Dafür ist es auch höchste Zeit. n

17


Styria Media Center, Graz

PORR punktet mit intelligentem Wachstum Große Veränderungen bei der PORR. Mit nachhaltigen Entscheidungen behauptet sich der Konzern unter anspruchsvollen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen

und stellt die Weichen für Erfolge im In- und Ausland. Traditionsreich am Puls der Zeit Modern, dynamisch und kompetent: So präsentiert sich die PORR heute. Als Full Service-Anbieter realisiert das größte Bauunternehmen in Österreich und eines der führenden in Europa Projekte jeder Größe in allen Bereichen des Hochbaus, des Tiefbaus und der Infrastruktur. Dabei verbindet die PORR die Stärken ihrer über 145-jährigen Expertise mit zukunftsweisenden Konzepten der Unternehmensführung und Projektabwicklung. Klare Verantwortlichkeiten, schlanke Strukturen und eine transparente Führung machen die PORR schnell und flexibel – ein wichtiger Erfolgsfaktor in einem sich rasch ändernden Umfeld.

Pure Player statt Mischkonzern Der Erwerb der Mehrheitsbeteiligung an der UBM Realitätenentwicklung AG eröffnete der PORR im vergangenen Jahr die

www.porr-group.com

Möglichkeit, alle Aktivitäten im Immobilienbereich vom Baugeschäft abzuspalten. So entstanden zwei eigenständige börsenotierte Konzerne mit jeweils geschärftem Unternehmensprofil. Durch den Wegfall der Kapitalbindung in Development-Projekten sowie nicht betriebsnotwendigen Immobilien verbesserte die PORR ihre Bilanz- und Ertragskennzahlen und war per Jahresende 2014 zum ersten Mal in ihrer Unternehmensgeschichte net-debt-free.

Innovationskraft sichert technologischen Vorsprung Seit Jahren verfolgt die PORR die Strategie eines Intelligenten Wachstums – also qualitatives, ertrags- und sicherheitsorientiertes Wirtschaften. Als Basis für Spitzenqualität dienen ihr fundiertes Wissen, hohe Innovationskraft und die Bereitschaft, sich laufend zu verbessern. Nationale und inter-


ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

reporrtage Rund 93 % ihrer Betriebsleistung entfielen im vergangenen Jahr auf ihre bonitätsstarken Heimmärkte Österreich, Deutschland, Schweiz, Polen und Tschechien. Hier ist die PORR mit ihrem gesamten Leistungsportfolio vertreten. Mit ihren Premiumprodukten aus dem Bereich Infrastruktur ist sie auch in ausgewählten Projektmärkten in CEE und SEE tätig. Dazu kommen Katar und Saudi Arabien als internationaler Markt. Dabei folgt das Unternehmen stets seinem Motto „Kenne deinen Markt und kenne deinen Kunden“.

Größter Auftrag der Unternehmensgeschichte Dass Bauen ein „People Business“ ist, beweist der Markteintritt in Katar, der über zwei Jahre sorgfältig geplant wurde. Schließlich führte er zum bisher bedeutendsten Erfolg: Der Bau der U-Bahnlinie Green Line in Doha mit einem Gesamtvolumen von rund EUR 1.900 Mio. wurde einer ARGE bestehend aus der PORR sowie ihren lokalen Partnern SBG und HBK übertragen. Das Projekt umfasst den Bau einer Doppel-Tunnelröhre mit einer Länge von 16,6 km und die Errichtung von sechs U-Bahnstationen. Die Qualität der bisher geleisteten Arbeit wurde im Sommer 2014 durch zwei neue Aufträge gewürdigt. Die PORR und das von ihr geführte Konsortium wurde mit dem Projekt „New Doha International Airport – Early Works“ betraut. Der zweite Auftrag „Metro

Bau der Green Line in Doha

Green Line Elevated“ betrifft eine oberirdische Verlängerung des bereits in Bau befindlichen unterirdischen Tunnelabschnittes. Der neue Abschnitt hat eine Gesamtlänge von 3,2 km, davon werden 2,7 km als Fertigteilbrücke ausgeführt.

Spannende Projekte in Deutschland und der Schweiz Mitte Jänner beauftragten die DB Projektbau sowie Vertreter der Stadt Magdeburg die PORR mit dem Neubau der Eisenbahnüberführung Ernst-ReuterAllee. Insgesamt fünf ÜberbauPORR Tunnelbau ungen sollen den PKW-Verkehr, die Straßenbahntrasse und die Fußgängerströme entflechten. Auch in der Schweiz punktete die PORR Anfang dieses Jahres: Eine ARGE unter der Technischen Leitung der PORR wurde von der Rhätischen Bahn AG mit dem Bau des Albulatunnels II, eines eingleisigen Eisenbahntunnels im Kanton Graubünden, beauftragt. Die Gesamtlänge des Tunnels beträgt 5.860 Meter.

Erfolgreiches Geschäftsjahr 2014 Auch 2014 gelang es der PORR, ihre Produktionsleistung um rund 10 % auf EUR 3.475 Mio. zu steigern. Der Anteil der bonitätsstarken Heimmärkte betrug dabei 92,5 %. „Das EBITDA stieg gegenüber dem Vorjahr um 6,7 % auf EUR 156,4 Mio.“ erläutert KarlHeinz Strauss, CEO der PORR AG. „Das Ergebnis vor Steuern (EBT) konnte um 11 % auf EUR 66,1 Mio. gesteigert werden. Die Bilanzsumme zeigte spaltungsbedingt einen Rückgang von 6,5 % und betrug EUR 2.146 Mio. Gleichzeitig wies die PORR erstmals in ihrer Unternehmensgeschichte zum Stichtag 31.12.2014 eine Net-Cash-Position von EUR 65 Mio. auf. Vor diesem Hintergrund wird der Vorstand der Hauptversammlung eine Erhöhung der Dividende um 50 % auf EUR 1,50 je Aktie vorschlagen.“ Durch eine fokussierte Unternehmensstrategie, signifikante operative Verbesserungen und eine konsequente Reduzierung von Risiken avancierte auch die PORR-Aktie im Jahr 2014 zu einem echten Börsenstar. Das hohe Vertrauen in Vorstand und Management schlugen sich bei nationalen und internationalen Aktionären in einer positiven Kursentwicklung nieder. Ende 2014 hat die PORR-Aktie sowohl den ATX als auch den EURO STOXX 50 deutlich outperformt – sie startete das Jahr 2014 mit EUR 25,5, zum Jahresende notierte sie bei EUR 44,57. Am 22.  Dezember 2014 wechselte die PORR schließlich in den Prime Market der Wiener Börse.

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

nationale Partnerschaften sichern darüber hinaus den technologischen Vorsprung des Unternehmens.


MÄRKTE

ZAHLEN NACHHALTIGKEIT IN ZAHLEN

500 Millionen betrug das Emissionsvolumen des ersten „Green-

41 Prozent

Bonds“ in Österreich. Dieser wurde im November 2014 von Verbund AG mit einer Laufzeit von zehn Jahren emittiert.

der nachhaltigen „Assets“ sind in Staats­anleihen, 38 Prozent in Unternehmensanleihen, 16 Prozent in Aktien und 0,3 Prozent in Immobilien investiert.

55 

9,500.0

Euro sind in Österreich in nachhaltige Zum Vergleich sind es in Deutschland in der Schweiz

nachhaltige Fonds wurden von 17 v ­ erschiedenen Kapitalanlagegesellschaften per Ende 2014 in Österreich aufgelegt.

5,65 Milliarden ist das Volumen aller nachhaltigen Investmentfonds in Österreich. Im Jahr 2013 waren es nur 4,05 Milliarden

17,96 Prozent

Euro. Das ergibt ein Wachstum von stolzen 39 Prozent.

ist die YTD-Performance des Nachhaltigkeitsindex VÖNIX. Damit liegt er hinter dem ATX, der zum Stichtag eine Jahresperformance von 22,86 Prozent vorwies. 20


MÄRKTE

Ein rascher Überblick über die zehn wichtigsten Zahlen und Fakten, den österreichischen Markt betreffend. QUELLE: FNG, RFU, FACTOR-D DIVERSITY CONSULTING

77 Prozent des nachhaltigen Investitionsvolumens in Österreich entfallen auf institutionelle Investoren und 23 Prozent auf heimische Privatanleger.

00.000

1,5 Milliarden

Investmentfonds und Mandate investiert. 127,3 Milliarden Euro und 60,7 Milliarden Euro.

betrug das verwaltete nachhaltige Vermögen des Markführers Erste Asset Management per Ende 2013 in Euro. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die

49 

Raiffeisen KAG mit 0,8 Milliarden Euro und die Security KAG mit 0,6 Milliarden Euro.

ist die Nummer der Richtlinie zum österreichischen

70 Prozent

Umweltzeichen. Damit werden vor allem inhaltliche Aspekte bei Investmentfonds und Finanzprodukten beurteilt. Mittlerweile eine Erfolgsstory.

der ATX-Unternehmen haben einen eigenen CSR-Zuständigen und 20 Prozent sogar eine ­eigene CSR-Abteilung. 90 Prozent der Firmen messen den Erfolg der CSR-Maßnahmen. 21


WIRKUNG

Aufräumarbeiten nach der ­Explosion der Bohrinsel D ­ eepwater Horizon. Der Ölunfall im Golf von Mexiko zeigt, dass U ­ mweltrisiken immer öfter zu finanziellen ­Risiken für Konzerne werden.

22


WIRKUNG

NACHHALTIG? WERTHALTIG! Ist das gute Gewissen auch ein gutes Geschäft? Immer mehr Unternehmen und Investoren berufen sich auf soziale und ökologische Kriterien. Sie wollen damit Risiko vermeiden, aber nicht auf Rendite verzichten. TEXT LUKAS SUSTALA

D

as gute Gewissen klingt nicht

Faktoren längst in den Mainstream ge-

onen US-Dollar werden bereits so ver-

nach guter Rendite. Das gute Ge-

rückt. Zahlen des europäischen Dachver-

anlagt. Und die heute nachhaltigen In-

wissen klingt nach Verzicht und

bands Eurosif beziffern die in Österreich

vestoren würden kaum Kompromisse

nach „weniger ist mehr“. In Zeiten von

nach nachhaltigen Grundsätzen veran-

bei der Rendite eingehen. Eine aktuel-

bereits extrem niedrigen Renditen dank

lagten Gelder auf knapp 30 Milliarden

le Morgan-Stanley-Studie aus dem Ap-

des Nullzinsumfelds der Zentralbanken

Euro. „Dass mit Nachhaltigkeit nichts zu

ril 2015 legt nahe, dass Aktien, die nach

klingt es also nach einem Luxus, den sich

verdienen ist, ist empirisch einfach eine

nachhaltigen Kriterien ausgewählt wur-

kaum jemand leisten will.

nicht haltbare Aussage, das haben viele

den, in den vergangenen Jahren sogar

Studien in den vergangenen Jahren ge-

eine höhere Rendite abgeliefert haben.

zeigt“, so Permoser.

Ähnliche Daten gibt es auch für europä-

„Die Skepsis ist voll und ganz da, etwa wenn man zu Investoren geht oder als

ische Aktienmärkte. Demnach ist die Ei-

© SCIENCE PHOTO LIBRARY / PICTUREDESK.

Privatkunde die meisten Berater fragt,“ ist Gerold Permoser überzeugt. Er ist der

Längst keine Nische mehr

genkapitalrendite im Nachhaltigkeitsin-

Chief Investment Officer der Erste Asset

Tatsächlich wird es immer schwieriger,

dex des Stoxx Europe in der Krise weniger

Management und zusätzlich auch noch

bei Corporate Social Responsibility (CSR)

stark gefallen als für die „konventionel-

der Chief Sustainable Investment Officer

für Unternehmen und Sustainable Res-

len“ Unternehmen in Europa und heute

bei der nach Anlagevermögen größten

ponsible Investing (SRI) von einem Ni-

sogar höher, wie Daten der Stoxx-Indizes

Fondsgesellschaft des Landes.

schenthema zu sprechen, wenn sich auch

zeigen. Die Preis-Performance der jewei-

Doch während Permoser beim End-

global tätige Investmenthäuser wie die

ligen Aktienindizes war im Zeitraum von

kunden nach wie vor Skepsis beobachtet,

Deutsche Bank oder Morgan Stanley mit

zehn Jahren nahezu ident (siehe Grafik).

hat sich in der Branche die Sorge vor mit-

dem Thema beschäftigen.

„Die Meinung, dass Nachhaltigkeit im

telmäßigen Renditen bei der Anlage mit

Audrey Choi, die bei der US-Invest-

Widerspruch zur Rendite steht, ist über-

ethischen Grundsätzen längst zerstreut,

mentbank das Institute for Sustainab-

holt“, wie Wolfram Littich, Vorstands-

etwa bei Versicherern oder Pensionskas-

le Investing leitet, hat für den US-Markt

vorsitzender der Allianz Gruppe in Ös-

sen. Waren es vor zehn Jahren fast noch

die folgende Kernbotschaft: „Nachhalti-

terreich, ausführt. In einer Studie der

ausschließlich Fonds oder Banken mit

ges Investieren hat den Mainstream er-

Harvard Business School von 2011 konn-

kirchlichen Eigentümern, die sich bei der

reicht.“ Nach Zahlen von Morgan Stan-

te eine stark positive Korrelation zwi-

Anlage auch um soziale oder ökologische

ley wird bereits jeder sechste US-Dollar

schen Nachhaltigkeit und Wertentwick-

Kriterien gekümmert haben, sind solche

nachhaltig verwaltet, knapp 6,6 Billi-

lung über einen Betrachtungszeitraum

23


WIRKUNG

„Die Skepsis ist voll und ganz da.“

„Das Thema ist in Europa sicherlich präsenter.“

„Der Widerspruch zur Rendite ist überholt.“

GEROLD PERMOSER

MATTHIAS BÖNNING

WOLFRAM LITTICH

von 18 Jahren festgestellt werden, wobei

könne heutzutage schnell zu einem Boy-

der höhere Prämien beim Endkunden

die nachhaltigsten Unternehmen eine

kott der Konsumenten führen. Der Fall

erzielen, weil dieser bereit ist, für echte

um durchschnittlich rund 47 Prozent hö-

von BP – der Ölunfall im Golf von Mexiko

Nachhaltigkeit auch mehr zu zahlen.“

here Performance aufwiesen als weniger

– zeige zudem, dass Umweltrisiken im-

nachhaltige. Nachhaltigkeit sei demzu-

mer öfter auch finanzielle Risiken sind.

Doch nicht nur beim Kunden, sondern auch beim Kapitalgeber ortet Feige das

folge kein Luxus, so Littich, sondern eine

Potenzial von Markenpflege durch CSR.

Noch viele Feigenblätter

Unternehmen können etwa direkt über

Was das Volumen betrifft, bleibt Eu-

Aber nutzen Unternehmen im deutsch-

einen neuen oder besseren Zugang zu den

ropa in Sachen Nachhaltigkeit in jedem

sprachigen Raum CSR nicht nur zum Ri-

Kapitalmärkten Nutzen aus dem Thema

Fall mit deutlichem Abstand vor den USA,

sikomanagement, sondern als Rendite-

Nachhaltigkeit ziehen. Das könnte gera-

wie eine aktuelle Studie von Oekom Re-

werkzeug? Der deutsche Management-

de für österreichische Unternehmen, die

search zeigt. Das Analysehaus mit Sitz

berater und Markenspezialist Achim Fei-

immer wieder die mangelnde Liquidi-

in München ist auf Nachhaltigkeit fo-

ge, der auch österreichische Unterneh-

tät des heimischen Markts beklagen, von

kussiert und erstellt neben Studien auch

men in Sachen sozialer und ökologischer

großem Nutzen sein.

Auswahlkriterien für Investoren oder In-

Verantwortung berät, sieht aber noch

Ein Beispiel sind „Green Bonds“. Das

dizes für die nachhaltige Kapitalanlage.

zu wenig Mut in Sachen Nachhaltigkeit.

Geld, das Unternehmen mit diesen An-

„Das Thema ist in Europa sicherlich prä-

„Nur 20 Prozent der Unternehmen, die

leihen aufnehmen, darf nur in nachhalti-

senter“, sagt Oekom-Vorstandsmitglied

CSR betreiben, haben die Nachhaltigkeit

ge Projekte fließen. Damit sind die Wert-

Matthias Bönning. Rund zwei Drittel al-

zu einem integralen Teil ihres Manage-

papiere ganz klar an einen besonderen

ler weltweit nachhaltigen Kapitalanla-

ments gemacht. Bei 80 Prozent der Un-

Investorenkreis gerichtet. Die Nachfrage

gen werden in Europa gehalten, zeigen

ternehmen handelt es sich um eine Fei-

ist aber in jedem Fall hoch. „Die Nach-

Daten. Es sind vor allem große Investo-

genblattpolitik.“

frage nach diesen Emissionen ist größer,

wirtschaftliche Notwendigkeit.

ren wie der norwegische Staatsfonds, der

Dabei sei der Trend für Feige klar: Nur

weil es dezidiert um nachhaltige Projek-

europaweit größte Aktionär, die das The-

wer ernsthaft nachhaltig ist, kann auf

te geht“, sagt etwa der Fondsmanager

ma ins Rampenlicht gestellt haben. „Vor

Dauer im Wettbewerb bestehen. „Unter-

Martin Cech, der bei der Erste Sparinvest

20 Jahren, als ich bei Oekom mit diesem

nehmen und Investoren müssen begrei-

KAG die nachhaltigen Anleihenmandate

Thema angefangen habe, war CSR in den

fen, dass Nachhaltigkeit ein wesentlicher

verantwortet. So hat der österreichische

meisten Unternehmen kein Thema, jetzt

Bestandteil des Erfolgs ist. Mit nachhal-

Verbund AG im November 2014 erstmals

ist es ein elementarer Teil in vielen Spit-

tigen Produkten lassen sich immer wie-

eine solche Anleihe platziert. Sie war

zenetagen.“ PERFORMANCE VON AKTIENINDIZES IM VERGLEICH 18

einen Grund, warum die Renditen mit

17

nachhaltigen Investments nicht nied-

16

riger sind als bei konventionellen Kapi-

15

talanlagen: „Wer nachhaltig investiert,

14

vermeidet eine Menge Risiken.“ Ein Un-

13

ternehmen etwa, das seinen Energieko-

12

nsum hauptsächlich mit Kohle und Öl

11

deckt und nicht nach einer Diversifikati-

11

11

5-0 15 20

20

14

-0

5-

11 13

-0

5-

11 20

5-0 12 20

05 1120

5-0 10

-11

11

11 20

09

-0

5-

11 20

-0 08 20

5-0 07

24

5-

11

11 20

06

-0

5-

11 5-0 05 20

von Arbeitsrecht in Schwellenländern

STOXX EUROPE SUSTAINABILITY – RETURN ON EQUITY

10

on sucht, werde von steigenden Preisen besonders getroffen. Die Missachtung

STOXX EUROPE 600 – RETURN ON EQUITY

20

Bönning von der nachhaltigen Rating­ agentur Oekom Research sieht vor allem


WIRKUNG

dreifach überzeichnet. Das Werkzeug

die Agenda zu setzen oder Arbeitsrechts-

Für die Fondsmanager bedeuten die

des „Green Bonds“ kommt zwar aus dem

verletzungen und überzogene Manager-

Ausschlusskriterien auch, dass sie ihr

Bereich der Entwicklungsbanken wie der

bezüge zu kritisieren.

mögliches Anlageuniversum drastisch

Doch auch bei nachhaltigen Fonds-

einschränken. Das kann schon einmal

managern will man die Kosten der Nach-

die Hälfte des gesamten Markts sein, die

haltigkeit nicht unter den Tisch fallen

dann nicht mehr zur Verfügung steht.

Das kleinere Universum als Problem

lassen. Besonders stark sind vor allem

„Die Einschränkung des Universums

Eine aktuelle Studie von Eurosif, dem eu-

Strategien gewachsen, die auf „Exclusi-

hat auch einen negativen Einfluss, weil

ropäischen Dachverband für nachhaltige

ons“ basieren. Hier entscheiden Fonds-

die Möglichkeiten zur Aktien- oder An-

Geldanlagen, zeigt, dass die verschiede-

manager, gewisse Unternehmen aus-

leihenauswahl für aktive Fondsmanager

nen nachhaltigen Anlagestrategien zwi-

zuschließen, etwa Waffenproduzenten

abnehmen“, sagt Permoser.

schen 2011 und 2013 deutlich stärker als

oder solche, die sich nicht an Mindest-

Die Schritte dieser Strategien und An-

der Markt gewachsen sind. Gestiegenes

standards auf dem Arbeitsmarkt hal-

sätze in Richtung des Mainstreams sor-

Interesse gibt es etwa beim Engagement,

ten. Heute werden bereits mehr als 6.800

gen in jedem Fall dafür, dass das durch-

sagt

Bön-

Milliarden Euro in diesen Strategien ver-

schnittliche Unternehmen sich kräftig

ning. Zuletzt haben auch große Invest-

waltet, ein Plus von 90 Prozent in drei

anstrengen muss, um nicht aus den im-

menthäuser wie etwa die Union Invest-

Jahren. Erfüllen gewisse Unternehmen

mer öfter eingesetzten Screenings von

ment in Deutschland angekündigt, ihre

also die Mindestkriterien nicht, werden

Investoren durchzurasseln. Und damit

Stimmrechte deutlich aktiver zu nutzen,

sie von diesem Teil der Investoren nicht

Probleme mit der eigenen finanziellen

um bei Unternehmen Nachhaltigkeit auf

mehr als investitionstauglich angesehen.

Nachhaltigkeit zu bekommen. n

Weltbank, hat aber nun bereits die privaten Kapitalmärkte erreicht.

MARK & MARK

Oekom-Vorstandsmitglied

S IMMO AG

Die Guten ins Töpfchen. Wir investieren ausschließlich in Standorte und Nutzungsarten, die wir sehr gut kennen. Das ist die Basis unseres Erfolgs. Nähere Informationen unter www.simmoag.at

@simmoag


MÄRKTE RUBRIK

GLOSSAR NACHHALTIGE BEGRIFFE

CSR

Microfinance Unter dem Begriff Microfinance (zu Deutsch: Mikrofinanzierung) versteht man die Bereitstellung von verschiedenen ­Finanzdienstleistungen für arme und einkommensschwache Kunden. Meist werden damit Mikrokredite in Entwicklungs-

Englisch für Corporate Social Responsibility oder auf

ländern vergeben.

­Neudeutsch gesellschaftliche Unternehmensverantwortung. CSR steht für verantwortliches unternehmerisches Handeln und umfasst ökologisch relevante Aspekte ebenso wie die ­soziale Beziehung des Unternehmens zu seinen Mitarbeitern und Mitmenschen.

Corporate Governance

SRI

In der Unternehmensführung beziehen sich GovernanceThemen auf die Qualität des Managements von Unternehmen, die Unternehmenskultur, Risikoprofile und andere Besonderheiten. Unter Corporate Governance wird auch die Verantwortung von Vorständen hinsichtlich der s ­ ozialen und ökologischen Performance ihres strategischen M ­ anagements

Englisch für Socially Responsible Investment. Das deutsche

verstanden.

Begriffspendant wäre ethisches oder nachhaltiges Investment. SRI-Investments zeichnen sich demnach dadurch aus, dass sie neben den Renditezielen auch den ethischen ­Wertvorstellungen des Anlegers entsprechen.

Green Washing Unter Green Washing versteht man PR-Maßnahmen von Unternehmen, die darauf abzielen, in der Gesellschaft ökologisch und sozial verantwortungsbewusst wahr­ genommen zu werden ohne hinreichende Grundlage.

26


MÄRKTE RUBRIK

DerBörsianer erklärt zehn wichtige Begriffe aus der Welt der Nachhaltigkeit.

QUELLE: FNG

Best-in-Class Der Best-in-Class-Ansatz ist eine Anlagestrategie, bei der basierend auf ESG-Kriterien die besten Unternehmen innerhalb einer Branche, Kategorie oder Klasse ausgewählt oder gewichtet werden, also jene Unternehmen, die im Vergleich zur übrigen Branche sowohl in ökologischer, sozialer als auch ethischer Hinsicht die höchsten Standards setzen.

Engagement Unter diesem Begriff versteht man den Dialog zwischen Investoren und Unternehmen mit dem Ziel, die Unter­

ESG

nehmensführung für die Berücksichtigung von sozialen, ethischen und ökologischen Kriterien zu gewinnen. Dies inkludiert etwa auch Stimmrechtsausübungen auf Haupt­ versammlungen, Aktionärsanträge und Fragen auf ­Hauptversammlungen.

Englisch für Environmental, Social and Governance. ­ Diese Abkürzung findet in der Nachhaltigkeitsszene breite ­Verwendung und steht für die Begriffe Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung.

ImpactInvestment Unter Impact-Investments versteht man jene Investments in Unternehmen, Organisationen und Fonds, die das Ziel haben, neben dem finanziellen Ertrag auch sozial und ökologisch zu wirken. Bei Impact-Investments halten die Investoren die

Ausschlusskriterien

Eigentumsrechte an den Assets und erwarten positive finanzielle Erträge.

Definierte Ausschlusskriterien schließen bestimmte Investments oder Investmentklassen wie Unternehmen, Branchen oder Länder aus dem Investment-Universum aus, wenn diese gegen spezifische Kriterien verstoßen. Häufig genannte Ausschlusskriterien sind etwa Waffen, Pornografie, Tabak und Tierversuche.

27


RUBRIK

RESEARCH

Rüstungs-, Glücksspiel-, Alkohol-, Tabakkonzerne werden von den ­Rating- und Researchagenturen meist aus dem Anlageuniversum ausgeschlossen.

HÜTER DES DATENSCHATZES Rating- und Researchagenturen, die sich nachhaltigen ­Veranlagungen widmen, liefern Milliarden Zahlen und Fakten. DerBörsianer beschreibt, welche Anbieter bei Investoren gut ankommen und wie der Daten-Overkill vermieden wird. TEXT ROBERT WINTER

28


F

ür Veranlagungen kirchlicher Ein-

oder anderen Veranlagungsinstrumen-

versorgen zu können. Das ist aber nur

richtungen, Stiftungen oder Un-

ten sowie qualitativen Einschätzungen

ein Beispiel dafür, welchen Stellenwert

ternehmen, die sich Nachhaltig-

zu Unternehmen oder Staaten, wenn

ökologische, soziale oder nachhaltige

keit auf die Fahnen geheftet haben, ist

zahlreiche Faktoren zu berücksichtigen

Aspekte bei der Geldanlage bereits ha-

der erfolgreiche US-amerikanische Vice

sind. Dabei schaffen einschlägige Ra-

ben. Auch andere Daten- und Lösungs-

Fund (Lasterfonds) ein absolutes No-

ting- und Researchagenturen Abhilfe.

anbieter stehen ISS um nichts nach (sie-

Go. Fondsmanager Gerry Mulligan in-

Die Fülle der von den Nachhaltigkeits-

he Tabelle). Betrachtet man den stark

vestiert in Aktien von Glücksspiel-, Al-

experten erfassten Zahlen, Daten und

gestiegenen Bedarf seitens der Anle-

kohol-, Tabak- oder Rüstungskonzer-

Fakten ist enorm. So erstreckt sich das

gerschar, ist das enorm breite Angebot

nen. Da reicht schon ein kurzer Blick,

Research von Institutional Shareholder

an Nachhaltigkeitsresearch nachvoll-

um zu erkennen, dass der Fonds nach

Services (ISS) auf weltweit 115 Märk-

ziehbar. Laut der Agentur Bloomberg

ethischen oder nachhaltigen Aspekten

te. Dabei haben die ISS-Experten rund

ist die Anzahl der Investoren, die Da-

für die saubere Geldanlage nicht infra-

39.000 Unternehmen auf ihrem Radar-

ten in Sachen Umwelt, soziale Aspekte

ge kommt.

schirm, um die rund 1.600 Kunden aus

und Governance nutzen, seit 2009 jähr-

Deutlich anspruchsvoller wird die Su-

dem institutionellen Bereich umfas-

lich im Schnitt um knapp 41,5 Prozent

che nach nachhaltigen Aktien, Anleihen

send mit Nachhaltigkeitsinformationen

gestiegen.

Übersicht von Research- und Ratingagenturen UNTERNEHMEN (A–Z)

ANMERKUNGEN

Bloomberg

ESG-Daten für Aktien, Analyse der Integration von Nachhaltigkeit, für Corporate Governance, Fonds, Anleihen, Indizes, erneuerbare Energie, Emissionen sowie rechtliche Informationen. Seit dem Vorjahr ist der ESG-Research von Sustainalytics auf Bloomberg verfügbar.

Eiris

Research für weltweit rund 3.500 Unternehmen, Sustainability Ratings für etwa 3.000 Unternehmen und Staatsanleihen von 70 Ländern. Tools von Eiris Portfolio Manager bis zu Eiris Global Fund Report Card.

FER Finance & Ethics Research

Österreichische Agentur, Entwickler der Kennzahl EDA (Ethisch Dynamischer Anteil), Bausteine EDA Universum, EDA Screening und EDA Proved, FER 3D Länderscreening. Mehr als 150 nationale und internationale Kunden.

IMUG Beratungsgesellschaft für sozial-ökologische Innovationen

Research für Unternehmen, Rating von Staatsanleihen mit über 50 Indikatoren für 74 Länder. Anleihenrating von rund 70 deutschen und europäischen Bankanleihenemittenten und Covered Bonds. Exklusivvertrieb der Eiris-Datenbank EPM.

Inrate

Seit 1990 tätige Ratingagentur mit Sitz in der Schweiz, analysiert rund 2.500 Aktien und 100 Anleihenemittenten. Globales Netzwerk mit mehr als 40 Analysten.

ISS

ISS Institutional Shareholder Services betreibt weltweit 16 Büros, deckt 115 Märkte ab und hat 39.000 Unternehmen unter Beobachtung. 1.600 institutionelle Kunden nutzen die ISS-Services.

MSCI

MSCI ESG Research beschäftigt weltweit 140 Research-Analysten, 34 Nachhaltigkeitsfaktoren kommen zum Einsatz. Das Universum besteht aus weltweit 5.500 Aktien- sowie aus 260.000 Anleihenemittenten, die ein MSCI-ESG-Rating erhalten.

Oekom Research

Analyse von Unternehmen und Ländern nach ökologischer und sozialer Performance. Anbieter der Datenbank Orbit ­inklusive Archivs, in dem Reports von rund 3.500 Unternehmen und 57 Staaten abrufbar sind. Kunden aus Asset-Management, Banken und institutionellen Anlegern.

RFU

RFU Reinhard Friesenbichler Unternehmensberatung mit Sitz in Wien offeriert das „rfu Nachhaltigkeitsmodell“. Zu den Projekten des 1997 gegründeten Unternehmens zählen die Nachhaltigkeitsindizes Vönix und Ceerius. Das Know-how von rfu fließt in Anlageprodukte mit mehreren Milliarden Euro Volumen ein.

RepRisk

Analyse von Nachhaltigkeitsrisiken von mehr als 52.000 Unternehmen, 12.900 Projekten, 9.400 Non-Profit-Organisationen und mehr als 7.100 Regierungseinrichtungen. Weltweit Kunden unter Banken, Pensionsfonds und Asset-Managern.

Sustainalytics

Anlayse der Nachhaltigkeitsleistungen von Unternehmen mit 60 bis 100 Indikatoren. 2009 Lancierung der Onlinedatenbank „Sustainalytics Global Platform“. Seit 2014 ist ESG-Resarch von Sustainalytics für Bloomberg-Nutzer verfügbar.

Thomson Reuters Asset4

ESG-Daten über 4.700 Unternehmen wichtiger Aktienindizes (MSCI World, MSCI Europe, STOXX 600, Nasdaq, Russell 1000, S&P 500 ...) unter Berücksichtigung von rund 750 Datenpunkten und 280 Performanceindikatoren. Ratings werden jede zweiwöchig adaptiert. Für rund 1.000 Unternehmen sind Daten bis zurück in das Jahr 2002 verfügbar.

Trucost

Das Research deckt 4.800 Unternehmen oder rund 93 Prozent der globalen Aktienkapitalisierung ab. Trucost kalkuliert für die United Nations (UN Principles for Responsible Investment PRI sowie United Nations Environment Programme Finance Initiative UNEP FI) die Kosten globaler Umweltschädigung. Das Research umfasst die wichtigsten Aktienindizes, Anleihen sowie Unternehmen der Sektoren Rohstoffe, Private Equity, Infrastruktur und Immobilien.

QUELLE: DERBÖRSIANER

29

© KARL-JOSEF HILDENBRAND / DPA / PICTUREDESK

RUBRIK


RESEARCH RUBRIK

Research selbst betreiben, was jedoch

„Appetit auf nachhaltige Finanzprodukte gestiegen.“

extrem aufwändig ist. Deutlich einfacher ist es, die ESG-Expertise zuzukaufen.“ Deshalb greift Pictet auf mehrere Quellen zu und kreiert auf Basis des Gemenges quantitativer Daten und quali-

ERIC BORREMANS

„Die Daten­ qualität variiert teilweise stark.“ RICHARD BOULANGER

tativer Einschätzungen ein hauseigenes Modell. Eric Borremans: „Das Modell

verwässert oder irrelevant sind. Die Da-

Spreu vom Weizen trennen

basiert auf vier Säulen. Das sind Corpo-

tenqualität variiert von einem Anbieter

Aber das volle Füllhorn der Agentu-

rate Governance, Faktoren für Produkte

zum nächsten zum Teil ebenso stark wie

ren birgt auch Nachteile. Investoren

und Services, Faktoren, die unter ande-

das jeweilige Universum, das abgedeckt

sind gefordert, relevante Informationen

ren Emissionen betreffen, sowie Analy-

wird. Es ist also grundsätzlich zu prüfen,

von unwichtigen Inhalten zu trennen.

sen, die Unternehmen auf Korruption,

ob die jeweilige Rating- oder Research-

Sie müssen auf der Hut sein, um nicht

Betrug oder Missbrauch der Marktstel-

agentur überhaupt jene Informatio-

Opfer eines Datenoverkills zu werden.

lung durchleuchten.“ Gemäß diesem

nen liefern kann, die gebraucht werden.

Dazu kommt, dass gutes Research hohe

komplexen Zugang zum Thema Nach-

Deshalb ist es in der Praxis üblich, dass

Kosten nach sich zieht. Wie hoch diese

haltigkeit ist es naheliegend, dass die

Anbieter von nachhaltigen Finanzpro-

Kosten sind, kann nur im Einzelfall und

Schweizer Fondsgesellschaft die Exper-

dukten ihre Daten- und Infolieferanten

je nach Inanspruchnahme von standar-

tise mehrerer Nachhaltigkeitsprovider

von Zeit zu Zeit auswechseln. Bei gro-

disierten Daten oder der Nutzung von

nutzt. Dazu zählen etwa Inrate, Bloom-

ßen Asset-Managern kann das durch-

Zusatzbausteinen wie etwa dem Einsatz

berg ESG Data und Sustainalytics. Von

aus im Jahresrhythmus der Fall sein“,

von Portfolio-Tools oder spezieller Aus-

der Agentur ISS werden Daten bezüglich

erklärt ein deutscher Asset-Manager,

wertungen beurteilt werden. Dabei gilt

Corporate Governance im Modell be-

der anonym bleiben will.

als Faustregel: Für Investoren, die ein

rücksichtigt.

Trotz des scheinbar überbordenden

relativ geringes Vermögen verwalten,

Auch bei Erste Asset Management

Angebots an Nachhaltigkeitsinforma-

rechnen sich die Kosten für die Leistun-

kommen mehrere Anbieter zum Zug.

tionen überwiegen für Pictet-Exper-

gen einer oder mehrere Agenturen und

Dabei wird darauf Wert gelegt, dass

ten Borremans die Vorteile. Borremans:

Researchhäuser kaum. Interessant wird

die verfügbaren Informationen aktu-

„Unter institutionellen Anlegern, Pen-

es erst ab einer kritischen Größe von ei-

ell sind. Nachhaltigkeitsanalyst Richard

sionsfonds, im Private Banking und

nigen Milliarden Euro, können doch die

Boulanger: „Manche Agenturen neh-

auch bei Kleinanlegern ist der Appe-

Aufwendungen für Nachhaltigkeitsin-

men Aktualisierungen nur halbjähr-

tit auf nachhaltige Finanzprodukte ge-

formationen jährlich zwischen 500.000

lich oder jährlich vor. Das reicht nicht.

stiegen. Damit einhergehend hat sich

und einer Million Euro erreichen. Wer

Wir greifen auf Daten und Analysen von

der Qualitätsanspruch erhöht. Vor fünf

die Kosten und die Erfüllung zusätzli-

Anbietern zu, die up to date sind. MSCI

Jahren wäre dieser Anspruch mangels

cher Aufgaben bei der Verwaltung von

ESG, Oekom Research und RFU sind un-

zuverlässiger Daten und Einschätzun-

nachhaltig verwalteten Geldern redu-

sere drei Hauptlieferanten.“ Hinter dem

gen kaum zu erfüllen gewesen.“ Üb-

zieren will, kann das Management aus-

Kürzel RFU steckt das 1997 gegründete

rigens: Die Lenker des Vice Fund ha-

lagern. Dazu hat sich etwa Alois Wöger-

heimische Unternehmen namens Rein-

ben dem Produkt eine neue Etikette

bauer, Chef der 3 Banken-Generali In-

hard Friesenbichler Unternehmensbe-

verpasst. Vor geraumer Zeit wurde der

vestment Fondsgesellschaft entschlos-

ratung. Boulanger: „RFU hat speziel-

Fonds in Barrier Fund umbenannt. Ge-

sen. Er wählte für den 3-Banken-Nach-

le Expertisen bei der Analyse von Un-

kauft werden verstärkt Aktien von Kon-

haltigkeitsfonds die Bank J. Safra Sa-

ternehmen aus Zentral- und Osteuropa

zernen, die in Branchen tätig sind, bei

rasin als Outsourcing-Partner.

und liefert damit gute eine Ergänzung zu

denen die Markteintrittsbarriere hoch

großen internationalen Agenturen.“

liegt. Am Inhalt hat sich dadurch aber

Andere

Anbieter

gehen

wieder-

um den Weg, sich die Rosinen aus dem

nichts geändert. Da wie gehabt Tabak-

Nachhaltigkeitskuchen zu picken. Eric

Darum prüfe, wer sich bindet

oder Glücksspielaktien hoch gewichtet

Borremans, Nachhaltigkeitsexperte der

Wozu sich ein Asset Manager auch im-

sind, kommt der Fonds trotz der neuen

Schweizer Fondsgesellschaft Pictet As-

mer entscheidet, ohne Kontrolle der

Bezeichnung weiterhin für ein nachhal-

set Management (Pictet): „Asset Mana-

Daten und Inhalte geht auch im Nach-

tiges Investment nicht infrage. Dies be-

gern nachhaltiger Investments stehen

haltigkeitsbereich nichts. „Es muss

stätigen Auswertungen von Nachhaltig-

mehrere Wege offen. Sie können das

evaluiert werden, ob Informationen

keitsagenturen. n

30


INVESTOREN RUBRIK

RZB-Gruppe engagiert sich nachhaltig Nachhaltig investieren mit den Fondsinvestments der Raiffeisen KAG1

Die RZB-Gruppe, zu der die Raiffeisen Zentralbank Österreich AG, die Raiffeisen Bank International AG samt den Netzwerkbanken in CEE und verschiedene Beteiligungen zählen, wirtschaftet verantwortungsvoll, um nachhaltigen Wert zu schaffen. Das Berücksichtigen entsprechender Aspekte in den Bereichen Wirtschaft, Umwelt, Mitarbeiter und Gesellschaft sind notwendig, um auch künftig erfolgreich zu sein. Die Nachhaltigkeitsstrategie baut auf drei Grundpfeilern auf: als verantwortungsvoller Banker, fairer Partner im Sinne der Stakeholdereinbindung sowie engagierter Bürger zu agieren. Als Unterzeichnerin des „Global Compact (UNGC)“ hat sich die RZB-Gruppe zudem der konsequenten Einhaltung der zehn Prinzipien des verantwortungsvollen Wirtschaftens verschrieben.

Nachhaltigkeit ist im Anlagebereich ein sehr stark wachsendes Segment. Allein in Österreich ist das Volumen bei nachhaltigen Geldanlagen (inkl. Mandate) von 2013 auf 2014 um 36 % auf EUR 9,0 Mrd. gestiegen.2 Das gilt auch für die Raiffeisen KAG, die Asset-Management-Gesellschaft der RZB-Group. Für das Unternehmen zählen hier aber nicht nur die Marktchancen, die Raiffeisen KAG bekennt sich klar zum Thema Nachhaltigkeit und ist auch Unterzeichner der UN-PRI, der United Nations-supported Principles for Responsible Investment. Schon vor mehreren Jahren hat sich das Unternehmen aus dem sehr umstrittenen Geschäft mit Agrarrohstoffen zurückgezogen. Nachhaltiges Investment zählt mittlerweile zu den Kernkompetenzen der Raiffeisen KAG.

In unserem bisherigen Tun bestärkt fühlen wir uns beispielsweise durch die erneute Aufnahme in den Nachhaltigkeits-Index VÖNIX sowie durch die neuerliche Auszeichnung den Carbon Performance Leadership Index aufgrund der Reduzierung unserer CO2-Emissionen. In diesem Index werden die am besten abschneidenden Unternehmen zusammengefasst.

Aktuell bietet die Raiffeisen KAG in diesem Segment vier Fondslösungen mit verschiedenen Risiko-ErtragsProfilen an, darunter ein Aktienfonds, ein Anleihefonds und zwei hinsichtlich ihrer Aktiengewichtung unterschiedliche Mischfonds. Generell stehen bei allen nachhaltigen Investments die längerfristige Entwicklung, die leicht defensive Gestaltung der Portfolios und die Reduktion des Risikos – in finanzieller wie in nachhaltiger Hinsicht – im Mittelpunkt.

Detaillierte Informationen zum Nachhaltigkeitsmanagement der RZB-Gruppe sowie die Nachhaltigkeitsberichte können unter www.rzb.at/nachhaltigkeitsmanagement abgerufen werden.

Im Rahmen der Anlagestrategie des Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Solide und des Raiffeisen-Nachhaltigkeitsfonds-Mix kann in wesentlichem Umfang in Derivate investiert werden. Die zur Verfügung gestellten Angaben dienen, trotz sorgfältiger Recherchen, lediglich der unverbindlichen Information, basieren auf dem Wissensstand der mit der Erstellung betrauten Personen zum Zeitpunkt der Ausarbeitung und können jederzeit von der Raiffeisen KAG ohne weitere Benachrichtigung geändert werden. Jegliche Haftung der Raiffeisen KAG für das Eintreten von Prognosen sowie für von Dritten erstellte Unterlagen ist ausgeschlossen. Die Informationen stellen weder ein Angebot, eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung noch eine Anlageanalyse dar. Sie dienen insbesondere nicht dazu, eine individuelle Anlage- oder sonstige Beratung zu ersetzen. Sollten Sie Interesse an einem konkreten Produkt haben, stehen wir Ihnen gerne neben Ihrem Bankbetreuer zur Verfügung. Die veröffentlichten Prospekte sowie die Kundeninformationsdokumente (Wesentliche Anlegerinformationen) der genannten Fonds stehen unter www.rcm.at in deutscher Sprache zur Verfügung. Dies ist eine Marketingmitteilung der Raiffeisen Kapitalanlage GmbH. Stand: Mai 2015 Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft m. b. H. (Raiffeisen Kapitalanlage GmbH) Quelle: Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2015

1 2

31


REPORTING

RUBRIK

ZAHLENFRIEDHÖFE BEGRÜNEN Immer öfter realisieren Unternehmen und Analysten das Potenzial von Kennzahlen in Sachen Nachhaltigkeit als Indikatoren für Investmentmöglichkeiten und wirtschaftlichen Erfolg. TEXT BARBARA OTTAWA

O

bwohl Nachhaltigkeitsbericht-

positiv, den Bericht mit Witz zu gestalten

erstattung vor allem wegen der

oder „sich etwas Besonderes einfallen zu

erachten wir es für sinnvoll, zielgruppen-

Ressourcen, die anfangs benö-

lassen“. Das könne das Thema mehreren

spezifische Produkte zu erstellen.“

tigt werden, eher etwas für große Unternehmen sei, bedienen sich auch einige

Menschen zugänglich zu machen.

OMV-Nachhaltigkeitsberichterstattung

Denn, wie der Sprecher betont, Ana-

Nachhaltigkeitsberich-

lysten, die sich mit ESG, also Umwelt-,

KMUs dieses Mittels, sagt Karl Resel, Se-

te bezeichnet sie „als Königsdisziplin“,

Sozial- und Governancefragen beschäfti-

nior Consultant bei Denkstatt. „Das Un-

betont aber, dass es „hier wenig gute

gen, „beachten Nachhaltigkeit bereits in

ternehmen kann sich am Markt gegen-

gibt“. Als einer davon wird immer wie-

ihren Unternehmensanalysen“. Roither

über Investoren präsentieren“, so Resel,

der die Palfinger AG genannt. Für Kon-

jedoch würde sich wünschen, dass „Ana-

oder als guter Arbeitgeber. So ein Be-

zernsprecher Hannes Roither, macht ist

lysten Nachhaltigkeitsdaten noch viel

richt könne aber auch als Management­

nicht nur aus ökologisch-sozialen Moti-

mehr in ihre Einschätzungen einbezie-

instrument dienen: „Es ist ein Anlass,

ven sinnvoll, sondern auch, „weil es für

hen“ – und zwar alle. Er ist überzeugt,

alle Kennzahlen in dem Bereich zusam-

das Unternehmen gut ist, sein Kernge-

dass die integrierte Berichterstattung

menzutragen, und der Erscheinungstag

schäft ganzheitlich zu betrachten“. Au-

den Zugang zu den Nachhaltigkeitsdaten

gibt eine Deadline vor, bis zu der Projek-

ßerdem sei die übliche Berichterstattung

sukzessive für alle Investoren erleichtert.

te umgesetzt werden müssen.“

Integrierte

sehr kurzfristig ausgerichtet, und jene zur

Für die Telekom Austria AG bestätigt

Kennzahlen werden für Bereiche wie

Nachhaltigkeit eher langfristig. Daraus

Irene Jakobi, Leiterin CSR, dass man an

Governance, Risiken in Bezug auf Um-

ergebe sich viel Potenzial. Die Umstel-

der Integrierung arbeitet: „Im Moment

welt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange,

lung von einem Nachhaltigkeitsbericht

ist aber die Erhebung dieser Nachhal-

Achtung der Menschenrechte, Bekämp-

alle zwei Jahre seit 2003 auf die integrier-

tigkeitskennzahlen noch nicht so etab-

fung von Korruption und Bestechung oder

te Berichterstattung 2013 „war groß, aber

liert und damit noch nicht schnell genug,

Diversity erhoben. Das Ganze kann in ei-

es hat uns auch geholfen, Strukturen im

um gleichzeitig mit den anderen Finanz-

nem Nachhaltigkeitsbericht, in eigenen

Unternehmen effizienter zu gestalten“.

kennzahlen publiziert zu werden.“

ständig in der Finanzberichterstattung

Separat oder gemeinsam?

wenn es um die Form des Berichts geht:

integriert ausgewiesen werden. Daniela

Die OMV AG wählt andere Ansätze bei

„Es kommt darauf an, wie reif ein Unter-

Knieling, Geschäftsführerin der Unter-

der Berichterstattung und weist im Ge-

nehmen in der Nachhaltigkeitsberichter-

nehmensplattform für CSR und Nachhal-

schäftsbericht wesentliche nichtfinan-

stattung ist.“ Außerdem sei wichtig, „wie

tigkeit Respact, findet es auch sinnvoll,

zielle Key Performance Indicators (KPI)

nah die Nachhaltigkeitsaspekte am Kern-

wenn nur alle zwei Jahre berichtet wird:

oder Nachhaltigkeits-KPIs aus, gibt aber

geschäft liegen“, so Resel. Etwa in den

„Man kann erklären, was sich weiterent-

auch einen separaten Nachhaltigkeitsbe-

Branchen Energie, Chemie, Nahrungs-

wickelt hat, was man sich vorgenommen

richt heraus. Die Motivation dahinter er-

mittel, Transport oder im Bergbau seien

hatte und ob und wie es umgesetzt wur-

läutert ein Konzernsprecher: „Aufgrund

diese Kennzahlen wesentlich relevanter,

de – oder warum nicht.“ Auch sieht sie es

des Umfangs und des Detailgrades der

auch für die Gesamtberichterstattung.

Kapiteln im Geschäftsbericht oder voll-

Resel hat deshalb keine Präferenzen,

32


REPORTING RUBRIK

„Integrierte Berichterstattung ist die Königsdisziplin.“

„Analysten sollen Nachhaltigkeitskennzahlen mehr einbeziehen.“

„Kennzahlen nicht nur für Reporting­ anforderungen ­erheben.“

DANIELA KNIELING

HANNES ROITHER

TINA SUMANN

Der Nachhaltigkeitsbericht der Tele-

bekommt man rasch ein Gefühl dafür“,

Neue Richtlinie ab 2016

kom Austria AG ist bereits zum zweiten

erläutert Knieling. Die Jury prüfe auch,

Eine neue EU-Richtlinie in Sachen Nach-

Mal in Folge in der Kategorie große Un-

wie heikle Themen angesprochen wer-

haltigkeitsberichte, muss bis 2016 in na-

ternehmen mit dem Austrian Sustai­nable

den und ob Maßnahmen auch wirklich

tionales Recht umgesetzt werden. Sie soll

Reporting-Award (ASRA) ausgezeichnet

wesentliche Auswirkungen haben,“ so

die Berichterstattung europaweit zu ei-

worden – in der Kategorie integrierte Be-

Knieling. Das gelte nicht für die Reduk-

nem gewissen Grad vereinheitlichen.

richterstattung hat 2014 Palfinger AG das

tion des Wasserverbrauchs in nicht-pro-

Wahrscheinlich ist, dass in Österreich

Rennen gemacht. In der Kategorie Erst-

duzierenden Unternehmen.

nur große Unternehmen, wie börsenno-

berichte wurde die AT&S AG nach der

Sowohl Knieling als auch Resel beto-

tierte Firmen und Finanzdienstleister,

Amag Austria Metall AG mit dem zwei-

nen, dass ein Nachhaltigkeitsbericht eine

unter die neuen Vorschriften fallen wer-

ten Platz ausgezeichnet. Tina Sumann,

Unternehmensstrategie nur unterstützen

den. Knieling erwartet die Einführung ei-

zuständig für Nachhaltigkeit beim Lei-

kann, wenn diese ökologische und sozia-

nes „Comply or Explain“-Ansatzes: Un-

terplattenhersteller AT&S AG, erläutert,

le Themen auch wirklich lebt. Das ergibt

ternehmen haben die Wahl zu berichten

dass der Nachhaltigkeitsbericht derzeit

sich für Roither schon aus rein prakti-

oder zu erklären, warum sie dies nicht tun.

vorrangig als Kommunikationsmittel für

schen Gründen. Alle rund 9.000 Mitar-

Laut Resel wird in der EU überlegt, einen

Stakeholder eingesetzt werde. Zudem

beiter in 35 Werken in 20 Ländern „müs-

Leitfaden herauszugeben, der branchen-

werden im Geschäftsbericht einige KPIs

sen spüren, dass wir nicht nur Daten er-

spezifische Kennzahlen festlegt.

aus dem Bereich ausgewiesen. Der Trend

heben, sondern auch sinnvolle Maßnah-

Resel ist überzeugt, dass Unterneh-

zu mehr Transparenz stärke die Glaub-

men umsetzen“. So könnten Nachhaltig-

men, die einen guten Nachhaltigkeitsbe-

würdigkeit von verantwortungsvoll agie-

keitskennzahlen in Zukunft als Grund-

richt abliefern, der sich an den Standards

renden Unternehmen. Sumann sieht je-

lage für die Vergabe von Boni herange-

der Global Reporting Initiative (GRI) ori-

doch wenig Sinn darin, Kennzahlen nur

zogen werden. Transparenz sei ebenfalls

entiert, nichts zu befürchten haben. Ge-

aufgrund einer Reportinganforderung

wichtig: „Wenn einmal etwas nicht so gut

nau deshalb sieht sich die OMV AG, die

zu messen. Weiters gibt sie zu beden-

läuft, dann erklärt man den Stakeholdern

seit

ken, dass die Vergleichbarkeit von un-

die Ursachen und setzt sich Ziele dazu.“

berichtet, „sehr gut für die Auswirkun-

terschiedlichen Unternehmen und Bran-

Der Konzern ist sich auch bewusst, dass

gen der nationalen Implementierung der

chen oftmals nicht gegeben ist.

zum Beispiel der Ankauf eines Werks in

neuen EU-Richtlinie vorbereitet“. Auch

Die ASRA-Jury schaue „immer, ob

Russland „unsere Zahlen zunächst ver-

bei der Palfinger AG sieht Roither der

es ein Unternehmen ernst meint – und

schlechtert – aber das ist auch ein Anreiz,

neuen Gesetzgebung „eher gelassen, weil

wenn man ein paar Berichte gelesen hat,

hier Verbesserungen vorzunehmen“.

gut gewappnet, entgegen“. n

2001

Nachhaltigkeitskennzahlen

Wir verbinden Verantwortung mit nachhaltigem wirtschaftlichem Erfolg. Bankgeschäfte unter ethischen und nachhaltigen Gesichtspunkten stellen die Kernkompetenz von Schelhammer & Schattera dar. Diese Position als Pionier und Nachhaltigkeits-Spezialist wurde zuletzt auch vom Forum Nachhaltige Geldanlage (FNG), der führenden Interessengemeinschaft im deutschsprachigen Raum bestätigt. Das FNG weist in seinem jüngsten Jahresbericht für Österreich Schelhammer & Schattera als einzige Spezialbank mit Nachhaltigkeitsfokus aus. Für Fragen steht Ihnen Herr Robert Fochler unter +43 1 534 34 - 2074 bzw. robert.fochler@schelhammer.at gerne zur Verfügung.

33

Dies ist eine Marketingmitteilung der Bankhaus Schelhammer & Schattera AG, FN 58248i, DVR 0060011, Goldschmiedgasse 3, 1010 Wien, Tel. +43 1 534 34, Fax DW -8065, www.schelhammer.at.


MÄRKTE

KURSE ÖSTERREICH MARKTENTWICKLUNG ENTWICKLUNG (1 J) DER NACHHALTIGEN INDIZES IM VERGLEICH ZU KLASSISCHEN INDIZES 126 % 124 %

EURO STOXX 40 SUSTAINABILITY (EUR) EURO STOXX 50 (EUR)

122%

VONIX (AUSTRIA) SUSTAINABILITY INDEX (EUR)

120 %

ATX AUSTRIAN TRADED INDEX (EUR)

118 % 116 %

EUROPA (STOXX 40 SUST.)

114 % 112 % 110 %

ÖSTERREICH (VONIX)

108 % 106 %

EUROPA (STOXX 50)

104 % 102% 100 % 98 %

ÖSTERREICH (ATX)

96 % 94 % 92 % 90 % 88 % 86 % 84 % 82 % 80 %

02. 05.

JUN

JUL

AUG

SEP

OKT

NOV

DEZ

JAN

FEB

MAR

APR

12.05.

INDIZESVERGLEICH VERGLEICH VON KLASSISCHEN MIT NACHHALTIGEN INDIZES (1 J %) Indizes

ISIN

Kurs

1J %

Indizes

ATX (Wien)

AT0000999982

2.653,80

6,91 %

DAX (Frankfurt)

DE0008469008

11.673,35

21,83 %

SMI (Zürich)

CH0009980894 9.117,33

EURO STOXX 50 (Europa)

EU0009658186

DJIA (New York)

US2605661048

18.191,11

9,18 %

DJ Sustainability (New York)

n. a.

1.794,70

6,40 %

DJ Sustainability World (Welt)

MSCI WORLD (Welt)

373,69

7,13 % 15,54 %

ISIN

1J %

Kurs

VÖNIX (Wien)

AT0000496906

971,13

5,20 %

DAXGLOBAL SARASIN (Frankfurt)

DE000A0QY139

2.708,81

27,89 %

SXI Sustainability 25 (Zürich)

CH0235574404

212,32

n. a.

EURO STOXX 40 Sustainability (Europa) CH0022259680

1.403,56

18,72 %

n. a.

221,91

9,21 %

XC0009673986

1.302,92

–0,16 %

REFLATIONIERUNG DER WELTWIRTSCHAFT SCHREITET VORAN KOLUMNE

Die lange Zeit von Deflationsrisiken geplagte Weltwirtschaft bewegt sich in die richtige Richtung. Die Inflationsraten haben in Euroland in den positiven Bereich gedreht und werden dies auch in den USA sehr bald tun. Unterstützt wird die Reflationierung durch eine extrem expansive Geldpolitik, die in Euroland wieder zu steigenden Geldmengen und einer höheren Kreditvergabe führt. Zusätzlich stützen diesen Trend steigende Ölpreise, die inzwischen ungefähr 20 Prozent über ihren Tiefpunkten liegen. In der zweiten

KARSTEN JUNIUS Chefökonom Bank J. Safra Sarasin AG

Jahreshälfte werden daher Inflationsraten von knapp zwei Prozent in Großbritannien und den USA wahrscheinlich. Es ist daher stimmig, dass die Inflationserwartungen wieder angestiegen sind. Während dies den Rentenmarkt belastet, verbessert ein gewisser Inflationsanstieg die Perspektiven für die Aktienmärkte. Höhere Inflationsraten werden die Zinswende in den USA im Herbst möglich machen, während Rentenund Aktienmärkte in Euroland weiterhin von den Liquiditätsspritzen der EZB profitieren.

34


ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG RUBRIK

UNION INVESTMENT CHANCEN NACHHALTIG NUTZEN

SIRIS (SUSTAINABLE INVESTMENT RESEARCH INFORMATION SYSTEM)

Eine SRIResearch-Plattform für 5 Asset-Klassen

AKTIVES SRI-RESEARCH 21 SRI-Portfoliomanager/ Analysten

32.000 Wertpapiere 7.000 Emittenten 4.500 Unternehmen 82 Staaten

SIRIS

Indem wir finanzwirtschaftliche Parameter

SRI-ROHDATEN Asset4, EIRIS, imug, RepRisk, Trucost, UNDP, Weltbank

mit Aspekten der Nachhaltigkeit verbinden, erzielen wir einen umfassenden, langfristigen Mehrwert für unsere Kunden und unser

ASSET-KLASSEN Aktien Corporates Staatsanleihen Pfandbriefe Wandelanleihen

Unternehmen. TEXT UNION INVESTMENT

H

ierfür orientieren wir uns an

hende Konsumentenboykotte oder auch

ökonomische und ökologische Aspek-

den Grundsätzen verantwortli-

mögliche strafrechtliche Konsequenzen

te bewertet. Nach diesen individuellen

chen Investierens der Verein-

bei unternehmerischem Fehlverhalten

Kriterien stellen wir das Portfolio zu-

identifiziert und bewertet werden.

sammen. Unser Portfoliomanagement

ten Nationen, den PRI. Unseren Kunden bieten wir bereits seit mehr als 20

Unser Nachhaltigkeitsresearch wird

deckt die komplette Palette der Nach-

Jahren auf Nachhaltigkeit ausgerichtete

mit unserem proprietären Sustainable

haltigkeitsstrategien in allen wichti-

Investmentlösungen an. Unsere Erfah-

Investment Research Information Sys-

gen Assetklassen ab: ob Implementie-

rung zeigt, dass durch nachhaltige Ka-

tem (SIRIS) gesteuert. SIRIS ist eine spe-

rung von Ausschlusskriterien, Best-in-

pitalanlagen kein Renditenachteil ent-

zielle IT-Plattform, die für Union Invest-

Class-Ansatz, nachhaltigem Themen-

steht. Aktuell betreuen wir zahlreiche

ment entwickelt wurde, um unseren An-

ansatz bis hin zum Engagementansatz,

nachhaltige Publikumsfonds, Spezial-

satz für Nachhaltigkeitsresearch effi-

der auf das aktive Handeln der Aktionä-

fonds und Beratungsmandate sowie in-

zient umzusetzen und unser SRI-Leis-

re und dem Aktionärsdialog aufbaut.

stitutionelle Fonds mit einem Gesamt-

tungsspektrum zu erweitern.

Erfolgsfaktor Nachhaltigkeit

volumen von über neun Milliarden Euro.

Unser Investmentprozess berücksichtigt individuelle Kundenkriterien

Das

nehmend als wirksame Risikofilter bei

In unserem Investmentprozess werden

Investing“. Laut Feri ist Union Invest-

der Anlageentscheidung erkannt. Die

unterschiedliche Nachhaltigkeitskrite-

ment damit der beste Vermögensver-

eher kurzfristig ausgelegte quantitati-

rien integriert. Dabei ist der Spielraum

walter im Bereich nachhaltige Kapital-

ve Unternehmensanalyse wird um eine

für die Strukturierung eines nachhal-

anlagen im gesamten deutschsprachi-

längerfristige qualitative Komponente

tigen Portfolios groß und letztendlich

gen Raum (Deutschland, Schweiz, Ös-

ergänzt, indem Reputationsrisiken, dro-

abhängig davon, wie der Kunde soziale,

terreich). n

Optimiertes Risikomanagement Nachhaltigkeitskriterien

werden

zu-

35

renommierte

Analysehaus

Feri

­EuroRating Services kürte uns zum Sieger in der Kategorie „Social Responsible


MÄRKTE

NACHHALTIGE AKTIENFONDS PERFORMANCE VON 150 IN ÖSTERREICH ZUGELASSENEN ÖKO-, ETHIK-NACHHALTIGKEITSFONDS (1 J %)

VOLUMEN INDEX ISIN KURS YTD % YTD HIGH YTD LOW 1 J % 1 J VOLA 3 J % 3 J VOLA (MIO. EURO)

Jupiter China Select L EUR

62,00 %

21,15

100,53 %

20,00

12,83

LU0911040326 175,70 21,22 % 182,52 145,98 54,69 %

17,1

n. a.

n. a.

4,26

First State Asia Pacific Sustainab.Fd.A GB00B2PDRY03 2,70 13,62 % 2,95 2,37 42,71 %

12,13

82,49 %

10,84

474,56

ÖkoWorld Growing Markets 2.0 D

LU0800346289 158,94 19,92 % 169,68 134,48 40,65 %

12,03

n. a.

n. a.

42,75

LU0301152442 56,50 22,45 % 59,25 45,69 39,82 %

13,55

73,53 %

15,47

15,18

LO Funds Generation Global(EUR)I

LU0428702855 21,55 15,19 % 22,42 18,53 39,60 %

12,42

84,47 %

11,37

914,22

ÖkoWorld Growing Markets 2.0 C

LU0800346016 155,15 19,52 % 165,77 131,67 39,49 %

12,03

n. a.

n. a.

42,75

LO Funds Generation Global(EUR)M

LU0866421661

39,39 %

12,45

n. a.

n. a.

914,22

LU0234759529 16,08 17,72 % 16,77 13,36 38,14 %

12,6

68,73 %

11,34

142,10

Luxembourg Selection Asian-Solar&Wind A2 LU0405860593 2.130,02 40,22 % 2.261,26 1.494,77 37,76 %

29,44

154,88 %

39,69

36,30

Luxembourg Selection Asian-Solar&Wind A1 LU0405846410

Deutsche Invest II Gl.BioInnovation FC

Ökoworld Klima

F&C Stewardship International A

LU0329070675

15,26

20,90

29,76 %

15,21 %

16,84

21,73

11,76

17,99

92,16

39,93 %

97,88

64,78

37,02 %

29,45

150,78 %

39,70

24,70

AT0000A0JGB6

129,30

29,77 %

134,82

98,99

36,74 %

16,01

107,56 %

15,76

5,91

LU0995511358

140,86

16,21 %

147,29

119,39

35,69 %

12,95

n. a.

n. a.

12,00

Dexia Equ.L Sustainable Emerg.Markets C

LU0344046742

136,39

19,22 %

145,02

114,40

35,67 %

13,92

36,06 %

13,60

135,55

SAM Sustainable Healthy Liv.Fd.EUR B

LU0280770768

189,22

14,15 %

204,19

LI0106892966

1.951,25

LU0384405600

272,91

S Generation Notenstein Sustainable Equity World B

164,19

35,46 %

13,09

84,03 %

11,38

279,45

17,69 % 2.036,19 1.657,99

35,43 %

11,38

67,80 %

10,61

183,59

17,93 %

34,92 %

13,39

81,42 %

12,59

56,43

Gutmann Aktien Nachhaltigkeitsfonds AT0000A15M75 131,57 14,65 % 137,99 112,08 34,17 %

13,23

n. a.

n. a.

21,52

Klassik MegaTrends (T)

LGT Sustainable Equity Fund Global(EUR)B Vontobel Clean Technology B EUR

284,76

226,28

AT0000820147

113,24

15,13 %

118,87

96,47

34,10 %

13,00

68,34 %

12,07

24,86

PRIMA - Global Challenges A

LU0254565053

138,65

13,62 %

144,88

118,10

33,99 %

14,00

66,51 %

12,21

18,62

UBS(Lux)Equ.Gl.Innovators(EUR)P acc

LU0130799603

74,51

18,37 %

78,54

62,62

33,90 %

13,02

68,91 %

12,29

114,29

ING (L) Invest Sustainable Eq.I EUR Cap

LU0191250769 307,76 14,55 % 324,33 266,98 33,85 %

12,21

67,33 %

10,82

371,39

Dexia Equ.L Sustainable Emerg.Markets D LU0344046825 118,80 17,06 % 128,64 101,49 33,20 %

14,13

33,53 %

13,67

135,55

ERSTE Responsible Stock America EUR T AT0000822655 317,39 11,20 % 333,42 279,31 33,13 %

14,83

68,77 %

13,12

46,45

Pictet Env.Megatrend Selection I EUR

LU0503631631

166,74

14,42 %

175,40

143,79

32,72 %

13,55

66,87 %

12,47

54,06

ING (L) Invest Sustainable Eq.D EUR Cap

LU0555029270

32,19

14,21 %

33,95

28,02

32,63 %

12,23

63,04 %

10,80

371,39

BAWAG P.S.K. Öko Sozial Stock T

AT0000A06Q31

162,42

11,64 %

170,12

141,80

32,61 %

13,02

67,48 %

11,22

86,53

TerrAssisi Aktien I AMI

DE0009847343

25,82

12,21 %

26,83

22,11

32,57 %

13,3

89,97 %

12,69

58,27

CSF (Lux) Global Responsible EF I EUR

LU0395641904 1.935,08

13,54 % 2.021,09

1.671,30

32,36 %

12,45

66,81 %

11,33

68,50

Variopartner SICAV Tareno Waterf.R1 EUR

LU0319773478

181,10

12,82 %

187,94

158,65

32,14 %

11,12

82,58 %

11,59

148,38

KEPLER Ethik Aktienfonds (R) (A)

AT0000675657

157,23

19,18 %

163,46

129,15

32,03 %

12,26

77,41 %

10,81

156,64

Vontobel Sustain.Asia(Ex-Japan)Eq.HI EUR LU0384409933 284,33 13,45 % 295,30 250,63 31,99 %

14,56

55,21 %

15,45

46,77

Pictet Env.Megatrend Selection P EUR

LU0503631714 160,58 14,12 % 169,01 138,82 31,70 %

13,55

62,96 %

12,43

54,06

KBC Eco Fund World C

BE0133741752 868,31 13,04 % 912,50 752,21 31,61 %

11,91

76,47 %

11,28

52,51

KBC Eco Fund World D

BE0177657500

31,52 %

11,91

76,26 %

11,28

52,51

Vontobel Sustain.Asia(Ex-Japan)Eq.H EUR LU0384409693 270,58 13,24 % 281,08 238,94 31,04 %

14,55

52,07 %

15,48

46,77

Pictet Clean Energy I dy EUR

31,02 %

15,93

71,71 %

14,49

473,42

706,49

13,02 %

742,47

612,13

LU0616375167

85,31

18,39 %

89,65

70,67

LU0395641813

224,86

13,06 %

235,06

194,99

30,81 %

12,45

61,05 %

11,34

68,50

AT0000A0AA78

191,46

12,04 %

200,04

164,85

30,39 %

12,71

78,46 %

11,37

6,95

Dexia Equ.L Sustainable World I

LU0133360593 339,32 14,58 % 356,38 290,58 30,20 %

12,34

77,02 %

11,31

357,05

Erste Responsible Stock Global T

AT0000646799

30,00 %

12,44

62,75 %

10,62

227,68

Pictet Clean Energy P EUR

LU0280435388 81,27 18,04 % 85,46 67,51 29,99 %

15,93

67,64 %

14,49

473,42

SAM Sustainable Climate Fd.EUR B

LU0280770172 124,12 15,77 % 129,99 105,10 29,77 %

13,34

72,13 %

12,35

4,01

29,66 %

11,84

81,65 %

11,56

23,85

31,90

CSF (Lux) Global Responsible EF B EUR SUPERIOR 6 - Global Challenges T

SUPERIOR 4 - Ethik Aktien T

255,00

14,71 %

266,07

217,46

AT0000A07HU3 86,69 11,48 % 91,71 76,07

GS Gl.Resp.Eq.Portf.E Acc

LU0377751424

17,11

13,82 %

18,12

15,09

29,60 %

13,29

62,43 %

12,33

SAM Smart Energy Fd.EUR B

LU0175571735

22,29

20,55 %

23,06

18,19

29,52 %

15,28

33,79 %

12,45

6,96

Dexia Equ.L Sustainable World C

LU0113400328 300,63 14,11 % 316,00 258,46 28,75 %

12,34

71,28 %

11,31

357,05

First State Glob.EM Sustainab.A Acc EUR GB00B64TSB19 3,26 14,05 % 3,46 2,84 28,67 %

11,86

56,89 %

10,85

416,56

SAM Sustainable Water Fd.EUR B

28,62 %

11,75

76,12 %

10,89

13,88

BE0946893766 27,87 14,03 % 29,30 23,98 28,61 %

12,23

70,77 %

11,38

38,64

Candriam Sust.World C R

LU0133061175

255,95

15,23 %

36

264,66

219,06


MÄRKTE

VOLUMEN INDEX ISIN KURS YTD % YTD HIGH YTD LOW 1 J % 1 J VOLA 3 J % 3 J VOLA (MIO. EURO)

TVG Zukunftsfonds T

AT0000A05H90 11,87 13,92 % 12,52 10,31 28,60 %

11,11

62,38 %

10,07

0,86

ÖkoWorld ÖkoVision Classic C

LU0061928585 148,35 14,22 % 155,10 127,73 28,45 %

11,94

60,62 %

12,71

439,21

Candriam Sust.World C D

BE0946892750 25,19 14,03 % 26,49 21,68 28,28 %

12,3

70,31 %

11,40

38,64

Pictet Water I EUR

LU0104884605 283,92 12,42 % 297,25 248,34 28,10 %

12,11

58,32 %

11,87 3.028,49

Erste WWF Stock Umwelt T

AT0000705678 133,01 18,67 % 139,79 110,54 27,89 %

14,50

86,31 %

13,32

68,19

ÖkoWorld ÖkoVision Classic A

LU0551476806

27,66 %

11,61

56,40 %

12,16

439,21

SAM Smart Materials Fd.EUR B

71,12

14,25 %

74,36

61,24

LU0175575991 195,28 17,45 % 205,98 162,98 27,53 %

13,81

49,93 %

12,64

44,51

UBS(Lux)Eq.SICAV E.M.Sust.USD)(EUR)Q acc LU0979885364 131,97 15,31 % 142,98 113,40 27,53 %

14,33

n. a.

n. a.

22,90

Notenstein Sustainable Water I

LU0995511192

140,63

14,57 %

145,98

119,97

27,46 %

11,87

n. a.

n. a.

48,44

AT0000677919

121,66

11,97 %

127,49

105,77

27,39 %

11,89

50,36 %

11,40

27,33

Schroder ISF Gl.Clim.Ch.EUR A Acc

LU0302446645

14,26

15,65 %

15,16

12,19

27,21 %

13,65

64,10 %

13,10

24,72

Pictet Water P EUR

LU0104884860 253,87 11,66 % 265,94 222,66 26,95 %

12,11

55,14 %

11,86 3.028,06

Raiffeisen Ethik Aktien R T

Notenstein Sustainable Water B

LU0995510970

139,98

14,29 %

145,37

119,69

26,90 %

11,56

n. a.

n. a.

48,44

Sarasin Sustainable Eq.- Gl.C EUR acc

LU0950592443

149,07

13,13 %

155,19

128,91

26,80 %

12,10

n. a.

n. a.

0,24

ÖkoWorld Water for Life C

LU0332822492 156,59 11,87 % 164,26 139,68

26,77 %

10,98

56,23 %

12,32

13,73

PARVEST Global Environment C

LU0347711466 168,56 15,06 % 175,18 144,48 26,72 %

13,00

67,73 %

12,64

368,82

3 Banken Nachhaltigkeitsfonds

AT0000701156 16,09 12,20 % 16,65 13,88 26,67 %

13,12

56,86 %

12,18

124,33

Allianz Invest Nachhaltigkeitsfonds T

AT0000A0AZW1

170,69

14,49 %

177,51

145,01

26,58 %

12,28

59,81 %

10,73

25,52

UBS(Lux)Eq.SICAV EM Inn.(USD)(EUR) P acc LU0398999499

114,89

14,96 %

124,56

99,00

26,46 %

14,33

38,49 %

14,31

22,89

Deutsche Invest I Clean Tech FC

LU0298651596

74,92

27,01 %

76,74

59,16

26,37 %

15,52

50,25 %

14,12

0,13

DNB Fund - Global SRI

LU0029375739

3,67

14,16 %

3,88

3,16

25,98 %

12,91

68,06 %

12,05

49,01

20,59 % 1.248,07

993,23

25,98 %

14,41

70,90 %

13,68

87,46

Invesco Umwelt und Nachhaltigkeits-Fonds DE0008470477 89,87 12,32 % 94,43 79,52 25,96 %

12,86

57,91 %

11,93

23,27

Pictet Europ.Sustainable Equ.I EUR

LU0144509550

255,90

17,13 %

264,46

212,29

25,82 %

12,96

73,15 %

12,44

100,00

SAM Sustainable Glo.Active Fd.EUR B

LU0188782162

189,81

12,75 %

196,75

164,79

25,75 %

12,33

66,91 %

11,11

58,44

S Ethik Aktien T

AT0000681168

143,07

16,58 %

148,03

119,41

25,66 %

11,99

66,08 %

11,31

12,58

Sarasin OekoSar Equity - Global C EUR

LU0950589498 173,88 13,93 % 181,03 148,88 25,47 %

13,20

n. a.

n. a.

5,53

BL Equities Horizon A EUR

LU0439764860

25,40 %

10,89

n. a.

n. a.

n. a.

LU0144509717 243,12 16,99 % 251,31 201,93 25,37 %

12,96

71,33 %

12,44

100,00

25,29 %

15,50

46,34 %

14,11

4,28

LGT Sustainable Equity Fund Europe(EUR)B

Pictet Europ.Sustainable Equ.P EUR Deutsche Invest I Clean Tech LC

LI0015327906 1.233,23

LU0298649426

131,67 69,91

16,25 % 26,65 %

137,72 71,63

111,75 55,35

First State Worldwide Sustain.A Acc GB00B84RRS92 1,39 12,88 % 1,49 1,22 25,28 %

11,15

n. a.

n. a.

185,45

LU0121747215 6,37 23,93 % 6,63 5,05 25,15 %

14,42

40,62 %

12,62

78,25

25,11 %

12,20

77,44 %

12,47

214,11

Swisscanto (LU) EF Water Invest B EUR LU0302976872 164,52 12,77 % 174,74 142,75 24,83 %

13,25

65,53 %

12,83

130,06

FBG 4Elements Water P

LU0298627968 64,13 15,20 % 67,40 54,61 24,69 %

12,04

53,38 %

12,80

16,19

Sarasin New Power Fund P EUR A

LU0288930869 61,09 24,47 % 63,39 48,14 24,65 %

14,35

39,41 %

12,65

32,34

Erste WWF Stock Climate Change T

AT0000A054H4

103,49

24,42 %

17,21

105,22 %

16,92

14,75

RobecoSAM Sustainable Agribus.Eq.D EUR

LU0374106754

Sparinvest Ethical Global Value EUR R

LU0362355355

New Energy Fund EUR KBC Eco Fund Water D

BE0175478057

961,97

13,95 % 1.002,90

818,12

21,94 %

107,32

83,73

155,56

10,68 %

165,32

141,17

23,80 %

12,22

49,73 %

12,18

145,94

145,57

20,75 %

150,89

118,11

23,45 %

10,99

66,16 %

11,20

19,40

Pictet-EM Sustainable Equ.P EUR

LU0725974439 88,15 9,91 % 93,56 79,21 23,23 %

12,13

20,94 %

12,44

72,21

Deka-UmweltInvest CF

DE000DK0ECS2

105,39

15,51 %

111,66

89,29

22,97 %

14,15

62,49 %

14,13

134,94

LI0017502381

202,04

16,30 %

208,21

173,19

22,56 %

11,95

59,84 %

10,30

36,06

LU0271656133 252,35 19,80 % 271,21 209,97 22,46 %

15,30

70,81 %

14,57

892,23

ACATIS Fair Value Aktien Global EUR Pioneer Funds Gl.Ecology A ND LBBW Nachhaltigkeit Aktien I

DE000A0JM0Q6

22,20 %

14,30

67,63 %

13,41

24,92

Deka-UmweltInvest TF

DE000DK0ECT0 99,30 15,21 % 105,25 84,33 22,10 %

14,14

59,00 %

14,13

72,97

Nordea 1 Climate and Environment BI-EUR

LU0348927095

13,84

12,98 %

14,77

11,99

22,05 %

14,99

71,08 %

16,24

44,83

Deutsche Invest II ESG Equity Europe FC

LU0826452095

144,51

18,57 %

151,66

119,18

21,85 %

15,13

n. a.

n. a.

2,07

F&C Global Climate Opportunities A

LU0318449088

65,74

15,23 %

65,74

55,22

21,65 %

16,24

49,89 %

13,86

41,50

Jupiter Gl.Fd.Gl.Ecology Growth L EUR

LU0231118026 13,79 12,94 % 14,59 12,08 21,60 %

12,58

60,16 %

11,84

9,67

MEAG Nachhaltigkeit

DE0001619997 86,74 13,22 % 88,97 74,59 21,47 %

11,40

61,12 %

11,35

48,03

114,21

20,13 %

119,59

92,76

QUELLE: INTERACTIVE DATA, PRÄSENTIERT VON

37


MÄRKTE

VOLUMEN INDEX ISIN KURS YTD % YTD HIGH YTD LOW 1 J % 1 J VOLA 3 J % 3 J VOLA (MIO. EURO)

Erste Responsible Stock Europe T

AT0000A00031 159,67 18,60 % 163,81 130,39 21,41 %

14,4

65,75 %

12,84

23,63

Nordea 1 Climate and Environment BP-EUR LU0348926287 13,10 12,64 % 13,99 11,38 21,18 %

15,05

67,73 %

16,27

44,83

RobecoSAM Sustainable European Eq.D EUR LU0187077218

21,18 %

13,79

67,63 %

12,92

546,73

AT0000A09YJ7 156,89 10,70 % 162,75 137,86 21,08 %

10,94

53,52 %

9,58

17,15

20,89 %

14,27

61,83 %

13,40

24,92

Deutsche Invest II ESG Equity Europe LC LU0826451873 141,77 18,21 % 148,81 117,26 20,79 %

15,12

n. a.

n. a.

2,90

PARVEST Sustainable Equity Europe C

Ecology Stock LBBW Nachhaltigkeit Aktien R

DE000A0NAUP7

51,21 89,13

17,82 % 19,46 %

53,16 93,41

42,59 72,79

LU0212189012

122,63

19,57 %

126,62

99,69

20,71 %

14,87

65,17 %

14,07

104,85

Candriam Sust.Europe C R

BE0173540072

26,20

19,42 %

27,00

21,19

20,46 %

14,52

54,57 %

13,86

195,14

GIS European SRI Equity BX

LU0145455571 132,58 20,07 % 136,53 107,53 20,14 %

15,50

n. a.

n. a.

136,69

Candriam Sust.Europe C D

BE0945310457 21,38 19,44 % 22,03 17,29 20,07 %

14,55

54,00 %

13,86

195,14

ABD Gl.Res.Wo.Eq.E2 EUR

LU0498185999 15,30 9,50 % 16,29 13,77 19,90 %

12,76

n. a.

n. a.

0,07

Sarasin Sustainable Water Fund C EUR A

LU0950593250

172,47

13,20 %

179,34

149,21

19,50 %

11,57

n. a.

n. a.

2,65

PARVEST Environmental Opportunities C

LU0406802339

144,11

12,76 %

151,36

126,66

19,42 %

12,27

53,36 %

11,90

150,99

Vontobel New Power A EUR

LU0138258404

136,80

17,86 %

143,08

113,59

19,35 %

14,93

54,69 %

13,82

247,40

Edmond de Rothschild Euro SRI I

FR0010769729

197,22

18,54 %

204,09

161,99

19,02 %

15,02

64,06 %

15,40

39,65

Allianz Global EcoTrends A EUR

LU0250028817

110,59

13,87 %

117,24

95,13

18,89 %

14,63

52,77 %

14,43

167,77

Dexia Equ.L Sustainable EMU C

LU0344047559

104,23

19,15 %

108,15

84,07

18,81 %

16,46

55,75 %

15,78

22,40

KBC Eco Fund Climate Change C

BE0946844272 538,44 14,55 % 562,29 458,53 18,66 %

12,75

55,97 %

13,48

23,51

Steyler Fair und Nachhaltig Aktien R

DE000A1JUVL8

72,55

14,11 %

75,08

61,43

18,65 %

13,44

n. a.

n. a.

7,37

Sarasin Sustainable Equity - Eur.P EUR A

LU0484532444

102,75

21,68 %

105,19

81,84

18,51 %

14,65

64,80 %

13,80

12,22

AXA WF Framlington Human Capital F Cap

LU0316219095

146,36

21,48 %

152,01

119,15

18,48 %

13,42

69,72 %

14,43

404,92

BGF New Energy Fund A2 EUR

LU0171289902 7,28 13,22 % 7,63 6,32 18,37 %

14,49

51,98 %

13,84

936,31

KEPLER Öko Energien T

AT0000A0AMJ6 56,69 23,72 % 58,11 45,97 18,13 %

16,34

48,52 %

14,70

5,54

Allianz Global EcoTrends CT EUR

LU0250034039 85,06 13,56 % 90,22 73,35 17,99 %

14,62

49,36 %

14,42

167,77

Amundi Eq.Gl.Aqua AE C

LU0272932475

140,82

11,82 %

142,36

122,15

17,98 %

13,38

53,28 %

11,76

57,71

Edmond de Rothschild Euro SRI A

FR0010505578

358,61

18,21 %

371,09

295,34

17,92 %

15,04

57,28 %

15,32

39,65

PRIME VALUES - PRIME VALUES Green A

LU0470356352

131,81

11,44 %

139,68

115,66

17,68 %

12,39

39,47 %

11,75

541,00

LU0316218527

137,34

21,11 %

142,69

112,13

17,48 %

13,42

65,46 %

14,43

404,92

Allianz Euroland Equity SRI W EUR

LU0542502660 1.333,09 18,30 % 1.394,94 1.084,24 17,46 %

16,15

72,65 %

16,93

32,07

Dexia Equ.L Sustainable EMU D

LU0344047633 84,44 17,08 % 89,15 69,30 16,73 %

16,72

52,85 %

15,88

22,40

AXA WF Framlington Human Capital A Cap

DNB Fund - Renewable Energy

LU0302296149

16,23 %

20,61

67,62 %

19,36

36,50

Vontobel Sustainable Global Leaders H

LU0848326269 142,36 9,10 % 143,80 126,63 16,21 %

10,79

n. a.

n. a.

293,99

105,11

23,16 %

111,06

84,60

Murphy&Spitz-Umweltfonds Deutschland

LU0360172109

16,18 %

10,66

60,03 %

10,93

5,00

Allianz Euroland Equity SRI A EUR

LU0542502157 127,05 17,79 % 133,07 103,76 16,07 %

16,15

66,59 %

16,93

32,07

BE0175718510 537,90 15,55 % 568,76 462,55 16,06 %

13,02

67,59 %

15,25

17,22

KBC Eco Fund Sustainable Euroland C

105,06

18,39 %

105,68

88,65

Deutschland Ethik 30 Aktienindexfonds I

LU1044465406

113,90

15,76 %

118,96

94,69

15,85 %

16,63

n. a.

n. a.

9,13

KBC Eco Fund Alternative Energy D

BE0175279976

227,49

14,09 %

238,15

195,46

15,81 %

12,84

48,46 %

13,17

34,18

Swisscanto (LU) Equ.Climate Invest B

LU0275317336

78,90

20,55 %

82,70

64,15

15,64 %

14,46

46,35 %

12,01

61,30

Petercam Equities Europe Sustainable A BE0940001713 187,66 18,22 % 193,87 153,24 15,48 %

14,65

54,06 %

13,71

39,95

Deutschland Ethik 30 Aktienindexfonds R

15,18 %

16,62

n. a.

n. a.

4,69

Vontobel Future Resources A EUR

LU0384406087 221,93 13,82 % 233,04 190,60 14,99 %

15,53

30,44 %

14,60

70,00

LIGA Pax Cattolico Union

LU0152554803 1.644,23 7,00 % 1.675,15 1.492,67 14,93 %

10,00

55,86 %

9,95

54,00

LI0183907836 1.301,72 7,17 % 1.324,55 1.193,88 13,70 %

9,08

n. a.

n. a.

142,43

Erste Responsible Stock Europe Emerg.T AT0000A09YM1 83,86 9,74 % 85,46 75,95 11,90 %

11,66

23,83 %

14,79

9,68

Erste Responsible Stock Austria T

15,17

27,30 %

16,22

10,57

LGT Sustainable Quality Equity Fd.B EUR

Sunares Sustainable Natural Resources

LU1044465158

114,20

15,48 %

119,32

95,17

AT0000706528 173,76 18,05 % 175,83 145,79 6,15 % LU0344810915

57,13

11,54 %

58,53

52,05

5,12 %

16,25 –32,45 %

21,42

12,10

Schroder ISF Gl.Clim.Ch.EUR A Acc H

LU0306804302

11,42

6,83 %

11,59

10,34

3,63 %

10,71

40,47 %

13,01

3,21

s Generation Plus

AT0000A04UC1

91,11

–0,20 %

91,32

91,10

–0,07 %

0,22

–0,33 %

4,36

1,83

RAM (LUX) Ethik Quant Strategiefonds

LU0903532330

98,51

3,37 %

100,71

94,08

–0,80 %

5,87

n. a.

n. a.

4,94

Petercam Eq.World Sustainable V EUR

BE6246064404

137,37

15,20 %

143,72

117,14

n. a.

12,04

n. a.

n. a.

386,31

38


MÄRKTE

NACHHALTIGE ANLEIHENFONDS PERFORMANCE VON 50 IN ÖSTERREICH ZUGELASSENEN ÖKO-, ETHIK-NACHHALTIGKEITSFONDS (1 J %)

VOLUMEN INDEX ISIN KURS YTD % YTD HIGH YTD LOW 1 J % 1 J VOLA 3 J % 3 J VOLA (MIO. EURO)

SEB ÖkoRent

18,60 %

5,43

5,88 %

6,73

10,49

Petercam L - Bonds Em.Mkts.Sust.F EUR LU0907928062 113,28 6,41 % 118,85 106,21 16,86 %

6,97

n. a.

n. a.

176,3

Petercam L - Bonds Em.Mkts.Sust.E EUR LU0907927841 107,54 6,40 % 112,82 100,83 16,85 %

6,97

n. a.

n. a.

176,38

Petercam L - Bonds Em.Mkts.Sust.A EUR

LU0907927171

106,06

6,17 %

111,33

99,66

16,13 %

6,96

n. a.

n. a.

176,38

Petercam L - Bonds Em.Mkts.Sust.B EUR

LU0907927338

111,78

6,17 %

117,34

105,04

16,11 %

6,98

n. a.

n. a.

176,38

LGT Sustainable Bond Fund Global(EUR)A

LI0106892867 1.240,24

6,15 %

1.301,21

1.168,42

15,52 %

5,81

14,59 %

6,32

116,28

s Ethik Bond A

AT0000681192

101,31

3,17 %

104,57

98,45

10,53 %

3,38

15,08 %

3,25

21,89

s Ethik Bond T

AT0000681184

131,96

3,18 %

136,21

128,23

10,53 %

3,38

15,08 %

3,25

21,89

Sarasin-FairInvest-Bond-Universal-Fonds DE0006623077 53,62 2,38 % 54,74 52,53 10,27 %

3,29

17,19 %

3,12

25,44

ESPA Bond Euro Mündelrent A

AT0000858220

8,54

0,47 %

8,88

8,5

8,36 %

3,92

17,11 %

3,60

706,20

ESPA Bond Euro Mündelrent T

AT0000812995

14,5

0,42 %

15,09

14,44

8,32 %

3,83

17,02 %

3,52

706,20

Steyler Fair und Nachhaltig Renten I

DE000A1WY1P4

56

2,56 %

57,32

54,69

7,77 %

2,23

n. a.

n. a.

42,81

Steyler Fair und Nachhaltig Renten R

DE000A1WY1N9

55,91

2,44 %

57,25

54,67

7,42 %

2,23

n. a.

n. a.

13,75

Petercam L Bds.Government Sustainable B LU0336683502 1.274,09 0,28 % 1.320,57 1.268,74 7,07 %

3,04

13,22 %

3,23

88,30

Petercam L Bds.Government Sustainable A

LU0336683411

1.280,19

0,29 % 1.326,64

1.274,82

7,03 %

3,04

13,16 %

3,22

88,30

Petercam L Bds.Government Sustainable K

LU0451523327

1.302,14

0,23 % 1.349,75 1.296,67

6,92 %

3,04

n. a.

n. a.

88,30

Petercam L Bds.Government Sustainable L

LU0451523590 1.269,24

0,23 %

1.315,65

1.263,91

6,89 %

3,04

13,23 %

3,24

88,30

KEPLER Ethik Rentenfonds A

AT0000815006

117,33

0,45 %

119,95

116,91

6,76 %

2,24

18,57 %

2,70

191,09

KEPLER Ethik Rentenfonds T

AT0000642632

160,16

0,43 %

163,74

159,62

6,73 %

2,24

18,53 %

2,70

191,09

Erste Responsible Bond T

AT0000686084 169,22 0,73 % 172,63 168,07 6,48 %

2,14

17,41 %

2,35

168,09

Erste Responsible Bond A

AT0000A01G95 137,27 0,73 % 140,03 136,34 6,47 %

2,15

17,41 %

2,36

168,09

Swisscanto (LU) PF.Green Inv.Inc. EUR I

LU0288149338 120,76 0,14 % 123,36 120,46 5,80 %

4,42

9,93 %

4,81 0,55236

Erste Responsible Bond V

LU0041441808

54,65

9,75 %

55,54

50,18

AT0000A0WLW5 169,22 0,73 % 172,63 168,07 5,66 %

2,22

n. a.

n. a.

168,09

143,74

5,65 %

5,07

31,03 %

4,79

377,96

143,1

139,7

5,34 %

4,42

8,49 %

4,81

4,66

120,29

117,44

5,33 %

4,41

8,49 %

4,81

13,33

DE000A0X97D2 107,45 0,62 % 108,91 106,93 5,14 %

1,37

14,07 %

1,88

36,38

4,96 %

2,56

n. a.

n. a.

94,49

KCD-Union Nachhaltig RENTEN

DE0005326524 53,73 0,39 % 54,9 53,62 4,93 %

1,56

14,32 %

1,81

198,62

LBBW Nachhaltigkeit Renten R

DE000A0X97K7

53,89

4,92 %

1,36

15,08 %

1,74

36,38

FISCH CB Sustainable Fund HAE

LU0428953425

152,57

5,35 %

154,48

Swisscanto (LU) PF.Green Inv.Inc. EUR B

LU0288148447

140,27

–0,01 %

Swisscanto (LU) PF.Green Inv.Inc. EUR A

LU0288148280

117,91

–0,02 %

LBBW Nachhaltigkeit Renten I Apollo Nachhaltig Global Bond (A)

AT0000A13JV5

10,46 54,13

0,77 %

10,62

0,57 %

54,87

10,41

Apollo Nachhaltig Global Bond (T)

AT0000A13JW3

10,6

0,76 %

10,77

10,55

4,85 %

2,66

n. a.

n. a.

94,49

BAWAG P.S.K. Öko Sozial Rent A

AT0000A0FM61

110,02

0,39 %

112,5

109,67

4,67 %

1,82

13,79 %

2,10

176,32

BAWAG P.S.K. Öko Sozial Rent T

AT0000A0FM79

121,99

0,39 %

124,74

121,6

4,67 %

1,82

13,79 %

2,10

176,32

PARVEST Sustainable Bond Euro Corp.D

LU0265288950

109,1

0,65 %

111,3

108,87

4,37 %

1,62

17,40 %

2,19

769,65

PARVEST Sustainable Bond Euro Corp.C

LU0265288877

143,44

0,65 %

146,34

143,14

4,36 %

1,61

17,41 %

2,19

769,65

Robeco Euro Sustainable Credit DH

LU0503372608 125,98 0,56 % 128,25 125,68 4,30 %

1,74

16,87 %

2,91

230,91

Raiffeisen OK Rent A

AT0000856604

47,32

0,49 %

47,96

4,27 %

1,79

11,75 %

2,14

108,22

Raiffeisen OK Rent T

AT0000780333

91,84

0,49 %

93,07

91,4

4,27 %

1,77

11,76 %

2,13

108,22

SUPERIOR 1 - Ethik Renten A

AT0000855606

74,01

0,09 %

74,93

73,92

3,33 %

1,35

11,46 %

1,31

81,06

SUPERIOR 1 - Ethik Renten T

AT0000A07HR9

87,3

0,09 %

88,39

87,19

3,32 %

1,36

11,45 %

1,31

158,12

Robeco Euro Sustainable Credit B

LU0503372517 101,75 –0,71 % 104,77 101,75 2,99 %

2,27

15,59 %

3,03

230,91

Raiffeisen Österreich Rent (R) A

AT0000859533 7,99 –0,37 % 8,1 7,99 2,64 %

1,75

8,93 %

2,22

511,27

Raiffeisen Österreich Rent (R) T

AT0000805163 13,04 –0,38 % 13,22 13,04 2,55 %

1,61

8,89 %

2,13

511,27

Erste Responsible Reserve A

AT0000A03951 95,53 0,77 % 95,75 94,85 1,29 %

0,70

4,89 %

0,69

76,31

Erste Responsible Reserve T

AT0000A03969

1,29 %

0,70

4,88 %

0,69

76,31

Oppenheim Ethik Bond Opportunities (A) AT0000707385 88,49 0,05 % 88,68 88,42 0,68 %

0,54

9,28 %

1,17

12,52

Oppenheim Ethik Bond Opportunities (T)

AT0000707393

117,99

0,04 %

118,25

117,91

0,67 %

0,54

9,26 %

1,17

12,52

TerrAssisi Renten I AMI

DE000A0NGJV5

97,94

–0,08 %

98,12

97,91

0,31 %

0,25

1,22 %

0,44

23,90

Sparinvest Ethical High Yield Va.EUR I

LU0473785169

130,37

1,77 %

131,27

121,8 –17,56 %

14,73

8,77 %

8,97

11,99

Sparinvest Ethical High Yield Va.EUR R

LU0473784196

125,99

1,54 %

127,15

117,88 –18,09 %

14,74

6,68 %

8,97

14,87

116,11

0,76 %

116,38

47,1

115,29

QUELLE: INTERACTIVE DATA, PRÄSENTIERT VON

39


MÄRKTE RUBRIK

PORTFOLIO NACHHALTIGE FONDSMANAGER Alexander Adrian Fondsmanager Schoellerbank Invest AG Schoellerbank Ethik Vorsorge

Pieter Busscher Fondsmanager RobecoSam AG RobecoSAM Smart Materials

Clemens Klein Fondsmanager Erste Asset Management Erste WWF Stock Umwelt

Welche Anlagestrategie verfolgen Sie bei

Welche Anlagestrategie verfolgen Sie bei

Welche Anlagestrategie verfolgen Sie bei

­Ihrem nachhaltigen Fonds? – Die Rendite

­Ihrem nachhaltigen Fonds? – Das Smart-

­Ihrem nachhaltigen Fonds? – Der Fonds in-

soll im Einklang mit einem überschau-

Materials-Thema deckt den Material-

vestiert in erneuerbare Energie, Wasser,

baren Risiko stehen, was uns in den ver-

wirtschaftszyklus über folgende Invest-

Energieeffizienz, Mobilität und Recy­cling

gangenen Jahren auch hervorragend ge-

mentcluster ab: Rohstoffe, innovative

und deckt damit eine Reihe von über-

lungen ist. Aber Ethik und Rendite schlie-

Werkstoffe, Verfahrenstechnik und Re-

durchschnittlichen Wachstumstrends ab.

ßen sich keineswegs aus.

cycling.

Nach welchen Kriterien erfolgt die Aus-

Nach welchen Kriterien erfolgt die Aus-

Nach welchen Kriterien erfolgt die Aus-

wahl der Titel für das Portfolio? – Ein un-

wahl der Titel für das Portfolio? – Die Aus-

wahl der Titel für das Portfolio? – Sie erfolgt

abhängiger Umweltbeirat legt das Anla-

wahl der Aktien und Anleihen erfolgt

nach einem disziplinierten Bottom-up-

geuniversum auf Basis der Anforderun-

nach den Kriterien der Schoellerbank-

Ansatz. Die Anlageentscheidungen ba-

gen des WWF Österreich fest. Dabei wird

Ratings sowie aufgrund der Ausrichtung

sieren auf integrierten eigenen Analysen,

das Augenmerk neben einer ethischen

des Fonds nach ethischen Grundsätzen.

die

Geschäftsgebarung auf den Umweltnut-

Dabei arbeitet die Schoellerbank mit ECPI

berücksichtigen.

zusammen, einem der führenden EthikSpezialisten in Europa.

langfristige

Nachhaltigkeitstrends

zen der hergestellten Produkte gelegt.

Was sind die drei größten Positionen in Ihrem Fonds? – Hexcel Corp US, ein Her-

Die eigentliche Auswahl der Aktien erfolgt durch das Fondsmanagement.

Was sind die drei größten Positionen in

steller von Carbonkompositmaterialien,

Was sind die drei größten Positionen in

Ihrem Fonds? – Die drei größten Positio-

die in der Luftfahrt zum Einsatz kommen

Ihrem Fonds? – Die größte Position im

nen im Aktienbereich nehmen momen-

und stetig an Marktanteil gewinnen, IPG

Fonds ist Shimano. Weitere große Positi-

tan die Anteilsscheine von Vodafone,

Photonics Corp US, ein Hersteller von ef-

onen stammen aus dem Bereich der er-

Anthem und Unilever ein. Wie man un-

fizienten Faserlasern, die für neue Werk-

neuerbaren Energien wie Canadian Solar,

schwer erkennen kann, handelt es sich

stoffe wie hochfeste Stahle als Schneide-

Trina Solar und Vestas Wind Systems. Mit

dabei um Unternehmen, die in relativ de-

und Schweißgeräte zum Einsatz kom-

Wabtec befindet sich ein führendes Un-

fensiven Branchen tätig sind.

men, und Praxair Inc US, die als Indust-

ternehmen auf dem Gebiet von Brems-

Welche Renditeziele verfolgen Sie, oder

riegasfirma Praxair Gase wie zum Beispiel

und Sicherheitssystemen für Schienen-

an welcher Benchmark messen Sie sich? – In

Sauerstoff liefern, der zur effizienten

fahrzeuge unter den Top-Holdings.

erster Linie versuchen wir Verluste zu mi-

Herstellung von Eisenerz benutzt wird.

Welche Renditeziele verfolgen Sie, oder

nimieren, da jeder Euro, der verlorengeht,

Welche Renditeziele verfolgen Sie, oder

an welcher Benchmark messen Sie sich? –

wieder aufgeholt werden muss. Nichts-

an welcher Benchmark messen Sie sich? –

Kurzfristig hängt die Performance des

destotrotz sind auch wir vor Verlusten

Wir investieren auf Basis langfristiger

Fonds in erster Linie von der Entwicklung

nicht gefeit. In den letzten Jahren ha-

Wachstumstrends und messen uns am

des Aktienmarkts ab. Auf längere Sicht

ben wir die Balance zwischen Rendite und

MSCI World TRN. Wir streben eine Über-

erwarte ich, dass die hohen Wachstums­

Stabilität nahezu perfekt gewählt. Diesen

performance gegenüber dem Benchmark

potenziale der investierten Themen einen

Kurs heißt es in Zukunft beizubehalten.

von drei bis fünf Prozent pro Jahr an.

Mehrertrag abwerfen.

40


MÄRKTE RUBRIK

DerBörsianer hat sich bei sechs Fondsmanagern nachhaltiger Fonds über deren Strategien, Positionen und Ziele erkundigt.

Alexander Mozer Fondsmanager Ökoworld AG Ökoworld Growing Markets 2.0

Ingo Speich Fondsmanager Union Investment Unirak Nachhaltig

Daniel Stössl Fondsmanager Bawag PSK Invest Bawag PSK Öko Sozial Stock

Welche Anlagestrategie verfolgen Sie bei

Welche Anlagestrategie verfolgen Sie bei

Welche Anlagestrategie verfolgen Sie bei Ih-

Ihrem nachhaltigen Fonds? – In der neu-

Ihrem nachhaltigen Fonds? – Der Unirak

rem nachhaltigen Fonds? – Wir verfolgen

en Wachstumswelle (2.0) der Emerging

Nachhaltig investiert in Aktien und An-

einen

Markets geht es um die Schaffung einer

leihen von Unternehmen und Staaten, die

satz. Dazu haben wir in der Vergangenheit

breiten Mittelschicht, Binnenkonjunk-

neben wirtschaftlichen auch soziale und

mit dem Analysehaus Sustainalytics zu-

tur und die Erfüllung von Grundbedürf-

ökologische Kriterien erfüllen.

sammengearbeitet. Künftig wird die Zu-

sogenannten

Best-in-Class-An-

Nach welchen Kriterien erfolgt die Aus-

sammenarbeit mit unserer Konzernmut-

unserem Fonds hauptsächlich kleine und

wahl der Titel für das Portfolio? – Wertpa-

ter Amundi verstärkt, die in Paris ein Team

mittelgroße, innovative Local Player.

piere von Firmen, die gegen die von uns

von 15 Nachhaltigkeitsspezialisten hat.

nissen. Dementsprechend findet man in

Nach welchen Kriterien erfolgt die Aus-

definierten Ausschlusskriterien wie bei-

Nach welchen Kriterien erfolgt die Aus-

wahl der Titel für das Portfolio? – Unser In-

spielsweise die Erzeugung von Atom-

wahl der Titel für das Portfolio? – Die Port-

vestmentprozess ist in zwei Teile geglie-

energie oder die Herstellung von Streu-

foliokonstruktion erfolgt mittels Bot-

dert: das Nachhaltigkeitsresearch, das

munition verstoßen, sind ausgeschlos-

tom-up-Aktienauswahl. Zuerst wird das

die Unternehmen hinsichtlich ethischer,

sen. Ein Unternehmen wird nur in das

Universum mittels eines quantitativen

ökologischer und sozialer Kriterien prüft,

Portfolio aufgenommen, wenn es verant-

Screens analysiert. Dabei werden Bewer-

und das Fondsmanagement, das zu jedem

wortlich wirtschaftet.

tung, Gewinn- und Preismomentum so-

Unternehmen eine Fundamentalanalyse

Was sind die drei größten Positionen in

wie Cash-Generation berücksichtigt. Da-

erstellt und die Ergebnisse in ein risiko-

Ihrem Fonds? – Unabhängig vom Volumen

nach werden die Aktien einer qualitativen

optimiertes Portfolio überführt.

folgendes Beispiel: Der Fonds hat Antei-

Analyse unterzogen.

Was sind die drei größten Positionen in

le an Osram Licht und an Fuel Cell Energy

Was sind die drei größten Positionen in

Ihrem Fonds? – KCE Electronics, ein thai-

aus den USA erworben, denn hier handelt

Ihrem Fonds? – Wenn man sich den Re-

ländischer Leiterplattenhersteller, Zhu­

es sich um nachhaltige Geschäftsfelder

chenschaftsbericht des Fonds ansieht,

zhou CSR Times, ein chinesischer Zulie-

wie energieeffiziente Beleuchtung und

bemerkt man, dass der Fonds eine ten-

ferer für die Eisenbahnindustrie, Capitec

Brennstoffzellenkraftwerke.

denzielle Gleichgewichtung der Positio-

Bank Holding aus Südafrika, eine der am

Welche Renditeziele verfolgen Sie, oder

nen vornimmt, dementsprechend wäre

schnellsten wachsenden Banken Südafri-

an welcher Benchmark messen Sie sich? –

eine Diskussion der größten Titel in je-

kas. Eines der wichtigsten Geschäftsfel-

Die Wertentwicklung des Fonds orien-

dem Fall zeitpunktabhängig.

der ist der Bereich Mikrokredite.

tiert sich aufgrund des dominanten Ak-

Welche Renditeziele verfolgen Sie, oder

Welche Renditeziele verfolgen Sie, oder

tienanteils am weltweiten Aktienmarkt.

an welcher Benchmark messen Sie sich? –

an welcher Benchmark messen Sie sich? –

Durch Kombination mit der Rentenkom-

Durch den erwähnten Best-in-Class-

Unser Produkt ist frei von einer Bench-

ponente werden Diversifikationseigen-

Ansatz ist es möglich, den Bawag PSK Öko

mark. Das Fondsmanagement konzent-

schaften genutzt, die beispielsweise zu

Sozial Stock auch mit einer Peergroup von

riert sich auf die Auswahl besonders at-

einer niedrigeren Schwankungsintensi-

global veranlagenden Aktienfonds ohne

traktiver Einzeltitel.

tät in der Wertentwicklung führen.

Nachhaltigkeitsfokus zu vergleichen.

41


GÜTESIEGEL

RUBRIK

MIT BRIEF UND GÜTESIEGEL Wozu Nachhaltigkeitsgütesiegel noch gut sein können, als nur den Firmenprospekt zu verschönern, hat DerBörsianer recherchiert. TEXT BARBARA OTTAWA

L

abels sind erst in den letzten Jahren

men weiterentwickeln kann“. Ähn-

terface Center (CRIC), einem Verein zur

bedeutender geworden“, so Eveli-

lich sieht es auch Irene Jakobi, Leite-

Förderung von Ethik und Nachhaltigkeit

ne Balogh, die in der Oesterreichi-

rin CSR bei der Telekom Austria AG: Die

bei der Geldanlage. Wie in allen Berei-

schen Kontrollbank AG (OeKB) für die

ISO-Zertifizierung des Energiemanage-

chen bieten aber auch diese Labels „kei-

Bereiche Organisation, Bauen, Umwelt

ments habe „wirklich etwas gebracht“,

ne Garantie, dass das Produkt meinen ei-

und Sicherheit verantwortlich zeich-

weil man ständig angehalten sei, Pro-

genen Nachhaltigkeits- oder Ethikkrite-

net. Auch die OeKB bekomme jetzt An-

zesse zu optimieren. Aber „die Idealwelt

rien zu 100 Prozent entspricht“, gibt er

fragen von Ratingagenturen wie Oekom

wäre, wenn man Zertifikate nicht mehr

zu bedenken. Auch Susanne Hasenhüttl,

Research, die Nachhaltigkeitsstrategien

braucht, weil ein Grundverständnis be-

die in der Österreichischen Gesellschaft

hinterfragen: „Zertifizierungen helfen

steht, wie man mit sozialökologischen

für Umwelt und Technik (Ögut) den Be-

uns hier insofern, weil wir dadurch viele

Standards umgeht“, so Jakobi.

reich nachhaltiges/grünes Investment

der Antworten schon parat haben“.

Bis dahin „besteht von Investoren-

aufgebaut hat, sagt: „Zertifizierung ist

Die Zahl der Gütesiegel und Labels ist

seite Interesse an Labels und Gütesie-

immer ein Konsens.“ Gütesiegel können

mittlerweile Legion. Es können Produk-

geln, weil diese Orientierung bieten kön-

Transparenz bringen, aber die Vergabe-

te, Prozesse, Einzelaktionen oder Stra-

nen“, erklärt Klaus Gabriel, Geschäfts-

kriterien „gehen einigen vielleicht noch

tegien zertifiziert werden, auf öster-

führer von Corporate Responsibility In-

nicht weit genug“.

reichischer oder internationaler Ebene. Allerdings stellt sich für Balogh bei Zertifikaten „immer die Frage der Vergleichbarkeit“ von Unternehmen. Für sie ist etwa eine Zertifizierung des Managementprozesses sinnvoll, weil „sich anhand dieser Standards ein Unterneh-

„Labels erst seit ein paar Jahren bedeutender.“ EVELINE BALOGH

42

Österreich als Pionier Das Thema Nachhaltigkeit sei „in der Finanzwelt seit der Jahrtausendwende präsent. Schon 2004 hat Österreich erste Richtlinien für das österreichische Umweltzeichen für – wie sie damals ge-


GÜTESIEGEL RUBRIK

nannt wurden – ‚grüne Fonds‘ erarbeitet“, erläutert Hasenhüttl. Soeben findet eine der regelmäßigen Überarbeitungen der Parameter statt. Gabriel bezeichnet dieses „Umweltzeichen 49“ als „Erfolgsgeschichte“. Es

„Zertifizierung ist immer ein Konsens.“

„Die Idealwelt wäre ohne Zertifikate. “

SUSANNE HASENHÜTTL

IRENE JAKOBI

beurteilt „vor allem inhaltliche Aspekte“ bei Investmentfonds und Finanzproduk-

gementprozess mit Fondsanbietern ge-

Mit Siegel ist es einfacher

ten: „Es orientiert sich an Werten, zu de-

startet“, erläutert Susanne Hasenhüttl.

Bei der Lenzing AG bestätigt ein Kon-

nen sich die Republik Österreich bekannt

Durch die Nachfrage nach zertifizierten

zernsprecher, dass „die verschiedenen

hat.“ Etwas Ähnliches gebe es sonst in

Investmentmöglichkeiten nennt auch

Zertifizierungen und Ökolabels für die

anderen Ländern kaum, oft würden in-

Klaus Gabriel die Vorsorgekassen „Trei-

Lenzing AG klar Teil des operativen Ge-

haltliche Kriterien nicht bewertet. Mitt-

ber hinter dem Umdenken bei den Pro-

schäfts sind“. Der Aufwand für die Viel-

lerweile gibt es 17 Kapitalanlagegesell-

duktanbietern“.

zahl an Zertifizierungen, vor allem nach

schaften mit 55 Fonds, die das Umwelt-

ISO, sei „beträchtlich und auch tenden-

zeichen haben. Vor drei Jahren war es nur

Ohne Zertifizierung geht es auch

ziell steigend“, man wolle ihn aber auch

eine Hand voll. Für Gabriel liegt das un-

Die APK Vorsorgekasse AG ist die einzi-

weiterhin bewältigen.

ter anderem daran, dass einige Anbieter

ge Vorsorgekasse, die sich nicht von der

Christian Kraus von der Bawag PSK

sich von „Trittbrettfahrern“ abgrenzen

Ögut zertifizieren lässt. Ihr Geschäfts-

Invest findet den „Mehraufwand ist in

wollen: „Das Umweltzeichen zu erhalten

führer Christian Böhm setzt „lieber auf

der Sache absolut gerechtfertigt“. Unter

bedeutet einen gewissen Aufwand, die-

internationale Anbieter“, von denen die

dem neuen Eigentümer Amundi, einem

ser scheint aber mittlerweile gerechtfer-

Veranlagung regelmäßig überprüft wird.

der führenden Anbieter von Nachhal-

tigt, weil das Label als wichtig und not-

Die APK selbst hat an ihrem Linzer Büro

tigkeitsfonds in Frankreich, werde man

wendig anerkannt ist.“

eine Fotovoltaikanlage eingebaut. „Weil

diesem Thema sicherlich noch mehr

es ökologisch ist und wirtschaftlich Sinn

Aufmerksamkeit widmen. Positiv beur-

Vorsorgekassen als Vorreiter

macht“, so Böhm. Die Sinnfrage stellt

teilt Kraus auch den europäischen Trans-

Zeitgleich mit der Umstellung auf die

er sich bei jeder Zertifizierung. So auch

parenzkodex für Nachhaltigkeitsfonds,

Abfertigung neu ab 2003 hat sich die

bei den UNPRI, dem Nachhaltigkeitskri-

der 2004 vom Europä­ischen Branchen-

Ögut mit der Zertifizierung der Vorsor-

terienkatalog der Uno: „Wieso soll ich

verband für nachhaltige Kapitalanlagen

für etwas zahlen, was ich ohnehin ma-

Eurosif ins Leben gerufen wurde und

„Vorsorgekassen sind Treiber hinter dem Umdenken.“

che, nur damit ich mir ein Label aufkle-

seit 2008 ein Label vergibt. Dieses ge-

ben kann.“ Diese „Principles for Res-

winnt laut Gabriel an Bedeutung. Es ist

ponsible Investment“ sind laut Gabriel

aber keine Messlatte für Nachhaltigkeit,

zwar „niederschwellig und eher unver-

sondern attestiert Fonds dass sie über

bindlich“, aber von enormer Bedeutung,

„angewendete Methoden, Prozesse und

KLAUS GABRIEL

was die Sensibilisierung und Einbezie-

Nachhaltigkeitskriterien offen und aus-

hung der großen Player betrifft.

führlich Auskunft geben“.

gekassen beschäftigt. „Einige Anbie-

Auch Jakobi hinterfragt die Sinnhaf-

Er hält es für „wahrscheinlich“, dass

ter haben von Anfang an gesagt, dass sie

tigkeit einiger Labels wie jenes für ein

noch heuer das deutsche Projekt des Fo-

nachhaltig veranlagen wollen und dafür

„Green Meeting“. Dieses Konzept lebe

rums Nachhaltige Geldanlagen (FNG)

auch ein Label erhalten wollen“, so Ha-

die Telekom Austria AG zwar, aber ohne

zur Schaffung eines Gütesiegels für

senhüttl. Mittlerweile unterscheidet die

Pickerl. „Wir überlegen uns immer ge-

nachhaltige

Ögut drei Kategorien: Gold, Silber, Bron-

nau, welche Zertifizierung von außen

setzt wird, das sich gerade in der Test-

ze. Dabei wird nicht nur die Veranlagung

Sinn macht und einen Mehrwert bringt“,

phase befindet: „Es wird spannend sein,

geprüft, sondern auch die Strategie und

so Jakobi. Neben diversen ISO-Standards

wie es sich in der Öffentlichkeit durch-

deren Umsetzung sowie das Umfeld, also

war das für die Telekom Austria AG bei

setzt.“ Unter anderem wird kritisiert,

etwa wie sich das Haus im Bereich Um-

der EU-Umweltzertifizierung EMAS und

dass das FNG ein Anbieterverband ist

welt oder Soziales engagiert. „Die Vor-

bei PAS2060 für das CO2-neutrale Netz

und ein von Anbietern vergebenes Gü-

sorgekassen haben sich wirklich dem

der A1, das vom britischen Normungsin-

tesiegel vielleicht nicht glaubwürdig ge-

Thema verschrieben und einen Enga-

stitut aufgelegt wird, der Fall.

nug ist. n

43

Investmentfonds

umge-


XXX RUBRIK

UNTERNEHMEN

CSR-STRATEGIEN Sind verantwortungsvoll handelnde Unternehmen erfolgreicher? DerBörsianer hat sich auf die Suche nach fünf Unternehmen gemacht, die CSR nicht nur predigen, sondern auch eindrucksvoll umsetzen. TEXT LUKAS KOTHBAUER

44


RUBRIK

Sonnentor-Gründer Johannes ­Gutmann empfiehlt Unternehmen, nicht nur in kurzfristiger Gewinn­ maximierung zu denken.

RHOMBERG HOLDING BRANCHE: BAU, BAHNTECHNIK UMSATZ: ZIRKA 605 MILLIONEN EURO MITARBEITER: 3.050 Welche Nachhaltigkeitsstrategie

ver-

folgen Sie als Bauunternehmen?

Rhomberg: Ziel un-

„Viele setzen nachhaltig nur mit ­Umwelt- und Klimaschutz gleich.“

seres nachhaltigen Engagements

ist

HUBERT RHOMBERG

es, unseren Nachkommen eine Welt zu hinterlassen, die sie in ihren Bedürfnissen und ihrer Lebensqualität nicht einschränkt. Dementsprechend

© FRANZ NEUMAYR / PICTUREDESK

W

haben wir nicht das eine nachhaltige Projekt. Wir wollen bei all ie aktuelle Studien zeigen,

unseren Aufträgen, in jedem einzelnen Projektschritt, jeden Tag

sind CSR und ESG für Firmen

möglichst ressourcenschonend agieren.

immer wichtigere Erfolgskri-

Ist das ein Wettbewerbsvorteil gegenüber Mitbewerbern? – Am

terien. Vom bloßen Vorsatz bis hin zur

Ende des Tages ganz sicher. Die Menschen werden sich die-

konkreten Umsetzung ist es aber ein

ser Thematik immer bewusster und fragen kritisch nach. Der

weiter Weg, den nicht alle bereit sind zu

Markt disruptiert, und wir werden am Ende eine andere Wert-

gehen. DerBörsianer hat fünf österrei-

schöpfungskette und Lebenszyklusbetrachtung haben. Durch

chische Unternehmen mit unterschied-

den bewussteren Einsatz von Ressourcen wie Holz ist es heute

lichen CSR-Ansätzen gefunden, die sich

möglich, attraktive Angebote abzugeben und den CO2-Haushalt

davor nicht gescheut haben. Sie sind der

nachhaltig zu verbessern. Wir bauen so CO2-Speicher, die auch

Beweis dafür, dass soziale und ökolo-

noch gesünder sind.

gische Werte nicht nur eine Verpflich-

Welches Vorurteil gegenüber Nachhaltigkeit ärgert Sie am meis-

tung gegenüber Gesellschaft und Um-

ten und warum? – Es ist weniger ein Vorurteil als vielmehr die

welt sind, sondern sich langfristig posi-

beschränkte Sicht. Viele setzen „nachhaltig“ immer noch mit

tiv auf das Geschäft auswirken. Im Inter-

„Umwelt- und Klimaschutz“ gleich. Dabei gehört die ökonomi-

view mit DerBörsianer berichten Hubert

sche oder soziale Komponente ebenso dazu.

Rhomberg, Geschäftsführer der Rhom-

Wie sehen Ihre Aktivitäten in der Praxis aus, und wie messen Sie

berg Holding, Hannes Ametsreiter, Vor-

den Erfolg? – Wenn wir ein Projekt umsetzen, denken wir in je-

standsvorsitzender der Telekom Aust-

dem Schritt den Punkt „Nachhaltigkeit“ mit. Gibt es ein Rück-

ria AG, Peter Bucher, Vorstandsvorsit-

baukonzept? Plane ich Mobilitätskonzepte mit ein? Dann wird

zender der Western Union Internatio-

sofort anders gedacht.

nal Bank, Johannes Gutmann, Bauern-

Welche Tipps können Sie anderen Unternehmen mitgeben? –

sohn und Geschäftsführer der Sonnen-

Nach den Gesetzen der Aerodynamik ist es Hummeln unmög-

tor Kräuterhandels-GmbH, sowie Ursula

lich zu fliegen. Die kleinen Flügel können den massigen Körper

Simacek, CEO der Simacek Facility Ma-

nicht tragen. Zum Glück hat die Hummel keine Kenntnis davon

nagement Group, von Erfahrungen im

und fliegt dennoch. Tun Sie einfach, und setzen die richtigen

Alltag und geben Tipps aus der Praxis.

Dinge auch richtig und konsequent um.

45


RUBRIK

TELEKOM AUSTRIA AG

WESTERN UNION INTERNATIONAL BANK

BRANCHE: TELEKOMMUNIKATION UMSATZ: 4,02 MILLIARDEN EURO MITARBEITER: 16.240

BRANCHE: FINANZDIENSTLEISTUNGEN UMSATZ: 150,2 MILLIONEN EURO MITARBEITER: 500

„CSR in die DNA des ­Unternehmens ­integrieren.“ HANNES AMETSREITER

Welche CSR-Stra-

„CSR ist ein Wettbewerbsvorteil in der Finanzbranche.“

tegie verfolgen Sie als Telekommunikationsunternehmen? – Ametsreiter: Das

Verantwor-

PETER BUCHER

tungsverständnis

Welche CSR-Strategie verfolgen Sie als

Finanzdienst-

leister? – Bucher: Eine zentrale Säule unserer Unternehmenspolitik

der Telekom Austria Group schließt soziale, ökologische und

bildet die Western Union Foundation. Sie hat es sich zum Ziel

ökonomische Aspekte und basiert auf dem Dreisäulenmodell

gesetzt, wirtschaftliche Chancen durch Bildung als Recht für

„People, Planet, Profit“. Die Nachhaltigkeitsstrategie fokus-

alle und nicht nur als Privileg einiger weniger zu etablieren.

siert auf vier strategische Handlungsfelder, die aus einer um-

Auch die Förderung von Diversität ist Kern unserer CSR-Be-

fassenden Wesentlichkeitsanalyse abgeleitet wurden.

strebungen.

Wie profitieren Ihre Kunden, Mitarbeiter und Lieferanten da-

Hat sich das Bewusstsein für CSR in Ihrer Finanzbranche seit

von? – Nachhaltiges Wirtschaften schafft auch nachhaltige

2008 verändert? – Wir beobachten seit längerem eine Ent-

Werte, ein CO2-neutrales Netz und verursacht geringere Kos-

wicklung hin zur Ausweitung der CSR-Aktivitäten im Bank-

ten durch geringeren Ressourcenverbrauch. Zertifizierungen

und Finanzbereich. Heute sind nachhaltiges Wirtschaften

wie ISO EMAS geben außerdem Rechtssicherheit und sichern

und die Wahrnehmung der unternehmerischen Verantwor-

uns auch gegen Risiken ab.

tung fest in der Business-Strategie von vielen Unternehmen

Haben diese Aktivitäten Einfluss auf den Geschäftserfolg? –

verankert. Gelebte CSR ist zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil in der Finanzbranche geworden.

Ein klares Ja. Umweltmaßnahmen steigern die Effizienz des Unternehmens und bringen betriebswirtschaftliche Vorteile.

Auf welche innovativen Initiativen in Ihren Unternehmen sind

Auch im Wettbewerb um Ausschreibungen ist CSR nicht zu

Sie besonders stolz? – Besonders stolz sind wir auf die Initia-

vernachlässigen. Endkunden legen heute Wert darauf, dass

tive Vielfalter, die die Western Union und das Interkulturel-

Unternehmen sich ihrer gesellschaftlichen und sozialen Ver-

le Zentrum mit Unterstützung des Bundesministeriums für

antwortung stellen. Am österreichischen Kommunikations-

Unterricht, Kunst und Kultur im Jahr 2008 ins Leben gerufen

markt ist das auch ein Teil unserer USP.

haben. Vielfalter unterstützt Projekte, die sich den Themen

Wie messen Sie den Erfolg Ihrer CSR-Tätigkeiten? – Wir ha-

Mehrsprachigkeit, interkulturelle Kompetenz und vielfältige

ben in der Strategie Jahresziele und langfristige Ergebnis-

Begabung widmen.

se bis 2020 mit klar messbaren KPIs hinterlegt. Wir berich-

Wie messen Sie den Erfolg Ihrer CSR-Tätigkeiten? – Aus-

ten darüber im jährlichen Nachhaltigkeitsbericht, die Schrit-

schlaggebend sind dabei mehrere Faktoren. Allen voran na-

te zur Zielerreichung sind im Maßnahmenkatalog transparent

türlich das Feedback der Teilnehmer. Wichtig ist uns auch,

nachvollziehbar.

mit unseren Initiativen eine große Zahl von Menschen zu er-

Welche CSR-Tipps können Sie anderen Unternehmen mitge-

reichen. So hat das Projekt Vielfalter seit seiner Gründung vor

ben? – CSR am Kerngeschäft ansiedeln und es in die DNA des

sieben Jahren mehr als 10.000 Menschen direkt erreicht.

Unternehmens integrieren. Alle Ebenen müssen die Aktivitä-

Welche CSR-Tipps können Sie anderen Unternehmen mitge-

ten mittragen, nur das gibt Glaubwürdigkeit nach innen und

ben? – Wirklich erfolgreich sind CSR-Initiativen nur dann,

außen. Nachhaltigkeit und unternehmerisches Handeln ar-

wenn sie auch die Mitarbeiter des Unternehmens einbinden

beiten miteinander und nicht gegeneinander.

und dadurch wirklich „gelebt“ werden.

46


RUBRIK

SONNENTOR KRÄUTER­ SIMACEK FACILITY HANDELS GMBH MANAGEMENT GROUP BRANCHE: DIENSTLEISTUNG UMSATZ: 185 MILLIONEN MITARBEITER: 7.000

BRANCHE: LEBENSMITTELHANDEL UMSATZ: 33,4 MILLIONEN EURO (IN ÖSTERREICH) MITARBEITER: 250 (IN ÖSTERREICH)

„Nicht nur in kurzfristiger Gewinnmaximierung denken.“ JOHANNES GUTMANN

Welche CSR-Stra-

„ CSR wurde ­ lange als Gutmenschentum angesiedelt.“

tegie verfolgen Sie als Handelsfirma? –

Gutmann: Seit

der Gründung von Sonnentor

1988

habe

mich

ich

URSULA SIMACEK

Welche tegie

CSR-Straverfolgen

Sie als Dienstleister? – Simacek: In der

Dienstleis-

tung hängt alles vom

Menschen

nach heute sogenannten CSR- oder Gemeinwohlgrundsätzen

ab, von der Planung bis zur Ausführung. Das heißt, die Quali-

ausgerichtet. In unserem Leitbild stehen Werte wie Familie,

tät ist abhängig davon, wie gut und gern jeder Einzelne seinen

Natur, Anerkennung, Konsequenz, „leben und leben lassen“,

Job macht. Unsere CSR-Strategie ist, in allen Geschäftsfeldern

Wertschätzung, Kreislauf, Gleichgewicht.

den Menschen und Gebäuden Gutes zu tun und dabei die Um-

Wie leben Sie und Ihre Mitarbeiter CSR im Alltag? – Bei uns

welt zu schonen.

steht das Wir, der Familiengedanke, im Vordergrund. Wir sind

Welche Vorurteile gegenüber CSR ärgern Sie am meisten und

flach und direkt organisiert, haben eine Vertrauensorganisa-

warum? – CSR wurde lange als Gutmenschentum angesiedelt

tion aufgebaut und versuchen unsere Werte täglich zu leben.

und als altruistisch schubladisiert. Es ist immer wieder zu hö-

Bei Sonnentor wachsen die Freude und der Sinn im Tun. Wir

ren, dass CSR ausgereizt und ein Orchideenfach ist, und das är-

teilen unsere Erfolge nicht monetär, sondern mit Anerken-

gert mich. Wie wirken sich die Aktivitäten auf den Geschäftserfolg von Si-

nung und Wertschätzung. Auf welche innovativen Ideen/Ansätze sind Sie besonders stolz?

macek aus? – Wenn Unternehmen nachhaltig agieren und bei

– Auf die Integration von älteren Arbeitnehmern auf den Bio-

Ausschreibungen mitmachen, dann sollten sie auch Punkte für

bauernhöfen, auf die nach wie vor überwiegende Handverpa-

Nachhaltigkeit im Unternehmen sammeln können, und da-

ckungsarbeit, auch bei 30 Millionen Packungen im Jahr, auf

mit sind ökologische wie auch soziale Engagements gemeint,

die Umstellung von Erdölverpackungen auf Cellulosefolien,

ähnlich wie für Qualitätsmanagement oder für Sicherheitsma-

die der Regenwurm binnen vier Monaten gefressen hat, und

nagement. Wie messen Sie den Erfolg Ihrer CSR-Tätigkeiten? – Wir setzen

auf den Verzicht von Palmöl in unseren Produkten. Wird CRS von großen Konzernen oft als Marketinggag miss-

unterschiedliche Methoden für die mehr als 80 Impactfakto-

braucht? – Leider ja. Greenwashing und auf besseres Papier

ren ein und unterteilen in weiche und harte Faktoren. Die wei-

gedruckte Nachhaltigkeitsberichte genügen oft. Wir geben die

chen Faktoren werden zum Beispiel in den Managementteams

Hoffnung nicht auf, früher hat es nicht einmal das gegeben.

gewichtet und mittels der Wesentlichkeitsanalyse mit einem

Es tut sich doch etwas, auch wenn es kleinste Schritte sind –

Wert versehen. Dazu verwenden wir Instrumente wie den Di-

in eine bewusst bessere Richtung.

versity Impact Navigator oder More, ein Nachhaltigkeits-Mo-

Welche CSR-Tipps können Sie anderen Unternehmen mitge-

nitoring-Tool, das uns hilft, unsere soziale und Ökobilanz zu

ben? – Nicht nur in kurzfristiger Gewinnmaximierung den-

messen.

ken – unsere Kinder und unsere Umwelt werden es uns dan-

Welche CSR-Tipps können Sie anderen Unternehmen mitgeben?

ken. Alle Konzerne können etwas dazu beitragen. Das Geld ist

– Nachhaltigkeit bedingt auch Verhaltensänderung – Zeit ist

nur ein kleiner Teil in unserem Leben und kann besonders auf

hier ein wichtiger Faktor. Den Weg der nachhaltigen Firmen-

der Börse morgen wieder weg sein. Die Erde bleibt, passen wir

politik zu gehen bringt einen auch immer wieder an seine Sys-

alle auf sie auf.

temgrenzen, davon darf man sich nicht entmutigen lassen.

47


BRANCHEN

BANKEN

KOLUMNE

WILHELM CELEDA Vorstandsvorsitzender Raiffeisen Centrobank AG

OIKOCREDIT MIT ENORMEN MITTELZUWÄCHSEN Die internationale Genossenschaft Oiko­

male Dividende von zwei Prozent auf ihre

credit stellt Kapital für die Vergabe von

Beteiligung ausgeschüttet. Boschert be-

Krediten in Entwicklungsländern zur

tont gegenüber DerBörsianer aber, dass es

Verfügung. Friedhelm Boschert, ehe-

nicht um die Maximierung des „Financi-

maliger Sberbank-Europe-CEO, ist Vor-

al Returns“ geht, sondern um die Men-

standsvorsitzender von Oikocredit Aus­

schen: „Heuschrecken investieren und

meiner Wahrnehmung nach von

tria, das in den vergangenen zehn Jah-

steigen aus, wenn der Wert am höchs-

einem reinen Umweltanliegen hin

ren enorme Mittelzuwächse verbuchen

ten ist. Wir steigen aus, wenn wir unse-

zu einem umfassenden Nachhal-

konnte. Mit 73,4 Millionen Euro stammt

re soziale Aufgabe erfüllt haben und nicht

knapp ein Zehntel der gesamten Projekt-

mehr notwendig sind.“ Brisant ist, dass

finanzierungen von 806 Millionen Euro

mehr als 83 Prozent der Kredite weltweit

Umweltanliegen auch auf die Ein-

aus Österreich. „Wir versuchen Men-

an Frauen vergeben werden. „Frauen sind

haltung von Transparenzstandards

schen Chancen zu geben, sich zu entwi-

die verlässlicheren Kreditnehmer“, so

geachtet wird. Diese umfassen

ckeln. Das spüren auch viele Leute hier“,

Boschert. Bei Oikocredit hat man indes

Ausschlusskriterien in Bezug

so Boschert auf Anfrage von DerBörsianer.

große Pläne, möchte man doch zum größ-

Den Anlegern wird jedes Jahr eine maxi-

ten sozialen Investor weltweit aufsteigen.

NACHHALTIGE PRODUKTE: EINE GEWISSENSFRAGE Seit Jahren ist ein starker Trend in Richtung nachhaltige Produkte zu verzeichnen, wobei sich dieser

tigkeitskonzept entwickelt hat. Mittlerweile ist auch einem breiten Publikum bekannt, dass neben

auf die Industrie und es ist eine Selbstverständlichkeit, dass Kinderarbeit oder Verstöße gegen das Arbeitsrecht oder gegen Umweltauflagen nicht akzeptiert werden. Als Leitfaden zum Investieren in nachhaltige Finanzprodukte kann man Literatur wie die Neuerscheinung „Nachhaltig investieren und

Erste Group kooperiert mit WWF

gewinnen“ von Wolfgang Pinner

Die Erste Group Bank AG kooperiert seit

zurate ziehen. Dem Kundenwunsch

vier Jahren mit dem World Wide Fund For

entsprechend, konzentrieren sich

Nature (WWF). Deshalb ist man 2011 der

Vorsorgekassen mehrheitlich und auch Pensionskassen verstärkt auf nachhaltige Investments.

Unternehmensplattform

WWF

Climate

Group beigetreten. In Zusammenarbeit er-

Durch diesen starken Anstieg der

stellt man jährlich Maßnahmenpläne für

Nachfrage auf mehr als Milliarden

diverse Bereiche. Unter anderem wird ver-

Euro 2013 und einem erwarte-

sucht, den Stromanteil aus erneuerbarer

ten deutlichen Anstieg 2014 in Österreich kann man mittlerweile

Energie zu steigern und bei den Papierprodukten nachhaltig vorzugehen. Die Ers-

Diese vertreibt zwei streng geprüfte Pro-

seines Gewissens sogar mit einem

te Group spricht bei der Kooperation mit

dukte unter dem WWF-Brand. Der WWF

materiellen Gewinn kombinieren,

dem WWF von einer Win-win-Situation.

äußert auf Anfrage von DerBörsianer, dass

was die eigentliche Verpflichtung

Man erlange Zugang zu Umweltthemen,

nachhaltiges Wirtschaften und nachhalti-

einer Wohlstandsgesellschaft, sich

und der WWF bekomme zusätzliche Mittel

ge Investments an Stellenwert gewinnen

zur Verfügung. Die Partnerschaft wurzelt in

müssen. „Akteure am Kapitalmarkt müs-

der seit 2006 bestehenden Kooperation des

sen sich ihrer Verantwortung bewusst wer-

WWFs mit der Tochter Erste Sparinvest.

den!“, so der WWF.

den Gewinn durch die Beruhigung

für Nachhaltigkeit einzusetzen, noch einfacher gestaltet. w.celeda@derboersianer.com

48


BRANCHEN

Schelhammer & Schattera will Glücksspiel loswerden Das Bankhaus Schelhammer & Schattera

Vorstandsdirektor Peter Böhler: „Die zu-

AG hält noch Anteile an der Casinos Austria

ständigen Organe haben den Beschluss

AG (Casag), möchte sich aber aus ethischen

befasst, die Casag-Beteiligung im Rah-

Gründen davon trennen. Die Geschäftsak-

men einer betriebswirtschaftlich vernünf-

tivitäten des Bankhauses seien heute von

tigen Lösung abzugeben.“ Mit dem neuen

einer ethisch-nachhaltigen Ausrichtung

Eigentümer Grazer Wechselseitige Versi-

geprägt. Gegenüber DerBörsianer verrät

cherung AG will man führender Anbieter von ethisch-nachhaltigen Bankprodukten bleiben. Das nachhaltige Denken dringt bis in die E-Mail-Signatur der Mitarbeiter vor, wo es heißt: „Denken Sie an die Umwelt, bevor Sie diese E-Mail drucken!“

Bank Austria pflegt Disability Management Die UniCredit Bank Austria AG versuchte seit 2010 verstärkt, das Thema Barrierefreiheit in die Unternehmensphilosophie einzubauen. Nun zieht man eine erfolgreiche Zwischenbilanz. „Die Zahl der Menschen mit Behinderung in Österreich ist zu groß, als dass man auf ihr enormes Poten-

ko ist stolz darauf man mit mehr als 400

zial als Mitarbeiter oder Kunden verzichten

Mitarbeitern mit Behinderung die gesetz-

kann“, so Bank-Austria-Vorstandsvorsit-

liche Quote mehr als erfüllt. Gemeinsam

zender Willibald Cernko. Man habe als Un-

mit der Rewe International AG unterstützt

ternehmen erkannt, dass man damit nicht

man darüber hinaus die Plattform Disabili-

nur seiner gesellschaftlichen Verantwor-

ty Performance Austria. Über die Plattform

tung gerecht werden, sondern auch einen

möchte man andere Unternehmen moti-

Wettbewerbsvorteil erzielen kann. Cern-

vieren, ähnliche Maßnahmen zu treffen.

TICKER

Pensionsfonds der Weltbank versagen bei ESG-Kriterien +++ Eine Ziege für Afrika für jedes RaiffeisenStudentenkonto +++ Deutsche Bank in CO2-Zertifikate-Betrug verstrickt +++ Bawag PSK verzichtet auf Spendenkontenentgelt zugunsten von Nepal-Hilfe +++ Bank Austria unterstützt heimische Unternehmen mit Energiesparmilliarde +++ Nida-Rümelin fordert EthikUnterricht für junge Banker

SCHLECHTE BERATUNG IN BANKEN STUDIE. Eine Studie vom Institut für Banken und Finanzierung der Uni-

Islamisches Banking vor Durchbruch

versität Graz untersuchte im Herbst 2014 in einer Onlineumfrage, was Privatanleger über nachhaltige

Wer Zinsen nimmt, ist des Teufels – so

Alle Transaktionen sollen auf realen Gü-

lautet Vers 275 im Koran. Mehrere inter-

tern basieren. In Österreich ist der Markt

nationale Finanzinstitute bieten deshalb

noch nicht erschlossen.

Geldanlagen denken. Bedenklich sind die Ergebnisse bezüglich Beratungsqualität über nachhaltige Investments. 42 Prozent der Be-

Sharia-konformes Banking an. Der Markt

fragten gaben an, zu nachhaltigen

boomt. In Deutschland bekam jüngst die

Investments noch keine Auskunft

Kuveyt Türk Bank die Vollbanklizenz für

von ihrem Bankberater erhalten zu haben. 25,9 Prozent bewerten die

das Firmen- und Privatkundengeschäft.

Beratung als neutral, und 23 Prozent

Im Juli 2015 werden weitere Filialen in

fühlen sich schlecht behandelt. Von

Frankfurt und Berlin eröffnet. Aber wie ge-

einer guten oder sehr guten Bera-

nau funktioniert islamisches Banking? Aus

tung spricht nur eine Minderheit.

den Einlagen der Sparer werden Kredite

Dies ist insofern beachtlich, als dass die Umfrage zu dem Ergebnis kam,

vergeben. Der Einzelne wird an der durch-

dass 87,4 Prozent der Anleger nach-

schnittlichen Rendite aller Kreditgeschäf-

haltige Geldanlagen als sinnvolle

te beteiligt. Es sind demnach Beteiligun-

Alternativen zu konventionellen

gen und keine Zinsen, die gewährt werden.

Investments erachten.

49


BRANCHEN

BANKEN VERSICHERUNGEN

KOLUMNE

ÖGUT-RANKING: SIEGER BESTÄTIGT

GÜNTER GEYER Präsident VVO

Das Ranking der Vorsorgekassen durch

nach haben die Zertifizierten selbst noch

die Österreichische Gesellschaft für Um-

einmal die Chance, in einem Hearing ih-

NACHHALTIGKEIT – GRUNDIDEE DES VERSICHERUNGSWESENS

welt und Technik (Ögut) bleibt im Ver-

ren Standpunkt darzulegen. Auch Pensi-

gleich zum Vorjahr unverändert. Der

onskassen könnten eine Zertifizierung

Vor dem Spiegel der Ereignisse,

„Gold-Titel“ wurde für die VBV Vorsor-

ihrer Veranlagung bei der Ögut beantra-

welche die Weltwirtschaft in den

gekasse AG, Fair-Finance Vorsorgekasse

gen. Bisher hat das aber nur die Bonus

AG, die Bonus Vorsorgekasse AG und die

Pensionskassen AG gemacht, die für eine

Valida Plus AG bestätigt. Silber bleibt bei

ihrer Veranlagungs- und Risikogemein-

wird der Begriff „Nachhaltigkeit“

den Victoria-Volksbanken Vorsorgekasse

schaften erneut mit Silber ausgezeichnet

in neuem Licht gesehen. Dabei

AG, der Bawag-Allianz Vorsorgekasse AG

worden ist.

geht es um weit mehr als um den

und der BUAK. Die 2014 erstmals zerti-

Die Ögut-Expertin erklärt, dass es für

fizierte Niederösterreichische Vorsorge-

die Vorsorgekassen einfacher war als für

kasse erhielt erneut Bronze. „Die Gold-

Pensionskassen, sich dem Thema umfas-

haltigkeit längst angekommen.

Kandidaten wurden wieder in ihren kon-

send zu widmen, weil Erstere neu auf den

Man hat erkannt, was nachhaltiges

tinuierlichen Bemühungen bestätigt“,

Markt gekommen sind. Außerdem „tut

wirtschaftliches Handeln bedeu-

merkt auch Susanne Hasenhüttl an, die

sich wenig im Pensionskassenmarkt,

in der Ögut den Bereich Nachhaltiges und

und die Berichterstattung war oft nega-

grünes Investment aufgebaut hat.

tiv in den letzten Jahren“, formuliert es

vergangenen Jahren geprägt haben, aber auch mit Blick auf gesellschaftspolitische Entwicklungen

Schutz der Umwelt und den Umgang mit natürlichen Ressourcen. Auch in der Wirtschaft ist Nach-

tet. Das Streben nach schnellen Gewinnen, ohne Rücksicht auf die Umwelt, sei es die Natur oder die

Im Zertifizierungsprozess werden ne-

Hasenhüttl. Deshalb habe die Beschäf-

weithin nicht mehr anerkannt.

ben der Veranlagung auch die Strate-

tigung mit der Nachhaltigkeit oft kei-

Es wurde begriffen, dass Werte

gie und sonstige soziale oder umwelt-

ne Priorität. „Es ist leider noch immer in

langfristig wachsen müssen, um

technische Maßnahmen beurteilt. Zu-

den Köpfen vieler Leute, dass Nachhal-

nächst stellen Gutachter den Vorsorge-

tigkeit Performance kostet, auch wenn

der Nachhaltigkeit fest verankert.

kassen ein Zeugnis aus. „Aufbauend auf

das zahlreiche Studien schon widerlegt

Risikogemeinschaft, langfristiger

den Gutachten gibt die unabhängige Jury

haben.“ Generell findet Hasenhüttl, dass

Vermögensaufbau und Vorsorge

eine Empfehlung“, sagt Hasenhüttl. Da-

einige Anbieter proaktiver sein könnten.

Menschen, wird gesellschaftlich

nachhaltig bestehen zu können. Im Versicherungswesen ist die Idee

sind unsere Grundpfeiler. Als Manager, der seit Jahrzehnten in der Versicherungswirtschaft tätig ist, bin ich überzeugt davon, dass modernes Wirtschaften mit Achtung

Nachhaltige Versicherer

den Mitmenschen und der Umwelt gegenüber möglich und der richtige Weg ist. Nachhaltigkeit wird bald kein Schlagwort mehr sein, sondern zunehmend zur Realität. g.geyer@derboersianer.com

Auf der Webseite Gruenesgeld.at können

diesem Bereich abgerufen werden. Es wer-

unter der Subkategorie Investmentpro-

den dabei auch detailliert die einzelnen

dukte/Lebensversicherer die verschiede-

Produkte aufgelistet, die in den Portfolios

nen Anbieter mit nachhaltigen Anlagen in

angeboten werden.

50

→ WWW.GRUENESGELD.AT


BRANCHEN

Anlageportfolio der Allianz durchleuchtet haben die Allianz und der WWF über fünf Jahre alle Investitionen des Versicherers durchleuchtet und aufgrund ihrer NachEin vom WWF entwickeltes Modell zur

haltigkeit eingestuft. Bis 2020 soll nun

Nachhaltigkeitsanalyse von großen Ver-

zum Beispiel der Score im Unterneh-

anlagungsportfolios hat es der Allianz

mensportfolio um 700 Basispunkte ver-

Gruppe Österreich erlaubt, jetzt Trans-

bessert werden. Was durch eine Verdop-

parenz über 95 Prozent der Investitio-

pelung des Anteils erneuerbarer Energien

nen zu erlangen. Das Modell wird seit

und den schrittweisen Ausstieg aus Anla-

diesem Jahr auch anderen Marktteilneh-

gen, die mit der Kohleindustrie in Verbin-

mern zur Verfügung gestellt. Insgesamt

dung stehen, erreicht werden soll.

VBV bei Asra auf viertem Platz Bereits das achte Jahr in Folge wurde die

gestellt haben. Die VBV Vorsorgekasse

VBV Vorsorgekasse AG als weiterhin ein-

AG berichtet seit 2008 Nachhaltigkeits-

zige unter den Anbietern im Bereich Ab-

kennzahlen integriert im Geschäftsbe-

fertigung neu mit dem Aus­trian Sustai-

richt und hat dafür zuletzt 2012 den ers-

nability Reporting Award (Asra) ausge-

ten Platz bei der Asra-Verleihung belegt.

zeichnet. 2014 belegte die VBV Vorsor-

2013 war sie von der niederösterreichi-

gekasse AG im Bereich integrierte Be-

schen EVN AG überholt worden. Die Ein-

richterstattung den vierten Platz, nach-

reichfrist für den diesjährigen Asra, der

dem die Palfinger AG und die Oesterrei-

von der Unternehmensplattform für CSR

chische Kontrollbank AG, die früher in

und Nachhaltigkeit Respact vergeben

anderen Kategorien ausgezeichnet wor-

wird, endet am 31. August 2015. Nähere

den waren, ihre Berichterstattung um-

Informationen unter:

TICKER

Ögut-Gold für vier heimische Vorsorgekassen +++ VBV Vorsorgekasse mit Asra-Auszeichnung +++ Allianz beginnt Rückzug aus Kohleinvestitionen +++ Schweizer wollen nachhaltige Pensionskassen +++ Deutschland will globale Versicherung gegen Klimaschäden +++ Grawe-Versicherung kauft Kirchenbank Schelhammer & Schattera

→ WWW.RESPACT.AT

MEHRHEIT DER SCHWEIZER FÜR NACHHALTIGKEIT IN PENSIONSKASSE STUDIE. Knapp mehr als der Hälfte der Schweizer ist es nicht egal, ob ihre Pensionskasse ethische und soziale Kriterien bei der Veranlagung berücksichtigt. Zentral bleibt jedoch, dass das Geld risikoarm

Vorstand Burkhard Gantenbein (Helvetia), Ski­legende ­Alexandra ­Meissnitzer und ­Revierleiter Alfred Zechner (Österreichische Bundes­forste) ­haben gemeinsam ­Bäume gepflanzt.

veranlagt wird und das Vermögen für den Ruhestand gesichert ist. Das ergab eine Umfrage, die das Investmenthaus RobecoSam AG im vergangenen Jahr bei der GFS Markt- und Sozialforschung in Auftrag gegeben hat. „Die Sensibilität nimmt mit zunehmendem Alter, höherer Bildung, größerem Wissen und nachhaltigerem Ver-

Helvetia Versicherungen AG forstet auf: Um die Gefahr von Muren- und

halten zu“, so die Studienautoren.

Lawinenabgängen nachhaltig zu verringern, hat die Helvetia aktiv gegen­

sind 72 Prozent aller Befragten

Wenn sie direkt gefragt werden,

gesteuert. Insgesamt wurden am Großsonnberg in Salzburger Pinzgau 10.000

„eher oder auf jeden Fall“ dafür,

junge Lärchen- und Fichtenbäume wieder aufgeforstet.

tigt werden.

51

dass solche Faktoren berücksich-


BRANCHEN

BANKEN FONDS

KOLUMNE

HEINZ BEDNAR Vorstand VÖIG

LABELS: GRÜN ODER GRÜNFÄRBEREI? Mit der steigenden Nachfrage nachhalti-

INVESTOREN IN NACHHALTIGER KAUFLAUNE Das in Fonds veranlagte Geldver-

Er denkt, dass das Label bei den Anlegern

ger Investments wuchs auch das Angebot

zieht, „weil die Beurteilung einer neutra-

in der Fondsbranche. Um die Qualität bei

len externen Stelle den Anlegern zusätzli-

dieser Produktflut garantieren zu können,

che Sicherheit gibt“. Andere bekannte La-

etablierten sich einige Zertifizierungen

bels oder Richtlinien wie das Novethic-La-

weiter. Investoren entdecken die

und Labels, die Anlegern versichern sol-

bel oder die Eurosif-Transparenzleitlinien

Vorteile von Investmentfonds.

len, dass Nachhaltigkeit dort auch drinnen

kommen für Wögerbauer allerdings nicht

Nettomittelzuflüsse im ersten

ist, wo es draufsteht. Viele Experten be-

infrage: „Das Umweltzeichen ist in Ös-

mängeln, dass es kaum einheitliche Krite-

terreich weithin bekannt, da es auch für

rien gibt und die Inflation an Labels die Ge-

verschiedenste andere Produkte vergeben

Österreich auf ein All-Time-High

fahr der Grünfärberei birgt. Viele vertrau-

wird.“ Axel Sima, Vorstandsmitglied der

gestiegen. Besonders erfreulich ist

en deshalb auf bewährte Label wie das ös-

Generali Pensionskasse AG, bemängelt

das Wachstum der nachhaltigen

terreichische Umweltzeichen. Dieses hält

auf Anfrage von DerBörsianer, dass Labels

Geldanlagen, also jener Mittel,

etwa der 3-Banken-Nachhaltigkeitsfonds.

und Zertifizierungen oft sehr themenlastig

3-Banken-Generali-Invest-Geschäfts-

sind, und ergänzt: „Eine breite und detail-

führer Alois Wögerbauer erklärt gegen-

lierte Analyse des Anlageprozesses hin-

zen. Das Volumen in Fonds mit

über DerBörsianer, dass man das Umwelt-

sichtlich der unterschiedlichen Dimensio-

Nachhaltigkeitskriterien lag nach

zeichen aktiv in der Vermarktung einsetzt.

nen an Nachhaltigkeit ist wichtiger.“

mögen der Österreicher wächst

Quartal beliefen sich auf 2,9 Milliarden Euro. Mit 168,9 Milliarden Euro ist das Fondsvolumen in

die die klassischen Kriterien um ökologische, soziale und ethische Bewertungsmaßstäbe ergän-

Angaben der VÖIG 2013 bei 2,7 Milliarden Euro, ein Jahr später schon bei 3,7 Milliarden Euro, Tendenz stark steigend. Nachhaltige Fonds unterliegen strengen Regeln, was

Aufregung um 700-Euro-Pille

ihre Umweltpolitik und ihre soziale Verantwortung betrifft. Unternehmen, in die investiert wird, müssen viele Anforderungen erfüllen. Die

vertretbar sind. Die Kosten würden auf-

wichtigsten Ausschlusskriteri-

grund der hohen Forschungskosten ent-

en finden sich in den Bereichen Atomkraft oder Waffenproduktion.

Sovaldi nennt sich der Wirkstoff, der eine

stehen, so Storni, der daran erinnert, dass

Wird einem Unternehmen Korrup-

Heilung von Hepatitis C bewirkt. Mit ei-

das Medikament Leben rettet. „Darüber

nem Preis von 700 Euro pro Pille ist die

hinaus werden die Kosten natürlich dem

Tablette ungefähr 20-mal so wertvoll wie

Preisniveau verschiedener Staaten ange-

waren vor allem institutionelle

Gold. Eine ganze Therapie würde mehr

passt, sodass eine Therapie auch in ärme-

Investoren dieser Veranlagung

als 60.000 Euro kosten. Pharmariesen

ren Ländern finanzierbar ist“, hält Storni

zugeneigt. Durch den wachsen-

wie Gilead gerieten aufgrund der hohen

dagegen. Biotech- und Pharmafonds lie-

den gesellschaftlichen Druck, mit

Preise in den vergangenen Monaten un-

ferten in den letzten Jahren eine atem-

ter Beschuss der Öffentlichkeit. DerBörsi-

beraubende Performance. Geschürt wird

ger auf den nachhaltigen Zug auf.

aner hat bei Tazio Storni, Pharma-Fonds-

die Performance vom Umsatzwachstum

manager bei Pictet Asset Management,

der Firmen, von neuen Zulassungen und

h.bednar@derboersianer.com

nachgefragt, ob derartige Preise ethisch

demografischen Entwicklungen.

tion oder Kinderarbeit nachgewiesen, wird dieses umgehend aus solchen Fonds entfernt. Bis jetzt

Ressourcen schonend umzugehen, springen immer mehr Privatanle-

52


BRANCHEN

Raiffeisen erweitert grüne Fondspalette reichischen Investmentmarkts abdecken, so Raiffeisen-KAG-Geschäftsführer Dieter Aigner: „Zum einen die starke Nachfrage an gemischten Fondslösungen und zum anderen ein zunehmendes Interesse an nachhaltigen Investments.“ Für die Die Raiffeisen KAG legt einen neuen nach-

gesamte DACH-Region ist Nachhaltigkeit

haltigen Mischfonds auf. Die Zeichnungs-

aus Raiffeisen-Sicht ein stark wachsen-

frist des nun schon vierten nachhaltigen

des Anlagethema. „Für uns zählen aber

Raiffeisenfonds läuft bis zum 29. Mai 2015.

hier nicht nur die Marktchancen, das Un-

Der Fondsstart ist am 3. Juni 2015 geplant.

ternehmen bekennt sich klar zum Thema

Der Aktienanteil ist flexibel und wird bei

Nachhaltigkeit und ist auch Unterzeichner

rund 20 Prozent liegen. Man könne mit

der United-Nations-supported Principles

dem neuen Fonds zwei Trends des öster-

for Responsible Investment“, so Aigner.

Bangladesch-Memorandum Vor etwas mehr als zwei Jahren star-

wanderung in andere Länder“, warnt der

ben mehr als 1.000 Menschen beim Ein-

Experte. So hätten etwa Nike und Adidas

sturz des Rana-Plaza-Gebäudekomplexes

große Teile ihrer Produktionskapazitäten

in Bangladesch. Direkt nach dem Unglück

von Bangladesch in benachbarte Länder

wurde

verlagert. Eine langfristige Verbesserung

das

Bangladesch-Memorandum

verabschiedet, zu dessen Unter-

sei laut Osojnik nur mit der Unter-

zeichnern auch die Erste Asset

stützung der großen Bekleidungs-

Management (EAM) zählte. Die

händler möglich. Als Fondsgesell-

Arbeitsbedingungen

verbesser-

schaft versucht die EAM über ih-

ten sich aber nur langsam, so Ale-

ren internationalen Engagement-

xander Osojnik, Senior ESG-Ana-

Partner Global Engagement Servi-

lyst bei der EAM. „Zeitgleich da-

ces Einfluss auf die Unternehmen

mit sehen wir einen Trend zur Ab-

auszuüben.

Vorsicht bei Wasserinvestment

TICKER

Allianz Österreich lässt Kapitaleinlagen von WWF prüfen +++ SEB lanciert Green Bond Funds +++ Markt für nachhaltige ETFs stagniert +++ Erster nachhaltiger High-Yield-Fonds startet in Großbritannien +++ Kepler KAG mit neuen Ethikmischfonds +++ State Street Global legt Green Bond Indexfonds auf +++ EAM mit 3,9 Milliarden Euro Marktführer bei nachhaltigen Fonds

DIE NACHHALTIGSTEN FONDS STUDIE. Eine vom Center for Social

Mit wachsender Zahl der

len Wassern gewaschen:

Weltbevölkerung

steigt

„Aus unserer Sicht kön-

auch die Nachfrage nach

nen bei diesem sensib-

Research durchgeführte Studie be-

Wasser. Das Angebot ist

len Thema nichtnachhal-

wertete Aktienfonds in Österreich,

jedoch begrenzt. Mehre-

tig agierende Werte kei-

Deutschland und der Schweiz hin-

re

Fondsgesellschaften

ne Berücksichtigung fin-

setzen bei diesem Gedan-

den“, so Nachhaltigkeits-

and Sustainable Products (CSSP) in Kooperation mit MSCI ESG

sichtlich ihrer Nachhaltigkeit. Die Portfolioqualität von nachhaltigen sowie konventionellen Aktienfonds

ken an und lancierten Wasserfonds, die in

experte Markus Güntner. Deshalb werden

Unternehmen investieren, die rund um das

Titel wie Nestle, Danone, Coca-Cola oder

Sozial- und Governance-Kriterien

Thema Trinkwasser angesiedelt sind. Es

Pepsi nicht aufgenommen, da die Umwelt-

untersucht. Den ersten Platz im

scheiden sich jedoch die Geister, inwieweit

belastung durch die Flaschenwirtschaft

Nachhaltigkeitsgedanken bei der Auswahl

enorm ist. Der CO2-Fußabdruck von Plas-

der Titel angebracht sind. Bei Swisscanto

tikflaschenwasser sei ungefähr 600-mal so

ist der Wasserfonds jedenfalls nicht mit al-

groß wie der von Leitungswasser.

53

wurde in Hinblick auf Umwelt-,

gesamten deutschsprachigen Raum belegte 2014 dabei der RaiffeisenNachhaltigkeitsfonds-Aktien. Auf Platz zwei gelangte der Erste Responsible Stock Europe.


BRANCHEN

BANKEN AKTIEN

KOLUMNE

MATTHIAS STIEBER Direktor Investor Relations Telekom Austria AG

STRABAG-KRITIK AN VÖNIX-KRITERIEN Nachhaltig­

hard Friesenbichler im Gespräch mit Der-

keits­index (Vönix) enthält Unternehmen,

Börsianer. Der Grund ist, dass Bauunter-

die an der Wiener Börse hinsichtlich so-

nehmen bei der Bewertung in einem Sek-

Der

VBV-Österreichische

zialer und ökologischer Leistung führend

tor mit den Immobilienunternehmen zu

MR. AND MRS. SMITH

sind. An den Aufnahmekriterien gibt es

finden sind, die tendenziell höhere Min-

Ist soziale und ökologische

immer wieder Kritik – auch vom Baukon-

destratings vorweisen. Auf das Branchen-

Nachhaltigkeit am Finanzmarkt

zern Strabag SE, der trotz großer Bemü-

problem verweist auch Strabag-Konzern-

relevant? Die Antwort des Main-

hungen bisher nicht in den Vönix aufge-

sprecherin Diana Neumüller-Klein auf

nommen wurde. DerBörsianer hat sich er-

Anfrage von DerBörsianer: „Gerade weil

kundigt, wie die Aufnahme konkret er-

die Relevanz von Themen von Branche zu

es sich damit nicht zu einfach?

folgt. Alle ATX-Unternehmen werden

Branche variiert, sollten Branchenüber-

Vielleicht, aber gehen wir einmal

jährlich von der RFU-Unternehmensbe-

legungen verstärkt Eingang in das Beur-

davon aus, die Annahme stimmt,

ratung analysiert. In dem Verfahren kom-

teilungssystem finden.“ Man denke auch,

men Unternehmen entweder über ein ge-

dass der Entscheid aufgrund von Infor-

wisses Mindestrating oder über eine Best-

mationslücken getroffen wurde. „Um

fordert. Dazu eine wahre Anekdote

in-Sector-Inclusion in den Vönix. „Bau-

diese Lücken zu schließen, arbeiten wir

eines global aktiven Topinvestors

unternehmen haben es dabei tendenzi-

seit einiger Zeit an einer umfassenderen

aus seinem Arbeitsplatz an der

ell schwer“, verrät Geschäftsführer Rain-

Berichterstattung“, so Neumüller-Klein.

streams darauf würde wohl lauten: „Gar nicht, die Märkte sind rein profitgetrieben.“ Macht man

und für Anleger ist CSR zwar notwendig, aber nicht mehr als ein Feigenblatt, das der Zeitgeist er-

Wall Street. Auf seinem Schreibtisch stehen drei Bilder: Eines zeigt Frau und Kind, ein anderes sein Segelboot. Auf dem dritten findet sich eine durchschnittliche US-Familie aus der Mittelschicht. Sie werden sich jetzt fragen, was Mr. and Mrs. Smith dort zu suchen

Verbund verteidigt Wasserkraft Eine neue Studie des WWF

bruch der Stromnachfra-

lich daran zu erinnern, für wen er

bewertet die Hälfte aller

ge sowie ein nicht funkti-

eigentlich arbeitet, da er die große

in der Studie untersuch-

onierender CO2-Markt sind

Summe kleiner Ersparnisse von

ten Wasserkraftprojekte als

die wesentlichen Gründe

investitionsfreudigen Kleinanle-

energiewirtschaftlich

für die niedrigen Großhan-

haben. Ganz einfach, um ihn täg-

gern verwaltet. Sein Job ist es, ihr Geld zu vermehren, um Hypothe-

un-

rentabel. DerBörsianer hat

delspreise für Strom. In die-

den österreichischen Wasserkraft-Krösus,

sem Umfeld sind neue Kraftwerksprojekte

nächsten Urlaub zahlen zu können.

die Verbund AG, mit der Studie konfron-

nicht wirtschaftlich darstellbar.“ Die Ver-

Solange es dem Kleinanleger in

tiert. Die Energiebranche sei aktuell von

bund AG begab im November 2014 auch

seinen Invest-Entscheidungen

wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedin-

den ersten österreichischen „Green Bond“

gungen geprägt, so Verbund-CEO Wolf-

mit einer Laufzeit von zehn Jahren. Die

gang Anzengruber, der ergänzt: „Der mas-

Mittel kommen dabei ausschließlich um-

siv subventionierte Ausbau von Wind- und

weltfreundlichen Projekten zugute. Der

Solarkraft, der konjunkturbedingte Ein-

Bond war mehr als dreifach überzeichnet.

ken, Pensionsvorsorge oder den

rein um Gewinnmaximierung geht, wird auch der Verwalter dieses Vermögens nicht anders agieren. m.stieber@derboersianer.com

54


BRANCHEN

Das Siegel Green Brands Austria 14/15 wurde der Palfinger AG und 30 anderen Unternehmen Ende vergangenen Jahres feierlich überreicht (Norbert Lux, COO von Green Brands, Palfinger-CEO Herbert Ortner und Fritz Hinterberger, SeriPräsident).

Am 1. Dezember 2014 zeichnete die internationale Brand-Marketing-Organisation Green Brands Austria die grünsten Marken Österreichs aus. Zu den Preisträgern zählte auch die Palfinger AG, die als erstes heimisches Industrieunternehmen ausgezeichnet wurde. Der Salzburger Kranhersteller konnte durch nachhaltige Produkte, weniger gefährliche Abfälle und wasserbasierte Lacke beim dreistufigen Auswahlverfahren bestechen, das der Verleihung vorangeht. Neben Palfinger AG erhielt auch die Telekom-Austria-Tochter A1 die begehrte Auszeichnung.

Das Geschäft mit dem Wind Die WEB Windenergie AG (WEB) hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Anleihen platziert und ist daher am Kapitalmarkt kein Fremdwort. „Wir wollen mit unseren

speisevergütung. Angst vor dem Ende der

Anleihen möglichst vielen Menschen die

Förderung müssten Investoren laut Dangl

Möglichkeit geben, von der Energiewen-

nicht haben: „Wir können die Kraftwerke

de zu profitieren“, so WEB-CEO Andre-

aber auch nach Ablauf des Fördertarifs ge-

as Dangl gegenüber DerBörsianer. Das Ge-

winnbringend betreiben.“ Medial werden

schäft mit dem Wind boomt, nicht nur beim

immer wieder Scharmützel mit betroffe-

Kraftwerksbetreiber aus Pfaffenschlag. Um

nen Anrainern geführt, die um ihr Orts-

den ansteigenden Stromimporten entge-

bild fürchten. Laut Dangl eine emotiona-

genzuwirken und zugleich nachhaltigen

le Angelegenheit: „Wir sind gern bereit zu

Strom zu produzieren, fördert Österreich

diskutieren, aber im Gegenzug muss auch

Windkraftanlagen. Konkret geschieht dies

die Diskussion zulässig sein, wie wir in Zu-

über eine für 13 Jahre gesicherte Stromein-

kunft unseren Strom erzeugen wollen.“

TICKER

Zumtobel gewinnt VCÖMobilitätspreis Österreich +++ Sanochemia bei CDPKlimawandel-Reporting Best Improver in DACH-Region +++ Brau Union Österreich mit Umweltschutzzertifikat der Post ausgezeichnet +++ Wienerberger AG bringt wärmedämmende Ziegel auf indischen Markt +++ Rewe International AG unterstützt ökologische Flächen +++ VW-Nachhaltigkeitsbericht auf Twitter veröffentlicht

DIVERSITY-MANAGEMENT STUDIE. Corporate Social Responsibility (CSR) hat sich als Management­ ansatz bei ATX-Unternehmen etabliert. Das ergab die von der

Hilfe auf „Voesterreichisch“

Erste Group Bank AG in Kooperation mit Factor-D initiierte Studie Diversity Management (DIM) und

Mehr als 11.000 Mitarbeiter tummeln sich

CSR in ATX-Unternehmen 2015. Der

am Standort der Voestalpine AG (Voest) in

berechnete Institutionalisierungs-

Linz. Die Stadt in der Stadt bietet deshalb

index stieg von 3,0 im Jahr 2012 auf 3,2. Die Hälfte aller ATX-Unterneh-

eine Reihe eigener Dienste für ihre Ein-

rund um die Uhr leistet die Betriebsrettung

wohner. Inmitten des Werks existiert eine

noch anderes. Mitarbeiter absolvieren dort

eigene Rot-Kreuz-Bezirksstelle, die für die

eine Erste-Hilfe-Ausbildung. Darüber hi-

Sicherheit der Menschen auf dem Gelän-

naus leistet man Kriseninterventionshil-

zum Topmanagement. Im Vergleich

de sorgt. Aufgrund der besonderen Anfor-

fe und andere Sozialhilfe. Erste Hilfe hat

dazu werden Strategien, die per-

derungen sind die Sanitäter mit schwerem

bei der Voest Tradition, wurde die Ortsstel-

Atemschutz ausgebildet, wissen mit Strah-

le doch bereits 1949 gegründet. 2013 folg-

lengefahr umzugehen und sind auf Höhen-

te die Anerkennung der Betriebsrettung als

rettung geschult. Neben der Bereitschaft

eigenständige Rettungsorganisation.

55

men weisen alle Institutionalisierungsparameter auf, bei 60 Prozent steht CSR in direkter Berichtslinie

sonelle und kognitive Fähigkeiten der Mitarbeiter fördern, weniger praktiziert. Der berechnete Index liegt etwa bei 1,6. 80 Prozent haben kein schriftliches DIM-Konzept.


BRANCHEN

BANKEN IMMOBILIEN

KERBLER INVESTIERT IN ÖKOHUB Das Gebiet rund um die Seestadt Aspern

mebedarf. Immo-Unternehmer Günter

wächst weiter und wird dabei immer öko-

Kerbler investiert 65 Millionen Euro in ein

logischer. Seit ersten März 2015 befindet

weiteres nachhaltiges Projekt in einem

sich dort das weltweit energieeffizien-

der größten europäischen Stadtbaupro-

teste Studentenwohnheim. Es trägt den

jekte. 2018 soll mittels Hybridbauweise

Namen GreenHouse und befindet sich

in Aspern das größte Holzhochhaus der

in der Nähe der Donauauen. Sensoren

Welt entstehen. Mit 84 Metern Höhe und

in den Zimmern messen den CO2-Wert

einem Holzbauanteil von 75 Prozent will

und können so bestimmen, wann die

Kerbler damit Wiens neuestes Vorzeige-

Lüftung mehr und wann weniger Frisch-

projekt bauen. „Das Holzhochhaus Wien

luft zuführen muss. Hinzu kommen eine

ist ein garantierter Meilenstein für nach-

lichtoptimierte Architektur, LED-Lam-

haltige Städteentwicklung, wir hoffen,

pen mit Bewegungsmeldern und Hellig-

dass sich andere ein Beispiel nehmen“,

keitsreglern und ein geringer Heizwär-

meint Kerbler dazu.

Immo-Zertifizierungen sich seit 2010 im Portfolio der S Immo AG befindet, eine solche Green-BuildingZertifizierung. Wie wichtig diese Zertifizierungen sind, weiß auch Friedrich Wachernig, Vorstand der S Immo AG: „Green-Building-Zertifikate unterstreichen die nachhaltige Herangehensweise und hohen Qualitätsanspruch unseres Unternehmens. Aktuell ist ein Viertel der Gesamtfläche unseres Portfolios zertifiziert.“ Der Fokus liegt auch für VorDie am weitesten verbreitete freiwilli-

haltet Umwelt- und Nachhaltigkeitsas-

stand Ernst Vejdovszky bei der Zertifizie-

ge Zertifizierungsmethode für Immobi-

pekte und dient als Gradmesser für den

rung von neuen Projekten. Dies spielt laut

lien nennt sich BRE Environmental As-

Umwelteinfluss eines Gebäudes. In Ös-

seinen Aussagen beim Wiederverkauf der

sessment Method (BREEAM). Sie bein-

terreich erhielt das Hotel Zwei, welches

Gebäude einen bedeutenden Stellenwert.

Steigender Trend zu Green Investments Auch in der Immobilienbranche wer-

konnte damit um drei Prozent gesteigert

schehen spielt sich trotz Steigerungsra-

den nachhaltige Investments immer be-

und das beste Resultat seit der erstmali-

ten fast ausschließlich im Bereich großer

deutender. Im Nachbarland Deutschland

gen Veräußerung zur Zertifizierung an-

und prominenter Gebäude ab. Spitzen-

wurden 2014 28 Milliarden Euro in ge-

gemeldeter Gebäude im Jahr 2008 ver-

reiter der deutschen Green-Building Ci-

werbliche Immobilien investiert. 5,3 Mil-

zeichnet werden. 2008 lag der Anteil

ties ist München. Laut den Experten wird

liarden Euro entfielen auf zertifizierte

von Green Buildings laut den Analysten

es in Zukunft in Großstädten kaum Neu-

Green Buildings. Das Ergebnis von 2013

nur bei gut fünf Prozent. Das Hauptge-

bauprojekte ohne Zertifizierung geben.

56


BRANCHEN

Der Grazer Bürgermeister Siegfried

TICKER

Nagl und Bauherr Hans Höllwart sowie Hermann Schützenhöfer und Christian Buchmann eröffneten mit dem Spatenstich zum 60 Meter hohen Science Tower am 5. Mai 2015 den Bau der „Smart City“ im Westen von Graz. Das Herzstück der Firma SFL Der Science Tower wird weltweit das erste Gebäude, das sich durch die Verwendung transparenter Energie­ gläser zu 100 Prozent regional selbst versorgt.

Technologies soll 200 Forschungs­ arbeitsplätze umfassen.

Erstmalig ganzes Gewerbegebiet ausgezeichnet ge Immobilienwirtschaft (ÖGNI) mit dem Quartierzertifikat ausgezeichnet. Damit wurde zum ersten Mal ein ganzes Gewerbegebiet für sein Engagement im Nachhaltigkeitsbereich prämiert. „Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein sind auch ökologische und ökonomische Schwerpunkte unserer Immobilienstrategie“, berichtet Flughafen-Vorstand Günther Ofner im Gespräch mit DerBörsianer. „Dabei entwickeln wir den Flughafen-Standort mit Büro- und Conferencingflächen, Hotelangeboten, Verkehrsinfrastruktur und vieDie Flughafen Wien AG wurde 2014 für ihr

lem mehr, zu einer nachhaltigen Airport

Airport City Vienna Projekt von der Öster-

City. Die Auszeichnung bestätigt, dass wir

reichischen Gesellschaft für nachhalti-

hier den richtigen Weg gehen.“

Strabag recycelte Altpapier für Geschäftsbericht 2014 +++ BREEAM-Zertifizierung für Zagrebs Eurocenter der S Immo AG +++ Science Tower in Graz soll sich durch Energiegläser selbst versorgen +++ Raiffeisen Evolution wurde als stärkste Projektentwickler-Marke ausgezeichnet +++ Betreutes Wohnen als Asset-Klasse von Immobilienwirtschaft noch unbeachtet +++ Denkmalgeschütztes Gebäude im Schloss Schönbrunn erhielt Fotovoltaikanlage

INVESTMENTCHANCE ENTWICKLUNGSLÄNDER STUDIE. Die zunehmende Bevölkerungszahl in Entwicklungsländern fordert nach mehr Wohnraum. Die

Größtes UrbanGardening-Projekt Europas

Studie Real Estate in the Emerging Markets von Lamudi untersuchte die Chancen und Risiken von 16 Entwicklungsländern in Asien, Akrika, dem mittleren Osten und Lateinamerika. Das Ergebnis konnte deutlich zeigen, dass der

In Wien-Liesing wird mit „Erntelaa“ eines

ben mit und im Grünen ermöglichen, son-

der weltweit größten Urban-Gardening

dern auch die Kommunikation und Zu-

Projekte umgesetzt. Dabei hat jede der

sammenarbeit der Bewohner fördern. So

bis zu 190 Wohneinheiten eine Loggia mit

sind im Gebäudekomplex auch ein Kinder-

Pflanzentrögen, Rankgerüst und Wasser-

garten und ein Nahversorger eingeplant.

von der größer werdenden Mittel-

anschluss. Hinzu kommt die Bepflanzung

Für Architekt Chrsitian Seethaler von Ma-

schicht mit hoher Kaufkraft. Auf

des gesamten Dachbereichs. Dort können

scha und Seethaler ist Nachhaltigkeit kein

die Bewohner im Glashaus oder am Hoch-

Unwort. „Nachhaltigkeit steht für Genuss

beet ihren grünen Daumen unter Beweis

und nicht Verzicht“, so der Experte gegen-

stellen. Das Projekt soll nicht nur das Le-

über DerBörsianer.

57

demographischen Wandel starke Auswirkungen auf die lokalen Immobilienmärkte hat. Diese profitieren vor allem in Afrika und Asien

Grund des Wirtschaftswachstums, der Verbesserung der Infrastruktur und Lebensstandards werden ausländische Investitionen auch weiter zunehmen, so das Ergebnis.


BRANCHEN

BANKEN BERATER

KOLUMNE

PETER BARTOS Partner und Geschäftsführer BDO Austria

ENERGIEEFFIZIENTES ÖSTERREICH Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Erfolg

den müssen, führt. 50 Prozent der Ener-

spiegeln sich oft in der Energieeffizienz

gieversorger gaben an, zusätzliche Kosten

eines Unternehmens wider. Eine aktuelle

auch bei Kunden einzupreisen. Die Be-

NACHHALTIGKEITSBERICHTERSTATTUNG – PFLICHT ODER KÜR?

Studie von Deloitte Österreich zum Ener-

fragten wünschen sich vor allem Klarheit

gieeffizienzgesetz im Land erhob Meinun-

über die Anrechenbarkeit der Maßnahmen

gen von mehr als 250 Personen, die meis-

und die Einrichtung einer Monitoringstel-

Die EU hat es sich zum Ziel

ten aus Energie- und Versorgungsunter-

le. Gerhard Marterbauer, Partner und Lei-

nehmen. Knapp die Hälfte der Befragten

ter Energy & Resources bei Deloitte Öster-

beschäftigt mehr als 500 Mitarbeiter. Das

reich, ist sich sicher, dass es „eine echte

zu verbessern. Kapitalmarktorien-

Ergebnis machte deutlich, dass das neue

Chance für den Standort Österreich sein

tierte Unternehmen mit mehr als

Gesetz für viele noch zu Schwierigkeiten

kann, wenn es gelingt, Energieeffizienz

500 Beschäftigten müssen daher ab

zwischen dem Energieverkauf und Ein-

als Rendite- und Geschäftsmodell made

sparungen, die bei Kunden erreicht wer-

in Austria zu etablieren“.

gesetzt, die Transparenz großer Gesellschaften und Konzerne in sozialen und ökologischen Fragen

2017 im Lagebericht über Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange, die Achtung der Menschenrechte und die Bekämpfung von Korruption und Bestechung berichten. Weiters muss im CorporateGovernance-Bericht die Diversitätspolitik für den Vorstand und

Unternehmensrisiko H2O

Aufsichtsrat behandelt werden. Die von der Regelung betroffenen

fasst sich mit wasserbezogenen Risiken

Unternehmen sind daher, soweit

für Unternehmen. Sie stellt die Zusam-

sie dies nicht ohnehin in der Ver-

menarbeit von Stakeholdern zur erfolg-

gangenheit auch ohne gesetzliche

reichen und gemeinsamen Nutzung von

Offenlegungsverpflichtung bereits

Wasser in den Mittelpunkt. Wasser stellt

getan haben, aufgefordert, sich mit Nachhaltigkeitsthemen näher

einen wesentlichen Teil der Wertschöp-

auseinanderzusetzen. Einfach

fungskette dar und nimmt Einfluss auf

nichts zu tun ist sicherlich auch in

Finanzdienstleistungen, wenn es um In-

Hinblick auf das Personalrecruiting

vestitionen von Unternehmen geht, de-

keine wirkliche Option, stellt doch

ren Risiko durch Wasser unbekannt ist.

die derzeit auf den Arbeitsmarkt

Julia Knauseder, Sustainability-Exper-

strömende Generation Y ganz neue Anforderungen an die Unterneh-

tin bei PWC Österreich weiß, dass „ziel-

menskultur. Diese sogenannten

gerichtetes Wassermanagement für Un-

Millennials lassen sich nicht ein-

ternehmen ein immer komplexeres und

fach mit Geld ködern, sondern legen besonders Wert auf Selbstver-

teureres Unterfangen wird. ÖsterreichiBis 2050 wird der globale Wasserbedarf

sche Firmen müssen den Wasserbedarf

Arbeitsplatz. So gesehen sind die

laut der Organisation für wirtschaftli-

ihrer Rohstoffe analysieren und Versor-

neuen EU-Regelungen mit Sicher-

che Zusammenarbeit und Entwicklung

gungsengpässe identifizieren.“ Es geht

heit am Puls der Zeit und könnten

(OECD) um 55 Prozent ansteigen. Was-

einerseits um den sparsamen Umgang

sermangel wird zu einer der größten He-

mit Wasser, aber auch darum, Kontami-

rausforderungen. Die Studie „Collabora-

nierung und Verschmutzung zu vermei-

tion: Preserving water through partne-

den. In diesem Bereich sind Reputations-

ring that works“ von PWC Österreich be-

risiken für Unternehmen am größten.

wirklichung und Abwechslung am

ein wichtiger Katalysator für eine generell stärkere Fokussierung auf Nachhaltigkeitsthemen sein. p.bartos@derboersianer.com

58


BRANCHEN

Nachhaltigkeit in Großkonzernen Eine Untersuchung zwischen europä­ischen

kommens TTIP befürchten ja schon lange,

und

Unternehmen

dass sich dadurch soziale und ökologische

konnte deutliche Unterschiede im Bereich

Standards im unteren Niveau angleichen.

der ökologischen und sozialen Verantwor-

Die Auswirkungen auf den Nachhaltig-

tung feststellen. Der Jahresbericht von

keitsbereich österreichischer Unterneh-

Oekom Research ergab, dass Firmen aus

men sind fraglich. Insgesamt ist die Nach-

Europa auf einer Skala von null bis 100 40,6

haltigkeitsperformance der börsennotier-

Punkte erreichen konnte. Konzerne mit

ten Großkonzerne international stabil ge-

Sitz in der Vereinigten Staaten von Ameri-

blieben. Fast die Hälfte der Unternehmen

ka erreichen in der Untersuchung lediglich

zeigt kein und nur geringes Engagement im

25,2 Punkte. Kritiker des Freihandelsab-

Nachhaltigkeitsmanagement.

US-amerikanischen

Forschungsgeld für umweltfreundliche Mobilität Im aktuellen Jahr werden in

Technologie, dienen die zu-

Österreich zum ersten Mal

sätzlichen Forschungsgelder

mehr als zehn Milliarden Euro

vor allem den Ausgaben in

in die Bereiche Forschung

zukünftig immer bedeuten-

und Entwicklung fließen. Das

deren Feldern wie nachhaltige

entspricht laut Angaben der

Energieträger. Er streicht aber

Statistik Austria einer For-

auch den Fokus auf Förderung

schungsquote von knapp drei

von umweltfreundlicher Mo-

Prozent. Fast die Hälfte der

bilität heraus und will zukünf-

Ausgaben wird von heimi-

tig effiziente Produktionspro-

schen Unternehmen finan-

zesse vorantreiben. Das soll in

ziert. Für Bundesminister Alois Stöger,

seinen Augen vor allem die internationale

zuständig für Verkehr, Innovation und

Wettbewerbsfähigkeit fördern.

TICKER

70 Prozent der ATXUnternehmen haben einen eigenen CSR-Zuständigen +++ Laut Deloitte Millennial Survey wählt Generation Y Arbeiter nach Einsatz für Gesellschaft aus +++ KPMG International gewinnt Auszeichnung als Sustainable Firm of the Year 2014 +++ CSR im EmployerBranding der ATX-Unternehmen kaum genutzt +++ Österreich als Technologieexporteur vor Ländern wie Deutschland und Finnland +++ Nur 25 Prozent der ATXFirmen veröffentlichen Diversitätskonzept

LEBENSMITTELABFÄLLE VERMEIDEN

Luxusautomarken ohne Zukunftsängste

STUDIE. Die Produktion und Distribution von Lebensmitteln machen samt Ernährung 30 Prozent des Klimafußabdrucks aus. Jährlich lan-

keine Bedenken, wenn sie an die Veränderungen der hartumkämpften Branche denken. Eine vermehrt technologieba-

den mehr als 100 Millionen Tonnen Nahrung im Müll. Das Beratungsunternehmen Denkstatt und die Ara AG führten daher eine Studie

sierte Industrie hindert drei Viertel der

zur Vermeidung der Entsorgung von

Befragten nicht daran zu glauben, dass

Lebensmitteln durch Verpackungen

es in den nächsten fünf Jahren zu einem

durch, die zeigte, dass Lebensmittel

Umbruch kommen wird. Nur zehn Prozent rechnen mit großen Veränderungen. Dennoch ist es für 67 Prozent der Befrag-

mit sehr guter Verpackung optimal geschützt sind, was ökologische Verbesserung bringt. Der Nutzen nicht weggeworfener Nahrungsmit-

ten möglich, dass Elektroautos in Zukunft

tel ist weitaus größer als der Auf-

eine der führenden Rollen am Automo-

wand der Verpackungsproduktion

bilmarkt spielen werden. Daher schätzen traditionelle Unternehmen vor allem eine Führungskräfte im Premiummarkenseg-

Zunahme neuer Konkurrenten und einen

ment großer Automobilhersteller haben

Wandel der Mobilitätskultur ein.

59

selbst. Für hochwertige Lebensmittel wie Fleisch und Käse sollte der Produktschutz durch hochwertige Verpackungen verbessert werden, um weniger Abfall zu produzieren.


UMFRAGE

RUBRIK

Umfrage:

NACHHALTIGKEIT IN DER FINANZBRANCHE Wie stehen die heimischen Investoren zur Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft? DerBörsianer hat im April 2015 in einer Blitzumfrage 200 institutionelle Investoren in Österreich schriftlich befragt und persönliche Kommentare eingeholt. TEXT VALENTINA STARK

D

as Ergebnis der Umfrage von DerBörsianer ist in seiner Klarheit überraschend. Das extrem positive Investorenklima zeigt deutlich, dass die Mehrheit

der Experten dem Thema Nachhaltigkeit einen sehr hohen Stellenwert einräumt. In der Praxis zeigt sich aber eine große Diskrepanz zwischen der mündlichen Zustimmung und der tatsächlichen nachhaltigen Investition. Laut VÖIG liegt nämlich das heimische Gesamtfondsvolumen im April 2015 bei 169 Milliarden Euro. Davon waren per Jahresende 2014 8,97 Milliarden Euro in nachhaltige Fonds und Mandate investiert. Im Vergleich zum Vorjahr handelt es sich laut Fachverband Forum Nachhaltige Geldanlage (FNG) um eine Wachstumssteigerung von 36 Prozent. Wenn es nach den Befragten geht, dürfte sich dieser Trend auch im Jahr 2015 uneingeschränkt fortsetzen, wie folgende Ergebnisse der Umfrage bestätigen:

60


ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

NACHHALTIG VERANLAGEN BEDEUTET VERANTWORTUNG ÜBERNEHMEN Heinz Bednar von der Erste

HEINZ BEDNAR VORSTANDSVORSITZENDER ERSTE ASSET MANAGEMENT

INFO FAKTEN

Asset Management spricht

ESG

über die Bedeutung von

Heinz Bednar ist seit mehr als zehn Jahren für das Asset Management der Erste Group zuständig. Seit dem Jahr 2007 ist er außerdem Präsident der Vereinigung Österreichischer Investmentgesellschaften (VÖIG).

Nachhaltigkeit bei ­Veranlagungen. TEXT ERSTE ASSET MANAGEMENT UNTERNEHMEN

Was bedeutet Nachhaltigkeit für Sie? –

so erfolgreich wie traditionelle Veran-

Nachhaltigkeit bedeutet für mich verant-

lagungen. Gleichzeitig werden extreme

wortungsbewusst und langfristig mit den

Kursschwankungsrisiken,

vorhandenen Ressourcen umzugehen.

„Tail-Risks“, deutlich verringert.

sogenannte

Die Wechselwirkungen auf gesellschaftlicher Ebene, Umweltebene und auf wirtschaftlicher Ebene müssen dabei auch in das unternehmerische und persönliche Handeln integriert werden.

Wie wichtig ist das Thema Voting & En-

Wechselseitige Abhängigkeiten – ESG: Environment (Umwelt) – Social (Gesellschaft) – Governance (Unter­ nehmensführung)

gagement in diesem Bereich? – Die Erste Asset Management involviert sich bei all unseren Investmentfonds als aktiver Aktionär. Allein im Vorjahr haben

QUELLE: ERSTE ASSET MANAGEMENT

Wie wichtig ist das Thema für Sie als Asset

wir unsere Investoren auf mehr als 170

Manager? – Wir haben schon früh begon-

Wie streng sind Sie bei Ihrem Nachhal-

Hauptversammlungen vertreten. Zu-

nen unseren Kunden Anlagemöglichkei-

tigkeitsrating? – Wir beurteilen derzeit

sätzlich führt unser Nachhaltigkeits-

ten in Fonds mit ethisch-ökologischen

3.500 Unternehmen auf ihre Nachhal-

Team aktiv Dialoge mit vielen Unter-

Schwerpunkten anzubieten. Unser erster

tigkeit. Durch die strenge Herangehens-

nehmen durch, die das Ziel haben die

Nachhaltigkeitsinvestmentfonds

wur-

weise des Nachhaltigkeitsteams sind

Transparenz und die Nachhaltigkeit zu

de bereits 2001 aufgelegt. Mit rund 3,9

von diesen Unternehmen lediglich 36 %

steigern.

Mrd. EUR an verwalteten Vermögen sind

investierbar. Was ist für Sie der Hauptunterschied zu

wir Marktführer in Österreich und zählen auch international zu den bedeutendsten

Läuft man Gefahr Rendite einzubüßen,

­einem traditionellen Investmentansatz? –

Anbietern von ethisch-nachhaltigen In-

wenn man das Investmentuniversum so

Für mich liegt der Hauptunterschied da-

vestmentfonds.

reduziert? – Mit diesem Vorurteil wer-

rin, dass sowohl der nachhaltige Anleger

den wir immer wieder konfrontiert. Die

als auch der nachhaltige Investor einen

Wie integrieren Sie als Asset Manager das

Wertentwicklung unserer Investment-

aktiven gesellschaftspolitischen Beitrag

Thema Nachhaltigkeit in Ihren Investment­

fonds zeigt ein anderes Bild. Nachhaltige

leistet. Nachhaltig veranlagen bedeutet

ansatz? – Kern unseres Investmentan-

Investmentstrategien sind mindestens

Verantwortung übernehmen. n

satzes ist unser eigenes NachhaltigkeitsRating, das wir in Zusammenarbeit mit externen Research Agenturen und unserem hauseigenen Nachhaltigkeitsmodell durchführen. Bei der Unternehmensbe-

BEISPIELE FÜR

UMWELT

SOZIALES

UNTERNEHMENSFÜHRUNG

AusschlussKriterien

Atomkraft Grüne Gentechnologie

Waffen, Tabak Vermeidbare Tierversuche Pornografie

Kinderarbeit Korruption Bilanzfälschung

BeurteilungsKriterien

Energie-/Wasserverbrauch Erneuerbare Energien Umweltverschmutzung

Medizinische Versorgung Gesundheit/Sicherheit Arbeitsplatzbedingungen

Corporate-Governance­Richtlinien

wertung wird dabei auf Ausschlusskriterien und die gesamten Nachhaltigkeitsaspekte des Unternehmens geachtet.

QUELLE: ERSTE ASSET MANAGEMENT

61


MÄRKTE RUBRIK

Keine Angst vor Renditeeinbußen

Profitsteigerung

Die befragten Investoren sehen bei nachhaltigen Invest-

Um Standards einhalten zu können ist nachhaltiges Wirt-

ments zwar keinen direkten Rendite-Nachteil gegenüber

schaften an Zusatzkosten gebunden. Diese müssen im

klassischen. Einen Vorteil stellen Social Responsible In-

Wettbewerb entweder durch das Unternehmen oder den

vestments (SRI) deshalb aber trotzdem nicht unbedingt

Kunden bezahlt werden (ich zahle mehr, weil es nachhaltig

dar. Einen großen Anteil an der Performance hat immer

ist). Niedrigstpreise wie zum Beispiel in der Textilindustrie

noch das Können und Gespür des Fondsmanagers. Denn

können nur zu Lasten der Nachhaltigkeit gehen. Das Repu-

am Ende zählt immer noch die Performance.

tationsrisiko für international agierende Unternehmen ist insgesamt jedoch viel zu groß. Um dem Marktdruck stand-

1. FRAGE: BEFÜRCHTEN SIE BEI NACHHALTIGEN ­INVESTMENTS (SRI)

halten zu können, werden sich zum Beispiel Banken in ih-

RENDITEEINBUSSEN G ­ EGENÜBER KLASSISCHEN INVESTMENTS?

rer Veranlagung zukünftig viel mehr an Richtlinien halten müssen, als dies momentan der Fall ist. Weil sich die Umsetzung als herausfordernd darstellt, glauben 31,3 Prozent

JA 27,30 %

der befragten Investoren nicht daran, dass nachhaltige Unternehmen auch langfristig erfolgreicher als normale Fir-

NEIN 72,70 %

men sein werden.

Investition in nachhaltige Finanzprodukte

4. FRAGE: SIND NACHHALTIGE UNTERNEHMEN LANGFRISTIG

Ganze 89,9 Prozent der Marktteilnehmer haben schon in

WIRTSCHAFTLICH ERFOLGREICHER ALS ANDERE?

nachhaltige Finanzprodukte wie Fonds oder Anleihen investiert. Diese als Unternehmen anbieten zu können, stellt

JA 68,70 %

laut Umfrageergebnisse aber kein Unterscheidungsmerkmal mehr dar. Vielmehr geht es um die Authentizität des

NEIN 31,30 %

Unternehmens im Umgang mit Nachhaltigkeit. Scheinheiligkeit wird schnell erkannt und aufgedeckt.

Nachhaltige Geschäftsberichte 2. FRAGE: HABEN SIE SCHON EINMAL IN EIN NACHHALTIGES

Mehrheitlich gaben die Investoren an, ihr Interesse auch

FINANZPRODUKT (FONDS, ANLEIHEN, ETFS ETC.) INVESTIERT?

den nachhaltigen Geschäftsberichten der Unternehmen zu schenken. Dies sollte trotzdem nicht die Einzige Aktivi-

JA 89,90 %

tät sein. Oberflächlich mit dem Thema umzugehen kommt

NEIN 9,10 %

5. FRAGE: LESEN SIE NACHHALTIGE GESCHÄFTSBERICHTE

schnell ans Tageslicht und wirkt kontraproduktiv.

VON UNTERNEHMEN?

Kein Marketinggag 83,9 Prozent der befragten Experten sind sich einig. Beim

JA 72,70 %

Thema Nachhaltigkeit handelt es sich schon lange nicht mehr nur um einen Marketing-Gag. Geht es aber um Ver-

NEIN 27,30 %

kaufszahlen und Reputation, muss Kunden das Gefühl vermittelt werden, mit dem Kauf etwas Gutes bewirkt zu ha-

CSR und SRI als Wachstumsmarkt

ben. Ganz nach dem Motto: Tue Gutes und rede darüber.

Mit Ressourcen schonen umzugehen sollte in der Natur der 3. FRAGE: IST NACHHALTIGKEIT (SRI, CSR) BLOSS DER N ­ EUESTE

Menschen liegen. In den kommenden Jahren wird die Rolle

MARKETINGGAG DER FINANZBRANCHE UND DER UNTERNEHMEN?

von CSR (Corporate Social Responsibilty) und SRI in Unternehmen daher immer größer. Die größte Übereinstimmung der Umfrage sehen die Be-

JA 16,10 %

fragten bei der Frage, ob es sich bei CSR und SRI um Wachstumsmärkte handelt. Aussagekräftige 97 Prozent beant-

NEIN 83,90 %

worteten diese Frage mit Ja. Langfristig erwarten sich viele Marktteilnehmer durch höhere ökologische Standards

62


MÄRKTE RUBRIK

eine kostenseitige Einsparung und die Reduktion von Unternehmensrisiken. Das wiederum erhöht die Attraktivität des Arbeitgebers und erzeugt ein positives Image in der Gesellschaft. 6. FRAGE: IST NACHHALTIGKEIT IN DEN UNTERNEHMEN (CSR) UND BEI FINANZPRODUKTEN (SRI) EIN WACHSTUMSMARKT?

JA 97,00 % NEIN 3,00 % Österreich als Profiteur Im internationalen Wettbewerb stellt es sich für viele heimischen Unternehmen als große Herausforderung dar, nachhaltige Ziele umzusetzen. Einzig dem Tourismus und der Nahrungsmittelbranche gelingt das laut Aussage eines Investors schon jetzt. 84,8 Prozent der Experten sind sich dennoch sicher: der heimische Finanzmarkt wie auch die Industrie können nur davon profitieren sich langfristig an ökologische und soziale Standards zu halten. Zurzeit gibt es jedoch noch eine hohe Zahl an akzeptierten Verhaltensweisen wie den Schadstoffgrenzen und der Gleichbehandlung zwischen Mann und Frau. Es geht darum, Worte auch in Taten umzusetzen. Nachhaltig zu leben und zu wirtschaften beginnt beim Einzelnen und geht bis auf Unternehmensund Länderebene. Vorarlberg versucht zum Beispiel mittels eines Klimabündnisses bis 2025 komplett CO2 frei zu sein. 7. FRAGE: KANN DER STANDORT ÖSTERREICH VON ­ EINER „NACHHALTIGEN (GRÜNEN) WIRTSCHAFT" P ­ ROFITIEREN?

JA 84,80 % NEIN 15,20 %

INFO UMFRAGE UMFRAGEKRITERIEN

Bei der Umfrage von DerBörsianer wurden im April 2015 200 österreichische institutionelle Investoren aus Branchen wie Banken, Fondsgesellschaften, Versicherungen, Pensionskassen und Vorsorgekassen schriftlich befragt. Sieben Fragen konnten dabei jeweils mit Ja oder Nein beantwortet werden. Zusätzlich wurden vereinzelt schriftliche Kommentare eingeholt. Bei falscher oder fehlender Beantwortung einzelner Fragen wurde die Bewertung der jeweiligen Frage im Ergebnis nicht berücksichtigt.

63


XXX RUBRIK

INVESTMENTS

DIE GRÜNE RENDITE Der Markt für nachhaltige Geldanlagen legt seit Jahren stetig zu. Die Anlagemöglichkeiten unterscheiden sich aber gewaltig. DerBörsianer wirft einen Blick hinter die Kulissen. TEXT RAJA KORINEK

64


RUBRIK

© CHRISTOPHER CLEM FRANKEN / VISUM / PICTUREDESK

Bei Helios Sonnenstrom aus Oberösterreich beträgt die jährliche Verzinsung der ­Fotovoltaikanlagen 2,2 Prozent.

65


INVESTMENTS RUBRIK

S

chon die religiösen Quaker wuss-

zeitraum einen Wertzuwachs von knapp

nicht als Marketinggag, betont Gerold

ten offensichtlich die Vorzüge ei-

mehr als 13 Prozent, der Swisscanto (LU)

Permoser, Chefanlagestratege der EAM.

ner nachhaltigen Geldanlage zu

Equity Fund Climate Invest lediglich von

„Die Organisation hat schließlich ein ho-

1,86 Prozent.

hes Maß an Glaubwürdigkeit. Zudem sit-

schätzen, immerhin lancierten sie be-

reits Anfang des 20. Jahrhunderts ein

zen WWF-Mitglieder in unserem Adviso-

entsprechendes Investment. Seither hat

Langjährige Expertise

ry Board.“ Damit hätte der World Wild

sich der Markt für Nachhaltigkeit freilich

Die Anfänge liegen bei den meisten An-

Fund (WWF) also grundsätzlich auch das

kräftig weiterentwickelt, allein seit dem

bietern freilich weit länger zurück. Bei

letzte Wort über das selektierte Aktien-

Jahr 2000, dem jähen Ende der Techno-

der UK-Fondsgesellschaft Jupiter As-

universum, für das Organisationen wie

logieblase, sind Produkte und Strategi-

set Management fiel der Startschuss für

Oekom Research aus München herange-

en stetig gewachsen. Wobei: Das größte

Socially Responsible Investments bezie-

zogen würden. Permoser: „Hinzu werden

Spektrum decken nach wie vor Invest-

hungsweise für einen in Großbritannien

30 Prozent der jährlichen Management-

mentfonds ab. Bei jenen, die im deutsch-

zugelassenen grünen Investmentfonds

gebühren für Projekte an den WWF ge-

sprachigen Raum zugelassen sind, lag

vor gut 27 Jahren, knapp nach Gründung

spendet.“

laut Software Systems das Gesamtvo-

des Unternehmens selbst. „Das Thema

lumen noch vor fünf Jahren bei rund 30

ist praktisch Teil unserer DNA“ formu-

Die besten ihrer Klasse

Milliarden Euro. Inzwischen hat die Zahl

liert es Fondsmanager Charlie Thomas

Dabei kommen nicht nur strenge Aus-

knapp 50 Milliarden Euro erreicht. Dabei

ein wenig pointiert. Nun soll auch der Ju-

schlusskriterien zur Anwendung, einige

nehme das Interesse vor allem deshalb

piter Global Ecology Growth SICAV Teil

Bereiche wie Alkohol oder Tabak werden

zu, wie Geschäftsführer Richard Lernbass

der kontinentaleuropäischen Finanzwelt

von manchen Anbietern zur Gänze aus-

resümiert, „da Einflussnahme auf das

werden: „Hier möchten wir verstärkt mit

geschlossen. Doch bei anderen Anbie-

Investment durch transparente inhalt-

dem Produkt durchstarten“, verweist

tern dürfen sie zum Beispiel zumindest

liche Aufbereitung von Finanzproduk-

Thomas auf die aktuelle Strategie.

einen kleinen Anteil am Gesamtumsatz

ten und Portfolios für jeden interessier-

Ähnlich lange liegen die Ursprünge

ausmachen. Und einige Branchen, die

ten Anleger möglich ist“. Allein in Ös-

bei der Schelhammer & Schattera KAG

grundsätzlich als wenig nachhaltig gelten wie etwa die Ölbranche, kommen

„Der Fokus liegt auf Umwelttechnologie.“

„WWF hat ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit.“

CHARLIE THOMAS

GEROLD PERMOSER

hingegen sehr wohl infrage. Dabei wird aber zumindest auf jene Unternehmen zugegriffen, die sich vorbildlich verhalten. Ein Ansatz, der gern als Best-inClass-Ansatz bezeichnet wird. Dieser wird etwa auch bei der Schelhammer & Schattera KAG angewendet:

terreich sind gut 8,97 Milliarden Euro in

zurück. Hier setzte sich vor allem der

„Zu eng darf man die Kriterien dann auch

nachhaltige Fonds und Mandate per Ende

Nocheigentümer, die katholische Kir-

nicht fassen, gewisse Bereiche kann man

2014 veranlagt, das geht aus Berechnun-

che, dafür ein, dass die Gelder nachhaltig

nicht ganz ausschließen“, so Krehan.

gen des Forum Nachhaltige Geldanlagen

veranlagt werden. Wobei es seitens zahl-

Hinzu gibt dann auch noch ein Ethik-

hervor. Im Vergleich dazu lag das gesam-

reicher Kunden aus dem Umfeld eben-

beirat seine Empfehlungen ab. Dennoch:

te heimische Fondsvolumen laut VÖIG im

falls entsprechende Nachfrage gegeben

Im vergangenen Jahrzehnt habe sich am

April 2015 bei 169 Milliarden Euro.

habe, so Geschäftsführer Ernst Krehan.

Zugang zum Thema selbst viel verändert.

Interessant sind freilich auch die Per-

Auf kirchliche Ursprünge ist das Thema

„Am Anfang war zum Beispiel die grüne

formancezahlen: Allein in der Fondska-

Nachhaltigkeit auch bei der Kepler Fonds

Gentechnologie kein Thema. Inzwischen

tegorie Branchenaktien Ökologie von

KAG zurückzuführen. „2002 wurden wir

ist sie weit entwickelt, und bei uns zum

Morningstar lag die durchschnittliche

von kirchlichen Anlegern gebeten, Pensi-

Ausschlusskriterium geworden“, ver-

jährliche Performance per Mai 2015 bei

onsgelder nach entsprechenden Kriterien

weist Krehan auf ein Beispiel.

9,62 Prozent, während sie für die Fonds-

zu verwalten“, so Florian Hauer, Fonds-

kategorie Weltaktien Standard ein plus

manager des Kepler Ethik Aktienfonds.

Der Jupiter Global Ecology Growth ­SICAV investiert wiederum ohnedies nur

von 11,91 Prozent erreichte. Sie hinkt

Während man beim Marktführer Ers-

in die drei Bereiche Ressourceneffizienz,

also ein wenig hinterher. Allerdings

te Asset Management (EAM) schon im

Demografie und Infrastruktur. Dabei lie-

variieren die Ergebnisse innerhalb der

Jahr 2001 mit dem Umwelt Stock startete,

ge der klare Fokus auf jenen Unterneh-

Branche stark. Tabellenbester, der KBC

wurde dieser inzwischen längst zum WWF

men, „die erfolgreiche Umweltlösungen

Eco Fund World, erzielte im Vergleichs-

Umwelt Stock gewandelt. Allerdings

anbieten“, so Fondsmanager Thomas.

66


Nachhaltigkeit macht sich bezahlt.

Die Telekom Austria Group legt großen Wert auf Nachhaltigkeit. Davon profitieren Umwelt und Gesellschaft. Indem sie natürliche Ressourcen schont, CO�-Emissionen substanziell reduziert und Klimaschutzmaßnahmen vorantreibt. Oder eine kompetente und chancengleiche Nutzung der neuen Medien fördert. Aber eine nachhaltige Ausrichtung lohnt sich auch für das Unternehmen selbst. Etwa durch Optimierungen bei der Energieeffizienz, der Recyclingquote, der Logistik sowie der Reisekosten, die

0512_tag_boersianer_anzeigen.indd 1

sich auch wirtschaftlich rechnen. Nicht zuletzt wird ein konsequentes und transparentes CSR-Management auch entsprechend wahrgenommen und honoriert. Das zeigt beispielsweise der wiederholte Gewinn des Austrian Sustainability Reporting Awards (ASRA). Oder die Top-3Platzierung beim Klimaranking des Carbon Disclosure Projects (CDP). www.telekomaustria.com/de/verantwortung

12.05.15 14:17


INVESTMENTS RUBRIK

Asset Management (Pictet) startete man etwa im Jahr 2000 mit dem Pictet Water

„Wir engagieren uns auch aktiv.“

men wie „Timber“ sowie „Agriculture“

MARC-OLIVIER BUFFLE

abgedeckt. Angenehmer Nebeneffekt:

Fund. Inzwischen werden weitere The-

„Die Diskussion rund um Nachhaltigkeit

„Errichten zwei Windparks in Bayern.“ THOMAS HARTAUER

stellt sich bei den Branchenfonds erst gar Dennoch ist auch hier Nachhaltigkeit

nicht, da die abgedeckten Themen es ja

bestimmte Titel im Portfolio enthalten

kein starres Thema: „Derzeit beobach-

per se sind“, sagt Marc-Olivier Buffle,

sind.“ Bei Lyxor gibt es etwa den World

ten wir etwa den Markt für Batterietech-

Investmentspezialist für umweltbezoge-

Water ETF sowie den relativ neuen Fin-

nologien und suchen hier nach Invest-

ne Themenfonds bei Pictet.

vex Sustainability Low Volatility ETF. Al-

mentchancen. Denn das Speichern von

Deshalb lehne man sich aber noch

Elek­trizität könnte etwa der Windenergie

lange nicht einfach zurück: „Es werden

lein letzterer ETF hat heuer in den ersten

helfen, über jene Spitzen hinwegzukom-

jährlich zahlreiche Gespräche mit dem

Auch bei iShares ist Nachhaltigkeit

men, in denen kein Wind weht.“

Management der Unternehmen, in die

„seit rund vier Jahren ein Thema. Gerade

vier Monaten um 16 Prozent zugelegt.

wir investieren, geführt“, erklärt Buffle.

weil man dabei einen Index aus dem Be-

Bescheidenes Rentenuniversum

Dazu habe man extern die Hermes Equi-

reich abdeckt, gibt es kein eigenes Scree-

Eine weitere Assetklasse, jene der An-

ty Ownership Services beauftragt. Auch

ning“, verweist Bahram Sadighian, Lei-

leihen, darf ebenso wenig fehlen. Aller-

mittels Stimmrechte wolle man sich laut

ter Österreich und CEE bei iShares, auf

dings ist das investierbare Universum

Buffle aktiv beteiligen, wobei diese an

die Eigenschaften. Und weil das The-

weit kleiner. Ernst Krehan erklärt: „Auf-

ISS Governance übertragen würden, je-

ma auf immer breiteres Interesse stoße,

grund des Ausschlusses wegen der To-

weils mit einem klaren Auftrag bei der

„wollen wir es eben mit einem breitgefä-

desstrafe fällt allein der US-amerikani-

Abstimmung.

cherten Index abdecken“. Einzig welcher

sche Staatsanleihenmarkt weg.“ Auch

Aktiv involviert ist man auch bei der

auf Unternehmensseite ist das Anlei-

Kepler Fonds KAG. Fondsmanager Hauer:

henvolumen freilich weit kleiner als je-

„Werden die von Oekom Research vor-

Und dann gibt es freilich noch eine

nes bei Aktien. Permoser, EAM: „In Eu-

gegebenen Ausschlusskriterien bei ei-

Assetklasse, in der das Thema nicht feh-

ropa etwa hat sich der Markt für Unter-

nem Unternehmen aktiviert, informie-

len darf. Alexander Adrian vom Asset-

nehmensanleihen erst Ende der 1990er-

ren wir es mittels Schreiben, dass wir die

Management der Schoellerbank AG zeigt

Jahre entwickelt.“

Position verkaufen müssen, falls es nicht

auf: „Der Ethikmarkt wird momentan

Wobei, den scheinbar goldenen Mit-

zu Veränderungen kommt.“ Als Beispiel

auch von der Zertifkatebranche ent-

telweg bieten sogenannte Mischfonds.

nennt Hauer ConocoPhillips, die Aktien

deckt. Hier kann man durchaus von ei-

Die Keplar Fonds KAG legte etwa im Ok-

wurden 2012 verkauft, nachdem es ein

ner Nische sprechen.“ Derzeit hat man

tober 2014 den Ethik Mix auf, er kann bis

massives Ölleck in China gegeben hatte.

bei der Schoellerbank AG die Ethik-An-

Index letztendlich infrage kommt, müssen Anleger selbst entscheiden.

leihe, ein Garantiezertifikat auf den Fin-

zu 40 Prozent des Vermögens in Aktien investieren. Fondsmanager Hauer resü-

Indextracking holt auf

vex Ethical Efficient Europe 30 Price In-

miert: „Das Produkt verzeichnet derzeit

Letztendlich „kocht“ jeder Fondsanbie-

dex, zur Zeichnung aufgelegt. Auch die

hohe Zuflüsse.“ Schließlich sei in Zeiten

ter gewissermaßen sein eigenes Süpp-

Raiffeisen Centrobank AG (RCB) bie-

tiefer Zinsen und hoher Aktienkurse ein

chen, schon allein die Ausschlusskrite-

tet entsprechende Produkte an, die Ur-

professionelles Management mehr denn

rien variieren, und Anleger müssen die

sprünge reichen dabei ins Jahr 2006 zu-

je gefragt. Wobei man nach einer stren-

„Zutaten“ genau durchackern. Im Ge-

rück. Damals hatte man gemeinsam mit

gen Titelauswahl zusätzlich einen Mini-

genteil dazu setzen ETFs und Zertifikate

dem deutschen Indexprovider Solacti-

mum-Varianz-Ansatz anwenden würde.

auf ausgewählte Indizes, ohne dass akti-

ve ein Indexkonzept zum Thema „Alter-

Dabei wird versucht, die schwankungs-

ve Entscheidungen einfließen. Das macht

native Energien“ und folglich zum „Kli-

freudigsten Werte außen vor zu lassen,

entsprechende Investments meist güns-

maschutz“ entwickelt. Im Vorjahr wurde

um die Volatilität des Fonds insgesamt

tiger - und Anleger kennen die genauen

der Schwerpunkt Nachhaltigkeit breiter

zu verringern.

„Zutaten“. Heike Fürpaß-Peter, Head

aufgegriffen, „es wurden erstmals Zer-

of Public Distribution Germany & Aust-

tifikate auf den iStoxx Global ESG Select

Gezielte Wahl

ria bei Lyxor, präzisiert: „Aufgrund kla-

100 emittiert“, so RCB-Experte Philipp

Anleger, die hingegen eine klare Vor-

rer Regeln bieten ETFs eine hohe Trans-

Arnold. Dabei filtert der Indexanbieter

stellung über ihr Nachhaltigkeitsuniver-

parenz. Anleger können bei nachhaltig

Stoxx gemeinsam mit Sustainalytics aus

sum haben, können sich gezielt für einen

ausgerichteten ETFs jederzeit nachvoll-

den 1.800 größten Unternehmen Euro-

Branchenfonds entscheiden. Bei Pictet

ziehen, warum und in welchem Umfang

pas, Nordamerikas und Asiens die 100

68


INVESTMENTS RUBRIK

führenden Unternehmen in den Bereichen Ökologie, Soziales und Governance heraus.

In geschlossener Gesellschaft Abseits der weltweiten Börsen gibt es allerdings noch eine nachhaltige Welt, jene der geschlossenen Modelle. Oft sind die Mindestsummen aber sehr hoch angesetzt, eine Beteiligung kommt dann freilich nur für institutionelle Anleger infrage. Thomas Hartauer, Geschäftsführer der Lacuna AG aus Regensburg: „Möchte zudem etwa ein österreichischer Anleger in unsere jüngsten Projekte investieren, muss er von einem deutschem Institut beraten werden, das der deutschen Aufsicht unterliegt.“ Konkret werden derzeit zwei Windparks in Bayern errichtet, sie sollen laut Hartauer bis zum Sommer ans Netz gehen. Der Clou: Bei diesem Modell werden Anleger zu Unternehmern wie bei allen geschlossenen Fonds. Genauer gesagt werden sie zu Kommanditisten an der Lacuna Windpark Hohenzellig GmbH & Co KG oder der Lacuna Windpark Bucheck GmbH & Co KG, mit Mindesteinlagen von 10.000 Euro respektive 200.000 Euro. Der größere Teil der Finanzierung stammt aus Bankdarlehen. © HANS RINGHOFER / PICTUREDESK.

Einziger Wermutstropfen: Gehen die Geschäfte einmal schlecht, kann es zur Nachschusspflicht kommen. Dann müssen Auszahlungen an die Gesellschaft zurückgezahlt werden. Das gilt aber nur für jenes Geld, das bisher stückweise aus der Liquidität, die durch Abschreibungen

Bei dem Windparkmodell von ­Lacuna AG werden Anleger zu Unternehmern. Das Bürgerbeteiligungsmodell g ­ arantiert 20 Jahre lang einen fixen Einspeisetarif.

frei wird, nicht aber aus dem Gewinn, angefallen ist. Im schlimmsten Fall kann es

von Fotovoltaikmodulen finanziert, mit

genkapital darstellt. Ansonsten würde

zu einer Pleite kommen, dann wäre auch

denen

bestehend

es als Fremd- und nicht als Eigenkapital

die Einlage weg. Dennoch: Immerhin ga-

aus mehreren Modulen, auf Hausdächern

betrachtet werden, Helios müsste dann

rantiert bei den Windparkmodellen das

an verschiedenen Standorten im Mühl-

um einen Bankenkonzession ansuchen.

deutsche

Fotovoltaikanlagen,

Erneuerbare-Energie-Gesetz

viertel errichtet werden. Konkret schlie-

Ähnlich das Beteiligungsmodell von Un-

20 Jahre lang einen fixen Einspeisetarif.

ßen Anleger einen Darlehensvertrag ab,

serkraftwerk.at: Hier liegt die Mindest-

Allerdings hält auch der Fiskus die Hand

die Mindestsumme liegt bei 500 Euro.

summe ebenfalls bei 500 Euro, und man

auf, „für österreichische Anleger greift

Die jährliche Verzinsung beträgt 2,2 Pro-

beteiligt sich an Solarpaneelen. Die Ver-

dann das DBA“, ergänzt Hartauer.

zent, aber nur auf die ausstehende Einla-

zinsung liegt bei jährlich drei Prozent, es

Für den heimischen Kleinanleger gibt

ge. Denn jährlich wird bei einer Gesamt-

gibt aber keine Laufzeitbegrenzung. Was

es zumindest ein ähnliches Konstrukt,

laufzeit von 13 Jahren ein Dreizehntel der

letztendlich allzu gut aufzeigt: Reich-

die Bürgerbeteiligung.

Einlage zurückgezahlt.

lich Chancen bietet sie allemal, die Welt

Eine solche bietet zum Beispiel die

Einzig: Das Darlehen ist mit einer

der Nachhaltigkeit. Wie man diese nut-

Helios Sonnenstrom aus Oberösterreich

Rangrücktrittserklärung versehen, wo-

zen möchte, müssen Anleger allerdings

an. Mit dem Anlegergeld wird der Ankauf

mit es im Sinne des Insolvenzrechts Ei-

selbst entscheiden. n

69


SEITENBLICKE

SO DENKT DIE POLITIK

WAS IST UNS EINE „GRÜNE WIRTSCHAFT“ WERT? SPÖ

ÖVP

FPÖ

Christoph Matznetter Wirtschaftssprecher

Peter Haubner Wirtschaftssprecher

Axel Kassegger Wirtschaftssprecher

Wie kann Österreich von einer nachhaltigen

Wie kann Österreich von einer nachhaltigen

Wie kann Österreich von einer nachhal-

Wirtschaft profitieren? – Nachhaltiges und

Wirtschaft profitieren? – Der Nachhaltig-

tigen Wirtschaft profitieren? – Nachhal-

ökologisches Wirtschaften zählt zu den

keitsgedanke ist für die heimischen Un-

tig erfolgreiche Wirtschaft funktioniert

Kernzielen der Sozialdemokratie. Mit ei-

ternehmen heute eine wichtige Trieb-

nur, wenn auf der Metaebene ein ent-

ner Kombination von Industriepolitik –

feder für Innovationen. Wir sichern da-

sprechender Geist herrscht. Hier sehe

mit dem Schwerpunkt auf „Green Jobs“

durch unsere Wettbewerbsfähigkeit auf

ich noch massive Defizite. Konkret sollte

– und Investitionen in Forschung und

den Märkten und leisten zeitgleich einen

Österreich seine Abhängigkeit von fos-

Entwicklung kann es gelingen, das Wirt-

wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

silen Brennstoffen deutlich reduzieren.

Wie sollte man die Wirtschaftsförderung

Ein Ausbau von Forschung und Entwick-

diesbezüglich anlegen? – Um unsere Res-

lung sollte dabei im strategischen Fokus

Wie sollte man die Wirtschaftsförderung

sourcen zu schützen, müssen wir in For-

stehen.

diesbezüglich anlegen? – Aus unserer Sicht

schung und Entwicklung investieren. Ge-

Wie sollte man die Wirtschaftsförderung

sollen Unternehmen, die in grüne Spit-

nerell brauchen wir aber eine Senkung der

diesbezüglich anlegen? – Die beste Art

zentechnologien investieren oder nach-

Lohnnebenkosten, um den heimischen

der Wirtschaftsförderung ist die Schaf-

haltige Unternehmenskonzepte verfol-

Betrieben das Wirtschaften wieder zu er-

fung optimaler Rahmenbedingungen, in

gen, gezielt gefördert und bei ihren Ex-

leichtern, den Standort Österreich zu at-

denen sich die erwerbsorientierte, freie

porten in internationale Märkte unter-

traktiveren und Arbeitsplätze zu schaf-

Wirtschaft bestmöglich entwickeln kann.

stützt werden. Im Zusammenhang mit

fen.

Das heißt weniger Förderungen durch

schaftswachstum zu stimulieren und die Arbeitslosigkeit zu reduzieren.

öffentlichen Auftragsvergaben könnte

Ist das Freihandelsabkommen TTIP eine

Zuwendung von Mitteln, die ja letztlich

das Kriterium der nachhaltigen Unter-

Gefahr oder Chance? – Österreich hat be-

vorweg über Steuern und Abgaben der

nehmensführung stärker als bisher be-

reits mehr als 60 Handelsabkommen un-

Wirtschaft abgenommen wurden.

rücksichtigt werden.

terzeichnet. Diese schaffen uns große

Ist das Freihandelsabkommen TTIP eine

Ist das Freihandelsabkommen TTIP eine

Chancen, Wettbewerbsfähigkeit und si-

Gefahr oder Chance? – Alles im Leben

Gefahr oder Chance? – Sowohl als auch.

chern Arbeitsplätze. Derzeit ist die Wirt-

birgt Gefahren und Chancen. Die Chan-

Wir stehen dem freien Handel prinzipiell

schaft noch besonders stark von Han-

cen liegen in der Vertiefung und im Aus-

nicht ablehnend gegenüber. Wichtig sind

delshemmnissen beim Export in die USA

bau des Handels, das hat am Ende immer

aber faire Bedingungen und die Wah-

betroffen. Durch TTIP werden diese Barri-

noch zu mehr Wohlstand und sozialer Si-

rung unserer Umwelt- und Sozialstan-

eren abgebaut. Die Sorgen und Bedenken

cherheit geführt. Die Gefahren liegen in

dards, die nicht durch Schiedsgerichte

der Bevölkerung hinsichtlich TTIP müs-

der nicht ausreichend wahrgenomme-

und Investorenschutzklauseln unterlau-

sen aber ernst genommen werden. Wir

nen Vertretung europäischer Interessen

fen werden dürfen. Die Verhandlungen

fordern transparente Verhandlungen, die

gegenüber den starken USA und in einer

sollen auch transparenter und demokra-

in einem offenen Dialog mit der Bevölke-

potenziellen Nivellierung von Standards

tischer geführt werden.

rung erfolgen.

nach unten.

70


SEITENBLICKE

So denken die heimischen Parteien über nachhaltige Wirtschaft, grüne ­Wirtschaftsförderung und das Freihandels­abkommen TTIP.

GRÜNE

TEAM STRONACH

Werner Kogler Stv. Klubobmann

Kathrin Nachbaur Finanzsprecherin

NEOS Sepp Schellhorn Abgeordneter zum Nationalrat

Wie kann Österreich von einer nachhalti-

Wie kann Österreich von einer nachhaltigen

Wie kann Österreich von einer nachhalti-

gen Wirtschaft profitieren? – Nachhalti-

Wirtschaft profitieren? – Die Wasserkraft

gen Wirtschaft profitieren? – Ein Paradig-

ges Wirtschaften ist das Um und Auf.

ist wahrscheinlich die einzig wettbe-

menwechsel muss stattfinden, hin zu

Grüne Technologien werden zur Leitin-

werbsfähige grüne Energiegewinnung.

einem nachhaltigen und umsichtigen

dustrie des 21. Jahrhunderts: Umwelt-

Alle anderen Formen der grünen Ener-

Wirtschaften mit ausgeglichener Berück-

wirtschaft

giegewinnung

dauerhafter

sichtigung von ökologischen und gesell-

bringen die neuen grünen Arbeitsplät-

Subventionen, die letztlich die Preise für

schaftlichen Aspekten. Für Österreich gilt

ze – Herzstücke eines zukunftsorien-

die Verbraucher gewaltig verteuern. Da-

es, in Zukunftsthemen wie Innovation,

tierten, nachhaltigen Wirtschaftssys-

rüber hinaus könnte Österreich weltweit

Materialeffizienz und Energieeffizienz in

tems. Die Grünen wollen in diese Berei-

Technologietreiber und Vorreiter sein.

der Europäischen Union eine Vorreiter-

und

Ökodienstleistungen

che verstärkt investieren und damit vie-

bedürfen

Wie sollte man die Wirtschaftsförderung

rolle einzunehmen.

diesbezüglich anlegen? – Gefördert wer-

Wie sollte man die Wirtschaftsförderung

Wie sollte man die Wirtschaftsförderung

den sollte nur das, was sinnvoll ist: So-

diesbezüglich anlegen? – Große Nachhal-

diesbezüglich anlegen? – Die Grünen ge-

lar dort, wo genug Sonne ist, Wind, wo

tigkeitsthemen werden sich in Zukunft

hen davon aus, dass ein großes Sparpo-

genug Wind ist, und Wasser, wo genug

national nicht mehr effizient lösen las-

tenzial darin liegt, die zahlreichen teil-

Wasser ist. Das ist derzeit nicht der Fall,

sen. Hier gilt es, im Rahmen der Europä-

weise undurchsichtigen Förderungen

und ist daher eine gewaltige Steuer-

ischen Union langfristige Masterpläne zu

auf Bundes-, Landes- und auch Regio-

geldverschwendung. Außerdem gibt es

erstellen und diese auch konsequent um-

nalebene zu durchforsten. Hier gibt es

eine starke Verunsicherung der Indus-

zusetzen.

viele

Doppelgleisigkeiten.

trie durch CO2-Zertifikate. Diese wür-

Ist das Freihandelsabkommen TTIP eine

Auch die umweltschädigende Kompo-

den Industriebetriebe zwingen, darüber

Gefahr oder Chance? – Freihandel stehen

nente so mancher Förderung muss be-

nachzudenken abzuwandern.

wir generell positiv gegenüber, und wir

le neue Jobs schaffen.

unsinnige

Ist das Freihandelsabkommen TTIP

sehen die wohlstandsfördernden und ar-

Ist das Freihandelsabkommen TTIP eine

eine Gefahr oder Chance? – Je nach Aus-

beitsplatzsichernden Vorteile. Wir for-

Gefahr oder Chance? – Die Grünen befür-

gestaltung. Handel war immer schon

dern jedoch einen transparenten Prozess

worten Handel und auch internationa-

das Rezept für das Schaffen von Wohl-

und ein Mitspracherecht der Bevölkerung

le Handelsabkommen. Aber TTIP, TiSA

stand und, noch viel wichtiger, für Frie-

bei Verhandlungen. Genau das ist in den

und CETA lehnen die Grünen in der der-

den. Was wir brauchen, ist ein fairer

TTIP-Verhandlungen nicht ausreichend

zeitigen Form ab. Durch die eingebau-

Handelsvertrag, denn die kleinen öster-

der Fall. Außerdem ist wichtig, dass die

te private Schiedsgerichtsbarkeit sind

reichischen Bauern und KMUs können

höchsten Standards garantiert sind. Da-

Umwelt- und Sozialstandards in Ge-

höchstwahrscheinlich nicht im Wettbe-

her fordern wir ein faires Schlichtungs-

fahr. Private Gerichte sollen nicht über

werb mit den US-amerikanischen Rie-

verfahren bei einem internationalen

gesetzlichen Standards stehen dürfen.

sen bestehen.

Handelsgerichtshof.

leuchtet werden.

71


RUBRIK

DIMENSIONEN: MENSCH, UMWELT UND WIRTSCHAFT NaNaNachhaltigkeit ist mit vielen Megatrends v ­ erbunden. ­DerBörsianer erklärt mithilfe von renommierten Wissenschaftlern die A ­ uswirkungen der drei Dimensionen Klima, Menschenrechte sowie Demografie auf Mensch, Umwelt und Wirtschaft.

Österreichs größter Eispanzer, die Pasterze auf dem Großglockner, schrumpfte 2014 um 53,6 Meter.

72

© MARTIN ZWICK / VISUM / PICTUREDESK

TEXT THOMAS MÜLLER


DIMENSIONEN

RUBRIK

1. KLIMA: NICHTSTUN WIRD TEUER Ist die Welt noch vor einer Klimakatastrophe zu retten? DerBörsianer hat sich von ­Experten auf den neuesten Stand bringen lassen.

W

enn Klimaforscher unter sich

wie groß das Kohlenstoffbudget ist, das

sind, wird über vieles disku-

global verbraucht werden darf, damit

Kohlendioxid in die Luft geblasen wur-

tiert, aber eine Frage steht si-

diese Grenze nicht überschritten wird.

de als 1990. „Der Trick mit dem Basis-

cher außer Zweifel: ob es nun eine von

Wie bei allen öffentlichen Gütern gilt es

jahr ist wohlbekannt, er wird vor allem

Menschen

hier, eine Vereinbarung zu treffen, wer

angewendet, um die eigene Anstren-

wie viel davon noch nutzen darf.“

gung optisch besser aussehen zu las-

verursachte

Klimaerwär-

mung gibt oder nicht. Beim Österrei-

dem dank Hochkonjunktur weit mehr

chischen Klimatag Ende April 2015 ging

Bei der Pariser Klimakonferenz im

sen“, moniert Wahlmüller. Gegenüber

es vor allem darum, welche Folgen der

Dezember 2015 wird genau das politisch

dem Basisjahr 1990 würden die USA nur

Klimawandel hierzulande wahrschein-

ausverhandelt

Voraussicht-

17 bis 18 Prozent einsparen. Für die Ver-

lich haben wird, sei es für das Gesund-

lich wird ein Nachfolgeabkommen zum

handlungen in Paris bedeute das nichts

heitssystem, die Verkehrsinfrastruk-

Kioto-Protokoll beschlossen. Steinin­

Gutes: „Andere Staaten, die schwierige-

tur oder die Landwirtschaft. Präsentiert

ger sieht immerhin einige Fortschrit-

re Voraussetzungen vorfinden, werden

wurden unter anderem die Ergebnis-

te bei den derzeitigen Klimazielen: „Die

sich vermutlich ebenfalls schwache und

se des interdisziplinären Forschungs-

Ziele der USA lassen sich durchaus mit

unzureichende Ziele setzen.“ Ähnliche

projekts Coin (Cost of Inaction), mit

dem Zwei-Grad-Ziel vereinbaren. Be-

Befürchtungen hat auch Nicholas Stern,

dem die erwarteten Schadenssummen

merkenswert ist, dass China erste

ehemaliger Chefökonom der Weltbank

für den Klimawandel in Österreich be-

Schritte gesetzt hat. Das hat aber mehr

und Autor des berühmten Stern-Re-

rechnet wurden. Dabei sind die Kosten

mit der lokalen Luftverschmutzung zu

ports für die britische Regierung. Was

für das Nichtstun bereits jetzt zu ver-

tun als mit Klimaschutz.“

die Staaten bisher angekündigt haben,

werden.

zeichnen: Seit 1880 hat sich die durch-

sei nicht geeignet, das Zwei-Grad-Li-

schnittliche Temperatur in Österreich

Der Trick mit dem Basisjahr

mit zu halten, schreibt er in einer jüngst

um zwei Grad erhöht, und das kostet

Für Johannes Wahlmüller, Klima- und

veröffentlichten Analyse. Dennoch hält

jedes Jahr schätzungsweise eine Mil-

Energiesprecher bei der Umwelt-NGO

Stern ein tragfähiges Ergebnis in Paris

liarde Euro, wie die Klimaforscher und

Global 2000, gehen die bisherigen An-

noch für möglich und mahnt: „Was wir

Ökonomen berechnet haben. Bis 2050

kündigungen der EU und der USA noch

in den nächsten 15 Jahren tun, ist ent-

wird diese Summe zwischen 4,2 und 5,2

nicht weit genug. „Die EU plant bis 2025

scheidend.“

Milliarden pro Jahr betragen, vorausge-

eine Einsparung von Treibhausgasemis-

setzt die weitere globale Klimaerwär-

sionen um 40 Prozent gegenüber dem

Potenziale des Alltags

mung beträgt durchschnittlich nicht

Basisjahr 1990, dabei wären 60 Prozent

Doch was steht nun konkret hinter den

mehr als zwei Grad. Das würde aller-

möglich und auch notwendig. Mit den

abstrakten Prozentzahlen? Denn ir-

dings ein entschlosseneres Handeln in

derzeitigen Anstrengungen kommt die

gendwo müssen die CO2-Einsparungen

der Klimapolitik bedingen, als es derzeit

EU zudem nicht auf Zielkurs, was die

in den nächsten 35 Jahren ja herkom-

der Fall ist. „Die grundlegende Frage ist:

vollständige Umstellung auf erneuer-

men. Und was bedeutet das für die Wirt-

Welchem Risiko wollen wir uns ausset-

bare Energie bis 2050 betrifft.“ Die Ab-

schaft?

zen?“, sagt der Ökonom und Coin-Mit-

hängigkeit von fossilen Energieträgern

Die Finanzbranche ist in das Thema

autor Karl Steininger von der Universi-

werde nur unnötig verlängert. Die USA

schon längst eingestiegen und hat zum

tät Graz: „Bei zwei Grad sind die Folgen

planen zwar, bis 2025 ihre Emissionen

Beispiel Ökologiefonds aufgelegt, die in

des Klimawandels noch beherrschbar.

um bis zu 28 Prozent zu senken, aller-

Technologien zur Ressourcenschonung

Physikalisch wissen wir recht genau,

dings nehmen sie 2005 als Basisjahr, in

investieren oder in erneuerbare Ener-

73


DIMENSIONEN RUBRIK

„Das ­physikalische Wachstum ist ­begrenzt.“ KARL STEININGER

dem seien technisch verbesserte Batterien eine wichtige Voraussetzung für mehr Akzeptanz. Bei den möglichen,

„Umdenken erforderlich“

aber unwahrscheinlichen Trendbrüchen schimmert dann aber doch noch die leise Hoffnung auf einen Elektroboom und einen neuen Markt durch: „Wirt-

HELGA KROMP-KOLB Leiterin des Zentrums für ­Globalen Wandel und Nachhaltigkeit, Universität für ­Bodenkultur Wien

gieträger. Ob die Vision eines „grünen

schaftliche und ökologische Erwägun-

Wachstums“ auf diese Weise realisiert

gen ständen dem elektrischen Fahrspaß

werden kann oder ob der Postwachs-

nicht mehr entgegen. Die deutsche Au-

tumsgesellschaft die Zukunft gehört, ist

tomobilindustrie wäre zudem Welt-

Sind die derzeitigen Klimaziele der EU und

noch umstritten. Für Steininger wird es

marktführer in diesem Marktsegment.“

der USA ambitioniert genug? – Ambitioniert genug wofür? Sie sind immerhin so

trotz Energieeinsparungen nicht ohne eine neue Grundhaltung zum Wachstum

Was können wir tun?

ambitioniert, dass man mit oberfläch-

gehen: „Wir müssen uns irgendwann

Neue Technologien sieht auch NGO-

lichen Maßnahmen nicht mehr durch-

fragen: Was soll denn überhaupt wach-

Sprecher Wahlmüller grundsätzlich po-

kommen wird, systemische Veränderun-

sen? Das physikalische Wachstum ist

sitiv: „Man denke nur zum Beispiel an

gen werden notwendig sein. Deswegen ist

begrenzt, und ab einem gewissen Punkt

den Siegeszug der LED-Lampe. Und ge-

ja auch der Widerstand so groß. Es wäre

machen uns mehr materielle Güter auch

rade für viele europäische Hersteller

wichtig, heuer bei der Klimakonferenz in

nicht glücklich. Grundsätzlich müssen

von effizienten Geräten stellen die EU-

Paris echte Verpflichtungen einzugehen.

wir uns überlegen, was wir unter einem

Effizienzstandards sogar einen Wettbe-

In Kürze werden Länder wie China, Indien

guten Leben verstehen. Das kann auch

werbsvorteil dar, was europaweit vie-

und Brasilien den Ton angeben. Während

mehr Zeit mit der Familie bedeuten.“

le Arbeitsplätze sichert.“ Er warnt aber

das langfristig kein Nachteil sein muss,

Die größten Potenziale im Alltag sieht

davor, daraus einen Freibrief für mehr

ist doch davon auszugehen, dass kurz-

der Ökonom bei der Raumheizung und

Konsum abzuleiten, was wieder zu mehr

fristig deren Drang nach „Entwicklung“

bei der Mobilität: „Moderne Gebäude

Verbrauch führt: „Heute sehen wir, dass

weitere für den Klimaschutz verlorene

sind hier schon sehr gut aufgestellt. Es

ein Teil des Effizienzgewinns durch die-

Jahre bedeuten würde.

gibt sogar Plus­energiehäuser, die mehr

sen sogenannten Rebound-Effekt auf-

Energie herstellen, als sie verbrau-

gefressen wird. Der Einsatz neuer Tech-

Wird es ausreichen, unser Energiesystem auf

chen. Bei der Mobilität wäre es ein Feh-

nologien muss daher auch mit einem

erneuerbare Quellen umzustellen? – Der

ler, den jetzigen Autoverkehr einfach

gesellschaftlichen Wandel hin zu einem

Klimawandel ist nur ein Symptom des

auf Strom umzustellen. Es wird ein Mix

schonenden Umgang mit Ressourcen

tiefersitzenden Problems der Übernut-

aus E-Mobilität, Car-Sharing, öffentli-

einhergehen“.

zung der globalen Ressourcen. Dieses

chem Verkehr und Radfahren sein müs-

Der Experte hat auch in seinem ei-

Problem lässt sich nicht auf rein techni-

sen.“ Nicht zu Vernachlässigen sei auch

genen Alltag diesen Anspruch und fährt

scher Ebene lösen. Es ist ein Umdenken

der Fleischkonsum, der wesentlich zum

mit dem Rad zur Arbeit, bezieht Öko-

erforderlich. Wesentliche Komponenten

CO2-Ausstoß beitrage. Eine Urlaubsrei-

strom und kauft Bioprodukte, wo es

sind Wirtschafts- und Geldsysteme, die

se mit dem Flugzeug würde aber die Be-

möglich ist. Karl Steininger hat trotz

nicht von Wachstum abhängig sind, und

mühungen des restlichen Jahres wieder

seiner großen Familie auf ein eigenes

dieses auch nicht antreiben.

zunichtemachen, warnt der Forscher.

Auto verzichtet: „Ich teile mit meinem

Von einem Boom der E-Autos geht

Nachbarn ein Auto und nutze auch Car-

Welche Lebensweise lässt sich mit einem

man auch beim Institut für Mobilitäts-

Sharing. Als Nebeneffekt bleibt man mit

stabilen Klima vereinbaren? - Es geht um

forschung nicht aus. Die Forschungs-

den Leuten in Kontakt.“ n

Suffizienz, das heißt, weniger ist oft

einrichtung der BMW Group hat in ei-

mehr. Ich verbringe zum Beispiel herrli-

ner Studie die zukünftige Mobilität in

che Urlaube an Orten, die mit der Bahn

Deutschland untersucht. In einem optimistischeren Szenario für 2035 geht man zwar von einem „Einzug der EMobilität in den motorisierten Individualverkehr“ aus, aber dies eher beim Car-Sharing und bei Firmenflotten. Zu-

„Anstrengungen der EU nicht ­ausreichend.“ JOHANNES WAHLMÜLLER

74

erreichbar sind. Ich esse wenig Fleisch und greife fast nur zu heimischen Biolebensmitteln. Aber meine Lebensweise ist nicht als Rezept für neun Milliarden Menschen geeignet. Der Planet wäre immer noch hoffnungslos überfordert. n


DIMENSIONEN RUBRIK

2. MENSCHENRECHTE: ZWISCHEN PROFIT UND VERANTWORTUNG Markenkonzerne können sich nicht mehr ihrer Verantwortung entziehen. Doch können Firmen mit ihren Investments den Unterschied ausmachen?

F

airtrade hat sich schon längst als

tet die wesentliche Frage: Kann das Un-

xis eher dahingehend beeinflussen, dass

Begriff im Supermarkt etabliert,

ternehmen mit seinem Investment einen

sich Gesetze positiv auf ihren Profit aus-

und in den Vorstandsetagen sind

Unterschied machen und Positives be-

wirken. „Ein Beispiel sind die aktuellen

Kürzel wie CSR (Corporate Social Respon-

wirken? „Es gibt Extremfälle wie Nord-

TTIP-Verhandlungen. EU- und US-Kon-

sibility) und ESG (Environmental, Social,

korea oder Papua-Neuguinea, da kann es

zerne versuchen die Regierungen dazu

Governance) nichts Neues mehr. Es geht

keine positive Wirkung geben“, sagt Lu-

zu bringen, dass sie die Möglichkeit ha-

um soziale Verantwortung gegenüber an-

kas. „Und dann gibt es Zwischenformen,

ben, die Staaten bei privaten Gerichten

deren im Wirtschaftssystem, sei es beim

wenn ein Regime problematische Züge

zu klagen. Das ist für die Konzerne von

Kaffee oder beim Investmentfonds. Eher

aufweist,

Einflussmöglichkeiten

Vorteil, wie eine Vielzahl an Beispielen

weniger Beachtung finden dabei die all-

gegeben sind. Wesentlich für ein verant-

von bestehenden Investitionsabkom-

gemeinen Menschenrechte und demo-

wortungsvolles Investment ist, dass man

men zeigt“, sagt Strickner.

kratische Rechte als Kriterien für einen

sich der Lage und des Risikos bewusst

Doch kann zumindest mehr Wohl-

bewussten Konsum oder bei der Stand-

ist.“ Als Google etwa in den chinesischen

stand durch Investitionen eines Tages zu

ortauswahl für Unternehmen. Der End-

Markt eintrat, hätte es absehbar sein

einer Demokratiebewegung führen? Ka-

verbraucher kann noch relativ leicht aus-

müssen, dass die Regierung die Google-

rin Lukas bezweifelt das: „Ich weiß aus

blenden, wo seine Tankfüllung Diesel ei-

Daten auch verwenden könnte, um Men-

Erfahrung, dass dieser Effekt ein Mythos

gentlich herkommt oder das Lithium für

schenrechtsverletzungen zu begehen.

ist. Das hat man schon bei den Entwick-

die Smartphone-Batterie. Ein Konzern,

Ein positives Beispiel sei die Sportmarke

lungsprojekten der Weltbank gehofft,

der sich einer CSR-Strategie verschrie-

Nike, das infolge einer Boykottkampag-

und es ist nicht eingetreten. Da braucht

ben hat und vor Ort tätig ist, kann es sich

ne konsequent eine CSR-Strategie um-

es Druck von außen durch die Staaten-

nicht so einfach machen. Dann kann es

gesetzt hat, so die Expertin.

gemeinschaft, zusätzlich zum Druck von

aber

innen durch die Zivilgesellschaft.“ Aus-

sein, dass Karin Lukas ganz genau hinschauen muss. Die Juristin vom Ludwig-

Druck der Staatengemeinschaft

schlaggebend für mehr Demokratie seien

Boltzmann-Institut für Menschenrech-

„Ob in einem Land ein demokratisches

in Europa eher historische Ereignisse ge-

te berät immer wieder Unternehmen

Regime oder ein autoritäres herrscht, ist

wesen, sagt Alexandra Strickner: „Große

und erstellt sogenannte Country Entry

den Investoren eher egal. Wichtig sind

demokratische Reformen gab in der bis-

Checks. „Wir analysieren die politische

die Profiterwartungen und deren Erfül-

herigen Geschichte meist nach Revolu-

und menschenrechtliche Situation und

lung“, lautet die Hypothese der Ökono-

tionen oder Kriegen. Das Wahlrecht für

den Zustand der Zivilgesellschaft. Üblich

min Alexandra Strickner, Obfrau der NGO

Frauen etwa wurde in Österreich nach

ist auch die sektorenspezifische Analyse.

Attac Österreich, die sich kritisch mit

dem Ersten Weltkrieg mit der Ausrufung

Wie sind die Arbeitsbedingungen in ei-

dem herrschenden Wirtschaftssystem

der Republik eingeführt, die allgemei-

ner Branche? Gab es in bestimmten Be-

auseinandersetzt. Statt sich für mehr de-

ne Erklärung der Menschenrechte wur-

reichen Probleme?“, erklärt Lukas im

mokratische Rechte einzusetzen, würden

de 1948 kurz nach dem Ende des Zweiten

Gespräch mit DerBörsianer. Letztlich lau-

Konzerne die Regierungen in der Pra-

Weltkriegs verkündet.“ n

75


DIMENSIONEN RUBRIK

3. DEMOGRAFIE: DIE ANGST VOR DEM ALTERN Für die einen ist der demografische Wandel eine Investmentchance, für die anderen drohendes Ungemach, gegen das man sich absichern muss.

© KYODO NEWS / ACTION PRESS / PICTUREDESK

Der älteste Mensch: Die Japanerin Misao Okawa feiert 2015 ihren 117. Geburtstag.

D

ie

außerhalb

ben wird als die heutige. Was sich be-

insgesamt.“ Investmentspezialisten wie

des kleinen Österreichs ist in Be-

Weltbevölkerung

reits etwas klarer abzeichnet, ist der de-

Bellevue Asset Management und Lacuna

wegung, und sie wächst weiter.

mografische Wandel, der sich auf jedem

AG sind schon vor längerem auf den De-

Ob nun der Zenit bei zehn Milliarden

Kontinent anders auswirken wird. Wäh-

mografiezug aufgesprungen und haben

oder doch bei elf Milliarden Menschen

rend Indien und Afrika weiterwachsen

Gesundheits- und Biotech-Fonds auf-

am Ende des Jahrhunderts erreicht sein

und junge Bevölkerungen haben wer-

gelegt. Indien-Fonds wiederum werden

wird, ist nicht sicher. Es ist aber davon

den, werden China, Japan und Südkorea

mithilfe der demografischen Wachs-

auszugehen, dass diese zukünftige Welt

demografisch schrumpfen und altern.

tumsstory gegenüber anderen Emerging

einen anderen Ressourcenverbrauch ha-

„In Japan etwa hat das zur Folge, dass zu-

Markets angepriesen.

nächst mehr Menschen im erwerbsfähi-

„Reformen, ­Revolutionen oder Kriege.“ ALEXANDRA STRICKNER

gen Alter sind, bevor sich später die Zahl der Pensionisten erhöht“, erklärt Rainer Münz, Leiter des Research Centers der Erste Group Bank AG. „Profitieren wird von diesen Trends wohl die Pharmabranche und die Gesundheitsbranche

76

„Pharma- und Gesundheitsbranche profitieren.“ RAINER MÜNZ


DIMENSIONEN RUBRIK

Pensionssystem als Pyramidenspiel Hierzulande sorgt der demografische Wandel für widersprüchliche Reaktionen. Umfragen bestätigen regelmäßig die Skepsis der jungen Generation gegenüber dem staatlichen Pensionssystem, gleichzeitig ist die Bereitschaft, sich mit privater Vorsorge abzusichern, enden wol-

BiotechBoom

LYDIA BÄNZIGER Portfolio Manager & Analyst BB Biotech AG

lend. Es steht außer Zweifel, dass Österreich insgesamt eine wachsende, aber

Der Biotechsektor boomt. Warum? – Wir

Summe von rund zwei Milliarden ent-

auch alternde Bevölkerung hat. Während

befinden uns am Anfang eines neuen

spricht. 400 Millionen dieser Senioren

die Gruppe der 20- bis 60-Jährigen heu-

Produktzyklus. In den letzten Jahren gab

werden dann über 80 Jahre alt sein. Nach

te vier Millionen ausmacht, wird sie 2030

es eine Vielzahl von neuen Zulassungen

Schätzungen des Marktforschungsin­

auf 5,7 Millionen anwachsen. Die Alters-

aus dem Biotechsektor, und wir reden

stituts IMS Health werden sich die Aus-

klasse 60 plus bleibt zunächst mit rund

hier nicht über Produkte mit geringerem

gaben für Medikamente weltweit zwi-

zwei Millionen fast unverändert. Für 2060

Umsatzvolumen, sondern über Block-

schen 2012 und 2017 von 965 Milliarden

prognostiziert der Ageing Report 2015 der

buster mit einem Umsatz von mehr als

auf 1,2 Billionen US-Dollar erhöhen. Da-

EU-Kommission um 80 Prozent mehr

einer Milliarde US-Dollar.

von profitiert aufgrund seiner Innovationskraft der Biotechsektor, denn inzwi-

Menschen über 65 als heute. Öffentliche Ausgaben für Pensionen werden sich

Was sind die wichtigsten Forschungsthe-

schen sind bereits acht der zehn um-

aber dennoch nur um 0,5 Prozentpunk-

men? – Ein seit Jahrzehnten heißes For-

satzstärksten Medikamente der Welt

te auf 14,4 Prozent erhöhen. Die Gründe

schungsthema ist Krebs. Jahr für Jahr

Biologics.

dafür sind die bisherigen Reformen und

kommen neue Therapien auf den Markt,

das Auslaufen der Beamtenpensionen.

die das Überleben schrittweise ver-

Welche medizinischen Neuheiten sind zu

Die Ausgaben müssen dann allerdings

längern, jedoch gelingt nur selten ein

erwarten? – In der Onkologie könnte die

von weniger Arbeitsfähigen als heute fi-

Durchbruch auf dem Gebiet. Einer der

Immuntherapie, bei der körpereigene

nanziert werden, was Rainer Münz mit

spannendsten Ansätze ist aktuell die In-

T-Zellen das Immunsystem aktivieren,

einem Pyramidenspiel vergleicht. „Da-

volvierung des Immunsystems des Pati-

um Tumorzellen zu identifizieren und

her empfiehlt es sich, global in dynami-

enten in der Bekämpfung des Tumors.

zu zerstören, einen Paradigmenwech-

schere Regionen zu investieren, um vor-

Die Ansprechraten auf solche Therapien

sel in der Krebsbehandlung einleiten.

zusorgen“, so seine Schlussfolgerung. Ob

sind leider mit 20 Prozent je nach Tumor

Branchenexperten schätzen das künf-

die heute versprochenen Renditen in den

noch stets relativ tief. Ziel ist es, Kom-

tige Marktpotenzial auf bis zu 35 Milli-

nächsten Jahrzehnten dann wirklich ein-

binationstherapien zu finden, von de-

arden US-Dollar. Im Bereich der multi-

treffen, sei allerdings nicht sicher. Ande-

nen mehr Patienten profitieren können.

plen Sklerose entwickelte die US-Bio-

re Ökonomen wie Heinz-Josef Bontrup

Ein großes Gebiet, an dem sich die Fir-

techgesellschaft Receptos einen Ansatz

von der Westfälischen Hochschule se-

men seit Jahren die Zähne ausbeißen, ist

mit einer Substanz, die als Tablette zur

hen in der alternden Bevölkerung noch

Alzheimer.

Behandlung von wieder in neuen Schüben auftretender multipler Sklerose und

keine Bedrohung: „Um 1900 kamen auf einen Rentner in Deutschland zwölf Er-

Die alternde Bevölkerung treibt die Ent-

entzündlicher Darmerkrankung verab-

werbstätige, heute ist das Verhältnis eins

wicklung? – Allein die demografischen

reicht wird. Sollte das Produkt die Zulas-

zu drei. Dennoch geht es beiden Gruppen

Veränderungen unterstreichen die stei-

sung erhalten, würde es die Behandlung

bei weitem besser als vor 100 Jahren. Es

gende Nachfrage: Bis zum Jahr 2050 wird

von multipler Sklerose revolutionieren

gibt einfach mehr Verteilungsmasse.“ In

nach Berechnung der Weltgesundheits-

– und könnte sich erhebliche Marktan-

jedem Fall wird John Maynard Keynes mit

organisation der Anteil der über 60-Jäh-

teile im 16 Milliarden US-Dollar umfas-

seiner Prognose recht behalten: „In the

rigen an der Weltbevölkerung auf min-

senden Markt für MS-Medikamente si-

long run we all are dead.“ n

destens 22 Prozent steigen, was einer

chern. n

77


RUBRIK SEITENBLICKE

PRO & KONTRA

TTIP: FLUCH ODER SEGEN? kommen etwas Positives: „TTIP ist eine

PRO

Chance, internationale Standards und Normen zu schaffen.“ In eine ähnliche Kerbe schlägt der EU-Abgeordnete Othmar Karas: „Wenn

„Es profitieren auch kleinere und mittlere ­Unternehmen.“

sich die beiden größten Wirtschaftsräu-

CHRISTOPH LEITL

me der Welt einigen, können wir weltGrundsätzlich führt der Abbau von Han-

weite Standards setzen.“ Auch Karas

reichischen Wirtschaftskammer Chris-

delshemnissen aus volkswirtschaftli-

unterstreicht jedoch, dass europäische

toph Leitl bringt der Abbau der Handels-

cher Sicht zu einem Wohlfahrtsgewinn

Standards dabei aber gewahrt bleiben

und Investitionshindernisse vor allem

für alle Beteiligten. Die Befürworter er-

müssen. Den Kritikern hält er entgegen,

einem exportorientierten Land wie Ös-

hoffen sich von einem transatlantischen

dass die Debatte über TTIP zu stark von

terreich Vorteile. „Klar ist auch, dass

Freihandelsabkommen daher in erster

Ängsten und zu wenig von Fakten und

nicht nur ein paar Konzerne profitie-

Linie positive Effekte für die heimische

Chancen bestimmt ist. Weniger Ängste

ren werden, sondern auch kleinere und

Wirtschaft. „Eine starke Exportnation

schüren und dafür Chancen aufzeigen,

mittlere Unternehmen (KMUs).“ Diese

wie Österreich kann von einem gutge-

das ist auch die Devise von Georg Kapsch,

würden sich laut Leitl ungleich schwerer

machten Handelsabkommen besonders

dem Präsidenten der österreichischen

tun, um mit nichttarifären Handelshür-

profitieren“,

Wirtschaftsmi-

Industriellenvereinigung (IV), der in

den zurande zu kommen.

nister Reinhold Mitterlehner hervor, der

TTIP ein historisches Projekt mit enor-

Auch Peter Brezinschek, Chefanalyst

jedoch mehr Transparenz im Verhand-

men Wachstumschancen sieht. Kapsch

von Raiffeisen Research, glaubt an Vor-

lungsablauf und eine Absicherung un-

ist davon überzeugt, dass der Abschluss

teile für die KMUs: „Gerade KMUs und

serer Standards verlangt. Laut Mitter-

den US-Markt für österreichische Pro-

nicht die Großkonzerne sind die eigent-

lehner sollen die nationalen Parlamente

dukte weiter öffnen würde: „Das kur-

lichen Gewinner, wenn sich ein Markt

am Ende über das fertige Abkommen ab-

belt die Exporte in die Vereinigten Staa-

ohne bürokratische Hürden öffnet.“ Da-

stimmen. Für Johann Marihart, den Vor-

ten an. Es schafft Arbeitsplätze in Ös-

rüber hinaus könnten laut Brezinschek

standsvorsitzenden der Agrana AG, sind

terreich.“ Auch die Wirtschaftskammer

die

hohe europäische Nahrungssicherheits-

spricht sich für eine umfassende Frei-

als weltweite Rahmenbedingungen den

standards für die EU nicht verhandelbar,

handelszone zwischen der EU und den

Ambitionen Chinas in diesem Punkt

dennoch sieht er in dem Freihandelsab-

USA aus. Für den Präsidenten der Öster-

Grenzen aufzeigen. n

streicht

78

vereinbarten

Industriestandards


SEITENBLICKE RUBRIK

TTIP – dieses Kürzel ist zu einem Reizwort für viele ­Österreicher geworden. Es steht für „Transatlantic Trade and Investment Partnership“ und wird seit Juli 2013 zwischen der EU und den USA verhandelt. DerBörsianer hat sich in der W ­ irtschaft und Politik umgehört und die wichtigsten Pro- und Kontrastimmen gesammelt.

„Führt zum ­Verlust der heimischen Lebens­ mittelkultur.“

das

transatlantische

Freihandelsab-

kommen würden Tür und Tor geöffnet, um mit amerikanischem Genmais, Hormonfleisch und Fleisch mit intensivem ­ Antibiotikaeinsatz den europä­

KONTRA

ischen Markt zu fluten.“ Der Spar-CEO

GERHARD DREXEL

denkt, dass österreichische Erzeuger

In keinem anderen europäischen Land

von Qualitätslebensmitteln nur überle-

Alexander Egit, Geschäftsführer von

wehrt man sich so sehr gegen TTIP wie

ben könnten, wenn die höheren öster-

Greenpeace in Zentral- und Osteuro-

in Österreich. Gegner des geplanten

reichischen Standards auf amerikani-

pa, sieht in dem geplanten Freihandels-

transatlantischen

Freihandelsabkom-

sche abgesenkt werden würden. „Das

abkommen eine große Gefahr für Um-

mens fürchten vor allem, dass neben den

führt langfristig zum Verlust der ös-

weltschutz und Rechtsstaat: „Uns droht,

Handelshemmnissen auch Umwelt- und

terreichischen Lebensmittelkultur“, so

dass Konzerne unsere hart erkämpf-

Lebensmittelstandards abgebaut wür-

Drexel. Gleichzeitig fürchtet Drexel, dass

ten, hohen Umweltstandards aushebeln

den – so auch der Präsident des Bauern-

es zu irreversiblen Auswirkungen auf die

können.“ Greenpeace verlange daher,

bundes Jakob Auer, der sich kämpferisch

Volksgesundheit käme.

dass Standards nicht herabgesetzt werDrexel

den, Konzerne keine Sonderklagerech-

europäischen Lebensmittel- und Ver-

von Alexander Novy, Professor am Insti-

te bekommen und die Verhandlungen

arbeitungsstandards sowie beim Tier-

tut für Multi-Level Governance and De-

transparent geführt werden.

und Umweltschutz eingehalten werden.

velopment an der Wirtschaftsuniversi-

Diese Transparenz wünscht man sich

Davon werden wir nicht abrücken.“ Er

tät Wien. „TTIP ist eine Freihandelszo-

auch bei der Rewe International AG.

fürchtet darüber hinaus um die Siche-

ne der Reichen. Dies hätte negative Aus-

Konzernsprecherin Ines Schurin betont

rung des Agrarstandorts und des länd-

wirkungen für die ärmsten Länder der

jedoch, dass sich der heimische Lebens-

lichen Raums. Gleichzeitig gesteht Auer

Welt“, so Novy, der ergänzt, dass TTIP

mittelgigant nicht grundsätzlich gegen

aber ein, dass ein intelligent verhandel-

auch alle Versuche, einen demokrati-

TTIP ausspricht: „Unser wichtigstes An-

tes TTIP auch Chancen birgt.

schen europäischen Wirtschafts- und

liegen ist, dass die im Vergleich zu den

gibt: „Klare rote Linien müssen bei den

Rückendeckung

bekommt

Folgenschwere Auswirkungen sieht

Sozialraum zu schaffen, verhindert. Ge-

USA höheren europäischen und vor al-

vor allem Gerhard Drexel, Vorstandsvor-

gen TTIP steigen auch viele heimische

lem österreichischen Qualitätsstandards

sitzender von Spar Österreich: „Über

NGOs auf die Barrikaden.

bei Lebensmitteln erhalten bleiben.“ n

79


OFF TOPIC SEITENBLICKE

SO DENKT DIE POLITIK BÖRSENTALK

ÖSTERREICHS GRÜNSTE MARKEN

Über die Auszeichnung für A1 freute sich auch Peter Schiefer (Telekom ­Austria AG), der den Pokal im ­Namen des gesamten Teams abholte. GREEN BRANDS GREEN BRANDS AUSTRIA 2014 1. DEZEMBER 2014 PALAIS ESCHENBACH, WIEN

Die Brand-Marketing-Organisation Green Brands zeichnete Ende 2014 die grünen Marken Österreichs aus. 31 Unternehmen und deren 40 Marken wurden dabei für ihr Engagement im Umwelt- und Klimaschutz und der Nachhaltigkeit geehrt. Das Gütesiegel „Green Brand Austria 2014“ erhielten unter anderen A1 und die Palfinger AG.

Andreas Gnesda (Gewerbeverein) und Norbert Lux (Green Auf das steigende Bewusstsein der Österreicher für Umweltschutz und Nachhaltigkeit gehen auch Unterneh- Brands) ehrten als Green-Brands-2014-Persönlichkeit Sepp Eisenriegler (Reparatur- & Service-Zentrum). men wie die VBV Vorsorgekasse und Oekostrom ein.

NACHHALTIGKEITSCHALLENGE Die glücklichen Gewinner des Hauptpreises mit den Organisatoren der Challenge Johann Marihart (Agrana Beteiligungs-AG), Andrea Weber (RKI), Silvio Dorrighi (Uniqa Insurance Group AG), Adelheid Rester (Raiffeisen Bausparkasse), Leopold Figl (Agrana BeteiligungsAG), Franz Fischler (RKl), Walter Rothensteiner (RZB AG) und Klaus Buchleitner (RLB NÖ-Wien).

RAIFFEISEN-KLIMASCHUTZ-INITIATIVE PREISVERLEIHUNG NACHHALTIGKEITSCHALLENGE 2014 12. DEZEMBER, 2014 SKY CONFERENCE STADTPARK, WIEN

Für RKI-Geschäftsführerin Andrea Weber war es ­besonders wichtig, die Klimaschutz-Challenge um das Thema Nachhaltigkeit zu erweitern.

Über den ersten Platz der Challenge freute sich ­Leopold Figl (Agrana Beteiligungs-AG) mit seiner ­„Zwischenfruchtmischung“.

80

Bis Oktober 2014 standen die Einreich­ kategorien Nachhaltige Finanzprodukte und Services, Nachhaltiges Bauen, Sanieren und Mobilität sowie Unternehmensinterne ­Maßnahmen zur Auswahl. 174 Ideen wurden eingereicht, zehn davon wurden Ende Novem­ber den Raiffeisen-Mitarbeitern zum Voting vorgestellt.


SEITENBLICKE OFF TOPIC

NACHHALTIGES WIRTSCHAFTEN

Rekordverdächtige 40 Unternehmen und Organisationen reichten Berichte über ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten ein. Auszeichnungen wurden in fünf Kategorien vergeben.

KAMMER DER WIRTSCHAFTSTREUHÄNDER AUSTRIAN SUSTAINABILITY REPORTING AWARD (ASRA) 22. OKTOBER 2014 INDUSTRIELLENVEREINIGUNG, WIEN

Timo Meynhardt, Professor am Institut für Unternehmensentwicklung in Lüneburg, hielt die Keynote „Schafft Nachhaltigkeit Public Value?“.

Experten und Unternehmensvertreter diskutierten mit Timo Meynhardt über das Thema Wirkungsmessung. Im Anschluss wurden die Sieger bekanntgegeben.

14 österreichische Unternehmen wurden mit dem ASRA ausgezeichnet. Zum 15. Mal wurden damit Unternehmen für ihre ausgewogene und angemessene Darstellung der Nachhaltigkeitsleistungen geehrt. In der Kategorie „Große Unternehmen“ räumte die Telekom Austria AG den ersten Platz ab. Amag Austria Metall AG siegte in der Kategorie „Erstberichte“. Die Einreichfrist des ASRA 2015 läuft noch bis zum 31. August.

ZUKUNFTSKONFERENZ Michael Strugl (Wirtschaftslandesrat Ober­ österreich), Franz Kainersdorfer (Voestalpine AG), Franz Friesenbichler (Eumicon) sowie Roman Stiftner (Fachverband Bergbau, Stahl, NE-Metalle) ­eröffneten mit einer spannenden Podiumsdiskussion, in der der Wunsch nach mehr Mut deutlich wurde, die Konferenz.

EUMICON EUMICON-ZUKUNFTSKONFERENZ 2015 5., 6. MAI 2015 VOESTALPINE STAHLWELT, LINZ

Die European Mineral Resources Confederation (Eumicon) veranstaltete Anfang Mai bereits die zweite Zukunftskonferenz. Sie soll die Bergbau- und Rohstoffunternehmen ansprechen, aber auch einen Blick in die ­Zukunft der Roh- und Werkstoffe und der verarbeitenden Industrie werfen.

An der Diskussion nahmen Burghard Zeiler (InternatioExperten und Gäste der Zukunftskonferenz diskutiernal Tungsten Industry), Franz Kainersdorfer (Voestalpine ten am Abend des ersten Konferenztages bei Musik AG) und Stefan Priggemeyer (Wieland-Werke AG) teil. über Rohstoffpolitik als Wachstumsmotor.

81


OFF TOPIC

SO DENKT DIE POLITIK PORTRÄT

ZEHN FRAGEN AN REINHARD FRIESENBICHLER

Welche Eigenschaften haben Sie dorthin gebracht, wo Sie heute sind? – Mut und Fleiß zur richtigen Zeit, ebenso wie Respekt und eine Portion Trägheit, die vor Aktionismus bewahrt. Welchen Beruf würden Sie ausüben, wenn Sie nicht in der Finanzbranche tätig wären? – Industriedesigner, Historiker, vielleicht aber auch Handwerker, Buchhändler, Volksschullehrer oder etwas ganz anderes. Von welchen Quellen beziehen Sie Ihre Fachinformationen? – Die Impulse stammen meist aus Gesprächen, der (große) Rest ist Recherche. Welchen Teil lesen Sie in Ihrer Zeitung zuerst? – Wenn ich Zeit habe, dann ziemlich konsequent von der Titelseite bis zum Ende. Bei alltäglicher Schnelllektüre eher mit Fokus auf Wirtschaft. Wenn ich nicht gerade arbeite, verbringe ich meine Zeit am liebsten mit ... – meiner Frau auf einer rumpligen Landstraße in einem Land, in das eigentlich keiner will.

ST

LESERPO

n@ redaktio er.com n ia s r derboe

Bei welchem Investment haben Sie sich richtig verzockt? – Beim naiven Versuch einer Firmengründung in Russland, aber die Rendite dieses Vorhabens besteht in zahlreichen amüsanten Geschichten. Welches Vorurteil ärgert Sie beim Thema Nachhaltig-

REINHARD FRIESENBICHLER GESCHÄFTSFÜHRER RFU Nach dem BWL-Studium in Graz war er als Wirtschaftsjournalist und als Geschäftsführer eines Finanzdienstleisters tätig. 1997 gründete er die RFU, einen Spezialisten für nachhaltiges Investment. RFU unterstützt institutionelle Investoren wie zum Beispiel Vorsorgekassen bei der Entwicklung und Umsetzung nachhaltiger Anlagestrategien.

keit am meisten? – Die Meinung, dass Nachhaltigkeit und Ethik zwar nett seien, aber im praktischen Wirtschaftsleben keinen Platz hätten. Was assoziieren Sie mit Gordon Gekko und dem Film „Wall Street“? – Einen großartigen Michael Douglas, der daran erinnert, dass das Böse mitunter sehr elegant da-

IMPRESSUM: Verlag/Medieninhaber: Wayne Financial Media GmbH (FN: 399197 f, HG Wien), ­Bösendorferstraße 4/20, A-1010 Wien, Telefon: +43 (0) 1 920 523 4, Fax: +43 (0) 1 954 433 2, E-Mail: office@waynemedia.at, Web: www.waynemedia.at; Geschäftsführer: Michael Berl, ­ Dominik ­Hojas; Chefredakteur/Herausgeber: Dominik Hojas, d.hojas@derboersianer.com; Redaktion: Reginald Benisch, Lukas Kothbauer, Raja Korinek, Martin Kwauka, Carolina Millonig, Thomas Müller, Valentina Stark, Lukas Sustala, Barbara Ottawa, Robert Winter; Anzeigenverkauf: Michael Berl, m.berl@derboersianer.com, Sabine Mitterbacher, s.mitterbacher@ derboersianer.com; F ­ otos: Clemens Bednar, beigestellt; Lektor: Armin Baumgartner; Grafik: Titanweiß Werbeagentur GmbH; ­Druckerei: Das Magazin wurde nach Richtlinen des Österreichischen Umweltzeichens bei der Druckerei Ferdinand Berger und Söhne GmbH (10.000 Stück) auf nachhaltigem Papier (Umschlag: Grau- und Graufeinkarton, Kern: Furioso) gedruckt; Leserbeirat: Heike Arbter, Peter Bartos, Mathias Bauer, Edi Berger, Stefan Böck, Stefan Brezovich, Diana Klein, Bernhard Grabmayr, Fritz Mostböck, Wilhelm Rasinger; Kursdaten: Interactive Data und Sales Xp GmbH, Schlusskurse vom 13.05.2015, keine Gewähr für die Richtigkeit der Daten; Aus Gründen der Textökonomie verzichten wir auf geschlechtsspezifische Formulierungen.

herkommt. Dieser Investor ist für mich eine Legende? – Tesla-Gründer Elon Musk, der mit seinen E-Autos zeigt, dass man mit einer gewissen Respektlosigkeit vor Konventionen eine über 100 Jahre alte Branche überholen kann. Champagner und Austern oder „a Eitrige und a 16erBlech“? – Wenn schon unnachhaltig, dann lieber ein Steak aus Südamerika oder Erdbeeren im Winter.

Die nächste Ausgabe erscheint um den 09. Juli82 2015. Bis dahin täglich: www.derboersianer.com


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Liam, Nina, Milena, Erich, Bettina, Trung, Tibor, Michaela, Dong-Kwon, Karl, Vincenzo, Quan Hong, Maxwell, Herbert, Miro, Lisa, Nicolas, Haljilj, Friedrich, Nazario Cuc Thi, Mirsad, Benjamin, Flora, Ingo, Reiner, Giang Quang, Mustafa, Franz, Mišel, Gerhard, Dražen, Ulrike, Elfriede, Nermin, Armin, Hoa Thi Thu, Manuel Halvard, Bernhard, Peter, Yurkovitch, Christoph, Marco, Adolf, Jürgen, Franc, Ferhat, Günther, Adnan, Mahesh, Thomas, Margarete, Raphael, Patrick, Daniela Robert, Harald, Reinhard, Hamdija, Walter, Günter, Stefan, Horst, Ibrahim, Bernd, Joze, Vincent, Huong Thi, Roland, Alexander, Roman, Alojz, Jörg, Mateusz Dejan, Ki-Tae, Arsim, Nicole, Andrea, Hans, Duc Anh, Peter, Christian, Dietmar, Simon, Nan, Sandra, Attila, Florian, Laurenz, Tomi, Marko, Güney, Marjan, Zoran Rama, Idioma, Milorad, Shefki, Aladin, Janez, Harjo, Jozef, Duško, Drazen, Darko, Manfred, Pioter, Markus, Adis, Momir, Richard, Primož, Marcel, Mario, Josef Miroslav, Siegfried, Mehmet, Heinz, Daniel, Khanh Van, Kurt, Teodor, Annemarie, Xian-Jie, Raimund, Radan, Woo-Sick, Milan, Hermann, Leo, Ramic, Todovic Reinhold, Akash, Claudio, Jakob, Zsolt, Imre, Seung-Ju, Tamas, Janas, Konrad, Muhamad, Edis, Gökhan, Ionel, Geza, Slavko, Johannes, Slavoljub, Tjerk, Alfred Philipp, Oliver, Rudolf, Bratislav, Andreas, Pedram, Silvio, Ok-Hwan, Dominik, Khaled, Mukremin, Rene, George, Tomasz, Damir, Gerald, Norbert, Gabriel Muhammed, Anh Ngoc, Alen, Ahmet, Cemil, Georg, Dragan, Peter, Miha, Samuel, Vigh, Kyung-Ho, Laszlo, Marceta, Min-Woo, Karl-Heinz, Turgay, Eileen, Ismet Nasri, Djurica, Yalcin, Helmut, Otilio, Ok-Ja, Christine, Elisabeth, Jernej, Raphaela, Christa, Dagmar, Sylvia, Lucija, Paul, Claudia, Monika, Andreas, Josef, Dieter Gernot, Biljana, Milivoje, Hannes, Ehrentrude, Dusica, Alois, Tanja, Doris, Zdenko, Lucia, Diana, Vinko, Rupert, Nga Thi, Irmingard, Klaus, Patricia, Gottfried, David Andreja, Wolfgang, Silvia, Uwe, Yeong-Cheol, Julia, Rainer, Francesco, Rupprecht, Clemens, Tuan Thanh, Susanne, Elvir, Nadine, Ernst, Katharina, Anh Tuan Sabine, Marie-Louise, Matthias, Manuela, Cedric, Hung Quang, Simone, Melanie, Sophia, Mihael, Friederike, Chien Thi, Maria, Slobodan, Werner, Boban, Tomaž Eckhard, Rochus, Kristina, Phuong Thi Minh, Jennifer, Balthasar, Milosija, Hung Van, Ljubica, Marija, Edo, Milojko, Anneliese, Renate, August, Jovan, Herwig Sasa, Frank, Antonio, Henrik, Heike, Gunther, Anna, Sophie, Heinrich, Ui-Jin, Olaf, Sergej, Erwin, Christina, Irene, Oswin, Sascha, Duong Hai, Matej, Husein, Jožef Edvard, Doroteja, Min-Hui, Otto, Alexandra, Ursula, Erik, Zoltan, Goran, Young-Hyo, Jutta, Leopold, Edmund, Karin, Sevda, Peter, Vukašin, Horst, Angelika Johanna, Andre, Bianca, Evgeniya, Binh Van, Ramona, Gerolf, Thao Thi, Martina, Manh Van, Dionys, Tobias, Sebastian, Klaus-Peter, Johann, Slavica, Georg Mirjana, Ismael, Agnesa, Lukas, Miomir, Benedikt, Domenik, Hubert, Eveline, Gunnar, Xuan, August, Thuong Cong, Gabriele, Massimo, Roberto, Michele, Alfio Giorgio, Borut, Oscar, Giuseppe, Carlo, Luigi, Momčilo, Graziano, Agostino, Angelo, Giovanni, Zinajid, Niklas, Dušanka, Bledar, Raffaele, Youssef, Mohamadou Chuong Van, Michael, Davide, Lorenzo, Harwinder, Humberto, Cheick, Vladko, Marauan, Tung Thang, Milomir, Dung Ngoc, Emiliano, Zdravko, Olgert, Alessio Alan, Tiziano, Cristiano, Boro, Hang Thi, Willibald, Simon, Franz, Hieu Xuan, Albert, Stephan-Dennis, Hai Hoang, Othmar, Ferdinand, Franz, Samo, Inge, Martin Arif, Lujzim, Gertrud, Vjekoslav, Barbara, Felix, Nghia Ngoc, Christopher, Irmgard, Rafael, Klarissa, Engin, Maximilian, Max, Sabrina, Muharem, Franjo, Khanh Duy Valter, Ljubo, Vesna, Vekoslav, Long Ba Tuong, Dubravko, Majda, Nikolaus, Heribert, Regina, Due Van, Johann, Tuan Duc, Walter, Nadja, Manja, Mathias, Johann Richard, Leonardo, Qiufang, Kerstin, Corinna, Phat Van, Bojan, Eva, Antje, Vinzenz, Katja, Sandro, Ha Van, Sylwester, Yan Baochang, Marvin, Phuong Duy, Ornella Javad, Demir, Taner, Hans, Jürgen, Dusko, Dino, Margit, Trung Kien, Ralph, Siegmund, Anton, Bettina, Maria, Hao Thi, Hans, Darjan, Fritz, Sven, Smaijl, Vanessa Nora, Joachim, Anh Mai, Gergely, Stefanie, Stephan, Michael, Ramazan, Ferenc, Radisa, Tae-Man, Alija, Quan Viet, Sakir, Thu Thi Minh, Rebekka, To Van, Emanuel Aleksandyr, Viktor, Hans Peter, Tamara, Ludwig, Eduard, Tung Thanh, Dragomir, Stephan, Nam Quang, Ljubisa, Riko, Radosav, Vitali, Ercument, Zlatko, Zeljko Gustav, Zlatomir, Pavao, Lucas, Milenko, Franz, Josef, Borko, Momo, Maurice, Quan Xuan, Mario, Herbert, Kiem Dang, Mohit, Carina, Franz, Felix, Walter-Robert Vladan, Mirel, Bashkim, Nebojsa, Steve, Galin, Ufuk, Thuan Trong, Silvester, Göksal, Halit, Phong Van, Ali, Karoline, Izet, Byung-Hag, Svetislav, Ljubinko, Bogdan Muharrem, Deniz, Philip, Suada, Idriz, Vedat, Arsen, Dusan, Yasar, Wilfried, Vuto, Filip, Radoslav, Mesut, Cornel, Stanko, Mirko, Julius, Alfons, Bruno, Georg Binh Thi, Alexander, Alvaro, Yuri, Israr, Leticia, Natanael, Alex, Jian, Yuan, Ansley, Kumar, Hanqin, Yong-Won, Sang-Chul, Nedo, Nataša, Bogomir, Thao Van, Burim Bo Van, Božana, Cuc Thi, Željka, Abdulah, Meho, Mićo, Jugoslav, Adrijana, Zvonimir, Sava, Qui Gia, Micheal, Vasilije, Trong Van, Anna-Katharina, Jacek, Marian Muammer, Teresa, Verena, Helga, Tomislav, Ivalina, Stanislav, Tu Van, Bilal, Anita, Arnold, Shaban, Akos, Raphael, Josef, Isabella, Dijan, Ladislau, Petar, Gerold Haki, Marcus, Linh Duc, Jürgen, Brigitte, Milovan, Julien, Thu Xuan, Thomas, Sebastian, Walter, Ernst, Serkan, Artur, Burak, Fabian, Yasin, Hans-Werner, Denis Igor, Gorazd, Nika, Marjeta, Brigita, Giap, Onofre, Kumar, Boris, Gabrijel, Nevsudin, Tadej, Davorin, Leon, Ivan, Emmeric, Oanh Thi, Moritz, Silvo, Živan, Gencho Miran, Drago, Boštjan, Sanja, Marjetka, Uroš, Vlado, Kristijan, Božo, Matevž, Sašo, Adam, Damjan, Aleš, Andrej, Bogdana, Sarah, Theresa, Mitja, Danijel, Danilo Hasan, Nenad, Gregor, Armando, Predrag, Klemen, Vladimir, Thang Huu, Branko, Thuy Van, Nino, Hoa Van, Nihad, Smajo, Petra, Luong Van, Đorđe, Silvestra Matjaž, Elvis, Tine, Jožica, Egon, Iztok, Sejad, Emsad, Senad, Velibor, Tu Manh, Ljubiša, Pašan, Budislav, Đuro, Haris, Zvonko, Dorotej, Mensur, Alisa, Viktoria Thanh Viet, Annika, Chang-Bum, Joel, Nathalie, Elias, Victoria, Jahn, Roswitha, Patrizia, Lorenz, Carolin, Mariella, Hannah, Valeriya, Alina, Marlene, Kolett, Gerda Kevin, Lisa-Maria, Fabio, Aleksander, Jože, Friderik, Vojko, Dušan, Miladin, Željko, Kristjan, Damijan, Ludvik, Štefan, Srečko, Janko, Viljem, Radojica Ferid, Jurij, Hans, Bernarda, Emil, Alenka, Johann, Mladen, Loris, Rajko, Skender, Sebastijan, Davor, Aljoša, Jeton, Mazo, Zorančo, Franci, Muhamed, Zijad, Srđan Nikola, Sebastjan, Admir, Miralem, Naser, Simeon, Fidan, Sabir, Amir, Penyo, Lekov, Sanel, Mujo, Husmir, Alessandro, Sulejman, Nevzet, Jasmin, Ermin, Branimir Nebojša, Mirza, Fikret, Azem, Mihret, Zedin, Belmin, Vilko, Rukib, Toni, Mile, Zikret, Aleksandar, Ervin, Evel, Nedžad, Besim, Eniz, Almir, Veldin, Omer, Eldin Samin, Medin, Mirnes, Samed, Emir, Džemal, Hajrudin, Emrah, Aca, Stojan, Nusret, Jani, Anica, Natalyia, Cornelia, Alic, Katharina, Anita, Nicola, Marc, Ani Galina, Roza, Zhivko, Iliyan, Snezhan, Rusalin, Minka, Radostin, Zhecho, Angel, Yordanka, Stoyka, Valeri, Svetoslav, Lyubomir, Vladislava, Slavka, Nedyu, Hristo Todor, Nikolay, Plamen, Tihomir, Veselin, Stanimir, Violin, Tsvetelin, Tatyana, Velin, Nedko, Dilyan, Ivo, Neli, Lidiya, Radostina, Angelina, Dimitar, Mihail, Penka Velichka, Ventsislav, Kostadin, Yordan, Georgi, Trifon, Denitsa, Tanya, Mira, Salzitsa, Valentin, Darina, Gena, Valya, Veselka, Stoyan, Maya, Krasimir, Atanas, Encho Manyo, Kemal, Angelinka, Zhivka, Zeyneb, Andon, Nivyana, Dobromir, Ivanka, Petko, Lazar, Doycho, Violeta, Konstantin, Ivelin, Todorka, Dimo, Mitko, Vasilka Gergana, Yanka, Stoyanka, Mincho, Yuliyana, Rumen, Aleksandur, Kolyo, Mariana, Teodora, Vinelin, Mariyana, Dinko, Gancho, Dyako, Miho, Nedelcho, Dimcho Rosen, Zhelyazko, Dobri, Ivaylo, Milen, Zhelyo, Kamen, Stamo, Chavdar, Tsonko, Dicho, Nuri, Yanko, Vidko, Gospodin, Velichko, Stoycho, Penko, Ivilin, Danyo Tancho, Tsvetan, Milcho, Pavel, Stancho, Kaloyan, Mariyan, Anastas, Vasil, Tenyo, Nedyalko, Dinyo, Yani, Vidyo, Kiril, Ignat, Diyan, Kancho, Valko, Veliko, Hrisimir Iliya, Miglena, Asen, Evgeni, Stoyko, Vulcho, Zhoro, Svilen, Nachko, Sabi, Grozdan, Yuliyan, Yancho, Yovcho, Lyudmil, Emiliyan, Donyo, Denyo, Borislav, Zlatan Marin, Tonislav, Venko, Danail, Petyr, Svetozar, Ivajlo, Ljubomir, Nikolaj, Sasho, Toshko, Tsvetomir, Vylo, Ilijan, Kyno, Diana, Ognjan, Petjo, Dancho, Dimityr, Detelin Nanko, Gerasim, Marijan, Hristina, Dimitrina, Stoicho, Jordan, Vesislava, Tatjana, Sashko, Radoslavka, Vladislav, Ralitsa, Stilijan, Tsvetina, Anelija, Lidija, Nikolinka Lalimir, Ginka, Elena, Elitsa, Slawomir, Srdan, Sylwester, Grezegorz, Ostoja, Robin, Zheko, Veronika, Dorian, Marek, Katherina, Hajro, Vahdetdin, Till-Krischan Ulrich, Stephanie, Andrey, Claus, Bobdan, Alessandr, Alice, Giuseppina, Daniele, Renato, Vania, Mirco, Vittorio, Gianluca, Matteo, Saimir, Katia, Paolo, Laura Marco, Carmelo, Alberto, Vito, Zvonimir, Sava, Guangming, Mandy, Fay, Tina, Coco, Henry, Xiurong, Bonita, Wen, Xiaofei, Yi, Dan, Shouzhen, Hanshen, Bo

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