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MAGAZIN

NR. 22, 4. QUARTAL 2017 ∙ 12 EURO

Aufsichtsräte DAS RENNEN UM DIE QUOTENPLÄTZE

NR-Wahl 17

SO WÜRDE DIE BÖRSE WÄHLEN!

Digitalwährungen DAS STECKT HINTER BITCOIN & CO

→ SEITE 84 + ROUND TABLE: Wolfgang Eder, Georg Pölzl und Christoph Boschan

BÖRSIANER BLOG: → DERBOERSIANER.COM

R A N K I N G

DIE FÜNFZIG BESTEN JOURNALISTEN

STREITBAR ERFOLGREICH KLAUS UMEK Regulierung

MIFID II: GUT GEMEINT UND DOCH DANEBEN → SEITE 70

SCHÖN ENGAGEMENT VON INVESTOREN

SCHEUCH GEGEN GESCHLECHTERQUOTE

GASSELSBERGER HOFFNUNGSMARKT IRAN


Crème de la Crème der Fonds.

Die KEPLER-FONDS Kapitalanlagegesellschaft wurde für ihre hochwertige Produktpalette ausgezeichnet. In Österreich und Deutschland zählt die Tochter der Raiffeisenlandesbank OÖ zu den herausragenden Vermögensverwaltern im Ranking unabhängiger Ratingagenturen und renommierter Finanzmedien. Heiß auf eine Extra-Portion Managementqualität für Ihre Geldanlage? Mehr unter www.kepler.at

Diese Marketingmitteilung stellt kein Angebot, keine Anlageberatung, Kauf- oder Verkaufsempfehlung, Einladung zur Angebotsstellung zum Kauf oder Verkauf von Fonds oder Finanzanalyse dar. Sie ersetzt nicht die Beratung und Risikoaufklärung durch den Kundenberater. Angaben über die Wertentwicklung beziehen sich auf die Vergangenheit und stellen keinen verlässlichen Indikator für die zukünftige Entwicklung dar. Aktuelle Prospekte (für OGAW) sowie die Wesentlichen Anlegerinformationen – Kundeninformationsdokument (KID) sind in deutscher Sprache bei der KEPLER-FONDS KAG, Europaplatz 1a, 4020 Linz, den Vertriebsstellen sowie unter www.kepler.at erhältlich.

www.kepler.at


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AUSGABE NR. 22, 4. QUARTAL 2017

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DOMINIK HOJAS Chefredakteur Börsianer

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Liebe Börsianer!

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er soll die Republik nach der Nationalratswahl am 15. Oktober 2017 regieren? Wenn es nach dem Kapitalmarktprogramm (Seite 84) der heimischen Parteien geht, gibt

es nur eine sinnvolle Koalitionsvariante: nämlich ÖVP, FPÖ und Neos. Die drei Finanzsprecher dieser Parteien stimmen auch in unserer Umfrage (Seite 92) bei vielen Themen überein, die den Kapitalmarkt stärken könnten. SPÖ, Grüne und die Liste Pilz se-

hen hingegen kaum Handlungsbedarf. Die drei Spitzenmanager Wolfgang Eder, Georg Pölzl und Christoph Boschan äußerten im Round-Table-Gespräch (Seite 88) mit der Börsianer-Chefredaktion noch andere Wünsche an die Politik. Im Bereich Bildung müsse aufgrund der Digitalisierung massiv investiert werden, um für zukünftige soziale und volkswirtschaftliche Probleme gewappnet zu sein. Dafür brauche man keine neuen Steuern, sondern mehr Effizienz. „Wäre der Staatsapparat so schlank wie die ATX-Unternehmen, wäre Österreich unschlagbar“, sagt Voestalpine-AGChef Eder im Interview.

Regulierungswut Der Ruf nach mehr Effizienz und Bürokratieabbau bei der Finanzmarktregulierungen bleibt ungehört. Mit Mifid II (Seite 20) steht die nächste Mammutregulierung vor der Tür. Das Ziel, den Anlegerschutz zu erhöhen, wird man nur eingeschränkt erreichen. Stattdessen wird Mifid II die Karten unter den Finanzmarktakteuren neu mischen, wie Börsianer-Redakteur Robert Winter in zahlreichen Gesprächen mit betroffenen Marktteilnehmern herausgefunden hat. Unreguliert, schwer zu verstehen und hochspekulativ sind dafür Kryptowährungen (Seite 80). Dem etablierten Finanzsystem sind sie ein Dorn im Auge. Doch spätestens seit die Chinesische Nationalbank beschlossen hat, sogenannte „Initial Coin

Runder Tisch. Voestalpine-Vorstandschef Wolfgang Eder (oben) und Post-AG-Generaldirektor Georg Pölzl gaben sich im Gespräch mit Börsianer-Chefredakteur Dominik Hojas wortgewaltig.

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EDITORIAL Offerings“ (ICOs) zu verbieten, und nationale Aufsichtsbehörden wie die Finanzmarktaufsicht davor warnen, haben verschlüsselte digitale Währungen den Weg in die allgemeine Finanzdebatte gefunden. Der Börsianer wirft einen genauen Blick hinter Bitcoin und Co und beantwortet die wichtigsten acht Fragen. Für kontroversielle Diskussionen sorgt auch die neue Geschlechterquote in Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen. Das Griss um elitäre Mandate (Seite 48) ist groß. Es wird ab Jänner 2018 auch bei Frauen zunehmend zu Wettbewerb untereinander führen. Wenige verstehen aber, was so ein Mandat tatsächlich bedeutet. Der Posten mag Prestige bringen, der Aufwand eines Vorsitzes ist aber laut den Betroffenen wie Mondi-Boss Peter Oswald oder BKS-Bankerin Herta Stockbauer enorm. Noch dazu wird die Position in den wenigsten Unternehmen in Österreich qualitativ abgegolten, wie eine Diskussion im Rahmen des Frauen Finanz Salon Quoten-Gespräch. ­Aufsichtsratsjobs sind sehr begehrt, aber schlecht bezahlt. Die neue Geschlechterquote sorgt beim Frauen Finanz Salon im Meinl am Graben in Wien für kontroversielle Diskussionen.

im Meinl am Graben in Wien ergeben hat.

Unbestreitbar erfolgreich Bleibt wie gewohnt der Börsianer des dritten Quartals: Klaus Umek Glückliche Gewinnerin. PHH-Rechtsanwältin Julia Peier gewann den von Spes Automobile gesponserten und von Andreas Obrist übergebenen Infiniti für ein verlängertes Wochenende.

steht nicht nur wegen seiner offenen Briefe und imposanten Auftritte auf Hauptversammlungen oft im Rampenlicht. Der Gründer von Petrus Advisers verfolgt seit Jahren eine sehr erfolgreiche Investmentstrategie, die er zuletzt mit dem S-Immo-Ausstieg unter Beweis stellte. Wie der Aktivist tatsächlich tickt und arbeitet, verrät Umek im Coverinterview (Seite 8) mit Raja Korinek und mir.

In eigener Sache Viele Zeitungen und Magazine werden wegen sinkender Auflagen oder Umsätze immer dünner. Folglich wird die Wirtschafts- und Finanzberichterstattung zurückgefahren. Wir freuen uns, diesen Entwicklungen mit Ihnen als Lesern und unseren treuen Werbern trotzen zu können. Das aktuelle Heft erscheint in einem Rekordumfang. Dem Wachstum der vergangenen Jahre tragen wir RechStyling. Klaus Umek vor dem Cover-Shooting im Hotel Imperial.

nung mit einem frischen und modernen Markenauftritt, der ab sofort ausgerollt wird. Die bisherige Schreibweise von Der Börsianer wird auf Börsianer vereinfacht. Unsere fünf Marken heißen ab sofort „Börsianer Magazin“, „Börsianer Blog“, „Börsianer Messe“, „Börsianer Roadshow“ und „Börsianer Salon“. Viel Vergnügen mit der Lektüre wünscht Ihnen

Dominik Hojas d.hojas@derboersianer.com

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TWITTER.COM/DERBOERSIANER.


W EITSI CH T ZAH LT S IC H AUS . DAS EXPOSURE D ES FO ND S G EGENÜB ER D EM JAPANISCHEN Y E N LAG UNMITTELBAR VO R D EM BR EXIT- R EFEREN D UM BEI 29,8 %, U M IM FA LLE EIN ES FALLES VO R B ER EIT ET Z U SEIN*.

Das flexible Währungsmanagement des Carmignac Portfolio Unconstrained Global Bond stellt nicht nur einen zusätzlichen Performancetreiber dar, sondern auch ein wirksames Risikomanagement-Tool, das anderen Fonds möglicherweise fehlt. Jedoch garantiert die vergangene Wertentwicklung natürlich nicht zwangsläufig die zukünftige Entwicklung des Fonds, und der Fonds ist mit dem Risiko eines Kapitalverlusts verbunden. carmignac.de

Niedrigeres Risiko Potenziell niedrigerer Ertrag

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Höheres Risiko Potenziell höherer Ertrag

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*Das Exposure des Fonds gegenüber dem japanischen Yen lag am 22.06.2016, unmittelbar vor dem Brexit-Referendum, bei 29,8%. Carmignac Portfolio Unconstrained Global Bond A EUR Acc (ISIN-Code: LU0336083497) ist eine Anteilsklasse des Teilfonds der SICAV Carmignac Portfolio. Laufende Kosten: 1,20%. Die Wertentwicklungen berücksichtigen keine Gebühren (mit Ausnahme der Ausgabegebühren, die der Vertriebsstelle zustehen). Die hier dargestellte Performance des Fonds beinhaltet alle jährlich auf Fondsebene anfallenden Kosten. Um den dargestellten Anlagebetrag von EUR 100 zu erreichen, hätte ein Anleger bei Erhebung eines Ausgabeaufschlags von 4% 104,00 EUR aufwenden müssen. Eventuell beim Anleger anfallende Depotgebühren würden das Anlageergebnis mindern. **SRRI aus den wesentlichen Anlegerinformationen (KIID). Dieser Indikator kann sich im Laufe der Zeit ändern. 1 bedeutet nicht risikolos.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Ihr Team vor Ort: CARMIGNAC DEUTSCHLAND Gmbh – Junghofstraße 24, 60311 Frankfurt am Main Tel : (+49) 69 71042 36 11 Dieses Dokument ist für professionelle Kunden bestimmt. Werbematerial – Quelle: Carmignac, Stand: 31.07.2017.Morningstar Rating™: © 2017 Morningstar, Inc. Alle Rechte vorbehalten. Die in diesem Dokument enthaltenen Informationen sind Eigentum von Morningstar und/oder seinen Inhaltsanbietern, sie zu kopieren oder zu verbreiten ist nicht gestattet und es wird keine Gewährleistung für ihre Genauigkeit, Vollständigkeit und Aktualität übernommen. Morningstar-Kategorie: Weltweite Anleihen. Weder Morningstar noch seine Inhaltsanbieter haften für Schäden oder Verluste, die aus der Verwendung dieser Informationen entstehen. Der Bezug auf ein Ranking oder einen Kurs stellt keine Garantie für zukünftige Ergebnisse des OGAW oder der Verwaltungsgesellschaft dar. Dieses Dokument darf weder ganz noch teilweise ohne vorherige Genehmigung durch die Verwaltungsgesellschaft reproduziert werden. Es stellt weder ein Zeichnungsangebot noch eine Anlageberatung dar. In diesem Dokument enthaltene Informationen können unvollständig sein und ohne Vorankündigung geändert werden. Für bestimmte Personen oder Länder kann der Zugang zum Fonds beschränkt sein. Er darf insbesondere weder direkt noch indirekt einer „US-Person“ wie in der US-amerikanischen „S Regulation“ und/oder im FATCA definiert bzw. für Rechnung einer solchen US-Person angeboten oder verkauft werden. Der Fonds ist mit einem Kapitalverlustrisiko verbunden. Die Risiken, und Kosten sind in den Wesentlichen Anlegerinformationen (WAI) / im Kundeninformationsdokument (KID) beschrieben. Die Prospekte, VL, WAI / KID und Jahresberichte des Fonds stehen auf der Website www.carmignac. de/www.carmignac.at zur Verfügung und sind auf Anforderung bei der Verwaltungsgesellschaft bzw. in Österreich bei der Ersten Bank der österreichischen Sparkassen AG OE 01980533/ Produktmanagement Wertpapiere, Petersplatz 7, 1010 Wien, erhältlich. Die Wesentlichen Anlegerinformationen / das Kundeninformationsdokument sind / ist dem Zeichner vor der Zeichnung auszuhändigen. CARMIGNAC GESTION 24, place Vendôme - 75001 Paris Tél : (+33) 01 42 86 53 35 Vermögensverwaltungsgesellschaft (AMF-Zulassungsnummer GP 97-08 vom 13/03/1997). Aktiengesellschaft mit einem Grundkapital von 15.000.000 Euro Handelsregister Paris B 349 501 676 ; CARMIGNAC GESTION Luxembourg City Link - 7, rue de la Chapelle - L-1325 Luxembourg Tel : (+352) 46 70 60 1 Tochtergesellschaft der Carmignac Gestion. OGAW-Verwaltungsgesellschaft (CSSF-Zulassungsnummer vom 10/06/2013). Aktiengesellschaft mit einem Grundkapital von 23.000.000 Euro


AUSGABE NR. 22

84

RUNDER TISCH

Top-Manager: Wolfgang Eder, Georg Pölzl und Christoph Boschan

FINANZPLATZ STREITBAR ERFOLGREICH 08 Klaus Umek steht nicht nur wegen seiner offenen Briefe und imposanten Auftritte auf Hauptversammlungen oft im Rampenlicht. Der Gründer von Petrus Advisers verfolgt seit Jahren eine sehr erfolgreiche Investmentstrategie. Wie er arbeitet, verrät Umek im Interview mit dem Börsianer.

88

REGULIERUNG Mifid II: Gut gemeint und doch daneben

20

AUFSICHTSRÄTE Das Rennen um die Quotenplätze

48

KOMMUNIKATION Das Zwitschern an der Börse



DIGITALWÄHRUNGEN Das steckt hinter Bitcoin und Co

COVER

Klaus Umek: Streitbar ­erfolgreich

54

80

NR-WAHL 2017 So würde die Börse wählen! 84 RUNDER TISCH Land der Hämmer,  zukunftsreich

08 6

88


INHALTSVERZEICHNIS

FRANZ GASSELSBERGER.

80

1617 Hoffnungsmarkt Iran

RENDITE WIENER BÖRSE  Chartvergleich der Aktienmärkte

26

BÖRSENWETTER32 Entwicklung der W ­ eltbörsen und Analystenstimmen

3. Teil: Interview

Darüber spricht man in den

CHRISTIAN SCHÖN Engagement wirkt

16

FRANZ GASSELSBERGER  Hoffnungsmarkt Iran

17

Trends und Events

PORTFOLIO 28 Die Asset-Allokation der Hypo Landesbank Vorarlberg

2. Teil: Veranlagung

MEINUNGEN

Branchen: Köpfe, Deals, News,

MARKTAUSBLICK  27 Börsenausblick der Österreich-Fonds-Manager

CHINA Comeback des roten Drachen 1. Teil: Marktumfeld

BRANCHEN

34 36 38 40

KURSE42 Topperformer: Aktien, Fonds, Anleihen und Rohstoffe STATISTIK46 Börsen- und Wirtschaftsdaten

Ad-hoc der Redaktion INDEX-WECHSEL

BANKEN60

Unternehmen, der bis jetzt

VERSICHERUNGEN62 FONDS64 AKTIEN66 IMMOBILIEN68 BERATER70 RECHT72 KOMMUNIKATION74

Den gesamten Index der in Ausschnitten hier im In-

WOLFGANG MATEJKA Österreich hat gute Karten

26

haltsverzeichnis abgebildet war, finden Sie ab dieser Ausgabe großzügiger aufge-

CHRISTIAN NEMETH 32 Weltwirtschaft im Aufschwung WILHELM CELEDA Wahlfreiheit

60

HEINZ BEDNAR Anbieterkonzentration in Wien

64

BETTINA SCHRAGL Änderungen im IR-Alltag

66

PETER BARTOS Steuerzuckerl E-Auto

70

ALBERT BIRKNER Von reinen Männerund Frauenclubs

72

PETER FELSBACH Kommunikation in Zeiten von Fake-News

74

MARTIN KWAUKA Börse als Steuerparadies?

100

macht auf Seite 101. CHART-ERLEBNIS Unser neues Chart-Tool kommt in dieser Ausgabe zum ersten Mal auf den Kursseiten und im Artikel

SEITENBLICKE RANKING Die 50 besten Finanz- und Wirtschaftsjournalisten

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„Das steckt hinter Bitcoin und Co“ zum Einsatz. Es wird sukzessive ausgebaut. KOLUMNEN-AUS

SO DENKT DIE POLITIK 92 NR-Wahl 2017: Die Kapitalmarktpositionen der Parteien BÖRSENTALK95 Wo sich die Finanzwelt trifft MARKTGEZWITSCHER98 Das wurde im Netz getwittert INDEX/IMPRESSUM101 Auszüge von Unternehmen in dieser Ausgabe PORTRÄT102 Mariya Lerch, Finanzvorstand, DC Bank AG

Wolfram Littich ist im Sommer als Chef der AllianzGruppe in Österreich zurückgetreten. Damit legt der erfolgreiche Versicherungsmanager und ehemalige Börsenvorstand auch seine Funktion als Kolumnist in unserem Magazin zurück. Wir danken ihm für seine fundierten Kommentare und wünschen ihm alles Gute für die Zukunft. Zum Abschied gibt es ein „Nachgefragt“ (Seite 62) mit ihm.

Weblinks werden in dieser Ausgabe mit einem → GELBEN BALKEN

markiert.

7


COVER

→ VITA KLAUS UMEK GESCHÄFTSFÜHRER PETRUS ADVISERS Nach dem Studium an der WU Wien, der HEC Paris, der London School of Economics und der University of Chicago gründete der Wirtschafts­ wissenschaftler (46) und Ex-Investmentbanker bei Goldman Sachs 2009 Petrus Advisers. Mit der Gründung von „JUHU! Jugend Hilfswerk der Familie Umek“ setzt der begeisterte Sportler seit heuer auch einen sozialen Schwerpunkt.


STREITBAR ERFOLGREICH Klaus Umek steht nicht nur wegen seiner offenen Briefe und imposanten Auftritte auf Hauptversammlungen oft im Rampenlicht. Der Gründer von Petrus Advisers verfolgt seit Jahren eine erfolgreiche Investmentstrategie, die er zuletzt mit seinem S-ImmoAusstieg unter Beweis stellte. Wie der Aktivist tatsächlich arbeitet, verrät Umek im Interview mit dem Börsianer. TEXT DOMINIK HOJAS, RAJA KORINEK FOTOS STEFAN BURGHART

S

chon die zügigen Schritte durch

so nicht genannt werden. Wir agieren

gangen. Dort hatte die damalige Premi-

den prunkvollen Salon I­mperial

aktiv und unternehmerisch. Ich inte-

erministerin Margaret Thatcher einen

inmitten des gleichnamigen Ho-

ressiere mich für komplexe Dinge, die

Aktienboom ausgelöst. Mir erzählte der

tels in der Wiener Innenstadt lassen

ich mit Nachdruck und immer fakten-

15-jährige Sohn der englischen Familie

schnell erahnen: Den bekannten Groß-

basiert verfolge: eben ein Verfechter

von seinen erfolgreichen Aktiendeals mit

investor Klaus Umek treibt eine Mi-

der Vernunft. Das mögen unsere Anle-

London Rubber (Durex) und Virgin Group

schung aus Gespür, Diplomatie und in

ger, denn unsere Performance und Er-

von Richard Branson. Das war wahnsin-

letzter Instanz auch der offene Streit auf

träge in unseren Fonds sind wesentlich

nig spannend für einen aktiven Buben.

den Finanzmärkten voran. Dabei ist der

attraktiver.

Also war klar, das kann ich auch. Zu Hause kaufte ich mit Geld von meinem On-

umtriebige Wirtschaftswissenschaftler mit seiner Investmentgesellschaft Pe-

Womit vergleichen Sie Ihre Performance? -

kel Aktien der Kahane-Gesellschaften

trus Advisers stets auf der Suche nach

Wir haben seit 2009 jährlich nach Spe-

Montana und Jungbunzlauer sowie von

außergewöhnlichen

Investmentchan-

sen 2,3 Prozentpunkte mehr erzielt als

Immuno. Die Gewinne waren enorm, für

cen. Diese werden nicht so rasch aus-

der Eurostoxx 50, inklusive Dividen-

mich war es alles Geld der Welt.

gehen, zumal Umek den Aktienmärkten

den. Wobei das sogar ein sehr harter

noch einige bullische Jahre prophezeit.

Vergleich ist, da echte Anleger die Di-

Was haben Sie aus Ihrer Zeit nach der Fi-

videnden versteuern müssten, während

nanzkrise mitgenommen? – Der vielzi-

Herr Umek, warum treten Sie an der Bör-

die Indexberechnung ohne Steuerabzug

tierte Taxifahrer oder Pilot, der auf einen

se immer als Aktivist auf? – Ich bin vom

reinvestiert.

heißen Tipp setzt, wird verlieren. Der

Sternzeichen her Waage, daher eher auf

Markt ist nur noch etwas für echte Pro-

den Ausgleich bedacht. Das Wort Akti-

Woher kommt Ihr Zugang zu Geld und dem

fis. Das heißt, es wird künftig ein hoch-

vist ist auf Deutsch aber nicht sonder-

Investmentbanking? – Ich bin 13-jährig

professionelles,

lich positiv belegt, und darum mag ich

als Austauschschüler nach England ge-

nagement geben oder am anderen Ende

modernes

Fondsma-


wöhnlichen Situationen. Unterm Strich ist deshalb selten mehr als 60 Prozent des Portfolios dem Marktrisiko ausgesetzt. Damit ist das Portfolio in schwierigen Marktphasen zugleich auch nach unten sehr gut abgefedert. Was ist für Sie außergewöhnlich? – Eine Wertentwicklung von jährlich 15 Prozent nach Spesen ist außergewöhnlich, und zwar seit dem Start 2009. Wir machen Stratege. Klaus Umek (rechts) erklärt Börsianer-Chefredakteur Dominik Hojas, was ihn am Aktienmarkt begeistert.

alle Analysen selbst. Insgesamt umfasst unser Team 18 Mitarbeiter aus zehn Na-

des Spektrums die spesengünstige, au-

Was zeichnet einen guten Aktivisten aus?

tionalitäten. Mit einer Frauenquote von

tomatisierte und strukturierte Vermö-

- Er muss unbeirrbar sein, sehr viel ar-

45 Prozent sind wir nicht der typische

gensverwaltung. In der Mitte wird es zu

beiten, darf sich nicht bedrohen lassen.

Hedgefondsmanager mit großen Egos.

einer Ausdünnung kommen, da der klas-

Ich habe fast 13 Jahre lang Tag und Nacht

sischen Bankberater dummerweise weg-

bei Goldman Sachs gearbeitet, sicher die

Woher kommt der Ansatz, offene Briefe

gespart wird.

beste Schule. Dort haben wir laufend Un-

wie bei Conwert Immobilien Invest SE zu

ternehmen kritisch durchleuchtet und

verfassen? – Der offene Brief ist unsere

Auf den Finanzmärkten hat sich aber viel

ständig nach Angeberei und Fehlern ge-

stärkste Waffe. Den Unternehmen muss

verändert. – Seit ich mich 2009 selbst-

sucht. Außerdem arbeitet sich ein Ak-

klar sein, dass Schweinereien geahn-

ständig gemacht habe, gab es außer dem

tivist weit tiefer in Themen ein, als es

det werden. Denn in allen Unternehmen

heurigen Sommer immer eine Schul-

selbst ein guter Fondsmanager macht.

sind viele, stumme Kleinaktionäre frus-

den- und die Eurokrise. Manchmal wa-

Wir vertiefen uns in wenige Titel. Dort

triert investiert. Sitzen und hoffen. Bei

ckelt es enorm, und dann geht es wieder

wissen wir oft mehr als der Vorstands-

der Conwert haben wir Kleinaktionären

rauf und man hat das Gefühl, dass einige

vorsitzende. Ich arbeite zudem mit In-

deshalb angeboten, dass wir sie kosten-

Leute das bewusst schüren.

dustrieberatern zusammen, damit ich

los mitvertreten. Genau den Notar oder

rechtzeitig neue Trends erkenne.

Primar aus Traiskirchen brauche ich.

Wird derzeit geschürt? – Wir kommen ge-

Jede menschliche Stimme der Vernunft,

rade aus einer Phase, in der Sorgen um

Haben Sie Vorbilder? - Aus den USA gibt

und die Leute freuen sich, dass Umek

Euro sowie Brexit abnehmen. Die Wirt-

es einige Vor-, aber auch Zerrbilder. Ich

sich etwas traut und endlich Schwung

schaft wächst, wir kommen also in sehr

denke da an Aktivisten wie Carl Icahn,

hereinkommt.

gutes Fahrwasser. Menschen sind wie-

John Paulson oder Bill Ackman. Sie ver-

der rationaler. Es wird große Umschich-

folgen ganz andere Ziele, laut und ag-

Wie viel Streit hält man aus? - Wer sich für

tungen aus Immobilien- und Anleihebe-

gressiv. Das funktioniert so in Europa

Geschichte interessiert, weiß, dass man

ständen hin zu Aktien geben.

nicht. Am ehesten gefällt mir die fran-

Kriege nicht gewinnt, wenn man sein ge-

zösische Fondsboutique Carmignac Ges-

samtes Arsenal aufbraucht. Streit ist we-

Wer in Ihren Fonds investiert, setzt doch erst

tion. Dort publiziert das Management

der ein Ziel noch etwas, das wir genie-

recht auf Immobilien? – Wir beginnen be-

regelmäßig intelligente Statements be-

ßen. Es ist aber etwas, das wir sehr gut

reits damit, Positionen in den Immobili-

züglich Wirtschaft und Politik. Man soll-

können, und es hat schon vielen Gegnern

enaktien abzubauen. Jene an der S Immo

te ohnedies nie kopieren, sondern seinen

der Vernunft ihre Grenzen aufgezeigt.

AG haben wir bereits verkauft. Außer-

eigenen Stil verfolgen.

Wer stur sagt, „geht ned“, dem sag ich,

dem kann man uns nicht mit einem

‚„dann gibt’s dich bald nimmer“.

Zwei-Prozent-Zinshausinvestment ver-

Was macht der Ansatz in Ihrem Fonds so

gleichen. Wir suchen nach unterbewer-

einzigartig? – Wir leben nicht vom Prin-

Ab wann fangen Sie an zu streiten? - Es

teten Unternehmen, bei denen wir hohes

zip Hoffnung, sondern beeinflussen

darf nie emotional werden. Wir üben uns

Potenzial sehen. Bei der S Immo AG ha-

das Resultat. Wir sind ein Long-Short-

immer in Diplomatie, reden mit anderen

ben wir 75 Prozent, bei der Conwert so-

Fonds, setzen also gleichzeitig auf stei-

Fondsmanagern und suchen Verbünde-

gar 100 Prozent jeweils binnen 18 Mona-

gende und fallende Kurse. Damit sind

te. In 70 Prozent der Fälle arbeiten wir

ten verdient.

wir ständig auf der Suche nach außerge-

wie Berater aktiv mit einem Manage-

10


COVER

ment-Team hinter den Kulissen. Wenn

natürliches Monopol, das obendrein

sen. Für Einkäufe gab es keine Zeit. Die

nötig, suchen wir Gleichgesinnte in in-

stabile Renditen erzielte. Die neuen

Pro-Kopf-Umsätze waren zu niedrig,

ternationalen Fonds. Wir klagen nur in

Vorstände Julian Jäger und Günther

und das an einem Flughafen mit einfa-

letzter Instanz.

Ofner bestanden unsere Hintergrund­

chen Strukturen. Beim Bau des Skylink

recherche mit Bravur.

konnte Ofner zudem im Finale Baukos-

Sie profitieren auch von Restrukturierun-

ten senken. Er hatte geklagt, aktiv ein-

gen. Haben Sie ein Beispiel? – 2011 er-

Was war das grundlegendste Problem bei

gegriffen. Zuerst war die Rede von mehr

warteten wir Zinssenkungen und such-

der Flughafen Wien AG? - Man versuch-

als einer Milliarde Euro, das wurde auf

ten Dividendenpapiere. Im Gespräch

te, Passagiere schnell durchzuschleu-

weniger als 800 Millionen Euro herun-

mit Andreas Treichl sagte er: „Machts

tergespart. Ofner agiert immer, als wäre

doch was mit dem Flughafen Wien, das

es sein eigenes Geld, er ist ein leuchten-

ist nicht mehr anzuschauen.“ Damals wurden die zwei ehemaligen Vorstände aufgrund des Skylink-Debakels vorzeitig abberufen, und Aufsichtsratschef Christoph Herbst übernahm interimistisch die Führung. Es war ein Monopol in einer Ausnahmesituation. Allerdings verdient das damalige Managementteam meine Erwähnung. Es

„Österreich ist ein stinkreiches Land, der fette Staat muss endlich aufhören, die Wirtschaft zu stören.“

des Vorbild. Letztendlich rechneten wir

KLAUS UMEK

Wie hoch war Ihr Investment? – Wir sind

mit einem Free-Cashflow-Potenzial von rund 96 Millionen Euro. Geliefert haben Ofner und Jäger 2016 dann 150 Millionen Euro. Die haben immer alle Erwartungen übertroffen. In den vergangenen vier Monaten sind wir dann wieder eingestiegen, nachdem Ofner einmal launig meinte, wir hätten viel zu früh verkauft.

hatte nie in die eigene Tasche gewirtschaftet. Uns gefiel aber die Story, ein

@@@In turbulenten Zeiten@@steht@@@ @@@Stabilität@@besonders hoch im Kurs.@@@ Die Österreichische Post ist im ständigen Auf und Ab des Kapitalmarktes ein zuverlässiger, attraktiver Dividenden-Titel. Auf Basis des soliden Kerngeschäftes und eines starken Cashflows soll nachhaltig eine Dividende von mindestens 75% des Nettoergebnisses ausgeschüttet werden. Nähere Informationen auf www.post.at/ir Wenn’s wirklich wichtig ist, dann lieber mit der Post.

www.post.at/ir


COVER

Kühler Kopf. ­„Kriege gewinnt man nicht, wenn man sein ganzes Arsenal aufbraucht“, sagt Klaus Umek. Um s­ eine ­Aktionärsrechte streiten kann er gut.

mit rund 40 Millionen Euro eingestiegen,

bedeckt hielt. Deshalb schrieben wir da-

Wie lautet Ihre Einschätzung bezüglich der

und erzielten knapp 130 Millionen Euro

mals, dass der Aktienkurs auf den Buch-

Immofinanz AG? – Wir kauften im gro-

beim Verkauf. Es gab ja zwei Übernah-

wert von elf Euro ansteigen wird. 18 Mo-

ßen Stil, als der Aktienkurs aufgrund des

meverfahren, wo wir den Preis gemein-

nate später hatten wir zwei Dividenden

Russlandsportfolios massiv unter Druck

sam mit dem Management verbessern

kassiert und eine Wertentwicklung von

geriet, vor allem nach den Abwertungen

konnten ‑ öffentlich gearbeitet, aber

75 Prozent lukriert. Auch hier halten wir

im Jänner 2017 bei rund 1,70 Euro. Der-

immer auf Dialog gesetzt. Wir kümmer-

sehr viel vom Team, besonders vom Vor-

zeit liegen die Angebote für das Port-

ten uns anfangs auch um die Aktienli-

standsvorsitzenden.

folio in Moskau angeblich bei rund 800

quidität an der Wiener Börse. Dort gab

Millionen Euro. Noch vor rund 2,5 Jah-

es eine Zeit, wo nicht einmal bis elf Uhr

Es gibt aber auch zwei Hauptaktionäre

ren war es mit 1,65 Milliarden Euro be-

morgens Stücke gehandelt waren. Die

bei der S Immo AG. – Den zwei schläf-

wertet. Damit hat es das Unternehmen

Finanzmarktaufsicht hatte 2013 dazu

rigen Hauptakteuren Martin Simhandl

geschafft, schon vor dem Verkauf or-

den absoluten Bock geschossen und

und Jozef Sikela haben wir mit unse-

dentlich Geld zu verlieren. Als wir aber

Drohbriefe an einen unserer Investoren

rem Einstieg keinen Gefallen getan. Sie

einstiegen, waren die größtmöglichen

verschickt. Weil er einen Aktienblock an

haben die S Immo AG nie verstanden

Abschreibungen vom Markt bereits im

der Flughafen Wien AG gehandelt hat-

und auch während des Kursrutsches nie

Kurs enthalten. Seither hat sich der

te und das davor noch nicht getan hatte.

auch nur ein Stück zugekauft. Sie waren

Kurs fulminant entwickelt. Allerdings

Verdacht auf Insiderhandel und Markt-

immer ängstlich und vom Markt über-

sind die Restrukturierung noch nicht so

manipulation hieß es. Klar, Aktien darf

fordert. Damit nahmen sie ihre Verant-

weit fortgeschritten wie der Aktienkurs.

man ja nicht handeln. Ein klassischer

wortung kaum wahr. Als dann Investor

Fall von „geht ned“.

Ronny Pecik vor rund sieben Monaten

Woran hapert es? – Das Management

eingestiegen ist, weil er die zwei weg-

muss verstehen, dass es nicht ausreicht,

Was hat Sie an der S Immo AG gereizt? – Das

fegen will, überlegten wir zu verkau-

das Russlandportfolio mit einem ho-

war die billigste Immobilienaktie, und

fen. Ich wurde aus Peciks Kaufmotiv

hen Verlust zu verkaufen. Das Manage-

scheinbar ohne Grund. Wir sind im Zuge

nicht schlau. Dennoch ist die Aktie der S

ment muss außerdem Randbereiche los-

der Marktverwerfungen Anfang 2016 bei

Immo AG eine der tollsten Storys, die es

werden und in ein Cash-Angebot für CA

sieben Euro eingestiegen. Wir sahen De-

in Österreich gibt, solange es dort den

Immo investieren. Denn ich glaube nicht,

fizite in der Kommunikation. Wir hatten

Vorstandsvorsitzenden Ernst Vejdovsz-

dass es zu einer Fusion kommen wird. Ich

das Gefühl, dass das Team Angst vor ei-

ky gibt. Wenn die Aktie korrigiert, kau-

kenne keinen Großaktionär in London,

ner Übernahme hatte und sich möglichst

fen wir wieder.

der Aktien der Immofinanz AG für die CA

12


COVER

Immo haben möchte. Die CA Immo hat

Immo AG das Entwicklungsgeschäft und

bei 18 Euro, der Squeeze-out bringt uns

eine präzise Story mit Schwerpunkt Bü-

verkauft Immobilien zu Höchstpreisen.

vorerst nur 17,08 Euro. Da braucht man

ros und Neubau in Deutschland. Und ein

einen langen Atem, und den haben wir.

sehr strukturiertes Portfolio in Osteuropa

Wie schaut es bei Conwert Immobilien In-

Und wir können einen Euro Verlust aus-

ohne Abschreibungsbedarf und mit einer

vest SE aus? - Beim Squeeze-out durch

halten. Also halten wir fast 40 Prozent

hohen Cashflow-Rendite.

die Vonovia SE passt das Chancen-Ri-

des ausstehenden Volumens. Und Vo-

siko-Verhältnis. Deren Gutachten sind

novias Organe werden wir haftbar ma-

Flickwerk. Der Markt bewertet die Aktie

chen, persönlich, wenn sie einen Streit

Welche Rolle spielt dabei die S Immo AG? - Vejdovszkys Idee, hier die S Immo AG

anzetteln, bei dem kein Anwalt ihnen

reich zu machen, ist genial. Wenn man

sagt, dass sie gewinnen können. Die

alle drei Unternehmen zusammenführt,

„Ich kenne keinen ­Investor in ­London, der Aktien der Immofinanz AG für die CA Immo haben möchte.“

hätte man mit der Erste Group Bank AG und der Vienna Insurance Group AG gleich zwei langfristige, stabile Kernaktionäre. Ansonsten verkauft Vejdovszky seine Anteile an der CA Immo und der Immofinanz AG. Mit seinen bisherigen Kursgewinnen wäre die S Immo AG mit einem Schlag sechs Prozent mehr wert, und er schüttet dann eine Sonder-

tenen Differenzbetrags liegt in Österreich bei acht Prozent. Das kann Vonovia in ihrem Geschäft nie verdienen. Wenn alle Anwaltskosten, alle Gutachter und alle Verzinsungen dazukommen, zerstören die Vonovia-Vorstände drei bis vier Millionen Wert pro Jahr mit Streit. Den zahlen uns als Aktionäre der Vonovia SE dann Vorstandsvorsitzender Rolf Buch

KLAUS UMEK

dividende aus. Obendrein forciert die S DEGIRO-172x122mm_boersainer.pdf

kaufmännische Verzinsung des umstrit-

1

11/17/16

und Finanzvorstand Stefan Kirsten eben 7:08 PM


COVER

aus der eigenen Tasche, vor einem englischen Gericht. Wir werden hier „hands down“ gewinnen. Der Preis ist 23 Euro. Wie kommen Sie auf diesen Preis? - Vonovia SE hat mit Diskontfaktoren gerechnet, die zwei Prozentpunkte über jenen liegen, die sie für ihre eigenen Immobilien anwenden. Wo setzen Sie in Ihrem Fonds die Schwerpunkte? - Wir machen nie etwas im Smallcap-Bereich. Unsere Devise lautet:

AG und die VIG sind zu billig. Der Markt

„Es darf nie ­emotional werden. Wir üben uns immer in Diplomatie und suchen Verbündete.“

ist definitiv nicht ausgereizt. Inzwischen gibt es wieder eine positive Stimmung für Osteuropa, das ist wichtig. Die Wahlen stehen vor der Tür. Ihre Erwartung? - Ich sagte vor einem Jahr, wenn Christian Kern es richtig macht, werden wir ein Wachstum von vier Prozent in Österreich haben. Da sagten alle, das wird es nie wieder geben. Es hat nicht reibungslos geklappt, und wir haben

KLAUS UMEK

trotzdem drei Prozent Wachstum. Jeder

nichts unter einer Milliarde Marktwert.

im Land hortet Kohle, die er investieren

Unser Fonds investiert auch zu mehr als

da ich 2007 Cerberus bei deren Kauf be-

müsste, in Bildung und in Arbeit. Öster-

einem Drittel in großkapitalisierte Ak-

raten hatte. Mehr kann ich zum Börsen-

reich ist ein stinkreiches Land, und der

tien. Wir machen zudem gezielt Trans-

gang nicht sagen, es ist aber toll, dass er

fette Staat muss endlich aufhören, die

aktionen, etwa mit Derivaten, um unse-

in Wien stattfindet.

Wirtschaft zu stören. Es gibt viele gute

re Strategie etwas undurchschaubarer zu

Ideen, etwa ein Ende der Besteuerung auf

machen. Sonst könnte sie jeder kopie-

Wie lautet Ihr Befund bezüglich Wiener

nichtentnommene Gewinne. Das würde

ren, weil alles auf Bloomberg steht.

Börse? - Das Tal der Tränen wurde verlas-

schlagartig das Problem der mangelnden

sen. Die Aktien der Raiffeisen Bank Inter-

Wachstumsfinanzierung lösen.

Ist Wien oder Frankfurt der bessere Börsen-

national AG etwa sind sehr gut gelaufen

platz für Bawag PSK AG und die Novomatic

und haben unter Vorstandsvorsitzendem

Sie sind seit einiger Zeit auch Sozialdemo-

AG? - Wer in Frankfurt an die Börse geht,

Johann Strobl noch viel Potenzial. Das gilt

krat. Wie passt das zusammen? - Ich bin

kauft sich ein Ticket für die Vergessen-

auch für die Aktien der Erste Group Bank

2013 beigetreten auf Initiative meiner

heit, außer das Unternehmen ist min-

AG. Die Aktien der Uniqa Versicherung

Freundin Sonja Wehsely. Ich wurde aber

destens zwölf Milliarden Euro schwer.

AG sind bei 8,50 Euro so günstig, das tut

schon als Kind politisch sozialisiert. Mein

Die Bawag AG kenne ich natürlich gut,

schon fast weh. Auch die Wienerberger

Vater war im Kreisky-Kabinett und erfand den Mutter-Kind-Pass. Ich habe also eine große Grundsympathie für die Sozialdemokratie. Allerdings hat es die SPÖ jenen

STECKBRIEF

PETRUS ADVISERS SPECIAL SITUATIONS FUND UCITS

in den vergangenen Monaten, die wirtschaftlich denken, nicht leicht gemacht. Kurz, Kern oder Strache – wer macht das Rennen? - Der FPÖ sind unter HeinzChristian Strache die einstigen Finan-

Petrus Advisers wurde 2009 inmitten

den. Im August 2015 wurde obendrein

ciers mit Sachverstand wie Thomas

der Finanzkrise von Klaus Umek ins

der Petrus Advisers Special Situations

Prinzhorn oder Alfred Heinzel wegge-

Leben gerufen. Seither betreiben Pe-

Fund UCITS (ISIN LU1214677046) auf-

brochen, das ist sehr problematisch. Da-

trus Advisers ihren Special Situations

gelegt, seither können auch Kleinanle-

mit ist viel Wirtschaftsintellektualität

Fund als (in Österreich mit Errech-

ger in dieselbe zugrunde liegende Stra-

weg. Aber die FPÖ hatte sehr oft recht,

nung

Erträge

tegie investieren. Dabei verlangen Pet-

und viele ihrer Themen sind inzwischen

durch KPMG) institutionellen Offshore-

rus Advisers keinen Ausgabeaufschlag

Teil der politischen Mitte. Unsere Kids

Hedgefonds. Investments ab 100.000

und bieten ein schwankungsärmeres,

denken anders, wollen studieren oder

Euro können mit monatlicher Liquidität

täglich liquides Investment. Der Fonds

etwas gründen. Einen sicheren Job in ei-

angenommen werden. Der Ertrag nach

hat den Markt ebenso um mehr als vier

nem Amt mit langer Mittagspause will

Gebühren beträgt seit Gründung 14,8

Prozentpunkte geschlagen und erwirt-

keiner, außer er bekommt keinen ge-

Prozent pro Jahr, also 2,3 Prozent bes-

schaftet Renditen zwischen fünf und

scheiten Job. Wer das in der Politik nicht

ser als der Eurostoxx inklusive Dividen-

zwölf Prozent je nach Marktphase.

kapiert hat, wird abgewählt. n

ausschüttungsgleicher

14


Rahofer. PALFINGER AG · 5101 Bergheim, Österreich · E-Mail h.roither@palfinger.com

WIR ERSCHAFFEN DIE ZUKUNFT.

Inmitten des vierten industriellen Zeitalters können wir durch neue technische Möglichkeiten und die zunehmende Vernetzung schon heute beginnen, die Maschinen von morgen zu erschaffen. Als Innovationsführer und Global Player auf dem Gebiet von Lade-, Hebe- und Handling-Lösungen sind wir maßgeblich an dieser Entwicklung beteiligt. Denn es liegt in unserer DNA, die Branche auch in Zukunft mit intelligenten Systemlösungen und einzigartiger Funktionalität zu prägen. WWW.PALFINGER.AG


KOMMMENTAR

MEINUNGEN

→ VITA CHRISTIAN SCHÖN GESCHÄFTSFÜHRER ERSTE ASSET MANAGEMENT

ENGAGEMENT WIRKT Als Investoren treten wir zunehmend in direkten Dialog mit Unternehmen, um soziale und ökologische Verantwortung einzumahnen. Weghören kann sich keiner mehr leisten.

Durchs

Reden

kommen

die

Leut’

z’sammen. Diese Volksweisheit gewinnt an den internationalen Finanzmärkten an Bedeutung. Unter dem Schlagwort

Der Fußballfan (47) gilt beruflich als ­durchsetzungsfähig und zielorientiert. Seine Freunde beschreiben den gelernten Wert­ papieranalysten als bodenständigen, ehrgeizigen und sportlichen Kumpel und schätzen dessen Handschlagqualität. Geschäftsführer der Fondsgesellschaft der Erste Group Bank AG, bei er das institutionelle Kunden­ geschäft, die Produktentwicklung und die IT verantwortet, ist er seit 2009.

„Ergebnisse publikzumachen ist oft eine stärkere Waffe als die Investition selbst.“

ments und Zugang zu deren Experten zu

CHRISTIAN SCHÖN

Investition selbst. Internationale Medi-

„Engagement“ treten Investoren ver-

erlangen. Die Bereitschaft, die Ergebnisse solcher Dialoge publikzumachen, ist dabei oft eine stärkere Waffe als die

mehrt in den direkten Dialog mit Unter-

en wie die „Financial Times“ berichten

nehmen – auch abseits streng formali-

regelmäßig, wenn die Erste Asset Ma-

sierter Hauptversammlungen. Das Ziel:

nagement namhafte Konzerne wie An-

Veränderungen in Unternehmen durch direkten Kontakt mit

heuser-Busch Inbev oder Unilever infolge unzufriedenstellen-

den Verantwortlichen herbeizuführen.

der Antworten aus ihrem Investmentuniversum ausschließt.

Allein im deutschsprachigen Raum hat sich das verwaltete

Natürlich sind uns auch Grenzen gesetzt. Die Frage, ob ein

Vermögen, das auf Engagementprozesse zurückgreift, im Jahr

Geschäftsfeld aufgrund ethischer Bedenken oder mangeln-

2016 laut dem „Forum Nachhaltige Geldanlagen“ auf 176 Mil-

der Zukunftsfähigkeit eingestellt werden sollte, wird nicht

liarden Euro verdoppelt. Eurosif schätzte dieses Volumen im

allein auf unserem Zuruf entschieden. Wenn wir in diesem

Jahr 2015 sogar auf 4.200 Milliarden Euro europaweit.

Fall stattdessen etwa Investments in Kohleminen für alle ak-

Der Grund für diesen Anstieg ist, dass sogenanntes Active

tiv diskretionär von der Erste-Asset-Management-Gruppe

Ownership, also das Wahrnehmen von Eigentümerinteressen

gemanagten Publikumsfonds ausschließen, setzen wir den-

gegenüber dem Unternehmen, funktioniert. Werden Resolu-

noch ein Zeichen.

tionen nachhaltiger Investoren noch häufig vom Management

Die Frage, wie ein Unternehmen seinem Geschäft nach-

bei der Hauptversammlung abgeschmettert, führen diskretere

geht, ist ebenso bedeutend. Dabei ermöglicht es Engagement,

Wege eher zum Ziel. „Aktive Investoren“ wie Carl Icahn zei-

zukünftige Risiken für bestehende Investitionen zu reduzie-

gen vor, wie selbst mit Minderheitsbeteiligungen massiver

ren, neue Opportunitäten zu schaffen und die nachhaltige

Einfluss ausgeübt werden kann.

Ausrichtung unserer Investionen zu stärken. Dies gilt selbst

Die Ziele nachhaltiger Engagements unterscheiden sich

dann, wenn wir nicht mehr in ein Unternehmen investieren.

von jenen Icahns. Statt kurzfristiger Wertsteigerung soll die

Es entspricht unserem grundlegenden Verständnis, legitimiert

langfristige Entwicklung des Unternehmens durch bessere

durch unsere Kunden, soziale und ökologische Verantwortung

Governance und Einbeziehung sozialer und ökologischer Fak-

einzumahnen, unabhängig davon, ob wir ein unmittelbares fi-

toren gestärkt werden.

nanzielles Interesse am Erfolg des Unternehmens haben. Wir

Um den größtmöglichen Hebel für unsere Anliegen zu er-

sprechen etwa weiterhin mit den deutschen Autobauern BMW,

zielen, schließen wir uns mit anderen Investoren zusammen.

Daimler und VW über Lösungen im Abgasskandal.

Aber auch mit minimalen Beteiligungen oder als Anleihen­

Gerade für nachhaltige Investoren ist dieses Werkzeug von

investor lassen sich so Erfolge feiern. Unsere Erfahrung zeigt,

unschätzbarem Wert. Dank der eingangs erwähnten Entwick-

dass selbst ein Millionstel der Aktien größter internationa-

lung der Volumina, kann sich kein Unternehmen mehr leisten

ler Konzerne ausreicht, um die Aufmerksamkeit des Manage-

wegzuhören. n

16


KOMMMENTAR

MEINUNGEN

→ VITA FRANZ GASSELSBERGER GENERALDIREKTOR OBERBANK AG

HOFFNUNGSMARKT IRAN

Einer jährlichen Bergtour auf Fünf- oder Sechstausender ist der passionierte ­Familienmensch und Vater (58) dreier ­Töchter nie abgeneigt. Zuletzt war er­ im Himalaja­gebiet unterwegs. Auch der ­Halbmarathon in Linz wird von dem promovierten Rechtswissenschaftler jedes Jahr erlaufen. Der gebürtige Ampflwanger ist seit 1983 bei der Oberbank AG, die er seit 2005 als Vorstandsvorsitzender führt.

Am Iran schätze ich die hohe Rechtssicherheit und die Handschlagqualität. Eine noch engere Partnerschaft zwischen Österreich und dem Iran ist von beiderseitigem Vorteil.

Seit der Teilaufhebung der Sanktionen gegen den Iran wollen namhafte österreichische Unternehmen Investitionen tätigen und warten dringend auf mittelund langfristige Finanzierungsmöglich-

„Im Iran gibt es keinen ­einzelnen Entscheidungsträger, die Gruppe entscheidet.“

die Handschlagqualität der iranischen

FRANZ GASSELSBERGER

che ablaufen: Der Zeitbegriff ist im Iran

Geschäftspartner schätzen. Deutliche Unterschiede bestehen aber in der Art und Weise, wie geschäftliche Gesprä-

keiten. Deshalb hat die Oberbank seit

ein ganz anderer als hierzulande, und

eineinhalb Jahren mit dem Iran über ein

meistens gibt es keinen einzelnen Entscheidungsträger – fast alles wird in der

Rahmenabkommen für KontrollbankGruppe entschieden.

gedeckte Finanzierungen verhandelt. Nach zahlreichen Gesprächen während einer Iran-Reise im März 2017 und weiteren

Außerdem ist zu berücksichtigen, dass es nach wie vor Sank-

Gesprächen im Juni 2017 wurden zuletzt abschließende Details

tionen der Europäischen Union und der USA gibt, die genaues-

des Abkommens ausverhandelt, am 21. September 2017 wa-

tens einzuhalten sind. Jede Bank, die im Iran geschäftlich tätig

ren iranische Bankenvertreter zur Vertragsunterzeichnung in

ist, muss strenge Regeln einhalten und wird diesbezüglich lau-

Linz.

fend überprüft. Die Oberbank achtet daher sehr sorgfältig auf

Der Abschluss des Abkommens ermöglicht die Verwirk-

einen allfälligen US-Bezug im Kundengeschäft, um nicht in-

lichung strategisch bedeutsamer Projekte im Iran und ver-

direkt US-amerikanische Vorschriften zu verletzen, und lehnt

schafft den österreichischen Exporteuren einen Wettbe-

die Begleitung von Transaktionen mit US-Bezug ab.

werbsvorteil in einem Land, das sich zu einer „fast growing

Eine noch engere Partnerschaft zwischen Österreich und

economy“ entwickeln kann: Die Bevölkerung von 80 Millionen

dem Iran ist für beide Länder von Vorteil. Die neue Rahmen-

Menschen ist besonders jung, der Altersdurchschnitt liegt bei

kreditvereinbarung kann ein zusätzlicher Katalysator für das

26 Jahren, ist technikaffin, sie hat ein westliches Konsumbe-

iranische Wirtschaftswachstum und den Außenhandel mit

dürfnis. Aufgrund der geografischen Nähe von nur fünf Flug-

Österreich sein, denn sie ermöglicht Kontrollbank-gedeckte

stunden ist der Iran besonders interessant für Österreich. Die

Finanzierungen mit Laufzeiten von mehr als zwei Jahren, zum

zentrale Lage macht ihn zur Drehscheibe für weitere Handels-

Beispiel für Projekte in den Bereichen Infrastruktur oder Ge-

aktivitäten in der Region.

sundheitswesen.

Die Beziehungen zwischen Österreich und dem Iran wa-

Damit können österreichische Exporteure, denn nur für

ren schon immer sehr eng, wobei die österreichischen Un-

solche gilt das Abkommen, ihre Projekte in strategisch wich-

ternehmen vor allem die hohe Rechtssicherheit im Iran und

tigen iranischen Sektoren vorantreiben. n

17


Auf Bienen schauen. Die Zukunft bauen.

Wir prägen Lebenswelten. Nicht nur für Menschen. Das beweist unsere Initiative bee@PORR. Konzernweit bieten die PORR und ihre Töchter Bienenvölkern ein Zuhause. Aktuell schon an über 30 Standorten und laufend werden es mehr. Denn Intelligentes Bauen heißt auch Verantwortung übernehmen. Mehr Information: porr-group.com/bees


REGULIERUNG Regulierung.

© PATRICK PLEUL / DPA / PICTUREDESK

Mifid II soll die ­Transparenz an den Finanzmärkten erheblich steigern und den Anlegerschutz nachhaltig verbessern. Bis jetzt ­verursachte die neue ­Richt­linie vor ­allem viel ­Wirrwarr und Kosten.


Welche Folgen das neue EU-Regelwerk für die heimische Finanzindustrie ab 2018 haben könnte, hat der Börsianer mit betroffenen Marktteilnehmern analysiert. TEXT ROBERT WINTER

MIFID II: GUT GEMEINT UND DOCH DANEBEN 21


FINANZPLATZ

© EU

J

ahrelang brüteten Vertreter der EU,

per 3. Jänner 2018 umzusetzen ist, tat-

wohl im klassischen Veranlagungsge-

Kohorten von Beratern, Finanzex-

sächlich ein großer Wurf ist. Noch ist

schäft als auch im Research wird es für

perten,

Fondsanbieter

auch ungewiss, ob alle beteiligten Spie-

kleinere Anbieter schwierig.“ Wohlbe-

oder auch Aufsichtsbehörden herum,

ler an den Finanzmärkten sowie Käufer

hagen will auch bei IVA-Anlegerschüt-

um auf einen grünen Zweig zu kom-

von Finanzprodukten am Ende des Ta-

zer Wilhelm Rasinger nicht so richtig

men. Das Ergebnis, das dabei heraus-

ges dank der neuen Vorschriften rund-

aufkommen. Rasinger: „Mifid II bringt

gekommen ist, trägt den sperrigen Na-

um happy sein werden.

eine zunehmende Professionalisierung

Banken,

men Markets in Financial Instruments

der Finanzbranche. Die Anforderun-

Directive, kurz Mifid II. Dabei handelt es

Starker Verdrängungswettbewerb

gen an alle Beteiligten, auch an Finanz-

sich um eine EU-Richtlinie, die, verein-

Aber welche Folgen hat das neue Re-

berater, steigen. Das ist an sich nicht

facht gesagt, dafür sorgen soll, dass es

gelwerk für die Finanzindustrie? Was

schlecht. Die Regulierung ist jedoch

in der Finanzindustrie mit rechten Din-

sind mögliche Folgen für den österrei-

teilweise überschießend. Der Aufwand,

gen zugeht.

chischen Kapitalmarkt? Was halten Fi-

den alle Betroffenen inklusive der Ban-

Wie bei zahlreichen anderen Regu-

nanzprofis und Anlegerschützer wirk-

ken zu stemmen haben, ist enorm. Da-

lierungsmaßnahmen auch hört sich das

lich von Mifid II? So gut wie sicher ist,

gegen ist der positive Effekt für Inves-

auf den ersten Blick wunderbar an. Soll

dass die Karten unter den am Finanz-

toren gering. Auch die Produktvielfalt

doch Mifid II die Transparenz an den Fi-

markt aktiven Playern neu gemischt

wird leiden. Es wird nur noch 08/15-Lö-

nanzmärkten erheblich steigern, den

werden.

sungen geben.“

Anlegerschutz nachhaltig verbessern,

dent der Österreichischen Vereinigung

Auch Adam Lessing, Head of Cen-

Finanzgaunern den Riegel vorschieben

für Finanzanalyse und Asset-Manage-

tral and Eastern Europe bei Fidelity In-

und so weiter und so fort. Noch ist un-

ment ÖVFA: „Mifid II wird den Ver-

ternational, beäugt die aktuellen Ent-

klar, ob die EU-Richtlinie Mifid II, die

drängungswettbewerb verstärken. So-

wicklungen kritisch: „Die Regulierung

Friedrich

22

Mostböck,

Präsi-


FINANZPLATZ

Transparenz. Die neue EU-Richtlinie lässt ­große Interpretationsspielräume offen.

„­Umsetzung ­einiger ­Bestimmungen ist ­praxisfremd.“

„Mifid II k ­ önnte für Marktteilnehmer zur Sollbruchstelle ­werden.“

ADAM LESSING

CLAUDIA FIGL

bleme. Die Bestimmungen von Mifid II

Hagenauer: „Bislang waren relativ sim-

lassen bezüglich Adressaten, Marktteil-

ple Bezahlsysteme üblich. So zahlten

nehmern oder auch dem Pricing gro-

etwa Fonds an Broker einen bestimm-

ße

offen.

ten Gesamtbetrag. Künftig sind die Kos-

Man bewegt sich auf breiten Autobah-

ten transparent darzustellen. Das wir-

nen. Ich rechne damit, dass Nachschär-

belt Staub auf. Es ist zu klären, wer für

fungen kommen werden.“ Darüber hi-

was bezahlt. Es ist auszuweisen, wer die

naus kann es zu einer Marktbereini-

Kosten für Brokerleistungen, für Analy-

gung kommen. Claudia Figl, Partner der

se, für Vor-Ort-Besuche von Unterneh-

Bank Gutmann AG und Leiterin Private

men oder auch für Roadshows mit Ban-

Clients: „Mifid II ist eine Herausforde-

ken trägt. Derzeit herrscht in Bezug da-

rung für die gesamte Finanzindustrie.

rauf unter Fondsanbietern, Brokern und

Sowohl für Produkthersteller als auch

Researchhäusern noch viel Unklarheit.“

Interpretationsspielräume

für den Vertrieb. Mifid II könnte für ei-

Dass auf die Analystenschar Verän-

nige Marktteilnehmer zur Sollbruch-

derungen zukommen, streicht Hen-

stelle werden.“

ning Eßkuchen, Leiter des CEE Equity Research der Erste Bank Österreich AG,

Wer zahlt die Zeche?

hervor. Eßkuchen: „Research wird wei-

Von den neuen Anforderungen an Kos-

ter gebraucht. Die Kosten dafür sind aus-

tentransparenz

Researchanbie-

zuweisen. An der Qualität des Research

ter und die Nutzer der Analysen glei-

wird sich nichts ändern.“ Nichtsdesto-

ist im Hinblick auf den Anlegerschutz

chermaßen betroffen. Bisher bekamen

trotz sind auch Analysehäuser mit einer

sehr gut. Die Umsetzung einiger Be-

Fondsmanager eine gewisse Anzahl an

Kostenlawine konfrontiert. Eßkuchen:

stimmungen ist jedoch praxisfremd.“

externen Analystenstudien als Gegen-

„Der Aufwand, um Mifid II-gerecht zu

Trotz der einjährigen Verschiebung der

leistung für Handelsaufträge. Das wird

werden, ist groß. Deshalb werden einige

Umsetzung von Mifid II herrscht laut

künftig nicht mehr möglich sein. Re-

Researchanbieter auf der Strecke blei-

dem Fidelity-Experten bei den Durch-

search und Dienstleistungen von Bro-

ben. Auch aufseiten der Kunden wird

führungsbestimmungen

keine

kern sind getrennt zu bezahlen und die

sich etwas verändern. Manche Bezieher

volle Klarheit. Lessing: „Es gibt nach

Kosten für Analysen eindeutig zuzuord-

werden sich Research nicht mehr leis-

wie vor neue Regeln der Europäischen

nen. Dabei kristallisieren sich laut Rene

ten können oder wollen.“

Wertpapier- und Marktaufsichtsbehör-

Hermann, Partner bei Independent Cre-

de ESMA. Viele Details wurden sehr spät

dit View AG in Zürich, zwei Möglich-

Immer auf die Kleinen

definiert. Es wurde unterschätzt, dass

keiten heraus: „Asset-Managern stellt

Wenig Optimismus versprüht Cira-

für die Umsetzung ausreichend viel Vor-

sich die Frage, ob sie die Kosten für Re-

Vorstandschef Hagenauer. „Am Fi-

laufzeit nötig ist.“

search-Dienstleistungen selbst bezah-

nanzplatz London stellen Fondsgesell-

Davon weiß auch ÖVFA-Präsident

len oder an Kunden abwälzen. In einem

schaften eigene Analysten an, die An-

Mostböck zu berichten: „Leider ist der

nächsten Schritt haben Asset-Manager

zahl von Sell-Side-Analysten geht zu-

Interpretationsspielraum groß. Egal ob

zu überlegen, welcher Researchbedarf

rück.“ Eine Entwicklung, die in Ös-

Banken, Versicherungen oder Asset-

besteht und wie dieser zu erfüllen ist.“

terreich bereits seit Jahren im Laufen

noch

sind

Manager. Überall haben die Rechtsab-

Laut Harald Hagenauer, Vorstands-

ist kann sich laut dem Cira-Experten

teilungen alle Hände voll zu tun. Ein

vorsitzender Circle Investor Relations

noch verstärken. Hagenauer: „Die An-

Mehr an Transparenz ist gut. Aber der

Austria (Cira), herrscht in Bezug auf den

zahl der Analysen für kleinere Aktien

Mangel an Konkretisierung schafft Pro-

Umgang mit Kosten noch Verwirrung.

des ATX-Prime-Index ist schon seit ge-

23


FINANZPLATZ

che Verzicht auf die Expertise der Ana-

„Einige ­Researchanbieter werden auf der Strecke bleiben.“

lysten. Hagenauer: „Der Eintrittspreis in das System wird steigen. Unternehmen müssen mehr Geld in die Hand nehmen.“ Derzeit geht unter internationalen Fondshäusern der Trend in die Richtung,

HENNING ESSKUCHEN

dass die Kosten für Research aus der eige-

„Unternehmen müssen mehr Geld in die Hand n­ehmen.“ HARALD HAGENAUER

nen Tasche beglichen werden. Das trifft raumer Zeit tendenziell rückläufig. Bei

etwa auf Anbieter wie Aberdeen Standard

RCB-Chef Celeda: „Mifid II ist ein

heimischen Blue Chips wird sich nicht

Investments, Deutsche Asset Manage-

zweischneidiges Schwert. Die neuen

viel ändern. Dagegen werden Analys-

ment, Ethenea Independent Investors,

Richtlinien werden einerseits zu einer

ten zu kleineren Unternehmen wie Po-

Flossbach von Storch, JP Morgan Asset

gesteigerten Transparenz führen, die

lytec oder Rosenbauer vielleicht nichts

Management, M&G International Invest-

uns schon immer ein großes Anliegen

mehr schrei­ben.“ Mifid II schreibt vor,

ments, Pimco oder auch Vanguard zu.

war.“ Aber es gibt auch Schattenseiten.

dass jeder Assetmanager ab 2018 von

Andere Häuser wie Amundi, Man, Deka,

Problematisch ist etwa die hohe Anzahl

Banken erhaltene Aktien- und Markt-

Invesco, Schroder Investment Manage-

der neuen Regeln und die sehr detail-

analysen zu vergüten, separat auszuwei-

ment, Union Investment reichen dage-

lierten Anforderungen zur Durchfüh-

sen und von Transaktionskosten zu tren-

gen die Kosten an ihre Kunden weiter.

rung dieser. Es bestehe die Gefahr, dass

nen hat. Raiffeisen-Centrobank-Chef

Wie bei vielen anderen österreichischen

die Selbstständigkeit und Mündigkeit

Wilhelm Celeda: „Dies wird dazu führen,

und internationalen Anbietern ist etwa

von Anlegern eingeschränkt wird. Cele-

dass im Small- und Mid-Cap-Bereich

auch bei Fidelity Investments die Ent-

da: „Es liegt ein eindeutiger Fokus auf

die Anzahl der Analysten reduziert wird.

scheidung bezüglich des Umgangs mit

Erhöhung der Kostentransparenz, wo-

Es ist sogar denkbar, dass es für Unter-

den Kosten für externe Analystenstudien

durch die Qualität oder die Performance

nehmen mit geringer Marktkapitalisie-

noch offen. RCB-Experte Celeda: „Gut

der Produkte beim Anleger möglicher-

rung kein Research mehr geben wird. Wir

möglich, dass wegen der neuen Vorgaben

weise nur noch eine untergeordnete

werden als größtes österreichische Ana-

kleinere Anbieter auf der Strecke bleiben

Rolle spielen. Aufgrund des enormen

lysehaus alles daran setzen, gemeinsam

werden, was zu einer Konsolidierung un-

Mehraufwands wird künftig die Ange-

mit den Unternehmen eine flächende-

ter Asset-Managern führen wird.“

botspalette an Finanzprodukten klei-

ckende Coverage beizubehalten, um wei-

ner werden. Das soll laut Celeda nicht

terhin interessierten Anlegern die erfor-

Das Angebot schrumpft

dazu führen, dass eine für den jeweili-

derliche Information zu ermöglichen.“

Fondshäuser müssen zahlreiche ver-

gen Anleger passende und somit attrak-

Figl:

schiedene Anteilsklassen anbieten, um

tive Veranlagung nicht mehr angeboten

„Research wird auch weiterhin benö-

den Kundenbedürfnissen gerecht zu

werden kann. Celeda: „Denn sowohl für

tigt. Allerdings werden die Marktteil-

werden. Fidelity-Experte Lessing: „Das

Produkt­an­bieter als auch für Investoren

nehmer eventuell auf weniger Anbieter

geht bis zu 100 Anteilsklassen für ein-

wird das Korsett enger.“

zurückgreifen. Ich denke nicht, dass das

zelne Produkte. Die Bandbreite reicht

Anlegerschützer Rasinger verweist

Research für kleinere, börsennotier-

von Shareklassen mit unterschiedlichen

auf ein weiteres Problem: „Die zusätz-

te Unternehmen gänzlich eingestellt

Auszahlungsprofilen bis hin zu Super-

liche Bürokratisierung zieht hohe Kos-

wird. Sollte ein Unternehmen Interes-

Clean-Share-Klassen, die kostenmäßig

ten nach sich. Diese fließen in Finanz-

se haben, dass darüber Research erstellt

am günstigsten sind. Für kleinere An-

produkte ein. Ich gehe davon aus, dass

wird, wird es sich an den Kosten betei-

bieter ist es wahnsinnig schwierig, vie-

Mifid II zu einer Reduktion des Ange-

ligen müssen.“ Heinz Bednar, Vorsit-

le Anteilsklassen zu offerieren, die Mi-

bots an Finanzprodukten führen wird.

zender der Geschäftsführung von Erste

fid-II-konform sind.“ In Summe wird es

Es ist auch damit zu rechnen, dass die

Asset Management meint, dass sich die

laut Lessing auch in der Fondsbranche zu

Anzahl der Finanzberater weiter sinkt.

Anzahl von Researchanbietern stark re-

einer weiteren Konzentration kommen:

Künftig ist eine nebenberufliche Tätig-

duzieren kann. Bednar: „Und es ist lei-

„Kapitalanlagegesellschaften,

ein

keit als Finanzberater so gut wie aus-

der denkbar, dass für kleinere börsen-

Vermögen von sechs oder sieben Milli-

geschlossen. Ausreichend große Veran-

notierte Unternehmen überhaupt kein

arden Euro verwalten, werden es in Zu-

lagungsvolumina sind kaum zu errei-

Research mehr angeboten wird.“

kunft schwer haben. Es ist zwar nicht

chen. Zusätzlich sind die Anforderungen

fair, aber Mifid II bevorzugt große Fonds-

an Ausbildung gestiegen. Das bevor-

anbieter“, so Lessing.

zugt größere Berater, kleinere werden

Bank-Gutmann-AG-Expertin

Bleibt der Weg in das von Unternehmen bezahlte Research oder der gänzli-

24

die


FINANZPLATZ

„Nebenberuf­ liche Tätigkeit als ­Finanzberater fast ausgeschlossen.“ WILHELM RASINGER

der Kundeninformation, gepaart mit der Anforderung, dass nur ausreichend qualifizierte Kundenbetreuer Anlageberatung durchführen dürfen und diese die Qualifikation durch laufende Ausund Weiterbildung erhalten müssen, halte ich für wesentliche und wichtige

„Kein Augenmerk auf Qualität oder Performance der Produkte.“ WILHELM CELEDA

Änderungen im Kundeninteresse.“ das schwer schaffen.“ Auch Bank-Gut-

ser, die Ausbildung der Führerschein­

mann-AG-Expertin Figl glaubt, dass die

Zum Wohle der Investoren?

Produktvielfalt sinken wird: „Eine Qua-

Ob sich die Ergebnisse aber immer zum

Der Chef der Erste Asset Manage-

litätsverbesserung bei einigen Anlage-

Wohle der Anleger auswirken werden,

ment, Heinz Bednar, sieht dennoch

produkten ist sehr wahrscheinlich. Die

bleibt fraglich. Anlegerschützer Rasin-

Vorteile: „Mifid II wird in vielen Fällen

Vielfalt wird hingegen eher abnehmen.“

ger: „Aus Sicht des Anlegerschutzes

eine Fehlberatung verhindern können,

Ins gleiche Horn stößt Fonds-Profi Bed-

hält sich meine Begeisterung für Mifid

da der Beratungsprozess etwa in Bezug

nar: „Angesichts der vermehrten Anfor-

II in Grenzen. Eine Verbesserung der Fi-

auf die Kenntnisse des Anlegers oder

derungen könnten sich einige Anbieter

nancial Education wäre die bessere Lö-

dessen Risikobereitschaft stärker reg-

von Finanzprodukten veranlasst sehen,

sung. Die Situation erinnert ein we-

lementiert wird. Andererseits besteht

ihre Produktpalette zu reduzieren, um

nig an die Bemühungen, die Sicherheit

aber auch die Gefahr, dass den Kunden

dem vermehrten Aufwand entgegenzu-

im Autoverkehr zu steigern. Zusätzli-

nicht mehr in vollem Umfang die Mög-

wirken.“

Bank-Gutmann-AG-Exper-

che Tempolimits und Verkehrsschilder

lichkeiten angeboten werden, die sie

tin Figl: „Eine erhöhte Transparenz bei

bringen dabei nicht viel. Es wäre bes-

bisher hatten.“ n

Effizienz gibt den Ton an.

www.kathrein.at

neulinge zu verbessern.“

Die Kathrein Privatbank ist Ihr effizienter Ansprechpartner in allen Vermögensangelegenheiten. Auch steuerliche oder rechtliche Anliegen können Sie bei uns deponieren und wir erledigen diese für Sie. Denn jederzeit können wir für Sie auf unser sorgfältig aufgebautes ExpertenNetzwerk zurückgreifen.


RENDITE

RENDITE VERANLAGUNG

STOXX Eastern EU TM (EUR) STOXX Europe TM (EUR) STOXX US TM (EUR) STOXX EM

MARKTENTWICKLUNG

ENTWICKLUNG (YTD) DER INTERNATIONALEN AKTIENMÄRKTE IM VERGLEICH ZUR WIENER BÖRSE

22,50% ATX (ÖSTERREICH)

20,00%

STOXX EASTERN EU TM (EUR) STOXX EUROPE TM (EUR)

17,50%

STOXX US TM (EUR) STOXX EM TM (EUR)

15,00% 12,50% ÖSTERREICH (ATX)

EMERGING MARKETS EMERGING MARKETS

10,00% 7,50% 5,00%

EUROPA

2,50% USA

0,00% -2,50% -5,00% 03.1.

20.9.

Outperformance. Österreichische Aktien setzen ihren starken Aufwärtstrend seit Jahresanfang fort. Zuletzt ging es auch für Emerging-MarketsAktien sowie europäische Werte wieder bergauf. US-Aktien konnten sich zuletzt wieder etwas steigern. Osteuropa-Aktien haben Probleme.

ÖSTERREICH HAT GUTE KARTEN KOLUMNE

Nach der Wahl ist vor der Wahl. Waren es im Sommer noch die französischen Urnen, so sind es jetzt die deutschen beziehungsweise auch die österreichischen, die zu Interpretationen bezüglich kommender Wirtschaftspolitik die Märkte anregen. Alles aber weit weniger ängstlich als noch zuvor, da sich inzwischen in Euroland ein selbstbewusster und von Konjunktur- und Gewinnwachstum getragener Prozess der

WOLFGANG MATEJKA Geschäftsführer Matejka & ­Partner Asset Management

Selbstständigkeit entwickelt hat, den man so davor vielerorts nicht erwartet hatte. Dies wird auch weiterhin eine kräftige Unterstützung für die europäischen Aktienmärkte darstellen. Dieses Gewinnwachstum bleibt natürlich im Fokus, sollte sich aber auch aufgrund mittlerweile deutlich gestiegener Investitionen innerhalb der Wirtschaftsräume parallel zu den laufenden Infrastrukturprojekten der EU weiter steigern lassen. Österreich nimmt in diesem EU-Umfeld nach wie vor einen vorderen Platz ein. Die Unternehmensergebnisse beleuchten in Summe eine sehr erfreuliche Entwicklung, auch wenn bei einigen Werten teilweise geringe Abweichungen vom Positivszenario kurzfristig deutliche Kursrückgänge ausgelöst hatten. Ein Faktum, das die hohe Sensibilität auf den Test der Glaubwürdigkeit des Wachstums­szenarios aber nur unterstreicht. Die kommenden Monate sollten den Blick auf 2018 stärker in die Perspektive der Investoren rücken. Österreich hat hier nach wie vor gute Karten mit stabil hohen Auftragsständen in der Industrie, sich verbessernden Bankbilanzen, Profiteuren im Energiewandel Europas und mit einem expansiven Konsumumfeld. Osteuropa bleibt ein zusätzliches Versprechen, das sich trotz exzellenter volkswirtschaftlicher Daten in CEE noch nicht vollständig in unseren Markt importiert hat.

26


RENDITE

MARKTMEINUNGEN AUSBLICK DER ÖSTERREICH-FONDS-MANAGER

Günther Schmitt Fondsmanager Raiffeisen Österreich Aktien (ISIN AT00000859293) Raiffeisen KAG

Christian Burger Fondsmanager Vienna Stock (ISIN AT00000952460) Sparkasse Oberösterreich KAG

Wie bewerten Sie das aktuelle Marktumfeld? – Das Marktumfeld

Wie bewerten Sie das aktuelle Marktumfeld? – Der österreichi-

würde ich als sehr positiv betrachten. Sowohl makro- als auch

sche Aktienmarkt konnte sich in den vergangenen Monaten

mikroseitig hört man gute Nachrichten, das Wirtschaftswachs-

im internationalen Börsenumfeld behaupten und profitiert

tum zieht in Österreich und Zentral- und Osteuropa deutlich

aktuell von der guten Konjunktur und der Erholung in Ost-

an. Den Unternehmen beschert dies steigende Umsätze und

europa. Steigende Unternehmensgewinne bei vielen öster-

Gewinnprognosen. Damit sollten sich auch wieder vermehrt

reichischen Unternehmen bieten attraktive Kaufgelegenhei-

ausländische Investoren für österreichische Unternehmen in-

ten. Der ATX kann an seinem Aufwärtstrend festhalten und

teressieren.

zeigt klare Stärken gegenüber den anderen Märkten in Eu-

Welche Branchen favorisieren Sie derzeit und warum? – Immobi-

ropa. Nichtsdestotrotz dürfen einige geopolitische und wirt-

lienaktien sind in Österreich immer noch, vor allem gegenüber

schaftliche Risiken nicht außer Acht gelassen werden. Gefah-

deutschen Immo-Aktien, sehr günstig bewertet, und die Preise

ren rund um Nordkorea könnten schnell das Bild aus Markt-

sowohl für Gewerbe- als auch für Wohnimmobilien und Hotels

sicht trüben. Auch die geldpolitischen Maßnahmen der Na-

ziehen in den Kernmärkten Österreich und Deutschland wei-

tionalbanken werden in den nächsten Monaten die Finanz-

terhin an. Wir sind hier vor allem in CA Immo, UBM AG, Buwog

märkte beschäftigen.

AG und S Immo AG investiert.

Welche Branchen favorisieren Sie derzeit und warum? – Viele

Was sind die drei Toppositionen in Ihrem Österreich-Fonds und

Unternehmen konnten von der Erholung im Rohstoffbereich

warum? – Raiffeisen Bank International AG, Erste Group Bank

profitieren. Aktuell sehen wir auch in diesem Sektor weiteres

AG und CA Immo. Die Banken sehen sich durch steigende Zin-

Potenzial. Von der anhaltenden Erholung in Osteuropa und

sen wieder einem positiveren Umfeld ausgesetzt, das sollte

der Stabilisierung an den Finanzmärkten sollte auch die hei-

sich mittelfristig auch in ihren Zahlen widerspiegeln. Zudem

mische Bankenlandschaft weiterhin profitieren. So konnten

könnte der Börsengang der Bawag PSK AG dem Bankensektor

die österreichischen Banken eine Verbesserung der Risiko-

mehr Aufmerksamkeit bringen und dafür sorgen, dass man

kosten und steigende Konzernergebnisse vorweisen und viele

erkennt, dass sowohl RBI als auch Erste Bank recht günstig

Investoren zurückgewinnen.

bewertet sind. CA Immo ist unser bevorzugter Immowert, ei-

Was sind die drei Toppositionen in Ihrem Österreich-Fonds und

nerseits durch die niedrige Bewertung, andererseits durch ge-

warum? – Am stärksten gewichtet haben wir zurzeit Voest­

wisse Übernahme- und Fusionstheorien.

alpine AG, die Erste Group Bank AG und die Andritz AG.

Beim Investieren geht es um Kontinuität. 114* Fonds, die von Morningstar mit vier oder fünf Sternen bewertet sind, belegen unsere Fähigkeit, kontinuierlich Erfolge für unsere Anleger zu erzielen.

columbiathreadneedle.at *Quelle: Geschäftszahlen von Ameriprise Global Financial für das 2. Quartal 2017, Morningstar (Stand: 30.06.2017). Das Gesamtrating von Morningstar basiert auf einem gewichteten Durchschnitt der Ratings für die jeweils einzelnen Rating-Zeiträume (3-, 5- und 10-Jahre). Weitere Informationen zur Methodik finden Sie unter www.morningstar.com. Nicht alle Fonds sind in Österreich zum Vertrieb zugelassen. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Hinweis auf die künftige Wertentwicklung. Der Wert einer Anlage kann steigen oder fallen und Anleger erhalten unter Umständen nicht den investierten Betrag zurück. Herausgegeben von Threadneedle Asset Management Limited (Reg. Nr. 573204). Eingetragen in England und Wales. Von der Financial Conduct Authority im Vereinigten Königreich zugelassen und reguliert. 09.17 | J26364_DerBo


RENDITE

PORTFOLIO → VITA BEATRICE SCHOBESBERGER LEITERIN WEALTH-MANAGEMENT HYPO VORARLBERG AG

BEATRICE SCHOBESBERGER

„WIR WARTEN EINE ­ KORREKTUR IN DEN USA AB“

Die Sprach- und Wirtschaftswissen­ schaftlerin blickt auf eine 30-jährige Bankkarriere zurück. Sie übernahm vor drei Jahren die Leitung des Wealth-Managements der Hypo Vorarlberg AG. Das erfordert freilich ein reges Pendeln zwischen Bregenz und Wien. Ausgleich findet die zweifache Mutter etwa beim Golfen oder im Literaturclub Müßiggang.

Bei der Hypo Vorarlberg rechnet man mit einer längst fälligen

ASSET-ALLOCATION

Zwischenkorrektur auf dem Aktienmarkt. Eine sehr breite Streuung dient als Puffer. TEXT RAJA KORINEK Frau Schobesberger, viele herkömmli-

anleihen. Letzteren Bereich decken wir

che Finanzmarktstrategien müssen auf-

zum Beispiel mit dem Nordea-1 Emer-

grund der geringen Renditen und der an-

ging Market Bond Fund ab. Euro-Staats-

stehenden Zinswende, vorerst in den USA,

anleihen haben wir derzeit gar keine.

überdacht werden. Wie passt da das Hypo-

Portfolio Absolute Return hinein? - Der Großteil unser Anleger ist eher konservativ ausgerichtet und war es jahrelang gewohnt, mit Anleihen gutes Geld zu verdienen. Damit lassen sich kaum noch Erträge erzielen. Als Antwort auf

36 % 30 % 20 % 10 % 4 %

19 % Welt 11% Small-/Midcaps 6 % Emerging Markets

drei Jahren das Portfolio, um auf unterschiedliche Anlageklassen zu streu-

ANLEIHEN

en, allerdings unter einer strengen Risikokontrolle. Die einzelnen Strategien setzen wir aber grundsätzlich mit Fonds und ETFs um. Der Anleiheanteil macht derzeit rund 30 Prozent aus. Wo finden Sie eigentlich noch Chancen? – Wichtig ist auch hier die breite Streuung etwa auf Unternehmensanleihen mit guter Bonität sowie

Sollte angesichts der konservativen Anleger der Rententeil nicht höher sein? – Auch auf den Anleihemärkten kann es gröbere Rücksetzer geben, da sie insgesamt schon recht teuer sind. Wie uner-

AKTIEN

das Dilemma lancierten wir vor knapp

Aktien Anleihen Alternative Investments Geldmarkt Anleihen Short

wartet eine Wende kommen kann, sah man etwa beim US-Dollar, als dieser gegenüber dem Euro für viele sehr unerwartet zu sinken begann. Genauso rasch

12 %  Schwellenländer 9% Hochzinsanleihen 3 % Fremdwährung (NOK, AUD, CAN) 3 % Wandelanleihen 3 % Sonstige

können die Rentenmärkte drehen. Daher wollen wir einen Anleiheanteil von höchstens 40 Prozent haben, auch wenn er theoretisch auf 100 Prozent steigen könnte.

ALTERNATIVE INVESTMENTS

13 %  Robotics 5% Private Equity 2% Gold

QUELLE: HYPO VORARLBERG AG, ABSOLUTE RETURN PORTFOLIO

Wann haben Sie die Anleiheposition auf die aktuelle Gewichtung reduziert? - Diese Gewichtung haben wir schon länger in dieser Höhe. Aber innerhalb der Position gibt es immer wieder Umschichtun­

auf Hochzins- und Schwellenländer-

28


OBERBANK PRIVATE BANKING, WEIL VERTRAUEN PRIVATSACHE IST. Dr. Franz Gasselsberger, MBA – Generaldirektor Oberbank AG

Sie verdienen mehr. Ihr Vermögen auch.


RENDITE

Welche Regionen stechen derzeit hingegen besonders hervor? – Unterm Strich favorisieren wir derzeit Europa, selbst wenn das Entwicklungspotenzial in der Region geringer ist. Auch auf Japans Aktienmarkt sind wir derzeit recht positiv gestimmt. Zuletzt ist der Markt freilich ebenfalls recht gut gelaufen, wir sehen aber immer noch reichlich Potenzial. Insgesamt wählen wir aber nicht nur Regionen, sondern auch verschiedene Themen.

„Wir sind derzeit vor allem auf Industriemetalle positiv eingestellt, bei Rohöl verhaltener.“

Können Sie da etwas hervorheben? – Derzeit setzen wir stark auf das Thema Robotik, etwa mit dem Robo Global Robotics and Automation ETF. Unser Leiter des Asset-Managements, Roland Rupprechter, ist ein großer Kenner dieser Branche. Wir haben also sehr viel Kompetenz in einem Bereich, den wir als sehr zukunftsträchtig erachten.

BEATRICE SCHOBESBERGER

gen. Derzeit gewichten wir Hochzinsanleihen mit rund neun Prozent, haben die Position aber zugunsten von Anleihen aus den Schwellenländer im Sommer gesenkt. Letztere Regionen profitieren in der Regel von einem schwächeren US-Dollar. Weitere knapp drei Prozent entfallen auf Wandelanleihen. Aber auch Fremdwährungsanleihen aus Norwegen, Australien und Kanada sind mit rund drei Prozent gewichtet. Es fällt auf, dass die Fremdwährungsanleihen aus Rohstoffländern sind. Gibt es da einen Zusammenhang? – Ja, das haben wir bewusst so gewählt. Die gute Stimmung in den Unternehmen stützt die Konjunktur anhaltend. Dies wird sich auch in der Rohstoffnachfrage widerspiegeln. Wir sind derzeit vor allem auf Industriemetalle sehr positiv eingestellt. Nur beim Rohöl sind wir etwas verhalten, da hier die Schieferproduktion in den USA eine wichtige preisentscheidende Rolle spielt. Gibt es auch direkte Rohstoffinvestments abseits der Währungspositionen? – Diese fallen in den Bereich der Alternative Investments, wobei wir die Position zum Beispiel mit Derivaten, sogenannten Futures, abdecken. Alternative Investments umfassen aber auch andere Anlageklassen, etwa Listed Private Equity, auch wenn es sich dabei um börsennotierte Aktien handelt. Denn Unternehmen im Bereich Private Equity befinden sich in einem ganz anderen Stadium des Zyklus als andere Aktienbereiche. Knapp mehr als ein Drittel des Portfolios entfällt auf Aktien. Reicht das, um Ertragschancen optimal zu nutzen? – Vor wenigen Monaten war der Anteil sogar bei 45 Prozent, wir haben dann aber den US-Anteil sukzessive reduziert. Nach dem fulminanten Anstieg auf den US-Börsen rechnen wir mit einer Korrektur, da die Bewertungen schon sehr hoch sind. Allerdings muss man auch dazu sagen, dass Fundamentaldaten an den Börsen immer weniger Beachtung finden, während psychologische und geopolitische Faktoren immer öfter eine Rolle spielen.

Überlegt. Bankerin Schobesberger achtet zunehmend auf geopolitische Faktoren.

30


„Drosselt die EZB ihr Anleihekaufprogramm, lastet das auf den Kursen und hebt die Renditen.“ BEATRICE SCHOBESBERGER

Sie mischen auch kleinkapitalisierte Aktien bei. Weshalb nicht einfach bei den großen Blue Chips bleiben? – Diesem Bereich mischen wir ausschließlich in Europa mit zwölf Prozent bei, da wir uns in der Region besser auskennen, und man gerade in diesem Bereich umso genauer hinsehen muss. Obendrein dürfte die anspringende Konjunktur in Europa den Small Caps kräftigen Rückenwind verleihen. Die Cash-Position von zehn Prozent erscheint recht hoch angesichts der niedrigen Zinsen. – Das ist darauf zurückzuführen, dass wir eine Korrektur vor allem auf den US-amerikani-

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schen Aktienmärkten abwarten wollen, um danach wieder defensiver ausgerichtet, und wir wollen nicht allzu großen Schwankungen ausgesetzt sein. Im Portfolio wird mit einem Teil auch auf fallende Anleihenkurse gesetzt. Wo sind Sie besonders negativ eingestellt? – Bei deutschen Bundesanleihen mit Laufzeiten von mehr als zwanzig Jahren setzen wir tatsächlich auf fallende Kurse. Allein die Markterwartung steigender Zinsen in Europa lastet besonders auf den Kursen lang laufender Anleihen. Denn hier muss man erst noch sehr viele Jahre warten, bis man sein Geld zurückbekommt, um es dann endlich zu höheren Zinsen wieder veranlagen zu können. Noch rechnen wir aber nicht mit einer Zinserhöhung in der ­Eurozone. Was könnte die Anleihenkurse zusätzlich beeinflussen? - Die EZB dürfte bald ihr umfangreiches Anleihekaufprogramm stückweise weiter drosseln. Damit fällt ein wichtiger Käufer allmählich weg, was auch auf den Kursen lastet und

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somit die Renditen anhebt. Bis Jahresende 2018 erwarten wir bei zehnjährigen deutschen Bundesanleihen jedenfalls eine Rendite von rund ein Prozent. Auch glauben wir, dass der US-Dollar gegenüber dem Euro wieder

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zuzukaufen. Schließlich ist der Fonds insgesamt ein wenig

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RENDITE

BÖRSENWETTER

ROLAND NEUWIRTH Fondsmanager, Salus Alpha

„Kaufen kann man derzeit Atrium, RBI, Voestalpine, Palfinger und Polytec. Abraten würde ich von OMV, Zumtobel, Wolford und Semperit.“

YEAR-TODATE-TRENDS DER ­WELTBÖRSEN

LONDON (FTSE 100) 7.295,39 I 2,14 %

TORONTO (TSX) 15.172,72 I –0,75 %

PARIS (CAC 40) 5.225,2 I 7,46 %

NEW YORK (DJIA) 22.203,48 I 12,35 % POSITIVE PERFORMANCE (YTD)

NEW YORK (NASDAQ) 6.429,084 I 19,43 %

NEGATIVE PERFORMANCE (YTD)

EUROPA (DJ EURO STOXX 50) 3.526,48 I 7,17 % MEXIKO-STADT (IPC) 50.225,12 I 10,04 %

WELT (DJ GLOBAL) 374,87 I 15,08 %

KOMMENTAR

CHRISTIAN NEMETH Chief Investment Officer Zürcher Kantonalbank Österreich AG

BUENOS AIRES (MERVAL) 23.701,71 I 40,10 %

WELTWIRTSCHAFT IM AUFSCHWUNG Global präsentiert sich die Konjunktur weiterhin in guter Form. Im zweiten Quartal 2017 verzeichnete die Weltwirtschaft sogar die höchste Wachstumsrate seit 2010, und auch der Ausblick für die nächsten Monate fällt positiv aus. Derzeit profitieren sowohl die Industrie­ nationen als auch die Emerging Markets von einem synchron laufenden Konjunkturaufschwung. In der Eurozone haben sich Frühindikatoren zuletzt weiter verbessert und signalisieren ein Wachstum von rund zwei Prozent für das Jahr 2017. Die Aufwertung des Euro dürfte die wirtschaftliche Dynamik der Währungsunion in den kommenden Monaten jedoch dämpfen. Umgekehrt profitieren die USA von einem schwächeren US-Dollar. Hinzu kommt, dass die Markterwartungen aufgrund der bisher sehr bescheidenen Erfolgsbilanz von Präsident

FRITZ MOSTBÖCK Head of Group Research, Erste Group Bank AG

Trump in den vergangenen Monaten zurückgegangen sind. Die in Aussicht gestellte große Steuerreform sowie zusätzliche Impulse aus Investitionsprogrammen und Deregulierungen werden in den aktuellen

„Palfinger, Agrana, AT&S, Strabag und CA Immo würde ich kaufen. Reduzieren sollte man Semperit und weiterhin Porr.“

Prognosen kaum mehr berücksichtigt und eröffnen dadurch Potenzial für positive Überraschungen. Was die Notenbankpolitik betrifft, wird in den nächsten Wochen die Inflationsentwicklung eine wichtige Rolle spielen. Sowohl in den USA als auch in der Eurozone sind die Inflationsraten nach wie vor zu tief.

32


RENDITE

THOMAS NEUHOLD Chefanalyst Österreich, Kepler Cheuvreux

„Getrost kaufen kann man aktuell ­Andritz, CA Immo, Immofinanz und VIG.“ STOCKHOLM (OMX 30) 15.87,52 I 4,63 %

FRANKFURT (DAX) 12.540,45 I 9,23 %

WARSCHAU (WIG 20) 2.507,4 I 28,72 % SCHANGHAI (SHCOMP) 3.371,43 I 8,63 %

WIEN (ATX) 3.283,99 I 25,42 % ZÜRICH (SMI) 9.071,43 I 10,36 %

SEOUL (KOSPI) 2.377,66 I 17,33 % TOKIO (NIKKEI 225) 19.807,44 I 3,63 %

ATHEN (ATHEX) 790,97 I 22,89 % HONGKONG (HANG SENG) 27.777,2 I 26,26 %

EDUARD BERGER Vorstand, Wiener Privatbank SE

„Meine Topaktien sind RBI, ­Immofinanz und die AT&S. ­Derzeitiger Flop ist Wolford und immer noch Zumtobel.“

AFRIKA (DJ AFRICA TITANS 50) 558,63 I 11,03 %

SYDNEY (ALL ORDINARIES) 5.798,4 I 1,39 %

BERND MAURER Chefanalyst, Raiffeisen Centrobank AG

„Wir kaufen Voestalpine, Strabag und S Immo. Für die VIG kann ich e ­ rneut eine Empfehlung ­aussprechen. Verkaufen würde ich Verbund und Wolford.“

33


CHINA

COMEBACK

DES ROTEN DRACHEN Die Transformation von Chinas Wirtschaft hin zu einem boomenden Binnenmarkt ist e ­ rfolgreich in Gang. Das Reich der Mitte wartet mit soliden Wachstumszahlen auf und widerlegt damit Befürchtungen zahlreicher Skeptiker. Der Aufstieg zu einer mächtigen Weltmacht bietet Anlegern an mehreren Börsen des Landes Chancen auf Rendite. TEXT RAJA KORINEK


Industrie. Nanning in der autonomen ­Provinz Guangxi beherbergt Unternehmen der ­Petrochemie, Metallverarbeitung und Textil­ industrie. Der U-Bahn-Ausbau mit einer Gesamtlänge von 252 Kilometern soll 2030 fertig sein.

2.

3.

MARKTUMFELD

VERANLAGUNG

INTERVIEW

Chinas Wirtschafts­ wachstum ist stabil. Das Land ist global gesehen einer der größten Einkäufer von Know-how. China entledigt sich zusehends dem Ruf einer Billigwerkbank.

Die Aufnahme chinesischer Aktien in den MSCI-Index ist ein Meilenstein für China-Investments. Breitgestreute Fonds und börsengehandelte Index­ produkte liefern gute Renditen.

Vincent Chan, Leiter des Makro-China-­ResearchTeams der Credit Suisse, würde bei chinesischen IT-Aktien eine Korrektur abwarten, trotz eines langfristigen Wachstums­ trends.

→ SEITE 36

→ SEITE 38

→ SEITE 40

© PENG HUAN / AP / PICTUREDESK

1.


RENDITE

© SIEMENS AG

IM ZEICHEN DES DRACHEN

Know-how. Viele europäische Unternehmen investieren in China. Die Siemens AG hat ihre globale Forschung für Robotertechnik nach China verlagert.

G

roß waren die zahlreichen Unkenrufe bezüglich Chinas Wachstums noch vor gut einem Jahr.

Chinas Netzwerke der Macht werden längst erfolgreich rund

Wichtiges Zugpferd ist der Binnenkonsum, dem keine Grenzen gesetzt werden. Wobei, konsumiert wird schon jetzt al-

Eingetroffen sind die Prognosen bisher

um den Globus gespannt. Die

les, von Luxusgütern über Autos zu Le-

aber nicht. Denn allein im zweiten Quar-

Transformation hin zu einer

bensversicherungen. Der Mittelstand

tal legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP), das 2016 gut 11,2 Billionen US-Dollar er-

modernen ­Volkswirtschaft

reichte, um 6,9 Prozent zu. Für das Ge-

ist voll in Gang.

samtjahr rechnet Chi Lo, Senior Economist bei BNP Paribas Asset Management Asia, mit einem BIP-Wachstum von ins-

TEXT RAJA KORINEK

gesamt 6,7 Prozent.

blüht und hat gleichzeitig enormen Aufholbedarf. Doch auch die Produktion höherwertiger Güter möchte die Regierung kräftig forcieren. Das erfordert eine Menge Know-how, das man sich gern ins Land holt. So gab Siemens Mitte September 2017 bekannt, die globale

Nach wie vor wird Chinas Wirtschaft

lidierung ab, sagt Lo. Allein die Zahl der

Forschung für autonome Robotertech-

ein gutes Stück von der Regierung ge-

Immobilienentwickler habe sich in den

nik nach China zu verlagern. Tatsächlich

lenkt. Aktuell steht die Drosselung der

vergangenen sechs Jahren auf 10.000

will das Reich der Mitte in diesem Be-

Überkapazitäten in der Rohstoffproduk-

halbiert, mit entsprechenden Auswir-

reich Weltmarktführer werden. Erst im

tion ganz oben auf der Agenda. Auch bei

kungen. 2006 entfiel auf die zehn größten

Vorjahr wurde der deutsche Industrie-

den Infrastrukturinvestments tritt man

Entwickler noch ein Marktanteil von nur

roboterbauer Kuka von der chinesischen

auf die Bremse. „Und das dämpft eben

sechs Prozent. Aufgrund der Konsolidie-

Midea übernommen.

das Wachstum ein wenig“, begründet der

rung sind es mittlerweile rund 30 Prozent.

Mit deutschen Autobauern werden wiederum Elektroautos produziert, al-

BNP-Paribas-Experte die leicht geringer ausgefallene Gesamtprognose. Beim

Stärkung der Binnenwirtschaft

lein Daimler hat mit dem chinesischen

einstigen Sorgenkind, dem Immobilien-

Damit läuft auch die Transformation

Unternehmen BYD ein Gemeinschafts-

sektor, zeichnet sich bereits eine Konso-

weg von einer globalen Billigwerkbank.

unternehmen gegründet. Damit soll die

36


RENDITE

enorme Verschmutzung in den Städten

Doch das Reich der Mitte will nicht

menssektor“, so Lo von BNP Paribas As-

eingedämmt werden. Auch österreichi-

nur im Inland mächtig erstarken. Rund

set Management. Genauer gesagt, sind

sche Unternehmen kommen zum Zug.

um den Globus wird der Einfluss erhöht.

es 165 Prozent. Freilich würde der Staat

Kürzlich erhielt der Anlagenbauer

den Sektor in Krisenzeiten nicht einfach

Andritz AG einen Großauftrag aus Chi-

Seidenstraße soll verbinden

fallen lassen und kann sich das Sicher-

na zur Lieferung von Pumpturbinen für

In Afrika ist China längst präsent. Ver-

heitsnetz durchaus leisten. Immerhin

das größte Pumpspeicherkraftwerk der

gangenen Mai veranstaltete Pekings

verfüge China über enorme Devisenre-

Welt. Im Schnitt entfallen rund 15 Pro-

Führungsspitze ein Gipfeltreffen, zu

serven - sie liegen bei knapp unter drei

zent der Auftragseingänge auf China,

dem ranghohe Vertreter aus mehr als

Billionen US-Dollar -, und das Vertrau-

wo man auch weiterhin viel Absatz- und

100 Länder kamen. Im Mittelpunkt

en der Gläubiger in die Staatsanleihen

Wachstumspotenzial sehe, heißt es sei-

standen Gespräche zur Wiederbelebung

sei hoch. Deshalb, meint Lo, könne sich

tens Andritz. Seit 2002 produziert AT&S

der antiken Seidenstraße. Die politische

China die aktuellen Schulden durch-

AG hochwertige Leiterplatten in Schang-

Strategie ist klar: Mit der „One Belt, One

aus leisten. Die chinesische Notenbank

hai. Der Standort ist zugleich das größ-

Road“-Initiative will Chinas Führung

greift auch immer wieder beruhigend in

te Werk des Konzerns, die weiteren Aus-

moderne Handelskorridore zwischen

den Markt ein. Zuletzt wurden wegen des

sichten sind durchaus lukrativ. Denn

Asien, Afrika und Europa errichten.

stärkeren Renminbi die Regeln für Devisenhandelsgeschäfte gelockert, um Ex-

China investiert inzwischen dreistel-

Das Investitionsvolumen soll rund

lige Milliarden-Dollar-Beträge in den

900 Milliarden US-Dollar umfassen und

Aufbau einer Halbleiterindustrie, „und

wäre damit das größte Programm seit

AT&S ist das einzige Unternehmen in

dem Marshallplan. Obendrein hat China

% MEINE RENDITE

China, das Highend-IC-Substrate aus

in diesem Jahr den Vorsitz der BRICS-

Noch zu Jahresbeginn war die Befürch-

lokaler Wertschöpfung liefern kann“,

Gemeinschaft inne, denen auch Brasili-

tung über einen Wachstumseinbruch in

betont Vorstandsvorsitzender Andreas

en, Russland, Indien und Südafrika an-

China groß. Dieser blieb aus. Vielmehr

Gerstenmayer. Vereinfacht gesagt, ver-

gehört. Bei dem jüngsten Treffen An-

ist Chinas Wandel von einer globalen

binden IC-Substrate Halbleiter mit Lei-

fang September in China stand die enge-

Billigwerkbank hin zu einer höherwer-

terplatten. Gerade weil sich China zu ei-

re wirtschaftliche Zusammenarbeit ganz

tigen Volkswirtschaft nicht mehr auf-

ner der größten Märkte für Elektronik-

oben auf der Agenda.

zuhalten, die Wirtschaft wird zuneh-

portunternehmen zu stützen.

produkte etabliere, „wäre es für AT&S

Allerdings gibt es auch Schattenseiten

mend vom Konsum, aber auch von ei-

nicht möglich, die Position als eines der

des Aufstiegs. Abgesehen von der Um-

ner qualitativ besseren Produktion ge-

führenden

Technologieunternehmen

weltverschmutzung ist Chinas Schul-

stützt. Obendrein verfügt das Land über

in dieser Industrie aufrechtzuerhalten,

denberg kräftig angewachsen und hat

stattliche Devisenreserven, ein Haupt-

wenn wir nicht vor Ort wären“, stellt

knapp 280 Prozent des BIP erreicht. „Der

grund, weshalb der enorme Schulden-

Gerstenmayer dabei klar.

Großteil entfällt aber auf den Unterneh-

berg Experten keine Sorgen macht. n

Europe goes Vienna.

Blue Chips aus Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden und Spanien im global market günstig handeln. wienerborse.at/global-market BOR_Anzeigenserie_Boersianer_172x79,2_20171010.indd 1

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RENDITE

DER REIZ DER ROTEN AKTIEN

Chinas Finanzmärkte locken mit einer Menge Chancen, sowohl an der Börse in Hongkong als auch längst schon auf dem Festland. Das hat inzwischen selbst der Index­anbieter MSCI erkannt. TEXT RAJA KORINEK

E

s war eine symbolische Signal-

sches Kapital auf die Aktienmärkte an-

positionen zählen die IT-Unternehmen

wirkung, als sich der internatio-

ziehen könnte.“

Tencent Holdings und Alibaba Group,

nale Indexanbieter MSCI vor we-

aber auch zahlreiche Bankentitel wie

nigen Monaten für die Aufnahme chi-

Technologiesektor als Zugpferd

China Merchants Bank und China Con-

nesischer A-Aktien - also jene, die auf

Dort hat es Lai schon bisher verstanden,

struction Bank. Der Rohstoffsektor wird

dem Festland in der Währung Renmin-

die Chancen erfolgreich zu nutzen. Sein

etwa mit Maanshan Iron & Steel abge-

bi notieren - entschieden hatte. Vorerst

Fonds schaffte es in der Morningstar-

deckt. Bis zu zehn Prozent des Fonds

haben es 222 Titel geschafft, damit ist

Kategorie „China Aktien“ auf den ersten

können zudem in A-Aktien investiert

die Gewichtung weniger als ein Prozent

Platz mit einer jährlichen Zehn-Jahres-

werden.

des Gesamtindexes. Bereits 2014 wur-

Performance von mehr als elf Prozent.

de das Programm Shanghai-Hong Kong

Schon seit einigen Jahren sei Chinas

Langfristige Strukturreformen

Stock Connect ins Leben gerufen. Es er-

New Economy, sprich die florierenden

Ähnlich der Zugang beim UBS China

möglicht Festlandanlegern, Aktien in

Dienstleistungs- und Technologiesek-

Opportunity (LU0067412154 für Privat-

Hongkong zu kaufen, während Anleger

toren, ein wichtiges Investmentthema,

anleger, LU0403296170 für Großanle-

aus Hongkong und aus dem Ausland in

„das von dem strukturellen Wandel des

ger), der es auf eine jährliche Wertent-

Schanghai zulangen können. Gut zwei

Landes hin zu einer serviceorientierte-

wicklung von 7,12 Prozent gebracht hat.

Jahre später wurde dies auch mit Shenz-

ren Wirtschaft profitiert“, verweist Lai

Auch hier konzentriert sich Portfolio-

hen ins Leben gerufen.

auf das zugrundeliegende Thema. Als

manager Bin Shi vor allem auf jene Be-

Derartige Maßnahmen seien Ereig-

Beispiel nennt der GAM-Experte etwa

reiche, „von denen wir glauben, dass

nisse, die für die chinesischen Kapital-

das explosionsartige Wachstum im Be-

sie langfristig von Chinas Strukturre-

märkte wichtige Erfolge darstellten, ist

reich des mobilen Bezahlens.

formen und Wachstum begünstigt wer-

Michael Lai, Fondsmanager des GAM

Profiteure gibt es aber auch durch

den“. Sektoren wie Versicherungen,

Star China Equity Class (ISIN IE00B1W-

den Abbau der Überkapazitäten im Roh-

Gesundheitswesen, IT und Konsum-

3WR42 auf Eurobasis), überzeugt. „Sie

stoffstektor, in die der GAM-Fonds in-

werte werden „angesichts ihres dauer-

tragen zur Reform des Finanzsektors

vestiert. Ein Blick auf das Informations-

haften Wachstumspotenzials“ bevor-

bei, was längerfristig mehr ausländi-

blatt zeigt: Zu den größten Portfolio­

zugt. Die größte Einzelposition entfällt

38


© ALIBABA

RENDITE

mit dem wachsenden Mittelstand auch

Universum. Mit dem DB X-Trackers

die Ausgaben für Medikamente.

MSCI China Index (LU0514695690) setzt

Gut hat auch der Fidelity China Focus

man indes auf Titel, die in Hongkong

Fund (LU0173614495 für Privatanleger,

notieren, sowie auf jene Festlandakti-

LU0936576080 für Großanleger) mit ei-

en, die in US-Dollar oder in Hongkong-

nem jährlichen Plus von 6,10 Prozent

Dollar gelistet sind. A-Aktien sind nicht

auf zehn Jahre abgeschnitten. Fonds-

enthalten.

managerin Jing Ning, die per Ende Au-

Portfolio. Das Unternehmen Alibaba ­findet sich in fast ­jedem Depot chinesischer Fonds.

Das Vontobel-China-Policy-Perfor-

gust exakt 9,2 Prozent in A-Aktien in-

mance-Index-Zertifikat

vestiert hatte, verweist in dem Segment

60CP6) bietet hingegen die Chance, mit

(DE000VZ-

auf die steigende Zahl an Unternehmen,

22 Aktien auf die aktuellen Reformen zu

die sich längst etablieren. Dieses Fak-

setzen. Der Fokus liegt auf dem Finanz-

tum bliebe aber weitgehend unbemerkt.

und Immobiliensektor sowie auf Urba-

Zu ihren Favoriten unter den A-Aktien

nisierung, die zum Beispiel mit Wasser-

zählen etwa Gree Electric Appliances,

versorgern wie Beijing Enterprises Wa-

Hersteller von Klimaanlagen, sowie der

ter Group abgedeckt wird. Bei Zertifika-

Eisenbahnausrüster China CNR Corpo-

ten sollte man zusätzlich zum Marktri-

ration. Insgesamt hat es Ning aber der

siko auch das Emittentenrisiko im Auge

Energie- sowie der Finanzsektor beson-

behalten.

ders angetan. Wobei die Regierung derzeit den Versicherungssektor forcieren

% MEINE RENDITE

möchte. Und so zählen etwa China Life

Die Chancen auf Chinas Börsen sind

Insurance zu den größten Positionen,

wegen der unterschiedlichen Börsen­

aber auch die Energieriesen CNOOC und

plätze und Indizes äußerst vielfältig. Das

Sinopec.

betrifft sowohl die Branchen als auch

allerdings auf Tal Education Group, ein

die Handelsplätze und die Währungen.

Nachhilfeinstitut für Kinder. Auch die

Günstig in die Ferne

Geschickte Fondsmanager können da-

etablierten IT-Werte sind Teil der größ-

Wer kostengünstig auf einen Index

bei durchaus ansehnliche Renditen er-

ten Positionen.

aus der Region setzten möchte, kann

zielen, auch wenn die vergangene Ent-

Gut vertreten ist ebenfalls der Ge-

dies mit einem börsengehandelten ETF

wicklung freilich kein Garant für die Zu-

sundheitssektor mit der Livzon Phar-

tun. Mit dem DB X-Trackers CSI 300

kunft ist. Auch lässt sich mit verschie-

maceutical Group und der CSPC Phar-

(LU0779800910) investiert man die

denen Produkten auf unterschiedliche

maceutical Group. Tatsächlich steigen

300 größten Aktien aus dem A-Aktien-­

Themen setzen. n

Invest global, buy local.

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RENDITE

VINCENT CHAN

„ZENTRALBANK DROSSELT LIQUIDITÄTSSCHWEMME“

© CREDIT SUISSE

China-Experte. Vincent Chan von der Credit ­Suisse gefallen derzeit vor allem chinesische Bank- und Versicherungsaktien.

Die hohen Vermögenswerte werden Chinas Immobilienmärkte noch länger ­stützen, sagt Vincent Chan, Head of China Macro Research for Credit Suisse. Er bevorzugt derzeit vor allem IT- und Finanzaktien. TEXT RAJA KORINEK Herr Chan, der Hang-Seng-Index der

jahr 2017 über 20 Prozent anstieg. In-

Wachstumsraten. Allein heuer wird ein

Hongkonger Börse hat den Rekordstand

zwischen liegen aber die Aktienkurse in

Gewinnwachstum im IT-Sektor von gut

von 2007 bei rund 31.000 Punkten Ende

Hongkong sogar leicht über ihren fairen

37 Prozent erwartet, doppelt so hoch wie

September 2017 beinahe wieder erreicht.

Bewertungen. Auf den Festlandbörsen

für den MSCI China. Ein Hauptgrund für

Am Festland hinken die Märkte in Schang-

wurden wiederum viele Aktien mit sehr

das hohe Wachstum liegt in den traditi-

hai und Shenzhen, wo die A-Aktien in lo-

günstigen Krediten gekauft. Mittlerwei-

onellen Strukturen des Konsumsektors

kaler Währung notieren, hingegen nach.

le drosselt die Zentralbank diese Liqui-

in China, sie sind sehr ineffizient. Im

Weshalb die Divergenz? - Dazu muss man

ditätsschwemme. Das bleibt nicht ohne

Gegensatz dazu werden Onlinegeschäf-

die unterschiedlichen Entwicklungen

Folgen für die Kurse der A-Aktien, die

te rasch und effizient abgewickelt.

betrachten. Noch vor 2017 lag das Kurs-

Hongkong hinterherhinken. Wie sieht das Umfeld für Finanz- und Im-

Gewinn-Verhältnis, kurz KGV, am Hang Seng bei rund 14, damit unter jenem auf

Vor allem der IT-Sektor mit Aktien wie

mobilientitel aus? Auf der Börse in Hong-

den Festlandbörsen. Inzwischen hat

Tencent und Alibaba hat zuletzt stark zu-

kong werden sie schließlich auch von vie-

sich die Wirtschaft in Hongkong aber

gelegt. Reine Spekulation, oder sind die

len internationalen Anlegern gekauft. -

erholt, weshalb auch das Gewinnwachs-

Aussichten wirklich so lukrativ? - Der

Mir gefallen derzeit vor allem Versiche-

tum der Unternehmen im ersten Halb-

Sektor verzeichnet derzeit sehr hohe

rungs- und Bankaktien, sie sind soge-

40


RENDITE

nannte Spätzykliker. Das heißt, sie sind

ten hält der Staat Anteile, sie bilanzie-

Kann man unterm Strich jetzt noch in

meist später im Wirtschaftszyklus ge-

ren daher sehr vorsichtig. Viele kleine

Chinas Aktienmärkte einsteigen, oder

fragt, da sie von einem höheren Zins-

Immobilienunternehmen sind hinge-

sollte man eine Korrektur abwarten? -

umfeld profitieren. Die Banken etwa

gen meist in privaten Händen und sind

Ich persönlich würde vor allem beim

können dann wieder mehr für Kredi-

deshalb riskanter.

IT-Sektor eine Korrektur abwarten,

te, in Bezug auf Verzinsung, verlangen.

auch wenn langfristig die Wachs-

Hier dürfte 2017 laut Marktkonsens das

In China wurden zudem viele Überkapazi-

tumsstory intakt ist. Außer man hält

Gewinnwachstum zwischen zwei und

täten abgebaut, etwa im Stahl- und Koh-

die Aktien über viele Jahre, was aber

drei Prozent liegen. Versicherungen

lesektor. Kommt das den Sektoraktien zu-

die wenigsten Privatanleger machen.

können wiederum besser verzinste An-

gute? - Stahl und Rohstoffe sind eher am

Auch die hohe Verschuldung in China,

leihen in ihre Portfolios aufnehmen.

Anfang eines Wirtschaftszyklus inter-

vor allem bei vielen staatsnahen Be-

essant, wo sie für den Aufschwung ge-

trieben, sollte man im Auge behalten.

Auch Lebensversicherungen werden zu-

braucht werden. Wir rechnen im kom-

Sie muss allmählich abgebaut werden,

nehmend abgeschlossen. - Das kommt

menden Jahr mit einer Verlangsamung

was in der Folge auch zahlreiche Ban-

dem Versicherungssektor ebenfalls zu-

des Wirtschaftswachstums in China.

ken zu spüren bekommen könnten.

gute. Der Mittelstand in China wächst

Außerdem

Rohstoffaktien

Obendrein wird die Regierung ihre In-

allmählich, damit steigen die Einkom-

sehr rasch auf eine Reduktion der Kapa-

frastruktur-Investments voraussicht-

men, und das Bedürfnis sich abzusi-

zitäten. Einige Sektoraktien haben sich

lich kürzen.

chern wächst. Obendrein wird auch in

in den vergangenen Monaten sogar fast

China die Bevölkerung immer älter, was

verdoppelt.

reagieren

% MEINE RENDITE Die langfristige Wachstumsstory Chi-

ebenfalls den Bedarf nach einer AbsiDie Aufnahme von A-Aktien in den MSCI-

nas lässt sich auch mit einer Reihe in-

Schwellenländerindex sorgte für Schlagzei-

teressanter Investmentchancen abbil-

Es wächst inzwischen aber auch die Sor-

len. Wie wichtig ist das Ereignis tatsächlich?

den, etwa im Finanz- und im Techno-

ge vor einer neuen Immobilienblase. Zu

- Kurzfristig sind die Auswirkungen ge-

logiesektor. Allerdings sollten Anleger

Recht? - Es gibt in China noch immer

ring. Derzeit werden knapp über 200 Ak-

mit einem langfristigen Anlagehori-

sehr hohe Vermögensstände bei den

tien aufgenommen, das sind weniger als

zont investieren oder kurzfristig eine

privaten Haushalten. Und diese fließen

fünf Prozent des Indexes. Es hat vorerst

mögliche Korrektur abwarten, meint

zum Teil in die Immobilienmärkte. Des-

also eher eine symbolische Signalwir-

Vincent Chan von Credit Suisse. Auch

halb glaube ich nicht, dass die Preise so

kung. Wenn die Gewichtung dann aber

sollte man die jeweils unterschied­

rasch korrigieren werden. Dabei sollte

steigt, wird es bei internationalen Inves-

lichen Einflussfaktoren auf den Bör-

man aber eher die etablierten Immobi-

toren eine größere Rolle spielen. Denn

sen in Hongkong und auf dem Festland

lienkonzerne betrachten. An den meis-

viele orientieren sich an MSCI-Indizes.

im Auge behalten. n

cherung steigen lässt.

Auslandsaktien zu Inlandsgebühren.

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RENDITE

KURSE TOP/FLOP-PERFORMER FACC AG

TOP/FLOP-KURSENTWICKLUNG (3 MONATE) UNTERNEHMEN

12,50

15.6.17

15.9.17

Quelle: TeleTrader

KURS

3 M  %

FACC AG

AT00000FACC2

11,635

55,13 %

AT&S Austria AG

AT0000969985

12,285

30,03 %

Wiener Privatbank SE

10,00 7,50

ISIN

AT0000741301

13,290

24,79 %

DO & CO AG

AT0000818802

43,860

–33,54 %

Zumtobel Group AG

AT0000837307

14,310

–27,18 %

Porr AG

AT0000609607

23,465

-21,32 %

DO & CO AG 80 60 40

15.6.17

15.9.17

Quelle: TeleTrader

AKTIENKURSE DIE 15 TOP/FLOP-AKTIEN DER WIENER BÖRSE 2017 (YTD) UNTERNEHMEN ISIN KURS YTD   % YTD HIGH YTD LOW 1 J   % 1 J VOLA 3 J   % 3 J VOLA

FACC AG

AT00000FACC2 11,635 127,69 % 11,700 5,225 117,76 % 28,30 42,94 % 31,26 ↑

Warimpex AG

AT0000827209 1,449 88,18 % 1,449 0,799 107,00 % 35,00 29,38 % 35,72 ↑

Wiener Privatbank SE Polytech Holding AG Raiffeisen Bank International AG

AT0000741301 13,290 74,52 % 13,585 7,700 84,58 % 38,23 96,89 % 28,64 ↑ AT0000A00XX9 17,695 70,39 % 18,380 10,400 121,19 % 25,79 180,43 % 26,21 ↑ AT0000606306 27,800 59,95 % 28,280 17,665 108,79 % 32,68 39,63 % 40,93 ↑

Amag Austria Metall AG

AT00000AMAG3 52,870 59,01 % 52,870 33,640 66,99 % 19,63 109,80 % 21,73 ↑

Frauenthal Holding AG

AT0000762406 21,200 51,43 % 21,990 13,800 64,98 % 21,87 110,42 % 22,59 ↑

Telekom Austria AG

AT0000720008 8,171 45,65 % 8,206 5,548 60,69 % 16,77 14,54 % 21,09 ↑

S Immo AG

AT0000652250 14,370 43,70 % 14,600 9,901 55,18 % 22,20 140,70 % 23,45 ↑

OMV AG

AT0000743059 48,055 43,19 % 50,210 32,365 90,77 % 24,58 73,42 % 27,95 ↑

RHI AG

AT0000676903 34,075 40,52 % 34,150 21,995 42,01 % 29,76 52,67 % 32,19 ↑

Ca Immobilien Anlagen AG

AT0000641352 24,210 38,62 % 24,210 17,455 44,02 % 16,93 54,20 % 21,96 ↑

Flughafen Wien AG

AT00000VIE62 32,400 38,46 % 35,315 23,585 42,54 % 19,66 100,00 % 22,38 ↑

Palfinger AG

AT0000758305 38,520 34,69 % 42,000 29,300 44,81 % 21,38 48,10 % 31,10 ↑

Oberbank AG VZ

AT0000625132 70,200 33,71 % 70,400 52,000 50,97 %

ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007

7,10 86,70 % 4,96 ↑

www.rcb.at

Porr AG

AT0000609607 23,465 –39,71 % 41,310 22,800 –24,31 % 34,55 7,15 % 33,90 ↓

DO & CO AG

AT0000818802 43,860 –29,73 % 69,440 43,285 –39,41 % 31,16 –16,20 % 32,15 ↓

Wolford AG

AT0000834007 16,365 –21,32 % 21,450 16,000 –33,34 % 20,08 –25,78 % 18,34 ↓

Schoeller Bleckmann Oilfield AG

AT0000946652 63,700 –16,76 % 77,970 52,990 24,68 % 32,27 –15,60 % 36,70 ↓

Zumtobel Group AG

AT0000837307 14,310 –15,77 % 19,990 14,060 –7,97 % 31,24 –10,95 % 40,67 ↓

Maschinenfabrik Heid AG

AT0000690151 2,150 –10,42 % 2,401 1,610 –2,27 % 34,87 –2,27 % 65,45 ↓

Valneva SE ST

FR0004056851 2,930 –6,09 % 3,190 2,450 8,32 % 27,25 –42,78 % 42,07 ↓

BWT AG

AT0000737705 21,610 –6,04 % 26,990 19,900 –1,77 % 25,55 20,06 % 21,62 ↓

KTM Industries AG

AT0000820659 4,850 –4,88 % 5,800 4,640 21,31 % 25,91 197,55 % 36,06 ↓

Semperit Holding AG

AT0000785555 24,955 –3,11 % 30,695 24,045 –3,14 % 23,75 –34,50 % 30,46 ↓

Agrana Beteiligungs AG

AT0000603709 110,000 –2,53 % 126,200 92,320 7,26 % 21,81 34,97 % 21,68 ↓

Banf für Tirol und Vorarlberg AG VZ

AT0000625538 18,900 –0,53 % 20,000 18,400 –0,53 % 6,47 12,50 % 9,95 ↓

Cleen Energy AG

AT0000A1PY49 3,510 0,00 %

Ottakringer Getränke AG VZ

AT0000758032 65,000 0,03 % 70,000 61,510 5,23 % 32,75 47,06 % 46,56 ↓

Andritz AG

AT0000730007 47,770 0,16 % 54,870 44,320 3,29 % 19,49 14,36 % 23,81 ↓

n. a.

n. a.

n. a.

n. a.

n. a.

QUELLE:

42

n. a.


RENDITE

Raiffeisen Ö Aktien

FONDSNAME

240 180 120

15.6.14

15.9.17

Quelle: TeleTrader

Semper Bond Austria

TOP/FLOP-KURSENTWICKLUNG (3 JAHRE) 3J%

ISIN

KURS

Raiffeisen Österreich Aktien

AT0000805189

1228,95

53,15%

Kepler Österreich

AT0000647698

358,34

44,76 %

Semper Share Austria

AT0000815030

157,52

44,67 %

Semper Bond Austria

AT0000737663

92,33

–2,28 %

Hypo Mündel Fonds

AT0000A0KQQ1

10,19

–1,02%

ESPA Reserve Euro-Mündel

AT0000A0EU62

101,95

–0,78%

96 94 92

15.6.14

15.9.17

Quelle: TeleTrader

FONDSKURSE DIE 15 TOP/FLOP-ÖSTERREICH-FONDS (THESAURIERT) 2017 (YTD) VOLUMEN FONDSNAME ISIN KURS YTD % YTD HIGH YTD LOW 1 J % 1 J VOLA 3J % 3 J VOLA (MIO. EURO)

3 Banken Österreich–Fonds

AT0000662275 37,45 32,18 % 37,45 28,24 41,32 % 9,37 60,73 % 15,23 174,53 ↑

Meinl Equity Austria

AT0000859368 178,49 29,91 % 178,49 136,65 42,88 % 9,26 28,56 % 10,05 4,95 ↑

Kepler Österreich

AT0000647698 358,34 27,77 % 359,85 278,99 40,68 % 10,80 44,76 % 16,62 46,11 ↑

Raiffeisen ÖsterreichAktien

AT0000805189 228,95 27,59 % 229,85 178,64 36,56 % 10,82 53,15 % 16,45 142,19 ↑

ComStage ATX UCITS ETF

LU0392496690 38,90 27,23 % 38,93 31,00 41,77 % 12,65 51,04 % 18,37 15,56 ↑

PIA – Austria Stock

AT0000767736 100,19 26,91 % 100,19 78,32 38,29 % 10,48 41,83 % 15,85 278,41 ↑

Meinl ATX Fonds

AT0000A1AWA2 148,60 25,72 %

148,72

116,79

41,43 %

12,68

n. a.

n. a.

n. a.

Allianz Invest Austria Plus

AT0000611405 127,45 24,80 % 127,45 101,20 41,89 % 11,26 43,69 % 16,06

SemperShare Austria

AT0000815030 157,52 23,49 % 158,19 126,26 38,45 % 11,79 44,67 % 18,00 21,91 ↑

7,10 ↑

ViennaStock

AT0000952460 299,38 22,53 % 299,38 242,14 36,13 % 10,15 41,95 % 15,51 40,35 ↑

Amundi Österreich Plus

AT0000A05TF3 99,90 22,15 % 100,16 81,04 36,37 % 10,94 43,56 % 16,46 16,77 ↑

Zukunftsvorsorge Aktienfonds

AT0000659644 20,15 19,80 % 20,21 16,75 30,76 % 7,86 34,07 % 11,74 1035,73 ↑

RT Österreich Aktienfonds

AT0000497292 10,56 19,73 % 10,61

8,74 30,53 % 10,41 38,58 % 15,50 603,27 ↑

ESPA Stock Vienna

AT0000813001 151,45 19,55 % 152,15 125,57 30,18 % 10,30 37,09 % 15,32 70,33 ↑

ESPA Stock Vienna

AT0000858147 104,02 19,55 % 104,50 86,25 30,19 % 10,30 37,06 % 15,32 70,33 ↑

ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007

www.rcb.at

ESPA Bond Euro Mündelrent

AT0000812995 14,38 –1,78 % 14,62 14,25 –3,34 % 3,64 5,03 % 4,14 441,76 ↓

Semper Bond Austria

AT0000737663 92,33 –1,39 % 93,62 92,32 –1,64 % 0,68 –2,28 % 0,81 8,92 ↓

Amundi Mündel Rent

AT0000719273 116,55 –1,09 % 117,71 115,80 –2,42 % 2,41 2,90 % 3,01 302,21 ↓

Allianz Invest Vorsorgefonds

AT0000721360 129,83 –1,07 % 131,02 128,69 –1,81 % 2,37 1,59 % 3,45 80,25 ↓

Austro Mündel Rent

AT0000801246 131,60 –0,90 % 132,85 130,25 –1,83 % 2,56

Meinl Capitol

AT0000859301 60,19 –0,89 % 60,74 60,03 –1,05 % 0,91 –0,11 % 1,04 4,97 ↓

Hypo Mündel Fonds

AT0000A0KQQ1 10,19 –0,78 % 10,27 10,13 –1,79 % 2,12 –1,03 % 2,43 0,00 ↓

Schoellerbank Vorsorgefonds

AT0000820402 117,78 –0,77 % 118,68 116,97 –1,04 % 1,39 1,61 % 1,55 80,15 ↓

0,05 3,37 62,04 ↓

Raiffeisen Österreich Rent

AT0000805163 12,87 –0,69 % 12,96 12,80 –0,93 % 1,29 0,61 %

Kepler Vorsorge Rentenfonds

AT0000722566 137,85 –0,65 % 138,84 136,49 –2,35 % 2,24 1,69 % 2,77 340,91 ↓

1,41 349,76 ↓

PIA – Mündel Bond

AT0000813068 13,03 –0,61 %

PIA – Mündel Bond

AT0000674874 14,51 –0,55 % 14,60 14,40 –1,16 % 1,77 2,54 % 1,83 243,47 ↓

Tirolpension

AT0000A0VKV1 8,01 –0,50 % 8,05 7,97 –1,06 % 1,43 1,82 % 1,60 10,28 ↓

Hypo Rent Real Invest Austria

13,11 12,94 –1,17 % 1,68 2,53 % 1,83 243,47 ↓

AT0000611157 10,19 –0,49 % 10,25 10,10 –1,73 % 2,08 3,83 % 3,23 215,09 ↓ AT0000634365 14,65 1,45 % 14,65 14,44 2,28 % 0,48 8,06 % 0,48 3289,00 ↓ QUELLE:

43


RENDITE

PHOTON ENERGY

ISIN

KURS

YTM %

Photon Energy NV 8,00 % 2018

DE000A1HELE2

100,00

8,24 %*

WEB Windenergie AG 5,25 % 2023

AT0000A0Z785

95,00

6,34 %*

AT0000A191A9

109,00

5,94 %*

Novomatic AG 5,0 % 2017

AT0000A0KSM6

100,64

–0,46 %

Cross Industries AG 4,625 % 2018

AT0000A0WQ66

105,00

–0,11 %

Strabag SE 4,75 % 2019

AT0000A0PHV9

103,19

0,15 %

ANLEIHENNAME

102,50

WEB Windenergie AG Hybrid-A. 6,5 %

100,00 97,50

15.6.17

5% Novomatic-Anleihe

TOP/FLOP-KURSENTWICKLUNG (YTM)

15.9.17

Quelle: TeleTrader

102,00 101,25 100,50

15.6.17

15.9.17

Quelle: TeleTrader

ANLEIHENKURSE DIE 15 TOP/FLOP-CORPORATE-PRIME-ANLEIHEN DER WIENER BÖRSE (YTM) VOLUMEN ANLEIHENNAME ISIN KURS YTM %** YTD HIGH YTD LOW (MIO. EURO)

Photon Energy NV 8,000 % 2018

DE000A1HELE2 100,00 8,24 %*

n. a.

n. a.

WEB Windenergie AG 5,250 % 2023

AT0000A0Z785 95,00 6,34 %*

n. a.

AT0000A191A9 109,00 5,94 %*

n. a.

WEB Windenergie AG 5,500 % 2023

AT0000A0Z793 100,00 5,49 %*

n. a.

WEB Windenergie AG 4,000 % 2018

AT0000A0Z7A0 100,00 3,97 % 100,00 100,00

WEB Windenergie AG Hybrid-Anleihe 6,500 %

UBM Realitätenentwicklung AG 4,875 % 2019

AT0000A185Y1 104,28 2,43 %

VERZINSUNG FÄLLIGKEIT

TYP

7,53

8,000 % 12.03.2018 fix ↑

n. a.

6,13

5,250 % 08.04.2023 fix ↑

n. a.

3,55

6,500 % 07.10.2070 fix ↑

n. a.

6,39

5,500 % 08.04.2023 fix ↑

7,95

4,000 % 08.04.2018 fix ↑

105,68 104,12 200,00 4,875 % 09.07.2019 fix ↑

S Immo AG 3,250 % 2027

AT0000A1DWK5 108,25 2,28 % 109,00 105,50

65,00

3,250 % 21.04.2027 fix ↑

S Immo AG 3,250 % 2025

AT0000A1DBM5 108,50 2,03 % 110,70 106,25

33,99

3,250 % 09.04.2025 fix ↑

S Immo AG 4,500 % 2021

AT0000A177D2 111,00 1,47 % 112,00 111,00

89,74 4,500v% 17.06.2021 fix ↑

Porr AG 6,250 % 2018

DE000A1HSNV2 106,11 1,08 % 111,56 105,91

50,00 6,250 % 26.11.2018 fix ↑

Porr AG 3,875 % 2019

AT0000A19Y28 105,88 1,05 % 108,28 105,45

56,26

3,875 % 28.10.2019 fix ↑

CA Immo AG 2,750 % 2022

AT0000A1CB33 108,03 0,89 % 108,21 105,32 175,00

2,750 % 17.02.2022 fix ↑

Kapsch Trafficcom AG 4,250 % 2017

AT0000A0KQ52 100,45 0,84 % 101,30 100,45

70,82

4,250 % 03.11.2017 fix ↑

Swietelsky Baugesellschaft 4,625 % 2019

AT0000A0WR40 107,84 0,80 % 109,62 106,25

74,09

4,625 % 12.10.2019 fix ↑

Egger Holzwerkstoffe 4,500 % 2019

AT0000A0WNP5 107,57 0,75 % 110,13 107,49 150,00

4,500 % 01.10.2019 fix ↑

ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007

www.rcb.at

Novomatic AG 5,000 % 2017

AT0000A0KSM6 100,64 –0,46 % 104,00 100,63 150,00

5,000 % 27.10.2017 fix ↓

Cross Industries AG 4,625 % 2018

AT0000A0WQ66 105,00 –0,11 % 106,30 105,00

4,625 % 05.10.2018 fix ↓

Strabag SE 4,750 % 2019

AT0000A0PHV9 103,19 0,15 % 106,58 103,14 175,00 4,750 % 25.05.2018 fix ↓

Strabag SE 4,250 % 2019

AT0000A0V7D8 106,67 0,20 % 109,20 106,65 100,00

4,250 % 10.05.2019 fix ↓

Wienerberger AG 5,250 % 2018

AT0000A0PQY4 104,03 0,22 % 107,44 104,03 100,00

5,250 % 04.07.2018 fix ↓

Novomatic AG 4,000 % 2019

AT0000A0XSN7 105,13 0,24 % 107,42 104,89 250,00

4,000 % 28.01.2019 fix ↓

Strabag SE 3,000 % 2020 WEB Windenergie AG 3,500 % 2019

57,80

AT0000A109Z8 107,31 0,26 % 109,03 107,10 200,00 3,000 % 21.05.2020 fix ↓ 10,57

3,500 % 07.10.2019 fix ↓

Andritz AG 3,875 % 2019

AT0000A0VLS5 106,38 0,35 % 109,23 105,95 350,00

3,875 % 09.07.2019 fix ↓

Strabag SE 1,625 % 2022

AT0000A1C741 105,05 0,46 % 105,47 103,58 200,00

1,625 % 04.02.2022 fix ↓

Wienerberger AG 4,000 % 2020

AT0000A100E2 108,88 0,54 % 111,40 108,88 300,00

4,000 % 17.04.2020 fix ↓

AT0000A0NBF0 102,40 0,57 % 106,10 102,25 200,00

5,625 % 07.03.2018 fix ↓

Egger Holzwerkstoffe 5,625 % 2018

AT0000A191B7 106,50 0,33 % 106,50 106,50

Porr Hybrid-Anleihe 6,750 %

AT0000A19Y36 114,73

n. a. 116,00 108,63

25,00

Swietelsky Hybrid-Anleihe 7,750%

AT0000A07LU5 104,00

n. a.

70,00

5,521 % 31.12.2070 variabel ↓

Wienerberger AG 6,500 %

DE000A1ZN206 107,27

n. a. 108,45 106,35 272,19

5,000 % 09.02.2070 variabel ↓

*LETZTER KURS ÄLTER ALS 2017,** YTM = RENDITE BIS LAUFZEITENDE

104,00 102,50

6,750 % 28.10.2070 variabel ↓

QUELLE:

44


RENDITE

Erdgas

TOP/FLOP-KURSENTWICKLUNG (3 MONATE) ROHSTOFFNAMEN

KURS

Erdgas

50 40 15.6.17

15.9.17

Quelle: TeleTrader

3M%

46,100

GBX

34,01 %

Diesel

529,250

USD

26,54 %

Heizöl

1,772

USD

25,50 %

59,075

USX

–28,02%

Magerschwein

30

WÄHRUNG

Lebendrind

107,050

USX

–12,65%

Hafer

238,250

USD

–8,80%

Magerschwein 75,00 62,50 50,00

15.6.17

15.9.17

Quelle: TeleTrader

ROHSTOFFKURSE DIE 15 TOP/FLOP-ROHSTOFFNOTIERUNGEN AN DEN WELTMÄRKTEN (YTD) ROHSTOFFNAME HANDELSPLATZ KURS WÄHRUNG YTD % YTD HIGH YTD LOW 1 J % 1 J VOLA 3 J % 3 J VOLA

Reis Palladium

CBOT Composites

12,820

USD

36,02 %

pro aurum

925,000

USD

34,84 % 985,000 684,000 41,22 % 25,21 10,51 % 28,19 ↑ 30,32 % 410,900 303,500 34,41 % 24,87 21,93 % 25,16 ↑

12,820

9,130 31,55 % 18,68

0,39 % 22,41 ↑

Holz

CME GLOBEX

410,900

USD

Gold

pro aurum

1324,500

USD

15,63 % 1342,000 1157,000 0,99 % 12,29

CME GLOBEX

149,075

USX

13,99 % 160,575 121,700 11,40 % 21,50 –34,97 % 20,16 ↑

Mastrind Silber

7,77 % 14,49 ↑

pro aurum

17,500

USD

11,85 %

CBOT Composites

443,250

USD

8,44 % 540,500 399,750 11,16 % 26,46 –11,35 % 27,49 ↑

Platin

pro aurum

969,000

USD

8,33 % 1027,000 887,000 –4,41 % 19,83 –28,20 % 21,34 ↑

Diesel

ICE Europe

529,250

USD

5,38 % 531,500 405,750 28,07 % 25,50 –36,31 % 34,10 ↑

Hafer

CBOT Composites

238,250

USD

4,27 % 312,250 215,250 38,12 % 37,48 –32,84 % 35,88 ↑

Heizöl

ICE Europe

1,772

USD

2,48 % 1,784 1,359 25,50 % 24,65 –35,26 % 33,56 ↑

Weizen

18,450

15,410 –5,87 % 22,45 –4,34 % 26,15 ↑

Gold Philharmoniker 1 Unze

pro aurum

1138,500

EUR

2,25 % 1236,750 1080,250 –4,65 % 10,36 17,43 % 13,82 ↑

Goldbarren 100 Gramm

pro aurum

3607,500

EUR

2,09 % 3916,500 3425,500 –4,73 % 10,29

Gold Österreich 1 Dukat

pro aurum

126,250

EUR

2,01 % 138,000 120,500 –4,88 % 11,72 15,49 % 15,74 ↑

CBOT Composites

34,850

USD

1,13 % 35,790

Sojaöl

31,050 8,63 % 19,31

ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007

17,07 % 13,57 ↑ 4,84 % 20,71 ↑

www.rcb.at

Zucker

ICE US

14,270

Orangensaft

ICE US

150,800

Erdgas

USX –26,86 %

21,180

12,550 –30,32 % 29,67

4,39 % 30,80 ↓

USX –23,22 % 197,000 125,500 –22,63 % 32,73 4,40 % 34,24 ↓ –16,18 % 59,790 33,680 40,04 % 40,36 –10,88 % 35,23 ↓

ICE Europe

46,100

GBX

Magerschwein

CME GLOBEX

59,075

USX –10,22 % 92,825 59,075 6,83 % 40,90 –44,63 % 36,29 ↓

Lebendrind

CME GLOBEX

107,050

USX –7,70 % 136,000 104,350 0,23 % 21,33 –31,56 % 19,95 ↓

ICE US

1973,000

USD –7,67 % 2251,000 1793,000 –30,18 % 29,49 –35,54 % 24,16 ↓

ICE Europe

49,750

USD

–7,30 % 54,380 42,540 13,66 % 28,20 –46,40 % 38,67 ↓

CME GLOBEX

16,280

USD

–6,38 % 17,390 15,080 –0,73 % 19,07 –33,71 % 21,84 ↓

Kakao WTI Rohöl Milch Brent Rohöl

ICE Europe

55,290

USD

–2,57 % 56,900 44,780 19,13 % 28,05 –43,58 % 37,44 ↓

Sojabohnen

CBOT Composites

976,500

USD

–2,06 % 1074,250 905,500 2,79 % 16,60

pro aurum

15,820

EUR

–1,24 % 18,500 14,630 –11,57 % 19,33 3,38 % 23,00 ↓

ICE US

69,780

USX

–1,23 % 85,320 66,540 2,05 % 21,21 2,18 % 21,29 ↓

CBOT Composites

309,700

USD

–1,15 % 350,500 292,000 0,75 % 19,89 –8,78 % 25,58 ↓

ICE US

135,850

USX –0,88 % 155,400 113,450 –7,96 % 25,55 –23,38 % 29,75 ↓

CBOT Composites

354,250

USD 0,93 % 392,000 329,250 7,59 % 21,40 3,28 % 23,16 ↓

Silber Philharmoniker 1 Unze Baumwolle Sojamehl Kaffee Mais

–1,21 % 20,17 ↓

KENNZAHLEN FÜR FUTURES BASIEREN AUF UNADJUSTED CONTINUATION CONTRACTS (CC). QUELLE:

45


RENDITE

STATISTIK ÖSTERREICH BÖRSENDATEN DIE WIENER BÖRSE IN ZAHLEN

MARKTKAPITALISIERUNG

80 70 60 50

20 19 18 17 16

* NUR ZWEI MONATE

40

15

30

Q4

Q1

14

Q2*

QUARTAL

Q3

Q3

TOP-HANDELSTEILNEHMER

Q4

Q1

19,21

13,53

16,73

15,77

14,00

12

14,30

AKTUELLE PERIODE

VERGLEICHSPERIODE

12,92

13 13,67

116,38

81,87

111,14

VERGLEICHSPERIODE 81,82

99,90

80,58

87,44

0

90,59

20 10

QUELLE: WIENER BÖRSE AG

100 90

QUARTALSUMSÄTZE

MRD. EUR QUELLE: WIENER BÖRSE AG

MRD. EUR

AKTUELLE PERIODE QUARTAL

Q2

MEISTGEHANDELT

PLATZIERUNG AUG.

(AUG./16)

1.

(1.)

HANDELSPARTNER

Morgan Stanley & Co

UMSATZ (MIO. EUR)

718,82

PLATZIERUNG AUG.

1.

(1.)

(AUG./16)

Erste Group Bank AG

2.

(4.)

Merrill Lynch International

422,28

2.

(4.)

OMV AG

613,49

3.

(9.)

Hudson River Trading Europe

368,00

3.

(2.)

Voestalpine AG

505,37

Raffeisen Centrobank AG

307,57

4.

(3.)

Raiffeisen Bank International AG

485,33

Erste Group Bank AG

284,25

5.

(5.)

Andritz AG

476,39

Wienerberger AG

237,35

Lenzing AG

226,23

4.

(6.)

5.

(-)

6.

(3.)

Deutsche Bank AG

275,87

6.

(6.)

7.

(7.)

Societe Generale S.A

269,36

7.

(13.)

MARKTTEILNEHMER

UMSATZ (MIO. EUR)

798,94

8.

(8.)

JP Morgan Securities

262,53

8.

(8.)

Immofinanz AG

188,83

9.

(5.)

Credit Suisse Securities

260,84

9.

(7.)

Buwog AG

152,04

10.

(10.)

10.

(12.)

247,88

Gesamt August 2017

UBS LTD.

4912,97

Gesamt August 2017

3.799,27

Gesamt August 2016

3755,06

Gesamt August 2016

2.929,01

Differenz 

CA Immobilien Anlagen AG

115,30

1157,91

Differenz870,26

QUELLE: WIENER BÖRSE AG

QUELLE: WIENER BÖRSE AG

INVESTORENGEOGRAFIE

UMSCHLAGSHÄUFIGKEIT INT. INVESTOREN

56,50 % niedrig 34,50 % moderat

46

6,20 % hoch 2,80 %

sehr hoch

QUELLE: IPREO, DEZEMBER 2016

USA Österreich Großbritannien Norwegen Frankreich Deutschland Niederlande Kanada Schweiz Polen andere

QUELLE: IPREO, DEZEMBER 2016

27,70 19,60 13,30 7,30 6,60 6,00 2,60 2,40 2,30 2,00 10,20


RENDITE

10 9

INFLATION

%

QUELLE: AMS

ARBEITSLOSENRATE

%

2

8

1,5

7 6 5

1

4

VERGLEICHSPERIODE

3 2

AKTUELLE PERIODE 0

O

N

D

J

F

M

A

M

J

J

A

BIP-WACHSTUM

% 3

2,5

MONAT

S

%

QUELLE: STATISTIK AUSTRIA

O

N

D

J

F

M

A

M

J

J

A

LEISTUNGSBILANZSALDO IN % DES BIP

7 6

MONAT

5 4

4.282*

4.365*

Q4

Q1

QUARTAL

DEFIZIT IN % DES BIP

88,44*

87,48*

84,88*

–1 –2

QUELLE: STATISTIK AUSTRIA

Q3

%

0

1.158*

1.008*

Q2

1

VERGLEICHSPERIODE AKTUELLE PERIODE

81,57*

85

QUARTAL

MIO. EUR

92,10*

86

–1

90,44*

GESAMTVERSCHULDUNG IN % DES BIP

87

AKTUELLE PERIODE

88,84*

91,25*

Q2

Q1

0

QUELLE: STATISTIK AUSTRIA

Q4

87,48*

88,44*

84,88*

92,10*

90,44*

88,84*

87,28*

Q3

VERGLEICHSPERIODE

338*

1

1,5

588*

2

586*

MRD. EUR

713*

3

2

87,28*

S

QUELLE: OENB

0

%

VERGLEICHSPERIODE

0,5

AKTUELLE PERIODE

1

1

QUELLE: STATISTIK AUSTRIA

WIRTSCHAFTSDATEN ÖSTERREICHS WIRTSCHAFT IN ZAHLEN

84 –3

MRD. EUR

83 82

Q2

Q3

Q4

291,63*

296,25*

295,72*

290,47*

290,23*

291,66*

296,93*

80

–5 288,87*

81

MRD. EUR

–4

Q1

VERGLEICHSPERIODE

–6

VERGLEICHSPERIODE

AKTUELLE PERIODE

–7

AKTUELLE PERIODE Q2

QUARTAL

47

Q3

Q4

Q1

QUARTAL


AUFSICHTSRÄTE

DAS RENNEN UM DIE QUOTENPLÄTZE Aufsichtsjobs sind sehr begehrt, aber schlecht bezahlt. Die neue Geschlechterquote für börsennotierte Unternehmen sorgt für kontroversielle Diskussionen. TEXT INGRID KRAWARIK FOTOS BARBARA STER

48


FINANZPLATZ

Headhunter. StantonChase-Partner Michael Schaumann besetzt die ÖBIB-Mandate. Er sprach sich bei der Veranstaltung Frauen Finanz Salon im Meinl am Graben für professionelle Aufsichtsräte aus.

D

as Griss um elitäre Aufsichts-

hen, dass die Mammutaufgabe bei der

ten der Österreichische Post AG, SW

ratsmandate ist groß und wird

OMV AG mit seinem normalen Job nicht

Umwelttechnik AG und Oesterreichi-

ab Jänner auch bei Frauen zu-

kompatibel war. „Der Aufsichtsratsvor-

sche Kontrollbank AG. Bei der Ober-

nehmend zu Wettbewerb untereinan-

sitz kann zweitweise zu einem Ganzta-

bank AG hat sie den Vorsitz über. „Der

der führen. Wenige verstehen, was so

gesjob werden. Das geht als CEO nicht.

Aufwand ist nichts im Vergleich mit der

ein Mandat tatsächlich bedeutet. Der

Vorbesprechungen mit den Sharehol-

Zeit vor zehn Jahren. Ich muss über jede

Posten mag Prestige bringen, der Auf-

dern nehmen viel Zeit in Anspruch. Der

rechtliche Entwicklung informiert sein.

wand eines Vorsitzes ist aber enorm und

OMV-Aufsichtsratsvorsitz hat mich 30

Die Arbeit des Aufsichtsrats spielt sich

wird in den wenigsten Unternehmen in

Prozent meiner Durchschnittsarbeits-

heute sehr stark in den Ausschüssen ab.

Österreich qualitativ abgegolten. Peter

zeit von 60 Stunden pro Woche gekos-

Am aufwendigsten ist der Kreditaus-

Oswald war von Mai 2015 bis Mai 2016

tet“, sagt Oswald. Von der Mehrbelas-

schuss“, sagte Stockbauer auf dem Po-

Aufsichtsratschef der OMV AG. Der Vor-

tung kann Herta Stockbauer ein Lied

dium der Börsianer-Veranstaltung Frau-

standsvorsitzende des Mondi-Konzerns

singen. Die Vorstandsvorsitzende der

en Finanz Salon (Seite 97) in Wien. Die

musste nach einem Jahr aber einse-

BKS Bank AG sitzt in den Aufsichtsrä-

BKS-Chefin ging sogar so weit zu sagen,

49


Mandat. BKS-Chefin Herta Stockbauer ist eine Befürworterin der Frauenquote, meint aber, dass der Aufwand für die Mandate massiv gestiegen ist.

dass der Kreditausschuss als Nichtban-

Stockbauer wurden deshalb einige Man-

Chase, der die staatlichen ÖBIB-Man-

kerin nicht zu bewältigen ist. Auch Mon-

date zurückgelegt. Das Verhältnis zwi-

date besetzt, also Aufsichtsräte für OMV

di-Chef Oswald erinnert sich noch an die

schen der übernommenen Verantwor-

AG, Telekom Austria AG und Österrei-

„alte“ Zeit: „In der alten Welt gab es vier

tung und der Bezahlung passt nicht, we-

chische Post AG sucht, nennt die Bezah-

Sitzungen. Von einer hat man sich ent-

der im internationalen Vergleich noch

lung in Österreich „lausig“. Schaumann

schuldigt. Vor der Sitzung hat man sich

nach dem Hausverstand. Zu diesem

ist ein großer Verfechter von hauptbe-

eine Stunde eingelesen. Jetzt muss man

Schluss kommt Ex-Immofinanz-Finanz-

ruflichen Aufsichtsräten. „Mit vier bis

mit fünf bis sieben Sitzungen pro Jahr

vorstand Birgit Noggler, die vor kurzem

fünf Aufsichtsratsmandaten sollte man

rechnen, dazu kommen noch die Aus-

in den Aufsichtsrat der Raiffeisen Bank

so viel verdienen können, wie man jetzt

schüsse. So eine Ausschusssitzung kann,

International AG (RBI) gewählt wurde.

als Vorstand verdient. Ich muss also

wenn man ins Detail geht, vier bis sieben

als Aufsichtsrat zwischen 100.000 und

Risiko wird nicht bezahlt

200.000 Euro pro Mandat verdienen“,

„Der Markt sollte sich dringend zu ei-

meint Schaumann. Auf mehr als 140.000

Enormer Aufwand

ner Faustformel durchringen, die jeder

Euro pro Jahr kommt bei den ATX-Un-

Von einer adäquaten Bezahlung der Auf-

kapieren würde, der Geld in einem Un-

ternehmen nur Friedrich Rödler, Auf-

sichtsratsarbeit ist Österreich indes noch

ternehmen investiert hat. Der Gesamt­

sichtsratsvorsitzender der Erste Group

meilenweit entfernt. Vor allem wenn

aufsichtsrat sollte dem Aktionär und

Bank AG. Bei der Voestalpine AG striff

man bedenkt, dass der Aufsichtsrat ope-

den Eigentümern doch zumindest so viel

der Vorsitzende Joachim Lemppenau zu-

rative Kreditentscheidungen aktiv mit-

wert sein wie ein durchschnittliches Vor-

letzt 108.000 Euro ein. Bei der OMV AG

tragen muss. Die Compliance-Anforde-

standsgehalt. Diese Anhebung wäre auch

muss sich Peter Löscher mit 30.000 Euro

rungen an das Unternehmen haben sich

ein Schritt in Richtung Professionalisie-

Grundgehalt zufriedengeben. Dazu kom-

insgesamt erhöht, die Ad-hoc-Pflichten

rung und würde der Investorenwahr-

men noch 14.000 Euro für einen Aus-

werden stärker kontrolliert. Die Haftun-

nehmung und dem Ansehen des Finanz-

schussvorsitz und 400 Euro Sitzungs-

gen werden bewusster wahrgenommen.

platzes Österreich guttun“, sagt Noggler.

geld. „Für ein global großes Unterneh-

Die Sorgfaltspflicht ist das Um und Auf.

Gundi Wendtner, Partnerin bei Deloitte

men würde ich sogar trotz momentan in

„Aufsichtsratsmitglieder müssen Bran-

Österreich, sieht noch ein weiteres Pro-

Österreich teilweise geringer Aufsichts-

chenerfahrung haben, damit sie die rich-

blem: „Wenn ich Aufsichtsräte schlecht

ratsvergütung trotzdem qualifiziert gute

tigen Fragen stellen können. Als Kon­

bezahle, kommt es zu einem Interes-

Aufsichtsräte finden. Da spielt die Befrie-

trollorgan ist der Aufsichtsrat aber nicht

senkonflikt. Weil die Leute machen das

digung der Eitelkeit eine größere Rolle als

für unternehmerische Fehlentscheidun-

dann, weil sie sich irgendeinen anderen

das Geld“, meint Michael Schaumann.

gen verantwortlich“, sagt Ursula Rath,

Vorteil versprechen.“

Stunden dauern.“

Persönlichkeit als Kriterium

Partnerin bei Schönherr Rechtsanwälte.

Durchschnittlich 21.000 Euro be-

Im Bankenbereich ist es wegen der Fit-

kommt ein einfaches Mitglied, Vorsit-

Auf sein Radar kommen all jene, die zu-

&-Proper-Tests, die es früher nicht gab,

zende erhalten nach einer Studie der Hay

mindest 15 bis 20 Berufsjahre mitbrin-

schwieriger

Aufsichtsrats-

Group im Schnitt 52.000 Euro. Micha-

gen, möglichst in Führungspositionen.

mitglieder zu finden. Laut BKS-Chefin

el Schaumann, Headhunter von Stanton

„Die fachliche Qualifikation ist Voraus-

geworden,

50


FINANZPLATZ

„Abscheulich, in so einem Männerclub zu sitzen.“

„Schlechte ­Bezahlung führt zu Interessen­ konflikt.“

HEIMO SCHEUCH

GUNDI WENDTNER

„Kann zu ­einem Ganztagesjob werden.“ PETER OSWALD

setzung. Wichtig ist die Persönlichkeit

schied, ob mehrere Frauen im Aufsichts-

wäre ja unternehmerisch unsinnig, gut

und ob die zur Kultur des Unternehmens

rat sind oder ich mit einer reinen Män-

funktionierende männliche Besetzungen

und noch wichtiger zum restlichen Team

nerrunde dasitze. Man tauscht sich an-

nur wegen der Quote rauszukanten.“

des bestehenden Aufsichtsrates passt.“

ders aus. Es gibt andere Blickwinkel, ich

In einem Aufsichtsrat brauche man nicht

schätze es unendlich, bei der Post Frau-

Interessenkonflikt bei Anwälten

nur Bilanzprofis oder Leute mit gleichem

en im Aufsichtsrat zu haben“, sagt BKS-

Für viele Partnerinnen aus der Anwalts-

beruflichem Werdegang. „Wenn ich im

Vorstandschefin Stockbauer, eine Befür-

oder Beraterbranche, die bezüglich Erfah-

Aufsichtsrat einen Bilanzprofi brauche,

worterin der Quote. Drastischere Worte

rung und Expertise perfekt in den Auf-

dann habe ich einen falschen CFO, ein

findet Heimo Scheuch, Vorstandsvorsit-

sichtsrat passen würden, stellt sich so

falsches Expertenteam im Unternehmen

zender der Wienerberger AG, die die Quo-

ein Engagement meist aus Compliance-

oder den falschen Wirtschaftsprüfer. Ich

te erfüllen, obwohl sie gar nicht müs-

Gründen nicht. „Der Interessenkonflikt

brauche eher jemanden, der befruchtet,

sen. „Das ist doch abscheulich, in so ei-

ist einer der Gründe, wieso wir als Kanz-

der den Finanzvorstand freispielt, der

nem Männerclub zu sitzen. Mit diversen

lei bei Aufsichtsratsmandaten auch ab-

Richtung vorgibt, der die richtigen Fragen

Teams werden Diskussionen sachlicher

lehnen müssen. Wichtig ist, sich immer

stellt. Der Aufsichtsrat ist ein Thinktank,

geführt“, meinte er bei einer von Wolf

die Frage der Unabhängigkeit zu stellen“,

der muss sich bunt zusammenstellen“,

Theiss organisierten Diskussion. Der

sagt Schönherr-Partnerin Ursula Rath.

sagt Schaumann. Der Headhunter ist kein

Wienerberger-Chef ist gegen die Quote,

Ein Mandat um jeden Preis, nur weil jetzt

Fan der Geschlechterquote, die ab 1. Jän-

weil er sich, wie sehr viele in der Bran-

eine Quote zu erfüllen ist, sollte nicht der

ner 2018 unter anderem für börsenno-

che, gegen ein Zuviel der Reglementie-

Anspruch sein. Als Karrierekrönung soll-

tierte Unternehmen gilt (siehe Seite 52).

rung wehrt. RBI-Aufsichtsrätin Noggler

te man es auf keinen Fall betrachten, sagt

Allein durch die stetige Diskussion

findet es wichtig, mit Zielquoten im Un-

Schaumann: „Wenn Sie viel Zeit haben,

und Aufregung auf beiden Seiten hat die

ternehmen zu arbeiten: „Man kann als

es Spaß macht, dann tun Sie es. Seien Sie

Quote zumindest Barrieren in den Köp-

Aufsichtsrat mit dem Vorstand gemein-

sehr kritisch, bevor Sie ein Aufsichtsrats-

fen - vor allem der Männer - aufgebro-

sam Zielquoten fürs Unternehmen fest-

mandat annehmen, mit den neuen Richt-

chen. „Es macht einen großen Unter- setzen. Es dauert halt einfach noch. Es CHSH_DerBörsianner_Anzeige1_Neu2016_200x90_RZ.qxp_Layout 1 04.05.16 17:17 Seite 1

linien birgt es ja auch ein großes Risiko.“ n

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Austria

Belarus

Bulgaria

Czech Republic

Hungary

Romania

Slovak Republic

Rechtsanwälte GmbH


FINANZPLATZ

AUFSICHTSRAT

DAS SOLLTE MAN ÜBER DIE FRAUENQUOTE IN AUFSICHTSRÄTEN WISSEN

D

as

von

wird Einspruch erhoben. „Die Mehr-

Eva Fischer, Partnerin bei Wolf Theiss.

Frauen und Männern im Auf-

Gleichstellungsgesetz

heit der jeweiligen Vertreter kann be-

Da in Österreich auch bei den Arbeiter-

sichtsrat gilt ab 1. Jänner 2018.

stimmen, wie die Quote zu erfüllen ist,

nehmervertretern meist die Männer die

Ab dann sollten in Aufsichtsräten bör-

also gesamt oder gesondert“, erklärt

Mehrheit stellen, ist eine Durchsetzung

sennotierter Unternehmen und in Ge-

Friedrich Jergitsch, Partner der Kanz-

der gesonderten Quote fraglich. Insge-

sellschaften, die mehr als 1.000 Mitar-

lei Fresh­fields Bruckhaus Deringer. Ge-

samt erfüllen die Quote derzeit die Vien­

beiter zählen, mindestens 30 Prozent

sondert heißt, Kapital- und Arbeitneh-

na Insurance Group AG, Wienerberger

Frauen in den Aufsichtsräten vertre-

mervertreter müssen jeweils die Quo-

AG, Österreichische Post AG und Erste

ten sein. Das Gesetz gilt nur, wenn die

te von 30 Prozent erfüllen. Falls nicht,

Group Bank AG. Bei einer gesonderten

Belegschaft in den Unternehmen aus

bleibt der Sitz frei. In Deutschland, wo

Rechnung würden nur die beiden erstge-

mindestens 20 Prozent Frauen besteht

die Geschlechterquote seit 1. Jänner 2016

nannten die Quote erfüllen. Bei der Erste

und das Aufsichtsgremium mindestens

in Kraft ist, „wurde vom Einspruch oft,

Group würde eine Frau bei den Kapital-

sechs Kapitalvertreter stellt. Die Quo-

meist durch die Arbeitnehmervertre-

vertretern fehlen, bei der Post ist keine

te wird insgesamt berechnet, außer es

ter, Gebrauch gemacht“, sagt Anwältin

Frau unter den Arbeitnehmervertretern.

SO SIEHT ES MIT DER GESCHLECHTERQUOTE BEI DEN ATX-UNTERNEHMEN AUS

n n n n n n n n n n n n n n n n n n n

Erfüllen die Quote insgesamt/gesondert

Frauen im Aufsichtsrat insgesamt

8

nein

0 von 12

6

nein

2 von 9

55,4

5

nein

2 von 8

Erste Group Bank AG

65,4

11

ja/nein

6 von 17

Immofinanz AG

62,9

6

nein

1 von 9

Lenzing AG

< 13 Prozent

8

nein

2 von 12

OMV AG

25,0

10

nein

3 von 15

Österreichische Post AG

29,0

8

ja/nein

4 von 12

Raiffeisen Bank International AG

67,0

12

nein

5 von 18

RHI AG

12,6

8

nein

0 von 12

S Immo AG

57,0

8

nein

1 von 8

Schoeller-Bleckmann Oilfield AG

9,0

6

nein

1 von 6

Telekom Austria AG

39,0

10

nein

2 von 15

Uniqa Insurance Group AG

52,0

10

nein

2 von 15

Verbund AG

17,5

10

nein

4 von 15

Vienna Insurance Group AG

60,0

10

ja/ja

4 von 10

Voestalpine AG

13,5

8

nein

1 von 12

Wienerberger AG

14,0

8

ja/ja

4 von 11

Zumtobel AG

35,7

6

nein

ATX-Unternehmen

Belegschaft Frauen in %

Kapitalvertreter

Agrana AG

29,4

Andritz AG

15,1

Buwog AG

0 von 9 QUELLE: UNTERNEHMENSANGABEN 2016/2017

n MUSS DIE QUOTE ERFÜLLEN n MUSS DIE QUOTE NICHT ERFÜLLEN n ERFÜLLT DIE QUOTE

52


projekte entwickeln chancen realisieren UBM ist der führende Hotelentwickler in Europa. Der strategische Fokus liegt auf den drei klar definierten Assetklassen Hotel, Büro und Wohnen sowie auf den drei Kernmärkten Deutschland, Österreich und Polen. Mit 144 Jahren Erfahrung kon­ zentriert sich UBM auf ihre Kern­Kompetenz, die Entwicklung von Immobilien. Seit 1873 notiert UBM an der Börse. Die Aktien der UBM sind im August 2016 ins Prime Market Segment gewechselt.

Aparthotel im QBC, Wien Das Projekt Quartier Belvedere Central wird um ein Apart­ hotel erweitert. Eingebettet in den dynamischen Entwick­ lungsmix aus Büro, Wohnen und Hotel entstehen 131 Serviced Apartments. Klassisches Hotel­Service wird hier mit einem individuellen Wohngefühl kombiniert.

Das Hotelgebäude am Leuchtenbergring wird auf 279 Zimmer erweitert. Zusätzlich entsteht ein sechs­ geschossiger Neubau mit hochwertigen Büro­ und Einzelhandelsflächen. Das Projekt hat eine Gesamt­ mietfläche von rund 35.000 m² und verfügt über 387 Tiefgaragen­Stellplätze.

UBM Development AG – Ein Immobilienentwickler von europäischem Format

© zooM.vp.At

Leuchtenbergring, München

ubm.at


KOMMUNIKATION

Erfolgreich. Die KTM ­Industries AG twittert ihrer ­Racing-­Community fast täglich Bilder von Erfolgen.

DAS ZWITSCHERN AN DER BÖRSE


© KTM INDUSTRIES AG

Twitter führt bei den an der Wiener Börse gelisteten Konzernen noch ein Schattendasein neben dem großen Bruder Facebook. Statt Reichweiten gibt es damit aber Zugang zu Medien und Fachleuten zu gewinnen. TEXT THOMAS MÜLLER


FINANZPLATZ

S

chon Barack Obama wusste um

den ATX-Unternehmen ist die Telekom

die Macht von 144 Zeichen, die

Austria Group AG mit ihrer Marke A1 der

„Twitter bietet die Möglichkeit, ­kritische Themen früh zu erkennen.“

auf Twitter um die Welt gehen.

meistgelesene Account mit 17.400 Fol-

Sein Nachfolger als US-Präsident, Do-

lowern. Die zweitplatzierte Voestalpi-

nald Trump, zeigt sich nicht minder ak-

ne AG erreicht zirka 6.400 Interessen-

tiv auf der Micro-Blogging-Seite und

ten. Anders als in den USA lassen sich

sorgt regelmäßig mit seinen Nachrich-

hierzulande über Twitter nicht die Mas-

ten bei Freund und Feind für Aufregung.

sen erreichen. Das kann auch ein Vorteil

38,8 Millionen Abonnenten, sogenannte

sein. „Es geht hier eher um die Qualität

tional AG, die Twitter nutzt, um die glo-

Follower, hat er auf der ganzen Welt und

als Quantität und darum, in einer Com-

bale Kundschaft für Feuerwehrgeräte zu

damit eine Reichweite, von der Zeitun-

munity vernetzt zu sein“, sagt Nicole

erreichen. Die Positionierung auf dem

gen und Fernsehsender mittlerweile nur

Bäck-Knapp, geschäftsführende Gesell-

Arbeitgebermarkt sei ebenfalls ein Ziel

noch träumen können. Hinzu kommt,

schafterin und Social-Media-Expertin

vieler Unternehmen.

dass treue Fans seine Botschaften tei-

bei der PR-Agentur Ecker & Partner.

PETER FELSBACH

Generell Luft nach oben sieht Online-

len, was zusätzlich ein Millionenpu­

Die Twitter-Präsenzen der aktivs-

PR-Spezialistin Uschi Juno von Moks

blikum bringt. Auf immerhin noch 6,8

ten Unternehmen beurteilt sie positiv:

Kommunikationsberatung: „Die ATX-

Millionen Follower bringt es Apple-Chef

„KTM nutzt sehr gut das Thema Renn-

Unternehmen sind noch eher zurück-

Tim Cook, damit ist er der meistgelese-

sport, A1 ist sehr reaktiv bei Beschwer-

haltend, was deren Präsenz auf Twit-

ne Unternehmensvorstand auf Twitter.

den und nutzt Twitter als Servicestel-

ter angeht. Wünschenswert wäre, wenn

Geradezu dörflich nimmt sich da-

le. Das ist natürlich sehr gut für die

diese noch stärker in den Diskurs ein-

gegen die österreichische Twitter-Sze-

Reputation. Die Voestalpine hat zwar

treten und sich mehr an Austausch und

ne mit geschätzten 150.000 Benutzern

weit weniger Follower, aber kommuni-

Dialog beteiligen.“ Für Best-Practice-

aus. Die überwiegende Mehrheit davon

ziert sehr gut mit den Stakeholdern und

Beispiele müsse man eher abseits der

liest außerdem nur mit und schreibt

bringt hochwertiges Bild- und Video-

Börse suchen wie bei den Wiener Lini-

nicht aktiv. Die Themen und Debat-

material. Auch die OMV hat tolles mul-

en. Auch kleinere Unternehmen haben

ten gehen in der Regel von einer rela-

timediales Material und ist aktiv, aber es

hier Vorteile gegenüber den Konzernen:

tiv kleinen Gruppe aus, der sogenann-

gibt kaum Erwähnungen anderer User

„Langwierige Freigabeprozesse und ein

ten Twitteria. Sie besteht aus Medien-

und wenig Interaktion.“ Ein gutes Bei-

träges Community-Management wer-

leuten,

spiel sei auch die Rosenbauer Interna-

den der Schnelligkeit von Twitter nicht

Pressesprechern,

Onlineex-

perten und Politikberatern, die sich im

gerecht und verhindern eine erfolgrei-

Wesentlichen selbst genügen. Zu den

che Präsenz.“ Statt Kontrolle brauche es

Superstars gehören der ORF-Anchor-

hier gut ausgebildete und erfahrene So-

man Armin Wolf mit rund 380.000 Fol-

cial-Media-Manager.

lowern, „Falter“-Chefredakteur Florian Klenk mit 187.000 Followern oder der

#weniger=#mehr

sonst unbekannte Künstler Peter Box,

Negative Beispiele seien in erster Li-

der sich mit mehr als 750.000 Followern

nie Accounts, die nur halbherzig oder

an die Spitze der österreichischen Twit-

gar nicht mehr betreut werden, sind

teranten geklickt hat, indem er selbst

sich beide Expertinnen einig. Bei der

622.000 Accounts folgt.

Österreichischen Post AG etwa werden Erinnerungen an den September 2015

#kleinaberfein

wach, wenn man die Twitter-Seite be-

Die Twitter-Accounts heimischer, börsennotierter

Unternehmen

müssen

sich mit vergleichsweise bescheidenen Reichweiten begnügen. Die KTM Industries AG setzt sich mit @KTM_Racing und dem attraktiven Thema Rennsport an die Spitze der heimischen Brand-Accounts und hat 146.000 Follower. Bei

Relevanz. Der Tweet kann nach 16 Stunden auf vier Replies, 17 Retweets und 92 Likes verweisen. „Dieses Beispiel zeigt, wie stark KTM ihrer RacingCommunity Content liefert, der für sie auch relevant ist und Identifikationsfläche bietet“, sagt Expertin Bäck-Knapp. Ein hochwertiges Bild des Fahrers auf dem Podium dient als Eye-Catcher, die Verlinkung des Beitrags auf die Website der MotoGP bietet Mehrwert für die Community.

56

sucht. Die Andritz AG oder der englischsprachige Konzernaccount der Telekom Austria Group sind ebenfalls seit längerem verwaist. „Der Kanal @unserepost auf Twitter wird aktuell von uns nicht bedient, jedoch möchten wir sicherstellen, dass dies zukünftig genau unter diesem Namen möglich ist“, lässt das Un-


FINANZPLATZ

„Vorstände ­funktionieren auf Twitter ­besser als ­Konzerne.“ NICOLE BÄCK-KNAPP

account mit 2.700 Followern gibt es hier

sollte. Gerade Twitter bietet hier sehr

noch einige Mar­ kenaccounts. Monika

gute,

Kovarova-Simecek, Finanzprofessorin

tools.“

ressourcenschonende

Analyse-

an der Fachhochschule FH St. Pölten,

Und was sagen nun die Unterneh-

verweist darauf, dass die Kommuni-

menskommunikatoren zu ihren Akti-

kationskanäle nicht isoliert betrachtet

vitäten im Zeichen des blauen Vogels?

werden können: „Der Twitter-Aufwand

„Twitter zählt im Gegensatz zum Corpo-

kann nicht auf das eigentliche Twittern

rate Blog, Facebook und LinkedIn, nicht

ternehmen wissen. Uschi Juno plädiert

reduziert werden. Es umfasst die Pla-

zu unseren primären Kommunikations-

im Zweifel für Verzicht: „Hier lautet die

nung genauso wie das Con­trolling, das

kanälen, sondern dient dazu, zusätzliche

Devise: Weniger ist mehr. Betreibt nur

ein fixer Bestandteil des Prozesses sein

Zielgruppen zu erreichen und Themen zu

Social-Media-Präsenzen, deren Anfor-

streuen“, erklärt Peter Felsbach, Presse-

derungen ihr auch erfüllen könnt! Ver-

sprecher der Voestalpine AG. „Es bietet

nachlässigte Accounts wirken sich ne-

auch durch die Hashtag-Suche eine gute

gativ auf die Wahrnehmung des Unter-

Möglichkeit, um kritische Themen früh-

nehmens aus.“

zeitig zu erkennen. In der Krisenkom-

Doch womit müssen die Kommu-

munikation ist Twitter ebenfalls gut und

nikationsabteilungen rechnen, wenn

flexibel einsetzbar.“ Auch bei der Zum-

sie eine respektable Twitter-Präsenz

tobel Group AG ist Twitter kein zentrales

aufbauen wollen? „Twitter ist sehr

Tool, aber eine zusätzliche Möglichkeit,

ressourcen­ intensiv,

sinn-

über Projekte und das Arbeitsumfeld zu

voll und langfristig betrieben werden

informieren. „Alles was mit Bauen, Ar-

soll. Ein bis zwei Stunden sollten täg-

chitektur und natürlich mit Lichttech-

lich in die aktive Weiterentwicklung ei-

nik zu tun hat, können wir als Themen

ner Twitter-Präsenz investiert werden“,

ebenfalls auf Twitter kommunizieren“,

wenn

es

schätzt Uschi Juno. Beim Lichttechnikhersteller Zumtobel Group AG sind es jeweils zwei Mitarbeiter, die neben anderen Tätigkeiten einen der verschiedenen Twitter-Accounts bedienen, erläutert die Sprecherin des Unternehmens, Simone Deitmer. Neben dem Konzern­

Wir entwickeln Werte

Eye-Catcher. Hier berichtet Rosenbauer AG über den Zuschlag für eine Lieferung von insgesamt 306 Löschfahrzeugen für den deutschen Katastrophenschutz. Ein hochwertiges Bild dient als Eye-Catcher. Für mehr Informationen verlinkt Rosenbauer AG auf die Presseaussendung. „Der Tweet konnte in der doch sehr spitzen Zielgruppe 7 Retweets und 15 Likes erzielen“, erklärt Bäck-Knapp.

sagt Simone Deitmer.

Die Chefs sind offline Was

für

Österreich

und

auch

für

Deutschland auf Twitter charakteristisch ist, ist die Abwesenheit der Unternehmensvorstände. Laut einer Erhe-

Als Unternehmer sind wir auf profitable Chancen fokussiert. Wir investieren in unsere Immobilien, um Werte zu entwickeln, die die S IMMO auch in Zukunft tragen. www.simmoag.at/projekte


FINANZPLATZ

vorsitzenden, die twittern, wie der ak-

„Träges Management ­verhindert erfolgreiche ­Twitter-Präsenz. “

tuelle CEO-Report von Ecco International Communication erhoben hat. Könnte das auch für die ATX-Unternehmen eine Möglichkeit sein, ihre Twitter-Präsenzen interessanter zu machen? „Na-

USCHI JUNO

türlich, Vorstände funktionieren immer besser als Konzerne“, ist PR-Beraterin

bung der Berater von Oliver Wyman ist

Nicole Bäck überzeugt. „Jeder Mensch

von den DAX-Vorständen gerade ein-

kommuniziert am liebsten mit anderen

mal der SAP-Vorstandsvorsitzende Bill

Menschen. Der Vorstandsvorsitzende

McDermott auf Twitter unterwegs mit

gibt dem Konzern ein Gesicht. Er muss

29.000 Followern, und in Österreich er-

aber offen für Social Media sein, er muss

freut nur Uniqa-Insurance-Group-AG-

Spaß daran haben, und vor allem muss

Finanzvorstand Kurt Svoboda hin und

er es selber machen.“

wieder seine 73 Follower mit vorwiegend privaten Tweets.

Für Monika Kovarova-Simecek gibt es bisher keinen empirischen Beleg dafür,

Bei den US-Unternehmen sind es

dass persönliche Accounts erfolgreicher

immerhin 14 Prozent der Vorstands-

sind: „Es fehlt bis zu einem gewissen

Kundenkontakt. Hier retweeted die Voestalpine AG den Tweet eines Users, der offenkundig fasziniert vom Werk in Donawitz ist. „Die Voestalpine tritt dadurch in Verbindung mit dem User und bietet den Usern damit einen authentischen Einblick in ihr Werk“, summiert Expertin Bäck-Knapp.

Grad die Kontrollgruppe. Dass es in der DAS TWITTER-RANKING DER ATX-UNTERNEHMEN

Regel Unternehmens­accounts gibt, hat meiner Ansicht nach viele Gründe wie

Einige ATX-Unternehmen haben einen Twitter-Account, den sie auch vielfältig nutzen. OMV AG, Voestalpine AG und Zumtobel AG zwitschern oft und haben auch die meisten Follower. ATX-Unternehmen

Hat Twitter

1. Voestalpine AG

zum Beispiel die Vorsicht gegenüber den Social Media.“ Elon Musk zeige aber für

Follower

Beiträge

Aktiv seit

Tesla, dass ein Personenaccount durch-

ja

6.374

4.407

2009

aus funktionieren könne: „Was er sagt,

2. OMV AG

ja

3.989

1.005

2012

wird beobachtet und, wie wir an den

3. Zumtobel Group AG

ja

2.718

2.752

2013

Aktienkursen sehen, auch unmittel-

4. Andritz AG

ja *

1.940

12

2009

bar eingepreist.“ Uschi Juno sieht hier

5. Telekom Austria AG

ja

1.760

1.332

2011

6. Verbund AG

ja

1.622

2.263

2009

7. Erste Group Bank AG

ja

1.502

631

2015

8. Wienerberger AG

ja

1.409

790

2009

9. Uniqa Insurance Group AG

ja

1.071

2.488

2016

10. RBI AG

ja

1.012

655

2013

11. S Immo AG

ja

799

1.180

2011

Es gilt also für jedes Unternehmen,

12. Österreichische Post AG

ja*

727

76

2012

die möglichen Vorteile, Risiken und un-

13. Lenzing AG

ja

293

50

2010

erwünschten Nebenwirkungen abzuwä-

14. VIG AG

ja

122

54

2016

gen. Jene, die sich selbst nicht auf das mitunter glatte Twitter-Parkett bege-

15. Buwog AG

nein

16. Immofinanz AG

nein

17. CA Immo AG

nein

18. RHI AG

nein

19. SBO AG

nein

20. Agrana Beteiligungs-AG

nein

* INAKTIV SEIT 2015

QUELLE: TWITTER, STAND 26.9.2017

mehr Glaubwürdigkeit und weniger Redaktionsstrukturen und Freigabeprozesse als Vorteile. „Zu unterschätzen ist auch nicht, dass ein Austausch über Vorstands­accounts Hierarchien abbauen kann und damit imageverbessernd wirkt“, so die Expertin.

ben wollen, müssen aber trotzdem nicht ganz außerhalb bleiben. Seit einigen Monaten twittert auch die Wiener Börse AG unter @wiener_borse selbst und erwähnt natürlich auch börsennotierte Unternehmen ohne Accounts in ihren Tweets. Reagieren kann man allerdings nur, wenn man selbst präsent ist. n

58


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BRANCHEN

BANKEN

KOLUMNE

WILHELM CELEDA Vorstands­ vorsitzender Raiffeisen Centrobank AG

WAHLFREIHEIT In Österreich haben wir den Luxus der freien Meinung und können somit entscheiden, wer die zu-

NEUER EIGENTÜMER BEI WIENER PRIVATBANK

künftigen politischen Vertreter für unsere Anliegen sind. Dabei fallen

Die Wiener Privatbank SE hat mit der

Verkaufs umstrukturiert. Kerbler und Ko-

den meisten sicher in erster Linie

­slowakischen Arca-Capital-Gruppe einen

war wollen ihren Anteil an der Vienna Es-

neuen Großaktionär. Möglich macht das

tate Immobilien AG herauslösen und die

mir, wenig überraschend, auch der

der Ausstieg der Mehrheitsaktionäre Gün-

Immobilienaktivitäten der Bank überneh-

Kapitalmarkt. Denn dieser hätte

ter Kerbler und Johann Kowar, die zusam-

men. Die Arca-Capital-Gruppe, die auch

sich Vertreter verdient, die erken-

men 61,37 Prozent an der Wiener Privat-

Aktionär der Vienna Insurance Group AG

nen, dass ein gut entwickelter und

bank SE gehalten haben. Kerbler und Ko-

ist, wurde vom Milliardär Pavol Krupa ge-

war haben ihre direkt und indirekt gehal-

gründet. Beide Seiten erhoffen sich durch

Anliegen bildet ‒ als Garant für In-

tenen Beteiligungen verkauft. Die Arca-

den Deal Wachstumsmöglichkeiten. Der

novation, Wachstum, Arbeitsplätze

Capital-Gruppe, die von der Anwaltskanz-

neue Eigentümer wird im zweiten Quartal

und Wohlstand. Jeder spricht von

lei CMS beraten wurde, zahlte den Mehr-

2018 ein Übernahmeangebot an die Aktio-

heitsaktionären 36,85 Millionen Euro. Die

näre stellen. Ein Delisting von der Wiener

Wiener Privatbank SE wird im Zuge des

Börse ist wahrscheinlich.

Arbeit und Flüchtlinge, Gesundheit und Pension oder Umwelt ein, und

funktionierender Kapitalmarkt eine Säule für viele dieser genannten

Crowdfunding, aber die Beschaffung von Eigenkapital über die Börse als transparenteste Form einer Beteiligung an Unternehmen wird oft ignoriert. Auch weil diese wichtige Transparenz durch Prospekt, Reporting, Ad-hoc und ManagersTransactions oft einen hohen Preis hat und Fehler drastische Strafen

Bawag PSK AG geht in Wien an die Börse

nach sich ziehen können. Gleiches gilt für die Richtlinie Mifid II, durch

Der Gang der Bawag PSK AG an die Wie-

die auf dem Rücken der gewünsch-

ner Börse ist perfekt. Die Großaktionäre

ten Transparenz die Gefahr besteht, dass daraus ein Korsett geschnürt wird, das den Spielraum zum Atmen

Cerberus Capital Management und Golden Tree trennen sich von einem Teil ihrer ins-

nimmt. Das kann dazu führen,

gesamt 94-prozentigen Beteiligung. Ge-

dass jegliche Entscheidungsfreiheit

rüchten zufolge sollen 20 bis 30 Prozent an

unterbunden wird. Somit liegt es an

die Börse gebracht werden. Bewertet wird

der Politik, die Eigenverantwortung nicht zu unterbinden, und an uns, diese Wahlfreiheit auch zu nutzen.

w.celeda@derboersianer.com

die Bawag PSK AG mit fünf Milliarden Euro. Die Bank hat im ATX-Index eine eigene Peergroup. An Aktionäre sollen 50 Prozent des Nettogewinns ausgeschüttet werden.

60


BRANCHEN

RLB-OÖ-Aufsichtsratspräsident Jakob Auer, Außenminister ­Sebastian Kurz, Landeshauptmann Thomas Stelzer und RLBOÖ-Generaldirektor Heinrich Schaller begrüßten 2.200 Gäste.

Die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG hatte für „Minister im Dialog“ Sebastian Kurz eingeladen. Der Außenminister sprach vor 2.200 Gästen im Linzer Design Center über seine Pläne und Visionen für Europa und Österreich und outete sich als Bargeldfan.

OGH-Urteil bezüglich Negativzinsen belastet Bankbilanzen Die heimischen Banken müssen auf Geheiß des Obersten Gerichtshofs (OGH) zu hoch verrechnete Kreditzinsen zurückzahlen. Insgesamt sind das 360 Millionen Euro. Das OGH-Urteil betrifft variabel verzinste Verbraucherkredite, Banken hätten Negativzinsen an die Kunden weitergeben müssen. Betroffen sind Darlehen ab dem zweiten Quartal 2015. Erste-Bank-Öster-

TICKER

Hellobank BNP Paribas Austria AG legt Banklizenz zurück +++ Volksbank Wien AG vor Fusion mit Volksbank Niederösterreich +++ Investmentbank Alantra eröffnet ÖsterreichDependance in Wien +++ Bankhaus Krentschker wechselt zur Einlagensicherung der Sparkassen +++ Erste Group bekommt Euromoney-Preis als beste Bank Österreichs, Zentral- und Osteuropas +++ RLB-OÖ-Vorstand Starzer legt Mandat wegen Buwog-Prozesses zurück

reich-AG-Chef Stefan Dörfler hat dafür 42 Millionen Euro zurückgestellt, bei der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG sind es 18,2 Millionen Euro für 170.000 Konten, die Oberbank AG nimmt 6,3 Mil-

Die Erste Bank Österreich AG hat die Zin-

lionen Euro in die Hand, die Raiffeisenlan-

sen bereits bis Ende September 2017 auf

desbank NÖ-Wien 13 Millionen Euro. Die

die Kundenkonten rücküberwiesen. Spä-

Rückstellungen drücken auf die teilweise

testens bis Jahresende sollen alle Zahlun-

seit langem wieder guten Bankbilanzen.

gen der Banken geleistet sein.

BANKEN WERDEN ZU DRITTANBIETERN STUDIE. Ab 2018 dürfen Drittanbieter wie Finanz-Start-ups und andere Wettbewerber im Auftrag ihrer Kunden auf Bankkonten und -daten zugreifen, um Finanztransaktionen durchzuführen. Möglich macht das die PSD2-Richtlinie der Europäischen Union. Banken verlieren die Hoheit über die bei ihnen geführten Konten und somit ein Alleinstellungsmerkmal. Die

KARRIERE

Studie „Payment Service Directive 2 in CEE“ von Roland Berger hat herausgefunden, dass rund 40 Prozent der Banken in Mittel- und

Sonja Sarközi

Günter Gorbach

Thomas Uher

ist seit 1. August 2017 Retailvorstand der Sberbank Europe AG. Die Bankerin war zwei Jahrzehnte als Vorstandschefin am Aufbau der Easybank AG beteiligt, die sie Ende 2016 verließ.

ist seit Anfang August 2017 neuer Vorstand der Zürcher Kantonalbank Österreich AG. Der 49-jährige Banker war bisher Vorstandsdirektor bei der Hypo Salzburg.

wird am 15. Oktober 2017 neuer Risikovorstand der Volksbank Wien AG. Der 52-Jährige leitete von 2007 bis Ende 2016 die Erste Bank Österreich AG und kehrt nach einer Auszeit zurück.

Osteuropa noch keine Strategie haben, wie sie dem verschärften Wettbewerb entgegentreten sollen.

61

Von 50 befragten Banken plant rund die Hälfte, selbst als Drittanbieter aktiv zu werden. Die meisten österreichischen Banken fühlen sich gut gerüstet und rechnen mit einem Umsatzwachstum.


BRANCHEN

VERSICHERUNGEN

INTERVIEW

WOLFRAM LITTICH Ex-Vorstands­ vorsitzender Allianz Gruppe in Österreich

„Der Ball liegt bei der Politik“ Wird es in zehn Jahren wieder Lebensversicherungen mit Garantiezinsen über null Prozent geben? - Der Garantiezins ist nicht entscheidend, sondern das Grundprinzip der Lebensversicherung

NEUE SPITZEN BEI TOPVERSICHERERN

als wichtiger Teil der Eigenvorsorge. Das wird sich in zehn Jahren auch nicht

Littich geht, Thirring kommt wieder. So

werden. Littich selbst wollte zu Redakti-

ändern. Entscheidend ist, dass wir in

könnte man kurz zwei der wichtigsten

onsschluss noch nicht bekanntgeben, wo-

der Rentenversicherung lebenslange

Personalrochaden in der heimischen Ver-

hin er wechselt. Unterdessen wurde der

Leistungen erbringen, auch wenn der

sicherungslandschaft

zusammenfassen,

langjährige Generali-Vorstand Peter Thir-

Kunde 100 Jahre oder älter wird.

die sich über den Sommer ereignet haben.

ring in die Chefetage im Ringturm berufen:

Bei der Allianz-Gruppe in Österreich hat

Ab 1. Juli 2018 wird er den Vorstand der Vi-

Was ist die größte Veränderung in der Ver-

der langjährige Vorstand Wolfram Littich

enna Insurance Group (VIG) unter Gene-

sicherungswirtschaft, seit Sie bei der Alli-

das Ruder an Remi Vrignaud übergeben.

raldirektorin Elisabeth Stadler verstär-

anz angefangen haben? - Das Kunden-

Dieser hat gemeinsam mit Littich 2001 bei

ken. In der Aufsichtsratssitzung Anfang

verhalten hat sich durch die Digitali-

der Versicherung als dessen Assistent an-

September wurden außerdem die Verträ-

sierung und die Erfindung der Smart-

gefangen. Später wechselte der gebürtige

ge der anderen VIG-Vorstände um weitere

phones massiv verändert. Das hat zu

Niederösterreicher als Vorstandsvorsit-

fünf Jahre verlängert. Thirrings Posten als

einem neuen Kommunikations- und

zender zur Allianz-Tiriac in Rumänien. Ab

Vorstandsvorsitzender bei der Donau Ver-

Einkaufsverhalten geführt. Die Kun-

nächstem Jahr soll die Allianz Österreich in

sicherung AG soll Ralph Müller, bis Ende

den möchten am liebsten alles sofort,

die Umstrukturierung der Aktivitäten des

September Vorstand bei der Wiener Städ-

auch im Kontakt mit der Versicherung.

Versicherers in Osteuropa eingebunden

tischen Versicherung AG, übernehmen.

Gibt es eine Entwicklung, die die Versicherungswirtschaft auf einen falschen Kurs gebracht hat? - Alle drei Jahre kommt es in Österreich zu Naturkata-

Aktien helfen Pensionskassenperformance

strophen in überdurchschnittlichem der deutsche Rentenexperte Bert Rürup

Ausmaß. Der Versicherungsverband

Ein deutlich erhöhter Aktienanteil in den

hat seit 2002 eine Versicherungslö-

Portfolios der österreichischen Pensions-

zu, dass „das derzeitige Niedrigzinsum-

sung für Hochwasser- und Erdbeben-

kassen hat der Branche zu einer Durch-

feld für die Altersvorsorge nicht sexy ist“.

risiken in der Schublade, mit der eine

schnittsperformance von 3,32 Prozent

Er sagte das Ende der niedrigen Zinsen je-

Vollwertversicherung

gewährleistet

über die ersten sechs Monate verholfen.

doch für das Jahr 2019 voraus und beton-

und zudem der Katastrophenfonds –

Der durchschnittliche Aktienanteil ist

te, dass niedrige Zinsen bei einer diver-

also die Beanspruchung von Steuer-

im Jahresvergleich zulasten der Anlei-

sifizierten Anlagestrategie nicht unbe-

geldern – entlastet werden könnte.

hen von 25,4 auf 34,7 Prozent gestiegen.

dingt gleichbedeutend mit einer niedri-

Der Ball liegt seit Jahren bei der Politik.

Bei einem Pressegespräch in Wien gab

gen Rendite sind.

62


BRANCHEN

TICKER

C-Quadrat in Armenien erfolgreich Die C-Quadrat Investment AG vermeldet

Jahren neu gestaltet wurde, mit Amun-

Erfolge in Armenien, wo das österreichi-

di halbe-halbe. 2018 werden die Beiträ-

sche Unternehmen einer von zwei An-

ge deutlich ansteigen, weil alle jüngeren

bietern kapitalgedeckter Altersvorsorge

Arbeitnehmer dann verpflichtet wer-

ist. Das in den drei Pensionsfonds der C-

den einzuzahlen. Fast 100 Prozent ha-

Quadrat Ampega Asset Management Ar-

ben sich übrigens für den konservativen

menia verwaltete Vermögen liegt derzeit

Fonds im C-Quadrat-Angebot entschie-

bei rund 77 Millionen Euro. Damit teilt

den. Dieser konnte eine Jahresperfor-

sich C-Quadrat den Markt, der vor zwei

mance von neun Prozent erzielen.

Unfertiges Pensionskonto

Theoretisch kann jeder Österreicher und

regt worden war, brachte zumindest eine

jede Österreicherin seit 2015 Einsicht in

Stellungnahme von Minister Alois Stöger:

das eigene Pensionskonto nehmen. Damit

„Die Auswertung der Pensionskontodaten

sollte Transparenz über die Ansprüche aus

in der gewünschten Form ist derzeit noch

dem staatlichen Pensionssystem geschaf-

nicht möglich.“ Als Grund nannte er die

fen werden. Eine Anfrage von Börsianer be-

Verschiebung des Inkrafttretens des Mel-

züglich aggregierter Daten über das durch-

depflicht-Änderungsgesetzes

schnittliche Guthaben bestimmter Alters-

mit dem die monatliche Beitragsgrund-

gruppen wurde vom Sozialministerium je-

lagenmeldung der Dienstgeber geregelt

doch negativ beantwortet. Erst eine par-

wird. Das Jahr 2018 sei „für intensive Test-

lamentarische Anfrage der Neos, die von

und Probeläufe zu nutzen“. Es heißt also

Börsianer-Kolumnist Martin Kwauka ange-

weiter warten auf die Transparenz.

auf

Prämienvolumen im ersten Halbjahr weiter rückläufig, sagt FMA +++ Fusion Wiener Städtische mit AXA in Serbien abgeschlossen +++ Vorsorgekassen erzielen 1,09 Prozent über sechs Monate +++ EVN überträgt Pensionskasse an VBV +++ Allianz kauft Büroobjekt „The Icon Vienna“ +++ Verwaltetes Vermögen der Pensionskassen stieg auf 21,6 Milliarden Euro +++ Global setzen 31,4 Prozent laut World Insurance Report auf Insuretechs

2019,

GROSSE VERSICHERER OPTIMISTISCHER STUDIE. Eine internationale Umfrage unter großen Versicherern ergab ein deutlich verbessertes Stimmungs-

KARRIERE

bild gegenüber den Vorjahren. Dies stellte Goldman Sachs Asset Management (GSAM) in seiner jährlichen Befragung fest. Dieser

Christian Sipöcz

Belka Marek

Erik Heusel

verlässt den Vorstand der Ergo Versicherung AG mit Ende 2017 und wird mit Jänner 2018 Vorstand bei der VAV Versicherungs AG. Ein Nachfolger wird gesucht.

wechselt aus der Politik in die Versicherungswelt: Der ehemalige polnische Ministerpräsident ist jetzt Aufsichtsrat in drei VIG-Töchtern des Landes.

ist seit September Geschäfts­ führer der Allianztochter AWP Austria. Er folgt Christoph Heißenberger, der zur Allianz Worldwide Partners SE wechselt.

Optimismus beziehe sich sowohl auf die Weltwirtschaft als auch auf die Aktienkurse und steigende Zinsen.

63

Er schlage sich in einer größeren Risikoneigung „bei Aktien, weniger liquiden Vermögenswerten und insbesondere bei festverzinslichen Anleihen“ nieder, so GSAM.


BRANCHEN

FONDS

KOLUMNE

HEINZ BEDNAR Präsident VÖIG

REKORDZUFLÜSSE FÜR ETF-BRANCHE Das verwaltete Vermögen von passiv ge-

wie von Kritikern behauptet, tatsächlich

ANBIETER-KONZENTRATION IN WIEN

managten Indexfonds, kurz ETFs, wuchs

krisenunsicher sind, wird sich frühes-

Eigentlich sollte die Asset-Manage-

im ersten Halbjahr 2017 global um 391 Mil-

tens in der nächsten Abwärtsphase zei-

ment-Industrie boomen. Interna­

liarden US-Dollar. Damit wurden die Zu-

gen. Bis dahin werden die Zuflüsse in die

tional tut sie das auch. In Österreich

flüsse des bisherigen Rekordjahres 2016

ETF-Branche nicht abreißen, heißt es in

ist es den heimischen Anbietern

bereits überboten. Das macht aktiven Ma-

der Branche. Dementsprechend wird sich

heuer zwar gelungen, über die

nagern das Leben zunehmend schwerer.

selbst der größte Kritiker früher oder spä-

sen und neue Rekorde aufzustellen.

ETF-Anbieter profitieren dabei von der

ter mit ihnen arrangieren. Dennoch wer-

Aber die Anzahl der Fondsgesell-

guten Börsenperformance der vergange-

den aktive Fondsmanager nicht müde, vor

schaften schrumpft. In den letzten

nen Jahre. Denn seit dem Aufkommen des

den Gefahren der ETFs zu warnen. Auf un-

fünf Jahren sind vier Gesellschaften

ETF-Trends ging es an den Börsen ste-

ternehmensspezifische Nachrichten wird

tig nach oben. Große aktive Asset-Mana-

beispielsweise nicht reagiert. Auch Gerold

ger gehen deshalb immer öfter fremd und

Permoser, Veranlagungschef der Erste As-

men. Was wir derzeit erleben, ist

sichern sich durch Übernahmen von ein-

set Management, ist von der Bedeutung

ein Konzentrationsprozess bei den

schlägigen Anbietern ein Stück von die-

eines aktiven Managements überzeugt:

Anbietern. Fusionen werden etwa

sem Kuchen. So erwarb etwa Invesco Asset

„Gerade in Stressphasen schneiden vie-

Management den ETF-Anbieter Source.

le aktive Fondsmanager besser ab als der

„Damit erfüllen wir gestiegene Bedürfnis-

Index.“ Dennoch verschließt sich die Ers-

und Know-how und Kapazitäten

se von Kunden“, erklärt Marty Flanagan,

te Asset Management nicht vor dem Trend

in das Headquarter zu transfe-

Vorstandsvorsitzender von Invesco Asset

und bietet ETFs „in einem untergeordne-

rieren. Das ist schade. Nicht nur,

Management, die Akquisition. Ob ETFs,

ten Ausmaß“ an.

Vorkrisenvolumina hinauszuwach-

verschwunden, in den nächsten Monaten werden weitere folgen, und es wird keine einzige dazukom-

bei Union Investment zum Anlass genommen, um Synergien auszuloten, eine Niederlassung aufzulösen

dass hochqualitative Arbeitsplätze verlorengehen. Der Markt verliert insgesamt an Know-how und Stärke. Dabei geht es nicht nur um die Versorgung wohlhabender Kunden, der „Mittelstand“ und einkommenschwächere Bevölkerungsteile haben eine ergänzende Vorsorge

Fondssparplan revolutioniert Länderinvestment Der Fondssparplan Own Austria soll den

Län­d er­i nvest­m ents

der Finanzplatz als „wenig vorteil-

Länderindex neu erfinden. Statt nur in

wollen

haft“ wahrgenommen. Das Inte-

die größten heimischen Unternehmen

vor allem mit niedri-

resse der Politik am Kapitalmarkt

zu investieren, setzen die Gründer und

gen Kosten überzeu-

war in der Vergangenheit kaum

Manager des seit April käuflichen Fonds,

gen. „Bei Own Aus-

Martin Foussek und Thomas Niss, auf

tria fallen für einen

dringend nötig. Offensichtlich wird

ausgeprägt. Andere Staaten fördern oder begrüßen das Entstehen und

die

Gründer

ein deutlich breiteres Portfolio. In ihrem

30-­Euro-Sparplan im

gern. Eine Politik, die erkennt, dass

ausschüttenden Aktienfonds mit einem

ersten Jahr weniger als ein Zehntel der

der Kapitalmarkt nicht ihr Gegner,

derzeitigen Volumen von rund 7,3 Millio-

Gebühren als bei Sparplänen mit einer

sondern ein wertvoller Verbündeter

nen Euro bündeln sie die 250 umsatz- und

jährlichen Mindestgebühr von 25 Euro

mitarbeiterstärksten Unternehmen Ös-

an“, sagt Gründer, Thomas Niss. Darüber

terreichs. So findet sich etwa die Siemens

hinaus bietet Own Aus­tria seinen Kunden

AG mit 10.000 österreichischen Mitarbei-

eine App, die über im Fonds enthaltene

tern im Fonds. Neben dieser neuen Art des

Unternehmen informiert.

die Ansiedlung von Asset-Mana-

bei der Lösung der Zukunftsfragen ist, wünsche ich mir für die Zeit nach dem 15. Oktober. h.bednar@derboersianer.com

64


BRANCHEN

Autoaktien fliegen aus Erste-Nachhaltigkeitsfonds

TICKER

Die Erste Asset Management hat die Aktien der BMW AG und Daimler AG aus ihrem

Nachhaltigkeitsuniversum

ausge-

schlossen. Der Grund dafür sind die Ermittlungen wegen Kartellverdachts gegen die deutschen Autokonzerne. „Die nun bekannt gewordenen Absprachen, die als Ausgangspunkt des Dieselskandals gesehen werden, führen zu einem Update bei BMW und Daimler. Diesel Titel sind ab sofort und bis auf weiteres aus dem investierbaren Nachhaltigkeitsuniversum aus-

dem Dieselskandal auf der schwarzen Lis-

geschlossen“, erklärt Walter Hatak, Re-

te. Bei der Raiffeisen KAG wurde die Aktie

search-Analyst, die Entscheidung. Der

der Volkswagen AG im Herbst 2016 aus dem

Ausschluss gilt für die gesamte Erste-Re-

Nachhaltigkeitsuniversum gekickt. Derzeit

sponsible-Fondsfamilie. Volkswagen AG,

wird überprüft, ob BMW AG und Daimler

Porsche AG und Audi AG stehen bereits seit

AG das gleiche Schicksal treffen soll.

Diebe des „Baha-Goldschatzes“ verurteilt

Fusion von Standard Life und Aberdeen vollzogen +++ M&G Investments verkleinert Wiener Team +++ Jyske Capital in Österreich zum Vertrieb zugelassen +++ Raiffeisen KAG als bester Rentenmanager ausgezeichnet +++ Spängler-EmergingMarkets-Fonds knackt 100-Millionen-Marke +++ Republik begibt 100-jährige Anleihe

Die zwei ehemaligen Mitarbeiter von Su-

räder und betätigten sich als gönnerhafte

perfund-Gründer Christian Josef Baha,

Sponsoren. So unterstütze einer der Die-

die ihm seinen vergrabenen Goldschatz

be seine kranke Nichte und kaufte dem

im Wert von 2,6 Millionen Euro aus

örtlichen Fußballverein einen Spieler.

Schloss Frohsdorf gestohlen hatten, wur-

Der bestohlene Superfund-Gründer ließ

STUDIE. Die Berichterstattung über

den noch nicht rechtskräftig verurteilt.

sich von diesem Ereignis nicht beirren

umweltfreundliche Anleihen lässt

Sie fassten drei beziehungsweise drei-

und setzt angeblich immer noch auf die

zu wünschen übrig. Zu dem Ergeb-

einhalb Jahren Haft aus. Bevor die Täter

unorthodoxe Anlagemethode des Vergra-

im Dezember 2016 gefasst worden waren,

bens. Auf dem Grundstück seines Anwe-

beglichen sie mit der Beute unter ande-

sens sollen noch 340 Kilo Gold und Silber

rem Schulden, kauften Autos und Motor-

versteckt sein.

Wichtiger rechtlicher Hinweis: Diese Marketingmitteilung ist weder ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Fondsanteilen noch eine Einladung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder Wertpapiernebendienstleistung abzugeben. Die Fondsbestimmungen wurden zuletzt mit Bescheid vom 23.02.2011, GZ FMA-IF25 7217/0001-INV/2011, der Finanzmarktaufsicht genehmigt. Die Änderung der Fondsbestimmungen wurde am 04.03.2011 im Amtsblatt der Wiener Zeitung veröffentlicht und trat am 06.06.2011 in Kraft. Der Prospekt und das Kundeninformationsdokument (KID) ist jeweils in deutscher Sprache in der Semper Constantia Invest GmbH und deren Depotbank Semper Constantia Privatbank AG, beide 1010 Wien, Heßgasse 1, sowie unter www.semperconstantia.at kostenfrei erhältlich. Wertentwicklungen in der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf zukünftige Entwicklungen zu. Die Marketingmitteilung ist allgemeiner Natur, die nicht die individuelle Situation der Anleger berücksichtigt, sich durch gesetzliche Änderungen jederzeit ändern kann und eine Beratung durch einen Anlageberater nicht ersetzt. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr. Bitte lesen Sie vor der Zeichnung von Anteilen den Prospekt und das KID, in denen die mit diesem Fonds verbundenen Risiken angeführt sind. Zuständige Behörde: Finanzmarktaufsicht, 1090 Wien, Otto-Wagner-Platz 5

GREEN-BOND-REPORTINGS SIND MANGELHAFT

nis kam die Studie „Use of Proceeds“ von der Climate-BondsInitative. Nur knapp 75 Prozent der Anleihen bieten Berichte über die Mittelverwendung an.

Mozart One MORNINGSTAR

in der Kategorie Mischfonds EUR flexibel – Global

Zuletzt: 1 Jahr Platz 1 von 435 3 Jahre Platz 5 von 333 5 Jahre Platz 1 von 236

Europäischer Aktienfonds mit rot-weiß-rotem Anstrich. ISIN (A): AT0000A0KML1 ISIN (T): AT0000A0KLE8

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BRANCHEN

AKTIEN

KOLUMNE

BETTINA SCHRAGL Head of Investor Relations Immofinanz AG

WOLFORD KÄMPFT UMS ÜBERLEBEN

Die krisengeplagte Wolford AG versucht

Finanzvorstand tätig war. Seinen Posten

mit Restrukturierung, einem ausgewech-

übernimmt Brigitte Kurz. Die so einge-

selten Vorstand und neuen Investoren

leiteten Veränderungen werden nur mit

Mifid II, die neuen EU-Regeln, die

eine 180-Grad-Wende. Und diese ist auch

massiven personellen und strukturellen

ab Jänner 2018 mehr Transparenz

dringend nötig, denn im Unternehmen

Einsparungen möglich sein und höchst-

für Anleger bringen und den Wert-

läuft es seit Jahren nicht mehr rund. Al-

wahrscheinlich in einem Squeeze-out der

ÄNDERUNGEN IM IR-ALLTAG

papierdienstleistern das Leben

lein im vergangenen Geschäftsjahr wur-

Wolford AG münden. Für einen neuen In-

werden auch im Investor-Rela-

de ein Verlust von 17,88 Millionen Euro

vestor werden sich die aufwendigen Bör-

tions-Alltag für Neuerungen sor-

erwirtschaftet. Der Hoffnungsschimmer

senregularien schlicht nicht lohnen. Un-

gen. Denn institutionelle Anleger

für das Unternehmen liegt nun in grund-

ter den rund 50 potenziellen Käufern be-

müssen künftig die Aufwendungen

legenden Änderungen. Die Hauptinvesto-

findet sich auch Antonella Mei-Pochtler,

ren Familie Palmers und Familie Wilhelm

die bis vor kurzem Aufsichtsratschefin

wollen ihre 40 Prozent Unternehmens-

der Wolford AG war. Das Unternehmen

Letztere umfassen zum Beispiel

anteile verkaufen und so Platz für einen

nun, in Zeiten schwerer Krise, zu ver-

Aktien-Research der Banken und

neuen Investor schaffen. Zusammen mit

lassen, um mitzubieten, bezeichnet Wil-

die Vermittlung des Corporate

einem neuen Vorstandsteam könnte so

helm Rasinger, Präsident des Interessen-

ein Neuanfang gelingen. Neovorstands-

verbands für Anleger, zu Recht als „un-

vorsitzender ist Axel Dreher, der zuvor als

gewöhnlich“.

wieder etwas schwerer machen,

für den Wertpapierhandel von den Aufwendungen für andere wertpapierbezogene Leistungen trennen.

Access. Das ist der Zugang zu Unternehmen, etwa bei Roadshows oder Investorenkonferenzen. War bisher alles mit den Handelsprovisionen abgedeckt, müssen die Investoren künftig entweder eigene Budgets dafür erstellen (und rechtfertigen) oder die Strukturen

IPO-Hoffnungen für Wiener Börse

anpassen. Insgesamt wird somit erwartet, dass sich die sogenannte „Buy-Side“, also die Institutionellen, künftig stärker direkt an die Unternehmen wendet und die Banken ihre „kostenlosen“ Services einschränken. Wird aktuell die Mehrheit der Meetings zwischen Anlegern und Unternehmen noch

Das oberösterreichische Unternehmen

tens 2020 erwartet. Auch die Marinomed

durch Banken organisiert, werden

Globe Air AG will an die Wiener Börse.

Biotech AG hat ihre Pläne noch nicht kon-

die IR-Abteilungen hier stärker

Nach Marinomed, der Bawag PSK AG und

kretisiert. Mit der Begebung einer Sieben-

Novomatic ist der Privatjetbetreiber be-

Millionen-Euro-Wandelanleihe

reits das vierte Unternehmen Österreichs,

der erste Schritt an den Kapitalmarkt al-

men fungieren, werden die Folge

das einen Börsengang in Erwägung zieht.

lerdings schon getan. Die Novomatic AG

sein. Beispiele dafür sind etwa

Die Hoffnung ist also groß, dass die von

schließt einen Börsengang grundsätzlich

Corporate Access Network, We

Börsenabgängen und Squeeze-outs ge-

nicht aus. Heuer wird der Glücksspielkon-

prägten vergangenen Monate nun zu Ende

zern aber nicht mehr an die Börse gehen,

sind. Ein bisschen Vorlaufzeit braucht die

das Unternehmen ist für 2017 ausfinan-

122 Mitarbeiter starke Globe Air AG aller-

ziert. Die Börsenfantasien der Bawag PSK

dings noch. Der Börsengang wird frühes-

AG sind inzwischen konkret (Seite 61).

gefordert sein. Höhere IR-Budgets und der Rückgriff auf neue Anbieter, die etwa als Kontaktplattfor-

Convene, Ingage. Ein Update folgt dann nach den ersten Monaten mit Mifid II in 2018! b.schragl@derboersianer.com

66

wurde


BRANCHEN

TICKER

BWT-Aktionäre gehen auf die Barrikaden Die Hauptversammlung der BWT AG hat

Teil dieses Geldes lieber in ihren Taschen.

Vorstand Andreas Weissenbacher und drei

Dementsprechend werden die Beschlüs-

Aufsichtsratsmitgliedern die Entlastung

se der Hauptversammlung angefochten.

verweigert. Der Grund dafür war das Ab-

Darüber hinaus wurden auch Stimmen

findungsangebot von 16,51 Euro je Aktie im

laut, die die generelle Rechtsgültigkeit

Zuge des bevorstehenden Squeeze-outs.

des

Dieser Wert war den restlichen Streube-

feln. Anwalt Ingo Kapsch wirft der BWT AG

sitzaktionären deutlich zu niedrig. Zu-

vor, dass die 90-prozentige Squeeze-out-

sätzlich emotionalisiert wurde die Debatte

Schwelle nur mit den von der BWT AG zu-

durch den Formel-1-Deal mit dem Force-

rückgekauften Aktien erreicht wurde. An-

India-Team. Die BWT AG sponsert das

dreas Weissenbacher streitet dies ab. Sei-

Team in den nächsten fünf Jahren mit 78

ne Nichtentlastung hat für ihn übrigens

Millionen Euro. Die Aktionäre sähen einen

keine direkten rechtlichen Konsequenzen.

Squeeze-out-Beschlusses

anzwei-

Haselsteiner will Strabag-Aktie beleben Der Bauindustrielle Hans Peter Hasel-

seiner 26,4 prozentigen Unternehmens-

steiner denkt darüber nach, einen Teil

anteile verkaufen, hätten die anderen

seiner Strabag-Aktien zu verkaufen. Da-

Haupteigentümer

mit würde er zwei Fliegen mit einer Klat-

NÖ-Wien, Uniqa Insurance Group AG und

sche schlagen. Einerseits wären die De-

der Oli­ garch Oleg Deripaska allerdings

listing-Gerüchte vom Tisch. Anderer-

den Vorzug vor interessierten Kleinan-

seits ist der Streubesitz, wie der Exkon-

legern. Denn die Eigentümergruppe hat

zernchef selbst sagt, mit 13,5 Prozent sehr

ihren Syndikatsvertrag, mit inkludiertem

gering. Dem Kurs der bei Analysten oh-

Vorkaufsrecht, gerade erst um fünf Jahre

nehin schon sehr beliebten Aktie kann

verlängert. Es könnte aber durchaus sein,

mehr Handel nur guttun. Sollte Hans Pe-

dass ein anderer Großaktionär seine An-

ter Haselsteiner tatsächlich einen Teil

teile verkauft.

Raiffeisen-Holding

Voestalpine platziert Anleihe mit 500 Millionen Euro Volumen +++ Kovats fehlt Geld für A-Tec-Comeback +++ Pierer gelingt SHW-Übernahme +++ FACC unterzeichnet 500-Millionen-Euro-Auftrag mit Airbus +++ RHI-Fusion läuft nach Plan +++ Wienerberger übernimmt Perflex-Gruppe +++ Telekom hat 250-Millionen-EuroAnleihe platziert +++ Wiener Börse hat neues Handelssystem „T7“

ÖSTERREICHISCHER M&A-MARKT AUF REKORDHÖHE STUDIE. Die Zahl der Transaktionen

KARRIERE

mit Beteiligung österreichischer Unternehmen stieg im ersten Halbjahr 2017 auf ein Rekordniveau von 183. Der Transaktionswert erhöhte

Peter Kollmann

Felix Strohbichler

Stefan Szyszkowitz

ist neuer Aufsichtsrat der Telekom Austria AG. Der 54-jährige Oberösterreicher wurde am 20. September von der Hauptversammlung gewählt.

wurde am 1. Oktober zum Finanzvorstand der Palfinger AG bestellt. Sein Debüt im Unternehmen hatte der 43-Jährige vor 15 Jahren als Leiter der Rechtsabteilung.

ist seit 1. Oktober 2017 Sprecher des Vorstands der EVN AG. Der 53-Jährige ist seit 2011 im Vorstand des Unternehmens. Er folgt Peter Layr, der 40 Jahre im Vorstand der EVN AG gewirkt hat.

sich leicht auf 2,9 Milliarden Euro. Stärkster M&A-Sektor war mit 50 Transaktionen der Immobilien-

67

sektor. Das ergab der M&A-Index Österreich von EY Österreich. Besonders erfreulich sind diese Ergebnisse, wenn man bedenkt, dass im ersten Halbjahr 2015 nur 132 M&A-Aktivitäten gezählt wurden.


BRANCHEN

IMMOBILIEN

GELDSTRAFE FÜR WIENWERT-VORSTANDSCHEF GRUZE Die Finanzmarktaufsicht hat den Vor-

schlechten Presse inzwischen erfolg-

standschef der Wienwert AG, Stefan

reich platziert und war überzeichnet.

Möglichkeit gegeben werden, von der Zeichnung der Wienwert-Anleihe zu-

Gruze, wegen irreführender Werbung

Mit dem Emissionserlös werden vor-

rückzutreten. Cobin Claims wurde unter

und eines fehlenden Prospekthinweis

wiegend großvolumige Grundstücksak-

anderem von Verbraucherschützer Pe-

zu einer Verwaltungsstrafe von 85.000

quisitionen in Stadtentwicklungsgebie-

ter Kolba mitinitiiert. Ziel war es, den

Euro verurteilt. Anlass ist die Anleihe

ten in Wien getätigt. Gruze will den Be-

Verein mittels Crowdfunding in eine ge-

der Wienwert Holding AG mit einem

scheid in Bezug auf irreführende Wer-

meinnützige Stiftung zu wandeln. Co-

Emissionsvolumen von fünf Millionen

bung bekämpfen.

bin Claims wollte so ihre Unabhängig-

Euro und 5,25 Prozent Verzinsung, für

Gegen die Wienwert Holding AG läuft

keit von staatlichen Geldern und „Ein-

die das Unternehmen aggressiv gewor-

zudem eine Sammelaktion der Platt-

flüsteren“ symbolisieren. Die Crowd-

ben hat. Die Anleihe wurde trotz der

form Cobin Claims. Anlegern soll die

funding-Kampagne ist gescheitert.

Conwert-Aktionär will höhere Abfindung Die Hauptversammlung der Conwert

Petrus Advisers 2,3 Prozent am Unter-

lienriesen Vonovia SE. Mit dem Ge-

Immobilien Invest SE hat Ende August

nehmen hält, hatte zuletzt eine Abfin-

sellschafterausschlussverfahren

das Squeeze-out beschlossen. Minder-

dung in Höhe von 23 Euro je Aktie ge-

lischt die Börsennotierung an der Wie-

heitsaktionäre bekommen eine Abfin-

fordert und angeboten, den restlichen

ner Börse. Der Name Conwert bleibt

dung in der Höhe von 17,08 Euro je Ak-

Streubesitz kostenlos zu vertreten. Die

vorerst bestehen. Beim Headquarter in

tie. Streubesitzaktionär Klaus Umek,

Conwert Immobilien Invest SE steht

Wien werden Synergien mit Deutsch-

der mit seiner Investmentgesellschaft

im Eigentum des deutschen Immobi­

land geschöpft.

68

er-


BRANCHEN

Bezirksvorsteher Erich Hohenberger, Porr-AG-Vorstandschef Karl-Heinz Strauss, CA-ImmoAG-Chef Frank Nickel und JPGeschäftsführer Daniel Jelitzka freuten sich über Fertigstellung des Rohbaus.

Bei der Gleichenfeier des Projekts Laendyard an der Erdberger Lände stießen Joint-Venture-Partner JP Immobilien und CA Immobilien Anlagen AG mit Generalunternehmer Porr AG auf die Fertigstellung des Rohbaus von 270 Eigentums- und Vorsorgewohnungen an.

6B47 plant Kapitalerhöhung und Verkauf Der Immobilienentwickler 6B47 Real In-

Bewerber sowie der heimische Investor

vestors AG soll teilweise oder vielleicht so-

Klemens Hallmann, der mit der Hallmann

gar komplett veräußert werden. Vorstands-

Holding eines der größten privaten Immo-

vorsitzender Peter Ulm will den Verkaufs-

bilienunternehmen

prozess bis Oktober 20127 abgeschlossen

Der Verkauf ist deshalb geplant, weil bei

haben. Die Signa-Gruppe ist laut eines Be-

der geplanten Kapitalerhöhung von 6B47

richts von „Immoflash“ als Interessent

in Höhe von 80 Millionen Euro bestehende

abgesprungen. Somit bleiben drei britische

Aktionäre nicht mitziehen wollen.

Österreichs

besitzt.

TICKER

Georg Folian scheidet aus Warimpex-Vorstand aus +++ Porr AG übernimmt Salzburger TiefbauSpezialist Hinteregger +++ Soravia-Gruppe bietet 80 Luxuseigentumswohnungen im Post-Palais +++ Immofinanz bereinigt mit Verkauf des GerlingQuartiers in Köln Portfolio +++ Signa baut neben Mercedes-Benz in Berlin 90-Meter-Bürohaus +++ Wiener Reitenburg kauft A1-Telekom-Standort um 82 Millionen Euro +++ Strabag saniert Flughafen von Dubrovnik um 122 Millionen Euro +++ Haselsteiner steigt bei Signa Holding ein

WIE VIEL QUADRATMETER GIBT’S FÜR DURCHSCHNITTSEINKOMMEN? STUDIE. Laut dem Remax-Europe-

KARRIERE

Housing-Report 2017 kann sich ein österreichischer Arbeitnehmer von seinem Monatsgehalt in Wien 0,58 Quadratmeter Wohnungsfläche

Michael Morgan

Herwig Teufelsdorfer

Hannes Bogner

leitet seit Juli 2017 gemeinsam mit Hedwig Höfler das Investment Management der CA Immobilien Anlagen AG. Außerdem ist der deutsch-britische Manager als Geschäftsführer der CA Immo Deutschland tätig.

wurde vom Aufsichtsrat der Buwog AG vorzeitig bis Juni 2022 als Vorstand für weitere fünf Jahre bestätigt. Der 48-Jährige ist für Portfolio-Management, Asset-Management, PropertyManagement und Transaktionen zuständig.

ist neuer Aufsichtsratsvorsitzender der Wienwert Holding AG. Der ehemalige Uniqa-Finanzchef sitzt auch bei der Strabag AG im Aufsichtsrat. Seit August ist Ronald Wahrlich, der ebenfalls von der Uniqa kommt, neuer Wienwert-Finanzvorstand.

kaufen. Im benachbarten Bratislava bekommt man für ein slowakisches Durchschnittseinkommen nur

69

gut die Hälfte, in Amsterdam und Madrid jedoch beinahe die doppelte Wohnungsfläche. In derselben Preisklasse wie Wien liegen auch Helsinki mit 0,60 m² pro Monatsgehalt, Berlin mit 0,61 m², Tallinn in Estland mit 0,62 m² und das schweizerische Basel mit 0,63 m².


BRANCHEN

BERATER

KOLUMNE

PETER BARTOS Partner und Geschäftsführer BDO Austria

EU-REFORM ZWINGT UNTERNEHMEN ZUM WIRTSCHAFTSPRÜFERWECHSEL

STEUERZUCKERL E-AUTO Die Diskussion um den Dieselabgasskandal hat sich zu einem me-

Aktiengesellschaften, Banken und Versi-

weiter verschärft“. Ausschlaggebend für

lität entwickelt. Vorerst allerdings

cherungen sind in den kommenden Jah-

diese Neuregelungen waren Lehren aus

nur in der öffentlichen Wahr-

ren erstmals dazu verpflichtet, ihre Wirt-

der Finanzkrise. Durch eine „externe Ro-

nehmung. Klarer Gewinner ist

schaftsprüfer zu wechseln. Dieses von

tation“, also den kontinuierlichen Wech-

nämlich der Benzinmotor, der sich

der EU beschlossene „externe Rotations-

sel der Prüfungsgesellschaft, soll die Ob-

dialen Turbo für die Elektromobi-

anschickt, mit Zuwachsraten von

prinzip“ spaltet derzeit die Meinungen in

jektivität der Prüfung gewährleistet wer-

Dieselantrieb die Führungsrolle

der Branche. Während Gerhard Schwartz,

den. „Konkret bedeutet das, dass Unter-

bei den Zulassungen in Österreich

Partner bei Ernst & Young Österreich, von

nehmen öffentlichen Interesses zukünf-

streitig zu machen. Und was ist

einer „im Großen und Ganzen nachvoll-

tig alle zehn Jahre ihren Wirtschaftsprü-

mit dem E-Antrieb? Trotz einer

ziehbaren Reform, die zwar viel Verwal-

fer wechseln müssen. Diese Frist kann für

tungsaufwand, aber alles in allem eine

Prüfungsmandate, die vor Inkrafttreten

Stärkung des Berufsstands bedeutet“, ist

der EU-Auditreform eingegangen wur-

dafür sind die noch immer höhe-

Walter Müller (Foto), Partner bei Deloit-

den, auf bis zu 20 Jahre verlängert wer-

ren Anschaffungskosten, gewisse

te Österreich, gänzlich anderer Meinung.

den, wenn nach zehn Jahren eine öffent-

Mobilitätseinschränkungen, die

Für ihn wurde „durch die Einführung ei-

liche Ausschreibung erfolgt“, erklärt Ger-

nes weiteren Regelwerks zur Rotation die

hard Schwartz. Durch diverse Übergangs-

ohnehin schon überbordende Bürokratie

fristen muss bis zum Jahr 2023 eine Viel-

für den Berufsstand der Wirtschaftsprüfer

zahl solcher Ausschreibungen erfolgen.

etwa 25 Prozent dem rückläufigen

Verdoppelung der Zulassungszahlen beträgt sein Marktanteil nur 1,5 Prozent. Wesentliche Faktoren

Frage der Haltbarkeit der Batterien und die Unsicherheit bezüglich der Frage, wie es mit der Umweltfreundlichkeit der Elektroautos tatsächlich steht. Ungeachtet dessen hat sich die Politik mit der Einführung einer Ökoprämie und der Befreiung von der

Deloitte setzt auf Wachstum

Normverbrauchsabgabe sowie der motorbezogenen Versicherungssteuer zu einem offensiven Maßnahmenbündel zur Förderung der E-Mobilität entschieden. Aber das

Deloitte Österreich ernennt drei neue

das Führungsteam in den Bereichen Au-

Partner und vier neue „Directors“. Diese

dit und Tax. Die neuen Partner Christa

befreiung für private Fahrten und

personellen Veränderungen sind Teil der

Janhsen, Hubert Kreuch und Wolfgang

der teilweisen Vorsteuerabzugsbe-

Wachstumsstrategie für den heimischen

Wurm bringen ihre Expertise in den Be-

rechtigung bisher ungeahnte Steu-

Markt. „Um sich als Unternehmen wei-

reichen Forensic, Audit und Bankenprü-

erzuckerln geschaffen. Allerdings

terentwickeln zu können, braucht es ein

fung ein. Gemeinsam haben sie mehr als

exzellentes Führungsteam. Mit den Neu-

40 Jahre Berufserfahrung bei Deloitte Ös-

ernennungen machen wir uns personell

terreich. Dass sich die Wachstumsstrate-

begrenzt. E-Autos sind damit vom

fit für weiteres Wachstum und die Her-

gie für Deloitte Österreich auszahlt, sieht

Status der „Melkkuh der Nation“

ausforderungen der sich rasant verän-

man unter anderem an den jüngst abge-

ausgenommen. Insgesamt dürfte

dernden Geschäftswelt“, erklärt Bern-

räumten Preisen. Im Rahmen der Euro-

hard Gröhs, CEO von Deloitte Österreich.

pean Tax Awards wurde Deloitte Öster-

Die „Neo-Directors“ Matthias Kunsch,

reich mit den Awards „Tax Firm of the

Arnold Binder, Christoph Riegler und

Year“ und „Transfer Pricing Firm of the

Claudia

Year“ ausgezeichnet.

ist noch nicht alles. Für Firmenautos wurden mit der Sachbezugs-

Vorsicht: Der Vorsteuervorteil gilt nur bis Anschaffungskosten von 80.000 Euro und ist mit 6.667 Euro

das Match für den Elektroantrieb aber trotzdem noch lange nicht gelaufen sein. p.bartos@derboersianer.com

Wehinger-Malang

70

verstärken


BRANCHEN

Cybercrime muss ernster genommen werden 72 Prozent aller Unternehmen in Österreich waren in den vergangenen zwölf Monaten Opfer einer Cyberattacke. Vor allem Industrieunternehmen zählen häufig zu den Betroffenen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie des Unternehmensberaters KPMG, der 240 Cybersicherheitsexperten österreichischer Unternehmen befragt hat. Jedes zweite Unternehmen litt in der Folge unter einer Unterbrechung der Geschäftsprozesse. Der Grund für die gestiegene Anzahl an Angriffen ist die „Neugierde und Sorglosigkeit von Mitarbeitern“, erklärt KPMG-Partner Micha-

tiert, zwei Drittel der Führungsebenen be-

el Schirmbrand. Die Angriffe auf IT-Infra-

handeln es aber nur als technische Angele-

strukturen werden immer gezielter ausge-

genheit. Das sei nicht genug, sagt KPMG, in

führt. Bei drei von vier Unternehmen wird

Österreich habe Cybersecurity immer noch

das Thema zwar auf oberster Ebene disku-

nicht den Stellenwert, den sie haben sollte.

FinancialPlanners-Checklist für Selbstständige Der Österreichische Verband Financial

dings geht damit auch finanzielles Risiko

Plan­ners hat eine Checkliste mit Finanz-

einher, das jenes von Dienstnehmern weit

regeln für Selbstständige erarbeitet. Mit

übersteigt“, erklärt Ferdinand Wirth, Vor-

diesen Regeln sollen Unternehmer in den

standsmitglied des Österreichischen Ver-

unterschiedlichen Phasen ihrer Laufbahn

bands Financial Planners. Der Verein wur-

dabei unterstützt werden, die größten

de im Jahr 2001 mit dem Ziel, höchste Be-

Hürden der Selbstständigkeit zu umschif-

ratungsstandards für Finanzdienstleister

fen. Die Checkliste reicht von Tipps bezüg-

in Österreich zu etablieren und zu fördern,

lich Planung und Finanzierung bis hin zu

ins Leben gerufen. Der Mittelpunkt der Tä-

Vorsorgethemen. „Wer ein Unternehmen

tigkeit der gemeinnützigen Organisation

gründet und sein eigener Chef wird, erfüllt

ist neben der Finanzbildung die Zertifizie-

sich damit oft einen Lebenstraum. Aller-

rung von Finanzexperten.

TICKER

EY publiziert Studie über Akzeptanz von Fintechs +++ Deloitte Digital in Österreich gestartet +++ Capgemini untersuchte für World Insurance Report 8.000 Versicherungskunden +++ EY analysierte top 300 Unternehmen in Europa und den USA +++ PWC zieht im April 2018 mit 1.100 Mitarbeitern in den DC Tower +++ Zehn Prozent mehr Millionäre in Österreich laut Capgemini-Wealth-Report +++ Mercer-Studie: 58 Prozent der Unternehmen fehlt ausgewogene Altersstruktur

AUFHOLBEDARF BEI ­FÜHRUNGS­KRÄFTEENTWICKLUNG

KARRIERE

STUDIE. Unternehmen mit guter Führung sind doppelt so profitabel wie andere. Obwohl eine globale Studie von Deloitte zu diesem

Erich Lehner

Willibald Kofler

Christoph Harreither

ist neuer Partner bei EY Österreich. Der seit 28 Jahren im Unternehmen tätige 49-Jährige ist für die Koordination von bereichsüber­ greifenden Beratungsangeboten verantwortlich.

steigt zum Geschäftsführer der Strategieberatung von PWC Österreich auf. Der 34-jährige gebürtige Steirer ist bereits seit 2007 im Wiener Büro des Unternehmens tätig.

ist neuer Leiter des Sektors Government & Public Services bei EY Österreich. Der 42-Jährige ist seit 18 Jahren bei EY tätig und wurde 2016 in die Partnerschaft aufgenommen.

Ergebnis kam, haben Unternehmen einen großen Nachholbedarf bei der Entwicklung von Führungskräften.

71

Nur ein Viertel der Unternehmen weist einen hohen Reifegrad im Bereich Leadership auf. Unter den Führungskräften verfügen wiederum nur 60 Prozent über einen ausgeprägten Geschäftssinn.


BRANCHEN

RECHT

nance und die Wiederherstellung des Stifterwillens wie auch gewisser Kontrollrechte der Begünstigten“, sagt Alexander Babinek, Privatstiftungsexperte der Rechtsanwaltskanzlei Schönherr. Im Nachhinein war der Zeitrahmen zu kurz, um die Novelle durchzupeitschen. „Ich sehe das

KOLUMNE

ALBERT BIRKNER Managing Partner CHSH

PRIVATSTIFTUNGSNOVELLE FÜRS ERSTE GESCHEITERT

mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Der Entwurf hatte auch Nachteile, vieles wäre nachzuschärfen gewesen. Gewisse Gruppen ging die Offenlegung der Konzernabschlüsse zu weit, die Stiftung wäre für manche Betroffene dann zu transparent gewesen“, erklärt Babinek. Die Probleme wie Rechtsunsicherheiten im Privatstiftungsrecht und starre Rege-

VON REINEN MÄNNERUND FRAUENCLUBS

lungen, die Privatstiftungen im internaDie Novelle des Privatstiftungsgesetzes

tionalen Wettbewerb zunehmend weniger

hat es nicht mehr vor der Nationalratswahl

attraktiv machen, seien nicht vom Tisch.

stellungsgesetz von Frauen und

durchs Parlament geschafft. Der Ministe-

Wesentlich sei die Einführung eines Auf-

Männern im Aufsichtsrat in Kraft.

rialentwurf hätte für Stifter und Begüns-

sichtsorgans,

Damit müssen in den Aufsichts-

tigte langersehnte Änderungen und Er-

Rechten ausgestattet ist und mehrheitlich

räten von Aktiengesellschaften,

leichterungen in der Verwaltung der Pri-

mit Begünstigten besetzt werden kann.

vatstiftung mit sich gebracht. „Zentrales

„Die neue Regierung muss die Novelle in

Anliegen der Novelle war die Beseitigung

ihr Arbeitsprogramm aufnehmen, auf dem

börsennotiert ist oder mehr als

der durch die Rechtsprechung geschaf-

bestehenden Entwurf kann man gut auf-

1.000 Arbeitnehmer beschäftigt.

fenen Unschärfen der Corporate Gover-

bauen“, sagt Babinek.

Am 1. Jänner 2018 tritt das Gleich-

SEs, GmbHs und Genossenschaften beide Geschlechter vertreten sein, wenn eine Gesellschaft

das

mit

weitreichenden

In Aufsichtsräten müssen somit Männer und Frauen in einem Mindestausmaß von jeweils 30 Prozent vertreten sein. Der Mindestanteil von 30 Prozent ist vom Aufsichtsrat insgesamt, also von Kapitalvertretern und Arbeitnehmervertretern gemeinsam, zu erfüllen. Widersprechen die Kapitalvertreter oder die Arbeitnehmervertreter dieser Zusammenrechnung, muss die Mindestquote getrennt erfüllt werden. Aufsichtsräte von Privatstiftungen sind nicht erfasst. Kleine Aufsichtsräte mit weniger als sechs Kapitalvertretern müssen ebenso

Kitzventure-Anwälte legen Mandat zurück

wenig „gender diverse“ besetzt

Die zwei Anwaltskanzleien der Private-

ren wegen schweren Betrugs. Kitzven-

werden wie Aufsichtsräte in Ge-

Equity-Gesellschaft

Pet-

ture hatte 2016 ein Nachrangdahrlehen

sellschaften, deren Belegschaft zu

sche Pollak und Georges Leser, haben ihr

mit einem jährlichen Zinsversprechen

jeweils weniger als 20 Prozent nur

Mandat zurückgelegt. Das ist eine ab-

von 9,75 Prozent begeben und das medial

solute Ausnahme und passiert im Nor-

auch während der Hahnenkammrennen

malfall nur dann, wenn es einen massi-

in Kitzbühel im ORF stark beworben. Wie

die keine verpflichtende Vertretung

ven Vertrauensbruch gibt oder abgespro-

aus diversen Medienberichten hervorge-

beider Geschlechter vorsah. Reine

chene Schritte unterbleiben. Gegen Kitz-

gangen ist, hat eine zweite Firma im Um-

Männer- oder Frauenclubs können

venture laufen derzeit ein Verwaltungs-

feld von Kitzventure diese Werbeausga-

verfahren der Finanzmarktaufsicht, ein

ben gebucht, aber bis jetzt nicht gezahlt.

zivilgerichtliches Verfahren vom Ver-

Mehr als 470.000 Euro sollen offen sein.

ein für Konsumenteninformation und

Von den Anwälten und Kitzventure gab es

ein strafrechtliches Ermittlungsverfah-

keine Stellungnahmen.

aus Frauen oder Männern besteht. Der Gesetzgeber saniert somit die derzeit geltende „lex imperfecta“,

aber in männer- oder frauendominierten Unternehmen bestehen bleiben. Und was nun? a.birkner@derboersianer.com

Kitzventure,

72


BRANCHEN

Das Panel: Elisabeth Stadler (Vienna Insurance Group AG), Eva Fischer (Wolf Theiss), Pamela Rendi -Wagner (Bundesministerium für Gesundheit und Frauen), Heimo Scheuch (Wienerberger AG) und Karin Exner-Wöhrer (Salzburger Aluminium AG).

Am 19. September 2017 diskutierte auf Einladung von Wolf Theiss ein hochkarätig besetztes Panel die ab 2018 auch in Österreich verpflichtende Frauenquote von 30 Prozent in Aufsichtsräten. Abgesehen von Frauenministerin Pamela RendiWagner sprachen sich alle Redner gegen eine Quote aus. Sie waren der Meinung, Diversität müsse stattdessen durch Anreize gefördert werden.

Andritz-Vorstand droht Megastrafe

Kein Delisting für Frauenthal

Andritz-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Leitner und seine drei Vorstandskollegen sind mit einer Verwaltungsstrafe in der Höhe von 22 Millionen Euro konfrontiert. Grund dafür sind Arbeitsrechtvergehen im Zuge eines Erneuerungsauftrags. Dass die Andritz AG den Reparaturauftrag nach einer Explosion im Zellstoffwerk Pöls nicht selbst erledigte, sondern an eine kroatische Montagegesellschaft weiter-

Das seit Oktober 2016 geplante Delis-

gab, gefiel der Finanzpolizei nicht. Diese

ting der Frauenthal Holding AG findet

witterte Verstöße gegen das Arbeitsver-

vorerst doch nicht statt. Grund dafür

tragsanpassungsgesetz und das Auslän-

ist eine Entscheidung des Obersten Ge-

derbeschäftigungsgesetz. Die Höhe des

richtshofs in Sachen BWT AG: Ein Bör-

Strafmaßes ergibt sich durch das Kumu-

senabgang durch die Verschmelzung mit

lationsprinzip, also die Mehrfachbestra-

einem nichtbörsennotierten Tochterun-

fung für dasselbe Vergehen. Wolfgang

ternehmen sei unzulässig. Dadurch wür-

Leitner legte Berufung ein und stellt in

den die Aktionäre um ihre Barabfindung

Aussicht: „Unser chinesischer Kunde wird

umfallen. Dieses Vorgehen war bei der

in Zukunft nicht mehr nach Graz kommen

Frauenthal Holding AG, bei der sich eine

müssen, um die Qualität zu kontrollieren,

Börsennotierung wegen steigender re-

sondern wird das in unserem Werk in Chi-

gulatorischer Anforderungen nicht mehr

na erledigen können.“

rechnet, ebenfalls geplant.

TICKER

Dorda schließt für S Immo AG den Verkauf des OMVHeadquarters ab +++ Binder Grösswang unterstützt beim Verkauf von Pioneer Österreich +++ BPV Hügel berät Immofinanz AG bei Vergleich mit Immoeast +++ Dorda berät bei Übernahme von A1-Standort-Immobilie +++ CHSH hilft IST Austria bei Errichtung eines Start-upIncubators +++ Wolf Theiss berät die RBI AG bei Kapitalmarktemission +++ Schönherr berät französische Groupe PSA bei Opel-Übernahme

EU-DATENSCHUTZVERORDNUNG WIRD PROBLEM STUDIE. Österreichische Unternehmen sind nur unzureichend auf die Umsetzung der EU-DatenschutzGrundverordnung vorbereitet. So sind sich zwar 98 Prozent der

KARRIERE

Befragten in Österreich bewusst, dass sie die Verordnung umsetzen müssen. Die meisten Unternehmen glauben aber, dass sie ihre Daten

Edith Hlawati

Magdalena Brandstetter

Annika Wolf

erhielt am 12. Juni 2017 das Silberne Ehrenzeichen der ­ Re­publik Österreich. Die CHSHPartnerin ist Aufsichtsratschefin der Österreichischen Post AG.

ist neue Anwältin bei Dorda Rechstanwälte. Die 28-jährige gebürtige Wienerin ist Spezialistin für Liegenschaftsund Mietrecht.

steigt bei der PHH Rechtsanwälte zur Partnerin auf. Die 35-Jährige wird zukünftig für die Bankrechtsund Finanzierungspraxis der Kanzlei zuständig sein.

bereits bestmöglich schützen. Eine von „Trend Micro“ durchgeführte Studie zeigt allerdings, dass die

73

Realität anders aussieht. Denn das Bewusstsein über die tatsächlichen Anforderungen der Verordnung ist nur bei etwa der Hälfte der Unternehmen gegeben.


BRANCHEN

KOMMUNIKATION

VAV MIT ONLINEKUNDENPORTAL

KOLUMNE Die VAV Versicherungs AG (VAV) hat mit

ganz einfach auf die elektronische Kom-

Anfang August 2017 ein neues Kunden-

munikation umzusteigen. So tragen sie

portal gestartet: meinVAV. Ziel ist es,

auch aktiv zur Schonung der Umwelt bei,

nicht nur den Service zu verbessern, son-

da deutlich weniger ausgedruckt werden

dern auch einen ständigen und ortsunab-

muss. Zu aktuellen Zahlen gab das Unter-

hängigen Zugang auf Polizzen, Schadens-

nehmen auf Anfrage bekannt, dass sich

fälle und Vertragsgrundlagen zu ermögli-

bis zu 75 Prozent der Neukunden im On-

chen. Ähnlich der Paketverfolgung kann

linevertrieb auch für eine Portalteilnahme

zum Beispiel mit einem Schaden-Tracking

entscheiden. Vorstandsvorsitzender Nor-

der konkrete Stand der Bearbeitung beob-

bert Griesmayr zu Börsianer: „Mit mein-

Fake-News sind vor allem seit der

achtet werden. Wenn dieser erst gemeldet

VAV können wir unseren Kunden nun

politischen Saison 2016 ein großes

werden muss, ist auch das im Portal mög-

noch mehr Freiheit in der Verwaltung ih-

Thema, das sowohl Medien als

lich. Kunden sollen die Möglichkeit haben,

rer Versicherungslösungen geben.“

PETER FELSBACH Head of Group Communications Voestalpine AG

KOMMUNIKATION IN ZEITEN VON FAKE-NEWS

auch Unternehmen beschäftigt. Bewusst falsch gestreute Meinungen werden durch soziale Medien rasant verbreitet und können den

„One-Stop-Shop“ von APA

politischen Kurs binnen kürzester Zeit entscheidend verfälschen. Für börsennotierte Unternehmen können Falschmeldungen enorme Folgen haben. Daher ist es wichtiger denn je, ein nachhaltiges Repu-

Im Headquarter der Austria Presse Agentur (APA) am Wiener Naschmarkt entsteht ein neues multimediales Medienzentrum der

tationsmanagement zu betreiben.

Tochterfirma OTS. Ab Herbst soll dort ein

Da das Vertrauen der Öffentlichkeit

neuer Rahmen für Pressekonferenzen mit

zu Medien immer weiter abnimmt,

Liveübertragung

suchen Dialoggruppen verstärkt

und

Informationsaus-

tausch geschaffen werden, den auch exter-

Shop für moderne, digitale Kommunika-

ne Unternehmen gegen Bezahlung buchen

tion und Medienarbeit konzipiert. Es ist

die öffentliche Haltung von Unter-

können. Der Vorsitzende der Geschäfts-

uns gelungen, die Kompetenzen der APA-

nehmen zu bestimmten Themen

führung, Clemens Pig, erklärte: „Das Zen-

Gruppe im Zentrum des Newsgeschehens

immer mehr an Bedeutung. Unter-

trum geht weit über die Event-Location hi-

zu bündeln und diese quasi auf Knopfdruck

naus und ist als durchgängiger One-Stop-

verfügbar zu machen.“

nach alternativen Informationsquellen. Darüber hinaus gewinnt

nehmen können diese Entwicklung als Chance sehen und sich durch Owned Media und einer faktenbasierten Informationsbereitstellung als eine vertrauenswürdige Quelle positionieren. Botschaften sollten auf den eigenen Plattformen positioniert und gezielt an die richtige Zielgruppe gestreut werden. Der

„Stop Shop“ der Immofinanz

Schlüssel dazu ist Transparenz und eine offene Kommunikation, die

Die Retailmarke „Stop Shop“ der Immo­

durch langfristige, konsequente

finanz AG ist mit 67 Standorten in acht Län-

Stakeholder-Kommunikation

dern aktiv. Seit September 2017 wird die

aufgebaut werden muss. Die „klassischen“ TV-, Radio, Print- und Onlinemedien bleiben wichtige

Marke international einheitlich beworben. ten, rollen wir ein einheitliches Konzept in

geber, teilen ihre einst dominante

allen Ländern aus. Diese Vorgehensweise

Position aber zunehmend durch

setzen wir nun auch in der Bewerbung un-

der Informationsverbreitung und Kommunikation. p.felsbach@derboersianer.com

Anna McDonald übernimmt ab sofort die Nachfolge von Raphael Draschtak als Bereichsleitung Marketing und Kommunikation der Industriellenvereinigung.

„Anstatt viele Einzelkonzepte zu erarbei-

Partner im Diskurs und als Impuls-

die beschriebene Entwicklung in

KARRIERE

serer Marken um. ‚Stop Shop‘ macht dabei den Auftakt“, so Vorstandsmitglied Dietmar Reindl. Der neuentwickelte Anspruch heißt „Easy Shopping“.

74

Brigitte Köck (im Bild) und Elena Menasse sind seit September 2017 unter der Leitung von Robert Lechner die zusätzlichen Pressesprecherinnen der OMV AG.


RANKING

besten Finanz- und Wirtschaftsjournalisten

D

ie Begriffe „Fake-News“ und „Alternative Facts“ sind spätestens seit dem Beginn der US-Präsidentschaft von Donald Trump zu Modewörtern aufgestiegen. Der Vorwurf an

Journalisten, absichtlich falsche Nachrichten zu verbreiten, rührt an der Ehre einer Zunft, die am besten mit spitzer Feder verteidigt wird. Für Journalisten wird die Recherche aber zunehmend schwie-

riger. Die Zeitnot, eine reißerische Geschichte zu liefern, die online gestellt wird, nur um Klicks zu generieren, schlägt sich auf die Qualität. Klicks der Konsumenten geben vermeintlich die Richtung vor, wohin sich die Branche entwickeln wird. Print ist tot, wird seit Jahren suggeriert, Online die Zukunft - nur Geld bringt es derzeit auch noch nicht. Das Positive an der Medienlandschaft in Österreich ist, dass es in jeder Kategorie, egal ob Print, Online, Agentur, TV oder Hörfunk, Finanz- und Wirtschaftsjournalistinnen und -journalisten gibt, die sich durch akribische Recherche, fundierte Kommentare, Aufdeckergeschichten und gut recherchierte Hintergrund­ artikel zu Recht einen Namen gemacht haben. Der Börsianer hat sich nach dem vierten Quartal 2013 und 2015 zum dritten Mal auf die Suche nach den besten 50 Finanz- und Wirtschaftsjournalisten in Österreich gemacht. 59 Personen waren nominiert. Die besten ihrer Zunft wurden mittels eines einstufigen Peergroup-Scorings ermittelt, die Kandidaten bewerteten sich mit Punkten von eins bis zehn. Der Börsianer hatte auf das Ergebnis deshalb keinen Einfluss.

75

SEITENBLICKE


SEITENBLICKE

1. PLATZ 2. PLATZ

3. PLATZ

Renate Graber

Josef Urschitz

Michael Nikbakhsh

DER STANDARD

DIE PRESSE

PROFIL

Ein Blick auf das Ranking zeigt, dass Printjournalisten nach wie vor den Ton angeben, schaffen es doch acht von ihnen unter die ersten zehn. Die zehn Neueinsteiger sind unter anderem auf das Aus des „Wirtschaftsblatt“ Anfang September 2016 zurückzuführen.

Topplatzierungen Zweimal war er bereits unter den ersten drei. Im dritten Anlauf hat es „Presse“-Redakteur Josef Urschitz (Platz 1 / 73,85 Punkte) um Haaresbreite auf den Platz an der Sonne geschafft. Nur 0,64 Punkte trennen ihn von der Zweitplatzierten, „Standard“-Redakteurin Renate Graber (73,21 Punkte), die ihre Platzierung vom letzten Mal verteidigen konnte. Josef Urschitz ist vor allem für seine Kolumnen bekannt, in denen er, wie er sagt, gegen den Stillstand schreibt. Insgesamt ist der 65-Jährige bereits mehr als 31 Jahre für die Tageszeitung „Die Presse“ tätig. Renate Graber gilt wiederum als Aufdeckerjournalistin par excellance, was ihr schon mehrfach Auszeichnungen bescherte. Der zweifache Sieger des Börsianer-Rankings, „Profil“Redakteur Michael Nikbakhsh (69,63 Punkte), muss sich diesmal mit Platz drei begnügen. Er sprengt aber einmal mehr die Dominanz der Tageszeitungen, die durch „Standard“-Wirtschaftsredaktionschef Andreas Schnauder (68,93 Punkte) – er schafft es bei seiner Premiere gleich auf Platz vier - und „Presse“-Topjournalistin Hedwig Schneid (Platz 5 / 62,31 Punkte) unter den ersten fünf vervollständigt wird. Schnauder und Nikbakhsh trennen nur 0,70 Punkte. Als Trost wird es ihn sicher freuen, dass er die meisten „zehn Punkte“ ein-

DIE AUFSTEIGER PLATZ

ZULETZT NAME

MEDIUM

4.

(-)

Schnauder Andreas

Der Standard

10.

(-)

Zirm Jakob

Die Presse

24.

(49.)

Sileitsch-Parzer Hermann Kurier

21.

(43.)

Mitterstieler Esther

News

17.

(34.)

Karabaczek Thomas

APA

76


SEITENBLICKE

PLATZ

ZULETZT

PUNKTE

NAME

UNTERNEHMEN

1.

(3.)

73,85

TREND

Urschitz Josef

Die Presse

2.

(2.)

73,21

Graber Renate

Der Standard

3.

(1.)

69,63

Nikbakhsh Michael

Profil

4.

(‒)

68,93

Schnauder Andreas

Der Standard

5.

(4.)

62,31

Schneid Hedwig

Die Presse

6.

(9.)

62,14

Groendahl Boris

Bloomberg

7.

(6.)

59,23

Höller Christian**

Die Presse

8.

(12.)

56,07

Wailand Georg

Gewinn

9.

(5.)

55,60

Varga Christoph

ORF

10.

(‒)

54,23

Zirm Jakob

Die Presse

11.

(22.)

52,86

Kischko Irmgard

Kurier

12.

(19.)

50,00

Kramer Angelika

Trend

13.

(20.)

49,64

Pfluger Bettina

Der Standard

14.

(10.)

49,31

Kwauka Martin

Freier Journalist

15.

(29.)

49,26

Wiens Richard

Salzburger Nachrichten

16.

(‒)

48,40

Bornemann Dieter

ORF

17.

(34.)

48,21

Karabaczek Thomas

APA

18.

(14.)

47,31

Bauer Franz C.

Trend

19.

(17.)

47,20

Ransmayr Georg

ORF

20.

(24.)

46,80

Obermayr Volker

Ö1

21.

(43.)

46,54

Mitterstieler Esther

News

22.

(15.)

46,43

Kleedorfer Robert

Kurier

23.

(26.)

45,71

Proksch Stefan

APA

24.

(49.)

43,21

Sileitsch-Parzer Hermann

Kurier

25.

(8.)

42,86

Drastil Christian*

Börse Social Media

26.

(30.)

42,86

Benisch Eva-Maria*

Freie Journalistin

27.

(‒)

42,40

Schiefer Paul

Ö1

28.

(‒)

41,92

Weber Andreas

Trend

29.

(‒)

41,60

Lemberger Ellen

Ö1

30.

(41.)

40,77

Lammer Beate

Die Presse

31.

(16.)

40,69

Gillinger Robert

Börse-Express

32.

(47.)

40,34

Haase Claudia

Kleine Zeitung

33.

(35.)

40,00

Klafl Christine

Kurier

34.

(‒)

39,66

Korinek Raja

Freie Journalistin

35.

(‒)

39,29

Nasralla Shadia*

Thomson Reuters

36.

(28.)

39,29

Schumi Manfred*

Krone

37.

(‒)

38,21

Siebenhaar Hans-Peter

Handelsblatt

38.

(45.)

37,86

Itzenthaler Anita

APA

39.

(39.)

37,78

Kretzl Helmut

Salzburger Nachrichten

40.

(‒)

35,36

Sellner Angela

Businesslive.at/Österreich

41.

(46.)

35,86

Mascher Dietmar

OÖ Nachrichten

42.

(21.)

33,45

Kistner Julia

Freie Journalistin

43.

(40.)

32,14

Leban Karl

Wiener Zeitung

44.

(32.)

31,15

Martinek Thomas

Trend

45.

(50.)

30,40

Weinisch Ernst

Ö1

46.

(36.)

30,36

Shields Michael*

Thomson Reuters

47.

(37.)

30,36

Weitmayr Hans*

Institutional Money

48.

(‒)

28,21

Maier Martin

Gewinn

49.

(‒)

26,90

Ottawa Barbara

Freie Journalistin

50.

(33.)

25,86

Franzin Mario

Geld Magazin

*BEI PUNKTEGLEICHHEIT ZÄHLT DIE HÖCHSTE EINZELBEWERTUNG, **IST NICHT MEHR FÜR FINANZEN & BÖRSE ZUSTÄNDIG

77


SEITENBLICKE

sammeln konnte. Insgesamt bekam er von seinen Kollegen sechsmal die Bestnote. Josef Urschitz und Michael Nikbakhsh lukrierten fünfmal zehn Punkte, Hedi Schneid und Bloomberg-Journalist Boris Groendahl (Platz 6 / 62,14 Punkte) – die beiden trennen in Ranking 0,17 Punkte - je zweimal.

Auf- und Absteiger Neben Andreas Schnauder überzeugte auch „Presse“-Redakteur Jakob Zirm (Platz 10 / 54,23 Punkte), der bei seiner ersten Rankingteilnahme gleich unter die besten zehn gewählt wurde. Einen Riesenschritt nach vorn machte „Kurier“-Redakteur Hermann SileitschParzer (Platz 24 / 43,21 Punkte), der sich um 25 Plätze verbessere. Fürs TV sahnte ORF-Redakteur Christoph Varga (55,60 Punkte) Platz neun ab, für den Hörfunk ist Ö1-Redakteur Volker Obermayer (46,80 Punkte) auf Platz 20 eine Klasse für sich. Das Ranking von Börsianer zeigt aber auch, dass freie Topjournalisten einen weitaus schwereren Stand haben als festangestellte. Ihnen wird die Möglichkeit genommen, sich durch Kolumnen oder Leitartikel ins Gedächtnis der Kollegen- und Leserschaft zu rufen. So verliert die ehemalige stellvertretende Chefredakteurin des „Gewinn“, Julia Kistner (Platz 42 / 33,45 Punkte), 21 Plätze. Online­ medienjournalisten wie Mr. „Börse-Express“ Robert Gillinger (Platz 31 / 40,69 Punkte) und „Börse Social“-Chef Christian Drastil (Platz DIE ABSTEIGER PLATZ

ZULETZT NAME

MEDIUM

42.

(21.)

Kistner Julia

Freie Journalistin

25.

(8.)

Drastil Christian

Börse Social Media

50.

(33.)

Franzin Mario

Geld Magazin

31.

(16.)

Gillinger Robert

Börse-Express

44.

(32.)

Martinek Thomas

Trend

25 / 42,86 Punkte), der neben seinem Onlineblog wieder ins Printgeschäft eingestiegen ist, müssen ebenfalls ordentlich Plätze abgeben. Insgesamt gab es mit 29 abgegebenen Einzelrankings erneut eine Rekordteilnahme. Die Bestnote „10“ wurde 28-mal vergeben. Fünf Frauen schafften es unter die ersten 15. Der beste freie Journalist ist Martin Kwauka (Platz 14 / 49,31 Punkte), der ebenfalls einmal zehn Punkte bekam.

DIE BEWERTUNGSKRITERIEN

Das Ranking wird nach qualitativen Methoden in einem einstufigen Scoring-Modell (Peergroup-­Bewertung) ermittelt. Die nominierten Kandidaten konnten sich gegenseitig bewerten. Das Ergebnis des Rankings wurde mit dem Mittelwert aller Bewertungen berechnet und in Prozent umgewandelt. Eine Person kann maximal eine Bewertung von 100 Prozent erreichen. Bei Punktegleichheit zweier oder mehrerer Personen entscheidet die höchste Einzelbewertung. Die Kandidaten konnten keine Bewertung für sich selbst oder Konzernkollegen abgeben.

78


EIN HERZ für den Finanzplatz weil’s um den Wohlstand der Menschen geht!

Die Wirtschaftswissenschaften belegen, dass ein gesunder Finanzsektor ein wichtiger Faktor für Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum einer Volkswirtschaft ist. Ein handlungsfähiger Kapitalmarkt generiert Einkommen, Beschäftigung und Wohlstand in Österreich.

Eine Initiative von

www.herzfuerbullen.at


DIGITALWÄHRUNGEN Handel. Im BitcoinStore in der Wiener Innenstadt kann man mit Bitcoin zahlen.

DAS STECKT HINTER ­ ITCOIN UND CO B Sie sind unreguliert, schwer zu verstehen und hochspekulativ. Dem etablierten Finanzsystem sind sie ein Dorn im Auge, aber sie decken einen Bedarf ab. Börsianer wirft einen ­genauen Blick auf digitale Währungen. TEXT BARBARA OTTAWA

80


FINANZPLATZ

S

pätestens seit die Chinesische Na-

gy“ (DLT) genannt, das alle Teilnehmer

tionalbank beschlossen hat, so-

an einem bestimmten Netzwerk über-

ausfallen als an den traditionellen Bör-

genannte „Initial Coin Offerings“

prüfen und anwenden können. Ande-

sen. Dazu kommt, dass mittlerweile vie-

(ICOs) zu verbieten, haben verschlüssel-

re Währungen wurden und werden ent-

le Menschen Bitcoin anwenden, die we-

te digitale Währungen den Weg in die all-

weder von namentlich bekannten Infor-

nig IT-affin sind und das System und sei-

gemeine Finanzdebatte gefunden. Nicht

matikern oder anonymen Gruppen vor-

ne Dynamiken nur bedingt verstehen.

nur China bezeichnete Crowdfunding-

geschlagen und/oder auf den Markt ge-

Programme für Kryptowährungen als

bracht.

Kursschwankungen weitaus drastischer

?

gefährliche Investitionen. Die Finanz-

Wieso gab es Kryptowährungen nicht schon viel früher?

Wie werden sie gemacht?

Einerseits wird jedes Jahr die Rechen-

Basierend auf einem Algorith-

leistung besser, womit komplexere Al-

Währungen wegen der Gefahr des Miss-

mus müssen digitale Währungen „abge-

gorithmen und „Abbau-Prozesse“ mög-

brauchs gewarnt. Aber was steckt hinter

baut“ werden. Dieser Prozess, auch „Mi-

lich sind. Viel wichtiger ist aber die Ent-

Bitcoin und Co? Der Börsianer beantwor-

ning“ genannt, ist für Programmierer

deckung und Implementierung der so-

tet die wichtigsten acht Fragen.

eine komplexe Aufgabe, die, etwa im Fall

genannten Blockchain-Technologie. Um

von Bitcoin, in regelmäßigen Abständen

Datentransfers oder Transaktionen ohne

schwieriger gestaltet wird, um zu verhin-

zentrale Gegenpartei wie eine Bank zu

dern, dass zu viele Bitcoins gleichzeitig in

gewährleisten, muss ein Mechanismus

Umlauf kommen.

geschaffen werden, mit dem sich bei-

marktaufsicht hat bereits im November 2016 Verbraucher vor einem Kauf der

?

Wie viele Kryptowährungen gibt es bereits?

Auf diese Frage muss zunächst eine Ge-

?

genfrage folgen: tot oder lebendig? Seit

Das „Mining“ erfordert hohe Rechen-

de Seiten sicher sein können, dass die

der Finanzkrise haben hunderte Pro-

leistung und viel Strom, denn diejenigen,

Transaktion erfolgt ist. In einem dezen-

grammierer Algorithmen für digitale

die Kryptowährungen abbauen, müssen

tralisierten Logbuch werden diese In-

Währungen geschrieben, mit mehr oder

in langen Versuchsreihen bestimmte Be-

formationen in Blöcken angeordnet, die

weniger Erfolg. Die häufigste Ursache für

dingungen erfüllen, um neue Blöcke zu

nach bestimmten Kriterien abgebaut und

einen Misserfolg war fehlende Sicherheit

schaffen, die in das Transaktionslogbuch

aneinandergereiht werden. Nur wenn

gegenüber Hackerangriffen. In der rea-

eingetragen werden. Dafür werden sie

die Reihenfolge stimmt, die Blöcke auf-

len Wirtschaft haben sich bisher nur we-

mit digitaler Währung belohnt. Um Geld

einanderpassen und die richtigen Kri-

nige Kryptowährungen, also verschlüs-

für den Abbau von Kryptowährungen zu

terien erfüllen, dann ist die Transakti-

selte Digitalwährungen ohne zentra-

sammeln, kann man sich sogenannten

on gültig. Die Blockchain-Technologie

le Aufsicht, durchgesetzt. Darunter Bit-

Initial Coin Offerings (ICO) bedienen,

stellt außerdem sicher, dass die Transak­

coin (BTC) und Ether (ETH). Bekanntheit

also einer Art Crowdfunding-Projekt.

tion nicht nachträglich geändert oder der

haben auch Monero (XMR) und Zetacoin (ZET) erlangt, die vor allem auf Anonymität ausgelegt sind.

Eintrag gelöscht werden kann.

?

Wie ergibt sich der Preis? Grundsätzlich wird der Wert einer

Kryptowährung – ähnlich wie bei Edel-

?

Wer nutzt Kryptowährungen? Bei dieser Frage ist zu betonen,

Wer erstellt diese Währungen?

metallen – durch ihre Knappheit be-

dass in der Öffentlichkeit vor allem über

Bitcoin ist ein Kind der Finanz-

stimmt. Der Abbau einer neuen Einheit

die Nutzung von Kryptowährungen in

krise. Als das Vertrauen in das etablier-

ist zeit- und energieintensiv. Im Fall von

diversen Schattenwirtschaften berichtet

te Finanzsystem wieder einmal an einem

Bitcoin ist die Ausgabemenge durch den

wurde. Dadurch, dass einige der Wäh-

Tiefpunkt angelangt war, kam ein Pro-

Algorithmus übrigens langfristig auch

rungen auf Anonymität ausgelegt sind,

grammierer oder eine Gruppe von Indi-

beschränkt. Wenn eine digitale Währung

werden sie naturgemäß auch für illegale

viduen, bis heute anonym, mit einer di-

an einem der dafür geschaffenen Bör-

Geschäfte eingesetzt. Allerdings ist eine

gitalen Währung auf den Markt, die keine

senplätze gehandelt wird, ist sie auto-

Währung, die völlig unabhängig von zen-

zentrale Behörde braucht. Die Verifizie-

matisch Marktmechanismen ausgesetzt.

tralen Behörden, Banken und den Kapi-

rung läuft über ein dezentralisiertes Log-

Durch das Fehlen einer zentralen Gegen-

talmärkten funktioniert, für viele auch

buch, „Decentralised Ledger Technolo-

partei und etablierter Märkte können die

eine echte Alternative zum klassischen

?

81


FINANZPLATZ

Geldmarkt. Die vollständige Digitalisie-

durch den Wegfall eines Vermittlers wie

delsplätze, auf denen man sich registrie-

rung einer Währung erlaubt es auch, dass

etwa einer Bank kaum Transaktionskos-

ren muss. Dort können Kryptowährun-

Frauen in Ländern, in denen sie bisher

ten anfallen.

gen in beide Richtungen gehandelt und auch von einer digitalen Währung in eine

vom Konto ihres Mannes abhängig waren, eigene Ersparnisse anlegen können, ohne ein Bankkonto eröffnen zu müssen.

?

Wie werden sie zu Bargeld?

andere umgetauscht werden. Viele Kryp-

Seit 2014 findet man an vielen öf-

towährungen werden auch zwischen Pri-

Sogar die EZB hat bereits Überlegungen

fentlichen Plätzen der Welt Bitcoin-Au-

bezüglich der Digitalisierung von Wäh-

tomaten, an denen Bargeld einfach gegen

vatpersonen gehandelt

rungen – allerdings nicht von dezentra-

Bitcoin-Tokens, meist mit einem QR-

lisierten Kryptowährungen – angestellt.

Code versehen, getauscht werden kann.

Ein Vorteil von dezentralisierten digi-

So auch am Wiener Hauptbahnhof. Auch

Neben dem direkten Erwerb von Kryp-

talisierten Währungen, der von Händ-

die Österreichische Post AG gibt Bitcoins

towährungen und der damit verbunde-

lern immer wieder genannt wir, ist, dass

aus. Darüber hinaus gibt es Onlinehan-

nen Spekulation auf deren Wertsteige-

?

Welche Investitionsmöglichkeiten bieten Kryptowährungen?

SCHWIERIGER BALANCEAKT Die Blockchain-Technologie eröffnet ungeahnte Möglich-

KOMMENTAR

keiten, die rechtlich noch auf wackeligen Füßen stehen.

steigerungen endgültig einen Stamm-

„Transfer von Vermögenswerten ohne staatliche Kontrolle möglich.“

platz in der heimischen Medienland-

STEFAN PACHINGER

Digitale Währungen, insbesondere Bitcoin, haben sich dank rasanter Kurs-

schaft

gesichert.

Während

mehre-

re Millionen meist natürliche Personen Handel mit Bitcoin betreiben, sehen Unternehmen das größte Potenzial

→ VITA STEFAN PACHINGER PARTNER FRESHFIELDS BRUCKHAUS DERINGER Der promovierte Rechtswissenschaftler (40) ­verbringt seine Freizeit im Winter am liebsten beim Skifahren, ist gern auf Reisen oder frönt der Kunst. Er ist Leiter der Fintech-Gruppe bei Freshfields und gilt als zuverlässig, dynamisch und ehrgeizig.

aber in der zugrunde liegenden Tech-

tionskosten reduziert werden; Smart

und der Adressierung und Vermeidung

nologie: der Blockchain- oder Distri-

Contracts, als bloß ein Anwendungs-

potenzieller Risiken schaffen.

buted-Ledger-Technologie.

fall, unterstreichen dies. Nicht nur Un-

Kryptowährungen spielen in diesen

Während Bitcoin als gesetzlich nicht

ternehmen, sondern auch nationale

Überlegungen aufgrund der ökonomi-

anerkanntes Zahlungsmittel lediglich

und supranationale Aufsichts- und Re-

schen Relevanz naturgemäß eine wich-

einen Anwendungsfall der Blockchain-

gulierungsbehörden setzen sich inten-

tige und große Rolle. Insbesondere weil

Technologie darstellt, ist die Block-

siv mit den rechtlichen Auswirkungen

die zugrunde liegende Technologie den

chain durch ihre besonderen Charak-

und der Klassifikation konkreter An-

Transfer von Vermögenswerten viel-

teristika wie beispielsweise die Über-

wendungsfälle der Blockchain-Tech-

fach ohne staatliche Aufsicht und Kon-

tragungsfunktion

Vermögens-

nologie auseinander. Wie fügt sich die

trolle ermöglicht. Diesen vielfältigen

werten und den Gutglaubensschutz in

Blockchain-Technologie in den gelten-

Einsatzmöglichkeiten stehen zumin-

der Lage, komplexe Geschäftsprozesse

den regulatorischen Rahmen ein, und

dest ebenso viele juristische Fragestel-

grundlegend zu verändern. Durch die

wo besteht Nachbesserungsbedarf? Re-

lungen gegenüber. Die eigentliche He-

De-facto-Eliminierung des Gegenpar-

gulierungsbehörden müssen hier einen

rausforderung besteht zukünftig darin,

teirisikos mittels kryptografischer Me-

sehr schwierigen Balanceakt zwischen

die technischen Möglichkeiten mit den

thoden, die der Blockchain-Technolo-

bestmöglicher Nutzung der Vortei-

rechtlichen Rahmenbedingungen zu

gie zugrunde liegen, können Transak-

le und den technischen Möglichkeiten

harmonisieren. n

von

82


FINANZPLATZ

Bitcoin YTD

ren, die für den Abbau von Kryptowährungen notwendig sind. Weil dieser

5.000

Prozess so komplex ist, wird nicht nur

Bitcoin 3 Jahre 5.000

enorme Rechen- und Energieleistung benötigt, sondern auch spezielle Hardware, sogenannte „Graphic Processing Units“ (GPU).

2.500

? 0

2.500

Wie groß sind die Gefahren durch Hackerangriffe?

Jeder digitale Prozess ist an sich der Ge-

1.1.17

29.9.17

Quelle: TeleTrader

fahr eines Angriffs von außen ausge-

0

28.9.14

setzt. Vor allem die bereits etablierten

28.9.17

Quelle: TeleTrader

doch viel in regelmäßige Sicherheits-

sourcen anzuzapfen. So können sie ihre

titionsmöglichkeiten eröffnet. Darun-

updates. Verwundbarer sind die soge-

Abbaukapazitäten auf Kosten ande-

ter etwa die von vielen Regulatoren ver-

nannten digitalen Geldbörsen einzel-

rer steigern. In Mobiltelefonen ist der

pönten Initial Coin Offerings (ICO). Wer

ner Personen. Ein viel größeres Problem

Schutz gegen solche Angriffe oft noch

aber weiterhin auf die Realwirtschaft

sehen IT-Sicherheitsexperten jedoch in

unzureichend gegeben, und besonders

setzt, kann zum Beispiel in die Produ-

der Tatsache, dass Hacker Wege suchen,

verwundbar sind digitalisierte Haus-

zenten der Grafikprozessoren investie-

um fremde Energie- und Rechnerres-

haltsgeräte. n

Die BDO hat einen klaren Fokus auf kapitalmarktnotierte Konzerne, Banken und Versicherungen sowie Unternehmen der öffentlichen Hand. Diese sind nicht nur ständig ändernden Anforderungen des Marktes, sondern auch laufenden Änderungen seitens des regulatorischen Umfelds ausgesetzt. Um diese komplexen Aufgabenstellungen in den Bereichen Audit & Assurance, Tax & Accounting, Advisory und Consulting zu bewältigen, kümmert sich ein Team von Spezialistinnen und Spezialisten in Österreich sowie weltweit in mehr als 158 Ländern um Sie. Damit profitieren Sie von unserer Lösungskompetenz und bewahren immer den Überblick. bdo.at

Photo by gdtography on Unsplash

Kryptowährungen investieren hier jerung hat der Trend auch andere Inves-


NR-WAHL 2017

SO WÜRDE DIE BÖRSE WÄHLEN! 84


Nach zehn Jahren Rot-Schwarz ist von einer ­Aufbruchstimmung auf dem Kapitalmarkt in Österreich wenig zu spüren. Der Wunschzettel der Akteure ist lang, nicht alle Parteien aber wollen sie erfüllen. TEXT LUKAS SUSTALA

© PHOTONEWS.AT / GEORGES SCHNEIDER / PICTUREDESK

Spitzenkandidaten. ­Weder Peter Pilz, Heinz-Christian Strache, Sebastian Kurz noch Christian Kern, ­Ulrike Lunacek ­oder Matthias Strolz haben den Kapitalmarkt prominent in ihrem Wahlprogramm.


© DER BÖRSIANER

FINANZPLATZ

Koalition. Für den Kapitalmarkt würde eine Koalition aus Neos, FPÖ und ÖVP die beste Variante sein.

D

er österreichische Kapitalmarkt

Während andere Länder ihre kapital-

Eigenkapital bei der Finanzierung eben-

hat ein verlorenes Jahrzehnt

gedeckten Vorsorgesysteme ausgebaut

so wie die steuerliche Benachteiligung

hinter sich. Noch ist der Leitin-

haben, hatte etwa der österreichische

von Aktienveranlagung beseitigt wird.

dex ATX weit davon entfernt, wie US-

Regierungschef Werner Faymann die

Zusammen mit zumindest einem mo-

Leitbörsen oder der deutsche Dax neue

„Lobbyisten der Spekulation“ zu seinen

deraten Ausbau der kapitalgedeckten

Rekordmarken zu erreichen. Die Lis-

politischen Feinden erklärt. Das natio-

Säule des Pensionssystems sollte eine

te der Delistings war in den vergan-

nale Steuerrecht wurde vielfach zuun-

Informationskampagne für die Finanz-

genen zehn Jahren lang, jene der neu-

gunsten des Kapitalmarkts verschärft,

bildung der Österreicherinnen und Ös-

en Börsengänge hingegen schmerz-

eine Bankensteuer eingeführt und die

terreicher lanciert werden. Ob nun das

lich kurz. Das gehandelte Volumen pro

Kapitalertragssteuer erhöht. Auf inter-

Aktienforum oder der Bankenverband,

Monat liegt 2017 um knapp 63 Prozent

nationaler Ebene forcierte Österreich

viele Branchenvertreter teilen die For-

niedriger als 2007. Und die Aktienquote

die Einführung einer Finanztransak­

derungen Keuschniggs. Das Aktienfo-

der österreichischen Sparer ist laut Da-

tionssteuer.

rum fordert zudem eine Reduktion der

ten der Oesterreichischen Nationalbank

Überregulierung und eine Reform der

in den vergangenen zehn Jahren sogar

Zehn Forderungen für ein Revival

Aufsicht. Der Bankenverband warnt vor

leicht gefallen, den Niedrigzinsen beim

Das alles war ziemlich genau das Gegen-

allem vor den zunehmenden Kosten der

geliebten Sparbuch zum Trotz.

teil dessen, was den Kapitalmarkt nach-

Regulierung bei gleichzeitiger Forderung

Der Kapitalmarkt in Österreich hat

haltig gefördert hätte. Christian Keusch-

der Aufsicht, die Banken mögen höchst

in den vergangenen zehn Jahren rot-

nigg, Professor an der Universität St.

profitabel sein.

schwarzer Koalitionen tatsächlich einen

Gallen und ehemaliger Leiter des IHS,

schweren Stand gehabt. Wenn Wiener-

hat in einer umfassenden Studie einen

Welche Partei nimmt die Börse ernst?

Börse-Chef Christoph Boschan sich also

Reformweg für den Finanzplatz Öster-

Kaum eine Partei hat den Kapitalmarkt

von der kommenden Bundesregierung

reich im Auftrag der Branche aufgezeigt.

wirklich prominent in ihrem aktuellen

geradezu flehentlich wünscht, „sich

Zehn Reformen für einen leistungsfä-

Wahlprogramm. Tatsächlich kommt er

überhaupt der Frage des Kapitalmarkts

higen Finanzplatz hat Keuschnigg dar-

aber sehr unterschiedlich vor, je nach-

zuzuwenden“, dann weiß man, dass

in skizziert. Und seine Kritik am Status

dem, ob man bei Grünen und SPÖ oder

die Kapitalmarktpolitik der vergange-

quo zeigt, dass gerade der Kapitalmarkt

FPÖ, ÖVP oder Neos nachliest. Nach

nen zehn Jahre nicht wirklich hilfreich

in den vergangenen Jahren derzeit kaum

der Lektüre des von Bundeskanzler und

war. Andreas Treichl, Vorstandsvorsit-

leistungsfähig war, wenn es darum geht,

SPÖ-Parteichef Christian Kern lancier-

zender der Erste Group Bank AG und ei-

innovatives und kräftiges Wachstum in

ten Plan A ist jedenfalls keine Kursän-

ner der mächtigsten Marktteilnehmer,

Österreich zu finanzieren.

derung seiner Partei zu erwarten. Zwar

geht in einem Gespräch gar so weit zu

Was also wäre notwendig, um den

werden Start-ups immer wieder als un-

sagen, „Kapitalmarkt gibt es bei uns

Kapitalmarkt, der im internationa-

ternehmerisches Rückgrat der Innova-

nicht wirklich“. Auch die Topmanager

len Vergleich nach wie vor so klein ist,

tion erwähnt. Doch private Vorsorge,

von Voestalpine AG und Österreichische

Flügel zu verleihen? Wichtig wäre für

steuerliche Anreize für Kapitalmarkt-

Post AG wünschen sich einiges von der

Keuschnigg etwa, dass die steuerliche

instrumente oder ein Plan für die Mittel-

neuen Bundesregierung (Seite 89).

Bevorzugung von Schulden gegenüber

standsfinanzierung über die Börse: Fehl-

86


FINANZPLATZ

anzeige. SPÖ-Finanzsprecher Jan Krai-

zierte Informationspflichten für kleine-

Während etwa die Grünen die Börse

ner sieht etwa keinen Grund, die Kapi-

re Unternehmen. Einige ÖVP-Pläne wie

bereits für wettbewerbsfähig erachten

talertragssteuer zu senken, und hält den

etwa die Streichung der Körperschafts-

und die Mitarbeiterbeteiligungsmodelle

rechtlichen und steuerlichen Rahmen

steuer für nichtausgeschüttete Gewin-

nicht weiter ausbauen wollen, nehmen

an der Börse für stabil und berechen-

ne, wie Martin Kwauka auf Seite 100

die Neos diesbezüglich ziemlich genau

bar. Sein Urteil lautet schlicht: „Der Ka-

kommentiert, würden aber das Budget-

die Gegenpositionen ein. Sie pochen auf

pitalmarkt ist kein Selbstzweck.“ Und

defizit in die Höhe schnellen lassen.

eine Neuordnung der Finanzmarktauf-

für die Vorsorge sei das öffentliche Pen­

Vor allem an der Stelle des Pensions-

sicht zur Vermeidung von Doppelprü-

sionssystem der „einzige Garant“ für

systems ist der tiefe Graben sichtbar,

fungen durch verschiedene Behörden,

eine angemessene Pension im Alter.

der in Sachen Kapitalmarkt zwischen

einen Ausbau der privaten Vorsorge und

Weitere Anreize für private oder be-

den beiden Langzeitregierungsparteien

weitere Erleichterungen bei Mitarbei-

triebliche Vorsorgesysteme seien nicht

verläuft. Während die SPÖ keine Anrei-

terbeteiligungen (Seite 93). Die Liste Pilz

notwendig.

ze für mehr Kapitalmarkt setzen möch-

wiederum will die KESt nicht reduzieren

Dabei meint Karl Fuchs, Geschäfts-

te, hat sich etwa Andreas Zakostelsky,

und warnt auch vehement vor Deregu-

führer des Aktienforums, dass die För-

Obmann des Fachverbands der Pensi-

lierung und davor, dass kapitalgedeckte

derung von Start-ups nicht weit genug

onskassen und seit 2013 ÖVP-National-

Vorsorgesysteme sogar zu Altersarmut

geht, wenn man nicht zeitgleich auch

ratsabgeordneter, wiederholt für eine

beigetragen hätten.

die Rahmenbedingungen für den Kapi-

Forcierung privater Vorsorgemodelle

talmarkt verbessert. Schließlich müssen

starkgemacht.

ÖVP-Wirtschaftsspre-

ausschließlich um das Thema Kapital-

die wirklich großen Wachstumsinvesti-

cher Werner Groiss bekennt sich eben-

markt kümmern würde, gibt es eigent-

tionen von Tech-Unternehmen ja gera-

so klar zur zweiten und dritten Säule.

lich nur eine gut passende Koalitionsva-

Wenn sich die kommende Regierung

de über Risiko- und Aktienkapital finan-

Auch bei den aktuellen Oppositions-

riante. Während nämlich Neos, ÖVP und

ziert werden. Es brauche eine IPO-Initi-

parteien und den neuen Listen sind die

FPÖ bei vielen Fragen übereinstimmend

ative in Österreich, meint Fuchs. Dieser

Unterschiede groß. Die mögliche Kanz-

den Kapitalmarkt stärken wollen, sehen

Wunsch findet sich etwa auch im Pro-

lermacher-Partei FPÖ spricht sich ge-

SPÖ, Grüne und die Liste Pilz hier kaum

gramm der neuen ÖVP. Dort heißt es auf

nerell für ein kapitalmarktfreundliches

Handlungsbedarf. Allerdings muss sich

zwei Seiten, man müsse dem Abwärts-

Umfeld aus, will Mitarbeiterbeteili-

die nächste Koalition nicht allein wegen

trend des Kapitalmarkts entgegenwir-

gungsmodelle forcieren und KMUs beim

der Frage des Kapitalmarktes finden. Ob

ken. Das Rezept: leichterer Zugang für

Weg an die Börse unterstützen. Gleich-

die nächsten fünf Jahre daher vielleicht

KMUs zur Börse, niedrigere Kosten für

zeitig fordert sie vehement eine kleine-

trotz der vielen Versprechen für den Fi-

den Börsengang, bessere Rahmenbe-

re Bankenaufsicht und eine Reform der

nanzplatz auch verloren sind, wird sich

dingungen für Risikokapital und redu-

Arbeitsweise der Aufsicht.

erst nach dem 15. Oktober 2017 weisen. n

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RUNDER TISCH

XXX

LAND DER H ­ ÄMMER, ­ ZUKUNFTSREICH

W

ir treffen die drei Spitzen-

der Staatsapparat einige Scheiben ab-

tere Unterstützung der Politik für ein-

manager in der Voestalpine-

schneiden.

zelne Forschungsprojekte im Bereich der

Stahlwelt in Linz. Angeheizt

Digitalisierung. Uns geht es nicht um die

durch die gute Konjunktur, rennt der

Meine Herren, die Konjunktur brummt, der

Gießkanne, sondern um die projektbe-

Schmäh. Die Nationalratswahl am 15.

Aufschwung wird auch in den Unterneh-

zogene Förderung.

Oktober 2017 wirft aber auch hier ihre

mensergebnissen immer sichtbarer. Wel-

Christoph Boschan: An jede neue Re-

Schatten voraus. Angesprochen auf ih-

che Unterstützung hätten Sie gern von der

gierungskonstellation geht der Wunsch,

ren Wunschzettel an die Politik, geizen

neuen Bundesregierung, damit Sie weiter

sich überhaupt der Frage des Kapital-

sie nicht mit konkreten Vorschlägen. In

auf dieser Welle surfen können? – Wolfgang

markts zuzuwenden. Alle Untersuchun-

Bildung müsse aufgrund der Digitalisie-

Eder: Für uns ist alles, was in Richtung

gen ergeben, dass Volkswirtschaften mit

rung massiv investiert werden, um für

Forschungsförderung geht, die beste In-

sich entwickelndem Kapitalmarkt das

zukünftige soziale und volkswirtschaft-

vestition neben der Bildung. Wir glau-

schnellere und nachhaltiger Wachstum

liche Probleme gewappnet zu sein. Dafür

ben schon, dass eine Erhöhung des For-

haben und krisenresilienter sind. Wer

brauche man keine neuen Steuern, son-

schungsfreibetrags von zwölf auf 14 Pro-

einen Hebel für die Wirtschaft sucht,

dern mehr Effizienz. Unser Fazit: Vom

zent der richtige Schritt wäre. Das ist ein

der wende sich dem Kapitalmarkt zu. Bis

Durchsetzungsvermögen und Verände-

hocheffizientes, motivierendes Instru-

jetzt haben wir die totale Negation des

rungswillen der Manager könnte sich

ment. Wir wünschen uns auch eine wei-

Themas im Wahlkampf. Eine ganz we-

88


Runder Tisch. Die Unternehmensbosse sind sich im Interview mit der Börsianer-Chefredaktion ­einig: In Bildung muss massiv i­ nvestiert werden.

„Wäre der Staatsapparat so schlank wie die ATX-­ Unternehmen, wäre Österreich unschlagbar“, sagt VoestalpineAG-Vorstandschef Wolfgang Eder im Gespräch mit der ­Chefredaktion des Börsianer. Gemeinsam mit Post-AG-Generaldirektor Georg Pölzl und dem Vorstandschef der Wiener Börse, Christoph Boschan, definierte er konkrete Wünsche an die neue Bundesregierung. TEXT DOMINIK HOJAS, INGRID KRAWARIK FOTOS MARTIN EDER

sentliche Forderung von uns lautet, der

mission wünschen. Die soll Regelwerke

turen. Wir haben bürokratische Systeme

Bevölkerung das Privileg angedeihen zu

dahingehend überprüfen, ob Unterneh-

geschaffen, die eine sehr hohe Resilienz

lassen, finanzielle Bildung verbindlich

mer hier anders behandelt werden als im

haben.

in Schulen aufzunehmen. Bildung ist der

europäischen Ausland. Können Sie Beispiele aus Ihrem Unterneh-

perfekte Anlegerschutz. Der eine mag Chancen wahrnehmen, der andere mag

Herr Pölzl, was steht denn auf Ihrem

men bringen, wo Sie bürokratische Syste-

sich schützen.

Wunschzettel? – Georg Pölzl: Bildung ist

me aufgebrochen haben? – Pölzl: Wenn

das Allerwichtigste. Dafür muss man

wir unser gesamtes Filialnetz nicht auf

Gibt es einen konkreten Vorschlag, um KMUs

Mittel freimachen, um diese Dinge zu fi-

ein Partnerkonzept umgestellt hätten,

an die Börse zu bringen? – Boschan: Wich-

nanzieren. Alles, was weniger Staat und

wenn wir nicht seit 2009 einen neu-

tig ist die Wiedereröffnung des dritten

weniger Regulierung und Bürokratie be-

en Kollektivvertrag hätten, wo wir neue

Markts für österreichische Unterneh-

deutet, erleichtert die Wirtschaft. Man

Mitarbeiter zu ganz anderen Bedingun-

men. Dafür braucht man politischen

müsste nur einfach das machen, was in

gen als beamtete Mitarbeiter beschäf-

Mut. Ein wichtiges Thema ist die Sank-

gewissen Wahlprogrammen steht. Es

tigen, hätten wir jetzt ein Problem. Das

tionierung der Eigenkapitalseite gegen-

fehlt nicht an Ideen, sondern an Durch-

waren lebensnotwendige Maßnahmen.

über der Fremdkapitalseite. Ich würde

setzungsvermögen. Wir prallen in Ös-

Unser Geschäft wird in allen Märkten

mir auch eine Rechtsbereinigungskom-

terreich immer an festgefahrene Struk-

durch die Digitalisierung angeregt. Das

89


FINANZPLATZ

markt zu bekommen? - Boschan: Positiv waren die schnellen Termine beim Fi-

„Automatisierung bringt soziale und ­volkswirtschaftliche Problematik mit sich.“

nanzminister und Ministerium, die haben wir sehr zugänglich erlebt. Das Besprochene müsste sich nur irgendwann materialisieren. Das ist eine Herausforderung an jede Staatsorganisation. Wie beurteilen Sie die Arbeitsmarktsitua­ tion? Wie schwierig ist es, qualifiziertes Personal zu bekommen? – Eder: Wenn man mit erfolgreichen Unternehmen spricht,

WOLFGANG EDER

haben die Kollegen keine Probleme, qualifiziertes Personal zu bekommen. Es

heißt, E-Commerce ist ein Megatrend,

wird nicht jeder Uni-Professor von sei-

geht um eine kritische Größe und um Re-

der uns jetzt Wachstum beschert, wo es

nen Studenten beurteilt? Warum wird

putation. Bewerber versuchen bei den er-

aber auch zu brutalen Preiswettkämpfen

nicht jeder Lehrer von Eltern und Schü-

folgreichen Unternehmen anzudocken.

kommt. Man muss die Herausforderung

lern beurteilt? Das würde eine Dynamik

Bei mittelgroßen, auch am Weltmarkt

annehmen. Wir würden uns, glaube ich,

bringen und gewisse Strukturen aufbre-

erfolgreichen Unternehmen gibt es Pro-

auch alle wünschen, dass das für den ge-

chen. Man sollte in den gesamten Bil-

bleme, vor allem im Bereich der qualifi-

samten Staatsapparat in gleichem Maße

dungsbereich mehr investieren. Woher

zierten Uni-Abgänger. Wenn es noch ein,

gilt und mit Konsequenz und Verände-

kriegt man es? Nicht durch höhere Steu-

zwei Jahre aufwärts geht, will ich auch

rungswillen passiert.

ern, sondern durch Effizienzsteigerun-

bei uns nicht ausschließen, dass wir uns

so

gen. Da liegen Vorschläge auf dem Tisch,

schwertun werden.

schlank wie die ATX-Unternehmen, wäre

jetzt müsste man es nur machen. Vor je-

Österreich unschlagbar. Ich bin da ganz

der Wahl hat man die Hoffnung, dass es

Wo liegt das Problem? ‑ Eder: Die Automati-

beim Herrn Pölzl. Warum geht das auf

danach doch besser wird.

sierung hinterlässt Spuren. Aufgrund der

Eder:

Wäre

der

Staatsapparat

strukturellen Entwicklung und Digitali-

staatlicher, politischer Ebene nicht, was bei unseren Unternehmen, egal ob klein,

Wo war die Hoffnung in den vergangenen

sierung bauen wir kontinuierlich Hilfs-

mittel oder groß, funktioniert? Warum

Jahrzehnten? – Pölzl: Die war immer wie-

arbeiterpersonal ab. Wir brauchen völ-

bringen wir die Energie, die die Unter-

der da.

lig neue Anforderungsprofile, was Qua-

nehmen relativ problemlos aufbringen, als Staat, Land, politische Organisation nicht zustande? Pölzl: Unternehmen, die im Wettbe-

Eder (schmunzelt): Die Resilienz gegen Enttäuschungen … Pölzl: … und der Optimismus sind erstaunlich hartnäckig. (Beide lachen.)

werb nicht bestehen, gibt es nicht mehr.

lifikation betrifft. Was wir im einfachen Bereich abbauen, brauchen wir im hochqualifizierten, um den künftigen Anforderungen gewachsen zu sein. Uns ist bewusst, dass sich hier eine soziale und

Parteien müssen gewählt werden, wer

Herr Boschan, wie ist es Ihnen ergangen,

volkswirtschaftliche Problematik ent-

sich nicht verändert, merkt es. Dann gibt

Verständnis bei Politikern für den Kapital-

wickelt, die wahnsinnig schwer zu lösen

es aber gewisse Organismen, die müssen sich keinem Wettbewerb stellen, die sind über Plichtmitgliedschaften finanziert, die genügen sich selbst. Die wachsen automatisch, die einen mit der Lohnsumme, die anderen über andere Mechanismen. Das ist ein Automatismus im Wachstum. Ein Unternehmen, das diese Gunst hätte, wäre auch nicht so veränderungswillig. Die Post wurde durch Öffnung der Märkte und die Liberalisie-

„Wer einen Hebel für die Wirtschaft sucht, der wende sich dem Kapitalmarkt zu.“

rung gezwungen, sich zu verändern. Es braucht mehr Marktfeedback. Warum

CHRISTOPH BOSCHAN

90


FINANZPLATZ

sein wird. Es muss auf der Bildungsseite was passieren. Bei uns im Drahtwalzwerk in Donawitz sitzen im Backoffice Mathematiker, Physiker und Mechatroniker. Im Schichtbetrieb hatten wir früher fünfmal so viel Leute wie jetzt. Pölzl: Digitalisierung bei uns heißt, dass die Sortierprozesse automatisiert worden sind. Es gibt enorme Unterschiede im Personalaufwand im Paketbereich zwischen der Türkei und Österreich. Boschan: Wir haben die Börsensäle vor 20 Jahren abgeschafft. Die Anlagebera-

„Es fehlt nicht an Ideen in den Wahlprogrammen, sondern am Durchsetzungsvermögen.“ GEORG PÖLZL

tung macht ein Robo-Adviser, bei den Abwicklungsprozessen ist Blockchain ein

strukturelles Wachstum. Der Markt steht

nisse, falls die Zeit gut ist, bauen wir Ver-

mächtiges Tool.

unter

schuldung ab.

Sind Sie bei Investitionen mutiger? Wie viel

litischer Unterstützung zu organisieren

Geht der Aufschwung so weiter? – Eder: Die

Einfluss hat die Konjunktur? – Pölzl: Bei uns

ist. Das entmutigt uns nicht, die Wachs-

Nachfrage ist über alle Sektoren hin-

läuft ein Investitionsprogramm in Höhe

tumsstrategie liegt. Wir sind ein Infra-

weg sehr gut. Wir haben einen Preisauf-

von 100 Millionen Euro mit Schwerpunkt

strukturanbieter und führen unsere Stra-

schwung, der von seiner Dimension und

Österreich. Das sind 20 bis 25 Prozent

tegie konjunkturunabhängig durch.

Nachhaltigkeit völlig anders ist als in den

erheblichem

regulatorischem

Druck, der unter völliger Abstinenz po-

Eder:

Investitionsverhalten

letzten Jahren. Wir surfen auf einer Wel-

Wachstum und neue Geschäftsfelder in-

passiert weitgehend unabhängig, das

le, die sich als sehr stabil erweist und bis

vestieren. Wir haben ein sehr hohes Ei-

verdanken wir der sehr soliden finanzi-

2018 anhalten wird. Es gibt noch Zusatz-

genkapital, wenig Fremdverschuldung,

ellen Ausstattung des Unternehmens.

potenzial. Das Hoch bei Öl und Gas ist

haben liquide Mittel auf der Kante und

Wir müssen uns Mitte der 2020er-Jahre

nicht erreicht, geografisch haben die USA

können Wachstum aus dem Cashflow fi-

entscheiden, wie die Standorte der Zu-

Aufwärtspotenzial, Europa hat den Peak

nanzieren. Ist man mutiger? Wenn es eine

kunft ausschauen werden. In die Stand-

noch nicht erreicht und Brasilien nach der

gute Idee oder Notwendigkeit gibt, dann

orte Linz und Donawitz wurde viel inves-

Wahl Reserven. Trotzdem bin ich nicht

schaut man sich die Wirtschaftlichkeit an.

tiert, da ist in den nächsten Jahren Pause.

der Meinung einiger Wirtschaftsforscher,

Boschan: Wir haben als Börse kein

Wir schauen auf strategische Erforder-

dass das jetzt fünf Jahre so weitergeht. n

mehr als in der Vergangenheit, die wir in

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SEITENBLICKE

SO DENKT DIE POLITIK

FAKTENCHECK

SPÖ Jan Krainer Finanzsprecher

Wie kann man einkommensschwachen

Welche Ideen haben Sie, um die Börse

Menschen den Zugang zum Kapitalmarkt

für potenzielle IPO-Kandidaten

erleichtern?

­attraktiver zu machen?

Erleichterung für Bezieher niedriger Ein-

Indem der Finanzplatz Österreich trans-

kommen heißt, dass Einkünfte aus Kapi-

parent gestaltet ist, der rechtliche und

talvermögen gerecht besteuert werden.

steuerliche Rahmen stabil und bere-

Personen, deren Steuersatz bei der Veran-

chenbar bleibt und der Finanzmarkt ei-

lagung unter dem KESt-Satz liegt, können

ner effizienten Aufsicht unterliegt.

mittels Antrag ihre Kapitaleinkünfte mit dem niedrigeren Satz besteuern lassen. Unterstützung kann in Form von güns-

Aufgrund von Haftungsrisken werden

ÖVP

tigen Wertpapierkonten, einem Beteili-

Vermögen zu wenig in Aktien angelegt.

gungsfreibetrag und neuen Produkten,

Würden diese vorhandenen Vermögen

Werner Grois Finanzsprecher

mit denen man sich leichter an Unter-

in Beteiligungen angelegt werden, wür-

nehmen vor Ort beteiligen kann, ge-

de sich die Börse attraktiver gestalten

währt werden.

und ein IPO wesentlich erfolgreicher und einfacher durchgeführt werden können.

FPÖ Hubert Fuchs Finanzsprecher

GRÜNE Werner Kogler Finanzsprecher

Zuallererst muss den Menschen klarge-

Generell ist ein kapitalmarktfreundli-

macht werden, was der Kapitalmarkt ist

ches Umfeld in Österreich mit entspre-

und welche Chancen, aber auch Risiken

chenden Rahmenbedingung zu schaf-

damit verbunden sind.

fen, die auch steuerlicher Natur sein sollten. Angebot und Nachfrage müssen angeregt werden.

Indem wir die unteren und mittleren

Die Wiener Börse ist durchaus wett-

Einkommen bei den Steuern und Abga-

bewerbsfähig. Damit das so bleibt und

ben entlasten. Daher stehen wir für eine

noch besser wird, sind ein großes Maß

aufkommensneutrale Steuer- und Ab-

an Transparenz und effektive Anleger-

gabenreform, die unter anderem über

schutzvorschriften notwendig.

eine Ökologisierung des Steuersystems gegenfinanziert wird.

NEOS Sepp Schellhorn Wirtschaftssprecher

Unser Programm sieht eine Senkung der

Die aktuelle Gesetzeslage verhindert ei-

KESt auf 25 Prozent vor. Derzeit besit-

nen Börsengang von Mittelständlern.

zen nur rund zwei bis drei Prozent der

Durch die Einführung der Namensaktie

Österreicher Aktien. Um das zu ändern,

sind Börsengänge von österreichischen

braucht es mehr Aufklärung, die über

KMUs fast vollständig abgeschafft wor-

Konsumentenschutz und verpflichten-

den. Es muss auch im dritten Markt mit

de Informationsgespräche hinausgeht.

Inhaberaktien gehandelt werden können.

92


SEITENBLICKE

Kurz vor der Nationalratswahl gilt es, ­Farbe zu b ­ ekennen. Wer steht hinter dem ­ österreichischen K ­ apitalmarkt? Der Börsianer hat bei den Parteien nachgefragt. TEXT FLORIAN GARTLER Was halten Sie davon, den Steuer­

Was halten Sie von der Idee, die

freibetrag für die Weitergabe von Aktien

betrieb­liche und private Altersvorsor-

­eines Unternehmens an die Belegschaft

Wie stehen Sie zu der von Finanzminister

ge zu ­stärken, um mit den sich daraus

zu ­erhöhen, um Mitarbeiterbeteiligungen

Hans Jörg Schelling geforderten

­ergebenden Investitionen den Kapital-

­attraktiver zu machen?

Finanztransaktionssteuer?

markt zu beflügeln?

Der Steuerfreibetrag wurde gerade erst

Die Finanztransaktionssteuer ist eine Für die meisten Österreicherinnen und

mehr als verdoppelt, diese gesetzliche

alte SPÖ-Forderung. Sie würde für einen Österreicher ist ein gesichertes öffentli-

Änderung soll jetzt erst einmal ange-

gerechten Beitrag der Finanzmarktteil- ches Pensionssystem der einzige Garant

wendet werden. Mitarbeiterbeteiligun-

nehmer an der Finanzierung der Ge- für eine anständige Pension im Alter. Ka-

gen wurden so sehr attraktiv gemacht.

sellschaft sorgen und mithelfen, die Fi- pitalmarktprodukte und private Vorsorge

Beteiligungen sollten aber kein Ersatz

nanzmärkte zu stabilisieren, weil kurz- können nur Ergänzungen sein, weitere als

für Lohnerhöhungen sein.

fristige Spekulation eingedämmt würde. bestehende Anreize sind nicht notwendig.

In der letzten Periode hat es genau zu die-

Diese Steuer ist dann zu begrüßen, wenn Es gibt das Bekenntnis zur zweiten und

sem Bereich Erhöhungen gegeben. Wo

sie breit eingeführt wird. In möglichst dritten Pensionssäule in der ÖVP. Um die

genau die richtige, budgetär vertretbare

vielen Ländern, um den Kapitalmarkt in Investitionen im Kapitalmarkt zu beflü-

Zahl steht, sollten Experten berechnen.

einzelnen Ländern nicht zu benachtei- geln, sind allerdings Änderungen der

Grundsätzlich bin ich ein Verfechter von

ligen, und auf möglichst viele Produk- Rahmenbedingungen notwendig, um

Mitarbeiterbeteiligungen und begrüße

te, um nicht zum Beispiel Fremdkapital Anleihen in KMUs oder Beteiligungsfor-

daher eine weitere Erhöhung.

attraktiver als Eigenkapital zu machen.

men zu ermöglichen oder zu erleichtern.

Die steuerliche Begünstigung für Mit-

Ein klares Ja zu einer Finanztransak­ Grundsätzlich eine sehr gute Idee, aber

arbeiterbeteiligungsmodelle sollte dem

tionssteuer, aber nicht als EU-Steuer! das rechtliche Korsett darf nicht zu eng

Grunde und der Höhe nach massiv ausge-

Die Steuerhoheit muss als Kernbereich sein. Im Übrigen schlagen wir eine Erhö-

baut werden. Darüber hinaus sollten aber

nationalstaatlicher Souveränität weiter- hung des Freibetrags für die Zukunfts-

auch andere Mitarbeiterbeteiligungsfor-

hin im Zuständigkeitsbereich der Mit- sicherung, der Bausparprämie und der

men wie etwa Genussrechte, Phantom

gliedstaaten verbleiben.

staatlichen Förderung für die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge vor.

Shares und „RSUs“ begünstigt werden. Der Nationalrat hat diese Grenze gerade

Die Grünen arbeiten schon lange am Kon- Wir stehen einer privaten Pensionsvor-

eben mit 4.500 Euro festgelegt. Das soll-

zept der Finanztransaktionssteuer mit. sorge grundsätzlich offen gegenüber.

te jetzt einmal reichen.

Wichtig ist der Lenkungseffekt. Bereits Wesentlich ist jedoch, dass jeder durch minimale Steuersätze können Spekula- ein tragfähiges öffentliches Pensionstionen eindämmen. Damit dadurch die system in Würde altern können soll. Das Steuer- und Abgabenquote nicht steigt, darf keine Frage des Einkommens sein. sollten wir andere Steuern senken.

Ein Sechstel des Jahresbezugs, mindes-

Eine Finanztransaktionssteuer macht Wir stehen einem stärkeren Fokus auf die

tens jedoch 5.000 Euro sollen steuer-

natürlich Sinn, wenn man den Hoch- private und betriebliche Altersvorsorge

und abgabenbegünstigt in Form von Ge-

frequenzhandel in den Griff bekommen positiv gegenüber. Wir plädieren deshalb

schäftsanteilen ausbezahlt werden. Start-

will. Sie macht aber nur im Tandem mit dafür, dass jeder Erwerbstätige die Mög-

ups sollen Mitarbeiter am Unternehmen

anderen Ländern Sinn, sonst erreicht lichkeit haben soll, ein Elftel seines Ein-

beteiligen können, anstatt an starre Kol-

man nur, dass man als Investitions­ kommens steuerfrei in eine kapitalge-

lektivverträge gebunden zu sein.

standort gemieden wird.

93

deckte Altersvorsorge zu investieren.


SEITENBLICKE

SO DENKT DIE POLITIK

Welche Maßnahmen würden Sie ergreifen, um den dritten Markt der Wiener Börse für

Braucht Österreich eine Neuordnung der

Wie kann die Finanzbildung der österrei-

heimische Start-ups/KMUs zu öffnen?

Finanzmarktaufsicht?

chischen Bevölkerung gefördert werden?

In der Regel finanzieren sich KMUs nicht Nein, die bestehende Finanzmarktauf- Es ist sicher wichtig, die mathematischen über die Börse. Wenn die Wiener Bör- sicht hat sich seit der Reform im letzten Grundlagen des Finanzwesens zu verstese für KMUs attraktiv werden will, dann Jahrzehnt bewährt. Eine Weiterentwick- hen, weil es wichtig ist, die Chancen und müsste sie Angebote für diese Unterneh- lung des bestehenden Systems wurde auf Risiken von Finanzprodukten zu erkenmen überlegen.

Regierungsebene vereinbart und könn- nen. Ich denke, dass sich die Schulen diete noch diesen Herbst vorgelegt werden.

ser Themen ohnehin annehmen.

Es fehlt ein Bereich, in dem kleine Volu- Ja, Regionalbanken müssen anders be- In den Schulen sollten die Themen Wirtmen gehandelt werden. Das heißt, dass aufsichtigt werden als Großbanken, klei- schaft, Unternehmertum und Finanzen bei kleinen Volumen Preise etwa nur in ne Kapitalauslobungen anders als die zu einem Pflichtfach werden. monatlichen Abständen gebildet werden Großen. Bescheide müssen lesbar und und dass nicht alle Verpflichtungen eines durchsetzbar sein. börsennotierten Unternehmens für die KMUs oder Start-ups gelten dürfen. Zur Realisierung von Zusatzwachstum Eine Aufteilung der Kompetenzen und Zu- Eine Änderung der Lehrpläne ist dringend muss der Gesetzgeber das KMU-Segment ständigkeiten zwischen zwei Behörden - notwendig. Ausbildungsträger (Unterder Wiener Börse, den dritten Markt, wie- FMA und OeNB - hat sich immer wieder nehmen) und politische Entscheidungsder öffnen. Diskussionswürdig halten wir als problematisch und kostspielig erwie- träger müssen in einem intensiven Diaeinen Absetzbetrag für KMU-Börsengange sen. Daher begrüßen wir jede Form der Ef- log die Bildungslandschaft an zukünftige und eine Entlastung des Vollzuges der re- fizienzsteigerung durch eine kleinere und Anforderungen der Wirtschaft anpassen. gulatorischen Vorschriften.

schlagfertigere Bankenaufsicht.

Von staatlicher Seite ist auf effektive und Im Bereich der Finanzmarktaufsicht gab Die Finanzbildung sollte jedenfalls getransparente Regulierung zu achten. Eine es in der Vergangenheit eine offenkun- fördert werden. Das Ziel sollte sein, die kritische Evaluierung von Vorschriften dige Schnittstellenproblematik zwischen Menschen zu befähigen, wirtschaft­liche kann da oder dort durchaus notwendig OeNB und FMA. Eine Evaluierung des und finanzielle Zusammenhänge zu versein. Kleine Emittenten sollten gegen- Aufsichtssystems zur Sicherstellung der stehen, damit sie eigenverantwortlich über Großen nicht im Nachteil sein.

vollen Funktionsfähigkeit der staatlichen Entscheidungen in wirtschaftlichen FraBankenaufsicht ist erforderlich.

gen treffen können.

Start-ups sollen Mitarbeiter am Unter- Ja, definitiv. Die Doppelprüfungen von Es muss verstärkt in den Lehrplan aufnehmen beteiligen, anstatt an starre Kol- verschiedenen

Behörden

sind

nicht genommen werde. Jeder Schulabsolvent

lektivverträge gebunden zu sein. Damit nachzuvollziehen.

soll wissen, was Aktien, Zinsen, der Kapi-

einhergehend, braucht es eine generelle

talmarkt und so weiter sind. Es ist unver-

Stärkung des Börsenplatzes Wien.

antwortlich, wie stiefmütterlich die Bildung mit dem Thema Finanzen umgeht.

94


SEITENBLICKE

BULLENMARKT AM LAUFEN

Der Ausblick ist positiv: Christoph Boschan (Wiener Börse AG), Uli Krämer (Kepler Fonds KAG), Wolfgang Eder ­(Voestalpine AG), ­Dieter Wimmer (Comgest Deutschland), Ingrid K ­ rawarik ­(Börsianer), Hagen-Holger Apel (DNB Asset M ­ anagement), G ­ eorg Pölzl (Österreichische Post AG), Dominik Hojas ­(Börsianer) und Andreas Palmetshofer (3 Banken Generali I­ nvestment).

BÖRSIANER Q-CHECK-ROADSHOW 13. SEPTEMBER 2017 VOESTALPINE-STAHLWELT, LINZ

Hagen-Holger Apel (DNB Asset Management) sprach sich in Linz erneut für Technolgie-Aktien aus.

Sabine Mitterbacher und Valentina Stark (beide Börsianer) freuten sich mit Peter Felsbach (Voestalpine AG) über den spannenden Abend in Linz.

Bei der 33. Q-Check-Roadshow in Linz zum Thema „Bullenmarkt – Wenn es läuft, dann läuft‘s“ hielt Christoph Boschan (Wiener Börse AG) in seiner Keynote ein leidenschaftliches Plädoyer für die heimische Börse. Wolfgang Eder (Voestalpine AG) und Georg Pölzl (Österreichische Post AG) präsentierten detailreiche Investmentstorys, und die Marktexperten gaben in der Podiumsdiskussion grünes Licht für das kommende Quartal. Unter den Gästen waren Johann Penzenstadler (Bankhaus Spängler), Christa Ennsgraber (Volkskreditbank AG) und Harald Hagenauer (Österreichische Post AG).

Markus Liebl (Brau Union AG) und Josef Weißl (Oberbank Kongeniales Börsenduo: Sprecherin Julia Resch (WieAG) plauderten bei der Q-Check-Roadshow über das ner Börse AG) genoss den Abend mit Boss Christoph ­erfolgreiche erste Börsen-Halbjahr 2017. ­Boschan, der ein leidenschaftliches Börse-Plädoyer hielt.

95


SEITENBLICKE

BÖRSENTALK

EXKLUSIVER BRANCHENTREFF

FINANZMINISTERIUM HERBSTEMPFANG 12. SEPTEMBER 2017 BUNDESMINISTERIUM FÜR FINANZEN, WIEN

Zahlreiche Gäste folgten der hochkarätigen Einladung von Finanzminister Hans Jörg Schelling. Dieser lud nach dem Sommerempfang Ende Juni nun zum Herbstempfang. Der Minister spaßte an dem Abend über die soeben begebene 100-Jahre-Anleihe der Republik, die noch „30 weitere Finanzminister glücklich machen werde“. Mit dabei waren unter anderem An­ dreas Theiss (Wolf Theiss), Klaus Kumpfmüller (FMA), Rainer Seele (OMV AG) und Thomas Birtel (Strabag SE).

Ein paar Begrüßungsworte vor den Vertretern der Hochfinanz und des Unternehmertums wollte sich Finanzminister Hans Jörg Schelling nicht nehmen lassen.

BEWERTUNG

Location Publikum Inhalt/Redner Börsenfaktor Unternehmer Niki Lauda und Attila Dogudan (Do & Co AG) freuten sich schon vor der Tür über ein Wiedersehen in diesem Rahmen.

FORUM ALPBACH FINANZMARKTGESPRÄCHE 2017

Edith Hlawati (CHSH) wurde nach der Eröffnungs­ ansprache von Georg Pölzl (Österreichische Post AG) und Finanzminister Hans Jörg Schelling flankiert.

FINANZMÄRKTE IM KONFLIKT

31. AUGUST BIS 01. SEPTEMBER 2017 ALPBACH, TIROL

Die Finanzmarktgespräche 2017 beleuchteten Themen mit globalen Zusammenhängen, von den Unterschieden der Bankenregulierung in den USA und in Europa bis zu weitreichenden technologischen Innovationen. Die prominenten Sprecher stellten sich die Frage, welche neuen Möglichkeiten sich für die europäischen Finanzmärkte durch die Blockchain-Technologie ergeben.

„The New Normal: Deregulation“ lautete das Thema, über das Rosa Lyon (ORF), ­ inanzminister Hans Jörg Schelling, Andreas Dombret (Deutsche Bundesbank), der F ­ehemalige süd­afrikanische F ­ inanzminister Pretorias Pravin Gordhan, Kristalina Georgieva (International ­Developement Association) und Exbanker Rainer Voss sprachen.

Im Elisabeth-Herz-Kremenak-Saal sprach Autor Evge- Andreas Treichl (Erste Group Bank AG) diskutierte mit Über technologische Trends sprachen Michael Schuster ny Morozov am Abend darüber, wie Europa seine tech- weiteren Experten über die Zukunft des Euro. Zuhörer (Speedinvest), Ben Davis (Financial Services Innovation) nologische Souveränität wieder zurückgewinnen kann. stimmten danach über die Währung ab. und Klaus Buchleitner (RLB NÖ-Wien).

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SEITENBLICKE

GEBURTSTAGSFEIER

Das zufriedene ­Vorstandsduo griff b ­ eherzt zum Torten­ heber und verteilte Erdbeer­torte an die Gäste.

CA IMMOBILIEN ANLAGEN AG CA-IMMO-SOMMERFEST 07. SEPTEMBER 2017 CA-IMMO-DACHTERRASSE, WIEN

Die CA Immobilien Anlagen AG feierte auf der Dachterrasse ihres Headquartes in Wien das traditionelle Sommerfest. Knapp 500 Gäste folgten der Einladung und genossen neben Wein vom Weingut Alphart auch eine Torte zum 30. Geburtstag der Immobiliengesellschaft. Finanzvorstand Hans Volkert Volckens war vor allem von der tollen Sicht auf die Innenstadt beeindruckt, ist er doch ein großer Fan der Hauptstadt. BEWERTUNG

Location Publikum Zu den Gästen zählten langjährige Wegbegleiter des Unternehmens. Diese lauschten der fröhlichen ­Begrüßung durch Vorstandschef Frank Nickel.

BÖRSIANER 6. FRAUEN FINANZ SALON

Frank Nickel und Hans Volkert Volckens (CA Immo­ bilien AG) begrüßten Martin Müller (JP Immobilien) und Roland Mayrl (Metrum Communications).

Inhalt/Redner Börsenfaktor

AUFSICHTSRÄTINNEN GESUCHT

05. SEPTEMBER 2017 MEINL AM GRABEN, WIEN

Beim 6. Frauen Finanz Salon im Meinl am Graben zum Thema „Aufsichtsrat – Die ­große Chance“ wurde angeregt diskutiert. Gesprochen wurde unter anderem über den hohen zeitlichen Aufwand eines Aufsichtsratsmandats, die schlechte Bezahlung und riskante Haftungen. Prestige und Eitelkeit sind aber dennoch ein schlagendes ­Argument für den Job.

Beraterin Eva Marchart, Martha Oberndorfer (ÖBIB) und Maria Raberger (RLB OÖB) gehörten zu den interessierten Zuhörerinnen des Business-Frühstücks.

„Daumen hoch“ hieß es nach dem von Ingrid Krawarik (Börsianer) ­moderierten Frauen Finanz Salon.

Julia Peier (PHH Prochaska Havranek Rechtsanwälte) genoss den Kaffee, gewann sie doch den von Spes Auto­mobile für ein Wochenende gesponserten Infiniti.

97

Auch Susanne Höllinger (Kathrein Privatbank AG) und Natalia Corrales-Diez (Erste Group Bank AG) sprachen schon vor Beginn über die Rolle des Aufsichtsrates.


SEITENBLICKE

@WIENERBERGER

@BKSBANK

Gefeiert wurden diese Woche gleich zwei Jubiläum in #Kroatien @HotelEsplanada mit #Ramesa, #Stockbauer und #Orlovac: http://bit.ly/2sAofMb

@VIENNAINSURANCE

Ein bisschen Spaß muss sein …

@MYGEORGE_AT

Peter Thirring to become new member of the ­Managing Board of VIG. #vig #viennainsurance #vignews #vigincee http://bit.ly/2bIMYC0

@SIMMOAG

Andreas Treichl, CEO @ErsteGroup: „Wir gehen entweder aktiv mitgestaltend in diese Zukunft, oder wir lassen uns abhängen.“

@VERBUND

10 Jahre bei der S IMMO AG. Vom ganzen Team ­herzliche Glückwünsche zum Jubiläum, Andrea Huber.

Schluss mit Sommerpause: Bau für #Fischwanderhilfe Greifenstein geht weiter http://to.verbund. com/2wrAKat @wasseraktiv @via_donau

98

@OMV

OMV CEO Seele at the @forumalpbach discussing #OMV‘s contribution to the future of energy. #efa17

QUELLE: TWITTER

MARKTGEZWITSCHER


MEISTGELESEN

@VOESTALPINE

BÖRSIANER BLOG (4 WOCHEN) 1. W  iener Börse: Anleihen-Premiere für Uni Immo 2. K  emler gegen ÖBIB: Im Clinch wegen 31.000 Kilometer 3. B  uwog-Prozess: RLB OÖ trennt sich von Starzer 4. T  elekom-Streit: Schramböck geht nicht zur Porr 5. N  egativzinsen: GH-Urteil versalzt Bankbilanzen 6. S  HW-Übernahme: Pierer-Poker geht auf 7. R  endezvous im BMF: Schelling lud zum Herbstempfang

Betriebseigenes #Ausbildungsprogramm in #Cartersville, USA, mit höchsten Standards: http://bit.ly/2xauQ1Q

@RBI_PRESSE

8. C  A-Immo-Sommerfest: Ein Hoch auf den 30er

@UNIQAGROUP

9. I PO-Kandidat: Globe Air will an die Börse 10. Finanzkreise: Bawag-IPO bis Oktober in Wien → DERBOERSIANER.COM

AUF TWITTER (4 WOCHEN)

#Raiffeisen Bank International is “Best bank in CEE & CIS“.

Last #FemaleFounders bootcamp session 2017 at #UNIQA! Pitch Perfect mit den angehenden ­Gründerinnen und Georg Kuttner von Startuplive!

@DELOITTE AUSTRIA

1. A  us Finanzkreisen hört man es immer ­lauter: ­bis Oktober will die #Bawag an die ­­ @wiener_borse 2.  #GlobeAir will ab 2020 an die Börse. #PrivatJets #IPO 3. G  rüße von der #Porr-#Gleichenfeier mit Daniel Jelitzka von JP Immobilien, @CAImmobilien-CEO Frank Nickel und Karl-Heinz Strauss, Porr AG! 4. Ich habe die Webseite der #WienerBörse im Visier. 5. P  remiere für #UniImmo an der #WienerBörse. 6. K  eine #Dividenden mehr für #Aktionäre? #oevp #wahlprogramm 7. V  orstandsrochaden: VIG-Holding holt Thirring 8. Auf der #Conwert-HV wird morgen ­gekämpft. #SqueezeOut #Barabfindung #Vonovia 9. W  illi zu Biene Maja: „Wo wohnst du denn jetzt?“ Maja stolz: „Am Dach der #Porr“.

Jan Krims und Gäste bei #Deloitte #BreakOutSession @forumalpbach zum Thema: #leadership in complex times

10. Bei der #Volksbanken-Gruppe wird wieder fusioniert. → TWITTER.COM/DERBOERSIANER

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MEINUNGEN

MARKTGEFLÜSTER

BÖRSE ALS ­STEUERPARADIES? Unternehmen, die keine Dividenden zahlen, sollen nach Plänen der ÖVP die Gewinne brutto für netto behalten dürfen. Doch wird das Steuerparadies für Aktionäre am explodie­ renden Budgetdefizit scheitern. Sonst ist die Börse in den Wahlprogrammen kaum Thema.

Wer das Wahlprogramm des voraussichtlichen Wahlsiegers ÖVP für bare Münze nimmt, sollte sich rasch mit Aktien an der Wiener Börse eindecken. Schließlich wäre eine Kursexplosion so gut wie sicher, wenn ein Kanzler Sebas-

„Steuerausfälle könnten bis zu acht Milliarden Euro erreichen.“

tian Kurz seine Ankündigungen wirklich

MARTIN KWAUKA

umsetzt. Wie das? Die ÖVP will die Kör-

→ VITA MARTIN KWAUKA FINANZJOURNALIST Der leidenschaftliche ­Weinbauer (59) ist seit 23 Jahren Finanz- und Wirtschaftsjournalist. Zu den wichtigsten Stationen des gebürtigen Deutschen zählen die langjährige Chefredaktion des Magazins „Format“ und das seit 2015 von ihm organisierte Finanzjournalistenforum. Sein Steckenpferd ist die Altersvorsorge. Sich selbst beschreibt der studierte Agrarökonom als chronisch neugierig.

betrieben an der Börse zu erleichtern. Also von Unternehmen, die per definitionem weniger als 50 Millionen Euro Jahresumsatz haben. Da stellt sich die Frage, warum die ÖVP, die seit mehr als zehn Jahren den Finanzminister stellt, die bestehenden Hürden nicht schon längst beseitigte und ob das der zentrale

perschaftsteuer auf nichtausgeschüttete Gewinne komplett

Hebel zur Belebung der Börse ist. Übrigens, das Wort „Finanz-

streichen. Und findet damit Bundesgenossen bei den mögli-

platz“ kommt im ÖVP-Programm überhaupt nur einmal vor:

chen Koalitionspartnern FPÖ und Neos. Das wäre für börsen-

Es wird festgestellt, dass er nur noch eine geringe Bedeutung

notierte Unternehmen wie ein Wunschkonzert. Werden die

hat. Die Zukunftsvorsorge wird nicht einmal erwähnt. Dabei

Pläne Gesetz, müssten nur die Dividenden gestrichen werden.

war das ein Prestigeprojekt der ersten schwarz-blauen Koa-

Stattdessen könnte der Überschuss brutto für netto für Akti-

lition zur Belebung der Wiener Börse. Wegen Konstruktions-

enrückkäufe verwendet werden. Es fallen so nie wieder Steu-

fehlern blieb der gewünschte Effekt für den Finanzplatz aus.

ern an, und der Gewinn pro Aktie steigt schlagartig. Zusätzlich

Obendrein sitzen hunderttausende Kunden auf toten Verträ-

sparen sich dann die Aktionäre die KESt auf Dividenden. Na-

gen ohne Rendite, selbst die Förderung wurde durch das Spar-

türlich fiele, wenn man als Aktionär irgendwann einmal die

paket 2012 halbiert. Wer heute in Österreich privat für die Pen-

zusätzlichen Kursgewinne realisiert, umso mehr Kursgewinn-

sion vorsorgt, bekommt, so Uni-Wien-Steuerprofessorin Sa-

KESt an. Aber auch das wäre zumindest für größere Aktiende-

bine Kirchmayr, als staatliche Förderung bloß den „Gegenwert

pots künftig kein Thema mehr: Man muss nur die Wertpapiere

von zwei Regenschirmen“. Zum Vergleich: In Deutschland

und auch gleich sonstiges Privatvermögen wie Vorsorgewoh-

können laut Professor Bert Rürup unter verschiedenen Titeln

nungen in eine GmbH einbringen und hat dann seine ganz per-

jährlich bis zu 30.000 Euro steuerbegünstigt für die private Al-

sönliche Steueroase. Es stellen sich aber nicht nur Fragen nach

tersvorsorge angelegt werden. Außerdem werden auf Initiati-

der sozialen Ausgewogenheit solcher Steuergeschenke, es gibt

ve der „roten“ Sozialministerin Andrea Nahles die individu-

auch ein „kleines“ Problem für den Finanzminister. Die Steu-

ellen Zahlungen in Pensionskassen ab 2018 stärker begüns-

erausfälle, angefangen bei der Körperschaftsteuer über die Di-

tigt. Beträchtliche Teile dieser Mittel für die zweite und dritte

videnden-KESt bis zur Einkommensteuer, könnten bis zu acht

Säule kommen dem Finanzplatz Deutschland zugute. SPÖ-Fi-

Milliarden Euro erreichen. Der Körperschaftsteuerplan dürfte

nanzsprecher Jan ­Krainer sieht das indes ganz anders, für ihn

sich nach der Wahl also rasch als heiße Luft entpuppen.

sind weitere Anreize für die betriebliche oder private Vorsorge

Was findet sich sonst noch in den Wahlprogrammen zur

„nicht notwendig“.

Belebung der Börse und des Finanzplatzes Wien? Kurz gesagt:

Fazit: Es gibt eine vage Option, dass Steuergeschenke einen

Viel ist es nicht. Die ÖVP erwähnt unter dem Stichwort „Bör-

Aktienboom auslösen. Ansonsten wird die Wiener Börse wohl

se“ vor allem die Absicht, den Zugang von Klein- und Mittel-

weiter ohne politische Unterstützung auskommen müssen. n

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SEITENBLICKE

INDEX UNTERNEHMEN IMPRESSUM Chefredakteur/Herausgeber: Dominik Hojas, d.hojas@derboersianer.com

FIRMENINDEX 6B47 Real Estate Investors AG

Marinomed Biotech AG

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Aktienforum87

Matejka & Partner

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Allianz Gruppe

Mondi49

Andritz AG

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Neos

86, 92 100

Arca Capital

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Novomatic AG

AT&S AG

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Oberbank AG

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Austria Presse Agentur

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Oliver Wyman

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Bawag PSK AG

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OMV AG

BDO Austria

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Österreichische Post AG

BKS Bank AG

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ÖVFA22

BNP Paribas Asset Management

36

ÖVP

Bundesministerium für Finanzen

96

Palfinger AG

67

Petrus Advisers

BWT AG CA Immobilien Anlagen AG

12, 27, 69, 97

66

49, 56, 74 56, 82, 86, 89, 95 86, 92, 100 67 8, 68

PHH Prochaska Havranek

73 69

Carmignac Gestion

10

Porr AG

Cerberus Capital Management

60

Profil76

CHSH72

Raiffeisen Centrobank AG

Cira23

Raiffeisen KAG

27, 65

Conwert Immobilien Invest SE

RBI

27, 50

68

24, 33, 60

C-Quadrat63

RLB OÖ

Credit Suisse AG

Roland Berger

61

Rosenbauer International AG

56

DC Bank AG Deloitte Österreich

40 102

61

50, 70

S Immo AG

10, 27

Der Standard

76

Salus Alpha

32

Deutsche Asset Management

39

Sberbank Europe AG

61

Die Grünen

86, 92

Die Presse

76

Siemens AG

36

Donau Versicherung AG

62

Sparkasse Oberösterreich KAG

27

56

SPÖ

Ecker & Partner Ernst & Young Österreich

67, 70

Erste Asset Management

16, 24, 64, 65

Erste Bank Österreich AG

23

Erste Group Bank AG EVN AG

27, 32, 50, 86 67

Schönherr

50, 72

86, 92

Stanton Chase

50

Strabag SE

67

Telekom Austria AG

56, 67

UBS Global Asset Management

38

Uniqa Insurance Group AG

58

Falter56

VAV Versicherungs AG

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Fidelity International

Vienna Estate Immobilien AG

60

Vienna Insurance Group AG

62

Flughafen Wien AG FPÖ Frauenthal Holding AG Freshfields Bruckhaus Deringer

22, 39 11 86, 92, 100 73

27, 50, 56, 74, 86, 89, 95

VÖIG64 Volksbank Wien AG

61

GAM38

Vonovia SE

68

Globe Air AG

66

Vontobel39

Goldman Sachs Asset Management

63

Wiener Börse AG

Hypo Vorarlberg Bank AG

28

Wiener Privatbank SE

Immofinanz AG Invesco Asset Management IVA Kepler Cheuvreux

52, 82

Voestalpine AG

12, 66, 74 64 22, 66

51 68

Wolford AG

KPMG71

ZKB

KTM Industries AG

Zumtobel Group AG

56

Anzeigenverkauf: Michael Berl (Leitung), m.berl@derboersianer.com; Miriam Haider, m.haider@derboersianer.com; ­ es gilt die Anzeigenpreisliste 2017! Verlag/Medieninhaber: Wayne Financial Media GmbH (FN: 399197 f, HG Wien), Bösendorferstraße 4 / 20, A-1010 Wien, Telefon: +43 (0) 1 920 523 4, Fax: +43 (0) 1 954 4332, E-Mail: office@waynemedia.at, Web: www.waynemedia.at

WAYNE Geschäftsführer: Michael Berl, Dominik Hojas Produktion: Grafik: Martin Jandrisevits, Titanweiß Werbeagentur GmbH; Fotos: Dieter Brasch, Barbara Ster, von Unternehmen beigestellt; Lektor: Armin Baumgartner; Kursdaten: TeleTrader Software GmbH, Schlusskurse vom 15.09.2017, keine Gewähr für die Richtigkeit der Daten; aus Gründen der Text­ökonomie verzichten wir auf geschlechts­ spezifische Formulierungen. Druckerei/Nachhaltigkeit: Das Magazin wurde nach Richtlinien des Österreichischen Umweltzeichens bei der Druckerei Ferdinand Berger und Söhne GmbH (10.000 Stück) auf nachhaltigem Papier (Umschlag: Claro Silk 250 g, Kern: Furiso 100 g) gedruckt.

62

Wienwert Holding AG Wolf Theiss

Leserbeirat: Heike Arbter, Peter Bartos, Mathias Bauer, Edi Berger, Stefan Böck, Stefan Brezovich, Diana Klein, Bernhard Grabmayr, Fritz Mostböck, Wilhelm Rasinger

33, 60

Wienerberger AG

33

Redaktion: Florian Gartler, Julia Kistner, Raja Korinek, Martin Kwauka, Thomas Müller, Lukas Sustala, Barbara Ottawa, Robert Winter

58, 86, 89, 95

Wiener Städtische

Kitzventure72

Stv. Chefredakteurin (CvD): Ingrid Krawarik, i.krawarik@derboersianer.com

51, 73 Das Österreichische Umweltzeichen für Druckerzeugnisse, UZ 24, UW 686 Ferdinand Berger & Söhne GmbH.

66 32, 61 57

Unbenannt-1 1

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07.07.2009 13:28:58


SEITENBLICKE

PORTRÄT

ZEHN FRAGEN AN MARIYA LERCH → VITA MARIYA LERCH FINANZVORSTAND DC BANK AG Die gebürtige Bulgarin (35) ist seit April 2017 Finanz­ vorständin von Diners Club. Zuvor war Mariya Lerch als Abteilungsleiterin bei der Unicredit Bank Austria AG für die strategischen CEE-Entscheidungen verantwortlich. Trotz ihres rasanten Aufstiegs ist sie immer noch bescheiden und macht auch Glück für ihre Karriere verantwortlich. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten mit Yoga, Meditation oder bei einem gemütlichen Grillabend mit Freunden.

ST

LESERPO

n@ redaktio er.com n ia derboers

Welche Eigenschaften haben Sie dorthin gebracht, wo Sie

Wenn ich nicht gerade arbeite, verbringe ich meine Zeit am

heute stehen? – Ich bin engagiert und freue mich immer

liebsten mit … – Mit meinem Mann und Freunden.

auf neue Herausforderungen. Dazu habe ich das Glück, unglaubliche Mentoren zu haben, die meine Entwicklung

Bei welchem Investment haben Sie sich so richtig verzockt? – In

unterstützen.

Studienzeiten mit Aktien.

Welchen Beruf würden Sie ausüben, wenn Sie nicht in der Fi-

Welches Vorurteil gegenüber dem Kapitalmarkt ärgert Sie am

nanzbranche tätig wären? – Ich habe immer in der Finanz-

meisten? – Dass der Kapitalmarkt häufig als großes Kasino

branche gearbeitet, weil das für mich der spannendste Be-

bezeichnet wird.

reich ist. Auch Coaching und Talenteentwicklung faszinieren mich.

Was assoziieren Sie mit Gordon Gekko und dem Film „Wall Street“? – Hollywood.

Von welchen Quellen beziehen Sie Ihre Fachinformationen? – Ich lese viel, meistens online, und ich treffe regelmäßig in-

Dieser Investor ist für mich eine Legende? – Warren Buffett.

teressante und inspirierende Menschen aus unterschiedlichen Branchen.

Champagner und Austern oder „a Eitrige und a 16er-Blech“? – Bulgarischen Schopska-Salat und ein Glas österreichi-

Welchen Teil lesen Sie in Ihrer Zeitung zuerst? – Horoskop :).

schen Weißwein.

Die nächste Ausgabe erscheint um den 4. Dezember 2017. Bis dahin täglich: www.derboersianer.com


Der goldene Standard im Bitcoin Handel Handeln Sie die Volatilität von Kryptowährungen mit einem verlässlichen Marktführer. Long oder short handeln Kein Börsendepot erforderlich Garantierte Stops kostenfrei bis zur Ausführung IG.com Setzen Sie hohe Standards CFDs sind Finanzprodukte mit Hebelwirkung. Der Handel mit CFDs kann nicht nur zum Totalverlust Ihres eingesetzten Kapitals führen, sondern auch darüber hinaus Verluste nach sich ziehen.

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Wir haben österreichische Wurzeln. Lange Tradition gibt uns eine feste Basis. Unsere Strategie der gezielten Expansion nach CEE hat uns in den vergangenen 25 Jahren groß gemacht.

Und blühen in 25 Ländern auf. Heute sind wir der führende Versicherungskonzern in Österreich und der CEE Region. Unsere rund 50 Versicherungen sind in ihren Märkten bestens verankert.

Noch mehr über die VIG erfahren Sie unter www.vig.com

Börsianer 22. Ausgabe, Q4 2017  
Börsianer 22. Ausgabe, Q4 2017  

Österreichs Finanzmagazin

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