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NR. 21, 3. QUARTAL 2017 ∙ 12 EURO

ÖSTERREICHS FINANZMAGAZIN

Banken

Wirtschaftspolitik WER DRÜCKT DEN RESET-KNOPF?

DIE GELDQUELLEN DER BANKER

Veranlagung INFRASTRUKTUR ALS INVESTMENTCHANCE

→ SEITE 16

INSIDER: FINANZBLOG → DERBOERSIANER.COM

WÄCHTER DER MÄRKTE

Rankin

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DIE 50 BESTEN BANKE R

HELMUT ETTL UND KLAUS KUMPFMÜLLER

Wiener Börse

BÖRSE GREIFT KONKURRENTEN AN → SEITE 70

TREICHL DIE BAUSTELLEN DER BANKEN

BOSCHAN NEUE STRATEGIE DER BÖRSE

SCHELLING MEHR MITARBEITER BETEILIGEN


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AUSGABE NR. 21, 3. QUARTAL 2017

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DOMINIK HOJAS Chefredakteur Der Börsianer

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Liebe Börsianer!

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eit dem Antritt von Christoph Boschan als Chef der Wiener Börse hat der Kapitalmarkt mit großer Spannung auf die Präsentation seiner neuen Strategie gewartet. Im Mai

stieg weißer Rauch im Palais Caprara-Geymüller der Wiener Bör-

se auf. Der Aufsichtsrat winkte die neue Strategie mit kollektivem Schulterklopfen durch. Für Der Börsianer war dies ein Anlass, sich mit der Neupositionierung näher zu beschäftigen und einen Blick auf die Strategien der Konkurrenz (Seite 70) aus Frankfurt, Stuttgart, Zürich, Warschau und London zu machen. Die richtige Strategie (Seite 16), um in Zukunft Geld zu verdienen, brauchen auch die heimischen Großbanken. Zahlreiche Studien warnen nämlich vor einer drohenden Bankenapokalypse. Ein Überleben lasse sich nur mit Kosteneinsparungen erreichen. Die heimischen Spitzenbanker, die Der Börsianer getroffen hat, widersprechen den Beratern und sehen sehr wohl Chancen auf der Ertragsseite. Hilfreich dafür wären verbesserte Rahmenbedingungen, wie sie meine Kollegen Josef Urschitz und Hans-Peter Siebenhaar fordern. Die beiden Journalisten haben je ein Buch über Österreichs Wirtschaftspolitik (Seite 44) geschrieben. Der Börsianer hat sich mit ihnen über Forderungen an die blockierte und zugleich zerrissene Republik unterhalten. Einen lobenswerten Impuls setzt Finanzminister Hans Jörg Schelling. Ein neues Gesetz zur Mitarbeiterbeteiligungsstiftung (Seite 74) soll die Anzahl

Roter Teppich. Vor dem Wiener Börse Preis im Palais Niederösterreich haben Börsenchef Christoph Boschan und Aufsichtsratsvorsitzender Heimo Scheuch die neue Strategie der Börse erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

der Anspruchsberechtigten verdoppeln. Konzerne wie die Wienerberger AG stehen bereits in den Startlöchern. Ein noch größerer Wurf von Schelling wäre die geforderte Reform der Finanzmarktaufsicht (FMA), die laut ihm und zahlreichen Börsianern schneller, effizienter und günstiger werden soll. Aus diesem Anlass hat Der Börsianer das Vorstandsduo der FMA, Helmut Ettl und Klaus Kumpfmüller, zu einem ihrer seltenen Interviews (Seite 08) getroffen. Mit den beiden Herren zieren auch erstmals zwei Persönlichkeiten das Cover unseres Magazins.

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EDITORIAL Nachruf Reginald Benisch Banking-Society. Ingrid Krawarik hat heimische Spitzenbanker wie ­An­dreas Treichl, Heinrich Schaller oder Franz Gasselsberger zum Interview getroffen. Diese zeigten sich gut gelaunt und redselig. Es wurde trotz ernster Fragen herzlich gelacht.

Die Nachricht vom Ableben meines Kollegen Reginald Benisch hat mich in tiefe Trauer versetzt, der am 10. Juni 2017 im 69. Lebensjahr nach kurzer schwerer Krankheit verstorben ist. Reginald hat seit seinem Eintritt im Jahr 1970 beim Wirtschaftsmagazin „Trend“, das er viele Jahre als Chefredakteur führte, große Verdienste um den österreichischen Finanzjournalismus erworben. Für Der Börsianer war Reginald seit 2014 nicht nur journalistisch tätig, sondern auch als gefragter Ratgeber. Unvergessen sind mir unsere stundenlangen, intensiven, aber kurzweiligen Gespräche. Ob beim Pfarrwirt in Wien, beim Spaziergang durch Berlin oder bei der Busfahrt nach Bukarest. Bei der Analyse der Märkte waren wir in unserem Element. Seine Leidenschaft gehörte der Geldanlage. „Reginald Benisch hatte ein offenes Ohr für die Anliegen der Fondsgesellschaften und bot unseren Argumenten Publizität in seinen Medien. Dadurch hat er zum Aufschwung der Fondsbranche beigetragen, wofür wir ihm zu Dank verpflichtet sind“, betont VÖIG-Präsident Heinz Bednar. Seine hohe Professionalität hebt Alois Wögerbauer, Geschäftsführer der 3 Banken Generali Investment, hervor: „Gespräche mit Reginald Benisch waren geprägt von Sachlichkeit und Unaufgeregtheit. Es ging ihm nie um einen schnellen Sager. Er nahm sich Zeit, war in der Sache eingelesen und vertrat eine eigene Meinung.“ Schoel­ lerbank-Vorstandschef Franz Witt-Dörring hat ihn „als sehr erfahrenen, versierten Ansprechpartner erlebt und geschätzt. Er wird uns stets als leidenschaftlicher Journalist in Erinnerung bleiben.“ Ähnliche Wertschätzung bringen ihm auch die Wirtschaftskapi­täne des Landes, die Reginald lange Zeit begleitet hat, entgegen. Voest­ alpine-Chef Wolfgang Eder: „Mit Reginald Benisch verliert die Industrie nicht nur einen fachlich versierten, gut informierten und kritisch hinterfragenden Journalisten, sondern vor allem eine starke Stimme für die Anliegen der Unternehmen und ihrer Mitarbeiter. Benisch hat die Voestalpine AG über viele Jahre in seinen Berichten, Kommentaren und Reportagen begleitet, fair und punktgenau analysiert.“ Seine große Gründlichkeit hat auch Palfinger-CEO Herbert Ortner sehr geschätzt. „Über viele Jahre hat er die Palfinger AG kritisch begleitet. Er hat sich viel Zeit genommen, um unser Geschäftsmodell und unsere Strategie in der Tiefe zu verstehen, und er hat uns, stets respektvoll, mehr Fragen gestellt als so mancher Investor.“ In diesen schweren Stunden der Trauer gilt unsere besondere Anteilnahme seiner Gattin Eva-Maria und seinen beiden Kindern. Viel Vergnügen mit der Lektüre wünscht Ihnen

Abschied nehmen. Die Journalisten Eva-Maria und Reginald Benisch waren Stammgäste und gefragte Gesprächspartner bei unseren Q-Check Roadshows in Wien und Linz.

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Dominik Hojas d.hojas@derboersianer.com

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Wirtschaft braucht Stabilität. Karin Bergmann Künstlerische Direktorin Burgtheater

Dipl.-Betriebsw. Axel Kühner & Mag. Hannes Moser Vorstandsvorsitzender und Finanzvorstand Greiner Holding AG

Dipl.-Ing. Herbert Ortner CEO Palfinger AG

Die Oberbank ist auf sicherem Kurs. Dr. Franz Gasselsberger, MBA Generaldirektor Oberbank AG

Oberbank. Nicht wie jede Bank.


AUSGABE NR. 21

08

FINANZPLATZ

BANKEN

Die Geldquellen der Banker

WÄCHTER DER MÄRKTE 08 Auf die Amtszeit von Helmut Ettl und Klaus Kumpfmüller, ­Vorstandsduo der Finanzmarktaufsicht (FMA), kommen große Umbrüche zu. Der Börsianer sprach mit den Marktaufsehern, deren Posten

16

derzeit ausgeschrieben sind, über haltlose Vorwürfe, milde Strafen und die Zukunft des heimischen Finanzplatzes.

BANKEN Die Geldquellen der Banker 16 WIRTSCHAFTSPOLITIK 44

Wer drückt den Reset-Knopf?

WIENER BÖRSE Börse greift  Konkurrenten an

44

INTERVIEW

Reset-Knopf für Wirtschaftspolitik

70

STIFTUNGEN Zigtausende Profiteure

74

VERSICHERUNGEN 78

Transparenz in Sicht

3 Banken Generali Investment

BKS Bank AG

66

Deutsche Börse AG

73

Advofin 62

Boston Consulting Group

60

Die Presse

44

Allianz Capital Partners

34

BPV Hügel

62

DLA Piper Weiss-Tessbach

Allianz Gruppe

52

Bundesministerium für Finanzen

75

Ernst & Young

BZ Bank AG

FIRMENINDEX

Amundi Austria

55, 70

32

Erste Group Bank AG

17, 36, 59, 66, 77

Arithmetica 79

CHSH 62

Erste Sparinvest KAG

25

Bank Austria Real Invest

Convertinvest 90

FACC AG

56

C-Quadrat Investment AG

54

Finanzmarktaufsicht 8

Deloitte Österreich

21

First State Investments

33

Deutsche Bank Österreich AG

26

Flughafen Wien AG

31

Deutsche Bank X-Markets

33

Handelsblatt 44

Bankhaus Carl Spängler AG BATS Europe Bawag PSK AG BDO Austria

25, 55

52 30, 61, 63

59 51, 67 72 17, 50 60

INDEX: AUSZUG VON UNTERNEHMEN IN DIESER AUSGABE

6


INHALTSVERZEICHNIS

INTERVIEW

70

RENDITE WIENER BÖRSE  Chartvergleich der Aktienmärkte

24

34

BRANCHEN

MEINUNGEN

Darüber spricht man: News,

WOLFGANG MATEJKA Aller guten Dinge sind drei

24

WOLFGANG HABERMAYER Reformchancen für Europa

36

MARTIN KWAUKA Explodierende Zinslast

49

WILHELM CELEDA Geht da noch etwas?

50

Deals, Trends und Events.

PORTFOLIO Die Asset-Allocation der Deutschen Bank INFRASTRUKTUR Infrastruktur als Investmentchance 1. Teil: Marktumfeld

26

VERSICHERUNGEN52 FONDS54 AKTIEN56 IMMOBILIEN58 BERATER60 RECHT62 KOMMUNIKATION64

28 30 32 34

SEITENBLICKE RANKING Die 50 besten Banker

65

BÖRSENWETTER36 Entwicklung der W ­ eltbörsen und Analystenstimmen

SO DENKT DIE POLITIK KMU-Wachstumsbörse: ­Hirngespinst oder Segen?

83

KURSE38 Topperformer: Aktien, Fonds, Anleihen und Rohstoffe

BÖRSENTALK86 Wo sich die Finanzwelt trifft

2. Teil: Veranlagung 3. Teil: Interview

STATISTIK42 Börsen- und Wirtschaftsdaten

MARKTGEZWITSCHER89 Das wurde im Netz getwittert PORTRÄT90 Horst Simbürger, Geschäftsführer Convertinvest

Ad-hoc der Redaktion LACHENDE BANKER

BANKEN50 MARKTAUSBLICK  25 Börsenausblick der Österreich-Fonds-Manager

AllianzInfrastruktur-Chef Christian Fingerle

Die heimischen Spitzenbanker haben wieder gut lachen. Das hat Ingrid Krawarik bei den Interviews für ihren Beitrag (Seite 16) festgestellt. Wir finden, diese positive Grundhaltung steht ihnen ausgesprochen gut. Allen Unkenrufen zum Trotz wollen die Vorstandschefs ihre Erträge durch

WOLFRAM LITTICH Der Kunde ist König

52

HEINZ BEDNAR Die Neuwahl als Chance

54

BETTINA SCHRAGL Der gar nicht so letzte Mohikaner

56

PETER BARTOS Datenschutz – teurer und mehr wert?

60

ALBERT BIRKNER Freiwilliges Delisting

62

PETER FELSBACH Wandel sichtbar machen

64

neues Wachstum steigern. Die notwendigen Strategien dazu haben sie bereits aus der Schublade geholt. HOHE DISZIPLIN Alle Leserinnen, die unseren Frauen Finanz Salon besuchen, wissen es: Die Nachfrage ist groß, das Angebot an Plätzen knapp. Umso mehr freut uns die hohe Anmeldedisziplin. Innerhalb von zwei Stunden waren beim letzten Event (Seite 87) alle Plätze vergeben. Die leider notwendigen Absagen wurden sportlich zur Kenntnis genommen. SOMMERPAUSE NUTZEN Hartes Tüfteln statt Sommerpause: Die Entwicklungspipeline ist voll. Ab der nächsten Ausgabe werden

Helvetia Versicherungen AG

79

Porr AG

Immofinanz AG

56

PWC Österreich

Josef Manner & Comp AG

57

PWC Strategy& Österreich

58

Unicredit Onemarkets

33, 87

60, 76, 79

Union Investment Austria

54

19

Uniqa Insurance Group AG

64, 81

KPMG 52

Raiffeisen Centrobank AG 37, 50, 71, 87

VBV Vorsorgekasse AG

Lenzing AG

56

RBI

Vienna Insurance Group AG

Matejka & Partner

24

RLB OÖ

36

Roland Berger

Merito Financial Solutions Oberbank AG Oesterreichische Nationalbank Oliver Wyman Partners Group

17, 67

17, 50, 66, 75 18, 88

Sanochemia Pharmazeutika AG

66

Semper Constantia Privatbank

18

Strabag SE

30, 32

67

Unicredit Bank Austria AG

63

Voestalpine AG

79

57, 64, 70, 87

Wiener Privatbank SE

30, 58

Wienerberger AG

76

Wolf Theiss

62

7

präsentieren.

64, 76

51, 67 21, 64, 67

Neuerungen aus dem Verlag

53

VÖIG 54 Wiener Börse AG

wir Ihnen Stück für Stück

37, 67, 70

Weblinks werden in dieser Ausgabe mit einem → GELBEN BALKEN

markiert.


COVER

WÄCHTER DER

In der Amtszeit von Helmut Ettl und Klaus Kumpfmüller, ­Vorstandsduo der Finanzmarktaufsicht (FMA), stehen große

die eine Aufsicht schlagkräftiger und effizienter machen. Deshalb haben wir in der Arbeitsgruppe mit dem Finanzmi-

Umbrüche bevor. Der Börsianer sprach mit den Marktaufsehern,

nisterium, dem Bundeskanzleramt, aber

deren Posten derzeit ausgeschrieben sind, über haltlose Vorwürfe,

auch mit den Kollegen der Oesterreichi-

milde Strafen und Reformen im eigenen Haus.

schen Nationalbank (OeNB) intensiv zusammengearbeitet, um konkrete Reformschritte zu erarbeiten.

TEXT DOMINIK HOJAS, RAJA KORINEK FOTOS DIETER BRASCH

E

Wo sehen Sie da besonders großes Poten­ zial? - Kumpfmüller: Ein konkreter Punkt

infach war der Gang in die obers-

moniert hatte. Weshalb in Österreich

ist etwa die Prüfung und Umsetzung in-

ten Räumlichkeiten der FMA am

keinesfalls härter gestraft werde als in

ternationaler Sanktionen gegen Finanz-

Otto-Wagner-Platz

5

anderen EU-Ländern, das begründet das

märkte bestimmter Länder. Diese Auf-

in Wien nicht. Zwei verschlossene Tü-

Aufseherduo ebenso und verweist auf

gabe obliegt der OeNB. Die Geldwäsche-

ren mit dickem Panzerglas und einem

den Rückgang bei der Zahl der Strafver-

prävention ist hingegen bei der FMA an-

aufmerksamen Wachbeamten im Foyer

fahren in den vergangenen Jahren. Mehr

gesiedelt. Wäre das alles in einer Hand,

mussten zuerst überwunden werden. Si-

Sachlichkeit wünsche man sich bei der

könnte man Synergieeffekte heben.

cherheit und Vorsicht sind bei der FMA

öffentlichen Wahrnehmung neuer Re-

gelebte Praxis. Daran änderte der Blick

gulierungen. Das sei keine Bürokratie,

Sprich, Sie wünschen sich mehr Kompeten-

über die Dächer Wiens in der Chefetage

sondern notwendiges Übel, um neue Fi-

zen? - Ettl: Es geht nicht um Kompetenz-

nichts.

nanzkrisen möglichst zu vermeiden.

verschiebungen, sondern um sinnvol-

Nummer

Dort wollte Der Börsianer von den

le Angleichungen. Wichtig ist es, Mög-

FMA-Chefaufsehern Helmut Ettl und

Die Reformvorschläge für die FMA sind laut

lichkeiten auszuloten, wie man gewisse

Klaus Kumpfmüller in einem ihrer selte-

Finanzminister Hans Jörg Schelling fertig.

Schnittstellen bündeln kann, damit die

nen Interviews wissen, ob die heimische

Demnach soll sich die FMA auf ihre Kern-

Abläufe effizienter werden.

Aufsicht tatsächlich „schneller, effizi-

kompetenzen konzentrieren. Müssen Sie

Kumpfmüller: So kann man Ressour-

enter und günstiger werden muss“, wie

sich um Ihre Zukunft sorgen? - Kumpfmül-

cen schonen. Mit der Reform wollen wir

es Finanzminister Hans Jörg Schelling

ler: Wir haben stets alle Schritte begrüßt,

für beaufsichtigte Unternehmen außer-


MÄRKTE

→ VITA KLAUS KUMPFMÜLLER VORSTAND FINANZMARKTAUFSICHT

→ VITA HELMUT ETTL VORSTAND FINANZMARKTAUFSICHT

Mit Hartnäckigkeit und Genauigkeit, wie der ehemalige Banker (48) von sich selbst sagt, geht der gebürtige Schärdinger seinen Weg. Das Studium der Betriebswirtschaft absolvierte er an der Wirtschaftsuniversität Wien. Seit 2013 ist der Hobbykoch, dem man ÖVPNähe nachsagt, im ­Vorstand der Finanzmarktaufsicht.

Nach dem Volkswirtschaftsstudium an der Johannes-­Kepler-Universität Linz ­startete der Freizeitradfahrer (51) 1995 seine Karriere bei der Oesterreichischen Nationalbank. Seit 2008 ist der ehemalige Landesschulsprecher, dem SPÖ-Nähe nachgesagt wird, FMA-Vorstand, wo sein Durchsetzungsvermögen durchaus gefragt ist.


Aber wie kommen Sie an diese Informa­ tionen heran? – Ettl: Wir bekommen sehr, sehr viele Daten zur Auswertung. Das sind etwa quantitative Daten aus der Überwachung des Handels in börsennotierten Wertpapieren oder etwa die Kennzahlen, die Versicherungen und Banken laufend melden müssen. Diese Daten schauen wir uns ganz genau an und analysieren, wo steckt mehr und wo steckt weniger Risiko dahinter. Je höher Effizienz. Helmut Ettl und Klaus Kumpfmüller hätten von Finanzminister Schelling gern konstruktive Vorschläge.

das Risiko, desto intensiver bohren wir nach.

dem Möglichkeiten schaffen, das Outsourcing von bestimmten Tätigkeiten zu nutzen. Ich denke da an die Banken, die ihre Compliance-Meldungen auslagern oder die interne Revisionen bündeln könnten. Dazu gibt es auch sehr moderne Technologien. Jetzt braucht es nur noch moderne Bestimmungen. Das Ziel ist also vor allem die Effizienzsteigerung? - Kumpfmüller: Ja. Auch das Ku-

ZAHLEN UND FAKTEN ZUR FMA IM JAHR 2016

Wobei die Daten streng vertraulich behan-

Beaufsichtigte Unternehmen:892 Assets unter Aufsicht: 1.307 Milliarden Euro Personalstand:392 Gesamtbudget: 66,7 Millionen Euro Vor-Ort-Maßnahmen:62 Verfahren:63 Verwaltungsstrafverfahren:160 Anzeigen an die Staatsanwaltschaft: 87 Whistleblowing-Hinweise:177

pflichtet uns allein schon die gesetzli-

QUELLE: FMA

mulationsprinzip im Verwaltungsstraf-

delt werden. – Kumpfmüller: Dazu verche Verpflichtung zur Amtsverschwiegenheit. Sie werden nur intern für Aufsichtszwecke gebraucht. Der Gesetzgeber sieht aber zunehmend vor, dass Sanktionen und gewisse Maßnahmen, die von der FMA verhängt werden, von ihr zu veröffentlichen sind – das angloamerikanische „name and shame“. Ettl: Ein durchaus wichtiges Infor­

recht war großes Thema. Wenn etwa eine Fondsgesellschaft Meldebestim-

fragen. Und wenn es Anregungen gibt,

mationssystem ist für uns das „Whistle­

mungen bei mehreren Fonds verletzte,

denken wir darüber konstruktiv nach.

blower-Tool“ auf unserer Website, wo

mussten wir sämtliche Übertretungen

jeder anonym Hinweise und Informa-

einzeln prüfen und kumulativ bestra-

Wie viel Gestaltungsspielraum hat man als

tionen über Missstände geben kann.

fen. Dieses Prinzip wird aufgebrochen,

Aufseher? - Kumpfmüller: Den Gestal-

Die technische Lösung sichert die An-

Ver­waltungsstrafverfahren werden da-

tungsspielraum setzt der Gesetzgeber.

onymität so stark ab, dass der Anbieter

mit effizienter.

Unsere Aufgabe ist es, für unsere Mit-

dieses Tool in den USA nicht verkaufen

arbeiter Rahmenbedingungen zu schaf-

darf, weil selbst der amerikanische Ge-

Das heißt, die Branche kann sich künftig

fen, dass sie den gesetzlichen Auftrag

heimdienst, die National Security Agen-

über weniger Strafen freuen? - Kumpfmül-

effizient und effektiv gerecht werden.

cy (NSA), den Tippgeber nicht feststellen

ler: Die von der FMA verhängten Verwal-

Ziel ist es dabei, möglichst präventiv zu

kann. Aber grundsätzlich wird jede An-

tungsstrafen sind von 531 im Jahr 2012

wirken, Verstöße aber konsequent zu

zeige bei uns streng vertraulich behan-

auf 160 im Vorjahr gesunken. Die Stra-

ahnden.

delt, auch wenn das vielleicht Journalis-

fen haben offensichtlich Signalwirkung

ten nicht so erfreut. Im Vorjahr haben

entfaltet. Wir müssen aber künftig nicht

Das heißt, ein wesentlicher Teil des Alltags ist

wir von Whistleblowern 177 Hinweise

für jede Übertretung ein Verfahren ein-

dem Aufdecken gewidmet? – Kumpfmüller:

erhalten. Ein erheblicher Anteil hat Sub-

leiten, sondern können sie im Endver-

Wir konzentrieren uns auf die wesent­

stanz, sodass wir Verfahren einleiten.

fahren bündeln.

lichen Verfahren und laufen nicht jedem Beistrich im Gesetz nach. Vielmehr

Sind diese zumeist Hinweise auf Insider-

Finanzminister Schelling forderte eine

geht es uns um die Wahrung der Finanz-

handel? – Kumpfmüller: Die Hinweise be-

schnellere und effizientere Aufsicht, die

marktstabilität sowie um den Schutz

treffen alle Aufsichtsbereiche. In der

günstiger werden muss. - Ettl: Das ist

von Sparern und Anlegern. Beaufsich-

Markt- und Börsenaufsicht waren es

ein Thema, dem wir uns gerne stellen.

tigte Unternehmen müssen daher keine

2016 16 Hinweise, in der Bankenaufsicht

Schließlich ist es Aufgabe einer demo-

Angst haben, solange sie sich an die Re-

gab es 44. Rund drei Viertel der Hinwei-

kratischen Kontrolle, alles zu hinter-

geln halten.

se fallen in unsere Zuständigkeit, ande-

10


FINANZPLATZ

re haben wir direkt an den Staatsanwalt

Seite rein nationale Aufsichtsbehörden

weiterzuleiten. Oft werden wir auch mit

haben.

dem Finanzamt verwechselt. Und wie kann man sich die Zusammenarbeit mit der europäischen Aufsicht vorstellen? - Kumpfmüller: Da gibt es verschiedene Ebenen, in denen wir vertreten sind. Zum Beispiel den einheitlichen Aufsichtsmechanismus oder Single Su-

„Erhielten von ­Whistleblowern im Vorjahr 177 Hinweise.“

pervisory Mechanism, die gemeinsame Bankenaufsicht im Euroraum. Dann gibt es den einheitlichen Bankenabwick-

Zählt Österreich bei der Umsetzung dabei zu den Hardlinern? - Kumpfmüller: Finanzmarktrecht ist heute zu mehr als 90 Prozent Europarecht. Da gibt es keinen nationalen Spielraum. Unsere Strafen liegen dabei immer am europaweit vorgegebenen Minimum. Da geht es beispielsweise um Insiderhandel oder Marktmanipu-

HELMUT ETTL

lungsmechanismus, den Single Resolu-

lationen. Andere Länder verhängen da weit höhere Strafen. Allein die ESMA hat gerade eine Ratingagentur mit 1,3 Millio-

tion Mechanism, der die Bankenaufsicht

beiten. Letztendlich war die europawei-

nen Euro bestraft. Eine derart hohe Stra-

ergänzt. Und dann gibt es noch die eu-

te Vereinheitlichung von Regulierung

fe hat die FMA noch nie verhängt.

ropäischen Regulierungsbehörden EBA,

und Aufsicht dringend notwendig. Man

Ettl: Unsere Standards, die wir in Ös-

EIOPA und ESMA, in denen wir Sitz und

kann nicht auf der einen Seite Banken

terreich umgesetzt haben, zählen dabei

Stimme haben und wo wir intensiv mit

und Versicherungen grenzüberschrei-

durchaus zu den modernen. Wir sank­

den Schwesterbehörden zusammenar-

tend agieren lassen und auf der anderen

tionieren nicht jede kleinste Übertre-

Kompetenz in vielen Spielarten.

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Die Kathrein Privatbank ist Ihr kompetenter Partner in allen Vermögensangelegenheiten. Mit der allergrößten Sorgfalt entwickeln wir individuelle Konzepte für Privatkunden, Unternehmer und Privatstiftungen. Unser enormes Fachwissen und unsere langjährige Erfahrung zeichnen uns dabei aus.


men können im Vorfeld abklären, wie unsere Rechtsposition zu einzelnen Themen ist, und wir geben eine verbindliche Rechtsauskunft. Wenn sich die Unternehmen daran halten, kann ihnen nichts passieren. Das wird immer besser angenommen. Wir decken das auch beim Thema Digitalisierung ab. Dort haben wir eine Onlinekontaktstelle für Fintechs Gesprächig. Das FMA-Vorstandsduo erklärt der Redaktion von Der Börsianer seinen Kampf gegen Geldwäsche.

tung, sondern konzentrieren uns auf das Wesentliche.

Kumpfmüller:

Bei

Versicherungen

eingerichtet, wo Anbieter vorab abklären können, ob ihr Geschäftsmodell Schnittstellen zum Aufsichtsrecht hat.

schauen wir uns etwa an, ob die Transparenzbestimmungen auch eingehalten

Immer öfter werden Crowdfundingprojek-

Haben Sie Ihrer Meinung nach inzwischen

werden und Kunden über mögliche Ri-

te ins Leben gerufen. Ist Ihnen als Aufsicht

auch ausreichend Befugnisse gegen den In-

siken bei Versicherungsprodukten ent-

diese Entwicklung geheuer? – Kumpfmül-

siderhandel? - Kumpfmüller: Es wurde eine

sprechend aufgeklärt werden.

ler: Dem Crowdinvestor muss bewusst

klare Abgrenzung geschaffen, wann die

sein, dass es hier in weiten Bereichen

FMA und wann die Staatsanwaltschaft

Geldwäsche müsste doch auch ein großes

keine Aufsicht gibt und er ein gewisses

für die Verfolgung von Marktmanipu-

Thema sein? - Ettl: Hier gibt es eine Klas-

Risiko dadurch hat. Meist handelt es sich

lation und Insiderhandel zuständig ist.

sifizierung nach Risiko. Wir schauen uns

auch um Eigenkapital- oder eigenkapi-

Die Überwachung und Ermittlung liegt

jene Unternehmen genauer an, die mit

talähnliche Finanzinstrumente, die das

immer bei uns. Und ja, wir haben in-

Offshorekunden und mit risikobehaf-

Risiko des Totalverlusts haben. Die ös-

zwischen mehr Befugnisse. Verdächti-

teten Geschäften tätig sind. Sie werden

terreichische Rechtslage ist hier bei den

ge Transaktionen müssen beispielswei-

zudem einer jährlichen Prüfung unter-

Transparenzvorschriften sehr komplex.

se verpflichtend an die Aufsicht gemel-

zogen. Heuer haben wir durch interne

Wenn die europäische Prospektverord-

det werden, damit wir ermitteln können.

Umschichtungen die Zahl der Mitarbei-

nung kommt, sollte man die Gelegen-

Ettl: Wir können jetzt beispielswei-

ter dieser Abteilung so aufgestockt, dass

heit nutzen, um hier mehr Klarheit hi-

se auch Hausdurchsuchungen und Te-

wir die Zahl der Vor-Ort-Prüfungen um

neinzubringen.

lefonüberwachungen durchführen, frei-

50 Prozent erhöhen können. Mit Jänner 2018 startet mit Mifid II auch

lich mit einem richterlichen Beschluss. Ende 2012 wurde die Österreichische Prüf-

eine neue Ära im Anlegerschutz. Sind die

Was sind Ihre aktuellen Prüfungsschwer-

stelle für Rechnungslegung, kurz OePR, ins

Banken auf diese Flut an neuer Bürokratie

punkte? – Kumpfmüller: Ein Schwerpunkt

Leben gerufen. Da hat es öfter Kompetenz-

gut vorbereitet? – Kumpfmüller: Das ent-

ist der Vertrieb Bail-in-fähiger Wert­

diskussionen gegeben. Hat sich das geklärt?

sprechende Gesetz wird wahrscheinlich

papiere, sprich Bankanleihen. Denn mit

– Ettl: Wir haben inzwischen gemeinsam

noch vor dem Sommer im Parlament be-

dem neuen Regime der Bankenabwick-

eine vernünftige Arbeitsteilung erar-

schlossen werden. Damit wird Rechtssi-

lung können Gläubiger von Bankan-

beitet und schriftlich festgehalten. Das

cherheit geschaffen. Allerdings ist Mifid

leihen in ihrer Forderung beschnitten

funktioniert jetzt sehr gut.

II ja nicht wie Phönix aus der Asche entstanden. Obendrein wurde das Startda-

werden. Daher ist es wichtig, dass beim Verkauf dieser Wertpapiere die Anleger

Waren Sie nach den ersten Prüfungen von

tum um ein Jahr verschoben. Es gab also

richtig beraten werden und sie das auch

Unternehmen überrascht über die eine oder

genügend Zeit, und die Banken sind si-

verstehen.

andere Korrektur im Geschäftsbericht? –

cher gut vorbereitet. Es wird aber Aus-

Ettl: Früher wurden diese Wertpapie-

Ettl: Davon sind wir von Anfang an aus-

wirkungen auf den heimischen Markt

re am Schalter praktisch als Sparbuch-

gegangen. Wenn neue Prüfungsvorgän-

haben. Sehr kleine Anbieter werden es

ersatz verkauft. Der Kunde war sich des

ge eingeführt werden, ist es klar, dass

schwer haben, alle Vorgaben umzuset-

Risikos oft gar nicht bewusst, er wurde

man etwas findet. Auch die Geprüften

zen. Wir haben aber in den vergange-

nicht richtig aufgeklärt. Da setzen wir

mussten sich erst an die neue Situation

nen Jahren gesehen, dass etwa der Kon-

jetzt einen Prüfungsschwerpunkt aller

gewöhnen.

zentrationsprozess bei den Wertpapier-

beaufsichtigten Banken und Wertpapierunternehmen.

Kumpfmüller: Auch das Pre-Clearance ist da ein wichtiges Thema. Unterneh-

12

dienstleistern die Beraterqualität enorm gesteigert hat.


FINANZPLATZ

Heißt Jänner wirklich Jänner, oder wird es

che Spielregeln für den Finanzsektor.

für die Banken eine kurze Schonfrist geben?

Schließlich ist es eine große Errungen-

– Ettl: Man muss dem Markt nach Ein-

schaft, dass wir seit 2008 die Grundko-

führung einer neuen Regulierung sicher

ordinaten der Finanzmarktregulierung

Zeit geben, sich zu entwickeln. Da macht

auf den weltweiten Börsen vereinheit-

es keinen Sinn, am ersten Tag Vor-OrtPrüfungen zu machen. Nach einer gewissen Schonfrist werden wir natürlich konsequent mit Prüfungen beginnen. Haben wir mit Mifid II den Zenit bei neuen Regulierungen erreicht? Könnte es bald zu einer Deregulierung in gewissen Berei-

„Sinnvolle Aus­ wertung der Daten­ massen schwierig.“ KLAUS KUMPFMÜLLER

chen kommen? – Kumpfmüller: Wir wollen

licht haben. Da ist aber ein fairer Wettbewerb Grundvoraussetzung, ansonsten können Marktteilnehmer einfach dorthin gehen, wo es die geringste Regulierung gibt. Sie haben mit einer Menge Vorurteile zu kämpfen. Gibt es Punkte, die Sie besonders entschieden widerlegen können? –

ja auch keine Bürokratie, sondern eine

allmählich wieder vergessen. Deshalb

Kumpfmüller: Dazu möchte ich auf die

sinnvolle Regulierung. Was mich ein

wird derzeit die Finanzmarktregulierung

Abwicklung der Heta Asset Resoluti-

wenig mit Sorge erfüllt, sind die Daten-

auch gleich mit Bürokratie und höheren

on AG verweisen, wo wir heuer das ers-

massen, die wir inzwischen als Aufseher

Kosten behaftet. Die sozialen Kosten, die

te Mal positive Nachrichten vermelden

bekommen. Da wird es schwierig, eine

durch die Krise entstanden sind, wer-

konnten. Aufgrund des Abwicklungs-

sinnvolle

vorzunehmen.

den dabei oft vergessen. Gerade in den

regimes für die Abbaubank der frühe-

Bei kleineren Banken stellt sich durch-

USA gefällt mir die aktuelle Entwicklung

ren Hypo Alpe Adria konnte das Insti-

aus die Frage, ob es Sinn macht, derart

nicht besonders.

tut erstmals bessere Ergebnisse erzie-

Auswertung

len als prognostiziert. So ist der Ver-

viele Daten an uns zu übermitteln. Dazu muss man wissen, dass wir in Österreich

Weshalb? US-Banken verdienen doch gutes

wertungserlös bereits um 2,5 Milliarden

einen vergleichsweise sehr dezentra-

Geld. – Ettl: In den USA läuft gerade die

Euro besser ausgefallen als ursprüng-

len Bankensektor haben mit sehr vielen

Diskussion um die Aufhebung des Dodd-

lich prognostiziert. Die Heta ist auch

kleineren Instituten. Und da haben wir

Frank Act, der zum Beispiel den Wert-

aus den negativen Schlagzeilen herau-

ein Papier entwickelt, wie man Regulie-

papiereigenhandel der US-Banken oder

ßen, und das Management kann end-

rung auf kleinere Institute proportional

deren Investitionen in Hedgefonds ein-

lich ungestört seine Arbeit machen. Wir

anwenden kann. Da brauchen wir aber

schränkt. Damit würde folglich die Re-

haben hier europäisches Neuland be-

die Unterstützung des Gesetzgebers.

gulierung ein gutes Stück aufgeweicht

treten, und die Heta ist ein Musterbei-

Ettl: Ich sehe hier die Gefahr, dass

werden. Und das hat auch Auswirkungen

spiel, wie eine Abwicklung erfolgreich

­viele Anleger die Finanzkrise von 2008

auf Europa. Denn dann gäbe es unglei-

über die Bühne gehen kann. n

Financial and banking legislation rarely stands still. So neither do we. At CMS we employ over 500 banking and finance lawyers to anticipate, interpret and advise on the local, cross-border and international laws shaping your markets. So whatever’s ahead, we’re already taking action.

cms.law

CMS_LawTax_Negative_from101.eps


Die Bahn ist eines der wichtigsten Verkehrsmittel für Millionen Menschen und Gütertransporte. Mit ihrer jahrzehntelangen Kompetenz im Bahn- und Tunnelbau trägt die PORR dazu bei, Verbindungen schneller, bequemer und sicherer zu machen. Der knapp 33 km lange Koralmtunnel ist ein Schlüsselprojekt des Baltisch-Adriatischen Korridors und wird bis 2020 das Gebirgsmassiv der Koralpe zwischen der Steiermark und Kärnten durchqueren. Seit Ende 2013 arbeitet die PORR am dritten Baulos dieses Tunnelprojekts. Die von uns hier eingesetzte Tunnelvortriebsanlage misst gesamt 240 m. porr-group.com


Intelligentes Bauen verbindet Menschen.


BANKEN

DIE GELDQUELLEN DER BANKER Andreas Treichl. „Es werden jene Banken überleben, die das beste Datenmanagement haben.“


FINANZPLATZ

Studien warnen von einer drohenden ­Bankenapokalypse. Das Überleben lasse sich nur mit weiteren Kosteneinsparungen erreichen. Die heimischen Spitzenbanker, die Der Börsianer getroffen hat, widersprechen den B ­ eratern und sehen sehr wohl Chancen auf der E ­ rtragsseite. TEXT INGRID KRAWARIK

„In der Abwicklung lassen sich am meisten Kosten einsparen.“

„Vertrauen ist der USP der Banken.“ MICHAEL HILBERT

MARTIN RAUCHENWALD

© GILBERT NOVY / KURIER / PICTUREDESK

F

ast müsste die heimischen Bankenchefs der blanke

nis von Verwaltungsaufwendungen zu Erträgen aus Zinsge-

Horror packen, wenn man sich die neuesten Studien

schäft, Handelsergebnis und Gebühren dar. Österreich kommt

bezüglich der Zukunft des Bankenmarktes in Österreich

laut Berechnungen der Europäischen Bankenaufsichtsbehör-

durchliest. Im besten Fall werfen Banken ihre traditionellen

de auf einen Wert von 70 Prozent, nur Deutschland und Itali-

Geschäftsmodelle sofort über den Haufen. Sonst droht Wett-

en schneiden noch schlechter ab. Das Ziel sind Werte von 50

bewerbsverlust, Ertragsschwäche und im schlimmsten Fall

Prozent oder darunter, vor allem auch deshalb, um Investoren

Kannibalisierung. All die Jahre des Sparens waren nicht ge-

anzusprechen. Derzeit schaffen das in Österreich von den grö-

nug. Denn obwohl die Risikomanagementsysteme professio-

ßeren Retailbanken nur die Bawag PSK AG sowie die Oberbank

nalisiert wurden, der Abbau der notleidenden Kredite (NPL) in

AG (siehe Tabelle Seite 22), obwohl das Firmenkundenge-

Österreich viel stärker zurückgeht als in anderen Ländern und

schäft etwa der Erste Group Bank AG mit 37,4 Prozent deutlich

das Eigenkapital seit 2008 von acht auf 14 Prozent erhöht wur-

besser abschneidet als jenes der Sparkassen mit 70,7 Prozent.

de, hängen weiterhin viel zu viel dürre Äste am Baum. Die Au-

Die Eigenkapitalrentabilität („Return on Equity“) legt wie-

tomatisierung des Geschäftsmodells gilt als absolutes Muss.

derum dar, ob die Eigenkapitalkosten verdient werden. In Ös-

Die norwegische Nordea Bank investiert soeben 400 Millionen

terreich liegt der Wert im Schnitt bei sieben Prozent und da-

Euro in ein komplett digitalisiertes Kernbankensystem. Die oft

mit immerhin über dem europäischen Durchschnitt. Der Wert

erbrachten Vergleiche mit skandinavischen Banken, wo ein

wirkt positiver, als er ist, und wird durch das Osteuropage-

Großteil der Transaktionen bereits digital erfolgt, muss man

schäft geschönt. Die Aufsicht interessiert sich vor allem für die

jedoch mit einer gewissen Distanz betrachten. Da kann Öster-

NPL-Quoten, bei denen die Raiffeisen Bank International AG

reich, wo 75 bis 80 Prozent der Transaktionen noch über Bar-

mit 8,3 Prozent noch einiges an Arbeit vor sich hat. Die Net-

geld laufen, gar nicht mithalten. Doch es gibt andere Wege, die

tozinsspanne als wichtigste Ertragskennzahl ist fast bei allen

Ertragsschwäche in eine Ertragsstärke zu verwandeln. Warum

Banken rückläufig. Wobei etwa bei der Oberbank AG die Mar-

Effizienzmaßnahmen so wichtig sind, zeigt ein Blick auf ein-

gen im Kreditgeschäft mit 1,8 Prozent höher sind als jene im

schlägige Profitabilitätskennzahlen der heimischen Institute.

Zinsgeschäft mit 1,4 Prozent. Deutlicher wird es mit absoluten Zahlen: Mit Retailkunden verdienen Banken laut Stu­dien ma-

Es hakt an der Profitabilität

ximal zehn bis 30 Euro pro Jahr, bei Firmenkunden sind es Mil-

So stellt die Kosten-Ertrags-Relation („Cost-Income-Ratio“),

lionen, da kommen allein durch das Volumen entsprechende

eine der wichtigsten Kennzahlen für Investoren, das Verhält-

Erträge herein.

17


FINANZPLATZ

© DER BÖRSIANER

Heinrich Schaller. Höhere Ge­bühren ­lassen sich nicht ­durchsetzen.

Alles, was nicht kundenwertstiftend ist, sollten Banken in

mehr Einsparungspotenzial. „Ich brauche nicht zig Leute, die

Zukunft deshalb nicht mehr selbst machen, heißt es aus den

im Meldewesen arbeiten, sondern clevere Algorithmen. Das

Reihen der Berater. Das bedeutet, dass Bankprozesse teilwei-

Einsparungspotenzial der Kosten im Finanzbereich liegt bei

se oder gar völlig ausgelagert werden. Vor allem deshalb, weil

30 bis 50 Prozent. In Zukunft fährt ein intelligenter Algorith-

sich die Branche wegen regulatorischer Anforderungen in den

mus über die Daten, der die Meldung an die Aufsicht macht.“

vergangenen Jahren fast nur mit sich selbst beschäftigt hat.

Ein Bot kostet in der Anschaffung etwa 150.000 Euro und

„Die Effizienz im Finanz- und Meldewesen muss steigen, weil

rund 7.000 Euro pro Jahr. „Der macht sechs bis sieben Pro-

das tote Kosten sind. 70 bis 80 Prozent des Budgets der ver-

zessschritte 24 Stunden pro Tag, sieben Tage die Woche, wird

gangenen Jahre wurde für regulatorische Anforderungen ver-

nicht krank, geht nicht auf Urlaub, hat keinen Effizienzver-

wendet. Gleichzeitig müssen sich die Banken strukturell, in-

lust“, sagt Hilbert.

haltlich und von der Datenlandschaft um 180 Grad drehen“,

Das automatisierte Geschäft inklusive Algorithmen klingt

bringt es Michael Hilbert, Partner bei Roland Berger, auf den

zwar nach einer Schimäre aus der Zukunft, wird aber bereits

Punkt. Er hat eine Studie bezüglich der Zukunft des Firmen-

von einigen Banken in Europa angewendet. Die Schwierigkeit

kundengeschäfts mitverfasst. Dafür brauchen die Banken aber

liegt darin, dass die Daten so aufbereitet werden müssten, dass

wiederum Geld, das sie großteils nicht haben. Noch nicht. Es

sie automatisiert verarbeitet werden können. Eine Implemen-

muss aber sein, sonst macht es jemand anderer und hat da-

tierung würde derzeit an der Qualität der Datenbanken schei-

durch auf lange Sicht einen erheblichen Wettbewerbsvorteil.

tern. Diese zu überarbeiten kostet laut Beratern dreistellige

Ein neues Sparpaket also?

Millionenbeträge.

Effizienz durch Algorithmen

Digitalgeschäft bringt keine Erträge

Die Kostenschraube muss intelligenter gedreht werden. Hil-

Doch was ist mit den Erträgen? Nur durch Kosteneinsparungen

bert rechnet damit, dass die heimischen Banken in den kom-

ist ein Unternehmen nicht nachhaltig führbar, sagt eine Bin-

menden fünf bis zehn Jahren ihr Personal von aktuell 70.000

senweisheit. „Weder werden die Margen höher noch die Pro-

auf 30.000 Leute abbauen. Martin Rauchenwald, Partner bei

visionen, die man verlangen kann. Ich muss entweder mehr

Oliver Wyman, ist optimistisch: „Die Banken sind mit dem

Kunden haben oder ein besseres Service anbieten als die Kon-

Eigenkapitalaufbau fertig. Jetzt stehen Technologien zur Ver-

kurrenz. Es werden nur jene Banken überleben, die ein exzel-

fügung, die zehn bis 15 Prozent der Kosten reduzieren kön-

lentes Datenmanagement haben“, analysiert Andreas Treichl

nen.“ Die Rede ist von Algorithmen. Hilbert rechnet mit noch

nüchtern die Situation. Der Vorstandsvorsitzende der Erste

18


FINANZPLATZ

Group Bank AG hat mit der Onlineplattform George ein Alleinstellungsmerkmal in Österreich, auf das er sich nicht verlassen will. Schon allein deshalb, weil er mit George keinen Cent verdient, sondern aktuell nur in dessen Ausbau investiert. Wie sich das Onlineangebot

„Banken müssen Alleinstellungsmerkmal definieren.“ ANDREAS PUTZ

anderen kann man in wenigen Minuten online mit Videoerkennung ein Konto eröffnen“, listet Andreas Putz, Managing Director PWC Strategy& Österreich, die Unterschiede auf. Die Bawag PSK AG ist dabei Vorreiter, auch in Sachen Kosteneffizienz. Bei der Bank zeigen sich die

monetarisieren lässt, beschäftigt übrigens nicht nur die Ban-

Erfolge der harten Einschnitte in den gestiegenen Erträgen und

kenbranche.

exzellenten Profitabilitätszahlen (siehe Tabelle Seite 22). Dazu

Treichl hat zusätzlich ganz andere Baustellen. Alte Systeme

hat auch das amerikanische Management beigetragen, das ei-

im Back-Office-Bereich, die erneuert gehören, sowie acht un-

nen Paradigmenwechsel ermöglicht hat. Tochtergesellschaf-

terschiedliche Kernbankensysteme, bei denen es bei der Digi-

ten wurden konsequent verkauft, die Kosten für Retailkunden

talisierung wegen unterschiedlich langer Postleitzahlen zu In-

erhöht, das Kerngeschäft wurde mit dem Privat- und Firmen-

kompatibilitäten kommt, verhindern derzeit große Kosten-

kundengeschäft definiert. Angeboten werden einfache Produk-

einsparungen bei der Bank. Ein Übel seien auch die regulato-

te, auch Kredite kann man seit einigen Monaten online mittels

rischen Anforderungen, die Ressourcen binden, die der Erste-

Video­identifizierung abschließen. Bereits 80 Prozent der Trans-

Group-Bank-AG-Chef eigentlich für die Digitalisierungsstra-

aktionen werden bei der Bawag PSK AG online abgewickelt.

tegie braucht. Dabei ist er nicht allein. Die IT-Systeme einiger

So ein Geschäftsmodell will sich aber auch nicht jede Bank

Banken stammen aus den 80er-Jahren. „Die Banken müssen

drüberstülpen. Vor allem Heinrich Schaller, Generaldirektor

in der Jetztzeit ankommen. Bei einigen werden Girokonto, Kre-

der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG (RLB OÖ), lehnt

ditkarte und Konsumkredit de facto noch manuell bedient, bei

eine reine Digitalbank kategorisch ab. „Das würde unserem


FINANZPLATZ

© FRANZ GRUBER / KURIER / PICTUREDESK

Franz Gasselsberger. Können nicht alles für Gottes Lohn machen.

genetischen Code zuwiderlaufen. Wir haben uns die Vor-Ort-

weil der Markt zu klein ist. Ein viel größeres Problem für die

Präsenz über 100 Jahre aufgebaut, ich finde es einfach wichtig,

heimischen Banken sieht Andreas Putz, Geschäftsführer von

mit den Kunden persönlich zu reden“, sagt Schaller.

PWC Strategy&, in großen Anbietern wie Google, Amazon und Apple, die derzeit noch experimentieren, aber sehr wohl in den

Die Macht der Fintechs

Bankenmarkt einsteigen könnten. „Wir könnten alles verlie-

Geht es auch anders? „Bei den Ertragsaussichten sehe ich nur

ren. Wenn man zu lange Schallplatten und CDs anbietet, ver-

eingeschränkte Möglichkeiten. Die Kunden sind sehr preis-

liert man Geschäft. Wir müssen so gut sein, dass wir uns alles

sensibel geworden, weil der Wettbewerb hoch ist. Durch PSD 2

leisten, was die Kunden von uns haben wollen“, sagt Treichl.

ergeben sich für Fintechs unglaubliche neue Chancen, die stehen schon in den Startlöchern“, sagt Rauchenwald. Die zweite

Stärken besser vermarkten

europäische Payment Service Directive (PSD 2) öffnet Anbie-

Wer Erträge optimierten will, muss also seine Stärken besser

tern ohne Banklizenz ab 2018 den Zugang zum Zahlungsver-

vermarkten. „Wichtig ist, sich die Frage zu stellen, was denn

kehr und zu den Kundendaten der Banken. Traditionelle Fi-

nun der differenzierende Faktor ist. Das Produkt? Die Marke?

nanzdienstleister könnten trotz eigener digitaler Bezahlsys-

Das Erlebnis, das ich verkaufe? Wo bin ich gut? Das sind die

teme Kunden an nutzerfreundliche und kostengünstige Lö-

guten Kosten, da muss ich investieren“, meint Putz. Für viele

sungen von Fintechs verlieren. Wenn ein Teil des Zahlungs-

Bankvorstände in Österreich heißt die erlösende Antwort Fir-

verkehrs nicht mehr über die Banken läuft, geht die Relevanz

menkundengeschäft, da sich im beratungsarmen Geschäft die

verloren. Weil die Bank nicht das Geschäft macht, was sie ei-

Margen kannibalisieren. Der Wettbewerb in diesem Segment

gentlich könnte. Das Ziel muss sein, die Kundenschnittstelle

ist hoch, es wird aber nach wie vor gut Geld verdient.

zu behalten. Der Wandel wird nicht von heute auf morgen pas-

Der Kredit ist für Franz Gasselsberger, Generaldirektor der

sieren, aber man muss dabei sein.

Oberbank AG, das Eintrittsgeld fürs Zusatzgeschäft. Die Oberbank AG, die 80 Prozent ihres Geschäfts mit Firmenkunden

„Fintechs schaffen Banken nicht ab, sie lernen gerade intensiv, dass sie die Kunden nicht kriegen, weil diese ihnen nicht vertrauen“, relativiert Hilbert. Mit Fintechs können sich Banken zwar Kreativität und Geschwindigkeit reinholen. Das Problem ist, dass für richtig gute Fintechs eine Bank in Österreich aber gar nicht mehr attraktiv ist,

macht, ist die größte Förderbank Öster-

„Beteiligungs­ geschäft wird vorteilhaft bleiben.“ SASCHA BAKRY

20

reichs. „Wir können nicht nur für Gottes Lohn arbeiten. Wenn ich bei der geförderten Finanzierung dabei bin, macht der Kunde auch die freie Finanzierung mit mir“, erklärt Gasselsberger seine Strategie. Der Oberbank-AG-Chef hat


FINANZPLATZ

indes das Private Banking für sich entdeckt. „Durch die Kapitalerhöhung haben wir massiv gesehen, welches Vermögen eigentlich Veranlagung sucht. Das war uns bis dahin nicht bewusst. Die-

Bankendichte glaube ich nicht, dass das

„Kunden werden Bankfiliale in Hosentasche haben.“

ses Potenzial heben wir jetzt.“ Obwohl

JOHANN STROBL

möglich ist. Mir ist keine Bank bewusst, die das schafft“, sagt der Generaldirektor. Schaller hat sein Geschäft deshalb auf mehrere Beine gestellt. „Wir haben neben dem Private Banking eine eigene

auch im Private Banking die Margen ero-

Fondsgesellschaft,

dieren, ist es nach wie vor ein hochattraktives Geschäft. Dabei

Leasinggesellschaft

und Factorbank, das sind Dienstleistungen, die in der Fülle auch

sein ist für ihn die oberste Prämisse. Ab 2018 wird die Oberbank

etwas ausmachen“, sagt Schaller, der aufgrund des konjunktu-

AG ebenso wie die Bawag PSK AG Onlinekredite anbieten. In-

rellen Aufschwungs positiv gestimmt ist. Im Firmenkundenge-

nerhalb einer halben Stunde soll es Kreditzusagen geben. „Ich

schäft rechnet er mit steigenden Erträgen. Vom Beteiligungs-

will die Erfahrung sammeln, weil das ganz andere Prozesse

geschäft will er sich nicht trennen, auch wenn ihn das aufgrund

sind. Nur muss man aufpassen, dass das Tempo der Investitio-

der Basel-IV-Regulierungen teuer zu stehen kommt. Bis zu 250

nen auch mit dem Tempo der Nachfrage Schritt hält.“

Prozent an Kapital müsste im schlimmsten Fall dafür hinterlegt

Seine wichtigsten Ertragskennzahlen sind das Kreditwachs-

werden. Auf die Dividenden will Schaller aber nicht verzichten.

tum und die Dienstleistungsquellen. Dass Banken noch nicht

Deloitte-Österreich-Bankenexperte Sascha Bakry versteht

dem Untergang geweiht sind, macht Gasselsberger an der Sta-

Schaller: „Das Beteiligungsgeschäft von Banken wird durch

bilität der Institute fest. „Die Kunden wollen in dieser Zeit der

die geplante Erhöhung der Risikogewichte erschwert. Dennoch

starken Veränderungen einen Anker, das ist unser wichtigstes

wird es in vielen Fällen weiterhin vorteilhaft bleiben.“ Verär-

Asset. Wenn du dieses Vertrauen, die Glaubwürdigkeit einmal

gert reagiert der Chef der RLB OÖ, wenn er auf die Fülle an Re-

verloren hast, ist es extrem schwierig, das zurückzubekom-

gulierungskosten angesprochen wird. „Da sehe ich keine Ent-

men.“ Auch Gasselsberger stellt sich sukzessive die Frage, wie

spannung, und das stört mich. Für die NPL-Quote gibt es drei

der Wert der Beratung in Zukunft monetarisiert werden kann.

unterschiedliche Berechnungen. Die Datenmenge und der De-

Antwort hat er noch keine gefunden. „Menschen vertrauen da-

tailierungsgrad ist verwirrend und nicht notwendig. Wir hätten

rauf, dass Banken gut mit ihrem Geld umgehen können. Das ist

das Geld gern für was anderes verwendet.“

ihr USP. Nur ist es besonders in Österreich für die Finanzindus-

Der Vorteil am Firmenkundengeschäft lautet, dass der Kun-

trie historisch schwer zu erklären, wieso Bankdienstleistungen

de nicht so schnell die Bankverbindung wechselt wie etwa im

Geld kosten dürfen“, winkt Berater Hilbert ab.

Retailbereich. Das Vertrauensverhältnis kann so noch zusätzlich ausgeschlachtet werden: durch Zusatzservices wie Daten-

Firmenkunden sollen es richten

auswertung, Leistungen, die einen Schritt weg vom traditionel-

Auch Heinrich Schaller ist skeptisch bezüglich der Idee, zukünf-

len Banking sind, aber Marge bringen. Die Unicredit Bank Aus-

tig Bankdienstleistungen teurer zu verkaufen. „Aufgrund der

tria AG möchte vor allem im „Cross-Selling“ Potenziale heben,

Entgeltliche Einschaltung

Dem Kapitalmarkt eine Stimme geben POSITIONEN

1. Überregulierung reduzieren

2. Aufsicht reformieren

3. Signale setzen

Ein Staat kann im internationalen Stand-

Qualität und Effizienz der Aufsicht sind

Um den heimischen Kapitalmarkt zu

ortwettbewerb nur bestehen, wenn die

Grundvoraussetzung für einen gut funkti-

attrakti­vieren, braucht es darüber hinaus

Standortfaktoren attraktiv gestaltet sind.

onierenden Kapitalmarkt.

auch positive Signale.

Aktienforum-Position:

Aktienforum-Position:

Aktienforum-Position:

• Regulierung praxisnah und effizient

• Doppelgleisigkeiten auf nationaler und

• Einheitliches Kapitalertragssteuermo-

gestalten • Rechtsrahmen sicher und effizient KARL FUCHS Geschäftsführer Aktienforum

ausbauen • Gold-Plating–Spielräume durchforsten und ­anpassen

euro­päischer Ebene vermeiden • Personalauswahlverfahren mit Kompetenzchecks für Mitarbeiter implementieren • Wirksame Kontrolle der Aufsicht etablieren

dell samt Behaltefristen mit 25 Prozent • IPO-Initiative – Entdiskriminierung von Eigenkapital vorantreiben • Betriebliche- und private Zukunftsvorsorge stärken


FINANZPLATZ

DIE WICHTIGSTEN KENNZAHLEN DER BANKEN Banken

Cost-Income-Ratio

Return on Equity

Non-performing Loans

2016/2017*

2015

2012

2016/2017*

2015

2012

2016/2017*

2015

Erste Group Bank AG

63,0

57,1

52,0

8,7

9,1

3,8

4,9

7,1

2012 9,2

Raiffeisen Bank International AG

62,8

59,1

61,5

9,6

4,8

7,4

8,3

11,9

9,8

Unicredit Bank Austria AG

75,0

79,4

58,8

8,1

9,4

2,4

4,6

5,1

13,6

Oberbank AG

50,8

50,5

55,4

8,9

9,7

8,5

1,4

1,7

1,0

Bawag PSK AG

40,5

48,4

70,0

14,8

14,1

6,5

2,1

2,1

3,6

Raiffeisenlandesbank OÖ AG (Konzern)

59,3

5,4

8,3

2,7

5,9

8,4

5,9

QUELLE: UNTERNEHMENSANGABEN / EIGENE BERECHNUNGEN *Wenn vorhanden, wurden die Daten des 1. Quartals 2017 genommen

© ROBERT JAEGER / APA / PICTUREDESK

Robert Zadrazil. Im Cross-Selling Potenziale heben.

um ihre Nettozinsmarge zu verbessern. Das Restrukturierungs-

gerung unserer Profitabilität ist eines der wichtigsten Ziele

programm des Österreichgeschäfts der Bank läuft. „Die Redi-

für die kommenden Jahre.“ Die Kosten-Ertrags-Relation will

mensionierung unseres Filialnetzes auf 124 Filialen ist beina-

er mittelfristig auf 50 bis 55 Prozent drücken und eine Eigen-

he abgeschlossen. Wir sparen mit der Umsetzung des Plans

kapitalrentabilität von elf Prozent erwirtschaften. Das klingt

bis 2019 320 Millionen Euro jährlich ein“, sagt Robert Zadra­

zwar sportlich, ist aber gar nicht so abwegig. Durch den Ver-

zil, Vorstandsvorsitzender der Unicredit Bank Austria AG.

kauf des Asien- und US-Geschäfts sowie des polnischen Leasinggeschäfts und der slowenischen Bank reduzieren sich die

Franchisemodelle im Test

Verwaltungskosten der RBI massiv, in Polen läuft ein strenger

Aus dem Sparmodus will auch Johann Strobl ausbrechen. Der

Kostenreduktionsplan, und ab 2021 wird auch die heimischen

Vorstandsvorsitzende der Raiffeisen Bank International AG

Bankenabgabe niedriger ausfallen. Als Wachstumsmärkte hat

(RBI) ist zwar mit dem Geschäftsjahr 2016 zufrieden. „Wir

sich Strobl Tschechien, die Slowakei und Rumänien auserko-

haben aber keinen Grund zur Selbstzufriedenheit. Die Stei-

ren, auch Zukäufe von Kreditportfolios stehen wieder auf der

22


Kernkapitalquote CET-1

Nettozinsspanne

2016/2017*

2015

2012

2016/2017*

2015

2012

13,0

12,0

11,2

2,3

2,6

2,8

12,2

11,5

10,7

2,5

3,0

2,7

18,0

11,0

10,8

0,9

1,8

2,1

15,7

13,5

11,9

1,4

1,8

1,4

15,7

12,9

6,1

2,2

2,4

1,5

14,6

13,8

8,8

1,1

1,1

0,7

Agenda. In der Slowakei testet die Bank seit einigen Jahren ein Franchisekonzept, auch in Polen kann sich Strobl ein derartiges Modell vorstellen. Mit der slowakischen Tochter Tatra Banka hat die RBI auch in puncto Digitalisierung ein Ass im Ärmel. „Wie werden in den kommenden Jahren das Knowhow der Tatra Banka in unserem gesamten Netzwerk ausrollen“, meint Strobl. Für die Digitalisierung stellt die RBI „genug Mittel bereit. In zehn Jahren wird sich die Filiallandschaft in Österreich ganz anders darstellen. Immer mehr Kunden werden ihre Bankfiliale in der Hosentasche haben“, gibt ­Strobl zu bedenken. Wenn es um Ertragssteigerungen geht, sucht aber auch die RBI als klassische Kommerzkundenbank ihr Heil im Firmenkundengeschäft.

Asse im Ärmel Wenig Aussicht auf Erfolg sieht Experte Rauchenwald: „Die Banken wollen alle im Firmenkundengeschäft wachsen. In Österreich gibt es da aber keine Kreditknappheit. Wo soll das Wachstum dann herkommen?“ Gut möglich, dass sich wegen der verbesserten Konjunktur kurzfristig Ertragssteigerungen ergeben. Die Bankenschefs üben sich ganz im Gegensatz zu den Beratern in Zuversicht. Die Dimensionen und Vorteile einer echten Automatisierung haben einige vielleicht noch gar nicht vollständig erkannt. Gerade auch deshalb, weil die RLB OÖ, die Oberbank AG und neuerdings auch bald die Bawag PSK AG in Süddeutschland gute Kundenbeziehungen unterhalten und das Geschäft dort läuft. Treichl und Strobl haben mit ihren Tochterbanken in Osteuropa indes noch ein weiteres Ass im Ärmel. Pro Kopf werden in Österreich 38.000 Kredite vergeben, in Rumänien erst 2.600. Das Potenzial an Kundenkrediten ist also enorm. Und zwar langfristig. Spätestens in fünf bis zehn Jahren wird sich zeigen,

In tiefer Trauer geben wir die Nachricht vom Ableben unseres Kollegen

Mag. Reginald Benisch Finanzjournalist bekannt, der am 10. Juni 2017 im 69. Lebensjahr nach ­kurzer schwerer Krankheit verstorben ist. Seinem Wunsch entsprechend, begleiteten ihn seine Familie und Freunde in aller Stille auf seinem letzten Weg. Reginald Benisch hat große Verdienste um den österreichischen Finanz- und Wirtschaftjournalismus erworben. 1970 begann er seine journalistische Laufbahn als Gründungsmitglied beim Wirtschaftsmagazin „Trend“. Von 1991 bis 2014 war er als Chef­redakteur und Mitglied der Chefredaktion maßgeblich an der Entwicklung des Mediums beteiligt. Zu seiner großen Leidenschaft zählte die Geldanlage. Seine Veranlagungstipps sowie sein Musterport­folio waren legendär. In Fach- und Leserkreisen genoss er dafür höchste Anerkennung. Seit 2013 arbeitete Reginald als freier Finanzjournalist und geschätzter Ratgeber für das Finanzmagazin „Der Börsianer“. Sein Wirken war neben der hohen Fachkompetenz geprägt durch Einsatz, Neugierde, Besonnenheit und persönliche Integrität. Reginald Benisch wird uns als außergewöhnlicher Mensch und leidenschaftlicher Journalist in Erinnerung bleiben. Wir gedenken seiner in Dankbarkeit, Hochachtung und Respekt. In diesen schweren Stunden der Trauer gilt unsere besondere Anteilnahme s­ einer Gattin Eva-Maria und seinen beiden Kindern. Wayne Financial Media GmbH „Der Börsianer“

ob die apokalyptischen Unkenrufe der Berater bezüglich veralteter Geschäftsmodelle berechtigt waren. Oder ob die Topbanker ihr Geschäft und ihre Kunden einfach besser verstehen. n

Geschäftsführung ChefredaktionMitarbeiter


RENDITE

RENDITE VERANLAGUNG MARKTENTWICKLUNG ENTWICKLUNG (YTD) DER INTERNATIONALEN AKTIENMÄRKTE IM VERGLEICH ZUR WIENER BÖRSE

21 % 20 %

ATX (ÖSTERREICH)

19 %

STOXX EASTERN EU TM (EUR) STOXX EUROPE TM (EUR)

18 %

ÖSTERREICH (ATX)

STOXX US TM (EUR)

17 %

STOXX EM TM (EUR)

16 % 15 % 14 % 13 % 12 % 11 %

EMERGING MARKETS

10 % 9% 8% 7%

EUROPA

6% 5%

OSTEUROPA

4% 3% 2% 1%

USA

0% -1 %

JAN.

FEB.

MÄR.

APR.

MAI

JUN.

Outperformance. Österreichische Aktien verzeichneten in den vergangenen Monaten beeindruckende Kursgewinne. Europäische und EmergingMarkets-Werte bewegten sich seitwärts vorwärts. US-Aktien konnten sich zuletzt wieder etwas steigern. Osteuropa-Aktien haben Probleme.

ALLER GUTEN DINGE SIND DREI KOLUMNE

Die Wahlen sind geschlagen, die Notenbanker haben gesprochen, die Konjunktur hat gesiegt. Die vergangenen Wochen waren an den Börsen von unterschiedlichsten Erwartungen geprägt, die in Summe nahezu gesamt einen proökonomischen Ausklang genommen haben. Frankreichs Wahl ist als Schritt in die europäische Richtung zu verstehen, ebenso die Resultate der deutschen Landtagswahlen und die Pattsituation

WOLFGANG MATEJKA Geschäftsführer Matejka & ­Partner Asset Management

nach der Wahl in Großbritannien, welche die Verhandlungsposition der EU im Falle des Brexits nur verbessert hat. Die nach wie vor soliden guten Konjunkturdaten haben mittlerweile begonnen, die Asset-Allocations zu erobern. Die Aktienquoten steigen sichtbar an, Gewinnentwicklungen bei Unternehmen belassen diese Investments als günstig bewertet, und die Dividendensaison schaufelt wieder Cash in die Portfolios zurück. Österreich ist hier keine Ausnahme, denn auch hierorts, trotz einer allein aufgrund der aufkommenden Wahlkampfrhetorik auffallenden Nichtexistenz von kapitalmarktorientierten Themen, wird eine gute Performance an der Börse abgeliefert, und die Profitabilität der Unternehmen verspricht noch mehr. Was Österreich so unterstützt, ist daher in keiner Weise die Lokalpolitik, sondern Dreierlei aus der EU: Die Regularien beginnen in Euroland langsam zu bröckeln, was Banken, Versorgern und Versicherungen etwas helfen müsste; das steigende Infrastrukturbewusstsein innerhalb der EU hilft etlichen heimischen Nischenkaisern; und die nach wie vor in Österreich grassierende „Delisting-Fantasie“ treibt ebenso die Preise an. Das, was noch in den Köpfen der Investoren fehlt, aber in der Realität bereits passiert, ist ein Bewusstwerden über das Wirtschaftswachstum in Osteuropa. Das ist im Markt erst zaghaft spürbar. Dies gilt es in Verbindung mit dem generellen Gewinnwachstum zu beobachten. Die Voraussetzungen für ein herausragendes Börsenjahr sind daher mehr als intakt.

24


RENDITE

MARKTMEINUNGEN AUSBLICK DER ÖSTERREICH-FONDS-MANAGER

Manfred Sibrawa Fondsmanager Amundi Österreich Plus (ISIN AT0000A05TF3) Amundi Austria

Bernhard Ruttenstorfer Fondsmanager ESPA Stock Vienna (ISIN AT0000813001) Erste Sparinvest KAG

Wie bewerten Sie das aktuelle Marktumfeld? - Der Wiener Markt

Wie bewerten Sie das aktuelle Marktumfeld? - Die Investoren

ist heuer, vor allem im Sog Osteuropas, deutlich gestiegen. In-

haben sich trotz der ereignisreichen Nachrichtenlage auf die

ternational gesehen sind die Bewertungen auf recht ambitio-

Rahmenbedingungen der wirtschaftlichen Entwicklung kon-

niertem Niveau, vor allem der US-amerikanische Markt er-

zentriert. Wir sehen, dass sich die fundamentalen Daten für

scheint schon recht teuer. Europa zeigt hier noch ein niedri-

die Weltwirtschaft verbessern, speziell in Europa. Es ist er-

geres Bewertungsniveau, gepaart mit erfreulichen Wirtschafts-

freulich, dass etwa 60 Prozent der berichtenden Unterneh-

prognosen. Für den Wiener Markt ergibt sich daraus weiteres

men im ATX die Gewinn- und Umsatzschätzungen der Ana-

Potenzial, vorausgesetzt, das allgemeine Marktumfeld bleibt

lysten für das erste Quartal 2017 übertroffen haben. Zusätz-

grundsätzlich positiv.

lich setzt sich der positive Trend bei Dividendenausschüttun-

Welche Branchen favorisieren Sie derzeit und warum? - Prominent

gen fort. Trotz der gestiegenen Kurse blieb die Bewertung der

im Fonds vertreten ist der Finanzsektor, also Banken und Im-

Unternehmen an der Börse auf einem attraktiven Niveau.

mobilien, aber auch Versicherungen. In Wien weisen die Ak­tien

Welche Branchen favorisieren Sie derzeit und warum? - Eine be-

im Finanzsektor durchwegs attraktive Bewertungen auf und

trächtliche Anzahl an Unternehmen hat sich in den vergan-

bieten gleichzeitig ein hohes Kurspotenzial. Diese können auch

genen Jahren strategisch neu ausgerichtet. Dafür ernten die-

vom Aufschwung in Osteuropa profitieren. Im Immobilienbe-

se Unternehmen nun die Früchte. Beispielsweise Lenzing und

reich ergibt sich eine Sondersituation durch mögliche Übernah-

OMV. Die favorisierten Branchen im ESPA Stock Vienna sind

men und sich daraus ergebende Synergien und Restrukturie-

aktuell Grundstoffe, Industrie, Immobilien und das Finanz-

rungen.

wesen.

Beim Investieren geht es um Kontinuität. Unsere 111 Fonds*, die von Morningstar mit vier oder fünf Sternen bewertet sind, belegen unsere Fähigkeit, kontinuierlich Erfolge für unsere Anleger zu erzielen.

columbiathreadneedle.at *Quelle: Geschäftszahlen von Ameriprise Global Financial für das 4. Quartal 2016, Morningstar (Stand: 31.12.2016). Das Gesamtrating von Morningstar basiert auf einem gewichteten Durchschnitt der Ratings für die jeweils einzelnen Rating-Zeiträume (3-, 5- und 10-Jahre). Weitere Informationen zur Methodik finden Sie unter www.morningstar.com. Nicht alle Fonds sind in Österreich zum Vertrieb zugelassen. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Hinweis auf die künftige Wertentwicklung. Der Wert einer Anlage kann steigen oder fallen und Anleger erhalten unter Umständen nicht den investierten Betrag zurück. Herausgegeben von Threadneedle Asset Management Limited (Reg. Nr. 573204). Eingetragen in England und Wales. Von der Financial Conduct Authority im Vereinigten Königreich zugelassen und reguliert. 06.17 | J26364_DerBo


RENDITE

PORTFOLIO CHRISTIAN OHSWALD

„FÜR EUROPA SIND WIR SEHR ZUVERSICHTLICH“ Der Chef der Deutsche Bank Österreich AG setzt auf Themen wie Infrastruktur und Cyberkriminalität.

→ VITA CHRISTIAN OHSWALD CEO UND LEITER WEALTH MANAGEMENT DEUTSCHE BANK ÖSTERREICH AG

Wenn sich der promovierte Wirtschaftswissenschaftler (53) aus der vernetzten Welt zurückziehen will, geht er am liebsten Mountainbiken. Der Vater zweier Söhne lenkt seit 2015 die Wealth-ManagementAktivitäten der Deutschen Bank in Österreich, deren Vorstandschef er ist.

TEXT INGRID KRAWARIK Welche

beeinflussen

Dort sind wir Ansprechpartner für Fin-

derzeit Ihre Anlageentscheidungen? – Drei

Marktgeschehnisse

techs, wir haben die Daten, die die Ideen.

ASSET-ALLOCATION

Themen haben sich durchgesetzt: Zuversicht, Innovation und Internationali-

Gibt es eine Region, die Ihnen derzeit beson-

tät. Die aufgeregte Phase der schlechten

ders gefällt? – Für Europa sind wir sehr zu-

Nachrichten ist einem neuen Optimis-

versichtlich. Donald Trump hat dazu bei-

mus gewichen. Diese Zuversicht im Klei-

getragen, dass die Europäer die Themen

nen spielt sich auch weltweit mit einem

Klimaschutz und Sicherheit selbst in die

nie da gewesenen Exportwachstum ab,

Hand nehmen, das sind Dinge, die wie-

die Interventionsmaßnahmen der Zen-

dervereinend wirken.

tralbanken gehen zurück, und politisch sorgt pro Europa, angeführt von Frank-

Für welche Anlagestrategien interessiert sich

reich und Deutschland, wieder für mehr

Ihre Klientel? – Der Austausch mit Kunden

Dynamik.

über größere Themen wird wichtiger, der

45,4 % 43,7 % 6,4 % 4,0 % 0,4 %

Inwiefern nutzen Sie Themen wie Innovation und Internationalität für Ihre Port­folios? – Wir identifizieren Leit­ industrien, die für unsere Kunden attraktiv sein könnten. Wer hat die Durchhaltekraft, wer fährt Entwicklungen auch gegen Widerstände, wer hat die Fähigkeit, Probleme als Chance zu ergreifen, wer kann gut mit Fehlern umgehen? Wichtig sind die Bereiche Infrastruktur und das Thema „Healthcare“, die beide sehr investitionslastig sind. Cyberkriminalität wird massiv wachsen, da gibt es noch keinen Global Player zum Schutz davor. Und das Konsumverhalten der Millennials wird völlig neue Dienstleistungen schaffen. Das ist eine Generation, die in einer disruptiven Welt lebt. Sie buchen bei Airbnb, fahren Uber, hören Spotify, das ist ein anderes Konsumverhalten. Wir haben weltweit vier Hubs eingerichtet, in New

Anleihen Aktien Sonstige Investments Rohstoffe Liquidität

zurück. Die am häufigsten nachgefragten Produkte der vergangenen zwölf Monate waren komplexe Absicherungsstrategien. Das nennt sich Multi Asset Risk Engineering und wird von einer speziel-

AKTIEN

Dialog über Einzelwerte geht definitiv

19,8 % Europa 14,8 % USA 6,1 % Schwellenländer 3 % Japan

len Gruppe von Mathematikern, Physikern und Investmenofficers gemeinsam mit einer Maschine strukturiert. Ziel ist es, unerwartete Gefahren aus dem Portfolio herauszunehmen.

ANLEIHEN

9,8 %  Unternehmensanleihen Investment-Grade 6,8 % Schwellenländernanleihen 4,0 % Hochzinsanleihen

Ab welchem Volumen bieten Sie das an? – Ab

WÄHRUNGEN

Vermögensverwaltung, für die je nach Vo-

65,2 %  Euro 22,6 % US-Dollar 3,0% Yen 1,6 % Britisches Pfund 1,4 % Schweizer Franken QUELLE: DEUTSCHE BANK ÖSTERREICH AG

drei Millionen Euro, ab 20 Millionen Euro wird es individualisiert. Für die klassische lumen und Komplexität 50 bis 25 Basispunkte bezahlt werden, kostet so ein Sicherheitsgurt 20 Basispunkte. Die AssetAllocation wird immer ein gewisses Potpourri der einzelnen Anlageklassen haben. Entscheidend ist, mit welcher Grundsicherung das Portfolio ausgestattet ist. n

York, Berlin, London und Silicon Valley.

26


Dr. Heinrich Schaller Generaldirektor Raiffeisenlandesbank OÖ

Worauf sind wir vorbereitet? In Zeiten zunehmender Komplexität wird Sicherheit wieder wichtiger. Das spüren wir alle. Doch was verschafft uns Sicherheit? Wenn es schwieriger wird, Zukunft zu planen, hilft nur eines: die beste Vorbereitung. Auf alle möglichen Szenarien, denen Unternehmen in unterschiedlichsten Situationen und Phasen begegnen können. Das bedeutet viel Arbeit für uns als Bank, ja. Vorbereitung ist nie einfach. Doch nur die vorbereitete Bank ist ein guter Partner für die Zeiten, die vor uns liegen.

Raiffeisen Landesbank Oberösterreich

www.rlbooe.at


INFRASTRUKTUR

Megaprojekt. Durch den 2012 von der Porr AG fertig­ gestellten Finnetunnel r­ asen Züge der Deutsche Bahn AG mit bis zu 300 km/h.

1.

2.

3.

MARKTUMFELD

VERANLAGUNG

INTERVIEW

Je mehr die Welt zusammenwächst, desto wich­ tiger wird das Thema Infrastruktur. Ohne funktionierende Straßen ist ein Fortkommen schwer möglich. Investitionen haben zuletzt einen Rekordstand erreicht.

Ein Investment in Infrastruktur wird in Markt­ kreisen als Mischform zwischen Aktien und Anleihen gesehen. Investitions­möglichkeiten gibt es über Aktienfonds sowie über direkte Beteiligungen an Projekten.

Wichtig bei Infrastruktur­ investments ist laut Christian Fingerle von Allianz Capital Partners ein langfristiger Cashflow, der obendrein die Inflation abdeckt. Renditen bis zu acht Prozent jährlich winken.

→ SEITE 30

→ SEITE 32

→ SEITE 34


INFRASTRUKTUR ALS INVESTMENTCHANCE

Die Welt wächst rasant zusammen, während die öffentliche Hand vielerorts bei Infrastruktur­ investments knausert. Dabei stehen in zahlreichen entwickelten Ländern Erneuerungen

­dringend an. In Schwellenländern werden Gelder für den Aufbau gebraucht. Anlegern bieten

TEXT RAJA KORINEK

© PORR AG

sich Chancen auf stetige Cashflows.


RENDITE

DIE BRÜCKENBAUER Investitionen in Infrastruktur haben zuletzt einen Rekordstand erreicht. Und sie werden auch dringend benötigt, denn nur so kann das globale Wirtschaftswachstum weiter angekurbelt werden. TEXT RAJA KORINEK

Investitionen. In Nordamerika wird kräftig in Infrastruktur investiert. Darunter ist auch der kanadische Konzern Canadian Pacific Railway.

W

enn ein Versicherungskon-

2030 jährlich mindestens 3,3 Billionen

zern

US-Dollar investiert werden.

eine

Investitionsent-

Ratingagentur Scope berechnet hat. Der größere Teil floss in Greenfield-Projek-

scheidung trifft, steht eines

Dabei können Investitionen in Kern-

te, also in jene, die neu errichtet werden.

fest: Die Entscheidung wurde gut durch-

infrastrukturen durchaus mit einigen

Bei Brownfield-Projekten handelt es

dacht. Schließlich geht es um Gelder, die

Vorteilen punkten. Sie seien etwa we-

sich hingegen um die Erneuerung oder

für Verpflichtungen gegenüber Kunden

niger konjunktursensibel, sagt Markus

Erweiterung

gebraucht werden. Eine heikle Gratwan-

Pimpl, Senior Vice President der Schwei-

tur sowie um Privatisierungen. Auch

derung, die von den Assekuranzen im-

zer Partners Group. Denn zu den typi-

nach Branchen gibt es Aufteilungen. Die

mer öfter mit Infrastrukturprojekten ge-

schen Merkmalen zählen unter ande-

meisten Investitionen wurden im Ener-

meistert wird. Und das aus gutem Grund,

rem eine lange Nutzungsdauer, „stabile

giesektor getätigt, etwa für die Produk-

zeigt Christian Fingerle, Geschäftsführer

Cashflows und regulatorische Kontrol-

tion, aber auch für die Stromverteilung,

von Allianz ­Capital Partners, im Inter-

len“, so Pimpl. Schließlich kassieren die

während sich der Transport an zweiter

view mit Der Börsianer auf (Seite 34).

Anbieter oftmals Gebühren oder Maut-

Stelle einreiht.

bestehender

Infrastruk-

Dabei werden weltweit inzwischen

zahlungen, sie werden von der öffentli-

Und davon profitieren auch heimi-

mehr als 2,5 Billionen Dollar in den Sek-

chen Hand festgelegt und sind meist an

sche Unternehmen, etwa die Strabag SE.

tor investiert, wie Analysten des US-Be-

die Inflation angepasst. Potenzielle Kon-

Die besten Chancen werden laut Vor-

ratungshauses Ernst & Young (EY) be-

kurrenten haben es zudem schwer, denn

standschef Thomas Birtel in Deutsch-

rechnet haben. Allerdings zieht sich die

Eintrittsbarrieren sind äußerst hoch.

land gesehen, wo der Baukonzern rund

öffentliche Hand vielerorts zunehmend

40 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet.

zurück, während die Urbanisierung vor

Europa an vorderster Stelle

Schon jetzt beschränke dort der Verfall

allem in den Emerging Markets rasant

Spitzenreiter war bisher Europa, seit

der Infrastruktur Unternehmen in ihrer

voranschreitet. Mehr Geld wird also ge-

1994 wurden in der Region 1,3 Milliarden

Tätigkeit, da sie Umfahrungen auskund-

braucht. Tatsächlich müssten laut EY bis

US-Dollar investiert, wie die deutsche

schaften müssten, meint Birtel. Das hat

30


RENDITE

Doch nicht immer sind die Vorha-

gibt es reichlich. In den vergangenen fünf

ben einfach durchzusetzen. Jüngst wur-

Jahren hat etwa der US-Telekomkonzern

de der Flughafen Wien AG der Bau der

Verizon mehr als 80 Milliarden US-Dollar

dritten Piste durch das Bundesverwal-

investiert. American Water Works möch-

tungsgericht untersagt. Begründet wur-

te rund 5,8 Milliarden US-Dollar bis 2018

de dies mit dem Klimawandel. Der Ver-

großteils für Erneuerungen und die Aus-

fassungsgerichtshof hat diese Entschei-

weitung der Kapazitäten investieren.

dung mittlerweile wieder aufgehoben.

In

den

Schwellenländern

spielen

Flughafen-Chef Günther Ofner, der mit

­hingegen Greenfield-Investitionen eine

seiner Beschwerde erfolgreich war, hofft

weitaus größere Rolle. Dort gibt es reich-

nun auf eine neue Chance. Es werde oh-

lich Aufholbedarf. Allein in Asien flossen

nedies auf Umweltverträglichkeit mög-

mehr als die Hälfte der 620 Millionen

lichst viel geachtet. „Nicht ohne Grund

US-Dollar, die seit 1994 investiert wur-

gibt es lange Vorlaufzeiten“, meint Of-

den, in Greenfield-Projekte. Vorreiter ist

ner und mahnt, dass ohne ausreichende

freilich China, das Reich der Mitte hat

Infrastruktur dem Standort Wertschöp-

noch viel vor. Damit wird auch schnell

fungsverluste drohten.

klar: Ein Investment in Infrastruktur dürfte noch auf viele Jahre interessante

USA wollen aufholen

Chancen bieten.

Auch in Nordamerika spielt Infrastruktur eine wichtige Rolle, laut Scope ha-

% MEINE RENDITE

ben entsprechende Investitionen seit

Je mehr die Welt zusammenwächst, des-

1994 gut 980 Millionen US-Dollar er-

to wichtiger wird die Infrastruktur. Ohne

reicht. Geht es nach dem US-Präsiden-

funktionierende Straßen oder Brücken ist

ten Donald Trump, soll allein in den USA

ein Fortkommen schwer möglich. Auch

eine weitere Billion US-Dollar aufgewen-

in den Flug- und Bahnverkehr wird kräf-

det werden, etwa um marode Brücken

tig investiert, um dem weltweit wach-

und Straßen wieder auf Vordermann zu

senden Waren- und Personenverkehr

bei der deutschen Bundesregierung zu

bringen. Den Großteil sollten dabei die

den Weg zu ebnen. Während in entwi-

einem Umdenken geführt. „Bis 2030

Bundesstaaten, Gemeinden und Unter-

ckelten Ländern ein guter Teil der Inves-

sind Investitionen von rund 265 Milli-

nehmen beisteuern. Wobei schon jetzt

titionen in Erneuerung fließt, wandert

arden Euro für leistungsfähigere Ver-

mächtige Konzerne jenseits des Atlan-

vor allem in Asien der Großteil der Gelder

kehrsnetze geplant.“

tiks große Summen aufwenden. Beispiele

in die Errichtung neuer Infrastruktur. n

© CANADIAN PACIFIC RAILWAY

Wichtiger rechtlicher Hinweis: Diese Marketingmitteilung ist weder ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Fondsanteilen noch eine Einladung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder Wertpapiernebendienstleistung abzugeben. Die Fondsbestimmungen wurden zuletzt mit Bescheid vom 23.02.2011, GZ FMA-IF25 7217/0001-INV/2011, der Finanzmarktaufsicht genehmigt. Die Änderung der Fondsbestimmungen wurde am 04.03.2011 im Amtsblatt der Wiener Zeitung veröffentlicht und trat am 06.06.2011 in Kraft. Der Prospekt und das Kundeninformationsdokument (KID) ist jeweils in deutscher Sprache in der Semper Constantia Invest GmbH und deren Depotbank Semper Constantia Privatbank AG, beide 1010 Wien, Heßgasse 1, sowie unter www.semperconstantia.at kostenfrei erhältlich. Wertentwicklungen in der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf zukünftige Entwicklungen zu. Die Marketingmitteilung ist allgemeiner Natur, die nicht die individuelle Situation der Anleger berücksichtigt, sich durch gesetzliche Änderungen jederzeit ändern kann und eine Beratung durch einen Anlageberater nicht ersetzt. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr. Bitte lesen Sie vor der Zeichnung von Anteilen den Prospekt und das KID, in denen die mit diesem Fonds verbundenen Risiken angeführt sind. Zuständige Behörde: Finanzmarktaufsicht, 1090 Wien, Otto-Wagner-Platz 5

Mozart One MORNINGSTAR

in der Kategorie Mischfonds EUR flexibel – Global

Zuletzt: 1 Jahr Platz 1 von 435 3 Jahre Platz 5 von 333 5 Jahre Platz 1 von 236

Europäischer Aktienfonds mit rot-weiß-rotem Anstrich. ISIN (A): AT0000A0KML1 ISIN (T): AT0000A0KLE8

Matejka & Partner Asset Management GmbH

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RENDITE

© VINCI / JUAN MORENO ESPINEL

ERTRAGREICHE BAUSTEINE

Favorit. Der französische Mautstraßenbetreiber Vinci zählt zu den Lieblingen der Infrastruktur-Fondsmanager.

Geschickte Fondsmanager können durchaus ansehnliche Renditen mit einem Infrastrukturinvestment erzielen. Die Anlagechancen sind vielfältig, ein genauer Blick lohnt sich. TEXT RAJA KORINEK

D

as

anhaltende Tiefzinsumfeld

meint Bonvin. Investitionsmöglichkei-

zent allein in den vergangenen fünf Jah-

macht die Suche nach einer kon-

ten gibt es zahlreiche, etwa Aktienfonds,

ren. Im Bereich der Transporte stünden

servativen Veranlagung schwie-

die in Infrastrukturunternehmen inves-

vor allem Autobahngesellschaften im

rig. Da können Investments in Infra-

tieren. Zu den Topfavoriten der Fonds-

Vordergrund, erklärt Bonvin. Ein weite-

struktur eine Lösung bieten. Viele Un-

manager zählen etwa der französische

res Thema ist die rasante Zunahme des

ternehmen aus dem Sektor haben Betrei-

Mautstraßenbetreiber Vinci, die Cana-

Datenverkehrs. Die mobile Infrastruk-

berverträge fixiert und kassieren damit

dian Pacific Railway, aber auch American

tur müsse ausgebaut, mehr Bandbreite

langfristig staatlich geregelte Gebühren.

Water Works oder der kanadische Crown

zur Verfügung gestellt werden.

Verständlich, wenn Eric Bonvin, Leiter

Castle International. Der Konzern errich-

des Portfolio-Managements bei der BZ

tet unter anderem Handymasten.

Auch regional hat Bonvin klare Vorstellungen. Der Schwerpunkt liegt zur Gänze auf Europa und Nordamerika.

Bank AG, auf den anleiheähnlichen Charakter der Beteiligungspapiere der Unter-

Entwickelte Märkte bevorzugt

„Schließlich ist es schwierig, aus der Fer-

nehmen verweist. „Im Gegensatz zu An-

Einer, der es über mehrere Jahre an die

ne zu beurteilen, wie sich Regulierungen

leihen sind die Cashflows weniger sicher.

Spitze schafft, ist der BZ Fine Funds – BZ

in den Schwellenländer entwickeln wer-

Sie sind aber besser pro­gnostizierbar als

Fine Infra (ISIN LU0574145370) – mit ei-

den, um sich optimal zu positionieren.“

bei gewöhnlichen Aktien­ investments“,

nem jährlichen Plus von mehr als 17 Pro-

Etwas mehr Spielraum lässt sich der Part-

32


RENDITE

ners Group Listed Investments SICAV -

GB00B2PDRD99 für Großanleger) konn-

liegt bei rund zwei Milliarden Euro, wobei

Listed Infrastructure (LU0263855479 für

te in den vergangenen fünf Jahren gut 15

Vermögenswerte aus den Bereichen Ver-

Privatanleger, LU0263854829 für Groß-

Prozent per anno zulegen, gemessen an

sorgung, Energie und Transportwesen in

anleger) –, bei dem die Tranche für Pri-

der Privatanlegertranche. Fondsmanager

Europa gekauft werden. Beim bereits ge-

vatanleger ein jährliches Plus von rund 13

Peter Meany sieht strukturelle Wachs-

schlossenen Vorgänger, dem EDIF I, liegt

Prozent auf fünf Jahre erzielte. Zwar liegt

tumstreiber zum Beispiel im wachsenden

zudem die jährlich angestrebte inter-

der primäre Fokus laut Markus Pimpl,

Luft- und Straßenverkehr, Smart Meters,

ne Verzinsung langfristig zwischen zehn

Senior Vice President bei Partners Group,

Flüssiggasterminals oder den Ausbau der

und 15 Prozent.

auf Nordamerika und Europa. „Der An-

Handynetzwerke. Als konkretes Beispiel

Beim Aquila Capital European Hyd-

teil der Schwellenländer kann aber bis

führt Meany Transurban an, einen aust-

ropower Fund SICAV-SIF liegt die Min-

zu 30 Prozent ausmachen.“ Auch hier

ralischen Mautstraßenbetreiber mit ei-

destsumme bei zehn Millionen Euro.

wird das regulatorische Umfeld unter die

ner gefestigten Marktposition in den drei

Dabei ermöglicht der Fonds Zugang zu

Lupe genommen. Einzelne Sektorwet-

größten Städten Australiens.

einem diversifizierten Portfolio europä-

ten würden nicht eingegangen, dennoch

Mit großen Summen können sich ins-

ischer Wasserkraftanlagen, wie es heißt.

hält man nach günstigen Bewertungen

titutionelle Investoren mittels geschlos-

Die angestrebte interne Verzinsung liegt

Ausschau. „Auswirkungen des Klima-

sener Fonds an Direktinvestments be-

bei jährlich sieben bis neun Prozent, die

wandels und der Umweltverschmutzung

teiligen. Die Fonds investieren das Geld

Laufzeit voraussichtlich bei 20 Jahren.

führen in China zu vermehrten Infra-

direkt in Infrastruktur – und nicht in

strukturinvestitionen“, sagt Pimpl.

Wertpapiere. Einer der größten Anbieter

% MEINE RENDITE

in

ist Macquarie, wobei das Mindestinvest-

Ein Investment in Infrastruktur wird in

Schwellenländern können Privatanleger

ment bei rund zehn Millionen Euro liegt.

Marktkreisen schon fast als Mischform

über das Solactive N-11 Infrastructure In-

Auch die die First State Investments

zwischen Aktien und Anleihen gese-

dex Zertifikat (DE000DB1N113) der Deut-

mischt mit. Philippe Taillardat, eben-

hen. Schließlich werden regelmäßig –

sche Bank X-Markets investieren. Wäh-

dort Co-Head des Infrastructure-Invest-

und staatlich geregelte – Gebühren und

rungsgeschützt bietet Unicredit One-

ment-Managements, erklärt: „Direktin-

Tarife kassiert. Damit sind die Cash-

markets die HBV-Garant-Cap-Anleihe

vestments weisen eine geringere Volati-

flows relativ übersichtlich, man ist aber

4/2025 auf einen Infrastrukturaktienkorb

lität als der Aktienmarkt auf, vor allem da

trotzdem einem allgemeinen Marktrisi-

(DE000HVB2027), die auf Unternehmen

ihre Bewertungen nur alle sechs bis zwölf

ko ausgesetzt. Chancen gibt es etwa mit

aus Europa und Nordamerika setzt.

Monate durchgeführt werden.“ Bei First

Aktienfonds aus der Branche. Mit gro-

State Investments kann man sich derzeit

ßen Summen kann auch direkt in Infra-

Direktinvestments für große Summen

ab fünf Millionen Euro am European Di-

struktur investiert werden. Hier poolen

Der First State Global Listed Infrastruc-

versified Infrastructure Fund II (EDIF II)

Fondsanbieter die Gelder für den Direkt-

ture Fund (GB00B2PDR286 für Private,

beteiligen. Das Zielvolumen des Fonds

kauf. n

In

Infrastrukturunternehmen

Wir holen die Welt nach Österreich.

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RENDITE

CHRISTIAN FINGERLE

„MAN VERANLAGT IN EIN MONOPOL“ Infrastrukturinvestments haben ein attraktives Risiko-Rendite-Profil, sagt Christian Fingerle, Geschäftsführer von Europas Marktführer Allianz Capital Partners.

© ALLIANZ CAPITAL PARTNERS

TEXT RAJA KORINEK

Liquidität. Wichtig ist für den Leiter des Infrastrukturbereichs ein langfristiger Cashflow, der die Inflation abdeckt.

Herr Fingerle, die Allianz Capital Partners,

ments in Eon AG oder RWE AG. Inzwi-

lung nicht vom Kapitalmarkt, sondern

die Gelder der Allianz Versicherung veran-

schen muss aber aufgrund von Solven-

davon ab, ob der Wind bläst und welche

lagt, ist in Europa der größte Infrastruktur­

cy II die Volatilität von börsennotierten

Einspeisetarife bezahlt werden. Infra-

investor. Inklusive des Bereichs erneuerbare

Aktien bei der Bilanzierung viel stärker

strukturinvestments haben also ein at-

Energien sind es 9,2 Milliarden Euro. Worin

berücksichtigt werden. Damit sind sie

traktives Risiko-Rendite-Profil, da das

liegt der Reiz? – Als wir 2004 den Bereich

im Vergleich zu damals wesentlich we-

Risiko grundsätzlich niedriger ist als

erneuerbare Energien aufbauten, inves-

niger interessant.

auf den Aktienmärkten. Hinzu kommt,

tierten wir vorwiegend in Private Equity

dass die Produkte oder Dienstleistungen

und Immobilien. Es gab aber erste An-

Weil Sie dafür nun mehr Kapital vorlegen

schwer austauschbar sind. Man veran-

zeichen neuer regulatorischer Anforde-

müssen? – So ist es. Und das ist dann

lagt praktisch in ein Monopol.

rungen, die auf die Investments der Ver-

gebunden. Schwierig wird es vor al-

sicherer Auswirkungen haben würden.

lem während einer Börsenkrise, wenn

Wie schaut es aber mit Solvency II bei In-

Letztendlich dreht sich ja das grundle-

Marktschwankungen

zu-

vestments abseits der Börse aus? – Auch

gende Thema um eine vernünftige Er-

nehmen. Dann nützt oft das beste Ge-

Infrastrukturinvestments haben gewis-

füllung langlaufender Verpflichtungen

schäftsmodell einzelner Unternehmen

se Kapitalkosten. Je nach Größe des Ver-

gegenüber unseren Kunden. Und dazu

nichts. Anders hingegen bei einem In­

sicherers kann man sich aber entweder

reichten früher Anlagen in Dividenden-

frastrukturinvestment, etwa bei unse-

dem Standardmodell anschließen oder

titel wie beispielsweise Aktieninvest-

ren Windparks. Hier hängt die Entwick-

eigene Risikomodelle entwickeln. Die

34

allgemein


RENDITE

Allianz hat dabei ein eigenes Risikomo-

Wie finden Sie neue Projekte? – Man kann

unseren Portfolios erzielen wir letztend-

dell entwickelt, was dazu führt, dass man

zum Beispiel nach Sektoren unterschei-

lich gut fünf bis acht Prozent pro Jahr.

noch genauer nach Risikogehalt abstu-

den und Projekte in den Bereichen Ener-

fen kann.

gie,

Kommunikation

In welchen Bereich ist die Allianz dabei am

aufsuchen. Damit geht auch ein unter-

stärksten investiert? – Schon seit Jahren

Und wie schätzen Sie Risiken konkret ein?

schiedliches Rendite-Risiko-Profil ein-

spielt bei uns die Stromproduktion eine

– Wir prüfen unsere Investitionsobjek-

her. Wichtig ist für uns jedenfalls immer

Rolle, wobei wir ausschließlich auf er-

te über Monate, zum Teil über Jahre, und

ein langfristiger Cashflow, der obendrein

neuerbare Energien setzen. Der zwei-

setzen uns gemeinsam mit Beratern mit

die Inflation abdeckt.

te größte Anteil entfällt auf Gas- und

den

Geschäftsmodellen

Transport

oder

Stromnetze, wozu auch die Gas Connect

auseinander.

Dabei errechnen wir auch ein sogenann-

Welche Unterscheidungen gibt es noch? –

Austria beiträgt. Zudem haben wir heuer

tes Worst-Case-Szenario und schauen,

Man kann auch regional vorgehen. Wir

in ein italienisches Mautstraßennetz in-

welche Zahlungsflüsse selbst dann mög-

sind hauptsächlich in Europa investiert,

vestiert sowie in ein britisches Wasser-

lich wären, wenn unvorhersehbare Er-

aber auch ein wenig in Nordamerika und

netz.

eignisse eintreten. Schaut dann noch im-

in weiteren Länder. Wo wir hingegen

mer ein vernünftiger Ertrag heraus, wür-

nicht investieren wollen, ist in Länder

% MEINE RENDITE

den wir das Projekt in Betracht ziehen.

mit autokratischen Systemen oder ei-

Die Allianz Capital Partners, die Gelder

ner geringen Rechtssicherheit. Weiter-

des deutschen Versicherungsriesen ver-

Norwegen hat allerdings Ende 2016 die

hin unterscheiden wir zwischen einem

anlagt, hat einen großen Schwerpunkt

Durchleitungsgebühren für die Gaspipe-

Greenfield- und einem Brownfield-In-

auf Infrastrukturinvestments gesetzt.

line Gassled, an der Sie auch beteiligt sind,

vestment. Bei Ersterem wird ein Projekt

Verständlich, angesichts der historisch

um 90 Prozent gesenkt. Ein Restrisiko bleibt

neu auf der grünen Wiese aufgestellt, es

tiefen Zinsen. Zugleich erschweren Re-

wohl immer? – Hier gibt es ein laufendes

gibt damit auch ein Entwicklungsrisiko.

gulierungen wie Solvency II eine Veran-

Verfahren. Denn der Staat hat die Sen-

Bei einem Brownfield-Investment kauft

lagung in Dividendentitel, die historisch

kung im Nachhinein beschlossen, was

man hingegen bestehende Infrastruk-

stabile Cashflows geliefert hatten, be-

für uns freilich eine negative Überra-

turprojekte. Dabei sind Greenfield-In-

tont Christian Fingerle. Während bei ei-

schung war. Nun sind die Gerichte am

vestments vor allem in Schwellenlän-

nem Investment in Infrastruktur Rendi-

Zug, und wir werden alles tun, um die

dern ein großes Thema, dort ist reichlich

ten bis zu acht Prozent jährlich winken,

Beteiligten davon zu überzeugen, dass

Nachholbedarf. Anders in den entwickel-

sollte man die Risiken nicht unterschät-

dies nicht durchführbar ist. Letztend-

ten Märkten, hier geht es vor allem um

zen. So hat etwa der norwegische Staat

lich wurde damit zwar unsere Rendite

Erneuerung. Deshalb ist auch das Risiko

die Netztarife für die Gasleitung dras-

geschmälert, das Kapital aber nicht ge-

niedriger, die Nachfrage sehr hoch. Und

tisch gesenkt, was zu einem langjährigen

fährdet.

das schmälert wiederum die Rendite. In

Rechtsstreit geführt hat. n

Handeln ohne Jetlag.

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RENDITE

BÖRSENWETTER

THOMAS NEUHOLD Chefanalyst Österreich, Kepler Cheuvreux

„Kaufen würde ich aktuell Andritz, Post, CA Immo, Palfinger, Immofinanz, VIG, Zumtobel, UBM und Voestalpine, verkaufen Amag, OMV, Telekom Austria, Verbund und Wienerberger.“

YEAR-TODATE-TRENDS DER ­WELTBÖRSEN

LONDON (FTSE 100) 7.463,54 I 4,49 %

TORONTO (TSX) 15.192,54 I -0,62 %

PARIS (CAC 40) 5.263,31 I 8,25%

NEW YORK (DJIA) 21.384,28 I 8,21 % POSITIVE PERFORMANCE (YTD)

NEW YORK (NASDAQ) 6.151,758 I 14,28 %

NEGATIVE PERFORMANCE (YTD)

EUROPA (DJ EURO STOXX 50) 3.543,88 I 7,70 % MEXIKO-STADT (IPC) 49.203,36 I 7,80 %

WELT (DJ GLOBAL) 360,41 I 10,54 %

KOMMENTAR

BUENOS AIRES (MERVAL) 21.291,38 I 25,85 %

WOLFGANG HABERMAYER Geschäftsführer Merito Financial Solutions

FRITZ MOSTBÖCK Head of Group Research, Erste Group Bank AG

REFORMCHANCEN FÜR EUROPA Die globalen Aktienmärkte sind nach der starken Performance seit den US-Präsidentschaftswahlen im November 2016 inzwischen nicht mehr

„RBI, CA Immo, Agrana, Palfinger und S Immo würde ich kaufen. Reduzieren sollte man weiterhin Porr.“

günstig bewertet. Die Aktienrally ist jedoch nicht ausschließlich auf eine Bewertungsausweitung zurückzuführen, sie wird auch von guten Unternehmensergebnissen im ersten Quartal 2017 unterstützt. Im Juni hat die amerikanische Notenbank die nächste Zinserhöhung durchgeführt, wir erwarten davon aber keine großen Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Die Reflationserwartungen sind in den letzten Monaten

ROLAND NEUWIRTH Fondsmanager, Salus Alpha

deutlich gesunken, wodurch die Notenbanken ihre expansive Geldpolitik noch länger fortsetzen dürften. In Europa ergibt sich dank guter Konjunkturdaten und der bisherigen Wahlergebnisse für die politische Führung die Chance, dringende Reformen umzusetzen. Eine Fortset-

„Kaufen kann man derzeit Uniqa, ­ grana, Immofinanz und Strabag. A ­Abraten würde ich von SBO, OMV, Semperit und Kapsch.“

zung der schwächeren Tendenz des US-Dollars im Vergleich zum Euro wird durch diese Entwicklungen begünstigt. Positiv ist außerdem zu werten, dass trotz vieler Differenzen im Schlusskommunique des G7Gipfels, der vor kurzem stattgefunden hat, ein klares Bekenntnis zu freiem Handel und gegen Protektionismus abgegeben wurde.

36


RENDITE

EDUARD BERGER Vorstand, Wiener Privatbank SE

„Meine Topaktien sind RBI, ­Immofinanz, Andritz und die Voestalpine. Derzeitiger Flop ist Zumtobel.“

STOCKHOLM (OMX 30) 1.635,93 I 7,83 %

FRANKFURT (DAX) 12.752,73 I 11,08 %

WARSCHAU (WIG 20) 2.304,5 I 18,31 %

WIEN (ATX) 3.102,19 I 18,48 %

SCHANGHAI (SHCOMP) 3.123,02 I 1.17 %

ZÜRICH (SMI) 8.963,29 I 9,04 %

SEOUL (KOSPI) 2.361,83 I 16,55 % TOKIO (NIKKEI 225) 19.943,26 I 4,34 %

ATHEN (ATHEX) 806,12 I 25,24 % HONGKONG (HANG SENG) 25.626,49 I 16,48 %

BERND MAURER Chefanalyst, Raiffeisen Centrobank AG

AFRIKA (DJ AFRICA TITANS 50) 522,43 I 3,84 %

„Eine Kaufempfehlung gebe ich erneut für Agrana und EVN. Darüber hinaus kann man VIG und ­Wienerberger kaufen. Verkaufen würde ich Semperit und Wolford.“

SYDNEY (ALL ORDINARIES) 5.808 I 1,55 %

Adidas, BMW & Co.

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RENDITE

KURSE TOP/FLOP-PERFORMER AKTIENKURSE DIE 20 TOP/FLOP-AKTIEN DER WIENER BÖRSE 2017 (YTD) UNTERNEHMEN ISIN KURS YTD   % YTD HIGH YTD LOW 1 J   % 1 J VOLA 3 J   % 3 J VOLA

Warimpex AG

AT0000827209 1,360 76,62 % 1,375 0,799 130,90 % 40,82 –0,05 36,56 ↑

Polytec Holding AG

AT0000A00XX9 17,650 69,96 % 18,380 10,400 165,25 % 26,37 110,17 % 26,76 ↑

FACC AG

AT00000FACC2 7,830 53,23 %

SW Umwelttechnik AG

AT0000808209 9,500 52,73 % 10,010 6,500 38,69 % 45,28 52,00 % 58,28 ↑

Flughafen Wien AG

AT00000VIE62 33,035 41,18 % 35,315 23,585 36,05 % 22,35 90,13 % 21,91 ↑

Wiener Privatbank SE

7,830

5,225

86,43 %

27,47

n. a.

n. a.

AT0000741301 10,650 39,86 % 11,900 7,700 54,35 % 29,46 62,60 % 24,74 ↑

Lenzing AG

AT0000644505 159,200 38,43 % 178,950 109,650 98,28 % 33,25 219,94 % 31,07 ↑

OMV AG

AT0000743059 46,090 37,34 %

Palfinger AG

50,210 32,365 87,32 % 24,64 46,32 % 27,68 ↑

AT0000758305 38,880 35,94 % 39,500 29,300 46,72 % 23,86 37,14 % 31,41 ↑

Amag Austria Metall AG

AT00000AMAG3 44,995 35,32 % 46,000 33,640 42,84 % 19,33 79,98 % 21,51 ↑

S Immo AG

AT0000652250 13,215 32,15 % 13,215 9,901 52,42 % 21,72 124,97 % 23,27 ↑

Oberbank AG VZ

AT0000625132 67,800 29,14 % 68,000 52,000 72,96 % 7,50 80,80 %

Oberbank AG ST

AT0000625108 77,800 29,02 % 78,200 60,360 38,43 % 5,63 55,60 % 4,22 ↑

Raiffeisen Bank International AG

AT0000606306 22,255 28,05 % 24,440 17,665 97,38 % 33,81 –12,16 % 41,89 ↑

CA Immobilien Anlagen AG

4,91 ↑

AT0000641352 22,295 27,66 % 22,295 17,455 46,01 % 18,12 60,92 % 22,48 ↑

Kapsch Traffic Com AG

AT000KAPSCH9 47,500 27,33 % 49,255 35,005 51,85 % 24,78 31,94 % 30,43 ↑

Österreichische Post AG

AT0000APOST4 40,400 26,69 % 40,400 32,430 37,84 % 17,17 11,96 % 19,67 ↑

Wienerberger AG

AT0000831706 20,835 26,31 % 22,445 16,845 32,29 % 34,60 64,83 % 33,35 ↑

Telekom Austria AG

AT0000720008 6,950 23,89 % 7,405 5,548 30,76 % 17,51 –2,35 % 20,73 ↑

Frauenthal Holding AG

AT0000762406 17,200 22,86 % 17,500 13,800 51,54 % 19,25 73,91 % 22,31 ↑

ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007

www.rcb.at

Porr AG

AT0000609607 28,420 –26,98 % 41,310 28,420 6,54 % 33,63 20,13 % 33,54 ↓

Schoeller Bleckmann AG

AT0000946652 61,370 –19,81 % 77,970 60,820 13,77 % 33,65 –33,98 % 36,01 ↓

Maschinenfabrik Heid AG

AT0000690151 2,000 –16,67 % 2,401 2,000 –4,76 % 22,58 –13,38 % 64,36 ↓

Wolford AG

AT0000834007 17,600 –15,38 % 21,450 17,585 –30,64 % 18,10 –25,74 % 17,71 ↓

KTM Industries AG

AT0000820659 4,735 –7,14 % 5,800 4,640 31,53 % 28,66 171,35 % 37,51 ↓

Agrana Beteiligungs-AG

AT0000603709 107,150 –5,05 % 126,200 92,320 14,00 % 20,79 22,40 % 21,15 ↓

Valneva SE

FR0004056851 2,990 –4,17 %

Ottakringer Getränke AG

AT0000758032 64,000 –1,51 % 69,690 61,510 –4,48 % 38,54 43,82 % 45,53 ↓

Semperit AG

AT0000785555 25,640 –0,45 % 30,695 24,045 –6,76 %

AT&S AG

AT0000969985 9,300 –0,11 % 10,665 9,250 –13,37 % 27,06 –3,02 % 31,03 ↓

3,190 2,450 28,93 % 35,51 –48,45 % 43,53 ↓ 26,11 –40,77 % 31,88 ↓

Cleen Energy AG

AT0000A1PY49 4,510 0,00 %

Oesterreichische Staatsdruckerei AG

AT00000OESD0 15,000 0,00 % 16,240 14,500 0,00 % 17,81 23,97 % 16,36 ↓

Ottakringer Getränke AG ST

AT0000758008 88,000 0,00 % 95,000 81,000 –9,28 % 27,72 1,16 % 30,61 ↓

Bank für Tirol und Vorarlberg AG VZ

AT0000625538 19,300 1,58 % 20,000 19,000 1,58 % 5,82 16,27 % 9,83 ↓

n. a.

n. a.

n. a.

n. a.

n. a.

n. a.

Gurktaler AG VZ

AT0000A0Z9H1 6,000 1,69 % 6,240 5,900 20,00 % 31,71 9,09 % 49,34 ↓

Stadlauer Malzfabrik AG

AT0000797303 82,500 3,13 % 83,500 78,500 –7,30 % 27,20 44,74 % 26,59 ↓

Atrium European Real Estate LTD

JE00B3DCF752 4,053 3,13 % 4,090 3,750 7,42 % 16,94 –7,91 % 20,68 ↓

Do & Co AG

AT0000818802 64,630 3,54 % 69,440 57,070 –22,76 % 31,43 43,62 % 30,96 ↓

Josef Manner & Comp. AG

AT0000728209 57,000 3,62 % 60,500 52,020 14,00 % 36,33 4,03 % 29,50 ↓

Schlumberger AG ST

AT0000779061 26,160 3,65 % 26,300 24,000 18,10 % 19,60 18,96 % 27,51 ↓ QUELLE:

38


RENDITE

FONDSKURSE DIE 40 TOP/FLOP-ÖSTERREICH-FONDS (THESAURIERT) 2017 (YTD) VOLUMEN FONDSNAME ISIN KURS YTD % YTD HIGH YTD LOW 1 J % 1 J VOLA 3J % 3 J VOLA (MIO. EURO)

3 Banken Österreich-Fonds

AT0000662275 35,16 24,10 % 35,78 28,24 46,49 % 12,86 42,01 % 15,51 163,23 ↑

Raiffeisen ÖsterreichAktien

AT0000805189 219,26 22,19 % 223,32 178,64 43,63 % 14,12 34,31 % 16,66 135,80 ↑

Meinl Equity Austria

AT0000859368 167,10 21,62 % 169,26 136,65 45,77 % 13,01 11,19 % 10,26 4,74 ↑

ComStage ATX UCITS ETF

LU0392496690 37,20 21,30 % 38,11 31,10 52,51 % 16,23 29,16 % 18,46 14,88 ↑

PIA – Austria Stock

AT0000767736 95,55 21,03 % 97,38 78,32 43,00 % 13,59 26,54 % 15,94 274,11 ↑

Amundi Österreich Plus

AT0000A05TF3 98,36 20,27 % 99,55 81,04 45,84 % 14,56 30,61 % 16,56 18,55 ↑

Meinl ATX Fonds

AT0000A1AWA2 141,86 20,02 %

Kepler Österreich AF

AT0000647698 340,30 19,63 %

353,05 282,98 43,82 % 14,13 24,52 % 16,78 43,86 ↑

ViennaStock

AT0000952460 291,11 19,14 %

296,25 242,14 43,00 % 13,43 27,26 % 15,59 39,32 ↑

SemperShare Austria

AT0000815030 153,19 19,14 % 156,39 127,27 45,31 % 14,83 30,75 % 18,04 21,40 ↑

Allianz Invest Austria Plus

145,13

116,79

49,94 %

16,52

n. a.

n. a.

AT0000611405 120,91 18,40 % 123,37 101,20 45,30 % 13,94 25,33 % 16,12

RT Österreich Aktienfonds

AT0000497292 10,40 17,91 % 10,57

n. a.

6,61 ↑

8,74 37,93 % 13,57 24,25 % 15,59 545,28 ↑

Zukunftsvorsorge Aktienfonds

AT0000659644 19,83 17,90 % 20,07 16,75 40,34 % 10,67 20,33 % 11,79 1018,44 ↑

ESPA Stock Vienna

AT0000858147 102,48 17,78 % 104,13 86,25 37,47 % 13,42

ESPA Stock Vienna

AT0000813001 149,20 17,78 % 151,61 125,57 37,45 % 13,43 23,47 % 15,41 70,25 ↑

Real Invest Austria Mündelrent OÖ Apollo Mündel

0,23 15,41 70,25 ↑

AT0000634365 14,55 0,76 % 14,55 14,44 2,15 % 0,49 8,18 % 0,49 3289,00 ↑ AT0000A0GWS3 112,01 0,21 % 112,01 111,51 0,16 % 0,53 0,30 % 1,50 110,97 ↑ AT0000746961 12,61 –0,08 % 12,64 12,53 –0,15 % 1,26 3,83 % 1,49 71,59 ↑

TirolRent

AT0000832597 25,31 –0,12 % 25,37 25,24 –0,04 % 0,88 3,31 % 0,92 34,49 ↑

ESPA Reserve Euro-Mündel

AT0000A0EU62 102,18 –0,13 % 102,39 102,06 –0,40 % 0,33 –0,44 % 0,34 50,65 ↑

ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007

www.rcb.at

VB Mündel-Flex

AT0000A0S6L8 114,82 –3,92 % 119,19 114,46 –4,59 % 3,61 3,62 % 3,82 79,66 ↓

VB Mündel-Rent

AT0000A0HR15 933,58 –1,28 % 942,92 920,60 –2,24 % 4,37 9,54 % 4,52 181,67 ↓

SemperBond Austria

AT0000737663 92,58 –1,12 % 93,62 92,58 –1,30 % 0,77 –1,47 % 0,83 9,06 ↓

ESPA Bond Euro Mündelrent

AT0000812995 14,50 –0,96 % 14,62 14,31 –1,88 % 3,86 8,94 % 4,12 453,31 ↓

Allianz Invest Vorsorgefonds

AT0000721360 130,08 –0,88 % 131,02 128,79 –0,86 % 2,57 2,58 % 3,45 82,75 ↓

Amundi Mündel Rent

AT0000719273 117,01 –0,70 % 117,71 116,02 –1,38 % 2,73 5,74 % 3,04 314,68 ↓

Meinl Capitol

AT0000859301 60,32 –0,68 % 60,74 60,24 –0,83 % 0,92 0,56 % 1,02 5,47 ↓

Schoellerbank Vorsorgefonds

AT0000820402 117,94 –0,63 % 118,68 117,37 –0,76 % 1,45 3,25 % 1,57 80,63 ↓

AustroMündelRent

AT0000801246 132,03 –0,58 % 132,85 130,78 –0,98 % 2,66 8,11 % 3,38 64,09 ↓

Raiffeisen ÖsterreichRent

AT0000805163 12,89 –0,54 % 12,96 12,86 –0,70 % 1,24 1,79 % 1,42 353,83 ↓

Hypo Mündel Fonds

AT0000A0KQQ1 10,23 –0,39 %

PIA – Mündel Bond

AT0000813068 13,06 –0,38 %

10,27

10,13

–1,02 %

2,16

0,33 %

2,40

n. a.

13,11 12,98 –0,49 % 1,77 4,13 %

1,81 257,75 ↓ 1,81 257,75 ↓

PIA – Mündel Bond

AT0000674874 14,54 –0,34 % 14,60 14,45 –0,48 % 1,81 4,15 %

Kepler Vorsorge Rentenfonds

AT0000722566 138,31 –0,32 % 138,84 136,79 –1,11 % 2,42 4,01 % 2,79 361,96 ↓

Spängler IQAM SparTrus

AT0000817960 159,11 –0,31 % 159,68 157,94 –0,35 % 1,98 9,72 % 3,46 308,99 ↓

Gutmann Mündelsicherer Anleihefonds AT0000A0CG05 9,42 –0,30 %

9,48

9,31

–0,61 %

2,42

5,40 %

2,47

n. a.

Tirolpension

AT0000A0VKV1 8,03 –0,25 % 8,05

Sparda Rent

AT0000855416 131,74 –0,20 % 132,12 131,48 –0,16 % 0,75 3,22 % 0,88 35,52 ↓

Amundi Mündel Rent

AT0000810429 106,25 –0,20 % 106,48 106,16 –0,49 % 0,45 –0,05 % 0,52 59,19 ↓

Hypo Rent

AT0000611157 10,22 –0,20 % 10,25

7,99 –0,45 % 1,52 2,97 % 1,60 10,59 ↓

10,13 –0,87 % 2,27 6,37 % 3,24 223,48 ↓ QUELLE:

39


RENDITE

ANLEIHENKURSE DIE 36 TOP/FLOP-CORPORATE-PRIME-ANLEIHEN DER WIENER BÖRSE (YTM) VOLUMEN ANLEIHENNAME ISIN KURS YTM %** YTD HIGH YTD LOW (MIO. EURO)

VERZINSUNG FÄLLIGKEIT

TYP

Photon Energy NV 8,000 % 2018

DE000A1HELE2 100,00 8,24 %*

n. a.

n. a.

7,53

8,00 %

12.03.2018

Fix

WEB Windenergie AG 5,250 % 2023

AT0000A0Z785 95,00 6,25 %*

n. a.

n. a.

7,15

5,25 % 08.04.2023

Fix

AT0000A191A9 109,00 5,94 %*

n. a.

n. a.

3,55

6,50 % 07.10.2070

Fix

WEB Windenergie AG 5,500 % 2023

AT0000A0Z793 100,00 5,50 %*

n. a.

n. a.

6,39

5,50 % 08.04.2023

Fix

Sanochemia Pharmazeutika AG 7,750 % 2017

DE000A1G7JQ9 101,50 4,40 %*

n. a.

n. a.

10,00

7,75 % 06.08.2017

Fix

WEB Windenergie AG 3,500 % 2019

AT0000A191B7 97,80 4,39 %*

n. a.

n. a.

10,57

3,50 %

Fix

UBM Realitätenentwicklung AG 4,875 % 2019

AT0000A185Y1 104,72 2,81 % 105,68 104,60

WEB Windenergie AG Hybrid-Anleihe 6,500 %

200,00

07.10.2019

4,87 % 09.07.2019 Fix ↑

WEB Windenergie AG 4,000 % 2018

AT0000A0Z7A0 101,51 2,64 %*

S Immo AG 3,250 % 2025

AT0000A1DBM5 106,25 2,40 % 108,00 106,25

33,99

3,25 % 09.04.2025 Fix ↑

S Immo AG 3,250 % 2027

AT0000A1DWK5 109,00 2,25 % 109,00 105,50

65,00

3,25 % 21.04.2027 Fix ↑

Swietelsky Baugesellschaft 4,625 % 2019

AT0000A0WR40 106,70 2,01 % 106,70 106,70

74,09

4,62 % 12.10.2019 Fix ↑

89,74

4,50 %

AT0000A0WQ66 105,00 1,51 % 106,30 105,00

57,80

4,62 % 05.10.2018 Fix ↑

CA Immo AG 2,750 % 2022

AT0000A1CB33 106,85 1,33 % 106,92 106,22

175,00

2,75 % 17.02.2022 Fix ↑

Porr AG 3,875 % 2019

AT0000A19Y28 106,96 1,24 %

108,28 106,80

56,26

3,87 % 28.10.2019 Fix ↑

Novomatic AG 3,000 % 2021

AT0000A182L5 108,59 0,98 % 109,58 107,86

200,00

3,00 % 23.06.2021 Fix ↑

150,00

4,50 % 01.10.2019 Fix ↑

S Immo AG 4,500 % 2021 Cross Industries AG 4,625 % 2018

Egger Holzwerkstoffe 4,500 % 2019

AT0000A177D2 110,50 1,95 %*

AT0000A0WNP5 109,19 0,94 %

n. a.

n. a.

n. a.

n. a.

110,13 108,13

ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007

7,95

4,00 % 08.04.2018

17.06.2021

Fix

Fix

www.rcb.at

Swietelsky Baugesellschaft 5,375 % 2017

AT0000A0H2Z0 101,00 –0,89 % 101,35 101,00

55,55

5,37 % 12.04.2017 Fix ↓

KTM AG 4,375 % 2017

AT0000A0UJP7 100,91 –0,36 % 101,79 100,83

85,00

4,37 % 24.04.2017 Fix ↓

AT0000A0KSM6 103,47 0,04 % 104,00 103,29

150,00

5,00 % 27.10.2017 Fix ↓

Novomatic AG 5,000 % 2017 Kapsch Trafficcom AG 4,250 % 2017

AT0000A0KQ52 103,00 0,06 %*

Strabag SE 4,750 % 2019

AT0000A0PHV9 105,87 0,15 % 106,58 105,87

175,00

4,75 % 25.05.2018 Fix ↓

Strabag SE 4,250 % 2019

AT0000A0V7D8 108,86 0,27 % 109,20 108,76

100,00

4,25 % 10.05.2019 Fix ↓

Wienerberger AG 5,250 % 2018

AT0000A0PQY4 106,79 0,33 % 107,44 106,60

100,00

5,25 % 04.07.2018 Fix ↓

Strabag SE 3,000 % 2020

AT0000A109Z8 108,59 0,35 % 109,03 108,41

200,00

3,00 % 21.05.2020 Fix ↓

Wienerberger AG 4,000 % 2020

AT0000A100E2 111,29 0,41 %

111,40 110,03

300,00

4,00 % 17.04.2020 Fix ↓

Immofinanz AG 5,250 % 2017

AT0000A0VDP8 101,82 0,48 % 102,60 101,60

100,00

5,25 % 03.07.2017 Fix ↓

Andritz AG 3,875 % 2019

AT0000A0VLS5 108,03 0,50 % 109,23 107,78

350,00

3,87 % 09.07.2019 Fix ↓

AT0000A19SB5 106,50 0,51 % 106,50 105,23

S Immo AG 3,000 % 2019

n. a.

n. a.

70,82

4,25 %

03.11.2017

Fix

100,00

3,00 % 03.10.2019 Fix ↓

Novomatic AG 4,000 % 2019

AT0000A0XSN7 106,61 0,59 % 107,42 106,36 250,00

4,00 % 28.01.2019 Fix ↓

Porr AG 6,250 % 2018

DE000A1HSNV2 109,75 0,72 % 111,56 109,75

6,25 % 26.11.2018 Fix ↓

Strabag SE 1,625 % 2022

50,00

AT0000A1C741 104,14 0,77 % 104,60 103,58

200,00

1,62 % 04.02.2022 Fix ↓

Egger Holzwerkstoffe 5,625 % 2018

AT0000A0NBF0 104,94 0,92 % 106,10 104,71

200,00

5,62 % 07.03.2018 Fix ↓

Swietelsky Hybrid-Anleihe 7,750 %

AT0000A07LU5 102,50

n. a.

102,50

102,50

70,00

5,53 % 31.12.2070 Variabel ↓

Porr Hybrid-Anleihe 6,750 %

AT0000A19Y36 109,88

n. a.

111,60

108,63

25,00

6,75 % 28.10.2070 Variabel ↓

Wienerberger AG 6,500 %

DE000A1ZN206 107,68

n. a.

107,68

106,35

272,19

6,50 % 09.02.2070 Variabel ↓

*LETZTER KURS ÄLTER ALS 2017,** YTM = RENDITE BIS LAUFZEITENDE QUELLE:

40


RENDITE

ROHSTOFFKURSE DIE 30 TOP/FLOP-ROHSTOFFNOTIERUNGEN AN DEN WELTMÄRKTEN (YTD) ROHSTOFFNAME HANDELSPLATZ KURS WÄHRUNG YTD % YTD HIGH YTD LOW 1 J % 1 J VOLA 3 J % 3 J VOLA

Palladium

pro aurum

874,000

USD

27,41 % 896,000 684,000 63,98 % 28,04 6,72 % 28,04 ↑

CME GLOBEX

82,350

USX

25,15 % 82,850

Reis

CBOT Composites

11,365

USD

20,58 %

Hafer

CBOT Composites

267,500

USD

CME GLOBEX

365,200

USD

15,83 % 401,700 303,500 22,55 % 24,22 17,43 % 24,73 ↑

CBOT Composites

465,750

USD

13,95 % 465,750 402,000 –3,12 % 25,44 –19,94 % 26,94 ↑

Magerschwein

Holz Weizen Mastrind

62,175 –4,41 % 37,02 –33,88 % 35,12 ↑

11,485

9,130

0,31 % 22,59 –22,45 % 23,94 ↑

17,07 % 270,000 215,250 27,99 % 35,81 –20,80 % 35,85 ↑

CME GLOBEX

148,200

USX

13,32 % 160,575 121,700 8,04 % 21,98 –28,49 % 19,54 ↑

Mais

CBOT Composites

384,250

USD

9,47 % 388,000 353,500 –12,22 % 23,01 –12,47 % 22,88 ↑

Gold

pro aurum

1250,500

USD

9,17 % 1290,500 1157,000 –2,99 % 13,07 –1,57 % 14,66 ↑

Silber

pro aurum

16,650

USD

5,51 % 18,450 16,000 –4,03 % 24,71 –15,27 % 26,13 ↑

Lebenrind

CME GLOBEX

121,850

USX

5,07 % 136,000 114,475 4,55 % 22,75 –16,80 % 19,84 ↑

Gold Philharmoniker 1 Unze

pro aurum

1145,000

EUR

2,83 % 1236,750 1130,000 –2,07 % 12,17 19,55 % 14,06 ↑

Goldbarren 100 Gramm

pro aurum

3628,000

EUR

2,67 % 3916,500 3585,000 –2,20 % 12,06

Gold Österreich 1 Dukat

pro aurum

127,500

EUR

2,62 % 138,000 126,000 –2,30 % 14,42 18,33 % 16,08 ↑

Platin

pro aurum

918,000

USD

2,00 % 1027,000 887,000 –4,28 % 22,14 –35,80 % 21,18 ↑

ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007

19,15 % 13,82 ↑

www.rcb.at

Erdgas

ICE Europe

34,710

Zucker

ICE US

13,440

Orangensaft

ICE US

141,800

GBX –36,89 % 59,790 34,400 1,20 % 42,92 –15,34 % 37,16 ↓ USX

–31,11 %

21,180

13,440 –31,98 % 28,47 –21,22 % 30,15 ↓

USX –27,80 % 197,000 131,450 –15,97 % 33,20 –12,14 % 33,48 ↓

Heizöl

ICE Europe

1,428

WTI Rohöl

ICE Europe

44,690

USD

–16,73 % 54,380 44,300 –7,44 % 31,22 –58,06 % 38,21 ↓

Brent Rohöl

ICE Europe

47,290

USD

–16,67 % 56,900 46,790 –3,98 % 30,77 –58,26 % 36,90 ↓

Diesel

ICE Europe

423,250

USD

–15,73 % 502,500 418,250 –4,02 % 28,89 –54,40 % 33,42 ↓

Kaffee

ICE US

123,550

USX

–9,85 % 155,400 123,550 –12,22 % 23,98 –26,92 % 30,56 ↓

Kakao

ICE US

1977,000

USD

–7,49 % 2251,000 1812,000 –36,49 % 28,61 –37,02 % 22,95 ↓

CME GLOBEX

16,330

USD

–6,10 % 17,390 15,080 23,62 % 25,42 –23,44 % 21,80 ↓

Sojabohnen

CBOT Composites

940,250

USD

–5,69 % 1074,250 912,000 –18,91 % 19,19 –32,74 % 22,64 ↓

Sojamehl

CBOT Composites

301,200

USD

–3,86 % 350,500 297,500 –26,32 % 21,53 –33,14 % 30,24 ↓

Sojaöl

CBOT Composites

33,140

USD

–3,83 %

pro aurum

16,000

EUR

–0,62 % 18,500 15,780 –3,03 % 21,89 2,37 % 23,02 ↓

ICE US

71,880

USX

Milch

Silber Philharmoniker 1 Unze Baumwolle

USD –17,44 %

1,696

35,790

1,74 % 85,320

1,411 –4,06 % 26,79 –52,65 % 32,88 ↓

31,050

3,89 % 20,19 –16,57 % 20,90 ↓

71,780 11,32 % 21,38 –20,71 % 21,63 ↓

KENNZAHLEN FÜR FUTURES BASIEREN AUF UNADJUSTED CONTINUATION CONTRACTS (CC). QUELLE:

41


RENDITE

STATISTIK ÖSTERREICH BÖRSENDATEN DIE WIENER BÖRSE IN ZAHLEN

MARKT KAPITALISIERUNG

16

80 70 60 50

15 14 13 12 11

* NUR ZWEI MONATE

40

10

30

Q3

Q4

Q1

9

VERGLEICHSPERIODE

QUARTAL

Q2

TOP-HANDELSTEILNEHMER PLATZIERUNG FEB.

(FEB./16)

Q3

Q4

16,73

15,77

14,00

14,30

12,92

13,67

7

13,53

AKTUELLE PERIODE

Q2*

VERGLEICHSPERIODE

8 15,57

110,22

84,24

99,90

80,85

90,59

87,44

82,95

0

84,66

20 10

QUELLE: WIENER BÖRSE AG

100 90

QUARTALSUMSÄTZE

MRD. EUR QUELLE: WIENER BÖRSE AG

MRD. EUR

AKTUELLE PERIODE QUARTAL

Q1

MEISTGEHANDELT PLATZIERUNG FEB.

(FEB./16)

1.

(1.)

HANDELSPARTNER

Morgan Stanley & Co

UMSATZ (MIO. EUR)

1020,29

1.

(2.)

MARKTTEILNEHMER

OMV AG

UMSATZ (MIO. EUR)

1.307,57

2.

(9.) Wood & Company Financial Services

827,71

2.

(1.)

Erste Group Bank AG

1.263,23

3.

(5.)

Hudson River Trading Europe

535,23

3.

(6.)

Raiffeisen Bank International AG

781,81

4.

(3.)

Merrill Lynch International

523,23

4.

(3.)

Voestalpine AG

703,70

5.

(6.)

Raffeisen Centrobank AG

480,09

5.

(4.)

Lenzing AG

518,98

6.

(4.)

UBS LTD.

443,24

6.

(5.)

Andritz AG

377,77

7.

(2.)

Deutsche Bank AG

427,31

7.

(9.)

Wienerberger AG

321,00

8.

(‒)

Societe Generale S.A.

389,52

8.

(7.)

Buwog AG

317,21

9.

(‒)

Erste Group Bank AG

382,52

9.

(8.)

Immofinanz AG

263,73

10.

(7.)

Credit Suisse Securities

10.

(12.)

366,58

Gesamt Mai 2017

7.480,60

Gesamt Mai 2017

Gesamt Mai 2016

3.487,49

Gesamt Mai 2016

Differenz

3.993,11

Differenz

Österreichische Post AG

161,38 6.016,32 2.392,07 3.624,30

QUELLE: WIENER BÖRSE AG

QUELLE: WIENER BÖRSE AG

INVESTORENGEOGRAFIE

UMSCHLAGSHÄUFIGKEIT INT. INVESTOREN

56,50 % niedrig 34,50 % moderat

42

6,20 % hoch 2,80 %

sehr hoch

QUELLE: IPREO, DEZEMBER 2016

USA Österreich Großbritannien Norwegen Frankreich Deutschland Niederlande Kanada Schweiz Polen andere

QUELLE: IPREO, DEZEMBER 2016

27,70 19,60 13,30 7,30 6,60 6,00 2,60 2,40 2,30 2,00 10,20


RENDITE

10 9

INFLATION

%

QUELLE: AMS

ARBEITSLOSENRATE

%

2

8

1,5

7 6 5

1

4

VERGLEICHSPERIODE

3 2

AKTUELLE PERIODE 0

J

J

A

S

O

N

D

J

F

M

A

BIP-WACHSTUM

%

MONAT

J

%

QUELLE: STATISTIK AUSTRIA

2,0

1,5

J

A

S

O

N

D

J

F

M

A

M

LEISTUNGSBILANZSALDO IN % DES BIP

7 6

MONAT

5 4

4.365*

1.158*

586*

4.282*

QUARTAL

0

–2

QUELLE: STATISTIK AUSTRIA

1

–1

Q1

81,00*

85

Q4

DEFIZIT IN % DES BIP

% 86,39*

86

Q3

86,03*

GESAMTVERSCHULDUNG IN % DES BIP

87

Q2

91,18*

QUARTAL

Q1

VERGLEICHSPERIODE AKTUELLE PERIODE

88,06*

–1

338*

AKTUELLE PERIODE

MIO. EUR

83,70*

87,21*

83,7*

91,18*

Q4

0

QUELLE: STATISTIK AUSTRIA

Q3

88,52*

88,06*

86,03*

86,39*

84,35*

Q2

VERGLEICHSPERIODE

588*

1

0,5

1.008*

2

88,52*

MRD. EUR

713*

3

1

84,35*

M

QUELLE: OENB

0

%

VERGLEICHSPERIODE

0,5

AKTUELLE PERIODE

1

0

QUELLE: STATISTIK AUSTRIA

WIRTSCHAFTSDATEN ÖSTERREICHS WIRTSCHAFT IN ZAHLEN

84 –3

MRD. EUR

83 82

Q2

Q3

Q4

291,63*

296,25*

295,72*

290,47*

290,23*

291,66*

296,93*

80

–5 288,87*

81

MRD. EUR

–4

Q1

VERGLEICHSPERIODE

–6

VERGLEICHSPERIODE

AKTUELLE PERIODE

–7

AKTUELLE PERIODE Q1

QUARTAL

43

Q2

Q3

Q4

QUARTAL


WIRTSCHAFTSPOLITIK

→ VITA JOSEF URSCHITZ JOURNALIST „DIE PRESSE“

→ VITA HANS-PETER SIEBENHAAR KORRESPONDENT „HANDELSBLATT“

Der begeisterte Mountainbiker (65) gehörte von 1980 bis 1987 und seit 1993 fix zum Team der „Presse“. Das Fachmagazin „Der österreichische Journalist“ bezeichnete den gebürtigen Kärntner vor ein paar Jahren als „Biedermann“ und „Berserker“. In seinen Kolumnen schreibt er unermüdlich gegen den Stillstand.

Im Winter begegnet man dem promovierten Politikwissenschaftler (56) eislaufend am Neusiedlersee, im Sommer fahrradfahrend an der Donau. Der gebürtige Franke ist seit 2013 Korrespondent des „Handelsblatt“ für Österreich und Südost­ europa. Zeit für seine Kolumne ­„Medien-Kommissar“ auf Handelsblatt.com hat er immer.

44


FINANZPLATZ

WER DRÜCKT DEN ­RESET-KNOPF? Die Journalisten Josef Urschitz und Hans-Peter Siebenhaar haben jeder ein Buch über Österreichs Wirtschaftspolitik geschrieben. Der Börsianer suchte mit ihnen nach einer Revolution für die blockierte und zugleich zerrissene Republik. TEXT DOMINIK HOJAS, THOMAS MÜLLER FOTO STEFAN BURGHART

P

und

beim Molden-Verlag erschienen ist. Der

genen Organisationen nicht durchge-

ein Ober im Stresemann erwar-

Bör­sianer hat die beiden Autoren mit ei-

kommen.

ten die Gäste in der Beletage des

nigen aus ihren Büchern abgeleiteten

K. u.  K. Hofzuckerbäckers Gerstner im

Thesen bezüglich Österreich konfron-

Das führt uns zur nächsten These: „Die Lan-

Palais Todesco. „Mehr Wien geht eigent-

tiert und hat nach konkreten Lösungs-

deshauptleute und die Sozialpartner sind

lich nicht“, sagt Hans-Peter Siebenhaar

vorschlägen gefragt.

die Blockierer in diesem Land.“ – Urschitz:

rächtige

Deckengemälde

zu dem Ambiente. Seit 2013 ist er Korre-

Es gibt eine geschriebene, zentralistische

spondent für Österreich und Südeuropa

Beginnen wir mit der ersten These: „Der

Verfassung und eine Realverfassung, in

beim Deutschen „Handelsblatt“ und hat

Reformstillstand gefährdet unseren Wohl-

der die Landeshauptleute die Politik be-

nun über das allzu zufriedene und unbe-

stand.“ – Urschitz: Das können Sie an al-

stimmen. Der Grund dafür ist das Wahl-

sorgte Land der Berge ein Buch geschrie-

len Daten ablesen, das zeigt sich vor al-

recht, weil die Wahllisten von den Län-

ben. Unter dem Titel „Österreich – die

lem in den letzten 15 Jahren. Wir ha-

dern in den dortigen Parteien entschie-

zerrissene Republik“ will der gebürtige

ben

Reallohneinbußen

den werden. Die Regierung ist damit völ-

Deutsche einen Diskussionsbeitrag von

seit zehn Jahren, das ist eine konkrete

lig machtlos gegen die Länderinteressen.

außen leisten und hat Wirtschaft, Politik

Wohlstandsgefährdung. Das Land steht

Dasselbe gilt auch für die Sozialpartner.

und die rot-weiß-rote Gesellschaft all-

still, während sich die Welt rundherum

Irgendwer blockiert immer.

gemein unter die Lupe genommen.

weiterbewegt.

permanente

Siebenhaar: Es ist auch bei den Bürgern

„Irgendwann muss es was werden.

Siebenhaar: Das Faszinierende an Ös-

zu wenig Bereitschaft da, sich zu verän-

Und wenn es auf die schwedische Art

terreich ist, dass diese alarmierenden

dern, sich infrage zu stellen und Neues zu

ist“, sagt der Journalist Josef Urschitz,

Daten kein Weckruf für die politische

wagen. Das ist aber nicht nur ein öster-

halb resigniert, halb optimistisch. „Da

Elite waren. Viele Dinge wurden einfach

reichisches Problem. Das haben Sie in al-

wurde das Land zuerst an die Wand ge-

ignoriert und schöngeredet, anstatt sich

len reichen Staaten Westeuropas. Dabei

fahren, bevor Reformen gemacht wur-

mit einer klaren Analyse und entspre-

ist klar: Mit Aussitzen und Abwarten ma-

den.“ Der langjährige Wirtschaftsredak-

chenden Maßnahmen gegen den Verlust

növriert sich ein Standort wie Österreich

teur von „Die Presse“ beobachtet seit 35

an ökonomischer Wettbewerbsfähigkeit

in die wirtschaftliche Sackgasse.

Jahren, wie hierzulande die immer glei-

zu stellen.

Urschitz: Die Österreicher sind schon

chen Themen in der politischen Diskus-

Urschitz: Die Diagnose teile ich nicht

sion auftauchen und dann wieder unge-

ganz, denn es sind alle Regierungen

löst verschwinden. Das war auch für ihn

seit 2000 mit einem großen Reform-

Motivation genug, ein Buch zur Lage der

programm angetreten und wollten die

Bei der Verwaltung will aber praktisch jeder

Nation zu schreiben, das im April 2017

Steuerquote senken. Sie waren sehr

einsparen. Wird Österreich gut, aber teu-

unter dem schlichten Titel „Stillstand“

schnell ernüchtert und sind in ihren ei-

er verwaltet? – Urschitz: Österreich hat die

45

enorm veränderungswillig, solange es nicht die eigene Position betrifft! (lacht)


Journalistenrunde. Der Börsianer diskutierte in der alten ÖVP-Zentrale, dem heutigen Gerstner im Palais Todesco, mit Experten über Wirtschaftspolitik.

Verwaltungsstrukturen eines Großreichs

Von den Strukturen ist es nicht weit zum

Unternehmertum findet nicht oder kaum

in einen Kleinstaat herübergerettet. Mit

Thema Förderungen. Ihren Sinn kann man

in den Köpfen der nächsten Generation

dem EU-Beitritt ist oben noch eine Ebene

oft infrage stellen. – Urschitz: Hier muss

Platz. Österreich braucht eine neue Fi-

hinzugekommen, ohne unten eine weg-

jede Einzelne hinterfragt werden. Das

nanzkultur, die in den Köpfen verankert

zuschneiden.

Fördersystem ist viel umfangreicher als

werden muss. Es genügt nicht, wenn der

in den meisten anderen Ländern, und es

Staat Start-ups fördert und nach der För-

Welche Ebene müsste denn unten weg? – Ur-

ist vor allem unkoordiniert. Es fehlen die

derung die jungen Unternehmen wieder

schitz: Es sind die Gemeinden im Schnitt

Zielsetzungen und die Überprüfung, ob

in der Versenkung verschwinden. Start-

zu klein. Das System ist nicht koordiniert

die vorhandenen Ziele erreicht wurden.

ups brauchen auch einen Risiko-Kapital-

und intransparent. Da könnte viel einge-

Das hat alles der Rechnungshof festge-

Markt und die Börse als Exit-Möglichkeit.

spart werden, ohne eine ganze Ebene zu

stellt. Es gibt zwar eine Transparenzda-

Beide Möglichkeiten sind in Österreich

streichen. Der Österreich-Konvent hat

tenbank, die aber von den Ländern nicht

noch unterentwickelt.

dazu vor zehn Jahren eine Verfassungs-

befüllt wird. Damit sind wir wieder bei

reform ausgearbeitet, die nie umgesetzt

den Machtverhältnissen.

Wird in Österreich zu viel schöngeredet? –

Siebenhaar: Ich bin grundsätzlich kein

Urschitz: Das würde ich nicht so sehen, es

Siebenhaar: Österreich ist nicht einmal

Freund von Förderungen. Es gibt natür-

wird ja genug geraunzt. Es sind alle un-

so groß wie Nordrhein-Westfalen, wo ich

lich Bereiche wie Forschung und Bildung,

zufrieden, nur haben wir uns in Struktu-

zuletzt 13 Jahre gelebt habe. Das deutsche

wo der Staat zweifellos fördern muss.

ren manövriert, die verhindern, dass et-

Bundesland mit knapp 18 Millionen Ein-

Aber der Förderwahnsinn, den nicht nur

was geändert wird.

wohnern leistet sich eine vielkritisierte

Österreich regiert, sondern teilweise

Siebenhaar: Ich bin gegenteiliger Mei-

Bürokratie, die mir im Vergleich zu hie-

auch Deutschland, ist wie ein Mühlstein,

nung. Es wird zwar viel geraunzt, aber

sigen Verhältnisse geradezu schlank er-

der die Budgets belastet, aber nicht das

es ist folgenlos. Auf Worte folgen keine

scheint. Die föderale Struktur birgt viele

Wirtschaftswachstum nach oben treibt.

Taten. Ich geben Ihnen ein Beispiel: Das

wurde.

Effizienzprobleme – egal ob in Österreich

Urschitz: Die mangelhafte Überprü-

katastrophale Abschneiden der Fußball-

oder Deutschland. Und warum bricht Ös-

fung der Sinnhaftigkeit von Ausgaben

Nationalmannschaft bei der WM oder der

terreich nicht Tabus und fusioniert einige

lässt sich auch in anderen Bereichen

olympischen Athleten ist ohne Konse-

Bundesländer? Orientieren könnte man

feststellen wie in der Bildung. Wir haben

quenz geblieben.

sich an der Schweiz, die effektive Struk-

eines der teuersten Systeme bezogen auf

Urschitz: Von der Diagnose zur Thera-

turen und ein relativ einfaches Steuer-

das Bruttoinlandsprodukt, aber nur äu-

pie ist es hierzulande ein relativ schwie-

system hat.

ßerst mittelmäßige Ergebnisse.

riger Weg.

Urschitz: Die Schweiz hat allerdings

Siebenhaar: Das hätte längst zu Konse-

ein sehr kleinteiliges System, das funk-

quenzen führen müssen, was aber nicht

Kommen wir zur nächsten These: „Das So-

tioniert trotzdem. Aber damit es funk-

der Fall ist. Ein weiterer Aspekt ist, dass

zialsystem ist langfristig unfinanzierbar.“ –

tioniert, braucht man eben Schweizer.

Wirtschaft und Ökonomie in der Ausbil-

Urschitz: Das mit Sicherheit. Allein schon

(lacht)

dung nur eine bescheidene Rolle spielen.

deshalb, weil europaweit die Finanzie-

46


FINANZPLATZ

rung an der Arbeit hängt und die Arbeit weniger wird. In Österreich kommt hinzu, dass das Sozialsystem sehr gut ausgebaut ist und als Besitzstand verteidigt wird. Siebenhaar: Ein spezifisches Problem ist das Renteneintrittsalter, das in Österreich faszinierend niedrig ist. Die frühe Pensionierung der Beamten in Wien zeigt besonders augenfällig, wie extrem die Schieflage geworden ist. Was ich außerdem stark vermisse, ist eine ernsthafte Diskussion bezüglich des demografischen Problems in Öster-

„Es wird zwar viel geraunzt in ­Österreich, aber es ist f­ olgenlos.“ HANS-PETER SIEBENHAAR

reich. Ein positiver Beitrag wäre zweifellos eine Zuwanderung, aber Migra-

Einwanderer ändern. Die beschriebe-

ßen österreichischen Unternehmen. Die

tion wird ausschließlich als Bedrohung

nen Probleme sind das Ergebnis einer

sagen leise Servus. – Siebenhaar: Der stil-

wahrgenommen. Die politische Elite tut

Abwehrhaltung auf beiden Seiten – bei

le Aderlass in Sachen Arbeitsplätze wird

sich schwer, Zuwanderung, auch mit-

den Einheimischen und den Zuwande-

schöngeredet oder totgeschwiegen. Es

tel- und langfristige Chancen von Mi-

rern. Ein Land, dessen Wohlstand vor

findet keine öffentliche Debatte statt,

gration zu vermitteln.

allem auf einer florierenden Exportin-

wenn beispielsweise die Raiffeisen Bank

Urschitz: Da muss man differenzieren

dustrie basiert, muss daher das „mind-

International IT-Töchter nach Bratis-

zwischen der Zuwanderung, die unkon-

set“ ändern. Es sollte erkennen, dass

lava verlagert. Doch nur wenn Diskurs

trolliert passiert, und der kontrollier-

Offenheit, Flexibilität und Neugierde

über die Abwanderung von Jobs geführt

ten mit der Rot-Weiß-Rot-Karte. Letz-

die Basis für den Wohlstand sind.

wird, wächst auch der Druck auf die Po-

tere funktioniert überhaupt nicht. Und

Urschitz: Wenn ich hochqualifizierte

litik, den Standort Österreich deutlich

beim demografischen Wandel hilft es

Zuwanderung anziehen will, muss ich

attraktiver zu machen. Wenn man sich

mir überhaupt nicht, wenn gering qua-

ein entsprechendes Umfeld schaffen,

den Boom von Gewerbeimmobilien in

lifizierte Arbeitskräfte kommen, die am

und das haben wir nicht. Ein überbor-

Bratislava ansieht, dann wird augenfäl-

Arbeitsmarkt nicht einsetzbar sind. Das

dendes Sozialsystem hingegen zieht re-

lig, dass es in der Slowakei standortpo-

ist heute etwa bei den Zuwanderern aus

lativ schwach Qualifizierte an.

litische Vorteile gibt, die es hierzulande nicht gibt. Dabei geht es nicht nur um

der Türkei der Fall. Siebenhaar: Das kann sich aber in der

Kommen wir nach der Zuwanderung zur

zweiten oder dritten Generation der Abwanderung, nämlich zu jener der groCHSH_DerBörsianer_Anzeige2_Award_2017_200x90_RZ.qxp_Layout 1 09.05.17 14:51 Seite 1

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Austria

Belarus

Bulgaria

Czech Republic

Hungary

Romania

Slovak Republic

deutlich niedrigere Besteuerung. Urschitz: Das Problem ist, dass durch


hat sich die Linke dauerhaft in Westdeutschland etabliert und der Sozialdemokratie Wählergruppen abgejagt. Hartz IV nach Österreich zu importieren halte ich für gefährlich. Deutschland hat für die Reformen einen hohen Preis bezahlt. Denn es wurde mit Hartz IV ein Stück weit die soziale Verfasstheit der Gesellschaft zerstört. Der Glaube der Bürger, dass am Ende des Tages ein fairer Sozialstaat dafür sorgen wird, ein menschenwürdiges Leben zu verbringen, ist durch Hartz IV verloMeinung. Hans-Peter Siebenhaar (r.) hofft, dass die zukünftige Bundesregierung den Reset-Knopf drückt.

rengegangen.

das Kostenumfeld und das regulatori-

schaft kommen. Diese Diskussion wird

Gehen wir am Ende noch einmal zum An-

sche Umfeld die großen Konzerne ihre

in Österreich leider gar nicht geführt.

fang zurück: Der Schlüssel für Reformen

Erweiterungsinvestitionen nur noch im

Ausdruck der mangelnden Aktienkultur

wäre also ein neues Wahlrecht. – Urschitz:

Ausland machen.

ist auch das öffentlich-rechtliche Fern-

Ja, nur so könnte der Einfluss der Lan-

sehen: Der ORF hat als einziges öffent-

deshauptleute und Sozialpartner gebro-

Wenn wir zum nächsten Schauplatz gehen,

lich-rechtliches Medium Mitteleuropas

chen werden. Die Wähler müssen direk-

zur Wiener Börse, dann sieht es auch nicht

in den Hauptnachrichten keine Börsen-

ten Einfluss auf die Wahllisten haben.

besser aus. – Siebenhaar: Sie wacht lang-

berichterstattung. Was der ATX, DAX

Dafür wäre ein Mehrheitswahlrecht

sam aus ihrer Lethargie auf. Es ist na-

oder Dow Jones macht, wird vollkom-

meiner Meinung nach die beste Lösung.

türlich bedauerlich, dass die Fusion mit

men ignoriert. Dabei hängen in Öster-

Siebenhaar: Ich glaube nicht, dass Ös-

der Börse Warschau vor Jahren nicht ge-

reich hunderttausende Arbeitsplätze an

terreich mit seinem bisherigen Wahl-

klappt hat. Was die Wiener Börse jetzt

Unternehmen, die in den genannten In-

recht an die Wand fahren wird. Der na-

braucht, sind IPOs und ein unterstüt-

dizes notiert sind. Ein Kuriosum.

türliche Instinkt und Pragmatismus der

zendes regulatorisches Umfeld. Hier

verantwortlichen Politiker wird dafür

muss die Bundesregierung viel tun. Die

Machen wir ein kurzes Zwischenfazit:

sorgen, dass sie vorher abbremsen und

Aktienkultur in Österreich ist nicht zu-

„Wenn die Politik so weitermacht, dann

eine andere Richtung einschlagen. In

letzt aus ideologischen Gründen sehr

fahren wir an die Wand.“ – Urschitz: Das

den Neuwahlen sehe ich hier eine Chan-

unterentwickelt. Es ist faszinierend,

ist zu befürchten. In Deutschland hat

ce, die politische, ökonomische und ge-

wie viele Bürger ihr Geld in einer Nied-

Schröder seine Reformen mit dem Amt

sellschaftliche Erstarrung zu überwin-

rigzinsphase auf dem Sparbuch haben

bezahlt. Das ist für andere ein abschre-

den. Ich hoffe, dass die neue Regierung

statt es beispielsweise in dividenden-

ckendes Beispiel.

die Reset-Taste für Österreich drückt.

starke Aktien zu investieren. Urschitz: In Österreich kommt hinzu,

Siebenhaar: Auch die SPD hat sich davon nie mehr erholt. Mit Hartz IV

dass die Börse von den Unternehmerpatriarchen kaputtgemacht wurde. Wir haben Anfang der 2000er-Jahre einen starken Aufschwung gehabt, und alle wollten plötzlich Aktien kaufen. Es gab zahlreiche IPOs, die so konstruiert waren, dass die Anleger leicht abgezockt werden konnten. Siebenhaar: Das ist richtig, aber die Pleite von Lehman Brothers liegt fast zehn Jahre zurück. Was ist mit den jun-

„Die ­Landesparteien bestimmen die ­Wahllisten und damit die Politik.“

gen Leuten, der Erbengeneration? Eine neue Aktienkultur muss aus der Gesell-

JOSEF URSCHITZ

48

Es muss das ganze Land der Mut ergreifen, wirklich neue Wege zu gehen. n


MARKTGEFLÜSTER

MEINUNGEN

→ VITA MARTIN KWAUKA FINANZJOURNALIST

EXPLODIERENDE ZINSLAST Österreich denkt beim Geld gern kurzfristig und hat finanzielle

Der leidenschaftliche ­ einbauer (58) ist seit W 22 Jahren Finanz- und Wirtschaftsjournalist. Zu den wichtigsten Stationen des gebürtigen Deutschen zählen die langjährige Chefredaktion des Magazins „Format“ und das seit 2015 von ihm organisierte Finanzjournalistenforum. Sein Steckenpferd ist die Altersvorsorge. Sich selbst beschreibt der studierte Agrarökonom als chronisch neugierig.

Bindungsängste. Das zeigt sich nicht nur beim Anlegen, ­sondern auch bei Krediten. Wenn die Zinsen wieder steigen, wird das für Schuldner sehr teuer.

Kreditnehmer leben derzeit in paradie-

der Laufzeit kalkulierbar sind. Dabei liegt

null gerutscht. Die Banken bekommen

„Fixzinskredite sind nur der erste Schritt.“

allenfalls die vereinbarte Zinsmarge.

MARTIN KWAUKA

fünf Milliarden Euro. Dabei ist es gar nicht

sischen Zeiten. Der Euribor, der Indikator für die meisten Kredite, ist unter

die letzte Zinsexplosion noch gar nicht so lange zurück: Zwischen 2003 und 2008 wuchs die private Zinslast um mehr als

Doch praktisch alle Experten erwarten

so teuer, die nächste Zinswelle zu vermei-

ein baldiges Ende der Nullzinsära in der

den. Die Fixzinsen sind immer noch billig.

Eurozone. Offen ist nur noch die Frage, wann genau und wie

Eine zehnjährige Sicherheit gegen höhere Zinsen kostet insge-

fest die Europäische Zentralbank (EZB) an der Zinsschraube

samt nur rund sieben Prozent. Doch das kann sich innerhalb von

dreht. Die Allianz SE hat in einer aktuellen Studie erhoben, auf

wenigen Monaten massiv ändern. Die Folgekosten der Zinswen-

welche Konsequenzen sich die privaten Schuldner in der Eu-

de werden noch weit höher ausfallen als die zusätzliche Zinslast.

rozone gefasst machen müssen. Das alarmierende Ergebnis:

Während manche Unternehmen die Mehrbelastung locker weg-

Laut den Allianz-Volkswirten wird Österreich neben Portugal

stecken können, werden andere sogar insolvent werden. Wie

am meisten unter einem Zinsanstieg leiden, wobei in Portugal

sagte doch einst der ehemalige US-Notenbanker Alan Green-

eher private Haushalte und in Österreich vor allem die Unter-

span: „Erst bei Ebbe sieht man, wer ohne Badehose badet.“

nehmen gefährdet sind. Bis zum Jahr 2022 werden sich die ge-

Ähnliches gilt für den Immobiliensektor. Viele Bauprojekte

samtösterreichischen Zinszahlungen von 7,8 Milliarden Euro

rechnen sich nur bei niedrigen Zinsen. Falls dann plötzlich die

im Jahr 2016 auf mindestens 14,2 Milliarden Euro erhöhen.

Bank viel mehr Geld verlangt, werden zu knapp kalkulierte Fi-

Grundlage dieser Berechnung im besten Szenario der „Sanften

nanzierungen platzen. Wenn die Geldinstitute dann anfangen,

Normalisierung“ ist ein Anstieg der Euroleitzinsen bis auf zwei

Hypotheken zu verwerten, kann das das Ende des gegenwärti-

Prozent in fünf Jahren. In einer Berechnungsvariante mit ei-

gen Immobilienbooms auslösen. Und die Erfahrung der vergan-

nem Zinsanstieg auf ein Niveau wie im Jahr 2008 explodiert die

genen Jahre zeigen: Nichts ist so gefährlich für die Stabilität des

österreichische Zinslast auf 20,3 Milliarden Euro. Das entsprä-

Finanzsystems wie das plötzliche Platzen einer Immobilienbla-

che im angenommenen schlechtesten Fall einer Erhöhung der

se. Noch ist Zeit zum Umdenken. Der Wechsel zu Fixzinskredi-

Zinszahlungen um das 2,6-Fache!

ten ist nur der erste Schritt. Langfristig muss ein funktionieren-

Trotz dieser eklatanten Gefahr sind längere Zinsbindungen

der Kapitalmarkt für Unternehmensfinanzierungen entstehen,

immer noch Ladenhüter. Und nur wenige Unternehmen be-

damit steigende Zinsen nicht zu einem volkswirtschaftlichen

geben überhaupt Anleihen, bei denen die Kosten bis zum Ende

Problem werden. n

49


BRANCHEN

BANKEN

KOLUMNE

WILHELM CELEDA Vorstands­ vorsitzender Raiffeisen Centrobank AG

BAWAG EXPANDIERT NACH DEUTSCHLAND Die Bawag PSK AG (Bawag) hat sich mit

senwert nach einem Bericht der Nach-

der Übernahme der Südwestbank AG in

richtenagentur Reuters betragen. Die

Deutschland eingekauft. Die Südwest-

Bank ist ertragsseitig in einem exzellen-

bank AG verwaltet aktuell Kundengelder

ten Zustand. Die zuletzt veröffentlich-

GEHT DA NOCH ETWAS?

von 5,6 Milliarden Euro, die Bilanzsum-

te Kosten-Ertrags-Relation betrug 40,5

Mein Optimismus für den öster-

me liegt bei 7,4 Milliarden Euro. Mit Pe-

Prozent. Die starken Kennzahlen wurden

reichischen Kapitalmarkt scheint

ter Gaugg sitzt der Exvorstandschef der

nicht zuletzt durch Optimierungen im

gerechtfertigt. Der ATX ist 2017

BTV AG im Aufsichtsrat. In Deutschland

Retailgeschäft erzielt. Fünf Vorstands-

war die Bawag bisher nur mit der Direkt-

mitglieder, darunter drei amtierende, der

dies längerfristig den Titel „gut

banktochter Easybank AG vertreten, die

Bawag PSK AG sowie vier Mitarbeiter der

Ding braucht Weile“ verdient, folgte

dort eine Konzession besitzt. Der Mehr-

Bank wurden deshalb von der Finanz-

doch auf die dramatische Korrektur

heitseigentümer der Südwestbank AG mit

marktaufsicht (FMA) zu einer Geldstrafe

von über 70 Prozent zwischen Juli

mehr als 90 Prozent ist aktuell die San-

von 480.000 Euro verdonnert. Darunter

to Vermögensverwaltung, die dem deut-

Bawag-Vorstandschef Anas Abuzaakouk,

seit 2015 gehören wir zur Spitze

schen Milliardär Andreas Strüngmann

Risikochef Stefan Barth, COO Sat Shah

Europas, mit wachsender Dynamik

gehört. Das „Signing“ wird mit Anfang

und die bereits verabschiedeten Vorstän-

seit Mitte 2016.

Sommer erwartet. Mit dem Einstieg in

de Byron Haynes und Corey Pinkston. Die

Was ist geschehen? Osteuropa mu-

Deutschland sind die Spekulationen über

FMA begründet die Sanktionen mit Ver-

einen Börsengang der Bawag erneut auf-

stößen gegen das Verbraucherzahlungs-

geflammt. Fünf Milliarden soll der Bör-

kontogesetz und Zahlungsdienstegesetz.

mit 23 Prozent doppelt so stark wie andere europäische Märkte, wobei

2007 bis März 2009 eine unterdurchschnittliche Erholung. Doch

tierte, wegen verbesserter Wachstumsaussichten, wieder von der Bedrohung zur Chance, und der ATX gilt vielerorts immer noch als CEEProxy, das Umfeld für die Finanzindustrie, mit rund 30 Prozent im ATX gewichtet, verbesserte sich, und die guten Unternehmensergebnisse,

Die Krux der RBI mit dem Polbank-Börsengang

jetzt in der späteren Zyklusphase auch aus der zweiten Reihe, wurden

Die Raiffeisen Bank Polska hat ihren Bör-

positiv aufgenommen.

sengang in Warschau eingeleitet. Die

Und trotzdem: Während Dow Jones und DAX von Allzeithoch zu Allzeithoch jagen, fehlen dem ATX noch

Tochter der Raiffeisen Bank International AG (RBI) muss laut Vertrag 15 Prozent der

immer 35 Prozent. Hoffnung bräch-

Aktien an die Börse bringen, Börsengang

te politische Schützenhilfe wie die

soll am 19. Juli 2017 erfolgen. Die Zeich-

aktuelle Thematisierung einer Ver-

nungsfrist endete am 6. Juli 2017. Neben

ringerung der Abgabenquote. Hier fehlen zwar konkrete Vorschläge, es wäre aber gut für die Börse und den

der RBI begleitet auch das Team der Citigroup Global Markets den Börsengang als

Wirtschaftsstandort gesamt, denn

globale Koordinatoren. RBI-Vorstands-

damit könnte man auf einen kleinen

vorsitzender Johann Strobl hat bis zuletzt

österreichischen Trump-Effekt (nur

versucht, die Notierung hinauszuschieben.

steuerlich!) hoffen. 35 Prozent sind zwar viel, aber es geht auf jeden Fall noch etwas.

w.celeda@derboersianer.com

Der Börsengang werde nicht durchgeführt, wenn ein „nicht vertretbarer“ Verlust ent-

rierungsprogramm. Strobl strebt eine Kos-

stehe. In Polen läuft nach dem gescheiter-

tenreduktionen in der Höhe von rund 50

ten Verkauf des Geschäfts ein Restruktu-

Millionen Euro bis Ende 2019 an.

50


BRANCHEN

TICKER

Johann Strobl (RBI) und Erwin Hameseder (RBI) mit Daniele Nouy (Europäische Bankenaufsicht) waren gutgelaunte Gastgeber.

Beim EU Sky Talk der RBI lauschten 100 Gäste aus Österreichs Politik und Wirtschaft der Vorsitzenden der Europäischen Bankenaufsicht Daniele Nouy, die einen Überblick über die drei Säulen der Bankenaufsicht gewährte und auf Herausforderungen des Brexits einging.

Rochaden bei Spängler und Semper Constantia Das Bankhaus Carl Spängler AG hat seit Anfang Juni 2017 mit Werner Zenz einen neuen Vorstandschef. Er übernimmt das Ruder von Helmut Gerlich. Der Wechsel in der Salzburger Privatbank war 2016 frühzeitig kommuniziert worden. Die Übergabe erfolgte fließend mit gegenseitiger Wertschätzung. Werner Zenz ist seit 1991 im ältesten Bankhaus Österreichs tätig, er übernimmt das Ressort Familienunternehmen. Für das Ressort Privatvermögen ist ab sofort Nils Kottke verantwortlich, der

sen-Bank-International-AG-Vorstands-

ebenfalls in den Vorstand einzieht. Ende

chef Karl Sevelda übernimmt den Vorsitz

April hatte die Privatbank eine Niederlas-

von Miteigentümer Erhard Grossnigg, der

sung in Graz eröffnet, den zwölften Stand-

altersbedingt geht. Stellvertreter ist Ers-

ort in Österreich. Prominenten Aufsichts-

te-Group-Bank-AG-Risikovorstand Wil-

ratzugang hat sich die Semper Constan-

libald Cernko. Vorstandsvorsitzender der

tia Privatbank AG gesichert. Ex-Raiffei-

Privatbank ist Bernhard Ramsauer.

Fintech Klarna erwirbt Banklizenz für Europa +++ Weltbank stockt Mitarbeiter in Wien auf +++ RLB NÖ-Wien streicht Stellen +++ RBI startet Fintech-Accelerator „Elevator Lab“ +++ Eine Million Österreicher benutzen OnlinePlattform George +++ Sberbank ist größte Händlerbank Europas +++ Baader Bank ist Handelspartner für USAktien an Börse Wien +++ RBI platziert Anleihe für Ergänzungskapital mit 650 Millionen Euro Volumen

WAS IST EIN FINTECH? STUDIE. Eine Befragung der FH Wien der Wirtschaftskammer Wien von 18- bis 34-Jährigen über das digitale Angebot der österreichischen Banken hat erstaunliche Ergebnisse

KARRIERE

zutage gebracht: Knapp 80 Prozent der Befragten war „Fintech“ kein Begriff. 75 Prozent schätzen Sicherheit an ihrer Bank. Online-

Thomas Köck

Markus Kosche

Cord Kunze

hat am 1. Juni 2017 den Vor­standsvorsitz der S Bausparkasse AG übernommen. Er tritt die Nachfolge von Josef Schmidinger an. Der 47-Jährige war zuvor Generaldirektor der Start Bausparkasse.

ist neuer Vertriebsleiter für Privatkunden, Geschäftskunden und Freie Berufe in der Unicredit Bank Austria AG. Der 39-Jährige war zuvor bei der Bawag PSK AG Head of Retail Strategy.

verstärkt seit 1. Mai 2017 als Managing Director den Capital-Markets-Bereich der Baader Bank und soll den Bereich Akquisition, Strukturierung und Durchführung von Kapitalmaßnahmen weiter ausbauen.

Banking wird vor allem für Überweisungen und Kontostandabfragen genutzt. Immerhin noch 58,8

51

Prozent schätzen eine persönliche Beratung bei Finanzierungsangelegenheiten. Grund zum Wechsel der Bank wäre ein besseres Onlineangebot. Und auf der Wunschliste ganz oben steht der Fingerabdruck als Log-in-Möglichkeit bei Apps.


BRANCHEN

VERSICHERUNGEN

KOLUMNE

WOLFRAM LITTICH Vorstands­ vorsitzender Allianz Gruppe in Österreich

DER KUNDE IST KÖNIG – ANALOG WIE DIGITAL Fast könnte man behaupten, dass

MIT CYBER-BAUSTEINEN SCHÜTZEN Für fast die Hälfte aller Unternehmen in

maßnahmen. Die „kriminelle“ Seite könne

Deutschland ist eine Cyberversicherung

durch bereits bestehende Crime-Insuran-

„kein aktuelles Thema“. Das ergab eine

ces abgedeckt werden, indem ein Cyber-

Umfrage von KPMG. Damit sei Cyberkrimi-

baustein inkludiert wird. Die Absicherung

nalität eines jener Risiken, auf die Betrie-

im Fall einer Betriebsunterbrechung auf-

be „am schlechtesten vorbereitet“ sind.

grund einer solchen Attacke kann eben-

Derzeit ist auch die Absicherung des The-

falls einem bestehenden Versicherungs-

mas noch sehr inhomogen. „Die einzel-

schutz im Fall von Feuer oder Hochwasser

nen Versicherungsprodukte unterscheiden

hinzugefügt werden. Die möglicherweise

Regulierungstsunami und Co, die

sich erheblich,“ bestätigt Sabine Fehrin-

entstehenden Haftungen eines Unterneh-

die Versicherungsindustrie lange

ger, Partner bei DLA Piper Weiss-Tessbach

mens laufen oft über die Haftpflichtversi-

Zeit beschäftigten, der Vergan-

in Österreich gegenüber Der Börsianer. Ge-

cherung. Bei der Auswahl des Anbieters für

genheit angehören. Denn getoppt

rade die Frage, was überhaupt versichert

Versicherungen im Bereich Cyberkrimina-

ist, sei schon sehr differenziert zu beant-

lität empfiehlt Fehringer Vergleiche durch

worten. Fehringer nennt drei Teilberei-

große Makler einzuholen, ausreichende

Schritt nur die „technische“

che: Eigenschäden des Versicherungsneh-

Versicherungssummen zu verhandeln und

Herausforderung definiert. Doch

mers, also Mehraufwand, Erpressungskos-

eventuell eine Krisen-Hotline einzurich-

worum es wirklich geht, ist die

ten, Ertragsausfall, zweitens Drittschäden

ten. Für Deutschland sieht KPMG bereits

etwa durch Datenschutzverletzungen oder

einen Trend hin zu standardisierten, kos-

sonstige Aufwendungen wie IT-Dienstleis-

tengünstigeren Produkten für den KMU-

tungen, juristische Beratung und Notfall-

Bereich bis hin zu privaten Haushalten.

Themen wie Niedrigzinsumfeld,

werden sie im Moment durch ein allgegenwärtiges Schlagwort: Digitalisierung. Dabei ist im ersten

dadurch getriebene Transformation der Gesellschaft und infolgedessen der tiefgreifende Wandel des Kundenverhaltens. Was in anderen Industrien vorgelebt wird, man denke hier etwa an Internetriesen wie Google oder Amazon, beeinflusst die Erwartungshaltungen – auch an eine Versicherung. Die Ergebnisse unterschiedlicher Studien sprechen eine eindeutige Sprache: ­Menschen wollen heutzutage moderne, digi­

Pensions- und Vorsorgekassen als Innovationsführer bei Fonds

tale Tools intensiv nutzen, ohne aber auf den persönlichen Kontakt zu verzichten. Die Konsequenz?

Die acht Vorsorgekassen, die mittlerweile

Es braucht neue Geschäftsmodelle

rund 9,5 Milliarden Euro verwalten, haben

in der Versicherungsindustrie, die

sich seit ihrer Gründung 2003 der nach-

diesem „Kundenauftrag“ Rechnung

haltigen Veranlagung verschrieben. Mit

tragen. Es wird eine Verschränkung

steigendem Investitionsbedarf und wach-

beider Welten gefragt sein, sprich der Welt, die alle digitalen Tools bietet, plus jener analogen Welt

sendem Know-how legen sie auch selbst Fonds mit Nachhaltigkeitszertifikat auf.

Bundesminister Andrä Rupprechter, Marina Zenker (Raiffeisen Capital Management), Günther Schiendl (VBV Pensionskasse) und Wolfgang Pinner (Raiffeisen Capital Management) im Zeichen der Umwelt.

der persönlichen Beratung vor Ort.

Ein Aktien-Spezialfonds, den die VBV

Denn „Digital“ ist zwar selbstver-

Pensionskasse AG gemeinsam mit Raiff-

ständlich und wird vorausgesetzt,

eisen Capital Management für den Eigen-

Österreich aufgelegten Immobilienfonds

bedarf aufgelegt hat, wurde nun mit dem

verliehen. Und zwar einem Spezialfonds,

österreichischen

doch „Mensch-zu-Mensch“ ist noch immer die beliebteste Form der Kontaktaufnahme. w.littich@derboersianer.com

prä-

den die Fair Finance Vorsorgekasse AG für

miert. Vor wenigen Monaten wurde die-

Umweltzeichen

sich nach eigenen nachhaltigen Kriterien

ses Gütesiegel zum ersten Mal einem in

hat auflegen lassen.

52


BRANCHEN

Kritik an einseitigem Pensionssystem Das österreichische Pensionssystem sei

wendet werden müssen. „Das führt zu

„an Einseitigkeit kaum zu überbieten“,

gewissen Inflexibilitäten“, so Helmen-

sagte Christian Helmenstein, Cheföko-

stein bei der Veranstaltung, die nunmehr

nom der Industriellenvereinigung beim

schon zum dritten Mal von Barbara Ber-

Institutionellen Altersvorsorge- und In-

tolini mit Vertretern der Finanzwelt aus

vestorengipfel in Wien. Er zitierte Zah-

Österreich, Deutschland und der Schweiz

len, nach denen bereits sechs Prozent

in Wien organisiert wurde. Alterungs-

des BIPs sowie 14 Prozent der gesam-

forscher und Sozialexperte Bernd Marin

ten Wirtschaftsleistung in Österreich

sprach sich für einen „Rechtsanspruch

auf die Finanzierung des Umlagesys-

auf betriebliche Altersvorsorge etwa via

tems der staatlichen Pensionen aufge-

Kollektivverträge“ aus.

St. Pölten wächst mit institutioneller Unterstützung Drei heimische institutionelle Investoren konnten für Wohnbauprojekte in St. Pölten gewonnen werden: Im neuen „Quartier Zentral“ baut die Corag nun mit Unterstützung der Semper Constantia Immo Invest und der Erste Immobilien KAG zwei Wohnanlagen vor allem für Familien und junge Paare. Die Semper Constantia investiert im Auftrag der VBV Vorsorgekasse AG.

Stimmungstief bei Pensionen Mehr als zwei Drittel der befragten Finanz-

sich die Österreicher vor allem um den be-

berater glauben, dass ihre Kunden in Bezug

vorstehenden Pensionsantritt der Baby-

auf das heimische Pensionssystem negativ

boomer sorgen mit Geburtsjahren zwi-

eingestellt sind. Swiss Life Select schließt

schen 1945 und 1960, die in den nächsten

aus den Ergebnissen der Befragung, dass

Jahre vermehrt ihren Ruhestand antreten.

TICKER

Uniqa schließt Verkauf der Italien-Töchter ab +++ Vertriebskooperation: Allianz-Versicherungen über Deniz-Bank +++ Staatspreis Unternehmensqualität für APK und VBV Vorsorgekasse +++ FMA: Kundenbeschwerden bei Versicherungen rückläufig +++ Uniqa erweitert Start-upPortfolio mit Fintech Finabro +++ VIG investiert 25 Millionen Euro in Innovationszentrum in Polen +++ Erträge der Versicherungswirtschaft sinken in Q1 um 16 Prozent

TECHNOLOGISCHER WANDEL ALS GRÖSSTER UNSICHERHEITSFAKTOR STUDIE. Die digitalisierte Zukunft ist für die meisten Versicherer die größte Stolperfalle. Das stellte das Beratungsunternehmen PWC in seiner jüngsten „Insurance Banana

KARRIERE

Skins“-Umfrage fest. Von den 836 Versicherungsvertretern aus 52 Ländern ist das Change-Manage-

Martin Sturzlbaum

Liane Hirner

Ulrike Domany-Funtan

ment am meisten gefürchtet. Im

erweitert seit Juni den Vorstand der Generali Versicherung AG auf sechs Personen. Der studierte Rechtswissenschaftler leitet den Bereich Versicherungstechnik Leben/Kranke und war davor CEO der Generali in Belgien.

ist ab 1. Februar 2018 Finanzvorstand der Vienna Insurance Group AG. Die PWC-Partnerin folgt Martin Simhandel nach. Sie ist Expertin für IFRS-Beratung und Due Diligence Reviews von Versicherungen.

bildet zusammen mit Mario Heinisch den neuen Vorstand der Österreich-Tochter des internationalen Industrieversicherungsmaklers Funk. Domany-Funtan ist Geschäftsführerin, Heinisch Chief Broking Officer.

Zinsen und makroökonomischer

53

Jahr 2015 lag dieser Unsicherheitsfaktor noch auf Platz sechs nach Entwicklung. Dicht gefolgt auf Platz zwei kommt in der jüngsten Umfrage die Angst vor Cyberkriminalität. Für die 14 österreichischen Teilnehmer rangiert dieses Problem jedoch erst auf Platz acht.


BRANCHEN

FONDS

KOLUMNE

HEINZ BEDNAR Präsident VÖIG

DIE NEUWAHL ALS CHANCE Am 15. Oktober 2017 findet die Neuwahl des Nationalrats statt. Ein Jahr früher, als die reguläre Gesetzgebungsperiode geendet

C-QUADRAT VERDOPPELT VERWALTETES VERMÖGEN

hätte. Die österreichischen Investmentgesellschaften sehen in der

Die C-Quadrat Investment AG (C-Qua-

der Deutschen Bank AG. Bei der Haupt-

Finanzierung der Pensions- und

drat) konnte ihr verwaltetes Vermögen

versammlung wurde er mit 98,24 Pro-

Pflegevorsorge eine der wichtigs-

auf mehr als zehn Milliarden Euro stei-

zent gewählt. In Zukunft könnte die

der nächsten Jahre. Aus Sicht der

gern. Dies gelang durch die Übernah-

Bank das einzige börsennotierte Unter-

Banken und Investmentfonds-

me eines Mandats einer großen Versi-

nehmen sein, in dem Schütz seine Finger

branche aber auch aus Sicht ihrer

cherung. Durch den Deal wurde das ver-

im Spiel hat. Denn die chinesische HNA-

Kunden sind die bestehenden Rah-

waltete Vermögen fast verdoppelt. Ver-

Gruppe plant nach dem Mehrheitserwerb

gleicht man das Volumen mit heimi-

von 98 Prozent, den Wiener Assetmana-

schen Kapitalanlagegesellschaften, reiht

ger C-Quadrat von der Frankfurter und

vorsorge: Das Investmentuniver­

sich C-Quadrat auf Platz sechs ein. Ne-

der Wiener Börse zu nehmen. Konkret

sum ist restriktiv, und es ist

ben der Vermögenssteigerung gibt es

strebt man ein Squeeze-out des Streube-

eine zwingende Kapitalgarantie

auch weitere Veränderungen beim Wie-

sitzes an. Der Schritt kommt nicht sehr

ner Assetmanager. Dessen Gründer Alex-

überraschend. C-Quadrat wollte der Bör-

ander Schütz sitzt fortan im Aufsichtsrat

se schon vor Jahren den Rücken kehren.

ten inhaltlichen Schwerpunkte

menbedingungen für die private Pensionsvorsorge zu starr. Größtes Manko der bestehenden Zukunfts-

vorgesehen. Für die langfristige Pensionsvorsorge ist schon vor den anhaltenden niedrigen Zinsen eine individuelle Aktienquote von großer Bedeutung. Garantieverpflichtung und Aktienquote sind aber nicht sinnvoll miteinander vereinbar und führen zu hohen Garantiekosten. Die dritte Säule könnte liberalisiert

Union Investment Austria strukturiert sich um

werden, das wäre eine Chance: Pensionsvorsorgeprodukte wie

Die ehemalige Volksbanken Invest KAG

Investmentfonds und Versiche-

und nunmehrige Union Investment Aus-

rungen sollte man frei wählen können. Die dafür geleisteten Bei-

tria muss ihre Fondsproduktion einstel-

träge sollen auf einem gesperrten

len. Wie schon Anfang 2017 angekün-

Vorsorgedepot der Pensions- und

digt, wird die österreichische Zweigstel-

Pflegevorsorge gewidmet werden.

le der Union Investment Holding AG zur

xemburg übertragen. Weitere sieben der

Die gewählten Produkte soll-

Vertriebsgesellschaft umgewandelt. Der

insgesamt 44 Fonds werden geschlossen.

Grund dafür ist, dass Kunden primär Pro-

Wie mit den verbliebenen Fonds verfah-

dukte aus Luxemburg und Deutschland

ren werden soll, ist teilweise noch nicht

nichtwidmungsgemäßen Ver-

nachfragen. Eigene heimische Produk-

geklärt. Jedenfalls sollen sie bis Ende

wendung müsste nachversteuert

te rechnen sich nicht. Neben massiven

2017 ebenfalls entweder übertragen oder

werden. Für eine solche nichtka-

personellen Veränderungen, 37 Mitar-

geschlossen werden. Zukünftig wird man

beiter mussten entlassen werden, geht es

sich also mit einer schlankeren Aufstel-

nun den heimischen Fonds an den Kra-

lung auf die Beratung der österreichi-

gen. Im Juli werden in einer ersten Mar-

schen Volksbanken sowie heimischer in-

ge 15 Fonds an die Union Investment Lu-

stitutioneller Kunden beschränken.

ten steuerlich gleich behandelt werden wie die derzeit bestehende Zukunftsvorsorge. Erst bei einer

pitalgarantierte Pensionsvorsorge wäre keine staatliche Prämie erforderlich! h.bednar@derboersianer.com

54


BRANCHEN

TICKER

Amundi Austria bekommt neuen Vorstandschef

Die von Amundi Asset Management Ende

ten zusammen rund 23 Milliarden Euro.

2016 angekündigte Übernahme der Pioneer

Größer sind nur noch Erste Sparinvest KAG

Investment ist vollbracht. Nach der Über-

und Raiffeisen KAG. Auch personell gibt es

nahme wird der französische Assetmana-

Veränderungen. Werner Kretschmer, der-

ger ein Vermögen von 1,276 Billionen Euro

zeitiger Österreich- und Osteuropa-Chef

verwalten. Damit wird der Investmentrie-

bei Pioneer Investment Austria, wird nach

se der achtgrößte Vermögensverwalter

der Übernahme Vorstandschef von Amun-

der Welt. Aber auch am österreichischen

di Austria sowie Geschäftsführer der fran-

Fondsmarkt führt die Übernahme zu gro-

zösischen Unternehmensgruppe in Mittel-

ßen Veränderungen. In Österreich steigt

und Osteuropa. Eric Bramoulle, bisher CEO

Amundi Austria zur drittgrößten Invest-

bei Amundi Austria, wird Kretschmer als

mentgesellschaft auf. Das verwaltete Ver-

Stellvertreter zur Seite stehen. Der Name

mögen von Amundi Austria und Pioneer

Pioneer Investment Austria ist seit 3. Juli

Investment Austria beträgt laut VÖIG-Da-

2017 Geschichte.

Erste AM legt neuen EM-Unternehmensanleihenfonds auf +++ Janus Capital und Henderson Group vollenden Fusion +++ Columbia Threadneedle bringt EU-Social-Bond-Fonds +++ Black Rock investiert in Fintech-Start-up Scalable +++ Finaltis erhält Zulassung für Aktienfonds Finaltis Funds Digital +++ OFI Asset Management expandiert nach Österreich

3 Banken Generali setzt auf Megatrends Ab Juli 2017 steigt die 3 Banken Generali

auf die Themen Industrie 4.0, Infrastruk-

Investment in den boomenden Markt der

tur und Gesundheit. Innerhalb dieser The-

Megatrendfonds ein. „Sich rein auf poli-

mengebiete gibt es keine fixe Gewichtung.

tische Themen zu beschränken hat in den

Je nach aktueller Entwicklung kann der

vergangenen sechs Jahren in der Geldanla-

Schwerpunkt variiert werden. Das Portfo-

ge keinen Mehrwert gebracht. Warum soll-

lio aus etwa 40 globalen Einzeltiteln wird

te es in den kommenden sechs Jahren an-

vom Fondsmanager Werner Leithenmüller

STUDIE. Die Geschlechtervielfalt im

ders sein?“, begründet Alois Wögerbauer,

flexibel gestaltet. Prinzipiell sollen die Ti-

europäischen Finanzsektor nimmt

Geschäftsführer 3 Banken Generali Invest-

tel aber etwa gleich groß sein. Der thesau-

laut einer Studie des britischen

ment, die Auflage des Fonds. Der „3 Ban-

rierende Fonds wird eine fixe Laufzeit von

Thinkthanks New Financial zu. Die

ken Mega-Trends 2023“ konzentriert sich

sechs Jahren haben.

GECHLECHTERVIELFALT IM ASSETMANAGEMENT STEIGT

Studie „Counting Every Woman 2017“ zeigt, dass 27 Prozent der Mitglieder in Aufsichtsgremien aus der europä­ischen Assetmanagementbranche inzwischen

KARRIERE

Frauen sind, im Jahr 2014 waren es nur 23 Prozent. Nachbesserungsbedarf gibt es in den Manage­ ment­gremien. Dort liegt die Quote

Horst Simbürger

Alexander Schütz

Michael Sieghart

wird ab August Geschäftsführer bei Convertinvest. Der Anlageexperte wird darüber hinaus auch den Posten des Chefinvestors übernehmen.

sitzt fortan im Aufsichtsrat der Deutschen Bank AG. Der C-Quadrat-Gründer übernimmt dort ein Mandat für die chinesische HNA-Gruppe.

ist nach seinem Abschied von Pertrus Advisers seit Anfang Juni für die privaten Beteiligungen von C-Quadrat-Gründer Alexander Schütz verantwortlich.

mittlerweile bei 18 Prozent, während es 2014 nur 15 Prozent waren. Spitzenreiter beim Aufsichtsrat ist

55

BNP Paribas Investment Partners mit 47 Prozent. Im Management der Assetmanager führt Columbia Threadneedle mit 40 Prozent Frauenanteil die Liste an.


BRANCHEN

AKTIEN

KOLUMNE

BETTINA SCHRAGL Head of Investor Relations Immofinanz AG

DER GAR NICHT SO LETZTE MOHIKANER

B&C STIFTUNG MACHT MIT ­LENZING KASSE

„Ich bin einer der letzten Mohi-

Die B&C Privatstiftung, Haupteigentü-

kaner, der noch zur Gänze einen

mer der Lenzing AG, hat 12,56 Prozent ih-

Euro Mitte Mai 2017 gestiegen. Die Stif-

Geschäftsbericht liest“, sagte

rer Anteile am Unternehmen verkauft und

tung hat die Mehrheit an der Lenzing AG

ein Investor kürzlich zu mir am

damit ordentlich Kasse gemacht. Plat-

schon 2001 von der damaligen Bank Aus-

ziert wurde der Anteil für rund 164 Euro

tria AG erworben, als die Aktie bei elf Euro

je Aktie. Das sind 548 Millionen Euro Ge-

notierte. Die B&C Stiftung hat als Kernak-

der Zeit und des Aufwands, den

winn. Die Stiftung hält mit knapp mehr

tionär übrigens doppelt profitiert. Nach

wir jedes Jahr in die Erstellung

als 50 Prozent immer noch die strategi-

dem besten ersten Quartal der Unterneh-

investieren. Und tatsächlich

sche Mehrheit am oberösterreichischen

mensgeschichte, in dem die Lenzing AG

Faserhersteller. Das soll auch so bleiben,

die Ebit-Marge von 11,6 auf 17,5 Prozent

heißt es auf Nachfrage von Der Börsianer.

steigern konnte, wurde an die Aktionäre

publizierte Studie „GB-Report

Die Stiftung habe lediglich von der starken

drei Euro Dividende plus einer Sonderdivi-

2017“, bei der Analysten, Instituti-

Entwicklung der Aktie profitieren wollen.

dende von 1,20 Euro je Aktie ausgeschüt-

onelle, Journalisten und Privatan-

Der Streubesitz beträgt nun 46,03 Prozent.

tet. Zusätzlich plant das Unternehmen die

Die Oberbank AG besitzt 3,96 Prozent. Al-

Errichtung einer weiteren Spezialfaseran-

lein in den vergangenen drei Jahren ist

lage in der Nähe von Bangkok bis 2020.

Telefon, als er ein Printexemplar anforderte. „Hoffentlich ist er das nicht“, dachte ich - angesichts

gewinnt der Geschäftsbericht als Informationsquelle an Relevanz. Das zeigt die jüngst in Deutschland

leger befragt wurden. 97 Prozent nutzen Geschäftsberichte, um sich über Unternehmen zu informieren.

die Lenzing-Aktie von 45 Euro auf 177

Im Vergleich zu 2014 ist das ein Anstieg um neun Prozentpunkte. Deutlich zugenommen hat auch die Präferenz für das PDF: Mehr als 51 Prozent (2014: 24 Prozent) greifen darauf zu, für Print votieren knapp

FMA nimmt FACC ins Visier

40 Prozent (64 Prozent), wobei hier die Privatanleger überwiegen

Die FACC AG musste auf Geheiß der Fi-

teilt, dass die Vorjahresbeträge um meh-

dürften. Rund 56 Prozent messen

nanzmarktaufsicht (FMA) ihre Jahres-

rere Millionen Euro gesenkt wurden. Das

dem Geschäftsbericht zudem eine

und Halbjahresabschlüsse aus den Jahren

Verfahren mit der FMA ist noch nicht ab-

2015 und 2016 noch einmal überprüfen.

geschlossen. Zum Vorschein kamen die

Die geplante Veröffentlichung des Be-

Fehler in der Bilanz durch eine Stichpro-

ziale liegen beim Prognose- und

richts für das Geschäftsjahr 2016/17 hat-

benprüfung der Österreichischen Prüf-

Risikobericht und der Segment-

te der Luftfahrtzulieferer daraufhin von

stelle für Rechnungslegung, die dann die

berichterstattung. Was das anbe-

Mitte Mai auf den 13. Juni 2017 verscho-

Prüfung an die FMA abtrat.

große Wirkung auf die allgemeine Unternehmensreputation zu. Die größten Verbesserungspoten­

langt, haben wir bei der Immofinanz unsere Hausaufgaben bereits

ben. Bei der Präsentation wurde mitge-

Der Flugzeugausrüster hat zuletzt die strategische Zusammenarbeit mit Bom-

erledigt und in Umsetzung der sogenannten Disclosure-Initiative

bardier ausgeweitet und einen Liefer-

des International Accounting

vertrag im Wert von mehr als 100 Milli-

Standards Board (IASB) die Leser-

onen Euro unterzeichnet. Die FACC AG

freundlichkeit unseres Abschlus-

wird Flügel-Rumpf-Verkleidungen für

ses deutlich verbessert. Mehr dazu

Bombardier bauen. Im Unternehmen will

beim nächsten Mal.

man in den nächsten drei Jahren bis zu 700 neue Mitarbeiter einstellen.

b.schragl@derboersianer.com

56


BRANCHEN

TICKER

Adam Lessing (VAIÖ), Andreas Zakostelsky (ÖVP), Jakob Zirm („Die Presse“), Matthias Köchl (Die Grünen) und ­Christoph Boschan (Wiener Börse) diskutierten im Saal des Vienna Marriott über den heimischen Kapitalmarkt.

Zum Auftakt des vierten Finanzplaner-Forums Österreich in Wien fand am 8. Mai 2017 eine hochrangig besetzte Podiumsdiskussion statt. Mehr als 200 Besucher lauschten den Ausführungen über den österreichischen Kapitalmarkt.

Manner im Diskurs mit Wiener Börse Die Josef Manner & Comp. AG (Manner)

werden dürfen, sondern auf einer Depot-

verhandelt mit der Wiener Börse AG über

bank wie etwa der Österreichischen Kon-

die Handelszulassung ihrer Namens-

trollbank AG. Diese Depotkosten will sich

aktien. Es geht um mehr als 1,53 Milli-

Manner aber ersparen. Außerbörslich ist

onen Stück. Diese entsprechen im We-

der Handel weiterhin möglich. Die Iro-

sentlichen dem Syndikat, das 88,41 Pro-

nie dabei ist, dass 2014 die Inhaberak­tien

zent am Unternehmen hält. Das Syndikat

in Namensaktien umgewandelt wurden,

besteht aus den Familien Manner, Riedl

um diese weiterhin in der Gesellschaft zu

und Andres. Es droht der Entzug der No-

verwahren. Verliert das Syndikat die Zu-

tierungszulassung, da die Namensakti-

lassung für die Börse und will sie später

en laut Wiener Börse AG nicht mehr bei

wieder bekommen, kostet das jedes Mal

der Gesellschaft im Aktienbuch verwahrt

5.000 Euro.

Vonovia will ConwertSqueeze-out +++ Amag schließt Großauftrag mit Constantia Flex ab +++ Palfinger platziert 200 Millionen Euro Schuldscheindarlehen +++ Hinteregger soll selbstständiger Teil der Porr AG werden +++ Buwog gibt Kapitalerhöhung bekannt +++ SchlumbergerSqueeze-out ist fix +++ Fusion RHI-Magnesita erhält von EU-Kommission grünes Licht mit Auflagen

DIVIDENDENRENDITEN IM HÖHENFLUG STUDIE. Die Diskrepanz zwischen den Dividendenrenditen und den

KARRIERE

Renditen von Staats- und Unternehmensanleihen ist für europäische Unternehmen selten so

Christoph Kaml

Monika Stoisser-Göhring

Barbara PotiskEibensteiner

legt auf eigenen Wunsch den Posten als Finanzvorstand der Palfinger AG zurück. Er war seit 2009 CFO des Unternehmens.

ist neue Finanzchefin der AT&S AG. Sie folgt Karl Asamer, der das Unternehmen aus persönlichen Gründen verlassen hat.

verlässt die RHI AG. Der Finanzchefin folgt nach der Fusion RHI-Magnesita Octavio Lopes, derzeit Magnesita-CFO.

groß gewesen wie heute. Während die durchschnittliche Rendite von Dividenden in Europa derzeit bei rund 3,5 Prozent liegt, weisen rund ein Viertel aller Staatsanleihen der Industrieländer Ende 2016 eine negative Umlaufrendite aus. Dies geht aus der aktuellen Studie „Europas Dividendenrenditen im Höhenflug“ von Allianz Global Investors hervor. Mit einer Dividendenren-

Daniel Tomaschko

Andreas Zeller

Robert Kögl

ist mit 34 Jahren neuer Technikvorstand der Rosenbauer AG. Er ersetzt den bisherigen Vorstand Gottfried Brunbauer.

ist seit 15. Mai Vertriebsvorstand der Rosenbauer AG. Der 45-Jährige ist seit 2003 im Unternehmen tätig.

ist seit 1. Juli 2017 Finanzvorstand beim Börsenneuling Cleen Energy AG. Er war vorher bei Microsoft Österreich tätig.

dite von 4,93 Prozent liegen derzeit spanische Unternehmen an der Spitze des Rankings. Österreichs

57

Unternehmen befindet sich mit einer durchschnittlichen Dividendenrendite von 2,34 Prozent im unteren Drittel.


BRANCHEN

IMMOBILIEN

VERMUTETE PREISABSPRACHEN BEI PORR UND STRABAG

Bei der Porr AG und der Strabag SE er-

suchungen ist ein ehemaliger Manager

sind kein Einzelfall. Vor allem wenn es

mittelt die Wirtschafts- und Korrupti-

eines Baukonzerns, der „ausgepackt“

um Aufträge vom Staat, Land oder von

onsstaatsanwaltschaft wegen des Ver-

haben soll. Im konkreten Fall haben die

Gemeinden geht. Bei Preisabsprachen

dachts

Preisabsprachen

20 Baufirmen angeblich untereinander

der Voestalpine AG entstand der Deut-

beim Bau von Autobahnen und Land-

abgesprochene Scheinangebote gelegt.

sche Bahn AG wegen eines Schienenkar-

straßen. Auch bei anderen heimischen

Somit soll schon vorher klar gewesen

tells zum Beispiel ein Schaden in drei-

Baufirmen ist es zu zahlreichen Haus-

sein, wer den einen oder anderen Auf-

stelliger Millionenhöhe. Auch der Feu-

durchsuchungen gekommen. Überprüft

trag erhält. Jene Firma, die den Auftrag

erwehrausrüster Rosenbauer AG und

werden die vergangenen zehn Jahre.

nicht bekam, soll von derjenigen, die

seine Mitbewerber wurden vor einigen

Beide Unternehmen kooperieren mit

den Auftrag bekam, eine Abschlagszah-

Jahren wegen illegaler Absprache über-

den Behörden. Der Grund für die Unter-

lung erhalten haben. Preisabsprachen

führt. Es gilt die Unschuldsvermutung.

auf

illegale

Immobilienonlineportal soll fairen Marktpreis ermitteln Eine Analyse der Zinshausverkäufe in

Strategie anzupassen. Auf dem Por-

Kunden vermögende Privatpersonen,

den inneren Bezirken Wiens des Im-

tal können Immobilieninvestoren ge-

Stiftungen und institutionelle Anleger

mobilienberaters Adeqat hat ergeben,

zielt ein Suchprofil nach gewünsch-

zählen. Zugelassen sind ausschließ-

dass 25 Prozent der Transaktionen alle

ten Immobilien definieren. Sobald ein

lich Projekte, die ein Volumen von 1,5

sieben Monate wieder verkauft wer-

passendes Objekt bereitsteht, wird der

Millionen Euro überschreiten. Aktuell

den. Das heißt, dass Zinshäuser oft

Investor informiert, bekommt Details

sind 430 Investoren registriert. „Das

zu billig hergegeben werden. Ade-

über die Immobilie und kann dann ein

Potenzial und die Qualität der Trans-

qat hat deshalb für gehobene Klien-

Anbot stellen.

aktionen sind gestiegen. Wir wollen

tel ein Online­investorenportal einge-

Zugang zum Onlineportal gibt es

das Portal weiter ausbauen inklusive

richtet, um eigene Markteinschätzung

nur nach einem Screening durch die

Newslettersystem“, sagt Karl Derfler,

zu überprüfen und gegebenenfalls die

Geschäftsführer von Adeqat, zu deren

Unternehmensgründer von Adeqat.

58


BRANCHEN

Erste Bank strukturiert Wohnbausparte um Die Erste Bank Österreich AG hat ihrer

ger bisher in Personalunion geführt hat-

Wohnbausparte eine saubere Struktur

te und in dem er seine Expertise ausspie-

verpasst. Josef Schmidinger fungiert seit

len wird. Die S Wohnbaubank AG, de-

1. Juni 2017 nach seinem Ausscheiden

ren Vorsitzender Schmidinger ebenfalls

als Generaldirektor der S Bausparkasse

war, wurde nun dem Ressort von Erste-

AG und Vorstandschef der S Wohnbau-

Österreich-Finanzchefin Claudia Höl-

bank AG als Bereichsleiter Wohnbau und

ler zugeteilt und somit von der S Bau-

berichtet direkt an Stefan Dörfler, Vor-

sparkasse AG komplett getrennt, für die

standschef der Erste Bank Österreich

wiederum nun Retail-Vorstand Thomas

AG. Die Sparte gehört zum Kommerz-

Schaufler verantwortlich zeichnet. Neu-

kundenbereich und beinhaltet neben

er Vorstandsvorsitzender der S Wohn-

dem großvolumigen Wohnbau ab sofort

baubank AG ist übrigens Franz-Nikolaus

auch das Immo-Leasinggeschäft sowie

Hörmann, ihm zur Seite steht weiterhin

das Bauträgergeschäft, das Schmidin-

Astrid Kratschmann.

Real Invest muss investieren Die Bank Austria Real Invest hat in den vergangenen Monaten das Immobilienportfolio auf 112 Objekte aufgestockt. Je drei Wohn- und Büroimmobilien wurden erworben. „Wir investieren laufend

TICKER

Arnold Immobilien steigt ins Gewerbeinvestment ein +++ Palmira erwirbt Distributionszentrum für Fonds +++ 6B47 kauft königliche Pulverfabrik in Berlin +++ RLB-OÖ-Immo-Tochter modernisiert Linzer Franckviertel +++ Dornbirner ImmoEntwickler Zima expandiert in Wien +++ UBM AG kauft Hauptpost in Potsdam samt Entwicklungsfläche

in interessante Projekte, um das Portfolio des Real Invest Austria zu managen. Das ist notwendig, um nachhaltig Erträge lukrieren zu können“, erklärt Vorstandschef Peter Czapek. Zu den neuesten Errungenschaften zählt neben dem

Wiens mit 17.400 Quadratmeter. Inves-

Orbi Tower im dritten Wiener Bezirk

tiert wurde ein dreistelliger Millionen-

auch das Objekt „Marximum“ mit rund

betrag in Euro. Der offene Immobilien-

9.700 Quadratmetern in Neu-Erdberg

fonds ist mit einem Fondsvolumen von

im elften Bezirk sowie das Büro- und

2,36 Milliarden Euro der größte seiner

Geschäftshaus „Qbik“ im dritten Bezirk

Art in Österreich.

Wir entwickeln Werte

Als Unternehmer sind wir auf profitable Chancen fokussiert. Wir investieren in unsere Immobilien, um Werte zu entwickeln, die die S IMMO auch in Zukunft tragen. www.simmoag.at/projekte


BRANCHEN

BERATER

KOLUMNE

PETER BARTOS Partner und Geschäftsführer BDO Austria

DATENSCHUTZ ‒ TEURER UND MEHR WERT? Nicht nur die Strafen mit bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes haben es in sich. Durch die EUDatenschutz-Grundverordnung

BANKENREGULIERUNG FÜHRT BEI BCG ZU ÄNDERUNGEN BEIM RECRUITING In den Jahren 2011 bis 2015 hat sich die

werden, setzen wir auch auf Exoten. Von

Zahl der Bankenregulierungen vervier-

Pharmazeuten bis Philosophen hat bei uns

kommt es mit Mai 2018 zu weitrei-

facht. Bis heute reißt dieser Trend nicht

jeder einen Platz.“ Diese Diversitätsstra-

chenden Änderungen im Umgang

ab. Um diesen Anforderungen gerecht zu

tegie verfolgt die Boston Consulting Group

mit personenbezogenen Daten von

werden, müssen Unternehmensberater

Austria schon länger. Um den Kundenan-

natürlichen Personen. So sperrig

neue Wege gehen. Der „klassische“ Be-

sprüchen gerecht zu werden, legt man nun

rater mit wirtschaftlichem Background

aber deutlich höhere Ansprüche an den

reicht nicht mehr aus. Bernhard Kronfell-

Tag. „Während früher ein gut abgeschlos-

schutz-Anpassungsgesetzes. Das

ner, Banken- und Risikoexperte der Bos-

senes Studium im jeweiligen Fachbereich

sollte aber nicht dazu verleiten,

ton Consulting Group Austria, sagt dazu:

gereicht hat, fragen wir jetzt zusätzlich

die Materie nicht ernst zu nehmen,

„Die Regularien sind nicht nur quantita-

sehr genau nach, welche wissenschaft-

tiv mehr geworden, sie werden auch im-

lichen Leistungen erbracht wurden. Wir

mer komplexer. Ich spreche hier gern von

kaufen also gezielt Know-how zu“, sagt

und das Vertrauen in das Unter-

mathematischen Rätseln. Um diese Rätsel

Kronfellner. Zuletzt zeigte sich der Erfolg

nehmen nachhaltig beschädigen.

lösen zu können, braucht es auch geziel-

dieser Herangehensweise durch die Ent-

Jedenfalls betroffen sind alle

tes Recruiting. Konkret suchen wir nach

wicklung eines neuen Modells zur Risiko-

promovierten Mathematikern und Physi-

bewertung von Banken. Mit diesem neu-

kern.“ Aber auch andere Fachrichtungen

en Ansatz lässt sich das Ausfallsrisiko von

sind gefragt. „Um nicht industrieblind zu

Geschäftspartnern präzis vorhersagen.

wie der Titel ist auch der Inhalt der Verordnung und des derzeit im Entwurf vorliegenden Daten-

denn Beschwerden oder „DataBreaches“ können sehr rasch eine negative Publicity zur Folge haben

Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern. Aber auch kleinere Unternehmen können nicht automatisch aufatmen, denn bei Risiken für die Betroffenen oder nicht nur gelegentlicher Verarbeitungen von Daten unterliegen auch sie den neuen Datenschutzbestimmungen. Ausdrücke wie Datenminimierung, Datenportabilität, „privacy by

Finanzdienstleister fürchten Fintechs

default“ oder Recht auf Vergessen werden daher Einzug in den

82 Prozent der Finanzdienstleister welt-

Infolgedessen bildet sich aber auch ein

Sprachgebrauch vieler Unterneh-

weit planen, ihre Kooperationen im Fin-

gegenseitiges Verständnis zwischen den

men bis hinauf zum Topmanage-

tech-Bereich in den kommenden drei bis

beiden Parteien. Fintech-Start-ups be-

fünf Jahren auszubauen. Treibende Kraft

nötigen den Zugang zu Kapital und Kun-

tragten suchen und ihre Richt-

hierbei ist die Angst. Denn eine große

den, beides bieten bestehende Unter-

linien überarbeiten müssen. Die

Mehrheit der Finanzdienstleister fürch-

nehmen. Große Finanzinstitute beginnen

neuen Datenschutzbestimmungen

ten, Umsätze an Innovatoren zu verlie-

hingegen vermehrt, Fintechs als mögli-

ren. Zu diesen Ergebnissen kam die „Fin-

chen Schlüssel zur Lösung bestehender

Tech Survey“ von PWC Österreich. Im

Probleme in Zusammenhang mit Tech-

Durchschnitt werden 24 Prozent der Um-

nologie und Kundenkommunikation zu

sätze als gefährdet angesehen.

verstehen.

ment halten. Viele Unternehmen werden einen Datenschutzbeauf-

werden daher einiges mehr an Geld kosten. Hoffentlich ist es das am Ende auch tatsächlich wert. p.bartos@derboersianer.com

60


BRANCHEN

Michael Schlenk (KPMG), Sebastian Kurz (ÖVP), Wolfgang Leitner (Andritz AG), Paul Schmidt (Österreichische Gesellschaft für Europapolitik), Daniel S. Hamilton (Johns Hopkins University).

Bei der Podiumsdiskussion „EU an einem Wendepunkt“ von KPMG Austria diskutierten hochkarätige Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Der Appell vom Podium war klar: „Nicht nur jammern, sondern handeln!“

Finanzdilemma im österreichischen Mittelstand 85 Prozent der heimischen Unternehmen sind mit ihrem Zugang zu Finanzierungsmitteln momentan zufrieden. Auf einen klassischen Bankkredit können sich Ös-

TICKER

Skills gewinnt Platz zwei beim „Best-PracticeAward 2017“ +++ Deloitte Österreich ist „Tax Firm of the Year 2017“ +++ KPMG und factory300 begründen Partnerschaft +++ BDO gewinnt zum dritten Mal „Steuerberater Award“ +++ RSM veröffentlicht Brexit-Studie +++ Heitger Consulting und KPMG gehen gemeinsamen Weg

terreichs Unternehmen aber zunehmend weniger verlassen. Zu diesem Schluss kommt die Studie „Finanzierung im österreichischen Mittelstand“ von Ernst & Young (EY) Österreich. 43 Prozent der heimischen Betriebe beklagen, dass die Kreditvergabe der Banken in den vergangenen drei Jahren restriktiver gewor-

CEOS HABEN NICHTS ZU FÜRCHTEN

den ist. „Dem österreichischen Mittel-

schäftsführer Capital & Dept Advisory bei

stand droht ein Finanzdilemma mit einer

EY Österreich. Eine innovative Idee hierzu

STUDIE. Einheimische Vorstands-

Zweiklassengesellschaft, die immer stär-

kommt von der Regierung. Mit dem Mit-

chefs sitzen sicher im Sattel. Die

ker auseinanderdriftet. Um dieser Sche-

telstandsfinanzierungsgesellschaften-

re entgegenzuwirken, sollten sich mit-

gesetz Neu (MiFiGG 2017) sollen Private-

telständische Betriebe auch mit alterna-

Equity-Projekte attraktiver gemacht und

tiven Finanzierungsformen auseinander-

Privatinvestoren zu Beteiligungen an Mit-

quote bei Vorstandsvorsitzenden

setzen“, so Andreas Steiner-Posch, Ge-

telstandsunternehmen motiviert werden.

auf. Auch die durchschnittliche

D-A-CH-Region, bestehend aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, weist mit 12,7 Prozent weltweit die niedrigste Wechsel-

Verweildauer ist mit 7,8 Jahre überdurchschnittlich lang. Altbekannte Baustelle ist die Diversität. 97 Prozent der neuen Vorstandsvorsitzenden in der D-A-CH-Region sind Männer. Zu diesen Ergebnissen

KARRIERE

kam die 16. Ausgabe der „CEO Success Study“ von Strategie&, einem Teil des PWC-Netzwerks. Ursache für den Wechsel waren bei 68,5

Verena Trenkwalder

Bernhard Bortel

Gunther Reimoser

ist Steuerberaterin des Jahres für „Private Clients“. Sie wurde wie ihr KPMG-Kollege Hans Zöchling beim Event „Steuerberater des Jahres 2017“ ausgezeichnet.

wurde beim Steuerberater LBG Österreich zum Prokuristen bestellt. Der Wiener Steuer- und Unternehmensberater ist seit 2006 für LBG tätig.

ist seit 1. Juli 2017 Country-­ Managing-Partner bei Ernst & Young Österreich. Der 44-Jährige tritt die Nachfolge von Helmut Maukner an.

Prozent regulär auslaufende Verträge oder eine festgelegte Altersober­ grenze, bei 18,5 Prozent waren es

61

Rücktritte. In 13,4 Prozent der Fälle lagen dem Fusionen oder Aufkäufe von Unternehmen zugrunde. Wechsel wegen moralischer Verfehlungen haben zugenommen.


BRANCHEN

RECHT

KOLUMNE

ALBERT BIRKNER Managing Partner CHSH

60-MILLIONEN-EURO-KLAGE GEGEN EX-CONWERT-AKTIONÄRE GEPLANT

FREIWILLIGES DELISTING Ein Widerruf der Zulassung zum Handel von Wertpapieren im amtlichen Handel auf Antrag des

Die Advofin Prozessfinanzierung AG will

ber 2015 und 22. November 2016 ihre Con-

Rechtslage nicht möglich. Insbe-

die ehemaligen Conwert-Altaktionäre Ad-

wert-Aktien verkauft haben, haben einen

sondere durch jüngere Entwick-

ler Real Estate und zwei Tochterfirmen,

Schaden erlitten“, sagt dazu Advofin-Chef

lungen auf anderen europäischen

Cevdet Caner und Petrus Advisers, auf 60

Franz Kallinger. Der Aktienkurs lag damals

Marktplätzen, die solche frei-

Millionen Euro Schadenersatz klagen. Der

im Schnitt bei rund 13,50 Euro, Anfang Fe-

Grund dafür ist ein Urteil des Obersten Ge-

bruar 2016 bei 11,66 Euro. „Wir haben aus

richtshofs (OGH), wonach die drei Haupt-

den Finanzbericht der Adler errechnet,

als benachteiligend für den

aktionäre den restlichen Aktionären 2015

dass Adler selbst die Conwert-Papiere zu

inländischen Markt angesehen.

ein Übernahmeangebot hätten legen müs-

einen Durchschnittspreis von 16,65 Euro je

Durch das Börsengesetz 2018 wird

sen. Die Großaktionäre traten laut OGH als

Aktie gekauft hat“, sagt Advofin-Anwalt

gemeinsame Bietergruppe auf und wollten

Wendelin Ettmayer von Baker & McKenzie

die Kontrollmehrheit erlangen. Dass die-

im „Kurier“. „Sie hätten auch den übrigen

keit zum freiwilligen Rückzug von

ser Coup nicht gelang, spielt für die Scha-

Aktionären im Rahmen des Pflichtange-

der Börse.

denersatzansprüche keine Rolle. „Alle Ak-

bots die Übernahme ihrer Aktien zu die-

Die Voraussetzung dafür ist, dass

tionäre, die im Zeitraum vom 29. Septem-

sem Preis anbieten müssen“, so sein Fazit.

Emittenten war nach bisheriger

willigen Rückzugsmöglichkeiten vorsehen, wurde das Fehlen eines „echten“ Delistings zunehmend

das „freiwillige Delisting“ nun neu eingeführt. Börsennotierte Emittenten erhalten die Möglich-

keine Gefährdung von Anlegerin­ teressen vorliegt und eine Mindesthaltedauer von drei Jahren eingehalten wurde. Zum Zweck des kapitalmarktrechtlichen Schutzes der Aktionäre erhalten ­Letztere

BPV Hügel und Wolf Theiss sichern sich Megadeals

anlässlich des Delistings die Gelegenheit, ihre Anteile zu einem fairen und durch den Börsenrückzug möglichst unbeeinflussten

Die

Rechtsanwaltskanzleien

verfügen, um das perfekte Team für jede

Preis zu verkaufen. Ein solches

Wolf Theiss und BPV Hügel konnten zwei

Transaktion zusammenzustellen“, meint

Delisting-Angebot kann dann

Mega­deals für sich ergattern. Wolf ­Theiss

Alexander Haas, Partner bei Wolf Theiss.

entfallen, wenn ein Zweitlisting an

beriet die Wiener Städtische Versiche-

BPV Hügel beriet unterdessen die Raiff-

rung AG bei der Aufsetzung eines Emis-

eisen Zentralbank AG bei der Verschmel-

sionsprogramms und bei der Begebung

zung mit der Raiffeisen International

spätere Beendigung vergleichbare

einer Anleihe. Es handelt sich um ein

AG. „Wir freuen uns, diese wesentliche

Voraussetzungen bestehen.

3,5-prozentiges

Schuld-

Transaktion der Raiffeisen-Bankengrup-

Für das Stellen des Delistingantrags

verschreiben in der Höhe von 250 Milli-

pe begleiten zu dürfen, welche die füh-

onen Euro. Dieser Wert wurde innerhalb

rende Position unserer Kanzlei bei der Be-

von zwei Stunden erreicht. „Wir konnten

treuung von Großtransaktionen börsen-

hier erneut unter Beweis stellen, dass wir

notierter Gesellschaften unterstreicht“,

über die Kapazitäten und das Know-how

so Seniorpartner Hanns F. Hügel.

einem anderen geregelten Markt im Europäischen Wirtschaftsraum besteht und dort für eine allfällige

soll der Vorstand nach eingeholter Zustimmung des Aufsichtsrats verantwortlich sein. a.birkner@derboersianer.com

Wiener

nachrangiges

62


BRANCHEN

TICKER

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Sanochemia-Funktionäre Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt ge-

rat der Sanochemia Pharmazeutika AG. Ge-

gen Sanochemia-Firmengründer Werner

gen eine weitere Person, die im Aufsichts-

Frantsits und seinen Bruder, den ehema-

rat sitzt, wird ebenfalls ermittelt. Konkret

ligen Finanzvorstand Herbert Frantsits.

geht es um Lizenzzahlungen eines Dritten

Es besteht der Verdacht auf Steuerhinter-

an die Sanochemia Limited mit Sitz in Mal-

ziehung in den Jahren 2007 bis 2015. Da

ta. Patente und die damit zusammenhän-

die beiden Entscheidungsträger des Un-

gende Lizenzeinnahmen sollen steuerlich

ternehmens waren, wird nach dem Ver-

der Sanochemia Pharmazeutika AG zuzu-

bandsverantwortlichkeitsgesetz auch ge-

rechnen sein. Aus dem Unternehmen heißt

gen die Gesellschaft selbst ermittelt. Wer-

es dazu, man könne „die Vorwürfe nicht

ner Frantsits war von 2009 bis 2016 Vor-

nachvollziehen“, seitens der Gesellschaft

standschef und sitzt derzeit im Aufsichts-

habe es kein Fehlverhalten gegeben.

Deloitte Legal kommt nach Österreich Mit der Aufnahme der Wiener Kanzlei Jank Weiler Operenyi kommt das Rechtsanwaltsnetzwerk Deloitte Legal nach Ös-

Gesetzesentwurf zur Mitarbeiterbeteiligung eingebracht +++ BPV Hügel berät Immofinanz bei Vergleich über Umtauschverhältnisse +++ Schönherr gewinnt Preis für Restrukturierung der Heta-Verbindlichkeiten +++ CMS eröffnet Praxis in der Slowakei +++ Wolf Theiss berät Boehringer Ingelheim bei neuer Produktionsanlage +++ Schönherr von Fachmagazin IFLR zu Österreichs Kanzlei des Jahres gekürt

terreich. Mit mehr als 1.750 Anwälten in 76 Ländern erbringt Deloitte Legal seit 2014 das Rechtsberatungsservice von Deloitte. Durch die enge Zusammenarbeit mit Steuerberatern, WirtschaftsprüFEHLENDES KNOW-HOW BEI DATENSCHUTZ

fern und Finanzberatern will man Klien-

Deloitte Österreich. Andreas Jank, Part-

ten ein umfassendes Service bieten. Mit 1.

ner bei Jank Weiler Operenyi, betont: „Als

Juli 2017 wird dieses Service nun auch auf

Teil des Deloitte-Legal-Netzwerkes bieten

Österreich ausgeweitet. „Wir freuen uns,

wir unseren Mandanten weiterhin die ge-

mit Jank Weiler Operenyi eine junge, dy-

wohnte persönliche Rechtsberatung unter

namische Kanzlei bei Deloitte Legal zu be-

enger Einbindung der besten steuerlichen

Grundverordnung in Kraft. Die

grüßen“, erklärt Herbert Kovar, Partner bei

und wirtschaftlichen Berater.“

Mehrheit der österreichischen Un-

STUDIE. Im Mai 2018 tritt in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union die neue EU-Datenschutz-

ternehmen ist für die Umsetzung nicht bereit. Es fehlt an Know-how und Personal, und das, obwohl drastische Bußgelder drohen. Die Strafzahlungen können bis zu 800-mal höher sein als bisherige

KARRIERE

Strafsummen. Davor warnt die Studie „Datenschutz in Österreich“ von Ernst & Young (EY) Österreich. Dazu Gottfried Tonweber, Leiter

Thomas Anderl

Walter Loukota

Irene Welser

ist neuer Partner bei Wolf Theiss, wo der 33-Jährige seit 2012 in der Praxisgruppe Real Estate & Construction auf Baurecht spezialisiert ist.

verstärkt das Tax-Team von BPV Hügel. Der 43-Jährige ist Rechtsanwalt und Steuerberater und verfügt über langjährigen Berater-Background.

wurde von der „World’s Leading Association of Independent Law Firms“ zur Vorsitzenden im Bereich Prozessführung und Schiedsgerichtsbarkeit gewählt.

Cyber Services bei EY Österreich: „Gerade vor dem Hintergrund, dass die Hälfte der befragten Unterneh-

63

men in Österreich ihre Daten durch externe Dienstleister verarbeiten lässt, muss die Sensibilität für Datenschutzrisiken hierzulande deutlich gesteigert werden.“


BRANCHEN

KOMMUNIKATION

DAS NEUE DREAMTHIEM Die sportlichen Erfolge von Tennis­profi

Spots, Einschaltungen in Printmedi-

Dominic Thiem übertragen sich auch auf

en und Präsenz in sozialen Medien wie

die wirtschaftliche Seite. Die Unicredit

Facebook. Auch Thiem ist „besonders

Bank Austria AG hat sich nach Conchi-

glücklich, in der Unicredit Bank Austria

ta Wurst, David Alaba und Nina Proll nun

AG meine Hausbank, mit der ich seit vie-

auch Thiem als neues ­Testimonial gean-

len Jahren zusammenarbeite, als lang-

gelt. Der derzeit beste Tennisspieler Ös-

fristigen Partner gewonnen zu haben“.

terreichs wurde Anfang Mai als Marken-

Christian Noisternig, Unicredit Bank

botschafter präsentiert. Robert Zadra-

Austria AG: „Dominic Thiem steht sehr

zil, Vorstandsvorsitzender der Unicre-

glaubhaft für unsere Produkte und Ser-

dit Bank Austria AG, ist sich sicher, dass

vices, die perfekt zu seinen persönlichen

Thiem „als Sportler einer neuen Genera-

Bedürfnissen passen und sein Leben er-

tion auch das Banking einer neuen Ge-

leichtern. Damit haben wir eine klare

WANDEL SICHTBAR MACHEN

neration verkörpert“. Umgesetzt wird

Win-win-Situation für unsere Werbe-

Das Corporate Design eines Un-

die crossmediale Kampagne mittels TV-

partnerschaft geschaffen.“

KOLUMNE

PETER FELSBACH Head of Group Communications Voestalpine AG

ternehmens ist ein essenzieller Bestandteil der Markenkommunikation. Logo, Farben oder Schriften haben schließlich Einfluss darauf,

Uniqa rettet ältesten Fußballklub

Wiener Börse putzt sich online heraus

Der älteste Fußballclub Österreichs hat ei-

Seit Anfang April gibt es auf der Web­site

nen neuen Hauptsponsor gewonnen und

der Wiener Börse AG neue Funktionen.

kann sich damit über Wasser halten. Die

Zu den wichtigsten internationalen Indi-

Selbstverständnis, spiegelt sich

Uniqa Insurance Group AG tritt neben dem

zes gesellen sich „Bulle und Bär on Air“

deshalb sinnvollerweise in einem

Vereinssponsoring ab der kommenden

und eine Auflistung aller „Manager’s

Update des Corporate Designs

Saison des First Vienna Football Club auch

Transactions“. Erste Erfolge zeigen sich

als Presenting- und Namenssponsor auf.

laut Kommunikationschefin Julia Resch

wie Kunden, Mitarbeiter, Investoren oder Analysten das Unternehmen wahrnehmen. Die Weiterentwicklung eines Unternehmens im Laufe der Zeit, sei es durch die Erschließung neuer Geschäftsfelder, Erweiterungen des Produktportfolios oder Veränderungen im

wider. Dementsprechend trägt auch der Voestalpine-Konzern

Im März noch musste aufgrund von Über-

schon: „Seitenaufrufe und Userzahlen

Markenauftritt seinem Wandel vom

schuldung Insolvenz angemeldet werden.

sind seit dem Relaunch der Website im

europäischen Stahlunternehmen

An einer Übernahme des Fußballvereins

Vorjahr steigend, aber insbesondere die

zum global agierenden Technolo-

ist das Versicherungsunternehmen nicht

Verweildauer auf der Website konnte

gie- und Industriegüterkonzern

interessiert.

stark gesteigert werden.“

mit einem modifizierten visuellen

über die letzten 15 Jahre Rechnung. Durch ein einheitliches Schriftbild wird die Zukunftsorientierung des Konzerns vermittelt. Die bisherige

KARRIERE

farbliche Trennung von „Voest“

TICKER

und „alpine“ im Logo – Hinweis auf eine getrennte Vergangenheit – weicht einer einheitlichen blauen Farbe. Das neue Erscheinungsbild

Andrea Pelinka-Kinz

Regina Forster

leitet seit 1. Juni 2017 die Abteilung PR Subsidiaries Austria der Raiffeisen Bank International (RBI). Damit fungiert sie als Pressesprecherin für mehrere RBI-Tochterunternehmen.

und Thomas Karabaczek (beide APA) wurden von der Unicredit Bank Austria AG für ihre Aufarbeitung wirtschaftlicher Sachverhalte mit dem Prof.-Horst-Knapp-Preis ausgezeichnet.

verbindet Tradition und Erwartung und macht die erfolgreiche, auf nachhaltige Wertsteigerung fokussierte Strategie des VoestalpineKonzerns für den Finanzmarkt damit auch optisch nachvollziehbar. p.felsbach@derboersianer.com

64

Die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) ist seit Mai als @FMA_AT auf Twitter unterwegs.


RANKING

besten Banker Österreichs

W

enn man heute Bankvorstände in Österreich fragt, ob Sie mit 100 Millionen Euro Startgeld eine Bank gründen würden, antworten 95 Prozent mit Nein. Die Zahl spricht für

sich, spiegelt sie doch die scheinbar unlösbaren Aufgaben wider, die auf Banker heute durch Regulierung, Kosten, Digitalisierung und Aufsicht einprasseln. Die eigene Bank zu führen ist zur Mammutaufgabe geworden, das Geschäft rechnet sich aufgrund der niedrigen Zinsen und der dadurch fallenden Margen immer weniger. Es gibt jedoch auch positive Signale. Die nach der Finanzkrise in der Öffentlichkeit in Ungnade gefallenen Banker haben sich in den vergangenen Jahren ihren guten Ruf zurückgeholt. Die anspringende Konjunktur und die Erholung in Osteuropa lässt viele Vorstände wieder etwas entspannter auftreten. Ihre Meinung ist wieder wertschätzend gefragt. Die Suche nach neuen Geschäftsmodellen wird als Herausforderung mit Leidenschaft verfolgt. Der Börsianer hat sich nach dem dritten Quartal 2015 erneut auf die Suche nach den 50 besten Bankvorständen des Landes gemacht. 63 Personen waren nominiert. Die besten Banker wurden mittels eines einstufigen Peergroup-Scorings ermittelt, die Kandidaten konnten sich gegenseitig mit Punkten von eins bis zehn bewerten. Der Börsianer hatte auf das Ergebnis daher keinen Einfluss. Im Vergleich zum letzten Mal sind einige gutplatzierte Banker aus den Vorstandsebenen ausgeschieden, somit standen sie nicht mehr für das Ranking zur Verfügung. Darunter der ehemalige RZB-General Walter Rothensteiner, Ex-RBI-Chef Karl Sevelda, Bawag-Vorstandschef Byron Haynes, der im März 2017 seinen Hut nahm, oder auch die einstige Easybank-Chefin Sonja Sarközi.

65

SEITENBLICKE


SEITENBLICKE

1. PLATZ 2. PLATZ

3. PLATZ

Ewald Nowotny

Andreas Treichl

Willibald Cernko

OESTERREICHISCHE NATIONALBANK

ERSTE GROUP BANK AG

ERSTE GROUP BANK AG

Topplatzierungen Mit einem Vorsprung von mehr als neun Punkten auf den Zweitplatzierten sicherte sich Andreas Treichl (Platz 1 / 72,50 Punkte) erneut den Platz an der Sonne. Der Vorstandsvorsitzende der Erste Group Bank AG gilt in der Branche als Paradebanker, nimmt sich kein Blatt vor den Mund und hat in Sachen Digitalisierung die Erste Group Bank AG mit der Onlineplattform George an die Spitze der österreichischen Banken katapultiert. Als besonnen, honorig und exzellent vernetzt gilt Ewald Nowotny (Platz 2 / 63,18), Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank, der es nach dem vierten Platz vor zwei Jahren nun erstmals auf das Stockerl schafft. Der dritte Platz war diesmal hart umkämpft, der Ausgang war bis zur letzten eingeschickten Einzelbewertung ungewiss. Erste-Group-Risikovorstand Willibald Cernko (61,67 Punkte), der 2015 noch als Vorstandschef der Unicredit Bank Austria AG den zweiten Platz für sich beanspruchte, setzte sich schließlich mit einem Wimpernschlag vor dem neuen Vorstandsvorsitzenden der Raiffeisen Bank International AG, Johann Strobl (Platz 4 / 61,43 Punkte), durch. RBI-Chef Strobl, der seit März 2017 die Geschicke des fusionierten Raiffeisen-Reiches lenkt, wird von seinen Kollegen über die Raiffeisen-Grenzen hinaus sehr geschätzt. Er bekam wie auch Andreas Treichl viermal zehn Punkte. Als beste Bankerin platziert sich die umtriebige Vorstandschefin der BKS Bank AG, Herta Stockbauer (51,30 Punkte), auf Platz neun.

DIE AUFSTEIGER PLATZ

ZULETZT NAME

UNTERNEHMEN

4.

(16.)

Strobl Johann

Raiffeisen Bank International AG

5.

(23.)

Bernkopf Helmut

Oesterreichische Kontrollbank AG

10.

(29.)

Pribil Kurt

Oesterreichische Nationalbank

16.

(34.)

Buchleitner Klaus

RLB Niederösterreich-Wien AG

19.

(39.)

Polster Rainer

Deutsche Bank AG (Österreich)

66


SEITENBLICKE

PLATZ

ZULETZT

PUNKTE

NAME

UNTERNEHMEN

1.

(1.)

72,50

TREND

Treichl Andreas

Erste Group Bank AG

2.

(4.)

63,18

Nowotny Ewald

Oesterreichische Nationalbank

3.

(2.)

61,67

Cernko Willibald

Erste Group Bank AG

4.

(16.)

61,43

Strobl Johann

Raiffeisen Bank International AG

5.

(23.)

59,09

Bernkopf Helmut

Oesterreichische Kontrollbank AG

6.

(17.)

59,09

Ittner Andreas

Oesterreichische Nationalbank

7.

(8.)

54,76

Schaller Heinrich

Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG

8.

(7.)

53,04

Gasselsberger Franz

Oberbank AG

9.

(15.)

51,30

Stockbauer Herta

BKS Bank AG

10.

(29.)

50,00

Pribil Kurt

Oesterreichische Nationalbank

11.

24.)

48,70

Witt-Dörring Franz

Schoellerbank AG

12.

(19.)

45,65

Zadrazil Robert

Unicredit Bank Austria AG

13.

(26.)

43,75

Mittendorfer Gernot

Erste Group Bank AG

14.

(13.)

43,33

Höllinger Susanne

Kathrein Privatbank AG

15.

(33.)

42,92

Ramsauer Bernhard

Semper Constantia Privatbank AG

16.

(34.)

41,43

Buchleitner Klaus

RLB Niederösterreich-Wien AG

17.

(11.)

41,30

Steinbichler Alois

Kommunalkredit Austria AG

18.

(20.)

40,83

Lippitt Frank

Bank Gutmann AG

19.

(39.)

40,43

Polster Rainer

Deutsche Bank AG (Österreich)

20.

(22.)

40,43

Gerlich Helmut

Bankhaus Carl Spängler und Co. AG

21.

(27.)

39,57

Jauk Christian

Capital Bank ‒ Grawe Gruppe AG

22.

(‒)

38,75

Dörfler Stefan

Erste Bank Österreich AG

23.

(‒)

38,70

Burtscher Gerhard

Bank für Tirol und Vorarlberg AG

24.

(21.)

38,57

Keplinger-Mitterlehner Michaela

Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG

25.

(28.)

37,62

Schaller Martin

Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG

26.

(‒)

37,27

Sommer-Hemetsberger Angelika

Oesterreichische Kontrollbank AG

27.

(32.)

36,52

Eisl Wolfgang

UBS SA (Österreich)

28.

(‒)

36,25

Schaufler Thomas

Erste Bank Österreich AG

29.

(41.)

34,17

Goess Gina

Credit Suisse SA (Österreich)

30.

(‒)

33,33

Randa Gerhard

Sberbank Europe AG

31.

(38.)

32,17

Hengl Dieter

Unicredit Bank Austria AG

32.

(‒)

30,48

Mösenbacher Hannes

Raiffeisen Bank International AG

33.

(46.)

30,48

Celeda Wilhelm

Raiffeisen Centrobank AG

34.

(‒)

30,00

Löw Robert

Liechtensteinische Landesbank Österreich AG

35.

(‒)

29,57

Berger Eduard

Wiener Privatbank SE

36.

(42.)

29,57

Ohswald Christian

Deutsche Bank AG (Österreich)

37.

(‒)

29,17

Fleischmann Gerald

Volksbank Wien AG

38.

(45.)

28,57

Breuer Klemens

Raiffeisen Bank International AG

39.

(48.)

28,33

Fabisch Gerhard

Steiermärkische Bank und Sparkassen AG

40.

(‒)

27,92

Haller Michel

Hypo Landesbank Vorarlberge

41.

(‒)

27,50

Rockenschaub Michael

Allgemeine Sparkasse Oberösterreich Bank AG

42.

(‒)

27,39

Berlinger Lucien J.

Zürcher Kantonalbank Österreich AG

43.

(35.)

26,96

Platzer Meinhard

LGT Bank AG

44.

(47.)

26,09

Böhler Peter

Bankhaus Schelhammer und Schattera AG

45.

(‒)

25,83

Bucher Peter

Western Union International Bank GmbH (Österreich)

46.

(‒)

25,42

Edelsbrunner Michael

Citibank Europe, Austria Branch

47.

(‒)

25,42

Bruckner Martin

Allianz Investmentbank AG

48.

(31.)

25,42

Harold Peter

Hypo NOE Gruppe

49.

(‒)

25,00

Ulmer Anton

JP Morgan (Österreich)

50.

(‒)

24,17

Kageneck Jean

BNP Paribas Fortis SA/NV (Ö) *BEI PUNKTEGLEICHHEIT ZÄHLT DIE HÖCHSTE EINZELBEWERTUNG, **NICHT MEHR IM UNTERNEHMEN TÄTIG

67


SEITENBLICKE

Auf- und Absteiger Neben Johann Strobl machte auch der Vorstand der exzellent geführten Oesterreichischen Kontrollbank AG Helmut Bernkopf (Platz 5 / 59,09 Punkte) einen weiten Satz nach vorn. Bernkopf ritterte im Ranking vor zwei Jahren noch als Vorstand der Unicredit Bank Austria AG um Punkte. Kurt Pribil (50,00 Punkte), zwölf Jahre Vorstandsdirektor der Finanzmarktaufsicht und seit Juli 2013 im Direktorium der Oesterreichischen Nationalbank, schafft es ebenfalls unter die besten zehn. Um 20 Plätze konnte sich Rainer Pol­ster (Platz 19 /40,43 Punkte), Niederlassungsleiter der Deutsche Bank AG in Österreich, verbessern. Auch er staubte einmal zehn Punkte ab. Insgesamt gab es wegen vieler Abgänge 17 Neueinsteiger im Ranking der 50 besten Banker Österreichs. Stefan Dörfler schafft es als Vorstandschef der Erste Bank Österreich bei seinem Debüt mit 38,75 Punkten als Bester auf Platz 22. Mit Heinrich Schaller (Platz 7 / 54,76) und Franz Gasselsberger (Platz 8 / 53,04) sind neben BKSChefin Stockbauer gleich drei Vorstandvorsitzende von Regionalbanken unter den ersten zehn. Peter Harold (Platz 48 / 25,42 Punkte), Vorstandschef der Hypo NOE Gruppe, war gemeinsam mit LGTChef Meinhard Platzer (Platz 43 / 26,96) diesmal einer der wenigen Absteiger im Ranking.

DIE ABSTEIGER PLATZ

ZULETZT NAME

UNTERNEHMEN

48.

(31.)

Harold Peter

Hypo NOE Gruppe

43.

(35.)

Platzer Meinhard

LGT Bank AG

17.

(11.)

Steinbichler Alois

Kommunalkredit AG

24.

(21.)

Keplinger-Mitterlehner Michaela RLB OÖ AG

14.

(13.)

Höllinger Susanne

Kathrein Privatbank AG

Besonderheiten Im Gegensatz zu anderen Branchen geizen die Banker nicht mit Punkten. 29-mal wurde die höchste Punktezahl gezückt. Zwei Banker vergaben je elfmal zehn Punkte. Mit allen drei Nominierten unter den ersten zehn ist die Oesterreichische Nationalbank das erfolgreichste Institut des Rankings. Allerdings staubt die Erste Group Bank AG mit zwei Vorständen unter den ersten drei ebenfalls ordentlich ab. Franz Witt-Dörring schafft es mit 48,70 Punkten als bester Vorstandschef einer Privatbank auf den elften Platz.

DIE BEWERTUNGSKRITERIEN

Das Ranking wird nach qualitativen Methoden in einem einstufigen Scoring-Modell (Peergroup-­Bewertung) ermittelt. Die nominierten Kandidaten konnten sich gegenseitig bewerten. Das Ergebnis des Rankings wurde mit dem Mittelwert aller Bewertungen berechnet und in Prozent umgewandelt. Eine Person kann maximal eine Bewertung von 100 Prozent erreichen. Bei Punktegleichheit zweier oder mehrerer Personen entscheidet die höchste Einzelbewertung. Die Kandidaten konnten keine Bewertung für sich selbst oder Konzernkollegen abgeben.

68


Finanzb

log

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WER ICH BIN? EINER VON EUCH! Ich bin der Börsianer, deine einzig verlässliche Quelle über das Leben am rot-weiß-roten Finanzplatz. Ich kenne die heißesten Geschichten und kommentiere sie für dich.

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BÖRSE

Abheben. Heimo Scheuch und Christoph Boschan möchten in den nächsten Jahren mit der Wiener Börse abheben.

BÖRSE GREIFT KONKURRENTEN AN E

in Verkauf an Frankfurt? Keines-

dererseits die Beteiligung an der Prager

rikanischen und deutschen Aktien kau-

falls! Zukäufe anderer Finanz-

Börse gerade erst um fünf auf nahezu

fen und verkaufen. „Der Kunde kann

plätze stehen ebenso wenig zur

100 Prozent erhöht. Auch nutzen nicht

bequem zu den gewohnten Wiener Han-

Debatte. Allein, klein und fein will die

nur Prag und Wien, sondern auch Buda-

delszeiten ordern. Auch die amerikani-

Wiener Börse AG gegen die großen in-

pest und Slowenien und in Kürze auch

schen Aktien notieren in Euro“, nennt

ternationalen Handelsplätze auch lang-

Zagreb unsere technische Handelsinf-

Boschan die Vorteile des neuen Seg-

fristig bestehen. Dafür hat man sich im

rastruktur. Das Konzept ist ausbaufähig

ments. Eduard Berger, Vorstand der

Herbst 2016 Christoph Boschan aus der

ebenso wie der Vertrieb von Preisdaten,

börsennotierten Wiener Privatbank SE,

Vorstandsetage der Stuttgarter Börse

den wir schon für mehr als zehn Märk-

hält den neuen Service der Wiener Bör-

und der Euwax AG geholt. Was aber hat

te managen.“ Neben dem traditionel-

se AG für eine sinnvolle Ergänzung, aber

der 39 Jahre junge Vorstandsvorsitzen-

len Börsengeschäft zählen auch IT-Ser-

nur für den Privatanleger. Kritisch sieht

de mit dem 246 Jahre alten heimischen

vices, die Aufbereitung von Marktdaten

3-Banken-Generali-Investment-Chef

Finanzplatz konkret vor? Am Image der

und Berechnung von mehr als 130 Indi-

Alois Wögerbauer das neue Segment;

Wiener Börse als Proxy-Handelsplatz

zes zu den vier Ertragsquellen der Wie-

„Global Market halte ich für einen Irr-

für Zentral- und Osteuropa möch-

ner Börse AG.

weg. Macht es wirklich Sinn, die Top-

te er nicht rütteln. „Das wäre töricht“,

US-Aktien anstatt an der superliquiden

sagt Boschan. Die Börse Wien hat zwar

US-Aktien in Wien ordern

US-Börse an der Wiener Börse zu kau-

schon ihre Direktbeteiligungen an den

Und doch setzt Boschan den ersten gro-

fen mit keiner Liquidität? Ich würde es

Handelsplätzen Budapest und Slowe-

ßen Schritt nicht in Richtung Osten,

dem Anleger nicht empfehlen; es steht

nien 2015 verkauft und auch längst den

sondern Westen. Mit dem neuen Seg-

auch im Gegensatz zu den Trends, die

Plan aufgegeben, mit der Börse War-

ment „Global Market“ kann man in

man international sieht.“ Einen riesi-

schau zu fusionieren. „Wir haben an-

Wien die wichtigsten großen US-ame-

gen Umsatz und hohe Erlöse verspricht

70


FINANZPLATZ

„Dass unsere Unternehmen vergleichsweise klein sind und selbst ATXWerte wenig Streubesitz haben, dafür kann die Börse Wien nichts“, bekommt er Rückendeckung von seinem Aufsichtsrat, von Raiffeisen-CentrobankAG-Vorstand Wilhelm Celeda. Auch ließen sich Börsenabgänge nicht verhindern. Feuerfest-Hersteller RHI AG will nach der Fusion mit seinem brasilianischen Mitbewerber Magnesita in London notieren. In Wien bleibt die Aktie eine Randnotiz. Auch Conwert Immobilien Invest SE und CA Immobilien Anlagen AG sind Wackelkandidaten. Bawag PSK AG und Novomatic wollen an die Börse, aber wahrscheinlich nicht in

Die Wiener Börse will

Wien. Dafür hat Wögerbauer eine Erklä-

im Alleingang den Umsatz

rung: „Wenn jedes Unternehmen, das

in den nächsten vier Jahren

über einen Börsengang nachdenkt, das

um 30 Prozent steigern. Doch

Gefühl hat, es müsste gleich eine Complianceabteilung mit 30 Leuten aufbau-

die Konkurrenz schläft nicht.

en, um ja alle Vorschriften einzuhalten, dann wird es weiterhin wenig Neuemissionen geben.“

TEXT JULIA KISTNER

Börsen-Chef Boschan lässt auch die © WIENER BÖRSE / APA-FOTOSERVICE / HINTERRAMSKOGLER

Kritik nicht gelten, dass seine Börsenstrategie zu wenig den Wirtschaftsstandort Österreich und Börsenneuzu-

sich auch Boschan nicht: „Global Mar-

menden vier Jahren wachsen. 80 Pro-

gänge von heimischen Klein- und Mit-

ket ist ein reiner Service für österreichi-

zent der Wiener Börsenumsätze gehen

telbetrieben fördere. „Unser KMU-Seg-

sche Anleger, wir rechnen hier primär

auf das Konto internationaler Investo-

ment ist rasch fertig. Hier blockiert die

nicht mit internationalen Orders. Wir

ren. „Auch kommt die Hälfte unserer

Politik. Sie hat im dritten Markt, der für

lernen dabei technisch viel dazu. Es ist

Erlöse aus dem Handel österreichischer

kleinere Unternehmern gedacht ist, die

nämlich gar nicht so trivial, zeitversetzt

Unternehmen. Wenn wir ihn nur zehn

Inhaberaktie

zur US-Börse zu handeln.“

Prozent steigern können, ist das mehr

lässt nur noch Namensaktien zu, gleich-

abgeschafft.

Österreich

als wir im Global-Market-Segment in

zeitig gibt es in Österreich kein entspre-

75 Prozent Marktanteil am Heimmarkt

den nächsten 100 Jahren erzielen kön-

chendes Eintragungsregister“, fordert

Mit einem erhöhten Marketingbudget,

nen“, scherzt Boschan, denn „auf dem

Boschan die Wiederzulassung von Inha-

das man sich bei Umsätzen von 40,9

Heimmarkt haben wir einen außerge-

beraktien. Und das kann für den Wiener

Millionen Euro, einem Gewinn vor Zin-

wöhnlich hohen Marktanteil von 75

Börsenaufsichtsrat Celeda erst der An-

sen und Steuern (Ebit) von 21,9 Millio-

Prozent, bei anderen europäischen Bör-

fang sein. Er erhofft sich von der Poli-

nen Euro, einer Ebit-Marge von 54 Pro-

sen sind es 30 bis 40 Prozent.“ Bei hei-

tik „Steuerzuckerln für Österreich­aktien

zent und einem Bilanzgewinn von 16,53

mischen Titeln würde man konkurrenz-

bei Vorsorge- und Versicherungspro-

Millionen Euro durchaus leisten kann,

los günstigste Ausführungspreise, die

dukten sowie neue Privatisierungen oder

will man rot-weiß-rote Titel noch stär-

geringsten Spreads, sprich Differenzen

Erhöhungen des Freefloats“.

ker im Ausland präsentieren. Die Zah-

zwischen An- und Verkaufspreisen,

len stammen aus dem letzten öffentlich

den besten Informationsservice und die

Die Größe zählt doch

verfügbaren Geschäftsbericht der Wie-

höchste Liquidität bieten. „Es stimmt

Letztendlich zählen doch Größe und Li-

ner Börse AG von 2015. Um ein Drittel

einfach nicht, dass der Handel in Wien

quidität einer Börse. „Ob sich kleine na-

will die Wiener Börse AG in den kom-

nicht liquide ist“, ärgert sich Boschan.

tionale Handelsplätze halten können,

71


© WIENER BÖRSE / APA-FOTOSERVICE / HINTERRAMSKOGLER

Strategie. CEO Christoph Boschan und Aufsichtsratschef Heimo Scheuch von der Wiener Börse AG präsentierten vor Journalisten jüngst ihre neue Strategie .

hängt von ihrer Strategie ab“, meint

und den Vertrieb von Marktdaten spe-

Diskontbörse Bats Chi-X

Mark Hemsley, Vorstandsvorsitzender

zialisiert.“ Der Handel mit amerika-

Warum immer mehr über Bats Chi-X,

von Bats Europe, einem börsenähn-

nischen Aktien „bleibt jedoch erfah-

und nicht direkt in Wien kaufen, die-

lichen multilateralen Handelssystem

rungsgemäß schon wegen der Zeitver-

se Frage ist für Hemsley schnell beant-

(MTS). „Unsere jährlichen Handels-

schiebung überschaubar. Auch wir se-

wortet: „Sie können über uns 15 Märk-

erlöse liegen bei 2,24 Milliarden Euro,

hen im vorbörslichen Handel um 14.30

te zu einem günstigen Preis handeln.“

die Börse Wien erzielt etwa 40 Milli-

Uhr in London und 15.30 Uhr ihrer Zeit

Um das schnelle Wachstum dieser

onen Euro. Da hilft Economy of Sca-

kaum Aktivitäten.“

Handelssysteme zu verstehen, müsse

le. Da können wir unseren Kunden at-

man aber auch ihre Historie kennen,

traktivere Gebührenstrukturen bieten.

Was die Mitbewerber machen

wirft wiederum Boschan ein: „Sie sind

Als Zulassungsstelle für nationale Un-

Von klassischen Börsen sei Frankfurt

im ungeregelten OTC-Segment groß

ternehmen werden lokale Börsen aber

mit Abstand der wichtigste Mitbewer-

geworden. Banken wollten damit die

immer eine Bedeutung haben.“

ber, so Boschan. Die wahre Konkurrenz

Börsen unter Druck bringen.“ Bats, das

Wien habe schon in den 1990er-Jah-

winke aber von börsenähnlichen Han-

für „Better Alternative Trading Sys-

ren mit der Anbindung an Xetra, dem

delsdiskontern wie Bats Chi-X, der laut

tem“ steht, gehört tatsächlich einem

elektronischen

der

Hemsley 2016 seinen Anteil am öster-

Konsortium von Brokern und Banken,

Deutschen Börse, den richtigen Weg

Handelssystem

reichischen Handelsvolumen von 13 auf

darunter die Citigroup, Credit Suisse, JP

eingeschlagen,

Wiener-Privat-

18 Prozent erhöhen konnte. „Dazu ha-

Morgan, Morgan Stanley, Merrill Lynch

bank-SE-Vorstand Eduard Berger, „mit

ben wir selbst wenig beigetragen“, gibt

und bis 2008 auch Lehman Brothers.

einer solchen IT-Partnerschaft braucht

sich Hemsley bescheiden, „das Han-

„Erst in den letzten zwei Jahren sind

es keine Eigentumsverschränkungen“.

delsvolumen in Wien ist nicht so groß.

sie in Vorbereitung auf die EU-Kapital-

Hemsley sieht da schon einen zu-

Da steigt unser Marktanteil sofort,

marktrichtlinie Mifid II langsam trans-

sätzlichen Spezialisierungsbedarf. Hier

wenn eine größere Bank oder ein Broker

parenter geworden“, moniert Boschan.

traut er Boschan, der aus der Chefeta-

Wiener Wertpapiere über uns ordert.“

sagt

Die mächtige deutsche Börse

ge der Stuttgarter Börse kommt, auch

Noch etwas spielt solchen Handels-

einiges zu: „Die Stuttgarter Börse hat

systemen laut Fondsmanager Alois

Die Frankfurter Wertpapierbörse ist

sich hervorragend auf Optionsscheine

Wögerbauer in die Hände: „Für unse-

mit ihren beiden Handelsplätzen Xet-

re Fonds handeln wir deutlich mehr als

„Halte neuen ­Global Market für einen Irrweg.“ ALOIS WÖGERBAUER

die Hälfte außerbörslich über nationale und internationale Broker. Die regulatorischen Vorschriften im Bereich der sogenannten Marktmissbrauchsrichtlinie lassen uns bei größeren Volumina gar keine andere Wahl.“

72

„Werden ­wieder mehr Börsen­ gänge sehen.“ EDUARD BERGER


FINANZPLATZ

„Bieten 15 Märkte zum selben Preis.“ MARK HEMSLEY

lichen Handel. Strategisch wichtig ist der Norden. In Stockholm sitzt Tochter Nordic Growth Market (NGM). Alleineigentümer der Stuttgarter Börse ist die Vereinigung Baden-Württembergische

„Höherer ­Streubesitz wäre wünschenswert.“ WILHELM CELEDA

Wertpapierbörse.

Schweizer mischen mit ra und Börse Frankfurt die größte Börse

Die Schweizer Börse Six hat vier Ge-

schau zu locken. Die Bank Austria war

in Deutschland und eine der wichtigsten

schäftsfelder. Mit großem Abstand der

übrigens die erste ausländische Ak-

weltweit. Die gesamte Deutsche Bör-

wichtigste Gewinnbringer ist der Zah-

tie. Bei den in Warschau gehandelten

se setzte im Vorjahr 2,4 Milliarden Euro

lungsverkehr Six Payment Services,

strukturierten Produkten hat die öster-

um, davon 165 Millionen mit Xetra. Das

gefolgt vom klassischen Börsenhandel,

reichische Raiffeisen Centrobank AG

Ebit lag laut dem Sprecher der Deutsche

Sicherheitsdienstleistungen und Fi-

einen Marktanteil von 50 Prozent. Im

Börse AG Heiner Seidel bei Xetra bei 71

nanzinformationen. Six Payment Ser-

Vorjahr startete die polnische Börse ein

Millionen Euro, für die Gruppe insge-

vice wickelt unter Aufsicht der Schwei-

Liquiditätsprogramm.

samt bei 811 Millionen Euro. Über den

zerischen Nationalbank für die Schwei-

umsätze sind in Wien deutlich höher.

Handelsplatz Börse Frankfurt erhalten

zer Banken den Zahlungsverkehr ab.

A­ uch in Warschau dominiert auslän-

Anleger Zugang zu mehr als 1,3 Millio-

Vor allem aber stellt das Unterneh-

disches Kapital 60 Prozent des polni-

nen internationalen Wertpapieren, da-

men die Infrastruktur für das bargeld-

schen Finanzmarktes. Goldman Sachs,

runter aktuell zu sechs österreichischen

lose Zahlen in der Schweiz und anderen

UBS und BNP Paribas betreiben von Po-

Aktien und 103 Unternehmensanleihen.

Ländern bereit. Durch die Übernahme

len aus ihr Backoffice, die Technik und

„Unser Kassamarkt-IT-System wird un-

von Pay Life wurde Six auch in Öster-

das Verrechnungswesen. BNP Paribas

ter anderem auch von der Wiener Börse

reich und europaweit der größte Ab-

dient der Warschauer Börse als Clea-

genutzt“, berichtet Seidel, „der Deriva-

wickler von Kartentransaktionen. Mit

ring-Stelle. Was Wien Warschau vor-

temarkt der Wiener Börse läuft seit ge-

dem Versuch, indische und chinesische

aushat: Österreich ist in der Eurozone.

raumer Zeit auf unserem Eurex-Han-

Titel auf dem Börsenplatz Zürich zu lis-

delssystem T7.“ Das wirklich besonde-

ten, war man bisher nicht erfolgreich.

Börsengang der Börse

re von Frankfurt sei, „dass es noch ei-

Multi Trading Facilitys (MTFs) wie Bats

„Wir werden wieder mehr Börsengänge

nen Handelssaal, den letzten seiner Art

Chi-X knabbern auch an den Margen

und Kapitalerhöhungen sehen, sobald

in Europa, gibt. Er verschafft Emittenten

der Swiss Exchange. Personal wurde

die Zinsen wieder steigen“, gibt sich

bei einem Börsengang hohe Visibilität.“

nach Warschau ausgelagert, wo Six be-

Eduard Berger optimistisch für Wien.

Die

Handels­

Die deutsche Börse kümmert sich

reits 60 Mitarbeiter beschäftigt. Nach

In die gleiche Kerbe schlägt Aktienex-

sehr intensiv um Jungunternehmen

eigenen Angaben beträgt der Markt-

perte Wögerbauer: „Bewertungsmäßig

in der Frühphase. „Venture Network“

anteil am Handel mit Schweizer Ak-

sind wir derzeit weitgehend fair. Luft

soll für Start-ups die führende Platt-

tien noch 70 Prozent. Der Umsatz be-

nach oben bleibt aber aus zwei Grün-

form in Europa werden. Fintech-Fir-

trug 2015 rund 1,8 Milliarden Schweizer

den. Erstens ist eine Dividendenrendi-

men werden über den Deutsche-Börse-

Franken, das Betriebsergebnis lag bei

te von im Schnitt derzeit rund 2,8 Pro-

Fintech-Hub finanziert. Für Start-ups

714 Millionen Schweizer Franken.

zent ein sehr stimmiges Argument. Zweitens gehen die Konjunkturindi-

mit bereits erprobten Geschäftsmodellen gibt es seit März 2017 das neue Seg-

Warschau war mal kleiner

katoren nach oben, in Westeuropa und

ment „Scale“.

Mit 28 Börsengängen landete die Börse

vor allem auch in Osteuropa. Die Ge-

Warschau 2016 nach der Nasdaq OMX

winnaussichten der Unternehmen sind

Starke deutsche Lokalbörse

und London auf Platz drei, was den

daher positiv und werden unterstüt-

Mit einem Handelsvolumen von 80,1

Wert der Neuzugänge betrifft, immer-

zen.“ Ließe sich die Wiener Börse nicht

Milliarden Euro in allen Anlageklassen

hin noch unter den ersten zehn. Denn

auch mit ihrem eigenen Börsengang

im Jahr 2016 liegt die Börse Stuttgart

während sich Wien in den 1990er- und

beleben? „Wenn Sie mich persönlich

an zehnter Stelle unter den Börsen in

Millenniumsjahren in Zentral- und

fragen: Ich bin vom Produkt Börse sehr

Europa. Bei verbrieften Derivaten und

Osteuropa

Börsenbeteiligungen

überzeugt. Ich habe nichts anderes ge-

bei Anleihen ist die Stuttgarter Bör-

umschaute, versuchten die Polen aus-

lernt“, sagt Börsenvorstand Christoph

se europäischer Marktführer im börs-

ländische Unternehmen nach War-

Boschan. n

um

73


STIFTUNGEN

Beteiligung. Die Wienerberger AG hat sich auf der letzten Hauptversammlung im Mai 2017 grünes Licht für eine Mitarbeiterstiftung geholt.

Bei der Voestalpine AG sind 22.200 ­Mitarbeiter Aktionäre. Auch die ­Österreichische Post AG und Amag Austria Metall AG lassen die Belegschaft am Erfolg mitnaschen. Das neue Gesetz zur Mitarbeiterbeteiligungsstiftung soll die Anzahl der Anspruchsberechtigten verdoppeln. TEXT ROBERT WINTER

74


FINANZPLATZ

ZIGTAUSENDE PROFITEURE E

in Dienstwagen, Firmenhandy,

Allein Dividenden brachten 5,4 Prozent

Bei der Umsetzung forciert der Fi-

hauseigenes Fitnesscenter oder

jährlich. Bei Amag Austria Metall liegt

nanzminister das Modell einer Mitar-

ein

Das

der durchschnittliche Kursgewinn pro

beiterbeteiligungsstiftung mit speziel-

sind einige von vielen Annehmlichkei-

Jahr seit dem Börsengang im Jahr 2011

len Möglichkeiten der Finanzierung und

ten für Arbeitnehmer, für die manche

bei 15,8 Prozent. Inklusive Dividenden

Verwaltung. Ein wesentlicher Punkt ist,

Chefs aufkommen. Aber wie ist es um

kommen jährlich 20,3 Prozent heraus.“

dass Aktienübertragungen gesonderte,

Betriebskindergarten:

Beteiligungen am Unternehmenserfolg

Noch ist die Anzahl an Unterneh-

nur für den Zweck der Kernaktionärs-

bestellt? Und ist Mitarbeiterbeteiligung

men, die ihre Belegschaft am Profit mit-

bildung geltende steuerliche Förderun-

für die Arbeitnehmer ein gutes Geschäft?

naschen lassen, überschaubar. Aber gut

gen erhalten sollen. Künftig sollen Un-

Peter Brezinschek, Research-Leiter bei

möglich, dass die Popularität bald steigt.

ternehmen Aktien im Wert von bis zu

der Raiffeisen Bank International AG:

Soll doch ein neues Gesetz das Interes-

4.500 Euro steuer- und sozialversiche-

„Mitarbeiterbeteiligungen bringen der

se an der Gründung von Stiftungen zur

rungsfrei pro Jahr an Mitarbeiter über-

Belegschaft mehr als jede Bonuszahlung

Mitarbeiterbeteiligung schüren. Finanz-

tragen können. Bisher lag die Grenze bei

oder Gehaltserhöhung.“

minister Hans Jörg Schelling: „Mitarbei-

3.000 Euro.

Dass dies der Fall sein kann, zeigen

ter sollen als Eigentümer am Unternehpartizipieren,

menserfolg

Fachkräfte

schleunigen, soll die Mitarbeiterbeteili-

von Unternehmen, die Beteiligungsmo-

sollen im Inland bleiben, neue attrak-

gungsstiftung selbst eigens erworbene

delle laufen haben. Research-Chef Bre-

tive Arbeitsplätze geschaffen werden.“

oder von den Stiftern zugewendete zu-

zinschek: „Die Aktie der Voestalpine

© WIENERBERGER AG

Um die Kernaktionärsbildung zu be-

die Kurs- und Dividendenentwicklungen

sätzliche Aktien am Unternehmen hal-

brachte inklusive Dividenden seit dem

Schutzschild gegen Übernahmen

ten können. Diese sind sukzessive an

IPO im Jahr 1995 insgesamt 13,4 Pro-

Wichtig ist, dass Arbeitnehmer als ver-

Mitarbeiter abzugeben und von der Mit-

zent jährlichen Ertrag. Davon stamm-

lässliche Kernaktionäre für die Stand-

arbeiterbeteiligungsstiftung treuhändig

ten 9,7 Prozent pro Jahr aus Kursanstie-

ortsicherung sorgen. Schelling: „Mit-

zu verwahren. Die Aktien der Mitarbei-

gen. Die Entwicklung über 22 Jahre hin-

arbeiter

entscheidende

ter bleiben für die Dauer der Betriebs-

weg ist schlicht und einfach gigantisch.

Shareholder sein, der sich im Falle einer

zugehörigkeit in der Mitarbeiterbeteili-

Bei der Österreichischen Post steht seit

feindlichen Übernahme mit Abwande-

gungsstiftung zur Verwahrung und Ver-

dem IPO im Jahr 2006 ein jährlicher Ge-

rungstendenzen für den Standort Öster-

waltung. Dividenden aus den treuhän-

samtertrag von 12,4 Prozent zu Buche.

reich einsetzt.“

disch verwalteten Aktien sind an die Be-

können

der

75


© VOESTALPINE AG

FINANZPLATZ

Profiteure. Bei der Voestalpine AG sind die Mitarbeiter Aktionäre des Unternehmens.

legschaft weiterzuleiten. Aus Sicht der

Der Versuch, das Einkommen der Mit-

ner gehen.“ Etwas rascher könnte es

Mitarbeiter handelt es sich dabei um Ka-

arbeiter zur Bildung einer österreichi-

gehen, wenn eine Anregung von Re-

pitalerträge. Schelling: „Derzeit gibt es

schen Kernaktionärsstruktur zu ver-

search-Chef Brezinschek Gehör findet:

eine mit dem intendierten Modell ver-

wenden, ist nur eine unzureichende Er-

„Sinnvoll wäre eine deutliche Erhöhung

gleichbare Stiftung mit rund 20.000 be-

satzlösung.“

der steuerlichen Freigrenze auf 7.000

günstigten Arbeitnehmern innerhalb

Allein schon deshalb, weil es bei ei-

oder 8.000 Euro im Jahr.“ Stiftungsex-

Österreichs. Mit dem neuen Modell wird

nem steuerlich begünstigten Betrag von

perte Nagl ortet ein weiteres Hemmnis:

eine Verdopplung der Anzahl der be-

4.500 Euro rund 40 bis 50 Jahre dau-

„Wenn Mitarbeiter, die ein Unterneh-

günstigten Arbeitnehmer angestrebt.“

ern kann, bis eine Kernaktionärsquo-

men verlassen, Anteile aus der Stiftung

Am 21. Juni 2017 passierte die Vorlage

te von zehn Prozent aufgebaut ist. Nagl:

entnehmen können, wird das mit der

zum Mitarbeiterbeteiligungsstiftungs-

„In Relation zu den 4.500 Euro je Mit-

Kernaktionärsquote in Höhe von zehn

gesetz 2017 den Finanzausschuss.

arbeiter müsste ein Unternehmen jähr-

Prozent nie etwas. Um diese erreichen

Das von Schelling angesprochene

lich wahrscheinlich rund zehn Prozent

zu können, müssten die Anteile länger

Modell, das nun als Vorbild gilt, kommt

seines Vorsteuergewinns über eine sehr

in der Stiftung bleiben. Daher sollten

bei der Voestalpine AG seit dem Jahr

lange Zeit hinweg in den Aufbau einer

auch Pensionisten bei der Stange gehal-

2000 zum Einsatz. Max Stelzer, ge-

Mitarbeiterstiftung stecken. Aus Unter-

ten werden.“

schäftsführendes

Vorstandsmitglied

nehmenssicht handelt es sich dabei um

Bei der Wienerberger AG haben sich

der Voestalpine AG Mitarbeiterbeteili-

totes Kapital.“ Dem Arbeitnehmer wie-

die Befürworter durchgesetzt. Wiener-

gung Privatstiftung: „Im Jahr 2000 war

derum fließt der Vorteil nicht unmittel-

berger-Vorstandsvorsitzender

eine Privatisierung aller Staatsbeteili-

bar zu und ist erst bei Verlassen des Un-

Scheuch: „Wienerberger ist einer der

gungen geplant. In Reaktion darauf galt

ternehmens steuerfrei. Nagl: „Der Auf-

größten internationalen Baustoffkon-

es, Eigentümerstrukturen zu stabilisie-

bau wird wahrscheinlich auch deshalb

zerne und die einzige Aktie der Wiener

ren und feindliche Übernahmen zu ver-

nicht viel schneller gehen, weil die Zu-

Börse mit 100 Prozent Free Float. Wir

hindern. Mitarbeiter als Kernaktionär zu

wendungen mangels Rückflüssen wohl

haben uns in den letzten Jahren erfolg-

etablieren war eine neue Idee.“

nicht fremdfinanziert werden können

reich neu aufgestellt und haben eine

und jedenfalls zulasten der Kapitaleig-

klare Vision und Unternehmensstra-

Es ist klar, dass für den Aufbau einer Kernaktionärsquote von zehn Prozent viel Kapital nötig ist. Für Unternehmen ergeben sich zusätzlich Schwierigkeiten. Siegbert Nagl, Stiftungsexperte und Steuerberater bei PWC Österreich: „Es gibt zu wenige reiche Österreicher, die als Kernaktionäre infrage kommen.

Heimo

tegie auf unserem Weg in die Zukunft.

„Steuerliche Freigrenze auf 8.000 Euro erhöhen.“ PETER BREZINSCHEK

76

Mit dem Modell einer Mitarbeiterstiftung wollen wir unsere Belegschaft am Erfolg des Unternehmens beteiligen und eine strategische Säule für Stabilität und Weiterentwicklung des Unternehmens aufbauen.“ Die Vorberei-


FINANZPLATZ

„Zuwendungen gehen ­zulasten der Kapital­ eigner.“ SIEGBERT NAGL

„Gesetz schafft neue attraktive Arbeitsplätze.“

„Weiterer Ausbau bei Voestalpine geplant.“

HANS JÖRG SCHELLING

MAX STELZER

tungen sind jedenfalls schon am Lau-

nungsklausel bei Kollektivvertragsver-

delten Stimmrecht von 14,8 Prozent

fen. Scheuch: „Unsere Eigentümer ha-

handlungen. Bei kollektivvertraglichen

zweitgrößter Einzelaktionär. Alle 22.200

ben grünes Licht für eine Mitarbeiterbe-

Anpassungen wird die Entlohnung ge-

in den 52 österreichischen Konzernge-

teiligung gegeben. Wir werden den nun

ringer erhöht und ein Teil permanenten

sellschaften Beschäftigten sind inte­

vorliegenden Gesetzesvorschlag der Re-

Aktienzuteilungen zugeführt. Das wurde

griert. Ein aufgrund rechtlicher Unter-

gierung prüfen und in den kommenden

im Jahr 2000 erstmals genutzt und seit-

schiede adaptiertes internationales Mo-

Monaten die nächsten Schritte setzen.“

her mehrmals wiederholt.“

dell wird in neun weiteren europäischen

Laut Stelzer muss ein Modell für Mit-

Ländern angeboten. Aktuell sind rund

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

arbeiter attraktiv sein. Stelzer: „Der Ar-

2.100 außerhalb Österreichs tätige Mit-

Dagegen spielt man bei der Erste Group

beitgeber tätigt Zuzahlungen. Die Mit-

arbeiter beteiligt. Ein weiterer Ausbau

Bank AG auf Zeit. Michael Mauritz,

arbeiter erhalten Aktien und die jähr-

ist geplant.“

Sprecher der Bank: „Kürzlich haben die

liche Dividende. Mitarbeiter sind wirt-

Aktionäre dem Rückkaufprogramm von

schaftliche Eigentümer und individuelle

neue Gesetz bringt einige Verbesserun-

Aktien für eine Mitarbeiterstiftung nicht

Aktienbesitzer. Nach dem Ausscheiden

gen. Steuerfreigrenzen werden angeho-

zugestimmt, weil es das entsprechende

aus dem Unternehmen kann frei über

ben, zusätzlich zur Lohnsteuer sind die

Gesetz noch nicht gibt. Sobald das Ge-

Aktien verfügt werden. Das hat sich für

Beträge nun auch von der Sozialversi-

setz beschlossen ist, kann mit Vorberei-

die Voestalpine-Belegschaft bisher ge-

cherung befreit. Darüber hinaus steigt

tungen gestartet werden. Das wird sich

lohnt. Der Konzern ist seit mehr als 20

die Flexibilität bei der Ausgestaltung

nun aber um ein Jahr verschieben.“

Jahren börsennotiert und hat jedes Jahr

von Mitarbeiterstiftungen. Trotz der ge-

Dividenden gezahlt.“

setzlichen Anpassungen bleibt aber die

Bei der Voestalpine AG wurde schon

PWC-Stiftungsexperte

Nagl:

„Das

von Anfang an einem Modell gearbeitet,

Und vor allem das Ziel, eine ausrei-

Frage, ob das Instrument Belegschafts-

das über klassische Aktienkaufprogram-

chende hohe Kernaktionärsquote auf-

beteiligungsstiftung geeignet ist, eine

me

Voestalpine-Experte

zubauen, wurde erreicht. Stelzer: „Mit-

starke österreichische Kernaktionärs-

Stelzer: „Eine Möglichkeit bietet die Öff-

arbeiter sind mit dem kollektiv gebün-

struktur zu schaffen.“ n

hinausgeht.


VERSICHERUNGEN

Einblicke. Versicherungen produzieren nun auch hunderte Seiten an Risikoberichterstattung.

TRANSPARENZ IN SICHT 78


FINANZPLATZ

Seit diesem Jahr müssen alle Versicherer in der EU einen Bericht über ihre Solvabilität und Finanzlage abgeben. So ein Bericht kann viel über ein Unternehmen verraten, wenn man ihn richtig liest. TEXT BARBARA OTTAWA

B

ereits 14 Wochen nach Jahresende

Finanzen & Leben bei Helvetia Versiche-

müssen Versicherer in der Euro-

rungen AG, bestätigt.

päischen Union (EU) seit diesem

Ruth Garcia Fernandez, Senior Mana-

Jahr einen Bericht über ihre Solvabili-

ger im Bereich Financial Services Con-

tät und Finanzlage vorlegen, den soge-

sulting bei PWC Österreich, erwähnt

nannten „Solvency and Financial Con-

eine weitere Komplexität der neuen Vor-

dition Report“ (SFCR), wenn sie unter

schriften: „Bei großen Versicherungs-

das Aufsichtsreglement Solvency II fal-

gruppen muss nicht nur die Mutterge-

len. „Das ist durchaus eine Herausforde-

sellschaft einen SFCR erstellen, sondern

rung“, bestätigt Christoph Krischanitz,

auch die Tochtergesellschaften.“ Der

Geschäftsführer des versicherungsma-

SFCR muss öffentlich gemacht werden

thematischen Beratungsunternehmens

und richtet sich primär an Investoren

Arithmetica. Die umfassende Darstel-

und Kunden – weniger an Aufsichtsor-

lung der Finanzlage des Unternehmens

gane, obwohl eine Kopie auch an die Be-

muss nach diesem Zeitplan teilweise vor

hörden geht. Alle drei bis vier Jahre muss

dem Geschäftsbericht vorliegen. Bei der

der Finanzmarktaufsicht ein gesonder-

Vienna Insurance Group AG (VIG) spricht

ter Bericht („Regular Supervisory Re-

der Chef der Risikoabteilung, Ronald

porting“, RSR) vorgelegt werden.

Laszlo, sogar davon, dass der SFCR „am

Die Wertangaben im SFCR werden auf

besten mit einem zweiten Geschäfts-

die Tausenderstelle aufgerundet. Es soll

bericht vergleichbar“ ist, was den Auf-

eine leserliche Darstellung der Finanz-

wand betrifft. Diese Einschätzung wird

lage erreicht werden, keine ausführliche

auch von Andreas Bayerle, Vorstand für

Bilanz. Laut Vorgaben der EU gliedert

79


FINANZPLATZ

Mehr Transparenz, kein Ranking

sich der SFCR in folgende Teilkapitel: DAS KANN DER BERICHT

Das Ziel der EU ist es, mit den SFCRs

– Der SFCR wendet sich an Investoren, Analysten und an die interessierte Öffentlichkeit. –  Dennoch ist er äußerst umfangreich und hat ­selten weniger als 80, manchmal auch mehr als 100 Seiten. – Versicherungen müssen darin ihre Risiko- und „Governance“-Strukturen sowie ihre finanziellen Verhältnisse nicht nur mit Zahlen, sondern auch in Worten darlegen. – Neben Finanzkennzahlen kann daraus die eigene Risikoeinschätzung einer Versicherung abgelesen werden, die Kapitalanlagestrategie sowie Verantwortungsbereiche innerhalb des Unternehmens abgelesen werden. – Mit Vorsicht ist die reine Solvenzkapitalanforderung SCR zu lesen. Sie hängt stark von den Berechnungsmethoden ab und kann nur gemeinsam mit anderen Faktoren Aufschluss über die Risikotragfähigkeit einer Versicherung geben. – Vergleiche zwischen Versicherern sind weiterhin nur bedingt möglich, da unter Solvency II nicht alle Unternehmen das Standardmodell anwenden. – Rechtlich beruhen die Vorgaben für den Bericht auf Artikel 35 der Rahmenrichtlinie zu Solvency II und Artikel 312 der Delegiertenverordnung. Im österreichischen Recht sind sie im Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) 2016 §§ 241-246 umgesetzt.

der Versicherer zu erreichen und eine

Geschäftstätigkeit und Leistung, Governance-System, Risikoprofil, Bewertung für Solvabilitätszwecke und Kapitalmanagement sowie in einen ausführlichen Anhang, der eher wieder einem Zahlenfriedhof inklusive gerundeter Bilanz gleicht.

Rechtlich einige Fragen offen „Versicherer müssen sich in diesem Bericht nicht nur über Zahlen, sondern auch in Worten gegenüber ihren Investoren, Analysten und der Öffentlichkeit darstellen“, erläutert Krischanitz. So kann etwa aus dem Kapitel zur „Governance“ genau abgelesen werden, wer für welche Bereiche im Unternehmen zuständig ist. In diesem Kapitel müssen auch Aufgaben genau ausgewiesen werden, die an andere Unternehmen ausgelagert wurden. „Hier wird die europäische Praxis aber noch zeigen, wie weit Unternehmen gehen müssen. Es ist noch immer nicht klar, welcher Vertrag mit Externen ein Auslagerungsvertrag und damit anzeigepflichtig ist“, erläutert Krischanitz. „Zudem sind unterschiedliche Praktiken zwischen einzel-

„mehr Transparenz“ beim Reporting

QUELLE: EIGENRECHERCHE

nen Mitgliedsstaaten zu erwarten.“ Das Kapitel über Kapitalmanagement

höhere Vergleichbarkeit in Europa. Für die VIG ist der neue Bericht „ungeachtet der Mehrkosten“ ein „Informationsgewinn für Investoren, Analysten und die interessierte Öffentlichkeit“. Laszlo ist überzeugt, dass die Standardisierung durch das neue Aufsichtsrecht ein „Benchmarking innerhalb der Branche“ erlaubt. Garcia Fernandez ist hier jedoch vorsichtiger: „Es ist natürlich sinnvoll, gewisse Kennzahlen zu veröffentlichen, jedoch sind diese leider schwer vergleichbar.“ Krischanitz sieht eine Gefahr, dass Ergebnisse für Vergleichszwecke herangezogen werden, für die sie nicht gedacht sind. Ein Beispiel sind etwa die Solvenzquoten, die die verfügbaren Eigenmittel („Solvency

den

Kapitalerfordernissen

Capital

Requirements“,

kurz: SCR) gegenüberstellen. In den diesjährigen SFCRs finden sich für österreichische Versicherer hier Quoten von über 600 Prozent bis 150 Prozent. Das heißt, dass ein Versicherer die Solvenz­kapitalanforderungen sechsmal aus seinen Eigenmitteln bedecken kann,

erlaubt einen detaillierten Einblick in

rung und Nicht-Leben (zusammen etwa

andere nur 1,5-mal. „Doch daraus kann

die Investitionen, die ein Versicherer

ein Viertel) sowie Krankenversicherung

man kein Ranking ableiten,“ warnt Kri-

tätigt, aufgegliedert nach Anlageklas-

und

bilden

schanitz. Zunächst sei für die nächsten

sen. Unter der Überschrift „Risikopro-

den Rest. „Das Marktrisiko ist deshalb

drei Jahre noch eine Übergangsregelung

fil“ muss die eigene Solvabilitäts- und

so dominant, weil neben dem normalen

in Kraft, nach der noch nicht alle soge-

Risikoeinschätzung sowie ein „Own Risk

Anlagerisiko auch das Zinsrisiko der Le-

nannten „stillen Reserven“ eingerech-

and Solvency Assessment“ (ORSA) ge-

bensversicherung darin abgebildet ist“,

net werden müssen.

nannt, detailliert beschrieben und auf-

erläutert Krischanitz. Zum Vergleich:

Der reine SCR-Wert ist laut Kri-

gelistet werden. Nach dem Proportio-

Eine Auswertung für Deutschland hat

schanitz wenig aussagekräftig, weil er

nalitätsprinzip können Risiken, die vom

für Lebens- und Krankenversicherer

nur eine Aussage über das vielzitierte

Unternehmen als weniger bedrohlich

ein durchschnittliches Marktrisiko von

„200-Jahr-Ereignis“ trifft, nicht aber

erachtet werden, auch weniger genau

knapp über 50 Prozent ergeben.

über andere Ereignisse, die möglicher-

Gegenparteiausfallsrisiko

weise relevanter sein können. „Und eine

beschrieben werden, aber nur mit einer Begründung. Aus den am 22. Mai dieses Jahres erstmals veröffentlichten SFCRs hat Krischanitz ein Risikoprofil der österreichischen Versicherungslandschaft abgeleitet: „Das Marktrisiko macht rund zwei Drittel des Gesamtrisikos aus.“ Alle anderen Teilrisiken wie Lebensversiche-

„Details verstellen Sicht auf das Ganze.“ KURT SVOBODA

80

zu hohe Solvenzquote kann auch so gedeutet werden, dass die Mittel nicht für den Geschäftszweck genutzt werden“, so der Versicherungsmathematiker weiter. „Mathematisch gesprochen ist außerdem eine höhere Sicherheit nicht automatisch durch eine höhe-


FINANZPLATZ

„Kein Ranking aus SCR ableitbar.“

„Fehlein­ schätzung bei ­internationalen Vergleichen.“

„Mit zweitem ­Geschäftsbericht vergleichbar.“

CHRISTOPH KRISCHANITZ

RUTH GARCIA FERNANDEZ

RONALD LASZLO

re Solvenzquote gegeben, es kommt auf

Uniqa Insurance Group AG ist Finanz-

alle Immobilienanlagen mit 25 Prozent

die Art des zugrundeliegenden Risikos

und Risikovorstand Kurt Svoboda über-

zu hinterlegen, egal wie risikoreich das

im Unternehmen an.“ Garcia Fernan-

zeugt, dass die neue Berichterstattung

Immobilieninvestment ist.

dez betont: „Man sollte sich nicht allein

„gut und sinnvoll“ ist und die „Trans-

Auch in der Standardformel selbst

an den Kennzahlen im SFCR orientieren,

parenz sowie die Vergleichbarkeit von

können nach Genehmigung in gewissen

sondern zusätzlich auch an den Jahres-

Unternehmen erhöhen wird“. Er hat je-

Risikomodulen eigene Parameter ange-

abschlüssen.“

doch einen Kritikpunkt: „Es muss schon

wandt werden, was die Vergleichbarkeit

Doch auch hier gibt es Komplexitä-

auf überbordende Anforderungen in

der Berichte weiter sinken lässt. Des-

ten, wie Bayerle ausführt: Die Im SFCR

der Ausführung verwiesen werden, was

halb warnt Garcia Fernandez: „Ein in-

für Helvetia Österreich ausgewiesenen

dazu führt, dass viele Detailanforderung

ternationaler Vergleich großer Versi-

Zahlen werden nach den Rechnungs-

schwer verständlich sind und den Blick

cherungsgruppen, die sich eben diesen

legungsvorschriften unter Local-GAAP

auf das Ganze verstellen.“

Modellen und Ausnahmeregelungen be-

ausgewiesen, jene im Gruppen-Jahres-

Vergleiche auf EU-Ebene bleiben

dienen, ist sehr schwierig und kann zu

bericht jedoch nach IFRS. „Demgemäß

ebenfalls weiterhin schwierig, weil die

einer Fehleinschätzung der Unterneh-

sind die ausgewiesenen Zahlen mit der

Solvenzquoten unterschiedlich berech-

men führen.“ Für sie stellt sich die Fra-

Gruppenberichterstattung nicht ver-

net werden. Unter Solvency II können

ge, „ob es wirklich notwendig ist, einen

gleichbar.“

Versicherer, wenn es die Aufsicht ge-

solch komplexen Bericht jährlich zu er-

nehmigt, ein „internes Modell“ für die

stellen, oder ob auch einfachere Lösun-

Zu viele Details

Berechnung des SCR anwenden anstel-

gen möglich gewesen wären“. Laszlo

Die Transparenz der neuen Berichts-

le der Standardformel. Gerade im Be-

könnte sich vorstellen, dass „neue In-

pflichten hält sich also im Moment

reich der Immobilienanlagen kann ein

formationen bezüglich Risikokennzif-

noch in Grenzen. „Vieles wird sich über

eigenes Berechnungsmodell zu weitaus

fern und Kapitalmanagement auch im

die nächsten Jahre auch noch einpen-

niedrigeren

Geschäftsbericht als zusätzliches Kapi-

deln müssen“, so Krischanitz. Bei der

führen. Denn im Standardmodell sind

Bedeckungsvorschriften

tel veröffentlicht werden könnten“. n

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KMU-WACHSTUMSBÖRSE: HIRNGESPINST ODER SEGEN? Der Börsianer wollte von den Parlamentsparteien wissen, ob Österreich eine KMU-Wachstumsbörse braucht. TEXT FLORIAN GARTLER

K

lein- und mittlere Unterneh-

terreich? Welche Unternehmen könnten

men (KMUs) tragen erheblich

davon profitieren? Und sollte die Politik

zur

einer

bei der Einrichtung einer solchen Börse

Nation bei. Gerade in Österreich werden

unterstützend tätig werden? Grund ge-

zwei Drittel des Bruttoinlandsproduk-

nug für Der Börsianer, um bei den Par-

tes von diesen Betrieben erwirtschaf-

lamentsparteien nachzufragen, wie sie

tet. Außerdem finden sich rund 60 Pro-

zu KMU-Wachstumsbörsen stehen. Die

zent der Beschäftigten in solchen Unter-

FPÖ sieht eine KMU-Börse als Mög-

nehmen. Um das Wachstum von kleinen

lichkeit der nachhaltigen Stärkung von

und mittleren Betrieben zu fördern, set-

KMUs. Um eine solche Börse zu etablie-

zen viele europäische Länder auf spe-

ren, sprechen sich Neos, ÖVP und Team

zielle KMU-Börsen. So soll der Wandel

Stronach für steuerliche Anreize aus.

vom

Start-

Diesem Vorschlag stehen die Grünen

up zum wachstumskapitalfinanzierten

skeptisch gegenüber. Auch die SPÖ hält

börsennotierten Unternehmen ermög-

nichts von zusätzlichen steuerlichen

licht werden. Auch die EU ist vom Er-

Begünstigungen. Außerdem warnt sie

folg dieses Konzepts überzeugt. Mifid

vor risikoreichen Investments, von de-

II, die 2018 in Kraft tretende Richtlinie

nen Kleinanleger die Finger lassen soll-

zur Harmonisierung der Finanzmärkte,

ten. Einig ist man sich darüber, dass vor

sieht die Errichtung eines KMU-Wachs-

allem innovative und wachstumsstar-

tumsmarkts vor. Es stellt sich die Fra-

ke Unternehmen von einer KMU-Börse

ge: Braucht es eine KMU-Börse in Ös-

profitieren würden.

Wirtschaftsleistung

risikokapitalfinanzierten

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SEITENBLICKE

SO DENKT DIE POLITIK

SPÖ

ÖVP

FPÖ

Jan Krainer Finanzsprecher

Peter Haubner Wirtschaftssprecher

Axel Kassegger Wirtschaftssprecher

Braucht Österreich eine KMU-Wachstums-

Braucht Österreich eine KMU-Wachstums-

Braucht Österreich eine KMU-Wachstums-

börse? – KMUs finanzieren sich in Ös-

börse? – Österreich zählt im Bereich des

börse? – Auf alle Fälle müssen wir für un-

terreich traditionell über die Banken.

Kapitalmarkts im internationalen Ver-

sere KMUs verbesserte Rahmenbedin-

Ergänzend dazu gibt es für KMUs eine

gleich nicht zu den Vorreitern. Neue In­

gungen schaffen. Die Installierung einer

ganze Reihe von staatlichen Förderun-

strumente, um die Finanzierungssituati-

KMU-Wachstumsbörse wäre beispiels-

gen. Sollte dies nicht ausreichen, ist

on für KMUs zu verbessern, sind daher zu

weise ebenso wie der weitere Ausbau von

eine KMU-Börse sicher eine mögliche

begrüßen, ein solches Instrument kann

Crowdfunding und anderen Finanzie-

Ergänzung. Außerdem: KMU-Finanzie-

eine KMU-Wachstumsbörse sein.

rungsformen eine Möglichkeit zur nach-

rung ist nichts für Kleinanleger. Das ist

haltigen Stärkung der KMU.

etwas für professionelle Anleger, die das

Welche Branchen könnten dadurch beson-

Know-how und die finanzielle Ausstat-

ders profitieren? – Besonders ambitio-

Welche Branchen könnten dadurch beson-

tung für derartige Hochrisikoinvestitio-

nierte und wachstumsstarke Unterneh-

ders profitieren? – Grundsätzlich kön-

nen haben.

men, die eine hohe Eigenkapitalquote

nen Unternehmen selbst gut einschät-

benötigen, haben derzeit potenziell grö-

zen, ob ein solcher Schritt für sie sinnvoll

Welche Branchen könnten dadurch beson-

ßere Nachteile bei der Unternehmens­

wäre. Klar ist aber, dass kapitalintensive-

ders profitieren? – Das lässt sich weniger

finanzierung. Dieses Segment, also be-

re Branchen, die einen hohen Investiti-

nach Branchen einteilen als nach dem,

sonders innovative KMUs, könnte von ei-

onsbedarf haben, von einer solchen Bör-

wie innovativ das Unternehmen und wie

ner Wachstumsbörse überdurchschnitt-

se mehr profitieren würden.

stark das Wachstumspotenzial ist.

lich profitieren.

Inwiefern könnte ein solches Segment an

Inwiefern könnte ein solches Segment an

Wiener Börse den Kapitalmarkt wieder be-

der Wiener Börse den Kapitalmarkt wie-

der Wiener Börse den Kapitalmarkt wieder

leben? – Die österreichische Wirtschaft

der beleben? – Für den Börsenplatz Wien

beleben? – Die Performance von KMU-

benötigt dringend geeignete Rahmenbe-

ist das Vertrauen der Anleger derzeit die

Wachstumsbörsen geht proportional mit

dingungen, dazu zählt unter anderem ein

wichtigste Währung. Wenn es gelingt zu

der Performance der Handelsplätze, an

funktionierender Kapitalmarkt. Vor al-

zeigen, dass die Geschäfte geregelt und

denen sie errichtet sind, einher. Eine sol-

lem expandierende Mittelstandsunter-

neutral abgewickelt werden, dann wird

che Implementierung benötigt also einen

nehmen benötigen die Möglichkeit zur

das funktionieren.

attraktiven Hauptmarkt, kann aber auch

Kapitalaufbringung.

Inwiefern könnte ein solches Segment an der

neue Investoren an die Börse locken. Sollte die Politik bei der Einrichtung einer

Sollte die Politik bei der Einrichtung einer solchen Börse unterstützend tätig werden?

Sollte die Politik bei der Einrichtung einer

solchen Börse unterstützend tätig werden?

– Die bestehenden Förderungen würden

solchen Börse unterstützend tätig werden?

– Die Erleichterung eines Zugangs zum

natürlich auch für jene offenstehen, die

– Ja, der Wirtschaftsbund steht für eine

Kapitalmarkt sowie die Verbesserung der

an einer solchen KMU-Wachstumsbör-

aktive Kapitalmarktpolitik! Steuerliche

Unternehmensfinanzierung sind zu be-

se notieren. Aber zusätzliche steuerli-

Erleichterungen sind geeignet und auch

grüßen, da gerade der Standort Öster-

che Begünstigungen nur für diese KMUs

notwendig, um ein spezielles KMU-Seg-

reich im internationalen Vergleich einen

wären nicht zu erklären.

ment zu etablieren.

großen Aufholbedarf hat.

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GRÜNE

TEAM STRONACH

NEOS

Ruperta Lichtenecker Wirtschaftssprecherin

Robert Lugar Klubobmann

Sepp Schellhorn Wirtschaftssprecher

Braucht Österreich eine KMU-Wachstums-

Braucht Österreich eine KMU-Wachstums-

Braucht Österreich eine KMU-Wachstums-

börse? – Für kleine und mittlere Unter-

börse? – Ich fordere seit Jahren eine KMU-

börse? – Wichtiger wäre es zunächst,

nehmen sind Eigenmittel in Wachstums-

Wachstumsbörse, bei der Privatinvesto-

die Rechtsform einer AG Light zuzulas-

und Gründungsphasen von besonderer

ren ihr Kapital zur Verfügung stellen. Ge-

sen. Der österreichische Kapitalmarkt

Bedeutung. Ein KMU-Segment an der

rade KMUs tun sich schwer, Geld von der

wird historisch und politisch bedingt von

Wiener Börse kann dazu beitragen, In-

Bank zu bekommen, überhaupt bei einer

Banken dominiert. Im Vergleich zu ande-

vestoren und Unternehmen zusammen-

Expansion oder bei besonders innovati-

ren Ländern sind wir durch diese einsei-

zubringen.

ven Bereichen.

tige Ausrichtung speziell im Bereich der

Welche Branchen könnten dadurch beson-

Welche Branchen könnten dadurch beson-

finanzierung (Private Equity) stark unter-

ders profitieren? – Innovative Unterneh-

ders profitieren? – Speziell neue Branchen

entwickelt.

men, insbesondere grüne Technolo­gien,

im Technologiebereich könnten davon

werden die Nase vorn haben. Zudem

profitieren. Denn gerade in diesem Be-

Welche Branchen könnten dadurch beson-

bringt der digitale Wandel wichtige Im-

reich wird oft mit erhöhtem Risiko gear-

ders profitieren? – Alle Branchen, speziell

pulse. Hier ist Wachstumspotenzial und

beitet. Deshalb erhalten diese Unterneh-

aber Start-ups und Spin-offs von Univer-

somit Finanzierungsbedarf.

mer von ihrer Bank selten bis gar kein

sitäten können davon profitieren.

KMU-Finanzierung sowie der Anschluss-

Geld. Inwiefern könnte ein solches Segment an

Inwiefern könnte ein solches Segment an der Wiener Börse den Kapitalmarkt wieder

Inwiefern könnte ein solches Segment an der

der Wiener Börse den Kapitalmarkt wieder

beleben? – Der österreichische Kapital-

Wiener Börse den Kapitalmarkt wieder be-

beleben? – Die Performance einer neuen

markt liegt nicht im Koma, insbesondere

leben? – Eine KMU-Wachstumsbörse soll

KMU-Wachstumsbörse ist eng mit dem

der Anleihenmarkt hat sich an der Wiener

nicht das Geschäft der Wiener Börse stär-

Hauptmarkt verbunden. Je mehr Unter-

Börse in den letzten Jahren sehr erfreu-

ken, das ist nicht die Aufgabe. Hauptziel

nehmen an der KMU-Wachstumsbörse

lich entwickelt!

muss sein, die KMUs zu beleben und auch

notieren, umso mehr Investoren werden

international konkurrenzfähig zu ma-

angezogen, und umgekehrt.

Sollte die Politik bei der Einrichtung einer

chen. Schließlich sind KMUs Arbeitgeber

solchen Börse unterstützend tätig werden?

für rund 60 Prozent der Beschäftigten.

Sollte die Politik bei der Einrichtung einer solchen Börse unterstützend tätig werden?

– Mit Steuergeldern ist verantwortungsvoll und sparsam umzugehen. Es sollten

Sollte die Politik bei der Einrichtung einer

– Die regulatorische Änderung in Mifid II

jedenfalls ausreichend Lenkungseffekte

solchen Börse unterstützend tätig werden?

bietet hierzu eine gute Gelegenheit, um

erzielt werden, die über die bloße Tatsa-

– Selbstverständlich muss die Politik tä-

sektorübergreifende Veränderungen her-

che einer KMU-Emission hinausgehen.

tig werden und den investitionswilligen

beizuführen. Hierzu zählen unter ande-

Bei Unternehmen, die zur Erreichung ge-

Privaten es ermöglichen, Kapital zur Ver-

rem auch temporäre steuerliche Anreize

samtgesellschaftlicher Ziele beitragen,

fügung zu stellen. Steuererleichterungen

für Investoren, Anhebung der Prospekt-

wie etwa Ressourceneffizienz, CO2-Ein-

stellen in diesem Zusammenhang ver-

pflichtgrenze zur Senkung der Eintritts-

sparung oder Gesundheit, kann man ei-

mutlich den größten Investitionsanreiz

kosten und die zeitgerechte Eintragung

nen Bonus grundsätzlich andenken.

dar.

der Namensaktien im Aktionärsbuch.

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SEITENBLICKE

BÖRSENTALK

HASSLIEBE: MEDIEN UND UNTERNEHMEN

Johannes Vetter (OMV AG), Nicole Bäck-Knapp (Ecker und Partner), Esther Mitterstieler („News“), Moderator Dominik Hojas (Der Börsianer), Hedwig Schneid („Die Presse“) und Wolfgang Fellner („Österreich“) saßen dieses Mal auf dem Podium.

DER BÖRSIANER 5. FRAUEN FINANZ SALON 07. JUNI 2017 MEINL AM GRABEN, WIEN

Julia Resch (Wiener Börse AG) war vor allem an der Frage interessiert, wie sie Qualität des Inhalts und die von Medien geforderte Dringlichkeit vereinbaren kann.

Karin Steinbichler (Wienerberger AG) gewann dank ihrer Frage nach der Inklusion moderner Kanäle wie Blogs den von Spes Automobile gesponserten Infiniti.

Beim 5. Frauen Finanz Salon diskutierten heimische Kommunikationsprofis das Thema „Medien außer (meiner) Kontrolle“. Im Mittelpunkt stand die gegenseitige Einflussnahme und Abhängigkeit von Unternehmen und ­Medien. Ebenfalls wurde über die steigende Bedeutung von Storytelling und ContentMarketing diskutiert. Die Veranstaltung war auch dieses Mal wieder sehr gut besucht.

Gespannt lauschten die zahlreichen weiblichen Gäste den Schon vor Beginn des Business-Breakfast diskutierten Medien- und Unternehmensvertreterinnen, ob und wenn Erläuterungen vom Podium. Vor allem die Frage, ob und wie für Artikel bezahlt werden soll, erhitzte die Gemüter. ja welche Abhängigkeiten untereinander bestehen.

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JUBILÄUM BEIM WIENER BÖRSE PREIS

WIENER BÖRSE AG 10. WIENER BÖRSE PREIS 31. MAI 2017 PALAIS NIEDERÖSTERREICH, WIEN

Wolfgang Nedomansky (APA-Finance), Peter Felsbach und Wolfgang Eder (beide Voestalpine AG) sowie H ­ arald Hagenauer (Cira) bei der Übergabe des Journalistenpreises.

Seit einem Jahrzehnt verleiht die Wiener Börse AG nun schon jährlich den Wiener Börse Preis. An den bekannten Kategorien ATX-, Small & Mid Cap, Corporate Bond sowie an der Auszeichnung für die beste Medienarbeit hat sich auch dieses Jahr nichts geändert. Abräumer des Abends war die Voestalpine AG. Das Stahlunter­nehmen gewann sowohl den Preis für die beste ­Medienarbeit als auch den ATX-Preis und trat mit zwei ersten Plätzen die Heimreise nach Linz an. BEWERTUNG

Location Publikum Inhalt/Redner Finanzminister Hans Jörg Schelling sprach über die ­Bedeutung börsennotierter Unternehmen als ­„Impulsgeber für den Arbeitsmarkt“.

Preisträger und Vortragende auf dem Foto. Christoph Boschan (Wiener Börse AG) bezeichnete die Unternehmen als im Ausland geschätzte Aushängeschilder.

Börsenfaktor

EXKLUSIVER BRANCHENTREFF ZERTIFIKATE FORUM AUSTRIA ZERTIFIKATE-AWARD AUSTRIA 2017 18. MAI 2017 BANK-AUSTRIA-OKTOGON, WIEN

Auf dem gut besuchten Zertifikate-Kongress des Zertifikate Forum Austria wurde über das Thema Anlageberatung in Kombination mit Digitalisierung diskutiert. Am Abend wurden dann zum elften Mal die Zertifikate-Awards Austria verliehen. Wie schon in den Jahren davor gelangen dem heimischen Branchenprimus Raiffeisen Centrobank AG die meisten Siege.

Nach einem an Programmpunkten reichen Forum zum Thema „Zertifikate und Digitalisierung zwischen Innova­ tion und K ­ undennutzen“ wurden am Abend die begehrten Preise verliehen.

BEWERTUNG

Location Publikum Inhalt/Redner Börsenfaktor

In der Kategorie Publikumspreis holte Heike Arbter (Raiffeisen Centrobank AG) mit ihrem Team den ersten Preis. Thomas Mlekusch (Erste Group Bank AG) und Frank Weingarts (Unicredit Onemarkets) kamen aufs Stockerl.

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Sind persönliche Anlageberatung und Digitalisierung ein Widerspruch? Stefan Häbich (Beeone), Christian Friedrich (Aixigo), Marion Morales Albinana-Rosner (Unicredit Bank Austria AG) und Christian Wolf (RBI AG) im Talk.


SEITENBLICKE

BÖRSENTALK

GUT EMPFOHLEN Die Sieger der FMVÖ-Recommender-Gala 2017 ­haben sich sichtlich über die Auszeichnung gefreut und feierten ihren Erfolg im Anschluss.

FINANZ MARKETING VERBAND ÖSTERREICH FMVÖ-RECOMMENDER-GALA 2017 31. MAI 2017 SOFIENSÄLE, WIEN

Für Robert Sobotka (FMVÖ, Telemark Marketing) ­zeigen die Ergebnisse, dass „Direktbanken ihre Kunden offensichtlich überzeugen“ und bei Versicherungen ­weiterhin regionale und kleine Institute beliebt sind.

ROLAND BERGER

Erich Mayer (FMVÖ) berichtete in seiner Eröffnungs­ rede darüber, dass „die Bankenbranche in der ­Kundengunst stark verloren hat“ und ein Abwärtstrend erkennbar ist.

Bei der elften FMVÖ-Recommender-Gala wurden jene Banken und Versicherungen ausgezeichnet, deren Kunden die größte Bereitschaft zur Weiterempfehlung haben. Knapp 130 Gäste aus der Finanzbranche folgten der Einladung und waren auf die Keynote von Adi Mahlodji (Whatchado) gespannt. Bei der Gala wurden unter anderem Markus Nepf (Österreichischer Sparkassenverband) und Josef Weißl (Oberbank AG) gesehen.

DEM SOMMER ENTGEGEN

19. ROLAND BERGER SUMMERNIGHT SYMPOSIUM 19. JUNI 2017 PALAIS NIEDERÖSTERREICH, WIEN

„Die Perspektiven Europas zwischen Arbeits­marktflaute und Digitalisierung“ war der Titel des 19. Summernight Symposium von Roland Berger. Roland Falb (Roland ­Berger) eröffnete den Abend und sprach ­darüber, wie die größer werdende Komplexität in unserer digitalisierten Welt zu schaffen ist. Neue Lösungen müssen laut dem Managing-Partner entwickelt und mit Kunden umgesetzt werden. Traditionell endete das Symposium mit dem Sommernachtsfest.

Auf dem Podium standen der Moderator des Abends Rudolf Kemler (Roland Berger), Gottfried Haber (Donau-Universität Krems), Günther Oettinger (Europäischer Kommissar), Johann Strobl (Raiffeisen Bank I­ nternational AG), Alexander Wrabetz (ORF) und Komoderator Vladimir Preveden (Roland Berger).

BEWERTUNG

Location Publikum Inhalt/Redner Börsenfaktor

Im Innenhof fand nach dem Symposium das Sommernachtsfest statt. Dabei waren Harald Friedrich (Semper Constantia Privatbank AG), Stefan Szyszkowitz (EVN AG) und Margarete Schramböck (Telekom Austria AG).

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Alexander Wrabetz (ORF) im Gespräch mit ­Roland Falb (Roland Berger). „Die Digitalisierung wird den Medien­markt nachhaltiger verändern als in den vergangenen 30 Jahren zusammen“, sagte Wrabetz.


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@VIENNAINSURANCE

@OMV

#OMV CEO Seele at last week‘s panel debate on ‚Green Hydrogen - Contributing to the Energy Turnaround‘ ­hosted by @Verbund. #hydrogen

@WIENER_BORSE

Gleich geht‘s los! Roter Teppich ist für den 10. #WienerBörsePreis im Palais NÖ ausgerollt. #FirstTweet

Today: broadcasting the opening of the Ringturm wrapping. Watch it here: http://bit.ly/2r8sFcB #ringturm #wrapping #vig #viennainsurance

@SIMMOAG

@ERSTEGROUP

CRO Cernko #mmpausee: „In Österreich fehlt Kapital oft in der zweiten Phase bei Unternehmensgründungen – wobei diese für Jobs wesentlich ist.“

QUELLE: TWITTER

MARKTGEZWITSCHER

S IMMO goes Weinberger – unser alljährliches ­Sommerfest heuer im #Weinhandwerk. Gründe zum Feiern gibt es genug ;-)

@WIENERBERGER

@BKSBANK

At the recent Welcome Days our CEO Heimo Scheuch welcomed 14 new colleagues from 8 ­nations. Welcome to the Wienerberger Group!

@VOESTALPINE

Wow! Wir sind stolze Sieger i. d. Kategorie Großbetriebe. #Staatspreis für Unternehmensqualität der @QualityAustria

FOLGEN SIE UNS AUF WWW.DERBOERSIANER.COM ODER

New corporate design for voestalpine: http://bit. ly/2ryapbQ

FACEBOOK.COM/DERBOERSIANER UND

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PORTRÄT

ZEHN FRAGEN AN HORST SIMBÜRGER

Stv. Chefredakteurin (CvD): Ingrid Krawarik, i.krawarik@derboersianer.com Redaktion: Florian Gartler, Julia Kistner, Raja Korinek, Martin Kwauka, Thomas Müller, Lukas Sustala, Barbara Ottawa, Robert Winter

→ VITA HORST SIMBÜRGER GESCHÄFTSFÜHRER CONVERTINVEST FINANCIAL SERVICES Der gebürtige Steirer (54) ist seit 20 Jahren im Fonds­ management tätig. Seine Karriere begann Horst Sim­ bürger als Aktienanalyst bei der Erste Group Bank AG. Wenn es ihn nicht in die Finanzwelt verschlagen hätte, wäre er heute Fotograf oder Koch. Das erklärt auch ­eines seiner Hobbys: Brotbacken. Seine Baguettes sind ein Gedicht! Zuletzt war der langjährige Österreich-Fonds-Manager Bereichsleiter bei der ­Union Investment Austria. Ab 1. August 2017 ist er neuer Geschäftsführer der Convertinvest.

IMPRESSUM: Chefredakteur/Herausgeber: Dominik Hojas, d.hojas@derboersianer.com

Leserbeirat: Heike Arbter, Peter Bartos, Mathias Bauer, Edi Berger, Stefan Böck, Stefan Brezovich, Diana Klein, Bernhard Grabmayr, Fritz Mostböck, Wilhelm Rasinger Anzeigenverkauf: Michael Berl (Leitung), m.berl@derboersianer.com; Miriam Haider, m.haider@derboersianer.com; ­Sabine Mitterbacher, s.mitterbacher@der boersianer.com; es gilt die Anzeigenpreisliste 2017!

ST

LESERPO

n@ redaktio m ianer.co derboers

Welche Eigenschaften haben Sie dorthin

dora ein. Ich hab die Aktie nach dem an-

gebracht, wo Sie heute stehen? - Neugier,

fänglichen Absturz bei 55 gekauft, und

Interesse, viel Schweiß, etwas Glück

ein Jahr später bei 180 verkauft und

schadet auch nicht.

mich über ein Plus von 225 Prozent gefreut. Dummerweise ist die Aktie in den

Welchen Beruf würden Sie ausüben, wenn

nächsten Jahren bis knapp 1.000 gestie-

Sie nicht in der Finanzbranche tätig wären?

gen! Das gehört dazu und ist wichtig für

- Das kann ich nicht auf einen eingren-

die Lernkurve.

zen. Design finde ich spannend, ebenso Fotografie, und Kochen käme auch in die

Welches Vorurteil gegenüber dem Kapital-

nähere Auswahl.

markt ärgert Sie am meisten? - Wenn wir als Spekulanten bezeichnet werden, das

Von welchen Quellen beziehen Sie Ihre

wird leider auch von vielen Politikern

Fachinformationen? - Alle Arten von Re-

unterstützt. Im Endeffekt ist es das Ziel,

search, One-on-Ones mit Unterneh-

unseren Kunden längerfristig zu mehr

men und natürlich Kollegen.

Wohlstand zu verhelfen und die Pen­ sionslücke zu schließen.

Verlag/Medieninhaber: Wayne Financial Media GmbH (FN: 399197 f, HG Wien), Bösendorferstraße 4 / 20, A-1010 Wien, Telefon: +43 (0) 1 920 523 4, Fax: +43 (0) 1 954 433 2, E-Mail: office@waynemedia.at, Web: www.waynemedia.at Geschäftsführer: Michael Berl, Dominik Hojas Produktion: Grafik: Martin Jandrisevits, Titanweiß Werbeagentur GmbH; Fotos: Dieter Brasch, Barbara Ster, Unternehmen beigestellt; Lektor: Armin Baumgartner; Kursdaten: TeleTrader Software GmbH, Schlusskurse vom 16.06.2017, keine Gewähr für die Richtigkeit der Daten; aus Gründen der Text­ökonomie verzichten wir auf geschlechts­ spezifische Formulierungen. Druckerei/Nachhaltigkeit: Das Magazin wurde nach Richtlinien des Österreichischen Umweltzeichens bei der Druckerei Ferdinand Berger und Söhne GmbH (10.000 Stück) auf nachhaltigem Papier (Umschlag: Claro Silk 250 g, Kern: Furiso 100 g) gedruckt.

Welchen Teil lesen Sie in Ihrer Zeitung zuerst? - Wenn es ein Topthema gibt wie etwa

Was assoziieren Sie mit Gordon Gekko und

Brexit, dann direkt zum Artikel, ansons-

dem Film „Wall Street“? - Hollywood. Der

ten keine spezielle Reihenfolge, ich fan-

erste Teil war ganz lustig, hat aber mit

ge bei Zeitungen immer von hinten an.

der Realität wenig zu tun.

Wenn ich nicht gerade arbeite, verbringe

Dieser Investor ist für mich eine Legende?

ich meine Zeit am liebsten mit ... - Meiner

- George Soros.

Das Österreichische Umweltzeichen für Druckerzeugnisse, UZ 24, UW 686 Ferdinand Berger & Söhne GmbH.

Frau. Champagner und Austern oder „a EitBei welchem Investment haben Sie sich so

rige und a 16er-Blech“? - Keines von

richtig verzockt? - Spontan fällt mir Pan-

beiden.

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Die Aktien der UBM notieren seit August 2016 im prime market Segment der Wiener Börse. UBM bekennt sich zum Kapitalmarkt und verfolgt eine kontinuierliche Dividendenpolitik.

Quartier Belvedere Central, Wien Mit einer Gesamtgrundstücksfläche von rund 25.000 m2 stellt das QBC eines der spannendsten Entwicklungsprojekte in Wien dar. Neben Büros, Gastronomie, Handel und Hotels werden im Bauteil QBC 6 bis Mitte 2018 Eigentumswohnungen und servicierte Apartments entstehen.

In Berlin entwickelt UBM zurzeit zwei Bürohäuser für den zukünftigen Konzernsitz des ModeOnlinehauses Zalando SE. Das größte Einzel-Büroprojekt der UBM in Deutschland wird Arbeitsplätze für rund 2.700 Mitarbeiter schaffen. Das Projekt Zalando konnte im 2. Quartal 2017 in einem Forward Deal verkauft werden. Die Fertigstellung ist für Q3 2018 geplant.

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Zalando Headquarter, Berlin

UBM Development AG – Ein Immobilienentwickler von europäischem Format

ubm.at

Der Börsianer 21. Ausgabe, Q3 2017  

Österreichs Finanzmagazin