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NR. 20, MAI 2017 ∙ 12 EURO

EDITION GRÜN

Umf

rage

NA FINA CHHALT IG NZW IRTS E CHA FT

M I T V I E L FA LT Z U M E R F O LG 16 DIVERSITÄT ∙ 24 ENERGIE ∙ 32 KLIMASCHUTZ ∙ 44 ­NACHHALTIGKEIT  ∙ 66 SPAREN ∙ 74 ROBOTER

ANZENGRUBER DAS FÖRDERDILEMMA

KROMP-KOLB FOLGEN DES KLIMAWANDELS

DOBOCZKY MODEBRANCHE ÖKOLOGISIEREN


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Amundi Daten zum 31. Dezember 2016 - Die Nr. 1 der Asset Manager mit Unternehmenssitz in Kontinentaleuropa hinsichtlich des gesamten verwalteten Vermögens. Quelle: IPE „Top 400 Asset Managers“, veröffentlicht im Juni 2016, Daten per Dezember 2015. Dieses Dokument stellt kein Angebot zum Kauf und keine Aufforderung zum Verkauf dar, und es stellt keine öffentliche Werbung für ein Produkt, eine Finanzdienstleistung oder Anlageberatung dar. Der Wert einer Anlage und die damit erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen und die Ergebnisse sind nicht garantiert. Anleger erhalten unter Umständen nicht den ursprünglichen Anlagebetrag zurück. Finanzbezogene Werbung durch Amundi Asset Management, eine Anlageverwaltungsgesellschaft, die von der AMF unter der Nr. GP 04000036 zugelassen wurde. Eingetragener Sitz: 90, Boulevard Pasteur 75015 Paris Cedex 15 - France - 437 574 452 RCS Paris - Mai 2017. |


EDITORIAL

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Marketingmitteilung

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AUSGABE NR. 20, „EDITION GRÜN“ 2017

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17 ∙

12 EU

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DOMINIK HOJAS Chefredakteur Der Börsianer

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16 VI „DER ELFA FIS LT ST ATT CH GL EIN ÄN ZT FALT // VO M KO 24 W ER PF“ // 66 ZAHL GU T DIE RD TE ER ZINS RUND DILE E? EN MM // , DI A E SI 44 IN VE CH STIER AU KR SZ EN AH OM LEN IN DE P-KO // 74 N KL LB FO IM DIE LGEN RE ASCH VO DE LU UTZ S KL TIO // IMAW N DE 28 RU AN R RO TE DE LS BO R: TER DO BO CZ KY MO DE BR AN CH E ÖK OLOG ISIER

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EN

€ 0,– BIS € 3,95 / TRADE KEINE DEPOTGEBÜHR 1

Liebe Börsianer!

D

ie Folgen der Umweltausbeutung sind weltweit immer sichtbarer, von schmelzenden Polarkappen bis hin zu verdorrten Landstrichen und steigenden Meeresspie-

geln. Während Konsumenten schon lange beim Einkauf ihren Beitrag gegen den Klimawandel beitragen können, gibt es in-

2

ICH DADAT MEIN DEPOT ÜBERTRAGEN.

zwischen auch für Anleger immer mehr Möglichkeiten. So findet man eine Reihe an Sparprodukten (Seite 66), die an das ökologische und soziale Gewissen appellieren, und Investmentfonds (Seite 32), die Unternehmen selektiv nach entsprechenden Umweltkriterien auswählen. Trotz des gemeinsamen Ziels

• Keine Kauf- und Verkaufsspesen für rund 500.000 Produkte unserer PremiumPartner Commerzbank,

des Umwelt- und Klimaschutzes sind die Ansätze doch recht

Deutsche Bank, Vontobel und UniCredit

unterschiedlich. Ein genauer Blick auf den Inhalt lohnt sich ge-

onemarkets1

nauso wie auch sonst beim Einkauf im Supermarkt.

• Nur € 3,95 Kauf- und Verkaufsspesen bei

Der genaue Vergleich nachhaltiger Veranlagungen ist angesichts der großen Unterschiede der Ansätze aber ungleich schwieriger. So lauten die Ergebnisse der dritten Umfra-

sonstigen Transaktionen 2 • Bis 85 % Rabatt auf den Ausgabeaufschlag bei bonifizierten Fonds3

ge „Nachhaltigkeit in der Finanzbranche 2017“ (Seite 62) von

• Keine Depotgebühr bis Ende 2017

Der Börsianer unter 200 institutionellen Investoren aus Öster-

• Übernahme von bis zu € 200,– fremder

reich. Sie bestätigt, dass Nachhaltigkeit im „Mainstream“ an-

Übertragungsspesen 4

gekommen und nachhaltige Investments ein Riesenwachstumsmarkt sind. Es brauche aber laut den befragten Experten klare Definitionen sowie strengere und objektivere Prüfkrite­ rien der Produkte, damit das Thema nicht zu einer Farce, Stichwort „Greenwashing“, verkomme. Vor allem die angesprochene Vergleichbarkeit der zahlreichen nachhaltigen Investmentfonds wird von 75 Prozent der Teilnehmer kritisch hinterfragt.

1) Für Transaktionen bis € 50.000,– in den ersten 6 Monaten ab Depoteröffnung für alle Zertifikate, Optionsscheine, Aktienanleihen und Hebelprodukte unserer PremiumPartner über den außerbörslichen Limit- und Direkthandel. 2) € 3,95 für Transaktionen bis € 25.000,– pro börslichem oder außerbörslichem Auftrag (zzgl. ev. Fremdspesen) in den ersten 6 Monaten ab Depoteröffnung. Gültig für Orders über Internet oder Telefon. 3) 85 % Rabatt ab einem Ordervolumen von € 100.000,–, bei geringerem Ordervolumen 60 % Rabatt. 4) Vergütung gegen Vorlage der Spesenbelastung der Fremdbank. Für Positionen unter € 2.000,– erfolgt keine Vergütung. Angebot gilt bis auf Weiteres. Mehr auf w w w.dad.at/depot

Hier fehle es, so der eindeutige Tenor, an Transparenz.

170510_DADAT_Anz_Depot3b_83,5x248_Boersianer_SSP_RZ.indd 1

09.05.17 11:27


EDITORIAL Nur schwer vergleichbar sind hingegen die maßgeschneiderten Diversitätskonzepte (Seite 16) heimischer Unternehmen, die Der Börsianer genauer unter die Lupe genommen hat. Dabei zeigt sich, dass Unternehmen, die viele Ältere, Frauen, Mi­ granten und Behinderte beschäftigten, laut Studien sogar mehr Gewinn erwirtschaften. Diese monetären Effekte waren in der Praxis allerdings nur schwer nachweisbar. Die Politik (Seite 84) bemüht sich trotzdem, teilweise auch mit ungeliebten Quotenregelungen, die Vielfalt in der Belegschaft von Unternehmen CSR-Guru. Seit vier Jahrzehnten beschäftigt sich Rudolf X. Ruter mit dem Thema Nachhaltigkeit. Im Interview mit Der Börsianer-Redakteur Robert Winter erzählt er, warum er Andritz-Chef Wolfgang Leitner bewundert und man FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß einstellen sollte.

zu fördern. Bleibt noch die Frage nach der Zukunft des Menschen im Arbeitsalltag. Vor allem dann, wenn Aufgaben sowohl im Beruf als auch in der Freizeit zunehmend von Robotern erledigt werden. Die Lebensqualität wird verbessert, die Veranlagung vollautomatisiert, und obendrein werden auch noch Bomben durch Roboter entschärft. Die Prognosen der Experten in Bezug auf die tatsächlichen Auswirkungen der Roboterrevolution (Seite 72) auf uns Menschen fallen unterschiedlich aus, wie Raja Korinek in ihrem Beitrag herausgefunden hat. Nur die von Bundeskanzler Christian Kern geforderte Maschinensteuer könnte Investitionen der Wirtschaft in Roboter noch bremsen. Das würde aber die Standortattraktivität von Österreich negativ beeinflussen.

Mediengipfel. Der Frauen Finanz Salon ist eine Initiative von Der Börsianer zur Förderung der Frauen auf dem Finanzplatz. Am 7. Juni debattieren die Medienprofis Nicole Bäck-Knapp, Wolfgang Fellner, Esther Mitterstieler, Hedwig Schneid und Johannes Vetter über Qualitätsjournalismus.

Viel Vergnügen mit der „Edition grün“ von Der Börsianer wünscht Ihnen

Dominik Hojas d.hojas@derboersianer.com

Bauchgefühl. Unternehmensberater Manfred Wondrak hilft Konzernen bei der Umsetzung ihrer Diversitätsstrategien. In Österreich gibt es ­immer noch viele Skeptiker, sagt er. Mit Managern der Raiffeisenbank ­International AG ­trainiert er derzeit Vor- und Nach­teile des Bauchgefühls.

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Wir leben ESG – Erste Asset Management Responsible Investment Strategien Erste Asset Management ist im ESG Sektor seit 2001 aktiv. Seit über 15 Jahren entwickelt unser Investmentteam ein breites Spektrum an Nachhaltigkeitsfonds, die erfolgreich an den Kapitalmärkten veranlagen und regelmäßig national wie international Auszeichnungen erhalten. Nähere Informationen finden Sie unter www.erste-am.com ESG-Strategien AuM: EUR 4,6 Mrd. + Konsistente positive Performance + Breites Spektrum an ESG-Lösungen

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SRI

SRI. 1. Heftsäule: Dichte Dunstglocken, schmelzende Polarkappen und schrumpfende Urwälder sind längst die erschreckenden Bilder eines globalen Alltags. Anleger können sich mit ihrem Vermögen gegen den voranschreitenden Klimawandel an der Börse einsetzen. Das Angebot an nachhaltigen Veranlagungen (SRI) wird stetig mehr.

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© GETHIN CHAMBERLAIN / EYEVINE / PICTUREDESK


CSR

CSR. 2. Heftsäule: Ein Arbeitsplatz gilt als der wichtigste Schlüssel für eine gelungene ­Integration von Flüchtlingen. Die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen (CSR) ist für manche simples Gutmenschentum, für andere gelebte Unternehmenskultur. Laut Studien bringt Vielfalt Unternehmen auch mehr Ertrag, wie Der Börsianer herausgefunden hat.

8


© HERBERT P. OCZERET / APA / PICTUREDESK


ESG

ESG. 3. Heftsäule: Der österreichische Alpenraum ist direkt vom Klimawandel betroffen. Dieser setzt damit auch dem Skitourismus zu. Solche Megatrends haben großen Einfluss auf die Wirtschaft und die Menschen. Der Börsianer hat solche Entwicklungen hinsichtlich der Dimensionen Umwelt, Soziales und Governance (ESG) analysiert.

10


© SKI ARLBERG / OTS


AUSGABE NR. 20, „EDITION GRÜN“

44

FINANZPLATZ

ERDERWÄRMUNG. Investieren in den Klimaschutz

DIVERSITÄT Vielfalt statt Einfalt Manfred Wondrak: „Das Bauchgefühl hinterfragen“

16 20

ENERGIE

32

24 26

Wer zahlt die Runde? Dekarbonisierung

NACHHALTIGKEIT 44

Rudolf X. Ruter: „Der Fisch glänzt vom Kopf“

SPAREN Gute Zinsen, die  sich auszahlen

16

DIVERSITÄT.

FIRMENINDEX

Vielfalt statt Einfalt

66

DIMENSIONEN Die Revolution der Roboter 74 Florian Haslauer: 78 „Maschinensteuer verhindert Investitionen“

ABB 76

Brau Union Österreich AG

72

Immofinanz AG

Allianz Gruppe

52

Capital Bank

31

Infineon 71

56

Andritz AG

45

Cetus Baudevelopment

58

Internorm International

APK 26

Credit Suisse

77

Invesco 36

AT Kearney

Deloitte Österreich

18

Jupiter 37

78

AXA Investment Managers

53, 54

Ernst & Young Österreich

57, 60

Kepler Fonds KAG

Bank für Gemeinwohl

51, 67

Erste Asset Management

27, 54

Lenzing AG

18, 50

LGT Capital Partners

BDO Austria

60

Erste Group Bank AG

Biogena Naturprodukte

73

ETF Securities

78

Matejka & Partner

BKS Bank AG

50

Fair Finance Vorsorgekasse AG

90

Oekom Research AG

GLS Gemeinschaftsbank

67

Oekostrom AG

Boku 34 INDEX: AUSZUG VON UNTERNEHMEN IN DIESER AUSGABE

12

19

80 14, 36, 57 30 28 60, 66, 80 24


INHALTSVERZEICHNIS

STEFAN DOBOCZKY:

24

RENDITE ZAHLEN  Marktentwicklung von Österreich

22

KURSE  Indizes im Vergleich

28

PORTFOLIO Anlagestrategien der SRI-Fondsmanager

30

BRANCHEN

MEINUNGEN

Darüber spricht man in den

STEFAN DOBOCZKY Ökologisierung der Modebranche

14

WOLFGANG MATEJKA Wien profitiert von Osteuropa-Tangente

28

Branchen: Köpfe, Deals, News, Trends und Events

BANKEN50 VERSICHERUNGEN52 FONDS54 AKTIEN56 IMMOBILIEN58

ERDERWÄRMUNG Investieren in den Klimaschutz  32 1. Teil: Marktumfeld 34 2. Teil: Veranlagung 36 3. Teil: Interview 38 KURSE40 Performance nachhaltiger Investmentfonds GLOSSAR48 Begriffe aus der Welt der Nachhaltigkeit INVESTORENUMFRAGE62 Nachhaltigkeit in der ­Finanzwirtschaft

14

BERATER60

Ökologisierung der Modebranche

Ad-hoc der Redaktion FNG-ZAHLEN Wir bedauern, dass wir Ihnen in der „Edition grün“ heuer keine aktuellen Zahlen zur Marktentwicklung nachhaltiger Geldanlagen in

WILHELM CELEDA Nachhaltigkeit ist kein Luxus

50

WOLFRAM LITTICH Nachhaltigkeit und Rendite gehen Hand in Hand

52

HEINZ BEDNAR Wissen ist wichtiger als Vermögen

54

Österreich publizieren können. Das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) veröffentlicht die Daten erst zu einem späteren Zeitpunkt.

SEITENBLICKE PRO & KONTRA Dekarbonisierung SO DENKT DIE POLITIK Diversität: Nicht nur leere Worte

80

84

INVESTORENUMFRAGE Unsere Umfrage „Nachhaltigkeit in der Finanzbranche 2017“ (Seite 62) unter 200 institutionellen Investoren erfreute sich einer Rekordbeteiligung. Richtig kritisch waren die Befragten heuer bei der Vergleichbar-

BÖRSENTALK86 Wo sich die Finanzwelt trifft MARKTGEZWITSCHER89 Das wurde im Netz getwittert

BETTINA SCHRAGL Diversität kommt in Mode

56

PETER BARTOS Dauerbrenner Vermögensbesteuerung

60

keit nachhaltiger Investmentfonds, hier fehle es an Transparenz. KEINE FRAGE DER QUOTE In vielen Institutionen sind deutlich weniger Frauen als Männer vertreten, obwohl Frauen mehr als 50 Pro-

CSR-PORTRÄTS Erfolgsrezepte von Unternehmen

70

PORTRÄT: 10 FRAGEN AN … Fair-Finance-Chef Markus Zeilinger

90

KONRAD PESENDORFER Vermessung von Wohlstand

82

zent der Gesamtbevölkerung stellen. Quotenregelungen halten daher in der Wirtschaft vermehrt Einzug. Bei uns im Verlag nicht notwendig: Der Anteil von Frauen und Männern in der

Ögut 26

Simacek 18

Valida Plus AG

26

Redaktion von Der Börsia-

OMV AG

Solidum Partners AG

37

VBV Pensionskasse AG

26

ner betrug in dieser Ausgabe

Pictet 77

Sonneninvest AG

24

VBV Vorsorgekasse AG

52, 58, 73

Pioneer Investments Austria

81

Spängler Iqam Invest

55

Verbund AG

Raiffeisen Bank International AG

60

Statistik Austria

82

Voestalpine AG

Raiffeisen Capital Management

56

Steyler Bank

66

VÖIG 54

Raiffeisen Centrobank AG

50

Swiss Life Select

61

Volkskreditbank AG

69

Raiffeisenbank Gunskirchen

68

Umwelt Management Austria

35

WEB Windenergie AG

25

26

26, 35

Respact 87

Unicredit Bank Austria AG

18, 51

Wirtschaftsuniversität Wien

Robecosam AG

31, 54

Union Investment

56, 81

WWF Österreich

80

Schelhammer & Schattera

66, 86

Universität Graz

Zotter Schokoladen Manufaktur

72

34

13

­exakt 50:50.

25

34, 38

Weblinks werden in dieser Ausgabe mit einem → GELBEN BALKEN

markiert.


GASTKOMMENTAR

MEINUNGEN

DIE ÖKOLOGISIERUNG DER MODEBRANCHE Die ökologischen Herausforderungen der internationalen Textilbranche sind enorm, mit einem nachhaltigen ­Geschäftsmodell jedoch bewältigbar, argumentiert der ­Vorstandschef der Lenzing AG.

Der Bedarf an Kleidung wird sich bis zum

lastung dar. Heute landen rund 80 Pro-

„Nachhaltiges Wirtschaften ist nicht nur Selbstzweck.“

zent jener Kleidungsstücke, die nicht

STEFAN DOBOCZKY

Jahr 2025 verdoppelt haben. Für die Umwelt stellt diese Menge eine immense Be-

→ VITA STEFAN DOBOCZKY VORSTANDSVORSITZENDER LENZING AG Der promovierte Chemiker (49) ist seit Juni 2015 Vorstandsvorsitzender der Lenzing AG. Davor hatte er ­mehrere Führungsfunktionen beim Chemieund Pharmakonzern DSM inne. Zehn ­Jahre davon verbrachte er in ­Asien. Der ­gebürtige Kärntner ist für Kunden und Mitarbeiter am ­Handy immer erreichbar – außer er sitzt gerade im Flugzeug oder befindet sich beim Bergwandern in einem unerreich­baren Gebiet.

mischen Vorteilen. Das honorieren zunehmend auch Investoren, insbesondere Nachhaltigkeitsfonds, indem sie die Lenzing-Aktie kaufen. Lenzing ist in der einzigartigen Situation, ein echtes zirkuläres Geschäftsmo-

mehr verwendet werden, auf Mülldeponien. Damit werden jährlich geschätzte 50 Millionen Tonnen an

dell zu betreiben. Wir erzeugen aus CO2 und Sonnenlicht funkti-

Kleidung weggeworfen. Die Lenzing AG bietet eine Lösung für

onale, ästhetische und emotionale Produkte, die am Ende ihrer

diese Herausforderung. In Zusammenarbeit mit zukunftsori-

Nutzungsdauer kompostierbar und biologisch abbaubar sind.

entierten Branchenpartnern haben wir mit der Faser der Marke

Das Konzept der Kreislaufwirtschaft ist tief verankert. Darü-

Refibra ein Produkt vorgestellt, das Zellstoff aus Holz und aus

ber hinaus hat Lenzing den Weg für die nachhaltige Produktion

Zuschnittabfällen aus der Produktion von Baumwollkleidung

von holzbasierten Cellulosefasern bereitet. Dank unserer Bio-

vereint. Dabei wurde zum ersten Mal auf der Grundlage von

raffinerien sind wir in der Lage, alle wertvollen Stoffe aus dem

Textilrecycling ein neues geschlossenes System für die Herstel-

Holz herauszuholen. Es werden 100 Prozent der unterschied­

lung von Cellulose in großem Maßstab geschaffen.

lichen Holzkomponenten für die Produktion von Zellstoff – und

Diese hochmoderne Faser wird den Ruf von Lenzing als füh-

daraus Fasern - sowie biobasierte Chemikalien und Bioenergie

render Anbieter auf dem Gebiet umweltfreundlicher Fasertech-

verwertet.

nologie weiter stärken. Das Thema Nachhaltigkeit ist in unserer

Im Sinne des Nachhaltigkeitsgedankens treiben wir die

Unternehmensstrategie „sCore TEN“ als einer der Kernwerte

Umsetzung unserer Strategie weiter voran. So investieren wir,

definiert. Lenzing verfolgt ein Drei-P-Konzept mit den Säulen

um die Produktion von Lyocellfasern der Marke Tencel in den

People, Planet und Profit. Darin vereinen wir unser Bestreben,

nächsten Jahren zu steigern. Tencel-Fasern sind derzeit die

nachhaltig Gewinne zu erzielen mit dem Wunsch, die ökologi-

nachhaltigsten auf dem Markt, auf diese Weise können wir un-

schen Belastungen für unseren Planeten zu verringern und mit

seren Partnern in der gesamten Wertschöpfungskette helfen,

allen Menschen, mit denen wir Kontakt haben, auf verantwor-

das Nachhaltigkeitsprofil ihrer Produkte zu verbessern.

tungsbewusste und nachhaltige Weise umzugehen.

Unser Einsatz für verantwortungsbewusste Beschaffung,

Nachhaltiges Wirtschaften ist nicht nur Selbstzweck, son-

energieeffiziente Produktion, nachhaltige Innovationen und

dern auch unser wichtigster Innovationstreiber. So sucht unser

unsere Verantwortung für Menschen finden weltweit Anerken-

Forschungs- und Entwicklungsteam aktiv nach Ideen, die po-

nung – von Organisationen wie Canopy Planet Society, von der

sitive Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft sowie auf die

wir für die Holzbeschaffung im Vergleich zu unseren Mitbe-

langfristige Profitabilität haben.

werbern als weltweite Nummer eins gerankt wurden, sowie von

Der Fokus auf ökologische Produktion ist für Lenzing schon

Fairtrade und vom US-Landwirtschaftsministerium. Das freut

seit Jahren ein Thema – getrieben von Umweltbewusstsein,

uns und bestärkt uns auf unserem Weg, die Ökologisierung der

entsprechender Gesetzgebung und entsprechenden ökono-

Modebranche weiter voranzutreiben. n

14


Entgeltliche Einschaltung

Auszeichnung für BildungsInitiative A1 Internet für Alle Anfang April 2017 wurden zehn Good-PracticeModelle in der Bildungsarbeit mit älteren Menschen seitens des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz prämiert – darunter die Initiative A1 Internet für Alle. Die innovativen Projekte haben in Österreich Vorbildfunktion im Bereich des lebenslangen Lernens und zeigen, welche vielfältigen Zugänge es gibt, lebenslanges Lernen bis ins Alter zu ermöglichen. Die Auswahl der Projekte erfolgte auf Basis einer wissenschaftlichen Untersuchung, die unter der Projektleitung des renommierten Sozialgerontologen Univ.-Prof. Franz Kolland durchgeführt wurde. BILDUNG ERHÖHT LEBENSQUALITÄT Denn Bildung spielt in allen Bereichen des Lebens eine Rolle und hat für die Lebensqualität im Alter eine Breitenwirkung. Für A1 ist die Vollversorgung mit Internet nicht nur eine techni-

AUSZEICHNUNG Mag.a Edeltraud Glettler, Sektionschefin im Sozialministerium, überreicht die Auszeichnung an Mag.a Natascha Kantauer-Gansch, CCO Consumer A1, und Mag.a Irene Jakobi, Leitung CSR A1.

sche Frage, sondern auch eine soziale. Österreichs führender Anbieter von Internetzugang

zent der TeilnehmerInnen würden die Work-

engagiert sich daher seit 2011 für den fairen Zu-

shops weiterempfehlen, 90 Prozent konnten

gang zu Information (siehe Kasten).

in mehr als 8.500 kostenlosen Schulungen ihre Internetfähigkeiten und ihr Wissen verbessern.

HOHE ZUFRIEDENHEIT DER TEILNEHMERINNEN Evaluiert wird die A1-Initiative vom NPO-Kompetenzzentrum

der

Wirtschaftsuniversität

Wien. Und die Zahlen sprechen für sich: 99 Pro-

Österreichweite Schulungsinitiative: Kostenlose Workshops für alle Als Österreichs führender Kommunikationsanbieter engagiert sich A1 für den gleichberechtigten Zugang aller Menschen zu Information, Wissen und Bildung. A1 sieht das als Beitrag des Unternehmens für sozialen Zusammenhalt und Österreichs Zukunftsfähigkeit. A1 bietet daher an den drei Campus-Standorten Wien, Klagenfurt und Salzburg sowie mit einer österreichweiten Tour an mehr als 150 Orten kostenlose Internetschulungen für alle Altersgruppen an. Die Workshops reichen von der verantwortungsvollen Verwendung des Internet über sicheres Onlineshopping bis zum Kommunizieren mit Instant-Messaging-Diensten. In den fünf Jahren seit dem Start der Initiative haben bereits 115.000 Interessierte – davon rund ein Drittel SeniorInnen – an den Workshops teilgenommen. Alle Details unter: WEBLINK : www.A1InternetfürAlle.at


DIVERSITÄT

VIELFALT STATT

EINFALT Für manche ist Diversität simples Gutmenschentum, für andere gelebte Unternehmens­kultur. Laut Studien bringt Vielfalt auch mehr Ertrag. Der Börsianer hat Diversitätskonzepte heimischer Unternehmen unter die Lupe genommen. TEXT INGRID KRAWARIK


FINANZPLATZ

Geschäftserfolg. Teams, die in puncto Geschlecht, Generation und Ethnien vielfältig aufgestellt sind, performen nachweislich besser.

D

er Hypothese, dass Lehman Bro­ thers nicht fallen gelassen worden wäre, hätte der Name Leh-

man Bro­thers & Sisters gelautet, können einige Experten etwas abgewinnen. Einschlägige Studien weisen explizit darauf hin, dass Diversität in Unternehmen positive Auswirkungen auf den Geschäftserfolg hat. Hinter dem Schlagwort „Diversität“ steckt der Umgang mit Themen wie Generationen, Geschlecht, Religion, Behinderung und sexuelle Orientierung. In Österreich ist Erstgenanntes tonangebend, da die große Mehrheit der Vorstandsetagen von Männern beherrscht wird. Dabei besagt eine Untersuchung des Beratungsunternehmens McKinsey, dass ethnische und geschlechterspezifische Vielfalt im Führungsteam den finanziellen Erfolg des Unternehmens um 15 bis 35 Prozent steigert.

© STEFAN KRANEFELD/WESTEND61/PICTUREDESK

Die Studie „The Mix that Matters“ der Boston Consulting Group, für die 171 deutsche, Schweizer und österreichische Unternehmen durchleuchtet wurden, bescheinigt jenen Unternehmen mehr finanzielle Erfolge durch Innovation, die mehr als 20 Prozent Frauen in


FINANZPLATZ

„Diversität nicht eins zu eins in Euro umrechnen.“ ANDREAS HAHN

ist, von denen jedes einen Diversity-Beauftragten haben muss. Obwohl in Österreich mehr als 50 Prozent der Universitätsabsolventen Frauen sind, dünnt sich der Anteil in den folgenden Jahren massiv aus. „Wir ver-

„Der Vorstand muss es vorleben.“ VERA BUDWAY

lieren die Frauen in einem Alter, wo sie Führungspositionen haben. Die Analyse

Kinder kriegen. Das ist aber meist genau

Die wirtschaftliche Messbarkeit von Di-

„Diversity in Deutschland“ von Ernst &

der Zeitraum, in dem überproportiona-

versität sei schwierig. „Ich muss das aber

Young kommt zu dem Schluss, dass Di-

ler Einsatz für die Karriere geleistet wer-

auch nicht eins zu eins in Euro umrech-

versität Offenheit und Lernfähigkeit der

den muss. Das kann, wenn überhaupt,

nen, die Teams arbeiten motivierter zu-

Belegschaft fördert und die Mitarbeiter-

nur funktionieren, wenn der Partner voll

sammen“, sagt Hahn.

zufriedenheit erhöht.

unterstützt“, sagt Gundi Wentner, Part-

Wichtig für viele Unternehmen ist

nerin bei Deloitte Österreich, die Unter-

das Thema Generationenmanagement.

Monotones Management

nehmen in puncto Diversität berät. Hier

„Bis 2020 werden wir fünf Generatio-

Die Studienergebnisse bringen eine hohe

müsste man gezielt bei Arbeitszeitflexi-

nen am Arbeitsplatz haben. Die haben

Erwartungshaltung an Diversität mit sich.

bilisierung und Kinderbetreuung anset-

alle unterschiedliche Erwartungen. Die

In der Praxis fehlen für monetäre Erfolge

zen. Oft sind es aber auch unbewusste

‚Babyboomer‘ sind loyaler und ähnlich

oft Vergleichszahlen. „Diversität ist kein

Barrieren im Kopf der Männer, die den

wie die ‚Generation X‘ hierarchischer

Allheilmittel“, warnt BASF-Vorstands-

Aufstieg von Frauen in Management-

unterwegs. Die ‚Generation Z‘, die jetzt

mitglied Margret Suckale. Die Gefahr be-

positionen verhindern, sagt Unterneh-

auf den Arbeitsmarkt kommt, sind ‚Di-

stehe, dass übertriebene Erwartungen

mensberater Manfred Wondrak (Inter-

gital Natives‘, die sind 24 Stunden ver-

nicht erfüllt werden können. Sinnvoll an-

view Seite 20).

bunden, die wollen einen mobilen Ar-

gewendet, gibt es in Österreich aber eini-

beitsplatz“, sagt Vera Budway. Konflik-

Vielfalt richtig einsetzen

te zwischen den Generationen gehören

„Die Frage, die wir uns stellen müs-

Simacek Facility Management Group (Si-

zur Tagesordnung. Fast zwei Jahre wur-

sen, ist, wie Diversität im Unterneh-

macek) beschäftigt in manchen Sparten

den Mitarbeiter und Führungskräfte der

men gelebt werden soll“, sagt Vera Bud-

einen hohen Anteil an Mitarbeitern mit

Erste Group Bank AG aufs Campusleben

way, Diversitymanagerin der Erste Group

Mi­ grationshintergrund. Das Familien-

mit flexiblen Arbeitsplätzen und auf die

Bank AG. Die Erste-Bankengruppe hat

unternehmen bietet spezielle Deutsch-

Kulturveränderung vorbereitet. „Für ei-

sich zum Ziel gesetzt, den Anteil der

kurse am Arbeitsplatz an. „Am Anfang

nige ist es schwierig. Im Endeffekt soll-

Frauen im Topmanagement, also Vor-

wurden diese nicht angenommen. Bei

te es egal sein, ob man physisch im Büro

stand und Bereichsleiter, bis 2019 auf

einer Umfrage stellte sich heraus, dass

ist oder nicht, die Filiale ausgenommen,

35 Prozent zu erhöhen. Ein ambitionier-

die Kurszeiten nicht familienfreundlich

solange ich Qualität liefere und die Auf-

tes Ziel, wenn man bedenkt, dass der-

waren. Darauf haben wir reagiert“, sagt

gaben erledige“, meint Budway. Derzeit

zeit sechs Männer im Vorstand der Erste

CSR-Managerin Ina Pfneiszl. Mittler-

läuft eine interne Umfrage in der Holding

Group Bank AG sitzen, deren Vorstands-

weile wurden 350 Sprachausbildungen

und der Erste Bank Österreich AG, ob alle

verträge bis 2020 laufen. Immerhin gibt

absolviert, die eine Schlüsselqualifika­

Mitarbeiter gleich gefördert werden. Das

es mit den Tschechen Jozef Sikela und

tion

Qualifizierungskur-

heißt, ob auch ältere Arbeitskräfte in den

Petr Bravek zwei Nichtösterreicher im

se sind. Die multikulturellen Facetten

Genuss von Entwicklungsmöglichkeiten

Vorstand, die dahingehend für Diversi-

der Belegschaft nutzt auch die Unicredit

kommen oder ob nur die Karriere der

tät sorgen. Bei der rumänischen Tochter

Bank Austria AG. Die Sprachenvielfalt

jungen Mitarbeiter von Führungskräften

Banca Comerciala Romana ist das The-

der Mitarbeiter wird bewusst eingesetzt,

unterstützt wird.

ma Frauen in Führungspositionen mit

um neue Zielgruppen zu erreichen. „Wie

zwei weiblichen Vorständen und 60 Pro-

viel Geschäft hätte ich nicht, wenn ich

Generationenmanagement

zent Bereichsleiterinnen obsolet, eben-

in der Filiale in Meidling keine türkisch-

Der demografische Wandel macht auch

so wie bei der serbischen Tochter. „Dort

sprachigen Mitarbeiter hätte“, bringt

vor Simacek nicht halt. „Wenn ich Mit-

sind andere Themen wie Generationen

Andreas Hahn, Diversitymanager der

arbeiter länger im Arbeitsprozess hal-

oder Menschen mit Behinderung wich-

Bank, den Erfolgsfaktor auf den Punkt.

ten will, ist die körperliche Gesundheit

tig“, sagt Vera Budway, die für alle sie-

Seit vergangenem Herbst wird auch Be-

wichtig. Eine interne Befragung hat er-

ben Länder der Bankengruppe zuständig

ratung in Gebärdensprache angeboten.

geben, dass diese bei vielen ganz weit

ge Best-Practice-Beispiele.

für

höhere

18


FINANZPLATZ

„Diversität hat auch Grenzen.“ GUNDI WENTNER

gen gibt es auch ökonomische Erfolge. „Die Zufriedenheit der Mitarbeiter und Kunden ist gestiegen, dadurch verbessert sich die finanzielle Performance. Es stärkt die Unternehmenskultur und die Resilienz der Mitarbeiter. Betriebs-

„Stärkt die ­Resilienz der ­Mitarbeiter.“ INA PFNEISZL

wirtschaftlich lassen sich die Erfolge hinten steht. Da müssen wir das Be-

aber nicht immer eins zu eins darstel-

zwei zurück, man braucht einen langen

wusstsein schärfen, etwa durch Wei-

len“, sagt Pfneiszl. Simacek wird jähr-

Atem“, sagt Ina Pfneiszl. Wichtig sei

terbildungsmaßnahmen“, sagt Pfneiszl.

lich auf das Thema Diversitätsmanage-

die Offenheit für kontroverse Diskussi-

Ein anderes Beispiel ist das Familien-

ment auditiert. „Erfahrungsgemäß sin-

onen. Querdenker sind oft lästig, wür-

unternehmen Internorm International,

ken die Ausfallszeiten. Wichtig ist, dass

den aber oft die entscheidenden Impul-

das für ältere Mitarbeiter, die nicht mehr

man familienfreundliche Konzepte ent-

se geben. Gemeinsame Werte wie To-

im Dreischichtbetrieb eingesetzt werden

wickelt“, erklärt Pfneiszl.

leranz, Integration und Wertschätzung müssen definiert und in der Unterneh-

können, ein eigenes Profilcenter mit ergonomischen Arbeitsplätzen und an-

Unternehmenskultur durchleuchten

menskultur sowie in einem Verhaltens-

sprechenden Arbeitszeiten errichtet hat.

Der Weg zu mehr Vielfalt in Unterneh-

kodex verankert werden. Obwohl Di-

Das Ziel lautet, diese Mitarbeiter bis zur

men ist ein steiniger. „Jeder möchte

versität einen breiteren Zugang zu Ta-

Pension im Unternehmen zu halten.

Veränderung, aber keiner will sich ver-

lenten verspricht und für mehr Glaub-

Neben den sozialen, gesellschaft-

ändern. Das geht nicht von heute auf

würdigkeit bei Unternehmen sorgt, ha-

lichen und persönlichen Auswirkun-

morgen. Man geht drei Schritte vor und

ben vielfältige Teams auch ihre Grenzen.

Die EVN verfolgt eine stabile Dividendenpolitik auf Basis solider Ergebnisse. Die aktuelle Dividendenrendite von 4,3 %* kann sich sehen lassen. Unsere wirtschaftliche Performance können Sie auf unserer Website www.investor.evn.at nachlesen und gleichzeitig auch sehen, dass wir unsere ökologische und soziale Verantwortung wahrnehmen.

Energie vernünftiger nutzen.

*Stand per 30.9.2016


FINANZPLATZ

„Jede Gruppe braucht ein gewisses Maß

stand muss es aber vorleben“, sagt Vera

Durch das wachsende Interesse an

an Gemeinsamkeit. Fehlt das, wird Viel-

Budway. In der Erste Group Bank AG ist

dem Thema sind auch Aktionäre viel pin-

falt dysfunktional“, sagt Gundi Wentner.

jeder der sechs Vorstände für ein Diver-

geliger als früher. Fragen nach Nachhal-

Das beginne schon bei Aufsichtsräten.

sitätsthema zuständig. So kümmert sich

tigkeits- und Diversitätsschwerpunkten

Spreche einer kein Deutsch, müssten die

Finanzchef Gernot Mitterndorfer um die

häufen sich, Agenturen versehen ein-

anderen Englisch sprechen. „Das ist für

Agenden der Regenbogengruppe, Risi-

schlägige Konzepte der Unternehmen

manche unbequem“, meint Wentner. Es

ko-Vorstand Willibald Cernko ist fürs

mit Ratings. Wichtig ist die Transparenz.

hilft zwar, Ziele zu definieren. „Der Vor-

„Disability“-Management zuständig.

Und der erste Schritt. n

MANFRED WONDRAK

„DAS BAUCHGEFÜHL HINTERFRAGEN“ MANFRED WONDRAK GESCHÄFTSFÜHRER FACTOR-D DIVERSITY ­ CONSULTING

le Orientierung. Die finden Sie auch in

Ist die Frauenquote von 30 Prozent für Auf­

den Gleichbehandlungsgesetzen.Wobei

sichtsräte der richtige Weg zu mehr Diversi­

Gender und Generationen in puncto Di-

tät? - Es ist eine positive Diskriminierung,

versität die Hauptthemen in Österreich

weil man versucht, die bis dato benach-

sind. Religion und sexuelle Orientierung

teiligte Gruppe zu fördern. Es wird argu-

werden oft tabuisiert. Das führt zu Pro-

mentiert, dass ein eingefahrenes System

duktivitätsverlusten.

manchmal eine Irrita­tion braucht, damit

In den Geschäftsberichten für das Jahr 2017

sich etwas verändert. Dieses Argument

müssen börsennotierte Unternehmen erst­

Inwiefern? – Wenn Sie sich nicht outen

lasse ich gelten. Ich finde die Quote die

mals ihre Diversitätsstrategien darlegen.

können, müssen Sie zwangsweise lü-

zweitbeste Lösung. Sie hat den Nach-

Ist Österreich gut darauf vorbereitet? – Im-

gen. Das behindert nachgewiesenerma-

teil, dass unglaublich viel Widerstand

merhin haben fast alle 20 ATX-Unter-

ßen die Produktivität um bis zu 25 Pro-

von den Männern kommt. Die sagen,

nehmen bereits einen Diversity-Beauf-

zent. Wenn ein Unternehmen alle Mit-

sie brauchen sich nicht mehr bemühen,

tragten. Das ist ein Anfang. Im Vergleich

arbeiter, ohne zu werten, unterstützt

weil sowieso die Frau genommen wird.

zu internationalen Konzernen wie SAP

und fördert und Themen wie sexuelle

Die bessere Lösung ist die volle Transpa-

oder Microsoft, die „Diversity“ strate-

Orientierung Normalität sind, ist man

renz des Auswahlprozesses. Wenn wirk-

gisch verankert haben, liegt Österreich

produktiver.

lich klar wäre, nach welchen Kriterien

aber noch weit zurück. Es gibt viele Zu-

ausgewählt wird, wenn das wirklich öf-

gänge zum Thema Diversität. In Öster-

Mit Diversität wird oft ein gesellschaft­

fentlich gemacht werden muss, würde

reich haben wir überwiegend Skeptiker.

licher Auftrag verbunden oder auch Gut­

das auch helfen.

Die Vielfalt in den Vorstandsetagen ist

menschentum. – Da gibt es mehrere An-

sehr gering, 90 Prozent sind Männer, 80

sätze. Ich vertrete die Sichtweise, dass

Auf der Karriereleiter nach oben stei­

Prozent aus Österreich.

Teams mit unterschiedlichen Perspek-

gen allerdings viele Frauen aus. Oft ist die

tiven innovativer und kreativer sind

Kinderbetreuung der ausschlaggebende

Was ist der Hemmschuh? – Viele sehen

und weitsichtigere Lösungen entwi-

Grund. Wo müssten Unternehmen anset­

das Thema normativ. Es gibt immer

ckeln. Der Markt ist ständig in Bewe-

zen? - Wir brauchen Flexibilität bei Ar-

mehr Richtlinien und Gesetze, insbe-

gung und sehr komplex, da braucht es

beitszeiten und beim Homeoffice. Ant-

sondere die Geschlechtergleichheit be-

Denkweisen im Team und im Unterneh-

worten darauf, wie Männer dazu be-

treffend, Frauen in Führungspositionen

men, die es erlauben, resilienter zu sein

wegt werden können, in Karenz zu ge-

oder auch die verpflichtende Frauen-

und schneller zu reagieren. Dafür sind

hen. Wenn wir es geschafft haben, dass

quote bei Aufsichtsräten. Jene, die sich

unterschiedliche Perspektiven im Un-

30 bis 40 Prozent der Männer länger als

tatsächlich damit beschäftigen, wissen,

ternehmen notwendig. Wenn ich glo-

ein halbes Jahr in Karenz waren, wird

dass es nicht nur das Thema Geschlecht

bal denke und im asiatischen Raum aktiv

das Umdenken beginnen. Derzeit reden

ist, sondern auch Alter, Religion, Behin-

sein möchte, macht es Sinn, Asiaten ins

wir von einem Prozent. Der Papamonat

derung, ethnische Herkunft und sexuel-

Boot zu holen.

wird anerkannt als verlängerter Urlaub,

20


FINANZPLATZ

länger geht es nicht. Die Frau schafft es,

Gibt es Best-Practice-Beispiele von Un­

aus der Hirnforschung. Viele der Bar-

der Mann nicht.

ternehmen? - SAP hat eine Regel einge-

rieren haben damit zu tun, dass wir oft

führt, dass alle Mitarbeiter eine Teilzeit

unbewusst etwas tun, was diametral

Lässt sich Diversität am Geschäftserfolg

in einem Ausmaß von einem Monat bis

gegen das ist, was wir vorgehabt haben.

messen? Lassen sich diese Konzepte mo­

drei Jahren nehmen können und dann

Ich möchte was verändern, mache aber

netarisieren? – Es gibt einige Studien,

wieder auf den alten Platz zurückkom-

genau das Gegenteil. Mitarbeiter wer-

etwa von McKinsey, die sagen, dass Un-

men können. Egal ob das Junge sind, die

den nach Bauchgefühl ausgesucht und

ternehmen mit verschiedenen Nationa-

ein Sabbatical machen wollen oder stu-

befördert.

litäten sowie mehr Frauen in der Füh-

dieren möchten, oder ob das Ältere sind,

rungsebene bessere operative Zahlen

die ihre Partner pflegen müssen. Das ist

Ist das schlecht, wenn man auf das Bauch­

liefern als Unternehmen, die in dieser

ein wunderschönes Beispiel, das für alle

gefühl hört? - Es ist per se nicht schlecht,

Hinsicht weniger vielfältig agieren. Der

Mitarbeiter gilt, bei dem keiner ausge-

aber man muss wissen, dass das Bauch-

Vergleich ist aber nur auf der Metaebene

schlossen ist.

gefühl nur auf meine persönlichen Erfahrungen abzielt. Wenn ich neue Pers-

möglich. Mehr Mitarbeiterzufriedenheit lässt sich messen oder auch die geringe-

Sie machen bei Erste Group Bank AG und

pektiven zulassen will, wird mein Bauch

re Fluktuation. In Euro ist das schwierig

Raiffeisen Bank International AG Diver­

Nein sagen. Weil er das nicht kennt. Er

zu messen. Wenn ich als Bank in Öster-

sity-Trainings mit Schwerpunkt „Uncon­

nimmt das, was ich schon kenne. Daran

reich allerdings türkische und serbische

scious Bias“. Wie kann man diese unbe­

arbeite ich mit eingien Unternehmen.

Kundenberater einsetze, öffnet sich ein

wussten Vorurteile beeinflussen? – „Un-

Wir hinterfragen das Bauchgefühl, ge-

ganz neuer Markt, das lässt sich dann

conscious Bias“-Trainings sind ein neu-

rade bei wichtigen Personalentschei-

monetarisieren.

er Zugang zu dem Thema, das kommt

dungen. n

Entgeltliche Einschaltung

Sprudelnde Gewinne Steigende Nachfrage, sinkendes Angebot – Anlagechance Wasser Infrastrukturentwicklungsplan

regulierten Wasserversorger könnten daher in

aufgelegt. In den westlichen Industrieländern

wachstumsschwachen Zeiten, besonders bei

ist auch Investitionsbedarf entstanden. Auch

regelmäßigen Dividendenausschüttungen, eine

der Klimawandel könnte neue Technologien

interessante Alternative sein. Im Falle eines Auf-

notwendig machen, die wiederum Investitions-

schwungs könnten dann In­frastrukturanbieter

möglichkeiten darstellen können.

für Wachstum sorgen – denn die immer größe-

ehrgeizigen

ANITA FRÜHWALD Country Head Austria & CEE BNP Paribas Investment Partners

re Lücke zwischen Wasserangebot und -nachfraDer Wasserbedarf steigt unaufhörlich, doch

Was bedeutet dies für Anleger

ge macht effektive Lösungen notwendig. All das

Wasser wird weltweit immer knapper. So

Kein Zweifel, der Wassersektor wächst. Wich-

könnte den Anlegern in den P ­ arvest Aqua weite-

wächst die Sorge um die Wassersicherheit und

tig ist dennoch eine kompetente Einzeltitel-

re erfreuliche Erträge bescheren.

-qualität. Investitionen in Wasserinfrastruk-

auswahl nach klaren Kriterien. Um für den

Wie jedes Investment ist der Fonds nicht frei

tur werden nicht zuletzt wegen des Bevölke-

­Parvest Aqua (ISIN: LU1165135523) in Be-

von Risiken wie Marktschwankungen, operati-

rungswachstums und der Industrialisierung der

tracht zu kommen, muss ein Unternehmen min-

onellen Risiken, unterdurchschnittlicher Ent-

Emerging Markets, der dringend erforderlichen

destens 20 Prozent seiner Gewinne oder Um-

wicklung bis hin zum theoretischen Totalver-

Modernisierung der Wasserinfrastruktur in den

sätze im Wassersektor erzielen. Darüber hin-

lust.

Industrieländern und der wachsenden Zahl von

aus muss es hohe Umwelt-, Sozial- und Gover-

Naturkatastrophen notwendig werden. China

nance-Standards erfüllen.

plant mehr Geld zur Bekämpfung der Wasserals der Luftverschmutzung ein. Malaysia und

Wasser ist die Zukunft

Vietnam müssen ebenfalls kräftig in die Was-

Wasser ist eine Zukunftsbranche, und noch dazu

serversorgung investieren, Indien hat einen

eine stark diversifizierte. Die defensiven, stark

KONTAKT BNP Paribas Investment Partners E-Mail: vienna-office@bnpparibas.com Internet: www.bnpparibas-ip.at

Diese Werbemitteilung wurde von BNP Paribas Asset Management S.A.S. (BNP P AM) erstellt. Diese Werbemitteilung dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot oder ­Aufforderung zum Kauf dar. Alleinige Grundlage für eine mögliche Veranlagung sind Verkaufsprospekt und Kundeninformationsdokument. Verkaufsprospekte und Kundeninformations­dokumente in Österreich registrierter und steuerlich transparenter Fonds findet man in Deutsch unter www.bnpparibas-ip.at.


RENDITE

ZAHLEN NACHHALTIGKEIT IN ZAHLEN

37 Fonds der heimischen Investmentgesellschaften t­ ragen das FNG-Gütesiegel. Der „Europäische Transparenz ­Kodex für Nachhaltigkeitsfonds“ von Eurosif wird von 51 österreichischen Publikumsfonds genutzt.

8,6 Prozent

6.702.

beträgt der Anteil der ökologischen und sozialen ­Investments am Gesamtmarkt in Österreich.

Euro schwer ist das Volumen ­aller Das Volumen des Gesamtmarkts

1.077 Prozent mehr an Volumen lagern im Vergleich zu 2015 in den nachhaltigen Fonds der Spängler Iqam Invest. Macquarie Austria ist die einzige Fondsgesellschaft in Österreich, bei der sich das Volumen der grünen Fonds von 2015 auf 2016 verringerte, und zwar um 27 Prozent.

Hinweis: Die FNG-Marktdaten werden an dieser Stelle heuer nicht publiziert. Die Veröffentlichung der Daten hat sich verschoben und findet erst nach Redaktionsschluss statt.

22


RENDITE

Die wichtigsten grünen Zahlen der österreichischen Kapitalanlagegesellschaften. QUELLE: RFU, ÖKOSOZIALES FORUM

66 

27,4 Prozent

nachhaltige Fonds wurden per Ende 2016 in ­Österreich aufgelegt, um drei mehr als im Jahr

beträgt die Quote der nachhaltigen Investments

zuvor. Emittiert wurden diese von 15 Kapital­

der Security KAG am Gesamtvolumen.

anlagegesellschaften.

Auf dem zweiten Platz ist die Spängler Iqam ­Invest mit 7,7 Prozent, Platz drei sichert sich Amundi Austria mit 6,4 Prozent.

000

15

nachhaltigen Publikumsfonds ­­Österreichs. betrug im April 2017 170,4 Milliarden Euro.

von 21 Kapitalanlagesellschaften in Österreich haben nachhaltige Fonds aufgelegt.

25 Prozent beträgt der Marktanteil der Erste Spar­invest

12 Prozent 

KAG in Österreich. Auf Platz zwei folgt die ­Security KAG mit 19 Prozent, die durch die Übernahme des Bankhauses Schelhammer & Schattera AG sechs Fonds dazubekam. Den

ist das Volumen von nachhaltigen Fonds

­dritten Platz ergattert die Raiffeisen KAG

­österreichischer Gesellschaften 2016 über­

mit 18 Prozent.

proportional gewachsen. Der Gesamtmarkt konnte nur um zwei Prozent zulegen. 23


ENERGIE

WER ZAHLT DIE RUNDE?

D

ie Energiewende wird nur gelingen, wenn Haushal-

Dass die auf Ökostrom spezialisierten Marktteilnehmer

te und Industrie ihren Energiehunger in den Griff

mit der aktuellen Förderpolitik unzufrieden sind, überrascht

bekommen. Darin waren sich die Klima- und Ener-

nicht. „Österreich hatte in den letzten Jahren im Bereich der

gieexperten in der „Edition Grün“ von Der Börsianer im Jahr

erneuerbaren Energien eine Vorreiterrolle inne, ist aber ge-

2016 einig. Denn unseren enormen Energiebedarf einfach

rade dabei, diese Rolle wieder abzugeben“, sagt etwa Lukas

auf Ökostrom und Biomasse umzustellen ist praktisch nicht

Stühlinger, Vorstand des Anbieters Oekostrom AG. Restrik­tive

möglich.

Raumordnungen würden zudem den Ausbau der Windkraft behindern. „Deutschland macht vor,

In der Politik und bei den Energie-

bei Haushalten und Betrieben über

„­Erwarten ­langfristig ­deutliche Kosten­ degression.“

den Strompreis. 2017 wird es hier laut

LUKAS STÜHLINGER

versorgern herrscht indessen Uneinigkeit darüber, wie die bereits begonnene Energiewende finanziert werden soll. Derzeit läuft dies in Österreich

dem Wirtschaftsministerium zu einem

wie ein zügiger Ausbau der erneuerbaren Energien auf eine möglichst wirtschaftliche Weise erreicht werden kann“, lobt er hingegen den großen Nachbarn. Noch kritischer formuliert es Michael Richter, Vorstand der Sonneninvest AG: „Österreich sowie rund 100 Länder weltweit

hätten vor zehn Jahren das Erneuerbare-Energien-Gesetz

Rückgang kommen. Demnach wird ein Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden

Deutschlands in ähnlicher Form übernehmen sollen. Öster-

weniger als 100 Euro pro Jahr für die Ökoförderung zahlen.

reich wäre heute bereits zu 100 Prozent erneuerbar im Bereich

2016 waren es noch 120 Euro. Ein entscheidender Faktor sind

Strom.“

hier geringere Kosten für die Ausgleichsenergie bei Verbrauchsschwankungen. Durch bessere Prognosen der Öko-

Politisch nicht gewünscht

strom-Abwicklungsstelle Oemag für die Windenergie wird

So ist die Sonneninvest AG zwar in Wien ansässig, kauft und

hier weniger zugekaufter Strom benötigt. Insgesamt werden

betreibt aber Solarkraftwerke ausschließlich in Deutschland.

rund 790 Millionen Euro 2017 als Förderung fließen.

„Politisch war und ist ein derartiges Gesetz hierzulande nicht

24


Die Kosten der Energiewende in Österreich und Deutschland beschäftigen Politik und Energieversorger. Die Gegner der bisherigen Förderpolitik scheinen sich durchzusetzen. Private sind jetzt am Zug. TEXT THOMAS MÜLLER, BARBARA OTTAWA

© OEKOSTROM AG

Wind. Die Förderungen für erneuerbare Energien stehen in der Kritik.

gewünscht, die Macht der Energieriesen ist zu groß“, ist Rich-

ge für Anschubförderung, um neuen Technologien die nötige

ter überzeugt. Dass nun auch Deutschland die Förderungen

Schwungkraft zu geben“, sagt Wolfgang Anzengruber, Vor-

zurückfährt, zeige, dass die Bundesregierung an einer zügi-

stand der Verbund AG. „Von den laufenden Output-Förderun-

gen Energiewende nicht interessiert sei. Das oft genannte

gen hingegen halte ich wenig, die verzerren nur den Markt.

Kostenargument kann er nicht nachvollziehen: „Ein schnel-

Ein funktionierender Markt regelt sich über das Gegenspiel

ler Umstieg auf erneuerbare Energien ist wesentlich günsti-

von Angebot und Nachfrage selbst.“

ger, als weiter zuzuwarten.“

In Deutschland scheint man das ähnlich zu sehen. Dessen neues Fördersystem setzt primär

Dass die Energiewende ein Kostentreiber sein soll, sei „ein Gerücht, das sich gut hält“, meint auch Michael ­Trcka, Finanzvorstand der WEB Windenergie AG. „Wind und Sonne haben sich zu den günstigsten Technologien zur Stromerzeugung entwickelt. Der aktuell niedrige Strompreis kommt unter

„Von den ­laufenden Out­ put-Förderungen halte ich wenig.“ WOLFGANG ANZENGRUBER

auf die effizienteren Offshore-Windanlagen und auf den Wettbewerb der Anbieter. Wer am wenigsten Förderung benötigt, bekommt den Zuschlag für einen Windpark. Die geringste Förderung ist gar keine Förderung, dachte man sich wohl bei der Energie Baden-Württem-

anderem daher, dass in Deutschland fossile Energie, im Kon-

berg AG (ENBW) und kalkulierte ein Projekt in der Nordsee,

kreten Braunkohle, gestützt wird.“

das komplett ohne Steuergeld auskommen soll. Entsprechend groß war das Medienecho, denn für die erneuerbaren Ener­

Die Krux mit der Förderungen

gien scheint das Zeitalter des freien Marktes anzubrechen.

Kritik an den bisherigen Fördersystemen kommt auch von

Allerdings will die ENBW die 119 geplanten Windanlagen erst

der Verbund AG, einem der zuvor schon als „Energieriesen“

in den 2020er-Jahren bauen und rechnet bis dahin mit tech-

betitelten Unternehmen. Allerdings in entgegengesetzter

nischen Fortschritten und einem Abschalten der deutschen

Zielrichtung. „Ich habe mich immer für Förderung bei For-

Kohlekraftwerke. Unter heutigen Bedingungen wäre das Pro-

schung und Innovation ausgesprochen und in weiterer Fol-

jekt noch nicht rentabel.

25


FINANZPLATZ

Während sich Deutschland und Österreich wieder aus dem

DEKARBONISIERUNG

Investment in die umweltfreundliche Energiezukunft zurück-

WENIGER CO2 IM PORTFOLIO

ziehen, könnten bald neue Akteure auf den Plan treten, die vor nicht langer Zeit noch als verschrobene Idealisten gegolten haben: Private und Unternehmen, die sich eine Solaranlage auf das eigene Dach montieren.

Urbanes Potenzial Die reinen Stromkosten von etwa vier Cent machen nur einen Bruchteil des Endkundenpreises von etwa 25 Cent aus. „Einer eigenen Tarifförderung sollte es dann nicht mehr bedürfen, weil die Fotovoltaikanlagen dadurch wirtschaftlich werden und eine

Dekarbonisierung ist im Moment einer der größten Trends im

Ersparnis von rund 19 Cent pro Kilowattstunde bringen“, er-

Bereich nachhaltige Investitionen. Der Börsianer hat sich ange-

klärt Gerhard Bayer, Energieexperte bei der Österreichischen

sehen, was dahintersteckt. Wie beim wortähnlichen Diätansatz

Gesellschaft für Umwelt und Technik (Ögut). Ein Mehrpar-

„Low Carb“, bei dem weniger Kohlehydrate gegessen werden,

teienhaus in der Stadt kann dadurch bis zu einem Drittel des

müssen auch „Low Carbon“-Investoren darauf achten, nicht zu

Stromverbrauchs der Bewohner selbst erzeugen, rechnet Bayer

verhungern, also noch ausreichend Rendite zu erwirtschaften.

vor. Der Überschuss an sonnigen Tagen kann etwa für 7,9 Cent

Die Idee ist, weniger Investitionen in Unternehmen zu tätigen,

pro Kilowattstunde ins Stromnetz eingespeist werden. „Bei den

die zu viel ihres Umsatzes mit Kohle generieren. „Wir arbei-

Mehrparteienhäusern geht das rechtlich aber erst dann, wenn

ten mit MSCI ESG Research zusammen, wobei die Ertragschan-

die Novelle des Elektrizitätswirtschafts- und -organisations-

cen dabei stets im Vordergrund stehen“, betont VBV-Pensions-

gesetzes demnächst im Parlament beschlossen wird“, so Bay-

kasse-AG-Vorstand Günther Schiendl. Zu Jahresbeginn hat die

er. Die größte Energiequelle in Österreich sei immer noch die

VBV Pensionskasse AG (VBV) ihren größten österreichischen

Energieeffizienz. „Energie ist derzeit so billig, dass die Ener-

Aktienfonds, der rund 40 Prozent des gesamten VBV-Aktien-

giekosten für große Gruppen der Verbraucher kaum ein Anreiz

portfolios ausmacht, vollständig auf einen Low-Carbon-An-

sind, um zu handeln.“ Zudem seien die vorgesehenen Budgets

satz umgestellt. Dabei kam ein neuer Index zum Einsatz, Sek-

zur Förderung der erneuerbaren Energien in Österreich schlicht

toren wurden neu gewichtet und Einzeltitel überprüft. Laut VBV

zu gering, vor allem in Anbetracht der hohen Förderungen der

brachte dies eine CO2-Reduktion im Portfolio von 100.000 Ton-

fossilen Brennstoffe und des Atomstroms in Europa.

nen pro Jahr, was mehr als einer Halbierung entspricht. Die Valida Plus AG hat Ende 2016 begonnen, in einem Teilportfolio den

Wasserstoff kommt

„CO2-Fußabdruck“ zu erheben: „Der relative CO2-Fußabdruck

Um fossiles Gas, Diesel und Heizöl eines Tages endgültig los-

des Aktienteils liegt zum Bilanzstichtag mit 137 Tonnen pro eine

zuwerden, setzen Stromanbieter langfristig auf sogenannte

Million investierter Euro deutlich unter jenem des MSCI World

Windgastechnologie. Dabei wird mit „grünem“ Strom Was-

mit 198 Tonnen“, erläutert Valida-Vorstandsvorsitzender Mar-

serstoff erzeugt und kann in Reinform oder umgewandelt in

tin Sardelic. Ziel sei eine weitere Reduktion.

Methan gelagert werden wie konventionelles Erdgas. Das würde das Speicherproblem beim Strom besser lösen als heutige

Klumpenrisiken

Batterien oder Pumpspeicherkraftwerke. „Zwar sind die Kos-

Christian Böhm, Geschäftsführer bei der APK-Gruppe, ist

ten noch hoch, aber wir erwarten hier langfristig eine deutli-

„skeptisch“ beim Thema Dekarbonisierung (siehe Pro/Kont-

che Kostendegression“, zeigt sich Oekostrom-Vorstand Lukas

ra Seite 80): „Viele Investoren schmeißen große Energiepro-

Stühlinger optimistisch. Bei der Voestalpine AG läuft bereits

duzenten aus dem Portfolio. Stattdessen kaufen sie Banktitel,

ein gemeinsames Pilotprojekt mit der Verbund AG, bei der die

die wiederum Energieproduzenten finanzieren oder themen-

energieintensive Stahlerzeugung auf Windgas umgestellt wer-

fokussierte Fonds. Aber das kann zu Klumpenrisiken führen.“

den soll. Auch die OMV AG, die noch das Wort „Mineralöl“ in

Er ist überzeugt, dass man größere Energiekonzerne, die sich

ihrem Namen trägt, forscht in Sachen Wasserstofftechnologie.

Technologien für die Zukunft überlegen, unterstützen soll-

Offen ist noch die Geschwindigkeit, mit der die klimaschonen-

te: „Man muss sich fragen, ob Innovationen nachhaltig aus-

de Energieversorgung umgesetzt wird. Hier wird es auch auf die

schließlich in kleinen Start-ups geschehen werden oder in gro-

Entscheidungsträger in der Politik und der Wirtschaft ankom-

ßen Firmen, die auch in Zukunft noch am Markt sein wollen.“

men und auf deren Bereitschaft, sich von eingefahrenen Syste-

Für einen völligen Umstieg auf erneuerbare Energien sind

men zu trennen. n

weitere Adaptionen an der Netzinfrastruktur notwendig, be-

26


FINANZPLATZ

„Infrastruktur­ braucht ­Adaptionen.“

„Nur ­aktive ­ limapolitik K ­zugelassen.“

STEFANIE SCHOCK

MARTIN SARDELIC

stätigt Stefanie Schock, ESG-Analystin bei der Erste Asset

klassen. Mit der Unterzeichnung der sogenannten „Montreal

Management. „In Bereichen wie Speichertechnologien und

Pledge“ hat sich die VBV nach der VBV Vorsorgekasse AG und

Smart Grids sehen wir interessante Investitionsmöglichkei-

die Erste Asset Management nun auch verpflichtet, den CO2-

ten.“ Gerade die Batterieproduktion stelle ESG-Investoren vor

Fußabdruck über eine unabhängige externe Agentur in den

ein weiteres Problem: „Die nötigen Rohstoffe werden oft nur

Aktien- und Anleihenportfolios regelmäßig messen zu lassen

unter menschenrechtswidrigen Bedingungen abgebaut“, sagt

und zu darüber zu berichten. „Bei Anleihen ist die Zurech-

Schock. Bei der Erste Asset Management werden aus allen Pu-

nung von Kohlenstoffanalysen auf das Portfolio nicht gänz-

blikumsfonds Unternehmen ausgeschlossen, die mehr als 30

lich sauber darstellbar“, erläutert Schock. Die ökonomische

Prozent ihres Umsatzes mit Kohle generieren.

Verantwortung sei bei Darlehen weniger klar festlegbar. Die Vorsorgekasse Valida Plus AG hat ihre Klimainvestmentstra-

Anleihen nicht ganz sauber

tegie seit Jahresbeginn erweitert: „Nun sind Staaten mit passi-

„Da sind wir sehr streng“, betont Schock. „In den nachhal-

ver Klimapolitik und jegliche Formen der Nuklearenergie aus-

tigen Fonds haben wir die Grenze bei fünf Prozent festgelegt

geschlossen“, so Sardelic. Die APK-Gruppe trägt zur Reduzie-

und schauen uns dann auch die weitere Wertschöpfungsket-

rung des Kohlenstoffausstoßes dadurch bei, dass sie auf ihrem

te, so zum Beispiel die Stromgewinnung, an.“ Der Trend geht

Büro in Linz eine Fotovoltaikanlage montiert hat, die den Ei-

hin zur Ausweitung der „Low Carbon“-Idee auf andere Asset-

genbedarf deckt. n

@@@Es steckt viel@@@ @@@Grün im Gelb.@@@

@@@COC-Neutrale @@@CO2-Neutrale Logistik@@@ Logistik@@@ @@@für unser Klima.@@@ Wir sind uns der Verantwortung gegenüber der Umwelt bewusst. Deshalb setzen wir Maßnahmen, die unseren ökologischen Fußabdruck verringern. Wir haben die größte E-Fahrzeugflotte Österreichs, konsumieren „grünen“ Strom, produzieren mit zwei Photovoltaikanlagen auch selbst Energie und kompensieren alle anfallenden CO 2 Emissionen. Darum sind wir das einzige Logistikunternehmen, das alle Sendungen in Österreich CO 2 -neutral zustellen kann. Wenn’s wirklich wichtig ist, dann lieber mit der Post.

www.post.at/co2neutral


RENDITE

RENDITE VERANLAGUNG 34 %

EURO STOXX 40 SUSTAINABILITY (EUR) EURO STOXX 50 (EUR)

32 %

ÖSTERREICH (VONIX)

VONIX (AUSTRIA) SUSTAINABILITY INDEX (EUR)

30 %

ATX AUSTRIAN TRADED INDEX (EUR)

28 % 26 % 24 % 22 %

EUROPA (STOXX 50)

20 % 18 % 16 % 14 % 12 % 10 % 8%

EUROPA (STOXX 40 SUST.)

6% 4% 2% 0%

ÖSTERREICH (ATX)

–2 % –4 % –6 % –8 %

MAI (16)

JUN.

JUL.

AUG.

SEP.

OKT.

NOV.

DEZ.

JÄN. (17)

FEB.

MÄR.

APR.

INDIZESVERGLEICH VERGLEICH VON KLASSISCHEN MIT NACHHALTIGEN INDIZES (1 J %) Indizes ATX (Wien)

ISIN

Kurs

1J %

Indizes

ISIN

Kurs

1J %

AT0000999982 2962,47 26,39%

VÖNIX (Wien)

AT0000496906 1124,53 30,05%

DAXGLOBAL SARASIN (Frankfurt)

DE000A0QY139 2975,3 8,53%

SXI Sustainability 25 (Zürich)

CH0235574404 224,03 14,00%

DAX (Frankfurt)

DE0008469008

12443,79 20,57%

SMI (Zürich)

CH0009980894

8844,78 9,20%

EURO STOXX 50 (Europa)

EU0009658186

381,63 15,03%

DJIA (New York)

US2605661048

20981,33 17,67%

DJ Global Index (Welt)

XC0006975012

352,62 12,66%

EURO STOXX 40 Sustainability (Eur.) CH0022259680 1477,16 15,63% DJ Sustainability (New York) DJ Sustainability World (Welt)

n. a. 173,57 14,97% XC0009673986 1341,03 13,89%

WIEN PROFITIERT VON OSTEUROPA-TANGENTE KOLUMNE

Die vermutete Konsolidierung trat zu Aprilbeginn ein, das Wetter blieb kalt, an den Börsen lief es sehr heiß. Die Reaktion der Märkte auf die Vorwahlergebnisse in Frankreich beleuchtet exakt das aktuelle Momentum: Die ökonomische positive Entwicklung in Euroland ist an vielen Investoren vorbeigelaufen. Sie sind nicht oder nur gering investiert, und die Alternativen zu einem fundamental getragenen Aktieninvestment in

WOLFGANG MATEJKA Geschäftsführer Matejka & ­Partner Asset Management

Euroland sind kaum noch vorhanden. Investments in Österreich liegen daher voll im Trend. Die heimischen Unternehmen haben gute Gewinnentwicklungen präsentiert, auch wirkt die immer stärker sichtbar werdende ökonomische Erholung Osteuropas auf die Begehrlichkeiten internationaler Anleger ein. Der Ausblick auf das zweite Quartal ist daher grundsätzlich positiv, auch weil sich die politischen Parameter bereits risikogewichtet präsentieren und abschätzbarer werden. EU-Skepsis ist gut, aber damit leben will auch niemand nach dem Brexit. Genauso ist die Türkei in ihrer EU-Polemik beherrschbarer geworden. Was noch fehlt, ist ein klares „Outcome“ zur Bankensituation in Italien und ein konstruktiverer Umgang mit Russland. In Verbindung mit einer steigenden Profitabilität der europäischen Unternehmen bildet sich zusätzlich ein Bewertungsspektrum aus, das keine Aufwertung der Börsen ableiten lässt, sondern den aktuellen, historisch durchaus tiefen Bewertungslevel bewahrt. Die europäischen Börsen und hier vor allem Österreich werden daher an den Wachstumsperspektiven gemessen. Der heimische Markt müsste durch die Osteuropa-Tangente von dieser Entwicklung noch stärker profitieren.

28


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RENDITE

ETHISCH Die Nachfrage nach nachhaltigen ­Investments steigt. Der Börsianer wollte von drei Fondsmanagern mit

O

bwohl es immer noch Zweifler gibt, die ethische und nachhaltige Investments als simplen Modetrend abtun, ist „Social Responsible Investing“ ein starker

Wachstumsmarkt. Investments, die ESG-Kriterien aus Um-

welt, Sozialem und Unternehmensführung berücksichtigen,

­Schwerpunkt SRI wissen, welche

erreichten 2016 laut einer Befragung von State Street Global

­Positionen, Strategien und

Advisers weltweit ein Volumen von 22,89 Billionen US-Dollar.

Ziele sie verfolgen. TEXT INGRID KRAWARIK Christian Scherrer Fondsmanager LGT Capital Partners LGT Sustainable Equity Fund Global (ISIN LI0106892966)

Welche Anlagestrategien verfolgen Sie? – Der Fonds hat ein aktives, globales, sehr konzentriertes Aktienportfolio, das aus 40 bis 70 Einzeltiteln besteht. Es ist für Anleger gedacht, die nicht nur eine finanzielle Rendite anstreben, sondern auch langfristig zur Verbesserung des menschlichen Wohlergehens beitragen wollen. Wir streben einen optimalen Mix in Bezug auf Marktkapitalisierung an und halten etwa 15 bis 35 Prozent Mid Caps. Nach welchen Kriterien erfolgt die Auswahl der Titel für das Portfo­ lio? – Wir kombinieren die Analyse von klassischen Fundamentaldaten mit der von Nachhaltigkeitskriterien. Für die Auswahl der Einzeltitel sind neben den ESG- auch Kriterien wichtig wie die Marktpositionierung das Unternehmens, ob es eine Nische besetzt, welche Wachstumschancen und Innovationskraft es hat. Die Bewertung positiver ESG-Faktoren sowie die Analyse kontroverser Aspekte hilft, Risiken umfassender zu erkennen. Unter welchen Umständen stoßen Sie Investments ab? – Unternehmen, die mehr als fünf Prozent ihres Umsatzes mit Waffen, Tabak, Glücksspiel, Pornografie oder Atomstrom erzielen oder in Fällen von Kinderarbeit verwickelt sind, sind ausgeschlossen. Bei einem bestehenden Investment kann eine Kontroverse zum Ausschluss führen. Zum Beispiel ein Fall von Kinderarbeit. Natürlich schließen wir auch Aktien aus, die fundamental nicht mehr attraktiv sind. Welche Renditeziele verfolgen Sie oder mit welcher Benchmark messen Sie sich? – Wir messen uns mit dem MSCI Welt und wollen diesen übertreffen.

30


RENDITE

KORREKT Das ist ein Plus von 25 Prozent im Vergleich zu 2014 und macht

nachhaltigen Investments hauptsächlich mit Ausschlusskri-

etwa ein Viertel des weltweit verwalteten Investmentvolu-

terien gearbeitet. Laut der „European SRI Study 2016“ sind in

mens aus. 68 Prozent der Befragten gaben an, dass durch die

Österreich 52,2 Milliarden Euro in nachhaltigen Strategien in-

verfolgten ESG-Strategien deutlich bessere Renditen abfallen.

vestiert. Ende 2016 waren in Österreich 6,7 Milliarden Euro in

Den stärksten Wachstumsschub mit 120 Prozent plus seit 2013

66 nachhaltigen Investmentfonds investiert. Der Börsianer hat

verzeichnet „Impact Investing“, bei dem neben der Rendite

deshalb bei drei Fondsmanagern nachgefragt, nach welchen

auch das soziale Gewissen beruhigt wird. In Österreich wird bei

Kriterien sie das angelegte Kapital investieren. n

Martin Schnedlitz Fondsmanager Capital Bank Superior 4 - Ethik Aktien (ISIN AT0000A07HU)

Pieter Busscher Fondsmanager Robecosam RobecoSAM Smart Materials (ISIN LU0175575991)

Welche Anlagestrategien verfolgen Sie? – Die oberste Prämisse

Welche Anlagestrategien verfolgen Sie? – Wir investieren in die

ist die Einhaltung unserer ethisch-nachhaltigen Kriterien. Die

Lösungsanbieter für die globale Herausforderung der Ressour-

Unternehmen müssen eine positive fundamentale Entwick-

cenknappheit und -verschwendung. Die Anlagestrategie fo-

lung aufweisen, die auch von anderen Marktteilnehmern zu-

kussiert auf innovative Materialien sowie Technologien für eine

nehmend wahrgenommen wird. Bei der endgültigen Portfo-

effizientere Rohstoffnutzung. Wir haben auch ein IT-Exposure

liokonstruktion achten wir sehr darauf, ein möglichst markt-

– dieses stammt aus dem Anlagebereich „Automatisierung und

konformes Portfolio ohne sektorale oder geografische Wetten

Robotik“. Der Bereich sorgt für disruptive Ressourceneffizienz-

zu erstellen. Unseren Mehrwert suchen wir allein in der Titel-

steigerungen bei Produktionsprozessen.

selektion. Nach welchen Kriterien erfolgt die Auswahl der Titel für das Portfo­ Nach welchen Kriterien erfolgt die Auswahl der Titel für das Portfo­

lio? – Das Anlageuniversum umfasst Unternehmen, die auf dem

lio? – Die Titelauswahl erfolgt anhand eines durch quantitative

Gebiet der Substitutionsmaterialien tätig sind oder Effizienz-

Methodik unterstützten fundamentalen Investmentansatzes.

steigerungen ermöglichen, sodass mit weniger Rohstoffen mehr

Hier ist vor allem die finanzielle Stabilität des Unternehmens

Output erreicht wird. Rund 380 Firmen profitieren von diesen

von großer Bedeutung sowie eine attraktive Bewertung. Heran-

strukturellen Wachstumstrends. Innerhalb dieses Universums

gezogen werden klassische Finanz- und Bewertungskennzah-

in Absprache mit unseren Analysten – und unserem strikten

len sowie Aspekte der „Behavioral Finance“.

Anlageprozess folgend – bauen wir Positionen auf, wenn die Bewertung attraktiv und das Wachstumspotenzial intakt ist.

Unter welchen Umständen stoßen Sie Investments ab? – Vorrangig ist die Einhaltung der ethischen Rahmenbedingungen. Liegt

Unter welchen Umständen stoßen Sie Investments ab? – Wenn

hier ein bekannter Verstoß vor, wird das Unternehmen aus dem

unsere Preiserwartungen erfüllt wurden oder wenn wir sehen,

Fonds genommen. Das Portfolio wird aber auch in Bezug auf

dass unsere Erwartungen mittelfristig nicht erreichbar sind.

die bereits oben angesprochenen Kriterien laufend überwacht. Sollte hier ein Unternehmen den Ansprüchen nicht mehr genü-

Welche Renditeziele verfolgen Sie oder mit welcher Benchmark

gen, wird es ebenso getauscht.

messen Sie sich? – Wir zielen auf eine Outperformance von drei bis fünf Prozent per annum gegenüber dem MSCI World – über

Welche Renditeziele verfolgen Sie und mit welcher Benchmark

einen Marktzyklus hinweg. Unsere Universumsdefinierungs-

messen Sie sich? – Wir verfolgen das Ziel, den globalen Aktien-

sowie Stockpickingqualität vergleicht man am besten mit dem

markt langfristig zu übertreffen.

MSCI Materials Index TRN.

31


KLIMA

ERDERWÄRMUNG

INVESTIEREN IN DEN KLIMASCHUTZ

1.

2.

3.

MARKTUMFELD

VERANLAGUNG

INTERVIEW

Das Pariser Abkommen COP21 sieht weltweit die vollständige Reduktion der Treibhausgasemissionen zwischen 2045 und 2060 vor. Von Experten wird deshalb eine konsequente Energiewende gefordert. Die Herausforderungen sind enorm.

Das Thema Klimawandel ist bei Fonds und Anleihen angekommen. Die Renditen sind solid. Ähnlich wie beim Einkauf lohnt sich ein Blick auf die Zusammenstellung der Investments. Klimaund Umweltschutz wird vielfach unterschiedlich ausgelegt.

Klimamaßnahmen sollte man nicht nur von der Kostenseite betrachten. Frühzeitig umgesetzt, können sie auch Risiken für das Finanzsystem minimieren, sagt Irene Monasterolo, Wissenschaftlerin an der Wirtschaftsuniversität Wien.

→ SEITE 34

→ SEITE 36

→ SEITE 38


Energiewende. Die Erderwärmung lässt Eisberge schmelzen. Energie muss effizienter genutzt werden.

Die Folgen der Umweltausbeutung werden weltweit immer sichtbarer, von schmelzenden Polarkappen bis hin zu verdorrten Landstrichen und zum steigenden ­Meeresspiegel. Je länger mit der Finanzierung von Gegenmaßnahmen gewartet wird, desto kostspieliger wird letztendlich der Klimawandel werden.

© DIETMAR DENGER/LAIF/PICTUREDESK

TEXT RAJA KORINEK


RENDITE

DIE LUFT WIRD DÜNNER Xxx. Xxxx Protest. Weltweit marschierten die Menschen wie hier in Wien am 27. April 2017 gegen den Klimawandel.

D

eutlicher kann man sein Anlie-

Treibhausgasemissionen rund um den

damit nur knapp über dem Meeresspie-

gen wohl kaum kundtun. Ende

Globus zwischen 2045 und 2060 auf null

gel - inzwischen eine denkbar schlechte

April

gesenkt werden.

Ausgangslage. Die Stadt müsse vermut-

2017

gingen

tausende

lich noch in diesem Jahrhundert geräumt

Menschen in mehr als 300 Städten tanzend und singend auf die Straßen, um

Die Regierungen reagieren

werden, verweist Kromp-Kolb auf die

sich am People’s Climate March zu be-

Erste – ernsthafte - Ansätze gibt es be-

Auswirkungen.

teiligen. Initiiert wurde das weltweite

reits. In China möchte man die Umwelt-

Bleibt noch die Frage nach den Verur-

Ereignis in den USA von einer Reihe von

verschmutzung inzwischen zügig ange-

sachern. Zu deren wesentlichsten zäh-

Umweltschützern, um gegen den vor-

hen, allein schon um den sozialen Frie-

le laut der Boku-Wissenschaftlerin der

anschreitenden Klimawandel zu mar-

den zu erhalten, wie Irene Monasterolo

Verkehr, aber auch die Industrie. Oben-

schieren. Laut Demonstranten werde

meint. Sie ist wissenschaftliche Mitar-

drein spielt die Entwaldung eine große

die Veränderung von der Politik näm-

beiterin an der Wirtschaftsuniversität

Rolle. Sie wird kräftig forciert, etwa um

lich nicht ernst genommen – und das

Wien und geht im Interview auf die öko-

neue Anbauflächen für Soja zu schaffen,

trotz des Pariser Abkommens, auch als

nomischen Auswirkungen des Klima-

bekrittelt Kromp-Kolb die Entwicklung.

COP21 bekannt.

wandels ein (siehe Seite 38).

Keine Maßnahmen zu setzen hat jeden-

Genauer gesagt fand Ende Dezember

Die grünen Maßnahmen sind wichti-

falls einen wachsenden Preis. Allein in

2015 die 21. Klimakonferenz der Ver-

ger denn je. Die weltweite Erderwärmung

Österreich ist die sogenannte „Cost of In-

einten Nationen und zugleich das elf-

hinterlässt immer tiefere Spuren. Darauf

action“, wie es im englischen Fachjargon

te Treffen im Zuge des Kioto-Protokolls

verweist etwa Helga Kromp-Kolb, Pro-

heißt, am Steigen.

in Paris statt. Der Beschluss, der daraus

fessorin an der Universität für Bodenkul-

folgte, ist ambitioniert: Er sieht eine

tur Wien (Boku) und langjährige Klima-

Kostspieliger Klimawandel

Begrenzung der globalen Erwärmung

forscherin. Als ein Beispiel hebt sie den

Diese Kosten hat Karl Steininger, Mitglied

auf unter zwei Grad Celsius vor, mög-

steigenden Meeresspiegel hervor. Die-

der Leitung des Wegener Zentrums für

lichst auf 1,5 Grad Celsius im Vergleich

ser bedroht mittlerweile ganze Metropo-

Klima und Globalen Wandel der Univer-

zu vorindustriellen Niveaus. Um das zu

len wie etwa Alexandria. Die zweitgröß-

sität Graz, gemeinsam mit einer Gruppe

erreichen, müssen unter anderem die

te Stadt Ägyptens liegt am Nildelta und

an Forschern berechnet. Benannt wur-

34


RENDITE

Dichte Dunstglocken, schmelzende Polarkappen

die quantifizierbaren Gesamtschäden –

ten Investitionen auf 55 Millionen Euro.

von der Land- und Forstwirtschaft bis hin

Nicht ohne Grund meint Dieter Drexel,

zum Tourismus – jährlich im Schnitt bei

Umweltexperte der Industriellenvereini-

2,1 bis 4,2 Milliarden Euro liegen.

gung: „Wenn wir uns als Standort in ei-

Die notwendigen Maßnahmen sind

nem internationalen Gleichklang bewe-

für Reinhold Christian, Vorsitzender der

gen, werden die Kosten andere sein, als

Umwelt Management Austria, evident:

wenn wir alle Technologien und Maß-

„Die Begrenzung des Klimawandels er-

nahmen als Vorreiter zu entwickeln ha-

fordert eine Dekarbonisierung (Seite

ben.“ Gleichzeitig gelte es als entwickel-

26) unseres Energie- und Wirtschafts-

te Volkswirtschaft dennoch, einen sub­

Die Kosten des Klima­

systems.“ Weshalb der Umweltexperte

stanziellen Beitrag zu leisten, das globale

wandels steigen rasant.

eine konsequente Energiewende fordert.

Energiesystem ein Stück weiter in Rich-

„Neben rechtlichen Regelungen müssen

tung Dekarbonisierung zu entwickeln,

dafür attraktive finanzielle Anreize ge-

so Drexel. Womit es die Gratwanderung

setzt werden“, betont Christian, gibt sich

zwischen Wirtschaft und Wandel noch

aber auch ein wenig skeptisch. Denn der

länger zu meistern gilt.

und schrumpfende ­Urwälder sind längst die erschreckenden Bilder eines globalen Alltags.

TEXT RAJA KORINEK

Prozess zur Energie- und Klimastrate-

© SYSTEM CHANGE

gie Österreichs, der derzeit von der Bun-

% MEINE RENDITE

desregierung gerade ausgearbeitet wer-

Obwohl die Auswirkungen des globalen

de, lege die Vermutung nahe, „dass es

Klimawandels evidenter werden, nimmt

nicht zu den erforderlichen signifikanten

die internationale Politik laut Umwelt-

Emissionsreduktionen kommen wird“.

schützern die Entwicklung nicht ernst

Dabei hat dieser Aspekt ohnedies zwei

genug. Allen voran müsse man die Erder-

Seiten. Denn auch der Klimaschutz hat

wärmung massiv einbremsen, um gewis-

seine Kosten. Auf sie verweist die Voe-

se drastische Entwicklungen wie den An-

de die Studie „Cost of Inaction: Assessing

stalpine AG. In den vergangenen zehn

stieg des Meeresspiegels zu stoppen. Das

the costs of climate change for Austria“.

Jahren hat der Konzern mehr als zwei

versucht man mit dem Pariser Abkom-

Die wetter- und klimabedingten Schäden

Milliarden Euro im Umweltbereich auf-

men COP21 zu erreichen. Bei Nichtstun

belaufen sich dabei auf jährlich rund eine

gewendet. Im Geschäftsjahr 2015/16 be-

könnten die Kosten jene Ausgaben weit

Milliarde Euro im Schnitt. Passiert nichts,

liefen sich die laufenden Betriebsaus-

übersteigen, die man für den Klimaschutz

ist der Anstieg beachtlich. Dann dürften

gaben für Umweltschutzanlagen auf

aufwenden muss. Auch wenn diese laut

laut Studie allein zwischen 2016 und 2045

237 Millionen Euro, die umweltrelevan-

Industrie einen hohen Preis haben. n


RENDITE

© LENZING AG

WENN KAPRIOLEN KOHLE BRINGEN Investment. Die Lenzing AG produziert aus Holz die Faser Viskose und gehört zu den Favoriten in Klimafonds.

Anleger können sich mit ihrem Vermögen gegen den voranschreitenden Klimawandel an der Börse einsetzen. Das Angebot an Investmentfonds legt stetig zu. TEXT RAJA KORINEK

O

ft sind es bloß die kleinen Schrit-

tiert in Unternehmen, die im Bereich

reich erzielen. Zu den größten Positionen

te, die eine Veränderung bewir-

der Ressourceneffizienz und des Um-

zählt dabei die Lenzing AG (siehe Seite

ken können - auch beim Klima-

weltschutzes tätig sind. Herausforde-

14), heimischer Hersteller von Spezialfa-

wandel. Selbst die globale Finanzwelt

rungen gebe es für sie laut Fondsma-

sern aus Zellulose. „Der Konzern hat ei-

legt längst ihr Augenmerk auf die Um-

nager John Foster genügend, etwa die

nen geringeren Wasser- und Chemieein-

welttätigkeiten einzelner Unternehmen.

wachsende Weltbevölkerung bis hin zur

satz als die Baumwollproduktion“, sagt

Das gemeinsame Ziel lautet bei ökolo-

voranschreitenden Urbanisierung und

Foster. Clean Harbors, eine weitere grö-

gisch ausgerichteten Fonds freilich klar,

den Verbrauch begrenzter Rohstoffe.

ßere Position, ist ein kleinkapitalisiertes

Konzerne zu finden, die schonend mit

Selbst die Landwirtschaft werde zu ei-

US-Unternehmen, das sich auf die Müll­

der Umwelt und dem Klima umgehen.

nem ernsthaften Thema. „In den kom-

entsorgung spezialisiert hat. In den ver-

Ein Blick auf die Topperformer lohnt

menden Dekaden muss die Lebensmit-

gangenen zehn Jahren lag die Wertent-

sich, auch wenn die Wertentwicklung

telproduktion um gut 70 Prozent gestei-

wicklungen der Privatanlegertranche bei

etwa jener von globalen Aktien ein we-

gert werden, um die Menschheit zu er-

knapp vier Prozent per annum.

nig hinterherhinkt.

nähren.“

Der Parvest Climate Impact Fund

Investiert wird aber nur in kleine und

Nur die Branchenbesten

Privatanleger,

mittelgroße Unternehmen, die mehr als

Ähnlich der Ansatz beim Invesco Um-

LU0406803147 für Großanleger) inves-

50 Prozent des Umsatzes im Umweltbe-

welt-

(LU0406802339

für

36

und

Nachhaltigkeitsfonds


RENDITE

(DE0008470477).

Entwick-

und das eingesammelte Kapital in Geld-

mance der vergangenen zehn Jahre er-

Die

Fondsperfor-

lungen sind dabei recht unterschied-

marktanlagen investieren. Bromann:

reichte pro Jahr rund 3,5 Prozent. Wo-

lich. Während Nischentechnologien wie

„Somit gibt es praktisch kein Emitten-

bei der Fokus auf Unternehmen liegt,

LED-Leuchten zunehmend an Markt-

tenrisiko, falls eine Versicherung pleite-

die einen Beitrag zum Umweltschutz

anteil gewinnen, gibt sich Thomas über

geht.“ Das Geld liegt ja bei den Zweck-

erbringen und zugleich auch stren-

die schleppende Veränderung im Trans-

gesellschaften.

ge

erfül-

portsektor enttäuscht. Das dürfte sich

Auch richtet sich die Verzinsung

len, erklärt Fondsmanagerin Manuela

aber in den kommenden Jahren än-

großteils nach den Risiken, die anhand

von Ditfurth. Selektiert wird nach dem

dern, „da allein Elektroautos zuneh-

mathematischer

Best-in-Class-Prinzip.

kom-

mend leistbarer werden“. Im Fonds zäh-

werden. Die Notenbankaktivitäten ha-

men nur jene Unternehmen infrage,

len A. O. Smith, Windhersteller Vestas

ben im Gegensatz zum Wetter einen

die punkto Umwelt, Soziales und Un-

aus Dänemark und der UK-Lebensmit-

geringen Einfluss. „Es wird abwechs-

ternehmensführung in ihren Bran-

telhersteller Cranswick zu den größten

lungsreicher, und das ist für den Cat-

chen führend sind. „Man beschränkt

Fondspositionen. Erzielt wurde in den

Bond-Markt sehr positiv“, sagt Bro-

sich nicht auf klassische Nachhaltig-

vergangenen zehn Jahren ein jährlicher

mann. Denn dann steige der Bedarf an

keitsbranchen wie erneuerbare Energi-

Wertzuwachs von 2,4 Prozent.

Rückversicherungen. In den vergange-

Nachhaltigkeitskriterien

Damit

Recyclingtechnologien.

Die

en und Umwelttechnologie.“ Ein Blick

Formeln

berechnet

nen fünf Jahren legte der Fonds jährlich

auf die größten Positionen liest sich wie

Renditen mit Kapriolen

ein Who’s who aus der Riege etablierter

Direkt auf die Kapriolen kann man an-

Blue Chips, etwa mit Citigroup, Bank of

hand sogenannter Cat-Bonds setzen.

% MEINE RENDITE

America und Glaxosmithkline. Gegen-

Mit Katastrophenanleihen rückversi-

Während Konsumenten schon lange

wind könnte aber unmittelbar von der

chern

Versicherungsunterneh-

beim Einkauf ihren Beitrag gegen den

US-Regierung mit dem angekündigten

men gegen Zahlungen, die sie nach Um-

Klimawandel beitragen können, gibt

Rückzug aus dem Klimaschutz kom-

weltkatastrophen wie schweren Torna-

es inzwischen auch für Anleger immer

men, blickt die Invesco-Expertin etwas

dos oder Wirbelstürmen an Geschädig-

mehr Möglichkeiten. So gibt es eine Rei-

vorsichtig in die Zukunft.

te zu leisen haben, präzisiert Karsten

he an Investmentfonds, die Unterneh-

Bromann, Chief Risk Officer bei Soli-

men selektiv nach entsprechenden Um-

Privatanleger,

dum Partners, Manager des Solidum Cat

weltkriterien auswählen. Trotz des ge-

LU1074971612 für Großanleger) ist für

Bond Funds (LI0049587301). Allerdings

meinsamen Ziels des Umwelt- und Kli-

Fondsmanager Charlie Thomas direkt

werden diese Wertpapiere nicht direkt

maschutzes sind die Ansätze doch recht

der Klimawandel ein wesentliches The-

von den Assekuranzen emittiert. Statt-

unterschiedlich, ein genauer Blick auf

ma. Aber auch die Wasser- und Ener-

dessen gründen sie eigene Zweckgesell-

den Inhalt lohnt sich wie auch sonst ge-

gieeffizienz spielen eine Rolle wie auch

schaften, die diese Anleihen begeben

nerell beim Einkauf. n

Im Jupiter Global Ecology Growth (LU0231118026

für

sich

AUT DE

AUT

AUT

FR

AUT DE

IT

AUT

AUT

CAN

DE

DE

CZ

FR

DE

INVESTIEREN IN

WINDENERGIE DE

FR

FR

IT

FR

IT

CAN

IT

CAN

CZ

CZ

um rund drei Prozent zu.


RENDITE

IRENE MONASTEROLO

©BEIGESTELLT

„KLIMAMASSNAHMEN NICHT NUR VON DEN KOSTEN BETRACHTEN“ Stresstest. Die Expertin testet ­Anlageportfolios auf Klimarisiken.

Klimaschutz muss nicht unbedingt ein Verzicht auf Renditechancen bedeuten, meint Irene Monasterolo, Wissenschaftlerin der Wirtschaftsuniversität Wien. Handlungsbedarf sieht sie vor allem bei Pensionsfonds. TEXT RAJA KORINEK Frau Monasterolo, Sie haben gemeinsam

Carney, Gouverneur der Bank of Eng-

den, umweltfreundliche Finanzierungen

mit internationalen Kollegen an der Wirt­

land, in einer Rede auf die Risiken durch

gezielt zu fördern. So könnte es seitens

schaftsuniversität Wien einen Klimastress­

den Klimawandel auf Versicherungs-

der Zentralbanken zum Beispiel neue

test entwickelt, mit dem die Risiken auf­

konzerne aufmerksam gemacht.

Vorgaben für Wertpapierkollaterale zur

grund klimapolitischer Maßnahmen auf die

Hinterlegung geben, die dabei auf soge-

Anlegerportfolios, genauer gesagt auf de­

Weshalb kommt ein Weckruf ausgerechnet

ren Aktienbestände, bewertet werden kön­

von einem Notenbanker? Wie lässt sich da

nen. Wozu der Test? – Der Klimawandel

der Bogen etwa zu den Aufgaben einer Zen­

Im Test betrachteten Sie fünf Bereiche,

hat Auswirkungen auf die Gesellschaft

tralbank spannen? – Nach der Finanzkri-

die von klimapolitischen Maßnahmen am

sowie auf unser weltweites Ökosystem.

se von 2008 sah man deutlich, wie rasch

meisten betroffen sein könnten. Dazu zäh­

Er kann das Finanzsystem ebenso nega-

Zentralbanken eine Menge Liquidität

len nebst dem fossilen Brennstoffsektor

tiv beeinflussen. Und das wird auch von

mobilisieren konnten. Und genau hier

etwa der Immobilien- sowie der Transport­

der internationalen Finanzcommunity

lässt sich der Bogen zur Nachhaltigkeit

sektor und energieintensive Wirtschaftsbe­

zunehmend wahrgenommen. Allein im

sehr gut spannen. Schließlich könnte die

reiche. Welche Finanzmarktteilnehmer sind

Jahr 2015 hat beispielsweise Mark Joseph

Geldpolitik ja auch dazu eingesetzt wer-

dabei am exponiertesten? – Dazu lässt sich

38

nannte Green Bonds abzielen.


RENDITE

sagen, dass Pensionsfonds mit ihren Ak-

Macht Ihre Studie dennoch Sinn, wenn

te Klimamaßnahmen nicht nur von ei-

tienportfolios mittels Direktinvestments

in Teilen der Welt der Umweltschutz eine

ner Kostenseite betrachten. Denn wenn

oder Investmentfonds exponierter sind

weniger wichtige Rolle spielt? In China

sie frühzeitig umgesetzt werden, kön-

als etwa Banken oder Versicherungen.

hat die Umweltverschmutzung ein sehr

nen beispielsweise auch die Risiken für

Und zwar sowohl im fossilen Brennstoff-

hohes Ausmaß erreicht, in den USA scheint

das Finanzsystem minimiert werden.

sektor als auch durch Aktieninvestments

die neue Regierung weniger ambitioniert

Das heißt, jene Anleger und Sektoren,

in einer der vier anderen Sektoren. Un-

vorzugehen. – Tatsächlich zählt China

die rechtzeitig Klimaschutzmaßnah-

term Strich sind durchschnittlich 45 Pro-

nebst den USA zu jenen Ländern mit

men umsetzen, werden davon letzt-

zent der Aktienportfolios von Pensions-

den größten Emissionen. Allerdings

endlich reichlich profitieren können.

fonds möglichen Risiken durch die Im-

unternimmt das Land inzwischen gro-

Tatsächlich haben wir in unserer Studie

plementierung von Klimamaßnahmen

ße Schritte, um den Ausstoß zu senken,

auch berücksichtigt, dass zum Beispiel

ausgesetzt.

was teilweise auch auf den wachsenden

Versorger inzwischen weg von Kohle

Druck der Bevölkerung zurückzuführen

hin zu erneuerbaren Energien investie-

Welche Branchen könnten konkret am meis­

ist. Es gibt zudem große Investition in

ren oder Automobilhersteller mittler-

ten von Maßnahmen gegen den Klimawan­

erneuerbare Energien sowohl im Inland

weile auch auf Elektroautos setzen.

del betroffen sein? - Da gibt es freilich

als auch in anderen Schwellenländern.

zahlreiche. Aber allein im Bereich der

Obendrein ist China der größte Emit-

% MEINE RENDITE

energieintensiven

Wirtschaftsbereiche

tent von sogenannten Green Bonds, ein

Bei einem Aktieninvestment sollten

könnte man beispielsweise die Stahl-

boomendes Finanzinstrument seit ei-

Anleger inzwischen auch mögliche kli-

produktion sowie die Zementherstellung

nigen Jahren. Im Gegensatz dazu könn-

mapolitische Maßnahmen in Betracht

hervorheben. Denn hier werden bei der

te die neue US-Regierung womöglich

ziehen. Denn die Umsetzung neuer

Produktion eine Menge Emissionen frei-

eine andere Richtung im Bereich des

Auflagen kann zusätzliche Kosten für

gesetzt.

Umweltschutzes einschlagen. Immer-

Unternehmen verursachen. Dabei hat

hin wurde unter dem Vorgänger Ba-

Irene Monasterolo von der Wirtschafts-

Manche Anleger meinen aber, mit nach­

rack Obama beispielsweise der „Clean

universität Wien gemeinsam mit in-

haltigen Investments auf Renditechancen

­Power Act“ ins Leben gerufen und der

ternationalen Kollegen einen Klima­

zu verzichten. Könnte das ein Grund für den

Stellenwert der Umweltschutzbehörde

stress­test entwickelt, mit dessen Hil-

hohen Anteil von weniger klimafreundlichen

gestärkt.

fe die Klimarisiken auf Anlegerportfo-

Investments sein? - Hier sollte man ganz

lios bewertet werden können. Wie sich

grundsätzlich festhalten, dass es kei-

Was ist die teuerste Klimaschutzmaß­

dabei herausstellt, können allen voran

ne einheitliche Definition für nachhalti-

nahme, mit denen Unternehmen rechnen

Pensionsfonds maßgeblich beeinträch-

ge Standards gibt. Somit lassen sich auch

müssen? Welche der fünf Sektoren wäre

tigt werden - im Gegensatz zu Versi-

kaum langfristige Aussagen dazu treffen.

dabei am stärksten betroffen? - Man soll-

cherungen, vor allem aber Banken. n

Wichtiger rechtlicher Hinweis: Diese Marketingmitteilung ist weder ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Fondsanteilen noch eine Einladung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder Wertpapiernebendienstleistung abzugeben. Die Fondsbestimmungen wurden zuletzt mit Bescheid vom 23.02.2011, GZ FMA-IF25 7217/0001-INV/2011, der Finanzmarktaufsicht genehmigt. Die Änderung der Fondsbestimmungen wurde am 04.03.2011 im Amtsblatt der Wiener Zeitung veröffentlicht und trat am 06.06.2011 in Kraft. Der Prospekt und das Kundeninformationsdokument (KID) ist jeweils in deutscher Sprache in der Semper Constantia Invest GmbH und deren Depotbank Semper Constantia Privatbank AG, beide 1010 Wien, Heßgasse 1, sowie unter www.semperconstantia.at kostenfrei erhältlich. Wertentwicklungen in der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf zukünftige Entwicklungen zu. Die Marketingmitteilung ist allgemeiner Natur, die nicht die individuelle Situation der Anleger berücksichtigt, sich durch gesetzliche Änderungen jederzeit ändern kann und eine Beratung durch einen Anlageberater nicht ersetzt. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr. Bitte lesen Sie vor der Zeichnung von Anteilen den Prospekt und das KID, in denen die mit diesem Fonds verbundenen Risiken angeführt sind. Zuständige Behörde: Finanzmarktaufsicht, 1090 Wien, Otto-Wagner-Platz 5

Mozart One MORNINGSTAR

in der Kategorie Mischfonds EUR flexibel – Global

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Europäischer Aktienfonds mit rot-weiß-rotem Anstrich. ISIN (A): AT0000A0KML1 ISIN (T): AT0000A0KLE8

Matejka & Partner Asset Management GmbH

Parkring 12 / Stiege 3 / Top 74-75 / 1010 Wien T +43 1 533 77 83 - 0, F - 44, office@mp-am.com, www.mp-am.com


RENDITE

KURSE TOP/FLOP-PERFORMER VOLUMEN FONDSNAME ISIN KURS YTD % YTD HIGH YTD LOW 1 J % 1 J VOLA 3 J % 3 J VOLA (MIO. EURO)

JSS Responsible Equity BraziláP Acc USD LU0950591122 94,20 7,40 % 95,93 79,15 34,22 %

28,30

n. a.

n. a.

13,52

Vontobel F.mtx Sus.Em.M.Leaders B USD LU0571085413 124,96 14,43 % 115,11 102,32 33,44 % 13,30 64,08 % 18,05 318,47 ↑ JB Rob.SAM Sm.Mater.EUR B

LU0175575991 228,88 11,30 % 228,88 205,80 29,62 % 11,90 49,67 % 15,08 443,72 ↑

Vontobel F.mtx Sus.Asian L.(ex J.)H EUR LU0384409693 287,74 19,33 % 287,74 241,77 28,90 % 13,01 36,16 % 16,69 98,00 ↑ UBS(Lux)Equ.Gl.Sus.Innov.(EUR) EUR P acc LU0130799603 80,71 7,03 % 81,30 75,21 27,52 % 12,58 43,54 % 15,81 106,88 ↑ Nordea 1 Climate&Env.Eq.Fd.BP EUR Ökoworld Klima

LU0348926287 16,37 8,55 % 16,37 15,05 27,39 % 12,27 52,14 % 16,36 208,66 ↑ LU0301152442 60,02 9,39 % 60,02 54,24 25,46 % 12,40 43,18 % 16,11 23,44 ↑

JSS Su.Equity Gl.Emerging Mark.P USD Acc LU0485309743 Candriam SRI Equity EMU

96,70 9,77 %

89,71

81,14 24,69 % 16,08 28,36 % 17,36 28,03 ↑

LU1313771187 124,27 9,84 % 124,36 111,35 24,27 %

n. a.

n. a.

n. a.

40,94

LO Funds Generation Global(EUR)P

LU0428704554 25,94 11,16 % 25,94 23,34 24,11 % 11,17 74,75 % 14,73 1230,26 ↑

DNB Fund – Global Emerging Markets

LU0090738252 2,65 11,54 % 2,44 2,19 23,79 %

JSS Su.Equity USA P USD Acc

LU0526864581 185,35 5,80 % 174,86 161,19 23,09 % 16,13 55,96 % 17,95 19,74 ↑

Invesco Umwelt und Nachhaltigkeits-Fonds DE0008470477 100,46

13,85

30,87 %

16,75

n. a.

94,60 22,89 %

11,07

43,89 %

14,72

n. a.

Sycomore Happy at Work

LU1301026388 124,98 9,39 % 124,98 114,46 22,39 %

9,24

n. a.

n. a.

121,14

F&C Responsible Global Equity A EUR

LU0153359632 23,23 15,22 % 21,62 18,74 22,18 % 12,52 36,86 % 15,34 110,31 ↑

Parvest Green Tigers C EUR

LU0823437925 200,70 14,28 % 204,33 179,13 21,61 % 13,73 33,71 % 19,85 22,05 ↑

JB Rob.SAM Gl.S.C.Eq.EUR B Deka-UmweltInvest CF

6,18 % 100,82

LU0280770172 136,19 6,28 % 137,00 128,39 21,53 % 11,80 39,40 % 15,43 15,07 ↑ DE000DK0ECS2 123,54 10,87 % 123,54 111,79 21,43 %

11,44

46,16 %

15,41

n. a.

ÖkoWorld Growing Markets 2.0 C

LU0800346016 156,85 11,97 % 157,99 138,75 21,33 % 11,67 38,32 % 15,43 113,15 ↑

KEPLER Ethik Aktienfonds (R) (T)

AT0000675665 201,44 7,83 % 201,44 185,88 21,27 % 11,73 45,24 % 14,27 198,40 ↑

ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007

www.rcb.at

LGT Sustainable Equity Fund Global EUR B LI0106892966 2490,58 6,37 % 2517,54 2334,57 20,69 % 9,76 74,77 % 12,80 443,69 ↑ KBC Eco Fund Impact Investing Cap

BE0175718510 582,23 10,60 % 582,23 527,33 20,65 % 12,67 28,52 % 15,33 56,66 ↑

AXA WF Framlington Eurozone RI A Cap EUR LU0545089723 KBC Eco Fund Water C

155,76

10,01 %

155,78

140,16

20,50 % 15,40 25,68 % 18,53 201,99 ↑

BE0175479063 1360,35 6,08 % 1360,35 1272,98 20,41 % 11,95 44,87 % 14,58 242,62 ↑

JPM Gl.Socially Responsible A(Dis)USD LU0111753769 8,46 5,61 % 7,81 7,39 20,35 % 12,68 46,22 % 16,98 102,73 ↑ JB Rob.SAM Sm.Energ.EUR B

LU0175571735 22,80 6,44 % 23,13 21,46 20,19 % 12,54 31,41 % 16,71 321,42 ↑

LM Clearbr.US Eq.Sust.Leaders A USD

IE00BZ1G4Q59 120,48 3,70 % 114,50 105,73 19,99 %

Allianz Euroland Eq.SRI A EUR

LU0542502157 134,85 9,87 % 135,46 122,48 19,62 % 15,89 28,11 % 18,21 51,00 ↑

UBS(Lux)Equ.Gl.Sust.(USD)USD P acc

LU0076532638 818,68 4,68 % 762,50 715,43 19,57 % 12,09 46,47 % 15,05 306,49 ↑

MEAG Nachhaltigkeit

12,58

n. a.

n. a.

2,67

DE0001619997 91,79 3,73 % 92,17 87,59 19,54 % 11,50 36,01 % 14,85 102,18 ↑

FBG 4Elements Water P

LU0298627968 69,82 5,36 % 70,20 66,30 19,51 % 11,36 35,44 % 14,19 29,04 ↑

DNB Fund – Global SRI

LU0029375739 4,00 4,58 % 4,04 3,80 19,19 %

ÖkoWorld ÖkoVision Classic C

LU0061928585 166,77 8,51 % 166,77 152,44 19,01 % 10,93 45,65 % 13,93 687,57 ↑

Sparinvest Ethical Global Value EUR R

LU0362355355 161,09 2,32 % 165,18 155,76 18,87 %

Parvest Environmental Op.CR EUR

LU0406802339 168,63 5,20 % 168,67 159,91 18,79 % 11,38 39,19 % 14,68 332,75 ↑

Stewart Investors World wide Sustainability GB00B8ND6Q99

1,88

9,90 %

2,22

2,02

12,67 11,75

40,05 % 38,36 %

15,57 13,89

n. a. n. a.

↑ ↑

18,74 % 9,47 49,94 % 12,47 448,40 ↑

Pictet-EM Sustainable Equ.P EUR

LU0725974439 88,73 8,84 % 89,36 82,44 18,61 % 13,17 28,95 % 15,36 138,68 ↑

Pictet Clean Energy R EUR

LU0280435461 71,11 7,86 % 71,85 66,50 18,56 % 12,68 18,16 % 17,47 590,40 ↑

Parvest Gl.Environment C EUR 4Q-Smart Power Candriam SRI Equity North America

LU0347711466 188,32 5,88 % 188,74 177,97 18,47 % 11,28 41,87 % 15,37 528,52 ↑ DE000A0RHHC8 53,98 6,22 % 53,98 50,94 18,30 % 11,57 -6,44 % 15,75 50,08 ↑ LU1313772581 113,78 1,60 % 109,02 102,31 18,22 %

n. a.

n. a.

n. a.

133,38

Kames Global Sustainable Equity Fund IE00BYZHYR83 11,68 9,22 % 11,71 10,84 18,13 %

10,97

n. a.

n. a.

n. a.

Vontobel Clean Technology B EUR

LU0384405600 305,37 8,74 % 305,37 281,21 17,97 % 11,60 52,37 % 15,36 217,91 ↑

Pictet Env.Megatrend Selection P EUR

LU0503631714 178,68 8,98 % 178,68 164,78 17,83 % 11,77 47,41 % 15,18 116,75 ↑

Swisscanto(LU)Pf.Fd.Gre. Inv.Eq.B

LU0136171559 146,65 7,37 % 147,12 137,13 17,83 % 11,43 37,18 % 15,68 174,18 ↑ QUELLE:

40


RENDITE

NACHHALTIGE AKTIENFONDS PERFORMANCE VON 135 IN ÖSTERREICH ZUGELASSENEN ÖKO–, ETHIK– UND NACHHALTIGKEITSFONDS (1 J %)

VOLUMEN FONDSNAME ISIN KURS YTD % YTD HIGH YTD LOW 1 J % 1 J VOLA 3 J % 3 J VOLA (MIO. EURO)

Klassik MegaTrends (T) Vanguard SRI Global Stock Fund

AT0000820147 122,82 8,55 % 122,82 112,02 17,78 % 10,68 45,67 % 14,34 25,34 ↑ 11,79

49,45 %

14,89

n. a.

17,69 %

10,90

n. a.

n. a.

226,71

LU0271656133 262,32 8,29 % 262,32 243,04 17,43 %

12,15

25,33 %

16,77

n. a.

IE00B76VTN11 213,87 5,10 % 255,82 239,73 17,69 %

BlackRock Strategic Fds. Impact World Eq. Fd LU1254583351 Pioneer Fd.Gl.Ecology A ND

112,33

4,64 % 104,80

98,45

KBC Eco CSOB Water CZK C

BE0947250453 1351,69 7,33 % 50,28 46,60 17,24 % 9,94 23,54 % 11,99 22,53 ↑

Pictet Water P EUR

LU0104884860 295,72 8,31 % 296,31 272,85 17,21 % 10,97 49,73 % 13,97 4506,99

JB Rob.SAM S.Global Eq.EUR B

LU0188782162 207,71 5,13 % 209,45 197,11 17,20 % 11,01 39,22 % 14,48 30,92 ↑

First State Glob.EM Sustainab.A Acc EUR

GB00B64TSB19 3,40 10,26 % 3,44

terrAssisi Aktien I AMI

DE0009847343 28,25 5,69 % 28,25 26,56 17,13 %

3,10 17,18 % 10,78 37,48 % 13,51 454,70 ↑ 12,11

49,43 %

15,08

n. a.

Apollo Nachhaltig Aktien Global

AT0000A1EL54 10,97 7,87 % 10,97 10,11 17,11 %

12,33

n. a.

n. a.

44,85

KBC Eco Fund World C

BE0133741752 954,83

5,11 % 956,69 901,64 17,02 % 11,31 46,98 % 14,63 137,71 ↑

Edmond de Rothschild Euro Sus.Gro.A

FR0010505578 382,59 11,00 % 382,74 340,59 16,80 % 14,72 24,47 % 17,57 41,56 ↑

ABD Gl.Res.Wo.Eq.A2 USD

LU0278938138 11,18 5,85 % 10,37 9,77 16,76 %

UniNachhaltig Aktien Global

10,27

25,12 %

14,81

n. a.

DE000A0M80G4 92,25 6,33 % 92,25 87,03 16,68 % 10,08 44,57 % 14,08 71,61 ↑

DNB Fund – Renewable Energy

LU0302296149 108,24 2,54 % 112,79 102,89 16,58 %

Allianz Global Sustainability

LU0158827195 24,64 6,81 % 24,67 22,95 16,49 % 11,52 42,33 % 15,38 267,07 ↑

19,19

15,56 %

21,90

n. a.

RobecoSAM Sustainable Water Fund B EUR LU0133061175 292,51 8,51 % 292,51 268,95 16,39 % 10,28 48,81 % 13,68 816,32 ↑ KCD-Union Nachhaltig AKTIEN

DE0005326532 53,50 6,05 % 53,50 50,20 16,23 % 11,10 42,37 % 14,43 53,65 ↑

Raiffeisen-Nachhaltigkeitsfonds-Ak.R T AT0000677919 132,90 5,20 % 132,90 124,65 16,11 % 10,54 41,31 % 13,90 86,65 ↑ RobecoSAM Sustainable European Eq.D EUR LU0187077218 53,62 7,95 % 53,62 49,62 16,09 % 13,62 27,97 % 16,53 625,68 ↑

ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007

www.rcb.at

Stewart Inv.Asia Pacific Sustainab.A GBP GB00B0TY6S22 4,71 7,58 % 5,63 5,16 16,08 % 10,76 56,52 % 13,80 512,78 ↑ Deka-Nachhaltigkeit Aktien CF

LU0703710904 165,82 2,45 % 169,20 160,68 15,97 %

Swisscanto(LU)Eq.Fd.Gre. Inv.E.M.B

LU0338548034 129,40 7,94 % 119,89 112,13 15,97 % 14,66 25,56 % 18,19 130,19 ↑

KCM Aktien Global SRI

AT0000A0V6J7 176,64 4,61 % 177,45 168,38 15,93 % 10,78 43,94 % 14,35 50,38 ↑

11,09

36,83 %

14,69

n. a.

BlackRock Global Funds New Energy Fund LU0171289902 7,94 9,22 % 7,94 7,24 15,91 % 11,80 31,02 % 16,56 940,21 ↑ Petercam Equ.Europe Sustainable B EUR BE0940002729 245,27 8,55 % 245,27 224,28 15,90 % 13,64 21,48 % 16,84 18,42 ↑ HSBC GIF Gl.Eq. Climate Change AC USD LU0323239441 8,24 4,23 % 7,64 7,15 15,83 % 11,81 33,21 % 15,04 13,49 ↑ Candriam SRI Equity Europe Vontobel New Power B EUR

LU1313771856 115,81 8,97 % 115,81 105,31 15,81 %

n. a.

n. a.

n. a.

160,25

LU0138259048 140,74 5,97 % 140,74 132,36 15,68 % 11,98 21,38 % 16,46 246,69 ↑

UBS(Lux)Eq.SICAV E.M.Sust.USD) P-acc LU0346595837 81,59 6,55 % 76,88 70,66 15,57 % 12,51 29,82 % 15,83 16,60 ↑ KBC Eco Fund Alternative Energy C DNB Fund – Scandinavia

BE0175280016 264,99 8,21 % 266,77 247,07 15,53 % 11,50 16,64 % 14,94 28,60 ↑ LU0083425479 4,41 8,82 % 4,41 4,08 15,50 %

Swisscanto(LU)Equity Fund Gl. Water Invest LU0302976872

177,43

5,93 %

177,43

167,13

DPAM Invest B Equities World Sust.B EUR BE0058652646 171,52 8,02 % 171,52 159,01 15,38 % PRIMA – Global Challenges A

14,69

37,87 %

16,85

n. a.

15,44 % 11,49 34,93 % 14,65 191,09 ↑ 9,75 33,95 % 13,97 382,54 ↑

LU0254565053 141,67 5,19 % 141,73 133,79 15,34 % 12,17 39,93 % 15,25 68,43 ↑

DB Platinum Croci World ESG R1D EUR

LU1106525006 117,74 5,40 % 119,82 110,87 15,24 %

Ecology Stock RA

AT0000A09YJ7 171,34 7,71 % 171,34 158,75 15,22 % 12,78 36,61 % 12,64 27,41 ↑

12,33

0,00 %

n. a.

21,85

Jupiter China Select

LU0329070675 13,36 6,88 % 13,66 12,55 15,17 % 12,82 38,16 % 20,50

Allianz Invest Nachhaltigkeitsfonds T

AT0000A0AZW1 184,46 4,93 % 185,13 173,17 15,15 % 10,82 41,91 % 13,86 36,81 ↑

6,97 ↑

KBC Eco Fund Climate Change C

BE0946844272 556,72 6,83 % 556,72 523,45 15,04 % 10,80 21,77 % 14,55 23,01 ↑

SUPERIOR 6 – Global Challenges T

AT0000A0AA78 202,23 4,52 % 202,49 191,05 14,99 %

Schroder ISF Gl.Clim.Ch.EUR A Acc LBBW Nachhaltigkeit Aktien R NN (L) Gl.Sust.Eq.P Cap EUR

12,30

40,98 %

14,05

n. a.

LU0302446645 15,59 6,20 % 15,59 14,76 14,98 % 10,60 39,33 % 15,42 216,31 ↑ DE000A0NAUP7 90,61 8,42 % 90,61 82,61 14,94 %

13,47 27,60 % 16,07 41,73 ↑

LU0119216553 306,19 5,71 % 307,97 290,80 14,91 % 10,66 42,90 % 14,46 921,62 ↑

AXA WF Framlington Eurozone RI A Cap EUR LU0316218527 148,42 10,60 % 148,42

135,10 14,47 % 14,94 27,08 % 16,36 446,90 ↑ QUELLE:

41


RENDITE

VOLUMEN FONDSNAME ISIN KURS YTD % YTD HIGH YTD LOW 1 J % 1 J VOLA 3 J % 3 J VOLA (MIO. EURO)

Vanguard SRI European Stock Fund Acc LGT Sustainable Quality Equity Fd.B USD

IE00B76VTL96 178,73 8,55 % 210,84 193,23 14,35 %

15,58

24,37 %

17,69

n. a.

LI0183907802 1623,07 4,30 % 1510,77 1388,37 14,32 % 11,26 64,18 % 14,90 223,27 ↑

Warburg Zukunft Strategie

DE0006780265 43,30 6,73 % 43,30 40,08 14,31 %

Amundi Öko Sozial Stock A

AT0000A06Q31 169,19 2,04 % 173,67 162,54 14,24 % 11,10 44,79 % 14,41 113,29 ↑

Candriam Sust.Pacific C R

BE0174191768 3380,00 4,09 % 28,76

26,99

12,90

20,76 %

15,18

n. a.

14,19 % 21,87 37,98 % 21,38 157,12 ↑

Steyler Fair und Nachhaltig Aktien R

DE000A1JUVL8 73,98 8,70 % 73,98 67,65 14,17 %

Candriam Sust.World C R

BE0946893766 29,81 3,65 % 30,33 28,72 14,08 % 11,00 40,28 % 14,65 38,02 ↑

JSS Su.Equity Europe P EUR D

11,68

29,02 %

14,53

n. a.

LU0058891119 97,68 8,44 % 97,68 89,70 14,05 % 15,65 21,53 % 17,52 52,95 ↑

ÖkoWorld Water for Life C

LU0332822492 156,03 8,59 % 156,27 143,10 14,03 % 11,29 24,08 % 14,20 17,72 ↑

JSS Su.Water Fund P EUR D

LU0333595436 188,26 6,06 % 188,26 176,70 13,99 % 11,78 34,71 % 13,77 231,21 ↑

Jupiter Global Ecology Growth L EUR GIS SRI Ageing Population B EUR

LU0231118026 14,61 6,88 % 14,61 13,60 13,96 % 11,28 29,87 % 13,85 10,25 ↑ LU1234787205 114,47 12,80 % 114,47 101,54 13,70 %

13,48

n. a.

n. a.

104,59

ERSTE Responsible Stock America USD A AT0000858584 282,97 3,19 % 266,70 249,01 13,66 % 12,47 45,94 % 16,22 46,55 ↑ F&C Responsible Global Equity A EUR LU0234759529 17,33 5,54 % 17,48 16,39 13,64 % 10,58 50,17 % 14,59 273,60 ↑ LBBW Global Warming SUPERIOR 4 – Ethik Aktien A Candriam Sustainable North America

DE000A0KEYM4 42,56 8,99 % 42,56 39,13 13,56 % 13,30 37,45 % 17,06 34,61 ↑ AT0000993043 85,13 5,50 % 85,19 79,90 13,41 % 11,28 42,63 % 13,89 33,77 ↑ BE0173901779 45,08 1,38 % 43,25 40,59 13,38 % 12,53 47,88 % 16,05 285,82 ↑

RobecoSAM Sustainable Agribus.Eq.D EUR LU0374106754 154,21 2,75 % 155,78 149,99 13,31 % 9,88 21,41 % 14,00 91,99 ↑ Deutsche Invest I New Resources LC

LU0237014641 143,05 6,21 % 143,05 134,59 13,26 % 10,78 30,08 % 15,79 61,16 ↑

East Capital (Lux) China Environmental

LU0289591256 175,93 8,18 % 184,50 161,31 13,15 % 15,44 47,57 % 26,74 12,07 ↑

ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007

www.rcb.at

Candriam Sust.Europe C R

BE0173540072 26,16 8,77 % 26,16 23,81 13,15 % 14,32 22,70 % 17,32 155,07 ↑

JSS Su.Equity Gl.P EUR D

LU0097427784 153,08 3,71 % 156,33 147,18 13,12 % 11,21 33,02 % 14,34 60,19 ↑

GIS SRI European Equity DX

LU0145456207 170,07 8,49 % 170,07 155,06 12,59 %

14,55 21,67 % 17,80 159,39 ↑

Goldman Sachs Global Equity Partners ESG LU0377751424 17,27 3,79 % 17,50 16,37 12,58 % 11,10 29,65 % 16,27 3,38 ↑ H & A Prime Values Equity A

LU0470356352 138,78 4,50 % 138,81 131,33 12,48 % 10,83 24,51 % 13,02

Notenstein Sustainable Water B.

LU0995510970 156,59 6,92 % 156,59 145,98 12,26 % 10,76 43,15 % 13,42 68,38 ↑

Sunares Sustainable Natural Resources

8,07 ↑

LU0344810915 62,80 1,55 % 68,79 61,13 12,12 %

19,94

13,79 %

18,18

n. a.

Gutmann Aktien Nachhaltigkeitsfonds

AT0000A15M75 130,67 4,28 % 130,67 123,13 12,10 %

10,60

36,44 %

14,18

n. a.

Swisscanto(LU)Eq.Fd.Gl.Climate Inv.B

LU0275317336 73,78 7,94 % 74,17 68,66 12,01 % 11,57 6,68 % 16,16 48,19 ↑

s Ethik Aktien T Erste Responsible Stock Global T

AT0000681168 145,39 5,30 % 145,50 136,58 11,59 % 11,35 31,70 % 13,77 17,61 ↑ AT0000646799 254,81 4,72 % 254,81 241,61 11,49 % 10,90 35,69 % 14,33 184,79 ↑

Variopartner SICAV Tareno Water.R1 EUR LU0319773478 183,21 5,68 % 183,99 171,06 11,12 % 11,23 34,01 % 13,51 120,17 ↑ Commerzbank Globale Aktien Kath.Werte LU1256228872 114,96 -0,04 % 120,36 113,72 10,99 % Parvest Sust.Eq.Eur.C EUR C BL Equities Horizon A EUR

11,12

n. a.

n. a.

68,40

LU0212189012 118,72 5,59 % 118,72 109,88 10,91 % 14,66 18,20 % 17,44 163,95 ↑ LU0439764860 140,17 5,47 % 140,56 131,11 10,70 % 7,82 39,80 % 11,25 55,60 ↑

ACATIS Fair Value Aktien Global EUR

LI0017502381 200,06 5,59 % 201,06 190,34 10,69 %

10,12 24,45 % 13,63 51,03 ↑

Notenstein Sustainable Equity W.B.

LU0995511358 139,43 4,08 % 140,66 132,75 10,50 %

10,58 36,63 % 14,84 14,09 ↑

Erste Responsible Stock Europe T Pictet Europ.Sustainable Equ.P EUR

AT0000645973 151,21 8,67 % 151,21 138,37 10,42 % 16,52 17,57 % 17,41 54,16 ↑ LU0144509717 249,71 7,68 % 249,71 229,30 10,35 % 13,52 30,90 % 15,53 232,13 ↑

Metzler European Dividend Sustainability IE00BYY02962 93,29 7,48 % 93,29 85,97 9,43 %

14,28

n. a.

n. a.

26,39

LIGA-PAX-Aktien-Union

DE0009750216 39,49 5,87 % 39,49 36,68 9,00 % 15,33 20,29 % 16,79 156,12 ↑

JSS OekoSar Equity Gl.P EUR D

LU0229773345 169,91 4,21 % 170,84 162,88 8,53 % 11,16 25,64 % 15,12 112,77 ↑

LGT Sustainable Equity Fund Europe(EUR)B LI0015327906 1196,50 7,97 % 1196,50 1101,66 8,49 % 15,53 23,74 % 17,29 100,91 ↑ 3 Banken Dividende+Nachhaltigkeit 2021 AT3BDIV20210 107,43 7,16 % 107,43 99,62 8,31 %

8,03

n. a.

n. a.

49,80

PMG Partners Funds II – Global Inv. Network Fd LU1185944284

9,34

n. a.

n. a.

n. a.

108,99

6,89 %

109,36

99,65 8,11 %

QUELLE:

42


RENDITE

NACHHALTIGE ANLEIHENFONDS PERFORMANCE VON 45 IN ÖSTERREICH ZUGELASSENEN ÖKO–, ETHIK– UND NACHHALTIGKEITSFONDS (1 J %)

VOLUMEN FONDSNAME ISIN KURS YTD % YTD HIGH YTD LOW 1 J % 1 J VOLA 3 J % 3 J VOLA (MIO. EURO)

Macquarie Sustainable Em.Mkt.LC BF T

AT0000A177C4 109,00 2,23 % 111,26 103,71 15,47 %

DPAM L Bds.Em.Mkts.Sust.B EUR

LU0907927338 124,00 4,86 % 126,27 118,20 13,17 % 6,91 31,82 % 8,38 672,96 ↑

Deka-Nachhaltigkeit Renten CF

LU0703711035 128,84 2,47 % 128,84 125,66 6,67 %

9,75 1,79

10,64 % 16,38 %

13,32 2,37

n. a. n. a.

↑ ↑

UniInstitutional Gl.Con.Sustainable EUR LU0993947141 112,39 3,19 % 112,39 109,10 6,33 % 4,12 11,73 % 5,62 175,78 ↑ Convertibles Europe Resp.AC EUR Acc

FR0011315787 1289,31 3,53 % 1290,40 1238,79

Sycomore Sélection Credit R

FR0011288513 122,89 1,52 % 122,89 121,08 5,02 % 1,73 11,09 % 2,19 265,62 ↑

5,44 %

5,31

6,42 %

6,69

n. a.

Salm-Salm Sustainability Convertible V LU0264979492 57,56 2,66 % 57,56 56,04 4,98 % 4,27 14,03 % 5,34 53,08 ↑ Muzinich Bondyield ESG Fd.A EUR Acc

IE00B2R9B880 132,77 1,47 % 132,77 130,88 4,14 % 1,55 11,94 % 1,70 182,75 ↑

LGT Sustainable Bond Fund Global(EUR)B

LI0106892909 1536,32

Allianz Euro Credit SRI R EUR

LU1149865690 103,30 1,15 % 103,44 101,49 3,49 %

2,06

n. a.

n. a.

575,43

ERSTE Resp.Bd.Emerging Corporate R01 T AT0000A13EG7 112,92 2,34 % 112,92 110,40 2,88 %

1,95

9,57 %

2,02

n. a.

Warburg Corporate Bonds Social Respo.I DE000A111ZL9 98,51 0,58 % 98,97 97,15 2,49 %

1,93

0,00 %

n. a.

n. a.

LIGA Pax Corporates Union

1,01 % 1571,96 1508,75 3,88 % 5,44 23,19 % 6,11 104,65 ↑

LU0199537852 43,51 0,79 % 43,53 42,97 2,11 % 1,38 8,49 % 1,82 145,59 ↑

NN (L) Euro Sust.Cr.(e.Fin.)P Cap EUR

LU0577843187 376,42 0,14 % 378,27 372,44 2,10 % 2,46 9,33 % 2,55 616,76 ↑

Robeco Euro Sustainable Credit DH

LU0503372608 130,15 0,38 % 130,54 128,72 2,01 % 2,09 8,04 % 2,29 751,65 ↑

Erste Responsible Bond Euro-Corporate T AT0000A0PHJ4 125,61 0,26 % 126,20 124,19 2,01 % 1,98 8,13 % 2,11 174,36 ↑ KBC Renta AUD Renta C Candriam SRI Bd.Euro Corporate C

LU0099232505 1918,23

1,76 % 1383,00 1296,88

1,89 % 8,81 15,11 % 10,43 38,77 ↑

LU1313770452 101,86 0,35 % 102,37 100,72 1,86 %

n. a.

n. a.

n. a.

250,92

FISCH CB Sustainable Fund AE

LU0428953425 147,59 2,44 % 147,59 143,97 1,62 % 5,31 2,54 % 5,34 475,55 ↑

Candriam Sust.Euro Corp.Bonds C R

BE0945493345 467,24 0,43 % 468,63 461,74 1,60 % 2,03 8,28 % 2,16 118,45 ↑

ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007 Ecology Bond

www.rcb.at

AT0000A0J7J1 109,82 -0,02 % 110,08 109,03 1,46 % 1,29 5,90 % 1,83 15,68 ↑

Steyler Fair und Nachhaltig Renten R

DE000A1WY1N9 55,58 0,31 % 55,73 55,02 1,45 %

LO Funds – Euro Resp.Corp.Funda.PA

LU0095725387 18,74 -0,02 % 18,84 18,59 1,38 % 1,91 5,66 % 2,16 87,57 ↑

1,75

9,32 %

2,11

n. a.

JSS Su.Bond EUR Corporates P EUR D

LU0045164786 161,98 -0,04 % 162,93 160,52 1,19 % 2,33 6,94 % 2,28 67,87 ↑

KCD-Union Nachhaltig RENTEN

DE0005326524 53,20 0,13 % 53,39 52,65 1,16 % 1,99 8,41 % 2,03 97,57 ↑

Allianz Invest Nachhaltigkeits-Rentenfd. AT0000A19NT8 98,14 0,03 % 98,26 97,44 0,99 %

1,22

n. a.

n. a.

56,30

Parvest Sust.Bd.E.Co.Cl.EUR C

LU0265288877 146,55 0,18 % 147,19 145,12 0,91 % 2,05 6,97 % 2,18 996,24 ↑

Erste Responsible Reserve T

AT0000A03969 116,35 -0,01 % 116,84 116,28 0,72 % 0,51 2,08 % 0,63 186,42 ↑

LIGA-Pax-Rent-Union

DE0008491226 25,99 0,12 % 26,09 25,77 0,42 % 1,68 5,23 % 1,54 210,41 ↑

Apollo Nachhaltig Global Bond (T)

AT0000A13JW3 10,58 0,47 % 10,62 10,44 0,30 % 2,60 6,18 % 2,53 138,95 ↑

LBBW Nachhaltigkeit Renten R

DE000A0X97K7 53,37 -0,20 % 53,56 53,06 0,22 % 1,37 6,39 % 1,51 33,56 ↑

SUPERIOR 1 – Ethik Renten A

AT0000855606 72,71 0,23 % 73,08 72,11 0,09 % 1,58 5,06 % 1,63 179,68 ↑

Candriam Sust.Euro Short Term Bonds C D BE0945489301 149,57 0,01 % 149,77 149,32 0,06 % 0,43 terrAssisi Renten I AMI SEB Green Bond Fund ESPA Bond Euro Mündelrent A

1,11 % 0,47 77,85 ↑

DE000A0NGJV5 96,68 -0,13 % 96,98 96,57 0,04 % 0,49 0,65 % 0,49 0,00 ↑ LU0041441808 53,95 -0,07 % 54,08 53,65 0,01 % 1,33 20,12 % 3,35 99,28 ↑ AT0000858220 8,37 -1,30 % 8,47 8,29 0,01 % 3,94 9,82 % 4,17 461,77 ↑

Gutmann Euro Sh.T.Anl.Nachhaltigkeitsf.T AT0000A15Q89 101,43 -0,20 % 101,78 101,29 –0,03 %

0,57

1,61 %

0,55

n. a.

Oppenheim Ethik Bond Opportunities R T AT0000707393 119,00 -0,45 % 119,67 118,76 –0,13 % 1,08 1,65 % 1,04 11,51 ↓ Swisscanto(LU)Pf.Fd.Gre. Inv.Inc.AT

LU0343771977 113,20 -1,12 % 106,70 104,21 –0,19 % 4,98 14,80 % 11,03 28,14 ↓

Sarasin-FairInvest-Bond-Universal-Fonds DE0006623077 51,94 -0,33 % 52,45 51,10 –0,29 %

3,51

11,26 %

3,79

n. a.

JSS Su.Bond EUR High Grade P EUR Acc LU0288930356 138,66 -1,01 % 140,36 137,43 –0,37 % 3,66 7,80 % 3,80 36,95 ↓ Swisscanto(LU)Pf.Fd.Gre. Inv.Inc(EUR)AT LU0288148447 141,41 -0,33 % 142,42 140,38 –0,40 % 4,51 6,90 % 4,73 16,65 ↓ DWS ESG Global-Gov Bonds

DE0008474081 264,29 0,01 % 266,98 263,33 –0,43 % 1,45 5,93 % 1,83 87,65 ↓

Candriam Sust.Euro Bonds C R

BE0943336116 362,65 -0,74 % 365,54 358,37 –0,46 % 2,76 7,68 % 2,97 160,18 ↓

Raiffeisen-Nachhaltigkeit-ShortT.T

AT0000A190X3 98,85 -0,21 % 99,09 98,76 –0,54 %

0,33

n. a. QUELLE:

43

n. a.

37,97


NACHHALTIGKEIT

→ VITA RUDOLF X. RUTER UNTERNEHMENSBERATER BEIRAT DEUTSCHES CSR-FORUM

Der Wirtschaftswissenschaftler (63) ist Experte in den Bereichen Nachhaltigkeit und Corporate Governance. Seine Liebe zu Chardonnay und Eisbären verewigte er in den Publikationen „Was Sie schon immer über Chardonnay wissen wollten“ und „Ich liebe Eisbären“. Im Jahr 2000 nahm er eine 17-stündige Anreise auf sich, um in klirrender Kälte bei der World Ice Golf Championship in Uummannaq an der Nordwestküste Grönlands teilzunehmen.

„DER FISCH GLÄNZT VOM KOPF“ RUDOLF X. RUTER

Nachhaltigkeitsexperte. „Das salopp formulierte Motto ­‚Eigentum verpflichtet‘ wird von Eigentümern, ­Aktionären, Gesellschaftern und Investoren ernst genommen“, sagt Rudolf X. Ruter.


FINANZPLATZ

Rudolf X. Ruter gibt im Interview ­Einblicke in den Stand der Dinge bei Nachhaltigkeitsberichten und spricht über die Vorbildfunktion von Andritz-Chef Wolfgang Leitner, Diversität, das Volks­wagen-Bashing und Uli Hoeneß. TEXT ROBERT WINTER

R

und vier Jahrzehnte war der

nichtfinanzielle Kennzahlen zu publi-

Jahrzehnten. Bereits vor zehn Jahren

deutsche Diplomökonom, Wirt-

zieren. Das hört sich in erster Linie ein-

wurde ein Compliance-Kodex einge-

schaftsprüfer und Steuerberater

mal gut an. Das hat aber die Konsequenz,

führt. Leitner hat seinen vorbildhaften

Rudolf. X. Ruter in Sachen Prüfung und

dass Experten in den jeweiligen Unter-

persönlichen Wertekodex eingebracht.

Beratung unterwegs. Als Experte für

nehmen gefordert sind. Im Erstellen von

Der Fisch glänzt eben vom Kopf. Aber

Nachhaltigkeit und Corporate Gover-

Geschäftsberichten sind alle trainiert.

verstehen Sie mich nicht falsch, es gibt

nance setzt sich Ruter bereits lange mit

Bei Nachhaltigkeitsberichten sind nur

in Österreich natürlich auch noch an-

Anstand, Ethik und Ehrbarkeit in der

die wenigsten bisher gut vorbereitet.

dere erstklassige Manager.

wie „Glaubwürdigkeit ist die Währung

An welchen Vorbildern können sich Unter­

Wie weit ist Österreich in puncto Nachhal­

unserer Zukunft“ wurde der Nachhal-

nehmen orientieren? - Vor einiger Zeit

tigkeitsberichten im Vergleich zu Deutsch­

tigkeitsexperte auch über die deutschen

wurde der Geschäftsbericht von An­

land? - Was die Anzahl integrierter Be-

Landesgrenzen hinaus bekannt.

dritz publiziert. Es handelt sich dabei

richte angeht, ist Deutschland im inter-

um den ersten integrierten Bericht die-

nationalen Vergleich relativ weit vorn.

Herr Ruter, Begriffe wie grünes Investieren

ser Gesellschaft. Es ist zwar nicht der

Alle Unternehmen des Dax-30-In-

und nachhaltiges Wirtschaften werden fast

erste Bericht in dieser Form, der in Ös-

dex erstellen Nachhaltigkeitsberich-

schon inflationär verwendet. Welchen Stel­

terreich publiziert wurde. Aber Andritz

te. Mindestens die Hälfte der Konzer-

lenwert hat Nachhaltigkeit wirklich? - Es

ist einer der ersten großen Konzerne,

ne hat bereits auf die Erstellung integ-

gibt immer mehr Menschen, die wissen

die einen solchen Bericht erstellt ha-

rierter Berichte umgestellt. Der Nach-

wollen, wie Unternehmen wirklich ar-

ben. Damit wurden auch regulatorische

haltigkeitsbericht von Volkswagen hat

beiten. Und Anleger haben großes Inte-

Vorschriften vorweggenommen.

sogar über mehrere Jahre hinweg Aus-

Wirtschaft auseinander. Mit Aussagen

resse daran zu erfahren, wie ihre InvestWas macht die Andritz AG besser als an­

lich auch deswegen, weil nie über Die-

dere Unternehmen? - Es handelt sich ei-

sel berichtet wurde. Man muss aber fai-

Wie ist der Status der Nachhaltigkeitsbe­

gentlich um ein Familienunternehmen.

rerweise anmerken, dass das bis zum

richterstattung in Österreich? - Aufgrund

In solchen Unternehmen sind Anstän-

Sommer 2015 auch bei niemandem ein

neuer EU-Vorschriften müssen große

digkeit und Ehrbarkeit grundsätzlich

ernsthaftes Thema war.

Unternehmen, dazu zählen auch große

stärker ausgeprägt als in vielen ande-

am Kapitalmarkt präsente Konzerne, in-

ren Konzernen. Andritz macht als Un-

Stichwort Volkswagen – wie konnte es zu

tegrierte Berichte erstellen. Dabei han-

ternehmen und als Organisation einen

Dieselgate kommen? Wurden damit die

delt es sich um eine Kombination von

Superjob. Das macht die Berichterstat-

Nachhaltigkeitsbemühungen des Auto­

Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht.

tung einfach. Vorstandschef Wolfgang

bauers an die Wand gefahren? - Wie soll

Neben den finanziellen sind nun auch

Leitner führt Andritz seit rund zwei

ich wissen, wie die Malaise zustande

ments verwaltet werden.

© BEIGESTELLT

zeichnungen bekommen. Wahrschein-

45


FINANZPLATZ

Wie lässt sich Nachhaltigkeit eigentlich messen? - CO2-Emissionen sind leicht messbar. Schwierig wird es bei der Messung anderer Faktoren wie etwa Anständigkeit oder Ehrlichkeit. Es gibt in vielen Bereichen aber Hilfsindikatoren. Damit wird meist zwar nicht der Hauptzweck gemessen, aber durch deren Einsatz werden der Messgegenstand und die Ergebnisse zumindest transparent gemacht. Es hat sich gezeigt, dass mehr Transparenz in eine qualitative Steigerung mündet. Wie könnte man Konzernbosse zu nach­ haltigem

Wirtschaften

motivieren?

-

Die Fremdenlegionäre, die in kapiEntschleunigt. Der Börsianer-Redakteur Robert Winter im Gespräch mit Rudolf X. Ruter.

talmarktorientierten

Unternehmen

fünfjährige Vorstandsverträge angekam? Ich bin weder Teil des Aufsichts-

sätzlich spricht nichts dagegen, wenn

boten bekommen, schreien noch, be-

rats noch Insider. Aber ich bin nicht

der Gesetzgeber eingreift. Über den Fo-

vor sie den Dienstvertrag unterschrei-

für ein Volkswagen-Bashing zu haben.

kus auf das Geschlecht kann man aber

ben, nach einer D&O-Versicherung.

Unsauberes Verhalten und Korruption

nachdenken.

Gleich danach fordern viele eine möglichst krisensichere Altersversorgung

findet man fast täglich in Schlagzeilen. Der Baukonzern Odebrecht besticht

Ist das Interesse von Großanlegern an Nach­

ein. Würde man solchen Personen eine

ganz Südamerika, Samsung beeinflusst

haltigkeitsberichten gestiegen? - Die Pro-

Gage von zehn Millionen Euro zusi-

die südkoreanische Regierung. So ist

fessionalisierung institutioneller Anle-

chern, aber gleichzeitig eine persönli-

die Welt.

ger schreitet voran. Sie wollen nicht nur

che Haftung vereinbaren, hätte das zur

über Financial Key Performance Indica-

Folge, dass viele der betroffene Mana-

Aber mit Berichten allein ist es wohl nicht

tors, sprich über Zahlen und Fakten in

ger einen Rückzieher machen würden.

getan. Das zeigen die Forderungen um eine

Geschäftsberichten, informiert werden.

Erhöhung der Diversität innerhalb der Be­

Sie setzen sich heute ganz dezidiert mit

Aber Manager sind doch auch nur Men­

legschaft. Was halten Sie davon? - Nach-

den Themen Nachhaltigkeit und Corpo-

schen, oder? - Wir kommen aus einem

haltige Unternehmensführung ist lang-

rate Governance auseinander. Das salopp

Kulturkreis, in dem es bei der persönli-

fristig ausgerichtet und wertebasiert.

formulierte Motto „Eigentum verpflich-

chen, menschlichen und erst recht bei

Basis ist ein Konzept, das der Verant-

tet“ wird immer mehr von Eigentümern

der beruflichen Karriere immer nach

wortung gegenüber Mensch und Umwelt

selbst, von Gesellschaftern, Aktionären

oben gehen muss. Sobald sich einmal

gerecht wird. Viele Unternehmen haben

und Investoren ernst genommen.

eine Stagnation oder ein Rückschlag

noch nicht erkannt, was eine vielfälti-

einstellt, ist man weg vom Fenster.

ge und bunte Belegschaft bringen kann.

In Amerika ist das völlig anders. Wer

Sowohl bei Mitarbeitern als auch im Auf-

nicht mindestens zweimal unterneh-

sichtsrat. Diversität und Inklusion sind ernstzunehmende Themen. Es ist etwa auf unterschiedliche Altersgruppen, Nationalitäten oder Branchenzugehörigkeit zu achten. Auch benachteiligten Gruppen sollte man eine Chance geben. In Österreich ist die verpflichtende Einfüh­ rung einer Frauenquote in Aufsichtsräten

„In Familien­ unternehmen sind Anständigkeit und Ehrbarkeit stärker ausgeprägt.“

geplant. Die Rede ist von einem Frauenanteil von 30 Prozent. Ist das sinnvoll? - Grund-

merischen Schiffbruch erlitten hat, wird nie Vorstand eines großen Konzerns. Es ist irgendwie wie bei Fußballtrainern. Wer bei einem Verein gefeuert wird, kann bei einem anderen Club zum großen Retter werden. Man kann zum Beispiel zu Uli Hoeneß stehen, wie man will. Aber er ist einfach der beste Fußballpräsident, den es gibt. Den würde jeder Verein mit Kusshand neh-

RUDOLF X. RUTER

men. n

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Wir präsentieren: Rudi Richter, Held der Energiezukunft. Danke, Wasserkraft!

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RENDITE COVER

GLOSSAR

NACHHALTIGKEITSBEGRIFFE Anlagekriterien Die Auswahl von Unternehmen, die die festgelegten Anforderungen hinsichtlich bestimmter ökologischer und sozialer Aspekte besonders gut erfüllen, wie etwa Leistungen im Umweltbereich und bezüglich Gleichberechtigung. Ausschlusskriterien Definierte Ausschlusskriterien schließen bestimmte Investments oder Investmentklassen aus. Häufig g ­ enannte Ausschlusskriterien sind Waffen, Tabak und Tierversuche.

CSR

Best in Class Bei dieser Anlagestrategie, basierend auf ESG-­Kriterien, werden die besten Unternehmen innerhalb einer Branche, Kategorie oder Klasse ausgewählt. Corporate Governance Corporate Governance ist die Verantwortung von Vorständen hinsichtlich der sozialen und ökologischen Performance ihres M ­ anagements und der Unternehmenskultur.

Steht für Corporate Social Responsibility oder auf ­Neudeutsch gesellschaftliche Unternehmensverantwortung. D ­ arunter

Engagement Das ist der Dialog zwischen Investoren und ­Unternehmen mit dem Ziel, die Unternehmens­führung für die Berücksichtigung von sozialen, ethischen und ökologischen Kriterien zu gewinnen.

wird verantwortliches unternehmerisches Handeln ­verstanden, das ökologisch relevante Aspekte ebenso wie die soziale Beziehung des Unternehmens zu seinen Mitarbeitern und Mitmenschen umfasst.

Eurosif Das European Sustainable and Responsible Investment Forum (Eurosif) ist ein europaweiter Zusammenschluss, der Nach­haltigkeit über den Weg der Finanzmärkte fördert.

SRI

Greenwashing Darunter versteht man PR-Maßnahmen von U ­ nternehmen, die das Ziel haben, sich selbst in der Gesellschaft ökologisch und sozial verantwortungs­bewusst darzustellen. Impact-Investment Investments in Unternehmen, O ­ rganisationen und Fonds, die das Ziel haben, neben dem finanziellen Ertrag auch sozial und ökologisch zu wirken. Die Investoren halten die Eigentumsrechte an den Assets. Microfinance Mikrofinanzierung ist die Bereitstellung von verschiedenen Finanzdienstleistungen für arme und einkommensschwache Kunden.

Englisch für Socially Responsible Investment, also

ethisches oder nachhaltiges Investment. SRI-Investments zeichnen sich dadurch aus, dass sie neben den Renditezielen auch den ethischen Wertvorstellungen des Anlegers entsprechen.

Nachhaltige Gütesiegel Sollen dem Verbraucher eine Orientierung innerhalb der zahlreichen regionalen, nationalen und internationalen Siegel sowie der Herkunftszeichen, Symbole und Codierungen und Auswahl von Finanzprodukten geben. PRI Ist die Abkürzung für Principles for Responsible Investment: von der UN entwickelte Grundsätze für verantwortungsbewusstes Investieren. Unterzeichner verpflichten sich, festgelegte ESG-Kriterien zu beachten.

Triple Bottom Line

SDGs Die Sustainable Development Goals (SDGs) sind 17 konkrete Ziele, die die größten Herausforderungen unserer Zeit adressieren. 193 Staaten der Vereinten Nationen bekennen sich zur Umsetzung dieser Ziele bis 2030.

der Nachhaltigkeit: Ökonomie, Umwelt und Soziales.

Das TBL-Konzept bezieht sich auf die drei Säulen Gemäß dem TBL-Konzept messen Unternehmen ihre Leistung in allen drei Bereichen und erstatten darüber Bericht.

48


RENDITE

Der Börsianer erklärt 20 wichtige Begriffe aus der Welt der Nachhaltigkeit.

QUELLE: FNG, DER BÖRSIANER

Diversität Diversität oder auch Vielfalt steht für die Unterscheidung und Anerkennung von Gruppen - und individuellen Merkmalen. Meist werden sechs Bereiche unterschieden: Alter, Geschlecht, Kultur, sexuelle Orientierung, Behinderung und Religion. Diversitäts­ management zielt darauf ab, die Diversität der Mitarbeiter konstruktiv und gewinnbringend zu nutzen.

Cop21

ESG

Von 30. November bis 12. Dezember 2015 fand die 21. UN-Klimakonferenz (21st Conference of the Parties, kurz COP 21) in Paris statt. Am 4. November 2016 trat das damals beschlossene Klimaabkommen in

Englische Abkürzung für Environmental, Social and Gover-

Kraft, das die Begrenzung der globalen

nance. Diese Abkürzung findet in der Nachhaltigkeitsszene breite Verwendung und steht für die Begriffe Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung.

Erwärmung auf unter zwei Grad Celsius, möglichst 1,5 Grad Celsius, im Vergleich zu vorindustriellen Levels in den kommenden Jahrzehnten vorsieht.

Carbon Bubble

Dekarbonisierung Dekarbonisierung ist die Abkehr der Energie­

Die Kohlenstoffblase ist eine Investitionsblase,

wirtschaft von der Nutzung kohlenstoffhaltiger

die sich aus der Unvereinbarkeit des Zwei-Grad-

Energieträger. Handlungen, durch die Kohlenstoff­

Ziels mit dem Abbau und der Nutzung weiter

dioxid (CO2) freigesetzt wird, sollen durch Prozesse

Teile der bekannten Ressourcen an fossilen

ersetzt werden, bei denen diese Freisetzungen

Brennstoffen wie Erdöl, Kohle und Erdgas ergibt.

ausbleiben oder kompensiert werden.

49


BRANCHEN

BANKEN

KOLUMNE WILHELM CELEDA Vorstandsvorsitzender Raiffeisen Centrobank AG

NACHHALTIGKEIT IST KEIN LUXUS Die „Gutes-Gewissen-Portfolios“ wachsen immer mehr aus einer Nische heraus und zählen mittlerweile zu bedeutenden

BKS BANK EMITTIERT ANLEIHE MIT SOZIALEM GEWISSEN

Marktakteuren. Fest steht, je

Die BKS Bank AG hat als erste Bank Ös-

finanziert. Das Volumen der Neuzulas-

größer die Schwungmasse an

terreichs einen Social Bond begeben. Mit

sungen betrug im Vorjahr 49 Milliarden

ESG-Investments (ESG steht für

dieser speziellen Art der Finanzierung

US-Dollar.

Economic, Social and Governance)

werden soziale Projekte unterstützt. Die

Der erste Green Bond wurde 2007 von

Anleihe ist fünf Millionen Euro schwer

der Europäischen Investitionsbank aus-

und hat eine Laufzeit von fünf Jahren.

gegeben. 28 Prozent der Neuemissionen

bei der am weitesten verbreiteten

Bankchefin Herta Stockbauer finanziert

fallen bereits auf Unternehmen. Vor al-

ESG-Investment-Strategie, der

mit dem Social Bond das Mavida Park

lem Versorger versuchen so den Umstieg

Negativselektion, bereits mani-

Velden, ein Kompetenzzentrum für De-

zu nachhaltigeren Geschäftsmodellen. 40

menzerkrankungen. Der Markt für Green

Prozent der Green Bonds werden in US-

Bonds, der Übergruppe der Social Bonds,

Dollar emittiert. Schlagzeilen machte zu-

ist etwa das Bekenntnis einiger

ist weltweit laut Natixis Global Asset Ma-

letzt Frankreich, das als erstes Land einen

Pensions- oder Staatsfonds anzu-

nagement zuletzt auf 112 Milliarden US-

Green Bond aufgelegt hat. Die BKS Bank

führen, keine neuen Investments

Dollar angewachsen. Geht es nach Pimco

AG möchte heuer übrigens auch noch ei-

und HSBC, ist der Markt sogar 250 Milli-

nen Green Bond begeben und steht auf der

arden US-Dollar schwer. Mit den grünen

Shortlist für den Staatspreis Unterneh-

Anleihen werden ökologische Projekte

mensqualität.

ist, desto unmittelbarer wirkt sich nachhaltige Unternehmensführung auf Kapitalkosten aus. Dies hat sich

festiert. Als Beispiel, wie höhere Kapitalkosten zu den gewünschten Lenkungseffekten führen können,

in Kern- oder Kohlekraftwerke mehr zu tätigen. Auf Positivselektion basierte Investmentstrategien sind komplexer, da die Vereinheitlichung bei Offenlegungen nur langsam voranschreitet. Dies ist verständlich, da Auslöser für erhöhte Komplexität im Reporting und nicht unmittelbar für niedri-

„Sex and the City“ beim Erste Women Talk

gere Kapitalkosten. Aber auch hier gilt: Je mehr Volumen hinter einer

Finanzwissen, Pop-up-Stores und die di-

Investmentstrategie stehen, desto

gitale Plattform „George“ mit mittlerwei-

unmittelbarer die Auswirkung

le einer Million registrierten Nutzern stan-

auf Kapitalkosten. Auch wenn die Einhaltung von verpflichtenden Standards zu nennenswert erhöh-

den beim fünften Erste Women Talk der Erste Group Bank AG auf dem Programm.

ten Reportinganforderungen und

Die Veranstaltungsreihe ist eine Diversity-

damit Kosten vor allem für KMUs

Initiative des Erste Women’s Hub zur Stär-

führt, sind Nachhaltigkeitsinves-

kung der Karriere und des Netzwerks der

tieren und Vorsorgen präsentiert. Da das

Frauen. Anhand der vier Frauencharakte-

Netbanking der Erste Group Bank AG mit

re Carrie, Samantha, Charlotte und Miran-

8. November 2017 eingestellt wird, gab es

da aus der Serie „Sex and the City“ wurden

auch gleich eine Reise durch die wichtigs-

maßgeschneiderte Lösungen fürs Inves-

ten Funktionen von „George“.

titionen auf dem richtigen Weg und entfernen sich aus der reinen Luxus- und Gutes-Gewissen-Ecke. w.celeda@derboersianer.com

50


BRANCHEN

TICKER

Warten auf die Banklizenz Die Bank für Gemeinwohl hat ihr sechstes

wie Kreditkarte, Onlinebanking und App.

Regionalbüro in Graz eröffnet. Die Genos-

Außerdem hat die Genossenschaft zur

senschaft aus Bürgern, Vereinen und Un-

Gründung einer Gemeinwohlbank eine

ternehmen arbeitet weiter an ihrem Ziel,

eigenen Crowdfundingplattform für Un-

eine ethische Bank zu gründen, die sich

ternehmungen mit Gemeinwohlorien-

auf die Grundsätze des Bankwesens rück-

tierung ins Leben gerufen. Die präsen-

besinnen soll. Insgesamt gibt es bereits

tierten Projekte haben eine mehrstufige

mehr als 5.000 Genossenschafter mit ei-

Gemeinwohlprüfung durchlaufen. „Ge-

nem Gesamtkapital von fast 3,7 Milli-

prüft werden Nachhaltigkeit, Ökologie,

onen Euro. Die Banklizenz, die von der

Partizipation der Mitarbeitenden, Chan-

Finanzmarktaufsicht erteilt wird, steht

cengleichheit und Machbarkeit“, sagt Fi-

noch aus. Wird sie noch heuer erteilt, will

nanzvorstand Fritz Fessler. Projekte, der-

die Bank für Gemeinwohl, die unter an-

zeit etwa die Ölmühle Marienthal sowie

derem den Schokoladeunternehmer Jo-

das Servicezentrum RUSZ, kann man auf

sef Zotter als Kunde hat, ab 2018 auch ein

der Plattform mit Spenden unterstützen.

Konto anbieten inklusive Bankomat- so-

→ WWW.GEMEINWOHLPROJEKTE.AT

BKS Bank AG unterstützt Mur-Drau-Donau-Projekt des WWF +++ Steyler Bank erhält Preis für soziales Engagement +++ FNG fordert internationale Nachhaltigkeitsstrategie von G20 +++ Unicredit Bank Austria AG sponsert RegenbogenFamilienzentrum +++ Weltbank und Amundi begeben zwei Milliarden Euro schweren Green Bond +++ Neues Buch erschienen: „Ethik und Verantwortung im Finanzsektor“

MANGELNDE IT-SICHERHEIT ALS RISIKOFAKTOR STUDIE. Österreichische Banken haben gravierende Probleme bei der Umsetzung der IT-Compliance. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie

Bank Austria prämiert Sozialprojekte

von Brainloop AG, BDO Austria und Emotion Banking, die 75 Führungskräfte aus österreichischen Banken sowie ausgewählte Versicherungen

Das „Gift Matching Programme“ der

mit Spenden in der Höhe von 45 Millionen

und Finanzdienstleister befragte.

Unicredit Foundation, der Stiftung der

Euro finanziert. Derzeit läuft noch bis zum

Das Problem besteht darin, dass die

Unicredit Group, erzielte im Vorjahr 2,5

24. Mai 2017 die Einreichfrist für den Bank-

Verantwortung oft auf verschiede-

Millionen Euro. Insgesamt gingen 11.000

Austria-Sozialpreis. 27 Gewinner, je drei

Spenden von Unicredit-Mitarbeitern aus

aus den neun Bundesländern, werden am

15 europäischen Ländern ein, Österreich

12. September 2017 gekürt. Gute Chancen

trug insgesamt 135.000 Euro bei. Die Stif-

haben Projekte, die Kinder und Jugendliche

die Effektivität und wird von fast

tung stockte die Spenden auf. So konnten

sowie Integration und Migration zum The-

einem Viertel der Befragten als

449 Sozialprojekte von Non-Profit-Orga-

ma haben. Den Bank-Austria-Crowdfun-

nisationen unterstützt werden. Gemein-

ding-Kunstpreis, für den ebenfalls derzeit

sam haben Mitarbeiter und Stiftung seit

Projekte eingereicht werden können, un-

2003 insgesamt mehr als 5.000 Projekte

terstützt die Bank mit 100.000 Euro.

51

ne Abteilungen aufgeteilt ist. Die Geschäftsführung entzieht sich bei 56 Prozent der Befragten ihrer Aufgabe. Das mindert nicht zuletzt

sehr großer Risikofaktor für die Datensicherheit angesehen. Ein ebenso hoher Risikofaktor ist das mangelnde Sicherheitsbewusstsein der Mitarbeiter.


BRANCHEN

VERSICHERUNGEN

VBV VORSORGEKASSE: VORREITER BEI MOBILITÄTSLÖSUNGEN

KOLUMNE

WOLFRAM LITTICH Vorstands­ vorsitzender Allianz Gruppe in Österreich

NACHHALTIGKEIT UND RENDITE GEHEN HAND IN HAND Gute Performance oder reines Gewissen – viele Anleger sind der Ansicht, sich zwischen diesen beiden Positionen entscheiden zu müssen. Doch die Meinung, dass Nachhaltigkeit im Widerspruch zur

Kühlbedarf entstanden. Darüber hinaus

Rendite steht, ist überholt. Schon

Vor zehn Jahren hat der WWF gemein-

in einer wissenschaftlichen Studie

sam mit Ikea die Climate Group ins Le-

sind Energiesparmaßnahmen in den Ge-

ben gerufen. Heute zählen auch Allianz

bäuden umgesetzt worden. So wird etwa

AG, Spar Österreich Gruppe, Erste Group

das gesamte Gebäude des Erste Campus

Nachhaltigkeit und Wertentwick-

Bank AG, Gugler und VBV Vorsorgekasse

mit Fernwärme, Geothermie und Fern-

lung über einen Betrachtungszeit-

AG zu den Mitgliedern. Seit der Gründung

kälte geheizt und gekühlt. Wo der WWF

raum von 18 Jahren festgestellt

ist es durch verschiedene Maßnahmen,

noch „Aufholbedarf“ bei einigen Mit-

sei es im Bereich Büroalltag, Neubau-

gliedern sieht, sind neue Mobilitätslö-

ten oder auch Investitionen, gelungen,

sungen für Mitarbeiter und Güter. Die

höhere Performance auf als we-

630.000 Tonnen CO2 einzusparen. „Dies

VBV Vorsorgekasse AG reitet dabei vor-

niger nachhaltige. Nachhaltigkeit

entspricht den Treib­hausgasemissionen

an und übernimmt die Kosten der Mitar-

ist also kein Luxus, sondern eine

des

al-

beiter für die Fahrten zum Arbeitsplatz.

ler Haushalte in der Steiermark“, so der

Zusätzlich hat VBV-Vorstandschef Heinz

der Harvard Business School aus dem Jahr 2011 konnte eine stark positive Korrelation zwischen

werden. Die nachhaltigsten Unternehmen wiesen dabei eine um durchschnittlich rund 47 Prozent

wirtschaftliche Notwendigkeit! Mit der Entwicklung eines innovativen

jährlichen

Stromverbrauchs

WWF. Die größten Einsparungen seien

Behacker eine Reisepolicy herausgege-

ments setzte der WWF Österreich

durch „Nutzung erneuerbarer statt fossi-

ben. Je nach Erreichbarkeit und Zumut-

einen beispielgebenden Schritt.

ler Energiequellen für Strom-, Heiz- und

barkeit gilt Zug vor Auto vor Flugzeug.

Nachhaltigkeitsmodells für Invest-

Als Vorreiter machte die Allianz Österreich als erstes Unternehmen ihre gesamten Kapitalanlagen, rund sieben Milliarden Euro, transparent

Erste Ausschlussempfehlung durch Schweizer Beirat

und ließ sie nach dem Modell bewerten, verbunden mit vertraglich vereinbarten Zielen. Nach einem Jahr ist die Feuerprobe bestanden. Einladung des WWF: Das Modell

Die größten öffentlich-rechtlichen Pen-

tungsunternehmen aus den Portfolios

sionskassen der Schweiz, etwa für Staats-

der Pensionskassen empfohlen. Darun-

österreichischen Versicherungs-

beamte, Postbedienstete oder der Aus-

ter etwa der US-Konzern Lockheed Mar-

industrie beläuft sich auf etwa

gleichsfonds für die erste Säule, haben

tin wegen der Erzeugung von Antiperso-

110.000 Milliarden Euro. Fazit: Wer

Ende 2015 einen Beirat für ethische Ver-

nenminen und Streumunition. Darüber

anlagung gegründet.

hinaus wird der Verein mit einigen Unter-

steht für alle Marktteilnehmer offen. Das Potenzial allein in der

in Sachen Nachhaltigkeit Grundlegendes bewegen will, muss die Kapitalströme der Welt lenken. w.littich@derboersianer.com

Als erste konkrete Maßnahme hat die-

nehmen in Dialog über Verletzungen in-

ses Gremium, das den Namen SVVK-ASIR

ternationaler Richtlinien sowie Schweizer

trägt, nun den Ausschluss von 15 Rüs-

Gesetzen treten.

52


BRANCHEN

Klimapolitische Portfolio-Auswirkungen Nicht nur die direkte Investition in fossi-

che“, warnen die Forscher. Darüber hin-

le Brennstoffe kann folgenreiche Auswir-

aus gibt Monasterolo zu bedenken, dass

kungen auf Investoren haben. Das stell-

sich das Risiko durch „Verflechtungen mit

te ein internationales Team in einem Kli-

anderen Finanzmarktteilnehmern“ erhö-

mastresstest fest, an dem auch die WU-

hen kann: „Speziell Pensionskassen und

Wissenschaftlerin Irene Monasterolo (sie-

Versicherungen sind durch ihre Beteili-

he Seite 38) beteiligt war. Getestet wurden

gungen an Investmentfonds indirekten

Portfolios von Finanzdienstleistern wie

Effekten ausgesetzt.“

Banken, Pensionsfonds und Versiche-

Die Studie, die unter dem Titel „A cli-

rern. Die Akademiker stellten fest, dass

mate stress-test of the financial system“

die direkten Investitionen in den fossilen

erschienen ist, kommt zu dem Schluss,

Brennstoffsektor zwar eher gering sind,

dass in einem ersten Schritt vor allem

sehen aber dennoch weitreichende Aus-

eine flächendeckende Offenlegung kli-

wirkungen: „Es gibt auch viele Investiti-

marelevanter Informationen durch Un-

onssektoren, die indirekt von klimapoli-

ternehmen wichtig wäre. „Damit können

tischen Maßnahmen betroffen sind, etwa

auch Gewinner und Verlierer des Über-

die öffentliche Versorgungsinfrastruk-

gangs zu einer kohlenstoffarmen Wirt-

tur, der Transportsektor, Immobilien oder

schaft identifiziert werden“, erläutert

auch energieintensive Wirtschaftsberei-

Monasterolo.

TICKER

VIG schließt AXARumänien-Übernahme ab +++ VBV erhält Umweltzeichen für Spezialfonds +++ FMA vermeldet 2,43  Prozent Prämienrückgang für Versicherer 2016 +++ Staatspreis Unternehmensqualität: APK und VBV auf Shortlist +++ Uniqa launcht Webseite zur Jugendförderung

Ethikbeirat wacht über Investments Der Ethikbeirat der mehreren zig Milliarden Euro schweren, schwedischen AP-Fonds, die als Reserve für die staatliche Pensionsvorsorge dienen, feiert sein zehnjähriges Bestehen. Noch immer stünden biologische Vielfalt, Antikorruption und Menschenrechte ganz oben auf der Agenda. Im vergangenen Jahr wur-

AXA INVESTMENT MANAGERS: ZU WENIG ESG BEI VERSICHERERN

den mit 316 Unternehmen weltweit Dialoge zu dem Thema geführt. Besonders

STUDIE. Dass Nachhaltigkeit und

mit der Kakao- und Tabakindustrie wird

langfristige Investitionen zusam-

über die Abschaffung von Zwangsarbeit

mengehören, sei vielen Versiche-

und Kinderarbeit verhandelt. Wenn kei-

rern klar. Allerdings „haben viele

ne Fortschritte zu verzeichnen sind, wird

ihre Erkenntnisse noch nicht in die Tat umgesetzt“, so ein Fazit

vom Ethikrat ein Verkauf der Anteile an

aus einer Studie von AXA Invest-

dem Unternehmen vorgeschlagen.

ment Managers unter mehr als 120 Vorständen von Versicherungen in Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Unter den briti-

Volumen der „Direct Lending Fonds“ steigt auf 141 Milliarden Euro

schen Unternehmen investieren zehn Prozent noch gar nicht nach sozial verantwortlichen Kriterien. In Frankreich sind es elf Prozent und in Deutschland 14 Prozent der

Die Finanzierung durch Nichtbanken

gen der „Direct Lending Fonds“ in Eu-

wird immer mehr zum Wachstumstrei-

ropa beträgt 141 Milliarden Euro. Finan-

ber für die globale Wirtschaft, besagt die

ziert werden die Fonds durch Pensions-

Studie „Financing the Economy 2016“

kassen, Versicherungen, Stiftungen und

von Deloitte. Das verwaltete Vermö-

Staatsfonds.

Befragten. Gerade bei den größeren Versicherern spiele das Thema Nachhaltigkeit nicht nur aus ethischen Gründen eine Rolle, sondern auch wegen möglicher Reputationsverluste.

53


BRANCHEN

FONDS

KOLUMNE

HEINZ BEDNAR Vorstand VÖIG

WISSEN IST WICHTIGER ALS VERMÖGEN Der wichtigste Grund, keinen Fonds zu kaufen, liegt im mangelnden Know-how und nicht im zu geringen Vermögen. Das ist nur eines der

INVESTOREN STREICHEN KOHLEINVESTMENTS Institutionelle Investoren verbannen den

nach Ratifizierung der auf dem Welt-

Kohlesektor zunehmend aus ihren Port-

klimagipfel 2015 in Paris geschlossenen

und VAIÖ im Zuge des Weltfonds-

folios. Dies geschieht nicht nur aus ethi-

Verträge und dem weltweit immer stärker

tags 2017 zutage brachte. Bereits

schen Gründen. Durch die zunehmen-

zu beobachtenden Ausstieg aus der Koh-

jeder Vierte gab an, Fonds zu be­

de Sensibilisierung für den Klimawandel

le jetzt der richtige Zeitpunkt für AXA IM

steigen die Risiken von umweltbelasten-

gekommen ist, diesen Schritt zu gehen“,

den Investments. Mit der im November

kommentiert Andrea Rossi Chef von AXA

erst war jeder Siebente in Fonds

2016 ratifizierten Pariser Vereinbarung

Investment Managers den Schritt. Auch

veranlagt. 84 Prozent erwarten

des Weltklimagipfels wird der Abschied

bei der Erste Asset Management wird der

sich von Fonds vor allem „höhere

von Öl, Gas und Kohle angestrebt. Somit

Kohlesektor stark reduziert. Unterneh-

könnte diesen Branchen in Zukunft die

men mit mehr als 30 Prozent Umsatz aus

Existenzgrundlage fehlen. AXA Invest-

der Kohleförderung werden aus den Port-

in Fonds in Erwägung ziehen, wenn

ment Managers hat die Zeichen der Zeit

folios gestrichen. Nachdem diese Verän-

sie das entsprechende Wissen hät-

erkannt und reduziert die Kohleengage-

derung Anfang des Jahres bei den nach-

ten. Es gilt also, Sparern die Angst

ments ihrer Portfolios um 172 Millionen

haltigen Fonds begonnen wurde, folgen

vor Wertpapieren zu nehmen und

Euro. „Wir sind davon überzeugt, dass

nun auch die Publikumsfonds.

Ergebnisse, die eine repräsentative Umfrage der Fondsverbände VÖIG

sitzen. Ebenso viele halten Fonds grundsätzlich für eine attraktive Anlageform. Vor zehn Jahren

Erträge als auf dem Sparbuch oder beim Bausparen“. Wesentlich mehr Österreicher würden Veranlagungen

sie über die Chancen und Risiken bei Veranlagungen am Kapitalmarkt noch besser zu informieren. Hier setzt die Fondsbranche viele Initiativen, besonders wenn es um das regelmäßige Ansparen mit Fonds geht. Auch das Financial-Literacy-

Impact Investing fordert Unternehmen Das Potenzial für wirkungsorientiertes

fluss zu messen, allerdings konnte dies

Investieren ist groß, schon 2015 handelte

nur bei 25 Prozent tatsächlich bestätigt

schon früher angesetzt werden, und

es sich um einen 60-Milliarden-US-Dol-

werden. Das Problem liegt in der unkla-

zwar bei der Bildung der Kinder-

lar-Markt mit 15 prozentigem Wachstum

ren Begriffsdefinition und in der bisheri-

und Jugendlichen. Vor kurzem

pro Jahr. Dabei suchen Investoren nach

gen Messung von Erfolg. Durch den Blick

Geldanlagen, die neben der Rendite auch

über den Tellerrand der Finanzkennzah-

mit positivem Einfluss für Umwelt und

len werden neue Themen relevant. Zum

vollen Umgang mit Geld und die

Gesellschaft überzeugen können. Die-

Beispiel die Lebensqualität der Mitarbei-

finanzielle Eigenverantwortung von

se Suche gestaltet sich schwierig. Un-

ter oder der Einfluss von Produktions-

Jugendlichen zu fördern. Grund-

ternehmen haben nach wie vor Proble-

stätten auf die umliegende Bevölkerung.

me, ihren sozialen Einfluss zu evaluie-

Hier fehlt es noch an Kennzahlen und

ren. In einer von Robecosam durchge-

Aufarbeitungsmethoden, um den Inves-

führten Studie gaben zwar 80 Prozent

toren die Suche nach Investitionsmög-

der Unternehmen an, ihren sozialen Ein-

lichkeiten zu erleichtern.

Angebot der Anbieter kann sich sehen lassen. Aber der Hebel muss

hat die Erste Group Bank AG den einzigartigen „Financial Life Park“ eröffnet, um den verantwortungs-

kenntnisse über die Finanzmärkte, deren Instrumente und Mechanismen sollte jeder haben. h.bednar@derboersianer.com

54


BRANCHEN

Spängler steigt in nachhaltiges Investment ein

TICKER

Der heimische Asset-Manager Spängler Iqam Invest strukturierte zwei bestehende Fonds nach Nachhaltigkeitskriterien um. Die beiden Fonds haben ein Gesamtvolumen von 353,46 Millionen Euro. Mit diesem Schritt wagt das Unternehmen den Einstieg in den Markt der nachhaltigen Investments. „Der Bedarf an nachhaltigen Veranlagungsmöglichkeiten hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Immer mehr Investoren suchen nach Alternativen, um ihr Geld ethisch, sozial und ökologisch verträglich anlegen zu können“, sagt Markus Ploner, Geschäftsführer der Spängler Iqam Invest. Bei der Zusammensetzung der nachhaltigen Fonds „Equity Europe“ und „SparTrust“ werden die Nachhaltigkeitskriterien des Österreichischen Umweltzeichens berücksichtigt. Dieses wurde den beiden Fonds im Sommer 2016 verliehen. Um den Kriterien gerecht zu werden, mussten einige Titel verändert werden. An dem Cha-

Black Rock legt Green Bond Index Fonds auf +++ C-Quadrat steigert nachhaltig gemanagtes Kapital um 47 Prozent +++ Pimco startet globale ESG-Investment-Plattform +++ LFDE führt CO2Fußabdruck für gesamte Fondspalette ein +++ 3 Banken Generali bringt neuen nachhaltigen Dividendenfonds +++ BNP Paribas kreiert China Green Basket mit 30 „grünen“ Aktien

rakter und an den Zielen der Anlagepolitik soll sich laut eigenen Angaben aber nichts ändern.

38 Fonds erhalten FNG-Siegel vielversprechendes Signal für nachhaltige Geldanlagen im deutschsprachigen Raum. Das FNG-Siegel funktioniert und entfaltet erste messbare Wirkungen“, kommentiert Volker Weber, Vorstandsvorsitzender des Forums für nachhalti-

AUSSCHLUSSKRITERIEN

ge Geldanlage, den Trend. Zu den hei-

STUDIE. Investments in nachhaltige

mischen

Themen konnten 2016 weltweit ein

Preisträgern

gehören

neun

Fonds der Erste Sparinvest KAG. Unter

Plus von 146 Prozent verzeichnen.

ihnen erzielte der WWF Stock Environ-

Dominierend ist nach wie vor die

ment Fonds mit einem Gesamtvolumen

Strategie des Ausschlusses von bestimmten Branchen und Unterneh-

16 österreichische Fonds wurden mit

von 104,72 Millionen Euro die Bestnote.

dem FNG-Siegel für nachhaltige Geld-

Ebenfalls ausgezeichnet wurden jeweils

anlage ausgezeichnet. Insgesamt wur-

drei Fonds der Raiffeisen KAG und des

investiert. Mit einem Plus von 385

den 38 nachhaltige Publikumsfonds aus

Wiener Asset Managers C-Quadrat. Die

Prozent sind Impact Investments

dem deutschsprachigen Raum mit der

kirchennahe Schelhammer & Schattera

Auszeichnung des Forums für nachhal-

KAG komplettiert die Riege der heimi-

tige Geldanlage gekürt. „Die Ergebnisse

schen Preisträger und erhielt das Siegel

der diesjährigen Vergaberunde sind ein

für ihren Ethikfonds.

55

men. In Fonds mit diesem Konzept sind mehr als zehn Billionen Euro

die am schnellsten wachsende Anlagestrategie. Zu diesen Ergebnissen kam die European SRI Study von Eurosif und dem Forum für nachhaltige Geldanlage.


BRANCHEN

AKTIEN

KOLUMNE

BETTINA SCHRAGL Head of Investor Relations Immofinanz AG

DIVERSITÄT KOMMT IN MODE

SUSTAINABLE DEVELOPMENT GOALS ALS NACHHALTIGKEITSSTANDARDS Die „Sustainable Development Goals“ der

spiele für diesen Trend. Beide haben Teile

Das Kürzel „NaDiVeG“ macht seit

Vereinten Nationen entwickeln sich zu-

oder die gesamte Nachhaltigkeitsstrate-

einiger Zeit in kapitalmarktorien-

nehmend zum Maßstab für Nachhaltigkeit

gie ins Zeichen der Zielvorgaben der Ver-

tierten Unternehmen die Runde.

bei Unternehmen. Diese Ziele für nachhal-

einten Nationen gestellt. Die Orientierung

gilt es, gemäß dem neuen „Nach-

tige Entwicklung wurden 2016 verabschie-

an den „Sustainable Development Goals“

haltigkeits- und Diversitätsverbes-

det. Sie enthalten 17 Zielvorgaben, die bis

liegt zum einen an dem globalen Trend der

serungsgesetz“ zu berichten. Zum

2030 erreicht werden sollen: unter ande-

Nachhaltigkeit. Andererseits eignen sich

einen wird damit der ohnehin nicht

rem die Beendigung von Armut, das Er-

diese Zielvorgaben als „optisch schön auf-

möglichen einer hochwertigen Bildung

bereitete Zusammenfassung nachhaltiger

und die Geschlechtergleichstellung. Inter-

Ziele sehr gut, um das Thema in die Köp-

Bewusstsein der Unternehmen für

nationale Unternehmen richten nun ihre

fe von Unternehmen, Investoren und al-

CSR-Themen zu schärfen sowie die

Nachhaltigkeitsstrategien auf diese Ziele

len anderen hineinzubekommen“, erläu-

Transparenz und Vergleichbarkeit

aus. Die KBC-Bankengruppe und der Soft-

tert Wolfgang Pinner, Leiter SRI Raiffeisen

wareentwickler SAP SE sind nur zwei Bei-

Capital Management.

Denn ab dem Geschäftsjahr 2017

schlanke Katalog an ReportingVerpflichtungen neuerlich ergänzt. Zum anderen ist es ein Schritt, das

in Hinblick auf nichtfinanzielle Kennzahlen zu erhöhen. Für genauen Inhalt und Umfang der Berichterstattung gibt es keine verpflichtenden Vorgaben. Zudem gilt die Empfehlung, sich an den internationalen GRI-Leitlinien zur Nachhaltigkeitsberichterstattung zu orientieren. Diese werden auch

Corporate-Governance-Ranking der DAX-Konzerne Die Union Investment bescheinigt den

bereits von etlichen Börsenno-

30 DAX-Konzernen eine durchschnitt-

tierten angewendet. Die großen

liche Unternehmensführung. In einem

Themenblöcke dabei sind Umwelt,

Ranking mit 91 Kriterien wurden die Un-

Arbeitnehmer, Sozialbelange,

ternehmen nach dem Schulnotensystem

Menschenrechte und Antikorruption. Große börsennotierte

bewertet. Benotet wurden unter anderem

Unternehmen müssen zudem

Vorstand, Transparenz und Aktionärs-

künftig ihr Diversitätskonzept

rechte. „Es war eine durchschnittliche

erläutern. Dieses umfasst etwa

Klassenarbeit mit einem Notenschnitt

und Aufsichtsratsbesetzung. Hier müs-

die Besetzung der Organe in Bezug

von 2,7“, fasst Jens Wilhelm, Vorstand

sen Veränderungen stattfinden, um das

der Union Asset Management Holding

Vertrauen in Aktien als Anlageform zu

AG, die Ergebnisse zusammen. „Einser-

stärken und die Transparenz zu erhöhen.

gen Berichtszeitraum. Wer kein

Schüler“ gab es keine, die beste Platzie-

Einen wichtigen Schritt in diese Richtung

Konzept hat – „comply or explain“

rung erreichten die Allianz-Gruppe und

setzt die Wiener Börse AG am heimischen

- muss erklären, warum. Damit

die Deutsche Börse AG mit einer Note

Kapitalmarkt. Seit April 2017 veröffent-

von 2+. Schlusslicht des Rankings war die

licht sie die gesammelten Eigengeschäf-

Volkswagen AG mit einer 4­‒. Besonderen

te von Führungskräften auf ihrer Web-

Aufholbedarf haben die Unternehmen

präsenz.

auf Alter, Geschlecht, Bildungsund Berufshintergrund, die Ziele sowie die Ergebnisse im jeweili-

stehen auch hier für die Mehrheit der Unternehmen die Zeichen auf „comply“. b.schragl@derboersianer.com

bei den Themen Diversität, Vergütung

56

→ DERBOERSIANER.COM/WBINSIDERDATEN


BRANCHEN

TICKER

Daniela Knieling ­(Respact), Georg Rogl (EY), ­Daniela Werdecker (Palfinger AG), Leo Hauska (Hauska & ­Partner), Tanja Daumann (RZB AG).

Beim Businessfrühstück von Respact und Ernst & Young Österreich (EY) wurde die neue EU-Richt­linie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung erläutert. Experten der Palfinger AG und der Raiffeisen Zentralbank AG (jetzt Raiffeisenbank International AG) beschrieben die Chancen und Herausforderungen bei der Umsetzung.

Lenzing im Einklang mit Mutter Natur

Verbund verleiht E-Novation-Award 2017 +++ RZB räumt bei ASRA-Award ab +++ Neues Börsengesetz ermöglicht Delisting +++ Vöslauer senkt CO2Produktion und gewinnt ASRA-Award +++ Voestalpine, Siemens und Verbund bauen Wasserstoffanlage +++ Ringana gewinnt European Business Award +++ Österreichische Post AG gewinnt Epcon-Award für Energieprojekt

NICHTFINANZIELLE KENNZAHLEN STUDIE. Bereits ein Viertel der heimischen Investoren trifft die Investitionsentscheidungen aufgrund von nichtfinanziellen Kennzahlen. Gleichzeitig geben aber fast zwei Drittel der Investoren an, dass Unternehmen ihre nichtfinan­ ziellen Kennzahlen gar nicht oder nicht ausreichend ausweisen. Nur

Die Lenzing AG präsentierte anlässlich

waren auf Nachhaltigkeit ausgerichtet.

des „World Earth Day“ ihre neue Nach-

Ohne Nachhaltigkeit in unseren Inves-

ternehmen veröffentlicht einen

haltigkeitsstrategie. Kernelemente der

titionen zu berücksichtigen, würden wir

Nachhaltigkeitsbericht. Zu diesen

Strategie sind die Dekarbonisierung und

in einem Tourismusgebiet, wie es die At-

Ergebnissen kam eine von Ernst

die Förderung von nachhaltigen Innova-

terseeregion ist, nicht produzieren kön-

tionen. Der Cellulosefaserhersteller setzt

nen“, erläutert Robert van de Kerkhof,

schon heute auf eine nachhaltige Holz-

Marketing- und Vertriebsvorstand. Die-

beschaffung und den sparsamen Um-

se Rücksicht auf die Region verschaffte

lichen Interesse stehen, das sind

gang mit Wasser. Außerdem werden in

der Lenzing AG diverse Auszeichnungen.

kapitalmarktorientierte, über ihre

der Produktion benötigte Chemika­ lien

Kürzlich wurde das Unternehmen etwa

durch Kreislaufsysteme wiederverwen-

von der Nichtregierungsorganisation Ca-

det. „Alle Investitionen der Lenzing-

nopy Planet Society zum nachhaltigsten

Gruppe

Holzbeschaffer weltweit gekürt.

der

vergangenen

Jahrzehnte

57

etwas mehr als jedes vierte Topun-

& Young Österreich durchgeführte Analyse. Ab dem Geschäftsjahr 2017 müssen alle Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern, die im öffent-

Aktivitäten im ökologischen und sozialen Bereich berichten. Grundlage dafür ist die EU-Richtlinie über nichtfinanzielle Informationen und Diversität.


BRANCHEN

IMMOBILIEN

Wellnessbereich geplant. Insgesamt sollen rund 4.300 Kubikmeter Holz verbaut werden. Die Holzlieferanten sind mit der Mayr-Melnhof Holz Holding AG und der Kirchdorf-Gruppe zwei heimische Unternehmen. Das Holz wird bereits in Fertigteilausführung geliefert und soll auf der Baustelle nur noch angedockt werden. Mittlerweile steht nach Baustart im Oktober 2016 der zweigeschoßige Tiefbau vor dem Abschluss, im Sommer soll mit dem Hochbau begonnen werden. Dann wird erstmals auch die Holzfassade sichtbar. Die Bauzeit soll insgesamt zwei Jahre betragen. „Auf rund 20.000 Quadratmetern Fläche entsteht eine nachhaltige, ökologische und weltweit einzigar-

TOP-PLAYER BEI HÖCHSTEM HOLZTURM DER WELT MIT AN BORD

tige Immobilie. Investor Günter Kerbler Für das höchste Holzhaus der Welt, das

und ich haben uns bei unserem Leucht-

Hoho Wien in der Seestadt Aspern, hat

turmprojekt bewusst dazu entschieden,

die Vermarktung der Gewerbeflächen

das Baukastensystem nicht patentier-

begonnen. Investor Günther Kerbler, der

ten zu lassen, um mit dem Ansatz auch

65 Millionen Euro für das Projekt locker-

andere Bauherren und Architekten zu

macht, konnte dafür mit Otto Immobi­

motivieren, Holz als nachhaltige Alter-

lien, CBRE, EHL Immobilien, Colliers

native zu sehen“, sagt Projektentwick-

und BAR die Top-Player der Immobilien­

lerin Caroline Palfy, Geschäftsführerin

experten im Bereich Gewerbe an Bord

der Cetus Baudevelopment. Den Seepark

holen. Im 84 Meter hohen Turm sind

Campus West hat sich übrigens die Erste

ein Hotel, Büroflächen sowie ein großer

Group Bank AG gesichert.

Großinvestoren für 40-Millionen-Projekt Für das Wohnbauprojekt Quartier Zen­ tral in St. Pölten, das vom Entwickler Corag für 40 Millionen Euro errichtet wird, konnten heimische Großinvestoren wie die Semper Constantia Immo Invest mit der VBV Vorsorgekasse AG sowie die Erste Immobilien KAG gewonnen werden. Spatenstich war am 6. April 2017, Mitte 2018 sollen die ersten Wohnungen bezugsfertig sein. Die Vermietung beginnt bereits im Sommer 2017. Das Gesundheitsviertel in der Landeshauptstadt ist ein Stadtentwicklungsgebiet, durch den Ausbau des Klinikums im Wert von 510 Millionen Euro und weiterer Gesundheitseinrichtungen wird Wohnraum benötigt.

58


BMW-Architekt Erich Bernard, Chistoph Stadlhuber (Signa Holding), Gerhard Rodler („Immobilien Magazin“), Ewald Stückler (Immobilienberater TOC) und Friedrich Gruber diskutierten darüber, wie man alte Gebäude neu emotional auflädt.

Alte Immobilien müssen nicht gleich abgerissen werden. Viele eignen sich trotz ihres Lebensalters zur Nachnutzung. Wie das nachhaltig funktioniert, erklärten Immobilienexperten beim „5 o’clock tea“ in der TOC Business Lounge in einer nachgenutzten Immobilie in einem Ringstraßenpalais. „Bei einer Nachnutzung muss man dem Gebäude einen neuen Sinn geben“, brachte es Christoph Stadl­ huber, Vorstandschef der Signa Holding, auf den Punkt.

Nachhaltige Innenstadtbelebung gen schrumpfender Verkaufsflächen einen Wandel. Nicht jede Verkaufsfläche müsse auch in Zukunft eine sein. Themen, die auf Eigentümer verstärkt zukommen,

BRANCHEN

TICKER

Buwog-Projekt ErnteLaa gewinnt Nachhaltigkeitspreis +++ 60 Millionen Euro Schadenersatzklage gegen Conwert-Ex-Aktionäre +++ S Immo baut GreenBuilding-Büro in Bratislava +++ Real Invest Austria investiert in ÖGNIzertifizierten Orbi Tower +++ RPR Privatstiftung erwirbt 11,35 Prozent an S Immo

sind Baukostenzuschüsse, Umsatzmieten oder kürzere Laufzeiten bei Mietverträgen. Damit das Stadtzentrum weiterhin Mittelpunkt bleibe, braucht es konkreter Strategien. Förderungen sind ein Teil davon. „Warum nicht über Förderungen für modernen Ladenbau ähnlich der Wohnbauförderung nachdenken oder nach We-

KOMMUNIKATIVE URBANISIERUNG STUDIE. Städte sind hauptverantwortlich für den Klimawandel. Die Zukunft liegt in Smart-Grid-Tech-

Österreichs Städte haben in Bezug auf At-

gen suchen, einem bemühten regionalen

nologien, die eine kommunikative

traktivität Aufholpotenzial. Zu diesem

Gastronomen mit besonderem Gastro-

Vernetzung von Stromerzeugung,

Schluss kommt Immobilienberater Re-

konzept auf seinem Weg durch kommu-

max Commercial Group, der die Zukunfts-

nale Bürgschaften zu unterstützen?“, sagt

trächtigkeit von Liegenschaften bewer-

Stefan Krejci, geschäftsführender Gesell-

tet. Gerade der Handel erlebe derzeit we-

schafter der RE/MAX Commercial Group.

Wir entwickeln Werte

-speicherung und -verbrauch ermöglichen, schreibt Wolfgang Pinner, Nachhaltigkeitsexperte der Raiffeisen Kapitalanlage, in seiner neuesten Analyse.

Als Unternehmer sind wir auf profitable Chancen fokussiert. Wir investieren in unsere Immobilien, um Werte zu entwickeln, die die S IMMO auch in Zukunft tragen. www.simmoag.at/projekte


BRANCHEN

BERATER

KOLUMNE

PETER BARTOS Partner und Geschäftsführer BDO Austria

RAIFFEISEN BANK INTERNATIONAL IST TOPPERFORMER IM CSR-RATING Die unternehmerische Gesellschaftsver-

vielen Seiten auf die Unternehmen wirkt

antwortung börsennotierter Unterneh-

und Impulse für mehr Nachhaltigkeit

DAUERBRENNER VERMÖGENSBESTEUERUNG

men verbessert sich zunehmend. Das

setzt. Die Oekom Research AG selbst hat

zeigt die „Oekom Corporate Responsibi-

aufgrund der gestiegenen Nachfrage nach

Auch mehr als 20 Jahre nach der

lity Review 2017“. Hierfür wurden 3.800

Analysten seitens der Unternehmen ihr

Abschaffung der Vermögenssteuer

Unternehmen aus verschiedenen Bran-

Team von 75 auf 105 Mitarbeiter aufge-

und fast ein Jahrzehnt nach dem

chen unter die Lupe genommen. Bes-

stockt und Büros in London und New York

ser als zuletzt haben sich die großen Ge-

eröffnet. „Unsere Analysen beeinflussen

schäftsbanken präsentiert. Dies ist durch

aktuell rund 1,5 Billionen Assets under

immer wieder auf. Der Faktor

das nachhaltigere Asset-Management zu

Management“, sagt Robert Haßler, Vor-

Arbeit ist in Österreich zu hoch,

erklären, außerdem werden Nachhaltig-

standschef der Oekom Research AG. Wer-

Vermögen zu niedrig besteuert.

keitsmindeststandards bei Projektfinan-

mutstropfen ist, dass keine der Branchen

zierungen befolgt. Die Raiffeisen Bank

im Durchschnitt annähernd an die Stan-

International AG erzielte bei den Banken

dards heranreicht, die wichtig wären, um

mit einem Anteil der vermögens-

den ersten Platz, das Rating mit C+ ist al-

die Aktivitäten in Einklang mit globalen

bezogenen Steuern von 1,2 Prozent

lerdings verbesserungswürdig. Die posi-

Nachhaltigkeitszielen wie den „Sustai-

der Gesamtabgaben und 0,5 Prozent

tiven Veränderungen lassen sich vor al-

nable Development Goals“ der Vereinten

lem durch den Druck erklären, der von

Nationen zu bringen.

Aus für die Erbschafts- und Schenkungssteuer flammt die Diskussion über deren Wiedereinführung

Tatsächlich liegen wir trotz einer rekordverdächtigen Gesamtabgabenquote von 43 Prozent des BIPs

des BIPs unter 30 EU- und OECDStaaten an viertletzter Stelle. Der OECD-Durchschnittswert liegt bei etwas über fünf Prozent der Gesamtabgaben. In Europa steht Großbritannien aufgrund der hohen Grundsteuer mit 11,6 Prozent der Steuereinnahmen, also 4,2 Prozent

Österreichische Manager misstrauen einander

des BIPs, an der Spitze. In den USA betragen diese Werte 12,4, also drei Prozent. Erbschaften und Schenkungen sind mit bis zu 40 Prozent besteuert! Reine Vermögenssteuern stellen aufgrund der verwaltungs-

Wenn die Konkurrenz gut performt, wit-

ständen unethisch zu handeln. Auch die

tern heimische Unternehmen Betrug.

Veröffentlicher der Studie selbst wi-

den Einkünfte aus Kapitalvermögen

Das zeigt die Befragung „Fraud Survey

dersprechen der Aussage der Manager.

ohnehin flächendeckend besteuert.

Österreich“ von Ernst & Young (EY) Ös-

„Wir können aus unserer Erfahrung als

Auf einem anderen Blatt steht die

terreich. Konkret hält jeder zweite ös-

Wirtschaftsprüfer klar sagen, dass die-

terreichische

Bilanzbetrug

ses Vorurteil nicht der Realität ent-

hierzulande für gang und gäbe. Die Re-

spricht“, betont Andreas Frohner, Part-

ser Fakten wäre es daher durchaus

alität sieht allerdings ganz anders aus.

ner und Leiter Fraud Investigation & Dis-

an der Zeit, ernsthaft darüber zu

Seit Jahren sinkt die wahrgenommene

pute Services bei EY Österreich. Verbes-

diskutieren, was besteuerungs-

Korruption. Nur knapp jeder dritte hei-

serungspotenzial gibt es allerdings bei

mische Manager hält diese hierzulande

den Whistleblowing-Hotlines der hei-

für weitverbreitet, 2015 waren es noch

mischen Unternehmen. Nur jeder zehn-

42 Prozent. Außerdem geben 80 Prozent

te Angestellte kennt die Anlaufstelle des

der Manager an, selbst unter keinen Um-

eigenen Unternehmens.

intensiven Einhebung ein Auslaufmodell dar. Abgesehen davon wer-

Wiedereinführung der Erbschaftsund Schenkungssteuer, die leicht abzuwickeln wäre. Angesichts die-

würdiger ist – Geld durch Arbeit zu verdienen oder Vermögen zu erben und geschenkt zu bekommen. p.bartos@derboersianer.com

Manager

60


BRANCHEN

TICKER

Von links: ­Armin Dieter ­(Siemens), Franz Josef ­Radermacher (Universität Ulm), Karin Fuhrmann (TPA), Bernd Rajal (Rechtsanwaltskanzlei Schönherr) , Gottfried Heneis (Energy Changes), Christian Kaltenegger (CP I-Invest).

Der Steuerberater TPA veranstaltete zum sechsten Mal den „Energy Tomorrow“-Event. Mehr als 120 Personen folgten der Einladung in die Wolke 19 im Wiener Ares-Tower. Namenhafte Vertreter der Energiebranche nutzten die gebotene Plattform zum fachlichen Austausch und Netzwerken.

Wer länger lebt, braucht länger Geld

DLA Piper unterstützt Privatstiftung für Brustgesundheit +++ Caramel gewinnt SocialStart-up-Initative +++ Deloitte und Impact Hub küren beste Social Start-ups +++ Österreich nur auf Platz 21 von 33 OECD-Ländern im Women-in-Work-Index +++ Global 2000 veröffentlicht Studie über Österreichs Treibhausgasneutralität

NEUE RICHTLINIE FÜR DATENSCHUTZ STUDIE. 80 Prozent der heimischen Unternehmen stellen nicht genügend Ressourcen für den Datenschutz zur Verfügung. Gleichzeitig

Mehr als die Hälfte der Österreicher legt be-

richtig zu berechnen ist. „Gesundheit ist

sonderen Wert auf einen gesunden, nach-

zweifelsohne das höchste Gut des Men-

haltigen Lebensstil, aber nur 18 Prozent

schen. Ob das Leben im Alter nach Wunsch

haben Interesse an Finanzthemen. Die

verläuft, hängt aber neben dem Faktor Ge-

organisatorischen Herausforderun-

Menschen werden also älter, beschäftigen

sundheit auch von den finanziellen Mög-

gen. Die Unternehmen haben den

sich aber kaum mit ihrer Altersvorsoge. Zu

lichkeiten ab. Private Vorsorge ist daher

Handlungsbedarf zwar erkannt,

diesem Ergebnis kam die Studie zum „Ge-

unverzichtbar, um sich im Alter einen ent-

sundheits- & Finanzverhalten“ von Swiss

sprechenden Lebensstandard sichern und

Life Select. So konnte die Frage zur Höhe

ein langes, selbstbestimmtes Leben füh-

der aktuellen Mindestpension in Öster-

ren zu können“, gibt Christoph Obererla-

getroffen. Zu diesen Ergebnissen

reich nur von 15 Prozent richtig beantwor-

cher, Vorstandschef von Swiss Life Select,

kam die von E&Y Österreich durch-

tet werden. Hingegen kannten 82 Prozent

zu bedenken. Generell tendieren Männer

die optimalen Blutdruckwerte bei erwach-

übrigens etwas mehr als Frauen dazu, sich

senen Menschen, und sogar jeder Zweite

mit ihrer zukünftigen finanziellen Situati-

wusste, wie der Body-Mass-Index (BMI)

on auseinanderzusetzen.

61

wachsen durch die Vereinheitlichung des Datenschutzgesetzes auf EU-Ebene die technischen und

reagieren aber noch zu zögerlich. So hat die Hälfte der befragten Unternehmen noch keine internen Vorgaben bezüglich Datenschutz

geführte Befragung „Datenschutz in Österreich“. Im Mai 2018 tritt in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung in Kraft.


UMFRAGE

Ergebnis 2017

NACHHALTIGKEIT IN DER FINANZBRANCHE Das Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft wird von ­heimischen Investoren zunehmend kritisch hinterfragt. Das ergab eine neuerliche Umfrage von Der Börsianer unter 200 institutionel­ len Investoren aus Österreich im April 2017, bei der die Teilnehmer schriftlich befragt und persönliche Kommentare eingeholt wurden. TEXT INGRID KRAWARIK

D

ie Ergebnisse der dritten Umfrage

vestments mitgestalten. Von einer dop-

von Der Börsianer zeigen, dass das

pelten Dividende ist oft die Rede, da die

Thema Nachhaltigkeit im Main-

positiven Auswirkungen der Investments

stream angekommen ist. Nachhaltige In-

auf Umwelt- und Sozialthemen nicht zu

vestments sind definitiv ein Wachstums-

vernachlässigen sind. Da passt es gut ins

markt, weil sie Megatrends bedienen, die

Bild, dass sich laut Umfrage nachhalti-

uns in den kommenden Jahrzehnten be-

ge Unternehmen langfristig besser ent-

gleiten werden. Die Bedeutung am Kapi-

wickeln. Unterstützt wird dies durch die

talmarkt hat vor allem bei institutionel-

Zahlen der Unternehmensberatung RFU.

len Kunden zugenommen. Gleichzeitig

Während der Gesamtmarkt stagnierte,

mehren sich aber auch kritische Stim-

wuchs das Segment der nachhaltigen Pu-

men. Es brauche klare Definitionen sowie

blikumsfonds im Vergleich zum Vorjahr

strengere und objektivere Prüfkriterien

erneut überproportional um zwölf Pro-

der Produkte, damit das Thema nicht zu

zent und kam 2016 auf einen Marktan-

einer Farce, Stichwort „Greenwashing“,

teil von 8,6 Prozent (2015: 7,8 Prozent).

verkomme, heißt es aus den Reihen der

Richtig kritisch waren die Befragten üb-

Befragten. Die Mehrheit der Experten

rigens bei der Vergleichbarkeit nachhal-

möchte eine bessere Zukunft aktiv durch

tiger Investmentfonds, hier fehlt es an

die bewusste Auswahl nachhaltiger In-

Transparenz.

62


RENDITE

Renditeeinbußen sind weiterhin kein Thema

Hoher Vorteil

76,5 Prozent der befragten Investoren sehen bei nachhalti-

Nachhaltige Unternehmen entwickeln sich langfristig bes-

gen Investments keinen direkten Renditenachteil. Die Fi-

ser und sind dadurch wirtschaftlich erfolgreicher. Zu die-

nanzindustrie bietet nicht nur spezielle Investmentfonds,

sem Schluss kommen rund 71 Prozent der befragten 200

sondern hat im vergangenen Jahr auch eine Reihe von

Investoren, 2016 waren es nur 55 Prozent gewesen. Es pro-

zweckgewidmeten Anleihen, wie Green und Social Bonds,

fitieren jene Unternehmen, die das Thema Nachhaltigkeit

begeben. Zweifler merken an, dass viele Investoren einge-

mit all ihren Facetten als strategischen Eckpfeiler in der

schränkt sind und nur nachhaltig kaufen dürfen. „Grüne“

Geschäftspolitik verankert haben. Wichtig sei, dass Unter-

Unternehmen könnten sich deshalb günstiger über Unter-

nehmen das Thema nicht nur aus Marketinggründen, son-

nehmensanleihen finanzieren, die Rendite für den Inves-

dern aus Überzeugung leben. „SRI und Nachhaltigkeit sind

tor sei schmäler.

dehnbare Begriffe und lediglich ein Marketinginstrument. Allerorten wird mit Nachhaltigkeit Geschäft gemacht“,

BEFÜRCHTEN SIE BEI NACHHALTIGEN INVESTMENTS (SRI)

prangert ein Teilnehmer die Klassifizierungsagenturen und

­RENDITEEINBUSSEN GEGENÜBER KLASSISCHEN INVESTMENTS?

„Index-Aposteln“ an. SIND NACHHALTIGE UNTERNEHMEN LANGFRISTIG ­WIRTSCHAFTLICH ERFOLGREICHER ALS ANDERE?

JA: 23,53 % (2016: 19,20 %)

NEIN: 76,47 % (2015: 80,80 %)

JA: 70,59 % (2016: 55,20 %)

Nachhaltige Finanzprodukte sind en vogue

NEIN: 29,41 % (2015: 44,80 %)

Mehr als 80 Prozent der Befragten haben in der Vergangenheit bei nachhaltigen Finanzprodukten zugegriffen. „Ein qualitativ hochwertiges Nachhaltigkeitsprodukt bringt

Grüne Reportingstandards

eine doppelte Dividende“, schreibt ein Teilnehmer der Um-

Die Passagen bezüglich der Nachhaltigkeit in den Ge-

frage und streicht heraus, dass man mit solchen Produk-

schäftsberichten der Unternehmen bekommen wieder

ten auch für sein Gewissen und für die Umwelt Gutes tut.

mehr Aufmerksamkeit. Das liegt auch daran, dass etwa

Der Best-in-Class-Ansatz wird kritisch beäugt: „Ist der am

beim Best-in-Class-Ansatz Investoren ihren Fokus nicht

wenigsten schlimme Ölproduzent wirklich ein nachhalti-

nur auf Finanzkennzahlen legen, sondern nachhaltige In-

ges Investment?“ Generell wünschen sich viele eine kla-

formationen über das Unternehmen einholen müssen.

rere Definition: „Manche denken an ‚Umwelt und Grün‘,

In den Geschäftsberichten des Jahres 2017 werden bör-

andere sind voll auf ESG, Governance ist auch wichtig“, der

sennotierte Unternehmen neben wichtigen Daten zu ESG,

Interpretationsspielraum sollte so gering wie möglich ge-

CSR und SRI erstmals verpflichtend ihre Diversitätsstrate-

staltet werden.

gie darlegen müssen.

HABEN SIE SCHON EINMAL IN EIN NACHHALTIGES FINANZPRODUKT

LESEN SIE DIE IN GESCHÄFTSBERICHTEN INTEGRIERTEN

(FONDS, ANLEIHEN, ETFS ETC.) INVESTIERT?

­PASSAGEN ZUM THEMA NACHHALTIGKEIT?

JA: 82,69 % (77,60 %)

JA: 66,67 % (58,40 %)

NEIN: 17,31 % (22,40 %)

NEIN: 33,33% (41,60 %)

63


RENDITE

CSR und SRI wachsen

SIND NACHHALTIGE INVESTMENTFONDS FÜR SIE AUSREICHEND

100 Prozent so wie im Vorjahr sind es zwar nicht mehr. Im-

VERGLEICHBAR?

merhin beantworten aber noch 96 Prozent der Befragten die Frage, ob CSR und SRI ein Wachstumsmarkt seien, mit „Ja“. Das Megathema wird auch im Reporting der Unter-

JA: 25,49 %

nehmen immer wichtiger. Gefordert wird mehr Transparenz und klarere Vorgaben. Nachhaltigkeit sollte sich in ihrer Definition auf die ökologisch ökonomische Nutzung von

NEIN: 74,51 %

Ressourcen konzentrieren und nicht in eine Art Dogma verfallen, moniert ein Teilnehmer.

Österreich als Vorreiter IST NACHHALTIGKEIT IN DEN UNTERNEHMEN (CSR) UND BEI

Österreich hat eine Vorreiterrolle bei nachhaltigen Finanz-

FINANZPRODUKTEN (SRI) EIN WACHSTUMSMARKT?

anlagen eingenommen, schreiben einige Teilnehmer der Umfrage von Der Börsianer. 88 Prozent sind davon überzeugt, dass der Standort Österreich von einer nachhaltigen Wirtschaft profitieren kann. Um sich als nachhalti-

JA: 96,15 % (100,00 %)

ger Wirtschaftsstandort noch besser zu etablieren, müssten die Unternehmen aber noch transparenter werden und mehr als die gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen

NEIN: 3,85% (0,00 %)

ergreifen. Dazu gehört auch, Kriterien für die komplette Produktpalette zu integrieren, zum Beispiel durch eine

Die Crux mit der Vergleichbarkeit

schwarze Liste.

Drei Viertel der Befragten stehen der erstmals abgefragten Vergleichbarkeit nachhaltiger Investmentfonds kritisch

KANN DER STANDORT ÖSTERREICH VON EINER „NACHHALTIGEN

gegenüber. Das Wettrennen um die nachhaltigsten Pro-

(GRÜNEN) WIRTSCHAFT“ PROFITIEREN?

dukte führe in die Irre, meint ein Experte. Das Problem sei, dass die Kriterien, ob ein Unternehmen oder Investment als nachhaltig bezeichnet werden könne, zu unterschiedlich ausgelegt werden. Damit der Investor sieht, dass nachhal-

JA: 88,00 % (92,80 %)

tige Investments finanziellen Aufwand bedeuten, müsste man die Kennzahlen erweitern. Ein Befragter schlägt vor,

NEIN: 12,00% (7,20 %)

die Kosten für die „Nachhaltigkeitsmaßnahmen in Prozent des Gewinns“ zu publizieren.

UMFRAGEKRITERIEN

Bei der Umfrage von Der Börsianer im April 2017 wurden 200 ­österreichische institutionelle Investoren aus Branchen wie ­Banken, Fondsgesellschaften, Versicherungen, Pensionskassen und Vorsorge­kassen schriftlich befragt. Sieben Fragen konnten dabei jeweils mit Ja oder Nein beantwortet werden. Zusätzlich wurden schriftliche Kommentare eingeholt. Bei falscher oder fehlender ­Beantwortung einzelner Fragen wurde die Bewertung der jeweiligen Frage im Ergebnis nicht berücksichtigt.

64


SPAREN

Nachhaltig. RaiffeisenBanker Herbert Pupeter strampelt mit dem ­Dienstfahrrad zur Arbeit.

Z

GUTE ZINSEN, DIE SICH AUSZAHLEN

insen nahe dem Gefrierpunkt locken keinen Sparer hinter dem Ofen hervor. Da muss man sich

schon mehr einfallen lassen. Erfolgreich sind Banken, die an das ökologische und soziale Gewissen appellieren. Laut Da-

ten des Forums Nachhaltige Geldanlage (FNG) wurden 2015 in Deutschland, der Schweiz, Liechtenstein und Österreich insgesamt 326,3 Milliarden Euro nachhaltig investiert. In Österreich waren es erstmals zweistellige Milliardenbeträge, 6,3 Prozent des Gesamtmarktes. Hier sind noch nicht die Milliarden auf den nachhaltigen Sparbüchern inkludiert. Doch was ist schon nachhaltig? „Für Anleger ist es wirklich nicht leicht, nachhaltige Produkte von grün angestrichenen zu unterscheiden“, gibt Norbert

Wolf,

Geschäftsführer

der

Steyler Bank zu. „Ein Anbieter, der es mit der Nachhaltigkeit ernst meint, legt seine Kriterien offen. Außerdem gibt es eine Reihe von unabhängigen Institutionen, die sich ernsthaft mit nachhaltigen Geldanlagen auseinandersetzen.“ Die Branche vertraut neben der Expertise des FNG auch auf die Münchner Ratingagentur Oekom Research „und auf das Siegel der Ecoreporter, das sie nicht leichtfertig an jeden verleihen“,so Wolf. „Als Standard für ethische Investments

© WWW.GREGORHARTL.AT

etabliert hat sich auch der FrankfurtHohenheimer Leitfaden, der die Bedürfnisse der meisten nachhaltigen Investoren abdeckt“, ergänzt VKB-Sprecherin Nina Stögmüller. Peter Böhler, Vorstand der ehemaligen Kirchenbank Schelhammer & Schattera AG, hält wei-


FINANZPLATZ

Wenn das Sparbuch schon keinen Ertrag abwirft, lassen sich damit zumindest Umwelt- oder Sozialprojekte finanzieren. Fürs gute Gewissen gibt es eine Palette an Möglichkeiten. TEXT JULIA KISTNER

ters das Ögut-Gütesiegel für nachhal-

Sparer wollen sich derzeit nicht binden.“

rechtsverstößen, gentechnisch verän-

tige Anlageprodukte des Lebensminis-

Wen wundert es. Dafür gibt es ja auch so

derten Lebensmitteln, Rüstung, Dro-

teriums für seriös. Man sollte sich aber

wie bei klassischen Einlagen nicht allzu

gen, Embryoforschung sowie Pornogra-

nicht nur auf Ratings und Gütesiegel

viel mehr (siehe Tabelle Seite 68).

fie und finanziert mit ihren 3,9 Milliarden Euro Kundeneinlagen auch schon einmal

verlassen: „Idealerweise sollte man sich bei Interesse die Zeit nehmen und sich

Missionsbank mit Palette

bei am Markt anerkannten Spezialisten

Die Steyler Bank finanziert seit 1964

für Demeter-Bienen. Was ihren Kriteri-

informieren.“

Hilfsprojekte

in

en entspricht, prüft das GLS-Bank-Re-

Schwellen- und Entwicklungsländern.

searchteam in einem mehrstufigen Ver-

Alter Soziopionier

Dazu zählen Schulen und Gesund-

fahren. Die Einlagensicherung beträgt

Die 1832 gegründete älteste Privatbank

heitszentren. Das Finanzinstitut, das

100.000 Euro, zudem ist die GLS Bank,

Wiens vertraut auf das externe Ethikra-

dem Steyler Missionsorden in St. Au-

die 2.000 Neukunden pro Monat meldet,

ting von Oekom Research AG. Doch zuvor

gustin bei Bonn gehört, verwaltet ak-

noch der freiwilligen Sicherheitseinrich-

treffe man mit eigenen Best-in-Class-

tuell 480,7 Millionen Euro, 46,45 Milli-

tung BVL angeschlossen. Zinsen gibt es

Ausschlusskriterien eine Vorauswahl.

onen davon in Österreich. Noch bietet

auf Sparprodukte überhaupt erst ab drei

Die gesamten beim Bankhaus Schel-

die Österreichtochter nur Spareinlagen

Jahre. Österreichische Kunden nehmen

hammer & Schattera AG veranlagten

an, nicht die ganze Palette von Girokon-

auch hier für den guten Verwendungs-

536,6 Millionen Euro seien „ethisiert“,

ten über die Steyler Fair und Nachhaltig-

zweck ihrer deutschen Einlagen einen

betont Bankchef Böhler. Davon mache

Fondsfamilie bis hin zur Vermögens-

zusätzlichen steuerlichen Aufwand und

das Onlineethiksparen sechs Millio-

verwaltung. „Geplant ist, das Angebot

beim GLS-Girokonto vier Euro Gebühren

nen Euro aus. Auch nach der Übernah-

in Österreich auszuweiten“, betont je-

oder ein Prozent der Umsatzabhebung in

me von 87 Prozent der Schelhammer &

doch Steyler-Pressechef Armin Senger.

Kauf. Bei der GLS Bank kostet das Konto

Schattera AG durch die Grazer Wechsel-

Der Ethikausschuss und Anlagerat der

Plus mit Mastercard 14,50 Euro pro Mo-

seitige Versicherung AG 2015 habe sich

Steyler Bank schließt „Investitionen, die

nat. Mit der Karte erspart man sich zu-

an der grundsätzlichen Fokussierung

Mensch und Natur schaden, aus“. Auch

mindest die Abhebungsgebühren.

auf ethisch-nachhaltige Bankdienst-

Steyler arbeitet mit der Ratingagentur

leistungen nichts geändert, versichert

Oekom Research AG zusammen. Die Er-

Crowdfunding fürs Gemeinwohl

Böhler, man wolle vielmehr hier die ei-

sparnisse unterliegen der Einlagensi-

Schwungvoll hat alles 2014 mit der

gene „Marktposition massiv ausbauen.

cherung des deutschen Bankenverbands

Gründung der „Bank für Gemeinwohl“-

Das Geschäft mit der Kirche, kirchlichen

von aktuell 2,96 Millionen Euro. Deut-

Genossenschaft (BFG) begonnen, an der

und kirchennahen Institutionen ist nach

sche Zinserträge gehören in die öster-

Bürger und Unternehmer wie Choco-

wie vor Core-Business der Bank.“

reichische Einkommensteuererklärung.

latier Josef Zotter und Sonnentor-Chef

ihrer

Ordensleute

Mikrokredite oder ein neues Zuhause

Johannes

Beim nachhaltigen Anlegen sei das

Gutmann,

Wirtschaftswis-

Sparverhalten nicht anders, so Böhler:

In Bienen investieren

senschaftler wie Stephan Schulmeister

„Das Volumen täglich fälliger Einlagen

Dies gilt auch für Einlagen bei der deut-

und Max Otte, Sportler wie Toni Innau-

war in Österreich Ende 2016 mit rund

schen GLS Gemeinschaftsbank (GLS

er sowie Vereine beteiligt sind. Daraus

124 Milliarden Euro erstmals größer als

Bank). Sie sagt Nein zu Tierversuchen,

soll eine österreichische Bank entste-

jenes der gebundenen Spareinlagen von

Atomenergie, Kinderarbeit, Umwelt-

hen, deren oberste Maxime nicht maxi-

111 Milliarden Euro. Auch nachhaltige

schädigung, Arbeits- und Menschen-

maler Profit ist, sondern Fairness, Ethik,

67


FINANZPLATZ

ANLEGEN MIT GUTEM GEWISSEN Liste von Finanzinstituten und Konditionen (Reihung alphabetisch) Finanzinstitut

Produktname

Verwendung der Spargelder

Konditionen

Kontakt

Bank für Gemeinwohl

Für ökologische Landwirtschaft, Ernährung, Bildung, Gesundheitsprojekte, erneuerbare Energien, Wohnprojekte, nachhaltiges Bauen, sozial und ökologische Unternehmen

Noch keine Banklizenz

www.mitgruenden.at

Evangelische Bank

Gewinn-Sparen

Einer von vier Euro fließt in Sparlose, 25 Prozent der Losumsätze fließen in lokale kirchliche und diakonische Projekte

0,1 Prozent plus Gewinnchancen durch „Sparlos“

www.eb.de

GLS Gemeinschaftsbank

GLS-Sparbriefe

Ausschlussprinzip: nein zu Atomkraft, Menschenrechtsverstößen, Kinderarbeit

Mindesteinlage 1.000 Euro; bis 3 Jahre null Prozent, 5 Jahre 0,15 Prozent, 7 Jahre 0,25 Prozent

www.gls.de

Bankhaus ­Schelhammer & Schattera AG

EthikKapitalsparbuch

Kredite an Länder, die Umweltund soziale Kriterien erfüllen

Mindesteinlage 1.000 Euro, täglich fällig 0,01 Prozent, 1 Jahr 0,125 Prozent, 2 Jahre 0,25 Prozent, 3 Jahre 0,35 Prozent, 5 Jahre 0,5 Prozent

www.schelhammer.at

Steyler Bank

Steyler Spareinlagen

Finanzierung der Hilfsprojekte des SteylerMissionsordens überwiegend in Schwellenund Entwicklungsländern

Mindesteinlage 1.000 Euro, täglich fällig 0,01 Prozent; 1 Jahr 0,125 Prozent, 2 Jahre 0,25 Prozent, 3 Jahre 0,35 Prozent, 5 Jahre 0,5 Prozent

www.steyler-bank.de

Kredite für regionale Umwelt- und Umweltsparbuch ­ ozialprojekte wie Fotovolatikanlagen S Raiffeisen Gunskirchen und Ökobausteine oder ökosozialen Wohnbau

Täglich fällig 0,125 Prozent, 1 Jahr 0,15 Prozent, 5 Jahre 0,5 Prozent; Ökobausteine ab 1.000 Euro: 6 Jahre 1 Prozent, zehn Jahre 1,5 Prozent

www.umweltcenter.at

VKB Oberösterreich AG

3 Jahre 0,2 Prozent, sechs Jahre 0,4 Prozent

www.vkb-bank.at

Umwelt-PlusSparbuch

Kredite für regionale Umweltprojekte

QUELLE: UNTERNEHMENSANGABEN

Transparenz und Nachhaltigkeit. Finan-

Eigenkapital notwendig und eine Bank­

spiel auch Biomasse. Das müssen un-

zieren möchte man etwa Sozialkonten

lizenz, mit der man noch heuer rech-

sere Anleger akzeptieren“, erklärt Pu-

für Menschen mit geringem Einkommen

net. Gerade hat man die BfG-Crowd-

peter. Dass es sich nicht nur um einen

oder auch Umweltinitiativen.

funding-Plattform gestartet, mit der

„grünen“ Verkaufsschmäh handelt, will

Aktuell sind es mehr als 5.000 Ge-

man nur Projekte finanzieren möchte,

man mit einem eigenen Rechnungskreis

nossenschafter, weitere sind herzlich

die wirtschaftlich sind und gleichzeitig

sicherstellen, den jeder Sparer einse-

willkommen. Um eine Vollbank in Ös-

Gemeinwohlkriterien erfüllen.

hen kann. Die Zinsen sind beim Um-

terreich gründen zu können, sind sechs

weltsparbuch ident mit den Erträgen

Millionen Euro notwendig. Knapp 3,7

„Grün“ Sparen

klassischer Einlagen. „Dass man die

Millionen Euro haben die Genossen-

Hubert Pupeter, Leiter des Umweltcen-

Projekte günstiger finanzieren kann,

schafter bisher aufgebracht. Ab 200

ters der oberösterreichischen Raiffei-

liegt daran, dass wir als Bank im Schnitt

Euro ist man dabei. Bis 2018 möchte

senbank Gunskirchen, hat vor sechs

um 20 bis 25 Prozent niedrigere Span-

man zumindest eine Vorstufe erreicht

Jahren die Umweltsparbücher begrün-

nen haben als bei klassischen Auslei-

und ein Zahlungsinstitut werden, um so

det, auf denen rund 53 Millionen Euro

hungen“, erklärt Pupeter, „auch weil

zumindest ein Gemeinwohlkonto mit

Einlagen liegen. „Wir haben dabei ganz

es größere Finanzierungsprojekte wie

Kredit- und Bankomatkarte anbieten zu

klar definiert, was wir unter nachhal-

etwa Fotovoltaikanlagen um drei Milli-

können. Hierfür sind 4,5 Millionen Euro

tigen Energien verstehen, zum Bei-

onen sind.“ Als besondere Aktion gibt

68


FINANZPLATZ

es heuer die Ökobausteine, die ein öko-

„Markt wächst stärker als nicht explizit nachhalti­ ge Anlageformen.“

soziales Gemeinschaftswohnprojekt finanzieren. „Das sind sechs oder zehn Jahre gebundene Termineinlagen mit jährlicher Zinsausschüttung von ein und 1,5 Prozent“, erklärt Pupeter, „wir

PETER BÖHLER

bilden Bewusstsein.“

faches Instrument zur Finanzierung eines Projekts zur Verbesserung der Welt zur Verfügung“, erklärt Martin Winkler, Initiator von Respekt.net, die sich in Österreich als Plattform für Zeitund Geldspenden hervortut. Zwischen 2010 und 2016 wurden so 305 Projek-

weltprojekte steckt. Beim Umweltplus-

te erfolgreich finanziert. Mit Ende Ap-

Umweltprojekte finanzieren

Sparen zahlt die VKB zusätzlich zum Ba-

ril 2017 wurden insgesamt 1,63 Millio-

Auf einen grünen Fußabdruck setzt

siszinssatz noch einen freiwilligen Bo-

nen Euro gespendet. Die Abwicklungs-

auch ein anderer Oberösterreicher, die

nuszinssatz. Rund 16 Millionen Euro ha-

gebühr liegt je nach Projektgröße zwi-

Volkskreditbank AG (VKB), und das

ben VKB-Kunden nachhaltig investiert,

schen zehn Prozent bei Summen bis zu

schon seit 145 Jahren. Aus einem Um-

der durchschnittliche Kleinanleger ver-

15.000 Euro und 2,5 Prozent für Initiati-

welttopf finanziert sie Umweltprojekte

anlagt 1.500 Euro alternativ.

ven ab 50.000 Euro aufwärts. Die großen

in Oberösterreich, seit 2009 bietet sie

Vorbilder kommen aus den USA wie glo-

unter dem Titel „Sparen mit Verant-

Crowdspending als Trend

bal.giving.org, justgiving.org oder auch

wortung“ nachhaltige Sparformen an.

Eine besondere Form der Spende ist

Kiva.org. Hier können auch Kleinanle-

Vom Gesamtvolumen der eingesam-

„Crowdspending“. Hier wirft man nicht

ger Mikrokredite mitfinanzieren, die sie

melten grünen Spargelder macht sie es

einfach Münzen ein. „Damit steht je-

sich selbst aussuchen können. n

abhängig, wie viel sie in regionale Um-

der Bürgerin und jedem Bürger ein ein-

DEGIRO-172x122mm_boersainer.pdf

1

11/17/16

7:08 PM

→ DERBOERSIANER.COM/BMFSPENDENLISTE


CSR-PORTRÄTS

CSRPIONIERE Nachhaltigkeit und CSR sind bei Unternehmen längst ein Muss. Der Börsianer hat sich auf die Suche nach Vorreitern auf diesem Gebiet gemacht und stellt einige spannende CSR-Konzepte vor. TEXT FLORIAN GARTLER


Revoluzzer. Chocolatier Josef ­Zotter ist ein Pionier auf dem Gebiet des ungewöhnlichen, fair-zertifizierten Geschmacks.

INFINEON TECHNOLOGIES AUSTRIA AG BRANCHE: MIKROELEKTRONIK UMSATZ: 1.839,5 MILLIONEN EURO MITARBEITER: 3.625

S

chlagwörter wie CSR und ESG

„Es braucht den wirtschaftlichen Aspekt und soziale Verantwortung.“

sind nicht nur Phrasen, mit denen

Geschäftsberichte

aufge-

hübscht werden, sondern finden auch wegen des Drucks der Stakeholder immer mehr Aufmerksamkeit in den Ge-

OLIVER HEINRICH

schäftsmodellen der Unternehmen. Der

Welche CSR-Kon­ zepte setzen Sie als Halbleiterhersteller konkret um? – Ein wesentlicher standteil

Be-

unserer

Unternehmens-

Börsianer hat es sich deshalb zur Aufga-

politik ist seit 2005 Impres, Infineon Integrated Management

be gemacht, fünf innovative Unterneh-

Program for Environment, Energy, Safety and Health. Dar-

mer aus diesem Bereich ins Rampen-

in finden sich Prozesse, Strategien und Ziele zum Schutz von

licht zu stellen. Im Interview berichten

Mensch und Umwelt in unserem Unternehmen.

sie über ihre individuelle CSR-Strategie,

Wie messen Sie den Erfolg dieser Maßnahmen? – Wir waren das

Umsetzung, Evaluierung und Ausblicke.

erste nach der Emas-III-Verordnung validierte Unternehmen

Der Unternehmensgründer Josef Zotter

Österreichs und haben auch die ISO-14001-Zertifizierung. Wir

erklärt, warum CSR gelebt werden muss,

berichten ausführlich über unsere CSR-Maßnahmen.

um zu funktionieren. In seinem Unter-

Wie profitieren Mitarbeiter und Kunden davon? – Unsere Halb-

nehmen ist man besonders auf die in-

leiter ermöglichen unseren Kunden den Zugang zu mehr Nach-

novativen Produkte stolz. Oliver Hein-

haltigkeit, Leistung und Energieeffizienz. Darüber hinaus ist

rich, Finanzvorstand der Infineon Tech-

uns soziale Verantwortung intern und extern sehr wichtig. Seit

nologies Austria AG, ist überzeugt, dass

2014 haben wir etwa 25.000 Kinder, Jugendliche und Studieren-

es für Erfolg mehr braucht als nur wirt-

de mit unseren Aktivitäten erreicht, und unsere internationa-

schaftliche Aspekte. Diversität ist für

le Kindertagesstätte wurde auf 120 Betreuungsplätze erweitert.

ihn selbstverständlich, denn in seinem

Interne Teams zum Thema Gesundheit oder Mobility erarbeiten

Unternehmen arbeiten Menschen aus

immer wieder neue Angebote, aktuell etwa eine Mitfahr-App

mehr als 60 Nationen.

für einen grünen Weg zur Arbeit.

Albert Schmidtbauer, geschäftsfüh-

Wie wirkt sich Ihre CSR-Tätigkeit auf den Geschäftserfolg aus?

render Gesellschafter der Biogena Na-

– Der Nachhaltigkeitsgedanke prägt unsere Unternehmenskul-

turprodukte, zeigt, wie sich soziale Ver-

tur und Produktpolitik. Für den Erfolg braucht es heutzutage

antwortung positiv auf den Unterneh-

den wirtschaftlichen Aspekt sowie die soziale Verantwortung.

menserfolg auswirken kann. Bei der

Wie haben Sie das Thema Diversity in Ihrem Unternehmen um­

Brau Union Österreich AG setzt man auf

gesetzt? – Infineon setzt auf ein starkes Engagement für Frauen

langfristige CSR-Maßnahmen. Deren

in der Technik und in Führungspositionen, Internationalität und

Erfolg lässt sich für CSR-Leiterin Gab-

Generationenmanagement. Das zeigt sich durch das Gender-

riela Maria Straka an gewonnenen Prei-

Diversity-Netzwerk an unseren Standorten in Villach und Graz.

sen wie dem „Energy Globe NÖ“ able-

Auch der Carinthian International Club, ein von Infineon initi-

sen. Wichtig sei diesbezüglich, die CSR-

iertes Netzwerk für internationale Mitarbeiterinnen und Mitar-

Strategie extern zertifizieren zu lassen,

beiter in Industrie und Wissenschaft, unterstützt nachhaltig die

rät Heinz Behacker, Vorstandschef der

Integration von ausländischen Arbeitnehmern. Denn mittler-

VBV Vorsorgekasse AG.

weile arbeiten Menschen aus 60 Nationen bei Infineon Austria.

71


BRAU UNION ÖSTERREICH AG

ZOTTER SCHOKOLADEN MANUFAKTUR

BRANCHE: NAHRUNGS- UND GENUSSMITTEL UMSATZ: 707 MILLIONEN EURO MITARBEITER: 2.300

BRANCHE: ÖSTERREICHISCHER SCHOKOLADENPRODUZENT UMSATZ: 21 MILLIONEN EURO MITARBEITER: 180

„Es braucht für sinnvolle CSRProjekte einen langen Atem.“ GABRIELA MARIA STRAKA

Welche CSR-Stra­

„Wir sind bunt gemischt, ­jeder findet den ­richtigen Platz.“

tegie verfolgen Sie als

Bierbrauerin?

– Die Brau U ­ nion Österreich hat es sich zum Ziel gesetzt,

die

JOSEF ZOTTER

beste

Welche CSR-Strate­ gie verfolgen Sie? – Wir arbeiten ganzheitlich mit sozialem Respekt und ressourcenschonender Produkti-

Bierkultur für die Zukunft zu schaffen und diese nach sozialen

on. Das beginnt bei der Rohstoffbeschaffung im Süden, wo wir

und ökologischen Herausforderungen zu gestalten. Als nach-

faire Preise zahlen – weit über dem üblichen Börsenkurs für

haltig agierendes Unternehmen setzt die Brau Union Österreich

Kakao – bis hin zum Transport der Rohstoffe per Schiff und Rail

eine Reihe von Initiativen, um ihren ökologischen Fußabdruck

Cargo und im Umgang mit den eigenen Mitarbeitern bis hin zur

zu verringern und auch sozial verantwortungsvoll zu agieren.

fast energieautarken Produktion unserer Schokolade. Wir sind

Auf welche Initiativen sind Sie in Ihrem Unternehmen beson­

zu 100 Prozent Bio-zertifiziert, 100 Prozent Partner des Fairen

ders stolz? – Ein besonderes Vorzeigeprojekt ist die Grüne Brau-

Handels und Emas-zertifiziert.

erei Göss, wo neben der bereits bestehenden Solarthermie und

Wie wirkt sich das auf den Geschmack Ihrer Schokolade aus? –

Fernwärme eine Biogasanlage realisiert wurde, die den 100 Pro-

Schokolade kann ganz schön bitter schmecken, wenn sie nicht

zent nachhaltigen Brauprozess ermöglichte. Weltweit gibt es

fair gehandelt ist. Daher werden bei uns nur Bio- und Fair-

bis dato kein vergleichbares Projekt in einer Großbrauerei.

zertifizierte Rohstoffe verarbeitet. Wenn es einem Kakaobau-

Wie messen Sie den Erfolg Ihrer CSR-Tätigkeiten? – Einerseits

ern besser geht, gehe ich davon aus, dass er seine Arbeit lieber

werden die Nachhaltigkeitstätigkeiten mit diversen Kennzah-

macht, und wenn es meinen Mitarbeitern auch gutgeht, dann

len gemessen und nach kontinuierlicher Verbesserung ge-

schließt sich der Kreis, und Schokolade kann tatsächlich bes-

trachtet. Im kommunikativen Bereich geht es etwa um Be-

ser schmecken. Also zumindest mir schmeckt sie dann besser.

kanntheit, gemessen mit einer Imagestudie, im Rahmen un-

Auf welche innovativen Ideen sind Sie besonders stolz? – Auf

serer Studie für den Bierkulturbericht oder auch im Rahmen

die besonders schrägen Schokoladensorten mit Fisch, Speck

von Branchenuntersuchungen. Rund 80 Prozent der Stakehol-

oder Käse, die es sonst nirgendwo gibt. Diese muss man sich

der kennen die Grüne Brauerei Göss bei gestützter Nachfrage.

allerdings auch leisten können. Dazu braucht man treue Kun-

Als die am nachhaltigsten gebraute Biermarke Österreichs wird

den. Wie haben Sie das Thema Diversity in Ihrem Unternehmen um­

von 30 Prozent der Befragten Gösser genannt. Welche Diversity-Maßnahmen ergreifen Sie in Ihrem Unter­

gesetzt? – Wir sind hier sehr bunt gemischt, bei 180 Mitarbei-

nehmen? – Besonders bei unserer Muttergesellschaft Heine-

tern gibt es natürlich ganz unterschiedliche Charaktere mit

ken in Amsterdam, wo wir börsennotiert sind, werden selbst-

individuellen Stärken und Schwächen. Bei uns findet jeder den

verständlich alle Vorschriften punkto Frauenquote und Co ein-

richtigen Platz, an dem er seine Talente einbringen kann. Ta-

gehalten. Viele führende Funktionen sind mit Frauen besetzt.

lente zu fördern ist das Wichtigste überhaupt. Außerdem be-

Welche Tipps können Sie Unternehmen geben, die einen CSR-

treiben wir echte Behindertenintegration, nicht Bastelwerk-

Prozess starten wollen? – Wichtig sind unter anderem gute Ideen,

stätten, in denen man beeinträchtigte Leute wegsperrt.

kompetente Partner und umsetzungsstarke Verantwortliche im

Welche CSR-Tipps können Sie anderen Unternehmen mit­

Unternehmen. Es muss auch sehr langfristig gedacht werden.

geben? – CSR muss von der Unternehmensspitze bis in jede

Sinnvolle CSR-Projekte sind weder von einem Tag auf den an-

kleinste Abteilung gelebt werden, damit im Unternehmen et-

deren konzeptioniert noch umgesetzt. Hier ist oft ein langer

was bewegt werden kann. Es muss vom Herzen kommen und

Atem gefragt, aber es zahlt sich aus – für die Umwelt und auch

transparent durchgeführt werden, sonst ist der Aufwand um-

für das Unternehmen.

sonst.

72


VBV VORSORGEKASSE AG

BIOGENA NATURPRODUKTE

BRANCHE: VORSORGEKASSE UMSATZ: 28,3 MILLIONEN EURO MITARBEITER: 40

BRANCHE: GESUNDHEIT UMSATZ: 30 MILLIONEN EURO MITARBEITER: 260

„Nicht am Beginn des Weges Rich­ tung Greenwa­ shing stolpern.“ HEINZ BEHACKER

Welche Nachhaltig­

„Wer CSR nur als Business-Case ­versteht, hat CSR nicht verstanden.“

keitsstrategie ver­ folgen Sie als Vor­ sorgekasse? – Gerade bei der Veranlagung der Kun-

ALBERT SCHMIDBAUER

dengelder ist die

Welche Nachhaltig­ keitsstrategie

ver­

folgen Sie als Mik­ ronährstoffherstel­ ler? – Unsere Mission bei Biogena ist es, die Gesundheit

Integration von ESG-Faktoren in den Investmentprozess von

und das Wohlbefinden der Menschen nachhaltig zu verbessern

zentraler Bedeutung. Wir haben dazu gemeinsam mit unserem

und bei der Verfolgung dieses Ziels die Ansprüche unserer Kun-

Ethikbeirat einen Kriterienkatalog definiert, der laufend aktua-

den, Mitarbeiter und der Umwelt bestmöglich zu berücksichtigen. Hebt Sie diese Strategie von der Konkurrenz ab? – Wir haben

lisiert das Rahmenwerk für neue Investments festlegt. Wie spüren Ihre Kunden die CSR-Maßnahmen im Alltag? – Wir

schon längst auf einen 360-Grad-Blickwinkel im Management

engagieren uns beim Thema Klimaschutz, schließen Invest-

umgestellt. Vor allem der Mitarbeiterfokus unterscheidet uns

ments in Kohleförderung und -handel aus, richten die gesamte

sehr stark – wir betrachten unsere Mitarbeiter als „erste Kun-

Veranlagung seit der Gründung im Jahr 2002 nach klaren Po-

den“. Wenn wir diese begeistern können, können unsere Ide-

sitiv- und Ausschlusskriterien aus und versenden unsere Fir-

en alle erreichen.

menpost klimaneutral. Wir kommunizieren unsere CSR-Stra-

Wie wirkt sich Ihre CSR-Tätigkeit auf den Geschäftserfolg aus?

tegie via Homepage, Newsletter und Nachhaltigkeitsbericht an

– Wir wachsen seit Jahren um rund 25 Prozent jährlich und ha-

alle unsere Stakeholder.

ben seit 2010 mehr als 200 neue Arbeitsplätze geschaffen. Un-

Wie wirkt sich Ihre CSR-Strategie auf den Geschäftserfolg aus? –

sere Kunden schätzen den Mehrwert, der mit unseren Produk-

Für immer mehr Kunden ist ein glaubwürdig nachhaltiges Ver-

ten verbunden ist, und zahlen die kalkulierten Preise. Dadurch

anlagungsportfolio ein Entscheidungskriterium. Die VBV spürt

konnten wir seit der Unternehmensgründung immer ein posi-

dies im Wachstum bei allen relevanten Kennzahlen bei Verträ-

tives Betriebsergebnis ausweisen und seit kurzem sogar unse-

gen, Anwartschaftsberechtigten und Veranlagungsvolumen.

re weiteren Expansionsschritte auf Finanzmittel durch Crowd-

Bereits jedes dritte Unternehmen und jeder dritte Erwerbstäti-

Investing stützen. Unsere konsequente CSR-Orientierung hat

ge ist Kunde der VBV Vorsorgekasse.

positive wirtschaftliche Auswirkungen. Wer CSR nur als Busi-

Auf welche innovativen Ideen sind Sie besonders stolz? – Die

ness-Case versteht, hat CSR nicht vollinhaltlich verstanden.

VBV Vorsorgekasse AG war der erste Unterzeichner des Mon-

Wie sehen Ihre Aktivitäten in der Praxis aus? – Im Bereich Um-

treal Pledges im deutschsprachigen Raum und hat sich somit

welt bedeutet dies für uns C02-Neutralität in der gesamten

zur Messung, Veröffentlichung und Reduktion des CO2-Fußab-

Unternehmensgruppe. Wir fördern die Benutzung öffentli-

drucks verpflichtet. Diese Initiative wird von den Principles for

cher Verkehrsmittel, indem wir unseren Mitarbeitern die Jah-

Responsible Investment (PRI) unterstützt. Letztes Jahr wurden

restickets zahlen, wenn sie öffentlich zur Arbeit kommen, und

wir als Finanzdienstleistungsunternehmen mit dem „Österrei-

haben mehrere Fotovoltaikanlagen in Betrieb. Gleichberech-

chischen Klimaschutzpreis“ ausgezeichnet.

tigung ist für uns eine Selbstverständlichkeit, „female shift“

Welche Tipps können Sie anderen Unternehmen mitgeben? –

bedeutet für uns, dass rund 70 Prozent der Führungspositionen bei Biogena mit Frauen besetzt sind.

Tun! Nachhaltige Strategien im eigenen Geschäftsfeld, in der Lieferkette oder im Mitarbeiterbereich überlegen und umset-

Welche Diversity-Strategie verfolgen Sie als Unternehmen? –

zen. Dabei können Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichte von

Wir sind davon überzeugt, dass uns Menschen mit anderem

Unternehmen, die den Weg seit Jahren erfolgreich gehen, als

kulturellen Hintergrund, aber auch Menschen mit Beeinträch-

Ideenmotor dienen. Und: nicht am Beginn des Weges Richtung

tigungen weiterbringen und uns dabei helfen, innovative Lö-

Greenwashing stolpern!

sungen für Gesundheit und Wohlergehen zu entwickeln.

73


© FRANKHOERMANN / DPA PICTURE ALLIANCE / PICTUREDESK

DIMENSIONEN

DIE REVOLUTION DER ROBOTER

74


Die Zukunft der Automatisierung hat längst begonnen - und wird unsere Welt in zahlreichen Dimensionen beeinflussen. SchlieĂ&#x;lich gibt es kaum einen Bereich, in dem Roboter noch nicht mitmischen. TEXT RAJA KORINEK

Industriewandel. 2016 wurden weltweit mit 290.000 Industrierobotern 14 Prozent mehr installiert als im Jahr davor.


© CLAUS BRECHENMACHER & REINER BAUMANN / ABB AG

FINANZPLATZ

Automation. Der Schweizer Konzern ABB rechnet damit, dass Robotern in der digitalen Fabrik eine Schlüssel­rolle zukommen wird. Geht es nach AT Kearney, werden bis zu 45 Prozent der Jobs der Automatisierung zum Opfer fallen.

E

s war das laute Surren und das pe-

te demnächst übertroffen werden. Denn

den Erfolgszahlen der Branche an sich

netrante Rattern, das schon in der

zwischen 2017 und 2019 wird der welt-

sind wir bei ABB der Meinung, dass dem

breiten Eingangshalle der Hanno-

weite Verkauf von Industrierobotern

Roboter in der vielbeschworenen digita-

ver Messe vom vergangenen April deut-

auf 414.000 Stück ansteigen, ein Plus

len Fabrik der Zukunft eine Schlüsselrol-

lich zu hören war. Schließlich hatten sie

von jährlich zwölf Prozent, so die Pro-

le zukommt.“ Praktisch niemand käme

jede Menge zu tun, die zahlreichen Ro-

gnose. Und immer mehr Konzerne set-

künftig mehr an Robotern vorbei, wenn

boter, die an diversen Messeständen ihr

zen auf die humanoiden Kollegen. Schon

man weltweit wettbewerbsfähig, flexibel

programmiertes Können unter Beweis

2012 kaufte sich beispielsweise Amazon

und agil sein wolle. Der Konzern selbst

stellen mussten. Die Zukunft wurde da-

den Roboterhersteller Kiva. Die kleinen

baut die Sparte fleißig aus, erst im ver-

bei nicht vorgestellt. Die hat längst be-

orangen Maschinen machen die bestell-

gangenen April wurde der oberöster-

gonnen.

ten Waren im Lager ausfindig, der klas-

reichische Automationsspezialist B&R

sische Lagerarbeiter wird seither nicht

übernommen.

Allein die Statistiken lassen fulminante Entwicklungen vermuten. Laut

mehr gebraucht.

Auch die Innovationen machen freilich nicht halt. Eine neue Generation von

dem Roboterweltverband, dem International Federation of Robots, wurden 2016

Robotik als Wachstumsbranche

Robotern, die sogenannten „Cobots“,

rund 290.000 Industrieroboter weltweit

Auch bei anderen Weltkonzernen spielt

ergänzten jüngst das Portfolio, erklärt

installiert, ein Plus von 14 Prozent ge-

die Robotik eine zunehmend wichtige

Nerseth. „Sie tragen durch die einfache

genüber dem Vorjahreswert. Eingesetzt

Rolle, etwa bei der Schweizer ABB, wo

Bedienbarkeit und ihren flexiblen Ein-

werden sie am häufigsten für den Bau

der Bereich in der Division „Robotics

satz dazu bei, in neue Anwendungsfelder

von Automobilen, und das allen voran in

und Motion“ angesiedelt ist. So meint

und kleinere Betriebsgrößen hineinzu-

Asien.

etwa Per Vegard Nerseth, Leiter der glo-

wachsen.“ Gemeint sind damit Collabo-

Mit den Zuwächsen wurde nicht nur

balen Business-Unit Robotics des ABB-

rative Robots, wobei es um die Zusam-

ein neuer Rekord aufgestellt, er dürf-

Konzerns: „Neben den beeindrucken-

menarbeit zwischen Mensch und Ma-

76


FINANZPLATZ

schine geht. So hat etwa die Blue Danu-

duktspezialist für den Pictet-Robotics

von Industrierobotern, sowie die Google­-

be Robotics die sogenannte Airskin ent-

Fonds (LU1279334210 für Privatanle-

-Mutter Alphabet und Intuitive Surgical

wickelt. Jeder Roboter, der diese „Haut“

ger, LU1279334053 für Großanleger) die

aus den USA.

trägt, merkt, wenn er dabei ist, mit ei-

Entwicklungen: „Die größte Evolution

Im Credit Suisse (Lux) Robotics Equi-

nem Menschen zusammenzustoßen.

erleben wir derzeit im Gesundheitsbe-

ty Fund (LU1330433571) werden eben-

Selbst die Freizeit bleibt längst nicht

reich, etwa bei der minimal-invasiven

falls drei Themen abgedeckt. Ein Trend

von der Robotik ausgenommen. Wer in

Chirurgie, in der Roboter diese Tätig-

dreht sich rund um das „Ausführen ge-

das Henn’na-Hotel in Urayasu östlich der

keit ausüben“, meint der Pictet-Exper-

fährlicher Arbeiten“. Ein weiteres The-

japanischen Hauptstadt Tokio an der Re-

te dazu. Tatsächlich lockt die wachsende

ma ist die „Verbesserung der Lebens-

zeption mit Menschen sprechen möch-

Robotikbranche auch immer mehr In-

qualität“ durch Robotik. Beide Themen

te, wird keinen vorfinden. Unermüd-

vestmentprofis an. Im Pictet-Robotics

seien dabei relativ neu „und betreffen

lich staubsaugt zudem Roomba vom US-

Fonds werden dabei drei Hauptthemen

den nichtindustriellen Bereich. So wur-

Konzern iRobot in der Wohnung. Selbst

abgedeckt: Das eine sind die Basistech-

den dank der technologischen Entwick-

den Garten kann man für sich mähen

nologien, sogenannte „Enabling Tech-

lung Dinge möglich, die unsere Gesell-

lassen oder bald die Busfahrt von Koppl

nologies“, quasi die Zutaten und Kom-

schaft noch vor einer Dekade für bei-

in Salzburg-Land ganz ohne Chauffeur in

ponenten von Robotersystemen.

nahe undenkbar gehalten hätte, wie

Es zählen aber auch die Industrie­

der Gebrauch von Robotern für die Ent-

automatisierung sowie Konsum- und

schärfung von Bomben“, betont Seni-

Lukrative Roboterrenditen

Serviceanwendungen zum Spektrum.

or Portfolio-Manager Patrick Kolb. Al-

Mit Interesse beobachtet dabei auch

Zu den größten Positionen im Portfolio

lerdings investiert dieser Fonds rein in

Alexandre

zählen Fanuc, der japanische Hersteller

„Pure Players“ und „somit nur in Un-

die Stadt Salzburg zurücklegen.

Mouthon,

Senior

Pro-

DNB Fund – Technology. Ein Investment in die Zukunft.

DNB Fund – Technology, Wertentwicklung August 2007 – März 2017*

+290,88 %

400

Investieren Sie mit dem „DNB Fund – Technology“ (LU0302296495), einem Long-only Aktienfonds im UCITS-Mantel, in das globale Technologie-, Medien- und Telekommunikations-Universum und profitieren Sie von einem erfahrenen und stabilen Managementteam, unter der Leitung von Anders Tandberg-Johansen.

350 300 250 200 150

+131,16 % +88,03 %

100 50 0

Aug-07

Jul-09

DNB Fund – Technology

Jun-11

Mai-13

Benchmark TMT Index

Apr-15

Mär-17

Benchmark MSCI World

* Daten vom 16.08.2007 bis zum 31.03.2017 nach Abzug von Gebühren. Bitte entnehmen Sie Detailinformationen zur Benchmark dem Verkaufsprospekt.

Anlagen in Investmentfonds beinhalten stets ein finanzielles Risiko. Vergangene Erträge sind keine Garantie für künftige Erträge. Der Wert von Anlagen in Fonds kann steigen oder fallen und es kann nicht garantiert werden, dass ein Anleger den angelegten Betrag vollständig zurück erhält. Weitere Angaben sind kostenlos im Fondsprospekt, im Verwaltungsreglement und in den wesentlichen Anlegerinformationen sowie in den Jahres- und Halbjahresberichten zu finden, die unter www.dnb.no/lu verfügbar oder bei DNB Asset Management S.A., 13, rue Goethe, L-2520 Luxemburg, bei der Informationsstelle in Deutschland (DNB Bank ASA Filiale Deutschland, Neuer Wall 72, 20354 Hamburg) und bei der Vertretung in der Schweiz (CACEIS Switzerland S.A., route de Signy 35, CH-1260 Nyon) erhältlich sind. Die Zahlstelle in der Schweiz ist Crédit Agricole Suisse S.A., 4 Quai Général Guisan, 1204 Genf. Fondsanteile dürfen in den Vereinigten Staaten nicht angeboten, verkauft oder überstellt werden. DNB Asset Management S.A. ist ein Unternehmen der DNB Gruppe, eingetragen im Handels- und Gesellschaftsregister Luxemburg unter der Nummer B 34 518.

DNB Asset Management S.A. · Tel.: +352 45 49 45 1 · funds@dnb.no · www.dnb.no/lu/de


© KUKA AG

FINANZPLATZ

ternehmen, die in den drei Bereichen

nieret über das Internet ganze Portfolio-

Robotik, Automatisierung und künstli-

vorschläge, die meist über ETFs umge-

cher Intelligenz tätig sind“.

setzt werden können.

Auch in der Welt der Passivfonds gibt

Bleibt noch die Frage nach der Zukunft

es eine Investmentmöglichkeit mit dem

des Menschen, vor allem dann, wenn so-

Robo Global Robotics and Automation

wohl der Beruf als auch die Freizeit zu-

GO UCITS ETF (DE000A12GJD2) von ETF

nehmend von Robotern erledigt werden.

Securities. 40 Prozent des zugrunde lie-

Die Prognosen fallen unterschiedlich

genden Index entfallen auf Unterneh-

Robotik. Die deutsche börsennotierte Kuka AG ­gehört zu den weltweit führenden Anbietern von ­Robotiklösungen.

aus. Während man bei AT Kear­ney da-

Rest auf Unternehmen mit einem aus-

voranschreiten werden und somit eine

sierung zum Opfer fallen könnten, wenn

geprägten Geschäftsanteil darin. Für

wichtige Triebfeder für weiteres Wachs-

sich die Wirtschaft nicht auf die Zukunft

Richard Lightbound, Vorstandschef des

tum bilden könnten.

vorbereitet, sieht man beim Institut für

men, deren Hauptgeschäft mit Robotik und Automation zusammenhängt, der

mit rechnet, dass bis zu 45 Prozent aller Jobs der Automatisierung und Digitali-

Indexanbieters Robo Global, steht je-

Wer sich grundsätzlich sein Vermö-

Höhere Studien zumindest in Österreich

denfalls fest, dass die Entwicklungen

gen vollautomatisiert verwalten lassen

höchstens neun Prozent bedroht. Wohin

speziell in dem Bereich weit schneller

möchte, kann dies obendrein seinem

sich die schöne neue Welt noch entwi-

als das globale Wirtschaftswachstum

Roboadvisor überlassen: Dieser retour-

ckeln wird, bleibt also abzuwarten. n

FLORIAN HASLAUER

„MASCHINENSTEUER VERHINDERT INVESTITIONEN“ Auto­matisierung mehr Arbeitsplätze weg­

meter pro Stunde gefahren. Dabei muss-

fallen als geschaffen werden? – Es wird zu

te auf den Straßen Londons immer ein

globalen Verschiebungen kommen. Al-

Fahnenschwenker vor den Autos laufen,

lein in den vergangenen zwanzig Jah-

damit Fußgänger nicht erfasst werden.

ren haben Volkswirtschaften wie Chi-

Heute klingt das skurril. Aber in Zukunft

na als globale Werkbank profitiert, da

werden wir es vielleicht ebenso paradox

sie aufgrund der niedrigen Arbeitskos-

finden, wenn hinter dem Lenkrad über-

Der Partner bei AT Kear­ney glaubt nicht,

ten viel an Wertschöpfung gewonnen

haupt ein Fahrer sitzt.

dass der Mensch vollkommen durch Ma-

haben. Künftig werden jene profitieren,

schinen ersetzt wird. Österreich soll-

die es schaffen, diese Veränderungen

Auf volkswirtschaftlicher Ebene wird es ver­

te bei der Transformation rechtzeitig

durch den Einsatz von Robotern für sich

mutlich mehr Arbeitslose zu bezahlen ge­

Chancen ergreifen.

zu nutzen, um damit die Wertschöpfung

ben. – Das glaube ich nicht. Allein in der

wieder ins Land zu bringen. Und da sollte

Landwirtschaft waren vor gut 100 Jahren

Herr Haslauer, Ihrer Studie „Wertschöp­

Österreich seine hervorragenden Chan-

mehr Menschen tätig als heute. Deshalb

fung 4.0“ zufolge sind bis 2040 allein in

cen nutzen.

gibt es nicht mehr Arbeitslose, sondern

FLORIAN HASLAUER MANAGING DIRECTOR AT KEARNEY ÖSTERREICH

Österreich gut 44 Prozent der Arbeitsplätze

die Kinder der Landwirte haben eine an-

aufgrund der Automatisierung gefährdet.

Wie kann ein vernünftiger Einsatz von Ro­

dere Ausbildung gemacht. Die Automati-

Müssen wir uns vor Robotern fürchten? –

botern aussehen? Stößt dieser nicht auch

sierung ist nichts Neues. Auch im Bank-

Nein, sondern wichtig ist ein klarer Blick

einmal an seine Grenzen? – Dort, wo es

bereich werden weniger Mitarbeiter ge-

auf die künftige Entwicklung. Hier müs-

wirtschaftlich sinnvoll ist, wird der

braucht. Es verschieben sich die Ar-

sen sich die Politik, die Unternehmen,

Mensch durch Robotik ersetzt werden,

beitsbilder, manche verschwinden, neue

aber auch die Gesellschaft gleicherma-

das geschieht aber schrittweise. Außer-

kommen hinzu.

ßen rechtzeitig darauf vorbereiten.

dem wird der Mensch in Zukunft anders eingesetzt werden. Nehmen Sie die ers-

Und wo sehen Sie Potenzial für neue Ar­

Besteht nicht die Gefahr, dass eine Volks­

ten Autos Anfang des 20. Jahrhunderts

beitsplätze? Nicht jeder kann Mechatronik

wirtschaft verliert, wenn aufgrund der

her, sie sind gerade einmal zehn Kilo-

studieren. – In der Gesundheit und in der

78


FINANZPLATZ

Pflege wird es ebenso neue Jobs geben wie

ringert werden. Anstatt halbfertige Teile

den Wohlstand aber zu sichern, muss al-

in der Bildung, um weitere Beispiele zu

für die Produktion muss man sich dann

lein dieses Niveau erhalten bleiben. Die

nennen. Dabei werden in Zukunft auch

bloß die Zutaten für den Drucker liefern

Struktur wird sich ändern, und es wird

niedrige Arbeitskosten kein Thema mehr

lassen. Wichtig werden eine gute Soft-

mehr Teilzeitjobs geben.

sein. Viel wichtiger wird es sein, gut aus-

ware und geschickte Programmierer für

gebildete Mitarbeiter zu gewinnen, um

den Drucker sein. Und die Produktion

Eine Robotersteuer könnte ja Geld in die

Roboter zu steuern. Dann wird man die

kann wieder verstärkt dezentral in den

öffentlichen Kassen spülen. – Eine soge-

Produktion sowie die Wertschöpfung von

Städten stattfinden. Große Produktions-

nannte Maschinensteuer würde Investi-

den Billiglohnländern etwa zurück nach

hallen am Stadtrand würden weniger ge-

tionen in Roboter verhindern. Das würde

Österreich holen können. Die einfachen

braucht werden.

die Standortattraktivität von Österreich negativ beeinflussen. Aber eine Ver-

Tätigkeiten, die jetzt dort verrichtet werden, können dann hierzulande von Ro-

Was halten Sie von der Diskussion über ein

schiebung der Besteuerung von mensch-

botern übernommen und hochwertige

Grundeinkommen für alle, unabhängig von

licher Arbeit hin zur stärkeren Besteue-

Jobs von qualifizierten Mitarbeitern er-

Arbeit? Scheinbar lässt sie sich ohnedies zu­

rung von Wertschöpfung sehe ich als

ledigt werden. Zudem kommen laufend

nehmend durch Roboter ersetzen. – Allein

möglichen Weg. Mit der Umsatzsteu-

neue Technologien dazu, die den Prozess

2015 wurden rund 6,7 Milliarden bezahlte

er gibt es diese Wertschöpfungssteuer

beschleunigen, etwa das 3-D-Drucken.

Arbeitsstunden in Österreich verrichtet,

schon heute, man bräuchte keine neue

4,1 Million Menschen waren dabei be-

Steuer erfinden. Insgesamt ist die Steu-

Wird damit auch die moderne Logistik, die

schäftigt. Zehn Jahre davor lag die Zahl

erquote schon sehr hoch, eine weitere

stark auf zeitnaher Lieferung ausgerichtet

noch bei 3,7 Millionen Beschäftigten. Wir

Erhöhung würde Österreich im Rennen

ist, obsolet? – Die moderne Lagerhaltung

steuern also nicht auf eine Freizeitge-

um neue Arbeitsplätze und Technologi-

könnte wegfallen, Logistikkosten ver-

sellschaft zu. Um das Sozialsystem und

en benachteiligen. n

Lieblingsfach: Grüne Geldanlage Geht es um nachhaltiges Investieren, dann zeigen unsere Fondsmanager als erste auf. Ökologische und soziale Standards mit attraktiven Ertragschancen zu kombinieren ist ja auch ein spannendes Thema. Setzen Sie auf die Managementqualität des Klassenbesten und informieren Sie sich jetzt auf kepler.at KEPLER Ethikfonds – wenn Atomkraft, Kinderarbeit oder Gentechnik für Ihre Geldanlage tabu sind. Diese Marketingmitteilung stellt kein Angebot, keine Anlageberatung, Kauf- oder Verkaufsempfehlung, Einladung zur Angebotsstellung zum Kauf oder Verkauf oder Finanzanalyse dar. Sie ersetzt nicht die Beratung und Risikoaufklärung durch den Kundenberater. Aktuelle Prospekte sowie die Wesentlichen Anlegerinformationen – Kundeninformationsdokument (KID) sind in deutscher Sprache bei der KEPLER-FONDS KAG, Europaplatz 1a, 4020 Linz, den Vertriebsstellen sowie unter www.kepler.at erhältlich.

www.kepler.at


SEITENBLICKE

PRO & KONTRA

DEKARBONISIERUNG: IST DER TREND ZU KURZSICHTIG? den Kepler Ethik Fonds haben wir als ers-

PRO

ten Schritt in Richtung Dekarbonisa­tion die

Ausschlusskriterien

Umweltverhalten,

kontroverses

Hochvolumen-Fra-

cking ab null Prozent Umsatzanteil sowie Produktion und Verarbeitung von Kohle und Öl in Summe ab zehn Prozent Um-

„Indirekte Emissionen werden großteils ignoriert.“ KRISTINA RÜTER

Das Ziel des 2016 in Kraft getretenen Pa-

satzanteil aktiviert.“ Bei Unternehmen,

sätzlich positiv. Man warnt allerdings

riser Klimaabkommens ist klar: die Re-

die nicht gegen diese Ausschlusskriteri-

ebenfalls vor den Risiken, die sich für

duktion der Erderwärmung auf unter

en verstoßen, wird Fortschritt und Inno-

Anleger ergeben. So bezeichnet man

zwei Grad. Um das zu erreichen, bedarf

vation im Bereich Energieeffizienz aller-

Transparenz im Bezug auf CO2-Emissio-

es eines grundlegenden Strukturwan-

dings große Bedeutung beigemessen.

nen nur als ersten Schritt eines adäqua-

dels der Wirtschaft. In diesem Kontext

Karl Schellmann, Energie- und Klima-

ten Umgangs mit den sich verändernden

ist das Stichwort Dekarbonisierung in

sprecher des WWF Österreich, sieht die

Begebenheiten. „Indirekte Emissionen

aller Munde. Der Börsianer hat den heiß-

Dekarbonisierung

Notwendigkeit,

und damit verbundene Risiken, die ent-

diskutierten Trend näher unter die Lupe

um die Pariser Klimaziele zu erreichen.

lang der gesamten Wertschöpfungsket-

genommen und sich auf Seite 27 mit der

Außerdem fordert er zum Schutz der An-

te anfallen und ebenfalls im Verantwor-

Thematik befasst. Die zentrale Frage ist,

leger regulative Maßnahmen. „Laut ei-

tungsbereich der Unternehmen liegen,

ob die CO2-Bilanz eine geeignete Kenn-

ner aktuellen internationalen Studie von

werden größtenteils ignoriert. Emissi-

zahl für die Unternehmensbewertung ist.

Arabella Advisors ist der Vermögenswert

onen bei der vorgelagerten Rohstoffge-

Ja, sagt dazu Florian Hauer, Fondsma-

jener Akteure, die sich zu Divestment

winnung und -verarbeitung, in der Lie-

nager des Kepler Ethik Aktienfonds. „In

aus fossiler Energie bekennen, auf 5.000

ferkette, im Transport und Vertrieb so-

Milliarden US-Dollar gestiegen. Wäh-

wie bei der Nutzung und Entsorgung der

rend fossilfreie Angebote noch einen

Produkte können jedoch, je nach Ge-

minimalen Anteil des österreichischen

schäftsmodell und Position in der Wert-

Fondmarktes ausmachen, ist auch hier-

schöpfungskette, bis zu 90 Prozent des

zulande mehr Transparenz vonnöten.“

tatsächlichen Fußabdrucks ausmachen“,

„Die Finanz­ wirtschaft muss Teil der Transfor­ mation werden.“ KARL SCHELLMANN

als

Auch bei der Oekom Research AG

gibt Kristina Rüter, Head of Research bei

sieht man die Dekarbonisierung grund-

der Oekom Research AG, zu bedenken. n

80


SEITENBLICKE

Immer mehr Portfoliomanager setzen auf den Trend der ­Dekarbonisierung. Kritiker hinterfragen die CO2-Emission als geeignetes Ausschlusskriterium und warnen vor der ­Verteufelung innovativer Unternehmen. Was ist der richtige Weg? Der Börsianer hat die Meinungen von Assetmanagern, NGOs und Ratingagenturen gegenübergestellt. TEXT FLORIAN GARTLER

„CO2-­Ausstoß nicht als Aus­ schlusskriterium definieren.“ JÖRG MOSHUBER

und Unternehmen entstehen. Stattdessen rät Thomas Deser, Portfoliomanger bei Union Investment: „Es gibt eine Alternative zum ‚harten‘ Divestment. Dabei versuchen die Investoren, durch ei-

KONTRA

nen konsequenten Engagementansatz im Dialog mit dem Management Einfluss

Die Kritiker stellen sich keineswegs ge-

auf die künftige Ausrichtung eines Un-

bare Energie erreicht werden, sondern

gen eine Dekarbonisierung. Sie weisen

ternehmens auch aus klimaschutzpoli-

vor allem durch die effizientere Nutzung

aber darauf hin, dass die CO2-Bilanz von

tischer Sicht zu nehmen. Divestments

von Energie. Zudem kann der CO2-Aus-

Unternehmen als Ausschlusskriterium

bleiben als Ultima Ratio weiterhin mög-

stoß von Unternehmen immer nur ein

zu kurzsichtig ist. Stattdessen setzt man

lich. Durch ein solches Vorgehen werden

Teil des Research-Prozesses sein. Zur

auf eine umfassende Beurteilung von

für den Investor nicht nur Risiken be-

Bewertung der Nachhaltigkeit eines Un-

positiven und negativen Aspekten. So

grenzt, sondern auch neue Chancen er-

ternehmens sind neben der umweltspe-

will man eine Abwärtsspirale durch Ver-

öffnet und gleichzeitig der Klimaschutz

zifischen Analyse auch die Bewertung

mögensabflüsse verhindern, die sowohl

unterstützt.“

nach sozialen und gesellschaftlichen

Investoren als auch Unternehmen schaden könnte.

Auch Jörg Moshuber, Fondsmana-

Aspekten und die Bewertung der Unter-

ger des österreichischen Pioneer Ethik

nehmensführung unerlässlich.“ Darü-

Bei Union Investment räumt man ein,

Fonds, ist kein Freund der CO2-Bilanz

ber hinaus gibt er zu bedenken, dass die

dass Dekarbonisierung ein Trend ist, mit

als Ausschlusskriterium. Er meint: „Im

CO2-Bilanz von Unternehmen immer

dem sich jeder Asset-Manager beschäf-

Rahmen der Dekarbonisierung bevorzu-

nur im Vergleich zum jeweiligen Sektor

tigen muss. Man ist sich der steigen-

ge ich es, den CO2-Ausstoß nicht als Aus-

gesehen werden kann. n

den Risiken und sinkenden Profite durch

schlusskriterium zu definieren, sondern

fossile Investments bewusst. Dennoch

im Rahmen von Positivkriterien die Am-

warnt man vor unüberlegten „Divest-

bitionen von Unternehmen, den CO2-

ments“. Also dem Abziehen von Kapi-

Ausstoß zu reduzieren, mit einzubezie-

tal aus solchen Unternehmen. Dadurch

hen. Denn die ehrgeizigen CO2-Ziele von

könnte ein ungerechtfertigter Preisver-

Paris können nicht ausschließlich durch

fall mit Auswirkungen auf Investoren

den Umstieg von fossiler auf erneuer­

81

„Dialog mit Management statt harte Divestments.“ THOMAS DESER


MEINUNGEN

GASTKOMMENTAR

→ VITA KONRAD PESENDORFER GENERALDIREKTOR STATISTIK AUSTRIA

WOHLSTAND VERMESSEN

Für seine Mitarbeiter ist der ­promivierte Wirtschafts­ wissenschaftler (48) fast immer erreichbar. Abgeschaltet wird beim Kultur­genuss oder bei der gemeinsamen Zeit mit der Familie. Als Kind wollte er Musiker werden und frönte dieser Leidenschaft auch im Studium der Jazzgitarre am Konservatorium Wien. An seiner Arbeit genießt der gebürtige Wiener die Vielseitigkeit und Relevanz.

In Österreich braucht es ein breiteres Verständnis der ­Wohlstandsentwicklung der Gesellschaft, sagt der Ökonom Konrad Pesendorfer. Dafür muss das BIP um ökologische und soziale Kennzahlen erweitert werden.

Oft wird der materielle Wohlstand eines

men aufzuzeigen. Um die Lebensquali-

ökonomische Entwicklungsstand eines

„Wohlstandsmessung braucht mehr als den Blick auf das BIP allein.“

Landes kann daran auch gut abgelesen

KONRAD PESENDORFER

zungsgefährdung und der Arbeitslosen-

Landes mit der Höhe des Bruttoinlandsprodukts (BIP) assoziiert. Zumindest der

tät möglichst breit darzustellen, werden bei „Wie geht’s Österreich?“ objektiven Daten wie der Armuts- oder Ausgrenquote subjektive Ergebnisse aus Befra-

werden. Tatsächlich ist das BIP immer noch die verbreitetste Kennzahl wirtschaftlicher Aktivität. Als

gungen, etwa hinsichtlich des Gesundheitszustands oder der

zentrale Kennziffer für die Produktionsseite der Wirtschaft

physischen Unsicherheit, gegenübergestellt. Der Schlüsselin-

findet sich das BIP auch im Indikatorenset „Wie geht’s Ös-

dikator (subjektive) Lebenszufriedenheit misst beispielswei-

terreich?“, einem Projekt der Statistik Austria, wieder. Inwie-

se, wie eine Person ihr Leben insgesamt bewertet; der Begriff

fern lässt sich aber der materielle Wohlstand der Bevölkerung

„Leben“ umfasst somit sämtliche Lebensbereiche dieser Per-

durch andere, ergänzende Kennzahlen besser beleuchten?

son zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Grundlegende Informationen zum materiellen Wohlstand

Die Nachhaltigkeit von Wohlstand hängt davon ab, ob er an

werden bereits im umfassenden System der Volkswirtschaft-

künftige Generationen weitergegeben werden kann. Wohl-

lichen Gesamtrechnungen (VGR) erfasst. Es bedarf einerseits

stand und Fortschritt lassen sich daher erst durch die Ein-

einer expliziteren Darstellung einzelner Bereiche der VGR, an-

beziehung der Umweltperspektive – etwa Auswirkungen des

dererseits ist es aber auch wichtig aufzuzeigen, welche Grup-

Ressourcenverbrauchs oder der Schadstoffbelastung – um-

pen vom Wirtschaftswachstum mehr und welche weniger pro-

fassend beurteilen. „Wie geht’s Österreich?“ enthält dem-

fitieren – also die Verteilung von Wohlstand und Lebensquali-

gemäß Informationen über Material- und Energieverbrauch,

tät zu beleuchten. Für die privaten Haushalte stehen neben den

Emissionen von Treibhausgasen und Feinstaub sowie über das

verfügbaren Einkommen auch die vom Staat und von privaten

Verkehrsaufkommen in Österreich.

Organisationen ohne Erwerbszweck bereitgestellten sozialen

Eine Bewertung der Entwicklung der Schlüsselindikatoren

Sachtransfers (vor allem Gesundheits- und Bildungsdienst-

wird jährlich von externen Expertinnen und Experten aus un-

leistungen) zur Verfügung. Datenquellen wie die EU-Statis-

abhängigen Forschungsinstitutionen (IHS, Seri, UBA, Wifo,

tik über Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC) wer-

WU) vorgenommen und soll die Politik dabei unterstützen,

den herangezogen, um die Verteilung von Haushaltseinkom-

etwaige Handlungserfordernisse rasch zu erkennen. n

82


Finanzb

log

FOL AUF ME GE MIR IN FACEBO ER WEBSITE, OK & TW ITTER

WER ICH BIN? EINER VON EUCH! Ich bin der Börsianer, deine einzig verlässliche Quelle über das Leben am rot-weiß-roten Finanzplatz. Ich kenne die heißesten Geschichten und kommentiere sie für dich.

INFORMIERT BLEIBEN: • Adhoc-Alert bei Breaking News • 14-täglich Newsletter-Briefing

www.derboersianer.com


SEITENBLICKE

SO DENKT DIE POLITIK

DIVERSITÄT: Der Börsianer wollte von den Parlamentsparteien wissen, wie man Diversität in Unter­ nehmen vorantreiben kann. TEXT FLORIAN GARTLER

SPÖ

ÖVP

Cornelia Ecker Sprecherin für KMUs

Peter Haubner Wirtschaftssprecher

Inwiefern ist es Aufgabe der Politik, Diver­

Inwiefern ist es Aufgabe der Politik,

sität in Unternehmen zu fördern? - Das,

­Diversität in Unternehmen zu fördern? -

ortugal will die Vergabe von staat- was die Politik tun muss, ist für glei-

Den optimalen Mix an Mitarbeitern zu

lichen Aufträgen und Subventio- che Chancen zu sorgen. Ein wesentli-

finden ist eine große Herausforderung

nen zukünftig von Diversitätskri- cher Aspekt dabei ist die Einhaltung des

für jeden Unternehmer Österreichs. Die

terien abhängig machen. Als Vorbild für Verbots von Diskriminierung sowie der

dafür nötige Unterstützung bekommen

diesen Plan gilt Island, dort soll die Un- Ausbau des Diskriminierungsschutzes.

Arbeitgeber zum Beispiel in geförderten

gleichbezahlung nach Ethnie, Nationa- Es geht aber auch darum, die Unterneh-

Diversity-Beratungen, etwa im Wirt-

lität oder Geschlecht bis 2022 ganz ab- men zu ermutigen, die bestehende Di-

schaftsförderungsinstitut. Unser Ziel

geschafft sein. Es stellt sich die Frage: versität der Gesellschaft in ihrer Perso-

beim Thema Diversität ist es, einer-

Braucht es überhaupt eine Einmischung nalentwicklung zu berücksichtigen.

seits die Vorteile aufzuzeigen und an-

P

der Politik? Sollte man die Verantwor-

Was halten Sie davon, Förderungen von

tung bei den Unternehmen belassen? der Umsetzung von Diversitätsmaßnahmen

dererseits für Chancengerechtigkeit zu ­sorgen.

Die ÖVP macht sich für Chancengleich- abhängig zu machen? - Quoten sind na-

Was halten Sie davon, Förderungen von

heit stark. Für die SPÖ sind Quoten ein türlich ein Instrument, um die Diver-

der Umsetzung von Diversitätsmaßnah­

legitimes Mittel, um diese zu erreichen. sität in Unternehmen zu erhöhen. Bei-

men abhängig zu machen? - Bei der För-

Die Neos lehnen diese strikt ab. Die Grü- spiel Frauenquoten in den Aufsichts-

dervergabe sind auf jeden Fall stets dem

nen wollen öffentliche Förderungen von räten von staatsnahen Unternehmen.

jeweiligen Förderzweck entsprechende

Diversitätsmaßnahmen abhängig ma- Und: Im neuen Arbeitsprogramm der

Kriterien heranzuziehen, die die Treff­

chen. Beim Team Stronach setzt man Regierung gibt es die Einigung, dass ab

sicherheit der Förderung besser ge-

auf flexiblere Arbeitszeitmodelle. Die 1. 1. 2018 eine Frauenquote von 30 Pro-

währleisten.

FPÖ hat nicht rechtzeitig auf die Anfra- zent in börsennotierten und Unternehge von Der Börsianer reagiert.

Gibt es Grenzen für die Diversität? -

men mit mehr als 1.000 Mitarbeitern

Die Politik muss geeignete Rahmenbe-

wirksam wird.

dingungen schaffen, die es den Unter-

Gibt es Grenzen für die Diversität? -

nehmen ermöglichen, im Wettbewerb

Wenn damit der Beschäftigungsbonus

zu reüssieren. Da stellt sich, etwa beim

angesprochen ist: Hier geht es darum,

Stichwort Fachkräftemangel, eher die

dass Arbeitssuchende in Österreich via

Frage, ob es gelingt, qualifiziertes Per-

Förderung der Lohnnebenkosten leich-

sonal zu finden. Deshalb braucht es un-

ter einen Job finden. Das schränkt die

ter anderem rasch weitere Vereinfa-

Diversität nicht ein und hat nichts damit

chungen bei der Rot-Weiß-Rot-Karte

zu tun, ob die hier lebenden Arbeitssu-

sowie eine bedarfsorientierte Liste der

chenden Inländer oder Ausländer sind.

Mangelberufe.

84


SEITENBLICKE

NICHT NUR LEERE WORTE GRÜNE Ruperta Lichtenecker Wirtschafts- und Forschungssprecherin

TEAM STRONACH

NEOS

Robert Lugar Klubobmann

Sepp Schellhorn Wirtschaftssprecher

Inwiefern ist es Aufgabe der Politik, Diver­

Inwiefern ist es Aufgabe der Politik, Diver­

Inwiefern ist es Aufgabe der Politik, Di­

sität in Unternehmen zu fördern? - Vie-

sität in Unternehmen zu fördern? - Es ist

versität in Unternehmen zu fördern? - Wir

le erfolgreiche Unternehmen setzen auf

ganz sicher nicht die Aufgabe der Poli-

Neos glauben, dass Diversität ein wich-

Diversität als Ressource für Kreativität

tik, sich darum zu kümmern. Den Un-

tiges Thema ist, sowohl für Unterneh-

und Innovation. Die Aufgabe der Politik

ternehmen muss es freigestellt sein,

men als auch für die gesamte Gesell-

ist es, ideale Rahmenbedingungen für

sich selbst das am besten geeignete

schaft. Deshalb müssen wir Rahmen-

Chancengleichheit und Gerechtigkeit zu

Personal auszusuchen. Allerdings muss

bedingungen schaffen, damit jede und

schaffen – für alle Menschen, unabhän-

sichergestellt werden, dass der Lohn

jeder ihre und seine Potenziale entfal-

gig von Herkunft, Religion, Geschlecht,

für Männer und Frauen bei gleicher Tä-

ten kann. Daraus resultiert auch ein ge-

Lebensform, Alter und Behinderungen!

tigkeit gleich hoch ist.

samtwirtschaftlicher Nutzen. Wir sind

Was halten Sie davon, Förderungen von

Was halten Sie davon, Förderungen

als liberale Bürger-und-Bürgerinnen-

der Umsetzung von Diversitätsmaßnahmen

von der Umsetzung von Diversitätsmaß­

Bewegung allerdings kritisch, wenn es

abhängig zu machen? - Unternehmen,

nahmen abhängig zu machen? - Quoten

darum geht, diese Diversität in Unter-

die öffentliche Förderungen erhalten,

helfen den Frauen nicht. Viel entschei-

nehmen zu erzwingen.

müssen frei von jeglicher Diskriminie-

dender ist, dass das Umfeld passt. Fa-

Was halten Sie davon, Förderungen

rung sein. Selbstverständlich müssen

milie und Beruf müssen miteinander

von der Umsetzung von Diversitätsmaß­

sich alle Unternehmen an die Antidis-

vereinbar sein. Dahingehend wäre es

nahmen abhängig zu machen? - Wir leh-

kriminierungsgesetze halten. Anreize

wichtiger, statt Quoten flexiblere Ar-

nen Quoten grundsätzlich ab, weshalb

und Förderungen, die die Vielfalt in Un-

beitszeitmodelle, ein vermehrtes An-

wir diese auch nicht als Maßstab für

ternehmen stärken, wie zum Beispiel

gebot von Homeoffice oder geeignete

die Förderungswürdigkeit heranziehen

Diversitätsmanagement, halte ich für

Kinderbetreuungsplätze etwa in Form

möchten. Das bedeutet aber nicht, dass

klug und wichtig.

von Betriebskindergärten zu schaffen.

wir Förderungen für mehr Diversität ablehnen.

Gibt es Grenzen für die Diversität? - Di-

In diesen Punkten gab und gibt es si-

versität, die ein gutes Zusammenleben

cher Nachholbedarf. Letztendlich ist

Gibt es Grenzen für die Diversität? -

trägt, unterliegt keinen Grenzen. Das

das auch einer der Gründe, warum bei

Aus unserer Sicht sind die Grenzen der

Ausländerbeschäftigungsgesetz

manchen Jobs der Frauenanteil gering

Diversität dort, wo der Staat mit Ge-

ist.

setzen oder Förderungen explizit ver-

sieht

bereits jetzt einen Vorrang inländischer Arbeitnehmer gegenüber Drittstaatsan-

Gibt es Grenzen für die Diversität? -

sucht, aufgrund unterschiedlicher Per-

gehörigen vor. Ich halte es für wichtig,

Selbstverständlich gibt es Grenzen für

sonenmerkmale eine Diskriminierung

die Grundfreiheiten der EU zu wahren –

die Diversität. An und für sich soll-

vorzuschreiben. Zum Beispiel werden

diese sind zum Wohle der Gesellschaft

te nur nach Qualifikation entschieden

mit dem Beschäftigungsbonus EU-

und leisten einen wichtigen Beitrag zur

werden. Die Leistung muss zählen, un-

Bürger und –Bürgerinnen explizit dis-

wirtschaftlichen Entwicklung.

geachtet von Herkunft und Geschlecht!

kriminiert.​​

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SEITENBLICKE

BÖRSENTALK

FORUM IMPACT INVESTMENT 2017

Harald Mahrer (Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft) bedauerte, dass es in ­Österreich nie gelungen sei, einen funktionierenden Kapitalmarkt auf die Beine zu stellen.

BANKHAUS SCHELHAMMER & SCHATTERA AG 3. FORUM IMPACT INVESTMENT Uli Grabenwarter (Europäischer Investitionsfonds) verdeutlichte, dass es beim ­Impact Investment ­darum geht, das eingesetzte Kapital wieder zurückzubekommen und neu zu investieren.

25. APRIL 2017 PALAIS ESTERHAZY, WIEN

Beim dritten Forum Impact Investment ging es um europäische Best-Practice-Beispiele im Kampf gegen den Klimawandel. Der vom Bankhaus Schelhammer & Schattera AG, dem Umweltbundesamt und dem Ökosozialen Forum veranstaltete Event diente als Diskussionsplattform für Herausforderungen und Lösungsansätze. BEWERTUNG

Location Publikum Georg Lemmerer (Bankhaus Schelhammer & Schattera Christin ter Braak-Forstinger (PVA Advisory) AG) gab in seinem Vortrag einen Einblick in die hat das dritte Forum Impact Investment gekonnt Welt des Impact Investments. moderiert.

86

Inhalt/Redner Börsenfaktor


SEITENBLICKE

ERFOLGREICHER CSR-TAG

Corinna Milborn (Puls4) moderierte den „Visions-Talk“ zwischen Christoph Neumayer (Industriellen­vereinigung), Selma Prodanovic (1millionStartUps), Christoph Schneider (Wirtschaftskammer Österreich) und Ursula Simacek (Respact).

RESPACT 11. CSR-TAG 15. SEPTEMBER 2016 BROTFABRIK, WIEN

Harald Mahrer (Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft) lieferte ein Kick-off mit dem ­Thema „Motivieren, begeistern, umsetzen“.

Daniela Knieling und Werner Wutscher (beide Respact) sind stolz, dass es immer mehr Unternehmer gibt, die sich an neue Denkweisen wagen.

300 Gäste diskutierten beim elften ­Kongress für verantwortungsvolles Wirtschaften über unternehmerische Verantwortung und Chancen für eine nachhaltige Entwicklung. Am 15. September 2016 standen vor allem die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen im Mittelpunkt.

BERICHTSOSCAR

An der von Karin Bauer („Der Standard“) moderierten ­Podiumsdiskussion zum Thema „Diversity“ nahmen Vera Budway (Erste Group Bank AG), Manfred Wondrak ­(Factor-D Diversity Consulting), Hans ­Peter Weiss ­(Bundesimmobilien) und Eduard Winter (Wiener Linien) teil.

ASRA 17. AUSTRIAN SUSTAINABILITY REPORTING AWARD (ASRA) 10. OKTOBER 2016 INDUSTRIELLENVEREINIGUNG, WIEN

Von 38 Einreichungen gewannen 14 Unternehmen den Preis für die besten österreichischen Nachhaltigkeitsberichte. Die RZBGruppe (jetzt Raiffeisen Bank International AG) sicherte sich den ersten Platz in der Kategorie „Nachhaltigkeitsbericht großer Unternehmen“. Wie schon im Vorjahr gelang der Palfinger AG ein Sieg in der Kategorie „Integrierte Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichte“. Die Gewinner der fünf Kategorien Integrierter Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht, Nach- Im Anschluss wurde in der Industriellenvereinigung über haltigkeitsbericht großer Unternehmen, Nachhaltigkeitsbericht Klein- und Mittelbetrieb, die steigende Tendenz zur Erstellung von NachhaltigNachhaltigkeitsbericht gemeinnütziger Organisationen und GRI-Erstbericht. keitsberichten g ­ esprochen.

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SEITENBLICKE

BÖRSENTALK

EINE GLOBALE INITIATIVE GLOBAL COMPACT NETZWERK ÖSTERREICH GLOBAL COMPACT EXECUTIVE MEETING 24. NOVEMBER 2016 ERSTE CAMPUS, WIEN

Bei der Abendveranstaltung der größten ­Initiative für Unternehmensverantwortung hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, über aktuelle Entwicklungen zu sprechen. Im F ­ okus standen die 17 „Sustainable Development Goals“ der Vereinten Nationen, die Anfang 2016 in Kraft traten. Außerdem stellten fünf österreichische „SDG Pioneers 2016“ ihre innovativen und nachhaltigen Geschäftsmodelle vor.

Robin Rumler (Pfizer ­Corporation Austria), D ­ aniela Knieling (Respact), Walter Wiedenbauer (Sto), Willibald Cernko (Erste Group Bank AG), Peter Giffinger (Saint-Gobain Rigips Austria) und Thomas Schwarz (11er Nahrungsmittel) sind voller Erwartung.

BEWERTUNG

Location Publikum Willibald Cernko (Erste Group Bank AG) verdeut­lichte, dass die Wirtschaft ein wichtiger Treiber für eine nachhaltige Entwicklung ist.

Peter Giffinger (Saint-Gobain Rigips Austria) erklärte, welche Möglichkeiten Unternehmen haben, sich im Rahmen des Global-Compact-Netzwerks zu engagieren.

Inhalt/Redner Börsenfaktor

DIVERSITÄT IN FÜHRUNGSEBENEN

FINANZ-MARKETING VERBAND

Frauen in Führungspositionen: Karin Bauer („Der Standard“), Edeltraud Hanappi-­Egger (Wirtschaftsuniversität Wien), Andrea Stürmer (Zürich Versicherungs AG), Sabine Mlnarsky (Erste Bank Group AG) und Doris Tomanek (Unicredit Bank Austria AG).

FINANCIAL FORUM 08. MÄRZ 2017 ERSTE CAMPUS, WIEN

Andrea Stürmer (Zürich Versicherungs AG) ist der Meinung, dass Männern die Angst vor den Frauen ­genommen werden muss.

Über das Thema „Frauen als Führungskräfte in der Finanzwirtschaft. Sind sie die besseren Leader?“ wurde am Weltfrauentag diskutiert. Vor allem darüber, ob Frauen einen realistischeren Blick auf Chancen und Risiken eines Unternehmens haben oder ob sie in Führungsetagen zu besseren betriebswirtschaftlichen Ergebnissen führen.

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Die geplante 30-Prozent-Frauenquote im Aufsichtsrat befürworten die meisten Podiumsgäste mit dem Hinweis auf die Jahrhunderte bestehende Männerquote.


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Investors can help protect our water resources, Pictet AM‘s Arnaud Bisschop tells @CNBC #worldwaterday

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Leserbeirat: Heike Arbter, Peter Bartos, Mathias Bauer, Edi Berger, Stefan Böck, Stefan Brezovich, Diana Klein, Bernhard Grabmayr, Fritz Mostböck, Wilhelm Rasinger

Der gelernte Maschinenschlosser (52) hat sich 2008 einen Traum erfüllt und ist unter die Unternehmensgründer gegangen. Der gebürtige Salzburger managt neben seinem Unternehmen auch noch eine erfolgreiche Ehe inklusive drei Kindern.

Anzeigenverkauf: Michael Berl (Leitung), m.berl@derboersianer.com; Miriam Haider, m.haider@derboersianer.com; ­Sabine Mitterbacher, s.mitterbacher@der boersianer.com; es gilt die Anzeigenpreisliste 2017!

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n@ redaktio m n ia er.co derboers

Welche Eigenschaften haben Sie dorthin

Bei welchem Investment haben Sie sich so

gebracht, wo Sie heute stehen? - Zielstre-

richtig verzockt? - Ich zocke nicht, spie-

bigkeit, Offenheit, Kreativität, Über-

le nicht Lotto und gehe nicht ins Kasino.

zeugung oder Einsatzbereitschaft waren sicherlich wichtig. Und etwas Glück.

Welches Vorurteil ärgert Sie beim Thema

Welchen Beruf würden Sie ausüben, wenn

haltigkeit im Sinne von Risiko/Ertrag

Sie nicht in der Finanzbranche tätig wä­

etwas „kostet“. Humankapital, Patente

ren? - Ich habe eine Ausbildung als Ma-

sowie ökologische Kennzahlen führen

schinenschlosser, war Skilehrer, woll-

zu vorteilhaften Ergebnissen.

Nachhaltigkeit am meisten? - Dass Nach-

te einmal Arzt, dann Entwicklungshelfer werden.

Was assoziieren Sie mit Gordon Gekko und dem Film „Wall Street“? - Licht und

Von welchen Quellen beziehen Sie Ihre

Schatten. Man muss sich bewusst sein,

Fachinformationen? - Neben Fachmaga-

dass unsere Erde ein geschlossenes

zinen und einschlägigen Veranstaltun-

System ist. Der Gewinn des einen ist

gen schätze ich das persönliche Gespräch

der Verlust des anderen.

Geschäftsführer: Michael Berl, Dominik Hojas Produktion: Grafik: Martin Jandrisevits, Titanweiß Werbe­ agentur GmbH; Fotos: Clemens Bednar, Barbara Ster, Unternehmen beigestellt; Lektor: Armin Baumgartner; Kursdaten: TeleTrader Software GmbH, Schlusskurse vom 27. 04. 2017, keine Gewähr für die Richtigkeit der Daten; aus Gründen der Text­ökonomie verzichten wir auf geschlechts­ spezifische Formulierungen. Druckerei/Nachhaltigkeit: Das Magazin wurde nach Richtlinien des Österreichischen Umweltzeichens bei der Druckerei Ferdinand Berger und Söhne GmbH (10.000 Stück) auf nachhaltigem Papier (Umschlag: Claro Silk 250 g, Kern: Furiso 100 g) gedruckt.

mit Branchenkollegen und Anbietern. Dieser Investor ist für mich eine Legende? Welchen Teil lesen Sie in Ihrer Zeitung

Ich denke da an viele verantwortungsbe-

zuerst? - Hintergrundartikel bezüglich

wusste Unternehmer, die mit Empathie

Politik und Wirtschaft.

und Einsatz Arbeitsplätze schaffen.

Wenn ich nicht gerade arbeite, verbrin­

Champagner und Austern oder „a Eitri­

ge ich meine Zeit am liebsten mit ... - Mit

ge und a 16er-Blech“? - Wenn’s etwas zu

meiner Frau und meiner Familie. Wir

feiern gibt, ist Champagner in Ordnung.

reisen gern und lieben unseren Garten

Aber sonst sind Käsekrainer, Bier und „a

und unser Haus am Badesee.

Buckl“ vom Schwarzbrot wunderbar.

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Das Österreichische Umweltzeichen für Druckerzeugnisse, UZ 24, UW 686 Ferdinand Berger & Söhne GmbH.

Unbenannt-1 1

07.07.20

Die nächste Ausgabe erscheint um den 10. Juli 2017. Bis dahin täglich: www.derboersianer.com


Rahofer.

Unser Anspruch ist es, wirtschaftlichen Erfolg ökologisch möglichst spurlos zu erreichen. Deshalb verfolgen wir schon seit Jahren ein umfassendes Nachhaltigkeitsprogramm, das uns täglich motiviert die richtigen Maßnahmen zu setzen. Als verantwortungsbewusster Arbeitgeber, mit öko-effizient nachhaltigen Produkten und fairem Wirtschaften. Mehr auf www.palfinger.ag/de/nachhaltigkeit

PALFINGER AG · 5101 Bergheim, Österreich · E-Mail d.werdecker@palfinger.com

WIR MÖCHTEN DER NACHWELT MÖGLICHST VIEL UND MÖGLICHST WENIG HINTERLASSEN.

Der Börsianer 20. Ausgabe, Edition grün  
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