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NR. 19, 2. QUARTAL 2017 ∙ 12 EURO

ÖSTERREICHS FINANZMAGAZIN

Aktivismus

DIE WÖLFE DER WIENER BÖRSE

INSIDER: FINANZBLOG → DERBOERSIANER.COM

→ SEITE 16

Teuerung IM BANN DER INFLATION Investmentstory DAS ERFOLGSREZEPT DER POST AG

ng i k n Ra EN

ST 0 BE RER 5 E E DI SICH VER

RAINER

SEELE

EIN GUTER FANG Exklusiv

DAS LOBBYING DER FINANZINDUSTRIE → SEITE 70

ANDREAS TREICHL AUFSICHTSRATSDILEMMA

HERTA STOCKBAUER PRO FRAUENQUOTE

PETER BREZINSCHEK REALE KERNINFLATION


EDITORIAL

OT O: CO VE RF

DOMINIK HOJAS Chefredakteur Der Börsianer

DIE TE RB

RA SC H

AUSGABE NR. 19, 2. QUARTAL 2017

Liebe Börsianer!

J

üngst konnte man in diversen Tageszeitungen einen offenen Brief an die Immofinanz-AG-Vorstände bestaunen, in denen Aktienaktivist Klaus Umek mit seinem Anlagen­

vehikel Petrus Advisers unverblümt seine Sicht der Dinge und seine Forderungen mitteilte. Umeks Taktik entspricht dabei durchaus dem typischen Muster, nach dem Shareholderaktivisten vorgehen. Sie suchen sich Unternehmen aus, die sie für unterbewertet halten. Fordern danach lautstark ein fähigeres Management, mehr Dividende, geringere Vorstandsgehälter oder einen höheren Preis für ihre Aktien ein. Wie die Investoren dabei im Detail vorgehen, hat Julia Kistner im Gespräch mit den Wölfen der Wiener Börse (S. 16) herausgefunden.

Multi-Asset Lösungen. Erfahrung zählt. Um sich in der herausfordernden Investment-Landschaft von heute zurecht zu finden, braucht es ein fundiertes Wissen der Märkte und Risikofaktoren. Es ist eine Kunst für sich, Risikoprämien-basierte Strategien zu entwickeln und sie in Portfolios umzusetzen, die die erwarteten Erträge erzielen. Das Multi Assets Team von Nordea arbeitet seit mehr als zehn Jahren zusammen und entwickelt maßgeschneiderte Produkte, die einzigartige Risiko-Ertrags-Profile einsetzen, um beständige Erträge zu erwirtschaften. Wir bei Nordea sind der Überzeugung, dass Erfahrung zählt. Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte:

Auch von der steigenden Professionalisierung von Aufsichtsräten kön-

Nordea Investment Funds S.A.

nen laut den befragten Experten An-

Dr. Johannes Rogy Head of Fund Distribution Region Central & Eastern Europe

leger profitieren. Die Suche nach qualifizierten Personen ist aber schwie-

Tel. 01/512 87 17 – 20 Johannes.Rogy@nordea.com

rig. Die laut BKS-Chefin Herta Stockbauer notwendige Frauenquote (S. 14) ist da noch das kleinere Problem. Auf Finanzinstitute wie die Erste Group Bank AG kommen ab Juni 2017 neue Anforderungen (S. 46) zu, die General Andreas Treichl und seine Kollegen bereits heute herausfordern. So können Manager, die für ein Unternehmen gearbeitet haben und im Vor-

Lauschangriff. Als Der Börsianer pünktlich zum ­Interview im 21. Stock des OMV-Towers erscheint, okkupiert Aufsichtsratschef Peter Löscher das Büro des OMV-Bosses. Wie gern wären wir eine ­Maus in besagtem Büro gewesen. Mit 30-minütiger ­Verspätung dürfen wir dann Platz nehmen.

stand waren, künftig nicht mehr in den Aufsichtsrat berufen werden. Das Gleiche gilt für Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwälte oder Organe, mit denen das betroffene Institut eine Geschäftsbeziehung betreibt. Die vielen Regeln stören auch die Fondsprofis Adam Lessing, Heinz Bednar und Berndt May. In einem Round-Table-Gespräch (S. 76) haben Thomas Müller und ich mit ihnen über

Die genannten Teilfonds sind Teil von Nordea 1, SICAV, einer offenen Investmentgesellschaft luxemburgischen Rechts, welcher der EG-Richtlinie 2009/65/EG vom 13 Juli 2009 entspricht. Bei dem vorliegenden Dokument handelt es sich um Werbematerial, es enthält daher nicht alle relevanten Informationen zu den erwähnten Teilfonds. Jede Entscheidung, in den Teilfonds anzulegen, sollte auf der Grundlage des aktuellen Verkaufsprospekts, der Wesentlichen Anlegerinformationen sowie des aktuellen Jahres- und Halbjahresberichts getroffen werden. Die genannten Dokumente sind in elektronischer Form auf Englisch und in der jeweiligen Sprache der zum Vertrieb zugelassenen Länder auf Anfrage unentgeltlich bei Nordea Investment Funds S.A., 562, rue de Neudorf, P.O. Box 782, L-2017 Luxemburg oder bei der Zahlstelle und dem Repräsentant der Nordea 1, SICAV in Österreich, die Erste Bank der österreichischen Sparkassen AG, Am Belvedere 1, A-1100 Wien erhältlich. Anlagen in Derivaten und Fremdwährungsanlagen können erheblichen Schwankungen unterliegen, die die Wertentwicklung der Anlage beeinträchtigen können. Anlagen in Schwellenländern sind mit einem erhöhten Risiko verbunden. Der Wert von Anteilen kann je nach Anlagepolitik des Teilfonds stark schwanken und kann nicht gewährleistet werden. Angaben zu weiteren Risiken in Verbindung mit den genannten Teilfonds entnehmen Sie bitte den Wesentlichen Anlegerinformationen, die wie oben beschrieben erhältlich sind. Nordea Investment Funds S.A. veröffentlicht ausschließlich produktbezogene Informationen und erteilt keine Anlageempfehlungen. Herausgegeben von Nordea Investment Funds S.A. 562, rue de Neudorf, P.O. Box 782, L-2017 Luxemburg, einer von der Commission de Surveillance du Secteur Financier in Luxemburg genehmigten Verwaltungsgesellschaft. Weitere Informationen bei Ihrem Anlageberater – er berät Sie als ein von Nordea Investment Funds S.A. unabhängiger Berater. Quelle (falls nicht anders angegeben): Nordea Investment Funds S.A.. Alle geäußerten Meinungen sind, falls keine anderen Quellen genannt werden, die von Nordea Investment Funds S.A.. Dieses Dokument darf ohne vorherige Erlaubnis weder reproduziert noch veröffentlicht werden. In diesem Dokument genannte Unternehmen werden zu rein illustrativen Zwecken angeführt und stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf der jeweiligen Werte dar. Der Grad der individuellen Steuerbelastung ist unterschiedlich und kann sich in der Zukunft ändern.


EDITORIAL Kostentreiber und Konsolidierungsdruck in der Fondsindu­ strie sowie über die Rückkehr der Risikobereitschaft bei Investoren gesprochen. Das Risiko ist notwendig, um eine entsprechende Rendite über der Inflation zu erzielen. Dass diese steigt, ist inzwischen längst kein transatlantisches Phänomen mehr. Auch in Europa beginnt die Inflationsrate allmählich anzusteigen. Umstritten bleiben allerdings das Ausmaß und die Nachhaltigkeit des jüngsten Schubs, wie Friedrich Mostböck, Gertrude Tumpel-Gugerell, Doris Ritzberger-Grünwald und Herta Stockbauer beim vierten Frauen Finanz Salon (S. 86) im Meinl Zahlenjongleur. In der letzten Ausgabe wurde Walter Oblin von seinen Kollegen zum Besten seiner Zunft gewählt. Der Post-Finanzvorstand nimmt die Auszeichnung von Chefredakteur Dominik Hojas entgegen.

am Graben diskutiert haben. Wie Anleger in diesem Marktumfeld Geld verdienen können (S. 26) hat Redakteurin Raja Korinek in unserer Veranlagungsrubrik „Rendite“ analysiert. Einem ganz anderen Thema, nämlich dem Lobbying der heimischen Finanzindustrie (S. 70), hat sich meine Kollegin Ingrid Krawarik gewidmet. Sie hat für Der Börsianer erstmals exklusiv hinter die Kulissen von neun Interessenverbänden des Kapitalmarkts mit mehr oder weniger bekannten Namen wie Cira,

„Tea Time“. Das Gespräch mit den Fonds­ gurus Heinz Bednar, Berndt May und Adam Lessing im Hotel ­Bristol stand im Zeichen der Konsolidierung am Fondsmarkts und ­aktueller Trends.

VÖIG, ÖVFA, VVO oder ZFA geblickt und herausgefunden, wie finanziell und personell schlagkräftig die Branchenvertretungen tatsächlich sind. Bleibt wie gewohnt Der Börsianer des ersten Quartals (S. 08): Rainer Seele, hat seit seinem Antreten als Vorstandsvorsitzender der OMV AG mehr Sprint als Marathon hingelegt und sechs Milliarden Euro durch Käufe, Verkäufe und Kostenreduktionen in kurzer Zeit bewegt. Er hat große Deals mit Russland, natürlich im Einklang mit den Sanktionen, abgeschlossen. Die unbeliebte OMV-Aktie hat der selbstbewusste Ölmanager damit aus dem Tal der Tränen geholt.

Viel Vergnügen mit der Lektüre wünscht Ihnen

Dominik Hojas Zinsstrategen. Beim Frauen Finanz Salon beim Meinl am Graben wurde heftig über die EZB-Politik diskutiert. Für die aktivste Teilnehmerin gab es einen Infinti Q30 für ein Wochenende zu ­gewinnen.

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Dr. Heinrich Schaller Generaldirektor Raiffeisenlandesbank OÖ

Wachsen Sie über sich hinaus! Bei Ihren Expansionsvorhaben unterstützen wir Sie mit umfangreichem Know-how aus der Praxis und modernsten Bankdienstleistungen. Speziell für Ihr Projekt entwickeln wir ein individuelles Finanzierungsmodell, um Ihre Ziele ehestmöglich und bestmöglich zu erreichen. Darüber hinaus steht Ihnen mit uns der Weg auf die internationalen Märkte offen – durch ein weltweites Netzwerk von Partnerbanken und internationale Erfahrung in vielen Branchen. Auf eines legen wir besonderen Wert: Die Solidarität, der Gründungsgedanke von Raiffeisen, gilt für uns heute noch und wird auch in Zukunft gelten.

Raiffeisen Landesbank Oberösterreich

www.rlbooe.at


AUSGABE NR. 19

36

FINANZPLATZ

INTERVIEW

Rainer Seele: Ein guter Fang

EIN GUTER FANG  08 Rainer Seele hat seit seinem Antreten als Vorstandschef der OMV AG mehr Sprint als Marathon hingelegt, sechs Milliarden Euro durch Käufe, Verkäufe und Kostenreduk­ tionen bewegt und große Deals mit Russland abgeschlossen. Die unbeliebte Aktie hat er damit aus dem Tal der Tränen geholt.

08

76

ROUND TABLE

Die Zukunft der Fondsindustrie

INVESTOREN Die Wölfe der Wiener Börse

16

AUFSICHTSRÄTE Besetzungschaos bei Aufsichtsräten

46

VERSICHERUNGEN Abgesicherte Transaktionen

48

VERBÄNDE Lobbying bis zum Umfallen 70 REPORTING 76

Round Table:  „Der Fondsmarkt ist atomisiert“

3 Banken Generali Investment

23

CHSH

48, 62

Erste Asset Management

76

Agrana Beteiligungs AG

56

Cira 73

Erste Bank Österreich AG

24, 64

Erste Group Bank AG

Aktienforum

56, 72

CMS

Allianz

52, 66

Comgest 54

Erste Immobilien KAG

54

Bankenverband 70

Conwert Immobilien Invest SE

16

Fidelity International

76

Bawag PSK AG

Cube Invest

20

Flughafen Wien AG

17

Deloitte Österreich

61

GAM 55

28, 31

Grawe 66

FIRMENINDEX

BDO Austria

50 47, 60

49, 63

34, 37, 46

BKS Bank AG

14

Deutsche AM

Board Search

46

DNCA Finance

29

Greco International AG

Buwog AG

59

Donau Versicherung AG

66

Hellobank 51

CA Immobilien Anlagen AG

48

Ernst & Young Österreich

57, 60

HLMK 18

INDEX: AUSZUG VON UNTERNEHMEN IN DIESER AUSGABE

6

48


INHALTSVERZEICHNIS

RANKING

16

RENDITE WIENER BÖRSE  Chartvergleich der Aktienmärkte

22

BRANCHEN

MEINUNGEN

Darüber spricht man: News,

HERTA STOCKBAUER Notwendige Frauenquoten

14

WOLFGANG MATEJKA Politische Theatralik

22

MICHALA MARCUSSEN

34

Deals, Trends und Events.

BANKEN50 MARKTAUSBLICK  Börsenausblick der Österreich-Fondsmanager PORTFOLIO Die Asset-Allocation der Erste Private Banking TEUERUNG Im Bann der Inflation 1. Teil: Marktumfeld 2. Teil: Veranlagung 3. Teil: Interview

23

AKTIEN56

RECHT62 KOMMUNIKATION64 26 28 30 32

36

KURSE40 Topperformer: Aktien, Fonds, Anleihen und Rohstoffe STATISTIK44 Börsen- und Wirtschaftsdaten

SEITENBLICKE RANKING Die 50 besten Versicherer

65

SO DENKT DIE POLITIK 83 Protektionismus: Wiederholt sich die Geschichte? BÖRSENTALK86 Wo sich die Finanzwelt trifft MARKTGEZWITSCHER89 Das wurde im Netz getwittert PORTRÄT90 Christoph Moser, Partner bei Weber Rechtsanwälte

Die besten Versicherer

Ad-hoc der Redaktion BREITE FRONT Der Flughafen Wien bekämpft das Bauverbot für die dritte Piste. Erstmals seit langer Zeit gibt es dabei eine breite Front für Wirt-

Aufschwung liegt an Trump

schaftsinteressen in Öster-

IMMOBILIEN58 BERATER60

BÖRSENWETTER34 Entwicklung der W ­ eltbörsen und Analystenstimmen INVESTMENTSTORY Das Erfolgsrezept der Österreichischen Post AG

VERSICHERUNGEN52 FONDS54

24

65

WILHELM CELEDA 50 Endlich Zeit für Optimisten?

reich – sowohl in der Politik, den Medien und der Öffentlichkeit. Der Schulterschluss freut uns als Fi-

WOLFRAM LITTICH Cyberkriminalität wächst

52

HEINZ BEDNAR Sozialsysteme prüfen

54

BETTINA SCHRAGL Start in die Lesesaison

56

nanzmagazin, denn es geht um Wachstum und Beschäftigung. BÖRSENRADAR Die Rubrik „Börsenradar“ wurde eingestellt. Die Daten der Investorenumfragen sind seit Jahresanfang nicht mehr verfügbar. U ­ nsere

PETER BARTOS „First come, first served“

60

Kooperationspartner, die Erste Group Bank AG und das Zentrum für Europä­

ALBERT BIRKNER 62 Nachhaltigkeit und Diversität PETER FELSBACH 64 Moving Image im Multichannel MARTIN KWAUKA Zeit für mehr Optimismus

81

ische Wirtschaftsforschung (ZEW), haben die Daten­ analyse für den SentimentIndex beendet. RÜCKHOLAKTION Wir freuen uns über weitere Verstärkung in unserem Team. Valentina Stark kehrt nach einem Ausflug zur Österreichischen Post AG in unseren Verlag zurück. Seit Februar 2017 ist die stu-

Immofinanz AG

16, 56

Österreichische Post AG

37

Uniqa Insurance Group AG

52, 67

dierte Publizistin wieder für

IVA

18, 72

Petrus Advisers

16

VAIÖ

72, 76

„Marketing & Communica-

Kapsch Trafficcom AG Kepler Cheuvreux

46 34, 37

Pimco 29

Voestalpine AG

Raiffeisen Capital Management

31

VÖIG

32

VVO 70

M&G Investments

31

Raiffeisen Research

Matejka & Partner

22

RCB

Mercer Österreich

52

S Immo AG

58

Weber & Co

35, 38, 50

Warimpex AG

57, 62, 64

59 90

Morningstar

78, 88

Schoellerbank AG

30

Wiener Börse AG

Oberbank AG

64, 88

Semper Constantia Invest

23

Willis Towers Watson

48

28

Societe Generale

34

Wolf Theiss

63

8

Union Investment

20

Zertifikate Forum Austria

72

Oesterreichische Nationalbank OMV AG

7

tions“ zuständig.

54, 71

56, 64

Weblinks werden in dieser Ausgabe mit einem → GELBEN BALKEN

markiert.


COVER

EIN GUTER FANG Rainer Seele, hat seit seinem Antreten als Vorstandsvorsitzender der OMV AG mehr Sprint als Marathon hingelegt, sechs Milliarden Euro durch Käufe, Verkäufe und Kostenreduktionen bewegt und große Deals mit Russland abgeschlossen. Die unbeliebte Aktie hat er damit aus dem Tal der Tränen geholt. TEXT DOMINIK HOJAS, INGRID KRAWARIK FOTOS DIETER BRASCH

R

ainer Seeles Zeit ist ­ minutiös

Wenn man mit der heimischen Finanz-

enkurs haben. Die Dynamik, die wir an

durchgetaktet. Ein Zustand, der

community spricht, gibt es derzeit kaum

den Tag legen, finde ich beachtlich. Ak-

dem Vorstandsvorsitzenden der

eine Aktie, die unbeliebter ist als die der

tionäre bekommen von uns die Zusage,

OMV AG durchaus behagt. Denn es ist

OMV AG. Wie können Sie sich das erklä-

dass wir eine Minimumdividende aus-

etwas los. Als Der Börsianer pünktlich

ren, vor allem in Hinblick auf die positive

schütten, die wir mit einer progressiven

zum Interviewtermin im 21. Stock des

Aktienperformance der vergangenen Mo-

Komponente versehen haben. Das ist

OMV-Towers in der Wiener Krieau er-

nate? – Wenn die OMV-Aktie nicht sexy

von uns schon ein sehr großes Vertrau-

scheint,

Aufsichtsratschef

ist, würden wir nicht diese Kursentwick-

en des Managements in die Entwicklung

Peter Löscher das Büro des OMV-Gene-

lung erleben. Sie haben aber recht, dass

des Unternehmens. Das gibt genügend

raldirektors. Wie gern wäre Der Börsi-

die OMV-Aktie an Attraktivität verloren

Fantasie für die Aktie.

aner jetzt eine Maus in besagtem Büro.

hat, weil wir Ziele, die wir als Unterneh-

Mit 30-minütiger Verspätung dürfen wir

mensleitung in der Vergangenheit ver-

Dividenden aus der Substanz zu zahlen war

Platz nehmen. Die Aussicht über Wien ist

kündet haben, nicht erreichen konn-

jahrelang absolut verpönt. Jetzt haben Sie

famos, Rainer Seele ist ein dynamischer

ten. Dementsprechend ist das Vertrau-

es getan. Warum? – Wir haben schon vor

Gastgeber. An Selbstbewusstsein man-

en in das Unternehmen und in die Ziel-

zwei Jahren gesagt, dass wir die Dividen-

gelt es dem Manager nicht. Er nennt es

setzungen zurückgegangen. Wir fahren

de aus dem operativen Cashflow bezah-

das Glück des Tüchtigen. Immerhin hat

jetzt eine andere Strategie. Wir sprechen

len wollen. Das ist uns bereits im letzten

Der Börsianer des ersten Quartals 2017 bei

nicht nur von Zielen, sondern setzen sie

Jahr gelungen. Wir sind eines der weni-

der OMV AG in kürzester Zeit einen bein-

auch um. Damit kommt auch die Attrak-

gen Unternehmen in unserer Branche,

harten Strategiewechsel vollzogen und

tivität der Aktie zurück.

das mit einem positiven Cashflow nach

okkupiert

unter anderem mit Russland milliarden-

Dividende rausgekommen ist, und das

schwere Deals durchgezogen. Zugetraut

Was sind die Treiber für die Profitabilität?

mit über einer Milliarde Euro. Zusätzlich

hat ihm diese Durchschlagskraft keiner.

– Wir haben das Kostenmanagement der

haben wir die Verschuldung des Kon-

Von Vorschusslorbeeren gar nicht zu re-

OMV im Griff und verfolgen einen klaren

zerns zurückgefahren. Wir sind bei mehr

den. Zu oft wurde Investoren vom Öl-

Expansionskurs. Wenn die OMV weiter

als vier Milliarden Euro Verschuldung

und Gaskonzern ein Richtungswechsel

so abliefert wie im letzten Jahr, müssten

gewesen, jetzt sind es weniger als drei

präsentiert.

wir auch positive Impulse für den Akti-

Milliarden Euro. Trotz Dividendenaus-


→ VITA RAINER SEELE VORSTANDSVORSITZENDER OMV AG Der promovierte Chemiker (56) gilt als äußerst belesen und liebt Gedichte von Erich Kästner. Bei der OMV AG hat sich der gebürtige Deutsche aus Bremerhaven durch seine beinharten Deals Respekt erarbeitet und gilt dabei als angenehmer Chef. Der dreifache Vater ist äußerst gut ­vernetzt und pflegt als rumänischer Honorar­konsul in Hessen und Präsident der Deutsch-­Russischen Auslandshandelskammer seine Beziehungen zum Osten.


kosten von 16,6 US-Dollar je Barrel, im letzten Jahr 11,6 US-Dollar je Barrel, und jetzt durch die jüngsten Transaktionen sind es unter zehn US-Dollar je Barrel. Außerdem ist die nachhaltige Produktion im Fokus. Weiters haben wir administrative Ausgaben und Verwaltungskosten um 200 Millionen Euro gesenkt, da wollen wir insgesamt auf 250 Millionen Euro kommen. Das werden wir weitestgehend im Einkauf realisieren. Dynamisch. OMV-Generaldirektor Rainer Seele erklärt der Chefredaktion von Der Börsianer seine Strategie.

Mit Kostenprogrammen macht man sich

schüttung aus dem Cashflow haben wir

gen Ölpreise gegangen, dementspre-

im Konzern nicht beliebt. – Wenn Sie eine

das Gearing, also den Verschuldungs-

chend im Cashflow stark geschwächt.

rundum glückliche Situation haben, in

grad, auf 21 Prozent gesenkt.

Deshalb ist auch die Investitionstätig-

der Sie sich bewegen, ist das sicher nicht

keit zurückgegangen. Da sehe ich die

der richtige Ansatz. Aber die OMV ist ja

Es ist noch kein Vorstandschef mit so weni-

OMV schon ein bisschen als Ausnahme.

in schwieriges Gewässer gekommen.

gen Vorschusslorbeeren angetreten wie Sie.

Wir haben die Investitionen drastisch

Hat man Sie unterschätzt? – Diese Frage

zurückgefahren, von 2,8 auf 1,9 Milliar-

Haben die Mitarbeiter das verstanden?

stelle ich mir gar nicht. Ich hab eine ge-

den Euro, und trotzdem die Produktion

– Unsere Mitarbeiter haben eine hohe

wisse Aufgabe, die ich im Sinne der Akti-

gesteigert. Die Industrie an sich hat eine

Identifikation mit der OMV, sie sind da-

onäre angehe. Das ist nicht allein meine

Dynamik mit einem moderaten Wachs-

ran interessiert, dass es der OMV gut-

Arbeit. Wir haben bei der OMV das ge-

tum dadurch, dass die Ölnachfrage in

geht. Nur wenn es der OMV gutgeht ha-

samte Vorstandsteam neu besetzt. Die-

den nächsten Jahren noch steigen wird.

ben sie einen sicheren Arbeitsplatz und

ser Neustart hat der OMV gutgetan, dass

Allerdings hat die Industrie nicht die Fi-

auch eine Zukunftsperspektive. Die

wir uns jetzt gar nicht mit dem Thema

nanzkraft, um die Steigerungsraten auf

Kostenprogramme sind nicht beliebt,

Vergangenheitsbewältigung auseinan-

einem höheren Niveau zu realisieren.

aber es ist ein Verständnis vorhanden,

dersetzen müssen, sondern als Team frisch nach vorn arbeiten können.

dass die notwendig sind. Sie haben gesagt, Sie wollen zusätzlich 50 Millionen Euro einsparen. An welchen Kos-

Hat die OMV erkennen müssen, dass sie im

Wie würden Sie den Shareholder-Value

tenschrauben wird da gedreht? – Unsere

Konzert der ganz Großen so nicht mitspie-

der OMV definieren? – Wir sind mit ei-

Strategie ist, Öl und Gas zu geringeren

len kann? Und hat sie sich deswegen Ni-

ner Marktkapitalisierung von unter acht

Kosten zu produzieren. 2014 hatte die

schen gesucht? Etwa den Wechsel von Öl

Milliarden Euro angetreten, jetzt liegt sie

OMV durchschnittliche Produktions-

auf Gas? – Wir können im Konzert der

bei über zwölf Milliarden Euro. Dazu haben wir für die Shareholder eine Wachstumsdynamik entwickelt, haben die OMV über viele Jahre trotz hoher Investitionen bei 300.000 Barrel Öl pro Tag gehalten, dann haben wir von 400.000 Barrel pro Tag geträumt. Das haben wir mit unserer jüngsten Transaktion realisiert. Wir haben sogar die Perspektive, dass wir die Produktion auf 450.000 bis 500.000 Barrel pro Tag steigern können. Kann man eine Wachstumsstory für die Öl-

ganz Großen nicht mitspielen, wenn ERGEBNISSE DES GESCHÄFTSJAHRES 2016 Umsatz:  19,26 Milliarden Euro Ebit:  –271 Millionen Euro Jahresüberschuss vor Sondereffekten: 995 Millionen Euro Jahresüberschuss (den Aktionären zuzurechnender): –217 Millionen Euro Gewinn je Aktie:  –0,67 Euro Dividende je Aktie:  1,20 Euro Operativer Cashflow:  2,88 Milliarden Euro Verschuldungsgrad (Gearing):  21 Prozent Investitionen:  1,88 Milliarden Euro

industrie in den nächsten Jahren aufbau-

wir uns mit dem gesamten Globus beschäftigen. Deshalb konzentriert sich die OMV auf einige Kernregionen. Nehmen Sie Russland, wer ist denn sonst noch dort? Shell, Exxon, Total und die OMV. In den Regionen, die wir als Kernregion definiert haben, braucht sich die OMV vor keinem anderen Unternehmen unserer Branche verstecken. Wir sind technisch kompetent, wir haben finanziell allen möglichen Spielraum, und wir haben auch die politische Unterstützung. Dementsprechend muss

QUELLE: OMV AG

en? – Das ist schwierig. Die Industrie ist

ich schon sagen: Nur weil wir einen anderen Umsatz haben, sind wir trotzdem

durch die schwierige Phase der niedri-

10


FINANZPLATZ

insbesondere

Bei der OMV hat es unzählige Strategie-

auf Kostenbasis in den Regionen, in de-

wechsel gegeben. Wann ist für Sie eine

nen wir tätig sind.

Strategie nachhaltig? – Ich bin in erster

voll

wettbewerbsfähig,

Linie daran interessiert, dass wir eine Wie hoch war der Preis für den Strategiewechsel? – Wir haben Assets verkauft, die sich bei einem niedrigen Ölpreis wirtschaftlich nicht rechnen. Wir träumen jetzt nicht mehr von 100 US-Dollar plus je Barrel, sondern sind auf ein rea-

nachhaltige Profitabilität haben. Al-

„Die Dynamik, die wir an den Tag legen, finde ich beachtlich.“

listisches Niveau von 70 bis 75 US-Dollar runter. Das heißt, wir haben dementsprechende Abwertungen vorneh-

les, was mit dem Thema Kostenmanagement und -orientierung zu tun hat, ist am Markt angekommen. Das zweite Thema ist unsere Reservenersatzrate. Mit Ausnahme des letzten Jahres hat es die OMV in den vergangenen zehn Jah-

RAINER SEELE

men müssen.

ren nicht geschafft, die Reserven, die sie produziert hat, wieder vollständig zu ersetzen. Im vergangenen Jahr ist es ge-

gisch nicht integrieren konnten. Dass

lungen, obwohl wir die Aufwendungen

Sie haben gesagt, die türkische Petrol Ofisi

die Werthaltigkeit des Assets über die

von 609 auf 309 Millionen Euro gesenkt

ist ein kerngesundes Unternehmen. Sie ha-

Jahre zurückgegangen ist, ist Ausdruck

haben. Mit unseren jüngsten Deals ha-

ben das mit hohem Abschlag verkauft. War

des veränderten regulatorischen Um-

ben wir dieses Problem gelöst und den

da der Ölpreis schuld? – Petrol Ofisi ha-

felds und weil die türkische Lira sehr

Reservenersatz für die nächsten vier bis

ben wir verkauft, weil wir sie strate-

stark abgewertet hat.

fünf Jahre auf einen Schlag eingeplant.

Schneller ans Ziel: Mit den Express Anleihen der Erste Group Bank AG • Chance auf interessante Verzinsung • Risikopuffer vorhanden • Emittentenrisiko beachten • Kapitalverlust möglich ren erfah Mehr nter om u roup.c

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Dieses Finanzinstrument unterliegt dem Bundesgesetz über die Sanierung und Abwicklung von Banken (BaSAG). Dies ist eine Werbemitteilung. Sie stellt weder eine Anlageberatung oder Empfehlung, noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf bzw. Verkauf von Wertpapieren dar. Die vollständigen Informationen zu den Wertpapieren, insbesondere zu den Bedingungen sowie Angaben zur Emittentin sind den jeweiligen Endgültigen Bedingungen in Verbindung mit dem Basisprospekt nebst allfälligen Nachträgen zu entnehmen, die am Sitz der Emittentin Erste Group Bank AG, Am Belvedere 1, 1100 Wien, während der üblichen Geschäftszeiten kostenlos aufliegen bzw. auf der Internetseite www.erstegroup.com abrufbar sind. Stand: März 2017


FINANZPLATZ

Warum haben Sie Russland trotz der EUSanktionen als Kernregion definiert? – Wir sind in voller Compliance mit den Sanktionen. Die größten Gasvorkommen gibt es aber nun mal in Russland, die größten

AUSWIRKUNGEN AUF DAS 2017ER-ERGEBNIS DER OMV AG Fünf externe Einflussfaktoren auf das Unternehmensergebnis. Ein Beispiel: Steigt der Ölpreis durchschnittlich um einen Dollar je Barrel, verdient die OMV AG operativ um 35 Millionen Euro mehr.

Ölvorkommen in Abu Dhabi. Dort müs-

Einflüsse

Veränderung

Ebit

Operativer Cashflow

sen wir als OMV hingehen. Aufgrund der

Ölpreis

+1 US-Dollar/Barrel

35 Mio. Euro

30 Mio. Euro

Größe der Felder können wir mit relativ

Gaspreis

+1 Euro/Megawattstunde

20 Mio. Euro

15 Mio. Euro

niedrigen Produktionskosten in Russ-

OMV-Raffinerie-Marge

+1 US-Dollar/Barrel

110 Mio. Euro

85 Mio. Euro

land fördern. Da kostet uns das Barrel

Petrochemie-Marge

+10 Euro/To

15 Mio. Euro

10 Mio. Euro

zwei bis drei US-Dollar. Außerdem ist es

Euro-Dollar-Wechselkurs Dollar-Aufwertung um 10 US-Cents 160 Mio. Euro

doch gut, dass die OMV in Russland zu ei-

125 Mio. Euro QUELLE: OMV AG

nem Zeitpunkt eingestiegen ist, in dem das kompetitive Umfeld sehr komfortabel war. Wenn ich irgendwo hingehe, wo

Ist das schon das Ende der M&A-Aktivi-

betrifft Raffinerien und Petroprodukte

alle anderen hin wollen, muss ich mir ein

täten? Die Emirate suchen immer wieder

und das Auffinden von Alternativen zum

Ticket ziehen und mich hinten anstellen.

Partner. – Wir sind nicht unter Zeitdruck,

Tankstellengeschäft. Das ist eine nächs-

haben aber die finanzielle Flexibilität,

te Phase, der wir uns gedanklich nähern.

Der Deal mit Gazprom ist ja noch nicht un-

dass wir uns weiter umschauen. Unsere

terzeichnet. Wann erwarten Sie das Clo-

Fokusregionen sind definiert. Wir lieben

Welche Downstream-Möglichkeiten gibt

sing? – Bis Sommer müssen wir uns auf

Europa, da am meisten Österreich, den

es? – Da spekuliere ich doch jetzt nicht

eine Corporate Governance einigen. Das

Mittleren Osten, Russland und Nordaf-

mit Ihnen.

ist die Voraussetzung, um die behördli-

rika. Überall dort ist die OMV bereit und

che Genehmigung in Russland und Nor-

offen für M&A-Transaktionen.

wegen zu stellen. Wir stellen uns beson-

Dann philosophieren wir gemeinsam. – Was man bei der OMV wenig erkennt, ist un-

ders in Russland auf ein langes Geneh-

Welches Potenzial sehen Sie in Libyen? Die

sere hohe Expertise im Chemiebereich.

migungsverfahren ein, mit dem Closing

geopolitische Lage in Libyen hat sich ver-

Wenn Sie da rüberschauen, dort sitzt die

rechne ich Ende 2018. Die größte Hürde

schärft. – Da haben Sie die Lage falsch

Borealis. Die macht uns nicht nur Freu-

haben wir aber schon hinter uns. Sich auf

eingeschätzt.

de, sondern wir sind durch unsere Beteiligung einer der größten Polyethylen-

die Wirtschaftlichkeit zu einigen ist der schwierigste Prozess zwischen den bei-

Deshalb sind wir ja bei Ihnen. – (lacht) Wir

und Polypropylenhersteller. Wir haben

den Unternehmen gewesen.

haben in Libyen unsere Reserveposition

in die Borealis Milliarden investiert, und

aufgestockt. Das Glück ist mit den Tüch-

jetzt fangen wir mit der Erntephase an.

Den Vorwurf, dass Sie bei dem Deal mit Gaz-

tigen, denn jetzt ist auch die Produktion

Das Geschäft, das wir dort haben, ist eine

prom nur Junior Partner in Russland sind,

zurückgekommen. Wir liegen im Plan,

hohe Kompetenz für den gesamten Pe-

müssen Sie sich ziemlich oft anhören. – Wir

die angepeilten 10.000 Barrel pro Tag auf

trochemiebereich. Wir müssen uns Ge-

sind in allen möglichen Projekten nicht

Jahressicht 2017 zu erreichen. Vonseiten

danken machen, Öl weniger zu verbren-

50 Prozent plus. Ich habe ja die gesam-

der EU gibt es ein verstärktes Interes-

nen, sondern mehr zu veredeln.

te Wertschöpfungskette als Kooperation

se, die Sicherheitslage in Libyen zu ver-

und beziehe eine große Menge an Erdgas

bessern. Schon allein deshalb, um den

Wie hoch ist der Anteil der Politik generell

von Gazprom. Jeder zweite Kubikmeter,

Flüchtlingsstrom von Nordafrika nach

und die OMV betreffend? – Bei der OMV ist

den wir hier in Österreich verbrennen,

Europa zu kontrollieren.

es mehr als 50 Prozent, denn wir haben zwei staatliche Institutionen, die bei uns

kommt aus russischen Quellen. Da hört sich alles so an, als ob Sie sich aus-

Anteile halten. Aber das Öl- und Gasge-

Österreich setzt sich sehr für den Dialog mit

schließlich auf Upstream-Aktivitäten kon-

schäft ist immer überwiegend politisch

Russland ein. Was ist das Worst-Case-Sze-

zentrieren wollen? – Nein. Wir sind auch

gewesen.

nario für die OMV? – Woran wir kein In-

daran interessiert, uns in der Wert-

teresse haben, ist eine weitere Verschär-

schöpfungskette weiter nach vorn zu

Sie haben sehr harte Deals abgeschlossen.

fung der Sanktionen, weil das zur Folge

bewegen. Durch die Klimastrategien in

Darunter den Verkauf des Geschäfts in Groß-

hätte, dass wir die Transaktion nicht clo-

der EU müssen wir Veränderungen im

britannien, der Minderheitsbeteiligung an

sen können. Das ist ein Risiko für uns.

Downstreamgeschäft vornehmen, das

der heimischen Gas Connect sowie der Pet-

12


FINANZPLATZ

Unterstützt OMV-Großaktionär IPIC aus Abu Dhabi Ihr starkes Engagement in Russland – Noch einmal, der gesamte Aufsichtsrat, und da gehören die Großaktionäre dazu, hat unserer Expansion in Russland zugestimmt. Vertrauen. OMV-Chef Rainer Seele hat sich für seine Pläne die Unterstützung des Aufsichtsrats gesichert.

Wird Ihr Vertrag als Vorstandschef verlängert? – Das diskutiere ich ausschließlich

rol Ofisi in der Türkei. Dazu kommt der Kauf

Wie viele hatten Sie denn heuer schon? – Im

von rund 25 Prozent am Gasfeld Juschno-

ersten Quartal 2017 zwei außerordentli-

Russkoje für 1,75 Milliarden Euro. Wie steht

che und eine normale. Wir arbeiten sehr

Ob Sie es sich wünschen oder nicht, ist doch

der Aufsichtsrat dazu? – Wir haben kei-

konstruktiv zusammen. Das ist mit ein

eine andere Sache. – Wünsche äußere ich

ne Anzeichen, dass der Aufsichtsrat die

wichtiger Grund, weshalb die OMV die-

zu Weihnachten und mit meiner Familie.

Strategie des Unternehmens nicht un-

sen Strategiewechsel vollziehen konnte.

terstützt. Im Gegenteil. Wir bekommen

Man muss einen Aufsichtsrat als Vor-

Wollen Sie den Erfolg gar nicht ernten? –

da sehr guten Zuspruch. Ich kenne kaum

stand auch überzeugen, mit einer kla-

Wir sind doch schon in der Erntephase!

ein Unternehmen, das so viele außeror-

ren Strategie und der Fähigkeit und dem

(lacht) Die Kostensenkungsprogramme

dentliche Aufsichtsratssitzungen hatte

Durchsetzungsvermögen

haben zur Profitabilität beigetragen, die

wie die OMV in letzter Zeit.

umzusetzen.

diese

auch

mit dem Aufsichtsrat.

Aktie ist explodiert, ich ernte schon. n

Arbeitsplätze schaffen.

Österreichs Industrie sichert direkt und indirekt 2,4 Millionen Jobs. Ohne ehrliche und faire Strukturreformen, ohne Investitionen in Bildung, Infrastruktur sowie Forschung und Entwicklung stehen diese Arbeitsplätze auf dem Spiel. Handeln wir jetzt! Foto: dieindustrie.at/Mathias Kniepeiss

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MEINUNGEN

GASTKOMMENTAR

DIE WIRTSCHAFT BRAUCHT FRAUEN, UND FRAUEN BRAUCHEN EINE QUOTE Die Bankerin ist einer unter nur drei weiblichen Vorstandschefs eines börsennotierten Unternehmens. Sie spricht sich für eine gesetzliche Frauenquote aus und lässt das Argument nicht gelten, dass es zu wenige qualifizierte Frauen gibt.

Ich habe lange gedacht, eine Quote ist

ist leider nicht der Fall. Der von der Arbei-

„Dass es nicht genügend qualifizierte Frauen gibt, lasse ich nicht gelten.“

terkammer Wien veröffentlichte Frauen-

HERTA STOCKBAUER

nicht erforderlich, Frauen werden in Österreich auch so gut vorankommen. Das

Managementreport zeigt ein stagnierendes Bild in Österreich, während andere

→ VITA HERTA STOCKBAUER VORSTANDSVORSITZENDE BKS BANK AG Die gebürtige Klagenfurterin (56) wollte als Kind eigentlich Gärtnerin werden. Die Akademikerin hat sich dann doch für eine Bankkarriere entschieden. Seit 25 Jahren hält sie der BKS Bank AG die Treue, deren Vorstandschefin sie seit drei Jahren ist. Abschalten kann sie immer noch am besten in ihrem Garten, da ist dann auch ihr Handy auf lautlos geschaltet. Privat unterstützt sie Organisationen wie Rettet das Kind und SOS Kinderdorf.

Programm eingebunden, denn es liegt an ihnen, Talente zu entdecken und zu fördern. Sie stehen den Teilnehmerinnen auch als Mentoren zur Seite. Der Anteil an Frauen in Führungspositionen in der BKS Bank AG steigt kontinuierlich. 2012 lag er noch bei 25,8 Prozent, am Jahres-

Länder eine erfreuliche Entwicklung vorweisen können. Daher

ende 2016 bereits bei 32,1 Prozent. Bis 2020 soll der Anteil auf

bin ich mittlerweile für eine Quote. Es geht mir dabei um die

35 Prozent steigen.

Gleichstellung von Frauen und vor allem um ihre ökonomische

Die Quote für den Aufsichtsrat erfüllt die BSK Bank AG be-

Unabhängigkeit im Alter. Aber auch um den wirtschaftlichen

reits seit längerem: 36 Prozent der Mitglieder sind Frauen. Das

Gesamterfolg, denn erwiesenermaßen sind Unternehmen mit

Argument, dass es nicht genügend qualifizierte Frauen gibt,

einem höheren Anteil an Frauen in Führungspositionen wirt-

lasse ich nicht gelten. Dasselbe wurde auch in Norwegen oder

schaftlich langfristig erfolgreicher.

Deutschland gesagt. Erstaunlicherweise ließen sich doch sehr

Derzeit befinden sich in Österreich nur 3,6 Prozent Frauen an

gut ausbildete und kompetente Frauen finden. Schade ist, dass

der Unternehmensspitze. Noch immer werden in mehr als ei-

nur börsennotierte Unternehmen zu einer Quote verpflichtet

nem Viertel der 200 größten Unternehmen sämtliche Spitzen-

werden sollen. Auch öffentliche Institutionen, Interessenver-

funktionen ausschließlich mit Männern besetzt. Frauen schaf-

bände und Behörden haben viel zu wenige Frauen in Führungs-

fen es meist nur bis zur mittleren Führungsebene, und selbst

positionen. Auch ein Blick auf die Regierungsbänke in Öster-

dort sind sie unterrepräsentiert. Die Gründe dafür haben sel-

reich zeigt meist nur wenige Frauen. Dabei könnte die öffent-

ten etwas mit mangelnder Qualifikation zu tun. Frauen werden

liche Hand leicht mit gutem Vorbild vorangehen und die Rich-

einfach übersehen. Auch die Familiengründung ist sehr oft mit

tung vorgeben. Summa summarum spricht alles für eine Quote, aber für die

einem Karriereknick verbunden. Die BKS Bank AG setzt mit einem speziell entwickelten Frau-

Umsetzung muss ein realistischer Zeitraum definiert werden.

enkarriereprogramm bereits ganz unten den Hebel an. Das Ziel

Faktisch und praktisch kann nicht in zwei Jahren gutgemacht

dieser Ausbildung ist es, das Selbstvertrauen von engagierten

werden, was über Jahrzehnte verabsäumt wurde. In zehn Jah-

Mitarbeiterinnen zu stärken und das Interesse zu wecken, Füh-

ren wird niemand mehr über die Quote diskutieren, weil sich

rungsaufgaben zu übernehmen oder eine Expertenkarriere an-

keiner mehr ein Unternehmen ohne Frauen im „Board“ vor-

zustreben. Die meist männlichen Führungskräfte sind in das

stellen kann. n

14


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INVESTOREN

Bedingungslos. Klaus Umek lässt sich als Aktionär durch nichts aufhalten.

D

ie Zeiten sind vorbei, in denen betagte Kleinaktionäre,

Unternehmen aus, die sie für unterbewertet halten. Sei es,

die wohlwollend alle Tagesordnungspunkte abnickten,

weil das Management in ihren Augen gerade nicht taugt oder

mit einem großzügigen Buffet und prallgefüllten Ge-

weil ein Firmenzukauf oder eine Umstrukturierung mit offe-

schenkkörben abgespeist wurden. Auch auf den rot-weiß-ro-

nem Ausgang in Gang ist. Sie warten oft monatelang auf einen

ten Hauptversammlungen machen längst unternehmerische

günstigen Einstieg, beteiligen sich dann mit einem erkleck­

Aktionäre auf sich aufmerksam, und nicht nur dort. So konn-

lichen Aktienanteil und beginnen sich aktiv in die Firmenpo-

te man jüngst in diversen Tageszeitungen einen offenen Brief

litik einzumischen. Zunächst suchen sie das direkte Gespräch

an die Immofinanz-AG-Vorstände bestaunen, in denen Akti-

mit dem Vorstand. Beißen sie dort auf Granit, wenden sie sich

enaktivist Klaus Umek mit seinem Anlagenvehikel Petrus Ad-

an den Aufsichtsrat, den sie gern auch mit ihren Verbündeten

visers-Publikumsfonds unverblümt seine Sicht der Dinge und

besetzen. Bleibt auch dies ohne Erfolg, folgt die nächste Eska-

seine Forderungen mitteilte. Würden sie berücksichtigt, wäre

lationsstufe: Sie treten mit ihren Forderungen an die Öffent-

eine Verdoppelung des Aktienkurses auf 3,50 bis 3,80 Euro drin.

lichkeit. Werden ihre Wünsche immer noch nicht berücksich-

„Kaum öffentlich gemacht, läuft der Kurs der Immofinanz AG“,

tigt, wird auf der Hauptversammlung geputscht.

freut sich Umek. Ob seine Ansage zum Kursauftrieb führte oder

„Oft wird man in Unternehmen aktiv, wo es einen Haupt-

das Aktienrückkaufprogramm der Immofinanz AG oder gar S-

aktionär mit einem anderen, ganz eigenen Interesse gibt“,

Immo-Vorstandschef Ernst Vejdovszky, der Immofinanz-AG-

spielt der umtriebige Aktionär Alexander Proschofsky auf sei-

und CA-Immo-Aktien kaufen will, sei dahingestellt.

nen Widersacher Hans Peter Haselsteiner bei Conwert Immobilien Invest SE (Conwert) an. „Macht und Kontrolle schienen

Druck machen und erhöhen

ihm wichtiger zu sein als Geld. Daraus entstand riesige Frus-

Umeks Taktik entspricht durchaus dem typischen Muster,

tration bei den Aktionären. Ein guter Nährboden für Strate-

nach dem Shareholder-Aktivisten vorgehen. Sie suchen sich

giespiele von Shareholder-Aktivisten.“

16


Sie fordern lautstark ein fähigeres Management, mehr Dividende, geringere Vorstandsgehälter oder einen ­höheren Preis für ihre Aktien ein. Wie umtriebige ­Aktionäre Chefetagen das Fürchten lehren (wollen). TEXT JULIA KISTNER

So auch das Spiel von Umek. „Mit der CA-Immo-Fusion

zu aktiven Aktionären äußern will, ebenso wenig wie die Wiener

geht ein Jahr lang nichts weiter“, konstatiert Anteilseigner

Börse AG, betont man etwa beim Flughafen Wien AG, dass man

Klaus Umek, „unser offener Brief ist für das Management

in puncto Aktienpreis in der Sache einer Meinung mit den Ak-

nicht neu. Wir sprechen regelmäßig mit dem Vorstand über

tivisten war. Dass man sich aber keinesfalls den Interessen von

Strategien. Schließlich sind hier zig Millionen unseres Geldes

Einzelaktionären beuge. Petrus Advisers etwa bot der Flughafen

im Risiko.“ Öffentliche Briefe haben Petrus Advisers schon

Wien AG mehr als 450 Millionen Euro für Office- und Parkhaus­

als Conwert-Aktionäre geschrieben. Bei der S Immo AG ha-

immobilien. Der Vorstand lehnte aus strategischen und recht-

ben sie vor einem Jahr bei einem Kurs von 7,70 Euro den Vor-

lichen Gründen ab.

stand gelobt, aber aktivere Kapitalmarktarbeit erbeten. In der

Von Immofinanz-Sprecherin Bettina Schragl klingt das dip-

Flughafen-Übernahmeschlacht mit dem IFM Global Infra­

lomatisch so: „Wir sind regelmäßig mit unseren Aktionären in

structure Fund trug Petrus Advisers dazu bei, den Preis hoch

Kontakt, um unsere Strategie und Pläne zu erklären. Das trifft

zu verhandeln. „Wir waren wie der Vorstand der Meinung,

natürlich auch zu, wenn proaktiv geäußerte Vorstellungen der

dass das Kaufoffert nicht optimal sei.“ Das Flughafen-Vor-

Investoren von unserer Strategie abweichen.“ Man halte je-

stands-Duo habe einen fulminanten Job beim halbstaatlichen

denfalls an der angekündigten Strategie fest, „die Immofi-

Unternehmen gemacht.

nanz AG mit der CA Immo nach einem Beschluss der Hauptversammlung 2018 zu verschmelzen.“ Der blaue Brief von Pe-

Not Everybody’s Darling

trus Advisers ist auch nicht die erste Bekanntschaft mit Akti-

Lorbeeren an die Vorstände hin oder her. Ein solches Share-

visten. Die Schweizer Teleios Capital Partners richtete 2015 den

holder-Engagement stößt bei den Unternehmen nicht auf Ge-

Immofinanz-AG-Aufsichtsräten aus, sie sollten sich gegen das

genliebe. Man lässt sich doch nur ungern in die Suppe spucken.

damalige Übernahmeangebot der CA Immobilien Anlagen AG,

Auch wenn sich keines der betroffenen Unternehmen dezidiert

2,80 Euro je Immofinanz-AG-Aktie für 15 Prozent, wehren.

17

© GERHARD DEUTSCH / KURIER / PICTUREDESK

DIE WÖLFE DER WIENER BÖRSE


INVESTOREN

Das tat man auch. Einen

Beliebtheits-

preis wollen Shareholderaktivisten ohnehin nicht gewinnen, erwidert PetrusAdvisers-Chef Umek. Er sei kein US-Cowboy wie Bill Ackmann oder Carl Icahn. Die Kunst des unternehmerischen Aktionärs sei es „eins und eins

Übernahmeschlacht. Beim Einstieg des IFM Global Infrastructure Fund beim Flughafen Wien monierte Petrus Advisers erfolgreich den zu tiefen Preis.

zusammenzählen zu können“. Das Handwerk habe er in 13 Jahren bei Goldman Sachs

chen, schwacher Kapitalausstattung und kümmerlicher Corpo-

gelernt: „Ich denke kaufmännisch. Was kostet und was bringt

rate Governance in das Beuteschema. Die deutsche Cewe Co-

es. Und zwar dort, wo ich im Gegensatz zum Markt ganz klar ein

lor, Bilfinger oder auch Stada Arzneimittel AG (Stada) machten

unterbewertetes Unternehmen mit ungenutztem Wertpoten-

schon Bekanntschaft mit den taffen Herren aus den USA. Bei

zial sehe, das Petrus mit dem Management heben möchte. Da-

Stada mischt neben Pratt der gebürtige Österreicher Klaus Röh-

bei wählen wir uns Infrastruktur- und Industrieunternehmen,

rig kräftig mit.

die für uns berechenbar sind, nicht Biotech, wo wir das Produkt

Stada steht auf der Beteiligungsliste von Petrus Advisers. Der

nicht bewerten können.“

in London lebende Umek treibt sich aber nicht nur in Deutsch-

Als Enfant terrible gilt auch Rupert-Heinrich Staller, der zu-

land, sondern auch im Heimatland herum. Das habe sich so er-

letzt bei der Hauptversammlungen der Raiffeisen Bank Inter-

geben, so Umek. „In Österreich haben wir natürlich auch des-

national AG (RBI) im Jänner 2017 jenen RBI-Kernaktionären,

halb so einen großen Zuspruch, weil viele Unternehmen aufs

also den Landesbanken, eine Flasche Schampus versprochen

Gewinnemachen vergessen hatten und in der Vergangenheit

hatte, die als Erste ihren Anteil an der fusionierten Bank re-

die Politik die Kleinaktionäre verteufeln wollte.“

duzieren.

Wien sei tatsächlich anders, betont auch Wilhelm Rasinger, Präsident des Anlegerschutzverbands IVA, „man braucht sich

Amerikanische Verhältnisse

nur anschauen, wie lange Anfechtungsverfahren in den USA

Das nötige Kleingeld für ihr Engagement holen sich die Share-

und bei uns dauern. Wie leicht es dort und wie schwer es bei

holder-Aktivisten von wohlhabenden Investoren. Petrus Ad-

uns ist, vor Gericht zu ziehen.“ Zumindest hier möchte jetzt Pe-

visers haben hierfür einen eigenen UCITS-Fonds aufgelegt, der

ter Kolba, der ehemalige Rechtsexperte des Vereins für Konsu-

in solche „brachliegenden“ Unternehmen mit geringer Bör-

menteninformation mit seiner über Crowdfunding finanzierten

senkapitalisierung und hohen Gewinnchancen investiert.

Sammelklageplattform etwas bewegen.

In den USA ist das längst ein „Big Business“, auf das sich

Rasinger beklagt zudem die fehlende Möglichkeit in Öster-

Hedgefonds wie Elliot Management, Marcato, Active Owner-

reich für ein Delisting im amtlichen Handel: „Selbst aus einer

ship-, Viex- oder Amber Capital stürzen. Zielrenditen von 20

Religionsgemeinschaft kann man wieder austreten!“ Das förde-

Prozent sind da keine Seltenheit. Promi-Aktivisten wie Carl

re ungewöhnliche Konstruktionen wie bei der BWT AG, wo Vor-

Icahn oder Guy Wyser-Pratt treiben die Unternehmen mit

stand Andreas Weißenbacher einen Börsenrückzug mittels Um-

schwachem Management vor sich her. Und weil es in den USA

gründung versucht, durch eine Verschmelzung der AG mit ei-

nicht mehr so viel zu holen gibt, wüten die „Wallstreet-Wöl-

ner nichtbörsennotierten BWT-Tochter. „Sollte er damit durch-

fe“ vermehrt in Europa, eine Schar gefinkelter Advokaten im

kommen, wird es Frauenthal genauso tun“, rechnet Rasinger.

Schlepptau, die mitschneiden.

Aktionismus nicht ohne Risiko

Den neuen Aktivismus außerhalb der USA belegen auch Zahlen von Activist Insight. Im Vorjahr stieg die Zahl der Unter-

Das sieht auch Ingo Kapsch von HLMK Rechtsanwälte kritisch,

nehmen in Europa, wo Shareholder-Aktivisten öffentlich ak-

der Shareholder-Aktivisten vertritt, „in Deutschland ist ein

tiv wurden, von 72 auf 95 in Asien von 52 auf 77 Unternehmen.

Delisting möglich, aber nur dann, wenn den Aktionären ein

Hinter verschlossenen Türen sind es bedeutend mehr. In Eu-

Angebot gemacht wird, dessen Angemessenheit man recht-

ropa fallen laut FTI-Consulting neben britischen auch deut-

lich prüfen kann.“ Rasinger lässt sich auch nicht von kapital-

sche mittelständische Traditionsfirmen mit Führungsschwä-

kräftigen Gegnern mit kapitalem Rechtsbeistand einschüch-

18


Marketingmitteilung

tern. Fast stolz berichtet er, „dass mich schon Julius Meinl der Fünfte wegen übler Nachrede klagte und dann einen Tag vor der Verhandlung zurückzog. Ähnliches versuchte A-TecIndustries-AG-Pleitier Mirko Kovac. Aktuell versucht mich Hanno Bästlein mit seinem Rechtsanwalt einzuschüchtern. Ich darf die auf der Webseite publizierte Meinung zu Constantia in der Öffentlichkeit nicht mehr wiederholen. Ich lasse mir den Mund nicht verbieten.“ Grundsätzlich suche er aber das Gespräch. „Ich habe in meinen 19 Jahren keine fünf Anfechtungsklagen geführt, zuletzt gegen Bene AG wegen des Squeeze-outs-Zeitpunkts. Ich bin nicht durchgekommen, weiterzugehen wäre mir zu teuer. Sie prozessieren mit meinem Geld gegen mich.“ Von den hohen Kosten kann auch Aktivist Alexander Proschofsky sein Leid klagen: „Die Conwert-Anfechtungsklage hat mich etwa 250.0000 Euro gekostet.“ Es hat sich gelohnt. Proschofsky ist bei Conwert mit Gewinn ausgestiegen. Sein Weggefährte ist häufig Rechtsanwalt Martin Löffler, etwa im zehnjährigen Kampf um eine höhere Barabfindung für die Bank-Austria-Anteile. Auf die Frage, ob er gegen Prozessrisiken versichert sei, kann er ebenso wie Umek nur müde lächeln. „Das Conwert-Management oder eine unsichtbare Hand haben mir die Finanzbehörde, die FMA und die Übernahmekommission auf den Hals gehetzt. Sie haben uns geklagt und jeden Prozess verloren. Mein Risiko ist also mein Engagement. 45 Millionen stecken in der deutschen Baugruppe Braas Monier, zig Millionen in der KWG Kommunalen Wohnen AG. Je 100 Millionen hatten wir im Flughafen und in Conwert“ – auch in der Immofinanz AG und der CA Immobilien Anlagen AG stecken jeweils zig Millionen. Riskieren Shareholder-Aktivisten nicht hie und da auch, dass sie selbst dem Unternehmen schaden? „Wir zeigen nur das Gewinnpotenzial auf, zwingen sie ja zu nichts“, unterstreicht Umek. Doch was, wenn das Immofinanz-Management nicht auf die

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Forderung einer Barauszahlung der CA-Immo-Aktien eingeht? „Wenn sie verharren und gegen die Stimme der internationalen Arbitragefonds an der Fusion ohne Barabfindung festhalten, schlagen höchstwahrscheinlich bald größere Fonds zu“, ist Umek überzeugt, „Conwert wurde auch vom Konkurrenten

• Gratis-Girokonto mit € 75,– Startbonus1 • Sparkonto mit 1 % Zinsen p.a. 2 • Wertpapier-Depot: Nur € 3,95 Kauf-

Vonovia gekauft.“ Und von der will Umek für seine restlichen

und Verkaufsspesen pro Trade 3

Anteile eine ordentliche Barabfindung. Er rät auch den anderen

• Bis 85 % Rabatt auf den Ausgabe-

Kleinaktionären nicht zu verkaufen.

aufschlag bei bonifizierten Fonds 4

Alles böse Buben? Und wo zieht Umek als streitbarer Aktionär selbst die Grenze zu den „böse Buben“, die auf eine Zerschlagung des Unternehmens und das schnelle Geld aus sind? „Wenn ich nur ein Strohfeuer entfachen würde, um die Aktien schnell zu Geld zu machen. Wenn ich etwa nach unseren geschalteten Inseraten den

1) Gültig für Gehalts-/ Pensionskonto bei regelmäßigem monatlichem Eingang in der Höhe von mindestens € 600,–. Startbonus-Gutschrift nach dem 2. Gehalts-/ Pensionseingang. 2) 1 % p.a. bis € 75.000,– für 4 Monate ab Kontoeröffnung, täglich verfügbar. Ab € 75.000,– bzw. nach Ablauf der Frist gilt ein variabler Zinssatz lt. aktuellem Konditionenblatt. 3) € 3,95 für Transaktionen bis € 25.000,– pro börslichem oder außerbörslichem Auftrag (zzgl. ev. Fremdspesen) in den ersten 6 Monaten ab Depoteröffnung. Gültig für Orders über Internet oder Telefon. 4) 85 % Rabatt ab einem Ordervolumen von € 100.000,–, bei geringerem Ordervolumen 60 % Rabatt. Angebote gelten bis auf Weiteres. Mehr auf dad.at

Kursanstieg von drei Prozent gleich mitgenommen hätte. Seine Reputation verspielt man mit einer einzigen dummen Aktion.“ 170329_DADAT_Anz_Wechseln_83,5x248_Boersianer_SSP_RZ.indd 1

29.03.17 12:13


INVESTOREN

Um seine Interessen durchzusetzen, machte Aktivist Ale-

Ich versuche, immer das Beste für das jeweilige Unterneh-

xander Proschofsky bei Meinl Airport International nicht

men und alle Beteiligten zu erzielen. Bei Conwert haben alle

halt davor, mit dem Hedgefonds Elliot Associates im Gleich-

Aktionäre denselben Preis bekommen. Mir wurde so wie je-

schritt zu marschieren. Der ist berüchtigt dafür, Stimmung

dem anderen auch lediglich die Tätigkeit als Verwaltungsrat

gegen das Management zu machen, es mit Klagen zuzuschüt-

vergütet. Unseriös empfinde ich diejenigen, die wegen jeden

ten und dann abzukassieren. Ist das seriös? „Ich kann mir

Blödsinns schreien, auch wenn sie sich im Geschäft gar nicht

nicht aussuchen, wer Aktien eines Unternehmens besitzt und

auskennen. Oder wenn ich Aktien von Firma A und B besit-

damit vielleicht mit mir im selben Boot sitzt“, kontert Alex-

ze und von Firma A will, dass sie mir Aktien der Firma B zum

ander Proscho­fsky, „ich habe bei Meinl Airport nur die unzu-

Preis X ­abkauft. Ich kann mich am Abend noch in den Spie-

friedenen Aktionäre gepoolt.“ Denn mit Verbündeten kom-

gel ­schauen.“

me man eher zum Ziel, rechtfertigt er auch die gemeinsame Anfechtungsklage mit dem aggressiven Hedgefonds Polygon,

Die Profiteure

mit dem man den Börsenrückzug der Bank Austria AG ver-

Von aktiven Aktionären würden aber auch die Unternehmen

zögerte: „Unsere Gruppe hatte damals eine Millionen Akti-

selbst profitieren, so Ingo Speich, Leiter Nachhaltigkeit und

en, Polygon ungefähr zwei Millionen Stück, das hat Gewicht.

Engagement bei der Union Investment. Viele würden durch

INTERVENTIONEN

DIE ROT-WEISS-ROTEN AKTIVISTEN

KLAUS UMEK PETRUS ADVISERS

ALEXANDER PROSCHOFSKY CUBE INVEST

WILHELM RASINGER IVA

Ein großer Player ist Klaus Umek mit

Begonnen hat alles mit der damals bör-

Achtzehn Jahre kämpft der Präsident des

seinem Investmentvehikel Petrus Ad-

sennotierten Baumax AG. Er motivierte

Interessenverbands für Anleger IVA nun

visers mit Sitz in London, das aktu-

die Familie Essl dazu, den Aktionären um

schon für die Rechte des privaten Streu-

ell rund 350 Millionen Euro verwaltet.

25 Prozent mehr auszuzahlen. Damals

besitzes, wovon er als betroffener Aktio-

Mit seinem Petrus Advisers Special Si-

war Proschofsky Chefanalyst des viel-

när gleich mitprofiert. Der Honorarpro-

tuations UCITS Fonds lässt er Institu-

gelesenen „Austria Börsenbrief“. Einen

fessor für Betriebswirtschaft meldet sich

tionelle und Reiche an seiner Strategie

Namen machte er sich bei der Hypo Bur-

nicht nur bei den Hauptversammlungen,

partizipieren. Er investiert in unterbe-

genland. Die Politik wollte die Privatak-

sondern auch als Aufsichtsrat bei Wien-

wertete Unternehmen mit ein bis zehn

tionäre billig abspeisen, dann die Bank

erberger AG, Erste Group Bank AG und

Milliarden Börsenkapitalisierung, die

teuer verkaufen. Vorn mit dabei war er

S Immo AG zu Wort. Was er gar nicht

eine Umstrukturierung benötigen und/

bei Böhler Uddeholm, bei Meinl Airports

mag, ist, wenn sich Hauptaktionäre viel

oder einen stabilen Cashflow aufwei-

International (AI) und Meinl Power In-

zu günstig der Kleinaktionäre entledigen

sen. Wegen des Brexits überlegt Petrus

ternational (PI). Die Zertifikateinhaber

wollen. Etwa bei Bene AG, Constantia,

Advisors, seine Aktivitäten in London

forderten rund 300 Millionen Euro von

Bank Austria, ECO Business-Immobili-

sukzessive zugunsten anderer Stand-

Julius Meinl uind Co. Bei Conwert Im-

en, Intercell/Valneva SE, Immoeast, BWT

beine in Frankfurt, Bratislava und Ös-

mobilien Invest SE schlich er sich aus

AG, ATB und Co. Umgekehrt hat Rasin-

terreich zurückzufahren. Klaus Umek

dem Verwaltungsrat, nachdem man ihm

ger kein Verständnis für streitbare Akti-

hatte einst sein Interesse an der Kärnt-

für 185.000 Aktien drei Millionen Euro

onäre, die im Doppelpack mit gewieften

ner Hypo bekundet. Sein Ziel, eine

zahlte. Die Immofinanz AG interessiert

Rechtsanwälten auftreten: „Dass man

Bankkonzession in Österreich, die den

den Doktor der Betriebswirtschaft nicht:

selbst in den USA ohne Aktivismus viel

wohlhabenden

„Ich bin weder vom Management noch

erreichen kann, zeigt mein großes Vor-

vom Immobilienportfolio überzeugt.“

bild: Investor Warren Buffett.“

Mittelstand

hat er noch vor Augen.

bedient,

20


INVESTOREN

te. „Der Kurs stieg bis heute von 55 auf 182 Euro“, klopft sich Speich auf die Schulter. Er brachte sich zuletzt auch bei der Deutschen Bank AG und Thyssen Krupp AG ein. „Die erst vor kurzem verabschiedete EU-Aktionärsrechterichtlinie schreibt Pensionskassen und Versicherungen sogar vor, dass sie sich auf den Hauptversammlungen aktiv einbringen sollen“, berichtet Ingo Speich, dass Union Investment 2016 auf mehr als 1.500 Hauptversammlungen für ihre Fondskunden abstimmte. „Je aktiver wir die Aktionärsrechte für ihre Kunden wahrnehmen, um so seltener kommt es Intervention. Aktuell arbeitet Klaus Umek an einer Verbesserung des Aktienkurses der Immofinanz AG.

zu Zufallsbeschlüssen. Aggressiven Shareholder-Aktivisten wird damit das Leben schwerer gemacht.“

die vorgeschlagenen Restrukturierungsmaßnahmen wieder

Fazit für Aktionäre

mehr Gewinne schreiben. Als Beispiel nennt er das Engage-

Tatsächlich performen Unternehmen, bei denen aktive Akti-

ment seiner Fondsgesellschaft beim Reiseveranstalter TUI

onäre mitreden, seit 2008 in Summe etwas besser als der Ge-

AG, wo man mit der Performance des damaligen Vorstands

samtmarkt, wenn man vom ersten schwachen Börsenhalb-

Michael Frenzel unzufrieden war und einen Wechsel an der

jahr 2016 absieht. Das zeigt der Vergleich des amerikanischen

Spitze forderte, einen Turbo für den Ertrag und Aktienkurs des

Leitindex S&P 500 mit dem Activ Insight Index, der in etwa 30

Unternehmens. So wie auch bei der Adidas AG, als man erst

Fonds weltweit enthält, die ihr Portfolio zur Gänze Sharhol-

nach einer Gewinnwarnung auf ihre Forderungen reagier-

der-Aktivismus widmen. n

DEGIRO-172x122mm_boersainer.pdf

1

11/17/16

7:08 PM


RENDITE

RENDITE VERANLAGUNG MARKTENTWICKLUNG ENTWICKLUNG (YTD) DER INTERNATIONALEN AKTIENMÄRKTE IM VERGLEICH ZUR WIENER BÖRSE

10 %

ATX (ÖSTERREICH) STOXX EASTERN EU TM (EUR)

9%

STOXX EUROPE TM (EUR) STOXX US TM (EUR)

8%

STOXX EM TM (EUR) USA

7%

6%

5%

EMERGING MARKETS

ÖSTERREICH (ATX) 4%

EUROPA 3%

2%

1%

OSTEUROPA 0%

-1 %

JAN.

FEB.

MÄR.

Aufschwung. Die Aktien der Schwellenländer konnten seit Anfang des Jahres am meisten zulegen. Gleich dahinter folgt aber schon der ATX mit einer starken Performance. Osteuropaaktien sind nach einem Dämpfer wieder auf dem Weg nach oben.

POLITISCHE THEATRALIK KOLUMNE

Das erste Quartal ist geschlagen, und es war ein Gutes. Die Rhetorik Donald Trumps wurde etwas zahmer, und die Wahlen in Europa brachten keine rechtspopulistischen Zuwächse. Die Märkte haben sich daher auf ökonomische Perspektiven konzentriert. Dazu zählen die gute Inflationsentwicklung, Konjunkturwachstum und eine Investitionsbeschleunigung bei den Unternehmen. Die Zinsen und Renditen stoßen

WOLFGANG MATEJKA Geschäftsführer Matejka & ­Partner Asset Management

immer mehr nach oben, werden aber noch von Rhetorik der FED oder Kaufprogrammen der EZB gebremst. Dennoch werden mittelfristig ertragreicheren Investments möglich, zumeist auf Aktienseite. Der österreichische Aktienmarkt hat sich weiterhin sehr gut entwickelt und performt an der europäischen Spitze. Die prosperierende osteuropäische Wirtschaft und positive heimische Unternehmensergebnisse bleiben hierfür die stärksten Faktoren. Während die europäische Wirtschaft Fahrt aufnimmt, werden die politischen Themen nicht an Theatralik verlieren. Die Wahl in Frankreich, die italienischen Kapriolen um einen Wahltermin, die Verhandlungspositionierungen rund um den Brexit, eine Polarisierung des Wahlkampfs in Deutschland und über allem das Verhalten Europas gegenüber einer immer provokanter agierenden Türkei. Diese Risiken sind nicht neu, und wie es aussieht, haben sich die Investoren angewöhnt, mit dem Schlimmsten zu rechnen, weshalb „normale“ Wahlausgänge oder Politereignisse plötzlich positive Kapitalmarkteffekte erzeugen. Daher bleiben die fundamentalen Fakten die größte Kraft. Diese sind von Gewinnwachstum und einer deutlich über den Bondrenditen befindlichen Inflation gekennzeichnet, die den Terminus „Realrendite“ konsequent zum schmerzhaften Verlust reduziert. Den Aktienmärkten wird daher die Attraktivität auch im zweiten Quartal nicht ausgehen.

22


RENDITE

MARKTMEINUNGEN AUSBLICK DER ÖSTERREICH-FONDSMANAGER

Alois Wögerbauer Fondsmanager 3 Banken Österreich Fonds (ISIN AT0000662275) 3 Banken Generali Investment

Robert Binder Fondsmanager Semper Share Austria (ISIN AT0000815030) Semper Constantia Invest

Wie bewerten Sie das aktuelle Marktumfeld? - 75 Prozent der In-

Wie bewerten Sie das aktuelle Marktumfeld? - Trotz der Bör-

vestoren in Wien kommen aus dem Ausland und achten auf

senrally der vergangenen Monate sind wir weiterhin positiv

Banken und Osteuropa. Die Lage der heimischen Banken hat

für den österreichischen Aktienmarkt eingestellt. Betrach-

sich klar verbessert, und die Wirtschaft in Osteuropa ist sehr

tet man die prognostizierten Gewinne der Unternehmen, er-

solid. Viele Ausländer sind untergewichtet, werden erkennen,

scheint uns der Markt weiter günstig. Nichtsdestotrotz wächst

dass sich die Lage verbessert hat und zurückkommen. Wien

die Wahrscheinlichkeit einer vorübergehenden Korrektur, die

sollte daher in nächster Zeit gut laufen.

wir jedoch als Kaufgelegenheit betrachten würden.

Welche Branchen favorisieren Sie derzeit und warum? - Immer

Welche Branchen favorisieren Sie derzeit und warum? - Wie im

noch die Immobilienaktien, da die Bewertungen überzeugen

vergangenen Jahr sehen wir auch für 2017 äußerst positive

und die Diskussion über die Zinswende übertrieben ist. Dazu

Rahmenbedingungen für die österreichische Baubranche. Die

erstmals aufgrund des optimistischen Konjunkturbilds wieder

positiven Wirtschaftsfrühindikatoren sprechen für ein stär-

zyklische Titel wie Strabag SE.

keres Wirtschaftswachstum im Jahr 2017. Dieser Umstand

Wie lauten die drei Toppositionen in Ihrem Österreich-Fonds und

sollte sich auch positiv auf die heimischen Industriewerte

warum? - Im Vergleich zum Index sind CA Immobilien Anlagen

auswirken.

AG, Palfinger AG und Agrana AG am deutlichsten übergewichtet.

Wie lauten die drei Toppositionen in Ihrem Österreich-Fonds und

CA Immobilien AG ist angesichts der Reserven einfach zu billig.

warum? - Unser größtes Übergewicht im Fonds, zum ATX-Pri-

Palfinger AG ist eine beeindruckende Wachstumsstory. Agrana

me-Index, haben wir aktuell in den Aktien der Porr AG, Voest­

AG haben wenige auf dem Radar, was sich ändern dürfte.

alpine AG und Andritz AG.

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RENDITE

PORTFOLIO → VITA WOLFGANG TRAINDL LEITER PRIVATE BANKING & ASSET MANAGEMENT ERSTE BANK ÖSTERREICH AG

WOLFGANG TRAINDL

„IM VERGLEICH ZU RENTEN SIND AKTIEN GÜNSTIG“ Der Erste-Banker rechnet Finanz- und ­Rohstoffaktien heuer gute Chancen aus. TEXT INGRID KRAWARIK

Der begeisterte Radfahrer (58) gehört zu den längstdienenden Bankern der Erste Bank Österreich AG. Dabei war Banker gar nicht sein ursprünglicher Berufswunsch. Als Jugendlicher wollte der gebürtige Niederösterreicher für ein Markenartikelunternehmen (welches, verrät er nicht) sein Können einsetzen. Der Liebe zur Natur und da vor allem zum Wald geht der zweifache Familienvater läuferisch in seiner Freizeit nach.

ASSET-ALLOCATION

Welche

beeinflussen

stofftiteln, könnte der Aufschwung wei-

derzeit Ihre Anlageentscheidungen? – Ich

Marktgeschehnisse

tergehen. Wichtig ist die breite Streuung.

beobachte die Inflationsentwicklung sehr genau und habe deshalb so gut wie keine

Sind Sie voll investiert? – Nein, wir halten

Staatsanleihen im Portfolio. Als Surro-

aktuell zehn Prozent in Cash, also Geld-

gate zu Staatsanleihen habe ich Hedge-

marktpapiere.

fonds eingekauft. Außerdem machen für mich Inflation Linked Bonds, High Yield

Was hat sich im Vergleich zu der Zeit vor

Anleihen und Corporate Bonds aktu-

zehn Jahren in ihrer Anlagestrategie verän-

ell mehr Sinn. Ich habe auch einiges an

dert? – Die Breite des Anlagenspektrums

Emerging-Markets-Anleihen im Depot.

ist deutlich größer. Offene Immobilien-

Da gefallen mir Papiere aus Mexiko, Bra-

silien, Indonesien und der Türkei. Das Niedrigzinsumfeld wird uns sicher noch einige Zeit begleiten. Da steuern wir auch mit Aktien dagegen.

45 % 25 % 10 % 10 % 5 %

Anleihen Aktien Geldmarkt Euro Immobilien Alternative Investments

AKTIEN

Sind die Aktienmärkte nicht schon sehr gut gelaufen? – Die Aktienmärkte sind nicht billig, im Vergleich zu Rentenpapieren aber günstig. Der Eurostoxx notiert noch weit unter seinem Vorkrisenwert, italienische und spanische Finanzaktien sind wenn, dann überhaupt erst seit einem halben Jahr positiv gelaufen. Welche Erwartungen haben Sie an den Aktienmarkt? – Bei den Unternehmensgewinnen sehe ich nach wie vor einen positiven Trend. Die durchschnittliche Dividendenrendite ist höher als die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihe. Bei Va-

55 % Nordamerika 30 % Europa 15 % Pazifik inklusive Japan 3 % Emerging Markets

fonds als Alternative hat es einfach nicht gegeben. Das Kundenverhalten hat sich dadurch auch massiv verändert, da haben wir eine sehr umfangreiche Anamnese gemacht. Die Kunden haben zwar nach wie vor viel Geld in Cash. Sie sind aber bereit, breiter gestreut zu investieren. Das Geld liegt nicht mehr auf dem Sparbuch, weil sie da ohnehin keine Zinsen bekommen. Reine Aktieninvestments sind sehr

ANLEIHEN

17,5 % Unternehmensanleihen USA* 10 % High-Yield-Anleihen USA* 5 % US-Hypothekaranleihen* 2,5 % Inflationsgeschützte Euro-Anleihen 2,5 % Unternehmensanleihen Euro 2,5 % Internationale Staatsanleihen, Lokalwährung 2,5 % Emerging-Markets-Staatsanleihen* 2,5 % Emerging-Markets-Anleihen, Lokalwährung * WÄHRUNGSGESICHERT QUELLE: ERSTE BANK ÖSTERREICH AG

lueaktien, vor allem Finanz- und Roh-

selten. Durch die Finanzkrise sind viele Kunden immer noch vorsichtig. Vor zehn Jahren gab es vier Prozent Zinsen auf dem Sparbuch, da war vieles einfacher. Für welche Anlagealternativen interessiert sich Ihr Klientel? – Vorsorgewohnungen werden für Investoren zunehmend interessanter. Die Renditen sind zwar niedrig, aber die Kunden besitzen etwas, das langfristig eine Wertsteigerung hat und somit auch einen Inflationsausgleich. n

24


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INFLATION

TEUERUNG

IM BANN DER INFLATION

1.

2.

3.

MARKTUMFELD

VERANLAGUNG

INTERVIEW

Die Inflationskernrate in der Eurozone, die Anstiege bei Nahrungsmittel- und Ölpreisen ignoriert, verharrt weiterhin bei 0,9 Prozent. Solange sie nicht steigt, wird EZBChef Mario Draghi nicht an der Zinsschraube drehen.

Konservative Anleger können durch Infra­ strukturinvestments in Form von Fonds oder inflationsindexierten Anleihen einen Infla­ tionsausgleich erreichen. Die Renditen sind dabei recht beachtlich.

Nach dem Ende des Anleihekaufprogramms könnte es zu bei Anleihen zu Kursverlusten kommen, sagt Peter Brezinschek, Chefvolkswirt bei Raiffeisen Research. Mit Zinserhöhungen rechnet er nicht vor 2018.

→ SEITE 28

→ SEITE 30

→ SEITE 32


Inzwischen ist es längst kein transatlan­tisches Phänomen mehr. Auch in Europa beginnt Umstritten bleiben allerdings das Ausmaß und die Nachhaltigkeit des jüngsten Schubs. Anleger sollten die Entwicklung dennoch in ihrer Veranlagung zunehmend ­berücksichtigen. TEXT RAJA KORINEK

Geldentwertung. Steigt die Inflation, kann man weniger um denselben Preis kaufen.

© LUCY YOUNG / EYEVINE / PICTUREDESK

die Inflationsrate allmählich anzusteigen.


RENDITE

DIE GEISTER, DIE DER ÖLPREIS RIEF Während die USNotenbank die R ­ ückkehr des Inflations­gespenstes bereits bekämpft, warten Europas Währungshüter vorerst ab. Denn hier wird vieles noch auf den Ölpreis zurückgeführt. TEXT RAJA KORINEK Rohstoff. Der Ölpreis hat sich im Vergleich zum Vorjahr massiv verteuert und hat die Inflation dadurch angeheizt.

V

or wenigen Monaten gab es in

weiten Regeln berechnet. Obendrein ha-

enthalten sind. „Dabei ist die Kern-

Europa noch das große Zittern ­

ben Kfz-Treibstoffe in der Gruppe „Ener-

rate für die Eurozone unverändert bei

vor der drohenden Deflation,

gie“ im Warenkorb für den heimischen

0,9 Prozent.“

während in den USA die Inflation be-

Verbraucherpreisindex einen relativ ho-

Kein Grund zur Sorge also? Johannes

reits zu steigen begann. Doch seit Jah-

hen Anteil von knapp über 50 Prozent.

Müller, CIO Multi Asset Germany bei der

resanfang 2017 zieht die Teuerung auch

„Dabei schlagen sich Ölpreisänderungen

Deutschen Asset Management, würde

in Europa zügig an. Vor allem der gestie-

schon nach einem Monat in Änderungen

den aktuellen Anstieg bei der Gesamt­

gene Ölpreis hinterlässt deutliche Spu-

des Benzinpreises im HVPI nieder“, fügt

inflationsrate jedenfalls nicht überbe-

ren. Zu Jahresbeginn 2016 lag die Notie-

Ritzberger-Grünwald noch hinzu.

werten. „Schließlich schwankt der Öl-

rung der Nordseemarke Brent bei knapp

preis sehr stark.“ Selbst wenn die Notie-

29 US-Dollar je Fass. Schon wenige Mo-

Kerninflation bleibt niedrig

rung weiter anzieht, sieht Müller keinen

nate später hatte sich der Preis fast ver-

Das lässt sich auch anhand konkreter

Grund zur Sorge: „Das würde die Kon-

doppelt. Obendrein ist der Eurokurs zum

Zahlen verdeutlichen. Während der hei-

junktur und somit auch die inflationä-

US-Dollar ein gutes Stück gesunken, was

mische HVPI 2016 bei einem Prozent lag,

ren Kräfte dämpfen.“ Entscheidend sei

den Preisanstieg noch mehr anfacht. Und

erreichte die Inflationsrate heuer im Fe-

die Lohnentwicklung. Und da sehe Mül-

so hat die Europäische Zentralbank (EZB)

bruar 2,4 Prozent. In der gesamten Eu-

ler noch keine Anzeichen, „dass in Euro-

zuletzt auch ihre Inflationsprognose für

rozone lag die Rate bei zwei Prozent, die

pa eine Lohn-Preis-Spirale nach oben in

2017 auf 1,7 Prozent angehoben.

Zielmarke der EZB. Trotzdem hielt EZB-

Gang gesetzt wurde“.

Allein in Österreich schlug sich der

Chef Mario Draghi im vergangenen März

Umso kniffliger wird es damit ange-

Ölpreisanstieg deutlich in der Inflations-

noch an der ultralockeren Geldpolitik

sichts der vergleichsweise hohen Infla-

rate nieder. Ein Phänomen, das für Do-

fest. „Die Marke von zwei Prozent bei der

tionsraten in diesen Ländern für Länder

ris Ritzberger-Grünwald, Chefvolkswir-

Gesamtinflation ist eben ein mittelfris-

wie Österreich oder Deutschland. Doch

tin der Oesterreichischen Nationalbank

tiges Ziel“, erklärt die OeNB-Chefvolks-

hier muss die EZB eben einen heiklen

(OeNB), einfach erklärt ist: „Immerhin

wirtin die Zurückhaltung.

Drahtseilakt meistern, unterstreicht Pe-

ist Energie mit knapp mehr als acht Pro-

Kurzfristig stehe vielmehr die Kern-

ter Brezinschek, Chefvolkswirt bei Raiff-

zent im HVPI gewichtet.“ Mit HVPI ist der

rate im Fokus, in der Komponenten wie

eisen Research im Interview mit Der Bör-

harmonisierte

Verbraucherpreisindex

Nahrungsmittel und Energie - deren

sianer (Seiten 32 und 33). Schließlich hat

gemeint, er wird von Eurostat nach EU-

Preise meist stark schwanken - nicht

sie nicht nur das Inflationsziel vor Augen,

28


RENDITE

rate zu reagieren, stößt nicht überall auf

im Februar 2,7 Prozent. Nicht ohne Grund

Verständnis. Andrew Bosomworth, Lei-

hat die US-Notenbank erst vor wenigen

ter des Portfoliomanagements bei Pim-

Wochen die Zinsen erneut angehoben -

co in Deutschland verweist auf die nach-

auf nunmehr ein Prozent. Weitere Anhe-

lassende Wirksamkeit der europäischen

bungen sind vorprogrammiert.

Geldpolitik, die auch den monatlichen

Dennoch, bei all der Euphorie sollte

Ankauf von Anleihen guter Bonität in

man die Risiken nicht übersehen. In Eu-

Milliardenhöhe umfasst. „Die aktuel-

ropa stehen weitere Wahlen an, in den

le Geldpolitik führt zu Fehlleitung von

USA womöglich ein grundlegender Wan-

­Ressourcen.“ Genau das gefährde zuneh-

del der US-Handelspolitik. Und in China

mend die Finanzmarktstabilität. Auch

klettert die Verschuldung munter weiter

sollte man laut Bosomworth nicht über-

an. Die Folgen auf das globale Wachstum

sehen, dass trotz der niedrigen Kernin-

sind ungewiss ‑ und könnten auch den

flationsrate das Wirtschaftswachstum

aktuellen Inflationserwartungen einen

allmählich ansteige.

kräftigen Dämpfer verpassen.

Zudem sei das Auseinanderdriften der geldpolitischen Ansätze auf beiden Sei-

% MEINE RENDITE

ten des Atlantiks nicht länger tragbar,

Noch vor wenigen Monaten wagten die

betont Igor de Maack, Portfoliomanager

wenigsten Analysten eine steigende In-

bei DNCA Finance, „zumal sich die Di-

flationsrate zu prognostizieren. Inzwi-

vergenz auf die Kursentwicklung des Euro

schen steigt sie selbst in Europa immer

gegenüber dem Dollar kräftig auszuwir-

rascher an. Allerdings wird sie in den

ken beginnt.“ Tatsächlich ist in den USA

USA von dem anziehenden Wirtschafts-

sondern auch die Finanzmarktstabilität.

das Wirtschaftswachstum ein gutes Stück

wachstum, somit auch von einem stei-

Derzeit hätten etwa Italiens Banken mit

fortgeschritten. „Der US-Arbeitsmarkt

genden Lohndruck befeuert. In Europa ist

einer hohen Anzahl an faulen Krediten zu

schaut deutlich besser aus als in Europa“,

es bisher der kräftig gestiegene Ölpreis,

kämpfen. Steigende Zinsen wären wenig

fügt Ritzberger-Grünwald hinzu.

der sich in die Inflationsrate durchfüt-

© OMV AG

tert. Und das ist auch der Grund, weshalb

hilfreich.

Weitere US-Zinsanhebungen

sich Europas Währungshüter vorerst

Tiefzinspolitik in der Kontroverse

Und so macht sich auch der steigende

noch mit ersten Zinsschritten nach oben

Dennoch, die Argumentation der EZB,

Lohndruck in der US-Inflationsrate zu-

zieren - wenngleich das zunehmend für

noch nicht auf die steigende Inflations-

nehmend bemerkbar, sie erreichte allein

Kontroverse sorgt. n

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RENDITE

TAKTIEREN GEGEN DIE TEUERUNG Die Rückkehr der Inflation zwingt auch zu einem Umdenken an den weltweiten Kapitalmärkten. Vor allem konservative Anleger müssen

© PORR AG

sich auf die Suche nach durchdachten Strategien machen. TEXT RAJA KORINEK Straßenbau. Infrastrukturinvestments sind in der Gunst der Großinvestoren zuletzt deutlich gestiegen.

N

och bis Jahresmitte 2016 schien

lerdings werden auch Inflation-Linker

wartungen bieten deshalb einen attrak-

es gerade bei deutschen Bundes-

laufend gehandelt. Je mehr die Papiere

tiven Einstieg in realwertgesicherte An-

anleihen kein Halten mehr zu

nachgefragt werden, desto teurer werden

leihen“, so Penninger.

geben, die Renditen rutschten deshalb

sie freilich, und dann schrumpft auch die

kurzzeitig sogar in die Minuszone. Denn

Rendite.

Unter den globalen Inflation-Linker-Fonds Vergleich

je teurer eine Anleihe ist, desto mehr

sticht etwa

im

der

mehrjährigen ­

LLB

Obligatio-

müssen Anleger für den fixen Kupon be-

Inflationsschutz zahlt sich aus

nen Inflation Linked Fund (Großanle-

zahlen. Unterm Strich bleibt eine gerin-

Zu teuer ist die Anlageklasse noch nicht,

ger: ISIN LI0290911580, Privatanleger:

gere Rendite übrig. Doch seit allen voran

meint Schoellerbank-AG-Analyst Mi-

LI0028614878) hervor. Allein auf fünf

in den USA das Inflationsgespenst wieder

chael Penninger: Allein in Europa wür-

Jahre legte der Fonds mehr als zwanzig

sein Unwesen treibt, wird ein Investment

den die Inflationserwartungen aktuell

Prozent zu, wobei ein Teil freilich auch

an

zunehmend

einen Wert von jährlich 1,46 Prozent auf

auf Währungseffekte zurückzuführen

knifflig. Dann möchte kaum ein Anleger

zehn Jahre aufweisen. Das sei unter dem

ist. Investiert wird nicht nur in öffent­

sich mit bestehenden, schlecht verzins-

langjährigen Durchschnitt aber auch

liche Emissionen, sondern auch ein we-

ten Papieren auf viele Jahre binden.

deutlich unter dem EZB-Ziel von mittel-

nig in Bankanleihen. Zudem kommt rein

Bleibt die Frage nach interessanten

fristig zwei Prozent. „Die derzeit einge-

das Investment-Grade-Segment infra-

Alternativen. Eine davon bieten „Infla-

preisten Erwartungen halten wir für zu

ge, das umfasst jene Anleihen, die zu-

tion-Linker“, inflationsindexierte An-

tief.“ Zwar könnte die tatsächliche In-

mindest ein Rating von BBB- haben.

leihen, bei denen das Nominale jährlich

flation auf dem Rücken der Energiepreise

Spesengünstig ist hingegen der Lyxor

an den harmonisierten Verbraucher-

vorübergehend wieder etwas nachgeben,

Euro MTS Inflation Linked Investment

preisindex (HVPI) angepasst wird. Damit

„die Eurozone ist aber trotz politischer

Grade (DR) UCITS ETF (FR0010174292).

verändert sich auch die Zinszahlung, die

Wirren auf dem Weg der wirtschaftli-

Denn börsengehandelte Passivfonds bil-

ja ein Prozentsatz der Nominale ist. Al-

chen Besserung. Die tiefen Inflationser-

den lediglich eine Messlatte ab, in dem

den

Rentenmärkten

30


RENDITE

Fall den MTS Mid Price Investment Grade

tionsrate gekoppelt sind. Gemeint sind

Erstaunlich erscheint manchen An-

Eurozone Inflation-Linked Index. Dieser

Infrastrukturkonzerne, etwa Mautstra-

legern die relativ verhaltene Goldpreis-

misst die Wertentwicklung der größten

ßen-, Flughafen- und Eisenbahnbetrei-

entwicklung. Die Antwort liefern dabei

und

inflationsindexierten

ber, aber auch Versorger. Im langjähri-

die Anleihenmärkte, erklärt Johannes

Staatsanleihen aus dem Investment-

gen Vergleich kann sich der First State

Müller, CIO Multi Asset Germany bei

Grade-Bereich in der Eurozone. Die Per-

Global Listed Infrastructure Fund (Groß-

der Deutschen Asset Management: „In

formance ist jedenfalls ähnlich hoch wie

anleger: GB00B2PDRD99, Privatanle-

der Vergangenheit ist der Goldpreis ge-

jene des LLB-Fonds.

ger: GB00B2PDR286) gut halten. Zu den

sunken, sobald die Renditen fünfjähri-

liquidesten

Toppositionen zählen der US-Versor-

ger US-Staatsanleihen gestiegen sind.“

Unternehmen mischen mit

ger PG&E und American Electric Power

So wie auch jetzt, angesichts der stei-

Auch gibt es Unternehmen - abseits der

Company, aber auch East Japan Railway.

genden Inflation. Bleibt nach Abzug der

Finanzbranche -, die inflationsgeschütz-

Allein auf fünf Jahre konnte der Fonds

Inflationsrate von der aktuellen Rendi-

te Bonds emittieren. M&G-Investment-

mehr als 90 Prozent zulegen.

te ein Plus übrig, ist Gold als zinslose

spezialist Mario Eisenegger verweist auf

Alternative zum Werterhalt nicht mehr

den Zinsaufschlag, den man grundsätz-

Anlegen in den Aufbau

gefragt. Müller: „Lediglich bei sinken-

lich für das höhere Risiko bei Corporate

Ein wenig anders ist der Zugang beim

den Realrenditen ist Gold interessant.“

Bonds erhält, und meint: „Je nach Emit-

Fonds Raiffeisen-Infrastruktur-Aktien

tent bieten deshalb inflationsindexier-

(AT0000A09ZK2). RCM-Fondsmanager

% MEINE RENDITE

te Unternehmensanleihen ein besseres

Herbert Perus: „Investiert wird in Unter-

Angesichts der steigenden Inflation

Wertschöpfungspotenzial

Staats-

nehmen, die am Aufbau von Infrastruk-

stehen die Verlierer eindeutig fest: fix

anleihen mit Inflationsschutz.“ Darauf

tur involviert sind.“ Deshalb finden sich

verzinste Anleihen, allen voran mit ei-

setzt man etwa im M&G European Infla-

Titel wie China Mobile, AMS, Wienerber-

ner langen Laufzeit. Denn hier nagt die

tion Linked Corporate Bond Fund (Groß-

ger AG und Philips Lighting unter den

Entwertung besonders kräftig, wes-

anleger: GB00B41DM324, Privatanleger:

Toppositionen. Schließlich sei eine stei-

halb viele Anleger sich schon jetzt von

GB00B3VQKJ62). Das größere Markt­

gende Inflation meist ein Anzeichen für

diesen Wertpapieren trennen. Umso

risiko zeigt sich jedenfalls in der Perfor-

ein anziehendes Wirtschaftswachstum,

wichtiger ist ein Blick auf interessan-

mance, sie liegt auf fünf Jahre bei nur 3,6

wobei Regierungen oft ein gutes Stück

te Alternativen, die etwa auch die stei-

Prozent per Mitte März.

nachhelfen, wie allein Donald Trumps

gende Teuerungsrate berücksichtigen.

Selbst ein Aktieninvestment bie-

Pläne zeigen. Auch Chinas Regierung

Dazu zählen beispielsweise inflations-

tet interessante Chancen - und ein hö-

und selbst die EU setzen auf Infrastruk-

indexierte Anleihen, aber auch Invest-

heres Risiko. Dabei gibt es Unterneh-

tur. Immerhin konnte der Fonds auf die

ments in Infrastruktur, viele Verträge

men, deren Geschäfts- oder Tarifmo-

vergangenen fünf Jahre um mehr als 60

enthalten nämlich eine Inflationsan-

delle anhand einer Formel an die Infla-

Prozent zulegen.

passung. n

als

Appetit auf Börse.

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RENDITE

KEIN ZWEIFEL AN KERNINFLATION Auch wenn die Gesamtinflationsrate in der Eurozone den größten Schub hinter sich hat, rät Peter Brezinschek, Chefvolkswirt bei Raiffeisen Research, zur Vorsicht bei fixverzinsten Anleihen. TEXT RAJA KORINEK Herr Brezinschek, Sie waren einer der we-

Was könnte wiederum einen Anstieg der

Kerninflation und am Thema der Lohn-

nigen Ökonomen, die schon 2016 sehr früh

Kerninflationsrate, die aktuell bei 0,9 Prozent

steigerungen nichts ändern.

auf das Comeback der Inflation hingewie-

liegt, auslösen? – Das wird voraussichtlich

sen haben. Was machte Sie damals so si-

die gute Lage am europäischen Arbeits-

Wohin steuert also die Inflationsrate 2018?

cher? – Spätestens zu Jahresmitte 2016

markt sein. Das Beschäftigungsniveau

– Im kommenden Jahr könnte die Kern-

zeichnete sich allmählich eine Erholung

steigt, die Arbeitslosenquote sinkt. Das

inflationsrate in etwa gleich hoch sein

der Rohstoffpreise ab, vor allem beim

gilt vor allem für gutqualifizierte Jobs,

wie die Gesamtinflationsrate, und zwar

Rohöl. Da war es naheliegend, dass es

hier gibt es ein strukturelles Defizit an

bei rund 1,5 Prozent. In Österreich dürf-

erstmals in den vergangenen drei Jah-

Arbeitskräften. Und das dürfte heuer zu

te die Inflation bei gut zwei Prozent lie-

ren wieder eine klare Trendwende bei

realen Lohnsteigerungen führen.

gen, damit unter der aktuellen Rate. Ich

der Gesamtinflationsrate nach oben ge-

sehe einfach keine zusätzlichen Impul-

ben wird. Immerhin hatten in den vor-

Und wenn der Ölpreis heuer wieder fällt? –

se von den Energie- und Nahrungsmit-

angegangenen Jahren rund zwei fallende

Wenn sich beispielsweise die Opec-Mit-

telpreisen.

Ölpreise zu einem deutlichen Rückgang

glieder bei der kommenden Sitzung im

geführt, und zwar unter die Kerninfla-

Mai zu keiner Verlängerung der Produk-

Ab wann wird es problematisch, wenn ei-

tionsrate. Diese wird ohne Energie und

tionskürzungen einigen können, wird die

nerseits die Inflation weiter ansteigt, an-

Nahrungsmittel berechnet und entwi-

Inflationsrate im Jahresverlauf freilich

dererseits die Europäische Zentralbank die

ckelt sich damit viel stabiler.

wieder abnehmen. Das würde aber an der

Zinsen nicht anhebt? – Wir haben inner-

32

© CLEMENS BEDNAR / DER BÖRSIANER

Kritisch. Die Intervention der EZB habe die Anleihenkurse massiv verzerrt, sagt Raiffeisen-Chefvolkswirt Peter Brezinschek.


RENDITE

halb der Eurozone eine sehr heteroge-

hutsam aus dem Anleihekaufprogramm

lich stärker als die Mietanhebungen war.

ne Entwicklung. In Italien haben etwa

auszusteigen. Tatsächlich könnte es aber

Ich wäre eher vorsichtig, wenn man Pa-

die Banken gut 360 Milliarden Euro an

nach dem Ende des Anleihekaufpro-

rallelentwicklungen zwischen der Ent-

faulen Krediten in den Bilanzen. In die-

gramms zu beachtlichen Kursverlusten

wicklung der Immobilienpreisen und den

sem Zusammenhang muss man des-

bei den langlaufenden Anleihen geben,

Mieteinkünften zieht. Auch die Nachfra-

halb auch bedenken, dass die EZB nicht

etwa wenn zugleich die Renditen von

ge von Privatkunden ist inzwischen nicht

nur das Inflationsziel, sondern auch die

derzeit rund ein Prozent auf zwei Pro-

mehr so stark. Hier wurden viele Spar-

Finanzmarktstabilität im Auge behält,

zent ansteigen. Dabei hat das Anleihe-

einlagen in Immobilien umgeschichtet.

also auch die Stabilität des Bankensek-

kaufprogramm der EZB ja ohnedies die

Wenn dann auch die Zinsen wieder zu

tors sowie des Euro. In Österreich sowie

Anleihekurse massiv verzerrt, selbst bei

steigen beginnen, wird es die spekulati-

in Deutschland könnte die Preisentwick-

Hochzinsanleihen, die von der EZB gar

vere Nachfrage bremsen. Ich denke zu-

lung durchaus längere Zeit aufgrund der

nicht gekauft werden.

dem, dass in Phasen, in denen neue Diskussionen über leistbares Wohnen wie-

guten Dynamik über dem EZB-Infla­ tionsziel liegen.

Gibt es auf den Rentenmärkten dann über-

der aufflammen, die Politik auch rasch

haupt noch interessante Alternativen? –

einen Bremseffekt einbauen könnte.

Wann rechnen Sie denn mit den ersten Zins-

Die sehen wir zum Beispiel bei Schwel-

erhöhungen? - Ab dem Sommer könn-

lenländeranleihen in lokaler Währung.

% MEINE RENDITE

te die EZB beginnen, intensiv über eine

Jene in Hartwährung haben sich nämlich

Sollte die positive Entwicklung am Ar-

Reduktion des Anleihekaufprogramms

auch schon ein gutes Stück verteuert.

beitsmarkt in Europa weiterhin anhal-

zu diskutieren. Beginnen könnte sie da-

Zudem haben die Währungen aus zahl-

ten, dürfte auch die Kerninflationsrate,

mit zu Jahresbeginn 2018 und das Pro-

reichen Schwellenländern in den ver-

in der etwa Energie- und Nahrungsmit-

gramm bis zum Sommer vollständig zu-

gangenen Jahren stark abgewertet, viele

telpreise bewusst ausgeklammert wer-

rückgefahren haben. Allerdings meinte

haben diese Verluste noch nicht wieder

den, endlich wieder steigen. Dann hätte

EZB-Chef Mario Draghi, es werde nach

wettgemacht. Allerdings ist diese Anla-

laut Peter Brezinschek die Europäische

dem Ende des Anleihekaufprogramms

geklasse riskanter, das müssen Anleger

Zentralbank auch einen guten Grund, die

eine Pause vor den ersten Zinsanhebun-

sich bewusst sein. Deshalb sollte man

Zinsen anzuheben. Das dürfte Brezin-

gen geben. Damit rechne ich deshalb im

mittels eines Fonds investieren.

schek zufolge aber kaum vor dem vierten Quartal im kommenden Jahr passie-

vierten Quartal 2018. Angesichts der Inflationsindexierungen in

ren. Bezüglich fixverzinslichen Wertpa-

Könnte es zu einem Bond-Crash kommen?

vielen Mietverträgen müssten Immobili-

pieren gibt sich der erfahrene Ökonom

Inzwischen ist die Europäische Zentralbank

en doch einen guten Schutz bieten? – Der

jedenfalls vorsichtig, sieht aber interes-

ja eine wichtige Käuferin am Markt. – Des-

große Schub dürfte vermutlich vorbei

sante Chancen etwa bei Schwellenlän-

halb versucht die EZB ja möglichst be-

sein, zumal die Preisentwicklung deut-

deranleihen. n

Orientierung im Finanzierungsdschungel.

Ob Aktien oder Anleihen, die Wiener Börse ist Ihr Servicepartner in Finanzierungsfragen. wienerborse.at/faktencheck

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29.03.17 16:25


RENDITE

BÖRSENWETTER

EDUARD BERGER Vorstand, Wiener Privatbank SE

„Eine Kaufempfehlung gebe ich derzeit für die RBI, Immofinanz und RHI. Verkaufen würde ich Zumtobel und Wolford.“

YEAR-TODATE-TRENDS DER ­WELTBÖRSEN

LONDON (FTSE 100) 7.424,96 I 3,44 %

TORONTO (TSX) 15287,59 I 1,80 %

PARIS (CAC 40) 5.013,38 I 3,11 %

NEW YORK (DJIA) 20.934,55 I 5,93 % POSITIVE PERFORMANCE (YTD)

NEW YORK (NASDAQ) 5900,76 I 9,62 %

NEGATIVE PERFORMANCE (YTD)

EUROPA (DJ EURO STOXX 50) 3.439,96 I 4,54 % MEXIKO-STADT (IPC) 47.333,79 I 3,70 %

KOMMENTAR

MICHALA MARCUSSEN Chefvolkswirtin Societe Generale

WELT (DJ GLOBAL) 348,67 I 6,94 %

BUENOS AIRES (MERVAL) 19.601,29 I 15,86%

AUFSCHWUNG LIEGT AN TRUMP Die globale Konjunktur und damit auch das weltweite Handelsvolumen

THOMAS NEUHOLD Chefanalyst Österreich, Kepler Cheuvreux

kommen zurzeit wieder richtig in Schwung. Im Vergleich zu 2016 haben sich die Indikatoren fast überall sowohl für das produzierende Gewerbe und den Dienstleistungssektor als auch bei den Exportaufträgen deutlich verbessert. In diesem Bereich bilden nur die USA eine prominente

„Ich würde Andritz, Buwog, CA Immo, Palfinger und VIG kaufen. Halten würde ich Erste Group, Immofinanz, Raiffeisen, RHI und Telekom.“

Ausnahme. Ihre Waren sind im Ausland kaum gefragter als vor einem Jahr. Dass US-Exporte auf der Stelle treten, mag zum einen am starken US-Dollar liegen. Ein weiterer Grund ist die hohe Inlandsnachfrage, die in den Vereinigten Staaten deutlich stärker steigt als in anderen Regionen. Für 2017 erwarten wir eine Zunahme des US-Konsums um real 2,6 Prozent, verglichen mit nur 1,5 Prozent für die Eurozone. Übrigens: Das US-amerikanische Außenhandelsdefizit wächst vor allem mit Kanada und den Opec-Staaten – nicht aber mit Deutschland, trotz aller

FRITZ MOSTBÖCK Head of Group Research, Erste Group Bank AG

Rhetorik der Trump-Regierung. Die Frage ist allerdings, ob ­strengere Handelskonditionen die Exportschwäche der USA lösen können. Sollten höhere Steuern und Zölle auf Importe in die USA das Ergebnis

„Andritz, CA Immo, Österreichische Post, Palfinger und S Immo würde ich kaufen. Reduzieren sollte man die Porr.“

sein, gäbe es nur Verlierer, nicht zuletzt bei den US-Verbrauchern. Falls die US-Regierung jedoch verhandelt, um den Zugang zu ausländischen Märkten für US-Unternehmen zu verbessern, dürften alle Partner von mehr Handel und Wachstum profitieren – und der Aufschwung könnte weiter anhalten.

34


RENDITE

BERND MAURER Chefanalyst, Raiffeisen Centrobank AG

„Wir empfehlen derzeit bei Agrana, EVN, Strabag und Immofinanz zuzukaufen.“ STOCKHOLM (OMX 30) 1.593,25 I 5,01 %

WARSCHAU (WIG 20) 2.283,70 I 17,24 %

FRANKFURT (DAX) 12.083,18 I 5,24 %

SCHANGHAI (SHCOMP) 3.268,94 I 5,33%

WIEN (ATX) 2.850,76 I 9,24 % ZÜRICH (SMI) 8.667,48 I 5,45 %

SEOUL (KOSPI) 2.164,58 I 6,82 % TOKIO (NIKKEI 225) 19.521,59 I 2,13 %

ATHEN (ATHEX) 636,13 I –1,17 % HONGKONG (HANG SENG) 24.288,28 I 10,40 %

ROLAND NEUWIRTH Fondsmanager, Salus Alpha

„Getrost kaufen kann man Agrana, Uniqa und Palfinger. Abraten würde ich von Zumtobel, Wolford, Do&Co und Semperit.“ AFRIKA (DJ AFRICA TITANS 50) 523,87 I 4,12 %

SYDNEY (ALL ORDINARIES) 5.840,20 I 2,12 %

Wichtiger rechtlicher Hinweis: Diese Marketingmitteilung ist weder ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Fondsanteilen noch eine Einladung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder Wertpapiernebendienstleistung abzugeben. Die Fondsbestimmungen wurden zuletzt mit Bescheid vom 23.02.2011, GZ FMA-IF25 7217/0001-INV/2011, der Finanzmarktaufsicht genehmigt. Die Änderung der Fondsbestimmungen wurde am 04.03.2011 im Amtsblatt der Wiener Zeitung veröffentlicht und trat am 06.06.2011 in Kraft. Der Prospekt und das Kundeninformationsdokument (KID) ist jeweils in deutscher Sprache in der Semper Constantia Invest GmbH und deren Depotbank Semper Constantia Privatbank AG, beide 1010 Wien, Heßgasse 1, sowie unter www.semperconstantia.at kostenfrei erhältlich. Wertentwicklungen in der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf zukünftige Entwicklungen zu. Die Marketingmitteilung ist allgemeiner Natur, die nicht die individuelle Situation der Anleger berücksichtigt, sich durch gesetzliche Änderungen jederzeit ändern kann und eine Beratung durch einen Anlageberater nicht ersetzt. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr. Bitte lesen Sie vor der Zeichnung von Anteilen den Prospekt und das KID, in denen die mit diesem Fonds verbundenen Risiken angeführt sind. Zuständige Behörde: Finanzmarktaufsicht, 1090 Wien, Otto-Wagner-Platz 5

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INVESTMENTSTORY

DIVIDENDEN-KAISER IL 2. TE

t AG s o P reiche

lg rys Erfo entsto m st Inve

KEY FACTS ÖSTERREICHISCHE POST AG Hauptsitz:Wien Mitarbeiter:21.695 Vorstand: Georg Pölzl, Walter Oblin, Walter  Hitziger, Peter Umundum Erstnotiz: 31. Mai 2006, 19 Euro Aktienkurs: 36 Euro  1 Jahr: 1,98 Prozent  3 Jahre: ‒1,10 Prozent  5 Jahre: 40,08 Prozent  10 Jahre: 17,53 Prozent Gewinn je Aktie: 2,26 Euro Dividende je Aktie: 2,00 Euro Ausschüttungsquote: 75 Prozent Marktkapitalisierung: 2,43 Milliarden Euro Eigentümerstruktur:Österreichische  Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH  (ÖBIB) 52.85 Prozent,  Streubesitz 47,15 Prozent Umsatzerlöse: 1,895 Milliarden Euro Ebitda: 277,1 Milliarden Euro Ebitda-Marge: 13,6 Prozent Ebit: 201,5 Millionen Euro Ebit-Marge: 10,0 Prozent Operativer freier Cashflow: 156,8 Millionen Euro Eigenkapital: 670 Millionen Euro Eigenkapitalquote: 43,5 Prozent QUELLE: ÖSTERREICHISCHE POST AG 2016

Paketgeschäft. Den Rückgang im Briefgeschäft will die Österreichische Post AG durch die hohe Nachfrage im Paketgeschäft ausgleichen. Die Paketkonkurrenz ist jedoch mächtig.


RENDITE

Die Österreichische Post AG zählt zu den beständigsten D ­ ividendenzahlern im ATX-Index. Seit dem Börsengang vor elf Jahren musste sich das Unternehmen bereits mehrmals neu erfinden. Das ist gelungen. TEXT INGRID KRAWARIK

© WERNER STREITFELDER, POST AG

E

in Kulturwandel sei es gewesen, als

gigen Dividendenzahlungen steckt bein-

immer eine Portion Wagnis hinzu. Oft

die Österreichische Post AG (Post

harte Kostendisziplin. Eines der schwie-

muss Neuland betreten werden. Die

AG) am 31. Mai 2006 an die Bör-

rigsten Jahre war 2008. Ein Jahr zuvor

größte Wachstumsopportunität ist trotz

se gegangen war. 50 Prozent der damals

hatte die Vehemenz des Markteintritts

der starken Konkurrenz derzeit das Pa-

25.000 Mitarbeiter hatten an einem von

von Paketversender Hermes die Post AG

ketgeschäft und damit einhergehend

der Österreichischen Industrieholding AG

überrascht. Die Finanzkrise stoppte zwar

E-Commerce. Hier kämpft die Post AG

(ÖIAG) gesponserten Aktienprogramm

Hermes, stellte aber auch die Post AG vor

mittlerweile gegen Anbieter wie DHL,

teilgenommen und waren plötzlich Ak-

noch nie dagewesene Herausforderun-

DPD, GLS, Hermes, UPS, Fedex, TNT. Mit

tionäre der Post AG geworden. „Das hat

gen. Anfang 2009 brach von einem Tag

der Onlineplattform Shöpping.at will die

dazu geführt, dass ich in Situationen auf

auf den anderen der Werbemarkt weg,

Post AG das Geschäft verstärkt nach Ös-

die Aktie angesprochen wurde, wo ich es

Unternehmen stiegen auf die Kosten-

terreich holen. Derzeit kommen 60 Pro-

nie vermutet hätte“, erinnert sich Ha-

bremse. Das Briefvolumen, das Kernge-

zent der Pakete aus dem Ausland.

rald Hagenauer, der vier Monate vor dem

schäft der Post, hatte 2008 seinen Höhe-

Börsengang als Investor Relations Mana-

punkt erreicht, seither sind die Volumina

Auf allen Hochzeiten tanzen

ger ins Unternehmen geholt worden war.

stetig zurückgegangen.

Auch der neu eingeführte E-Brief wird

Auf der ersten Seite der Mitarbeiterzei-

2016 gestaltete sich durch den Markt-

nicht bahnbrechend das Geschäft ver-

tung prangte auf einmal als sichtbares

eintritt der im Eigentum der Deutschen

ändern. Die Post will und muss auf al-

Zeichen der Aktienkurs. Es gab ein neu-

Post AG stehenden DHL im Paketge-

len Kanälen mitspielen. Das Engage-

es Dauergesprächsthema in den Gängen.

schäft mühsam. Obwohl es der DHL ge-

ment wird von einigen Analysten hono-

Ein notwendiger frischer Wind wehte

lang, Marktanteile zu gewinnen, konnte

riert, die meist die langfristige Sicht au-

durch das ehemalige verstaatlichte Un-

die Post AG durch den Boom im Paketge-

ßer Acht lassen und sich mehr auf das zu-

ternehmen. „Der IPO hat Kräfte befreit

schäft die Umsätze sogar leicht steigern.

künftige Potenzial eines Unternehmens

und zugleich wirtschaftliche Ziele ge-

Und das, obwohl ein Viertel der Menge

stützen. „Der Effekt des Markteintritts

bündelt“, sagt Walter Oblin, seit Juli 2012

einfach weg war. Beim Briefgeschäft gab

der Deutschen Post wird überbewertet,

Finanzvorstand, der 2009 von Generaldi-

es 2016 allerdings einen größeren Rück-

die Österreichische Post wird im Paket-

rektor Georg Pölzl einen Tag nach dessen

gang als erwartet. „Jedes Jahr ist ein Drit-

geschäft profitieren. Attraktiv finde ich

eigenem Antreten ins Unternehmen ge-

tel unseres Ergebnisses weg, weil wir 40

auch die Nettocashposition von 330 Mil-

holt wurde. Die beiden Manager kennen

Millionen Euro pro Jahr im Briefgeschäft

lionen Euro“, sagt Andre Mulder, Analyst

und schätzen sich aus der Zeit, als beide

verlieren“, sagt Finanzvorstand Oblin.

bei Kepler Cheuvreux, der die Aktie der-

in den 1990er-Jahren Unternehmensbe-

Dazu kommen noch eine Milliarde Euro

zeit als einer der wenigen Analysten zum

rater bei McKinsey waren.

an Personalkosten, zwei Prozent durch

Kauf empfiehlt. „Der Anspruch ist ein

Kollektivvertragsabschlüsse und die Bi-

stabiler Dividendenwert“, sagt Chris-

Beinharte Kostendisziplin

enniensprünge der Beamten, die 40 Pro-

toph Schultes, Analyst der Erste Group

In Finanzkreisen wird die Post AG (ISIN

zent der Belegschaft ausmachen. „Ins-

Bank AG, der sich vor allem im E-Com-

AT0000A1P4F7) oft als letzter erfolg-

gesamt sind es 70 bis 80 Millionen Euro

merce-Sektor für die Post einiges an Er-

reicher Börsengang einer Publikumsak-

der 200 Millionen Euro vom Jänner, die

tragspotenzial ausrechnet.

tie in Österreich bezeichnet. Die Ansage,

wir uns jährlich wieder erarbeiten müs-

75 Prozent des Nettoergebnisses auszu-

sen“, sagt Oblin.

Etwas weniger euphorisch ist Bernd Maurer unterwegs. „Gegen den struktu-

schütten, konnte die Post AG alle elf Jah-

Dass sich die Post AG immer neu er-

rellen Rückgang beim Briefvolumen ist

re hindurch erfüllen. Der Preis dafür hat

finden muss, gleicht einer Sisyphos-

die Post chancenlos. Allerdings hat die

Spuren hinterlassen. Hinter den großzü-

Aufgabe. Zum täglichen Geschäft kommt

Post erkannt, was notwendig ist“, sagt

37


RENDITE

Pölzl hielt Ende 2016 rund 27.000 Aktien, bei Walter Oblin waren es 9.900 Stück.

Türkei, ade Unter Pölzls Führung hat sich das Unternehmen aus diversen Auslandsengagements zurückgezogen. Mit einer Ausnahme: Der Markteinstieg in der Türkei vor drei Jahren durch den Erwerb von 25 Prozent am Paketdienstleister Aras Kargo soll ein Wunschprojekt von Pölzl gewesen sein. Ein Markt mit 80 Millionen Menschen, einer geringen Paket-pro-KopfRate und hohen Wachstumsraten. SozuEinsatz. Georg Pölzl (Zweiter v. r.) fährt mit seinem Vorstandsteam, Finanzvorstand Walter Oblin (r.), Walter Hitziger und Peter Umundum (l.), einen beinharten Sparkurs zum Wohle der Dividende.

sagen ein Wachstumsjoker. Der einzige weit und breit. Das große Wachstums­ potenzial hat sich bestätigt, Aras Kargo

der neue Chefanalyst der Raiffeisen Cen-

nicht zu verstecken. Nicht alle Verände-

wächst zweistellig. Nur läuft inzwischen

trobank AG, der wie Schultes empfiehlt,

rungen sorgten für eitel Wonne. ­ Georg

ein Schiedsgerichtsverfahren in Genf.

die Aktie zu halten.

Pölzl gilt als Aufräumer. „Die kontinu-

Die politische Situation ist eskaliert, die

Bis jetzt hat die Post AG ihr Verspre-

ierlich positive Entwicklung des Un-

Interessen des Mitgesellschafters haben

chen gehalten. Auch deshalb, weil das

ternehmens über mehr als sieben Jah-

sich auseinanderentwickelt. „Der Ein-

Unternehmen jeden Euro und Cent zwei-

re, fußend auf einer ganz klaren Strate-

stieg in der Türkei 2013 war absolut rich-

mal umdreht. Die Büros der Vorstands­

gie“, nennt Pölzl seine größte Errungen-

tig. Es ist leider dumm gelaufen“, sagt

etage sind nüchtern gehalten, die Wän-

schaft für die Post AG. Scharfe Einschnit-

Analyst Schultes. Mittlerweile soll nicht

de sind verglast, die Arbeit des Vorstands

te gab es etwa bei der Mitarbeiteranzahl.

mehr um jeden Preis an Aras Kargo festgehalten werden. Auch ein Ausstieg ist

einsehbar. Umsatz und Marge entwickeln sich seit 2007 stabil. Fremdkapi-

Mitarbeiterbeteiligung

möglich, solange die Wertsicherung da-

tal hält der Konzern keines. Das verdien-

Die Transformation in der Personalstruk-

mit einhergeht.

te Geld wird in den Ausbau des Vertriebs-

tur und die Veränderung des Kollektiv-

Im Nachhinein war der Einstieg in

netzes gesteckt und ausgeschüttet. 150

vertrags hat der Betriebsrat mitgetragen.

die Türkei für die Post AG trotzdem un-

Millionen Euro „Free Cashflow“ versucht

Andererseits lässt die Post AG seit dem

gewöhnlich, weil sich das Unternehmen

das Unternehmen jedes Jahr zu erzielen,

Börsengang mehr als 20.000 Mitarbei-

damit einer stärkeren zyklischen Aus-

denn aus dem wird die Dividende bezahlt.

ter durch ein Beteiligungsprogramm am

richtung sowie einem hohen Währungs-

„Promise and Deliver“, also Versprechen

Erfolg des Unternehmens partizipieren.

risiko ausgesetzt hat. Immerhin hat die

und Halten, ist eine der Säulen im Ge-

Zehn Prozent des Ergebnisses werden als

türkische Lira zum Euro in den vergange-

schäftsmodell der Post. „Versprochen

Prämie ausgeschüttet, das gibt es so in

nen drei Jahren um rund 25 Prozent ab-

und Gehalten ist personifiziert aufs Ma-

keinem anderen heimischen Unterneh-

gewertet. Erfolgreicher war die Post AG

nagement, Investoren veranlagen dem-

men. Zuletzt betrug diese 853 Euro, 2007

in Deutschland. Dort gelang zuletzt der

entsprechend“, erzählt IR-Chef Hage-

waren es 590 Euro gewesen.

Verkauf des Logistikers Trans-o-flex, der

nauer aus dem Arbeitsalltag. Dabei kon-

Für das erweiterte Management gibt es

vor der Krise wie so viele Unternehmen

zentriert er sich auf Roadshows auf jene

das 2010 eingeführte, sich alle vier Jahre

zu teuer eingekauft worden war, aber

Pensionsfonds, die Rendite des Cash-

erneuernde „Long Term Incentive Pro-

nicht das in ihn gesetzte Potenzial erfül-

flows für Auszahlungen brauchen.

gramme“. Voraussetzung dafür ist ein

len konnte.

„Die Post ist keine Wachtumssto-

substanzielles Investment in Aktien der

ry, wir sind als defensiver Dividenden-

Österreichischen Post AG. 140 Manager

Einsatz zahlt sich aus

wert positioniert“, sagt Hagenauer, dem

nehmen derzeit daran teil. Die Zuteilung

Für die Aktionäre der ersten Stunde hat

es gelungen ist, in den vergangenen Jah-

ist erfolgsabhängig. Definierte Zielvorga-

sich das Engagement in die Post AG aus-

ren eine Zielgruppe aufzubauen. Mit ei-

ben für den „Total Shareholder Return“,

gezahlt. Der Kursgewinn inklusive Divi-

ner aktuellen Dividendenrendite von

den freien Cashflow und den Gewinn je

dende beträgt rund 180 Prozent, ein 2006

5,56 Prozent braucht sich die Aktie auch

Aktie müssen erreicht werden. Georg

investierter Euro ist heute etwa 2,9 Euro

38


RENDITE

„Eine Nettocash­ position von 330 Millionen Euro ist attraktiv.“

„Der Anspruch ist ein stabiler Dividendenwert.“

„Wachstums­felder fehlen, die Post hat erkannt, was ­notwendig ist.“

ANDRE MULDER

CHRISTOPH SCHULTES

BERND MAURER

wert, also fast dreimal so viel. Ein Euro

tabel. Offensiver ist die Aktienanleihe

gen. Die Türkei hat der Aktie zwar einen

davon ist auf die Dividende zurückzu-

(AT0000A1UKP3) der Raiffeisen Cent-

Dämpfer versetzt, seit Jahresanfang er-

führen. Damit hat die Post nicht nur alle

robank AG. Diese verspricht einen Fix-

zielte die Post AG aber einen Kursgewinn

Transportindizes hinter sich gelassen,

kupon von insgesamt 14,5 Prozent bis

von 14 Prozent. Der ATX-Index kommt

sondern auch den ATX-Index, der seit

Laufzeitende am 25. September 2018.

im selben Zeitraum auf knapp sieben

Mai 2006 rund 25 Prozent minus unter

Notiert die Aktie am 21. September 2018

Prozent. So gesehen zahlt sich harte

Wasser liegt, deutlich geschlagen. Die

auf oder über 37 Euro, wird die Nominale

­Arbeit aus. Und solange die Post AG in

Post kommt in diesem Zeitraum auf 91

zu 100 Prozent getilgt. Notiert die Aktie

Form der Dividenden Früchte bringt, ist

Prozent plus beim Kursgewinn.

unter 37 Euro, werden 27 Aktien der Post

sie in den Portfolios der Investoren gut

AG ausbezahlt.

aufgehoben.

Österreichische Bundes- und Industrie-

Stehaufmanderl

% MEINE RENDITE

beteiligungen GmbH (ÖBIB) der einzige

Trotz massiven Gegenwinds aus dem

Die Aktie der österreichischen Post AG ist

Großaktionär, die restlichen 47,15 Pro-

Kerngeschäft und der harten Konkur-

als defensiver Wert aufgrund der hohen

zent befinden sich im Streubesitz. Seit

renzsituation schafft es die Post konti-

Dividendenrendite ein willkommenes

dem Börsengang streifte die ÖBIB, Nach-

nuierlich, ihre selbstgesteckten Ziele zu

Investment. Die Strategie des Unterneh-

folgerin der ÖIAG, mehr als 700 Millio-

erreichen. Bei Investitionen ist der Vor-

mens ist vor allem darauf fokussiert, die

nen Euro an Dividenden ein.

stand zwar wesentlich vorsichtiger ge-

Zahlung der Dividende aus dem Cashflow

Geld fließt auch über strukturierte

worden, in Langenzersdorf in Nieder-

zu ermöglichen. Trotz massiver Markt-

Produkte in die Aktie. Das Bonuszerti-

österreich wird jedoch ein ­ neues Ver-

verwerfungen im Briefgeschäft lässt sich

fikat (AT0000A1P4F7) der Erste Group

teilzentrum errichtet. Damit wird dem

das Management nicht unterkriegen.

Bank AG auf die Post läuft noch sechs

wachsenden Paketgeschäft Rechnung

Das Credo, Wagnisse einzugehen und al-

Monate, die Rendite beträgt derzeit

getragen. Außerdem wird das neue

les auszuprobieren, ist zwar nicht immer

5,32 Prozent. Der Abstand zur Barriere

Hauptquartier auf dem Wiener Rochus-

aufgegangen. Die Zielvorgaben wurden

Mitgeschnitten am Erfolg hat auch der Eigentümer. Mit 52,85 Prozent ist die

Quartal von 30 Euro ist mit 17 Prozent komfor- markt im 1dritten CHSH_DerBörsianner_Anzeige1_Neu2016_200x90_RZ.qxp_Layout 04.05.16 17:17 2017 Seite 1bezo-

aber trotzdem erreicht. n

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Austria

Belarus

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Hungary

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Slovak Republic

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RENDITE

KURSE TOP/FLOP-PERFORMER AKTIENKURSE DIE 20 TOP/FLOP–AKTIEN DER WIENER BÖRSE 2017 (YTD) UNTERNEHMEN ISIN KURS YTD   % YTD HIGH YTD LOW 1 J   % 1 J VOLA 3 J   % 3 J VOLA

FACC AG

AT00000FACC2 7,040 37,77 %

Lenzing AG

AT0000644505 152,500 32,61 % 152,500 109,650 136,47 % 31,77 254,65 % 30,39 ↑

Polytec Holding AG

AT0000A00XX9 13,485 29,85 % 13,990 10,400 77,90 % 26,07 71,78 % 26,83 ↑

Raiffeisen Bank International AG

AT0000606306 22,155 27,47 % 23,130 17,665 64,29 % 33,59 3,26 % 42,10 ↑

SW Umwelttechnik AG

AT0000808209 7,900 27,01 % 7,900 6,500 12,86 % 34,56 23,46 % 61,33 ↑

Oberbank AG VZ Amag Austria Metall AG Frauenthal Holding AG

7,370

5,225

27,79 %

28,99

n. a.

n. a.

AT0000625132 65,200 24,19 % 65,200 52,000 71,58 % 7,02 71,13 % 4,75 ↑ AT00000AMAG3 41,195 23,89 % 42,420 33,640 36,18 % 19,81 72,65 % 21,55 ↑ AT0000762406 17,250 23,21 % 17,500 13,800 65,07 % 20,51 91,67 % 23,50 ↑

Flughafen Wien AG

AT00000VIE62 28,550 22,01 % 28,550 23,585 20,67 % 21,16 69,19 % 21,48 ↑

Palfinger AG

AT0000758305 34,845 21,84 % 35,000 29,300 39,77 % 25,84 21,37 % 31,64 ↑

Warimpex AG

AT0000827209 0,935 21,43 % 1,080 0,799 43,63 % 38,49 -37,67 % 35,73 ↑

Wienerberger AG

AT0000831706 19,670 19,25 % 19,670 16,845 13,63 % 35,39 47,62 % 33,07 ↑

Linz Textil Holding AG

AT0000723606 410,000 16,15 % 430,000 355,000 57,69 % 27,91 -18,00 % 31,24 ↑

S Immo AG

AT0000652250 11,370 13,70 % 11,775 9,901 42,13 % 21,63 119,71 % 23,21 ↑

Oberbank AG ST

AT0000625108 68,500 13,60 % 68,500 60,360 23,65 % 4,72 37,27 % 3,78 ↑

C-Quadrat Investment AG

AT0000613005 60,050 13,26 % 70,500 54,750 4,25 % 49,36 128,24 % 44,89 ↑

Österreichische Post AG

AT0000APOST4 35,870 12,48 % 35,870 32,430 -1,32 % 19,30 0,84 % 20,02 ↑

Kapsch Trafficcom AG

AT000KAPSCH9 41,300 10,71 %

41,300 35,005 35,50 % 25,83 9,48 % 30,81 ↑

OMV AG

AT0000743059 37,135 10,65 % 37,175 32,365 40,82 % 23,08 16,94 % 26,73 ↑

Vienna Insurance Group AG

AT0000908504 23,555 10,59 % 23,640 21,590 25,96 % 26,40 -31,45 % 26,06 ↑

ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007

www.rcb.at

Valneva SE

FR0004056851 2,610 –16,35 % 3,190 2,606 –25,62 % 40,58 –61,90 % 44,83 ↓

Schoeller Bleckmann Oilfield Equipment AG AT0000946652 66,900 –12,58 % 77,970 65,060 22,62 % 35,60 –16,59 % 36,33 ↓ Agrana Beteiligungs AG

AT0000603709 104,000 –7,84 % 126,200 102,750 27,58 % 21,75 23,06 % 21,26 ↓

Do & Co AG

AT0000818802 58,790 –5,82 % 68,250 57,210 –40,00 % 31,29 50,82 % 30,78 ↓

Porr AG

AT0000609607 37,000 –4,93 % 41,310 37,000 45,10 % 31,99 130,26 % 33,42 ↓

KTM Industries AG

AT0000820659 4,859 –4,71 % 5,800 4,640 40,03 % 30,46 203,69 % 38,86 ↓

RHI AG

AT0000676903 23,225 –4,23 % 24,125 22,385 29,97 % 30,95 –2,00 % 30,70 ↓

Wolford AG

AT0000834007 20,000 –3,85 % 21,450 19,800 –19,04 % 16,56 9,59 % 18,57 ↓

Immofinanz AG

AT0000809058 1,788 –3,51 % 1,904 1,698 –1,65 % 23,88 –36,10 % 28,40 ↓

Atrium European Real Estate LTD

JE00B3DCF752 3,839 –2,32 %

Ottakringer Brauerei AG VZ

AT0000758032 63,480 –2,31 % 64,990 61,510 0,76 % 36,31 54,83 % 45,02 ↓

Rath AG

AT0000767306 16,210 –1,16 % 17,680 15,100 33,42 % 40,16 128,95 % 70,73 ↓

Semperit AG Holding

AT0000785555 25,750 –0,02 % 30,695 25,480 –19,58 % 26,81 –33,71 % 31,98 ↓

Maschinenfabrik Heid AG

4,000

3,800

10,95 %

19,27

–4,46 %

20,75

AT0000690151 2,400 0,00 % 2,401 2,230 19,40 % 45,25 18,17 % 68,94 ↓

Österreichische Staatsdruckerei AG

AT00000OESD0 15,000 0,00 % 16,240 14,500 0,00 % 18,35 27,12 % 16,56 ↓

Gurktaler AG ST

AT0000A0Z9G3 8,501 0,01 % 10,200 8,500 0,01 % 46,40 22,32 % 57,31 ↓

Gurktaler AG VZ

AT0000A0Z9H1 5,901 0,02 % 6,100 5,900 16,16 % 42,17 22,63 % 50,45 ↓

Conwert Immobilien Invest SE

AT0000697750 16,225 0,03 % 16,605 16,155 19,74 % 16,04 67,61 % 21,19 ↓

Schlumberger AG VZ

AT0000779079 18,360 0,33 % 19,000 18,300 25,75 % 30,89 50,49 % 28,43 ↓

Uniqa Insurance Group AG

AT0000821103 7,261 0,85 % 7,830 7,087 15,88 % 26,32 -21,91 % 25,81 ↓ QUELLE:

40


RENDITE

FONDSKURSE DIE 20 TOP/FLOP–ÖSTERREICH–FONDS (THESAURIERT) 2017 (YTD) VOLUMEN FONDSNAME ISIN KURS YTD % YTD HIGH YTD LOW 1 J % 1 J VOLA 3J % 3 J VOLA (MIO. EURO)

3 Banken Österreich-Fonds

AT0000662275 32,30 11,73 % 32,41 28,82 25,06 % 13,67 41,93 % 15,72 140,45 ↑

Raiffeisen ÖsterreichAktien

AT0000805189 197,63 10,14 % 198,80 178,64 24,53 % 14,53 32,89 % 16,82 126,07 ↑

Kepler Österreich

AT0000647698 311,09 9,36 % 312,88 282,98 25,00 % 14,36 23,11 % 16,91 40,96 ↑

PIA - Austria Stock

AT0000767736 86,33 9,07 % 87,05 78,52 21,00 % 14,26 23,90 % 16,06 249,14 ↑

Meinl Equity Austria

AT0000859368 149,80 9,03 % 150,67 136,65 21,10 % 13,42 6,98 % 10,31

ComStage ATX UCITS ETF

LU0392496690 32,97 7,51 % 33,20

Allianz Invest Austria Plus

4,21 ↑

31,10 25,17 % 16,83 22,06 % 18,58 13,19 ↑

AT0000611405 109,39 7,12 % 110,16 101,20 26,27 % 14,59 21,86 % 16,17

6,06 ↑

ViennaStock

AT0000952460 260,58 6,65 % 261,87 242,14 22,81 % 14,02 23,29 % 15,70 34,14 ↑

Zukunftsvorsorge Aktienfonds

AT0000659644 17,93 6,60 % 18,02 16,75 18,35 % 11,26 16,58 % 11,97 936,31 ↑

RT Österreich Aktienfonds

AT0000497292 9,39 6,46 %

ESPA Stock Vienna

9,45

8,74 18,26 % 14,08 20,23 % 15,77 538,61 ↑

AT0000813001 134,83 6,43 % 135,68 125,57 18,07 % 13,91 18,66 % 15,62 69,57 ↑

Amundi Österreich Plus

AT0000A05TF3 87,76 6,41 %

SemperShare Austria

AT0000815030 136,74 6,35 % 137,63 127,27 23,43 % 15,38 29,53 % 18,24 19,40 ↑

88,27 81,72 24,17 % 14,96 23,47 % 16,62 22,24 ↑

Meinl ATX Fonds

AT0000A1AWA2 125,41 6,10 %

126,28

116,79

24,37 %

17,19

n. a.

n. a.

n. a.

Real Invest Austria

AT0000634365 14,47 0,21 %

14,48

14,44

2,31 %

0,48

8,22 %

0,52

n. a.

ESPA Reserve Euro-Mündel

AT0000A0EU62 102,18 –0,13 % 102,39 102,06 –0,35 % 0,32 –0,30 % 0,32 52,64 ↑

HYPO Mündelrent OÖ

AT0000A0GWS3 111,60 –0,15 % 111,95 111,51 0,21 % 0,52 1,01 % 1,53 118,40 ↑

Amundi Mündel Rent Kurz

AT0000810429 106,26 –0,19 % 106,48 106,18 –0,42 % 0,43 0,26 % 0,52 54,27 ↑

TirolRent

AT0000832597 25,28 –0,24 % 25,37 25,24 0,44 % 0,89 4,19 % 0,93 37,22 ↑

Sparda Rent

AT0000855416 131,66 –0,27 % 132,12 131,49 0,38 % 0,76 4,27 % 0,91 52,86 ↑

ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007

www.rcb.at

VB Mündel-Flex

AT0000A0S6L8 115,32 –3,50 % 119,19 115,32 –1,55 % 3,82 6,35 % 3,85 100,76 ↓

VB Mündel-Rent

AT0000A0HR15 927,25 –1,95 % 942,92 920,60 0,02 % 4,54 11,35 % 4,52 181,67 ↓

ESPA Bond Euro Mündelrent

AT0000812995 14,40 –1,64 % 14,59 14,31 0,00 % 3,96 10,47 % 4,14 491,20 ↓

Allianz Invest Vorsorgefonds

AT0000721360 129,44 –1,37 % 131,02 128,79 0,23 % 2,65 4,07 % 3,50 85,65 ↓

KEPLER Vorsorge Rentenfonds

AT0000722566 137,00 –1,26 % 138,84 136,79 –0,56 % 2,38 5,33 % 2,81 367,02 ↓

Amundi P.S.K Mündel Rent

AT0000719273 116,40 –1,21 % 117,71 116,02 –0,20 % 2,89 7,39 % 3,08 325,18 ↓

AustroMündelRent

AT0000801246 132,24 –1,12 % 133,66 131,71 0,32 % 2,69 9,57 % 3,39 70,06 ↓

Hypo Mündel Fonds

AT0000A0KQQ1 10,18 –0,88 %

Schoellerbank Vorsorgefonds

AT0000820402 117,66 –0,87 % 118,68 117,37 –0,26 % 1,42 4,01 % 1,57 77,72 ↓

10,27

Gutmann Mündelsicherer Anleihefonds AT0000A0CG05 9,37 –0,83 % Spängler IQAM SparTrust Hypo Rent

AT0000817960 158,33 –0,80 %

9,47

10,13 9,31

–0,74 % –0,19 %

2,12 2,20

1,13 % 6,67 %

2,44 2,46

n. a. n. a.

↓ ↓

159,68 157,94 1,50 % 2,43 11,32 % 3,50 310,62 ↓

AT0000611157 10,16 –0,78 % 10,24

10,13 0,39 % 2,45 7,51 % 3,27 235,05 ↓

PIA – Mündel Bond

AT0000813068 13,01 –0,76 %

13,11 12,98 0,19 % 1,78 5,22 % 1,83 271,08 ↓

PIA – Mündel Bond

AT0000674874 14,49 –0,69 % 14,60 14,45 0,21 % 1,80 5,23 % 1,83 271,08 ↓

RLB NÖW Mündel Rent

AT0000746219 1056,93 –0,62 % 1063,67 1052,01

–0,11 % 1,66

4,30 %

1,70

22,11 ↓

Apollo Mündel

AT0000746961 12,55 –0,55 % 12,63 12,53 0,64 % 1,31 4,78 % 1,53 72,34 ↓

Tirolpension

AT0000A0VKV1 8,01 –0,50 % 8,05 7,99 0,05 % 1,60 3,77 % 1,60 11,26 ↓

SemperBond Austria

AT0000737663 93,17 –0,49 % 93,62 93,16 –0,66 % 0,74 –0,70 % 0,86 9,35 ↓

Meinl Capitol 1

AT0000859301 60,44 –0,48 % 60,74 60,36 –0,30 % 0,89 1,45 % 1,03 5,56 ↓

Raiffeisen ÖsterreichRent

AT0000805163 12,90 –0,46 % 12,96 12,87 –0,40 % 1,15 2,99 % 1,45 366,64 ↓ QUELLE:

41


RENDITE

ANLEIHENKURSE DIE 20 TOP/FLOP–CORPORATE-PRIME-ANLEIHEN DER WIENER BÖRSE (YTM) VOLUMEN ANLEIHENNAME ISIN KURS YTM %** YTD HIGH YTD LOW (MIO. EURO)

VERZINSUNG FÄLLIGKEIT

TYP

Photon Energy NV 8,000 % 2018

DE000A1HELE2 100,00 8,24 %*

n. a.

n. a.

7,53

8,00 % 12.03.2018 Fix ↑

WEB Windenergie AG 5,250 % 2023

AT0000A0Z785 95,00 6,27 %*

n. a.

n. a.

7,15

5,25 % 08.04.2023 Fix ↑

AT0000A191A9 109,00 5,94 %*

n. a.

n. a.

3,55

6,50 % 07.10.2070 Fix ↑

WEB Windenergie AG 5,500 % 2023

AT0000A0Z793 100,00 5,50 %*

n. a.

n. a.

6,39

5,50 % 08.04.2023 Fix ↑

Sanochemia Pharmazeutika AG 7,750 % 2017

DE000A1G7JQ9 101,50 3,68 %*

n. a.

n. a.

10,00

7,75 % 06.08.2017 Fix ↑

UBM Realitätenentwicklung AG 4,875 % 2019

AT0000A185Y1 104,60 2,79 % 105,68 104,12 200,00

WEB Windenergie AG Hybrid-Anleihe 6,500 %

4,88 % 09.07.2019 Fix ↑

WEB Windenergie AG 4,000 % 2018

AT0000A0Z7A0 101,51 2,53 %*

S Immo AG 3,250 % 2027

AT0000A1DWK5 109,00 2,24 % 109,00 105,50

65,00

3,25 % 21.04.2027 Fix ↑

S Immo AG 3,250 % 2025

AT0000A1DBM5 109,50 1,96 % 109,50 106,25

33,99

3,25 % 09.04.2025 Fix ↑

89,74

4,50 % 17.06.2021 Fix ↑

n. a.

n. a.

7,95

S Immo AG 4,500 % 2021

AT0000A177D2 110,50 1,90 %*

CA Immo AG 2,750 % 2022

AT0000A1CB33 106,22 1,43 % 106,93 106,02 175,00

n. a.

n. a.

4,00 % 08.04.2018 Fix ↑

2,75 % 17.02.2022 Fix ↑

Swietelsky Baugesellschaft 4,625 % 2019

AT0000A0WR40 108,08 1,40 % 109,17 106,25

74,09

4,63 % 12.10.2019 Fix ↑

Cross Industries AG 4,625 % 2018

AT0000A0WQ66 105,00 1,34 % 106,30 105,00

57,80

4,63 % 05.10.2018 Fix ↑

S Immo AG 3,000 % 2019

AT0000A19SB5 104,25 1,29 % 106,50 104,25 100,00

3,00 % 03.10.2019 Fix ↑

Porr AG 3,875 % 2019

AT0000A19Y28 106,73 1,24 %

56,26

3,88 % 28.10.2019 Fix ↑

110,13 108,13 150,00

4,50 % 01.10.2019 Fix ↑

Egger Holzwerkstoffe 4,500 % 2019

AT0000A0WNP5 108,60 1,05 %

WEB Windenergie AG 3,500 % 2019

AT0000A191B7 106,50 0,91 %

108,28 106,33 106,50 106,50

10,57

3,50 % 07.10.2019 Fix ↑

ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007

www.rcb.at

Swietelsky Baugesellschaft 5,375 % 2017

AT0000A0H2Z0 100,65 –3,71 % 101,35 100,58

55,55

5,38 % 12.04.2017 Fix ↓

Kapsch Trafficcom AG 4,250 % 2017

AT0000A0KQ52 103,00 –0,51 %*

70,82

4,25 % 03.11.2017 Fix ↓

KTM AG 4,375 % 2017

AT0000A0UJP7 100,46 –0,1 0% 101,79 100,46

85,00

4,38 % 24.04.2017 Fix ↓

n. a.

n. a.

Novomatic AG 5,000 % 2017

AT0000A0KSM6 102,97 0,13 %

104,00 102,97 150,00

5,00 % 27.10.2017 Fix ↓

Strabag SE 4,250 % 2019

AT0000A0PHV9 105,44 0,17 % 106,58 105,44 175,00

4,75 % 25.05.2018 Fix ↓

Strabag SE 4,250 % 2019

AT0000A0V7D8 108,59 0,23 % 109,20 108,59 100,00

4,25 % 10.05.2019 Fix ↓

Wienerberger AG 5,250 % 2018

AT0000A0PQY4 106,38 0,31 % 107,44 105,73 100,00

5,25 % 04.07.2018 Fix ↓

AT0000A109Z8 108,27 0,38 % 109,03 107,76 200,00

3,00 % 21.05.2020 Fix ↓

Immofinanz AG 5,250 % 2017

AT0000A0VDP8 101,40 0,47 % 102,60 101,30 100,00

5,25 % 03.07.2017 Fix ↓

Novomatic AG 4,000 % 2019

AT0000A0XSN7 106,52 0,48 % 107,42 106,21 250,00

4,00 % 28.01.2019 Fix ↓

Andritz AG 3,875 % 2019

AT0000A0VLS5 107,60 0,56 % 109,23 107,40 350,00

3,88 % 09.07.2019 Fix ↓

Egger Holzwerkstoffe 5,625 % 2018

Strabag SE 3,000 % 2020

AT0000A0NBF0 104,85 0,61 % 106,10 104,66 200,00

5,63 % 07.03.2018 Fix ↓

Wienerberger AG 4,000 % 2020

AT0000A100E2 110,26 0,63 % 111,40 110,03 300,00

4,00 % 17.04.2020 Fix ↓

Strabag SE 1,625 % 2022

AT0000A1C741 104,00 0,79 % 104,92 103,58 200,00

Porr AG 6,250 % 2018 Novomatic AG 3,000 % 2021

DE000A1HSNV2 109,10 0,81 % 111,56 108,96

1,63 % 04.02.2022 Fix ↓

50,00

6,25 % 26.11.2018 Fix ↓

AT0000A182L5 108,80 0,89 % 109,58 107,86 200,00

3,00 % 23.06.2021 Fix ↓

Swietelsky Hybrid-Anleihe 7,750%

AT0000A07LU5 104,00

n. a. 104,00 102,50

70,00

5,52 % 31.12.2070 Variabel ↓

Porr Hybrid-Anleihe 6,750 %

AT0000A19Y36 113,05

n. a. 113,05 108,63

25,00

6,75 % 28.10.2070 Variabel ↓

Wienerberger AG 6,500 %

DE000A1ZN206 107,73

n. a. 108,34 106,35 272,19

5,00 % 09.02.2070 Variabel ↓

*LETZTER KURS ÄLTER ALS 2017,** YTM = RENDITE BIS LAUFZEITENDE QUELLE:

42


RENDITE

ROHSTOFFKURSE DIE 30 TOP/FLOP–ROHSTOFFNOTIERUNGEN AN DEN WELTMÄRKTEN (YTD) ROHSTOFFNAME HANDELSPLATZ KURS WÄHRUNG YTD % YTD HIGH YTD LOW 1 J % 1 J VOLA 3 J % 3 J VOLA

Holz

15,19 % 375,400 303,500 20,74 % 25,57 9,89 % 24,49 ↑

CME GLOBEX

363,200

USD

pro aurum

777,000

USD

12,10 % 795,000 684,000 29,24 % 29,28 –0,65 % 28,02 ↑

ICE US

78,170

USX

10,64 % 78,390

Hafer

CBOT Composites

249,000

USD

8,97 % 270,000 226,250 29,86 % 36,56 –45,81 % 36,60 ↑

Silber

pro aurum

17,150

USD

8,68 %

Gold

pro aurum

1223,500

USD

6,72 % 1254,500 1157,000 –2,47 % 14,03 –10,14 % 14,74 ↑

CBOT Composites

435,500

USD

6,54 % 454,250 407,250 –5,79 % 26,66 –35,53 % 26,97 ↑

pro aurum

17,130

EUR

6,40 % 18,500 16,500 12,70 % 22,59 5,55 % 22,94 ↑

USX

6,16 %

Palladium Baumwolle

Weizen Silber Philharmoniker 1 Unze Magerschwein Platin Sojamehl

18,350

74,900

71,780 33,94 % 20,32 –15,06 % 21,54 ↑ 16,130 7,52 % 26,17 –18,53 % 26,15 ↑

63,375 –2,03 % 37,76 –42,89 % 35,05 ↑

CME GLOBEX

69,850

pro aurum

951,000

USD 5,67 % 1027,000 895,000 –3,45 % 23,59 –34,77 % 20,91 ↑

CBOT Composites

329,400

USD

5,14 % 350,500 307,700 23,56 % 26,49 –26,33 % 30,52 ↑

Gold Österreich 1 Dukat

pro aurum

130,250

EUR

5,03 % 135,250 126,000 2,96 % 14,76 16,52 % 16,28 ↑

Gold Philharmoniker 1 Unze

pro aurum

1169,500

EUR

5,03 % 1214,000 1130,000 3,13 % 12,59 17,24 % 14,14 ↑

Goldbarren 100 Gramm

pro aurum

3701,000

EUR

4,85 % 3843,500 3585,000

CBOT Composites

366,250

USD

4,34 % 378,750 353,500 –0,41 % 24,54 –23,34 % 22,90 ↑

Mais

ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007

2,96 % 12,42

16,47 % 13,89 ↑

www.rcb.at

Erdgas

ICE Europe

41,740

Heizöl

ICE Europe

1,503

CME GLOBEX

15,690

Milch Orangensaft

–24,11 %

59,790

41,490 44,18 % 44,79 –28,38 % 37,36 ↓

USD –13,06 %

1,696

1,501 20,22 % 31,01 –48,07 % 32,56 ↓

GBX USD

–9,78 % 17,390 15,690 13,53 % 24,89 –33,06 % 22,25 ↓

ICE US

177,550

USX

–9,60 % 197,000 162,050 39,75 % 35,41 16,20 % 32,69 ↓

Diesel

ICE Europe

456,000

USD

–9,21 % 502,500 453,500 21,76 % 32,86 –48,59 % 33,02 ↓

WTI Rohöl

ICE Europe

48,860

USD

–8,96 % 54,380 48,380 21,54 % 33,40 –50,13 % 37,67 ↓

Brent Rohöl

ICE Europe

51,810

USD –8,70 %

56,900

ICE US

18,280

USX

–6,30 %

21,180

CBOT Composites

32,290

USD

–6,30 % 35,790 31,880 –3,32 % 20,82 –22,84 % 21,01 ↓

Zucker Sojaöl Kakao Mastrind Sojabohnen Kaffee Lebenrind Reis

51,270 25,05 % 32,81 –51,31 % 36,42 ↓ 18,000 14,32 % 29,99

7,21 % 29,63 ↓

ICE US

2035,000

USD

–4,77 % 2251,000 1889,000 –34,50 % 25,60 –32,68 % 21,31 ↓

CME GLOBEX

130,500

USX

–0,21 % 132,950 121,700 –20,18 % 20,58 –25,19 % 18,42 ↓

CBOT Composites

1001,500

USD

0,45 % 1074,250 987,250 11,59 % 21,99 –28,05 % 22,94 ↓

ICE US

139,750

USX

1,97 % 155,400 137,400 5,87 % 26,02 –26,41 % 33,08 ↓

CME GLOBEX

119,200

USX

2,78 % 125,400 114,475 –15,55 % 21,48 –17,88 % 18,89 ↓

CBOT Composites

9,830

USD

4,30 % 9,980 9,295 –7,22 % 24,04 –36,62 % 23,40 ↓

KENNZAHLEN FÜR FUTURES BASIEREN AUF UNADJUSTED CONTINUATION CONTRACTS (CC). QUELLE:

43


RENDITE

STATISTIK ÖSTERREICH BÖRSENDATEN DIE WIENER BÖRSE IN ZAHLEN

80 70 60 50

15 14 13 12 11

* NUR ZWEI MONATE

40

Q2

Q3

Q4

Q1*

9

VERGLEICHSPERIODE

QUARTAL

(FEB./16)

Q2

Q3

Q4

10,05

9,81

14,00

14,30

12,92

13,67

7

13,53

AKTUELLE PERIODE

TOP HANDELSTEILNEHMER PLATZIERUNG FEB.

VERGLEICHSPERIODE

8 15,57

98,52

80,85

90,59

87,44

82,95

84,66

81,82

89,44

20

0

* NUR ZWEI MONATE

10

30

10

QUELLE: WIENER BÖRSE AG

90

QUARTALSUMSÄTZE

MRD. EUR

QUELLE: WIENER BÖRSE AG

MARKTKAPITALISIERUNG

MRD. EUR 100

AKTUELLE PERIODE QUARTAL

Q1*

MEISTGEHANDELT HANDELSPARTNER

UMSATZ (MIO. EUR)

PLATZIERUNG FEB.

(FEB./16)

MARKTTEILNEHMER

UMSATZ (MIO. EUR)

1.

(–)

Morgan Stanley & Co

473,46

1.

(1.)

Erste Group Bank AG

801

2.

(4.) Wood & Company Financial Services

435,85

2.

(2.)

OMV AG

633

3.

(2.)

4.

(10.)

Hudson River Trading Europe

391,55

3.

(3.)

Voestalpine AG

517

Credit Suisse Securities

294,00

4.

(4.)

Raiffeisen Bank International AG

546

5.

(8.)

JP Morgan Securities

289,85

5.

(5.)

Andritz AG

236

6.

(9.)

Merrill Lynch International

286,88

6.

(13.)

Telekom Austria AG

368

7.

(3.)

Raffeisen Centrobank AG

282,56

7.

(20.)

Lenzing AG

202

8.

(6.)

Societe Generale

9. (–)

10.

(5.)

UBS Deutsche Bank AG

276,46

8.

(38.)

Strabag SE

133

272,64

9.

(10.)

Vienna Insurance Group AG

102

10.

(15.)

Verbund AG

271,44

585

Gesamt Februar 2017

4.807,59

Gesamt Februar 2017

4122,47

Gesamt Februar 2016

5.347,87

Gesamt Februar 2016

4437,55

Differenz 

–540,28

Differenz 

–315,08

QUELLE: WIENER BÖRSE AG

QUELLE: WIENER BÖRSE AG

UMSCHLAGSHÄUFIGKEIT INT. INVESTOREN

INVESTORENGEOGRAFIE

58,50 % niedrig 33,50 % moderat 5,40 % hoch

44

2,60 %

sehr hoch

QUELLE: IPREO, JUNI 2016

USA Österreich Großbritannien Norwegen Frankreich Deutschland Schweiz Niederlande Kanada Polen andere

QUELLE: IPREO, JUNI 2016

26,80 32,20 13,90 7,10 6,40 5,70 2,30 2,30 2,00 1,30 9,00


RENDITE

10 9

INFLATION

%

QUELLE: AMS

ARBEITSLOSENRATE

%

2

8

1,5

7 6 5

1

4

VERGLEICHSPERIODE

3 2

AKTUELLE PERIODE 0

F

M

A

M

J

J

A

S

O

N

D

BIP-WACHSTUM

% 1,5

1

MONAT

J

%

QUELLE: STATISTIK AUSTRIA

F

M

A

M

J

J

A

S

O

N

D

LEISTUNGSBILANZSALDO IN % DES BIP

7 6

MONAT

5 4 3

0,5

Q1

713*

1.064*

631*

Q2

Q3

0

88,18*

1

86,03*

DEFIZIT IN % DES BIP

%

–1

338*

6.002*

3.850*

730*

586*

Q4

–2

QUARTAL

QUELLE: STATISTIK AUSTRIA

85

QUARTAL

86,34*

86

AKTUELLE PERIODE

84,35*

GESAMTVERSCHULDUNG IN % DES BIP

87

–1

81,00*

Q3

AKTUELLE PERIODE

VERGLEICHSPERIODE

83,62*

Q2

Q1

0

QUELLE: STATISTIK AUSTRIA

Q4

VERGLEICHSPERIODE

91,36*

86,03*

1

–1

MIO. EUR

2

88,18*

86,34*

84,35*

83,62*

81,00*

91,36*

88,52*

MRD. EUR

88,52*

J

QUELLE: OENB

0

%

VERGLEICHSPERIODE

0,5

AKTUELLE PERIODE

1

0

QUELLE: STATISTIK AUSTRIA

WIRTSCHAFTSDATEN ÖSTERREICHS WIRTSCHAFT IN ZAHLEN

84 –3

MRD. EUR

83 82

Q4

Q1

Q2

291,66*

290,23*

288,87*

296,93*

296,25*

283,42*

295,72*

80

–5 290,47*

81

MRD. EUR

–4

Q3

VERGLEICHSPERIODE

–6

VERGLEICHSPERIODE

AKTUELLE PERIODE

–7

AKTUELLE PERIODE Q4

QUARTAL

45

Q1

Q2

Q3

QUARTAL


AUFSICHTSRÄTE

FINANZPLATZ

BESETZUNGSCHAOS BEI AUFSICHTSRÄTEN Manche finden keine geeigneten Leute. Andere meinen, dass die Besetzung von Aufsichtsräten keine Hexerei ist. Aber wer hat recht? Wie haben sich die Anforderungen verändert? Und was haben Investoren von der steigenden Professionalisierung der Kontrollorgane? TEXT ROBERT WINTER

L

ange wurden Aufsichtsräte aus

(IV) und Vorstandschef der Kapsch Traf-

Aufsichtsräten große Probleme.“ Soll

dem Dunstkreis Nahestehender

ficcom AG: „Ich bin generell ein Gegner

doch laut dem Bankchef gelten, dass

rekrutiert. Rudolf Ruter, Fach-

des Aufsichtsratssystems. Es sollte nur

Personen, die für ein Unternehmen ge-

buchautor und vormals 40 Jahre als

ein Organ geben, das alles verantwortet.

arbeitet haben und im Vorstand waren,

Wirtschaftsprüfer

Steuerberater

So wie in den USA, wo Executive und In-

künftig nicht mehr in den Aufsichts-

in leitenden Positionen internationaler

und

dependent Directors in einem Organ

rat berufen werden können. Das Glei-

Prüfungsgesellschaften tätig: „Die Auf-

vertreten sind. Bei der Regulierung hat

che gilt für Mitglieder aus der Gilde der

sichtsratsrekrutierung aus dem Kreis

das Pendel stark in eine Richtung aus-

Wirtschaftsprüfer, mit denen ein Unter-

‚fools, friends and family‘ ist professi-

geschlagen. Es wird eine Gegenbewe-

nehmen zusammengearbeitet hat, so-

onellen Auswahlverfahren gewichen.“

gung kommen. Ich bin mir aber nicht

wie für Organe von Kunden oder auch für

Dass die alte Zauberformel nicht mehr

sicher, ob ich das noch erleben werde.“

Rechtsanwälte, mit denen das betroffe-

wirkt, bestätigt Josef Fritz, Chef der Per-

Bis es so weit ist, müssen Unternehmen

ne Unternehmen eine Geschäftsbezie-

sonalberatung Board Search: „Vor rund

mit den neuen Herausforderungen le-

hung betreibt. Treichl: „Die fachlichen

15 Jahren haben sich Familienunterneh-

ben.

Anforderungen, die an Aufsichtsräte

men geöffnet. Mit dem Schritt, externe

gestellt werden, steigen permanent. Die

Experten an Bord zu holen, wurden gute

Regulierung contra Realität

Regulierung wird der Realität im kleinen

Erfahrungen gemacht. Jetzt ist verstärkt

So kommen etwa auf Banken Anforde-

Land Österreich nicht gerecht.“

eine Öffnung auf Aufsichts- und Bei-

rungen zu, die für Ungemach sorgen.

ratsebene zu erkennen.“

Sollen doch im Juni 2017 neue Regulie-

Schwieriges Casting

Aber allein mit der Bereitschaft, über

rungen der European Banking Authori-

Auch bei der Suche nach qualifizierten

den Tellerrand hinauszuschauen, ist es

ty beschlossen werden. Sie definieren,

Personen auf der internationalen Büh-

in der Praxis nicht getan. Dafür sorgt ein

welche Person als abhängig und wer als

ne gibt es Fallstricke. Und dabei spielt

deutlicher Anstieg einschlägiger Regu-

unabhängig gilt. Andreas Treichl, Vor-

natürlich Geld eine Rolle. Während

lierungsvorschriften.

Kapsch,

standsvorsitzender der Erste Group

die Gagen von Aufsichtsräten im Aus-

Präsident der Industriellenvereinigung

Bank AG: „Das bereitet uns und den

land attraktiv sind, verdient man sich

Georg

46


FINANZPLATZ

in Österreich keine goldene Nase. Laut

nen Hut zu bringen.“ In der Praxis kann

der Studie „Non-executive directors in

daraus aber laut BDO-Geschäftsführer

Euro­ pe“ des internationalen Beraters

Bartos auch so eine Art gordischer Kno-

Hay Group lag der Median der jährli-

ten werden. Bartos: „Es ist nicht spezi-

chen Vergütung für Aufsichtsratschefs

fiziert, was jeder Aufsichtsrat mitbrin-

in Österreich im Jahr 2014 bei 70.000

gen muss.“

„Ich bin ein ­Gegner des Aufsichtsrats­ systems.“ GEORG KAPSCH

Euro. Ein einfaches Mitglied kassierte damals 39.000 Euro im Jahr. Zum

Kampf der Geschlechter?

Vergleich: In Deutschland war das Ge-

In puncto Geschlecht haben die von Der

weibliche Personen noch immer falsch

schäft für Aufsichtsratsvorsitzende mit

Börsianer befragten Experten kein Prob-

sozialisiert werden. Es gibt viel zu we-

365.000 Euro und für einfache Mitglie-

lem mit der ab 2018 geplanten Einfüh-

nig Absolventinnen technischer Studi-

der mit 140.000 Euro deutlich lukrati-

rung einer Frauenquote. Demnach soll

enrichtungen.“

ver. Ganz zu schweigen von der Schweiz,

der Frauenanteil in Aufsichtsräten von

wo die Jahresapanage für Vorsitzende

börsennotierten Gesellschaften und von

IFRS als Hürde

rund eine Dreiviertelmillion erreichte

Gesellschaften mit mehr als 1.000 Be-

Mannigfaltige Neuerungen brachte das

und einfache Mitglieder 230.000 Euro

schäftigten künftig 30 Prozent betra-

Abschlussprüfungsrechts-Änderungs-

kassierten. Peter Bartos, Geschäftsfüh-

gen. Das ist in manchen EU-Staaten seit

gesetz 2016. BDO-Experte Bartos: „Die

rer der Wirtschaftsprüfungs- und Steu-

geraumer Zeit schon gang und gäbe. So

Umsetzung der neuen EU-Abschluss-

erberatungsgesellschaft BDO Austria:

betrug der Frauenanteil in Aufsichts-

prüfer-Verordnung stärkt Aufgaben und

„In Österreich ist eine Aufsichtsrats­

oder Verwaltungsräten der größten bör-

erhöht die Verantwortung des Prüfungs-

tätigkeit nur selten ein Fulltime-Job.“

sennotierten Unternehmen Frankreichs

ausschusses als zentrales Kontrollorgan

Wegen der vergleichsweise überschau-

perten aus Deutschland oder den USA

„Chancen ­erkennen und auf Vielfalt im Aufsichtsrat achten.“

sind wegen der geringen Gagen nicht zu

RUDOLF RUTER

baren Bezahlung ist es auch kein einfaches Unterfangen, Aufsichtsräte aus dem Ausland in die Alpenrepublik zu lotsen. Erste-Group-Chef Treichl: „Ex-

des Unternehmens. Die Abschlussprüfer stufen die Reformen als positiv ein. Das gilt tendenziell auch für Aufsichtsräte. Für manche sind die Veränderungen aber noch ungewohnt. Es muss mindestens einen Aufsichtsrat geben, der Kenntnisse der International Financial

bekommen. Die Variante, ausländische

Reporting Standards IFRS besitzt.“ Und

Aufsichtsräte zu engagieren, ist allein

laut dem deutschen Info-Portal Statista

das stellt häufig eine Hürde dar. Exper-

schon wegen der permanent anfallen-

im Vorjahr 37 Prozent. In Schweden wa-

te Ruter: „Früher hat es IFRS nicht ge-

den Reisekosten sehr kostspielig.“

ren es 36, in Italien und Finnland jeweils

geben, und trotzdem waren viele Unter-

Aber Internationalität ist nur ei-

30 Prozent. Deutschland brachte es auf

nehmen erfolgreich.“ Ins gleiche Horn

ner von mehreren Punkten, die in eine

27 und Österreich auf 20 Prozent. Und

stößt Kapsch: „Aufsichtsräte sollen sich

Steigerung der sogenannten Diversi-

damit steht Österreich etwa im Ver-

primär mit der Unternehmensstrate-

tät münden sollen. Rudolf Ruter: „Vie-

gleich zu Ungarn mit einem Anteil von

gie beschäftigen und mit dem jeweiligen

le Unternehmen haben noch immer die

elf oder auch zu Rumänien mit zehn so-

Geschäftsmodell auseinandersetzen. Sie

Chancen nicht erkannt, die eine vielfäl-

wie Tschechien und Griechenland mit je

müssen keine IFRS-Experten sein.“

tige und bunte Belegschaft bietet. Bei

neun Prozent noch ganz gut da.

Von der steigenden Professionali-

der Zusammensetzung von Aufsichtsrä-

Aber woher sollen die Quoten­frauen

sierung von Aufsichtsräten können laut

ten ist auf Vielfalt bei Alter, Geschlecht,

kommen? BDO-Experte Bartos: „Es ist

den befragten Experten Anleger profi-

Herkunft, Qualifikation oder auch Bran-

nicht ganz einfach, in ein oder zwei Jah-

tieren. Aber Wunder darf man sich nicht

chen-Know-how zu achten. Die Kunst

ren auf die nötige Quote zu kommen.“

erwarten. IV-Präsident Kapsch: „Skan-

besteht darin, diese Faktoren unter ei-

An dieser Frage kiefelt auch ­ Georg

dale sind auch durch Überregulierung

Kapsch: „Ich habe mit Frauenquoten

nicht zu unterbinden. Die wirklichen

überhaupt kein Problem. Es gibt genü-

Verbrecher werden meist ohnehin nicht

gend qualifizierte Frauen. Aber gene-

erwischt.“ Dem pflichtet BDO-Exper-

rell herrscht noch immer die Tendenz,

te Bartos bei: „Schweinereien wird es

dass zu wenige Frauen in Unterneh-

immer geben. Auch wenn Aufsichtsrä-

men hochkommen und es bis auf die

te ihre Kontrollfunktionen noch so gut

Vorstandsebene schaffen. Einfach weil

wahrnehmen.“ n

„Aufsichts­­ ratsregulierung wird der Realität nicht ­gerecht.“ ANDREAS TREICHL

47


FINANZPLATZ

VERSICHERUNGEN

ABGESICHERTE ­ RANSAKTIONEN T E

in „brandheißes Thema“, nennt es Head of Legal, Ingo Steinwender, bei der CA Immobilien Anla-

gen AG. Auch Mark Krenn, Partner und

Versicherungen für Verkaufstransaktionen erobern den europäischen Markt. In Österreich fristen sie noch ein Schattendasein, wie Der Börsianer recherchiert hat.

Immobilienexperte bei CHSH Rechtsanwälten bestätigt: „In dem Verkäu-

TEXT BARBARA OTTAWA

fermarkt, den wir aktuell beobachten, in dem es noch viel mehr um Transaktionsgeschwindigkeit geht, kann sie ein

reichende Haftung übernehmen, andere

„Wenn jemand sein Unternehmen ver-

Beschleunigungsfaktor sein.“ Die Rede

wollen einen Fonds schließen und kön-

kaufen und sicherstellen will, dass er

ist von M&A-Versicherungen, im Spe-

nen das nur tun, wenn keine Haftungen

nichts mehr damit zu tun haben muss.“

ziellen von der „Warranty & Indem­nity

mehr offen sind.“

Ein Blick ins Nachbarland zeigt einen

Insurance“ (W&I), die nunmehr auch

Bei Transaktionen mit internatio-

enormen Anstieg in der Nachfrage über

in Kontinentaleuropa angekommen ist.

nalen Private-Equity-Häusern sei das

die vergangenen drei Jahre: „Damals gab

Bei einer Transaktion werden dabei typi-

Produkt „mittlerweile Standard“, be-

es keine W&I-Anbieter in Deutschland,

scherweise Haftungen aus Gewährleis-

stätigt Thomas Trettnak, M&A-Part-

zumeist wurden Versicherer aus Groß-

tung und Schadloshaltung vom Verkäu-

ner bei CHSH. „Vor allem werden Buy-

britannien beauftragt“, erläutert Rein-

fer auf eine Versicherung übertragen.

Side-Polizzen nachgefragt, bei denen

schmidt. Heute gibt es bereits 17 Anbie-

Entstanden ist das Produkt aus der

der Käufer das Risiko versichern lässt,

ter in Deutschland.

Nachfrage aufgrund von Investment-

dass ein Gewährleistungsfall eintritt.“

fonds: Diese können nach einem Ver-

Aus Deutschland bestätigt Jürgen Rein-

Österreich meist zu klein

kauf keine oder nur begrenzt Haftun-

schmidt, Head of Transaction Solutions

In Österreich sei das Produkt „fast gar

gen mehr übernehmen und wollen so-

und Mitglied der Geschäftsführung bei

nicht bekannt“, bestätigt Hartmut Hoyer,

fort über die Verkaufssumme verfügen.

Willis Towers Watson: „Wir haben Fälle,

Central Sales beim Versicherungsbroker

Das Modell hält im Immobilienbereich

wo die Verkäufer nur dann abschließen

Greco International AG (Greco). Dies sei

langsam Einzug, wie Steinwender be-

wollen, wenn eine W&I-Versicherung

darauf zurückzuführen, dass der Markt

richtet: „Einige Immobilienfonds oder

vom Käufer erworben wird.“ Aber auch

viel kleiner ist: „Durch die relativ hohen

Private können oder wollen keine aus-

Sell-Side-Polizzen werden nachgefragt:

Initialkosten des Versicherers, die für die

48


FINANZPLATZ

„Bei Private-­ Equity-Deals mittlerweile Standard.“

„Kann bei ­Transaktionen Beschleunigungsfaktor sein. “

„Bürokauf in Budapest ­hätte ohne Versicherung nicht geklappt.“

THOMAS TRETTNAK

MARK KRENN

INGO STEINWENDER

Risikobewertung eines Deals unabhän-

che Versicherungen künftig zur Einhal-

„Die Versicherer verlangen aber keine

gig von der Transaktionshöhe entste-

tung Sorgfaltspflicht des Vorstands oder

Spezialprüfung des Deals, nur eine Due

hen, wird die Polizze bei kleineren Deals

Aufsichtsrats wird abschließen müs-

Diligence, die jede Geschäftsleitung auch

in der Regel unverhältnismäßig teuer.“

sen.“ Aus seiner Erfahrung in Deutsch-

macht, wenn sie sich einem ordentlichen

Er nennt eine Schwelle von 30 bis 50 Mil-

land zieht Reinschmidt Parallelen zu

Risikomanagement

lionen Euro Transaktionshöhe, ab der die

­einem anderen Produkt: „Die Entwick-

den Eigentümern des Unternehmens

derzeit verfügbaren Produkte für Käufer

lung der Nachfrage nach M&A-Versiche-

verpflichtet fühlt“, betont Hoyer.

oder Verkäufer interessant werden. „Am

rungen hat mich an die 1990er-Jahre er-

Für die Versicherer ergibt sich daraus

heimischen Markt haben wir aber pro Jahr

innert, als D&O-Versicherungen für Vor-

wiederum ein Geschäft, das relativ we-

höchstens zwei Dutzend Deals, die diese

stände noch kaum bekannt waren. Heute

nig Risiko birgt, bei dem aber die Prä-

Höhe erreichen“, so Hoyer.

sind sie ein absoluter Standard.“

mien noch relativ hoch sind. Das Pro-

Fakt ist, dass keiner der von Der Bör-

­beziehungsweise

dukt werde immer „kompliziert bleiben

sianer angefragten großen Versicherer

Kostspielige Sorgfalt

und viel Arbeit sein“, bestätigt Rein-

in Österreich das Produkt selbst anbie-

Ganz anders als bei der mittlerweile

schmidt. „Jede Änderung im Kaufvertrag

tet oder plant, es in nächster Zeit ein-

standardisierten „Directors & Officers“-

muss auch mit der Versicherung bespro-

zuführen. Auf Kundenwunsch erfolgt

Versicherung

&

chen werden“, gibt er zu bedenken. Ho-

die Zusammenarbeit mit externen Part-

Indemnity“-Produkt aber keineswegs

yer empfiehlt eine frühzeitige Einbezie-

nern. Greco hingegen hat über das Ex-

standardisiert. Deshalb möchte Hoy-

hung des Brokers: „Wir stellen schon vor

pertennetzwerk des Miteigentümers JLT

er keine Größenordnung für die Kosten

dem Beginn der Kaufvertragsverhand-

direkten Zugriff auf die globalen M&A-

nennen. „Auch können über Sonder-

lungen mit unseren M&A Anwälten re-

Versicherungsmärkte. Die Experten sind

vereinbarungen Risiken versichert wer-

spektive Experten sicher, dass der Ver-

sich einig, dass eine solche Versiche-

den, die weder Käufer noch Verkäufer

käufer oder Käufer hinsichtlich des Ri-

rung auch bei kleineren Transaktionen

übernehmen möchten. Die Kosten dafür

sikotransfers nach allen Seiten optimal

hilfreich sein kann. „Man kann sie sehr

können stark variieren.“

positioniert ist.“

ist

ein

„Warranty

strategisch einsetzen“, sagt etwa Hoyer.

Die anderen Berater sprechen von

Trettnak bestätigt, dass es gerade hier

„Gerade im Immobiliensektor haben

Gebühren, die zwischen einem und zwei

für Anwälte zwar spannend wird, es aber

wir derzeit einen Verkäufermarkt, und

Prozent der versicherten Summe liegen.

auch viel Aufwand bedeutet, Garantien

die Investoren streiten sich um Objek-

Einen der größten Kostenfaktoren nennt

und Haftungen aus einem Kaufvertrag in

te. Im Bieterverfahren kann eine solche

Trettnak: „Die Versicherung plausibi-

eine Versicherungspolizze zu „überset-

Versicherung ein Deal-Sweetener sein“,

lisiert

Due-Diligence-Ergebnisse

zen“ – noch viel mehr, wenn es sich um

gibt Krenn zu bedenken.

durch ihre eigenen Anwälte und führt

länderübergreifende Deals mit unter-

auch Interviews mit jenen, die die Due

schiedlichen Rechtsordnungen handelt.

Die Nachfrage könnte auch in Österreich über Private-Equity-Transaktio-

die

Diligence durchgeführt haben.“

Dennoch ruft Steinwender heimische

nen steigen, so Trettnak: „Viele dieser

Eine Studie von CMS Rechtsanwälte

Unternehmen dazu auf, keine Angst vor

Geldgeber sind in österreichischen Un-

kommt zu dem Schluss, dass bei 76 Pro-

dem Produkt zu haben: „Unser Kauf der

ternehmen als Hidden Champions in-

zent aller Deals mit W&I-Versicherung

Millennium Towers in Budapest letz-

vestiert und würden im Falle eines Ver-

die Haftungshöchstgrenze unter zehn

tes Jahr wäre ohne eine solche Versiche-

kaufs wahrscheinlich eine M&A-Versi-

Prozent des Kaufpreises liegt, was bei

rung wahrscheinlich gar nicht zustande

cherung einsetzen.“ Sein Partner sieht

lediglich neun Prozent der Deals ohne

gekommen.“ Auf die Frage, ob auch bei

noch einen weiteren Anwendungsbe-

W&I-Versicherung der Fall ist. Durch

einer möglichen Verschmelzung mit der

reich: „Für börsennotierte Unterneh-

eine Verringerung dieser Initialkosten

Immofinanz AG eine solche Versicherung

men kann es ein Compliancethema sein.

könnte das Produkt auch für kleinere

zum Einsatz kommen würde, sagte Stein-

Es ist durchaus denkbar, dass man sol-

Transaktionen interessanter werden.

wender: „Es könnte Sinn machen.“ n

49


BRANCHEN

BANKEN

KOLUMNE

WILHELM CELEDA Vorstands­ vorsitzender Raiffeisen Centrobank AG

ENDLICH ZEIT FÜR OPTIMISTEN?

BAWAG BAUT VORSTAND UM UND BELOHNT SICH

Diese Frage drängt sich angesichts

Nach einem erfolgreichen Jahr 2016 hat

am besten kapitalisiertesten Banken Eu-

der positiven ATX-Gesamtper-

die Bawag PSK AG ihre Konzern­ spitze

ropas. Trotzdem will die Bank keine Di-

formance der vergangenen zwei

überraschend umgebaut. Seit 8. März

vidende ausschütten. Die Bawag PSK AG

2017 fungieren in der Bank nun zwei

investiert lieber in den Ausbau des digi-

neun Prozent geradezu auf. Oder ist

Vorstandsvorsitzende. Der bisherige Fi-

talen Geschäfts. Das mittelfristige Ziel ist

dieser Trend bereits am Ende, und

nanzvorstand Anas Abuzaakouk wur-

die Transformation in ein Technologieun-

der Optimismus kommt zu spät?

de vom Aufsichtsrat zum CEO ernannt,

ternehmen, dafür wird eine Milliarde Euro

Die letzten beiden Jahre erging es

Vorstandschef Byron Haynes verlässt die

investiert und die Zusammenarbeit mit

Bank mit Jahresende. Abuzaakouk ist seit

Fintechunternehmen vorangetrieben.

Jahre (rund 13 Prozent per annum) sowie der Beginn 2017 mit plus

mir wie von den Meteorologen oft berichtet: Die Temperatur ist plus zehn Grad Celsius, aber gefühlt

Anfang 2014 Finanzvorstand, sein Amt

Für Aufsehen sorgte die Bank zuletzt

minus zehn Grad. Der Markt wurde,

wird sein derzeitiger Stellvertreter Enver

mit ihren Vorstandsbezügen. Die fünf

trotz beeindruckender Kursgewinne,

Sirucic übernehmen. Gegangen ist be-

Vorstandsmitglieder

mehrheitlich negativ wahrgenom-

reits Aufsichtsratsvorsitzender Franklin

samt 16,2 Millionen Euro. Zum Vergleich:

Hobbs, sein Amt übernahm der spanische

Bei der Erste Group AG kommt der Sech-

gehantelt. Heuer bliebe nach den

Banker Manuel Gonzalez Cid, der für den

servorstand auf 6,5 Millionen Euro, sie-

Frankreich-Wahlen nicht mehr viel

Bawag-Eigentümer, Cerberus Global In-

ben Vorstände der Raif­feisen Bank Inter-

absehbarer Grund, sich zu fürchten.

vestment Advisors, arbeitet.

national AG kommen auf auf 9,2 Millio-

men, und man hat sich von einem Bedrohungspotenzial zum nächsten

Auch das wirtschaftliche Umfeld

beziehen

insge-

Der Brite Haynes steht der ehemali-

nen Euro. Für das Jahr 2016 könnte sich

gen Arbeiterbank seit dem Jahr 2012 vor

der Vorstand laut im Dezember beschlos-

gebniserwartungen von heimischen

und konnte zuletzt für das Jahr 2016 neu-

sener Vergütungsrichtlinie nun einen

Unternehmen zumindest erfüllt

erlich ein Rekordergebnis verbuchen. Mit

­Bonus

worden. Die Zuversicht ist in Form

einer Kernkapitalquote von 15 Prozent

das wären 32,4 Millionen Euro, auszah-

gehört die Bawag PSK AG zu den derzeit

len lassen.

bestätigt mehr und mehr den positiven Trend. So sind bisher die Er-

von volleren Orderbüchern deutlich gestiegen. Begleitet von aufkeimen-

von 200 Prozent der Festbezüge,

der Inflation bis hin zum unglaublichen Gedanken, dass die Nullzins­ phase doch nicht endlos währt. Parallel dazu wird ein Engagement im CEE-Raum dank optimistischer Wirtschaftsprognosen zusehends wieder als Potenzial und nicht mehr

Neuer Chefanalyst für Raiffeisen Centrobank

als Bedrohung gesehen. Auch die

Die Raiffeisen Centrobank AG (RCB) hat

riereschritt. Seine Arbeit wird er weiter-

Rekordnachfrage für die größten

einen neuen Chefanalysten. Der bishe-

hin im Stammhaus, das im Eigentum der

österreichischen Investorenkonfe-

rige Chef Stefan Maxian tritt kürzer und

RCB steht, im ersten Bezirk verrichten.

hat auf eigenen Wunsch seinem bisheri-

Der kolportierte Umzug der Aktienanaly-

gen Stellvertreter Bernd Maurer den pres-

se, des Wertpapierhandels und des Zertifi-

tigeträchtigen Posten übergeben. Für den

katehauses in die Muthgasse in den 19. Be-

Eishockeyfan Maurer ist das ein toller Kar-

zirk wurde abgeblasen.

renz in Zürs lässt eigentlich nur eine Antwort zu: Genug gefürchtet, ja zum Optimismus.

w.celeda@derboersianer.com

50


BRANCHEN

Ex-RZB-Generaldirektor Walter Rothensteiner, Lord Peter Mandelson und Botschafter Gregor Woschnagg diskutierten über den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union.

Beim EU Sky Talk der ehemaligen Raiffeisen Zentralbank AG Mitte Februar 2017 sprach Lord Peter Mandelson vor 130 Gästen über die Auswirkungen des Brexits auf Europa. Der britische Politiker befürchtet einen harten Brexit und sieht vor allem den freien Dienstleistungsverkehr gefährdet.

Hellobank setzt auf Kerngeschäft und bekommt Konkurrenz Bei der Hellobank BNP Paribas Austria AG (Hellobank), die bis 2015 noch unter dem Namen Direktanlage.at firmierte und vor zwei Jahren vom neuen Eigentümer BNP Paribas in „Hello Bank!“ umbenannt wurde, regiert der Sparstift. Der Markenrelaunch sollte aus dem Onlinebroker eine digitale Vollbank machen, was zum Teil auch glückte. Die Hellobank profitierte vom Aus des größten Konkurrenten

TICKER

Fitch hebt Rating der Volksbanken-Gruppe auf Investment Grade +++ Hypo NOE mit einer Milliarde neuen Kreditvolumens und 500 Millionen Pfandbriefemission +++ BKS Bank AG eröffnet neue Filiale in Slowenien +++ Raiffeisen Factor Bank steigert Umsatz und baut Marktanteil aus +++ Easybank AG kauft Kredit-und Prepaidkartengeschäft von SIX +++ Volksbank Wien AG und Sparda Austria fusionieren

Brokerjet.at. Der Fokus auf das Giro-Geschäft mit Gratis-Lohn- und -Studenten-

Kunden bei einem Gesamtvolumen von

kontos ließ die Kosten explodieren. Vor-

fünf Milliarden Euro. Konkurrrenz be-

standschef Gerard Derszteler fokussiert

kommt die Hellobank jetzt durch die neue

sich nun wieder auf das Kerngeschäft.

Onlinebank Dad.at, eine neue Marke des

Budget wird, soweit vorhanden, in das

zur

Tradinggeschäft investiert, Gratiskonten

Bankhauses Schelhammer & Schattera

sollen nicht mehr angeboten werden. Die

AG. Mastermind dahinter ist der ehema-

Hellobank verfügt über mehr als 86.000

lige Hellobank-Chef Ernst Huber.

Grawe-Bankengruppe

gehörenden

NUR JEDES SECHSTE FINANZINSTITUT VERTRAUT DER EIGENEN IT-SICHERHEIT STUDIE. Nur jeder sechste leitende Bankangestellte (17 Prozent) ist zuversichtlich, dass die eigene Organisation einen Datenverlust aufdecken, geschweige denn

KARRIERE

verhindern kann. Im Gegensatz dazu genießt die Finanzbranche unter Verbrauchern das größte Vertrauen. Das ergibt eine globale

Michael Meschnark

Anas Abuzaakouk

leitet seit Februar zusammen mit Karl Schabus die BKS-Leasing, eine 100-Prozent-Tochter der BKS Bank AG. Meschnark war davor Regionalleiter der Unicredit Leasing, Schabus in der Geschäftsführung.

wurde am 8. März 2017 zum Vorstandsvorsitzenden der Bawag PSK AG ernannt. Der Cerberus-Manager ist seit Anfang 2014 Finanzvorstand der Bank. Von 2009 bis 2006 war er bei General Electric tätig.

Studie von Capgemini, die 7.500 Verbraucher sowie mehr als 180 Datenschutz- und Sicherheitsex-

51

perten aus Finanzorganisationen in acht Ländern befragte. „Banken sollten die Gelegenheit nutzen und endlich zu den Datenfestungen werden, für die Verbraucher sie halten“, sagt Capgemini-Consulter Christian Kroll.


BRANCHEN

VERSICHERUNGEN

PENSIONS- UND VORSORGEKASSEN MIT GUTEN LANGZEITERTRÄGEN

KOLUMNE

WOLFRAM LITTICH Vorstands­ vorsitzender Allianz Gruppe in Österreich

Die kapitalgedeckte Altersvorsorge in Ös-

wachs von 4,83 Prozent freuen. Über eine

terreich bietet über längere Fristen gese-

Fünfjahresperiode zeigt sich ein ähnliches

hen „trotz volatiler Märkte eine gute Per-

Bild mit 4,35 Prozent Branchenschnitt und

formance“, hielt Michaela Plank, Principal

die Allianz auf Platz eins mit 4,85 Prozent.

bei Mercer Österreich, anlässlich der Prä-

In Kategorien mit höherem Aktienanteil

sentation von Detailresultaten der Bran-

liegt der durchschnittliche Ertrag übri-

che fest. Sowohl über drei als auch über

gens weitaus höher. Auch den Vorsorge-

fünf Jahre konnten die heimischen Pensi-

kassen, die die Abfertigung Neu verwal-

onskassen den von der Finanzmarktauf-

ten, attestiert Mercer eine gute langjäh-

sicht seit mehr als sieben Jahren mit drei

rige Performance. Trotz des kurzfristigen

Prozent gedeckelten Rechnungszins mü-

Anlagehorizonts, der sich aus der prak-

helos erreichen. Je nach Risikokategorie

tisch immer möglichen Entnahme ergibt,

lität wurden im vergangenen Jahr

nach dem Lebensphasenmodell erzielten

wurden über die vergangenen drei Jahre

in Österreich angezeigt, Tendenz

alle Anbieter mit einer sehr defensiven

2,46 Prozent pro Jahr erwirtschaftet und

steigend. Die finanziellen Schäden,

Strategie über die vergangenen drei Jah-

über die letzten fünf Jahre 2,89 Prozent.

re im Durchschnitt mehr als vier Prozent

„Sieger“ in dieser Kategorie waren übri-

– und das bei sehr geringen Kosten. Kun-

gens die Niederösterreichische Vorsorge-

sind mögliche psychische Folgen

den der Allianz Pensionskasse AG konn-

kasse AG und die Betriebliche Vorsorge-

infolge eines Cybercrimedelikts.

ten sich sogar über einen jährlichen Zu-

kasse mit 3,07 Prozent und 3,66 Prozent.

CYBERKRIMINALITÄT: WACHSENDE BEDROHUNG Datenbeschädigung und -diebstahl, Kreditkartenbetrug, Erpressung oder Computersabotage – mehr als 13.000 Delikte von Cyberkrimina-

die dadurch entstehen, sind enorm und können sogar im Millionenbereich liegen. Nicht zu unterschätzen

Die Bedrohung aus dem Internet wächst also. Aber nicht nur Privatpersonen, auch Unternehmen sind betroffen. Nicht selten ist dabei der Faktor Mensch eine Schwachstelle. Daher muss das Risikobewusstsein

Uniqa macht Kapital locker

für Private sowie Unternehmen geschärft werden – auch vor dem Hintergrund der immer stärkeren „Professionalisierung“ der

„Ja wir brauchen so viel Geld“, sagte Andreas Brandstetter, Chef der Uniqa Insu-

Angreifer. Es bedarf somit einer

rance Group AG (Uniqa), anlässlich der Bi-

ganzheitlichen Perspektive, die so-

lanzpressekonferenz des Unternehmens.

wohl Mensch als auch Prozesse und

Der Versicherer hat Ende 2016 nämlich

Technologien berücksichtigt, um

ein „Innovations- und Investitionspro-

die Herausforderungen der Cyberkriminalität bewältigen zu können. Relevanz hat eine allumfassende

gramm“ gestartet, für das 500 Millionen Euro veranschlagt sind. Damit soll vor al-

Cyberabwehrstrategie auch für die

lem die Digitalisierung vorangetrieben

Geld floss unter anderem durch den Ver-

Versicherungsindustrie, denn um

werden. Aber Brandstetter beruhigte auch:

kauf der italienischen Tochter in die Kassen

Lösungen in diesem Bereich wird

„Wir haben die Mittel, wir haben volle Ta-

der Uniqa, die sich nunmehr ausschließ-

schen, um das Wachstum zu finanzieren.“

lich auf die Kernmärkte Österreich und

Man habe sich nämlich gegen eine kurz-

CEE konzentriert. Weitere Mittel könnten

fristige Gewinnmaximierung und für „eine

durch den Teilverkauf der Strabag-Antei-

langfristige Wertsteigerung“ entschieden.

le des Versicherers lockergemacht werden.

man künftig nicht umhinkommen. Denn man darf nicht vergessen, dass jeder potenziell gefährdet ist. w.littich@derboersianer.com

52


BRANCHEN

TICKER

V. l.: Austria-Vorstand Markus Kraetschmer, Austria-Präsident Wolfgang Katzian, Generali-CEO Alfred Leu und Generali-Marketingleiter Tilman Buchner schritten zur Tat.

Ausnahmsweise kommt es in Sachen Fußball einmal zu einer vorzeitigen Verlängerung: Die Generali Gruppe Österreich hat ihre bereits seit einem ­Jahrzehnt bestehende Partnerschaft mit dem FK Austria Wien erneuert. Die Unterzeichnung des entsprechenden Vertrags erfolgte anlässlich des ­Spatenstiches für den Umbau der Generali Arena auf dem Laaer Berg in Wien-Favoriten.

Allianz gibt der Digitalisierung ein Gesicht

VBV PK reduziert CO2 bei Investments um 100.000 Tonnen +++ VVÖ weist 2,1 % Prämienrückgang für 2016 aus +++ FMA vermeldet 4,2 % Rendite für Pensionskassen 2016 +++ Schönherr Rechtsanwälte berätt Uniqa Group AG bei IT-Projekt +++ Helvetia Versicherung steigert Prämienvolumen 2016 um 18,5 Prozent +++ Österreich ist in Europa Vorreiter bei betrieblicher Altersvorsorge

BERUFSUNFÄHIGKEIT ERNST NEHMEN STUDIE. Den wenigsten ist bekannt, dass psychische Erkrankungen als Hauptursache für den Verlust des Arbeitsplatzes gelten. Berufsunfä-

Mit mehreren Standorten und der Fort-

sierung ein Gesicht,“ so Littich weiter.

führung ihrer Digitalisierungsstrategie

„Einer der größten Fehler ist es nämlich

will die Allianz Elementar Versicherungs

zu glauben, dass es den digitalen Kunden

Das hat eine Studie der Continentale

AG (Allianz) in Österreich weiterwach-

gibt.“ Die Allianz Österreich, die für die

Assekuranz ergeben. 83 Prozent der

sen. In diesem Jahr sollen neue Standor-

Allianz-Gruppe global die IT program-

Befragten fühlen sich durch eine

te eröffnet werden. Die Zahl hänge da-

miert hat, will den Kunden sowohl kom-

von ab, wie viele Agenturpartner man

plett digitalisierte Services als auch per-

finde,

Wolfram

sönliche Beratung sowie Mischformen

Littich bei der Ergebnispräsentation in

anbieten. „Es gibt viele Unternehmen,

wie der Fallschirm vor dem Ertrin-

Wien. Derzeit hat die Allianz landesweit

die derzeit ‚fake digital‘ einführen, wo

ken retten kann“, sagt Continenta-

269 Standorte und 1.300 Mitarbeiter. Da-

Prozesse noch immer über Mitarbeiter

rüber hinaus soll für jeden Allianz-Be-

abgewickelt werden müssen – wir digi-

rater eine personalisierte Homepage er-

talisieren alles, soweit möglich“, beton-

stellt werden. „Wir geben der Digitali-

te Littich.

sagte

Vorstandschef

higkeit kann jeden treffen, aber nur jeder 13. sichert sich dagegen ab.

Unfallversicherung für den Fall der Berufsunfähigkeit geschützt. Die hilft jedoch nur in Ausnahmefällen. „Das funktioniert genauso wenig,

le-Geschäftsführer Gerfried Karner. Mitunter müssen sich Betroffene mit Rehabilitations- oder Umschulungsgeld und anschließender Mindestsicherung begnügen.

53


BRANCHEN

FONDS

ERSTE IMMOBILIEN KAG STARTET INVESTMENTOFFENSIVE Die Erste Immobilien KAG investiert im großen Stil. In den nächsten drei Jahren

KOLUMNE

werden insgesamt 1.600 neue Wohnungen fertiggestellt. Schon jetzt wurden dafür 327 Millionen Euro ausgegeben. ProHEINZ BEDNAR Präsident VÖIG

bleme bereitet das Auffinden passender Objekte. Durch die anhaltenden Niedrigzinsen erfreuen sich offene Immobilienfonds größter Beliebtheit. Dementsprechend sind die Kassen überall voll und es muss investiert werden, was das Zeug

SOZIALSYSTEME AUF DEM PRÜFSTAND

hält. Um dennoch attraktive Investments

Die Sozialsysteme stehen aufgrund

zu ergattern, sucht die Erste Immobilen

der heimischen Altersstruktur

KAG nach Objekten, die gerade auf dem

vor einer harten Probe. Immer

Reißbrett entstehen. „Wenn eine Immo-

weniger Beitragszahlern stehen

bilie in Planung ist und unsere Kriterien

immer mehr Leistungsbezieher gegenüber. Laut einer Umfrage der

erfüllt sind, sichern wir uns das Objekt“,

Arge Zusatzpension, der auch die

sagt Geschäftsführer Peter Karl. Der Fo-

Vereinigung Österreichischer In-

kus liegt hier auf Ballungszentren und

vestmentgesellschaften angehört,

Universitätsstädten in Österreich. „Hier

befürchten drei von vier Österrei-

können wir das Potenzial am besten ein-

chern, dass sie ihren Lebensstandard in der Pension nicht halten können. Die heimische Fondsin-

schätzen. Das hat sich während der letzten Jahre bewährt“, betont Karl. Und die-

dustrie ist sich gerade am Welt-

se Strategie trägt Früchte. Die Erste Im-

fondstag 2017 ihrer Verantwortung

mobilien KAG konnte ihr Fondsvolumen

für das Sozialgefüge bewusst und

2016 um 22 Prozent steigern. Die aktuell

skizziert einen Weg, wie das private Vorsorgesystem als Ergänzung zur staatlichen Grundversorgung,

zweitgrößte Gesellschaft am österreichischen Markt der Immobilieninvestment-

die sogenannte „erste Säule“,

fonds betreut damit ein Vermögen von 1,7

ausgebaut werden könnte: Jeder

Milliarden Euro.

soll unter dem Titel „Pensionsvorsorge“ frei unter Produkten wie Investmentfonds, Versicherungen und Direktveranlagungen wählen können. Das angesammelte Kapital würde auf einem gesperrten Konto (Vorsorgedepot) speziell der Pensionsvorsorge und Pflegevorsorge gewidmet. Die ausgewählten

Fondsverwalter Comgest gibt Meilensteine bekannt Mit einem persönlichen Rekord an Ver-

Fonds wurde das verwaltete Vermögen

se steuerbefreit sein. Nur bei einer

mögenszuwächsen

Comgest

damit verdoppelt. Weniger gut liefen die

nichtwidmungsgemäßen Verwen-

das Jahr 2016. Das verwaltete Vermö-

Fonds mit globalem und europäischem

dung würde eine Nachversteuerung

gen der internationalen Fondsverwal-

Fokus. Man blieb weit unter den Bench-

erfolgen. Für diese Variante wäre

tungsgesellschaft stieg auf 21,8 Milli-

marks und musste einen Vermögensab-

arden Euro. Diese Steigerung von fünf

fluss hinnehmen. Um dieser Entwicklung

Prozent ist größtenteils auf den Wertzu-

entgegenzuwirken, wurde das Fondsma-

die Neuzugänge in die Pension ab

wachs des Kapitals zurückzuführen. Den-

nagementteam aufgestockt. Für seine

2020 dramatisch steigen. Schon

noch bleibt eine Nettovermögenssteige-

nachhaltige Investmentstrategie erhielt

2030 rechnet die Statistik Austria

rung von 340 Millionen Euro. Großen Ein-

das Unternehmen von der Finanzinitiati-

fluss auf dieses Ergebnis hatten die Fonds

ve UN PRI der Vereinten Nationen das Ra-

mit Schwerpunkt auf Japan und die USA.

ting A+. Seit Jahren zählt Comgest in die-

Diese konnten jeweils 80 Millionen Euro

sem Bereich zu einem der führenden glo-

neues Kapital verzeichnen. Bei den US-

balen Vermögensverwalter.

Produkte sollten in der Ansparpha-

keine staatliche Prämie erforderlich. Durch die Pensionsantrittswelle der Babyboomer werden

mit 2,2 Millionen über 65-jährigen Menschen; das wären also 40 Prozent mehr als heute. h.bednar@derboersianer.com

beendet

54


BRANCHEN

ETF-Trend bei Asset-Managern Hohe Volatilität und Niedrigzinsen ma-

gesellschaften Erste Asset Management

chen ETFs immer attraktiver und zu ei-

und Raiffeisen KAG machen keine Anstal-

nem Konkurrenten der verwalteten Fonds.

ten, ETFs ins Geschäft zu integrieren. Ein

Die Großen der Branche setzen deshalb auf

paar Vorreiter gibt es aber doch. Bei Invesco

den Ausbau des ETF-Markts, um Kunden-

Asset Management erkannte man das Po-

bedürfnissen gerecht zu werden. JP Mor-

tenzial schon 2007. Heute setzt man in

gan Asset Management beispielsweise hat

Österreich auf Smart-Beta-ETFs. Amundi

einen neuen Head of International ETFs

Austria bietet österreichischen Investoren

ernannt. Hierzulande wird der Trend groß-

seit 2014 ETFs an. Mittlerweile sind 30 ih-

teils ignoriert. Die beiden größten Fonds-

rer ETFs am heimischen Markt registriert.

GAM gründet Niederlassung in Wien

TICKER

Erste Sparinvest legt nachhaltigen Dividendenfonds auf +++ Amundi ETF präsentiert Rekordmittelzuflüsse von vier Milliarden Euro +++ Generali Investments legt neuen Multi-AssetFonds auf +++ Jupiter launcht ersten Fonds für Schwellenländeranleihen +++ Pioneer gewinnt ServiceAward beim Österreichischen Fondspreis

Die Schweizer Fondgesellschaft GAM be-

das Büro allein besiedeln, seine Aufgabe ist

zieht einen neuen Standort in der nob-

der Ausbau das österreichischen Geschäfts.

len Wiener Innenstadt. Zukünftig wird der

Die Niederlassung wird aufgrund ihrer

heimische Anteil des betreuten Vermögens

geografischen Nähe auch zur Betreuung

von 109,8 Milliarden Euro in der Niederlas-

des osteuropäischen Marktes genutzt. Je

sung an den Tuchlauben betreut. Man hat

nach Entwicklung wird der Standort dann

sich dort ein Büro im goldenen Quartier an-

personell aufgestockt. „Die Eröffnung der

gemietet. Schon heute hat GAM mehr als

Niederlassung in Wien ist ein ganz klares

STUDIE. Garantien in der lang-

80 in Österreich zugelassene Fonds. Die

Bekenntnis zum österreichischen Markt.

fristigen Anlage sind teuer und

Leitung vor Ort übernimmt der gebürtige

Ich bin der persönlichen Überzeugung,

Österreicher Gerald Pistracher. Er küm-

dass man einen Markt viel besser verste-

mert sich seit 2014 um die österreichi-

hen und betreuen kann, wenn man vor Ort

sche Kundschaft. Vorerst wird Pistracher

ist“, erklärte Pistracher die Entscheidung.

HÖHERE KOSTEN, WENIG RENDITE

nutzlos. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der Frankfurt School of Finance. Die Absicherungskosten eines Eimalbetrags übersteigen diesen um ein Vielfaches.

Beim Investieren geht es um Kontinuität. Unsere 112 Fonds, die von Morningstar mit vier oder fünf Sternen bewertet sind, belegen unsere Fähigkeit, kontinuierlich Erfolge für unsere Anleger zu erzielen.

columbiathreadneedle.at Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Hinweis auf die künftige Wertentwicklung. Columbia Threadneedle Investments ist der globale Markenname der Columbiaund Threadneedle-Unternehmensgruppe. Herausgegeben von Threadneedle Investment Services Limited (Reg. Nr. 3701768) und Threadneedle Asset Management Limited (Reg. Nr. 573204). Eingetragen in England und Wales. Von der Financial Conduct Authority im Vereinigten Königreich zugelassen und reguliert. Das Gesamtrating von Morningstar basiert auf einem gewichteten Durchschnitt der Ratings für die jeweils einzelnen Rating-Zeiträume (3-, 5- und 10-Jahre). Weitere Informationen zur Methodik finden Sie unter www.morningstar.com. Nicht alle Fonds sind in Österreich zum Vertrieb zugelassen. Quelle: Geschäftszahlen von Ameriprise Financial für das 4. Quartal 2016, Morningstar (Stand: 31.12.2016). 04.17 | J26364_DerBo


BRANCHEN

AKTIEN

KOLUMNE

BETTINA SCHRAGL Head of Investor Relations Immofinanz AG

START IN DIE LESESAISON

STUDIE UNTERSTREICHT BEDEUTUNG DES KAPITALMARKTS Neun Prozent der Arbeitsplätze sind direkt

diese Ergebnisse knüpft Christoph Bo-

oder indirekt mit börsennotierten Unter-

schan, Vorstandsvorsitzender der Wiener

nehmen verknüpft. Diesen Einfluss des

Börse AG, an und kritisiert die vorherr-

Tage wieder viel Lesestoff: Die

Kapitalmarkts auf die Wirtschaft zeigt die

schende Kapitalmarktpolitik. Er prangert

Geschäftsberichte werden online

im Februar erschienen Studie „Börsenno-

an, dass Überregulierung den Unterneh-

gestellt beziehungsweise ausgelie-

tierte Unternehmen – Volkswirtschaftli-

men den Zugang zur Börse erschwert. Be-

fert. Bei etlichen Unternehmen –

che Effekte und Blitzbefragung 2017“. Die

sonders Klein- und Mittelunternehmen

von Aktienforum und Industriellenver-

hätten kaum noch eine Chance. Boschan

einigung beauftragte Untersuchung zeigt

fordert freien Börsenzugang und breitere

zulasten der Transparenz. So wurde

außerdem Hebeleffekte, die über Unter-

Beteiligungsmöglichkeiten der Bürger am

in der Hauptversammlung von

nehmensgrenzen hinausgehen. Jeder in

Kapitalmarkt. „Wir brauchen die Politik

dem einen oder anderen Aktionär

ein börsennotiertes Unternehmen in-

als starken Partner und stehen bereit für

vestierte Euro wird zu zweieinhalb Euro

einen konstruktiven Dialog“, zeigt sich

Wertschöpfung für die Wirtschaft. An

Boschan handlungsbereit.

Für Aktionäre gibt es d ­ ieser

so auch bei uns - lautete die Devise in den letzten Jahren: Schlanker und kompakter werden, aber nicht

doch regelmäßig angemerkt, dass man zwar „sehr informative“, aber eben doch „Ziegelsteine“ produziere. In den Berichten für das zurückliegende Geschäftsjahr wird es wieder einige Seiten mehr zu lesen geben. Der am Ende des Konzernabschlusses stehende Bestätigungsvermerk des Wirtschaftsprü-

Agrana holt sich Geld für Übernahmen

fers wird qualitativ und quantitativ aufgewertet und enthält künftig

zur Finanzierung des Wachstums zu ver-

sogenannte „Key Audit Matters“.

wenden. Konkret strebt Johann Mari-

In diesen geht der Abschluss-

hart, Vorstandschef des heimischen Zu-

prüfer im Detail auf bestimmte

cker, Stärke- und Fruchtproduzenten, die

Prüfungssachverhalte ein, die ihm besonders wichtig erschienen sind,

Übernahme des serbischen Rübenabneh-

und erklärt, wie er diese Punkte in

mers Sunoko an. Bis zum Sommer soll der

der Prüfung adressiert hat. Statt

Deal abgeschlossen sein. Ebenso wird der

kurz und standardisiert, stellt der Bestätigungsvermerk künftig daher

Kauf einer zweiten FruchtzubereitungsDie Agrana Beteiligungs AG (Agrana) hat

anlage in China geplant, die erste hat

sich Anfang Februar 142 Million Euro

ihre Kapazitätsgrenzen erreicht. Einzi-

nationale Beispiele zeigen, kann es

durch eine Kapitalerhöhung gesichert.

ger Wermutstropfen für die Agrana bleibt

dabei schon in Richtung sechs bis

Insgesamt wurden 1,42 Millionen neue

der niedrige Preis von 100 Euro, den ins-

zehn Seiten gehen. Mehr Lesestoff

Aktien ausgegeben und 500.000 beste-

titutionelle Investoren bei der Kapitaler-

hende Aktien umplatziert. Der Streube-

höhung für die Aktie bezahlten. Kurz vor

sitz erhöhte sich damit von 7,3 Prozent

der Kapitalerhöhung notierte diese noch

auf 18,9 Prozent. Die Agrana beabsich-

bei 126 Euro. Dies ergibt einen Abschlag

tigt, den Nettoerlös aus der Begebung

von 21 Prozent.

im Detail auf unternehmensspezifische Inhalte ab. Und wie inter-

also, der sich für den Anleger aber zweifelsohne punkto Transparenz auszahlt. b.schragl@derboersianer.com

56


RUBRIK

Voestalpine lässt sich Mitarbeiterbeteiligung viel kosten Die Voestalpine AG hat zur Sicherung

ter direkt am Unternehmen und dessen

ihre Mitarbeiterbeteiligung Anfang März

Erfolgen zu beteiligen. Aktuell ist die Stif-

eine Kapitalerhöhung durchgeführt. Das

tung der zweitgrößte Aktionär und hält in-

Grundkapital wurde um 1,4 Millionen Ak-

klusive Privataktien 14,8 Prozent des Un-

tien erhöht. Seit der Gründung der Stif-

ternehmens. Damit ist sie gemessen am

tung war dies die siebte Kapitalerhöhung.

Aktienwert und nach Stimmrechtsantei-

Diese sind wichtig, damit der Anteil der

len die größte Mitarbeiterbeteiligung Ös-

Mitarbeiterbeteiligung nicht unter zehn

terreichs. Die mehr als 24.000 Mitarbei-

Prozent sinkt, dann wäre nämlich ein

ter durften sich seit Beginn des Projekts

Squeeze-out möglich. Die Voestalpine AG

über eine beeindruckende Kurssteigerung

muss die Aktien regelmäßig aufstocken,

freuen. Die Aktie hat ihren Wert fast ver-

da viele Mitarbeiter in Pension gehen und

fünffacht, und die Aktionäre konnten ei-

ihre Aktien mitnehmen. Die Stiftung wur-

nen Kursgewinn von mehr als 360 Prozent,

de im Jahr 2000 gegründet, um Mitarbei-

ohne Dividende, abstauben.

Delisting der BWT AG wird konkreter

TICKER

Porr AG begibt 125 Millionen Euro Hybridanleihe +++ Martin Füllenbach ist neuer CEO der Semperit AG +++ OMV steigt in UpstreamGroßprojekt in Russland ein +++ Buwog in „ATX 5“ aufgenommen +++ CA Immo begibt 175 Millionen Euro Unternehmensanleihe +++ Immofinanz verkaufte 4,5 Millionen Buwog-Aktien +++ Schlumberger AG verlässt die Wiener Börse

Die langjährigen Bemühungen der BWT

strebt allerdings ein Delisting an. Da-

AG, die Wiener Börse zu verlassen, ste-

für müssten die Streubesitzaktien in Na-

hen kurz davor, erfolgreich zu sein. Das

mensaktien umgewandelt werden. Das

freiwillige Übernahmeangebot der Fiba

Verfahren dazu läuft, ist aber sehr lang-

Beteiligung- und Anlagen GmbH (Fiba)

wierig. Die BWT AG hat indes ihren Vor-

für den Streubesitz des Wasseraufberei-

stand mit Finanzvorstand Ralf Weber er-

ters ist im März ausgelaufen. Eingesam-

weitert. Für die Ausrichtung als schlag-

melt wurden bis zum Stichtag 534.318 der

kräftiges globales Unternehmen ist das

1,74 Millionen Streubesitzaktien. Damit

ein wichtiges Signal. Ein weiteres Zeichen

hält die Fiba ohne eigene Aktien 92,79

in diese Richtung ist die finanzielle Un-

Prozent des Grundkapitals. Ein Squeeze-

terstützung des Formel-1-Rennstalls der

out wäre also möglich. Der Fiba-Gesell-

Force India. Dessen Autos werden dafür

schafter Wolfgang Hochsteger, der ge-

zukünftig in den Unternehmensfarben

meinsam mit BWT-Vorstandschef And-

der BWT AG zu sehen sein – nämlich in

Unsicherheit, große Volatilität am

reas Weißenbacher die Geschäfte führt,

Rosa und Blau.

Markt, schleppendes Wirtschafts-

AUFSICHTSRÄTE UNTER DRUCK STUDIE. Aufsichtsräte sehen sich mit wachsenden Herausforderungen konfrontiert. Geopolitische

wachstum und komplexe Regulierung machen Aufsichtsräten das Leben schwer. Gleichzeitig erschwert die Vielzahl an Themen und Trends die Erarbeitung und Formulierung

KARRIERE

der Jahresagenda für ein Unternehmen. Zu diesen Ergebnissen kam die im Februar erschienen „Board Agenda 2017“ von Ernst & Young

Robert Machtlinger

Gerhard Roiss

Mark von Laer

wurde zum Vorstandsvorsitzenden der FACC AG bestellt. Der 49-Jährige übernahm am 13. Februar 2017 die Leitung des internationalen Flugzeugausrüsters.

gibt sein Comeback im Rampenlicht. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der OMV AG wird Aufsichtsratschef beim teilstaatlichen Stromkonzern Verbund AG.

ist seit 1. März 2017 neuer Finanz­vorstand der Andritz AG und wird die Bereiche Controlling, Treasury, Auftragsund Projektfinanzierung, Recht sowie Compliance verantworten.

(EY). „Es ist auch die Aufgabe des Aufsichtsrats, die wichtigsten geopolitischen Risiken für das eigene

57

Unternehmen zu identifizieren, Maßnahmen zur Risikosteuerung einzuleiten und so die Resilienz nachhaltig zu stärken“, sagt Helmut Maukner, Country-Managing-Partner bei EY Österreich.


BRANCHEN

IMMOBILIEN

S IMMO WIRD ZUM GROSSAKTIONÄR DER KONKURRENZ Die bisher konservative S Immo AG, die

mögliche weitere Absichten der S Immo

ten und bei der Immofinanz AG sogar

2016 ihr bestes Jahresergebnis erzielte,

AG spekuliert. Sogar von einer großen

zum größten Aktionär aufsteigen wird.

hat seit vergangenem Herbst Aktien

heimischen Lösung, also einem Zu-

Von den aktuellen Gerüchten haben die

der beiden Konkurrenten Immofinanz

sammenschluss von Immofinanz AG,

Aktionäre zuletzt stark profitiert. Das

AG und CA Immobilien Anlagen AG zu-

CA Immobilien Anlagen AG und S Immo

ist nicht nur das Ziel von S-Immo-Chef

gekauft. Der Konzern argumentierte,

AG, war die Rede. Ernst Vejdovszky

Vejdovszky. Auch Investor Petrus Ad-

dass Immobilien in attraktiven Lagen

kann diesen Plänen wenig abgewinnen.

visers, der sich in der Vergangenheit

derzeit preislich zu teuer wären. Ein

„Ein Merger ist kein Thema“, sagte der

schon bei Conwert Immobilien Invest

Zukauf von unterbewerteten Aktien

S-Immo-Vorstandschef zu Der Börsia-

SE und S Immo AG kurstreibend für die

würde auf lange Sicht indes Wertstei-

ner. Es ist durchaus wahrscheinlich,

Aktien engagiert hat, hat den Druck

gerungen mit sich ziehen. In Immobi-

dass die S Immo AG zeitnah die Melde-

mittels offenen Briefs auf die Immofi-

lien- und Finanzkreisen würde über

schwelle von vier Prozent überschrei-

nanz AG erhöht.

Rochaden und Kapitalerhöhung bei Athos Immobilien und Othmar Nagl, stellvertretender Vor-

terlegen, für Immobilien 25 Prozent. Der

fan Pierer ist aus dem Aufsichtsrat der

standschef

Oberösterreichischen

neue Aufsichtsrat wird auf der Haupt-

Athos Immobilien AG (Athos) ausge-

Versicherungs AG, ihr Amt nieder. Die

versammlung am 11. April 2017 gewählt.

schieden. Pierer war zuletzt an dem Ver-

Oberösterreichische Versicherung AG

Auf dieser sollte auch die Dividende von

such gescheitert, Aktien des Unterneh-

war Gründungsmitglied von Athos und

0,60 Euro pro Aktie beschlossen werden.

mens im großen Stil zuzukaufen, und

hat ebenfalls ihre Beteiligung veräußert.

Außerdem plant Ahtos in den kommen-

hatte daraufhin seinen Anteil von 13,58

Grund dafür sind die neuen Regulie-

den fünf Jahren eine Kapitalerhöhung in

Prozent an die WSS Immobilien & Betei-

rungsvorschriften von Solvency II. Ver-

der Höhe von bis zu 8,72 Millionen Euro,

ligungs AG verkauft. Neben Pierer legten

sicherungen müssen für Aktien bis zu 64

dafür sollen 600.000 auf Inhaber lauten-

auch Ex-VKB-Vorstand Adam Schwebl

Prozent Eigenkapital als Sicherheit hin-

de Stückaktien ausgegeben werden.

Cross-Industries-Vorstandschef

Ste-

der

58


BRANCHEN

Leistbarer Wohnbau gesucht Buwog AG und EHL Immobilien haben gemeinsam die fünfte Auflage des „Wiener Wohnungsmarktberichts“ präsentiert. Im Jahr 2023 werden in Wien 2,3 Millionen Menschen leben, 2070 2,3 Millionen. Der Bedarf an Wohnraum steigt, es fehlt jedoch an angemessenen Konditionen für leistbaren Wohnbau. Allein 2017 wären 13.850 Wohnungen für den Zuzug notwendig. Aufgrund der Knapp-

lich gestiegen. Bis zu Preisen von 4.500

heit von Grundstücken werden Wohn-

Euro pro Quadratmeter gibt es eine hohe

hochhäuser immer attraktiver. Darun-

Nachfrage. Die Mieten werden 2017 etwa

ter fallen etwa die Parkapartments am

um 1,2 Prozent steigen, bei Kaufpreisen

Belvedere, die Ende 2018 fertiggestellt

in guten und sehr guten Lagen rechnet

werden, oder auch der „SeeSee-Tower“

Buwog-Chef Daniel Riedl mit Preisan-

in der Donaustadt mit Ende 2019. In den

stiegen von 3,25 bis 3,75 Prozent. Der ge-

neuen Stadtentwicklungsgebieten sind

samte Bericht ist online einsehbar.

die Preise für Grundstücke bereits deut-

→ WOHNUNGSMARKTBERICHT.AT

Warimpex liebäugelt mit Dividende den restlichen 80 Millionen Euro will Warimpex-Vorstand Georg Folian ausständige hochverzinste Anleihen zu-

TICKER

93 Prozent der ConwertAktionäre nehmen Vonovia-Angebot an +++ UBM verkauft Magna-Logistikzentrum um 17 Millionen Euro +++ Ex-UBM-Chef Karl Bier berät jetzt Immobilienfirmen +++ Marktstart von Log4Real in Österreich, großer Logistik-Hub geplant +++ 6B47 entwickelt Immoprojekt für Wiener Franz-Josefs-Bahnhof +++ CA Immo erhöht Dividende um 30 Prozent

rückführen und ab dem zweiten Halbjahr 2017 in Osteuropa und Russland zukaufen. Gelingt das Closing des Verkaufs vor der Hauptversammlung am 14. Juni 2017, will Folian auch eine Dividende zahlen. Die Warimpex AG hat die Hälfte ih-

U City soll vor allem am Hotelmana-

res Hotel-Immobilienportfolios an den

ger Vienna House interessiert gewesen

thailändischen Investor U City verkauft

sein, an dem Folian und Warimpex-Vor-

und damit ihre Schulden getilgt. Der

standschef Franz Jurkowitsch über ihre

Kaufpreis von 180 Millionen Euro ent-

Stiftungen je 49 Prozent hielten. Die Be-

hält auch die Übernahme von Schulden

teiligung haben die beiden ebenfalls an

in der Höhe von 100 Millionen Euro. Mit

U City veräußerst.

REKORDSUMMEN BEI EIGENTUMSWOHNUNGSMARKT STUDIE. Die Preise für Eigentumswohnungen sind in Österreich 2016 um 4,4 Prozent gestiegen. Die Auswertung der 2016erKaufverträge zeigt, dass ein Viertel

KARRIERE

aller gehandelten Wohnungen in Österreich mindestens 250.000 Euro und ein weiteres Viertel weniger als 107.000 Euro kostete. Die

Gerald Grüll

Mark Krenn

Theodor Klais

hat die Leitung des europäischen Einzelhandelsportfolio der Immofinanz AG übernommen und ist für die Expansion der Marken Stop Shop und Vivo verantwortlich.

wurde für seine herausragende Leistung im Bereich Real Estate Österreich bei den internationalen Client Choice Awards prämiert. Der Anwalt ist Partner der Kanzlei CHSH.

ist seit 1. April 2017 neuer Geschäfts­führer der Strabag Real Estate. Davor war er bei der Österreich-Tochter der Strabag SE für die Bautätigkeiten des Konzerns verantwortlich.

fünf teuersten Bezirke sind dabei Innere Stadt, Wieden, Döbling, Kitzbühel und Landeck. Das geht

59

aus dem neuesten Immospiegel für Eigentumswohnungen von RE/MAX hervor. Insgesamt wurden 48.000 Wohnungsverkäufe mit einem Gegenwert von 9,7 Milliarden Euro durchgeführt.


BRANCHEN

BERATER

STARKES JAHR FÜR HEIMISCHEN TRANSAKTIONSMARKT

KOLUMNE

PETER BARTOS Partner und Geschäftsführer BDO Austria

Der heimische Transaktionsmarkt ver-

vest SE ließ sich die deutsche Vonovia SE

zeichnete im Jahr 2016 einen deutlichen

rund 2,9 Milliarden Euro kosten. Bei der

Aufschwung. Der „M&A Index Öster-

Fusion der RHI AG mit dem brasiliani-

reich“ von Ernst & Young Österreich (EY)

schen Mitbewerber Magnesita SE flos-

„FIRST COME, FIRST SERVED“!

liefert erfreuliche Ergebnisse. Die Anzahl

sen etwa 1,7 Milliarden Euro. Die stärkste

Um die gegenwärtig zurückhal-

der Übernahmen mit österreichischer

M&A-Aktivität verzeichnete im vergan-

tende Investitionsneigung von

Beteiligung stieg auf 354. Das ist eine

genen Jahr der österreichische Immobi-

österreichischen Unternehmen

Steigerung von 2,9 Prozent. Die Transak-

liensektor. Auch im Jahr 2017 wird es am

zu heben und Wachstums- und

tionswerte haben sich im Vergleich zum

Transaktionsmarkt heiß hergehen. „Auf-

Beschäftigungsimpulse zu setzen,

Vorjahr mehr als verdoppelt. Insgesamt

grund des anhaltend niedrigen Zinsni-

nehmen zu mehr Investitionen

flossen bei Unternehmenskäufen mit ös-

veaus und der hohen Liquidität im Markt

animiert werden. So sehr dieser

terreichischer Beteiligung 10,7 Milliarden

suchen

Gedanke zu begrüßen ist, so

Euro. Etwas weniger als die Hälfte des Vo-

siv nach attraktiven Übernahmezielen“,

sehr kommt man beim Studium

lumens lässt sich dabei auf die zwei größ-

kommentierte Eva-Maria Berchtold, Lei-

ten Deals des Jahres zurückführen. Die

terin Transaction Advisory Services bei

Übernahme der Conwert Immobilien In-

EY, die aktuelle Situation.

sollen KMUs und Großunter-

der Detailregelung ins Grübeln. Förderungswürdig sind wieder nur bestimmte Investitionen, die

Investoren

weiterhin

inten-

den Durchschnitt der in den drei vergangenen Jahren getätigten Investitionen übersteigen. Damit sind Unternehmen, die nicht seit mindestens drei Jahre bestehen, von der Förderung formal ausgeschlossen. In der Praxis stellt dies allerdings nur ein scheinbares Hindernis dar, da man sich bereits seit einigen Jahren existierende Gesellschaften ja auch beschaffen kann. Das hat auch noch den

Weibliche Arbeitnehmer wollen viel und bekommen wenig

Vorteil, dass die in diesen Gesell-

Arbeitnehmerinnen stellen immer hö-

und Privatleben gleichermaßen einzu-

schaften getätigten Investitionen

here Ansprüche an ihre Arbeitgeber. Zu

bringen, profitieren wir alle davon“, sagt

null oder sehr gering sein werden

diesem Ergebnis kam eine von Unter-

PWC-Partner Aslan Milla. Eine von Ernst

und sich damit ein entsprechend

nehmensberater

veröffentlichte

& Young Österreich veröffentlichte Stu-

Studie. Besonders wichtige Kriterien sind

die zeigt, dass es Frauen immer noch sel-

Investitionszuwachsprämien auf-

„Work-Life-Balance“, angemessene Be-

ten gelingt, in Managementpositionen zu

grund der begrenzten Fördermittel

zahlung und flexible Arbeitszeiten. Die

gelangen. Nicht einmal 20 Prozent der

nach dem Prinzip „first come, first

Unternehmen reagieren auf diese An-

Führungskräfte in Österreich sind weib-

served“ vergeben. Die Abwicklung

sprüche durch Imageaufbesserung und

lich. Entgegen der Behauptung vieler Ar-

mit vermeintlich innovativen Program-

beitgeber ist der Prozentsatz der Unter-

men. So gehört Diversität für drei Vier-

nehmen, die aktiv Frauenförderung be-

rativen Aufwand verbunden. Allzu

tel der Firmen klar zur Arbeitgebermar-

treiben, im letzten Jahr sogar gesunken.

schnell sehnt man sich da die

ke. Auf diese Lippenbekenntnisse folgen

Der jährlich erscheinende „Women in

Zeiten herbei, als der gute alte In-

allerdings keine Taten.

Work-Index“ von PWC komplettiert die-

hoher Investitionszuwachs ergibt. Davon abgesehen werden die

ist sowohl für die Unternehmen als auch die Republik mit einem vergleichsweise hohen administ-

vestitionsfreibetrag (IFB) einfach in der Steuererklärung beantragt wurde! p.bartos@derboersianer.com

PWC

„Wenn wir in der Gesellschaft das

ses ernüchternde Bild. Österreich be-

Schubladendenken in Geschlechterfra-

legt erneut einen Platz im letzten Drittel

gen ausschalten und beide Geschlech-

dieses Rankings, das die weibliche Wirt-

ter in die Lage versetzen, sich im Berufs-

schaftskraft bewertet.

60


BRANCHEN

Digitalisierung mit österreichischer Gemütlichkeit Heimische Unternehmen haben Aufholbedarf bei IT-Themen und fühlen sich nicht fit für die Zukunft. Zu diesem Ergebnis kamen mehrere unlängst erschienene Studien von Deloitte Österreich, die sich mit dem Fortschritt der Digitalisierung beschäftigen. Österreichische Führungskräfte halten ihre Organisationen für sehr komplex und kaum agil. Um zukunftsfit zu werden, setzt man auf flachere Hierar-

how zu gewinnen. Bei der Frage nach In-

chien und schnelle Anpassungsfähigkeit.

vestitionsschwerpunkten zeigt sich der

„Zusammengehalten werden diese Un-

Nachholbedarf der österreichischen Un-

ternehmen dann durch eine gemeinsame

ternehmen. International wird auf neue

Strategie und offene Informationen“, er-

Technologien aus dem Digitalbereich ge-

klärt Julian Mauhart, Partner bei Deloit-

setzt. Hier sieht man in Österreich noch

te Österreich. Bei der Mitarbeiterakqui-

kaum Handlungsbedarf. Heimische IT-

se müssen ebenfalls neue Wege begangen

Manager sind noch damit beschäftigt, die

werden, um Talente mit digitalem Know-

Basis für den digitalen Wandel zu schaffen.

KARRIERE

TICKER

PWC ist Lead-Verkaufsberater für Heta Asset Resolution +++ Controlling muss laut EYStudie schneller werden +++ Deloitte-Studie untersucht Akzeptanz für selbstfahrende Autos +++ EY sucht den Entrepreneur of the Year +++ PWC bescheinigt europäischen Hotels positive Aussichten

JOBWECHSEL WAR EINMAL STUDIE. Junge Menschen wollen Sicherheit in einer unsicheren Welt, besagt eine „Millennial Survey“

Peter Grau

Kristina Weis

Cornelia Bartholner

verstärkt mit Anfang März 2017 die Steuerberatung bei Deloitte Österreich als Partner in den Bereichen M&A-Transaktionen, Umgründungen und Konzernsteuerrecht.

wurde im Februar 2017 zum neuen Assurance Leader und Partner bei RSM Austria. Die 44-Jährige war schon davor langjährig in leitender Position bei einem Wirtschaftsprüfungsunternehmen.

ist mit 28 Jahren die jüngste Wirtschaftsprüferin des Landes. Sie ist als Managerin bei Deloitte Österreich tätig und sammelte bereits während ihres Studiums Erfahrung bei der Beraterfirma.

von Deloitte. Unter den nach 1982 geborenen Arbeitnehmern macht sich zunehmender Pessimismus breit. Nur ein Drittel glaubt an wirtschaftliche und politische Verbesserung. Daraus entsteht ein steigendes Sicherheitsbedürfnis und eine sinkende Bereitschaft, den Job zu wechseln.

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BRANCHEN

RECHT

BETEILIGUNGSFIRMA KITZ VENTURE WEITER IN BEDRÄNGNIS Start-ups investiert werden soll. Die beworbenen Zinsen werden nur ausbezahlt, wenn genug Gewinn erwirtschaftet wird. Besagte Werbung hatte schon die Finanzmarktaufsicht (FMA) auf den Plan gerufen. Diese verhängte über den Geschäftsführer Olaf Wittbrodt eine Verwaltungsstrafe in der Höhe von 69.000 Euro wegen

KOLUMNE

irreführender Werbung und erstattete Anzeige. Der Verein für Konsumenteninformation geht gegen das Unternehmen ALBERT BIRKNER Managing Partner CHSH

zivilrechtlich vor. Bei der StaatsanwaltDie Kitz Venture geriet vor ein paar Mo-

schaft Innsbruck wurde wegen des Ver-

naten durch eine aggressive Werbung,

dachts der Untreue und des Betrugs An-

die 9,75 prozentige Zinsen versprach, in

zeige eingebracht. Außerdem wurden laut

den Fokus der Öffentlichkeit. Nun hat das

FMA notwendige Änderungen im Kapi-

Landesgericht Innsbruck eine einstweili-

talmarktprospekt der Kitz Venture un-

ge Verfügung gegen den Werbeauftritt

terlassen. „Was wir nicht verstehen, ist,

In Umsetzung der NFI-Richtlinie

erlassen und fordert die Offenlegung al-

warum wir anders behandelt werden als

2014/95/EU trat am 6. Dezember

ler Zahlen bezüglich Investmentvolumen

Start-ups, die auf Crowdfundingplattfor-

und Kunden. Kitz Venture hat darauf re-

men beispielsweise mit ‚8 Prozent Fest-

agiert. Derzeit zählt Kitz Venture unter

verzinsung‘ werben“, ließ das Unterneh-

VeG ist die Konkretisierung der von

100 Kunden bei einem Gesamtvolumen

men ausrichten. Kitz Venture wird gegen

Unternehmen offenzulegenden

von weniger als 200.000 Euro. Bei dem

den erhobenen Strafrahmen Berufung

nichtfinanziellen Informationen,

Investment handelt es sich um ein qua-

einlegen und die einstweilige Verfügung

lifiziertes Nachrangdarlehen, mit dem in

bekämpfen.

NACHHALTIGKEIT UND DIVERSITÄT

2016 das Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetz (NaDiVeG) in Kraft. Ziel des NaDi-

um die Relevanz, Konsistenz und Vergleichbarkeit der Berichterstattung zu erhöhen. Große Kapitalgesellschaften von öffentlichem Interesse mit mehr als 500 Mitarbeitern müssen im Lagebericht eine nichtfinanzielle Erklärung abgeben. Betroffen sind dadurch im Wesentlichen börsennotierte Gesellschaften, Banken und Versicherungen. Der Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis, die Lage der Gesellschaft und die Auswirkungen der Tätigkeit sollen erklärt werden.

Freispruch für die Voestalpine Das Medienecho war groß, als die Voest­

bei Verletzungen der Ad-hoc-Pflicht ver-

Sozial- und Arbeitnehmerbelange,

alpine AG bekanntgegeben hatte, dass

hängt. So werden leichtfertige Verstöße

die Achtung der Menschenrechte

ihr neues Werk in Texas statt 550 Millio-

einzelner Personen nach der neuen Ver-

und die Bekämpfung von Korrup-

nen nun 930 Millionen Euro kosten wür-

ordnung der EU mit Geldbußen von bis

tion und Bestechung zu machen.

de. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) über-

zu fünf Millionen Euro geahndet. Bei Un-

prüfte daraufhin mögliche Rechtsver-

ternehmen liegen die Strafsätze bei min-

letzungen in der Kommunikationspoli-

destens 15 Millionen Euro oder zehn Pro-

in Bezug auf etwa das Alter, das

tik des Stahlkonzerns. Konkret ging die

zent des letzten Jahresumsatzes. Die Auf-

Geschlecht oder den Bildungs- und

FMA der Frage nach, ob Informationen

sicht kam zu dem Ergebnis, dass alles mit

Berufshintergrund zu erstellen. Das

über die gestiegenen Kosten für ein neu-

rechten Dingen abgelaufen war. Die Kos-

es Werk Ad-hoc-pflichtig gewesen wä-

tensteigerung entstand laut Voestalpine

ren. Seit vergangenem Jahr ist die neue

AG durch schlechtes Wetter, geänderte

Marktmissbrauchsverordnung in Kraft,

Regulierung und steigende Investitionen

die unter anderem drakonische Strafen

in der Umgebung des Werks.

Dabei sind Angaben über Umwelt-,

Große börsennotierte Aktiengesellschaften haben dazu ein Diversitätskonzept zur Organbesetzung

Ziel des Diversitätskonzepts, seine Umsetzung und die Ergebnisse im Berichtszeitraum sind zu erläutern. a.birkner@derboersianer.com

62


BRANCHEN

TICKER Michael Petritz (Alpen-Treuhand), Katharina Müller (Müller Partner) und Martin Melzer (Müller Partner) beleuchteten die Aspekte der neuen Reform (v. l.).

Anlässlich der mit 1. Jänner 2017 in Kraft getretenen Erbrechtsreform luden die Stiftungs- und Erbrechtsexperten von Müller Partner Ende Jänner 2017 zum Erbrechtsabend in die Räumlichkeiten der Wiener Wirtschaftskanzlei Müller Partner. Erläutert wurden die rechtlichen Änderungen aus Sicht der unterschied­ lichen Anspruchsgruppen sowie die steuerlichen Begebenheiten in Hinblick auf vermögensbezogene Abgaben.

Wolf Theiss holt sich Megaprojekte

CMS berät Alpla Werke bei Zukauf in Rumänien +++ Schönherr beriet Uniqa bei Investitionsprogramm +++ CHSH unterstützte OMV bei Verkäufen in der Türkei +++ Taylor Wessing berät Warimpex bei Hoteldeal +++ BPV Hügel vertrat Flughafen Wien bei Verfahren um Ausnahmeregelung +++ DLA Piper beriet Porr bei der Emission einer Hybridanleihe

Die Rechtsanwaltssozietät Wolf Theiss si-

großen Gebäuden wurden von der CA Im-

cherte sich in den letzten Monaten drei

mobilien Anlagen AG übernommen. Auch

bedeutende Projekte. Für die Erste Group

bei einem Immobiliendeal der Invesco Real

Bank AG wurde die Emission eines 750 Mil-

Estate war Wolf Theiss beratend tätig. Ge-

lionen Euro schweren Hypothekenpfand-

genstand der Transaktion war die Übertra-

M&A IM UMBRUCH

briefs betreut. Dieser wurde erfolgreich

gung von sieben Hotels an einen schwedi-

STUDIE. Die Risikobereitschaft der

auf dem Kapitalmarkt platziert. Zeitgleich

schen Hotelbetreiber. Dieses Engagement

Käufer bei M&A-Transaktionen

berieten die Experten von Wolf ­Theiss die

wird auch international gewürdigt. Wolf

Union Investment Real Estate beim Verkauf

Theiss wurde vom britischen Magazin „The

ihrer 49 prozentigen Anteile an zwei Büro-

Lawyer“ zur Austrian Law Firm of the Year

zit kommt die neunte Auflage der

objekten in Budapest und Prag. Die Beteili-

gekürt. Bereits 2012 und 2015 konnte man

„CMS European M&A Study 2017“.

gungen an den insgesamt über 35.000 m²

sich über ähnliche Auszeichnungen freuen.

Die Rechtsanwaltskanzlei CMS hat

nimmt stetig ab. Das führt dazu, dass auf die Verkäufer ein größeres Restrisiko übergeht. Zu diesem Fa-

von 2007 bis 2016 insgesamt 3.213 private M&A-Transaktionen in Hinblick auf vertragliche Risikoallokationen untersucht. Der seit 2010 zu verzeichnende Trend zu-

KARRIERE

gunsten der Verkäufer hat sich damit umgekehrt. Eine weitere Studie bezüglich M&A, die von Brunswick Insight bereits zum zehnten Mal

Christian Ritschka

Heidemarie Paulitsch

Andreas Theiss

ist seit Anfang Februar Partner bei Dorda Rechtsanwälte. Der 33-jährige M&A-Experte begann seine Karriere bei Dorda und ist dort seit mehr als elf Jahren tätig.

gründet ihre eigene Kanzlei für Wirtschaftsrecht. Die 37-Jährige war zuvor bei führenden Wirtschaftskanzleien und als Strafverteidigerin tätig. Ihr Schwerpunkt ist Compliance.

erhielt das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien. Der Gründungspartner von Wolf Theiss wurde für sein Engagement auf wirtschaftlichem und ­sozialem Gebiet gewürdigt.

durchgeführt wurde, rechnet vor allem im Gesundheitsservicesektor, in der Energiebranche und bei

63

Biotech- und Pharmaunternehmen mit einer verstärkten Konsolidierung. Internationale Firmen werden sich bei Übernahmen in den USA durch stärkere Regulierungen vermehrt schwertun.


BRANCHEN

KOMMUNIKATION

EINE BANK MACHT MUT KOLUMNE

Seit Jahresbeginn läuft eine großangeleg-

ne einzudringen“. Andreas Treichl, Vor-

te Imagekampagne der Erste Bank Öster-

standsvorsitzender der Erste Group Bank

reich AG. Die von Jung von Matt /Donau

AG, erläutert gegenüber Der Börsianer, dass

umgesetzte Kampagne mit zehn Millionen

er Kunden Mut machen möchte, ihre Zie-

Euro Volumen trägt den Titel „Unser Land

le zu verfolgen. Politik und Banken ge-

braucht Menschen, die an sich glauben“.

hen Menschen schon auf die Nerven, so

Im Zentrum der TV-Werbung steht ein

der Banker. Seine Mitarbeiter spüren eine

junges Mädchen, Anna, das es trotz Hin-

größere Verantwortung, als nur für eine

dernissen zur Eishockeyspielerin schafft.

Bank zu arbeiten. Es soll eine „zielgrup-

MOVING IMAGE IM MULTICHANNEL-MIX

Laut Gerhard Fabisch, Präsident des Spar-

penspezifische Ansprache für Unterneh-

Bewegtbild („Moving Image“)

kassenverbands, spielt Anna heute tat-

mer, Freiberuflicher, Jugendliche allge-

gewinnt in der Onlinekommuni-

sächlich in einer Jugendmannschaft und

mein und Studierende im Besonderen“

kation zunehmend an Bedeutung.

hat es geschafft, „in die Männerdomä-

folgen, so Fabisch.

PETER FELSBACH Head of Group Communications Voestalpine AG

Nicht zuletzt durch die Livestream­ ingfunktion von Facebook oder Instagram eröffnen sich weitere Möglichkeiten. Liveformate wie etwa Fragestunden oder Real-

Webseiten, neu verpackt

timeevents werden vor allem von jüngeren Zielgruppen sehr

Die Oberbank AG hat sich eine neue Web-

tegie. Es war uns wichtig, dem Unterneh-

site gegönnt. Sowohl aus technischen,

mensauftritt einen neuen Look zu verpas-

rechtlichen als auch optischen Gründen

sen und so das moderne und zeitgemäße

– so sind Livestreams von Fach-

war dies laut eigener Aussage eine Notwen-

Image der Bank nach außen zu transportie-

oder Pressekonferenzen keine

digkeit. Ziel der neuen Website ist es, mehr

ren.“ Auch die Porr AG will mit ihrer neu-

Seltenheit mehr. Wichtig ist es,

Interaktion auf der Seite zu ermöglichen.

en Website zeitgemäß und zukunftsorien-

Florian Hagenauer, Vorstandsdirektor der

tiert auftreten. Die Seite ist ähnlich wie ein

Oberbank AG, zu Der Börsianer: „Nach der

Blog aufgebaut und beinhaltet Videos der

Instagram aufgrund der sehr jun-

Neugestaltung der Oberbank-App sowie

Mitarbeiter und des Vorstands. So will man

gen Userschicht eher nicht eignen,

des Oberbank-Kundenportals war der Re-

die „Vielfalt des Unternehmens, erlebbar

hingegen könnten Streams über

launch der Oberbank-Website der nächs-

machen“, sagt Konzernsprecherin Sandra

te Schritt in unserer Digitalisierungsstra-

Bauer.

gut angenommen. Die neuen Formate finden aber auch schon in anderen Bereichen Einzug

die richtige Plattform für seine Zielgruppe auszuwählen. Für die Finanzkommunikation wird sich

Facebook oder Youtube die Reichweite von klassischen Bilanz-PKs

→ OBERBANK.AT, PORR-GROUP.COM

erhöhen. Essenziell für den Erfolg ist ein klares Konzept, in dem Themen wie Setting, Breitband und

Hör mal, wer da handelt

Userzuführung klar sind. Zudem gilt es, das Community-Management im Vorfeld zu definieren, da Zuschauer live Kommentare ver-

Das Finanzwissen der Österreicher ist bekanntermaßen gering. Die Konsequenz da-

fassen können. Realtimeformate

raus lautet, dass viele davor zurückschre-

bieten somit ein großes Potenzial

cken, als Anleger selbst aktiv zu werden.

und werden weiter an Bedeutung

Um dem entgegenzuwirken, will die Wie-

in der Kommunikation gewinnen.

ner Börse AG mit dem neuen Börsenradio

Aufgrund der Zielgruppe sind sie jedoch vorerst nur als zusätzliches Angebot zu Webcasts zu sehen.

Information schaffen und mit VorurteiO jeder Anlageentscheidung, Investieren

die Unternehmenskommunikation

kein Sprint, sondern ein Marathon “, sagt

immer weiter zum dialogorien-

Börse-Vorstandschef Christoph Boschan.

Share- und Stakeholder ausgebaut werden. p.felsbach@derboersianer.com

Jan Söntgerath leitet seit 1. März 2017 die Unternehmenskommunikation der Helvetia Versicherungen AG, die bisherige Leiterin Bianca Herzog befindet sich indes in Karenz.

len aufräumen. „Information ist das A und

Aber: Mit Moving Image (live) kann

tierten Multichannelangebot für

KARRIERE

Interviews mit heimischen Vorständen und Einschätzungen von Fondsmanagern und Analysten stehen kostenfrei und rund um die Uhr auf der Website zur Verfügung.

64

Markus Nepf hat seine Selbstständigkeit aufgegeben und fungiert seit März 2017 als Pressesprecher und Leiter der Stabsstelle Kommunikation des Sparkassenverbands.


RANKING

besten Versicherer in Österreich

V

ersicherungsvorstände stehen derzeit unter Strom. Das Thema Niedrigzinsen ist allgegenwärtig und hat massive Auswirkungen auf die Geschäftsführung der Assekuranzen. Wie

in Zukunft Geld verdient werden soll, einschlägige Produkte verzinst und Renditeversprechen erfüllt werden, sind aber nur einige der leidigen Fragen. Neben der immer stärkeren Digitalisierung der Gesellschaft müssen sich die Versicherungsbosse auch mit den veränderten Kundenerwartungen auseinandersetzen. Viele Versicherungen investieren deshalb dreistellige Millionenbeträge, um den Zug der Digitalisierung nicht zu verpassen. Dazu kommen noch Berge an Regularien und Vorschriften, die das Geschäft für die Manager komplexer machen, da notwendige Ressourcen fehlen. Langsam kristallisieren sich aber auch andere Schwerpunkte wie Cybercrime heraus. Der Börsianer hat sich nach dem zweiten Quartal 2015 erneut auf die Suche nach den 50 besten Versicherern des Landes gemacht. 55 Personen waren nominiert. Die besten Versicherer wurden mittels eines einstufigen Peergroup-Scorings ermittelt, die Kandidaten konnten sich gegenseitig mit Punkten von eins bis zehn bewerten. Der Börsianer hatte auf das Ergebnis daher keinen Einfluss.

65

SEITENBLICKE


SEITENBLICKE

1. PLATZ 2. PLATZ

3. PLATZ

Othmar Ederer

Peter Thirring

Wolfram Littich

GRAZER WECHSELSEITIGE VERSICHERUNG AG

DONAU VERSICHERUNG AG

ALLIANZ ELEMENTAR VERSICHERUNG AG

Topplatzierungen Lange sah es so aus, als ob Peter Thirring (Platz 1 / 71,54 Punkte), Generaldirektor der Donau Versicherung AG, seinen Sieg von vor zwei Jahren nicht wiederholen wird. Bis die zuletzt eingereichte Bewertung die ersten fünf Plätze noch gehörig durcheinanderwürfelte. Thirring gewann beim letzten Versichererranking noch als Chef der Generali Versicherung AG. Vor einem Jahr übernahm der 59-Jährige die Führung der Donau Versicherung AG. Als verlässliches Urgestein unter den Versicherern darf man Othmar Ederer (Platz 2 / 69,29 Punkte) bezeichnen. Auf den ersten Platz fehlen dem 66-jährigen Vorstandsvorsitzenden der Grazer Wechselseitigen Versicherung AG nur etwas mehr als zwei Punkte, vor zwei Jahren waren es noch mehr als 16 Punkte Unterschied gewesen. Auf dem Stockerl darf diesmal auch Wolfram Littich (Platz 3) mit 64,38 Punkten Platz nehmen. Der 58-Jährige ist eigentlich Banker sowie Börsianer und leitete zwölf Jahre hindurch das Wertpapiergeschäft der Giro Credit Bank AG der Sparkassen. Zudem war er im Vorstand der Bank Austria AG und der Wiener Börse AG. Seit Februar 2001 lenkt er als Vorstandsvorsitzender die Geschicke der Allianz Elementar Versicherungs AG.

Auf- und Absteiger Einen weiten Satz nach vorn machte Gerhard Matschnig, der sich vom 14. auf den vierten Platz verbesserte (61,25 Punkte), sozusagen ein Abschiedsgeschenk. Der 60-Jährige Generaldirektor der Zürich

DIE AUFSTEIGER PLATZ

ZULETZT NAME

UNTERNEHMEN

14.

(32.)

Adelmann Josef

Ergo Versicherung AG

4.

(14.)

Matschnig Gerhard

Zürich Versicherungs AG

26.

(36.)

Weiß Günther

HDI Versicherung AG

9.

(17.)

Stadler Elisabeth

Vienna Insurance Group AG

7.

(-)

Eichler Peter

Uniqa Österreich Versicherungen AG

66


SEITENBLICKE

PLATZ

ZULETZT

PUNKTE

NAME

UNTERNEHMEN

1.

(1.)

71,54

TREND

Thirring Peter

Donau Versicherung AG (VIG)

2.

(2.)

69,29

Ederer Othmar

Grazer Wechselseitige Versicherung AG

3.

(6.)

64,38

Littich Wolfram

Allianz Elementar Versicherungs AG

4.

(14.)

61,25

Matschnig Gerhard

Zürich Versicherungs AG

5.

(4.)

60,59

Schultes Hubert

Niederösterreichische Versicherung AG

6.

(10.)

57,65

Brandstetter Andreas

Uniqa Insurance Group AG

7.

(-)

57,06

Eichler Peter

Uniqa Österreich Versicherungen AG

8.

(7.)

55,88

Löger Hartwig

Uniqa Österreich Versicherungen AG

9.

(17.)

54,62

Stadler Elisabeth

Vienna Insurance Group AG

10.

(8.)

52,31

Lasshofer Robert

Wiener Städtische Versicherung AG (VIG)

11.

(3.)

52,31

Rapf Manfred

Sparkassen Versicherung AG (VIG)

12.

(-)

51,25

Leu Alfred

Generali Versicherung AG

13.

(21.)

50,63

Stockinger Josef

Oberösterreiche Versicherung AG

14.

(32.)

48,13

Adelmann Josef

Ergo Versicherung AG

15.

(15.)

48,13

Nagl Othmar

Oberösterreiche Versicherung AG

16.

(-)

47,50

Kupec Walter

Generali Versicherung AG

17.

(24.)

47,06

Kogler Gerald

Merkur Versicherung AG

18.

(18.)

47,06

Svoboda Kurt

Uniqa Insurance Group AG

19.

(16.)

42,31

Simhandl Martin

Vienna Insurance Group AG

20.

(19.)

41,88

Griesmayr Norbert

VAV Versicherungs AG

21.

(11.)

40,59

Lackner Bernhard

Niederösterreichische Versicherung AG

22.

(12.)

40,00

Müller Werner

Allianz Elementar Versicherungs AG

23.

(-)

38,75

Mollnhuber Erwin

Wüstenrot Versicherungs AG

24.

(13.)

35,63

Grünbichler Andreas

Wüstenrot Versicherungs AG

25.

(23.)

33,53

Bodner Otmar

Helvetia Versicherungen AG

26.

(36.)

33,33

Weiß Günther

HDI Versicherung AG

27.

(-)

33,13

Hasler Gerald

Wüstenrot Versicherungs AG

28.

(-)

33,08

Müller Ralph

Wiener Städtische Versicherung AG (VIG)

29.

(-)

32,86

Puchtler Günther

Grazer Wechselseitige Versicherung AG

30.

(22.)

31,88

Molterer Kurt

Nürnberger Versicherung AG Österreich

31.

(38.)

30,77

Dornaus Christine

Wiener Städtische Versicherung AG (VIG)

32.

(-)

28,82

Loinger Johannes

DAS Rechtsschutz AG

33.

(-)

28,57

Scheitegel Klaus

Grazer Wechselseitige Versicherung AG

34.

(35.)

28,13

Emrich Silvia

Zürich Versicherungs AG

35.

(26.)

28,13

Wallner Klaus

Generali Versicherung AG

36.

(29.)

26,15

Lahner Gerhard

Donau Versicherung AG (VIG)

37.

(-)

25,33

Lackner Thomas

HDI Versicherung AG

38.

(27.)

24,38

Kreiterling Josef

Ergo Versicherung AG

39.

(-)

23,53

Sorger Karin

FWU Life Insurance Austria AG

40.

(-)

23,13

Lackner Wolfgang

Europäische Reiseversicherung

41.

(42.)

21,43

Riel-Kinzer Christiane

Hypo Versicherung AG

42.

(41.)

20,63

Wilk Peter

Bawag PSK Versicherung AG

43.

(-)

20,00

Hollweger Franz

Porsche Versicherungs AG

44.

(-)

19,38

Franz Christina

Allianz Elementar Versicherungs AG

45.

(39.)

19,38

Hönigsperger Roswitha

Bawag PSK Versicherung AG

46.

(34.)

18,75

Rabe Sven

VAV Versicherungs AG

47.

(-)

16,47

Bayerle Andreas

Helvetia Versicherungen AG

48.

(37.)

16,47

Offterdinger Karolina

Acredia Versicherung AG

49.

(-)

16,47

Schwarz Pedro

DAS Rechtsschutz AG

50.

(49.)

15,88

Altenburger Helmut

Acredia Versicherung AG *BEI PUNKTEGLEICHHEIT ZÄHLT DIE HÖCHSTE EINZELBEWERTUNG, **NICHT MEHR IM UNTERNEHMEN TÄTIG

67


SEITENBLICKE

Versicherungs AG hat sein Amt als Vorstandsvorsitzender Ende Februar 2017 zurückgelegt, seine Nachfolgerin ist Andrea Stürmer. In der Gunst der Kollegen ist Josef Adelmann (Platz 14 / 48,13 Punkte), Vorstandschef der Ergo Versicherung AG, gestiegen, der sich um 18 Plätze verbessern konnte. Unter die ersten zehn schafft es mit 54,62 Punkten Elisabeth Stadler (Platz 9) als beste Frau ins Ranking. Die 56-Jährige übernahm im Jänner 2016 den Vorstandsvorsitz der Vien­na Insurance Group AG und war Vorgängerin von Peter Thirring bei der Donau Versicherung AG. Neueinsteiger Peter Eichler (Platz 7 / 57,06 Punkte), Vorstand der Uniqa Österreich Versicherungen AG, musste sich nur knapp Andreas Brandstetter (Platz 6 / 57,65 Punkte), Vorstandschef der Uniqa Insurance Group AG, geschlagen geben. Überhaupt ist die Uniqa unter den ersten zehn gleich mit drei Vorständen prominent vertreten, da Hartwig Löger (Platz 8 / 55,88 Punkte) als Vorstandschef der Uniqa Österreich Versicherungen AG ebenfalls eine hohe Punktezahl abstauben konnte. Als zweiter Topneueinsteiger konnte sich Thirring-Nachfolger Alfred Leu, Vorstandschef der Generali Versicherung AG, mit 51,25 Punkten Platz zwölf sichern. Weniger gut lief es diesmal für VAV-Finanzvorstand Sven Rabe (Platz 46 / 18,75 Punkte), der sich um zwölf Plätze verschlechterte. Der Drittplatzierte des letzten Rankings,

DIE ABSTEIGER PLATZ

ZULETZT NAME

46.

(34.)

Rabe Sven

UNTERNEHMEN

24.

(13.)

Grünbichler Andreas Wüstenrot Versicherung AG

38.

(27.)

Kreiterling Josef

Ergo Versicherung AG

21.

(11.)

Lackner Bernhard

Niederösterreichische Versicherung AG

35.

(26.)

Wallner Klaus

Generali Versicherung AG

VAV Versicherungs AG

Manfred Rapf (52,31 Punkte), Generaldirektor der Sparkassen Versicherung AG, reihte sich diesmal auf Platz elf ein.

Besonderheiten Nicht einmal die Hälfte der Versicherungsvorstände vergab an die Kollegenkonkurrenz die Bestnote 10. Insgesamt wurden allerdings die zehn Punkte 17-mal vergeben. Das zweite Versichererranking zeichnete sich durch eine Rekordbeteiligung aus.

DIE BEWERTUNGSKRITERIEN

Das Ranking wird nach qualitativen Methoden in einem einstufigen Scoring-Modell (Peergroup-­Bewertung) ermittelt. Die nominierten Kandidaten konnten sich gegenseitig bewerten. Das Ergebnis des Rankings wurde mit dem Mittelwert aller Bewertungen berechnet und in Prozent umgewandelt. Eine Person kann maximal eine Bewertung von 100 Prozent erreichen. Bei Punktegleichheit zweier oder mehrerer Personen entscheidet die höchste Einzelbewertung. Die Kandidaten konnten keine Bewertung für sich selbst oder Konzernkollegen abgeben.

68


Finanzb

log

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FINANZPLATZ

VERBÄNDE

LOBBYING BIS ZUM W

enn wir kein Geld haben, brau-

die Fäden in der Hand. Sein Vorgänger

VVO vertritt die Interessen aller in Ös-

chen wir wenigstens gute Ide-

Willibald Cernko ist mittlerweile Risiko-

terreich tätigen privaten Versicherun-

en, meinte schon der deut-

vorstand bei der Erste Goup Bank AG, die

gen, aktuell 100, nicht nur gegenüber Po-

sche Politiker Oskar Lafontaine. Den Satz

genauso wie die Raiffeisen Bank Inter-

litik und Aufsicht, sondern auch in Euro-

könnte man als Credo der heimischen In-

national AG kein ordentliches Mitglied

pa. Österreich ist Gründungsmitglied im

teressenverbände des Kapitalmarkts ver-

im Bankenverband ist. Beide börsenno-

1952 gegründeten Europäischen Dach-

wenden, die zum Großteil schlankeste

tierte Banken haben mit dem Sparkas-

verband „Insurance Europe“. „Außer-

Strukturen aufweisen. Ausnahmen sind

senverband und dem Raiffeisenverband

dem haben wir uns das e ­ ngmaschigste

hier der mächtige Verband der österrei-

eigene Vertretungen. Die Splittergrup-

Netzwerk zu Versicherungsverbänden,

chischen Banken und Bankiers (Banken-

pen im Bankenbereich arbeiten zwar bei

Aufsichtsbehörden und Nationalbanken

verband) und der einflussreiche Verband

wichtigen Themen zusammen, eine Ein-

in Südost- und Osteuropa aufgebaut.

der Versicherungswirtschaft Österreich

heit waren sie aber nie.

Das ist wichtig, weil die österreichische

(VVO), die die höchsten Mitgliedsbeiträ-

Versicherungswirtschaft mehr als 100

ge (Seite 74 Tabelle) einsacken. Der VVO

Bankenabgabe abgeschafft

Tochtergesellschaften in 20 Ländern

verrechnet seinen mehr als 100 Mitglie-

Als einen seiner größten Erfolge bezeich-

in dieser Region hat.“ Der VVO nimmt

dern einen Sockelbeitrag von 25.000 Euro

net Resch den Wegfall der Bankenabga-

auch die Aufgaben der Wirtschaftskam-

im Jahr, dazu kommen noch marktantei-

be. „Die Bankenabgabe in Österreich war

mer für das Thema Versicherung wahr,

lige Beiträge. Ähnlich läuft es beim Ban-

zehnmal so hoch wie in Deutschland.

ist also Kollektivvertragsverhandlungs-

kenverband. Die kleinsten Banken zah-

Das war ein Wahnsinn, weil einige Ban-

partner für die Versicherungswirtschaft

len 4.000 Euro pro Jahr, dann wird je nach

ken stark überlegt haben, sich vom ös-

und setzt einen besonderen Schwer-

Mitarbeitern aufgerechnet. So berappen

terreichischen Kapitalmarkt zu verab-

punkt auf die eigene Bildungsakademie.

die größten Banken einen sechsstelligen

schieden“, sagt Resch, der sich intensiv

Mitgliedsbeitrag. Mit dieser finanziellen

dafür einsetzt, dass auch internationale

nicht in einen Topf mit Banken gewor-

Schlagkraft lässt sich einiges bewegen

Banken mit einem Standort in Österreich

fen werden, der Generalsekretär be-

und vor allem Mitarbeiter anstellen. 15

vertreten sind. „Diese Player braucht

tont das gute Verhältnis zur Finanz-

stehen Gerald Resch zur Seite. Der Gene-

man, um Wettbewerb und Kapitalmarkt

marktaufsicht (FMA). „Wir haben seit

ralsekretär des Bankenverbands residiert

zu beleben.“ Derzeit arbeitet Resch mit

fast 80 Jahren kein Problem mit einem

mit seinem Team in den repräsentativen

seinem Team an einer einheitlichen Ein-

österreichischen Versicherungsunter-

Räumen der Alten Börse in Wien.

lagensicherung sowie aufgrund des Mit-

nehmen gehabt“, sagt Norman-Auden-

arbeiterabbaus in den Banken an einer

hove in Anspielung auf die Bankenret-

Branchenarbeitsstiftung.

tungspakete. Das heißt aber nicht, dass

Den Präsidenten des Bankenverbands stellt traditionell der Vorstandsvorsit-

Die

Versicherungswirtschaft

will

zende der größten Aktienbank – also

Auf weitaus mehr Mitarbeiter, näm-

der VVO nicht wie so viele andere Ver-

ein Dauerbrenner für die Unicredit Bank

lich 40, kann Louis Norman-Audenhove

bände mit den Regulierungsvorschrif-

Austria AG. Derzeit hält Robert Zadrazil

zurückgreifen. Der Generalsekretär des

ten hadert. „Solvency II hat uns bereits

70


FINANZPLATZ

UMFALLEN

Über die Schlagkräftigkeit der ö ­ sterreichischen Finanzverbände. TEXT INGRID KRAWARIK

mehr als ein Jahrzehnt beschäftigt. Das

den Kunden entstanden ist. Diese Stra-

haben wir 2016 erfolgreich umgesetzt,

fen scheinen in einem Register auf. Und

doch es gibt da zweifellos Änderungsbe-

dann fragt sich natürlich das Ausland,

darf. Ich kann keine Bäume versetzen,

wieso es bei uns so viele Grenzverlet-

wo politisch festgeschrieben ist, dass

zungen gibt.“

an einer bestimmen Stelle Bäume ste-

Die finanzielle Schlagkraft der VÖIG

hen“, sagt Norman-Audenhove, „aber

betrug bei 22 Wertpapier-KAGs, fünf

ich kann das Rundherum möglichst po-

Immobilien-KAGs und außerordent-

sitiv gestalten.“

lichen Mitgliedern zuletzt 1,16 Millionen Euro. Mitgliedsbeiträge sind vom

Probleme mit der Aufsicht

Fondsvolumen abhängig. Wobei die

Im Gegensatz zum VVO beschreiben eine

VÖIG wegen der Marktkonsolidierung

Reihe von Verbänden das Verhältnis zur FMA als konfliktreicher. Ein Problem sei die Aufsichtsdichte auf europäischer

Bankenverband. Vorstand Robert Zadrazil und Generalsekretär Gerald Resch arbeiten an einer Arbeitsstiftung.

mit Mitgliederschwund kämpft. Die zunehmenden

Regulierungsvorschriften

machen Dietmar Rupar und seinen acht

Ebene. „Wir haben die EZB, die EBA, die

grafen zusammengekracht. „Wenn die

Mitarbeitern das Leben schwerer. „Das

Wertpapieraufsicht in Paris, die Ver-

FMA der Meinung ist, 27 Länder ma-

Investmentfondsgesetz hatte einmal 66

sicherungsaufsicht in Frankfurt, dazu

chen es falsch und die FMA macht es

Paragrafen, jetzt sind es über 200“, sagt

noch Basel und die Abwicklungsbehör-

richtig, dann verstehen wir das natür-

Rupar. Dazu kommen noch eine Rei-

den, in Österreich die OeNB, FMA und

lich nicht“, sagt der Generalsekretär

he von anderen Gesetzen und die neuen

die Legistik im Finanzministerium. Zu

der Vereinigung Österreichischer In-

Regularien durch Mifid II. Seine Aufgabe

viele Köche verderben den Brei“, meint

vestmentgesellschaften (VÖIG). Ein Är-

ist es, einheitliche Branchenstandards

Resch, der sich eine schlankere europä­

gernis sei, dass die FMA EU-Richtlinien

in den Rechtsfragen zu entwickeln. Da-

ische Aufsichtsstruktur wünscht.

strenger auslege als die Nachbarstaa-

für arbeiten Mitarbeiter der heimischen

Dietmar Rupar ist schon öfter mit

ten Österreichs. Vier Jahre streitet Ru-

Investmentgesellschaften in etwa zehn

der FMA wegen unterschiedlicher Auf-

par jetzt schon wegen der Bestrafung

Arbeitsgruppen zusammen. 70 Arbeits-

fassungen in der Auslegung von Para-

bei Grenzverletzungen bei der Veran-

gruppensitzungen finden pro Jahr statt.

„Kann keine Bäume versetzen, aber das Rundherum positiv gestalten.“ LOUIS NORMAN-AUDENHOVE

lagung. „Wenn es im Gegensatz zu anderen Ländern keine Spielräume gibt und bei uns jeder unwesentliche Fehler bestraft wird, schadet das der Wettbewerbsfähigkeit. Solche Fehler können passieren, nur bei uns führen sie zu Strafen, auch wenn kein Schaden für

71

„Branchenstandards geben ­allen Beteiligten Rechtssicherheit.“ DIETMAR RUPAR


FINANZPLATZ

„Man tut sich leichter, wenn man eine

sagt Arbter, die laufend darum bemüht

Vor-Ort-Prüfungen von der Aufsicht

ist, die Transparenz der Produkte zu ver-

hat und das überall gleich gehandhabt

bessern, und mehrere Ausbildungsiniti-

wird. Das gibt Rechtssicherheit für alle

ativen gesetzt hat.

Beteiligten“, sagt Rupar. Ohne den Ein-

Das Thema Aktien haben sich so-

satz ihrer Mitglieder in den Arbeits-

wohl das Aktienforum als auch der Inte-

gruppen wäre die VÖIG aufgeschmissen.

ressenverband der Anleger (IVA) auf die

Ein wenig gelassener geht die Ver-

Fahnen geschrieben. Die Bemühung sind

einigung

Investment-

bis jetzt kaum belohnt worden. Die Ak-

gesellschaften in Österreich (VAIÖ) zu

Ausländischer

tie hat in der Öffentlichkeit keinen ho-

Werk, die sich zu 100 Prozent durch ihre

hen Stellenwert, und die Politik ignoriert

Mitglieder finanziert. Der Mitgliedsbei-

bestenfalls das Thema Kapitalmarkt.

trag ist mit 2.000 Euro im Jahr seit 20 Jahren der gleiche. Derzeit zählt der Verband 53 Mitglieder, Vertriebseinheiten

Engagiert. Der Vorstand des Zertifikate Forums Austria mit Experten bei der Auftaktveranstaltung im Frühjahr.

„Der Österreicher ist primär ein Aktienmuffel, nur drei bis vier Prozent sind an österreichischen Unternehmen beteiligt.

sind nicht erwünscht. Berndt May, von

Finanzminister bekommen“, ist der

Das korreliert nicht mit der Bedeutung

2003 bis 2017 Vorstandssprecher, hat

­VÖIG-Generalsekretär verärgert.

des Wirtschaftsstandorts“, meint Wilhelm Rasinger, seit 1999 Präsident des

seit kurzem die neugeschaffene Position des Generalsekretärs übernommen. Die

Enormer Gesprächsbedarf

IVA, das 1988 als Marketinginstrument

Lobbyingarbeit für die Industrie ist das

Mit Lawinen an neuen Vorschriften ist

des Börsen-Kuriers gegründet wurde.

Herzstück von Mays Aufgabe. „Das be-

Heike Arbter beschäftigt. „Aktuell muss

Lobbyist Karl Fuchs stört der voraus-

ginnt bei Reportingstandards für Dach-

man sehr genau schauen, dass die neu-

eilende Gehorsam der Politik gegenüber

fonds und Pensionskassen, weil es sehr

en Reportingstandards und Vorschriften

europäischen Regeln. „Es gibt Spielräu-

österreichspezifische Regularien gibt,

so gehandhabt werden, dass das eigent-

me in den Gesetzen, nur werden die na-

bei denen sich ausländische Gesellschaf-

liche Geschäft nicht erstickt wird“, gibt

tionalstaatlich selten ausgenützt. Oft

ten in einem kleinen Land wie Österreich

sich die Vorstandsvorsitzende des Zer-

hängt es am politischen Willen“, sagt

schwertun. Ich kämpfe dafür, dass der

tifikate Forums Austria (ZFA) kritisch.

der Geschäftsführer des Aktienforums,

Aufwand nicht so groß ist.“

Arbter hat sich mit ihrem unermüdli-

das zur Industriellenvereinigung gehört.

Das gute Einvernehmen mit der

chen Einsatz einen hohen Stellenwert in

Immerhin vertritt er 60 Mitglieder, dar-

VÖIG, mit der gemeinsam der Welt-

der Finanzbranche erarbeitet. Das wird

unter fast alle 20 börsennotierten ATX-

fondstag organisiert wird, war nicht im-

auch international geschätzt. Einmal im

Unternehmen, nur die Schoeller Bleck-

mer so. „Ende der 1990er-Jahre hatten

Jahr richtet das ZFA, das mit vier Mit-

mann Oilfield AG konnte er noch nicht

wir sehr unterschiedliche Interessen.

gliedern und fünf Fördermitglieder sehr

animieren. Laut Fuchs hat das Aktienfo-

Die Polarisierung der beiden Verbän-

schlank aufgestellt ist, einen Kongress

rum „kein fettes Budget“, die Mitglieder

de gibt es aber schon seit mehr als ei-

und den Zertifikate-Award Austria aus,

zahlen pro Jahr einen niedrigen vierstel-

nem Jahrzehnt nicht mehr“, sagt May.

für den der Verband Sponsoren wie die

ligen Eurobetrag.

Einen besseren Draht zur Politik wün-

Börsen Stuttgart und Frankfurt gewon-

Mit ebenfalls bescheidenen Mitteln

schen sich sowohl Rupar als auch May.

nen hat. „Wir sind ein vergleichsweise

hat sich der IVA in der Öffentlichkeit ei-

Schon allein deshalb, um die Stärken

kleiner Verband und sprechen in Öster-

nen gewissen Stellenwert erarbeitet. Ra-

und Schwächen der einzelnen Regula-

reich für 10,5 Milliarden Euro Volumen

singer lobbyiert unermüdlich bei Ge-

rien zu diskutieren. Vielen Politikern

der Privatanleger“, sagt Arbter.

werkschaft und Kammer. Mit mäßigem

dürfte das Verständnis für das Fonds-

Im Gegensatz zur VÖIG hat das ZFA

Erfolg. „Im Vieraugengespräch wider-

produkt an sich fehlen. „Die VÖIG hat

keine Streitgespräche mit der FMA, son-

spricht man mir nicht, in der konkreten

seit zwei Jahren keinen Termin beim

dern echte Arbeitsgespräche. Zertifikate

Politik ist das Thema Kapitalmarkt nicht

„Es gibt Spielräume in G ­ esetzen, die nicht ausgenützt werden.“ KARL FUCHS

seien in der europäischen Gesetzgebung nicht präsent, weshalb es immer wieder zu Missverständnissen kommt. „Vielen ist nicht klar, was Zertifikate überhaupt sind, nämlich strukturierte Anleihen. Der Gesprächsbedarf mit FMA und europäischen Behörden ist umfangreich“,

72

„Wichtig ist unsere Whatsapp-Gruppe, über die sind wir alle vernetzt.“ ELISABETH KARNER


FINANZPLATZ

angekommen. Arbeiterkammer und Ge-

müssen sparen. Und die Ausbildung ist

werkschaft haben ideologische Scheu-

nicht so günstig.“ Politische Interessen

klappen, die Wirtschaftskammer ist

hat der Verband nicht. „Wir setzen Ana-

nicht besser.“ Aktuell kämpft Rasinger

lysestandards für Österreich, werden oft

gegen den Kapitalmarktprospekt. „Der

zu regulatorischen Dingen befragt und

hat 100 Seiten, das hat mit Anlegerschutz

evaluieren den Börsenpreis der Wiener

kaum etwas zu tun. Das ist Desinforma-

Börse AG. Alles, was kapitalmarktfeind-

tion durch zu viel unnötige Information.

lich ist, ist gegen unsere Interessen“,

Ich möchte auf einer Seite die fünf bis

sagt Mostböck. Die Kapitalertragssteu-

zehn wichtigsten Risikohinweise mit den

er auf Wertpapiere wurde medial mit ei-

höchsten Eintrittswahrscheinlichkeiten

nem offenen Brief an den Finanzminis-

aufgelistet bekommen – vergleichbar

ter bekämpft, allerdings ohne Erfolg.

mit dem Beipackzettel für Medikamente. Alles andere ist Redundanz und ein Geschäft für die diversen Berater.“

Gewichtig. Die Cira-Jahreskonferenz im Oktober ist einer der Höhepunkte für Kapitalmarktinteressierte.

„Mit dieser Steuer ist eine langfristige Anlage in Wertpapiere zur privaten Vorsorge nicht möglich. Die Absicherung

kassenmanager, bietet die ÖFVA vor al-

des Standorts Österreich wurde abge-

Bescheidene Mittel

lem Ausbildungen an und organisiert in

würgt“, sagt Mostböck.

Weitaus ruhiger und gesetzter wirkt

Zusammenarbeit mit der FMA oder der

die Arbeit der Österreichischen Ver-

Wirtschaftskammer einmal im Quar-

Hauptsache vernetzt

einigung für Finanzanalyse und Asset

tal Informationsveranstaltungen zu ak-

Die beste Stimmung der neun unter-

Management (ÖVFA), die mehr als 300

tuellen Themen. Fritz Mostböck, Chef-

suchten Verbände scheint beim C ­ ercle

persönliche Mitglieder zählt. Absolven-

analyst der Erste Group Bank AG, ist be-

Investor Relations Austria (Cira) zu

ten des Certified Effas Financial Ana-

reits zum dritten Mal Präsident. Seine

herrschen. Von seiner Bedeutung steht

lyst (CEFA) müssen zur Qualitätssiche-

Arbeit für die ÖFVA beansprucht ma-

er den anderen Verbänden um nichts

rung Mitglied werden. Der Mitglieds-

ximal ein paar Stunden pro Woche – im

nach, repräsentiert er doch 90 Prozent

beitrag (130 Euro im Jahr) lässt sich aber

Gegensatz zu RCB-Zertifikate-Spezia-

des Umsatzes der Wiener Börse. Finan-

leicht verschmerzen. Etwas mehr (1.500

listin Heike Arbter, die sich oft eine Wo-

ziell reüssiert der Cira mit Mitgliedsbei-

Euro pro Jahr) zahlen die 30 „Corporate

che ehrenamtlich für das ZFA engagiert.

trägen von 600 Euro im Jahr zwar nicht,

Members“, eine wichtige finanzielle

Aktuell ist der Zustrom neuer Mit-

bietet dafür aber ein exzellentes Service

Stütze der ÖVFA. Als Berufs- und Inte-

glieder bei der ÖFVA bescheiden, die

an. 1991 von EVN AG, Creditanstalt, OMV

ressenvertretung der „Investmentpro-

Lehrgänge sind nicht mehr so gut be-

AG und Maculan Holding AG zu einer

fessionals“, also Fondsmanager, Tra-

sucht wie früher. „Der Markt ist gesät-

Zeit gegründet, als noch kaum jemand

der, Treasurer, Analysten und Pensions-

tigt, viele Banken und Versicherungen

wusste, was Investor-Relations eigent-


FINANZPLATZ

lich sind, gibt es heute eigene Lehrgän-

genseitig kennt, deshalb sind diese Tref-

ge und Vorlesungen auf Fachhochschu-

fen so wichtig“, sagt Karner.

len zu dem Thema. Der Cira organisiert Seminare, Workshops und monatliche

Mehr Zusammenarbeit als Fazit

Round Tables zu aktuellen Themen wie

Gerade der Cira zeigt, dass gute ­Ideen und

der Marktmissbrauchsverordnung oder

unermüdlicher Einsatz trotz finanzieller

nutzt das Service der FMA zum Informa-

Engpässe zum Erfolg führen. Überhaupt

tionsaustausch. Für Junior-IR-Manager

muss gesagt werden, dass die Verbän-

bietet der Cira zusammen mit KPMG ein

de in der Mitgliederbetreuung großteils

Ausbildungsprogramm an. „Es geht vor

exzellent arbeiten. Gemeinsame Sache

allem um den gegenseitigen Austausch

machen die Interessengemeinschaften

der IR-Verantwortlichen“, sagt Gene-

jedoch selten, obwohl viele in puncto

ralsekretärin Elisabeth Karner, die als „One-Woman-Show“ das Werkel am Laufen hält. Mit Erfolg.

Versicherungsbranche. Der VVO berichtete Anfang März über einen Rückgang der Prämieneinnahmen.

Aufsicht und Regulierung mit denselben Problemen kämpfen. Geht es um das öffentliche Bild des Kapitalmarkts, das sie

Die einmal im Jahr stattfindende

sich aktiv mit Themen ein. Die IR-Ma-

als Banker, Fondsmanger, Analyst, An-

Cira-Jahreskonferenz ist mittlerweile ­

nager selbst sind über eine viel genutzte

leger, IR-Manager und Aktionär prä-

mit 250 Besuchern und 40 Vortragen-

Whatsapp-Gruppe vernetzt. Besonders

sentieren, fehlen oft die guten Kontak-

den ein renommierter Treffpunkt der

beliebt ist das jährliche Strategiemee-

te zu den politischen Entscheidungsträ-

Kapitalmarktinteressierten. Der Vor-

ting im Sommer. „Wir fahren an einen

gern. Zeit für konkretes Lobbying weicht

stand wird alle zwei Jahre gewählt, Vor-

See. Am Nachmittag gibt es eine große

immer mehr der Flut an Regulierungen.

sitzender ist „seit ewigen Zeiten“ Ha-

Diskussion, Erfahrungen werden ausge-

Was fehlt, ist eine gemeinsame Stim-

rald Hagenauer von der Österreichi-

tauscht. Eine Whatsapp-Gruppe kann

me des Kapitalmarkts. Die müsste lau-

schen Post AG. Die Mitglieder bringen

nur funktionieren, wenn man sich ge-

ter brüllen. n

SO SCHLAGKRÄFTIG SIND DIE VERBÄNDE Verband

Präsident/Vorsitzender

Generalsekretär/GF Mitglieder

Mitgliedsbeitrag/Jahr

Mitarbeiter Gründung

Aktienforum

Robert Ottel

Karl Fuchs

60 Mitglieder

keine Angaben

1

1989

Elisabeth Karner

60 ordentliche Mitglieder, 93 Unternehmensmitglieder

600 Euro

1

1991

Cira

Harald Hagenauer

IVA

Wilhelm Rasinger

12, +Abonnenten des Börsen-Kuriers

mindestens 300 Euro*

1

1988

ÖVFA

Friedrich Mostböck

300 Mitglieder / 30 „Corporate Members“

130 Euro/1.500 Euro

1

1972

Bankenverband

Robert Zadrazil

Gerald Resch

61 ordentliche Mitglieder / 26 außerordentliche Mitglieder

mindestens 4.000 €**

15

1946

VAIÖ

Thomas Wilhelm

Berndt May

52 ordentliche Mitglieder

2.000 Euro

1

1994

nach Fondsvolumen***

8

1988

VÖIG

Heinz Bednar

Dietmar Rupar

27 ordentliche Mitglieder / 38 Informationsmitglieder

VVO

Othmar Ederer

Louis Norman-Audenhove

mehr als 100

mindestens 25.000 €**** 40

1899

ZFA

Heike Arbter

9 (4 ordentliche, 5 Fördermitglieder)

keine Angaben

2006

1

QUELLE: ANGABEN DER VERBÄNDE * geht bis zu einem niedrigen vierstelligen Eurobetrag ** für kleine Banken 4.000 Euro, je nach Mitarbeiteranteil bis zu einem sechsstelligen Eurobetrag *** Mitgliedsbeiträge betrugen zuletzt insgesamt 1,16 Millionen Euro, 944.000 Euro von Wertpapier-KAGs **** 25.000 Euro Sockelbeitrag, dazu kommt noch Beitrag je Marktanteil Quelle: Angaben der Verbände

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3. Piste: Wachstumsgarant für Wirtschaft & Arbeitsmarkt Seit über 16 Jahren verfolgt der Flughafen Wien das Wachstumsprojekt „3. Piste“. Zahlreiche Gründe sprechen für den Bau. Jobmotor Flughafen Wien. 1 Million zusätzliche Passagiere schaffen 1.000 neue Jobs am Airport. Wo die Luftfahrt wachsen kann, entstehen Arbeitsplätze. Wirtschaftsstandort Österreich. Durch Wachstum am Flughafen Wien wird die heimische Wirtschaft gestärkt und unser Wohlstand gesteigert. Für Unternehmen sind attraktive Flugverbindungen in ihre Märkte standortentscheidend. Steigende Nächtigungszahlen für Wien-Tourismus. Die Tourismus- und Kongressstadt Wien profitiert von besseren Flugverbindungen und attraktiven Reisezeiten. 2020 wird mit 18 Mio. Nächtigungen in der Hauptstadt gerechnet, Tendenz steigend. Weniger CO2-Ausstoß. Übersteigt der Flugverkehr die verfügbaren Kapazitäten am Boden, kommt es zu Verspätungen und unnötigen Warteschleifen in der Luft, wodurch mit erhöhtem

CO2-Ausstoß zu rechnen ist. Mit einer dritten Piste wird ausreichend Kapazität geschaffen und die Umwelt geschont. Optimale Voraussetzungen. Der von rund 50 Parteien – von Bürgerinitiativen über Anrainergemeinden bis hin zu Aviatik-Unternehmen – unterzeichnete Mediationsvertrag schafft optimale Voraussetzungen für das Projekt „3. Piste“. Gemeinsam wurden umfassende Maßnahmen vereinbart, von denen die Bevölkerung bereits heute profitiert. Das Bundesverwaltungsgericht hat alle diese Maßnahmen als richtig bestätigt. Mehr Informationen unter: www.viennaairport.com


FONDS

FINANZPLATZ

Präzis. Die Fondsindustrie wünscht sich ein europaweit einheitliches Regelwerk.

HEINZ BEDNAR, ADAM LESSING, BERNDT MAY

„DER FONDSMARKT IST ATOMISIERT“ D

ie Geschäftsmodelle der Fond-

Round Table einig. Der Trend geht dahin,

scher Investmentgesellschaften (VAIÖ),

sindustrie sind zwar durch Re-

dass mittelgroße Anbieter von ihren Ei-

wünscht sich dahingehend einheitliche-

gulierung und gestiegene Kos-

gentümerbanken an große internatio-

re Vorschriften für die Asset-Manager in

ten unter Druck. Geld verdienen jedoch

nale Häuser verkauft werden. Schließ-

Europa.

die meisten Häuser, da sie die Unter-

lich sei der globale Markt trotz Skalenef-

stützung der Mutterbanken wieder hin-

fekten immer noch extrem „atomisiert“,

Wie haben sich die Geschäftsmodelle seit

ter sich haben. Aufgrund der Niedrig-

wie es Adam Lessing, Head of Central &

der Finanzkrise in der Fondsindustrie ver-

zinsphase sind Fondslösungen gefragter

Eastern Europe bei Fidelity Internatio-

ändert? – Bednar: Es ist zu einer Redukti-

denn je, diese werden auch intensiv vom

nal, ausdrückt. Heinz Bednar, Chef des

on der Anzahl der Fonds gekommen. Das

Vertrieb beworben. Die Konsolidierung

Platzhirschen Erste Asset Management,

ist in Verbindung mit den 2000er-Jahren

am heimischen Fondsmarkt und inter-

beschäftigt indes primär die Vielzahl an

zu sehen, in denen die Aktienmärkte ge-

national werde allerdings trotzdem wei-

neuen Verordnungen, Berndt May, Ge-

boomt haben und viel Geld hineingeflos-

tergehen, sind sich die Teilnehmer des

neralsekretär der Vereinigung ausländi-

sen ist. Man muss auch sagen, dass es bei

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FINANZPLATZ

Angeregt. Der Börsianer traf sich zur zur Tea-Time in der Lounge des Hotel Bristol mit Vertretern der Fondsindustrie.

© BARBARA STER

Der Börsianer hat sich mit drei prominenten Vertretern der Fondsindustrie zum Fachsimpeln getroffen. Fazit des Round-Table-Gesprächs lautet: Das Geschäft läuft, die Kunden werden mutiger, Regeln gibt es zu viele. TEXT DOMINIK HOJAS, THOMAS MÜLLER

den österreichischen Kapitalanlagege-

portings. Wir haben zum Beispiel einen

den standardisiertere Informationen zu

sellschaften interne Effizienz- und Kon-

UCITS-Risikohinweis, einen neuen In-

geben. Aus dem Drang heraus, einzelne

solidierungsprogramme gab. Die Kosten

formationsstandard für Anlageproduk-

Dinge zu regulieren, hat sich eine Fül-

waren und sind ein größeres Thema, vor

te durch PRIIPS, und wir bekommen ein

le ergeben, mit der es langsam schwie-

allem weil die Kosten für Regulierung

Mifid-Papier.

rig wird, zurechtzukommen. Ich denke, das muss wieder homogenisiert werden.

seit der Finanzkrise stark gestiegen sind. Man hat also über das Ziel hinausgeschosBleiben wir kurz bei den Kosten, was waren

sen und die Situation noch komplexer ge-

Wir haben jetzt über die Kosten gesprochen,

hier die wesentlichen Kostentreiber? – Bed-

macht. Das kann doch nicht im Interesse der

aber hat sich auch etwas auf der Einnah-

nar: Es sind Regulierungen a la Mifid und

Konsumenten sein? – Bednar: Es gab die

menseite geändert? – May: Hier hat sich

Co, der gesamte Bereich des Risikoma-

Anforderung, Dinge zu regulieren, die

seit der Finanzkrise einiges verändert,

nagements und der Compliance. Es sind

vielleicht nicht in ausreichendem Aus-

weil die Wachstumserwartungen sowohl

vor allem unglaubliche Mengen an Re-

maß reguliert waren, und auch den Kun-

in den Märkten als auch bei den Asset-

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FINANZPLATZ

kommen haben, weitergeben mussten. Da wollten sie natürlich in eine Anteilsklasse investieren, wo sie die Provision gar nicht bekommen, damit man nichts weitergeben muss. Bednar: In Österreich ist es auch aus

„Risikoprodukte sind deutlich mehr nachgefragt.“

Kostengründen nicht so üblich gewesen, mehrere Anteilsscheinklassen zu haben. Bei uns gibt es schon mehrere Anteilsscheinklassen, aber unterschiedliche

Gebührenanteilsschein-

klassen gab es bei uns nicht. Die meis-

ADAM LESSING

ten österreichischen Kapitalanlagegesellschaften haben das meines Wissens

Managern selbst deutlich zurückgenom-

der die Total-Return-Funktion über-

nach heute noch nicht. Ein Grund, wa-

men wurden. Das hat teilweise zu Mar-

nommen hat.

rum wir umgestellt haben, ist, dass es

gendruck geführt und dazu, dass man

Lessing: Ich würde dennoch streng

viel sinnvoller ist, eine niedrigere Ge-

sich die Portfolios ansieht und versucht,

sein, denn in Wahrheit ist die Industrie

bührenklasse zu haben, weil man sonst

eine Reduktion des Angebots vorzuneh-

ja auf einem 30-jährigen Bullenmarkt

mit sehr kleinen Beträgen arbeitet, die

men. Auf der anderen Seite verkaufen

bei Renten gesurft. Das war für jeden er-

der Kunde dann noch versteuern muss.

sich neue Fonds mit einem neuen Ti-

kennbar, dass das enden wird.

tel und Anlageschwerpunkt gut. Es kam

Lessing: Es gibt hier zwei Phänomene, die zusammenkommen. Mittler-

zu einer Schere, wo man auf einer Seite

Wie werden sich die Gebühren weiter ent-

weile ist es Standard, eine retrozahl-

Fonds geschlossen oder fusioniert hat,

wickeln? – May: Was wir internatio-

ende Anteilsklasse zu haben und eine

und auf der anderen Seite kamen neue

nal sehen ist, dass die Fondsindustrie

retro­ freie, also die ‚Clean Shareclass‘.

Fonds dazu. Einer dieser Trends, der

bestandsprovisionsfreie

Anteilsklas-

Wir produzieren für diese Anteilsklas-

durch die Volatilität der Finanzindustrie

sen eingeführt hat. Das begann schon

sen im Durchschnitt im Monat mehr als

ausgelöst wurde, ist, dass in Europa Mul-

im Jahr 2000, als die Dachfonds plötz-

10.000 Fact-Sheets für 140 Fonds. Diese

ti-Asset-Fonds stark zugelegt haben.

lich die Bestandsprovision, die sie be-

Menge ist unvorstellbar. Das ist etwas,

Lessing: Da muss ich noch einmal auf

was sich im Markt einfach auf den Kon-

die Finanzkrise und die Nullzinsphase

solidierungsprozess auswirkt, weil das

zurückkommen. Diese Kombina­tion hat bei den Fondsgesellschaften ein Umdenken eingeleitet. Von immer spezielleren Themenfonds hin zu Lösungen für den Kunden. Das führt zu den erwähnten gemischten Fonds oder den vermögensverwaltenden Fonds. Was die Kunden brauchen, sind sehr schwierig zu erreichende, stabile, regelmäßige Einkünfte mit geringer Volatilität. Gleichzeitig kommt ein Fokus auf komplexere Lösungen, die sich jetzt gerade auf dem Markt durchsetzen. Bednar: Wir müssen nicht so streng mit der Vergangenheit sein. Genau das, was heute die genannten Lösungen machen, haben früher die Staatsanlei-

FONDSGEBÜHREN IM SINKFLUG Die Gesamtkostenquote („Total Expense Ratios“) der europäischen Fonds ist insgesamt in den letzten fünf Jahren zurückgegangen, allerdings auf hohem Niveau. Bei aktiv gemanagten Aktienfonds bewegen sich die Kosten zwischen 1,6 Prozent und zwei Prozent pro Jahr, bei Anleihefonds zwischen 70 und 100 Basispunkten. Bei den passiven Fonds sind die ohnehin niedrigeren Gebühren stärker gesunken. Ein DAX-ETF etwa, der einst 50 Basispunkte per annum gekostet hat, ist heute schon um zwölf Basispunkte zu haben. „Hier funktioniert der Wettbewerb, bei den aktiven Managern nicht“, kritisiert Ali Masarwah, Director und Researcher bei Morningstar Europe. „Das liegt vor allem am Vertrieb, der von großen Banken dominiert wird.“ Der größte Kostenfaktor seien hier die Kickbacks und bei den Anbietern die üppigen Margen von 30 bis 40 Prozent.

hen gemacht. Früher hatte man einen

QUELLE: MORNINGSTAR

Staatsanleihenfonds, der sechs oder

ein Kostenfaktor ist, den man nur über eine gewisse Menge abwickeln kann. Der zweite Effekt ist, dass sich durch die ‚Clean Shareclasses‘ das Geschäftsmodell von sehr vielen Vertriebspartnern völlig verändert hat, die von der Bestandsprovision gelebt haben. Für die Teile der Industrie, die nicht unabhängig sind, muss sich das Geschäftsmodell ändern. Auch das führt zu massivem Konsolidierungsdruck. Werden sich die Gebühren von Profis und Privaten harmonisieren? – Bednar: Der Hauptteil der Beratung beim Privatkunden liegt immer noch darin herauszufinden, was er eigentlich tun möchte. Dazu gehören auch die Gebühren, aber die stehen gar nicht so sehr im Vordergrund. Das Wichtigste sind die Gesprä-

sieben Prozent Rendite gehabt hat und

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FINANZPLATZ

che vor dem ersten Investment, weil da die Möglichkeit, Missverständnisse auszuräumen, sehr groß ist, und da muss man eine Übereinstimmung finden. Das wird vielfach unterschätzt. Das hat mit den tausenden Fact-Sheets, die da produzieren werden, noch relativ wenig zu tun. Es bleibt immer noch dabei, dass extrem viel Schulung, Zeit und Aufwand hineingesteckt werden muss. Es hat bereits einige Übernahmen bei den Fondsgesellschaften gegeben. Ist das der

„Müssen institutionalisiert etwas für die Vorsorge tun.“ HEINZ BEDNAR

Anfang oder das Ende der Konsolidierung? – Lessing: Wir sind für eine Industrie, die

Unternehmen aufrechtzuerhalten. Das

von Pioneer durch Amundi wirken sich

in Wahrheit große Skaleneffekte hat, irr-

wird in Österreich besonders schmerz-

hierzulande aus.

witzig atomisiert. Einen Weltmarktfüh-

lich, weil die Auswahl an Fonds für die

rer, der zwei Prozent Marktanteil hat,

Kunden geringer wird.

Im Retailvertrieb entsteht der Eindruck, die

gibt’s ja sonst in keiner anderen Indust-

Bednar: Das ist ein laufender Prozess,

Anbieter versuchen Themen zu clustern,

rie. Die Konsolidierung wird fraglos wei-

der aber weniger in Österreich stattfin-

Marken zu konstruieren. – Bednar: Ja, es

tergehen. Es gibt einfach keinen Grund,

det, aber Österreich ist davon betroffen.

ist beides. Wir haben festgestellt, das

einen Rattenschwanz an mittelgroßen

Ereignisse wie zuletzt die Übernahmen

kennt man aus dem privaten Bereich,

@@@In turbulenten Zeiten@@steht@@@ @@@Stabilität@@besonders hoch im Kurs.@@@ Die Österreichische Post ist im ständigen Auf und Ab des Kapitalmarktes ein zuverlässiger, attraktiver Dividenden-Titel. Auf Basis des soliden Kerngeschäftes und eines starken Cashflows soll nachhaltig eine Dividende von mindestens 75% des Nettoergebnisses ausgeschüttet werden. Nähere Informationen auf www.post.at/ir Wenn’s wirklich wichtig ist, dann lieber mit der Post.

www.post.at/ir


FINANZPLATZ

Bednar: Das Know-how der Retailkunden bei den Marken würde ich nicht überschätzen. Damit muss man vor allem den Berater erreichen.

„Wünschen uns einheitliche Regulierungen in Europa.“

Lessing: Darum ist eine professionelle Beraterstruktur so wichtig. Ich muss sicherstellen, dass ich diese Struktur bezahlen kann. Früher wurde nur mit Bestandsprovisionen bezahlt, heute mit gemischten Strukturen wie „Managed Advice“. Die Fehlannahme war in Großbritannien, dass es gut ist, diese Bera-

BERNDT MAY

tungskosten wegzunehmen und Kunden alleinzulassen. So sterben bestimm-

dass für Kunden, die Banken nicht so

Sind Ihre Kunden bereit, mehr Risiko einzu-

te Produkte, und die mittlere Kunden-

nahestehen, die Produkte austauschbar

gehen? – Lessing: Deutlich. Wir sind „be-

schicht bekommt keine Beratung mehr.

sind. Sie wissen oft nicht genau, was sie

dauerlicherweise“ erst im achten Jahr des

da so haben, und da ist es für uns wich-

Bullenmarkts, und die ‚Risk-on‘-Pro-

Was wird sich für die Fondsindustrie ändern?

tig, eine Identifikation herzustellen.

dukte sind wesentlich mehr nachgefragt

– Bednar: Ich hoffe sehr, dass wir endlich

als ‚Risk-off‘.

beginnen, mehr institutionalisiert etwas

Etwa ein Modul zum Thema Nachhaltig-

Bednar: Wobei sich die Frage stellt, was

für die Vorsorge zu tun. Es muss auch

keit mit einem eigenen Markennamen. –

noch ‚Risk-off‘ ist. Bei unserer breiteren

nicht unbedingt in einem Fonds sein. Et-

Bednar: Ja, absolut. Es geht für uns nicht

Kundengruppe ist Total Return ein großes

was, was breiter und längerfristiger auf-

darum, etwas als Erste Sparinvest zu

Thema, und das wird auch so bleiben. Ein

gestellt ist, als das, was wir heute haben.

verkaufen, sondern darum, das Produkt

zweites großes Thema ist die Nachhaltig-

Die Leute werden bei dem Thema von der

in den Vordergrund zu stellen. Im Fall

keit, ich hoffe, das bleibt so.

Politik zu sehr in Watte gepackt. Und man

von You Invest geht es darum, eine Lö-

Lessing: ‚Income‘ ist ein großes The-

sungsinsel zu schaffen. Das mache ich

ma geworden, das haben wir als Indust-

über eine Website und alle Arten der

rie völlig unterschätzt. Für das Wohlge-

„modernen“ Kommunikation, soweit

fühl ist es für den Kunden ganz wichtig,

Welche Regulierungen würden Sie sofort än-

es regulatorisch möglich ist. Viele Arten

regelmäßig eine Ausschüttung auf dem

dern? – May: Als Verband würden wir uns

der Information darf ich einem Privat-

Konto zu haben. Das sehe ich vor allem

wünschen, dass die Regulierungen in Eu-

kunden ja gar nicht geben.

bei vermögenderen Kunden.

ropa einheitlich sind. Die unterschiedli-

Nach der Finanzkrise hat sich Fidelity in

Wird es weniger Generalisten geben und

Österreich stark auf den institutionellen

dafür mehr Spezialisten? – Lessing: Was

Bednar: Ich würde bei den Doppelglei-

Kunden fokussiert. Mittlerweile hat sich das

wir zunehmend sehen werden, ist die

sigkeiten ansetzen. Da gibt es viele. Das

doch wieder deutlich verbreitert. – Lessing:

‚Subadvisory‘. Das heißt, der Kunde will

versteht auch die Aufsicht. Zum Beispiel

Wir haben immer einen Multi­channel-

den Namen seiner Hausbank drauf ste-

die genannten Kundeninformationen.

Vertrieb gehabt, klar B2B. Es geht tat-

hen sehen, aber wer drinnen das Ma-

Lessing: Wir würden keine Regulierung

sächlich um den physischen Vertrieb.

nagement macht, ist nicht so wichtig,

abschaffen, aber die Zeitrahmen länger

Das sind Roadshows und Personen, de-

wenn die Performance stimmt.

setzen und dann einhalten. Es ist unaus-

will die Menschen nicht dem „bösen“ Kapitalmarkt aussetzen.

chen Reportings für jedes einzelne Land kosten zu viel Geld.

nen man in die Augen sehen kann und

May: Man darf sich aber die großen

haltbar, dass Mifid II zum dritten Mal ver-

die auch da sind, wenn es schlecht geht.

Asset-Manager nicht als homogene

schoben wurde und sechs Monate vor der

Natürlich auch um alle modernen Kom-

Struktur vorstellen. Da arbeiten klei-

Einführung wichtige Fragen wie die Ziel-

munikationsmittel, mit denen wir dem

ne unabhängige Teams, die zum Teil

marktdefinition noch nicht geklärt sind.

Finanzberater die Möglichkeit zur Ver-

in Konkurrenz zueinander stehen. Und

fügung stellen, sich etwa drei Minuten

was die Markenbekanntheit betrifft:

Wie könnte der Finanzminister die Fonds-

vor dem Kundengespräch noch einmal

Auch hier hilft die Performance. Wer

branche unterstützen? – Bednar: Mit Steu-

das Kurzvideo des Fondsmanagers an-

hätte noch vor zehn Jahren Carmignac

erbegünstigungen für die private Pensi-

zuschauen.

gekannt?

onsvorsorge! n

80


MARKTGEFLÜSTER

MEINUNGEN

ZEIT FÜR MEHR OPTIMISMUS

→ VITA MARTIN KWAUKA FINANZJOURNALIST Der Hobbyweinbauer (58) ist seit 22 Jahren Finanz- und Wirtschaftsjournalist. Zu den wichtigsten Stationen des gebürtigen Deutschen zählen die langjährige Chefredaktion des Magazins „Format” und das seit 2015 von ihm organisierte Finanzjournalistenforum. Sein Steckenpferd ist die Altersvorsorge. Chronisch neugierig, füllt der studierte Agrarökonom im Auftrag von Der Börsianer diese Seite mit seinen Gedanken.

Die Finanzbranche ist weltweit wieder am Vormarsch, die Gewinne sprudeln kräftig. Nur in Österreichs Banken herrscht immer noch Katerstimmung. Dabei gibt es allen Grund, die Ampeln wieder auf Grün zu stellen.

Acht Jahre nach dem Tiefpunkt der Finanzkrise haben die Banken allen Grund zum Optimismus. Allen voran die amerikanischen: Die Eigenkapitaltöpfe sind dort wieder mehr als reichlich gefüllt, die Nettogewinne der Institute erreichten im Vorjahr mit 171 Milliarden US-Dollar ein

„Es ist Österreichs Banken nicht gelungen, ihre Kunden bei der Stange zu halten.“ MARTIN KWAUKA

Berechnungen der Schoellerbank AG unter dem Strich Fondsanteile im Ausmaß von 13 Milliarden Euro zurückgegeben. Dieser Effekt betrifft fast ausschließlich den Bereich der Publikumsfonds. Ganz offensichtlich hat hier die Beratung versagt. Übrigens: An der Anlegermentalität allein kann es kaum liegen. Im ähnlich

neues Allzeithoch. Allein der Jahresgewinn von JP Morgan hätte ausgereicht, die gesamte Deutsche

konservativen Deutschland stieg das Fondsvolumen zwischen

Bank AG aufzukaufen. Die steigenden Zinsen werden den Pro-

2006 und 2016 inklusive Kurseffekte um 76,8 Prozent, in Öster-

fiten der US-Geldhäuser weiteren Rückenwind geben. Mögliche

reich nur um 2,4 Prozent.

Liberalisierungen der Bankenaufsicht wären da nur das Tüpfel-

Es ist Österreichs Banken nicht gelungen, ihre Kunden in tur-

chen auf dem i. Zwar dauerte die Erholungsphase bei europäi-

bulenten Zeiten bei der Stange zu halten, geschweige denn, den

schen Banken deutlich länger. Aber Altlasten sind inzwischen

Neuabsatz von Fonds anzukurbeln. Die Gründe dafür reichen von

auch diesseits des Atlantiks weitgehend aufgearbeitet, das Ge-

Filialschließungen über häufige Beraterwechsel bis zur mangel-

schäft floriert. So rechnet Goldman Sachs heuer mit einer Ge-

haften Vertriebssteuerung. Viel zu oft lautet die Standardfrage

winnexplosion für europäische Banken im Ausmaß von 65 Pro-

des Beraters: Haben Sie schon einen Bausparvertrag? Es wäre für

zent. 2018 wird ein weiterer Anstieg von zwölf Prozent prognos-

alle Beteiligten wesentlich sinnvoller, der verunsicherten Kund-

tiziert. Selbst das wackelige Finanzsystem in China zeigt Ten-

schaft mit ein paar Fakten über die längerfristigen Chancen und

denzen zur Stabilisierung, weil notorische Schuldner wie die

Risiken von Aktien zu dienen: Selbst wer Mitte März 2007, also

staatsnahen Branchen Kohle und Stahl wieder in die Gewinn-

knapp vor dem damaligen Börsenhöhepunkt, 10.000 Euro in ei-

zone kommen.

nen Weltaktienfonds investierte, hätte den Einsatz heute auf

Acht Jahre nach dem Tiefpunkt der Finanzkrise befinden sich

durchschnittlich 15.180 Euro vor Steuern vermehrt. Von 287

viele österreichische Banken trotzdem noch in Bunkerstim-

Weltaktienfonds, für die Morningstar eine zehnjährige Perfor-

mung. Wie man so schön sagt: Es wird gespart, koste es, was es

mance ausweist, sind 284 im Plus und bloß drei im Minus. Bei

wolle. Die Folge: Viele Mitarbeiter sind vorrangig mit der Angst

Europaaktien fallen die Erträge geringer aus, aber auch hier lie-

vor dem Verlust des eigenen Jobs beschäftigt oder bereits in

gen nur sieben von 218 Fonds unter null. Selbst wer damals zu

Frühpension. Die Ausweitung profitabler Geschäftsfelder läuft

einem extrem schlechten Zeitpunkt investierte und kurz darauf

dementsprechend auf Sparflamme.

in die schlimmste Finanzkrise der vergangenen 80 Jahre geriet,

Ein gutes Beispiel ist die Fondsindustrie. Angesichts extrem

ist heuer mit ziemlicher Sicherheit kräftig im Plus. Und seine

tiefer Sparzinsen wäre sie eigentlich prädestiniert für einen Hö-

Bank freut sich dank steigender Dienstleistungserträge mit. Fa-

henflug, besonders im Privatkundengeschäft. Das Gegenteil ist

zit: Wer Optimist ist, hat mehr vom Leben. Vielleicht wird das

der Fall. In den vergangenen zehn Jahren haben die Anleger nach

heuer endlich auch das Motto für Österreichs Banken. n

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EIN HERZ für den Finanzplatz weil’s um den Wohlstand der Menschen geht!

Die Wirtschaftswissenschaften belegen, dass ein gesunder Finanzsektor ein wichtiger Faktor für Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum einer Volkswirtschaft ist. Ein handlungsfähiger Kapitalmarkt generiert Einkommen, Beschäftigung und Wohlstand in Österreich.

Eine Initiative von

www.herzfuerbullen.at


SEITENBLICKE

PROTEKTIONISMUS: ­WIEDERHOLT SICH DIE ­GESCHICHTE? Der Börsianer wollte von den Parlamentsparteien wissen, ob protektionistische Maßnahmen eine Geltungsberechtigung besitzen. TEXT FLORIAN GARTLER

U

S-Präsident Donald Trump kri-

len? Kann Protektionismus als kurzfris-

tisiert Handelsabkommen und

tige Maßnahme sinnvoll sein? Und wer

äußert sich skeptisch gegenüber

profitiert von der Abschottung? Grund

der Globalisierung. Auch in Europa wer-

genug für Der Börsianer bei den Parla-

den immer mehr Stimmen laut, die Pro-

mentsparteien nachzufragen, ob Pro-

tektionismus befürworten. Die Idee der

tektionismus eine Daseinsberechtigung

Schutzzölle ist kein neues Phänomen.

besitzt. ÖVP und Neos sprechen sich ge-

Schon 1880 reagierte Deutschland auf

gen protektionistische Maßnahmen und

steigende globale Exporte durch protek-

für Handelsabkommen aus. Die Grünen

tionistische Maßnahmen. Andere Län-

sprechen sich gegen solche Abkommen

der warfen Deutschland unfaires Ver-

aus, wollen aber eine offene Gesell-

halten vor und reagierten durch ähnli-

schaft und partnerschaftliche internati-

che Zölle. Die Folge waren globale na-

onale Ausrichtung. Die SPÖ befürwortet

tionalistische Tendenzen und steigen-

Schutzzölle und sieht darin eine legiti-

de Verbraucherpreise. Nun wirft Donald

me Reaktion auf unfaire Praktiken. Das

Trump China unfaires Verhalten vor und

Team Stronach spricht sich für Freihan-

will durch protektionistische Maßnah-

del aus, will die heimische Wirtschaft

men reagieren. Doch in einer vernetzten

aber in bestimmten Bereichen bevorzu-

Welt birgt eine solche Abschottung viel

gen. Die FPÖ reagierte trotz mehrfacher

Konfliktpotenzial. Es stellt sich die Fra-

Erinnerung nicht fristgerecht auf die

ge, wird sich die Geschichte wiederho-

Anfrage von Der Börsianer.

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SEITENBLICKE

SO DENKT DIE POLITIK

SPÖ

ÖVP

GRÜNE

Christoph Matznetter Wirtschaftssprecher

Peter Haubner Wirtschaftssprecher

Werner Kogler Finanzsprecher

Inwieweit können protektionistische Maß-

Inwieweit

können

nahmen für die heimische Wirtschaft för-

Maßnahmen ­

förderlich

nahmen für die heimische Wirtschaft för-

derlich sein? – Wenn China den Welt-

sein? – Die ÖVP ist für faire und moder-

derlich sein? – Wir Grüne sind für fairen

markt mit Stahl zu Dumpingpreisen

ne Handelsabkommen und gegen Pro-

Handel und gegen sogenannte „Frei-

überschwemmt, muss die EU Maßnah-

tektionismus. Funktionierende Han-

handelsverträge“, die bestehende Un-

men ergreifen. Die Schutzzölle, für die

delsabkommen sind ein unverzicht-

gerechtigkeiten aktuell oft nur zemen-

ich hier vehement eintrete, sind aber

bares Element, um Waren und Dienst-

tieren. Handelsbeziehungen müssen

kein „Protektionismus“, sondern sol-

leistungen weltweit anbieten zu kön-

so ausgestaltet werden, dass ökonomi-

len den unlauteren Vorteil von unfairen

nen. Und Österreich ist eine Exportna-

sche, ökologische und soziale Interes-

Praktiken ausgleichen. Das richtet sich

tion: Unsere Exportquote beträgt rund

sen zum Wohl einer großen Zahl von

nicht gegen einen fairen und freien Han-

60 Prozent, jeder zweite Arbeitsplatz

Menschen abgestimmt sind. Handels-

del, sondern schützt Unternehmen und

in unserem Land ist direkt oder indi-

vorteile, die sich aus der Absenkung von

Staaten, die sich an die Regeln halten.

rekt vom Export abhängig. Und schon

sozialen und ökologischen Standards

jetzt gibt es mehr als 60 Abkommen mit

ergeben, müssen unterbunden werden.

Welche politischen Folgen hat Protektionis-

­anderen Ländern, die bestens funktios-

Im Interesse aller Beteiligten.

mus? – Ob real Handelskriege drohen, ist

nieren.

für

protektionistische

Österreich

Inwieweit können protektionistische Maß-

Welche politischen Folgen hat Protektio-

schwer zu sagen. Dass es Drohungen gibt, vornehmlich aus den USA, ist freilich so.

Welche politischen Folgen hat Protekti-

nismus? – Wir müssen die internatio-

Wie sich das auswirkt, hängt davon ab,

onismus? – Die Innovationskraft und

nalen Handelsbeziehungen so ausge-

was tatsächlich passiert und wie sich die

die Exportleistung unserer heimischen

stalten, dass ein halbwegs lebenswertes

großen Wirtschaftsräume wechselseitig

Unternehmen sind spitze! Abschottung

Dasein für alle möglich ist. Politische

verhalten.

ist da definitiv der falsche Weg. Es geht

Extremismen und echte Kriege sind die

vielmehr um die Beantwortung der zen-

Folge von Hunger, Klimakatastrophen,

Können Unternehmen oder die Bevölkerung

tralen Frage: Wollen wir, dass Europa

Wassernot und Landraub. Gelingt es

profitieren? – Staaten, die sehr viel expor-

im globalen Wettbewerb weiter mit da-

nicht hier gegenzusteuern, werden die

tieren, werden von einem globalen Pro-

bei ist? Und die Antwort heißt: Ja, wir

Migrationsströme noch deutlich zu-

tektionismus nicht profitieren. Öster-

wollen!

nehmen.

tieren Waren im Wert von 140 Milliarden

Können Unternehmen oder die Bevölke-

Können Unternehmen oder die Bevölke-

Euro pro Jahr. Auch wenn 70 Prozent da-

rung profitieren? – Waren, Dienstleis-

rung profitieren? – Eine offene Gesell-

von in die EU gehen, machen die übri-

tungen und Know-how made in Austria

schaft und partnerschaftliche interna-

gen 30 Prozent immer noch eine enorme

sind schon jetzt weltweit gefragt. Das

tionale Ausrichtung von Bevölkerung

Summe aus. Daran hängen hunderttau-

soll auch so bleiben. Wichtig ist mir, die

und Unternehmen sind wesentliche

sende Arbeitsplätze. Die EU muss sich für

Tatsache hervorzuheben, dass gut ver-

Erfolgsfaktoren für die heimische und

faire Bedingungen im Welthandel ein-

handelte Wirtschaftsabkommen beiden

europäische Wirtschaft. Davon profi-

setzen, nicht für willkürliche Schranken.

Seiten Vorteile bringen.

tieren wir alle.

reich ist eine Exportnation. Wir expor-

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SEITENBLICKE

TEAM STRONACH

NEOS

Robert Lugar Klubobmann

Sepp Schellhorn Wirtschaftssprecher

Inwieweit können protektionistische Maß-

Inwieweit können protektionistische Maß-

nahmen für die heimische Wirtschaft för-

nahmen für die heimische Wirtschaft för-

derlich sein? – Grundsätzlich sind wir

derlich sein? – Protektionistische Maß-

für freien Handel und freie Wirtschaft.

nahmen stellen immer eine Bevorzu-

Es gibt aber einige Bereiche, bei denen

gung einzelner Interessengruppen bei

die nationale Wirtschaft auf jeden Fall

gleichzeitiger Schlechterstellung der

zu bevorzugen ist. Vor allem im land-

großen Mehrheit der Bevölkerung dar.

wirtschaftlichen Bereich gibt es eine

Aus diesem Grund sprechen wir uns

Vielzahl von Möglichkeiten, durch na-

entschieden gegen Protektionismus aus

tionale Versorgung die Umwelt nach-

und setzen uns stattdessen für eine Er-

haltig zu entlasten. Als Beispiel seien

höhung der Wettbewerbsfähigkeit un-

etwa die kürzeren Transportwege ge-

serer Wirtschaft ein.

nannt. Welche politischen Folgen hat ProtektioWelche politischen Folgen hat Protek­

nismus? – Wenn ein Staat anfängt, die

tionismus? – Durch gezielte Abschot-

Produkte eines anderen Staates zu dis-

tung sind keine Konflikte zu erwarten.

kriminieren, wird dieser mit ähnlichen

Meiner Meinung nach ist es vielmehr

Mitteln antworten. Das kann zu einem

als durchaus sinnvoll anzusehen, wenn

gegenseitigen Aufschaukeln bis hin zu

in einzelnen Teilbereichen gerade die

ausgewachsenen Handelskriegen füh-

heimische Wirtschaft bevorzugt und

ren. Im Ergebnis geht es beiden Volks-

gestärkt wird.

wirtschaften schlechter, als wenn sie ihre Beziehungen durch Handelsver-

Können Unternehmen oder die Bevöl-

träge festgelegt hätte.

kerung profitieren? – Spätestens dann, wenn auch der letzte Arbeitsplatz ver-

Können Unternehmen oder die Bevölke-

legt wurde, werden die Menschen end-

rung profitieren? – Einzelne Unterneh-

gültig erkennen, dass wir heimische

men und Bevölkerungsgruppen können

Arbeitsplätze brauchen, um die Kauf-

einen kurzfristigen Profit aus Handels-

kraft in Österreich zu erhalten. Gera-

barrieren ziehen. Sie tun dies jedoch

de aus diesem Grund sollten Unter-

auf dem Rücken der Mehrheitsbevöl-

nehmen steuerliche Vorteile erhalten,

kerung, die den Preis in Form teure-

die in Österreich statt im Ausland in-

rer Produkte und geringerer Kaufkraft

vestieren und dadurch wichtige Ar-

zahlt. Die Gegenmaßnahmen der be-

beitsplätze im Land erhalten oder neu

troffenen Staaten treffen dann auch die

schaffen.

anfangs profitierenden Unternehmen.

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SEITENBLICKE

BÖRSENTALK

EINE LANZE FÜR DIE EZB

Friedrich Mostböck (Erste Group Bank AG), Gertrude Tumpel-Gugerell (Institut für Wirtschaftsforschung), Moderatorin Ingrid Krawarik (Der Börsianer), Doris Ritzberger-Grünwald (OeNB), Herta Stockbauer (BKS Bank AG) und Saloniere Sabine Mitterbacher (Der Börsianer) nach der spannenden Diskussion.

DER BÖRSIANER VIERTER FRAUEN FINANZ SALON 7. MÄRZ 2017 MEINL AM GRABEN, WIEN

Gertrude Tumpel-Gugerell (Institut für Wirtschaftsforschung), Valerie Brunner (Raiffeisen Centrobank AG) und Ingrid Krenn-Ditz (Raiffeisen Bank International AG) kamen schon vor Beginn der Podiumsdiskussion ins Gespräch.

Die Gäste ließen sich das Frühstück gut schmecken und diskutierten mit dem Podium angeregt über Probleme der Banken und Anleger im Niedrigzinsumfeld.

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Der Wunsch einer Zinswende wird immer größer, da niedrige Zinsen Geldinstitute sowie Sparer belasten. Warum die Europäische Zentralbank weiter an ihrer expansiven Geldpolitik festhält, darüber diskutierten heimische Finanzexperten beim vierten Frauen Finanz Salon zum Thema „Geldschwemme – Die Zeit der Zinsstrategen“. Das Fazit: Die EZB hat bis jetzt vieles richtig gemacht, fürs Geldanlegen gibt es genug Alternativen.

Beatrice Schobesberger (Hypo Vorarlberger AG) und Ingeborg Bauer-Kunst (RBI AG) beim Frauen Finanz Salon.


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EXKLUSIVER BRANCHENTREFF

FONDS PROFESSIONELL Eröffnet wurde der Fonds-Kongress mit einer Diskussion zwischen Außenminister Sebastian Kurz (r.) und dem deutschen Wirtschaftsforscher Marcel Fratzscher (l.). Sie sprachen über die wirtschaftliche Zukunft Europas.

FONDS PROFESSIONELL KONGRESS 2017 1. UND 2. MÄRZ 2017 MESSE WIEN EXHIBITION UND CONGRESS CENTER

Die heimische und internationale Fondsbranche zeigte an zwei Tagen, was sie kann. Dachfondsmanager, institutionelle Anleger und Vermögensberater sprachen mit 100 Ausstellern und hörten sich Vorträge von mehr als 60 Fondsmanagern und Analysten an. Der Kongress war auch diesmal gut besucht. Ein kräftiges Lebenszeichen der Fondsbranche. Die Galanacht war einmal mehr der emotionale Höhepunkt des Kongresses. Im Palazzo Spiegelpalast wurde wild getanzt, Toni Mörwald tischte das Menü auf.

KATHREIN PRIVATBANK AG ACHTER KATHREIN TALK

Armin Wolf (ORF) moderierte humorvoll eine Diskussion mit Christina Dornaus (Wiener Städtische Versicherung AG), Bernhard Ramsauer (Semper Constantia Privatbank AG), Eckhard Sauren (Sauren Gruppe) und Klaus Kaldemorgen (Deutsche Asset Management).

2017 RICHTIG INVESTIEREN

15. FEBRUAR 2017 SKY KONFERENZ AM STADTPARK, WIEN

Susanne Höllinger (Kathrein Privatbank AG) hatte zum Thema: „Was bringt das Jahr 2017 – sind Sie richtig investiert?“ eingeladen. Mehr als 100 Finanzinteressierte folgten ihrem Ruf. Ex-RZB-General Walter Rothensteiner sprach über die Auswirkungen der Fusion von Raiffeisen Bank Interna­ tional AG und Raiffeisen Zentralbank Österreich AG. Peter Brezinschek (Raiffeisen Research) gab einen launigen Ausblick auf die Kapitalmarktentwicklungen des Jahres, und Harald Holzer (Kathrein Privatbank AG) präsentierte wichtige Investitionsentscheidungen trotz schwierigen Marktumfelds.

Walter Rothensteiner (Raiffeisen Zentralbank Österreich AG), Susanne Höllinger (Kathrein Privatbank AG) und Werner Kaltenbrunner (Raiffeisen Bank International AG) sorgten für einen spannenden Abend.

BEWERTUNG

Location Publikum Inhalt/Redner Börsenfaktor

Susanne Höllinger (Kathrein Privatbank AG) freute sich über die hohe Anzahl der Gäste, hier im Bild mit ­Helga Bauer (l.).

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Mit dabei waren Witold Szymanski (Lincoln International), Peter Brezinschek (Raiffeisen Research) und ­Helfried Marek.


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BÖRSENTALK

ANLAGE TROTZ TRUMP UND BREXIT

Ulrich Kater (Deka Bank Deutsche Girozentrale), Moderator Dominik Hojas (Der Börsianer), Erich Stadlberger (Oberbank AG), Alois Wögerbauer (3 Banken Generali Investment) und Hausherr Josef Weißl (Oberbank AG) vor Beginn des Forums.

OBERBANK AG FINANZMARKT FORUM 1. MÄRZ 2017 OBERBANK DONAU-FORUM, LINZ

Beim runden Tisch sprach neben Erich Stadlberger (Oberbank AG) auch Alois Wögerbauer (3 Banken Generali Investment) über Tipps zur Vermögensveranlagung. Fazit: An Aktien führt kein Weg vorbei.

Knapp 1.000 Gästen waren dem Ruf der Oberbank AG nach Linz gefolgt. Referiert wurde über die zunehmenden externen Einflussfaktoren auf globale Kapitalmärkte.

FONDSPROFIS UNTER SICH

Mit dem Dank für die Auszeichnung als beste Universalbank Österreichs leitete Josef Weißl (Oberbank AG) den Abend ein und begrüßte die zahlreichen Gäste. Hauptreferent des Forums war der Chefvolkswirt Ulrich Kater (Deka Bank Deutsche Girozentrale). Er ist sich sicher, dass Europa mit Abschottungsstrategien nicht weiterkommt, und hat doch Hoffnung, was den globalen Aufschwung betrifft.

MORNINGSTAR DEUTSCHLAND MORNINGSTAR AWARDS 2017 23. MÄRZ 2017 PARK HYATT VIENNA, WIEN

Bei den jährlichen Morningstar Awards wurden die besten Investmentfondsgesellschaften, Einzelfonds und ihre Portfoliomanager ausgezeichnet. Höhepunkt war dabei die Verleihung des „Best Fund House Awards“. Diesen räumten Fidelity International Österreich in den Kategorien Equity und Multi-Asset sowie Invesco Asset Management Österreich in der Kategorie Fixed-Income ab. Danach wurde ausgelassen gefeiert.

Ali Masarwah (Morningstar, rechts) feierte mit den Ausgezeichneten Anton Kuzmanoski (Allianz Invest KAG) und Kurt Eichhorn (Kepler Fonds KAG, links).

BEWERTUNG

Location Publikum Inhalt/Redner Börsenfaktor Günther Bachner (Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien), Ronald Holzmann (FIL Fondsbank) und Adam Lessing (Fidelity Österreich) waren gutgelaunte Gäste.

Den Sieg in den fünf Fondskategorien holten sich iShares ATX, Allianz Invest Rentenfonds, Kepler Vorsorge Mixfonds, JPM Europ Strategic Growth und LGT Sustainable Equity Global.

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@WIENERBERGER

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QUELLE: TWITTER

MARKTGEZWITSCHER

Our CEO Heimo Scheuch met @UKTradeMinister Lord Mark Price for inspiring discussions at the BritishEmbassy in Vienna @UKinAustria

@BKSBANK

Was ein Vorstandsvorsitzender bei uns alles können muss: Mathe in der 3. NMS unterrichten @Teach­ ForAustria http://to.verbund.com/2mQ2rFL #fellowpower

@SIMMOAG

Das dritte #Frauenkarriereprogramm wurde erfolgreich abgeschlossen: http://bit.ly/2n5XskS Vorbildliche #Frauenförderung zum #Weltfrauentag

@VOESTALPINE

@UNIQAGROUP

Weitere Eindrücke von der MIPIM inklusive einer der wahrscheinlich schönsten Lunch-Aussichten #MIPIM2017 #Cannes

Hartwig Löger, CEO #UNIQA Österreich, begrüßt als Hauptsponsor die TN d Fackellaufs d Special Olympics World Winter Games 2017 #austria2017

Voestalpine-CEO Wolfgang Eder zu Gast beim Zukunftssymposium anlässlich von 50 Jahre @ jkulinz in #Linz

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Bundeskanzler Kern und Infrastrukturminister Leichtfried heute zu Besuch bei AT& S

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PORTRÄT

ZEHN FRAGEN AN CHRISTOPH MOSER

IMPRESSUM: Chefredakteur/Herausgeber: Dominik Hojas, d.hojas@derboersianer.com Stv. Chefredakteurin (CvD): Ingrid Krawarik, i.krawarik@derboersianer.com Redaktion: Reginald Benisch, Florian Gartler, Julia Kistner, Raja Korinek, Martin Kwauka, Thomas Müller, Lukas Sustala, Barbara Ottawa, Robert Winter

→ VITA CHRISTOPH MOSER PARTNER WEBER RECHTSANWÄLTE

Leserbeirat: Heike Arbter, Peter Bartos, Mathias Bauer, Edi Berger, Stefan Böck, Stefan Brezovich, Diana Klein, Bernhard Grabmayr, Fritz Mostböck, Wilhelm Rasinger

Der seit 2011 als Rechtsanwalt tätige Christoph Moser legt vollen Einsatz an den Tag, um seine Ziele zu erreichen. Er ist sich aber auch der Bedeutung von glücklichen Zufällen bewusst. Wäre der dynamische Anwalt nicht Partner einer Kanzlei, würde sein Name jetzt wohl die Türen eines Restaurants zieren.

Anzeigenverkauf: Michael Berl (Leitung), m.berl@derboersianer.com; Miriam Haider, m.haider@derboersianer.com; ­Sabine Mitterbacher, s.mitterbacher@der boersianer.com; es gilt die Anzeigenpreisliste 2017!

ST

LESERPO

Verlag/Medieninhaber: Wayne Financial Media GmbH (FN: 399197 f, HG Wien), Bösendorferstraße 4 / 20, A-1010 Wien, Telefon: +43 (0) 1 920 523 4, Fax: +43 (0) 1 954 433 2, E-Mail: office@waynemedia.at, Web: www.waynemedia.at

n@ redaktio m n ia er.co derboers

Welche Eigenschaften haben Sie dorthin

Bei welchem Investment haben Sie sich

gebracht, wo Sie heute stehen? - Mein

so richtig verzockt? - Verzockt habe ich

grundsätzlich großes Interesse an Men-

mich bei Libro-Aktien ordentlich. Aber

schen, an neuen Dingen und an kniffli-

bei keinem anderen Investment habe

gen Herausforderungen. Und die rich-

ich schlussendlich je mehr gelernt.

tige Mischung aus Zufällen, Einsatz und dem täglichen Kampf gegen den „inne-

Welches Vorurteil gegenüber dem Ka-

ren Schweinehund“.

pitalmarkt ärgert Sie am meisten? - Die pauschale Dämonisierung von Ban-

Welchen Beruf würden Sie ausüben, wenn

kern als geldgierige wandelnde Inter-

Sie nicht in der Finanzbranche tätig wä-

essenkonflikte.

ren? - Vermutlich wäre ich Gastronom geworden mit eigenem Restaurant.

Was assoziieren Sie mit Gordon Gekko und dem Film „Wall Street“? - Hellblaue

Von welchen Quellen beziehen Sie Ihre

Hemden, Hosenträger und dass „greed

Fachinformationen? - Klassische Wirt-

is good“ nicht immer gewinnt.

Geschäftsführer: Michael Berl, Dominik Hojas Produktion: Grafik: Martin Jandrisevits, Titanweiß Werbeagentur GmbH; Fotos: Dieter Brasch, Barbara Ster, Unternehmen beigestellt; Lektor: Armin Baumgartner; Kursdaten: TeleTrader Software GmbH, Schlusskurse vom 17.03.2017, keine Gewähr für die Richtigkeit der Daten; aus Gründen der Text­ökonomie verzichten wir auf geschlechts­ spezifische Formulierungen. Druckerei/Nachhaltigkeit: Das Magazin wurde nach Richtlinien des Österreichischen Umweltzeichens bei der Druckerei Ferdinand Berger und Söhne GmbH (10.000 Stück) auf nachhaltigem Papier (Umschlag: Claro Silk 250 g, Kern: Furiso 100 g) gedruckt.

schaftszeitungen, Rechtspublikationen, Onlinemedien sowie aus zahlreichen in-

Dieser Investor ist für mich eine Legen-

teressanten persönlichen Gesprächen.

de? - Warren Buffett als Value-Investor, der neben den legendären Invest-

Welchen Teil lesen Sie in Ihrer Zeitung zu-

ments vor allem durch seinen Humor

erst? - Wirtschaftsteil, gefolgt von Rei-

brilliert. Nicht nur dann, wenn sein

se- und Sportteil.

Name zum hundertsten Mal falsch ge-

Das Österreichische Umweltzeichen für Druckerzeugnisse, UZ 24, UW 686 Ferdinand Berger & Söhne GmbH.

schrieben wird. Wenn ich nicht gerade arbeite, verbringe

Unbenannt-1 1

ich meine Zeit am liebsten mit ... - Mei-

Champagner und Austern oder „a Eitrige

ner Ehefrau, egal ob auf gemeinsamen

und a 16er-Blech“? - Was gibt es schöne-

Reisen, beim Kochen und Essengehen.

res als Champagner mit einer Eitrigen?

90

07.07.20

Die nächste Ausgabe erscheint um den 22. Mai 2017. Bis dahin täglich: www.derboersianer.com


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