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Nr. 16, 4. Quartal 2016 ∙ 12 Euro

ÖSTERREICHS FINANZMAGAZIN

INTERVIEW

GEWAGTE WEGE DER INDUSTRIEKAPITÄNE

NEU: FINANZBLOG → DERBOERSIANER.COM

Finanzvorstände DIE WAHREN KRISENGEWINNER

→ SEITE 74

Insiderhandel STRENGERE REGELN FÜR DIE BÖRSE

DANIEL

RIEDL

ng i k n Ra EN

EST 50 B WÄLTE E I D N NZA A N I F

DER ARCHITEKT DER KURSRALLYE

RENDITE

DIE ZEIT DER ZINSSTRATEGEN → SEITE 26

WOLFRAM LITTICH GIGANTISCHE BLASE

WILHELM RASINGER KRITISCHE REGULIERUNG

HARALD MAHRER IMPULSE FÜR BÖRSE


EDITORIAL

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AUSGABE NR. 16, 4. QUARTAL 2016

Nr. 16

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DOMINIK HOJAS Chefredakteur DerBörsianer

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Rankin

DIE 50 BES FINANZA TEN NWÄLT E

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16

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Liebe Börsianer,

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ich möchte mich zuerst in eigener Sache an Sie wenden: Ab dem aktuellen Heft mit Rekordumfang drucken wir in nachhaltiger Weise. Diese Entwicklung macht uns stolz. Denn ein starker heimischer Kapitalmarkt braucht starke Medien. Wir danken für Ihre Treue. Mit Ihrem Vertrauen gehen wir demütig um. Die positive Energie nutzen wir, um die Zukunft zu gestalten. Das ist notwendig, denn der Kapitalmarkt in Österreich bildet laut zahl-

VON GLOBALEN CHAMPIONS PROFITIEREN mit dem Threadneedle (Lux) Global Focus Fund

Hochklassige Unternehmen wie Google und Colgate haben in den vergangenen Jahren mit hohen Anlageerträgen erfreut – während andere Unternehmen enttäuschende Ergebnisse vorgelegt haben und die Aktienmärkte starke Kursschwankungen zu verkraften hatten. Diese globalen Champions haben eines gemeinsam: strukturelle Wettbewerbsvorteile, durch die sie über lange Zeiträume nachhaltig hohe Erträge erwirtschaften können. Nach diesem Prinzip investieren wir. Wir halten Ausschau nach Unternehmen mit nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen. Dass dieser Ansatz nachhaltig von Erfolg gekrönt ist, stellte Dave Dudding bereits mit dem Threadneedle European Select Fund unter Beweis, der im Übrigen eine 30-jährige Erfolgsbilanz vorweisen kann.

reichen Studien das Schlusslicht. Jetzt wird der Druck erhöht und für eine Kapitalmarktreform aufgerüstet, wie Hans Weitmayr (S. 84) berichtet. Mutige Entscheidungen braucht es ebenso in der Industrie, um erfolgreich zu sein. DerBörsianer hat in einem Round-Table-Gespräch (S. 74) mit den Vorstandschefs von Voestalpine AG, Verbund AG und Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG über ihre Geschäftsmodelle und Investitionskriterien diskutiert. Für Vorstände wie Wolfgang Eder, Wolfgang Anzengruber oder Gerald Grohmann kann es mit der Verschärfung des Börsengesetzes teuer werden. Unternehmen und Manager werden zukünftig daher noch vorsichtiger agieren müssen. Was ihnen Juristen raten (S. 48), hat Thomas Müller recherchiert. Neu ist die Rubrik „Rendite“, in der wir die Marktmeinung bündeln und erweitern. Raja Korinek in „Die Zeit der Zinsstrategen“ (S. 26) und Reginald Benisch „Erfolgsrezepte bewährter Asset-Manager“ (S. 36) haben dafür er-

Seit April 2013 verantwortet er auch den Thread­needle (Lux) Global Focus Fund. Mit diesem Fonds hat er die Möglichkeit, all seine I­deen umzusetzen, ohne regional eingeschränkt zu sein. Der Fonds befindet sich seit seiner Auflegung immer im 1. Quartil seiner Vergleichsgruppe und konnte diese über 1, 2, 3, 5 und 10 Jahre schlagen*. Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte: Columbia Threadneedle Investments Herbert Kronaus Country Head Austria Telefon: +43 1 53712 4211 E-Mail: Herbert.kronaus@ columbiathreadneedle.com

tragreiche Investments für notleidende Portfolios gesucht und gefunden. Bleibt wie gewohnt DerBörsianer des dritten Quartals (S. 08): Daniel Riedl. Der Immobilienmanager erklärt den fulminanten Höhenflug der Buwog AG nach dem Spin-off der Immofinanz AG an der Börse. Niedrige Zinsen und Übernahmefantasien beflügeln sein Geschäft zusätzlich.

Viel Vergnügen wünscht Ihnen

Dominik Hojas d.hojas@derboersianer.com

Wichtige Informationen. *Quelle: Morningstar. Daten per 31. Juli 2016. Die frühere Wertentwicklung ist kein Indikator für die künftige Wertentwicklung. Der Wert von Anlagen und Erträgen ist nicht garantiert. Er kann ebenso gut fallen wie steigen und zudem durch Wechselkursschwankungen beeinträchtigt werden. Ein Anleger erhält daher möglicherweise nicht den gleichen Betrag zurück, den er ursprünglich investiert hat. Diese Veröffentlichung dient lediglich der Information und stellt kein Angebot zum Kauf von Wertpapieren oder anderen Finanzinstrumenten noch eine Anlageberatung und eine Investmentdienstleistung dar. Das Research sowie die Analysen, auf die hier Bezug genommen wird, wurden von Columbia Threadneedle Investments im Rahmen des eigenen Anlagenverwaltungsgeschäfts durchgeführt, und die Ergebnisse derselben sind möglicherweise bereits vor der Veröffentlichung dieser Informationen genutzt worden und werden hier lediglich als Hintergrundinformationen zur Verfügung gestellt. Alle zum Ausdruck gebrachten Meinungen entsprechen dem Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung, können jedoch ohne Benachrichtigung geändert werden. Herausgegeben von Threadneedle Asset Management Limited („TAML“). Eingetragen in England und Wales unter der Nr. 573204; eingetragener Firmensitz: Cannon Place, 78 Cannon Street, London EC4N 6AG. Im Vereinigten Königreich zugelassen und reguliert von der Financial Conduct Authority. Columbia Threadneedle Investments ist der globale Markenname der Columbiaund Threadneedle-Unternehmensgruppe. columbiathreadneedle.com


AUSGABE NR. 16

26

FINANZPLATZ DER ARCHITEKT DER KURSRALLYE 08 Seit dem Spin-off von der Immofinanz AG hat die Buwog AG unter Daniel Riedl, DerBörsianer des dritten Quartals 2016, einen fulmi-

INTERVIEW

Der Architekt der Kursrallye

nanten Höhenflug an der Börse

08

erlebt. Niedrige Zinsen und Übernahmefantasien sprechen auch weiterhin für die Aktie.

ROUND TABLE

Mit den Chefs von Voestalpine AG, Verbund AG und Schoeller Bleckmann AG

74

INFO INDEX

16

RECHT Strengere Regeln für den Kapitalmarkt

48

INDUSTRIE Marktbereinigung: Mut zu unpopulären Maßnahmen

74

VORSORGE Kollektivvertrag mit Pensionsanspruch?

80

BÖRSE Herkulesaufgabe Kapitalmarktreform

84

3 Banken Generali Investment

38

Buwog AG

Agrana Beteiligungs-AG

20

CA Immobilien Anlagen AG

Allianz Global Investors

31

CBRE 62

Finanzmarktaufsicht 50

Allianz Gruppe

32, 56

8

FINANZEN CFOs - Die wahren Krisengewinner

60, 63, 95

Erste Immobilien KAG

59

Europäisches Forum Alpbach

96

CHSH

66, 71

Freshfields Bruckhaus Deringer

AXA Investment Managers

31

CMS Reich-Rohrwig Hainz

67, 71

Herbst Kinsky

67, 71

Bank Gutmann AG

24

Conwert Immobilien Invest SE

60

Immofinanz AG

60, 63

BDO Austria

64

Deloitte Österreich

65

Interessenverband für Anleger

Binder Grösswang

71

Dorda Brugger Jordis

BKS Bank AG

54

Ergo Austria International AG

BNP Paribas Investment Partners

29

Erste Asset Management

Brandl & Talos

71

Erste Group Bank AG

INDEX: AUSZUG VON UNTERNEHMEN IN DIESER AUSGABE

4

52, 71

53, 70

53

Invesco 28

56

Kepler Cheuvreux

35

19, 31

Kepler Fonds KAG

58

Konsequent Wondrak

82

35, 54, 55


INHALTSVERZEICHNIS

CFOS

32

RENDITE WIENER BÖRSE  Chartvergleich der Aktienmärkte

22

16

BRANCHEN

MEINUNGEN

Darüber spricht man: News,

MARTIN KWAUKA Jedes neue Konto ein Verdachtsfall

06

WOLFGANG MATEJKA Ein Funken Hoffnung für den ATX

22

Trends, Köpfe und Events

BÖRSENRADAR  23 Aktuelle Investorenstimmung PORTFOLIO Die Asset Allocation der Bank Gutman AG

24

NIEDRIGZINSEN Die Zeit der Zinsstrategen

FONDS58 AKTIEN60 IMMOBILIEN62 BERATER64 RECHT66 KOMMUNIKATION68

SEITENBLICKE 26

BÖRSENWETTER34 Entwicklung der W ­ eltbörsen und Analystenstimmen VERANLAGUNG Erfolgsrezepte bewährter Asset-Manager

VERSICHERUNGEN56

36

KURSE42 Topperformer: Aktien, Fonds, Anleihen und Rohstoffe STATISTIK46 Börsen- und Wirtschaftsdaten

RANKING Die 50 besten Finanzanwälte in Österreich

BÖRSENTALK94 Wo sich die Finanzwelt trifft MARKTGEZWITSCHER97 Das wurde im Netz getwittert PORTRÄT98 Susanne Reindl, IR-Leiterin Telekom Austria AG

Diese Ausgabe wurde nach Richtlinien des Österreichischen Umweltzeichens bei der Druckerei Ferdinand Berger und Söhne auf nachhalti-

STEFAN BRUCKBAUER Konsum versus Brexit

34

gem Papier (Umschlag, Kern) gedruckt. Die Umstellung der Produktion ist für uns ein lo-

WILHELM CELEDA 54 Was bewegt den Aktienmarkt? WOLFRAM LITTICH Selbstfahrende Autos

56

HEINZ BEDNAR Mifid II: Aufgeschoben, aber nicht aufgehoben

58

gischer Schritt, unserer DNA gerecht zu werden. Vor allem nach dem großen Erfolg der „Edition grün“. PERSONALIEN Ingrid Krawarik ist seit dem

69

SO DENKT DIE POLITIK 90 Presseförderung für Medien

Ad-hoc der Redaktion NACHHALTIGKEIT

BANKEN54 MARKTMEINUNGEN  23 Börsenausblick der Österreich-Fonds-Manager

Die wahren Krisengewinner

1. September 2016 neue stellvertretende Chefredakteurin und Chefin vom Dienst. Sie kommt vom „Wirtschaftsblatt“. Zu ei-

BETTINA SCHRAGL Quartalsbericht im Fokus

60

nem Wechsel kommt es auch bei den Kolumnisten. Wolfram Littich folgt Günter Gey-

PETER BARTOS 64 Steuerliche Diskriminierung ALBERT BIRKNER Nachrangig, aber nicht out

66

PETER FELSBACH Lehrstellen für Flüchtlinge

68

er in der Rubrik Versicherungen und Bettina Schragl übernimmt die Investor-Relations-Kolumne von Matthias Stieber. REKORDUMFANG Das Magazin hat einen Rekordumfang von 100 Seiten. Also noch mehr Platz, um Ihnen von den Entwicklungen am heimischen Finanzplatz zu berichten, auch in

Matejka & Partner A. Management

22

Roland Berger

17, 65

Union Investment

23, 28, 59

Oberbank AG

54

Salus Alpha

der neuen Rubrik „Rendite“,

35

Valida Holding AG

83

OMV AG

17

in der wir Sie mit Marktmei-

SBO 74

VBV Pensionskasse AG

30

Österreichische Post AG

nung versorgen.

61

Schoellerbank AG

Verbund AG

74

Petro Welt Technologies AG

66

Schönherr 71

Vienna Insurance Group AG

Pioneer Investments Austria

23

Shell Austria

82

Voestalpine AG

PWC Österreich

65

Siemens AG Österreich

82

Wiener Börse AG

62

Wiener Privatbank SE

Raiffeisen Centrobank AG Raiffeisen KAG

31, 34, 54 23

Signa Holding

38

56 68, 74 60, 68, 89 34

Spängler IQAM Invest

38, 59

Wifo 88

68, 98

Wirtschaftspolitisches Zentrum

RBI

18, 28, 55

Telekom Austria AG

RLB OÖ

30, 55, 58

UniCredit Bank Austria AG

34

5

Wolf Theiss

86

50, 67, 70

Weblinks werden in dieser Ausgabe mit einem → GELBEN BALKEN markiert.


MARKTGEFLÜSTER

MEINUNGEN

JEDES NEUE KONTO EIN VERDACHTSFALL

MARTIN KWAUKA JOURNALIST Martin Kwauka ist freier Wirtschaftsund Finanzjournalist. Im ­Auftrag von ­DerBörsianer füllt er diese Seite ­regelmäßig mit ­seinen ­Gedanken.

Schwarzgeld im Ausland hat ein Ablaufdatum. Wer Konten oder Lebensversicherungen im Ausland besitzt, wird ab 2017 dem heimatlichen Finanzamt gemeldet.

Dies hat auch einschneidende Konsequenzen für das Inlandsgeschäft: Bei jedem neuen Konto muss genau angegeben werden, ob der Kunde einen steuer-

„Die Branche geht schlecht vorbereitet in die neue Ära der Transparenz.“

erlichen Ansässigkeit im Formular zu

MARTIN KWAUKA

Regen stehen zu lassen. Millionen Ös-

lich relevanten Auslandsbezug hat. Die

beantworten ist. Das solle der Kunde mit seinem Steuerberater klären. In der Praxis heißt das, die Kundschaft allein im

Berater bewegen sich dabei oft auf einem

terreicher haben gar keinen Steuerbera-

schmalen Grat zwischen dem Verlust von

ter. Das ist nicht nur für den Klienten ein Problem. Die globale Suche nach Schwarzgeld in Panama und

neuen Geschäften und empfindlichen Strafen. Mehr als 100 Staaten haben vereinbart, künftig Daten von

Co wird auch so manches legale Geschäft in Österreich platzen

ausländischen Bank- und Lebensversicherungskunden samt

lassen. Da kommt zum Beispiel ein Interessent und möchte

geparktem Vermögen auszutauschen. Ins Visier geraten nicht

endlich etwas für seine Altersvorsorge tun. Auch welches Pro-

nur notorische Steuerhinterzieher, sondern auch ehrliche Kun-

dukt geeignet ist, wird besprochen, und es geht ans Ausfüllen

den, zum Beispiel ein Österreicher mit Zweitwohnsitz am Mit-

des Vertrags. Doch die Frage nach einer steuerlichen Ansässig-

telmeer. Hier ist im Einzelfall abzuklären, ob das Ferienhaus

keit im Ausland kann vorerst nicht beantwortet werden. Und

steuerlich relevant ist und daher Kontodaten an den auslän-

selbst wenn „ja“ angekreuzt wird, ist die dann im Formular an-

dischen Fiskus zu verschicken sind. Seit 1. Oktober 2016 muss

zugebende ausländische Steuernummer unbekannt. Der Kunde

deshalb jeder Kunde bei der Eröffnung eines neuen Kontos ge-

geht unverrichteter Dinge – und kommt vermutlich nie wie-

fragt werden, ob er steuerlich auch im Ausland ansässig ist.

der. Sollte das der Berater ahnen und den saloppen Tipp geben,

Wenn der Kunde nicht weiß, was das bedeutet, oder er die Aus-

die Frage einfach zu ignorieren, riskiert er hohe Strafen von bis

sage absichtlich verweigert, darf nicht einmal eine Lebensver-

zu 200.000 Euro, im schlimmsten Fall sogar ein Strafverfahren

sicherung neu abgeschlossen werden.

wegen Beihilfe zum Steuerbetrug.

Die Branche geht schlecht vorbereitet in die Ära der Trans-

Banken und Versicherungen sind deshalb gut beraten, rasch

parenz. In der Praxis weiß kaum ein Bankmitarbeiter oder Ver-

Merkblätter mit Beispielen zu erstellen, die dem Kunden hel-

sicherungsvermittler, was der Begriff steuerliche Ansässig-

fen, das Kasterl über weitere steuerliche Ansässigkeiten mög-

keit genau bedeutet. Dabei sind hunderttausende österreichi-

lichst vor Ort beantworten zu können. In Zweifelsfällen hilft

sche Kunden möglicherweise betroffen. Das reicht vom betuch-

eine Hotline zum Steuerberater, um Zweifelsfragen abzuklä-

ten Kunden, der den Sommer in Mallorca und den Winter im

ren. Das bedeutet zwar Aufwand, ist aber eine Grundvorausset-

Schweizer Chalet verbringt, bis zum Arbeitnehmer mit Migra-

zung für das Neugeschäft. Nicht zuletzt kann eine kompeten-

tionshintergrund, der in Kroatien den früheren Familienwohn-

te Beratung über die anstehende weltweite Steuertransparenz

sitz übernommen hat. In solchen Fällen muss der Steuerstatus

dazu führen, dass so mancher Inlandskunde, der noch Konten

unter Berücksichtigung von Bestimmungen im Drittland und

im Ausland führt, diese auflöst und das Geld rasch nach Öster-

Doppelbesteuerungsabkommen aufwendig geprüft werden.

reich transferiert. Das führt nicht nur zu Mehrgeschäft, sondern nützt auch der Kundschaft, nicht in die Mühlen des globa-

Viele Institute machen es sich einfach und raten den Mitarbeitern, keine Auskunft zu geben, wie die Frage nach der steu-

len Datentransfers zu geraten. n

6


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WIEN

BERLIN

FRANKFURT

MÜNCHEN

WA R S C H A U

PRAG

BUDAPEST

BUKAREST


COVER

DER ARCHITEKT DER KURSRALLYE

Seit dem Spin-off von der Immofinanz AG im Jahr 2014 hat die Buwog AG unter Daniel Riedl, DerBörsianer des dritten Quartals 2016, einen fulminanten Höhenflug an der Börse erlebt. Niedrige Zinsen und Übernahme­ fantasien sprechen auch weiterhin für die Aktie. TEXT DOMINIK HOJAS, RAJA KORINEK FOTO CLEMENS BEDNAR


DANIEL RIEDL VORSTANDSVORSITZENDER BUWOG AG Der studierte Handelswissenschafter stand bereits in den ­Jahren 2004 bis 2011 an der Spitze der Buwog AG. Von 2008 bis 2014 war er Vorstand der Immofinanz AG, um danach im November 2013 als CEO wieder an die Buwog-Spitze zu gelangen. Dabei führte der gebürtige Linzer das ­Unternehmen über die Abspaltung von der Immofinanz AG auch gleich an die Börse.


FINANZPLATZ

Stratege. Buwog-Chef Daniel Riedl will sich mit den großen Immobilienkonzernen in Deutschland messen und richtet das Geschäft darauf aus.

S

eit dem Spin-off von der Immofi-

Dank voranschreitender Urbanisierung

Prozent bewertet. Das war letztendlich

nanz AG im Jahr 2014 hat die Aktie

in Großmetropolen wie Berlin und Ham-

auch der Grund für die sektorale Portfo-

der Buwog AG unter Vorstands-

burg steigt der Bedarf an den eigenen vier

liotrennung innerhalb der Immofinanz.

vorsitzendem Daniel Riedl einen fulmi-

Wänden weiter an. Günstige Gelegenhei-

Immerhin lag die Analystenschätzung

nanten Höhenflug an der Börse erlebt.

ten und niedrige Zinsen versüßen zudem

damals zwischen neun und elf Euro. Die

Der Marktwert des Immobilienkonzerns

neue Projektentwicklungen.

Erstnotiz lag letztendlich bei 13 Euro.

mit Börsenlistings in Frankfurt, Wien und

Hier kann man von einem echten Erfolg

Warschau hat sich in dieser Zeit um eine

Herr Riedl, am 28. April 2014 wurde die

stolze Milliarde Euro erhöht. Dem strah-

Buwog erstmals an der Frankfurter Bör-

lenden Image konnte selbst weder der

se mit 13 Euro gelistet. Was wollte man mit

Musste es unbedingt die Börse in Frankfurt

Privatisierungsskandal noch das rückläu-

der Abspaltung von der Immofinanz be-

sein? An der Wiener Börse war man darüber

fige Konzernergebnis im ersten Quartal

zwecken? - Die Immofinanz wurde da-

nicht sehr glücklich. - Uns war eine Visi-

2016/17 um 13 Prozent etwas anhaben. Im

mals mit einem Abschlag zu ihrem in-

bilität innerhalb der Peergroup wichtig.

Gegenteil, das Ende eines rasanten Auf-

neren Wert, dem sogenannten NAV, ge-

Und dies sahen wir eher in Deutschland

stiegs in die obere Liga der deutschen Im-

handelt. Das war eigentlich völlig un-

gegeben. Wir wollten bewusst nicht mit

mobilienplayer ist nicht in Sicht. Davon

gerechtfertigt, vor allem im Bereich der

österreichischen Immobilienunterneh-

ist Riedl im Interview im Buwog-Haupt-

Wohnimmobilien. Somit war die Bu-

men verglichen werden, sie werden alle

sitz am Hietzinger Kai in Wien überzeugt.

wog implizit mit einem Abschlag von 40

mit einem Abschlag zum NAV gehan-

10

sprechen.


FINANZPLATZ

delt, während die Topliga in Deutschland über ihrem NAV notiert. Woher kommt die derart große Diskrepanz bei den Bewertungen? - In Deutschland waren die Immobilienkonzerne schon immer fest im Bereich der Wohnimmobilien verankert. In Österreich gibt es einen starken Fokus auf Gewerbeimmobilien, aber auch auf Mittel- und Osteu-

- Wir hatten nie einen Vorbehalt gegen-

„Wir wollten aber ­lieber mit einer ­Deutsche Wohnen und ­Vonovia ver­ glichen werden.“

über der Wiener Börse. Wir wollten aber lieber mit einer Deutsche Wohnen und Vonovia verglichen werden. Schließlich sind unsere Anleger zum Teil auch in­ stitutionelle Großinvestoren wie Fidelity oder Blackrock. Inzwischen ist die Buwog-Aktie ohnedies Teil des ATX5-Index. Darauf sind wir stolz, und es bringt uns zusätzliche Aufmerksamkeit.

ropa. Das überzeugt derzeit die Anleger nicht so sehr.

Wollen Sie auch weiterhin ein „Pure-Play-

DANIEL RIEDL

er-Residential“ sein? - Inzwischen pro-

In Warschau, Polen, sind Sie auch no-

fitieren wir tatsächlich auch von unse-

tiert. - Die Betreuung fällt aber kaum

dernfalls polnische Investoren ihre Be-

ren Entwicklungsprojekten. Wobei An-

ins Gewicht. Das Listing hat histori-

stände verkauft hätten.

leger anfangs die Buwog-Aktie trotz der

sche Gründe. Früher war dort die ehe-

Entwicklungssparte gekauft hatten. In-

malige Immo­ finanz-Tochter, die Im-

An der Wiener Börse versucht man trotz-

zwischen kaufen sie die Aktie aufgrund

moeast, gelistet. Mit dem Listing der

dem zu überzeugen, dass es besser sei, ein

dessen. Wir sind ja mittlerweile stark im

Buwog wollten wir verhindern, dass an-

großer Fisch in einem kleinen Teich zu sein.

Neubau tätig.

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Realist. „Der Buwog-Skandal war nicht angenehm, wir sehen das aber sportlich“, sagt Daniel Riedl.

Und die Altlasten aus der Privatisierung sind

stellung. Der durchschnittliche Zins

anleihen wieder steigen, auch wenn ich

Sie inzwischen auch noch los. - Die Buwog

liegt derzeit bei 2,17 Prozent. Der wird

damit in nächster Zeit nicht rechne.

war nie in etwas involviert. Niemand ist

aber unter zwei Prozent rutschen, sobald

jemals auf einer Anklagebank geses-

die Wandelanleihe im nächsten Quartal

Immobilienaktien sind also ein Anleihen-

sen. Der Skandal war nicht angenehm,

buchhalterisch verarbeitet ist.

ersatz? - Bis zu einem gewissen Grad.

wir sehen das aber sportlich. Immerhin

Aber das ist nicht das Hauptmotiv, wes-

ist unser Bekanntheitsgrad unschlagbar,

Dann profitieren Sie eigentlich kräftig von

halb Investoren unsere Aktie kaufen. Ich

trotz des leicht negativen Touchs. Aber

sinkenden Zinsen? - Anfangs waren sie

betreue die Anleger sehr eng, und weiß,

auch das wird einmal vorbeiziehen.

schlecht für uns, da sich der allgemeine

dass sich Investoren sehr genau für un-

Marktzins immer weiter an unsere För-

ser Geschäftsmodell interessieren.

Sie haben zuletzt eine Wandelanleihe in der

derdarlehenskosten

Höhe von 300 Millionen Euro begeben. Das

Damit schmolz auch unser Finanzie-

Eine gute Kommunikation allein ist nicht al-

Volumen wirkt bescheiden, schließlich war

rungsvorsprung. Doch grundsätzlich ist

les? - Grundsätzlich muss das Geschäfts-

die Emission siebenfach überzeichnet. - Es

es von Vorteil, wenn man sich auf dem

modell passen, und der Sektor sowie das

gibt eine Faustregel am Markt, die be-

tiefen Niveau langfristig einloggen kann.

Sentiment müssen gerade einen Auf-

sagt, dass man nicht mehr als gut 15 Pro-

Allerdings wird man sich auch einmal die

schwung erleben. Das trifft vor allem auf

zent vom Marktkapital für die Emission

Frage stellen müssen, was wohl passie-

Deutschland zu. Zudem braucht es ein

von Wandelanleihen verwenden soll-

ren wird, wenn die Renditen von Staats-

tolles Team. Man darf Investoren keine

angeglichen

hat.

te. Deshalb bleibt es vorerst bei dieser

unrealistischen Versprechen machen,

Summe, zumal es keinen Sinn macht, zu

sollte sich aber ebenso wenig unter den

viel Kapital aufzunehmen, ohne es gleich sinnvoll einzusetzen. Und wie schaut grundsätzlich die Fremdfinanzierungsstruktur aus? - Unser Fremdkapital besteht zu einem Drittel aus heimischen Förderdarlehen und zu zwei Dritteln aus Bankkrediten. Wobei die durchschnittliche

Restlaufzeit

unse-

„In Wahrheit muss man sagen, sozialistischer als Wien geht es höchstens noch in Pjöngjang zu.“

rer Kredite bei 17 Jahre liegt. Das ist eine sehr konservative und langfristige Auf-

eigenen Scheffel stellen. Allerdings ist eine reine Wohnimmobilienstory leichter zu erklären als jene, an der ein Anteil auf die Projektentwicklung entfällt. Wo gibt es noch Luft nach oben? - Vor allem in Deutschland steigen die Mieten derzeit an. In Wien werden sie ebenfalls nachziehen. Hier wurde im Vorjahr die Indexierung ausgesetzt. Daher wird es

DANIEL RIEDL

heuer deutliche Mieterhöhungen geben.

12


FINANZPLATZ

Und wie schaut es konkret mit der Pro-

Auch aus der Projektentwicklung wird noch einiges kommen. Ein guter Teil der Gewinne stammte auch aus Aufwertungen. Wie lange geht das noch gut? - Die Bewertungen kommen von CBRE, einem externen Gutachter. Darauf haben wir keinen Einfluss. Allerdings macht es keinen Sinn, stille Reserven mitzutragen, damit würden wir

„Mehr, als dass man eine Rendite von gut 50 Prozent in Aussicht stellt, kann ein Management nicht tun.“

Anlegern etwas vorenthalten. Wir ziehen jetzt sogar die halbjährliche externe Bewertung auf das erste Quartal 2016/17

jektentwicklung aus? - Die Projektpipeline umfasst derzeit ein Volumen von 2,5 Milliarden Euro. Eine Milliarde davon entfällt auf Berlin, eine weitere auf Wien, der Rest auf Hamburg. Das soll in rund sechs Jahren verbaut sein. Wobei 500 Millionen aus dem Eigenkapital stammen, der Rest kommt von den Banken. Wir müssen also nicht immer zuerst auf die Finanzierung warten. Und

DANIEL RIEDL

die Kunden zahlen nach Bauabschnitt, ohne Abschlag.

vor, weil sich derart viel getan hat. Das Tempo nimmt deutlich zu. Aber Spiel-

ist die interne Verzinsung auf das ein-

Was machen Sie allerdings, wenn die 2,5

raum gibt es bei Bewertungen natürlich

gesetzte Kapital natürlich höher, da wir

Milliarden Euro verbaut sind? - Wir sind

immer.

auch mit einem gewissen Hebel arbei-

in einem revolvierenden Geschäft, es

ten. Sie liegt bei rund 15 Prozent. Wien

endet ja nicht einfach abrupt. Vielmehr

Wobei Sie die besseren Margen vermutlich

und Berlin sind hier ziemlich gleich pro-

kommt immer wieder neues Geschäft

in der Projektentwicklung erzielen? - Hier

fitabel.

dazu.

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FINANZPLATZ

Wie kann man sich die Kriterien für der-

nete man das heraus, würde der Leer-

Vor wenigen Monaten verkaufte die Sa-

artige Projekte etwa in Berlin vorstellen? -

stand auf unter drei Prozent sinken.

pinda Group ihren Anteil an der Buwog, womit sich der Streubesitz auf 90 Pro-

Wir entwickeln grundsätzlich nur große Projekte mit einer durchschnittlichen

Immer öfter liest man auch von einem

zent erhöht hat. Auch das Übernahme-

Größe von rund 200 bis 1.000 Wohnun-

möglichen Eingriff der Politik, wobei es in

karussell dreht sich immer schneller. Sind

gen. Am Stadtrand sind die Wohnungen

Deutschland bereits die Mietpreisbrem-

Sie die nächste Immogesellschaft, die sich

natürlich größer, im Stadtzentrum eher

se gibt. Haben Sie da keine Angst? - Nein,

mitdreht? - Unser Ziel ist es, organisch

kleiner, da es dort mehr Singles gibt.

absolut nicht. Ein Eingriff wäre nicht

zu wachsen. Wir versuchen daher nicht

Auch kümmern wir uns etwa um Bau-

sehr klug. Wobei ohnedies schon jetzt

krampfhaft zuzukaufen. Eine Über-

recht, Widmung und die Umwelt. Für

nahme der Buwog kann ich wiederum

die kommenden fünf Jahre ist dort die

nicht ausschließen und auch nicht ver-

Pipeline jedenfalls gesichert. Da ist es in Wien schon schwieriger, da hier die Baugründe bereits zu teuer sind. In Berlin gibt es wesentlich mehr verfügbares Land. Wie lange hält der Boom in Deutschlands Hauptstadt an? - In Berlin sind allein die Mietrenditen immer noch unter dem Niveau von Wien, obwohl die Preise auch dort schon gestiegen sind. Wir schauen daher genau, woher das Wachstum kommt, bevor wir neue Wohnungen bauen. Und das kommt eindeutig durch den Zuzug nach Berlin und Hamburg. Die Menschen wollen Eigentum in der Stadt. Inzwischen haben wir auch begonnen, Mietwohnungen in unseren Beständen in Berlin und in Hamburg zu bauen. In Wien sind wir zudem der größte Projektentwickler für freifinanzierte Wohnungen. Pro Jahr verkaufen wir 600 Wohnungen in Österreich. Das Geld wird teils für Dividenden, teils als Reinvestment in

hindern. Wobei der beste Übernahme-

INFO ZAHLEN

schutz freilich der hohe Börsenkurs ist.

Ergebnisse des Geschäftsjahres 2015/16 ▪ D  er FFO (Funds from Operations, Angabe zur Rentabilität) lag 2015/16 bei 64,8 Millionen Euro, ein Plus von 14,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. ▪ Das Konzernergebnis lag bei 239,9 Millionen Euro, ein Plus von 497,7 Prozent. ▪ Neubewertungsergebnis in Höhe von 190,8 Millionen Euro. ▪ Der EPRA NAV je Aktie liegt bei 20,18 Prozent, das ist ein Plus von 13,4 Prozent. ▪ Der Leerstand liegt bei 3,4 Prozent, wobei er in Deutschland 2,1 Prozent und in Österreich 4,7 Prozent beträgt. ▪ Die durchschnittliche Verzinsung der Finanzverbindlichkeiten liegt bei 2,19 Prozent. ▪ Derzeit sind 971 Einheiten im Bau mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 2,5 Milliarden Euro. ▪ Eine Dividende von 0,69 Euro pro Aktie wurde der Hauptversammlung vorgeschlagen.

Deutschland eingesetzt.

QUELLE: BUWOG AG

Aber es ehrt uns natürlich, dass wir ins Gerede kommen. Konkrete Angebote hat es bis dato noch keine gegeben, auch wenn es im Zuge des Abbaus der Anteile der Immofinanz Gespräche mit fast allen Marktplayern gab. Aber jetzt haben Sie die Braut so hübsch gemacht, da wäre es fast eine Beleidigung, wenn kein Angebot käme. Für die Deutsche Wohnen, deren Marktkapitalisierung gut fünfmal so groß ist, wäre die Buwog ein interessanter Bräutigam. - Wie gesagt, an uns ist noch niemand konkret herangetreten. Andere Mitbewerber, wie etwa die Conwert werden ja gerade von einem deutschen Konzern übernommen. Allerdings ist die Buwog-Aktie stark gestiegen, von 13 auf ein Rekordhoch von 24 Euro. Was könnten da noch wesentliche Treiber für den Aktienkurs sein außer einer Übernahmefantasie? - Eine Übernahmefantasie ist zwar nett, aber nicht et-

Weshalb verkaufen Sie nicht mehr? -

rund 75 Prozent der Wohnungen in

was, das wir im Management schüren.

Wenn man nicht vor einer ganz gro-

Wien reglementiert sind. Nur 25 Pro-

Unser Haupttreiber ist die Profitabili-

ßen Akquisition steht, macht es kei-

zent sind in Wien tatsächlich freifinan-

tät. Immerhin haben wir im abgelau-

nen Sinn, alle Wohnungen auf einmal

zierte Wohnungen. In Wahrheit muss

fenen Geschäftsjahr einen FFO (Anga-

zu verkaufen, die nicht in das Portfolio

man sagen, sozialistischer als Wien

be zur Rentabilität) von 99,4 Millionen

passen. Denn dann sitzt man auf einem

geht es höchstens noch in Pjöngjang

Euro erzielt. Dabei haben wir angekün-

Berg an Cash.

zu. Allerdings profitieren wir ja alle vom

digt, dass er in drei Jahren auf 150 Mil-

sozialen Wohnbau und somit vom sozi-

lionen Euro steigen soll. Mehr, als dass

Allerdings liegt der Leerstand bei 3,4 Pro-

alen Frieden. Damit hat auch er seine

man eine Rendite von gut 50 Prozent in

zent. Sind Sie damit zufrieden? - Ein Teil

Berechtigung, solange dadurch der ge-

Aussicht stellt, kann ein Management

davon erklärt sich mit den Einzelwoh-

meinnützige Wohnbau keinen unfairen

nicht tun. Und zwar nicht durch Fan-

nungsverkäufen. Schließlich verkaufen

Vorsprung gegenüber dem gewerbli-

tasie, sondern durch konkrete Projekte,

wir die Einheiten ja unbewohnt. Rech-

chen Wohnbau bekommt.

die laufend im Entstehen sind. n

14


Mit Intelligentem Wachstum zu mehr Leistung und Ergebnis Die Produktionsleistung der PORR legte im ersten Halbjahr 2016 um 11,1 % auf EUR 1.663 Mio. zu. Das EBT wuchs erwartungsgemäß um 25,1 % und erreichte EUR 21,4 Mio. Das Periodenergebnis lag mit EUR 16,3 Mio. sogar um 50,2 % über dem Vergleichswert des Vorjahres.

auf bonitätsstarke Heimmärkte wird durch den hohen Leistungszuwachs in genau diesen Märkten bestätigt.

Gleichzeitig verzeichnete die PORR im Berichtszeitraum einen hohen Anstieg bei Auftragseingang und Auftrags­ bestand. Der Auftragsbestand stieg per 30. Juni 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 13,5 % auf EUR 5.481 Mio. Der Auf­ tragseingang wurde um EUR 13,0 % auf EUR 2.564 Mio. gesteigert und lag damit deutlich über der im Berichtszeitraum abgearbeiteten Leistung. Die Strategie des Intelligenten Wachstums mit Fokus

Zu den größten Auftragseingängen seit Jahresbeginn zählen die Umfahrung Bratislava und das Al Wakrah­Stadion für die Fußball­Weltmeisterschaft Katar 2022 in Doha. Weitere Großaufträge waren das Bürohaus Europaallee/Bau­ feld F in Zürich, die S6 Koszalin–Sianow in Polen und mit dem Zalando Campus ein weiteres bedeutendes Hochbau­ projekt in Berlin. Die S8 Erweiterung Poręba–Ostrow in Polen, das Projekt

porr-group.com

Parallel führten eine signifikant ver­ besserte Kostenstruktur und die kon­ sequente Prozessoptimierung zu einem deutlichen Ergebniswachstum.

„Business Garden Bukarest“ oder die Wohnhausanlage Triester Straße 40 in Wien trugen unter anderem maßgeblich zur Steigerung des Auftragseingangs bei. Positiver Ausblick 2016 Der Geschäftsverlauf zum Halbjahr 2016 bestätigt den positiven Ausblick auf das Gesamtjahr. Alle Heimmärkte weisen ein kräftiges Leistungsplus aus, hinzu kommen die zufriedenstellende Entwicklung in Katar sowie die viel­ versprechende Expansion in die neuen Märkte Norwegen und UK. Intern wird diese Entwicklung durch die „Roadmap 2020“, eine Strategie zur Digitalisierung von Baustellen und Arbeitsabläufen, unterstützt.


Kronprinz. Schafft der Finanzvorstand den Spagat zwischen Extrovertiertheit und Verlässlichkeit, ist er nahezu zwangsläufig genau eines: der natürliche Nachfolgekandidat für die Position des Vorstands­chefs.

© CARO / PICTUREDESK

FINANZEN


FINANZPLATZ

CFOS – DIE WAHREN ­KRISENGEWINNER Die Roland-Berger-Studie „Rechnen ist Silber, reden ist Gold“ ortet einen deutlichen Bedeutungsgewinn der Finanzvorstände seit dem Krisenjahr 2008. Mit der Bedeutung wächst aber auch die Komplexität der Aufgabe. TEXT HANS WEITMAYR

S

ic transit gloria mundi“, so ver-

global agierende Berater eigene Studien

Deren frisch bestellter Finanzvorstand

geht der Ruhm der Zeit. Das an

zu dem Thema herausbringen. Zuletzt

Reinhard Florey findet, „dass sich die

sich pessimistische Zitat könnte

geschehen durch Roland Berger mit

Rolle des CFO in den vergangenen Jah-

man im Fall der Managerspezies Chief Fi-

dem Papier „Rechnen ist Silber, Reden

ren stark verändert hat – von der Posi-

nancial Officer (CFO), also salopp formu-

ist Gold“. Die Studie, die in Kooperation

tion des Zahlenverwalters zum Zahlen-

liert „Finanzchef“, auch positiv deuten.

mit der HHL Leipzig Graduate School of

kommunikator. Er ist sowohl Entschei-

Das „transit“ wäre also nicht als „verge-

Management entstanden ist, beleuchtet

der in Finanzangelegenheiten als auch

hen“, sondern als „übergehen“ zu über-

„die Rolle des modernen CFO, der auf

kommunikativer Sparringspartner nach

setzen. Denn in Zeiten, in denen der Zu-

Augenhöhe mit dem CEO und gegenüber

innen und außen.

gang zu Kapitalmärkten immer wichti-

den Geldgebern auftritt“. Das wiederum

Dieses Rollenverständnis wird hier-

ger, die Information immer inflationärer

führt laut Matthias Holzamer, Partner

zulande tatsächlich auch schon seit ei-

wird, erleben die einst als Erbsenzähler

bei Roland Berger und federführendes

niger Zeit erfüllt. So etwa in Person

eher despektierlich betrachteten Top-

Mitglied der Autorschaft, dazu, „dass

von RBI-CFO Martin Grüll, der proak-

manager eine wahre Blütezeit. Zu tun ha-

der CFO dem CEO immer häufiger nach-

tiv auf die Presselandschaft zuging, als

ben könnte das mit den aktuellen finanz-

folgt. Derzeit hat etwas mehr als ein

das Raiffeisen-Institut große Problem

technischen Unsicherheiten und einer

Drittel der Vorstandsvorsitzenden von

in der Ukraine bekam. Hintergrund war

Epoche, die von der „Zeit“ als „posthero-

DAX-Unternehmen einen starken Fi-

damals der massive Verfall der Landes-

isch“ beschrieben wird, auch damit, dass

nanzhintergrund. Die strategische Er-

währung Hrywnja, der massive Auswir-

man von Blendern und Selberverkäufern

weiterung seiner Rolle prädestiniert den

kungen auf Assets und die Bilanz des

an der Konzernspitze genug hat und nach

Finanzvorstand, das Gesicht des Unter-

börsennotierten Unternehmens hatte

einem Managertypus sucht, der die Din-

nehmens zu sein für den Kapitalmarkt

und entsprechende Fragen bei den In-

ge nach klaren Regeln anpackt, nach ma-

und damit für die Kommunikation mit

vestoren aufwarf. „Ich würde Ihnen das

thematischen Regeln eben.

Investoren sowie mit Banken.“ Den Be-

gern näher auseinandersetzen“, ließ er

deutungsgewinn ortet man auch beim

den damals für den Finanzsektor zu-

Der CFO als Thronprinz

größten börsennotierten Industrieun-

ständigen Redakteur einer österreichi-

Das wird spätestens dann evident, wenn

ternehmen Österreichs, der OMV AG.

schen Tageszeitung wissen – und wähl-

17


FINANZPLATZ

INFO WISSEN Die bevorzugten Kommunikationskanäle der Finanzvorstände CFO-INVOLVIERUNG

33 47

54

57

33

86

47

53

15 40 43 31 7 13

7 One-on-oneMeetings 5 = sehr effektiv

13

7

Roadshows 4

3

2

Investorenkonferenzen

Analystencalls

7 IR-Website/ IR-Dokumente

7 Geschäfts-/ Zwischenbericht

1 = nicht effektiv QUELLE: ROLAND BERGER, HHL

te damit einen multiplikatorischen Kom-

klingt für einen Arbeitstag ohne Einrech-

sichtlich. Denn die Excel-Sheet-Spezia-

munikationsweg mit den Finanzmärk-

nung der Vorbereitung nach viel, ist aber

listen von früher verstecken sich inzwi-

ten. Im konkreten Fall erwies sich die of-

inzwischen ein Pensum, das für viele Kol-

schen nicht mehr nur hinter Geschäfts-

fensive Strategie zwar medial als produk-

legen in der DACH-Region als selbstver-

berichten oder anderer standardisierter

tiv, einen Karriereboost brachte ihm sein

ständlich erachtet wird. Demnach wen-

Kommunikation, sie suchen den direkten

Amtsverständnis allerdings nicht. Wie

den zwei Drittel der Finanzvorstände in-

Kontakt. Von den 45 befragten Finanz-

man weiß, ist das Raiffeisen-Universum

zwischen mindestens zehn Prozent ihrer

chefs halten 86 Prozent das Gespräch un-

aber auch eines, welches das Prädikat

Arbeitszeit für Finanzkommunika­ tion

ter vier Augen für einen „sehr effektiven

„parallel“ verdient. Und wer weiß, wel-

aller Art auf. Jeder Fünfte verbringt 20

Weg“ der Kommunikation.

chen Job Grüll jetzt hätte, hätte er seine

Prozent des Arbeitstags mit Finanzkom-

Das hat DerBörsianer neugierig ge-

Rolle anders angelegt. Der Vorstandsvor-

munkation, nur sieben Prozent vernach-

macht. Ist das tatsächlich so? Brauchen

sitzende der Raiffeisen Bank Internatio-

lässigen diesen Teil des Jobs, und weni-

Investoren den persönlichen Kontakt,

nal AG trägt jedenfalls inzwischen einen

ger als fünf Prozent wenden für diesen

wollen sie das Deo riechen, die Krawatte

anderen Namen.

Teil der Arbeit weniger als fünf Prozent

sehen, dem Finanzvorstand wirklich in

des Zeitpensums auf. Wie sehr sich An-

die Augen blicken? Oder ist es am Ende

Intensiver Diskurs

forderung und Selbstbild des Finanzvor-

doch das nackte Zahlenwerk. Die erste

Dennoch, das One-on-One damals war

stands gewandelt haben, wird wiederum

Intuition würde vielleicht darauf schlie-

für rund eine Stunde dimensioniert. Das

im genutzten Kommunikationskanal er-

ßen lassen, dass es doch die Fakten sind.

18


FINANZPLATZ

„Der CFO ist ­Entscheider und kommunikativer Sparringspartner.“

„Das persönliche ­Gespräch ist wichtig für langfristige Beziehungen.“

„CFOs müssen deutlich breiter aufgestellt sein als früher.“

REINHARD FLOREY

PETER SZOPO

STEPHAN BÜTTNER

Denn gerade die bilanztechnische Ex-

Finanzvorstände: „Ja, das persönliche

kurzfristige Effekte? Zumindest nicht

pertise ist es doch, die dem CFO nach der

Gespräch ist extrem wichtig. Es hilft,

aus Sicht der Finanzchefs. Sie sehen

Krise Rückenwind verliehen hat. Das zu

eine langfristige Beziehung aufzubau-

mehrheitlich vor allem einen Vorteil:

meinen würde aber bedeuten, die mitt-

en. Man lernt den Managementstil und

Und zwar jenen der Sicherstellung der

lerweile eingenommene Rolle des Er-

so die Charakteristik des Unternehmens

Finanzkommunikation. Auf einer Ska-

satz-CEO zu unterschätzen. Denn In-

besser kennen.“

la von 1 bis 5, wobei 5 die Bestnote dar-

vestoren wie beispielsweise Peter Szo-

stellt, wird der Zweck der Anschlussfi-

po, ein bekannter Haudegen in der Fi-

Finanzielle Benefits

nanzierung mit einer Durchschnitts-

nanzbranche,

Chief-Equity-

Doch was ist der Lohn der Arbeit? Fonds,

bewertung von 4,0 beziffert. Bemer-

Strategist bei Erste Asset Management

die ihre Aktien nicht verkaufen, Journa-

kenswerterweise hilft das bei Banken

mit

beim

listen, die das Unternehmen nicht in

mit einer Note von 4,2 mehr als bei der

Konkurrenten UniCredit Bank Austria

den Boden schreiben und für ein ne-

Kommunikation mit dem Finanzmarkt,

AG, bestätigt die Selbsteinschätzung der

gatives Sentiment sorgen – also eher

wo nur 3,7 erzielt werden. Beim zweiten

profunder

derzeit

Vergangenheit


FINANZPLATZ

ge und teilweise über narrative KinodoINFO WISSEN

kumentationen ausgetragene Auseinandersetzungen rund um das Thema Schie-

Vorteiler effektiver Finanzkommunikation 3,8 Sicherstellung der Anschlussfinanzierung

fergas. Dann ist es laut dem OMV-CFO Florey „wichtig, dass die Daten im Unternehmen transparent aufbereitet wer-

4,2

den. Diese Transparenz sichert eine ehrliche und aufrichtige Kommunikation.

3,1

3,5

Niedrige Finanzierungskosten

Diese Linie muss man dann auch langfristig beibehalten. Seit der Finanzkrise

3,3

2008 ist Vertrauen das wichtigste Asset

2,7 Strategische Erkenntnisse aus Austausch mit Investoren/Banken 1 (trifft nicht zu)

2

Kapitalmarktkommunikation

3

auf dem Kapitalmarkt.“ 4

(trifft voll zu) 5

Bankenkommunikation

Diese Wahrnehmung bestätigt auch Agrana-CFO Stephan Büttner, der seit 2014 die Finanzen des Zuckerkonzerns

QUELLE: ROLAND BERGER, HHL

verantwortet und diesen in das 25-JahrATX-Jubiläum führt. „Den klassischen

Hinsehen ist das Resultat jedoch schlüs-

dität und deren Entwicklung gehen.“ Je-

CEO gibt es zwar vereinzelt noch, in Zei-

sig. Die Zahl der Bankverbindungen ist

doch geht das nicht immer gut, wie Tors-

ten zunehmender Komplexität müssen

übersichtlicher als die der Investoren,

ten Oltmanns, Partner bei Roland Ber-

CFOs aber in der Regel deutlich breiter

womit der individuelle Kontakt leichter,

ger und Leiter der Abteilung Executi-

aufgestellt sein als früher.“ Was nicht

intensiver und somit effizienter funkti-

ve Communication, erklärt: „Schon bei

bedeutet, dass man bei allen, neu gefor-

oniert. Hinzu kommt, dass es die Ban-

den Leistungsparametern machen vie-

derten Kommunikations- und Informa-

ken den Finanzvorständen relativ ein-

le der von uns untersuchten Unterneh-

tions-Skills auf die Kernkompetenzen

fach machen. Sie verlangen in der Regel

men Fehler: Sie vertrauen zu sehr auf die

vergessen darf. „Denn um die vielfälti-

in die Vergangenheit gerichtetes Infor-

Macht der Indikatoren und schaffen zu

gen Aufgaben eines CFOs optimal erfül-

mationsmaterial – ein Sachverhalt, der

wenig Kontext.“

len zu können, sind das Grundverständnis des Geschäftsmodells und das Mit-

von den Studienautoren kritisiert wird. Sie regen an, bei der Kreditvergabe, ähn-

Das wichtigste Asset

wirken an der strategischen Ausrichtung

lich wie es an den Kapitalmärkten üblich

Nun könnte man sagen, dass sich das

des Unternehmens notwendige Voraus-

ist, Projektionen in die strategische Zu-

regulatorische Umfeld mit der Einfüh-

setzungen“, so Büttner.

kunft einzufordern.

rung der Transparenzrichtlinien beziehungsweise aufgrund der teilweise – und

Das CFO-Fazit

Vielschichtigkeit

vor allem für kleine und mittlere Unter-

Moderne Finanzkommunikation muss

Doch wie herausfordernd ist diese Kom-

nehmen – erleichterten Berichtsricht-

also das gesamte Spektrum abdecken,

munikation nun wirklich? Ulrich Lehner,

linien, entspannt haben sollte. Erleben

um die entsprechenden Ziele zu errei-

Aufsichtsrat bei der Deutsche Telekom

wir, kaum dass wir den Rollenwandel des

chen. Dazu zählen zum einen softe Pa-

AG und Thyssenkrupp AG, der aufgrund

Finanzvorstands geortet haben, bereits

rameter wie der langfristige Vertrauens-

der Konzerngrößen nicht selten mit in-

die Volte zurück zum Excel-Akrobaten?

aufbau zu Analysten, Investoren und Ka-

ternationalen Gegenübern zu tun hat,

Wohl eher nicht – denn wenn sich eine

pitalgebern. Zum anderen werden aber

meint: „Es kommt immer darauf an. Die

Baustelle schließt, tun sich die nächs-

auch ganz praktische, teilweise kurzfris-

Relevanz der Informationen hängt letz-

ten auf. So sind seit Juli dieses Jahres

tige Begünstigungen wie eine schnöde

ten Endes von den jeweiligen Informa-

verschärfte Marktmissbrauchsrichtlini-

Anschlussfinanzierung leichter erreicht.

tionsbedürfnissen der Adressaten ab:

en (siehe S. 48) in Kraft. Und per Jahres-

Schafft der Finanzvorstand den Spagat

Mancher Kapitalmarktinvestor möch-

wechsel kommen schärfere CSR-Richt-

zwischen Extrovertiertheit und Verläss-

te das große Ganze sehen und fokussiert

linien auf die Unternehmen zu. Gera-

lichkeit, ist er nahezu zwangsläufig ge-

sich primär auf die Equity-Story, wäh-

de der zweite Punkt betrifft ein Unter-

nau eines: der natürliche Nachfolge-

rend ein anderer auch das Hedging der

nehmen wie die OMV AG, das mit einem

kandidat für die Position des Vorstands­

Wechselkursrisiken bis ins kleinste De-

durchaus konfliktiven Geschäftsmodell

chefs. n

tail nachvollziehen möchte; einer Bank

aufwartet, besonders. Bereits in der Ver-

mag es wiederum primär um die Liqui-

gangenheit gab es immer wieder hefti-

20

→ WWW.DERBOERSIANER.COM/CFO


Kapitalerhöhung: Zeichnungsfrist ab 19. September 2016

Kaufen Sie eine solide Bank.

Wachsen Sie mit uns. Wir sind seit der Gründung im Jahr 1922 beständig gewachsen. Von einer kleinen Kärntner Bank zu einem international agierenden Finanzinstitut. Seit unserem Börsegang im Juni 1986 ist der Unternehmenswert der BKS Bank kontinuierlich gestiegen. Die durchschnittliche Rendite einer damals erworbenen Aktie betrug bis 31. Juli 2016 jährlich rund 5,5%*.

Hierbei handelt es sich um eine Marketingmitteilung. Diese Information stellt weder ein Angebot zum Verkauf noch eine Aufforderung zum Kauf von Wertpapieren der BKS Bank AG dar. Das Angebot von Stamm-Stückaktien der BKS Bank AG erfolgt ausschließlich durch und auf Grundlage des am 16.09.2016 veröffentlichten Prospekts in Österreich, der auf der Website der BKS Bank AG unter www.bks.at veröffentlicht ist sowie bei der BKS Bank AG, St. Veiter Ring 43, 9020 Klagenfurt, und bei der Oberbank AG, Untere Donaulände 28, 4020 Linz, während üblicher Geschäftszeiten auf Anfrage kostenlos erhältlich ist. Die Verbreitung des genannten Prospekts sowie das öffentliche Angebot der Stamm-Stückaktien sind auf Österreich beschränkt. * Zeitraum Juni 1986 bis 31. Juli 2016. Berücksichtigt wurden alle Veränderungen des Nominalkapitals, die Dividendenausschüttungen und Kursbewegungen. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Wertentwicklung zu. (Quelle: Bloomberg, Kurswertveränderung inkl. Dividendenausschüttungen ohne Berücksichtigung der KESt.)

BKS Bank AG, T: (0463) 5858-0, E: wertpapiere@bks.at, www.bks.at


RENDITE

RENDITE VERANLAGUNG WIENER BÖRSE ENTWICKLUNG (YTD) DER INTERNATIONALEN AKTIENMÄRKTE IM VERGLEICH ZUR WIENER BÖRSE

14,00 %

OSTEUROPA 12,00 % 10,00 % 8,00 % 6,00 %

EMERGING MARKETS 4,00 %

USA 2,00 % 0% –2,00 %

EUROPA –4,00 % –6,00 %

ÖSTERREICH (ATX) –8,00 % –10,00 %

ATX (ÖSTERREICH) STOXX EASTERN EU TM (EUR) STOXX EUROPE TM (EUR)

–12,00 % –14,00 %

STOXX US TM (EUR) STOXX EM TM (EUR)

JAN.

FEB.

MÄR.

APR.

MAI

JUN.

JUL.

AUG.

SEP.

–16,00 %

20.09.

Ungleicheit. Die Aktien in den Emerging Markets und Osteuropa haben den ATX hat im Jahresvergleich deutlich outperformt. Österreichische Aktien konnten von der Dynamik in Osteuropa kaum profitieren. Diese Entwicklung ist verwunderlich.

EIN FUNKEN HOFFNUNG FÜR DEN ATX KOLUMNE

Die Unternehmensnachrichten haben in den vergangenen Monaten eine stetige Verbesserung erfahren. Die Gewinne lagen mehrheitlich am oberen Ende der Erwartungen, die Ausblicke tendierten immer öfter ins Wachstum. Insbesondere Europas Wirtschaft überraschte positiv. Ein Augenmerk ist hier erfreulicherweise sogar auf Österreich zu legen. Unser Markt ist der in Europa kurzfristig am stärksten wachsende. Wie

WOLFGANG MATEJKA Geschäftsführer Matejka & ­Partner Asset Management

das? Nun, die Wertberichtigungen der jüngeren Vergangenheit haben die statistische Basis reduziert, und das macht den Effekt. Das Lächeln erscheint aber wieder, wenn man erkennt, dass auch die Gewinnerwartung für 2017 in der Spitze Europas liegt. Umstrukturierungen und gutes Management schaffen dies. Und da ist eine Osteuropafantasie noch gar nicht eingepreist. Der Größe der Investoren folgt auch die Selektion der Märkte nach Liquidität. Nachdem wir als Österreich als mittel- bis langfristig wachsend analysiert wurden, werden diese Investments zeitlich angepasst und ein leiser Funken Hoffnung entsteht, dass der ATX, trotz seiner geringen Liquidität, auch wieder bevorzugt selektiert wird. Einige der großen US-Broker haben den ATX bereits als „attraktiv“ bewertet. Die Vergangenheit lässt uns hohe Erwartungen hegen. Die derzeit noch deutlich tiefere Bewertung in Relation zu unseren Vergleichsmärkten unterstützt zusätzlich eine selbstbewusste Erwartungshaltung. Der ATX müsste daher im vierten Quartal, exogene Schocks ausgenommen, eine gute Entwicklung verzeichnen. Das Minus des vergangenen Jahres sollte sich in ein Plus drehen und mit Ergänzung durch einige Aktivitäten im Bereich M&A den Investoren wieder Freude bereiten.

22


RENDITE

MARKTMEINUNGEN AUSBLICK DER ÖSTERREICH-FONDS-MANAGER

Horst Simbürger Fondsmanager VB Österreich-Invest Union Investment Austria

Günther Schmitt Fondsmanager Raiffeisen Österreich Aktien Fonds Raiffeisen KAG

Andreas Wosol Fondsmanager Pioneer Austria Stock Pioneer Investments Austria

Wie bewerten Sie das aktuelle Marktumfeld?

Wie bewerten Sie das aktuelle Marktumfeld?

Wie bewerten Sie das aktuelle Marktum-

- Der Aktienmarkt ist von den Notenban-

- Die Wirtschaft ist einigermaßen robust,

feld? - Der österreichische Aktienmarkt

ken geprägt. Österreich hat sich gut ge-

die Unternehmen berichten großteils Er-

ist sehr zyklisch. Zyklische Märkte sind

halten und ist aufgrund der Dividenden-

gebnisse, die zufriedenstellend sind. Al-

zinssensitiv. Insofern ist die derzeit be-

rendite sehr interessant. Diese beträgt

ternativen zu Aktien sind weit und breit

stehende Erwartung, dass langfristig eine

derzeit 3,2 Prozent.

nicht zu sehen.

Stabilisierung der Zinssituation eintreten

Welche Branchen favorisieren Sie, und

Welche Branchen favorisieren Sie, und

was sind Ihre Toppositionen? - Konjunk­

was sind Ihre Toppositionen? – Immobilien.

Welche Branchen favorisieren Sie, und

turintensive Sektoren mit Werten wie

Die CA Immo notiert weit unter Buchwert,

was sind Ihre Toppositionen? - Zuletzt ha-

Andritz, AT&S oder auch Lenzing. Top

was man in Europa kaum noch findet. Die

ben zyklische Branchen gut performt.

sind die SBO, da ist schon viel Negatives

ist bei mir auch Favorit. Dazu noch Len-

Weiterhin positiv sehe ich auch den Im-

eingepreist, die Österreichische Post we-

zing wegen der Restrukturierung und

mobiliensektor. Aus heutiger Sicht sehe

gen der Dividendenrendite und Lenzing

Wienerberger, die wurde nach der Brexit-

ich besonders positiv Erste Group, Poly-

wegen des Strategiedeals mit Zara.

Abstimmung zu stark abgestraft.

tec und CA Immo.

könnte, positiv für den Markt.

BÖRSENRADAR AKTIENENTWICKLUNG DER NÄCHSTEN SECHS MONATE

EXKLUSIV E G A R F M U

+ 80 PUNKTE [MAXIMUM +100] BENCHMARK

POSITIV

NTX (CEE)

+ 70

+47,8 PKT

ATX (AUT)

+58 ,3 PKT

+ 60

+ 50

+ 40

+ 30

SEP. 15

OKT. 15

NOV. 15

DEZ. 15

JÄN. 16

FEB. 16

MÄR. 16

MAI 16

JUN. 16

JUL. 16

AUG. 16

75,0

75,0

27,2

16,7

75,0

53,8

53,3

57,2

26,2

37,4

APR. 16

0,0

13,3

68,6

58,8

36,9

38,9

10,6

17,6

52,5

45,0

64,7

59,9

33,4

18,7

52,6

0

42,0

+ 10

SEP. 16

0

NEGATIV – 10 PUNKTE [MAXIMUM –100]

Euphorisch. Die Investorenstimmung für die Entwicklung des ATX hat sich stark gebessert. Im September 2016 stieg das Sentiment auf ein Rekordhoch von 75 Punkten. Die CEE-Region kommt ebenfalls auf 75 Punkte, auch dort ist die Euphorie zurückgekehrt.

23

DIFFERENZ

QUELLE: CEE ZEW-ERSTE GROUP INDIKATOR

+ 20


RENDITE

PORTFOLIO „INFLATION NICHT ­ADÄQUAT EINGEPREIST“

FRIEDRICH STRASSER CHIEF INVESTMENT OFFICER VORSTAND UND PARTNER BANK GUTMANN AG Friedrich Strasser, seit 1990 bei der Gutmann-Gruppe, war zehn Jahre als Vorstand der Kapitalanlageaktiengesellschaft tätig.

Warum Friedrich Strasser schon jetzt gegen die steigende Inflation vorsorgt. TEXT INGRID KRAWARIK

INFO FAKTEN Asset-Allocation

Welche Schwerpunkte setzen Sie? - Wir

Haben Sie keine Angst vor einer Blase,

sind bei Aktien und Anleihen derzeit

ausgelöst durch eine mögliche Zinswen-

neutral unterwegs. Ein Gutteil des Ak-

de? - Man muss die Rentenpapiere ha-

tienportfolios, etwa ein Viertel, sind Di-

ben, weil bei einer Krise bei Aktien jeder

videndentitel, an die zehn Prozent kom-

deutsche Anleihen kauft. Unser euro-

men auf Asien, da vor allem China. Wir

päisches Anleihenportfolio liegt heuer

sehen in China ungebremstes Wachs-

fünf Prozent im Plus. Natürlich wird es

tum, weil der Mittelstand über steigen-

irgendwann zu einer Zinswende kom-

de Löhne verfügt und so den Konsum

men, aber jetzt nicht dabei zu sein wäre

antreibt. Die Probleme Chinas werden

für mich falsch.

nicht über Nacht verschwinden, das viel prophezeite Hard Landing ist aber auch

Welche Risiken sehen Sie derzeit? - Aktuell

nicht eingetreten. Auf der Rentensei-

gibt es mehr politische als wirtschaftli-

te haben wird zehn Prozent Infla­ tion Linked Bonds im Portfolio. Und zwar

60 % Anleihen 40 % Aktien

deshalb, weil die Energiepreise in den

Aktien

vergangenen zwölf Monaten die großen Bremser waren und allein durch den Basiseffekt Inflationsdruck entsteht. Bei welchem Wert sehen Sie die Inflation zu Jahresende? - Die könnte schon bei einem Prozent liegen. Die Märkte preisen das noch nicht adäquat ein. Deshalb haben wir unsere Strategie dahingehend mit Inflationsanleihen positioniert. Außerdem werden wir sehr wahrscheinlich eine Zinserhöhung in den USA im Dezember sehen. Ich freue mich darauf, das ist ein Zeichen Richtung Normalität. Anleihen sind im dynamischen Portfolio 60 Prozent gewichtet.

63 % 24 % 9 % 4 %

Nordamerika Europa Asien ex Japan Japan Anleihen

35 % Staatsanleihen und staatsgarantierte Anleihen 30 % Unternehmensanleihen (IG) 15 % Pfandbriefe 10  % Inflationsgebundene Anleihen 7 % Schwellenländeranleihen 3 % Hochzinsanleihen QUELLE: BANK GUTMANN AG, DYNAMISCHES PORTFOLIO

24

che Risiken. Das Referendum in Italien gehört sicherlich zu den größeren Unsicherheiten, auch die Präsidentschaftswahl in Frankreich. Beides wird auf die Märkte Einfluss nehmen, politische Börsen sind aber schwer einzuschätzen. Erfahrungsgemäß kommt immer das, woran man nicht denkt. Welche Erwartungen haben Sie an die kommenden Monate? - Ich bin verhalten positiv gestimmt, da aktuell viele politische Themen die Wirtschaft überlagern. Das Sentiment ist extrem volatil, getrieben von kurzfristigen Nachrichten. Es gibt viel Kritik an der EZB, dass sie nicht handelt. Wenn man es positiv sieht, ist es vielleicht so, dass ihre Maßnahmen greifen. n


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NIEDRIGZINSEN

Kaum ein anderer Marktteilnehmer hat derart für Furore gesorgt, wie es derzeit die Europäische Zentralbank tut. Schließlich lastet deren milliardenschweres Anleihekauf­ programm mächtig auf den Renditen der Anleihen mit guter Bonität. Ob die Aktionen in der Form tatsächlich sinnvoll sind und wie man sich dabei die besten Alternativen heraussucht, das wollte DerBörsianer von Topmarktexperten genau wissen. TEXT RAJA KORINEK

1.

2.

3.

MARKTUMFELD

VERANLAGUNG

INTERVIEW

Je länger die Tief­zins­ politik der EZB andauert, desto mehr scheiden sich die Expertengeister an der Sinn­haftigkeit – und am Ausstiegszeitpunkt – des milliardenschweren Anleihekaufprogramms.

Die anhaltend niedrigen Zinsen setzen ­Groß­anleger immer stärker unter Druck. Alternative Fixzins­strategien bis hin zu Produkten abseits der Börse sind zunehmend gefragt.

Als kapitalen Fehler sieht Wolfram Littich, Chef der Allianz Gruppe in Österreich, die EZB-Maßnahmen. Infrastruktur und Bankkredite hingegen seien sinnvolle Wege aus der Tiefzinsfalle.

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© KARL THOMAS / WESTEND61 / PICTUREDESK


NIEDRIGZINSEN

DIE ZEIT DER ZINSSTRATEGEN

Risiko. Die Europäische Zentralbank ist ­wegen ihres Anleiheankaufprogramms ­unter Druck. Es fehlt die Exitstrategie.


RENDITE

Je länger die Tiefzinspolitik der EZB andauert, desto mehr scheiden sich die Expertengeister an der Sinn­ haftigkeit - und am Ausstiegszeitpunkt - des milliardenschweren

© ARNE DEDERT / DPA / PICTUREDESK

Anleihekaufprogramms. TEXT RAJA KORINEK

ALLES NICHT SO DRAGHISCH? A

Kapitän. EZB-Chef Mario Draghi steuert das Schiff der Notenbank durch unsichere Gewässer.

ls EZB-Boss Mario Draghi bei der

fehle die Geldpolitik zunehmend ihre

einem normalen Umfeld spiegeln deren

vergangenen Sitzung eine Ver-

Wirkung, „während die Risiken einer

Renditen in etwa das nominelle BIP-

längerung des Anleihekaufpro-

Politik des extrem billigen Geldes suk-

Wachstum wider“, weit über dem aktu-

gramms über den März 2017 hinaus noch

zessive steigen“. Dabei seien etwa die

ellen Nullzinsniveau.

offen ließ, kam das nicht sonderlich gut

zunehmende

bei Anlegern an. Immerhin umfassen

Investoren und das Austrocknen der

Krisenabwehr mit Tücken

die Käufe monatlich 80 Milliarden Euro.

Marktliquidität Beispiele, „die, aus ei-

Auch John Greenwood, Invesco-Chef-

Eine mächtige Marktstütze also mit ent-

ner Kapitalmarktsicht, die Schatten-

volkswirt, spart nicht mit Kritik. Die Eu-

sprechenden Nebenwirkungen.

seite der aktuellen Geldpolitik aufzei-

ropäische Zentralbank (EZB) kaufe den

Einer, der dazu deutliche Worte fin-

gen“. Konkret verweist Peter Brezin-

europäischen Banken ihre Anleihen di-

det, ist Frank Engels, Leiter des Ren-

schek, Chefvolkswirt bei der Raiffeisen

rekt ab. Geld, das die Institute als Einlage

tenfondsmanagements bei der Union

Bank International AG (RBI), auf zehn-

bei der EZB deponierten. Daher könnten

Investment. Am aktuellen Rand ver-

jährige deutsche Bundesanleihen: „In

die Bankbilanzen laut Greenwood „ohne

Risikoverlagerung

28

auf


RENDITE

weitere Kreditvergabe gar nicht wach-

gels zufolge Probleme zu adressieren, die

päische Variante des Taperings quasi,

sen, was folglich zu einer steigenden

aus der Kombination einer unvollendeten

„bis hin zur ersten Zinsanhebung, die

Verschuldung bei den Privathaushalten

Konstruktion der Währungsunion, einer

aber kaum vor 2020 zu erwarten ist“. Die

führt“. Greenwood verwundert es nicht,

tiefen Wirtschaftskrise und prozyklisch

Blaupause dafür liefere die USA, „wo es

dass das Kaufprogramm zu keiner Kon-

wirkender Fiskalpolitik entstanden seien.

danach auch nicht zum Bondcrash kam“.

Langlaufende Maßnahmen

gelingen werde, lässt der Volkswirt offen.

sowie die Bank of England vorgegan-

Allein die Maßnahmen hätten durch-

Einzig der Ölpreis, der dem RBI-Experten

gen. „Sie kauften Nichtbankinstituten,

aus auch Positives. „Zumindest konnte

Brezinschek ein wenig Sorgen macht.

etwa Pensionskassen und Versicherun-

die Entstehung von Deflationserwartun-

„Bleibt die Notierung allein auf dem ak-

gen, deren Anleihen ab.“ Dadurch wur-

gen mit dem Kaufprogramm abgewendet

tuellen Niveau, wirkt sich das auf die In-

de neues Geld in Umlauf gebracht, das

werden“, sagt Knaus. Brezinschek meint

flationsrate aus.“ Schlechte News also für

die institutionellen Investoren bei den

zudem, dass mit dem Programm eine

Anleger, die bloß eine Nullrendite erzie-

Banken deponierten, erklärt Green-

Übertragung des griechischen Dramas

len. Grundsätzlich rechnet auch Brezin-

wood. Mit dem angenehmen Nebenef-

auf Italien und Spanien verhindert wurde.

schek mit einem schrittweisen Ende der

fekt, dass damit die Geldmenge M3 er-

Wie es weitergeht, bleibt unklar. Zu-

Käufe bis zum ersten Halbjahr 2018. Und

höht wurde, ohne dass Banken mehr

mindest in den kommenden Jahren sieht

danach? „Dann sind die Märkte auf sich

Kredite vergeben mussten. So wurden

Engels keinen Ausstieg aus der ultralo-

gestellt.“ Wohl ein guter Grund, schon

der Schuldenabbau der Banken und die

ckeren Geldpolitik. Die Voraussetzung

jetzt über Alternativen nachzudenken.

Konjunkturerholung unterstützt.

dafür wäre eine nachhaltige Reflationie-

junkturbelebung führe.

Ob der EZB dieses Bestreben ebenso

Weit geschickter seien die US-FED

Doch seit Ausbruch der Finanzkrise

rung der Volkswirtschaften, wofür dauer-

% MEINE RENDITE

scheint ohnedies wenig so zu sein, wie

haftes und kräftiges Wachstum eine un-

Je länger die EZB ihr milliardenschweres

es einmal war. Reinhold Knaus, Volks-

verzichtbare Grundlage sei. Schon im De-

Kaufprogramm durchzieht, desto mehr

wirt bei der BNP Paribas Investment

zember dürfte die EZB eine Verlängerung

wächst auch die Kritik daran. Anfangs

Partners, ist überzeugt, dass „die Zent-

bis September 2017 ankündigen, meint

hätten die Maßnahmen ihre Berechti-

ralbank kaum eine Wahl hatte. Die Politik

Knaus, da die Inflation noch recht niedrig

gung gehabt, nun wird die Sinnhaftigkeit

hatte auf die Krisen nicht richtig reagiert,

sein dürfte, die Konjunktursignale ver-

zunehmend infrage gestellt. Schließlich

die EZB war die einzig schnell handlungs-

mutlich uneinheitlich ausfallen könnten.

führe es zu immer größeren Verzerrun-

fähige Institu­tion.“ Ähnlich der Tenor bei

gen an den Anleihemärkten. Nicht ohne

der Union Investment, wobei Engels be-

Europas Tapering

Grund wächst auch die Sorge, dass der

tont, dass „in Europa die EZB in die Bre-

Danach sei Knaus zufolge eine lang­same

Exit aus der Tiefzinspolitik zu gröberen

sche gesprungen ist“. Und das, um En-

Absenkung auf null denkbar. Eine euro­

Turbulenzen führen könnte. n

Wichtiger rechtlicher Hinweis: Diese Marketingmitteilung ist weder ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Fondsanteilen noch eine Einladung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder Wertpapiernebendienstleistung abzugeben. Die Fondsbestimmungen wurden zuletzt mit Bescheid vom 23.02.2011, GZ FMA-IF25 7217/0001-INV/2011, der Finanzmarktaufsicht genehmigt. Die Änderung der Fondsbestimmungen wurde am 04.03.2011 im Amtsblatt der Wiener Zeitung veröffentlicht und trat am 06.06.2011 in Kraft. Der Prospekt und das Kundeninformationsdokument (KID) ist jeweils in deutscher Sprache in der Semper Constantia Invest GmbH und deren Depotbank Semper Constantia Privatbank AG, beide 1010 Wien, Heßgasse 1, sowie unter www.semperconstantia.at kostenfrei erhältlich. Wertentwicklungen in der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf zukünftige Entwicklungen zu. Die Marketingmitteilung ist allgemeiner Natur, die nicht die individuelle Situation der Anleger berücksichtigt, sich durch gesetzliche Änderungen jederzeit ändern kann und eine Beratung durch einen Anlageberater nicht ersetzt. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr. Bitte lesen Sie vor der Zeichnung von Anteilen den Prospekt und das KID, in denen die mit diesem Fonds verbundenen Risiken angeführt sind. Zuständige Behörde: Finanzmarktaufsicht, 1090 Wien, Otto-Wagner-Platz 5

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RENDITE

TRÜFFELSUCHEN IN DER TIEFZINSZONE Prozente. Mehr Rendite heißt risikoreicher anlegen.

Die anhaltend niedrigen Zinsen setzen Großanleger zunehmend unter Druck. Alternative Fixzinsstrategien bis hin zu Produkten abseits der Börse sind gefragt. TEXT RAJA KORINEK

J

© DANIEL LEAL-OLIVAS / AFP / PICTUREDESK

e weiter die Renditen abrutschen,

setzt wird die Position mit dem Kepler

zinsanleihen derzeit bei 5,2 Prozent. Bei

desto dringender ist auch der Hand-

Emerging Markets Rentenfonds (ISIN

Hartwährungsanleihen aus den Schwel-

lungsbedarf. Eine, die sich mit der

AT0000718598), die größte Gewichtung

lenländern liegt die Rendite im Schnitt

Problematik genau auseinandersetzt, ist

entfällt derzeit auf Lateinamerika. Auch

bei gut 5,5 Prozent, bei jenen in Lokal-

Waltraud Perndorfer, Privat-Bank-Lei-

Anleihen in lokaler Währung werden ein

währungen bei mehr als sechs Prozent.

terin der Raiffeisenlandesbank Oberös-

wenig beigemischt, derzeit vor allem im

Kein Wunder, dass auch anderswo bei

terreich AG. Schließlich muss auch in

brasilianischen Real, da gehe es schließ-

Emerging Markets zugegriffen wird, so

der Vermögensverwaltung darauf re-

lich um Rendite- und Aufholchancen.

etwa bei der VBV Pensionskasse AG. Al-

agiert werden. Allein im ausgewogenen

Allerdings seien Währungen beson-

lerdings seien die Schwankungen grö-

Musterportfolio sind Anleihen derzeit

ders schwer zu prognostizieren, „somit

ßer, mahnt Vorstandsmitglied Gün-

mit 43 Prozent gewichtet (neutral wären

sind es die riskanteren Veranlagungen“,

ther Schiendl. Taktisches Agieren sei

60 Prozent), wobei ein Teil auf Staatsan-

mahnt Perndorfer. Beim ausgewoge-

angebracht, das überlasse man ausge-

leihen entfällt. „Sie bieten eine gute Ba-

nen Portfolio wagt man eine Prognose:

wählten Fondsmanagern. Dafür wur-

sis.“ Doch werden Alternativen zuneh-

„Realis­tisch erscheinen jährlich 3,5 Pro-

de die Gewichtung vor allem bei Staats-

mend beigemischt. So etwa Hochzins-

zent in den kommenden Jahren.“

anleihen stark zurückgefahren und die

anleihen, mit dem Fokus auf Europa. Selbst Anleihen aus den Schwellenländern dürfen nicht fehlen. Umge-

durchschnittliche Restlaufzeit auf gut

Zinsplus bei Schwankungen

drei Jahre gestutzt. So könne man sich

Immerhin rentieren europäische Hoch-

besser gegen die Gefahr steigender Zin-

30


RENDITE

„Es wird versucht, Liquiditätsprämien zu lukrieren.“

„Realistisch ­erscheinen jährlich 3,5 Prozent.“

ROMAN SWATON

WALTRAUD PERNDORFER

wenig mehr Rendite ab. So liegt etwa die

Allein hier ist freilich ein langfristi-

Rendite einer achtjährigen Anleihe der

ger Anlagehorizont gefragt. Umgesetzt

Stadt Madrid gut 0,26 Prozentpunkte

wird dies für Großanleger mit individu-

über jener spanischer Staatsanleihen.

ellen Mandaten. Auch gibt es zum Beispiel den AXA IM Loan Fund (IE00B-

Gut gemischt

7R5J324). Investiert wird hier in Seni-

Bei der Allianz Global Investors ver-

or Secured Loans, das Minimuminvest-

weist man auf den Allianz Dyna-

ment beträgt 250.000 Euro. Die jährli-

mic Multi Asset Strategy 15 (Großan-

che Performance auf drei Jahre per an-

leger:

num lag laut Morningstar zuletzt bei

LU1089088154,

LU1089088071),

der

Privatanleger: Mischfonds

sei

2,80 Prozent.

zunehmend als Rentenersatz gefragt. Grundsätzlich ist das Produkt auf einen

Auch Zertifikate beachten

Aktienanteil von 15 Prozent ausgerich-

Auf Bonuszertifikate verweist Heike

tet, eine Abweichung bis zu 35 Prozent

Arbter, Leiterin strukturierte Produkte

ist möglich. Das federt das Tiefzinsum-

bei der Raiffeisen Centrobank AG. Am

feld zumindest ab. Immerhin erzielte

Ende der Laufzeit, meist drei bis vier

der Fonds in den vergangenen drei Jah-

Jahre, kassiert man das eingesetzte Geld

ren rund sieben Prozent per annum.

plus Bonuszahlung. Rutschen die Märk-

Auch außerhalb des Investment-

te aber unter die Barriere, verliert man

fondsgesetzes werden Chancen zuneh-

die Bonuszahlung, der Zertifikatekurs

mend genutzt. Swaton verweist bei al-

verläuft eins zu eins mit dem Basiswert.

ternativen Anlagen etwa auf Immobili-

Beim RCB Europa Bonus&Sicherheit

en, Private Equity, Hedgefonds und In-

13-Zertifikat

(AT0000A1GD11)

auf

frastruktur. Bei Letzteren mischt auch

den Eurostoxx 50 liegt die Barriere bei

sen wappnen. Schließlich erfolgt die Til-

die Allianz Elementar Versicherungs-

1.591,19 Punkten, also ein Abstand von

gung früher als bei langlaufenden An-

AG mit. Hier ist man an Gasnetzwerken

rund 50 Prozent, und bietet eine mög-

leihen, das Geld kann umso rascher zu

bis hin zu Windkraftparks und Straßen-

liche Bonusrendite von 5,26 Prozent per

höheren Zinsen wieder veranlagt wer-

bahnen direkt beteiligt.

annum.

den. Das erklärt auch, weshalb Kursver-

Eine weitere Möglichkeit sieht Phi-

luste bei Anleihen mit kürzeren Laufzei-

lipp Baar-Baarenfels, AXA Investment

% MEINE RENDITE

ten geringer sind, wenn die allgemeinen

Managers Director Austria, mit alterna-

Die Suche nach Ertragsquellen wird zu-

Zinsen wieder steigen.

tiven Kreditinstrumenten. Dazu gehö-

nehmend zum Wettlauf mit der Zeit.

Roman Swaton, Senior Fondsmana-

ren Commercial Real Estate Loans (mit

Die Renditen sinken weiter, während

ger bei der Erste Asset Management,

Gewerbeimmobilien besicherte Darle-

die Liquidität munter schrumpft. Ge-

meint zudem, dass traditionelle Renten-

hen), Senior Secured Loans (besicherte

schickte Strategien sind gefragt, sie

manager zunehmend versuchten, „Li-

Unternehmenskredite) oder Collatera-

umfassen etwa ein selektives Invest-

quiditätsprämien zu lukrieren“. Dabei

lized Loan Obligations (verbriefte Kredi-

ment in Schwellenländer, Hochzins-

werden Papiere etwa von staatsnahen

te). „Diese Instrumente bieten bei ver-

anleihen, aber auch in Produkte abseits

Emittenten wie Förderbanken, Agentu-

gleichbarer Sicherheit teilweise deutli-

der Börsen. Je nach Anlagemix können

ren sowie Länder- und Gemeindeanlei-

che Renditeaufschläge gegenüber klas-

durchaus bis zu sieben Prozent erzielt

hen gekauft. Die Emissionen sind meist

sischen, börsengehandelten Anleihen“,

werden, freilich mit höheren Schwan-

kleiner und illiquider, werfen daher ein

so Baar-Baarenfels.

kungen. n

31


RENDITE

„DIE EZB HANDELT AUS DOGMATISCHEN GRÜNDEN.“ Als kapitalen Fehler sieht Wolfram Littich, Chef der Allianz Gruppe in Österreich, die EZB-­ Maßnahmen. Infrastruktur und Bankkredite seien hingegen sinnvolle Wege aus der Tiefzinsfalle. TEXT RAJA KORINEK

© MICHELE PAUTY

Lösungen. Allianz-Chef Wolfram Littich konzentriert sich verstärkt auf Infrastrukturinvestments.

Herr Littich, noch lässt EZB-Chef Mario

so die Konjunktur ankurbeln zu können.

auch noch eine Wirtschaftspolitik zu

Draghi eine Verlängerung des Anleihe-

Das halte ich für einen kapitalen Fehler.

betreiben. Erst dann hätte die EZB die

kaufprogramms nach dem März 2017 of-

Berechtigung, so zu agieren, wie sie es

fen. Geht im Frühjahr eine historische Tief-

Weshalb die Skepsis? - Man muss ein-

zinsära zu Ende? - Dazu muss man wis-

mal die Grundsatzfrage zur eigentli-

sen, dass die EZB nicht aus taktischen,

chen Aufgabe der EZB klären. Sollen die

Das müsste sich doch klären lassen? - Die

sondern aus sehr dogmatischen Grün-

Währungshüter die klassische Geldpo-

Satzung der EZB spricht jedenfalls nicht

den handelt. Sie wird das Programm mit

litik, sprich die Beeinflussung von kurz-

dafür. Die Finanzierung von europä­

Sicherheit verlängern und über den Kauf

fristigen Zinsen und der Währung, er-

ischen Staaten ist sowohl über den

weiterer Assetklassen wie zum Beispiel

füllen. Oder ist es deren Aufgabe, lang-

Primär- als auch über den Sekundär-

Hochzinsanleihen oder Bankenkredi-

fristige Zinsen ebenfalls zu steuern,

markt ausdrücklich verboten. Zudem

te nachdenken, da sie der Meinung ist,

die Konjunktur anzukurbeln und somit

sollte Wirtschaftspolitik von Politikern

32

aktuell tut.


RENDITE

und nicht von Zentralbankern gemacht

etwa eine Beteiligung an einem Abwas-

von langfristigen Krediten für die Ban-

werden, einerlei ob es Lohn- Fiskal­

serkanal in London oder an einer Stra-

ken recht kostspielig.

oder Bildungspolitik handelt. Zudem be-

ßenbahn in Barcelona, an einem Gas-

wirkt die große Geldflut ohnedies nichts,

netz in Tschechien und an Windkraft-

Dann sind Sie auch relativ gut für einen

die Konjunktur kommt deshalb nicht in

parks in Österreich. Hier passt das Ver-

Bond-Crash gewappnet? - Tatsächlich

Schwung, wie die Praxis beweist. Das ist

anlagungsprofil gut in unser Geschäfts-

bildet sich derzeit eine gigantische Bla-

so, als ob man eine Tankstelle mit Ben-

modell, bei dem man anfangs Geld in-

se am Anleihemarkt. Wie groß sie letzt-

zin voll auffüllt. Deshalb wird auch nicht

vestiert, während der Laufzeit einen

endlich wird, hängt davon ab, wie lang

zwangsläufig mehr getankt.

hohen, stabilen Cashflow bekommt und

die EZB noch Anleihen in großem Stil

am Ende sein Kapital zurückerhält. Das

kauft. Stoppt sie das Programm aller-

Der tiefe Zins belastet doch auch vor allem

einzige wirkliche Risiko ist der Regula-

dings abrupt, fällt damit ein wichtiger

die Lebensversicherungssparte. - Nach

tor, der in zahlreichen Bereichen die Ta-

Käufer weg. Dann droht ein Crash. Al-

dem Ausbruch der Finanzkrise war uns

rife festlegt.

ternativ könnte die EZB die Käufe langsam zurückfahren. Letztendlich weiß

aber klar, dass die Notenbanken die Geldschleusen öffnen würden. Dement-

Sie vergeben Kredite als weitere Einnah-

aber niemand, wie der Retourweg aus-

sprechend haben wir vor einigen Jahren

mequelle. Wie kann man sich das bei einer

sehen könnte. Denn derzeit sind wir in

alte Verpflichtungen bei den Lebensver-

Versicherung vorstellen? - In der Lebens-

einer Situation, für die es keine Erfah-

sicherungen noch mit besser verzinsten

versicherungssparte dürfen wir Hypo-

rungswerte gibt, somit auch keine ein-

Anleihen ausfinanziert. Hier müssen

thekarkredite vergeben, allerdings un-

deutige Lösung.

wir uns nicht den Kopf darüber zerbre-

ter strengen Bewertungsvorgaben. Hier

chen, wie wir Verpflichtungen bei Anlei-

mischen wir ohnedies nicht mit, das

% MEINE RENDITE

herenditen von null Prozent nachkom-

Kreditvolumen wäre gerade bei Privat-

Mit dem gigantischen Anleihekaufpro-

men können. Und neue Verträge bieten

kunden zu kleinteilig. Was relativ neu

gramm schieße die EZB laut ihrer Sat-

wir ohne Garantiezins an, dafür mit ei-

hinzukommt, ist die Vergabe von Blan-

zung über das Ziel einer Geldpolitik hin-

ner Gewinnbeteiligung von aktuell 3,3

kokrediten an Industrieunternehmen.

aus, meint Wolfram Littich, Vorstands-

Prozent. Da kommt es stark auf den Ver-

Auch hier müssen gewisse Rahmenbe-

vorsitzender der Allianz Gruppe in Ös-

anlagungsmix an. Wir sind zum Beispiel

dingungen eingehalten werden, etwa

terreich. Wege aus der Tiefzinsfalle sieht

stark in Infrastrukturinvestments in-

zur Rentabilität und Eigenkapitalaus-

Littich etwa mit Direktinvestments in

vestiert.

stattung des Unternehmens. Allerdings

Infrastrukturprojekte sowie in der Ver-

gibt es keine Garantien, daher der Be-

gabe von Krediten. So könnte man sich

Geschieht dies in Form von Aktien oder

griff „blanko“. Ich sehe das auch nicht

auch besser gegen mögliche Verluste an

eher von geschlossenen Fonds? - Wir kau-

als Konkurrenz zum Bankengeschäft.

den Anleihemärkten wappnen, wenn die

fen direkt fertige Projekte. Dazu zählt

Gerade seit Basel III wird die Vergabe

EZB ihre Käufe beendet. n

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RENDITE

BÖRSENWETTER

STEFAN MAXIAN Chefanalyst, Raiffeisen Centrobank AG

„Aktuell gebe ich eine Kauf­ empfehlung für EVN, Polytec, Agrana, Uniqa. Verkaufen würde ich derzeit Wolford.“

YEAR-TODATE-TRENDS DER ­WELTBÖRSEN

LONDON (FTSE 100) 6.830,79 I 9,43 %

TORONTO (TSX) 14.521,98 I 11,62 %

PARIS (CAC 40) 4.388,60 I –5,36 %

NEW YORK (DJIA) 18.129,96 I 4,05 % POSITIVE PERFORMANCE (YTD)

NEW YORK (NASDAQ) 5.241,35 I 4,67%

NEGATIVE PERFORMANCE (YTD)

EUROPA (DJ EURO STOXX 50) 2.964,86 I –9,26 % MEXIKO-STADT (IPC) 46.341,33 I 7,83 %

KOMMENTAR

STEFAN BRUCKBAUER Chefvolkswirt UniCredit Bank Austria AG

WELT (DJ GLOBAL) 319,54 I 3,75 %

BUENOS AIRES (MERVAL) 16.012,84 I 37,15 %

KONSUM VERSUS BREXIT Trotz des Brexit-Schocks blieb die Stimmung im Euroraum über den

EDUARD BERGER Vorstand, Wiener Privatbank SE

Sommer weitestgehend positiv, der Einkaukaufsmanagerindex des ­Euroraums verharrt nun schon seit Jahresbeginn bei 53, das heißt Wachstum, wenn auch nicht sehr viel. Wir werden daher im dritten Quartal ähnliche Wachstumszahlen sehen wie im zweiten. Aber was

„Eine Kaufempfehlung gebe ich derzeit für die RBI, Immofinanz, CA Immo und AT&S. Verkaufen würde ich Zumtobel.“

wird das vierte Quartal bringen? Aus heutiger Sicht wohl wenig Veränderung, vielleicht gegen Jahresende einen leichten ersten Brexit-Effekt im Euroraum. Auch wenn sich die Märkte und die Stimmung überraschend schnell erholt haben, die Unsicherheit wird am Ende negative Folgen für die Investitionen auf der Insel haben, und das Vereinigte Königreich war ein wichtiger Exportmotor in den letzten Jahren. Kein Schock, kein Einbruch, aber doch eine leichte Abschwächung. Natürlich besteht die Chance, dass die relativ robuste Binnenkonjunktur, getragen vom privaten Konsum – dank niedrigen Ölpreises und der Erholung am Arbeitsmarkt – im Euroraum dies auffängt. Der Einzelhandel läuft weiterhin sehr gut. Aber gleichzeitig sehen wir doch eine anhaltend schwache Industriekonjunktur, die vor allem unter der weiterhin verhaltenen globalen Nachfrage – vor allem aus den Schwellenländern – leidet. Somit wird das vierte Quartal wohl eher etwas schwächer, aber nicht wirklich schwach sein im Euroraum.

34


RENDITE

ROLAND NEUWIRTH Fondsmanager, Salus Alpha

„Kaufen würde ich Uniqa, AT&S, ­ ayr-Melnhof, Palfinger und ImmoM finanz. Zu einem Verkauf rate ich bei Wolford, Semperit sowie Kapsch, Amag und OMV, die sind zu teuer.“

STOCKHOLM (OMX 30) 1.418,44 I –1,96 %

FRANKFURT (DAX) 10.393,86 I –3,25 %

WARSCHAU (WIG 20) 1.755,60 I –5,57 % SCHANGHAI (SHCOMP) 3.023,00 I –14,58 %

WIEN (ATX) 2.346,36 I –2,11 % ZÜRICH (SMI) 8237,54 I –6,58 %

SEOUL (KOSPI) 2.025,71 I 3,28 % TOKIO (NIKKEI 225) 16.492,15 I –13,35 %

ATHEN (ATHEX) 560,59 I –11,21 % HONGKONG (HANG SENG) 23.530,86 I 7,38 %

AFRIKA (DJ AFRICA TITANS 50) 502,81 I 13,77 %

SYDNEY (ALL ORDINARIES) 5.397,30 I 0,99 %

THOMAS NEUHOLD Chefanalyst Österreich, Kepler Cheuvreux

FRITZ MOSTBÖCK Head of Group Research, Erste Group Bank AG

„Andritz, Österreichische Post, Buwog, CA Immo, Lenzing, Palfinger, Porr, RHI, UBM und Vienna Insurance Group ­würde ich kaufen. Reduzieren würde ich OMV, Telekom Austria und Verbund.“

„Derzeit rate ich bei Andritz, AT&S, CA Immo, Österreichische Post, Palfinger und S Immo zum Kauf. OMV würde ich reduzieren.“

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VERANLAGUNG

ERFOLGSREZEPTE BEWÄHRTER ASSET-MANAGER

Veranlagung. Viel Regen, starker Wind und wenig Sonne: So durchwachsen war das erste Halbjahr. Drei erfolgreiche Fondsmanager erklären ihre Investmentstrategie, damit Anleger im Herbst nicht im ­Regen stehen.


RENDITE

W

Wie erfahrene Asset-Manager ertragreiche Investments für notleidende Portfolios finden.

en wundert’s, dass sich viele Österreicher verunsichern lassen, wenn Anlageberater ihre

Klientel seit mehr als zwei Jahren drängen, den Rentenanteil in ihren Portfolios

DerBörsianer hat drei davon

endlich zu reduzieren und durch solide

nach ihren persönlichen

Aktien zu ersetzen? Wo doch heimische Politiker immer wieder stolz bekennen,

Valuestrategien befragt.

dass sie dieses spekulative Teufelszeug noch nie angegriffen hätten. Andrerseits

TEXT REGINALD BENISCH

lassen sich die Argumente der Profis nicht einfach vom Tisch wischen. Europäische Aktien liefern heute eine durchschnittliche Dividendenrendite von knapp über vier Prozent und liegen damit gerade einmal beim historischen Mittel. Die Renditen von Unternehmensanleihen sind dagegen seit Juni von drei Prozent auf 0,3 Prozent abgestürzt, seit die Europäische Zentralbank (EZB) nicht nur Staatsanleihen, sondern auch Unternehmensanleihen aufkauft. Seitdem dividenden- und substanzstarke europäische Aktien mittlerweile also fast 14-mal so viel Ertrag bringen wie Euroanleihen von Unternehmen mit guter Bonität, scheinen die Zweifel zu verpuffen. Immer mehr enttäuschte Investoren misten ihre Portfolios aus, trennen sich von ertraglosen Renten und schichten ihr Geld in Aktien um. Die meisten entscheiden sich für Aktienfonds mit aktivem Management, das nach Beteiligungen an bestens aufgestellten und erst-

© SHIZUO KAMBAYASHI / AP / PICTUREDESK

klassig geführten Unternehmen sucht – zu günstigen Einstiegskursen, versteht sich. Konservatives Publikum bevorzugt also handverlesene Valueaktien in einer Fondshülle. Mit spesengünstigen ETFs, die stur verschiedene Börsenindizes eins zu eins replizieren, haben private Anleger dagegen wenig am Hut. DerBörsianer hat drei erfolgreiche Asset-Manager nach ihren persönlichen


RENDITE

Valuestrategien befragt. Und wie sich

de Filter sei das „Weltbild“, das er tag-

auch rechtzeitig von enttäuschenden Ti-

zeigt, gehen die Profis im Detail zwar

täglich mit seinem Team diskutiert, um

teln trennen. Wobei er sich besonders

recht unterschiedlich vor, doch was die

herauszufinden, ob es noch passt. Im

über Fälle ärgert, wo „vernünftige Ge-

Ziele betrifft, sind sie sich ziemlich ei-

Detail befasst sich Wögerbauer vorweg

schäftsmodelle dann nicht eingehalten

nig. Denn das Hauptziel ist verlässli-

mit dem Geschäftsmodell der unter-

werden, wie zum Beispiel bei der Ver-

cher, also nachhaltiger Wertzuwachs

suchten Unternehmen und versucht zu

bund AG, der sich überraschenderweise

des Investments, wie dies vor allem eine

klären, wie selbige ticken und was zum

in Frankreich, Italien und der Türkei ver-

Beteiligung an Qualitätsunternehmen

Beispiel die Entwicklung ihrer Mar-

zettelt hat“. Um solchen Dingen vorzu-

verspricht, die sich durch solide Bilan-

gen beeinflusst. Wichtige Größen sind

beugen, empfiehlt Wögerbauer „regel-

zen, langfristige Wettbewerbsvortei-

für ihn der Buchwert, also Eigenkapital

mäßig zu überprüfen, ob die ursprüng-

le und gesunde Cashflows auszeichnen.

pro Aktie, in Relation zum Aktienpreis,

lichen Thesen noch immer stimmen“.

Entscheidend sei aber auch, dass man

aber auch die Rendite des Eigenkapitals.

In Aktienfonds reicht ihm ein Mix aus 25

die Aktien günstig erwirbt, also mög-

Wobei man allerdings auch die Höhe

bis 50 Titeln, darüber nehme die Über-

lichst weit unter ihrem inneren Wert.

des Eigenkapitalanteils der Unterneh-

schaubarkeit rasch ab. Von Stop-loss-

men checken und obendrein überprü-

Order hält er wenig, denn „ein scharfer

Mensch oder Maschine

fen sollte, wie viel Finanzierungskosten

Kursrückgang kann eine Chance für ei-

In Methodik und Details folgen die drei

anfallen, denn: „Heute geht es vielen

nen günstigen Nachkauf sein“. Generell

freilich unterschiedlichen Wegen. So

Investoren um eine nachhaltige Divi-

spielt der Einsatz des Hausverstands für

setzt Alois Wögerbauer, Geschäftsfüh-

dende, also muss ich herausfinden, wie

Wögerbauer eine wichtige Rolle, wenn er

rer und Fondsmanager bei der 3 Ban-

viel Ausschüttung sich das Unterneh-

Daten zu bewerten und Entscheidungen

ken Generali Investment Gesellschaft

men überhaupt leisten kann.“ Das all-

zu treffen hat.

(3BG) in Linz, auf penible Analysen,

seits beliebte Kurs-Gewinn-Verhältnis

In diesem Punkt unterscheidet sich

kombiniert mit einer gesunden Por­

interessiert Wögerbauer dagegen kaum:

die Methodik der 3BG diametral von je-

tion Hausverstand. Thomas Steinber-

„Gewinn ist eine manipulierbare Größe,

ner des Hauses Spängler IQAM Invest.

ger, Mitglied der Geschäftsführung von

da schaue ich mir lieber die Cashflows

Dort werden die Investmententschei-

Spängler IQAM Invest, überlässt das

an, denn da gibt es keine Bewertungs-

dungen von Computerprogrammen ge-

Port­foliomanagement dagegen wissen-

spielräume.“

troffen, die in den vergangenen Jah-

schaftlich entwickelten, computerba-

Das Flaggschiff unter den Value-

ren von einer Handvoll Wissenschaf-

sierten Programmen. Und Robert Karas,

Aktienfonds der Linzer Fondsschmie-

tern entwickelt wurden. Das Ziel ist der

Asset-Management-Chef der Schoell-

de trägt den Namen 3 Banken Value-

Einsatz „objektiver Kennzahlen“ als Ba-

erbank AG, lässt laufend interne Akti-

Aktienstrategie (ISIN AT0000VALUE6)

sis für nachvollziehbare Entscheidungen

enratings ausarbeiten, die ein strenges

und ist ein global investierender Fonds

und damit, so Mitgeschäftsführer Tho-

Raster für die Aktienauswahl vorgeben.

mit 33 in etwa gleich gewichteten Akti-

mas Steinberger, als „Schutz vor irratio-

Grundsätzlich betreiben die drei Ak-

en im Portfolio, wobei das Börsenrisiko

nalen, von Emotionen getriebenen Ent-

tienexperten das sogenannte Stock-Pi-

im Ernstfall durch Einsatz diverser Fi-

scheidungen“. Genau das habe sich „als

cking, das heißt, sie prüfen mögliche

nanzinstrumente neutralisiert werden

einziger robuster Weg für längerfristig

Kandidaten auf Herz und Nieren und

kann. Bei der 3 Banken Dividenden-Ak-

erfolgreiches Asset-Management be-

setzen Titel mit vermutlich überdurch-

tienstrategie (AT0000A0XHJ8) und der

währt“. Es sind zurzeit zwei Valueakti-

schnittlichem

vorder-

Sachwerte-Aktienstrategie (AT0000A-

enfonds, deren Portfolios gleichsam per

hand auf eine Shortlist, die in der Folge

0S8Z4) handelt es sich um artverwand-

Autopilot gesteuert werden: der Späng-

weiterbearbeitet wird. Konjunktur und

te Fonds, während Wögerbauer seinen

ler IQAM Quality Equity Europe Fund

Marktaspekte fließen erst danach in den

Österreich-Fonds (AT0000662275) frei

(AT0000857750) und der Quality Equi-

Entscheidungsprozess ein.

führen dürfte, letztlich aber doch stets

ty US Fund (AT0000857784). Bei beiden

Valueregeln folgt.

ist das Gebiet der Suche nach wertvollen

Kurspotenzial

Wögerbauer von 3BG folgt durchaus

Perlen a priori begrenzt.

bewährten Auswahlkriterien, mag sich aber nicht in ein Schema pressen las-

Rechtzeitig verkaufen

sen, sondern will nach allen Seiten hin

Erfolgsentscheidend für Wögerbauer ist

er relativ frei loslegen darf, was Bran-

offen bleiben: „Für mich kommen gro-

freilich nicht nur der Kauf einer Aktie:

chen und Geografie betrifft, beschränkt

ße Titel, die von vielen Analysten geco-

„Es ist ein Riesenfehler, nicht rechtzei-

sich die Auswahl möglicher Aktien bei

vert werden, genau so infrage wie bisher

tig zu verkaufen, also den Erfolg einzu-

der Spängler IQAM Invest auf die im eu-

unentdeckte Perlen.“ Der entscheiden-

fahren. Andrerseits sollte man sich aber

ropäischen Stoxx Europe 600 Index be-

38

Während das Team von Wögerbau-


RENDITE

„Der Unternehmensgewinn ist eine manipulierbare Größe.“ ALOIS WÖGERBAUER

„Schutz vor irrationalen ­ ntscheidungen.“ E

„Investieren ist ein Marathon und kein Sprint.“

THOMAS STEINBERGER

ROBERT KARAS

ziehungsweise auf die im US-amerika-

„Value“, der mithilfe erwarteter Divi-

das jahrelange Erfahrung widerspie-

nischen Standard & Poor’s 500 enthal-

dendenrendite und Preiswürdigkeit der

gelt, ist ideal“, meint Karas. Zu Beginn

tenen Titel.

Aktie bewertet wird, wobei auch hier das

der Auswahl passender Aktien werden

Kurs-Buchwert-Verhältnis eine beson-

die Kandidaten anhand von 101 Punk-

Blue Chips statt Börseneintopf

dere Rolle spielt. Drittens geht es um so

ten bewertet, danach werden sie je nach

Damit kommen nur Aktien relativ gro-

genannte „Sentimentfaktoren“, wobei

erreichter Notensumme in einem Ra-

ßer Unternehmen ins Portfolio, und das

die Abhängigkeit der Aktienrendite von

ting gereiht. Und die Besten der Bes-

habe, so Steinberger, praktische Grün-

der aktuellen Marktstimmung gemes-

ten, derzeit 44 Aktien, werden für den

de: „Erstens gibt es über diese Unter-

sen wird, was die Risikooptimierung bei

Einsatz in Fonds freigegeben. Pro Jahr

nehmen viel aktuelle Informationen

der Konstruktion des Portfolios erleich-

kommen drei bis vier neue Titel dazu

und Daten. Und zweitens sind die Ak-

tern soll.

oder ersetzen Aktien, die nicht länger

tien problemlos handelbar. Und genau

Auch bei der Schoellerbank AG ist

entsprechen. „Schoellerbank Asset Ma-

mit dieser Liquidität wollen wir künf-

man bemüht, „unüberlegte Schnell-

nagement hat einen langen Atem“, sagt

tig vermehrt bei institutionellen An-

schüsse zu verhindern“, wie Asset-

Karas, Titel wie Berkshire Hathaway,

legern punkten.“ Schließlich möch-

Management-Chef Robert Karas versi-

Unilever, Roche, Novartis, Nestle oder

te man den Pensionsfondsmarkt nicht

chert. Die EDV mag bei der Beschaffung

Johnson & Johnson fänden sich seit zehn

den ETF-Anbietern überlassen. Wie

und Analyse von Daten dienlich sein, die

Jahren auf der Liste. „Investieren ist ein

die IQAM-Programme genau funktio-

Entscheidung wird allerdings den Men-

Marathon und kein Sprint“, meint Ka-

nieren, ist Betriebsgeheimnis, bloß die

schen überlassen. Doch diese müssen

ras. Und man dürfe sich zwischendurch

drei wichtigsten Entscheidungskriteri-

bei der Bestückung der Fondsportfo-

nicht ständig irritieren lassen.

en werden verraten. So sucht man unter

lios engmaschigen Checklisten folgen,

dem Stichwort „Quality“ Unternehmen

wie das auch in modernen Kliniken oder

Klare Vorgaben

mit langfristig steigender Profitabilität,

Flugzeugcockpits passiert. „Bauchge-

Flaggschiff

organischem Wachstum und mäßiger

fühl ohne reichliches Wissen ist nicht

Schoellerbank

Verschuldung. Zweites Kriterium ist der

genug, aber Wissen und Bauchgefühl,

(AT0000820378), der global investiert

der

Valuefonds

Aktienfonds

ist Value

der T


RENDITE

INFO ZAHLEN Value-Aktienfonds im Performancevergleich Ausrutscher in einzelnen Jahren, für Aktienfonds nicht untypisch, werden von guten Asset-Managern über längere Zeiträume durch positive Ergebnisse kompensiert. Die durchschnittlichen Jahresrenditen über drei oder fünf Jahre können sich sehen lassen – vor allem im Vergleich mit den oft jämmerlichen Aneiheerträgen. PERFORMANCE BEZEICHNUNG

ISIN

FONDSWÄHRUNG

FONDSBEGINN

AA

1 JAHR IN % 3 JAHRE IN % P.A.

5 JAHRE IN % P.A.

Veranlagungen mit Anlageschwerpunkt internationale Aktien 3 Banken Value-Aktienstrategie (R)

AT0000VALUE6

EUR

16.05.2011

5,00 T

–2,36

9,88

11,44

3 Banken Dividenden-Aktienstrategie R

AT0000A0XHJ8

EUR

16.11.2012

5,00 A

2,22

7,18

3-Banken Sachwerte-Aktienstrategie (T)

AT0000A0S8Z4

EUR

02.01.2012

5,00 T

31,51

11,14

Schoellerbank Aktienfonds Value (T)

AT0000820378

EUR

16.12.1992

4,00 T

2,76

8,59

12,06

Schoellerbank Aktienfonds Dividende (T)

AT0000A1KTP5

EUR

02.05.2016

4,00 T

Veranlagungen mit Anlageschwerpunkt Europa ex UK Spängler IQAM Quality Equity Europe RT

AT0000857750

EUR

19.12.1989

5,00 T

3,52

6,13

13,28

USD

03.01.1991

5,00 T

11,78

9,67

12,50

Veranlagungen mit Anlageschwerpunkt Nordamerika Spängler IQAM Qual Equity US (RT)

AT0000857784

Veranlagungen mit Anlageschwerpunkt Österreich 3 Banken Österreich-Fonds (R)

AT0000662275

EUR

28.10.2002

QUELLE: WIENER BÖRSE AG , CEESEG AG

3,50 A

6,15

7,33

9,46

AA = Ausgabeaufschlag in Prozent, A = Ausschüttender Fonds, T = ThesaurierenderFonds

und sich auf Beteiligungen an Qualitäts-

Die Nachfrage nach Value-Invest-

zeugt, dass die Kombination von Nach-

unternehmen fokussiert, die sich durch

ments habe jedenfalls deutlich zuge-

haltigkeit und Dividenden für ehemali-

langfristige Wettbewerbsvorteile, starke

nommen, hört man aus der heimischen

ge Anleihebesitzer attraktiv klingt, zu-

Marken, erfahrenes Management, hohe

Fondsszene. Und eine Sonderform der

mal eine Reihe von starken Unterneh-

Eintrittsbarrieren für potenzielle Kon-

Gattung, die auf dividendenstarke Ak-

men ihre Ausschüttungen über die Jah-

kurrenten, niedrige Produktionskosten

tien fokussierten Fonds, verkauft sich

re steigert, während Anleihezinsen fast

und geringe Verschuldung auszeich-

besonders gut. Was Wögerbauer nicht

immer gleich bleiben.

nen. Dazu kommt, dass deren Aktien

weiter überrascht, „weil sich immer

beim Kauf unter ihrem inneren Wert

mehr Anleger, die bisher in der Anlei-

% MEINE RENDITE

notieren. Der Performancevergleich der

henwelt zu Hause waren, für nachhal-

Mit braven Anleihen wird man wohl

Value-Fonds der drei Asset-Manager

tige Dividenden interessieren“. Aller-

noch länger keinen müden Cent verdie-

zeigt, dass die Computerprogramme der

dings hätten die Preise solcher Aktien

nen. Sind Aktien eine sinnvolle Alter-

Spängler IQAM Invest durchaus mit den

in letzter Zeit angezogen, man müsse

native? Nicht, um wild zu spekulieren,

Methoden der beiden Mitbewerber mit-

heute länger nach geeigneten Titeln su-

aber es geht ja auch anders: Man betei-

halten konnten und der maschinenge-

chen, sagt er.

ligt sich an Unternehmen mit langfris-

steuerte U.S.-Fonds den S&P-500-Index

Im November bringt die 3BG einen

tigem Wettbewerbsvorteil, erfahrenem

in den meisten Jahren deutlich schlagen

dividendenstarken

Nachhaltigkeits-

Management und wenig Schulden. Am

konnte. Im Einjahresvergleich taten sich

fonds auf den Markt. Die Fondstoch-

besten über Fonds, die in solche Value-

dagegen alle Fonds schwer – mit Aus-

ter der Schoellerbank AG, die Schoell-

aktien investieren. So lassen sich sogar

nahme des Sachwerte Aktienstrategie-

erbank Invest AG, hatte einen solchen

Zeiten überstehen, in denen geringes

fonds der 3BG, der von lukrativen Gold-

Fonds bereits im August lanciert. Karas

Wachstum womöglich zur neuen Nor-

Investments profitierte.

und Wögerbauer sind jedenfalls über-

malität wird. n

40


Ein neues Großprojekt der UBM: Das Zalando Headquarter, Berlin

© Henn

zukunft entwickeln www.ubm.at

Die UBM Development AG ist ein führender österreichischer Immobilienentwickler von europäischem Format, der sich durch hohe technische Kompetenz und umfangreiche Erfahrung auszeichnet. Ihr Fokus liegt auf den drei Heimmärkten Deutschland, Österreich und Polen sowie den drei Assetklassen Wohnen, Hotel und Büro. Mit dieser Strategie konnte die UBM zum Halbjahr 2016 das Rekordergebnis aus dem Vorjahr wiederholen. Sie erwirtschaftete eine Produktionsleistung von EUR 255,3 Mio. und ein EBT von EUR 15,3 Mio. Die Verkaufserlöse wurden dabei um 60 % gesteigert. Dies ist vor allem auf Wohnungsverkäufe in Deutschland zurückzuführen, wie etwa das Frankfurt-Central Living II oder das BerlinHohenzollern. Die UBM geht in einem unverändert boomenden Immobilienmarkt ihren erfolgreichen Weg konsequent weiter. Dazu gehört auch die Minimierung von zukünftigen Risiken durch Forward-Verkäufe, bei denen mit Käufern bereits heute bestimmte Preise für erst in der Zukunft fertig gestellte Projekte abgeschlossen werden. Ihre Projektpipeline reicht weit über das Jahr 2017 hinaus. Dabei achtet die UBM sehr genau auf die Ausgewogenheit zwischen künftiger Profitabilität und Risikoprofil.

erfolge realisieren


RENDITE

AKTIENKURSE DIE 20 TOP/FLOP–AKTIEN DER WIENER BÖRSE 2016 (YTD) UNTERNEHMEN ISIN KURS YTD   % YTD HIGH YTD LOW 1 J   % 1 J VOLA 3 J   % 3 J VOLA

Lenzing AG

AT0000644505 96,510 38,76 % 109,200 56,180 43,83 % 29,53 76,31 % 29,31 ↑

RHI AG

AT0000676903 23,995 33,19 % 24,100 14,690 33,64 % 35,06 –3,40 % 30,15 ↑

C–Quadrat Investment AG

AT0000613005 60,250 31,55 % 64,000 41,380 46,95 % 41,24 131,73 % 42,28 ↑

Strabag SE

AT000000STR1 30,250 28,31 % 30,550 20,520 42,35 % 26,24 61,33 % 24,34 ↑

Rath AG

AT0000767306 17,000 23,55 % 17,360 10,030 23,19 % 50,89 142,82 % 69,58 ↑

Oberbank AG VZ

AT0000625132 46,300 22,81 % 46,800 37,700 22,16 % 3,97 22,49 %

Conwert Immobilien Invest SE

AT0000697750 16,955 20,76 % 17,150 11,660 37,51 % 22,09 102,40 % 22,07 ↑

Pankl Racing Systems AG

AT0000800800 33,100 20,36 % 35,000 26,500 16,12 % 20,16 38,38 % 22,56 ↑

Buwog AG

AT00BUWOG001 23,590 17,92 %

Manner AG

24,050

17,675

32,05 %

21,83

n. a.

3,11 ↑

n. a.

AT0000728209 58,000 17,24 % 59,990 46,010 26,09 % 34,07 1,75 % 29,83 ↑

Verbund AG

AT0000746409 13,835 16,65 % 14,280 10,035 18,00 % 27,71 –18,33 % 24,25 ↑

Agrana Beteiligungs–AG

AT0000603709 102,750 13,79 % 105,450 77,000 35,55 % 22,01 9,01 % 20,14 ↑

S Immo AG

AT0000652250 9,290 13,29 % 9,380

Linz Textil Holding AG

AT0000723606 365,000 12,31 % 374,000 260,000

Porr AG

AT0000609607 31,165 11,50 % 31,490 22,240 32,34 % 36,54 301,30 % 34,20 ↑

BWT AG

AT0000737705 21,720 11,38 %

Atrium European Real Estate LTD

JE00B3DCF752 3,928 10,03 % 4,000 3,000 –1,80 % 23,55 –7,99 % 20,53 ↑

Burgenland Holding AG

AT0000640552 55,990 9,76 % 60,000 47,810 9,76 % 32,42 42,80 % 43,74 ↑

7,110 24,83 % 24,16 105,08 % 22,69 ↑ 5,80 %

31,53 –26,26 % 33,65 ↑

22,050 17,900 8,87 % 23,19 55,14 % 19,15 ↑

Oberbank AG ST

AT0000625108 57,800 9,47 % 58,200 52,900 12,21 %

Frauenthal Holding AG

AT0000762406 12,760 9,06 % 13,200 10,350 26,34 % 17,44 43,37 % 23,87 ↑

ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007

3,91 20,79 % 2,92 ↑

www.rcb.at

Vienna Insurance Group AG

AT0000908504 17,265 –31,73 % 24,790 16,095 –35,88 % 33,53 –54,03 % 26,19 ↓

Do & Co AG

AT0000818802 69,000 –31,00 % 107,600 62,510 –10,04 % 32,38 109,34 % 30,31 ↓

Zumtobel Group AG

AT0000837307 16,270 –30,11 % 22,500 9,900 –16,56 % 53,35 33,74 % 42,31 ↓

Valneva SE

FR0004056851 2,710 –28,87 %

3,715 2,058 –22,15 % 48,61 –25,75 %

51,11 ↓

FACC AG

AT00000FACC2 5,290 –26,22 %

7,153

3,998

n. a.

7,447

5,041 –23,12 % 32,08 –36,99 % 26,16 ↓

Uniqa Insurance Group AG

AT0000821103 5,766 –23,38 %

–16,81 %

34,13

n. a.

AT&S AG

AT0000969985 11,265 –22,63 % 13,975 9,852 –16,52 % 32,82 61,07 % 31,15 ↓

Rosenbauer International AG

AT0000922554 52,000 –21,92 % 66,000 46,000 –27,58 % 29,68 –8,77 % 26,43 ↓

Maschinenfabrik Heid AG

AT0000690151 2,200 –18,43 % 2,640 1,750 –20,00 % 62,69 –8,33 % 73,87 ↓

Wienerberger AG

AT0000831706 14,125 –17,35 % 17,540 11,935 –15,29 % 44,44 17,71 % 33,18 ↓

Semperit AG Holding

AT0000785555 25,820 –16,98 % 34,000 25,750 –16,06 % 30,15 –21,99 % 31,99 ↓

Gurktaler AG VZ

AT0000A0Z9H1 5,260 –12,33 % 6,500 4,050 –4,36 % 53,65 –12,33 % 53,42 ↓

Mayr–Melnhof Karton AG

AT0000938204 101,700 –11,18 % 111,450 93,340 2,47 % 25,10 25,49 % 19,95 ↓

Erste Group Bank AG

AT0000652011 25,850 –10,58 % 28,500 18,870 1,29 % 36,54 7,40 % 34,55 ↓

HTI High Tech Industries AG

AT0000764626 0,662 –10,54 %

UBM Development AG

AT0000815402 33,300 –8,74 % 35,400 26,560 –2,63 % 34,71 128,08 % 37,25 ↓

Ottakringer Brauerei AG ST

AT0000758008 90,000 –7,22 % 98,000 80,000 –7,69 % 42,34 –4,26 % 30,69 ↓

0,900 0,500 –33,80 % 70,19 –85,85 % 88,27 ↓

OMV AG

AT0000743059 24,830 –4,98 % 26,395 21,450 13,66 % 29,98 –30,75 % 26,65 ↓

Österreichische Post AG

AT0000APOST4 31,985 –4,89 % 36,570 27,275 –1,20 % 24,10 –2,93 % 20,42 ↓

Wolford AG

AT0000834007 23,700 –4,70 % 26,010 23,700 8,52 % 16,54 17,91 % 19,81 ↓ QUELLE:

42


RENDITE

FONDSKURSE DIE 20 TOP/FLOP–ÖSTERREICH–FONDS (THESAURIERT) 2016 (YTD) VOLUMEN FONDSNAME ISIN KURS YTD % YTD HIGH YTD LOW 1 J % 1 J VOLA 3J % 3 J VOLA (MIO. EURO)

VB Mündel-Rent

AT0000A0HR15

Spängler IQAM SparTrust

AT0000817960 162,91 5,99 % 164,06 153,70 6,05 % 3,68 16,04 % 3,59 331,90 ↑

VB Mündel-Flex

AT0000A0S6L8 121,87 5,73 %

ESPA Bond Euro Mündelrent

AT0000812995 14,98 5,64 % 15,18 14,19 5,34 % 4,11 17,65 % 3,94 579,16 ↑

Hypo Rent

968,67

6,00 %

984,98 123,63

AT0000611157 10,44 4,71 % 10,52

AustroMündelRent

914,53

5,72 %

115,37

4,69

5,58 %

4,31

19,32 % 13,72 %

4,28 3,71

n. a. n. a.

↑ ↑

10,01 4,50 % 3,28 13,60 % 3,28 260,30 ↑

AT0000801246 135,25 4,70 % 136,40 129,17 4,54 % 3,38 15,14 % 3,39 83,01 ↑

Amundi P.S.K. Mündel Rent

AT0000719273 120,14 4,24 % 121,30 115,20

Allianz Invest Vorsorgefonds

AT0000721360 133,39 3,89 %

4,11 % 3,04 13,48 % 3,05 354,58 ↑

Kepler Vorsorge Rentenfonds

AT0000722566 140,82 3,57 % 141,97 135,82 3,73 % 2,30 11,70 % 2,81 411,47 ↑

134,40 128,41 4,23 % 2,35 10,13 % 3,54 95,39 ↑

Apollo Mündel

AT0000746961 12,78 2,90 % 12,82 12,42 3,06 % 1,68 8,04 % 1,62 75,06 ↑

PIA – Mündel Bond

AT0000813068 13,27 2,63 % 13,34 12,93 2,79 % 1,98 8,69 % 1,86 296,95 ↑

PIA – Mündel Bond

AT0000674874 14,70 2,58 % 14,78 14,33 2,80 % 1,94 8,65 % 1,83 296,95 ↑

HYPO 3-Wert

AT0000A0B083 132,42 2,48 % 133,56 127,35 2,73 % 2,29 5,63 % 1,92 22,69 ↑

Gutmann Mündelsicherer Anleihefonds AT0000A0CG05 9,51 2,33 %

9,57

9,30

2,43 %

2,15

11,15 %

2,46

n. a.

Tirolpension

AT0000A0VKV1 8,12 2,27 % 8,16 7,95 2,39 % 1,84 6,38 % 1,56 13,02 ↑

Hypo Mündel Fonds

AT0000A0KQQ1 10,44 2,25 % 10,50 10,22 2,45 % 2,03 4,92 % 2,34 n. a. ↑

RLB NÖW Mündel Rent

AT0000746219 1093,99 1,94 % 1100,19 1073,66 2,22 % 1,73 7,42 % 1,67 30,55 ↑

Real Invest Austria

AT0000634365 14,40 1,91 % 14,40 14,15 2,75 % 0,48 8,49 % 0,52 n. a. ↑

Schoellerbank Vorsorgefonds

AT0000820402 119,74 1,79 % 120,30 117,47 1,92 % 1,41 7,47 % 1,53 82,29 ↑

Sparda Rent

AT0000855416 133,08 1,70 % 133,36 130,90 2,06 % 0,93 6,44 % 0,93 59,48 ↑

ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007

www.rcb.at

SemperShare Austria

AT0000815030 114,63 –3,34 % 119,24 95,49 6,39 % 20,57 6,85 % 18,67 16,11 ↓

Zukunftsvorsorge Aktienfonds

AT0000659644 15,25 –3,24 %

15,81 13,09 1,46 % 14,53 –4,87 % 12,40 783,06 ↓

RT Österreich Aktienfonds

AT0000497292 8,08 –2,88 %

8,34

6,79 3,72 % 18,98 –1,46 % 16,37 453,56 ↓

ESPA Stock Vienna

AT0000813001 116,21 –2,80 % 119,87 97,90 3,72 % 18,72 –1,49 % 16,21 64,08 ↓

PIA – Austria Stock

AT0000767736 72,65 –1,46 % 74,30 60,27 3,49 % 19,29 4,59 % 16,40 200,61 ↓

Allianz Invest Austria Plus

AT0000611405 90,01 –1,11 % 92,22 74,24 5,53 % 19,47 0,82 % 16,35 5,14 ↓

Kepler Oesterreich

AT0000647698 258,47 –0,66 % 264,60 212,72 5,93 % 19,76 –1,90 % 17,32 32,99 ↓

ViennaStock

AT0000952460 219,69 –0,36 % 224,98 182,19 6,27 % 18,80 1,69 % 15,96 29,49 ↓

3 Banken Österreich Fonds

AT0000662275 27,05 –0,20 % 27,60 22,09 7,75 % 18,48 23,99 % 16,01 107,84 ↓

ComStage ATX Ucits ETF

LU0392496690 27,45 –0,12 % 28,20 22,43 6,54 % 22,17 –1,44 % 18,94 16,06 ↓

ESPA Reserve Euro-Mündel

AT0000A0EU62 102,68 0,18 % 102,73 102,43 0,28 % 0,31 –0,21 % 0,37 57,57 ↓

SemperBond Austria

AT0000737663 93,90 0,22 % 94,38 93,64 –0,05 % 0,90 0,79 % 0,89 6,78 ↓

Amundi P.S.K. Mündel Rent Kurz

AT0000810429 106,82 0,24 % 107,01 106,58 0,32 % 0,69 1,03 % 0,56 58,91 ↓

Raiffeisen Österreich Aktien

AT0000805189 167,35 0,26 % 171,12 135,00 6,79 % 19,57 11,62 % 17,22 95,45 ↓

Meinl Capitol 1

AT0000859301 62,26 0,84 % 62,50 61,72 1,21 % 1,05 2,99 % 1,01 5,86 ↓

Raiffeisen Österreich Rent

AT0000805163 13,05 0,85 % 13,10 12,95 0,97 % 1,27 5,54 % 1,54 411,79 ↓

Amundi Österreich Plus

AT0000A05TF3 73,85 1,07 % 75,61 60,33 7,28 % 20,04

0,41 % 16,89 22,55 ↓

HYPO Mündelrent OÖ

AT0000A0GWS3 112,21 1,26 % 112,31 110,80 1,66 % 0,76 2,74 % 1,62 150,71 ↓

VB Österreich-Index-Fonds

AT0000A0GWN4 97,37 1,41 %

TirolRent

99,76

79,31

6,66 %

20,22

–7,23 %

17,67

n. a.

AT0000832597 25,58 1,67 % 25,63 25,17 2,07 % 0,98 6,22 % 0,93 43,13 ↓ QUELLE:

43


RENDITE

ANLEIHENKURSE DIE 20 TOP/FLOP–CORPORATE-PRIME-ANLEIHEN DER WIENER BÖRSE (YTM) VOLUMEN ANLEIHENNAME ISIN KURS YTM %** YTD HIGH YTD LOW (MIO. EURO)

WEB Windenergie AG 5,000 % 2016

VERZINSUNG FÄLLIGKEIT

TYP

*

AT0000A0QZH8 98,60 11,11 %

n. a.

n. a.

6,46

5,00 % 16.12.2016

Fix

Sanochemia Pharmazeutika AG 7,750 % 2017

DE000A1G7JQ9 97,51 10,83 %*

n. a.

n. a.

10,00

7,75 % 06.08.2017

Fix

Photon Energy NV 8,000 % 2018

DE000A1HELE2 100,00 8,24 %*

n. a.

n. a.

7,53

8,00 % 12.03.2018

Fix

100,00

7,00 % 14.10.2070

Fix

Egger Holzwerkstoffe 7,000 %

AT0000A11BC6 100,50 6,96 %

104,00 100,30

WEB Windenergie AG Hybrid-Anleihe 6,500 %

AT0000A191A9 109,00 5,94 %

109,00

109,00

3,99

6,50 % 07.10.2070

Fix

WEB Windenergie AG 5,500 % 2023

AT0000A0Z793 100,00 5,49 %*

n. a.

n. a.

6,39

5,50 % 08.04.2023

Fix

WEB Windenergie AG 5,250 % 2023

AT0000A0Z785 100,66 5,12 %*

n. a.

n. a.

7,15

5,25 % 08.04.2023

Fix

WEB Windenergie AG 3,500 % 2019

AT0000A191B7 97,80 4,29 %*

n. a.

n. a.

10,57

3,50 % 07.10.2019

Fix

UBM Realitätenentwicklung AG 4,875 % 2019

AT0000A185Y1 104,88 3,03 %

104,97

100,50

200,00

4,88 % 09.07.2019

Fix

WEB Windenergie AG 4,000 % 2018

AT0000A0Z7A0 101,51 2,98 %

101,51

98,25

7,95

4,00 % 08.04.2018

Fix

S Immo AG 3,250 % 2027

AT0000A1DWK5 107,25 2,46 %

108,00

103,63

65,00

3,25 % 21.04.2027

Fix

Swietelsky Baugesellschaft 4,625 % 2019

AT0000A0WR40 107,10 2,20 % 109,25 106,35

74,09

4,63 % 12.10.2019

Fix ↑

S Immo AG 4,500 % 2021 Cross Industries AG 4,625 % 2018

AT0000A177D2 110,50 2,14 %

110,50

110,50

89,74

4,50 % 17.06.2021

Fix

AT0000A0WQ66 105,00 2,09 %

105,50

90,00

75,00

4,63 % 05.10.2018

Fix

Porr AG 3,875 % 2019

AT0000A19Y28 106,00 1,87 %

109,63 105,08

56,26

3,88 % 28.10.2019

Fix

S Immo AG 3,250 % 2025

AT0000A1DBM5 110,95 1,85 %

110,95

33,99

3,25 % 09.04.2025

Fix

Egger Holzwerkstoffe 4,500 % 2019

AT0000A0WNP5 108,23 1,69 %

CA Immo AG 2,750 % 2022 Porr AG 6,250 % 2018 S Immo AG 3,000 % 2019

AT0000A1CB33 105,75 1,63 %

104,00

110,33 107,00

150,00

4,50 % 01.10.2019

Fix ↑

106,50

175,00

2,75 % 17.02.2022

Fix

102,05

DE000A1HSNV2 110,38 1,38 %

112,95 110,00

50,00

6,25 % 26.11.2018

Fix ↑

AT0000A19SB5 104,88 1,35 %

106,50 104,25

100,00

3,00 % 03.10.2019

Fix

ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007

www.rcb.at

Porr AG 6,250 % 2016

AT0000A0XJ15 101,88 –2,80 %

AT&S AG 5,000 % 2016

AT0000A0R2J2 100,94 –0,89 % 103,95 100,94

104,42

101,35

50,00

6,25 % 04.12.2016

Fix

100,00

5,00 % 18.11.2016

Fix ↓

Swietelsky Baugesellschaft 5,375 % 2017

AT0000A0H2Z0 103,19 –0,32 %

105,66 102,68

55,55

5,38 % 12.04.2017

Fix

Strabag SE 4,250 % 2019

AT0000A0PHV9 107,64 0,18 %

109,24

107,38

175,00

4,75 % 25.05.2018

Fix

Novomatic AG 5,000 % 2017

AT0000A0KSM6 105,22 0,24 %

106,65 104,40

150,00

5,00 % 27.10.2017

Fix

AT0000A0G215 102,20 0,34 %

104,10

102,14

120,00

5,75 % 18.02.2017

Fix

Strabag SE 4,250 % 2019

AT0000A0V7D8 110,18 0,36 %

111,29

109,41

100,00

4,25 % 10.05.2019

Fix

Strabag SE 3,000 % 2020

AT0000A109Z8 109,18 0,47 %

110,14

106,49

200,00

3,00 % 21.05.2020

Fix

Egger Holzwerkstoffe 5,750 % 2017

Novomatic AG 4,000 % 2019

AT0000A0XSN7 108,13 0,51 %

108,13 104,50

250,00

4,00 % 28.01.2019

Fix

KTM AG 4,375 % 2017

AT0000A0UJP7 102,24 0,58 %

104,47

102,09

85,00

4,38 % 24.04.2017

Fix

Strabag SE 1,625 % 2022

AT0000A1C741 105,36 0,61 %

105,48

99,28

200,00

1,63 % 04.02.2022

Fix

Andritz AG 3,875 % 2019

AT0000A0VLS5 108,78 0,70 %

111,48

107,10

350,00

3,88 % 09.07.2019

Fix

Wienerberger AG 5,250 % 2018

AT0000A0PQY4 108,03 0,71 %

110,26

107,90

100,00

5,2 % 04.07.2018

Fix

AT0000A100E2 111,33 0,77 %

111,52

105,77

300,00

4,00 % 17.04.2020

Fix

4,25 % 03.11.2017

Fix ↓

Wienerberger AG 4,000 % 2020 Kapsch Trafficcom AG 4,250 % 2017

AT0000A0KQ52 103,80 0,82 % 104,37 103,50

Egger Holzwerkstoffe 5,625 % 2018

AT0000A0NBF0 106,95 0,82 %

109,15

105,19

200,00

5,63 % 07.03.2018

Fix

Novomatic AG 3,000 % 2021

AT0000A182L5 108,20 1,21 %

108,69

103,25

200,00

3,00 % 23.06.2021

Fix

Immofinanz AG 5,250 % 2017

AT0000A0VDP8 103,04 1,32 %

104,71

102,69

100,00

5,25 % 03.07.2017

Fix

70,82

Porr Hybrid-Anleihe 6,750 %

AT0000A19Y36 110,00

n. a.

110,88

104,75

25,00

6,75 % 28.10.2070 Variabel ↓

Wienerberger AG 6,500 %

DE000A1ZN206 105,68

n. a.

106,88

96,65

272,19

6,50 % 09.02.2070 Variabel ↓

*LETZTER KURS ÄLTER ALS 2016,** YTM = RENDITE BIS LAUFZEITENDE QUELLE:

44


RENDITE

ROHSTOFFKURSE DIE 30 TOP/FLOP–ROHSTOFFNOTIERUNGEN AN DEN WELTMÄRKTEN (YTD) ROHSTOFFNAME HANDELSPLATZ KURS WÄHRUNG YTD % YTD HIGH YTD LOW 1 J % 1 J VOLA 3 J % 3 J VOLA

Orangensaft

ICE US

204,000

USX

45,71 % 204,000 113,950 69,93 % 37,73 62,49 % 31,90 ↑

Zucker

ICE US

22,130

USX

45,21 % 22,130 12,520 102,47 % 34,52 28,89 % 29,33 ↑

Silber

Pro Aurum

19,000

USD

38,77 %

Silber Philharmoniker 1 Unze

Pro Aurum

18,270

EUR

32,95 % 19,430 13,680 25,21 % 22,88 5,18 % 23,48 ↑

Heizöl

ICE Europe

1,404

USD

25,20 %

Diesel

ICE Europe

415,250

USD

24,70 % 468,750 250,500 –10,89 % 42,63 –55,16 % 31,70 ↑

Palladium

Pro Aurum

688,000

USD

24,64 % 745,000 475,000 12,60 % 33,03 –5,62 % 26,56 ↑

Gold

Pro Aurum

1308,500

USD

23,98 % 1360,500 1068,500 16,18 % 15,57 –1,80 % 15,46 ↑

Kaffee

20,500 1,574

13,650 27,67 % 25,88 –12,76 % 27,00 ↑ 0,873 –6,93 % 39,42 –53,30 % 31,73 ↑

ICE US

156,800

USX

23,76 % 156,800

Brent Rohöl

ICE Europe

46,470

USD

23,59 % 52,700 27,790 –4,64 % 42,39 –57,50 % 34,77 ↑

Gold Österreich 1 Dukat

Pro Aurum

133,500

Gold Philharmoniker 1 Unze

Pro Aurum

1199,250

EUR

21,08 % 1255,750 1007,750 16,50 % 14,74 20,17 % 14,86 ↑

Goldbarren 100 Gramm

Pro Aurum

3802,500

EUR

20,88 % 3981,500 3201,500 16,32 % 14,56 19,60 % 14,57 ↑

CME GLOBEX

16,360

USD

20,74 %

17,140

12,720 3,28 % 21,90 –9,71 % 21,54 ↑

ICE Europe

44,840

USD

20,51 %

51,490

27,200 –3,90 % 44,06 –57,21 % 36,27 ↑

Milch WTI Rohöl

111,600 33,73 % 28,73 36,64 % 35,68 ↑

EUR 21,82 % 141,500 112,000 16,52 % 16,72 18,06 % 17,08 ↑

ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007

www.rcb.at

Lebendrind Hafer Mastrind

CME GLOBEX

107,525

USX –21,08 % 141,575 99,525 –21,40 % 21,84 –14,93 % 17,49 ↓

CBOT Composites

175,000

USD –19,45 % 239,000 158,750 –24,49 % 40,66 –43,37 % 41,24 ↓

CME GLOBEX

135,400

Reis

CBOT Composites

9,890

Weizen

CBOT Composites

406,000

Kakao Mageres Schwein Mais Erdgas Sojaöl Baumwolle Sojabohnen Platin Sojamehl Holz

USX –18,86 % 168,650 130,375 –30,48 % 23,27 –13,79 % 17,01 ↓ USD –13,93 %

12,100

9,160 –22,92 % 25,87 –36,60 % 22,66 ↓

USD –13,53 % 517,500 362,750 –18,15 % 25,34 –37,15 % 26,39 ↓

ICE US

2852,000

USD

–11,18 % 3235,000 2763,000 –13,84 % 22,27

CME GLOBEX

55,650

USX

–7,06 % 88,875 54,875 –22,33 % 33,06 –38,17 % 32,51 ↓

9,36 % 19,67 ↓

CBOT Composites

339,500

USD

–5,17 % 437,750 301,500 –11,70 % 22,92 –24,64 % 22,67 ↓

ICE Europe

34,090

GBX

2,68 %

37,110

26,410 –14,24 % 36,33 –48,54 % 33,36 ↓

CBOT Composites

33,890

USD 11,44 % 34,770

29,100 27,55 % 20,38 –19,69 % 20,31 ↓

ICE US

70,820

USX

11,92 % 76,640 56,590 18,53 % 20,64 –15,01 % 21,67 ↓

CBOT Composites

989,000

USD 13,55 % 1180,250 851,250 13,16 % 20,82 –24,88 % 22,89 ↓

Pro Aurum

1015,000

USD

17,92 % 1185,000 805,000 5,92 % 25,26 –28,67 % 19,89 ↓

CBOT Composites

312,400

USD

17,98 % 418,900 257,500 0,94 % 24,83 –24,45 % 31,19 ↓

CME GLOBEX

305,800

USD

18,16 % 337,700 233,300 33,77 % 26,95 –14,20 % 23,39 ↓

KENNZAHLEN FÜR FUTURES BASIEREN AUF UNADJUSTED CONTINUATION CONTRACTS (CC). QUELLE:

45


RENDITE

STATISTIK ÖSTERREICH 90 80 70 60

15 14 13 12

50

11

40

10

30

Q4

Q1

Q2

Q3*

QUARTAL

Q4

2.

Q2

7,91

9,13

13,53

15,57

Q1

AKTUELLE PERIODE

Q3*

QUARTAL

MEIST GEHANDELT

PLATZIERUNG AUGUST (AUGUST/15)

1.

15,77

7

15,27

AKTUELLE PERIODE

TOP HANDELSTEILNEHMER

VERGLEICHSPERIODE

8 14,30

81,87

86,74

81,82

89,44

80,72

85,73

87,44

84,66

0

9

VERGLEICHSPERIODE

11,83

20 10

QUARTALSUMSÄTZE

MRD. EUR

QUELLE: WIENER BÖRSE AG, *Q3 OHNE SEPTEMBER

MARKTKAPITALISIERUNG

MRD. EUR 100

QUELLE: WIENER BÖRSE AG, *Q3 OHNE SEPTEMBER

BÖRSENDATEN DIE WIENER BÖRSE IN ZAHLEN

HANDELSPARTNER

UMSATZ (MIO. EUR)

Morgan Stanley & Co

337,67

1.

(1)

Erste Group Bank AG

911,52

(-) Wood & Company Fin. Services

318,39

2.

(3)

Voestalpine AG

351,90

(2)

PLATZIERUNG AUGUST (AUGUST/15)

MARKTTEILNEHMER

UMSATZ (MIO. EUR)

3.

(1)

Deutsche Bank AG

289,10

3.

(4)

Raiffeisen Bank Intern. AG

339,13

4.

(7)

Merrill Lynch International

257,14

4.

(2)

OMV AG

333,01

5.

(6)

Credit Suisse Securities

239,16

5.

(5)

Andritz AG

248,93

6.

(9)

Raiffeisen Centrobank AG

236,02

6.

(7)

Wienerberger AG

192,98

7.

(5)

Societe Generale S.A.

233,17

7.

(10)

Buwog AG

168,43

8.

(-)

(6)

Immofinanz AG

145,13

J.P. Morgan Securities PLC

214,97

8.

9. (4) Hudson River Trading Europe

212,36

9. (11) Conwert Immobilien Invest SE

10.

211,65

10.

(10)

UBS LTD.

(9)

131,81

Vienna Insurance Group AG

106,17

Gesamt August 2016

3.755,06

Gesamt August 2016

3715,59

Gesamt August 2015

4.787,98

Gesamt August 2015

4693,64

-1.032,92

Differenz 

-978,05

QUELLE: WIENER BÖRSE AG

QUELLE: WIENER BÖRSE AG

UMSCHLAGSHÄUFIGKEIT INT. INVESTOREN

INVESTORENGEOGRAFIE

53,70 % niedrig 35,80 % moderat QUELLE: IPREO, DEZEMBER 2015

27,60 % USA 21,90 % Österreich 15,70 % Großbritannien 7,20 % Norwegen 6,10 % Frankreich 5,00 % Deutschland 2,20 % Schweiz 2,00 % Kanada 1,80 % Niederlande 1,20 % Polen 9,30 % Andere

46

8,10 % hoch 2,40 %

sehr hoch

QUELLE: IPREO, DEZEMBER 2015

Differenz 


RENDITE

10 9

INFLATION

%

QUELLE: AMS

ARBEITSLOSENRATE

%

2

8

1,5

7 6 5

1

4

VERGLEICHSPERIODE

3 2

AKTUELLE PERIODE 0

J

F

M

A

J

J

A

S

%

D

J

F

M

A

M

J

J

A

LEISTUNGSBILANZSALDO IN % DES BIP

4

MONAT

3

5.040*

4.118*

1.923*

3.347*

1.577*

957*

Q2

Q3

Q4

Q1

DEFIZIT IN % DES BIP

% 1

–2

81,00*

–1

83,70*

0

QUARTAL

QUELLE: STATISTIK AUSTRIA

QUARTAL

86,13*

85

VERGLEICHSPERIODE AKTUELLE PERIODE

88,52*

86

–1

83,10*

GESAMTVERSCHULDUNG IN % DES BIP

87

AKTUELLE PERIODE

86,03*

Q2

0

QUELLE: STATISTIK AUSTRIA

Q1

VERGLEICHSPERIODE

1.131*

86,47*

83,30*

81,00*

83,70*

88,52*

Q4

MIO. EUR

2 1

–1

Q3

N

5

MRD. EUR

0

O

6

86,13*

83,10*

1

MONAT

84,35*

1,5

M

BIP-WACHSTUM

86,03*

%

D

-89*

N

82,40*

O

QUELLE: STATISTIK AUSTRIA

S

QUELLE: STATISTIK AUSTRIA

0

%

VERGLEICHSPERIODE

0,5

AKTUELLE PERIODE

1

0,5

QUELLE: STATISTIK AUSTRIA

WIRTSCHAFTSDATEN ÖSTERREICHS WIRTSCHAFT IN ZAHLEN

84 –3

MRD. EUR

Q3

Q4

Q1

287,57*

298,81*

281,42*

296,33*

290,71*

80

277,38*

81

MRD. EUR

–4 –5

285,89*

82

264,68*

83

Q2

VERGLEICHSPERIODE

–6

VERGLEICHSPERIODE

AKTUELLE PERIODE

–7

AKTUELLE PERIODE Q2

QUARTAL

47

Q3

Q4

Q1

QUARTAL


FINANZPLATZ

Insiderhandel. Der frühere OMV-General­direktor Wolfgang Ruttenstorfer wurde vom Verdacht des Insiderhandels 2012 freigesprochen.

© GEORG HOCHMUTH / APA / PICTUREDESK


RECHT

FINANZPLATZ

STRENGERE REGELN FÜR DEN KAPITALMARKT Mit der Verschärfung des Börsengesetzes kann es für Manager teuer werden. Unternehmen und Vorstände werden zukünftig daher noch vorsichtiger agieren müssen. Was Juristen raten, hat ­DerBörsianer recherchiert. TEXT THOMAS MÜLLER

49


FINANZPLATZ

Strafe. Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber wurde heuer der Marktmanipulation schuldig gesprochen. Die Höhe der Verwaltungsstrafe betrug 30.000 Euro. Wann es den nächsten Manager trifft, ist für Experten nur eine Frage der Zeit.

D

ie Wiener Börse hatte früher den

len. Denn die Verordnung gibt lediglich

Euro deutlich geringer, aber dafür

wenig schmeichelhaften Spitz-

die Mindeststrafen für einzelne Delikte

konnten sie sich summieren, weil jeder

namen VIP für „Vienna Insider

vor. Im Detail geht es dabei um die Be-

Fall einzeln sanktioniert wurde.“ Hinzu

Party“. Damit ist längst Schluss, die Fi-

reiche Insiderhandel, Ad-hoc-Pflich-

kommt, dass hierzulande bereits leich-

nanzmarktaufsicht (FMA) hat in den

ten und Wertpapiergeschäfte von Füh-

te Fahrlässigkeit für eine Strafe ausge-

vergangenen Jahren massiv aufgerüs-

rungskräften („Directors’ Dealings“).

reicht hat, während etwa in Deutsch-

tet. Während die halbe Finanzbranche

Vorweg kann gesagt werden: Insgesamt

land ein grob fahrlässiges Handeln

auf Urlaub war, traten am 2. August 2016

ist das neue Reglement nicht unbedingt

notwendig war. „In Österreich werden

einige Änderungen des Börsengesetzes

dazu geeignet, das Leben der betroffe-

auch Vergehen bestraft, die in anderen

in Kraft. Die Folge: strengere Regeln

nen Unternehmen und ihrer Vorstände

EU-Ländern zum Teil gar nicht sankti-

für den Kapitalmarkt. Die Änderun-

und Geschäftsführer zu erleichtern.

oniert werden. Es war also auch vor der

gen waren notwendig geworden, damit

MAR nicht so billig, wie es scheint“,

Exzessive Strafen

so der Jurist. Das Kumulationsprinzip

ordnung auch in Österreich angewen-

Was hat sich nun verändert? „Die Ver-

im Verwaltungsstrafgesetz bleibe nun

det werden kann (Market Abuse Regu-

waltungsstrafen für Marktmanipula-

aber mit der neuen Verordnung auf-

lation Nr. 596/2014, kurz: MAR). Dabei

tionen haben sich dramatisch erhöht.

recht: „Das kann natürlich zu exzessi-

wurde nicht wie bei einer Richtlinie das

Bei natürlichen Personen auf bis zu fünf

ven Strafen führen.“

EU-Recht in nationales Recht umge-

Millionen Euro und bei juristischen Per-

Im Ausland sei es eher üblich, dass

setzt, sondern die Verordnung gilt un-

sonen, also Unternehmen, auf bis zu 15

sich Finanzmarktaufsicht und Emit-

mittelbar für alle EU-Mitgliedsstaaten.

Millionen Euro oder 15 Prozent des Jah-

tenten zusammensetzen und den Sach-

Diese müssen allerdings bestimmen,

resumsatzes“, erklärt Markus Heidin-

verhalt erörtern, bevor Strafen ver-

wer die zuständige Behörde ist, in Ös-

ger, Partner der Anwaltskanzlei Wolf

hängt werden, weiß Heidinger aus Er-

terreich die Finanzmarktaufsicht, und

Theiss. „Die bisherigen Beträge waren

fahrung. Die österreichische Behörde

wie hoch die Höchststrafen sein sol-

in Österreich mit 100.000 bis 150.000

habe bisher „relativ freizügig reinge-

die

neue

EU-Marktmissbrauchsver-

50


Vertrauen bekommt man nicht geschenkt.

Dr. Heinrich Schaller Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank OÖ

Partnerschaft braucht eine verlässliche Basis. Internationale Ratings und Stresstest-Szenarios gehören zu den laufenden Herausforderungen einer großen Bank. Als größte Regionalbank Österreichs, die regional und international tätig ist, schneiden wir bei diesen Bewertungen sehr gut ab. Heuer hat uns die Europäische Zentralbank erneut mit dem Qualitätssiegel ausgezeichnet. Diesen Erfolg verdanken wir der Einhaltung höchster Dienstleistungs- und Qualitätsstandards. Das unterstützt die Zusammenarbeit mit unserem Netzwerk von internationalen Partnerbanken, mit dem wir unsere Kunden weltweit begleiten. Eine Bank kann ihren Kunden nur dann Sicherheit geben, wenn sie sicher ist.

Raiffeisen Landesbank Oberösterreich

www.rlbooe.at


FINANZPLATZ

„Die Behörde hat bisher relativ freizügig reingegriffen.“

„500.000 Euro für falsche ­,Directors’ Dealings‘ sind drastisch.“

„Sinnhaftigkeit kann im Detail durchaus hinterfragt werden.“

MARKUS HEIDINGER

CHRISTOPH BROGYANYI

STEPHAN PACHINGER

griffen“. Als Nebenwirkung verlieren

haltung der Information sichergestellt

hen Angehörigen aufklären.“ Auch hier

die Betroffenen im schlimmsten Fall

ist“, erklärt Christoph Brogyanyi von

muss eine laufend aktualisierte Liste ge-

ihre Fit-and-Proper-Qualifikation, was

der Anwaltskanzlei Dorda Brugger Jor-

führt werden. Die erfolgten Wertpapier-

oft mehr wiegt als die Geldstrafe. Ob so-

dis. Der Aufschub ist dabei nicht mehr

geschäfte werden nun nicht mehr von

gar eine gerichtliche Verurteilung droht,

vorab der FMA zu melden, sondern erst

der FMA, sondern von den Emittenten

hängt mehr als bisher von der Schwe-

unmittelbar nach der Meldung. „Auf

selbst veröffentlicht. Die Freude an Be-

re des Vergehens ab. Denn im Gegen-

Verlangen muss der Aufschub aber be-

teiligungen am eigenen Unternehmen

satz zu früher kommen nur noch die

gründet werden. Wir empfehlen daher,

dürfte sich auch durch andere Bestim-

schweren Fälle von Insiderhandel vor

das bisherige Prozedere beizubehal-

mungen verringern. So dürfen die Füh-

das Strafgericht, alle anderen fallen un-

ten und gleich beim Beschluss des Auf-

rungskräfte während der sogenannten

ter das Verwaltungsrecht. Ähnliches gilt

schubs eine ausführliche Begründung zu

„Closed Periods“ keine Eigengeschäfte

auch für Marktmanipulationen. Weiter-

erstellen“, rät Brogyanyi.

tätigen. Dieser Zeitraum umfasst 30 Ka-

hin als Verwaltungsdelikte gelten Ver-

lendertage vor Ankündigung eines Zwi-

gehen bei „Directors’ Dealings“ und bei

Sag mir, wo die Insider sind

schen- oder Jahresabschlussberichts.

den Ad-hoc-Pflichten.

Neu sind auch die Insiderlisten, die

Entschärft wurde vor kurzem die Baga-

nicht mit den bisher geführten Insider-

tellgrenze bei den „Directors’ Dealings“

Licht ins Dunkel

verzeichnissen

werden

von lediglich 5.000 Euro pro Kalender-

Doch nicht nur die Strafandrohungen

dürfen. Alle Personen, die bei einem

jahr. Die EU-Verordnung räumt hier ei-

haben sich durch die MAR beträchtlich

Projekt Zugang zu Insiderinformatio-

nen Spielraum bis 20.000 Euro ein, den

erhöht, auch der Geltungsbereich wurde

nen haben, müssen damit erfasst wer-

die FMA künftig auch nutzen will.

ausgedehnt. Sämtliche Wertpapiere, die

den. Zusätzlich dazu eine permanente

Explizit wird in der MAR auch das The-

an einem geregelten Markt oder einem

Liste zu führen ist möglich, aber nicht

ma Whistleblowing erwähnt. Der ent-

multilateralen Handelssystem gehan-

obligatorisch. „Der Emittent muss dafür

sprechende Paragraf sieht vor, dass die

delt werden, sind nun davon erfasst. Der

sorgen, dass alle in der Insiderliste er-

zuständige Behörde und einzelne Markt-

„Dritte Markt“ der Wiener Börse wäre so

fassten Personen ihre Pflichten schrift-

teilnehmer geeignete Systeme für Infor-

ein System. Sonstige organisierte Han-

lich anerkennen“, so Brogyanyi. „Die

manten bereitstellen müssen. Die Kehr-

delssysteme und Credit Default Swaps

Pflicht zur Aktualisierung endet erst,

seite des Whistleblowings sei das anony-

(CDS) fallen ebenfalls in den Geltungs-

wenn keine Insiderinformation mehr

me Anschwärzen von Konkurrenten, um

bereich. Das Insiderhandelsverbot und

vorliegt. Die Liste muss dann fünf Jahre

sie auszuschalten, warnt Rechtsanwalt

das Verbot der Marktmanipulation hat

ab der letzten Aktualisierung aufgeho-

Heidinger: „Das ist nicht neu, das hat

für die Emittenten am „Dritten Markt“

ben werden.“

es bisher auch gegeben. Noch dazu hat

gleichgesetzt

schon bisher gegolten. Neu kommen

In eine ähnliche Richtung geht es bei

die Arbeiterkammer durchgesetzt, dass

für diese die Pflichten zur Ad-hoc-Pu-

den „Directors’ Dealings“, die transpa-

eine vorsätzliche Falschmeldung nicht

blizität hinzu, zu Transparenz bei „Di-

renter werden sollen. „Es ist zwar nicht

haftbar macht, wenn nicht auch Schädi-

rectors’ Dealings“ und zur Führung von

verboten, Geschäfte zu tätigen, aber ich

gungsvorsatz vorliegt.“ Die nächste Dis-

Insiderlisten. Neu für alle ist die Rege-

muss bekanntgeben, wenn ich kaufe

kussion werde sich darum drehen, ob es

lung für aufgeschobene Ad-hoc-Mel-

oder verkaufe“, fasst es Markus Heidin-

eine Verpflichtung zum Whistleblowing

dungen. „Ein Emittent kann eine Ad-

ger zusammen. „Der Papierkram wird

geben soll oder eine Belohnung, ist der

hoc-Meldung auf eigene Verantwortung

für die Unternehmen größer, sie müs-

Experte überzeugt.

aufschieben, wenn bei sofortiger Veröf-

sen die Geschäftsführer und anderes

fentlichung berechtigte Interessen be-

Führungspersonal schriftlich über ihre

Prävention versus Vergrämung

einträchtigt wären, die Öffentlichkeit

Verpflichtungen informieren, und diese

Ihren Ausgang nahm die Verschärfung

nicht irregeführt wird und die Geheim-

wiederum müssen schriftlich ihre na-

der Marktmissbrauchsregelungen mit

52


FINANZPLATZ

der Finanzkrise und den Malversatio-

manipulationen ist das nichts Beson-

den letzten Jahren sogar rückläufig und

nen, die damals offensichtlich wurden.

deres, hier entstehen auch große Schä-

lag im Jahr 2015 bei 22. Das könnte sich

Doch wird die neue Verordnung ihren

den. Aber für eine verspätete Meldung

aber ändern, denn es werden ab jetzt

Zweck auch erfüllen? Dass auch die

bei einem ,Directors’ Dealing‘ zum

auch die weniger schweren Fälle von

verpflichtende öffentliche Bekannt-

Beispiel sind 500.000 Euro sehr dras-

Insiderhandel hinzukommen, für die

machung von Verstößen („naming and

tisch.“ Auch das „Shaming“ noch vor

die FMA nun ebenfalls zuständig ist.

shaming“) vorgesehen ist, zeigt, dass

einem rechtskräftigen Urteil sei pro-

Und was sagen die Anleger dazu?

der Gesetzgeber die hohen Geldstra-

blematisch und könne den Ruf zu Un-

Wilhelm Rasinger, Präsident des In-

fen allein noch nicht für abschreckend

recht ruinieren. Für Stephan Pachin-

teressenverbands für Anleger, melde-

genug hält. Diskutiert werden bei den

ger, Partner bei der Kanzlei Freshfields

te sich Mitte September 2016 gewohnt

betroffenen Marktteilnehmern vor al-

Bruckhaus Deringer, überwiegen eben-

kritisch gegenüber der Politik und den

lem die Nebenwirkungen, die im Alltag

falls eher die Vorteile einer einheitli-

Behörden zu Wort. Die börsennotierten

jeden treffen, unabhängig vom Wohl-

chen europäischen Regelung: „Faktum

Unternehmen werden immer weniger,

verhalten. „Vor allem für mittelstän-

ist, dass ungeachtet eines strengen Re-

die Mitarbeiter der FMA immer mehr.

dische Unternehmen wird der Aufwand

gelungsregimes Kapitalmärkte funkti-

Für mittelständische Unternehmen sei

erheblich größer. Für diese sind auch

onieren und von Unternehmen genutzt

der Zwang zur Transparenz und die ho-

die Strafhöhen bedrohlicher“, schätzt

werden. Die Sinnhaftigkeit der Verein-

hen Strafen für Insidervergehen Grund

Markus Heidinger. „Ob ich da eine An-

heitlichungen im Detail kann durchaus

genug, sich von der Börse zu verab-

leihe mit 100 oder 200 Millionen Euro

hinterfragt werden. Freilich handelt es

schieden oder ihr gleich fernzubleiben.

über die Börse begeben will, würde ich

sich dabei vielfach um eine einmalige

Doch was wäre die Alternative? „Leider

mir gut überlegen.“ Ähnlich sieht es

Umsetzung, womit der Aufwand über-

hat sich Österreich auf EU-Ebene bei

auch Brogyanyi: „Es kann natürlich

schaubar sein sollte.“

der Verordnung überhaupt nicht ein-

passieren, dass Unternehmen dann lie-

Bei der FMA beurteilt man die neue

gebracht“, meint Rasinger gegenüber

ber nicht an die Börse gehen wollen.“

Verordnung naturgemäß positiv. „Die

DerBörsianer. „Für große Euro­ Stoxx-

Insgesamt habe die MAR aber auch Lü-

neuen Regeln stellen sicher, dass alle

Unternehmen mag eine strenge Re-

cken und Unklarheiten beseitigt und

Finanzmarktteilnehmer

Europa

gulierung angebracht sein. Bei einem

sei dazu geeignet, in Zukunft die Integ-

nach den gleichen Spielregeln spie-

kleinen Markt wie Österreich, wo al-

rität des Finanzmarktes zu gewährleis-

len, und sie ermöglichen eine bessere

les auf Wien konzentriert ist, wirkt be-

ten. „Bei den hohen Verwaltungsstra-

und effizientere Beaufsichtigung des

reits das Shaming als Regulativ. Wenn

fen ist natürlich die Frage, ob das sach-

Marktes“, heißt es von den FMA-Vor-

man hier lebt und ständig allen ande-

gerecht ist“, übt der Anwalt aber auch

ständen. Die Anzahl der Verwaltungs-

ren über den Weg läuft, ist man unter

Kritik. „Bei Insiderhandel oder Markt-

strafen nach dem Börsengesetz war in

ständiger Beobachtung.“ n

in

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BRANCHEN

BANKEN

KOLUMNE WILHELM CELEDA Vorstands­ vorsitzender Raiffeisen Centrobank AG

FRISCHES KAPITAL FÜR HEIMISCHE BANKEN Reichlich Neues gibt es aus der regionalen

WAS BEWEGT DEN AKTIENMARKT? Lapidar zusammengefasst könnte die Antwort sein: Nichts, denn es

fünf Prozent auf 87,9 Millionen Euro. Die

Bankenszene. So möchte die Oberbank AG

Kernkapitalquote der Oberbank AG ist zu-

im November 2016 eine Kapitalerhöhung

dem seit 2008 von 8,3 Prozent auf 14 Pro-

durchführen und dafür bis zu drei Millio-

zent angewachsen. Freilich kein schlech-

nen neue Aktien ausgeben. Ziel sei es, die

tes Timing für eine Kapitalerhöhung, sie

gute Kapitalsituation der Gesellschaft wei-

lässt sich derzeit wohl leichter durchfüh-

ter zu stärken und mit gezielter Expan­sion

ren als in einem schwierigen Umfeld. Al-

tatsächlich ein Sommerloch. Die

das Geschäfts- und Ertragswachstum ab-

lein, auch die BKS Bank AG hat die Erhö-

Märkte dümpelten vor sich hin,

zusichern. Dabei soll das Grundkapital von

hung des Grundkapitals von 72 Millionen

zwar mit leicht positiver Tendenz,

96,7 Millionen Euro auf bis zu 106 Millio-

Euro auf 79 Millionen Euro durch die Aus-

aber mit geringen Umsätzen und

nen Euro erhöht werden - mehr als erwar-

gabe von bis zu 3.603.600 jungen Aktien

tet. Die letzte Kapitalerhöhung erfolgte im

im September 2016 beschlossen. Zudem

Lustlosigkeit, sondern vielmehr

Vorjahr. Damals wurde das Grundkapi-

lag im ersten Halbjahr 2016 der Perioden-

Zeichen besonderer Stärke der

tal in ähnlichem Ausmaß angehoben. Er-

überschuss nach Steuern bei 24,7 Millio-

Aktienmärkte. Denn es wurde nicht

freulich auch die Geschäftszahlen. So er-

nen Euro, ein Rückgang von 22 Prozent ge-

nur der historisch schlechteste Jah-

zielte die Oberbank AG im ersten Halbjahr

genüber dem Vorjahreswert. Die Kernka-

2016 erneut ein Rekordergebnis, wie Ober-

pitalquote liegt bei 11,8 Prozent. Bei beiden

bank-Boss Franz Gasselsberger vermelde-

Instituten erhöht sich durch die Transakti-

te. Der Überschuss nach Steuern stieg um

onen der Streubesitz.

gab seit Jahren zum ersten Mal

sinkender Volatilität. Bei genauerem Hinsehen ist es weniger

resstart mit minus 20 Prozent wieder aufgeholt, es wurde auch das enorme Trump’sche Bedrohungspotenzial, der gescheiterte Putsch in der Türkei mit seinen Konsequenzen sowie die historische Brexit-Entscheidung wettgemacht, was dazu führte, dass der FTSE 100 vor kurzem ein All-time-High erreichte. Offensichtlich führt das Positive durch die langanhaltende Null-/Negativzinspolitik mit einer

Erste Bank mit Vorstandsrochaden und weiteren Mikrokrediten Die Erste Group Bank AG kommt nicht

tionsfonds (EIF) und der Erste Bank Ös-

aus den Schlagzeilen. Allein im Vorstand

terreich unterzeichnet. Damit können ab

gab es große Veränderungen. Willibald

sofort mehr Mikrokredite an Gründer so-

damit Russlands, zu einem Markt­

­Cernko, Exboss des Konkurrenten UniCre-

wie an Kleinunternehmen im Rahmen der

equilibrium. Bleibt nur abzuwarten,

dit Bank Austria AG, rückt zu Jahreswech-

Mikrokreditinitiative des Sozialministeri-

ob der Markt eine US-Zinsanhe-

sel in den Vorstand der Bank als Risikochef

ums vergeben werden. Erstmals profitie-

bung fürchtet oder herbeisehnt. In

vor. Dafür hat Thomas Uher, zuletzt Chef

ren auch Social Entrepreneurs vom neuen

der Erste Bank Österreich, das Handtuch

EIF-Programm. Sie können nun eine EIF-

Märkten zurück, obwohl das von

geworfen. Zudem gab es für das 1. Halb-

Garantie für Finanzierungen in Anspruch

mir herbeigesehnte Ende der Ban-

jahr 2016 ein Rekordergebnis für die Erste

nehmen. Für wen sind diese Kredite geeig-

kenabgabe, zu welchem Preis auch

Group Bank AG, was vor allem auf starke

net? Die Erste Bank wird durch diese Un-

immer, bevorsteht. Die gesteigerte

Rückgänge an notleidenden Krediten zu-

terstützung Kredite in der Höhe von zehn

rückzuführen ist. Gute Neuigkeiten gibt es

Millionen Euro an Menschen, Initiativen

reichischen Aktienmarkts.

bei der sozialen Verantwortung: Im August

oder Vereine vergeben können, die man-

wurden zwei neue Garantievereinbarun-

gels Sicherheiten keinen Zugang dazu hät-

w.celeda@derboersianer.com

gen zwischen dem Europäischen Investi-

ten. Maximalkreditbetrag: 12.500 Euro.

parallel dazu sich verbessernden Wirtschaft, vor allem in CEE, einer Stabilisierung des Ölpreises, und

Österreich bleiben die Aktienbewertungen hinter den europäischen

Übernahmeaktivität beweist jedoch die aktuelle Attraktivität des öster-

54


BRANCHEN

TICKER Heinrich Schaller (RLB OÖ), ­Wolfgang Eder (Voestalpine AG), Matthias Müller (VW), Dieter Hundt (Deutsche Handelskammer).

Bei einer Veranstaltung der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG (RLB OÖ) 6. September in Linz sprach VW-Chef Matthias Müller von einem epochalen Umbruch in der Automobilindustrie: „Die Schlüsselindustrie Auto wird sich in den nächsten zehn Jahren tiefgreifender und schneller verändern als in den vergangenen 100 Jahren.“ Die RLB OÖ verfolge die Entwicklungen in der Industrie und vor allem in der Automobilbranche ganz genau, ergänzte RLBOÖ-Generaldirektor Heinrich Schaller.

Fusion von RBI und RZB soll Kernkapitalquote stärken Schon im vergangenen Mai wurden die

knapp über der Mindesterfordernis von

Fusionspläne der Raiffeisen Zentralbank

5,5 Prozent. Jene Kernkapitalquote der

AG (RZB) mit ihrer 60-Prozent-Tochter

RBI liegt bei 12,2 Prozent. Auch könnte

Raiffeisen Bank International AG (RBI)

es auf der Führungsetage zu Veränderun-

bekanntgegeben. Allein die RBI hat 14

gen kommen. So gilt es als relativ sicher,

Töchter in Zentral- und Osteuropa. Der

dass RBI-Chef Karl Sevelda sowie RZB-

neue Giebelkreuz-Bankenriese wird, wie

Chef Walter Rothensteiner ihre Posten

es derzeit die RBI tut, an der Börse notie-

räumen werden. Auch gibt es einen aus-

ren. Dadurch soll vor allem die Kernkapi-

sichtsreichen Kandidat als Nachfolger:

talquote gestärkt werden. Zuletzt war die

Genannt wird Heinrich Schaller, Chef der

RZB unter Druck der Bankenaufsicht ge-

Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG.

raten. Ihre Kernkapitalquote lag bei 10,6

Die Bekanntgabe der Fusion wurde kurz

Prozent. Im Krisenszenario des Stress-

vor Redaktionsschluss auf Anfang Okto-

tests fiel die Quote sogar auf 6,1 Prozent,

ber verschoben.

Prominent besetzte Ells Bank wird geschlossen +++ Sparda Hessen will bei Linzer Sparda Bank einsteigen +++ Verkauf der Heta Asset Resolution Italia beschlossen +++ 500-Millionen-EuroCovered-Bond der RLB OÖ vierfach überzeichnet +++ Die Ostabspaltung der Bank Austria nach Mailand fix besiegelt +++ Kein Zwangsumtausch von Frankenkrediten für RBI in Polen

DIE ÖSTERREICHER BLEIBEN SPARSAM STUDIE. Laut einer im Auftrag der Erste Bank Österreich durchgeführten Integral-Studie planen 82 Prozent der Befragten, in den kommenden zwölf Monaten Geld anzulegen. Dabei werden weiterhin traditionelle Sparformen bevorzugt, wenngleich sie an Attraktivität einbüßen. 58 Prozent legen etwas aufs Sparbuch, 50 Prozent

KARRIERE

sparen mittels Bausparvertrag. Knapp ein Viertel der Österreicher setzt auf Wertpapiere, Aktien werden dabei mit zwölf Prozent immer

Willibald Cernko

Peter Harold

Ernst Huber

wechselt zur Konkurrenz. Der Exchef der UniCredit Bank Austria AG wird Risikovorstand bei der Erste Group Bank AG und erhält einen Dreijahresvertrag. Zugleich ist Vorstandsmitglied Thomas Uher gegangen.

wurde für eine weitere Fünfjahres-Periode als Vorstandsvorsitzender der Hypo NOE Gruppe Bank bestellt. Udo Birkner wird neuer Finanz- und Risikovorstand des Instituts.

Der einstige Vorstandschef der Hellobank BNP Paribas Austria AG (früher Onlinebroker Direktanlage.at) wird neuer Vorstand beim Bankhaus Schelhammer & Schattera, Wiens ältester Privatbank.

beliebter. Auch die Investition in Immobilen nimmt zu: Jeder Fünfte veranlagt in ein eigenes Haus oder

55

eine Wohnung, das sind vier Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Veranlagung in Lebensversicherungen (36 Prozent) und Pensionsvorsorge (33 Prozent) ist hingegen rückläufig und verzeichnet je einen Verlust von fünf Prozentpunkten.


BRANCHEN

VERSICHERUNGEN

KOLUMNE

WOLFRAM LITTICH Vorstands­ vorsitzender Allianz Gruppe in Österreich

VERSICHERER VERSTÄRKEN CEE-PRÄSENZ

SELBSTFAHRENDE AUTOS AUF CRASHKURS? Wir schreiben das Jahr 2050: Selbstfahrende Autos dominieren den

Über die vergangenen Monate haben so-

mit zum viertgrößten Versicherer. Auch in

Straßenverkehr, es gibt weniger

wohl Ergo Österreich als auch die Vien-

Rumänien hat die VIG über ihre Konzern-

Unfälle und weniger Schäden. Was

na Insurance Group AG (VIG) in Rumäni-

unternehmen BCR Life und Omniasig eine

en ihre Präsenz verstärkt. Die VIG hat da-

Tochter der AXA übernommen. In diesem

rüber hinaus die AXA-Töchter in Serbien

Fall nur den Lebensversicherer AXA Life

Kriminalität wird auch künftig eine

eingekauft und die Akquisition der BTA

Insurance S.A.

Rolle spielen. Fakt ist, dass sich die

Baltic abgeschlossen. Die Ergo Austria In-

Unterdessen zeigt der jüngste Sigma-

Zusammensetzung der Risikobau-

ternational AG und Ergo Versicherung AG

Bericht der Swiss Re über die „Assekuranz

verstärken mit der vollständigen Über-

2015“ einen weiteren Rückgang des Prä-

nahme des rumänischen Schaden- und

mienwachstums bei Lebensversicherun-

verursacht, nur zehn Prozent durch

Unfallversicherers Credit Europe Asigura-

gen in Mittel- und Osteuropa. Allerdings

technische Fehler. Wenn in Zukunft

ri Reasigurari ihr Produktportfolio in dem

ist das Bild sehr inhomogen, denn der be-

das Auto einen hohen Anteil der

Land. Bereits seit 2010 werden über die

reits drei Jahre anhaltende Rückgang ist

Ergo Asigurari de Viata Lebensversiche-

vor allem in Polen und Tschechien, den

bedeutet das für die Versicherungswirtschaft? Die Absicherung von Risiken durch Naturgefahren sowie

steine ändern wird: Derzeit werden 90 Prozent aller Verkehrsunfälle durch menschliches Fehlverhalten

Fahrleistung im automatisierten Modus vollbringt, wird sich der

rungen in Rumänien vertrieben. Die Gra-

beiden größten Märkten, zu verzeichnen,

auf die Risikobewertung abschwä-

we erweitert in ihrer rumänischen Toch-

während die Prämien in Rumänien, Bul-

chen, während die Bewertung der

ter ebenfalls die Produktpalette und darf

garien und Slowenien zulegten. Im Be-

verbauten Sicherheitssysteme an

nun Autos versichern. Die VIG erhöht mit

reich Schaden und Unfall ist in der Region

Bedeutung gewinnt. Es wird aber

dem Kauf von AXA Serbien ihren Markt-

generell ein Rückgang oder ein sehr ver-

anteil auf rund 11,5 Prozent und wird da-

haltenes Wachstum zu beobachten.

Einfluss fahrerbezogener Merkmale

noch lange dauern, bis auf unseren Straßen nur noch autonom fahrende Fahrzeuge unterwegs sind. Aber selbst wenn es einmal so weit sein sollte, müsste die Technik in jeder Situation fehlerfrei arbeiten. Davon sind wir noch weit entfernt. Selbst

KARRIERE

wenn die Unfallwahrscheinlichkeit durch immer bessere Technik deutlich niedriger werden sollte, wird weiterhin auch die Notwendigkeit

Axel Sima

Doris Wendler

erweitert seit dem Sommer den Vorstand der Generali Holding Vienna AG und der Generali Versicherung AG und verantwortet das neue Vorstandsressort Investments. Er ist auch Investmentvorstand der Generali-Gruppe Österreich.

Die Wiener Städtische Versicherung hat Doris Wendler und Gerhard Lahner mit 1. Jänner 2017 zu Mitgliedern des Vorstands bestellt. Wendler wird für das Ressort Schaden-/Unfallversicherung, Lahner künftig für Betriebsorganisation und IT verantwortlich zeichnen.

für einen Haftpflichtversicherungsschutz bestehen. Das Fazit: Straßenverkehr ohne Risiken ist eine Utopie! w.littich@derboersianer.com

56


BRANCHEN

TICKER

Erstmals alle Vorsorgekassen mit Ögut-Zertifikat Für das Berichtsjahr 2015 haben sich erst-

reichte. „Silber“ erzielten außerdem die

mals alle Vorsorgekassen von der Öster-

Allianz Vorsorgekasse AG, die BUAK und

reichischen Gesellschaft für Umwelt und

die Niederösterreichische Vorsorgekasse

Technik (Ögut) zertifizieren lassen. Auch

AG. Wiederum als einzige Pensionskasse

die APK, die Gütesiegeln bisher eher skep-

ließ die Bonus eine Veranlagungsgemein-

tisch gegenüberstand, hat ihre Veranla-

schaft zertifizieren und erhielt ebenfalls

gung auf ethische, ökologische und sozi-

„Silber“. Insgesamt verwalten die Vor-

ale Kriterien prüfen lassen und „Bronze“

sorgekassen mittlerweile über acht Mil-

erzielt. „Gold“ ging an die VBV Vorsorge-

liarden Euro an Geldern für die Abferti-

kasse AG, die Valida Plus AG, die Fair Fi-

gung Neu. Monika Auer, Generalsekretä-

nance Vorsorgekasse AG sowie die Bonus

rin der Ögut, bezeichnet diese Investoren

Vorsorgekasse AG, in die soeben die Vic-

als „die absoluten Vorzeigeakteure“, was

toria-Volksbanken Vorsorgekasse ein-

nachhaltige Veranlagung im institutio-

gegliedert wird, die für 2015 „Silber“ er-

nellen Bereich betrifft.

Helvetia hält Niveau bei LV-Prämien

Uniqa hat Minderheitsbeteiligung an der NV aufgegeben +++ FMA senkt den Garantiezins in der Lebensversicherung auf 0,5 Prozent +++ Ergo Österreich mit neuer Bergungskostenversicherung +++ Rechnungszins für Pensionskassen bei 2,5 Prozent +++ Allianz verlängert Kooperation mit WWF bis 2018 +++ S-Versicherung bietet Unfallschutz via George an

SPORT IST UNFALL ‒ UND „POKEMON GO“ AUCH STUDIE. Laut einer Statistik der Allianz Versicherungs-AG liegt die größte Unfallgefahr in sportlichen Aktivitäten (33,5 Prozent), gefolgt vom Arbeitsplatz (26,1 Prozent) sowie vom eigenen Haus und Garten (25,3 Prozent). Insgesamt ereignen sich in der Freizeit drei von vier Unfällen. In diesem Bereich sowie bei den Kfz-Unfällen ortet die Allianz jedoch ein völlig neues Gefahrenpotenzial: „Pokemon Go“. Vor allem wegen der Ablenkung,

Rund zwei Jahre nach der Fusion mit der

Prozent. Bei der Helvetia ist die weitaus

Basler Versicherung zieht die Helvetia Ös-

bessere Entwicklung auf ein Rekordwachs-

terreich positive Bilanz und kann im ersten

tum in der fondsgebundenen Lebensversi-

Halbjahr 2016 das Prämienvolumen in der

cherung zurückzuführen: plus 15,7 Prozent

Rolle spielt“. Die Naturkatastro-

Lebensversicherung halten. Im Branchen-

bei laufender Prämie und plus 97,4 Prozent

phenstatistik der Allianz weist für

schnitt wurde allein im ersten Quartal laut

bei Einmalerlägen. Das Gesamtprämien-

Finanzmarktaufsicht in diesem Segment

volumen der Helvetia Österreich steigerte

ein Rückgang von mehr als 13 Prozent ver-

sich im ersten Halbjahr jedoch nur um 1,1

zeichnet, im Einmalerlag sogar von fast 42

Prozent auf 220,2 Millionen Euro.

57

die „nach Analysen des Allianz Zentrums für Technik bei rund 30 Prozent aller Verkehrsunfälle eine

2015 den Juli als teuersten Monat aus mit einer Schadensumme höher als der Jahresdurchschnitt. Schuld daran waren Stürme, deren Häufigkeit weiter zunehmen wird.


BRANCHEN

FONDS

KOLUMNE

HEINZ BEDNAR Präsident VÖIG

MIFID II: AUFGESCHOBEN, ABER NICHT AUFGEHOBEN

EINE MILLIARDE EURO IN SPEZIALFONDS BEI KEPLER Das Interesse an einem Fondsinvestment

13,8 Milliarden Euro und zählt damit zu

Die Regulierungsbehörden ent-

nimmt scheinbar wieder zu, zumindest

den besten heimischen vier Anbietern.

wickeln ein „Meer“ an Vorschrif-

bei einigen heimischen Gesellschaften.

Dabei zeichnen sich auch klare Entwick-

Immerhin konnte die Kepler Fonds KAG

lungen ab, auf die man zusätzlich noch

das Kundenvolumen seit Jahresbeginn

verweist. Denn besonders erfreut zeigt

Diskussionen verschoben, aber

um 553 Millionen Euro steigern, wie Der-

sich

nicht aufgehoben. MiFID II muss

Börsianer exklusiv erfahren hat. Das ent-

Lassner-Klein über die Zuflüsse in dem

bis 3. Jänner 2018 und PRIIPs bis

spricht einem Plus von 4,2 Prozent, ein

Bereich der nachhaltigen Geldanlagen:

Wachstum weit über dem heimischen

„Der Trend hin zu ethisch nachhaltigen

Marktdurchschnitt. Zum Vergleich: Der

Anlageprodukten ist bei unseren Kunden

Dienstleistungen im Zusammen-

österreichische Markt für Investment-

ungebrochen. Die verwalteten Volumina

hang mit Finanzinstrumenten

fonds ist im selben Zeitraum um ledig-

für Privatkunden und institutionelle In-

anbieten. Es geht im Wesentli-

lich 2,1 Prozent gestiegen. Insgesamt

vestoren haben im vergangenen August

verwaltet die Fondstochter der Raiffei-

erstmals die Marke von einer Milliarde

senlandesbank Oberösterreich AG knapp

Euro überschritten.“

ten, auch als MiFID II und PRIIPs bekannt. Der Termin für deren Einführung wurde nach politischen

2. Jänner 2017 von allen Banken und Finanzinstituten innerhalb der EU umgesetzt werden, die

chen um Anlegerschutz, Regeln für Märkte und Wettbewerb und Unternehmensführung. Kapital-

Kepler-Geschäftsführer

Andreas

anlagegesellschaften, besonders jene mit Lizenz für das Portfoliomanagement, sind vor allem beim Anlegerschutz gefordert und müssen ihre strengen Transparenz- und Reportingpflichten noch ausführlicher darstellen als bisher. Einschneidende Änderungen gibt es bei den Vertriebsprovisionen: Zuwendungen sind zwar nicht verboten, aber die annehmenden Institute müssen nachweisen, dass sie für qualitätsverbessernde

Neue virtuelle Anbieter in Österreich

Maßnahmen verwendet wurden. Im Portfoliomanagement sind Be-

Nur wenige Monate nach dem Marktstart

kenunabhängigen „Robo-Advisors“ mit

standsprovisionen künftig gänzlich

in Deutschland ist der deutsch-britische

einer Bewilligung der deutschen Finanz-

digitale Vermögensverwalter Scalable Ca-

aufsicht BaFin. Seit Februar ist das Unter-

pital auch in Österreich aktiv. Als regulier-

nehmen zudem von der britischen Auf-

Ausführung der besten Kundenor-

ter Finanzdienstleister bietet das Fintech-

sichtsbehörde FCA reguliert. Auch der im

der sind verschärft worden. MiFID

Start-up Privatanlegern damit Zugang zu

Jahr 2014 gegründete niederländische On-

II ist kein kleiner Brocken, aber die

einer professionellen und technologie-

linevermögensverwalter Pritle bietet nun

getriebenen Form der Vermögensverwal-

seine Dienste auch in Österreich sowie in

tung an, die bisher nur sehr wohlhaben-

der Schweiz an. Pritle verwaltet in den Nie-

den Anlegern zur Verfügung gestanden ist.

derlanden Assets in der Höhe von rund 100

Scalable Capital ist einer der wenigen ban-

Millionen Euro.

verboten, sofern sie nicht dem Kunden zugute kommen. Auch die Bestimmungen zum Nachweis der

österreichische Fondswirtschaft ist für die bevorstehenden Umstellungen gut vorbereitet. h.bednar@derboersianer.com

58


BRANCHEN

TICKER

Umweltkriterien erreichen offene Immobilienfonds Das Thema Umweltverträglichkeit hat

tet. Dabei verweist Geschäftsführer Peter

nun auch in der Immobilienwirtschaft

Karl auf einen weiteren Punkt. So sei der

Fuß gefasst. Fragen etwa zur langfristigen

Fonds mündelsicher ausgerichtet. Das

Nutzung des Gebäudes, zur Art der ein-

bedeutet, dass nur in österreichische Im-

gesetzten Baumaterialien oder dahinge-

mobilien investiert wird. Bei der Auswahl

hend, wie die vorhandene Fläche genutzt

der Objekte werden zwei Schwerpunk-

werde, beschäftigen nämlich zunehmend

te verfolgt. Im Wohnbau werden gezielt

die Immobilieninvestoren. Die Erste Im-

Sonderwohnformen

mobilien KAG legte deshalb vor kurzem

se Studentenheime, Seniorenresidenzen

den ersten nachhaltigen Immobilien-

und betreutes Wohnen ausgewählt. Ein

fonds auf. Der Erste Responsible Immo-

weiterer Schwerpunkt bezieht sich auf

bilienfonds legt bei den Objekten neben

Infrastruktureinrichtungen im Bereich

der Wirtschaftlichkeit dabei auch auf die

der Forschung und Entwicklung sowie

soziale Komponente und auf Umweltkri-

Bildungseinrichtungen, die mithilfe von

terien Wert. Diese werden im Zuge eines

Anlagegeldern aus dem Fonds realisiert

detaillierten Prüfungsprozesses bewer-

werden sollen.

wie

beispielswei-

Spängler IQAM Invest erstmals nachhaltig

Kohle im Divestments-Fokus bei der Raiffeisen KAG +++ Amundi als führender SRI & ESG Asset-Manager in der Extel-Rangliste +++ Schroders lanciert einen neuen BigData-Fonds in Zusammenarbeit mit Two Sigma +++ Verkauf oder Börsengang von Pioneer Investments +++ Jeder zweite Anleger berücksichtigt laut Allianz Nachhaltigkeitskriterien +++ RobecoSAM gewinnt SRI Provider of the Year bei European Pensions Awards

Zwei Fonds berücksichtigen nun die Aus-

nen“, sagt Markus Ploner, Geschäftsfüh-

wahlkriterien des strengen Österreichi-

rer der Spängler IQAM Invest. So werden

schen Umweltzeichens. Das umfasst den

bestimmte Branchen ausgeschlossen und

Spängler IQAM Equity Europe sowie den

ökologische sowie soziale Mindeststan-

Spängler IQAM SparTrust M innerhalb der

dards festgelegt. Spängler IQAM Invest

Produktpalette. Sie tragen nun das Öster-

bietet erstmals Produkte an, die sozial ver-

reichische Umweltzeichen des Umwelt-

antwortliches Investieren nach definier-

ministeriums. Der Bedarf an nachhalti-

ten Vorgaben ermöglichen. Beim Spängler

gen Veranlagungsmöglichkeiten habe zu-

IQAM Equity Europe führen die Auswahl-

letzt kontinuierlich zugenommen: „Im-

und Ausschlusskriterien deshalb zur Kon-

mer mehr Investoren suchen nach Alter-

zentration des ­ STOXX-600-Universums.

institutionellen Anleger in Europa

nativen, um ihr Geld ethisch, sozial und

Die Zahl enthaltener Werte dürfte sich von

berücksichtigen Nachhaltig-

ökologisch verträglich anlegen zu kön-

rund 60 auf gut 40 bis 50 Aktien reduzieren.

keitskriterien. Spitzenreiter sind

NACHHALTIGKEIT BLEIBT GEFRAGT STUDIE. Knapp zwei Drittel der

mit 74 Prozent die Investoren in Skandinavien, gefolgt von der Schweiz und Österreich. Das ergab eine Befragung von mehr als 800 institutionellen Investoren in

KARRIERE

zehn ausgewählten europäischen Ländern durch das Marktforschungsinstitut Elbe 19 im Auftrag von Union Investment. Bei nach-

Harald Pöttinger

Karola Gröger

Robert Senz

wird als Alpine-Equity-Gründer die Aufgaben des ausscheidenden Partners Omar Rehman als Geschäftsführer der Alpine Equity Holding übernehmen, bis seine Funktion nachbesetzt ist.

verlässt nach 15 Jahren überraschend die britische M&G Investments. Gröger war seit Februar 2002 bei M&G tätig und für den Geschäftsaufbau in Österreich verantwortlich.

leitete nur kurzzeitig den Bereich Fixed Income bei der Erste Asset Management, hat aber inzwischen das Haus verlassen. Zuvor war der langjährige Finanzexperte bei der Raiffeisen KAG tätig.

haltig anlegenden Investoren in Skandinavien machen nachhaltige Investments 61 Prozent ihrer

59

gesamten Kapitalanlagen aus, deutlich mehr als in anderen europäischen Ländern. Es folgen die Niederlande mit einem Anteil von 53 Prozent und Großbritannien mit 43 Prozent.


BRANCHEN

AKTIEN

KOLUMNE

BETTINA SCHRAGL Head of Investor Relations Immofinanz AG

QUARTALSBERICHT IM FOKUS

GROSSE UMBRÜCHE BEI IMMOAKTIEN In

Immobilien-

löse von 16,16 Euro pro Conwert-Aktie.

branche bleibt kein Stein auf dem ande-

der

österreichischen

Die Vonovia SE plant den Erwerb von 50

ren. Bei drei börsennotierten österrei-

Prozent plus einer Aktie. Spätestens am

chischen Immobilienunternehmen gab

17. November wird das Ergebnis präsen-

Nachdem es Ende 2015 zu einer

es

Beteiligungsänderun-

tiert. Auch der Aufsichtsrat könnte kom-

Neuregelung der Berichtspflichten

gen. So erwarb die Immofinanz AG rund

plett umgeformt werden. Das Listing an

börsennotierter Unternehmen ge-

wesentliche

26 Prozent an der CA Immobilien AG und

der Wiener Börse bleibt jedoch aufrecht

gen für die unterjährige Berichter-

legte damit einen weiteren Grundstein

ebenso wie die Zentrale in Wien.

stattung lockert, ist es spannend,

zur Verschmelzung der beiden Unter-

Großaktionär Sapinda verkaufte der-

wie Unternehmen die neuen

nehmen, die bereits im März angekün-

weil seinen 18,6-Prozent-Anteil an der

Freiheiten nutzen. Der Deutsche-

digt worden war. An der Übernahme von

Buwog AG. Der Streubesitz beträgt nun 90

Conwert Immobilien Invest SE (Conwert)

Prozent. Den größten Anteil hält die Im-

ist indes die deutsche Wohnimmobilien-

mofinanz AG mit zehn Prozent, an denen

und kommt zum Schluss, dass ein

gesellschaft Vonovia SE interessiert, die

der Konzern deshalb festhält, weil die-

wichtiges Ziel der Neuregulierung

für Conwert bis zu 2,9 Milliarden Euro in

se zur Unterlegung von Wandelanleihen

erreicht worden ist: die Straffung

die Hand nehmen möchte. Angeboten

dienen, die im Wesentlichen Anfang 2018

wird ein Aktienumtausch, bei dem Inves-

fällig werden. Die UBM Development AG

toren für 149 Conwert-Aktien 74 Vono-

hat es indes in den ATXPrime-Index ge-

via-Aktien bekommen oder eine Barab­

schafft.

kommen ist, die die Anforderun-

Investor-Relations-Verband hat die diesjährigen Q1-Berichte bereits unter die Lupe genommen

und Komprimierung des Inhalts. Das geht zwar auf Kosten etlicher Seiten, allerdings nicht auf Kosten der Qualität. So belegt eine Umfrage unter Analysten und Investoren in Deutschland, dass mehr als 90 Prozent keine Infos vermissen. In Österreich hieß es aus etlichen Unternehmen vorab, sie wollten

Neue Indexfamilie macht DAX Konkurrenz

mit größeren Umstellungen den Umgang der Peer Group mit den

Die Wiener Börse AG bringt eine neue In-

Änderungen abwarten. Diesbe-

dexfamilie mit dem Namen „ATX Prime

zügliche Studien werden auch bei

Capped 8“ auf den Markt. Basis dafür ist

uns in Kürze erscheinen. Aufgrund des noch schrägen Geschäftsjah-

der ATX Prime. So sollen Wettbewerbs-

res haben wir bei der Immofinanz

nachteile durch die hohe Finanzlastigkeit

unseren Q1-Bericht erst kürzlich,

des ATX-Index ausgeglichen werden. Es

Ende September, veröffentlicht.

soll drei Varianten geben: e ­ inen Preisindex

Auch wir sind schlanker geworden

und zwei Performanceindizes, die Divi-

und haben mehr als 15 Prozent an Seiten eingespart. Nichtsdesto-

denden und vergleichbare Ausschüttungen berücksichtigen. Das ist beim ATX nicht

Jahren weltweit als der Experte für die Be-

noch zu den umfangreicheren

so und war ein zweiter Wettbewerbsnach-

rechnung von Indizes für den österreichi-

Exemplaren im ATX. Das vor allem

teil gegenüber dem DAX. Bei allen Indizes

schen Kapitalmarkt, aber auch für die Regi-

wegen der Kontinuität unserer In-

wird kein Wertpapier eine Gewichtung von

onen CEE und GUS etabliert. Weltweit ba-

mehr als acht Prozent aufweisen. Damit

siert die Mehrheit aller strukturierten Pro-

erfüllt die Wiener Börse AG eine wesent-

dukte dieser Regionen auf unseren Indi-

liche Forderung der Fonds­industrie. „Die

zes“, sagt Martin Wenzl, Chef der zustän-

Wiener Börse hat sich in den letzten 20

digen Fachabteilung der Wiener Börse AG.

trotz zählt unser Quartalsbericht

formationen. Weitere Optimierungen und Straffungen sind natürlich nicht ausgeschlossen. b.schragl@derboersianer.com

60


BRANCHEN

Martin Kwauka (Finanzjournalisten­forum), ­Andreas Zakostelsky (VBVHolding), Christian Keuschnigg ­(Wirtschaftspolitisches Zentrum), Franz Rudorfer (WKO) und Ludwig Nießen (Wiener Börse).

TICKER

Ökonom Christian Keuschnigg, Leiter des Wirtschaftspolitischen Zentrums Wien, stellte bei einer Podiumsdiskussion des Finanzjournalistenforums und der Verlagsgruppe News vor rund 100 Zuhörern eine aktuellen Studie mit zehn Thesen vor, die dem Finanzplatz Österreich zu mehr Dynamik verhelfen sollen.

Türkei wird für Post zur Zitterpartie Die Beziehung zwischen der Österreichische Post AG (Post) und dem türkischen Partner Aras Kargo, an dem die Post 25 Prozent hält, kränkelt immer noch. Trotz Verträgen will Aras Kargo die Auf-

dass Aras Kargo den Preis hinauftrei-

stockung der Post von 25 Prozent auf 75

ben will, der 2013 an die Geschäftsent-

Prozent verhindern und hat angekün-

wicklung von Aras Kargo gekoppelt wur-

digt, den 25-Prozent-Anteil von der Post

de. Damals hatte die Post 49,6 Millionen

wieder zurückzukaufen. Die Türkei ist für

Euro für den Anteil an Aras Kargo be-

die Post allerdings der Wachstumsmarkt.

zahlt. 2015 stand dieser mit einem Netto-

Aras Kargo verfügt über einen Marktan-

buchwert von 47,4 Millionen Euro in der

teil von 27 Prozent. Grund für die ableh-

Bilanz. „Es gibt keine Eiszeit oder Funk-

nende Haltung des zweitgrößten türki-

stille mit Aras Kargo, aber wir sind im-

schen Paketdienstleisters sind die geo-

mer noch geteilter Meinung“, sagt Post-

politischen Spannungen zwischen Ös-

Sprecher Michael Homola auf Anfrage

terreich und der Türkei. Vermutet wird,

von DerBörsianer.

Palfinger scheitert an der Übernahme des norwegischen Schiffsausrüsters TTS Group +++ Caterer Do & Co AG schafft es erstmals in den ATXIndex, die AT&S AG fliegt raus +++ Die einstige Cross Industries AG heißt seit Juli KTM Industries AG +++ RHI-Chef Franz Struzl legt sein Vorstandsmandat nieder +++ UBM Development AG notiert ab jetzt im ATX Prime Index +++ KTM Industries mit Zweitlisting in Zürich

Sunny side up in Berlin. Der Berliner Büromarkt boomt – wir planen 2016 einige spannende Projekte. www.simmoag.at/berlin


BRANCHEN

IMMOBILIEN

MEHR HOTELINVESTMENTS IN ÖSTERREICH Ganz im Gegensatz zum europäischen

reich glänzte etwa mit dem Verkauf des

Trend lag das österreichische Hotelin-

Hotel Imperial an die Al-Habtoor-Gruppe

Europas aus. Projektentwickler UBM De-

vestmentvolumen im ersten Halbjahr

sowie mit dem Verkauf des Hotel Hilton

velopment AG ist bei der Hotelentwick-

2016 im Rekordbereich. Das Transakti-

Stadtpark an eine österreichische Inves-

lung in Europa dick im Geschäft. Derzeit

onsvolumen stieg um 146 Prozent gegen-

torengruppe. Diese Transaktion stellt

wird ein neues Viersternehotel in Danzig

über dem Vorjahreszeitraum auf 346 Mil-

auch den größten jemals in Österreich

errichtet. Außerdem konnte der Konzern

lionen Euro. In Europa wurden hingegen

stattgefundenen Hoteldeal dar“, so Georg

Pachtverträge für ein Holiday Inn sowie

41 Prozent weniger in Hotels investiert.

Fichtinger, Head of Investment Proper-

ein Super-8-Hotel abschließen, die je-

Das zeigt eine Analyse des globalen Im-

ties bei CBRE Österreich. Das heimische

weils von der Tochtergesellschaft Münch-

mobilienunternehmens

Hotelinvestitionsvolumen macht rund

ner Grund in Hamburg errichtet werden.

CBRE.

Öster-

fünf Prozent des Hotelinvestmentmarkts

Signa und ARE Development entwickeln das Forum Donaustadt Im 22. Wiener Gemeindebezirk ent-

Donau, der Donauinsel und dem Do-

steht auf einer Grundstücksfläche von

naupark“, beschreibt Christoph Stadl-

rund 15.000 Quadratmetern mit dem

huber,

Forum Donaustadt ein neues Quar-

Vorhaben. Die insgesamt sechs Ge-

tier. Entwickelt wird es von einem

bäude werden eine verbindende Erd-

Joint Venture aus Signa und ARE De-

geschoßzone haben. Geplant ist zu-

velopment, einer Konzerntochter der

dem ein 145 Meter hohe Forum-Tow-

Bundesimmobiliengesellschaft (BIG).

er. Öffentlich angebunden ist das neue

„Im Herzen von Kagran entsteht ein

Quartier über die U1-Station Kagran,

Quartier mit breitem Nutzungsmix aus

zum Flughafen geht es per Bus in 40

leistbarem Wohnen, modernen Büros,

Minuten. „Wir starten unmittelbar mit

einem attraktiven Hotel, hervorragen-

der Entwurfsplanung. Läuft alles plan-

der Gastronomie und vielen Dienst-

gemäß, beginnen die Bauarbeiten Ende

leistungen, umgeben von einmaligen

2017“, sagt Hans-Peter Weiss, Ge-

Naherholungsgebieten wie der Alten

schäftsführer der ARE Development.

62

Signa-Geschäftsführer,

das


BRANCHEN

KTM-Chef Pierer will Mehrheit an Athos Immobilien Stefan Pierer hat ein freiwilliges Über-

spricht er sich Synergieeffekte zwischen

nahmeangebot für 37 Prozent an Athos

den eigenen Unternehmen und Athos.

Immobilien gelegt. Pierer, der Chef von

Der KTM-Chef bietet 40 Euro je Aktie.

KTM Industries AG, ist mit gut 13 Prozent

Mit den anderen beiden größeren Akti-

schon jetzt der größte Aktionär des Un-

onären, der OÖ Versicherung AG und der

ternehmens. 26 Millionen Euro will der

VKB-Bank, herrsch laut Pierer ein gutes

Investor dafür aufwenden. Auch ver-

Einvernehmen.

Bankhaus Spängler gründet neue Immobiliengesellschaft

Das Salzburger Bankhaus Carl Späng-

wird beratend bei Fragen rund um den

TICKER

Immobilientransaktionsvermögen von Amundi Real Estate steigt auf 956 Millionen Euro +++ Gewinn von Wienwert AG steigt auf zwei Millionen Euro, begibt neue Anleihe +++ Die Strabag erhöht ihren Anteil an Projektentwickler Raiffeisen Evolution auf 100 Prozent +++ Conwert verkauft Gewerbeimmobilienportfolio um 335 Millionen Euro +++ Immofinanz-Einstieg bei CA Immo vollzogen +++ Buwog: Sapinda verkauft Aktien für 400 Millionen Euro

ler AG hat mit Spängler Immobilien eine

Erwerb und Verkauf agieren. Immobili-

Tochter gegründet, um stärker am regi-

enverkäufer können aus verschiedenen

onalen Immobilienmarkt zu agieren. „In

Vertriebskanälen wählen. „Neben der

unserer Anlageberatung spielt die Asset-

Insertion über die Spängler-Immobili-

klasse Immobilien eine große Rolle. Um

en-Homepage oder ausgewählte Platt-

unsere Kunden auch in diesem Segment

formen kann auch die diskrete, indivi-

optimal betreuen zu können, haben wir

duelle Ansprache im Kundenkreis der

die Spängler Immobilien GmbH ins Le-

Bank zum richtigen Käufer führen“, sagt

ben gerufen“, sagt Helmut Gerlich, Vor-

Geschäftsführer Martin Apprich, der das

standsvorsitzender im Bankhaus Carl

Tochterunternehmen gemeinsam mit

kings der emotionalen Bewertung

Spängler. Das neue Maklerunternehmen

Sabine Schatzl leiten wird.

von Investitionsmöglichkeiten,

IMMOBILIEN BEDEUTEN SICHERHEIT STUDIE. Das Eigentum von Immobilien liegt an erster Stelle eines Ran-

noch vor Sparbuch, Bausparvertrag und Lebensversicherung. Dies geht aus einer aktuellen AllianzUmfrage hervor, die den Gefühlsstatus der Österreicher in Sachen

KARRIERE

Vorsorge erhob. Für 56,1 Prozent der Österreicher schafft der Besitz eines Grundstücks, eines Hauses oder einer Wohnung ein Gefühl

Oliver Schumy

Clemens Bärenthaler

Florian Nowotny

Der Vorstandschef der Immofinanz AG ist neues Mitglied im Aufsichtsrat der CA Immobilien Anlagen AG. Ebenfalls neu dabei: Immofinanz-Finanzvorstand Stefan Schönauer.

Der Immobilienrechtsexperte Bärenthaler, 43, verstärkt seit September als Partner das CEE-Real-Estate-Team der internationalen Sozietät Taylor Wessing.

scheidet überraschend aus der CA Immobilien Anlagen AG aus. Neuer Finanzvorstand wird Hans Volkert Volckens. Er ist Experte in den Bereichen Recht, Steuern und Bilanzieren.

der finanziellen Sicherheit. „Es ist interessant, dass Immobilien mit dem größten Sicherheitsemp-

63

finden assoziiert werden, obwohl der Weg dorthin zumeist mit einer jahrzehntelangen Verschuldung einhergeht“, sagt Martin Bruckner, Vorstandsmitglied der Allianz Investmentbank AG.


BRANCHEN

BERATER

KOLUMNE

PETER BARTOS Partner und Geschäftsführer BDO Austria

STEUERLICHE DISKRIMINIERUNG AM FINANZPLATZ ÖSTERREICH

BANKEN MÜSSEN SICH KAPITAL BESCHAFFEN

Österreichs Unternehmen sind vergleichsweise stark von Bank-

Ende Juli 2016 hat die European Ban-

gebnisse für den jährlichen Beurteilungs-

krediten abhängig. Umso ent-

king Authority (EBA) die Ergebnisse des

prozess verwendet, um den individuell

scheidender ist daher ein liquider

aktuellen Bankenstresstests veröffent-

angemessenen Kapitalbedarf der Bank

eine stabile und langfristige

licht. Darin wurden 51 der größten euro-

einzeln zu ermitteln. Philipp Wacker-

Finanzierung mit einem ausge-

päischen Banken auf ihre Widerstandsfä-

beck, Leiter der Financial Services Practi-

wogenen Verhältnis von Krediten

higkeit bei nachteiligen volkswirtschaft-

ce bei Strategy&, erklärt dazu: „Unsere

und risikotragendem Eigenka-

lichen Bedingungen getestet. Die Ergeb-

Analyse der Stresstestergebnisse deutet

nisse zeigen, dass Banken unter solchen

darauf hin, dass sich voraussichtlich bis

Stressbedingungen damit rechnen müs-

zu neun der 51 Banken zusätzliches Ka-

Lichte einer ständig steigenden

sen, im Schnitt 30 Prozent ihres Kapitals

pital beschaffen müssen.“ Der notwen-

Lebenserwartung das Bewusstsein

im adversen Szenario zu verlieren. Kon-

dige Anstieg der aktuellen Kapitalaus-

wieder verstärkt darauf gerichtet

kret fällt dann die durchschnittliche har-

stattung wird auf rund ein Prozent ge-

te Kernkapitalquote, auch CET1 Ratio ge-

schätzt. Da die Rendite der europäischen

nannt, von 14,8 Prozent auf knapp un-

Banken 2015 mit 6,5 Prozent signifikant

Pensionssystems gesetzt werden

ter zehn Prozent. Anders als bei früheren

unter dem Vorkrisenniveau von 15 bis 20

soll. Genauso wichtig sind aber

Stresstests haben die Europäische Zen­

Prozent laut PWC bleibe, sei zu erwarten,

auch steuerliche Anreize. In

tralbank (EZB) und die EBA beschlossen,

dass die Kapitalmärkte den betroffenen

keine allgemeine Mindestkapitalquote

Banken nur zögerlich zusätzliche Finan-

vorzugeben. Stattdessen werden die Er-

zierungsmöglichkeiten anbieten würden.

Kapitalmarkt, der Unternehmen

pital ermöglicht. Wie werden wir zu einem leistungsfähigen Finanzplatz? Generell sollte im

werden, dass bei der Altersvorsorge nicht alles auf die Karte des umlagefinanzierten (staatlichen)

der Unternehmensbesteuerung wäre es höchst an der Zeit, die steuerliche Diskriminierung von Eigenkapital durch die Einführung einer Eigenkapitalverzinsung zu beseitigen. Auf der Anlegerseite sollte auch Privaten eine volle Verlustausgleichs- und Verlustvortragsmöglichkeit eingeräumt

Anstieg bei M&A-Transaktionen in Österreich

werden, um die Bereitschaft, Risi-

Laut EY-M&A-Index Österreich für das

stiegen Investitionen heimischer Unter-

ken zu übernehmen und Risikoka-

erste Halbjahr 2016 stieg die Zahl mit

nehmen im Ausland.“ Insgesamt entfie-

pital bereitzustellen, zu fördern.

österreichischer

Ver-

len 82 Prozent aller Zukäufe von heimi-

Steuerpolitisch würde damit im

gleich zum Vorjahreszeitraum um rund

schen Unternehmen auf Europa (53 Pro-

38 Prozent von 132 auf 182. Der Trans-

zent des Transaktionsvolumens). Die mit

aktionswert legte damit von zwei Mil-

Abstand größte Transaktion war der Kauf

beseitigt werden. Denn eigentlich

liarden Euro auf 2,8 Milliarden Euro zu.

des Mehrheitsanteils am australischen

sollte es eine Selbstverständ-

Eva-Maria Berchtold, Leiterin des Be-

Glücksspielbetreiber

lichkeit sein, dass Gewinne und

reichs Trans­action Advisory Services bei

Technology durch Novomatic um 320,7

EY Österreich, erklärt: „Ausländische In-

Millionen Euro. Im Inland kauften hei-

vestoren kauften sich im ersten Halb-

mische Unternehmen stärker zu: Insge-

jahr 2016 deutlich häufiger bei österrei-

samt tätigten sie 49 Transaktionen, das

chischen Unternehmen ein, gleichzeitig

sind um 36,1 Prozent mehr als im Vorjahr.

Übrigen auch in keiner Weise ein Privileg geschaffen, sondern nur eine bestehende Ungerechtigkeit

Verluste gleich behandelt und private Anleger mit Verlusten nicht einfach allein­gelassen werden. p.bartos@derboersianer.com

Beteiligung

64

im

Ainsworth

Game


BRANCHEN

FinTechs dringen zunehmend in den Bankensektor vor Immer mehr Banken fürchten Verluste

ken dabei häufig immer noch hinterher,

von Anteilen an FinTechs. Banken setzen

wenn es darum geht, merkliche Verbes-

deshalb nun verstärkt auf Partnerschaf-

serungen anzubieten. Insgesamt gaben

ten mit den FinTechs. Das ist das Ergeb-

42 Prozent der Banken an, dass sie Part-

nis des Berichts „Customers in the spot-

nerschaften mit FinTechs unterhielten

light - How FinTech is reshaping ban-

und Risikokapitalfonds für die Finanzie-

king“ als Teil des Global FinTech Survey

rung dieser Unternehmen einrichteten.

2016 von PWC. 76 Prozent der befrag-

Georg Ogrinz, Bankenexperte bei PwC

ten Banken seien der Meinung, dass ih-

Österreich, warnt aber davor, dass die Ko-

nen FinTechs Teile ihres Geschäfts strei-

operation zwischen traditionellen Ban-

tig machen würden. Denn Start-ups wür-

ken und Marktneueinsteigern einerseits

den sich direkt an Endverbraucher wen-

wichtig sei, die Abstimmung der opti-

den. Kundenorientierung sei nach wie vor

malen Zusammenarbeit aber noch in den

ein Schwachpunkt im traditionellen Ban-

Kinderschuhen stecke: „Banken sollten

kengeschäft und gleichzeitig eine Stärke

in der Zwischenzeit ihre Produkte und

der Start-ups. Traditionelle Banken hin-

Dienstleistungen vereinfachen.“

Neubautätigkeit ist in Österreich am höchsten Interessante Details liefert der Deloitte Property Index 2016. In keinem anderen europäischen Land wurden pro Kopf derart viele Wohnungen gebaut wie in Österreich,

TICKER

PwC Österreich startet neuen HR-Dienstleistungsbereich People & Organisation +++ Laut CRIF Österreich hat sich die Zahlungsmoral der heimischen Konsumenten verbessert +++ Prive Managers nimmt am Accenture FinTech Innovation Lab 2016 teil +++ Für CRIF Österreich sind KMUs weiterhin das Rückgrat der Wirtschaft +++ Laut EY Global Generations Survey vertraut über die Hälfte der Beschäftigten ihrer Firma nicht

genauer gesagt sind es 55 Prozent über dem Durchschnittswert der 28 EU-Länder. Zudem kostet hierzulande die durchschnittliche Neubauwohnung mit 80 Quadratmeter 200.000 Euro, zeigt Alexander Hohendanner, Partner bei Deloitte Corporate

ebenfalls der Index 2016, der den Woh-

Finance, weiters auf. In Wien bekommt

nungs- und Immobilienmarkt in überwie-

man für dieselbe Summe allerdings nur 51

gend europäischen Ländern vergleicht. Im

Quadratmeter. Damit sind die Wohnungs-

Durchschnitt zahlt man weiterhin sechs

AUTONOMES FAHREN STÄRKER IM FOKUS

preise in Wien um ein Drittel höher als im

Bruttojahresgehälter für eine österreichi-

STUDIE. Die Studie von AT Kearney

österreichischen Durchschnitt. Dennoch,

sche Neubauwohnung. Insgesamt hat sich

über autonomes Fahren prog-

der

der Preisanstieg bei Neubauwohnungen in

nostiziert bis 2035 ein Marktvo-

Österreich verlangsamt.

lumen von 560 Milliarden Dollar:

Preisanstieg

bei

Neubauwohnun-

gen fällt hierzulande gering aus. Das zeigt

„Autonomes Fahren wird den ersten großen Wachstumsschub des 21. Jahrhunderts auslösen“, prognostiziert AT-Kearney-Leiter

KARRIERE

Ralf Kalmbach. Aus der Studie von AT Kearney geht auch hervor, dass die Befragten eine Aufspaltung des Fahrzeugmarkts erwarten: in die

Georg Beham

Michael Bergmann

Michael Hilbert

startete vor kurzem bei Grant Thornton Unitreu als geschäftsführender Partner im Bereich Advisory. Ebenfalls als geschäftsführender Partner wechselte Ewald Kager von KPMG.

Die Steuerberater Michael Bergmann und Karl Szimak wurden in die Partnerschaft bei LBG Österreich aufgenommen und als Geschäftsführer bestellt.

übernimmt die Leitung der Financial Services von Roland Berger in Wien mit Fokus auf regulative Themen, Entwick­lung digitaler Geschäftsmodelle und Optimierung in der Marktfolge.

Segmente Premium, Billiganbieter und Drohnen. Viele Autohersteller werden mit Sonderausstattungen

65

in den Bereichen Unterhaltung, Multimedia und Information ihren Umsatz steigern. Das zunehmende Marktsegment des autonomen Fahrens dürfte großes Potenzial für österreichische Zulieferer bergen.


BRANCHEN

RECHT

KOLUMNE

ALBERT BIRKNER Managing Partner CHSH

WIRTSCHAFTSKRIMI UM PETRO WELT TECHNOLOGIES AG

NACHRANGIG, ABER NICHT OUT Die Rechtswahl in Finanzierungsverträgen bereitet mitunter

Derzeit ermittelt die heimische Justiz

bracht. Der Vorwurf lautet unter ande-

gegen den börsennotierten Öl- und Gas-

rem auf Untreue und Geldwäscherei. Da-

Oberste Gerichtshof (OGH) stellt

feld-Dienstleister Petro Welt Technolo-

bei geht es um ein mutmaßlich errich-

nun in seiner Entscheidung vom

gies AG (ehemals C.A.T. Oil) wegen des

tetes Beschaffungssystem, bei dem an-

20. 7. 2016 (6 Ob 80/16g) für eine

Verdachts auf Geldwäsche. Das in Wien

geblich bei der Beschaffung von Inves-

Anleihe klar, dass die Rechtswahl

ansässige Unternehmen beliefert vor al-

titionsgütern für den operativen Betrieb

lem russische und kasachische Ölfirmen

Gesellschaften zwischengeschaltet wur-

mit Explorationsausrüstungen. Anfang

den, die nicht dem Konzern angehörten,

zypriotische Limited emittiert

2015 erlangte der Franzose Maurice Di-

und von den Beschaffungsvorgängen in

Anleihen, die unter anderem von

jols mit seiner Joma Industrial Source 87

zweistelliger Millionenhöhe ungerecht-

einem österreichischen Gläubiger

Prozent an der CAT Holding. Allein die

fertigt profitiert hätten. Bei Grundstü-

ehemalige Eigentümerin und Manage-

cken und Gebäuden sei das Vorgehen

rin Anna Brinkmann bekämpfte die Plä-

ähnlich gewesen. Auch bestehe der Ver-

Die Limited stellt die Zinszahlun-

ne vergebens, wie „Die Presse“ berichte-

dacht auf Bilanztricksereien. Zudem hat

gen unter der Anleihe ein. Im Zuge

te. Im August 2016 wurde zudem der Fir-

Petro Welt eine Klage wegen unrechtmä-

der Finanzkrise und der Schaffung

menwortlaut in Petro Welt Technologies

ßiger Bereicherung und auf Schadener-

AG geändert. Seit April 2014 hat das neue

satz gegen die ehemaligen Vorstands-

rechtliche Schwierigkeiten. Der

auch für die Bestimmungen über die Beendigung des Anleihevertrags gilt. Was ist geschehen: Eine

gezeichnet werden. Der Anleihevertrag unterliegt zur einfacheren Platzierbarkeit deutschem Recht.

einer Bad-Bank-Struktur wird die Limited grenzüberschreitend

Management auch noch mehrere Anzei-

mitglieder um 1,539 Millionen Euro ein-

verschmolzen. Der Gläubiger klagt

gen bei der Wirtschafts- und Korrupti-

gebracht. Für alle Beteiligten gilt die Un-

seinen Zinsenanspruch ein. Nach

onsstaatsanwaltschaft (WKStA) einge-

schuldsvermutung.

auf eine Bad-Bank-Gesellschaft

einem Vorabentscheidungsverfahren durch den Europäischen Gerichtshof stellt der OGH nun fest, dass die grenzüberschreitende Verschmelzung nicht die Beendigung von Nachranganlei-

Ehemaliger ÖIAG-Chef Rudolf Kemler klagt die Republik

hen herbeiführt, sondern dass die Anleiheverbindlichkeiten auf die

der

nische America Movil verkauft. Der nun-

Staatsholding ÖIAG, klagt die Republik

mehrige Seniorpartner bei Roland Berger

auf Auszahlung von Urlaubstagen und an-

hat eine Klage gegen die Republik respek-

Recht auch auf sein Erlöschen

geblichen Pensionsansprüchen. Kemler

tive deren Tochter, die ÖIAG-Nachfolgerin

anzuwenden. Das deutsche Recht

musste 2015 frühzeitig seinen Job bei der

Öbib, eingebracht. Darin fordert der Mana-

sieht aber anders als das österrei-

ÖIAG räumen, ihm wurde glückloses Han-

ger mehr als eine Viertelmillion Euro vom

deln bei den teilstaatlichen Unternehmen

Staat. Dabei geht es einerseits um 150.000

Telekom Austria AG und OMV AG vorge-

Euro an Pensionsbeiträgen. Andererseits

worfen. Unter seiner Ägide wurde die Te-

geht es um weitere rund 150.000 Euro für

lekom Austria AG großteils an die mexika-

nicht konsumierte Urlaubstage.

übernehmende Gesellschaft übergehen. Wenn der Anleihevertrag eine Rechtswahl trifft, ist dieses

chische Recht keine Beendigungsmöglichkeit von Anleihen anlässlich einer Verschmelzung vor. a.birkner@derboersianer.com

Rudolf

Kemler,

ehemaliger

66

Chef


BRANCHEN

TICKER

Stefan Bruckbauer (UniCredit Bank Aus­ tria AG), Ceyda Akbal Schwimann (Wolf Theiss), Georg Karabaczek (österreichischer Wirtschaftsdelegierter für die Türkei und Georgien).

Beim Wolf Theiss Breakfast „Aktuelles zur Türkei“ am 18. August in Wien plädierte der österreichische Wirtschaftsdelegierte in Istanbul, Georg Karabaczek, für eine moderate Kommunikation zwischen Österreich und der Türkei. Andernfalls müssten österreichische Unternehmen um öffentliche Aufträge bangen. Volkswirt Stefan Bruckbauer ist überzeugt, dass es von der politischen Entwicklung in den nächsten Monaten abhänge, welchen Weg die Wirtschaft in der Türkei in den nächsten Jahren gehen werde.

Kärnten legte Angebot für Heta

VKI gewann den Prozess auch gegen BKS im Streit um Negativzinsen bei Krediten +++ PHH berät Global Bet Holding beim Verkauf der Best Gaming Technology +++ Wolf Theiss berät beim Verkauf des Megaprojekts Forum Donaustadt in Wien +++ Das Oberlandesgericht Linz bestätigt die Rechtsansicht der BWT AG zur Verschmelzung +++ CMS und DLA Piper beraten Erste Group Immorent beim Verkauf eines kroatischen Hotelresorts

Nun kommt wieder Bewegung in die Sa-

von mehr als elf Milli-

che Heta: Am 2. September 2016 hat der

arden Euro sehr kom-

Kärntner Ausgleichszahlungsfonds (­K-AF)

plex war“, sagt Martin

ein neues Kaufangebot für Schuldtitelinha-

Zuf­fer, Experte für Ka-

ber der heutigen Heta Asset Resolu­tion AG,

pitalmarktrecht

vormals Hypo Alpe Adria AG, beschlossen.

Partner bei CMS Wien.

Das Angebot wurde vom K-AF gelegt, die

Eine der drei großen

Angebotsfrist endete am 7. 10. 2016. Bis da-

Gläubigergruppen

hin mussten die Gläubiger über Annahme

wurde von Wolf The-

oder Ablehnung des Angebots entscheiden.

iss beraten. Dabei be-

Österreichs größte Kapitalmarkttransakti-

rät ein Team seit Sommer 2014 zahlreiche

on wurde rechtlich von der Rechtsanwalts-

internationale ­ Heta-Gläubiger, etwa die

STUDIE. Die Steuerexperten von

kanzlei CMS Reich-Rohrwig Hainz beglei-

Deutsche Pfandbriefbank AG oder die Nord-

PWC haben erneut die geltenden

tet. CMS hat dabei involvierte internati-

deutsche Landesbank. Nach dem Scheitern

onale Investmentbanken bezüglich der

des ersten Rückkaufangebots wurde am 18.

Facetten der Transaktion in heimischem

Mai 2016 ein „memorandum of understan-

Recht beraten. Ein CMS-Team begleitete

ding“ mit dem Bund abgeschlossen, das die

mengestellt. Die „Worldwide Tax

die Transaktion, „die aufgrund von mehr

Legung eines neuen, verbesserten Ange-

Summaries 2016/17“ sind eines der

als 200 Schuldtiteln und einem Volumen

bots durch den K-AF vorsah.

umfassendsten Steuerhandbücher

und

WELTWEITES STEUERRECHT WIRD KOMPLEXER

Steuersätze und aktuellen Änderungen im Steuerrecht in insgesamt 155 Ländern rund um den Globus überarbeitet und neu zusam-

weltweit und bieten auf mehr als 2.000 Seiten neue Informationen über die geltenden Steuersätzen und dem Steuerrecht. Die Länder-

KARRIERE

berichte umfassen Ausführungen zu Steuerbegünstigungen, Kapitalertragssteuern, Körperschafts- und Gewerbesteuern sowie Informa-

Christian Thaler

Katharina Grafenhofer

Florian Steinhart

ist seit Sommer 2016 Equity-Partner bei Fellner Wratzfeld & Partner. Er ist auf die Bereiche M&A, Kapitalmarktrecht und Unternehmensfinanzierung spezialisiert.

verstärkt seit kurzem als Rechtsanwältin das Bank- und Kapitalmarktrechtsteam der internationalen Anwaltskanzlei CMS Reich-Rohrwig Hainz in Wien.

ist neuer Equity-Partner bei Herbst Kinsky Rechtsanwälte. Er konnte sich in der Wiener Wirtschaftskanzlei einen exzellenten Ruf im Bereich Corporate/M&A aufbauen.

tionen über indirekte Steuern, Steueranreize und die Steuerverwaltung der jeweiligen Länder.

67

Steuerexperten können nun auf das Handbuch zurückgreifen, um sich aktuelle Steuersätze und andere steuerrechtliche Besonderheiten in einer Vielzahl an Ländern vor Augen zu führen.


BRANCHEN

KOMMUNIKATION

„WIRTSCHAFTSBLATT“ EINGESTELLT Die

Media

dung und Transparenz am österreichi-

Group AG hat mit 2. September 2016 das

schen Kapitalmarkt bei“, reagierte Lud-

„Wirtschaftsblatt“ eingestellt. Das Ende

wig Nießen, Mitglied des Vorstands der

führte zu Bestürzung unter der heimi-

Wiener Börse AG, auf die Einstellung

schen Wirtschafs- und Finanzelite. „Es

der Tageszeitung. Ein Personenkomi-

ist ein bedenkliches Zeichen, dass inter-

tee aus namhaften Entscheidungsträgern

essierte Anleger und Unternehmen eine

der Branche, das für die Fortführung des

wichtige Bezugsquelle für Wirtschafts-

„Wirtschaftsblatts“ kämpft, zählt mitt-

und Börseninformation verlieren. Umso

lerweile 148 Mitglieder. Der Onlineauf-

mehr hoffe ich als Vorstand der Wiener

tritt wird vorerst weitergeführt. Sparpro-

Börse, dass die verbleibende österreichi-

gramme und Massenkündigungen sind

sche Medienlandschaft diesem besorg-

bei Printmedien derzeit en vogue. Zuletzt

Als vergangenes Jahr der Flücht-

niserregenden Trend entgegensteht. Ob-

kündigte die Verlagsgruppe News Einspa-

lingsstrom nach Europa, vor allem

jektive und präzise Wirtschaftsinforma­

rungen von zehn Millionen Euro und ei-

tion trägt wesentlich zur Meinungsbil-

nen Abbau von 80 bis 100 Mitarbeitern an.

KOLUMNE

PETER FELSBACH Head of Group Communications Voestalpine AG

LEHRSTELLEN FÜR FLÜCHTLINGE: WENN WORTEN TATEN FOLGEN

nach Deutschland, deutlich anstieg, bekräftigten zahlreiche CEOs

Verlagsgesellschaft

Styria

der DAX-Unternehmen das große Potenzial für den deutschen Ar-

FINANZVORSTÄNDE STÄRKER GEFORDERT

beitsmarkt in den Medien. Ein Jahr später sieht alles anders aus: Die

STUDIE. Die Anforderungen an eine effektive

Nachrichtenagentur Reuters hat die

Finanzkommunikation sind in den vergan-

30 börsennotierten Unternehmen

genen Jahren aufgrund der explodierenden

befragt, 26 haben geantwortet. Sie

Neuregulierungen am Kapitalmarkt rapid

beschäftigen zusammen 63 Flücht-

angestiegen. Die neue Studie „Rechnen ist

linge, 50 davon arbeiten allein bei

Silber, Reden ist Gold“ von Roland Berger und

der Deutschen Post. Gleichzeitig

der HHL Leipzig Graduate School of Manage-

begannen rund 190 Asylberech-

ment beleuchtet die Finanzkommunikation

tigte in den vergangenen beiden

aus CFO-Sicht. „Gerade weil die Informati-

Jahren in DAX-Unternehmen eine

onsanforderungen im Rahmen zunehmender

Ausbildung. Es sind vor allem formale und sprachliche Gründe, die den Weg in die Arbeitswelt erschweren. Die Voest­alpine AG entschied sich bereits 2015, zusätzliche Ausbildungsplätze für

Telekom Austria: PR-Karussell dreht sich Nach Elisabeth Mattes, Alexander Klee-

asylberechtigte Jugendliche zu

dorfer, Peter Schiefer und Livia Dandrea-

schaffen. Das ATX-Unternehmen

Böhm hat nun mit Ingrid Spörk die nächs-

startete dazu ein maßgeschneider-

te Kommunikationschefin seit 2012 die

tes Qualifizierungsprogramm an

Telekom Austria Group AG verlassen. Zum

österreichischen Standorten. Seit 1. September 2016 befinden sich

Abschluss bekam Sie von Vorstandsvor-

16 jugendliche Asylberechtigte in

sitzenden Alejandro Plater nun doch Ro-

der regulären Lehrausbildung des

sen gestreut: „Ingrid Spörk hat unser Un-

Konzerns. Die Voestalpine sieht

ternehmen mit enormem Einsatz beglei-

dies als Teil ihrer sozialen Ver-

tet und um viele neue Ideen und Projek-

antwortung und will damit jungen Menschen fern ihrer Heimat eine Chance auf eine berufliche Zukunft

te bereichert. Ich bedanke mich bei ihr für die engagierte und hochprofessionel-

bieten. Die Flüchtlings- und

le Arbeit und ihre große Unterstützung im

Integrationsarbeit wird uns alle

Zuge unserer Transformation im vergan-

sehr fordern und Unternehmen

genen Jahr.“ Interimistische Nachfolgerin

viel Geld kosten. Aber wir werden unseren Beitrag leisten. Nicht nur in der Kommunikation. p.felsbach@derboersianer.com

ist Barbara Grohs, die zuletzt für den Verband der Pharmazeutischen Industrie Österreichs als Director Communications & PR tätig war.

68

Regulierung in der Zukunft noch steigen werden, muss effektive Finanzkommunikation stärker in den Fokus der CFOs rücken. Allein um auch künftig einen optimalen Finanzierungsmix zu sichern, sollten CFOs möglichst nah an den Kapitalgebern sein“, sagt Henning Zülch von der HHL.

TICKER

Wiener Börse mit neuem Onlineauftritt +++ Voestalpine in Deutschland als „Pressestelle des Jahres“ nominiert +++ Agentur Metrum verstärkt sich mit zwei Beraterinnen


RANKING

besten Anwälte der Finanzbranche in Österreich

I

n der heimischen Finanzbranche nehmen Anwälte eine immer wichtigere Stellung ein. Durch strengere Regulierungen für den Kapitalmarkt sind Vorstände der börsennotierten Unternehmen

zunehmend von der Expertise einschlägiger Advokaten abhängig. Das vielzitierte „Ohne meinen Anwalt sage ich nichts“ gewinnt immer mehr an Gewicht. Vor allem die neue Marktmissbrauchsverordnung samt neuem Börsenrecht hat es in sich und stellt viele Manager vor oft scheinbar ausweglose Situationen. Dazu gehören Vorwürfe von Marktmissbrauch (siehe S. 48) über Insiderhandel bis zu Marktmanipulationen. Deshalb zwingen eine verschärfte Sorgfaltspflicht, Aktionärsdruck, Wettbewerbsrecht und vor allem Reputationsrisiken Manager dazu, sich noch besser abzusichern. Hier kommen die Staranwälte ins Spiel, die für ihre Mandanten mit juristischen Glanzleistungen schier Unmögliches vollbringen. Sie leben von viel Adrenalin und noch mehr Honorar und gehören in Österreich zur glamourösen Elite. DerBörsianer hat sich nun zum zweiten Mal nach 2014 auf die Suche nach den besten 50 Anwälten der Finanzbranche Österreichs gemacht. Nominiert waren 61 Kandidaten aus 26 Kanzleien. Mittels eines einstufigen Peergroup-Scorings konnten sich die besten Anwälte gegenseitig bewerten und honorierten damit die Leistungen ihrer Kollegen. DerBörsianer hatte auf das Ergebnis somit keinen Einfluss.

69

SEITENBLICKE


SEITENBLICKE

1. PLATZ 2. PLATZ

3. PLATZ

Markus Heidinger

Friedrich Jergitsch

Richard Wolf

WOLF THEISS

FRESHFIELDS BRUCKAUS DERINGER

WOLF THEISS

Topplatzierungen Die ersten drei Platzierten haben ihr Heft nicht aus der Hand gegeben und wurden von ihren Kollegen einmal mehr auf den Thron gesetzt. Das Triumvirat führt wie schon 2014 Friedrich Jergitsch (Platz 1) mit 84,14 Punkten an. Der Bankenfinanzrechtler ist Partner bei Freshfields Bruckhaus Deringer und wird für seine unkomplizierte Herangehensweise geschätzt. International gilt er als „Big Shot“ der Finanz- und Bankenbranche, der auch die komplexesten Zusammenhänge einfach erklären kann. Auffällig ist, dass er diesmal seine Mitbewerber deutlicher hinter sich lassen konnte. Dennoch schaffen es auch die Bankrechtsexperten Markus Heidinger (Platz 2/63,45 Punkte) und Richard Wolf (Platz 3/62,41 Punkte), beide Partner bei Wolf Theiss, ihre Platzierung vom letzten Mal zu wiederholen. Hier ging es punktemäßig sehr knapp zur Sache. Die größten Veränderungen gab es auf den Plätzen 4 bis 15. Hier konnten sich neun von zwölf Anwälten im Ranking verbessern. Auch ein Newcomer schafft es in die Topplatzierung der besten zehn.

DIE AUFSTEIGER PLATZ

ZULETZT

NAME

UNTERNEHMEN

8.

(‒)

Schneider Claus

Wolf Theiss

11.

(24.)

Hasenauer Clemens

CHSH

14.

(23.)

Hügel Hanns

BPV Hügel

32.

(40.)

Ketzer Manfred

Hausmaninger Kletter

13.

(19.)

Hlawati Edith

CHSH

Die Auf- und Absteiger Der vierte Platz wird zwar bei sportlichen Großereignissen als der undankbarste beschrieben, Kapitalmarktrechtler Ernst Brandl, Partner bei Brandl & Talos, verbesserte sich allerdings um zwei Plätze und musste sich mit 60,71 Punkten nur knapp im Wettbewerb um den dritten Platz geschlagen geben. Ähnliches gilt für den Fünftplatzierten Stefan Weber (Platz 5 / 59,66 Punkte), Partner bei Weber & Co, sowie für Raimund Bollenberger (Platz 6 / 58,67), Partner bei Doralt Seist Csoklich, die in der

70


SEITENBLICKE

PLATZ

ZULETZT

PUNKTE

NAME

UNTERNEHMEN

1.

(1.)

84,14

TREND

Jergitsch Friedrich

Freshfields Bruckhaus Deringer

2.

(2.)

63,45

Heidinger Markus

Wolf Theiss

3.

(3.)

62,41

Wolf Richard

Wolf Theiss

4.

(6.)

60,71

Brandl Ernst

Brandl & Talos

5.

(9.)

59,66

Weber Stefan

Weber & Co

6.

(8.)

58,67

Bollenberger Raimund

Doralt Seist Csoklich

7.

(5.)

56,90

Fellner Markus

Fellner Wratzfeld & Partner

8.

(-)

55,86

Schneider Claus

Wolf Theiss

9.

(7.)

53,55

Ebner Martin

Schönherr

10.

(11.)

52,58

Herbst Christian

Schönherr

11.

(24.)

51,94

Hasenauer Clemens

CHSH

12.

(4.)

51,61

Zahradnik Andreas

Dorda Brugger Jordis

13.

(19.)

51,29

Hlawati Edith

CHSH

14.

(23.)

48,97

Hügel Hanns

BPV Hügel

15.

(20.)

49,00

Winkler Peter

16.

(13.)

47,93

Kutschera Michael

Binder Grösswang

17.

(12.)

47,93

Binder Michael*

Binder Grösswang

18.

(10.)

48,71

Mayr Andreas

Dorda Brugger Jordis

Eisenberger & Herzog *

19.

(21.)

46,79

Herbst Christoph

Herbst Kinsky

20.

(25.)

47,74

Birkner Albert

CHSH

21.

(18.)

45,71

Talos Thomas

Brandl & Talos

22.

(-)

45,52

Pachinger Stephan

Freshfields Bruckhaus Deringer

23.

(15.)

46,00

Hausmaninger Christian

Hausmaninger Kletter

24.

(26.)

45,48

Rath Ursula

Schönherr

25.

(16.)

43,10

Illigasch Alexander

Barnert Egermann Illigasch

26.

(22.)

41,72

Khol Florian

Binder Grösswang

27.

(29.)

42,26

Huber Peter

CMS Reich-Rohrwig Hainz

28.

(14.)

41,03

Diwok Georg

Baker & McKenzie

29.

(31.)

38,97

Barnert Michael

Barnert Egermann Illigasch

30.

(17.)

39,33

Temmel Christian

DLA Piper

31.

(36.)

37,74

Hanslik Günther

CMS Reich-Rohrwig Hainz

32.

(40.)

37,00

Ketzer Manfred

Hausmaninger Kletter

33.

(28.)

36,21

Plesser Willibald

Freshfields Bruckhaus Deringer

34.

(38.)

34,14

Hermann Gerhard

Baker & McKenzie

35.

(33.)

33,21

Kinsky Philipp

Herbst Kinsky

36.

(35.)

32,67

Huber Wolfram

PHH Prochaska Havranek

37.

(34.)

32,58

Brodey Martin

Dorda Brugger Jordis

38.

(42.)

31,38

Graf Ferdinand

Graf & Pitkowitz

39.

(30.)

30,67

Benes Marcus

Eisenberger & Herzog

40.

(45.)

30,33

Kletter Mark

Hausmaninger Kletter

41.

(37.)

27,24

Wächter Otto

Graf & Pitkowitz

42.

(49.)

26,77

Chalupsky Ernst

Saxinger Chalupsky & Partner

43.

(-)

25,00

Wildmoser Christoph

Herbst Kinsky

44.

(44.)

25,48

Zuffer Martin

CMS Reich-Rohrwig Hainz

45.

(43.)

24,52

Geiger Martin

Benn-Ibler

46.

(27.)

23,79

Napokoj Elke

BPV Hügel

47.

(-)

22,41

Moser Christoph

Weber & Co

48.

(47.)

21,79

Schrank Christopher

Brandl & Talos

49.

(48.)

20,67

Zwitter-Tehovnik Jasna*

DLA Piper

50.

(-)

20,67

Bauer David Christian*

DLA Piper

*BEI PUNKTEGLEICHHEIT ZÄHLT DIE HÖCHSTE EINZELBEWERTUNG, **NICHT MEHR IM UNTERNEHMEN TÄTIG

71


SEITENBLICKE

Gunst ihrer Kollegen aufgestiegen sind. Den größten Sprung machte allerdings Kapitalmarktrechtler Claus Schneider, Partner bei Wolf Theiss, der zum ersten Mal beim Ranking dabei war und von den Kollegen mit 55,86 Punkten gleich auf Platz 8 katapultiert wurde. Auch Clemens Hasenauer, Partner bei CHSH, konnte sich deutlich von Platz 24 auf 11 verbessern. Hanns Hügel, Partner der Kanzlei BPV Hügel, wurde ebenfalls für seine unermüdliche Arbeit von den Kollegen belohnt und verbesserte sich um neun Plätze auf Rang 14. Von Platz 19 auf den 13. Platz schafft es indes Edith Hlawati, Partnerin bei CHSH.

DIE ABSTEIGER PLATZ

ZULETZT

NAME

UNTERNEHMEN

28.

(14.)

Diwok Georg

Baker & McKenzie

30.

(17.)

Temmel Christian

DLA Piper

25.

(16.)

Illigasch Alexander

Barnert Egermann Illigasch

39.

(30.)

Benes Marcus

Eisenberger & Herzog

12.

(4.)

Zahradnik Andreas

Dorda Brugger Jordis

Weniger gut lief es für Georg Diwok, Partner bei Baker & McKenzie, der 14 Plätze einbüßte, oder auch Christian Temmel, Partner bei DLA Piper, der sich vom 17. auf den 30. Platz verschlechterte. Auch Alexander Illigasch konnte seine gute Platzierung vom letzten Mal nicht wiederholen und fiel vom 16. auf den 25. Platz zurück. 2014 noch auf dem vierten Rang, platzierte sich Bankrechtsexperte Andreas Zahradnik, Partner bei Dorda Brugger Jordis, diesmal auf Platz 12. Zu den höchsten Neueinsteigern im Ranking zählt neben Wolf-Theiss-Partner Claus Schneider auch Stephan Pachinger, Partner bei Fresh­ fields Bruckhaus Deringer. Der Kapitalmarktrechtler schafft es auf Anhieb auf Platz 22.

Beste Kanzleien Im Ranking konnten sich einmal mehr einige große Sozietäten beweisen. Wolf Theiss schaffte mit Markus Heidinger und Richard Wolf nicht nur zwei der Top-drei-Plätze, sondern brachte mit Claus Schneider auf Platz 8 alle drei Nominierten unter die ersten zehn. Damit liegt die Kanzlei klar vor Schönherr, die es mit Martin Ebner (9.) und Christian Herbst (10.) in die Liste der besten zehn geschafft hat. CHSH punktet mit zwei Topplatzierungen unter den ersten 15. Binder Grösswang schafft es mit zwei Platzierten unter die ersten 20.

INFO RANKING BEWERTUNGSKRITERIEN

Das Ranking wird nach qualitativen Methoden in einem einstufigen ScoringModell (Peergroup-Bewertung) ermittelt. Die nominierten Kandidaten konnten sich gegenseitig bewerten. Das Ergebnis des Rankings wurde mit dem Mittelwert aller Bewertungen berechnet und in Prozent umgewandelt. Eine Person kann maximal eine Bewertung von 100 Prozent erreichen. Bei Punktegleichheit zweier oder mehrerer Personen entscheidet die höchste Einzelbewertung. Die Kandidaten konnten keine Bewertung für sich selbst oder Konzernkollegen abgeben.

72


EIN HERZ für den Finanzplatz weil’s um den Wohlstand der Menschen geht!

Die Wirtschaftswissenschaften belegen, dass ein gesunder Finanzsektor ein wichtiger Faktor für Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum einer Volkswirtschaft ist. Ein handlungsfähiger Kapitalmarkt generiert Einkommen, Beschäftigung und Wohlstand in Österreich.

Eine Initiative von

www.herzfuerbullen.at


INDUSTRIE

MARKTBEREINIGUNG: MUT ZU UNPOPULÄREN MASSNAHMEN

Wer Mut zu unpopulären Entscheidungen hat und gegen den Trend agiert, sitzt in der Industrie auf dem längeren Ast. Das bezeugen die Vorstandschefs von Voestalpine AG, Verbund AG und Schoeller Bleckmann Oilfield Equipment AG, die mit DerBörsianer bei einem Round-Table-Gespräch über ihre Geschäftsmodelle rege diskutierten. TEXT DOMINIK HOJAS, INGRID KRAWARIK FOTO MARTIN EDER


Round Table. Die drei Topmanager Gerald Grohmann, Wolfgang Anzengruber und ­Wolfgang Eder wünschen sich von der Politik mehr Planungssicherheit für Investitionen in Österreich.


Punktgenau. Im Gespräch mit Ingrid ­Krawarik und ­Dominik Hojas erklären die drei Vorstandschefs, warum das billige Geld der Notenbank Übernahmen erschwert.

D

ie Stahl- und Öl- und Stromin-

sich auf zukunftsträchtige Produkte zu

beginnt der Staat die Regulierung in ei-

dustrie leidet an Überkapazitä-

konzentrieren. Das heißt, die Stahlin-

nem anderen Sektor wieder aufzubauen.

ten, die durch staatliche Subven-

dustrie hat heute Überkapazitäten in

Ich fühle mich schon wie eine tibetani-

tionierung unterstützt wird. Das führt zu

einer Größenordnung von mindestens

sche Gebetsmühle, wenn ich sage, wollt

Marktbereinigungen in den einzelnen

20 Prozent, das sind 40 Millionen Ton-

ihr ein marktwirtschaftliches Wettbe-

Branchen. Wer sich rechtzeitig spezi-

nen zu viel. Wir sind nahe dran, dass ei-

werbsumfeld haben oder eine verstaat-

alisierte, hat heute den längeren Atem.

nige Unternehmen nicht mehr bilan-

lichte Situation mit einem regulier-

Dafür braucht es aber auch Mut. Was hat

zieren können. Und was passiert? Man

ten Umfeld? Wir haben zu viel Strom in

zu den Managemententscheidungen ge-

schreit nach Subventionen. Nicht nur,

Österreich. Gewisse Technologien sind

führt, welche Kriterien zählen bei Stand-

dass man bis jetzt nichts gemacht hat,

eben unwirtschaftlich. Mit jeder Kilo-

ortentscheidungen, und was machen sie

man versucht die Probleme zu kaschie-

wattstunde, die man aus Gas erzeugt,

besser als die Konkurrenz? Wolfgang Eder,

ren, indem die Länder wieder subventi-

macht man ­Verlust.

Vorstandsvorsitzender der Voest­ alpine

onieren. Wir haben Energie- und Perso-

Grohmann: Dabei hat Gas einen viel

AG, Vorstandschef Wolfgang Anzengru-

nalkosten, die höher sind als überall an-

geringeren CO2-Ausstoß als Kohle, um

ber, Verbund AG, und Gerald Grohmann,

derswo auf der Welt, Steuern, die höher

40 Prozent weniger.

Vorstandsvorsitzender

Schoeller

sind, eine Bürokratie, die aufwendiger

Anzengruber: CO2 einzusparen ist aber

Bleckmann Oilfield Equipment AG, nah-

ist. Österreich ist da natürlich an vor-

kein Anreiz, da die Tonne CO2 vier Euro

men sich beim leidenschaftlich geführ-

derster Front. Ich kann das nicht per-

kostet. Wenn wir CO2 reduzieren wol-

ten Gespräch mit der Chefredaktion von

manent ignorieren, weil sonst geben die

len, CO2 aber keinen Preis hat, werden

DerBörsianer in der Stahlwelt in Linz kein

Unternehmen w. o.

der

wir CO2 nicht reduzieren. Wenn man das nicht schnell ändert, fährt der Strom-

Blatt vor den Mund. Subventionierung ist ein leidiges Thema,

wagen gegen die Wand. Die billigste er-

Viele Industriekonzerne verdienen ihre Ka-

Herr Anzengruber, gilt das in Ihrer Bran-

neuerbare Energie ist Wasserkraft, die

pitalkosten nicht. Wie hoch muss der Lei-

che? - Anzengruber: Im Stromsektor geht

kostet ungefähr 60 Euro die Megawatt-

densdruck sein, dass Entscheidungen ge-

es nicht mehr um Konsolidierungen,

stunde, wenn man sie neu investiert. Der

troffen werden, auch wenn diese unpo-

da geht es um Spaltungen. Wir machen

Marktpreis ist derzeit bei 25 Euro die Me-

pulär sind? - Eder: Es gab in den letzten

jetzt „Good Banks“ und „Bad Banks“.

gawattstunde. Es kann also keiner inves-

20 Jahren zwar eine massive Konsoli-

Das sind schon gewaltige Veränderun-

tieren. Warum wird trotzdem zugebaut?

dierung in der Stahlbranche in Europa,

gen. Der Markt war früher reguliert, wur-

Weil gefördert wird. Ein System kann so

aber ohne Kapazitäten abzubauen oder

de vor 20 Jahren liberalisiert, und jetzt

nicht funktionieren.

76


FINANZPLATZ

W. o. geben bei Stahl, bei Strom fährt alles

list gekommen, verkauft wurde es dann

Technologien erweitern wollen, und ha-

gegen die Wand, Herr Grohmann, ist es bei

schließlich um das 20-fache Ebitda. Ein

ben Ende 2014 die kanadische Resource

Ihnen auch so schlimm? - Grohmann: Wir

Multiple von 20 ist jenseits aller Ratio-

Well Completion gekauft. Da geht es um

sind in einer zyklischen Industrie tätig

nalität.

das Komplettieren der Bohrung, indem

Grohmann: Uns geht es genauso.

und haben die erste Restrukturierung

Hightechteile eingebaut werden, um die Öl- oder Gasproduktion zu ermöglichen.

bereits 2014 eingeleitet, mittlerweile 40 Prozent des Personals weltweit abge-

Ihre Stärke ist das spezialisierte Geschäfts-

Wir haben dann proaktiv weitere An-

baut, aber die Kapazitäten erhalten. Wir

modell. Welche Management­ maßnahmen

bieter gesucht und die Firma Down­hole

spüren zwar in der Gewinn- und Ver-

setzen Sie jetzt, um sich von der Masse ab-

Technologie gefunden. Da hat uns der

lustrechnung den sehr lang anhaltenden

zukoppeln? - Anzengruber: Das Geschäfts-

Kauf in Kanada geholfen, weil die Leute

Abschwung, haben aber so hohe Liquidi-

modell der klassischen Versorger ist al-

Downhole gekannt haben. Zuerst ist die

täts- und Cashpositionen, wir brauchen

lein nicht mehr tragfähig. Es geht viel

Strategie da gewesen, dann haben wir

uns vor nichts zu fürchten. Wir haben

stärker Richtung energienahe Dienst-

das Feld sondiert und dann ein glückli-

im April 100 Millionen US-Dollar in die

leistungen,

ches Händchen gehabt.

Hand genommen und die größte Akqui-

ment und Speicher, das wird ein Rie-

sition der Unternehmensgeschichte ge-

senthema, ob das Wasserstoff- oder

Herr Eder, Sie haben ja schon mehrere Stand-

tätigt, zu einer Zeit, als die Krise schon

normale Speicher sind.

ortentscheidung getroffen, vor längerem in

also

Flexibilitätsmanage-

Corpus Christie, Texas, wo das Werk bald fer-

längst ausgerufen war. Wie lange dauert bei Ihnen so ein Transfor-

tig ist, und eine zukünftige in Kapfenberg. -

Ihre Kriegskassen sind also gut gefüllt. Wie-

mationsprozess? - Anzengruber: In unserer

Eder: Die ist noch nicht getroffen!

so wird nicht mehr zugekauft? - Eder: Wir

Industrie dauert so ein Zyklus sieben bis

versuchen zuzukaufen, nur kostet Geld

zehn Jahre. Am Anfang glaubt man noch

Deshalb wollen wir ja jetzt darüber re-

derzeit nichts. Das führt dazu, dass sie

nicht daran, weil man sagt, es wird alles

den. Was sind Ihre Kriterien für Standort­

als strategischer Investor, der Grenzen in

wieder gut einmal. Es wird nicht wieder

entscheidung? Was ist Ihnen wichtig? - Eder:

seiner Nationalität hat oder auch Gren-

gut. Die Erkenntnis ist jetzt da.

zen, die die Rationalität vorgibt, immer

Das kann man in einem Satz zusammenfassen: die langfristige Kalkulierbar-

den Kürzeren gegenüber Finanzinves-

Herr Grohmann, Sie haben gesagt, es war

keit der wirtschaftlichen Rahmenbedin-

toren zieht. Wir haben vor kurzem für

die größte Akquisition der Geschichte. Was

gungen. Langfristig heißt bei uns 20, 30

einen Flugzeugteilehersteller geboten

waren die wesentlichen Kriterien für Ihre

Jahre. Mindestens. Das war neben einer

und sind jenseits aller unserer Maßstä-

Investitionsentscheidungen? - Grohmann:

perfekten Infrastruktur mit Tiefesseha-

be gelegen. Das heißt also zehnmal Ebit-

Wir hatten vor einigen Jahren festge-

fen im Werk der Hintergrund für die Ent-

da. Wir sind nicht einmal auf die Short-

legt, dass wir unser Portfolio um einige

scheidung zugunsten von Texas.

AUT DE

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AUT

FR

AUT DE

IT

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DE

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INVESTIEREN IN FR

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Ausgezeichnet mi

t dem

Austrian Publi c Reporting WINDENERGIE Award (APRA) Sonderpreis Finan 2016 zanalyse / Nicht DE

börsennotierte Un

ternehmen


FINANZPLATZ

Also haben die Energiekosten keine so große Rolle gespielt? - Eder: Die sind Teil der Kalkulierbarkeit in den USA. Dort kann man davon ausgehen, dass nicht erratische politische Entscheidungen getroffen werden. Natürlich, wenn sie die politische und rechtliche Stabilität hernehmen, dann sind die USA im Moment eigentlich der einzige „Safe Haven“. Was spricht konkret für Kapfenberg? - Eder: Die mehr als 100-jährige Tradition in der

„Wir haben so hohe Liquiditäts- und Cashpositionen, wir brauchen uns vor nichts fürchten.“ GERALD GROHMANN

Edelstahlerzeugung in einem Segment des Edelstahls, wo die Voestalpine und

ten, da braucht man sich nicht wundern,

heißt ein Euro höhere Stromkosten 25 bis

Kapfenberg in Verbund mit Böhler Ud-

dass man in zehn Jahren auf dem Niveau

30 Millionen Euro mehr Gewinn.

deholm und Villares in Brasilien absolut

eines Entwicklungslandes ist. In welche Zukunftsmodelle investieren Sie?

Weltmarktführer ist. Sie haben dort eine herausragende Know-how-Basis, das ist

Kann man Rohstoffpreise Investitionen ge-

- Anzengruber: Wenn man Strom nur noch

das starke Asset von Kapfenberg. Dage-

genüberstellen? - Grohmann: Allgemein

aus erneuerbaren Energien erzeugt, hat

gen sprechen die europäischen Rahmen-

geht man davon aus, dass bei rund 60 US-

man eine sehr volatile Stromer­zeugung.

bedingungen. Da werden wir jetzt abwar-

Dollar je Barrel Öl die Investitionen wie-

Das heißt, wir brauchen Speicher. Eine

ten, welche Entscheidungen in Brüssel

der anspringen. Notwendig ist, dass die

Speichermöglichkeit sind Batterien, die

und Wien in der ersten Jahreshälfte 2017

Ölgesellschaften hier Vertrauen haben in

andere ist Wasserstoff. Wenn ich Strom

in Bezug auf CO2-Zertifikate getroffen

die Nachhaltigkeit und Längerfristigkeit

in Wasserstoff umwandle, verliere ich

werden.

des Ölpreises.

35 Prozent, wenn ich es wieder zu-

Anzengruber: Die Stromkosten beste-

rückumwandle, verliere ich wieder ein

Aber das ist doch eher ein europäisches The-

hen aus den Steuern und Abgaben, aus

Drittel. Jetzt gibt es aber Industrieun-

ma, wieso spielt das eine Entscheidung für

dem Strom selbst und aus den Leitungen.

ternehmen wie etwa die Voestalpine, die

Kapfenberg? - Eder: Na ja, die österreichi-

In Österreich macht Strom nur ein Drittel

sagen, ich brauche Wasserstoff als Was-

sche Regierung hat eine Stimme in Brüs-

der Stromkosten aus. Ein Drittel sind Lei-

serstoff. Und da kooperieren wir jetzt

sel, und die Frage lautet, ob sie bereit ist,

tung, Netze, Übertragungsthemen, und

miteinander.

diese laut zu erheben.

ein Drittel sind Steuern und Abgaben. In

Eder: Wir könnten dann anstelle von

den USA werden im Wesentlichen keine

Gas eins zu eins Wasserstoff verwen-

Es geht also um einen politischen Willen?

Steuern auf Strom gezahlt. Das macht ei-

den. Wir werden die Anlage direkt neben

- Eder: Nein, es geht um die Frage, will

nen Riesenunterschied. Hier steigen die

Hochöfen bauen, um Versuche fahren zu

sich Europa die Industrie erhalten, ja

Kosten, aber nicht unsere Preise. Bei uns

können und auszuloten.

oder nein. Es gibt einen nicht zu unterschätzenden politischen Mainstream, der sagt, die Industrie brauchen wir ja ohnehin nicht. Es ist evident, dass jene Länder, die in der Krise das stärkste Industrierückgrat hatten wie Deutschland und Österreich, am besten durch die Krise gekommen sind. Das sind keine großartigen politischen Entscheidungen gewesen, sondern das war die Industrie. Die Gleichmacherei in Europa ist keine Zukunftslösung. Alles über einen Leisten

„Die österreichische Regierung hat eine Stimme. Die Frage ist, ob sie bereit ist, diese laut zu erheben.“

scheren, Konkurrenz am besten verbieten, Leistungsdenken noch mehr verbie-

WOLFGANG EDER

78


FINANZPLATZ

Wie viel wird in dieses Projekt investiert? Anzengruber: 18 Millionen Euro. Das ist wahrscheinlich das weltweit größte so genutzte Projekt. Eder: Würden wir auf eine CO2-freie Stahlerzeugung in Linz und Donawitz umsteigen, würde der österreichische Strombedarf um 50 Prozent steigen. Das sind 30 Donaukraftwerke, 30 bis 33 Terrawattstunden. Das sind völlig neue Dimensionen. Und das geht nur über Wasserstoff.

„Es wird nicht wieder gut. Die Erkenntnis ist jetzt da.“ WOLFGANG ANZENGRUBER

Sind sinkende Energiepreise ein wesentlicher Faktor, in Europa mehr zu investieren?

Was haben Sie in dieser Phase der Markt-

Eder: Wir haben ein völlig eigenstän-

- Eder: Beim Strompreis kann der Staat

bereinigung besser gemacht als Ihre Peer-

diges Geschäftsmodell vor 15 Jahren ent-

an der Steuerschraube drehen. Nur wird

Group? - Grohmann: Es ist kaum jemand

wickelt, das ist in Wirklichkeit der beste

er das nicht tun. Wäre das Drittel Steuern

so aufgestellt wie wir, das gibt uns ein

Schutz davor, in der Masse unterzugehen.

weg, wäre die Welt eine andere. Ich wür-

Spektrum. Sicher auch die Konzentration

Vor 15 Jahren haben alle gesagt, nur Mil-

de ja nie glauben, dass das dauerhaft ist.

auf profitable Nischen und Produkte, bei

lionen Tonnen Stahl ist die Zukunft. Das

Anzengruber: In Österreich fließen in

denen es hohe Eintrittsbarrieren gibt, das

machte keinen Sinn.

den Strombereich eine Milliarde Euro an

war auch immer ein Thema für uns. Wir

Förderungen pro Jahr. Sparen wir uns die,

sind von unserer Unternehmensstruktur

War das ein Gespür? - Eder: Gespür und

lassen wir den Markt wirken, setzen wir

extrem dezentral und sehr rasch in den

Hausverstand. Viele haben damals ge-

langfristige Rahmenbedingungen. Wenn

Entscheidungen und dadurch oft schnel-

sagt, in fünf Jahren ist die Voestalpine

wir uns entscheiden, ein Kraftwerk zu

ler als der Markt.

tot. Jetzt wollen viele das, was wir ma-

bauen, und wir haben sichere Rahmen-

Anzengruber: Wir haben früher ge-

chen. Das ist nur keine Frage von drei

bedingungen für drei Jahre, dann steht es

handelt. Die Kohlekraftwerke haben wir

Jahren, das ist eine Frage einer Genera-

noch nicht einmal. Die Aufgabe des Staa-

zu einem Zeitpunkt verkauft, als andere

tion. Also mindestens 15 Jahre. Sie kön-

tes wäre es, die Infrastruktur zur Ver-

meinten, das wird das Riesengeschäft. Es

nen nicht aus einem Massenhersteller in

fügung zu stellen, betreiben kann es die

gehört aber auch Glück dazu. Dass wir von

kurzer Zeit ein hochspezialisiertes Unter-

Wirtschaft. Wir leiden an einer Inflation

der Erzeugungsstruktur schon immer in

nehmen machen. Die Kultur, die sie brau-

an Regulierungen, die wir gar nicht brau-

der erneuerbaren Energie waren, ist nicht

chen, ist Denken in Problemlösungen und

chen.

das Verdienst des Managements.

nicht Denken in Kosten und Masse. n Entgeltliche Einschaltung

Aktienforum

Wende für börsennotierte Unternehmen • Compliance-, Governance-, Berichtser­

Zuletzt ging der Trend in die verkehrte Richtung:

schafts- und Industriestandort deutlich schlech-

Die entscheidende Rolle der Finanz- und Kapital-

ter dastehen. Die Unternehmen sind der wesent-

fordernisse und Haftungsregeln entschärfen

märkte wurde medial ins Negative gezogen oder

liche Stabilisierungsfaktor der Volkswirtschaft

• IPO-Initiative: Kostenreduktion bei IPOs und

geriet, bestenfalls, aus dem Blickfeld der Öffent-

und erzeugen mit ihren Partnern enorme Multi-

lichkeit. Das Zerrbild der Märkte als Spielball für

plikatoreffekte“, so Karl Fuchs, Geschäftsführer

„Spekulanten“ und „Zocker“ muss endlich korri-

des Aktienforums, der Interessenvertretung für

giert werden.

den österreichischen Kapitalmarkt.

•Kapitalmarktbildung in der heimischen ­

nehmen leisten, ist unbestritten: „Ohne sie würde

Aktienforum-Positionen:

• Vorhandene Privatisierungspotenziale von

Österreich bei den Schlüsselparametern Produk-

• Kapitalmarktregulierung praxisnah, effizient

­Unternehmensfinanzierung unterstützen Schulbildung verankern

Denn was Österreichs börsennotierte Unter-

tion, Wertschöpfung und Beschäftigung am Wirt-

Entdiskriminierung von Eigenkapital • Kreditwirtschaft als tragende Säule für

und kostensparend umsetzen

Unternehmen im öffentlichen Eigentum ­nutzen www.aktienforum.org


VORSORGE

KOLLEKTIV­VERTRAG MIT PENSIONSANSPRUCH? Kollektive Vorsorgesysteme mindern Risiken und ­können sowohl das Pensionssystem als auch den Finanzplatz stärken - die Umsetzung betrieblicher Altersvorsorge über ­Kollektivverträge läuft dennoch zögerlich. TEXT BARBARA OTTAWA

© CHRISTOPH HARDT / ACTION PRESS / PICTUREDESK


Abgezählt. Wie viel bleibt zukünftig in der Pension im Börsel? Die Frage ist, ob alte ­Pensionszusagen auch halten.


FINANZPLATZ

H

erbst ist Beginn der Verhand-

dass aber die Pensionen aus dieser Säule

dass „jemand, der unter der Höchstbe-

lungszeit für die Sozialpartner:

in Zukunft nicht mehr so üppig ausfallen

messungsgrundlage verdient, sich selbst

Die Gehälter in den Kollektiv-

werden wie früher.

wehtut, wenn er einen Teil seines Gehal-

verträgen (KV) sollen angepasst werden.

„Betriebspensionen müssen gestärkt

tes in eine bAV-Lösung einzahlt“. Aller-

Auch andere Mindeststandards könnten

werden, und wenn etwas kollektivver-

dings könnte im Kollektivvertrag eine

festgelegt werden – wie etwa die Um-

traglich verankert ist und beide Partei-

Ausnahmeregelung für solche Niedrig-

wandlung von Gehaltsteilen in eine be-

en einen Nutzen sehen, dann stärkt das

verdiener eingebaut werden. Einig sind

triebliche Altersvorsorge (bAV), also

die Altersvorsorge“, sagt etwa Walter

sich Experten und Arbeitnehmervertre-

entweder eine Pensionskasse, eine be-

Kapounek, Vorsitzender des Angestell-

ter, dass es über den 60.000 Euro Höchst-

triebliche Kollektivversicherung (BKV)

tenbetriebsrats bei der Shell Aus­ tria.

bemessungsgrundlage für das Allgemei-

oder eine andere kollektive, vom Betrieb

Fritz Hagl, Zentralbetriebsratsvorsitzen-

ne Sozialversicherungsgesetz (ASVG) in

angebotene Lösung.

der der Siemens AG Österreich, ist über-

jedem Fall sinnvoll ist, eine Zusatzvor-

Derzeit beinhalten 69 von 859 gülti-

zeugt, dass „grundsätzlich jeder froh ist,

sorge zu haben.

gen Kollektivverträgen eine Regelung,

wenn er eine Firmenpen­sion hat, denn

Für den Arbeitnehmer ergibt sich da-

die in irgendeiner Form die bAV betrifft.

diese ist ein Asset“. Er hat vor ein paar

raus eine Steuerersparnis, weil Gehalts-

Dabei kann es sich um eine sogenann-

Jahren versucht, eine Pensionskassen-

umwandlungen, sofern im Kollektivver-

te Öffnungsklausel handeln wie zum

lösung optional in den Kollektivvertrag

trag geregelt, steuerbefreit sind. Ohne

Beispiel in den Branchen IT, Angestell-

seiner

hineinzuverhandeln,

KV-Klausel dürften nur geplante Lohn-

te Baugewerbe, Versicherungen. Diese

aber „damals keine Unterstützung von

erhöhungen übertragen werden, nicht

stellt es Unternehmen frei, Arbeitneh-

der Mehrheit der Gewerkschaft erhal-

aber bereits zugesagte Gehaltsteile und

mern eine solche Gehaltsumwandlung

ten“. Heute sei die Welt eine völlig an-

keinesfalls Teile des Mindestlohns, er-

anzubieten.

Kollektivverträge

derem und selbst der seit Juli 2016 recht-

läutert Wondrak. Rechtsanwalt und bAV-

wie bei Banken, Universitäten oder Pa-

lich geltende Höchstrechnungszins in

Spezialist Roland Gerlach von der gleich-

pier sehen eine Verpflichtung vor, eine

Pensionskassenverträgen von 2,5 Pro-

namigen Kanzlei ist überzeugt, dass die-

bAV-Lösung anzubieten.

zent „nur schwer gesichert erreichbar“.

ser Steuervorteil „das Veranlagungs­

Spannend wird sein, ob in den dies-

„Derzeit würde ich keine bAV-Lösungen

risiko auf lange Sicht übertrumpft“, zu-

jährigen KV-Verhandlungen der Metall-

im Kollektivvertrag verhandeln, obwohl

mindest in den modernen Verträgen mit

industrie das Thema bAV auf den Tisch

unsere Pensionskassen eine gute Perfor-

realistischen Rechnungszinsannahmen.

kommt. „Das könnte eine Signalwir-

mance liefern, die ich sonst nirgendwo

Auch der Arbeitgeber erspart sich Lohn-

kung auf andere Verhandlungspartner

erreiche“, sagt Hagl.

nebenkosten bis zu Übertragungen von

Andere

Branche

haben“, ist Berater Thomas Wondrak,

Einerseits ist es also die Skepsis ge-

Eigentümer der Beratungsfirma Konse-

genüber einem kapitalgedeckten Sys-

quent Wondrak überzeugt. „Wichtig wä-

tem, aus der sich die Zurückhaltung bei

Allein oder kollektiv

ren neben Metall auch Handel und Ge-

dem Thema erklärt.

Prinzipiell kann jedes Unternehmen

werbe.“ Branchenkenner wissen, dass

zehn Prozent der Lohnsumme.

selbst per Betriebsvereinbarung eine

solche Lösungen von manchen Arbeit-

Nur für Mehrverdiener?

bAV-Lösung einführen. Und Hagl ist

nehmervertretern gern gesehen wären,

Einige Gewerkschafter sind der Meinung,

überzeugt, dass „einige Unternehmens-

aber oft als nebensächlich betrachtet

dass durch Gehaltsumwandlungen Ar-

vertreter solche Regelungen lieber selbst

werden. Dabei sind sich alle Seiten relativ

beitnehmer ihre staatliche Pension kür-

betriebsintern in der Hand haben als

einig, dass die staatliche Pension zwar die

zen oder ihren Lebensunterhalt nicht

kollektiv“. Kapounek gibt dabei zu be-

Basis der Altersvorsorge bleiben muss,

mehr bezahlen können. Auch Hagl sagt,

denken: „Wenn man das kollektiv re-

82


FINANZPLATZ

„Könnte Signalwirkung auf Verhandlungspartner haben.“

„Kollektivverträge auf eine Mindestsicherung auslegen.“

„Option in ­Verträgen wird nur selten ­umgesetzt.“

THOMAS WONDRAK

ROLAND GERLACH

STEFAN EBERHARTINGER

gelt, dann ist es ein Wettbewerbsvorteil

Unternehmen zu erleichtern. Allerdings

teten Vermögens.„Insgesamt sind Ver-

für die jeweilige Branche gegenüber an-

könnte eine rein optionale Lösung zu we-

träge aus KV-Lösungen ein nicht zu ver-

deren Branchen.“

nig sein. Stefan Eberhartinger, Vorstand

nachlässigender Teil, aber diese dürfen

Shell Austria hat schon seit langem

der Valida Holding AG und der Pensions-

kein Lippenbekenntnis sein, denn wir

eine Pensionskassenlösung wie viele

kassen der Valida-Gruppe, hat für Der-

haben gesehen, dass eine Option nur sel-

große Industrieunternehmen in Öster-

Börsianer in den zirka 5,7 Milliarden Euro

ten umgesetzt wird“, so Eberhartinger.

reich auch, vor allem die börsennotier-

Pensionskassenbeständen nachrecher-

Gerlach kann sich vorstellen, dass

ten. Für sie ist eine KV-Regelung des-

chiert, wie viel Geschäft auf welche Kol-

Kollektivverträge in Zukunft „auf eine

halb oft kein Thema. Aber viele kleine-

lektivverträge entfallen: Nur ein einzi-

längerfristige Mindestsicherung ausge-

re Firmen haben keine ähnlichen Ange-

ger Vertrag wurde durch eine freiwillige

legt“ sind und auch fix eine bAV berück-

bote. Wondrak erläutert, dass KMUs „oft

Öffnungsklausel angelegt. Die Verpflich-

sichtigen. Er schlägt eine dauerhafte Ge-

nicht die personellen Ressourcen haben,

tung aus einem Kollektivvertrag, eine

haltsumwandlung von Teilen der jährli-

um sich mit dem Thema bAV zu beschäf-

bAV-Lösung im Rahmen einer Betriebs-

chen Lohnerhöhung ab der Höchstbe-

tigen“. Für sie wäre eine KV-Klausel

vereinbarung festzulegen, hat der Valida

messungsgrundlage vor. Wenn dies von

sinnvoll, weil auch Informationshürden

samt Eigengeschäft aus der Raiffeisen-

vornherein so vorgesehen ist, wäre dies

wegfallen würden. Außerdem wäre „die

gruppe rund elf Prozent der Verträge be-

auch rechtlich abgesichert und steu-

Identifikation mit dem Thema größer,

schert und etwas weniger als zehn Pro-

erfrei, weil es nicht als „deferred pay-

wenn es die Sozialpartner ausverhandelt

zent des Gesamtvermögens. Ein weiterer

ment“ gesehen wird. Auch Hagl wäre für

haben“, ist Wondrak überzeugt. Gerlach

Teil aus Übertragung von alten Pensions-

eine „niedrige Einstiegshürde mit Zu-

schlägt vor, in einem Anhang zum Kol-

zusagen auf Basis von Kollektiverträgen,

satzoption“ im Kollektivvertrag – wenn

lektivvertrag eine Musteröffnungsklau-

die Firmen in ihren Büchern hatten, das

das Thema wieder einmal auf den Tisch

sel anzuhängen, um die Umsetzung für

sind weitere sechs Prozent des verwal-

kommt. n


BÖRSE Umsturz. Herkules packt mutig beim wilden Stier zu. Ähnlich müsste man die Reform des Finanzplatzes angehen.

HERKULESAUFGABE ­KAPITALMARKTREFORM In Sachen Kapitalmarkt bildet Österreich in zahlreichen ­Rankings das Schlusslicht. Das Wirtschaftspolitische Zentrum und die Politik haben jetzt akademisch aufgerüstet und erhöhen den Druck Richtung Reform des Finanzplatzes. Klar wird: Es handelt sich um eine Herkulesaufgabe. Klar ist auch: Der Wirtschaftsstandort würde von einer Reform profitieren. TEXT HANS WEITMAYR


© STEFAN VOLK / LAIF / PICTUREDESK


FINANZPLATZ

D

ie Österreicher als Sparbuch- und

rozone machen im Schnitt nämlich mehr

Zehn kommen – wobei man doch nur ei-

Geld-unter-der-Matratze-Na-

als das Sechsfache aus.

nigermaßen westernaffin sein muss, um

tion: ein gängiges Klischee, das

Gut, nun hat man gewusst, dass Wien

zu wissen, dass „7“ auch eine spannen-

aber, wie es bei Klischees so oft der Fall

nicht London ist und der österreichische

de Zahl sein kann. Den österreichischen

ist, mehr als nur einen Funken Wahrheit

Pensionist nicht unbedingt mit seinem

Kapitalmarkt betreffen wiederum nur die

in sich trägt. Diesen Schluss lassen zu-

chinesischen Konterpart zu vergleichen

Punkte sechs bis sieben inhaltlich subs-

mindest die Ausgangsdaten der Studie des

ist. Hellhörig wird man bei der Studie also

tanziell, wobei der Ruf nach „dem mo-

Wirtschaftspolitischen Zentrums (WPZ)

nicht wegen des vorhandenen und groß-

deraten Ausbau einer kapitalgedeckten

„Finanzplatz Österreich – Eine Studie für

teils bekannten Datenmaterials, sondern

Säule des Pensionssystems, um mehr An-

Wachstum und Stabilität“ zu. Demnach

vielmehr wegen des Subtitels: Dort kün-

lagekapital auf den Kapitalmarkt zu len-

machte das Finanzvermögen der öster-

digen die Autoren Christian Keuschnigg

ken“, am relevantesten erscheint.

reichischen Haushalte per 2014 etwa 180

und Michael Kogler, beide derzeit an der

Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP)

Uni St. Gallen tätig, die bereits erwähn-

Die großen Player fehlen

beziehungsweise 593 Milliarden Euro aus.

te „Strategie für Wachstum und Stabili-

Vollkommen korrekt weisen die Auto-

Klingt nach viel, ist aber bescheiden, liegt

tät“ des Finanzplatzes an. Knackig wer-

ren darauf hin, dass der Anteil der Ver-

dieselbe Vergleichszahl im Durchschnitt

den zehn Punkte in den Raum gestellt, die

mögenswerte von Pensionsfonds im Be-

der Eurozone doch bei 209 Prozent. Weni-

Vorfreude wächst, nur um nach genaue-

zug auf das österreichische BIP erschre-

ger bekannt ist, dass auch der Finanzplatz

rem Lesen dann doch einer gewissen Des-

ckend niedrig ist (siehe Chart). Daraus er-

Österreich relativ klein ist. Nimmt man

illusion zu weichen (siehe Infobox 1).

gibt sich ein Henne-Ei-Prinzip bezüglich

die Aktiva aller Banken, Versicherungen

Denn die ersten beiden Punkte be-

Nachfrage und Liquidität: Das Ausbleiben

und Vermögensverwalter, machen diese

schreiben nur bereits bestehende, auf eu-

des einen löst das Ausbleiben des anderen

mit dem knapp Fünffachen des BIP noch

ropäischer Ebenen beschlossene Prozes-

aus. Abhilfe zu schaffen fiele, zumindest

eine vordergründig hohe Zahl aus – der

se, Punkt zehn wirkt als Feigenblatt, der

mathematisch gesehen, relativ leicht, wie

Vergleich entmutigt jedoch einmal mehr:

Verdacht drängt sich auf, die Studien-

Keuschnigg versichert: „Bereits ein klei-

Die nationalen Gesamtaktiva in der Eu-

autoren wollten unbedingt auf die runde

ner Schritt in Richtung kapitalgedeckter

INFO CHART Vermögenswerte der Pensionsfonds in Prozent des BIP 2014 160 % 140 % 120 % 100 % 80 % 60 % 40 % 20 %

5,8 % FR

EL

LU

HU

SI

BE

AT

IT

DE

CZ

PL

NO

SE

ES

PR

SK

EE

NZ

DK

FI

IE

CA

USA

UK

AU

CH

NL

0%

QUELLE: OECD

86


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erraten Jet zt Energie- Begriffe n!* * ne win ge r ote co E-S und unft uk iez verbund.at /energ

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FINANZPLATZ

Alterssicherung würde die Entwicklung

spricht sich für die Schaffung einer Bör-

der Kapitalmärkte und der Wiener Börse

se für kleine und mittlere Unternehmen

kräftig anschieben.“

(KMUs) in Österreich aus, um die Finan-

Der Ex-IHS-Chef bezieht sich dabei

zierungssituation der Betriebe zu ver-

auf „Standardempfehlungen der Orga-

bessern. Zwar gibt es an der Wiener Bör-

nisation für wirtschaftliche Zusammen-

se schon den Mid Market. Der wirkt aber

arbeit und Entwicklung (OECD) und der

dann doch leicht scheintot. Das liegt gar

Weltbank, ein Mischsystem auf die Beine

nicht so sehr an der Marktkapitalisierung.

zu stellen, das aus einer starken umlage-

Die ist zwar mit rund zwei Milliarden Euro

finanzierten und einer zweiten kapital-

nicht unbedingt berauschend, befindet

gedeckten Säule und als drittes Standbein

sich damit aber in einer Größenordnung

der privaten Zusatzvorsorge bestünde.

mit vergleichbaren Segmenten wie dem Warschauer New Connect, der Oslo Axess

Risiko besteht

oder der AIM Italia. Das Problem stellt

Da Kapital- und Lohneinkommen unter-

vor allem die Liquidität in all ihren Fa-

schiedlichen Risiken ausgesetzt sind, ist

cetten dar. Denn während in Italien 57, in

es demnach sinnvoll zu diversifizieren,

Norwegen 38 und in Warschau gleich 431

anstatt alles auf die einzige Karte des Um-

Unternehmen notieren, sind es in Wien

lagesystems zu setzen. „Denn ein Umla-

zehn. Börsengänge gab es im Mid Market

gesystem ist keinesfalls frei von Risiken“,

schon ewig nicht mehr, Warschau brachte

räumt der Ökonom ein. Unsicherheits-

es 2015 auf 22. Das Transaktionsvolumen

faktoren ergeben sich aus schwankender

lag in Wien bei anämischen 50 Millionen

Beschäftigungs- und Lohnentwicklung

Euro, Oslo brachte mehr als eine Milliar-

und den politischen Risiken, dass Refor-

de auf die Waage. Die Beispiele ließen sich

men zu spät, zu unstetig und teilweise

fortführen, das Ergebnis bliebe mit dem

rückwirkend erfolgen. „Ein Mischsystem

Mid Market als Schlusslicht leider immer

gleicht hingegen die Risiken des Umlage-

dasselbe. „Was den Kapitalmarkt betrifft,

systems mit den anders gearteten Risiken

zählen wir zu den Steinzeitländern“, sagt

der kapitalgedeckten Säule aus und bie-

Mahrer. Für ihn stellen die KMU-Börsen

tet mehr Sicherheit“, so Keuschnigg, der

in Warschau, Mailand oder Riga ein Vor-

auch mit einer konkreten Strategie auf-

bild für Österreich dar.

INFO WISSEN Zehn Forderungen für den Finanzplatz Österreich 1. Verbesserte Eigenkapital- und Liquiditätsausstattung weiter ausbauen. 2. Mit Bankenunion, einheitlicher Aufsicht, dem Abwicklungsmechanismus und der harmonisierten Einlagensicherung, Selbstversicherung der Banken verwirklichen. 3. Auf einen speziellen Österreichzuschlag zu den Kapitalanforderungen relativ zu anderen Ländern kann aus Wettbewerbsaspekten verzichtet werden. 4. Lenkungssteuern wie die Stabilitäts­ abgabe haben ihre Berechtigung verloren. Sie wirken diskriminierend und kontraproduktiv. 5. Der steuerliche Verschuldungsanreiz ist in der Unternehmensbesteuerung durch Einführung eines Steuerabzugs einer normalen Eigenkapitalrendite zu beseitigen. 6. Die steuerliche Diskriminierung riskanter Anlagen wie Aktien und Beteiligungen ist durch Einführung eines vollen Verlustausgleichs und Verlustvortrags zu beseitigen. 7. Es soll ein moderater Ausbau einer kapitalgedeckten Säule des Pensionssystems erfolgen. 8. Forderung nach einer großangelegten Überprüfung des Investorenschutzes und der Unternehmenskontrolle – Stichwort: Best Practice – und einem klaren Kapitalmarktrecht mit einem weitgehenden Investorenschutz. 9. Der Markt für privates Wagniskapital soll ausgebaut werden. 10. Mit einer Informationskampagne soll das Finanzwissen gesteigert werden.

wartet: So könnte man von der heutigen

Das Österreichische Institut für Wirt-

Beitragsbelastung vier Prozentpunkte in

schaftsforschung (Wifo) schlägt deshalb

die kapitalgedeckte Säule und 18 Punkte in

eine sektorübergreifende Strategie vor,

das Umlagesystem lenken. Nach der Um-

in der alle Akteure, vom Staat über Un-

stellung könnten im Alter bis zu einem

ternehmen und Berater bis hin zu Inves-

Fünftel der Pension aus dem gesetzlichen

toren, Hand in Hand arbeiten müssen.

Sparkonto und vier Fünftel weiterhin aus

Zugute halten muss man Mahrer, dass

dem umlagefinanzierten Konto kommen.

er sich als Nationalratsabgeordneter und

Langfristig würde nicht nur die Beitrags-

somit Teil der Gesetzgebung selbst bei der

leistung, sondern auch das Leistungsni-

Nase nimmt: „Es geht darum, die recht-

veau aus beiden Säulen gleich bleiben. In

lichen Rahmenbedingungen zu ändern,

tet werden. Das Wifo ortet in einer Studie

Sparkonten würde langsam über zwei bis

damit eine KMU-Börse für die Unterneh-

die Lösung dafür als „Voraussetzung für

drei Jahrzehnte ein Anlagevermögen von

men Realität werden kann.“ Denn seit

weitere Maßnahmen“. Sind diese Hin-

etwa 20 bis 30 Prozent des BIP aufgebaut,

der verpflichteten Umstellung von Inha-

dernisse einmal ausgeräumt, gebe es drei

das neu auf den Kapitalmarkt fließt.

ber- und auf Namensaktien von nicht am

mögliche Strategien zur Umsetzung ei-

geregelten Markt notierten Unterneh-

nes KMU-Börsenkonzepts: 1. Das aktuel-

Joker KMU-Börse

men ist nicht mehr sichergestellt, dass

le Umfeld, also den Mid Market, stärken,

Ein Vorstoß aus anderer Richtung kommt

das Aktionärsbuch zeitgerecht befüllt

oder 2. die bisherigen Segmente aufbre-

in diesem Zusammenhang von Wirt-

werden kann. Ohne diesen Eintrag dür-

chen und eine neue KMU-Wachstums-

schaftsstaatssekretär Harald Mahrer. Der

fen aber keine Dividenden ausgeschüt-

börse an der CEE Stock Exchange Group

88

QUELLE: WPZ


FINANZPLATZ

„Kapitalgedeckte Alterssicherung schiebt Börse kräftig an.“ CHRISTIAN KEUSCHNIGG

ein lebendiges Finanzmarktökosystem, in dem alle an einem Strang ziehen“. Dafür seien „vor allem wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen essenziell“.

Einkommensverluste ausgleichen Das Problem an einer Reform des heimi-

„Was den Kapitalmarkt betrifft, zählen wir zu den Steinzeitländern.“ HARALD MAHRER

schen Kapitalmarkts ist neben der vielzietablieren oder 3. eine neue KMU-Börse

tierten bankenlastigen Eigentümerstruk-

gegen und könnte außerdem innovativen

durch einen neuen Börsenbetreiber oder

tur der Wiener Börse die Komplexität der

Start-ups die Möglichkeit einer alterna-

in Kooperation mit einem errichten.

Aufgabe. Denn in Wirklichkeit würde

tiven Finanzierungsoption eröffnen. Und

Für die Wiener Börse kommen solche

man wahrscheinlich nicht umhinkom-

bei wem trotz allem noch Zweifel an der

Strategien natürlich einem gewaltigen

men, sowohl die St. Gallener Gedanken

wirtschaftlichen Sinnhaftigkeit eines gut

Reformprogramm gleich. Generell und

aufzunehmen als auch die KMU-Initia-

funktionierenden Kapitalmarkts beste-

vorsichtig zeigt man sich dort aber nicht

tive zu verfolgen. Die erste Säule braucht

hen, dem sei noch folgende, von Keusch-

abgeneigt. „Jede nachhaltige Initiative,

man, um das große Kapital und die gro-

nigg angeführte Zahl mitgegeben: Haus-

die zum Vorteil der österreichischen Un-

ßen Investoren mit der damit einherge-

halte, die keine Aktien halten, erlebten

ternehmen und der heimischen Kapital-

henden Liquidität, aber auch der damit

einen jährlichen Wohlfahrtsverlust von

marktkultur ist, wird von uns tatkräftig

verbundenen Außenwirkung anzuziehen.

1,5 bis 2,0 Prozent des Jahreskonsums.

unterstützt“, so Börsenvorstand Ludwig

Das KMU-Segment wiederum kommt der

Viel mehr muss nicht gesagt werden. n

Nießen. Österreich benötige „dringend

Unternehmensstruktur des Landes ent-

→ WWW.DERBOERSIANER.COM/CFO

Zucker 27 %

*

Frucht 46 %

*

Stärke 27 %

* *

Umsatzverteilung im laufenden GJ 2016|17

ZUCKER. STÄRKE. FRUCHT. - Mit diesen drei Standbeinen ist AGRANA in der Veredelung hochwertiger agrarischer Rohstoffe weltweit erfolgreich tätig. AGRANA erwartet nach einem gutem ersten Halbjahr ein deutlich besseres Ergebnis (EBIT) für das Geschäftsjahr 2016|17. Die Veröffentlichung des Berichtes über das erste Halbjahr 2016|17 inklusive Details zu den Segmenten und zum Ausblick 2016|17 erfolgt am 13. Oktober 2016. AGRANA.COM

DER NATÜRLICHE MEHRWERT Investor Relations: AGRANA Beteiligungs-AG, Mag. (FH) Hannes Haider, Tel.:+43-1-21137-12905, E-Mail: hannes.haider@agrana.com


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SO DENKT DIE POLITIK

WELCHE MEDIEN SOLLEN PRESSEFÖRDERUNG BEKOMMEN? DerBörsianer wollte von den Parlamentsparteien wissen, ob es einer Reform der Medienförderung bedarf und wie diese in Zukunft aussehen sollte. TEXT INGRID KRAWARIK

W

iederholte

Sparprogramme

bei Österreichs Medien wie

geht das nicht weit genug. Er fordert eine Erhöhung auf 35 Millionen Euro.

zuletzt bei der Verlagsgruppe

Generell stellt sich die Frage, was

News mit kräftigem Stellenabbau sowie

ist förderungswürdig und was nicht?

die Einstellung des „Wirtschaftsblatts“

Braucht es überhaupt eine Reform? Und

Anfang September prägten zuletzt die

wie sollen Österreichs Parteien in Zu-

heimische Medienlandschaft. Der Ruf

kunft mit Schaltungen von Inseraten

nach einer effizienteren Presseförde-

umgehen? Grund genug für DerBörsia-

rung schallt seither laut Richtung Po-

ner, bei den Mediensprechern der Par­

litik, die sich auch kräftig mit Ideen zu

lamentsparteien

Wort meldet. Medienminister Thomas

sie sich eine Reform der Presseförde-

Drozda präsentierte nun am 19. Sep-

rung vorstellen. Ein Verfassungsgrund-

tember seine Reformpläne bezüglich der

recht für Medienförderung lehnen da-

Presseförderung. So sollen Medien bei

bei alle ab. Während die Neos aber al-

Produktion und Digitalisierung stärker

les für förderungsunwürdig erachten,

finanziell unterstützt werden, wobei vor

das vom freien Markt ohnehin zur Ver-

allem jene Medien mehr zum Zug kom-

fügung gestellt wird, will die SPÖ bisher

men sollen, die Journalisten zu fairen

anspruchsberechtigte Printmedien und

Bedingungen angestellt haben. Auch die

deren digitale Ausgabe weiter fördern.

Ausbildung der Journalisten soll künftig

Die FPÖ kann sich auch eine komplet-

gefördert werden. Finanziert werden soll

te Abschaffung der Förderung vorstel-

das über Umsatzsteuer und Werbeabga-

len, wenn die Budgetlage nicht passt,

ben von Plattformen wie etwa Google

das Team Stronach wünscht sich den

und Facebook. Das soll die aktuelle Pres-

Erhalt der Vielfalt. Über die Inseraten-

seförderung von neun Millionen Euro um

schaltungen empören sich alle, die Will-

zehn bis 15 Millionen Euro aufstocken.

kür (Grüne) soll hier gestrichen werden,

Thomas Kralinger, Präsident der Verei-

es braucht laut ÖVP ein „radikales Um-

nigung der Österreichischen Zeitungen,

denken“.

90

nachzufragen,

wie


SEITENBLICKE

SPÖ

ÖVP

FPÖ

Josef Cap Mediensprecher

Werner Amon Mediensprecher

Herbert Kickl Mediensprecher

Welche Rolle soll die Presseförderung in

Welche Rolle soll die Presseförderung in Zu-

Welche Rolle soll die Presseförderung in Zu-

Zukunft spielen? – Die derzeitige Form

kunft spielen? - Ich möchte die Medien-

kunft spielen? - Die Presseförderung ist

der Presseförderung, basierend auf ei-

förderung generell auf neue Beine stel-

reformbedürftig und gehört an die Bud-

nem Dreisäulenmodell, ist insofern re-

len. Dazu gehören moderne Förderricht-

getlage angepasst, auch wenn dies in

formbedürftig, als sich die Rahmenbe-

linien und neue Wege bei der Finanzie-

Richtung Abschaffung ginge. Eine Pres-

dingungen seit Inkrafttreten enorm ge-

rung. Das Volumen der Presseförderung

seförderung Neu sollte sich auch laufend

ändert haben. Notwendig erscheint mir

hat sich in den letzten 20 Jahren mehr als

an die sehr volatilen Marktgegebenhei-

eine Reaktion auf den digitalen Wandel

halbiert und liegt bei acht Millionen Euro

ten anpassen. Zu überlegen ist eine all-

und Maßnahmen zum Erhalt der Jour-

jährlich. Medienförderung als Verfas-

gemeine Medienförderung, die alle För-

nalistenarbeitsplätze.

sungsrecht halte ich aber für überschie-

dergelder in einem Topf verwaltet und

ßend.

sich der Qualitätsförderung und -siche-

An welche Art von Medien soll die Pres-

rung widmet. Es sollte kein Verfassungs-

seförderung gehen? – Die bisher an-

An welche Art von Medien soll die Presseför-

spruchsberechtigten Printmedien und

derung gehen? - Wer Public Value für die

deren digitale Ausgaben sollten an-

Gesellschaft schafft, soll auch vom Staat

An welche Art von Medien soll die Pres-

spruchsberechtigt sein. Eine Förde-

dabei unterstützt werden. Es gibt in Ös-

seförderung gehen? - Alle Printmedi-

rung sollte generell an Qualitätskriteri-

terreich innovativen Qualitätsjournalis-

en sollten gleiche Chancen in Bezug auf

en, Redaktionen (Produktion) und jour-

mus ohne Anspruch auf Presseförderung.

Förderansuchen haben, so auch Gra-

nalistische Arbeitsbedingungen gebun-

Da brauchen wir einen neuen Zugang für

tiszeitungen oder Monatsmagazine. So

den sein. Die Förderung könnte sich am

mehr Qualität und Vielfalt in der öster-

dehnbar wie der Begriff „öffentlich-

einzelnen Journalistenarbeitsplatz ori-

reichischen Medienlandschaft – mit ei-

rechtlich“ vom ORF interpretiert wird,

entieren.

ner

Journalistenausbil-

sind etwaige Kluften - in Bezug darauf,

dung und Förderungen auch im digitalen

„was ‚Qualitätsjournalismus‘ ist“ - zwi-

Bereich.

schen unterschiedlichen Printgattungen

Wie muss man mit Inseratenschaltungen

hochwertigen

in Zukunft umgehen? - Medienminister

grundrecht für Medienförderung geben.

überbrückbar und auch gleichberechtigt

Thomas Drozda versucht hier einen ver-

Wie muss man mit Inseratenschaltungen in

nünftigen Weg zu finden: Er möchte auf

Zukunft umgehen? - Allein die Stadt Wien

Regierungsebene Inserate auf eine ver-

gibt fünfmal mehr Geld für Eigenwerbung

Wie muss man mit Inseratenschaltungen

nünftige und längerfristig überprüfbare

aus, als die gesamte Presseförderung in

in Zukunft umgehen? - Der Grundgedan-

Basis stellen und perspektivisch redu-

Österreich ausmacht. Da braucht es ein

ke des Medientransparenzgesetzes ist

zieren. Seine Perspektive ist, dass ten-

radikales Umdenken der Verantwortli-

begrüßenswert, die Umsetzung ist aber

denziell die Budgets für Inserate sinken

chen. Die Inseratenvergabe entlang der

mangelhaft und teilweise von SPÖ und

und dafür die Medienförderung deutlich

Kriterien des Österreichischen Presse­rats

ÖVP offensichtlich bewusst sehr inter-

erhöht werden.

wäre ein erster möglicher Schritt.

pretierbar und zahnlos gehalten.

91

förderbar.


SEITENBLICKE

SO DENKT DIE POLITIK

GRÜNE

TEAM STRONACH

NEOS

Dieter Brosz Mediensprecher

Christoph Hagen Mediensprecher

Niko Alm Mediensprecher

Welche Rolle soll die Presseförderung in

Welche Rolle soll die Presseförderung in

Welche Rolle soll die Presseförderung in Zu-

­Zukunft spielen? - Braucht Österreich

Zukunft spielen? - Ein Verfassungs-

kunft spielen? - Die Medienlandschaft

überhaupt eine Medienförderung? Ja.

grundrecht für Medienförderung ist aus

wird fragmentierter und kleinteiliger,

Durch die deutsche Konkurrenz als

unserer Sicht nicht nötig. Das Ziel muss

weil die Mittel zur Verbreitung und Pro-

gleichsprachiges, etwa zehnmal grö-

aber auf jeden Fall sein, jene Print- und

duktion demokratisiert wurden. Es müs-

ßeres Nachbarland würde marktwirt-

elektronischen Medien zu fördern, die

sen in einem geförderten Medium In-

schaftliches Denken allein zu einem

aufgrund ihrer umfangreichen Bericht-

halte mit Public-Value-Charakter pro-

Kahlschlag in der ohnehin finanziell be-

erstattung und ausführlich recherchier-

duziert werden, die eine gewisse Reich-

drohten österreichischen Medienland-

ten Hintergrundinformationen nicht in

weite erzielen. Alles, was der freie Markt

schaft führen.

der Lage sind, ihren Fortbestand allein

auch erledigt, ist nicht förderwürdig.

durch Werbeeinnahmen und Verkäufe

Eine verfassungsrechtliche Verankerung

zu sichern.

ist absolut nicht notwendig.

be soll in Zukunft die Basis für die För-

An welche Art von Medien soll die Presse-

An welche Art von Medien soll die Presse-

derung aller Medien vom öffentlich-

förderung gehen? - Es sollte weniger in

förderung gehen? - An alle, denn es wer-

rechtlichen Rundfunk über die Presse

die „Staatsmedien“ investieren wer-

den keine Mediengattungen mehr geför-

bis zu Blogs liefern. Zusätzliches Geld

den, hingegen sicher mehr in objektiv

dert, sondern die Produktion von Inhalt.

für den Fördertopf soll die drastische

und manchmal auch kritisch berich-

Ein gewisses Mindestmaß an Reichweite

Reduzierung

Regierungsinserate

tende Medienunternehmen. Entschei-

muss als Fördervoraussetzung gegeben

bringen. Das Modell soll Vielfalt sichern

dend ist die Vielfalt der Medien in un-

sein, aber ob die Verbreitung auf Snap-

und Innovationen fördern, Fairness

serem Land.

chat, in einer Wochenzeitung oder im

An welche Art von Medien soll die Presseförderung gehen? - Eine Medienabga-

der

TV passiert, ist unerheblich. Eine Medi-

durch Anpassung an neue Entwicklungen gewährleisten, Verantwortung

Wie muss man mit Inseratenschaltungen in

enförderung kann und darf nur Bereiche

durch Qualitätssicherung gewährleisten

Zukunft umgehen? - Es darf nie der An-

abdecken, die der freie Markt in Menge

und die Treffsicherheit durch den Ver-

schein entstehen, dass mit Schaltun-

und Qualität nicht liefern kann.

zicht auf die Gießkanne erhöhen.

gen dann redaktionelle Berichte „erkauft“ werden. Die immer wieder er-

Wie muss man mit Inseratenschaltungen in

Wie muss man mit Inseratenschaltungen in

folgten Anfragen an die Regierung zur

Zukunft umgehen? - Die Inserate der öf-

Zukunft umgehen? - Gefördert sollen in

Medientransparenz belegen, dass hier

fentlichen Hand, die im Jahr etwa 200

Zukunft nicht nur Medien werden, die

in der Vergangenheit nicht immer sorg-

Millionen Euro ausmachen, sollen stark

willkürlichen und historisch gewachse-

fältig umgegangen wird. Hier ist sowohl

eingeschränkt und auf ein argumentier-

nen Formalkriterien entsprechen, son-

bei den Auftraggebern als auch bei den

bares Mindestmaß gekürzt werden. Wir

dern qualitativ hochwertiger Journalis-

Medienunternehmen in Zukunft mehr

sprechen hier von einer Reduktion von

mus.

Sorgfalt nötig.

über 90 Prozent.

92


WER ICH BIN? EINER VON EUCH! Ich bin der Börsianer, deine einzig verlässliche Quelle über das Leben am rot-weiß-roten Finanzplatz. Ich kenne die heißesten Geschichten und kommentiere sie für dich.

INFORMIERT BLEIBEN: • Adhoc-Alert bei Breaking News • 14-täglich Newsletter-Briefing

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BÖRSENTALK

WENIGER IST MEHR

DERBÖRSIANER Q-CHECK-ROADSHOW 13. SEPTEMBER 2016 VOESTALPINE STAHLWELT, LINZ Experten unter sich: Wolfgang Eder (Voestalpine AG), Dieter Wimmer (Comgest), Wolfgang Anzengruber (Verbund AG), Dominik Hojas (DerBörsianer), Gerald Grohmann (Schoeller Bleckmann Oilfield Equipment AG), Uli Krämer (Kepler Fonds KAG), Hagen-Holger Apel (DNB), Alois Wögerbauer (3-Banken Generali Investment).

Die anhaltenden Niedrigzinsen sind zwar mittlerweile ein Problem für Wirtschaft und Finanzmärkte, es gibt aber immer ­Ideen und Auswege. Darin waren sich die Anlageexperten und Unternehmensvorstände bei der Q-Check-Roadshow vor der anwesenden Finanzcommunity in Linz einig. Es gilt Qualität statt Masse.

Günter Billinger und Doris Cerhan (beide Hellobank AG) genossen den Abend. Franz Gasselsberger (Oberbank AG, Mitte) ­unterhielt sich gut mit Josef Ertl („Kurier“, links) und Johann Penzenstadler (Bankhaus Carl Spängler AG).

Wolfgang Eder (Voestalpine AG) und Wolfgang Anzengruber (Verbund AG) beantworten einem Anleger Fragen zur Investmentstory.

94

Uli Krämer (Kepler Fonds) und Hagen-Holger Apel (DNB Asset Management) lauschten Gerald Grohmann (Schoeller Bleckmann Oilfield Equipment AG).


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LAUNIGE STIMMUNG

CA IMMOBILIEN ANLAGEN AG SOMMERFEST 8. SEPTEMBER 2016 HEADQUARTER, WIEN

Fast schon ausgelassen: Karl-Heinz Strauss (Porr AG) mit Martina Maly-Gärtner (Michaeler & Partner).

Im Gespräch: Roman Rusej (PR-Berater) mit dem Exvorstand der CA Immobilien Anlage AG, Gerhard Engelsberger.

Im Headquarter der CA Immobilien AG mit Blick auf Belvedere und Botanischen Garten versammelte sich das Who’s who der Immobilienwirtschaft und Finanz zum traditionellen Networking und zur Weinverkostung. Gesehen wurden unter anderen Stefan Maxian (RCB), Wilhelm Rasinger (IVA), Karl-Heinz Strauss (Porr AG), Georg Fichtinger (CBRE), Daniel Jelitzka (JP Immobilien), Stefan Brezovich (Örag), Karl Mahrer (Landespolizeidirektion Wien) und Albert Birkner (CHSH). BEWERTUNG

Location Publikum Inhalt/Redner Gute Laune bei Florian Nowotny, Susanne Steinböck, Frank Nickel (alle CA Immobilien Anlagen AG).

Abendstimmung auf der Dachterrasse der CA Immobilien Anlagen AG.

Börsenfaktor

NACHHALTIGE GESPRÄCHE

RESPACT CSR-TAG 15. SEPTEMBER 2016 BROTFABRIK, WIEN

Erfolgreicher Tag für Daniela Knieling (Respact), Guido Schmidt-Traub (UNSDSN), Selma Prodanovic (1millionstartups), Ursula Simacek (Simacek Facility Management), Werner Wutscher (New Venture Scouting) und Karin Bauer („Der Standard“).

Christoph Neumayer (Industriellenvereinigung) und Selma Prodanovic (1millionstartups) plädieren für mehr Nachhaltigkeit.

95

Ein intensiver Austausch über Themen wie nachhaltiger Konsum, Integration von Menschen mit Fluchthintergrund, Urban Manufacturing, Klimaschutz, Wirtschaften mit Mut, Circular Economy und Nachhaltigkeitsberichterstattung prägten die Gespräche der 300 Teilnehmer am CSR-Tag. Harald Mahrer (Staatssekretär), Michael Landau (Caritas), Christoph Schneider (Wirtschaftskammer Österreich), Heinrich Kugler (3420 Aspern Development), Selma Prodanovic (1millionstartups), Georg Schön (Ashoka) und Christoph Neumayer (Industriellenvereinigung) waren mit dabei.


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BÖRSENTALK

30 JAHRE AN DER BÖRSE

BKS BANK AG 30-JAHR-BÖRSENJUBILÄUM 12. SEPTEMBER 2016 CASINEUM VELDEN

Herta Stockbauer (BKS Bank AG), Gernot Steiner (Steiner Bau), Elisabeth Pongratz (Direktorin VS St. Andrä im Lavanttal) und Johann Unterwieser (Hermes Schleifmittel) feierten gemeinsam 30 Jahre.

Launige Runde in Velden beim Jubiläum mit ­Dominik ­Hojas (DerBörsianer), Ferdinand Lacina, Birgit Kuras, Herta Stockbauer (BKS Bank AG), Heimo Penker.

30 Jahre, und kein bisschen leise. Bei der Feier zum Börsenjubiläum der BKS Bank AG ging es schwungvoll durch den Abend. Der Meilenstein der Unternehmensgeschichte wurde gebührend im Casineum Velden mit Aktionären, Kunden und Zeitzeugen wie dem ehemaligen Finanzminister Ferdinand Lacina gefeiert.

EURO UND NIEDRIGE ZINSEN

EUROPÄISCHES FORUM ALPBACH Über die Niedrigzinspolitik tauschten einander Thomas Uher (Erste Bank Österreich), Klaus Buchleitner (RLB NÖ-Wien AG), Agnes ­Streissler-Führer (Beraterin),­Stefan Pichler (Wirtschaftsuniversität Wien)­und Ewald ­Nowotny (Österreichische Nationalbank).

FINANZGESPRÄCHE 1./2. SEPTEMBER 2016 ALPBACH, TIROL

Viele Prophezeiungen prägten diesmal die Finanzgespräche in Alpbach Anfang September. Unter anderem jene, dass die Zinsen wieder steigen werden. Allerdings nicht in den nächsten vier oder fünf Jahren. Geduld ist also weiterhin gefragt.

96

Yanis Varoufakis (Universität Athen) teilte seine Gedanken zum Euro dem Podium bei der Diskussion „ Der Euro: Spaltplitz oder Kitt für Europa“ mit.


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@UNIQAGROUP

@SIMMOAG

#UNIQA CRO Svoboda at CRO Forum: risk ­culture requires more than processes&structures, controls&monitoring!

Zum Abschied vom #wirtschaftsblatt.

@ALLIANZAUSTRIA

#businessrun Die Allianz ist diesmal mit insgesamt 417 Teilnehmerinnen und Teilnehmern dabei. Alles Gute!

QUELLE: TWITTER

MARKTGEZWITSCHER

@ATS_IR_PR

@WOLFORDFASHION

If you‘re in #Berlin make sure to visit our new #WolfordBoutique at Kurfürstendamm 48–49.

Der chinesische Botschafter in Österreich besucht AT&S in Leoben.

@OMV

@WIENERBERGER I am happy to welcome our CFO Reinhard Florey, who joined us at the beginning of July. #OMV CEO Seele #omvresults.

@DERBOERSIANER

From theory to praxis: The visit of our #Tondach plant in Gleinstätten (AT) with investors & analysts at the #CMD16.

FOLGEN SIE UNS AUF WWW.DERBOERSIANER.COM ODER

Da schau her: Ex-Bank-Austria-Chef Cernko wird #ErsteGroup Risikovorstand.

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97

TWITTER.COM/DERBOERSIANER.


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PORTRÄT

ZEHN FRAGEN AN SUSANNE REINDL

IMPRESSUM: Chefredakteur / Herausgeber: Dominik Hojas, d.hojas@derboersianer.com Stv. Chefredakteurin (CvD): Ingrid Krawarik, i.krawarik@derboersianer.com

ST

LESERPO

n@ redaktio er.com n ia s derboer

SUSANNE REINDL HEAD OF INVESTOR RELATIONS TELEKOM AUSTRIA AG Susanne Reindl arbeitet seit 2014 im Bereich Investor Relations bei der Telekom Austria Group und hat im August 2016 die Leitung übernommen. Davor war sie im Portfolio ­Advisory Team bei Ithuba Capital tätig. Sie hat ein abgeschlossenes Studium der Wirtschaftsuniversität Wien.

Redaktion: Reginald Benisch, Raja Korinek, Martin Kwauka, Thomas Müller, Lukas Sustala, Barbara Ottawa, Hans Weitmayr, Robert Winter Leserbeirat: Heike Arbter, Peter Bartos, Mathias Bauer, Edi Berger, Stefan Böck, Stefan Brezovich, Diana Klein, Bernhard Grabmayr, Fritz Mostböck, Wilhelm Rasinger Anzeigenverkauf: Michael Berl (Leitung), m.berl@derboersianer.com; Miriam Haider, m.haider@derboersianer.com; ­Sabine Mitterbacher, s.mitterbacher@der boersianer.com; es gilt die Anzeigenpreisliste 2016! Verlag/Medieninhaber: Wayne Financial Media GmbH (FN: 399197 f, HG Wien), Bösendorferstraße 4 / 20, A-1010 Wien, Telefon: +43 (0) 1 920 523 4, Fax: +43 (0) 1 954 433 2, E-Mail: office@waynemedia.at, Web: www.waynemedia.at

Welche Eigenschaften haben Sie dorthin

Wenn ich nicht gerade arbeite, verbringe

gebracht, wo Sie heute stehen? - Erfah-

ich meine Zeit am liebsten mit ... - Familie,

rung aus unterschiedlichen Bereichen,

Freunden und gutem Essen. Ich betätige

Freude an der Arbeit und natürlich eine

mich aber auch gern kreativ, unter ande-

Portion Glück. Wichtig ist auch Humor,

rem spiele ich Klavier und Cello.

denn man muss eine gewisse Gelassenheit in unserem Geschäft mitbringen.

Bei welchem Investment haben Sie sich so richtig verzockt? - Ich bin eher der Typ

Welchen Beruf würden Sie ausüben, wenn

für langfristige und konservative Assets.

Sie nicht in der Finanzbranche tätig wären?

Zocken versuche ich zu vermeiden.

- Wahrscheinlich hätte ich Physik studiert und wäre in einem technischen Be-

Welches Vorurteil gegenüber dem Kapital-

ruf gelandet. Jetzt kann ich beides kom-

markt ärgert Sie? - Dass der Kapitalmarkt

binieren, mein Interesse für die Tech-

nur etwas für Spekulanten ist. In Öster-

Branche und den Kapitalmarkt.

reich wird die Bedeutung für Unterneh-

Geschäftsführer: Michael Berl, Dominik Hojas Produktion: Grafik: Martin Jandrisevits, Titanweiß Werbeagentur GmbH; Fotos: Clemens Bednar, Barbara Ster, Unternehmen beigestellt; Lektor: Armin Baumgartner; Kursdaten: TeleTrader Software GmbH, Schlusskurse vom 20.09. 2016, keine Gewähr für die Richtigkeit der Daten; Aus Gründen der Textökonomie verzichten wir auf geschlechts­spezifische Formulierungen. Druckerei/Nachhaltigkeit: Das Magazin wurde nach Richtlinien des Österreichischen Umweltzeichens bei der Druckerei Ferdinand Berger und Söhne GmbH (10.000 Stück) auf nachhaltigem Papier (Umschlag: Claro Silk 250 g, Kern: Furiso 100 g) gedruckt.

men zu wenig geschätzt und verstanden. Von welchen Quellen beziehen Sie Ihre Fachinformationen? - Fachmedien, aber

Was assoziieren Sie mit Gordon Gekko und

auch von internen sowie externen Kol-

dem Film „Wall Street“? - Douglas ist das

legen. Manchmal kann eine einfache In-

manifestierte Vorurteil und Klischee.

ternetrecherche auch hilfreich sein.

Das Österreichische Umweltzeichen für Druckerzeugnisse, UZ 24, UW 686 Ferdinand Berger & Söhne GmbH.

Dieser Investor ist für mich eine Legende? Welchen Teil lesen Sie in Ihrer Zeitung

Unter den bekannten Persönlichkeiten

zuerst? - Schlagzeilen oder den Wirt-

definitiv Warren Buffet.

schaftsteil. Am Sonntag genieße ich

Unbenannt-1 1

Printmedien wie den „Economist“, un-

Champagner und Austern oder „a Eitrige

ter der Woche konsumiere ich meist di-

und a 16er-Blech“? - Eher Pasta und ein

gital.

Glas Wein.

98

07.07.20

Die nächste Ausgabe erscheint um den 5. Dezember 2016. Bis dahin täglich: www.derboersianer.com


Wie reagiert der Markt, wenn Trump Präsident wird?

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DerBörsianer 16. Ausgabe, Q4 2016  

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