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Birgit Kuras

GANZ ODER GAR NICHT

Gerald Grohmann ÖLNACHFRAGE STEIGT

Daniel Riedl

SPEKULANTEN STOPPEN

D A S F A C H M A G A Z I N F Ü R D E N Ö S T E R R E I C H I S C H E N K A P I TA L M A R K T www.derboersianer.com ∙ 2. Quartal 2016 ∙ 12 Euro

ROHSTOFFE // 18

Das Ölmärchen

WIENER BÖRSE // 30

Leicht bitter im Abgang

IMMOBILIEN // 46

Kampf um jeden Meter

HERBERT ORT N E R

Das weiße Schaf!

Rankin

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DIE 50 BES IR-MAN TEN AGER

Exklusiv-Studie: Die Kollateralschäden der Heta-Abwicklung 24 AUSTRIAN ANADI BANK AG 28, 52, 63 · BKS BANK AG 35, 74 · BUWOG AG 47, 61 · DELOITTE ÖSTERREICH 62, 79 · DONAU VERSICHERUNG AG 66, 80 · ERSTE ASSET MANAGEMENT 22, 74 · ERSTE GROUP BANK AG 23, 52, 73 · ETF SECURITIES 19 · FLUGHAFEN WIEN AG 58, 69 · HETA ASSET RESOLUTION AG 25 · OMV AG 21 · ÖSTERREICHISCHE POST AG 59, 68, 86 · PALFINGER AG 9, 68 · PORR AG 59, 69, 74 · RAIFFEISEN CENTROBANK AG 22, 52 · RHI AG 35, 90 · S IMMO AG 85 · SBO 20 · STANTON CHASE 63 · STRABAG SE 59, 69, 74 · VAV VERSICHERUNGS-AG 80 · VIENNA INSURANCE GROUP AG 66, 74 · WIENER BÖRSE AG 30, 58


Ausgezeichnet hoch zwei: Die beste Fondsgesellschaft am heimischen Markt.

Was für uns im täglichen Handeln zählt, sind hohe Qualität und Transparenz in den Anlageprodukten, der Mut zur eigenen Meinung und eine ruhige Hand in der Entscheidung, gepaart mit hoher Flexibilität, wenn es darauf ankommt. Das hat uns in zweifacher Hinsicht zu dem gemacht, was wir laut dem Fachmagazin „Der Börsianer” sind, nämlich ausgezeichnet hoch zwei: „Beste inländische Fondsgesellschaft” und „Beste Fondsgesellschaft in Österreich”. Und wann dürfen wir Sie von unseren ausgezeichneten Anlagemöglichkeiten überzeugen?

Herausgeber: 3 Banken-Generali Investment-Gesellschaft m.b.H. Die Auszeichnung „Beste Finanzunternehmen in Österreich 2015“ wird vom Fachmagazin „Der Börsianer“ nach qualitativen und quantitativen Methoden in einem dreisäuligen Scoring-Modell (erstens Peergroup, zweitens Kennzahlen, drittens Redaktion) ermittelt und von der BDO Austria ausgewertet. Das Ziel des goldenen Rankings ist, den Kunden von Banken, Versicherungen, Fondsgesellschaften sowie Pensions- und Vorsorgekassen einen Überblick über die besten Unternehmen in Österreich zu geben. Insgesamt werden dafür 13 Gesamt- und Rubriksieger aus fünf Branchen prämiert. „Der Börsianer“ ist ein auf die Finanzbranche spezialisiertes Fachmagazin mit Sitz in Wien. Nähere Informationen zur Auszeichnung finden Sie im Fachmagazin „Der Börsianer“, 11. Heft, Dezember 2015, Seite 42 ff. Nähere Informationen zur 3 Banken-Generali Investment-Gesellschaft m.b.H., Untere Donaulände 28, 4020 Linz sowie zur Produktpalette finden Sie unter www.3bg.at.


EDITORIAL

AUSGABE NR. 13, 2. QUARTAL 2016

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Stabilität. Immer.

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DOMINIK HOJAS Chefredakteur DerBörsianer

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Nordea 1 – Stable Return Fund

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AU SET STRIAN AG MA AN 85 21 · NAGE ADI · SB ÖS ME BA O TERRE NT NK 20 22, AG · STA ICH ISC 74 · 28, 52, NT ON HE PO ERSTE 63 · CH ST GR BKS AS E AG 59, OUP BA 63 NK · STR 68, BANK AG AB 86 · AG 35, AG PAL 23, 74 SE FIN 52, · BU 59, WO GE G 69, R AG 73 · ETF AG 74 · VAV9, 68 SEC 47, 61 VE · PORRURITIE · DE RS LOI ICH AG S 19 TTE ER UN 59, 69, · FLU ÖSTER GS -AG 74 GHAF RE 80 · RA EN ICH · VIE IFF WIE 62, NN EISEN N AG 79 · DO A INS CEN 58, NA UR TRO 69 U VE AN CE BANK · HE RSICH TA GR AS ER OU AG 22, SET UNG P AG 52 AG RE 66, · SO LU 66, 74 RHI · WIE AG TIO 80 · 35, N AG ER NE STE 90 R AS BÖ · S 25 · RS OM E IMMO V AG 30, AG 58

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24

Liebe Börsianer, Wiener-Börse-Vorstand Birgit Kuras geht nach fünf Jahren. Als Bilanz ihrer Amtszeit (S. 30) bleibt ein leicht schizophrenes Bild aus betriebswirtschaftlichem Erfolg auf der einen und einem Bedeutungsverlust des Börsenplatzes Österreich auf der anderen Seite. Ein Grund dafür ist der Vertrauensverlust der Investoren durch das Heta-Moratorium. Die Kollateralschäden (S. 24) der Abwicklung sind bereits eingetreten, wie eine Der­Börsianer vorliegende Studie zeigt. Davon kann ein Nachbarland profitieren. Die Slowakei ist unter ausländischen Investoren beliebt. Die Wirtschaft boomt - und die österreichischen Firmen Magna, Pankl Racing AG, Miba AG, aber auch Banken und Versicherungen boomen fleißig mit, wie Reginald Benisch in Bratislava für seine

In schwierigen und unsicheren Zeiten schöpfen wir Kraft aus der Stabilität um uns herum. Auch wir bei Nordea glauben, dass Stabilität wichtig ist. Dieser Fokus auf Stabilität ist in unseren nordischen Genen und unserer konservativen Kultur tief verwurzelt. Unsere Produkte leben natürlich von unserem Erbe. Im Jahr 2005, lange vor den heutigen turbulenten Zeiten, haben wir unser Multi Assets Team ins Leben gerufen, mit dem Ziel langfristige und stabile Erträge zu erwirtschaften. Bei stabilen Erträgen dreht sich alles um… • sorgfältige Risikostreuung, die unsere Kunden ruhig schlafen lässt • eine Risikobetrachtung über einen Zeitraum von drei Jahren • ein robustes Risikobudget, das bei der Investition in verschiedene Anlageklassen eingehalten wird

CEE-Reportagereihe (S. 72) recherchiert hat.

• solide strategische Investitionen, statt kurzfristiger Marktwetten

Apropos Recherche, die war für ein spezielles Versicherungsprodukt gar

• stabile Renditen bei einer geringen Volatilität

nicht einfach. Denn obwohl fast alle Manager eine D&O-Versicherung (S. 78) haben, spricht keiner darüber. Und das hat gute Gründe, wie Barbara Ottawa herausgefunden hat. Die Gründe, warum ein niedriger Ölpreis plötzlich die Weltkonjunktur gefährdet, sind hingegen nicht logisch. Dem scheinbaren Paradoxon (S. 18) ist DerBörsianer nachgegangen. Genauso haben wir uns des Problems „Leistbares Wohnen“ (S. 46) angenommen. Ideen dafür hat Robert Winter bei Investoren, Politikern und Bankern gesucht. Bleibt wie gewohnt DerBörsianer des ersten Quartals, Herbert Ortner. Der Erfolgsmanager erklärt im Interview (S. 08), warum an China kein Weg vorbeiführt, ihm die Russland-Sanktionen nichts anhaben können und wieso

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte: Nordea Investment Funds S.A. Dr. Johannes Rogy Head of Fund Distribution Region Central & Eastern Europe Tel. 01/512 87 17 – 20 Johannes.Rogy@nordea.com

er kurzfristige Aktienspekulationen am liebsten verbieten würde.

Viel Vergnügen wünscht Ihnen

Dominik Hojas d.hojas@derboersianer.com

Die genannten Teilfonds sind Teil von Nordea 1, SICAV, einer offenen Investmentgesellschaft luxemburgischen Rechts, welcher der EG-Richtlinie 2009/65/EWG vom 13. Juli 2009 entspricht. Bei dem vorliegenden Dokument handelt es sich um Werbematerial, es enthält daher nicht alle relevanten Informationen zu den erwähnten Teilfonds. Jede Entscheidung, in Nordea-Fonds anzulegen, sollte auf der Grundlage des aktuellen Verkaufsprospekts, der Wesentlichen Anlegerinformationen sowie des aktuellen Jahres- und Halbjahresberichts getroffen werden. Die genannten Dokumente sind in elektronischer Form auf Englisch und in der jeweiligen Sprache der zum Vertrieb zugelassenen Länder auf Anfrage unentgeltlich bei Nordea Investment Funds S.A., 562, rue de Neudorf, P.O. Box 782, L-2017 Luxemburg oder bei der Zahlstelle und dem Repräsentant der Nordea 1, SICAV in Österreich, die Erste Bank der österreichischen Sparkassen AG, Graben 21, A-1010 Wien erhältlich. Angaben zu Risiken in Verbindung mit den genannten Teilfonds entnehmen Sie bitte den Wesentlichen Anlegerinformationen, die wie oben beschrieben erhältlich sind. Nordea Investment Funds S.A. veröffentlicht ausschließlich produktbezogene Informationen und erteilt keine Anlageempfehlungen. Herausgegeben von Nordea Investment Funds S.A. 562, rue de Neudorf, P.O. Box 782, L-2017 Luxemburg, einer von der Commission de Surveillance du Secteur Financier in Luxemburg genehmigten Verwaltungsgesellschaft. Weitere Informationen bei Ihrem Anlageberater – er berät Sie als ein von Nordea Investment Funds S.A. unabhängiger Berater. Der Grad der individuellen Steuerbelastung ist unterschiedlich und kann sich in der Zukunft ändern.


AUSGABE NR. 13

30 INTERVIEW

24

LEITARTIKEL

Birgit Kuras: Leicht bitter im Abgang

HERBERT ORTNER08 Herbert Ortner, DerBörsianer des ersten Quartals, erklärt im Interview, warum an China kein Weg vorbeiführt, ihm die Russland-Sanktionen nichts anhaben können und wieso er kurzfristige Aktienspekulationen am liebsten verbieten würde.

08 INTERVIEW

ROHSTOFFE Das Ölmärchen

18

KAPITALMARKT Vertrauen verspekuliert

24

WIENER BÖRSE Leicht bitter im Abgang

30

IMMOBILIEN Kampf um jeden Meter

46

INVESTOREN CEE-Reportage: Bratis-Lover72

Herbert Ortner: Das weiße Schaf

VERSICHERUNGEN Schutzweste für Manager

6B47 Real Estate Investors AG

60

Deloitte Österreich

Allianz Versicherungs-AG

55

DLA Piper Weiss-Tessbach

INFO INDEX

Austrian Anadi Bank AG

28, 52, 63

Donau Versicherung AG

Bausparkasse Wüstenrot AG

65

EHL Investment Consulting

BDO Austria

62

Erste Asset Management

Binder Grösswang

65

Erste Bank Österreich

Binder+Co AG

58

Erste Group Bank AG

BKS Bank AG

35, 74

ETF Securities

Buwog AG

47, 61

62, 79 80 66, 80 50 22, 74 64 23, 52, 73 19

FTC Capital

57

Heta Asset Resolution AG

25

Kepler Cheuvreux

23

KPMG Austria

62

Matejka & Partner

36

Merit Alternative Investments

87

OMV AG

21

Österreichische Nationalbank

50

Finanzmarktaufsicht

25, 58

Österreichische Post AG

CHSH 64

Fitch

28, 55

Otto Immobilien

DeAWM 21

Flughafen Wien AG

58, 69

ÖVP

INDEX: AUSZUG VON UNTERNEHMEN IN DIESER AUSGABE

4

78

59, 68, 86 61 47, 82


INHALTSVERZEICHNIS

IMMOBILIEN

18

MÄRKTE INSIDER Wer ich bin? Einer von euch!

06

46

BRANCHEN

MEINUNGEN

Darüber spricht man in den

GERHARD WINZER Verschnaufpause

22

WOLFGANG MATEJKA Alles bewegt sich

36

WILHELM CELEDA

52

Branchen: Köpfe, Deals, News,

Kampf um jeden Meter

Ad-hoc der Redaktion

Trends und Events

MARKTGEFLÜSTER 14 Martin Kwauka: ÖsterreichPension statt Zukunftsvorsorge BÖRSENRADAR Aktuelle Stimmung der ­Investoren

16

BANKEN52 VERSICHERUNGEN54 FONDS56 AKTIEN58 IMMOBILIEN60 BERATER62 RECHT64

BÖRSENWETTER 22 Entwicklung der Welt­börsen und Topempfehlungen der Analysten

SEITENBLICKE

KURSE 36 Topperformer: Indizes, Aktien, Fonds und Anleihen

SO DENKT DIE POLITIK Altersvorsorge aufwerten, aber wie?

KOMMUNIKATION66

DREI CHEFREDAKTEURE Mit Hans Weitmayr, er kehrt vom „Forbes Austria“ zurück, begrüßen wir nach Reginald Benisch („Trend“)

Konkurrenzlos

und Martin Kwauka („For-

GÜNTER GEYER Ein Fels in der Brandung

54

mat“) den dritten Exchefredakteur im Redaktionsteam von DerBörsianer. Das macht uns stolz und ist ein klares Bekenntnis zu unserem Qua-

HEINZ BEDNAR Die verkehrte Welt der Anleger

56

MATTHIAS STIEBER Sag niemals nie

58

litätsanspruch. SORRY, ÜBERBUCHT Am Weltfrauentag luden wir weibliche Führungskräfte aus

82

Finanzwirtschaft, Industrie und Politik zur Auftaktveranstaltung (Seite 88) des Frauen Finanz Salon ein, der inner-

PORTFOLIO42 Waltraud Perndorfer von der Privat Bank im Interview

LEIDENSCHAFT: FOTOGRAFIE 84 Topmanager verraten ihren ganz persönlichen Zugang

PETER BARTOS Negativzinsen – was tun?

62

STATISTIK Aktuelle Börsen- und ­Wirtschaftsdaten

BÖRSENTALK88 Wo sich die Finanzbranche trifft

ALBERT BIRKNER Durchsichtige Konten

64

PETER FELSBACH Finanzzahlen – gar nicht langweilig!

66

halb von 24 Stunden überbucht war. Das hat uns sehr gefreut. Wir bitten um Verständnis, dass wir nicht alle Anfragen erfüllen konnten.

44

RANKING67 Die 50 besten Investor-Relations-Manager in Österreich

PORTRÄT: ZEHN FRAGEN AN … 90 RHI-CFO Barbara Potisk-­ Eibensteiner

HERZ FÜR FINANZPLATZ „Ein Herz für den Finanzplatz“ heißt unsere neue Kampagne. Wir wollen damit crossmedial die positive Bedeutung des Finanzplatzes für den Wohlstand der Menschen in Österreich hervorheben. Flughafen Wien AG, S Immo AG,

Palfinger AG Porr AG

9, 68 59, 69, 74

S Immo AG

85

Uniqa Insurance Group AG

28, 54

Scholdan & Company und

SBO 20

Valartis Bank Austria AG

22

PKF Österreich zeigen be-

VAV Versicherungs-AG

80

reits Herz.

Privat Bank

42

Schoellerbank AG

Raiffeisen Capital Management

19

Schönherr 77

Vienna Insurance Group AG

66, 74

SPÖ

Voestalpine AG

66, 69

Raiffeisen Centrobank AG Raiffeisen-Landesbank Tirol AG RBI

22, 52 25 53, 74

Stanton Chase Strabag SE

RFU 56

Taylor Wessing

RHI AG

Telekom Austria AG

35, 90

19 47, 82 63

VÖIG 56

59, 69, 74

VVO 54

76

30, 58

Wiener Privatbank SE

23

RVW 47

Trivium 47

Wirtschaftsuniversität Wien

25

S Bausparkasse

UniCredit Bank Austria AG

Wolf Theiss

65

47

58, 68

Wiener Börse AG

48, 53

5

Weblinks werden in dieser Ausgabe mit einem → GELBEN BALKEN

markiert.


MÄRKTE

INSIDER WER ICH BIN? EINER VON EUCH! FOLGE MIR AUF → WWW.DERBOERSIANER.COM

INSIDER N°86/16 Geschätzte Paternosterfahrer, zu Frühlingsbeginn zieht es mich und meine Frau Jahr für Jahr ins Grüne. Das Osterwochenende zeigte sich heuer geradezu perfekt für eine Überlandpartie hinauf auf den Pogusch zum Steirereck. Man gönnt sich ja sonst nichts. Erfahrungsgemäß ist dort zu dieser Jahreszeit der Andrang nicht so groß: beste Voraussetzungen für den Verzehr einer Klachelsuppe in aller Ruhe. – Dachten wir. Kaum sind wir mit den Vorspeisen fertig, da zupft mich mein Tischnachbar am Sakko. „’Tschuldigung, irre ich, oder sind Sie nicht der Gekko?“, fragt er mich. Ich dreh mich um und ruf aus: „Das ist doch nicht die Möglichkeit, der Gerhard Roiss! Schön, dich zu sehen.“ – Er sagt: „Servus, Gekko, nicht so laut, es muss nicht gleich ein jeder wissen, dass ich da bin.“ – „Ja warum denn?“, frag ich. „Na ja, du weißt schon. Jeder kann in der Zeitung lesen, wie viel Abfertigung und Boni und Firmenrente ich von der OMV bekomme, und das ist mir höchst

MEIST GEKLICKT

unangenehm. Weil’s gar so viel ist! Fast sechseinhalb Mille, stell dir vor!“ Ich wisch mir den Mund mit der Serviette ab, proste meiner Gattin zu und auch dem Gerhard, nehm’ einen Schluck Mineral, dreh mich um und sag: „Aber Gerhard, das muss dir doch nicht unangenehm sein, so untergriffig, wie du von deinem Aufsichtsrat behandelt wurdest. Denk doch nur an die Drohbriefe. Unterzeichnet: ,MH 17‘! Das ist doch ein reiner Intrigenstadl.“ – „Ja eh“, sagt der Gerhard, „aber schau, ich krieg Urlaubsgeld ausgezahlt, was andere Leut im Leben nicht verdienen! Und jetzt haben sie meinetwegen in der OMV eine Abfertigungsobergrenze bei frühzeitigem Abgang eingezogen! Nach

1. 2.

 Betrug: FACC befürchtet

mir wird niemand mehr das bekommen, was ich bekommen hab“, redet sich

50 Millionen Euro Schaden

der Gerhard geradezu in Rage. – „Aber Blödsinn!“, sag ich, „du zeigst dich ein-

Spektakulärer Wechsel: Zakostelsky soll neuer VBV-Chef werden

3.

Banken spenden: Wall Street gegen Brexit

4.

Pankl Racing: Zeitungsente sorgt für Aufregung

5.

Bernkopf folgt Cernko: Nächster ­Abgang bei Bank Austria

6.

FACC-Fiasko: Das Leben ist kein Ponyhof

7.

CA Immo: Eine russische Bärenstimmung

8.

Wiener Börse: Birgit Kuras macht Schluss

9.

CA Immo: Wer sind ICT und Oligarch Nesis?

10.

fach großzügig und spendest einen Teil für die Flüchtlinge!“ „Ja genau“, wirft meine Frau ein, die eine Galerie betreibt, „du kannst auch in Kunst investieren. Da kann die Regierung deine Investition auch nicht mit Subventionen gegenrechnen.“ – Da erhebt sich plötzlich ein dritter Tischnachbar und schlägt drei Mal mit dem Löffel an sein Glas: „Entschuldigung“, sagt er, „wenn ich kurz störe!“ – „Das ist doch der Andreas Babler“, zische ich meine Frau an, der Traiskirchner Bürgermeister, der eben erst seinen Zweitjob als sein eigener Pressesprecher wegen Überforderung an den Nagel gehängt hat: „Meine Damen und Herren“, sagt der Andreas, „mir sind meine Doppelbezüge höchst unangenehm. Deshalb geht nächste Runde auf mich!“ – Die Gäste applaudieren. Da steht ein Vierter auf, er hat ein rotes Kapperl auf und wenig Haare darunter. – „Da schau her, der Niki Lauda!“, sagt meine Frau. – „Also ich hab ja nichts zu verschenken!“, sagt der Lauda. Die Gäste lachen, ich schau den Gerhard an und sag: „Noch Fragen?“ In diesem Sinne,

Anklage: Ex-Bwin-Chefs unter

„Cash up!“

Korruptionsverdacht

Der Börsianer

Über mich: Ich bin der Börsianer, deine einzig verlässliche

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COVER

DAS WEISSE SCHAF Durch strategische Akquisitionen will die Palfinger AG ihre führende Position am Weltmarkt weiter ausbauen. Herbert Ortner, DerBörsianer des ersten Quartals 2016, erklärt, warum an China kein Weg vorbeiführt, weshalb ihm die Sanktionen gegen Russland nichts anhaben können und wieso er ­kurzfristige Aktienspekulationen am liebsten verbieten würde. TEXT DOMINIK HOJAS, DANIEL NUTZ FOTO CLEMENS BEDNAR


H HERBERT ORTNER VORSTANDSVORSITZENDER PALFINGER AG 1968 in St. Leonhard g­eboren, heuerte der studierte Wirtschafts­ingenieur und ­technische Chemiker nach einer Station bei Semperit AG 2001 bei der Palfinger AG als Leiter der ­Produktionstechnik an. 2003 wechselte er als Marketing­ vorstand ins Management. Seit 2008 ist Ortner Chef des noch immer mehrheitlich in Familienbesitz ­befindlichen und an der Wiener Börse notierten Konzerns.

erbert Ortner hat stets den Gip-

Logistikkosten, von Zöllen oder Wirt-

fel zum Ziel, auf dem Weg dorthin

schaftssanktionen gar nicht zu sprechen.

findet er stets den sicheren Pfad.

Deshalb haben wir uns entschieden, die

Wenn es das Zeitbudget des Vorstands-

Wertschöpfung in die einzelnen Regio-

vorsitzende der Palfinger AG erlaubt,

nen zu verlagern. Dieselbe Strategie ver-

schwingt er sich aufs Mountainbike oder

folgen wir auch in Nord- und Südamerika

schnallt sich die Tourenski an. Heute ist

sowie in China.

der Boss des Weltmarktführers bei hydraulischen Hebe- und Ladevorrichtun-

Sind die Wirtschaftssanktionen gegen Russ-

gen früh am Morgen in Salzburg in den

land also gar ein Segen für Ihr Geschäft? – Ich

Privatjet gestiegen und nach Wien ge-

bin klar gegen die Sanktionen. Aber für

flogen, um mit DerBörsianer über Gipfel-

Palfinger ist die momentane Situa­tion auf-

stürme der anderen Art zu sprechen. Die

grund unserer Strategie sicher kein Nach-

Palfinger AG verzeichnete 2015 ihr bishe-

teil, da wir bereits vor Inkrafttreten der

riges Rekordergebnis: ein Konzernergeb-

Sanktionen die zwei relevantesten russi-

nis von plus 69 Prozent und 64 Millionen

schen Hersteller akquirieren konnten und

Euro bei einer Umsatzsteigerung von 15,7

dazu vor Ort zwei Joint Ventures betreiben.

Prozent auf 1,23 Milliarden Euro. Und das

Als russisches Unternehmen treffen uns

soll nur ein Zwischenschritt sein. Mit ei-

Maßnahmen nur bei Hightechprodukten,

ner auf Akquisition und einer weiteren

die wir aus Österreich nach Russland ex-

Fokussierung auf die Wachstumsmärkte

portieren. Die machen etwa 20 Prozent

sowie dem Marinebereich bauenden Kon-

des lokalen Umsatzes aus. Gegenüber der

zernstrategie will man 2017 die Marke von

Konkurrenz sind wir damit klar im Vorteil.

1,8 Milliarden Euro Umsatz knacken. Ein Plan, der auch den Kurs der Aktie beflü-

Palfinger betreibt zwei Joint Ventures mit

geln soll. Ambitionierte Ziele, die Herbert

dem größten russischen Lkw-Hersteller

Ortner mit einer sportlichen Lockerheit

Kamaz. Sind Sie darüber zu Staatsaufträgen

zu nehmen scheint. Der 47-Jährige be-

gekommen? – Die Staatsaufträge gibt es

tritt gutgelaunt das Wiener Innenstadt-

bereits seit den ersten Firmenübernah-

büro neben dem Stephansdom, wo wir

men in Russland. Damit wurden wir be-

ihn zum Interview treffen. Ortner streift

reits 2011 das erste lokale russische Kran­

sein Sakko ab, nippt an einer Tasse Kaffee

unternehmen. Bei allen Ausschreibun-

und stellt sich den Fragen.

gen von Militär, Kommunen und Ölkonzernen hat man als russisches Unterneh-

Herr Ortner, wieso verdient Palfinger in

men einen Startvorteil. Die Joint Ventures

Russland Geld und andere nicht? – Wir ha-

mit Kamaz haben diese Position weiter

ben für Russland ein komplett anderes

gefestigt. Wir machen etwa 100 Millionen

Geschäftsmodell als andere westeuropä-

Euro Umsatz in Russland. Wenn sich die

ische Unternehmen. In unserer Branche

Lage wieder normalisiert, die Sanktionen

sind wir das einzige ausländische Unter-

verschwinden und der Rubel wieder stär-

nehmen, das in Russland produziert. Wir

ker wird, ist ein Umsatz von 200 Millio-

haben sperrige Produkte, da entstehen

nen Euro realistisch.


tures eingegangen? – Wenn wir unsere Position als Weltmarktführer behaupten wollen, führt an einer starken Präsenz in China kein Weg vorbei. Wir müssen dort Nummer eins oder Nummer zwei sein. Da gibt es die Möglichkeit von Akquisitionen oder von Joint Ventures. Wir haben uns nach sorgfältiger Analyse für das Joint Venture entschieden und sind erfolgreich. Sie hatten das langfristige Ziel, in China 10.000 Krane pro Jahr zu verkaufen. Derzeit sind es gerade einmal 1.000. Wieso hinken Sie so weit zurück? - Aufgrund der Verlangsamung des Wachstums sind wir im Wladimir Putin. Ortner zeigt sich im Gespräch mit Daniel Nutz vom Wissen des russischen Präsidenten beeindruckt.

Zeitplan etwas zurück. Das Potenzial des chinesischen Marktes ist aber nach wie vor 30.000 Krane.

Sehen Sie kein Problem darin, russische Mi-

russische Industrie braucht, und ist auch

litär-Lkws zu bestücken? – Wir beliefern

durchaus selbstkritisch. Dass das russi-

Palfinger hat das Ziel, bis 2017 seinen Um-

weltweit

Organisationen

sche Budget zu 80 Prozent vom Ölpreis

satz zu jeweils einem Drittel in Europa,

mit Logistikwerkzeugen für die Versor-

abhängig ist, stellt ein Problem dar. Pu-

Amerika und Asien zu lukrieren. Ist dieser

gung, aber nicht mit Waffensystemen.

tin weiß sehr wohl, dass es ausländische

Plan noch realistisch? - Nein, diese Prog-

Partner braucht, um die wirtschaftliche

nose stammt aus dem Jahr 2012. Es war,

Entwicklung voranzutreiben.

ist und bleibt unser langfristiges Ziel.

militärische

Welche Eigenheiten warten in Russland auf österreichische Unternehmen? – Russ-

Ob es 2017 oder 2019 so weit ist, ist dabei

land hat technologisch an Boden verlo-

Europa ist aufgrund der Sanktionen kalt-

ren. Die Modernisierung der Industrie ist

gestellt, nützen jetzt chinesische Investo-

ins Stocken geraten. Wir versuchen da-

ren die Gunst der Stunde? – Die Sanktio-

Sie wollen den Umsatz im gleichen Zeit-

her, die von uns übernommenen Unter-

nen führen dazu, dass Russland dazu ge-

raum auf 1,8 Milliarden Euro steigern. Chi-

nehmen schrittweise an das westeuro-

zwungen wird, sich anderen Ländern zu

na und Russland liegen hinter den Erwar-

päische Niveau heranzuführen. Derzeit

öffnen. Alle, die ich treffe, sagen, dass

tungen. Wo soll dieses Plus herkommen? –

beschäftigen wir dort 2.000 Arbeitneh-

die Sanktionen zur schlechtesten Zeit

Wir haben uns vorgenommen, die Um-

mer. Man kann nicht nach Russland ge-

kommen.

satzverdoppelung von 2009 bis 2014 im

hen und meinen, wir produzieren hier

nicht so wichtig.

Zeitraum von 2012 bis 2017 zu wiederho-

jetzt sofort nach unseren hohen Stan-

Glauben Sie an ein baldiges Ende der Sank-

len. Das Ziel steht nach wie vor. Ich bin

dards und mit dem gleichen geringen

tionen? – Ich tue mir schwer, politische

optimistisch, dass wir das erreichen. Das

Personalaufwand wie bei uns. Da geht

Einschätzungen zu geben. Mir fällt aber

wird uns gelingen, wenn sich Russland

es auch um eine soziale Verantwortung.

auf, dass die Töne mittlerweile wieder

erholt und wir den Marinebereich weiter

Wir können als ausländischer Inves-

sanfter werden. Wenn sich die Situation

ausbauen. Wir liegen im Marinegeschäft

tor nicht nach Russland gehen und zwei

in der Ukraine entspannt und es für Sy-

derzeit bei 180 Millionen Euro Umsatz.

Drittel der Belegschaft abbauen.

rien eine gemeinsame Lösung gibt, gehe

Durch weitere Akquisitionen wollen wir

ich davon aus, dass die Sache bald erle-

auf 500 Millionen Euro kommen.

Präsident Putin wird seit der Ukraine-Krise

digt sein könnte.

von manchen als unberechenbarer Macht-

Zum Geschäft in Nordamerika: Ihre Knick-

politiker gesehen. Sie haben ihn unlängst

Neben Russland stellt China einen wichti-

armtechnologie befindet sich im Wettstreit

bei einer Veranstaltung in St. Petersburg

gen Wachstumsmarkt für Ihr Unternehmen

mit der dort verbreiteten Teleskoptechno-

getroffen. Wie ist Ihr Eindruck? – Ich war

dar. Der globale Zwerg Palfinger kooperiert

logie. Wieso konnten Sie die Amerikaner

beeindruckt von seinem Fachwissen

dort mit dem Baumaschinenriesen Sany.

noch nicht gänzlich überzeugen? – Als wir

über Industriepolitik. Er weiß, was die

Warum sind Sie das Risiko eines Joint Ven-

vor 25 Jahren begannen, den nordameri-

10


COVER

kanischen Markt zu bearbeiten, dachten

Wir haben eben erst in Malaysia einen

senz haben wir viele Einheiten abgesetzt,

wir, dass wir uns mit der besseren Tech-

Hub eröffnet. Auch in Thailand sind wir

die Service brauchen. Das Service ist ein

nologie sofort durchsetzen. Das braucht

präsent. Als Nächstes folgt Indonesien.

gutes Geschäft.

ihre gut eingeführten Systeme behalten.

Wie sieht es im Iran nach dem Ende der

Ihre durchschnittliche Ebit-Marge liegt bei

Letztendlich hat uns geholfen, dass auch

Sanktionen aus? – Wir haben während

8,5 Prozent. Das heißt, im Kranbereich sind

in Amerika das Effizienzthema wichti-

der Sanktionen nichts geliefert. Jetzt öff-

Sie deutlich zweistellig? – Im Kernseg-

ger wird. Der Trend geht hin zu kleine-

net sich der große iranische Markt und

ment Kran sprechen wir von zweistelli-

ren, verbrauchsärmeren Lkw. Dafür sind

hat Nachholbedarf. Als Weltmarktfüh-

gen Margen.

Ladekrane mit Knickarm besser geeignet.

rer müssen wir in so einem Land präsent

Ich sehe für 2016 ein gutes Marktumfeld.

sein.

Die Wachstumsmärkte in Südamerika blie-

In welchem Produktsegment erreichen Sie

eine große Nachfrage im Bereich Recyc-

ben zuletzt hinter den Erwartungen zurück.

die größte Marge? – Wir produzieren und

ling und Forstwirtschaft. Speziell das Ge-

Welche Märkte machen denn Hoffnung? –

verkaufen jährlich rund 60.000 Syste-

schäft mit unseren Holzkranen läuft gut.

Bis 2013 lief es in Südamerika hervorra-

me. In dieser Zahl sind die Verkäufe un-

gend. Wir sind wie für Russland und Chi-

serer Joint Ventures nicht mit eingerech-

Das Thema Industrie 4.0 verspricht einen

na optimistisch, dass diese Länder sich

net. Die beste Marge liegt im Kranbe-

weiteren Effizienzschub. Wo kommt es bei

wieder erholen. Daneben sind Afrika und

reich. Wir liegen im bereits sehr konso-

Ihnen zum Einsatz, und wo sparen Sie Kos-

Indien Themen für uns. Auch der ganze

lidierten globalen Markt bei 35 Prozent

ten damit? – Das Thema Digitalisierung

südostasiatische Raum ist interessant.

Marktanteil und sind damit Weltmarkt-

betrifft zwei Bereiche. Einmal geht es um

Diese Märkte beliefern wir von China aus.

führer. Durch die jahrelange Marktprä-

die industrielle Fertigung, also um die

aber Zeit, denn die Amerikaner wollten

Bei welchen Produkten gibt es die größte Dynamik bei der Nachfrage? – Wir spüren

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COVER

Rendite. Herbert Ortner erklärt Chefredakteur ­Dominik Hojas, warum ihm das kurzfristige ­Denken der Finanzcommunity ­zuwiderläuft.

Automatisierung von Produktionspro-

rungsschwankungen? – Der Vorteil ist,

senresistenter aufgestellt, weil wir mehr

zessen. Viel größeres Potenzial sehe ich

dass wir in den Regionen für die Regio-

Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung

aber im Bereich unserer Produkte, die wir

nen produzieren. Wenn ich vom Kunden

haben. Daneben spielt aber etwa das

dank Digitalisierung mit zusätzlichem

US-Dollar erhalte und mein Material und

Thema Employer-Branding eine Rol-

Nutzen ausstatten können. Hier geht es

meine Arbeitskräfte ebenso in US-Dollar

le. Als börsennotiertes Unternehmen ist

um bessere Bedienerfreundlichkeit und

bezahle, kann mir der Wechselkurs mehr

man ein attraktiverer Arbeitgeber.

weitere Effizienzsteigerungen. Es geht

oder weniger egal sein. Wir produzieren

um die intelligente Nutzung der vielen

in allen wichtigen Währungsräumen, da

Viele Familienunternehmen wollen kei-

Sensoren, die in einem Kran angebracht

gleicht sich das Risiko aus.

ne Quartalsberichte offenlegen, um nicht zu transparent zu sein. – Ich sage, die Trans-

werden können. Beispielsweise können unsere Krane bereits automatisch in Ar-

Wie finanzieren Sie M&A? – Aus einem

parenz ist kein Nachteil. Wenn jemand

beitsposition ausgefahren und auch wie-

starken organischen Cashflow mit einer

Kennzahlen über ein Unternehmen her-

der zusammengelegt werden, was mehr

vernünftigen Verschuldung. Wir gingen

ausfinden will, schafft er es auch auf an-

Sicherheit und einen deutlichen Effizi-

mit einem Verschuldungsgrad von un-

derem Wege. Was ich allerdings nicht

enzgewinn bringt.

ter zehn Prozent in die Krise. Auch des-

gut finde, ist dieses Denken in Quartals-

halb haben wir die Krise gut überstanden.

berichten. Hier beginnt derzeit aber eine

Wird sich Industrie 4.0 auf die Beschäftigung

Wir haben noch in der Krise mit Inves-

Gegenbewegung, bei der wir voll mitzie-

bei Palfinger auswirken? – Effizienzstei-

titionen beginnen können. Der Peak war

hen. Bei Einhaltung aller gesetzlichen

gerung ist in der Fertigung für uns nicht

bei 84 Prozent Gearing. Das bereitete uns

Vorschriften werden wir die Berichte im

neu. In den Standorten mit hohen Lohn-

aber keine schlaflosen Nächte. Wir haben

ersten und dritten Quartal weniger um-

kosten ist die Automatisierung schon

die Verschuldung im vergangenen Jahr

fangreich gestalten. Da sind wir ein Vor-

jetzt sehr hoch. Da gibt es nicht mehr viel

auf 67 Prozent gesenkt und wollen uns

reiter in Österreich. Wir machen das aus

Potenzial. Es war nie unsere Absicht, in

– Akquisitionen unberücksichtigt – auf

Gründen der Effizienz, aber in erster Li-

China billig zu produzieren und dann mit

etwa 50 bis 60 Prozent Verschuldungs-

nie aus unserer Überzeugung heraus. Alle

den Produkten nach Europa zu gehen. Die

grad hinarbeiten. Die Eigenkapitalquote

drei Monate ein großes Reporting zu ma-

Lohnkosten sind für uns nicht das Argu-

liegt bei 40 Prozent. Wir sind jedenfalls

chen bringt doch niemandem etwas.

ment. Ich bin glücklich, wenn das Lohn-

gut aufgestellt und können Akquisitio-

niveau und damit die Personalkosten in

nen planen.

Was sind die wichtigsten Treiber für den Aktienkurs? – Langfristig ist der Aktien-

einem Schwellenland steigen, dann entsteht auch mehr Nachfrage nach unseren

Palfinger

ging

1999

Familien­

kurs ein Spiegel der Ergebnisentwick-

Produkten.

unternehmen an die Börse. Ähnliche Un-

lung. Wenn Sie über längeren Zeitraum

ternehmen sind von der Börse wieder ver-

gute Ergebnisse vorlegen, schlägt sich

Im vergangenen Jahr erlebten wir bei den

schwunden. Hat sich der Börsengang für

das auch auf den Aktienkurs nieder. Dazu

wichtigsten Währungen starke Bewegun-

Palfinger bisher ausgezahlt? – Für uns ist

braucht man eine glaubhafte Strategie.

gen. Wie groß ist bei Ihnen als global agie-

es eine Erfolgsgeschichte. Das sieht auch

Wenn man in eine Aktie investiert, kauft

rendes Unternehmen der Einfluss von Wäh-

die Eigentümerfamilie so. Wir sind kri-

man ein Stück Zukunft des Unterneh-

12

als


COVER

mens. Es geht darum, Investoren mit einer strategischen Perspektive zu versorgen. Manche Analysten meinen aber, es sei schon sehr gut gelaufen und sie brauchten einen neuen Treiber für die künftige Entwicklung? - Genau dieses Denken läuft mir zuwider. In der Finanzcommunity herrscht oft dieses extrem kurzfristige Denken. Wie gesagt, ich glaube, das bringt nichts Gutes. Wenn man mich fragt, würde ich eine weltweite Behaltefrist für Aktien einführen. Sekundentrades sind doch eine Katastrophe und führen letztlich nur zu

INFO FAKTEN Kennzahlen der Palfinger AG • Hauptsitz: Salzburg, Mitarbeiter: 8.995 • Vorstand: Herbert Ortner, Christoph Kaml, Martin Zehnder, Wolfgang Pilz • Aktienkurs: 25,20 Euro, 1 Jahr 0,64 Prozent, 3 Jahre 22,95 Prozent • Umsatzerlöse: 1,23 Milliarden Euro, Konzernergebnis: 64 Millionen Euro • Ebitda: 145 Millionen Euro, Ebitda-Marge: 11,8 Prozent

nanz auf diese Berichte? – Es gibt eine in ihrer Größe nicht zu unterschätzende Nachhaltigkeitscommunity. Viele Stakeholder überprüfen die Nachhaltigkeitsmaßnahmen. Speziell für staatsnahe Unternehmen oder für Umweltfonds ist das ein Thema. Es muss auch ein entsprechendes Reporting geben. Ich sage aber auch dazu, dass hier mittlerweile übertrieben wird. Wenn ich mir im integrierten Geschäftsbericht den Umfang des Sustainability-Reportings anschaue, dann passt das Verhältnis nicht. Der Start in das Jahr 2016 war vielverspre-

Verwerfungen des Systems.

• Ebit: 104 Millionen Euro, Ebit-Marge: 8,5 Prozent

chend. Welche Risiken könnten den Erfolg

Palfinger berichtet seit Jahren umfang-

• Ergebnis je Aktie: 1,73 Euro, Dividende 0,57 Euro

Jahren 30 Firmen gekauft und integriert.

• Eigenkapital: 511 Millionen Euro, Eigenkapitalquote: 42,1 Prozent

ter. Mit 1,2 Milliarden Umsatz sind wir

• Nettoverschuldung: 348 Millionen Euro, Gearing von 68,1 Prozent

wir weitere Expansions- und Akquisi­

reich über seine Anstrengungen hinsichtlich Nachhaltigkeit. Mal ehrlich, bringt das mehr Geschäftserfolg? – Natürlich bringt das was. Es geht beim Thema Nachhaltigkeit ja nicht bloß um einzelne Maßnahmen, sondern um die langfristige Unterneh-

trüben? - Wir haben in den vergangenen Heute beschäftigen wir 10.000 Mitarbeinoch kein Weltkonzern. Deshalb haben tionspläne, die immer Risiko in sich bergen. Die allgemeinen Risiken sind für uns

mensentwicklung. Es ist wichtiger, dass

gleich wie für andere. Ich sehe da als Ge-

das Unternehmen in zehn Jahren ge-

Energie verwende, bin ich nicht nur grü-

fahr eher Probleme am Finanzmarkt wie

sund ist, und nicht, dass wir im nächsten

ner, sondern spare auch Kosten. Wichtig

2008 und weniger politische Spannun-

Quartal gut dastehen. Dennoch müssen

ist, dass die Maßnahmen messbar sind.

gen. Aufgrund eines guten Auftragsein-

wir bei jeder Initiative überlegen, ob sie

gangs Ende 2015 und in den ersten Mo-

auch sinnvoll ist. Da muss man sagen: Ja,

Europaweit gilt für Konzerne ab kommen-

naten 2016 sind wir aber sehr optimis-

Ressourcenschonung bringt auch etwas

dem Jahr eine Reportingpflicht beim Thema

tisch. Ich sehe das Potenzial, dass 2016

für den eigenen Profit. Wenn ich weniger

Nachhaltigkeit. Wie ist eigentlich die Reso-

das nächste Rekordjahr werden wird. n

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MARKTGEFLÜSTER

MÄRKTE

ÖSTERREICHPENSION STATT ZUKUNFTSVORSORGE

MARTIN KWAUKA JOURNALIST Martin Kwauka ist freier Wirtschaftsund Finanzjournalist. Im ­Auftrag von D ­ erBörsianer füllt er diese Seite ­regelmäßig mit ­seinen ­Gedanken.

Die Zukunftsvorsorge ist wegen Konstruktionsfehlern an die Wand gefahren. Die private Vorsorge benötigt dringend ein neues Vehikel mit staatlicher Förderung. Eine Österreich-­ Pension via Pensionskassen kann die dritte Säule wieder auf ein solides Fundament stellen.

Eine Reform ist längst überfällig. Laut

onskassen für individuelle Kunden.

testens bis 31. Dezember 2015 umfas-

„Ein Ausweg ist die Ö ­ ffnung der Pensionskassen für ­individuelle Kunden.“

send evaluieren. Doch keiner wagte,

MARTIN KWAUKA

triebsräte, schon jetzt profitieren und

Arbeitsprogramm musste die Bundesregierung die Zukunftsvorsorge spä-

die heiße Kartoffel anzufassen. Dabei

Schließlich kann die SPÖ kaum eine Institution verteufeln, von der viele ihrer Mitglieder, darunter mächtige Bedie schon heute Abgeordnete zum Nati-

ist der Handlungsbedarf eindeutig: Ein

onalrat und andere Politiker durch frei-

Großteil der 1,6 Millionen bestehenden Verträge stottert nur

willige Einzahlungen nutzen dürfen. Wenn nicht wie bisher

noch dahin. Laut Analyse der Finanzmarktaufsicht erzielte die

nur 23 Prozent aller Arbeitnehmer, sondern alle Bürger pro-

Hälfte der Verträge selbst im guten Investmentjahr 2014 bloß

fitieren dürfen, entsteht eine echte Österreich-Pension. Die

0,7 Prozent Ertrag oder weniger. Das Neugeschäft ist prak-

Vorteile sind vielfältig: Die Kosten der Pensionskassen sind

tisch tot: Alle Fondsgesellschaften sowie große Versicherun-

deutlich tiefer als in der bisherigen privaten Vorsorge, selbst

gen wie Allianz und Uniqa haben sich komplett zurückgezo-

wenn die Kassen die Spesen für Individualkunden wegen des

gen. Finanzminister Hans Jörg Schelling räumt Probleme ein

höheren Aufwands leicht erhöhen. Die Erträge sind langfris-

und ersucht jetzt die Branche um Reformvorschläge.

tig mit durchschnittlich gut fünf Prozent herzeigbar. Selbst

Das Pflichtenheft ist klar: Neue Produkte müssen Chancen

im Katastrophenjahr 2008 waren die Verluste mit im Schnitt

auf attraktive Erträge haben, kostengünstig sein und gleich-

12,9 Prozent zu verschmerzen und wurden in den beiden fol-

zeitig Sicherheit vor schmerzlichen Verlusten bieten. Und

genden Jahren mehr als aufgeholt. In jedem bisherigen Zehn-

schließlich, nicht ganz unwichtig: Sie müssen auch politisch

jahreszeitraum lagen die Erträge weit über dem, was heute die

durchsetzbar sein. Das ist die größte Herausforderung. Die

Zukunftsvorsorge erwirtschaftet. Man kann sich also die teu-

Stellungnahmen der Parteien unterscheiden sich diametral

re Kapitalgarantie ersparen. Das Einzige, was der Kunden ma-

(Seite 82). Besonders weltfremd ist SP-Sozialsprecher Josef

chen müsste, ist eine Pensionskasse auswählen und dort einer

Muchitsch: Er fordert Kapitalsicherung, Mindestverzinsung

offenen Veranlagungsgemeinschaft beitreten. Die Wahl zwi-

und vorzeitige Ausstiegsmöglichkeit. Wer die Altersvorsorge

schen zum Beispiel drei Risikoklassen konservativ, ausgewo-

nicht nur mit Gürtel, sondern zusätzlich auch noch mit Ho-

gen und dynamisch wäre sicher keine Überforderung. Nutz-

senträgern absichern möchte, will in Wahrheit keine private

nießer wären nicht nur Millionen Kunden. Es würden viele zu-

Vorsorge. Selbst der bloße Kaufkrafterhalt der eingezahlten

sätzliche Milliarden den Kapitalmarkt und den Finanzstand-

Prämien würde im Muchitsch-Modell angesichts der tiefen

ort Österreich beleben. Und zu guter Letzt wird die Gefahr von

Zinsflaute zur Illusion. Die Bredouille: Ohne Zustimmung der

Altersarmut gedämpft und der Sozialstaat stabilisiert. Viel-

SPÖ kann jede sinnvolle Reform blockiert werden.

leicht leuchtet dieses Argument sogar einem SP-Sozialspre-

Ein Ausweg aus diesem Patt ist die Öffnung der Pensi-

cher ein. n

14


Erlebt die Finanzwelt einen Klimawandel?

Dr. Heinrich Schaller Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank OÖ

Verantwortung ist mehr als ein Wort. Das wirtschaftspolitische Klima erlebt einen Wandel: Experten sind sich darüber einig, dass Finanzwirtschaft nur dann einen Sinn macht, wenn dahinter reale Werte stehen. Genau dies ist das Gründungsprinzip der Raiffeisen-Idee. So ist die Raiffeisenlandesbank OÖ selbst in der Realwirtschaft erfolgreich und kann ihren Kunden daher individuelle, praxiserprobte Finanzierungsmodelle bieten.

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MÄRKTE

BÖRSENRADAR

+ 80 PUNKTE [MAXIMUM +100] BENCHMARK NTX (CEE) + 70

INVESTOREN DENKEN WIEDER POSITIV

ATX (AUT)

+ 60

+ 50

Die Stimmung der Investoren für die Entwicklung des österreichischen Aktienmarkts (ATX-Index) ist nach einem Zwölf-Monats-Tief von 10,6 Punkten im Jänner 2016 zuletzt wieder deutlich angestiegen. Das Sentiment der Investoren erreichte im März 2016

+ 40

mit +68,6 Punkten ein Jahreshoch. Der Wert setzt sich aus 74,9 Prozent positiver und 6,3 Prozent negativer Einschätzung zusammen. Damit liegt Österreich auf Platz drei im CEE-Ländervergleich. Auch die Stimmung an den Aktienmärkten der CEE-Region (NTX-Index) hat im ersten

+ 30

Quartal 2016 wieder zugelegt, ist aber von regelmäßigen Schwankungen geprägt. Das CEE-Sentiment erreichte im März ebenfalls einen neuen Höhepunkt von +58,8 Punkten. Das ist der beste Wert seit November 2015. Gegenüber dem Jahresanfang ist das sogar eine + 20

Verbesserung um 41,2 Punkte.

+ 10

AKTUELLE INVESTORENSTIMMUNG

74,9 % steigen 18,8 % seitwärts 6,3 % fallen

70,6 % steigen 17,6 % seitwärts 11,8 % fallen

MÄR. 15

APR. 15

0

– 10 PUNKTE [MAXIMUM –100]

+58,8

+75

+26,2

-9,9

Die Investorenstimmung auf den Aktienmärkten in der CEE-Region beträgt nach langem wieder so viele Punkte. Das Sentiment liegt erstmals wieder über dem der Eurozone mit nur +52,4 Punkten.

Sieger unter den CEE-Ländern ist diesmal die Tschechische Republik (PX 50), die +75 Punkte erhält. Stolze 80 Prozent der Investoren setzen darauf, dass die Kurse dort in den kommenden sechs Monaten steigen werden.

Das Schlusslicht ist wieder einmal die Türkei (ISE-100). Mit +26,2 Punkten kann sie nur leicht zunehmen und wurde so schlecht wie kein anderes Land von den Investoren bewertet.

Punkte hat Kroatien (CROBEX) verloren. Damit hat sich die Investorenstimmung in diesem Land, im Vergleich zu den Vormonaten, am stärksten eingetrübt. Nur in der Türkei ist das Sentiment noch schlechter.

16

74,9

74,9

73,7

68,3

0

60,0

NTX (CEE) 68,3

ATX (ÖSTERREICH)

MAI 15


MÄRKTE

POSITIV

+31,7 PKT

JUN. 15

JUL. 15

AUG. 15

SEP. 15

OKT. 15

NOV. 15

DEZ. 15

JÄN. 16

FEB. 16

68,6

58,8

36,9

38,9

10,6

17,6

52,5

45,0

64,7

59,9

33,4

18,7

52,6

42,0

74,9

64,4

62,0

55,5

70,6

64,3

+19 ,9 PKT

MÄR. 16

DIFFERENZ

NEGATIV QUELLE: CEE ZEW-ERSTE GROUP INDIKATOR

+56,1

+47,3

Die Slowakei (SAX) gehört zu den Gewinnern. 62,4 Prozent der Investoren glauben an einen Kursanstieg in den kommenden sechs Monaten. Zuvor waren es nur +35 Punkte.

Keine großen Unterschiede gibt es bei der Investorenstimmung zu Polen (WIG). Zuletzt waren es dort + 49,9 Punkte. Leicht abgenommen liegt sie jetzt bei +47,3 Punkten.

INFO DATEN CEE ZEW-Erste Group Indikator Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und die Erste Group Bank AG befragen monatlich Finanzmarktexperten über die Entwicklung der Aktienmärkte in den folgenden sechs Monaten in Zentral- und Osteuropa. Dazu zählen Österreich (ATX), Kroatien (CROBEX), Tschechien (PX 50), Ungarn (BUX), Polen (WIG), Rumä­ nien (BET), die Slowakei (SAX), Türkei (ISE-100) sowie die Regionen CEE (NTX) und Europa (Eurostoxx). Die Punkte in der Grafik drücken die Differenz zwischen der relativen Menge an Stimmen mit positiver und negativer Einschätzung aus. Diese Balance (Sentiment/Stimmung) kann demnach zwischen –100 (negativ) und +100 Punkten (positiv) schwanken. Punkte gegen null sprechen im Chart für eine neutrale Entwicklung der Aktienmärkte.

17


ROHSTOFFE

DAS ÖLMÄRCHEN Aus Sorge um die Weltkonjunktur rutschten die Börsen parallel zum Ölpreis kräftig ab. Ein scheinbar ­widersprüchliches Paradoxon, dem DerBörsianer ­ auf den Grund gegangen ist. TEXT RAJA KORINEK


ROHSTOFFE

Kalkül. Saudi-Arabiens ­Ölminister Ali Al-Naimi hat einen baldigen ­Rückgang der Förder­mengen ­ausgeschlossen und damit die ­Ölpreise auf Talfahrt geschickt.

„Immer mehr ­Herabstufung auf High-Yield.“

„Sinkender Ölpreis belastet nicht die Weltwirtschaft.“

„Bis dato noch keine Banken­pleiten.“

JAKOB FRAUENSCHUH

HANNES LOACKER

JAN-HENDRICK HEIN

E

s begann mit einer November-

Das Problem: Schon 2014 wuchsen die

ob man das Ergebnis vor Risikovorsor-

Sitzung im Jahr 2014. Damals,

Sorgen über eine Konjunkturverlangsa-

gen oder den Nettogewinn heranzieht

als sich das internationale Ölkar-

mung in China. Und weil das Reich der

– bei den Universal- und Regionalban-

tell, die Opec, in Wien zusammensetz-

Mitte auch der weltweit zweitgrößte Öl-

ken zu einer relativen Ergebnisbelas-

te, passierte das Undenkbare: Der welt-

konsument ist, wurden just Befürch-

tung zwischen neun und 41 Prozent. Da

weit größte Ölproduzent Saudi-Arabien

tungen über einen Verbrauchsrückgang

weniger Risikovorsorgen in der Vergan-

stimmte erstmals einer Produktions-

laut, als die US-Produktion zunehmend

genheit dotiert wurden, würden laut RBI

kürzung nicht zu, obwohl der Preis seit

anstieg, und das auch noch auf Pump

die Investmentbanken stärkere Ergeb-

September 2014 ein gutes Stück unter

– was bereits weitere Sorgen aufwirft.

niseffekte aufweisen, die aber dank ih-

die 100-US-Dollar-Marke je Fass gesun-

Denn was würde mit den Banken ge-

rer Ertragsstärke eine dramatische Ver-

ken war. Bisher hatte der mächtige Öl-

schehen, wenn Kredite ausfallen sollten,

schlechterung des Kreditumfelds eben-

staat darauf stets mit einer Drosselung

so die Frage. Ist doch die Summe recht

falls verkraften würden. Darüber hinaus

reagiert, sagt Hannes Loacker, Ölanalyst

beachtlich. „Fakt ist, dass seit 2010 rund

könnten sie auf eine überdurchschnittli-

bei der Raiffeisen Capital Management

zwei Billionen US-Dollar an Krediten in

che Kapitalbasis zurückgreifen.

(RCM). Jetzt wollte Saudi-Arabien of-

der Rohstoff- und Energieindustrie ver-

Zudem haben die Energie-Compa-

fenbar den US-amerikanischen Bestre-

geben wurden“, so CM-Equity-Experte

nys ihre Finanzierungen diversifiziert,

bungen nach Energieautarkie nicht län-

Jens Brunke.

es würde im schlimmsten Fall also nicht

ger zusehen.

© JOE KLAMAR / AFP/ PICTUREDESK

nur Banken treffen. Schoellerbank-In-

Noch keine Bankenpleiten

vest-Analyst Jakob Frauenschuh: „Ins-

dustrie in den vergangenen Jahren zu-

Dennoch, bis dato sei noch keine Bank

gesamt sind 275 Milliarden US-Dollar

nehmend an Bedeutung gewonnen. Ende

aufgrund der ausstehenden Enerige-

an Hochzinsanleihen im Energiesektor

2012 lag die Onshoreförderung laut US-

kredite pleitegegangen, so Jan-Hen-

ausstehend oder 18 Prozent des High-

Energiebehöde EIA in den USA bei 5,9

drick Hein von ETF Securities. Und

Yield-Marktes in den USA.“ Für die-

Millionen Fass pro Tag und legte bis Ende

selbst bei einer bewusst starken Über-

se Anleger könnte es freilich ein wenig

2015 auf rund 9,4 Millionen Fass pro Tag

schätzung der Risikoparameter kommt

haarig werden: Denn 2015 lag die Aus-

zu. Weltweit lag das Ölangebot Ende 2015

es laut ­einer Studie der Raiffeisen Bank

fallsrate im Energiesektor bei sieben

bei 96,4 Millionen Fass pro Tag.

International AG (RBI) – je nachdem,

Prozent, sie könnte heuer auf elf Prozent

Tatsächlich hat die US-Schieferin-

19


ROHSTOFFE

Oilfield Equipment AG, kurz SBO. Das Problem sei vielmehr der noch stärkere Anstieg beim Angebot. „Sowohl die Opec als auch jene Förderer außerhalb des Kartells haben im Vorjahr den Markt mit je 1,3 Millionen zusätzlichem Fass Öl pro Tag versorgt.“ Den SBO-Chef verwundere der aktuelle Preisdruck nicht. © GUENTHER PEROUTKA / WIRTSCHAFTSBLATT / PICTUREDESK

Dennoch gibt sich Grohmann zuversichtlich: „Die Vergangenheit hat gezeigt, je länger der Abschwung in der Ölindustrie dauert, desto steiler ist in der Regel der Aufschwung.“ Andererseits würden Projekte außerhalb des Ölkartells massiv zurückgefahren. Laut einer Studie von BNP Paribas erreichte im Jahr 2014 das weltweite Investitionsvolumen mit rund 650 Milliarden US-Dollar einen Spitzenwert. Schon 2015 rutschte es auf rund 500 Sparen. Das billige Öl bringt der OMV AG hohe Verluste und zwingt sie zum Sparen.

Milliarden US-Dollar ab. Jens Brunke

klettern. „Auch das Volumen im Hoch-

sche Einkaufstempeln praktisch kaum

aktiven Bohranlagen in den USA ist im

zinssegment dürfte steigen, da immer

zu Fuß erreichbar sind. Auch global be-

Februar auf ein 41-Jahre-Tief gefallen.“

mehr schwache Schuldner aus dem In-

trachtet, mache der Öl- und Gassektor

Zudem haben viele US-Ölproduzen-

vestment-Grade abgestuft werden“, so

weniger als zehn Prozent des weltweiten

ten ihre Förderung wohlweislich mit-

Frauenschuh.

BIP aus, zeigt RCM-Experte Loacker auf.

tels Derivate abgesichert, sich also da-

In Europa sind die Ölfinanzierungen

Verständlich, wenn der Experte meint,

durch für einen gewissen Zeitraum hö-

freilich weit geringer. Hier hat der ge-

„dass wir nicht die Meinung vertreten,

here Verkaufspreise gesichert. Das spült

sunkene Ölpreis laut Natixis Global Asset

ein niedriger Ölpreis wirke sich nega-

in den aktuell schwierigen Zeiten Extra-

Management (Natixis) aber eine indirek-

tiv auf die globale Wirtschaft aus. Ins-

geld in die Kassen, unterstreicht Groh-

te Auswirkung. Er drückt auf die Inflati-

gesamt wirkt er unterstützend.“ Die Re-

mann. Diese Derivate laufen nun jedoch

onsrate, weshalb die EZB den Leitzins

gionen, die es am härtesten trifft, seien

schrittweise aus, fügt Grohmann hinzu.

zuletzt auf null Prozent senkte. Auch

naturgemäß die ölproduzierenden Nati-

Doch auch für viele ölproduzieren-

insgesamt hat sich die Zinskurve ver-

onen, während die Nettoimporteure von

den Nationen wird der tiefe Preis ein ve-

flacht, damit sei es für europäische Ban-

Öl profitierten. „Lateinamerika wurde

ritables Problem. Womit sich die Frage

ken schwieriger geworden, an der Span-

am stärksten getroffen sowie zahlrei-

stellt, wie lange viele Länder dem Ver-

ne zwischen den Einlagen- und den Kre-

che Länder im Nahen Osten“, präzisiert

fall noch zusehen werden. Allein Sau-

ditzinsen Geld zu verdienen, zeigt man

Virendra Chauhan, Ölanalyst bei Energy

di-Arabien benötigt laut ETF Securiti-

bei Natixis auf.

Aspects. In Summe sei laut Loacker der

es einen Ölpreis von 106 US-Dollar je

Effekt für das globale Wirtschaftswachs-

Fass, um Kosten für Sozialprogramme

tum aber positiv.

abzudecken. Im Vorjahr lag das Staats-

Shopping-Turbo

von CM-Equity ergänzt: „Die Anzahl der

Zudem wird teilweise das Gewicht des

defizit Saudi-Arabiens deshalb bei fast

US-Energiesektors an der gesamten

Ölnachfrage bleibt robust

100 Milliarden US-Dollar und somit das

US-Wirtschaftsleistung

überschätzt.

Auch hat sich an der globalen Nachfra-

zweite Jahr in Folge in den roten Zahlen.

Der Sektor macht rund zehn Prozent

ge nichts geändert. Sie ist 2015 erneut

„Noch wird auf die Reserven im Staats-

aller Investitionen aus. Währenddes-

angestiegen, um 1,8 Millionen Fass auf

fonds zugegriffen, er umfasst rund 650

sen entfallen gut 60 Prozent des Brut-

94,6 Millionen Fass pro Tag. „Dabei war

Milliarden US-Dollar“, zeigt Hein von

toinlandsprodukts (BIP) auf den Kon-

der Anstieg sogar überdurchschnittlich

ETF Securities auf. Der könnte 2018 aber

sum. Und der profitiert kräftig vom ge-

hoch“, so Gerald Grohmann, Vorstands-

aufgebraucht sein, „wenn sich bis dahin

sunkenen Ölpreis, zumal transatlanti-

vorsitzender der Schoeller-Bleckmann

der Ölpreis nicht erholt“.

20


ROHSTOFFE

Schrumpfender Polster Was noch für einen raschen Preisanstieg sprechen könnte: Es gibt fast keine Reservekapazitäten der Opec mehr. Sie sind dazu da, um bei unerwarteten Engpässen auszuhelfen. In den 1980er-

„Die ­Ölnach­frage steigt überdurch­schnittlich.“ GERALD GROHMANN

Lage, wo sich vieles im Fluss befindet“, räumt Terry Brennen, Head of Commodities der Deutsche Asset & Wealth Management, ein. Dennoch, im aktuellen Jahr dürfte der Preis im Schnitt bei 40 US-Dollar je Fass liegen, in der ersten

Jahren umfassten die Reservekapazitä-

Jahreshälfte sogar darunter, um sich da-

ten zehn Millionen Fass pro Tag bei ei-

nach bis zum Jahresende auf 50 US-Dol-

nem Tagesverbrauch von rund 60 Millio-

botsschock könnte also ausreichen, um

lar zu erholen, erläutert Terry Brennen.

nen Fass. Heute sind sie auf 2,5 Millionen

den Preis anzuheizen.

Bis 2019 könnte laut OMV AG der Preis

Fass pro Tag geschrumpft, während der

Wobei, aktuell bleibt eine genaue

wieder 70 US-Dollar erreichen. Allein

globale Verbrauch bei täglich 95 Millio-

Preisprognose schwierig, räumen die Ex-

spätestens dann könnte auch das Ölmär-

nen Fass liegt. Schon ein kleiner Ange-

perten ein: „Wir sind in einer komplexen

chen zu Ende gehen. n

ÖLBRANCHE IN ÖSTERREICH Auch in Österreich ist die Ölbranche fi-

„Damit entspricht die Wertschöpfung

te der Free Cashflow mit 85 Millionen

xer Bestand der Wirtschaft. Allein die

der OMV AG einem Viertel des österrei-

­Euro ein Rekordhoch. Eingesetzt könn-

OMV AG „sichert 23.000 heimische Ar-

chischen Tourismus.“ Bei der Schoeller-

te dieser etwa für günstige Übernahme-

beitsplätze“, rechnet Sprecher Robert

Bleckmann Oilfield Equipment AG (SBO)

chancen werden. Die heimische Rohöl-

Lechner vor. Dazu zählen direkt Be-

sind per Ende Dezember 2015 gut 376 am

Aufsuchungs-AG hat als Kerngeschäft

schäftigte, Mitarbeiter bei Tankstellen-

heimischen Standort beschäftigt. Ins-

die Aufsuchung und Förderung von Öl

partnern und Zulieferern sowie indu-

gesamt wurde der Mitarbeiterstand aber

und Gas sowie die Speicherung und den

zierte Arbeitsplätze. Mit einer Brutto-

um 34 Prozent gegenüber 2014 auf 1.135

Handel mit diesen Produkten. Weiters

wertschöpfung von 5,6 Milliarden Euro

Beschäftigte gekappt. Trotz des schwie-

sind in Wien die russischen Unterneh-

trägt die OMV AG zu fast zwei Prozent an

rigen Umfelds, das auch bei der SBO

men Gazprom sowie Lukoil vertreten

der Wirtschaftsleistung bei, so Lechner:

tiefe Spuren hinterlassen hat, erreich-

sowie die in Russland tätige Cat Oil AG.

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MÄRKTE

BÖRSENWETTER

ALFRED REISENBERGER Head of Investments, Valartis Bank Austria AG

„Ich empfehle aktuell Buwog und Andritz. Verkaufen würde ich die RBI.“

YEAR-TODATE-TRENDS DER ­WELTBÖRSEN

LONDON (FTSE 100) 6184,58 I –0,93 %

TORONTO (TSX) 13561,09 I 4,24 %

PARIS (CAC 40) 4427,80 I –4,51 %

NEW YORK (DJIA) 17623,87 I 1,14 % POSITIVE PERFORMANCE (YTD)

NEW YORK (NASDAQ) 4808,87 I –3,96 %

NEGATIVE PERFORMANCE (YTD)

EUROPA (DJ EURO STOXX 50) 3048,77 I –6,69 % MEXIKO-STADT (IPC) 45482,39 I 5,83 %

WELT (DJ GLOBAL) 305,92 I –0,67 %

KOMMENTAR BUENOS AIRES (MERVAL) 12937,97 I 10,82 % GERHARD WINZER Chefvolkswirt Erste Asset Management STEFAN MAXIAN Chefanalyst, Raiffeisen Centrobank AG VERSCHNAUFPAUSE

„Eine Kaufempfehlung gebe ich für die CA Immo, Palfinger und die Telekom Austria. Reduzieren würde ich die OMV.“

Die risikobehafteten Wertpapierklassen befinden sich in einer Verschnaufpause. Die Ängste hinsichtlich einer Rezession, Deflation, harten Landung in China, ansteigenden Konkursen, einer negativen Rückkopplung von den Finanzmärkten auf die Realwirtschaft und der mangelnden Wirksamkeit der Zentralbankpolitiken waren übertrieben. Die abgenommene Risikoaversion der Marktteilnehmer kann vor allem auf die Verbesserung der Konjunkturindikatoren zurückgeführt werden, die auf ein etwas höheres Wirtschaftswachstum im ersten Quartal als im sehr schwachen vierten Quartal 2015 hindeuten. Zudem haben die wichtigen Zentralbanken auf die Abwärtsrisiken mit expansiven Maßnahmen reagiert. In China unterstützen eine Ausweitung der Investitionstätigkeit sowie des Kreditvolumens das Wirtschaftswachstum. Die Risiken bleiben allerdings nach unten gerichtet. Wichtige Indikatoren für das zukünftige Wirtschaftswachstum fallen, die Inflation ist zu niedrig, und die Finanzmärkte bleiben instabil.

22


MÄRKTE

FRITZ MOSTBÖCK Head of Group Research, Erste Group Bank AG

„Kaufen würde ich derzeit CA Immo, Post, AT&S und Voestalpine. ­Verkaufen würde ich die OMV.“

FRANKFURT (DAX) 9948,64 I –7,39 %

WARSCHAU (WIG 20) 1952,60 I 5,02 %

WIEN (ATX) 2298,77 I –4,10 %

SCHANGHAI (SHCOMP) 3018,80 I –14,70 %

ZÜRICH (SMI) 7849,57 I –10,98 %

TOKIO (NIKKEI 225) 17089,23 I –10,22 %

ATHEN (ATHEX) 541,70 I –14,20 % HONGKONG (HANG SENG) 20684,15 I –5,61 %

AFRIKA (DJ AFRICA TITANS 50) 489,67 I 10,80 %

SYDNEY (ALL ORDINARIES) 5224,90 I –2,24 %

EDUARD BERGER Vorstand, Wiener Privatbank SE

THOMAS NEUHOLD Chefanalyst Österreich, Kepler Cheuvreux

„Aktuell würde ich zu einem Kauf von Andritz, Immofinanz und Uniqa raten. Verkaufen würde ich die OMV.“

„Aktuell würde ich Andritz, Porr und Lenzing kaufen. Zu einem Verkauf rate ich bei Zumtobel, OMV und Verbund.“

23


KAPITALMARKT

VERTRAUEN VERSPEKULIERT

Milliardenforderungen. Der Streit um die Schulden der Heta wird jeden Tag teurer. Die Positionen Österreichs und der Anleihegläubiger klaffen weit auseinander.

24


KAPITALMARKT

Die Gläubiger haben das Angebot für den Heta-Schuldenrückkauf abgelehnt, jetzt ist die Finanzmarktaufsicht am Zug. Während es ungewiss ist, ob sich die Republik bei der Heta noch etwas ersparen kann, zeigt eine DerBörsianer vorliegende Studie: Die Kollateral­ schäden der Heta-Abwicklung sind bereits eingetreten. Höhere Zinsen und schlechtere Finanzierungskonditionen sind auf dem österreichischen Bankenmarkt längst Alltag. TEXT LUKAS SUSTALA

N

ach dem Schicksalstag ist für die

und Abwicklung von Banken (BASAG)

die Stimmung ausländischer Investoren

Heta Asset Resolution AG (Heta)

die Heta Asset Resolution AG unter Ku-

weiter verschlechtert“ habe. „Die Re-

vor dem Schicksalstag. Die staat-

ratel gestellt. Bis Ende Mai werden noch

finanzierung wird immer schwieriger.“

liche Abwicklungsgesellschaft der Hypo

Vermögenswerte bewertet, Erfolge bei

Mayrs Lamento ist eines, das man auch

Alpe Adria AG kommt so bald aus dem Ge-

der Veräußerung von Beteiligungen und

auf höherer Ebene oft serviert bekommt.

rede nicht heraus. Am 11. März 2016 lief

Krediten geprüft und dann ein Schul-

RBI-Vorstandsvorsitzender Karl Sevelda

noch das Schuldenrückkaufprogramm

denschnitt verfügt. Er dürfte deutlich

etwa kritisierte das Vorgehen von FMA

des Kärntner Ausgleichszahlungsfonds

größer ausfallen als die „Hair Cuts“, die

und Bund ebenso, weil man davon beim

KAF mit freundlicher Unterstützung von

beim Schuldenrückkaufprogramm vor-

Verkauf von Anleihen in Deutschland

Finanzminister Hans Jörg Schelling aus.

gesehen waren. Da wurden die nachran-

getroffen werde.

Damit sollte der lang befürchtete Hair-

gigen Verbindlichkeiten mit 70 Prozent,

cut der Gläubiger endlich über die Bühne

die vorrangigen Anleihen mit 25 Pro-

unangenehme

gehen. Die Banken, Versicherungen und

zent geschnitten – allerdings wäre da-

habt. Eine aktuelle Studie von zwei Ex-

Fonds, die knapp 11,1 Milliarden Euro an

mit dann schon die Haftung des Landes

perten der Wirtschaftsuniversität Wien

Schulden der Heta halten, hätten auf 3,2

Kärnten abgegolten gewesen, was die

(WU) hat die Folgewirkungen des Mo-

Milliarden Euro ihrer Forderungen ver-

Gläubiger vehement ablehnten.

ratoriums nun genauer unter die Lupe

© HANS RINGHOFER / PICTUREDESK

zichtet sollen. So der Plan. Das Ange-

Das Schuldenmoratorium hat also Nebenwirkungen

ge-

genommen und versucht den Schaden

bot wurde abgelehnt, was schon vor Wo-

Was der Vertrauensverlust kostet

für den österreichischen Finanzplatz zu

chen abzusehen war, da sich wesentli-

Knapp 13 Monate lang hat die Heta nun

quantifizieren. Bei der Untersuchung

che Gläubigergruppen gegen den Forde-

schon ihre Schulden nicht mehr bedient.

mit dem sperrig anmutenden Titel „So-

rungsverzicht aussprachen.

Dieser Schritt aber hat auch andere Ban-

vereign Reputation and Yield Spreads: A

Ende Mai läuft nun das Schuldenmo-

ken getroffen, von klein bis groß. Das

Case Study on Retroactive Legislation“

ratorium aus. Seit 1. März 2015 zahlt die

Image der Banken sei allgemein „an-

geht es um eine spannende Frage: Führt

Abwicklungseinheit der Hypo Alpe Adria

geschlagen“, das der österreichischen

der Versuch eines Staates, sich aus der

keine Zinsen und Schulden mehr. Damit

Banken aber besonders, betonte bei der

finanziellen Verantwortung zu nehmen,

kam es bei der Heta zur Premiere, und

Präsentation seiner Ergebnisse Rein-

zu einem Vertrauensverlust samt höhe-

die Finanzmarktaufsicht (FMA) hat auf

hard Mayr, Vorstand der Raiffeisen-

rer Zinsen?

Basis des damals gerade in Kraft getre-

Landesbank Tirol AG. Angeschlagen sei

Einer der Autoren ist Josef Zechner,

tenen Bundesgesetzes zur die Sanierung

es durch das Heta-Moratorium, „das

der nicht nur Professor für Finance an

25


KAPITALMARKT

der WU ist, sondern auch Mitbegründer des Vermögensverwalters Spängler IQAM Invest und im wissenschaftlichen Beirat des Europäischen Systemrisikorats. Zechner spricht von einem „sichtbaren Vertrauensverlust auf dem

„Die Refinanzierung wird immer schwieriger.“ REINHARD MAYR

österreichischen Kapitalmarkt“. In ei-

haben wir eine Verhaltensänderung von Investoren festgestellt,“ betont Zechner. Denn die beiden wesentlichen Finanzierungsinstrumente auf dem Kapitalmarkt

werden

die

österreichi-

schen Banken aktuell deutlich schwerer los als noch vor der Zeit des Mora-

ner 33-seitigen Fallstudie zur Heta, die

niedrigere Zinsen für seine langfristigen

toriums. Kauften deutsche Investoren

DerBörsianer vorliegt, kommt Zechner

Anleihen. Danach schrumpfte der Zins-

vor März 2015 noch knapp mehr als die

zu dem Ergebnis, dass „der Vertrauens-

vorteil aber auf knapp die Hälfte ab.

Hälfte des Pfandbriefvolumens auf, war

verlust zu gestiegenen Spreads sowohl

es danach nur noch ein Drittel. Wichti-

für den Staat als auch die Banken und zu

Höhere Zinsen, bessere Sicherheiten

ger noch aber ist für Zechner, dass sich

negativen Finanzierungsbedingungen“

„Der Effekt mag nicht groß wirken, aber

die Art der Emission gewandelt hat. Seit

geführt hat.

langfristig sind zehn Basispunkte mehr

dem Schuldenmoratorium wurde keine

Wie kommen die Forscher zu dem Er-

oder weniger ökonomisch signifikant“,

„öffentlich fundierte Bankschuldver-

gebnis? Sie haben sich etwa die österrei-

betont Zechner. Bei dem aktuellen

schreibung“ mehr begeben. Die Schul-

chische Zinslage in Relation zu Ländern

Schuldenstand kostet eine Zinsverteue-

den der öffentlichen Hand – auch von

wie Frankreich, Finnland, Niederlande

rung von zehn Basispunkten immerhin

Ländern und Gemeinden – wurden nicht

oder Belgien angesehen, die eine ähnlich

300 Millionen Euro pro Jahr.

mehr als Sicherheiten herangezogen,

Deutlich stärker tritt der Heta-Ef-

sehr wohl aber Hypothekarkredite. „Der

weisen. Österreich zahlte bis zum Schul-

fekt aber auf den Bankenmärkten zuta-

Sicherheitenpool ist kleiner geworden“,

denmoratorium knapp 20 Basispunkte

ge. „Bei Pfandbriefen und Bankanleihen

schließt Zechner aus den Daten.

© MICHAEL GRUBER / EXPA / PICTUREDESK

gute Bonität und ähnliche Liquidität auf-

Poker. Das Rückkaufangebot an die Heta-Gläubiger ist gescheitert. Der Bund sei jetzt einmal aus dem Spiel, betont Finanzminister Schelling.

26


KAPITALMARKT

Auch

unbesicherte

Senior

Bonds

DER VERÄNDERTE MARKT FÜR BESICHERTE BANKANLEIHEN

wurden kaum begeben. 2015 war das Jahr

WO KOMMEN DIE KÄUFER HER?

mit dem geringsten Emissionsvolumen

DEUTSCHLAND

ANDERE LÄNDER

ZENTRALBANKEN

der vergangenen zehn Jahre. Bei den unbesicherten Bankanleihen sind auch die Risikoaufschläge am stärksten aufge-

70 %

70 %

70 %

60 %

60 %

60 %

50 %

50 %

50 %

als für vergleichbare europäische Emit-

40 %

40 %

40 %

tenten, ist der Risikoaufschlag um wei-

30 %

30 %

30 %

tere 41 Basispunkte angestiegen, wie die

20 %

20 %

20 %

Studie zeigt. Auch bei den Pfandbriefen

10 %

10 %

10 %

ist der Zinsaufschlag ähnlich stark, um

0%

0%

0%

JUL. 13

JUL. 14 JAN. 15

JAN. 16

JUL. 13

Öffentlich besicherte Bankanleihen 

JUL. 14 JAN. 15

JAN. 16

gangen. Lagen diese für österreichische Banken zuvor um 20 Basispunkte höher

37 Basispunkte, gestiegen. JUL. 13

JUL. 14 JAN. 15

JAN. 16

Langfristig kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass die Refinanzierungskos-

Hypothekenbesicherte Anleihen

Die Grafik zeigt den Anteil verschiedener Gläubigergruppen im Primärmarkt für österreichische Pfand­ briefe, die horizontalen Linien markieren die Zeit vor und nach dem Beginn des Schulden­moratoriums. QUELLE: WU WIEN

ten für den Finanzsektor um knapp 900 Millionen Euro pro Jahr höher liegen. Diese Summe würde die erhoffte Ersparnis für den Steuerzahler beim aktuellen Rückkaufprogramm von einmalig 3,2

Arbeitsplätze schaffen.

Österreichs Industrie sichert direkt und indirekt 2,4 Millionen Jobs. Ohne ehrliche und faire Strukturreformen, ohne Investitionen in Bildung, Infrastruktur sowie Forschung und Entwicklung stehen diese Arbeitsplätze auf dem Spiel. Handeln wir jetzt! Foto: dieindustrie.at/Mathias Kniepeiss

www.iv-net.at


KAPITALMARKT

Milliarden Euro gesamtwirtschaftlich gesehen schnell auffressen. Aus dieser Perspektive war das Schuldenmoratorium ökonomisch nur wenig sinnvoll. Doch Österreich hatte „Glück im Unglück“, wie Zechner betont. Dass die

„­Vertrauens­verlust für österreichischen Kapitalmarkt.“ JOSEF ZECHNER

Europäische Zentralbank fast zeitgleich

werden könnten. Anders sieht man das bei Fitch: „Wir gehen davon aus, dass der Bund das Bundesland Kärnten nicht retten wird“, erwartet man bei dem Team rund um Douglas Renwick in London. In den Finanzhauptstädten Europas versucht man die Signale aus Wien irgend-

mit dem Schuldenmoratorium ange-

als Folge werden Gläubiger mit knapp

wie einzuordnen, und man glaubt Fi-

fangen hat, im großen Stil die europä­

sechs Milliarden Euro an Forderungen

nanzminister Hans Jörg Schelling noch

ischen Finanzmärkte zu fluten, hat eine

an Kärnten herantreten. Dann sind die

nicht überall, als er nach dem Scheitern

tatsächliche Kreditklemme für den hei-

– verschiedenen – Gerichte am Zug. In

des

mischen Finanzplatz verhindert. „Dass

Frankfurt, Wien und Klagenfurt werden

„Damit ist der Bund aus dem Spiel.“

die Europäische Zentralbank zeitgleich

Urteile gefällt werden, die aller Wahr-

Der Satz allerdings trifft so nicht ganz

mit Quantitative Easing angefangen

scheinlichkeit nach an höhere Instan-

zu. Angesichts der gestiegenen Refinan-

hat, hat die Effekte für den Finanzplatz

zen weiterverwiesen werden. Auch der

zierungskosten spüren der Staat und die

wohl etwas abgeschwächt.“ Allerdings

Verfassungsgerichtshof prüft das BA-

Banken in Österreich die Folgen des He-

sind nach einem Jahr Schuldenmorato-

SAG. Offene Fragen gibt es viele: bezüg-

ta-Moratoriums immer noch. Wenn

rium die Kollateralschäden offensicht-

lich des Werts der Haftungen, des Ver-

Landespolitiker

lich: höhere Risikoaufschläge, deutsche

mögens in Kärnten, des Beistands durch

Landeshauptmann Josef Pühringer dar-

Investoren

den Bund, der Folgewirkungen für ande-

auf pochen, dass die Heta-Causa schnell

re Hypos.

zu den Akten gelegt wird, um die Unsi-

meiden

den

Finanzplatz

oder verlangen deutlich bessere Sicher­ heiten.

Anleihenkaufprogrammes

wie

sagte:

Oberösterreichs

Wie greifbar die Unsicherheit noch

cherheit endlich zu beenden, dann rich-

ist, zeigt allein schon der Umstand, wie

tet sich diese Forderung ganz besonders

Der Ausblick für die Heta bleibt trüb

unterschiedlich die Ratingagenturen die

an Schelling. Jahrelange Verfahren, Kla-

Wenn jetzt das Schuldenmoratorium zu

Sache sehen. Alois Strasser, einer der

gen und Gegenklagen könnten den do-

Ende geht, verschwindet aber noch nicht

Analysten bei S&P Capital IQ in Frank-

kumentierten Vertrauensverlust noch

die Unsicherheit aus dem österreichi-

furt, die Österreich unter der Lupe ha-

auf Jahre einzementieren. Die Politik ist

schen Markt. Der FMA-Schuldenschnitt

ben, rechnet etwa damit, dass der Bund

bei der Heta nach wie vor im Spiel: Und

dürfte knapp 50 Prozent betragen. Er

„verschiedene Unterstützungsoptionen

die vielen Mitspieler sind gespannt auf

ist aber nur der nächste Schritt. Denn

für Kärnten hat“, die wohl auch genutzt

den nächsten Zug. n

DAS VERHALTEN DER HEIMISCHEN GLÄUBIGER Die Gläubiger der Heta haben beim im

te hatten offensiv die Annahme als „bes-

nicht alle österreichischen Halter von An-

März 2016 abgelaufenen Angebot des

te Lösung“ beworben wie etwa die Aust-

leihen mit dem Verweis auf die rechtliche

Schuldenrückkaufs

unterschied-

rian Anadi Bank AG oder die Landeshypos

Unsicherheit und lange Verfahren von der

lich agiert. Ausländische Institute und

aus Tirol und Vorarlberg. Sie folgten da-

Annahme überzeugen. Die Allianz-Grup-

Fonds waren sich in ihrer Ablehnung

mit auch der Oesterreichischen National-

pe in Österreich etwa hat abgelehnt mit

weitgehend einig, haben doch wesentli-

bank, deren Gouverneur Ewald Nowotny

Hinweis auf die Sorgfaltspflicht. Eben-

che Player eine „Lock-up-Vereinbarung“

„aus rein ökonomischer Sicht“ jeden gut

so die Uniqa Insurance Group AG, für die

­geschlossen, um den Verhandlungsspiel-

beraten sah, das Angebot anzunehmen.

das Angebot „nicht im Interesse der Ak-

raum für Kärnten und den Finanzminis-

Tatsächlich haben einige Investoren mit

tionäre und Kunden“ war. Viele österrei-

ter einzuengen. Bei den österreichischen

Verweis auf kühle Kalkulation das Ange-

chische Fondsgesellschaften hatten sich

Gläubigern war die Stimmung hinge-

bot angenommen wie die Vienna Insu-

bereits zuvor – mit Verlusten – von ihren

gen deutlich gemischter. Einige Institu-

rance Group AG. Allerdings ließen sich

Heta-Anleihen getrennt.

sehr

28


Machen Sie den Klimaputz. Danke, Wasserkraft!

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WIENER BÖRSE

LEICHT BITTER IM ABGANG Börsenvorstand Birgit Kuras geht nach fünf Jahren. Die Bilanz ihrer Amtszeit ergibt ein leicht schizophrenes Bild aus betriebswirtschaftlichem Erfolg auf der einen und einem Bedeutungs­verlust des Börsenplatzes auf der anderen Seite. TEXT HANS WEITMAYR FOTO BARBARA STER

W

ie lang kann ein Kater dauern?

wieder auch nur ansatzweise an die his-

Das hängt in der Regel von

torischen Hochs aus der Vorkrisenzeit

der Art und Menge des Alko-

anschließen konnte. Im Gegenteil, die

hols ab. Nimmt man, sagen wir, 80 Pro-

Börse schrumpfte, es kam zu Abwan-

zent mehr an osteuropäischem Wodka

derungen, man verlor Schwergewich-

zu sich, als man verträgt, kann der dar-

te wie die in die Bwin-Party fusionierte

aus resultierende Hangover schon ein-

Bwin, für die weit und breit kein Ersatz

mal acht Jahre dauern – zumindest im

gefunden wurde. Allein in den vergan-

Fall der Wiener Börse. Ein Handelsvolu-

genen zwölf Monaten haben Unterneh-

men von bis zu zehn Milliarden Euro pro

men wie Miba AG, Bene AG, HTI AG, ATB

Tag hat man damals gemacht. Vor allem

Austria Antriebstechnik AG, BWT AG,

die Osteuropa-Fantasie und der Priva-

Binder+Co AG, Eco Business Immobi-

tisierungsschub führten zu einem ge-

lien AG und C-Quadrat Investment AG

waltigen Höhenflug, Expansionspläne

die Börse verlassen oder solch einen

wurden gewälzt, es schien kein Limit zu

Schritt angekündigt.

geben – und dann platzte die Blase. In Wien schlimmer als sonst wo, was sich

Bashing-Zone Wiener Börse

unter anderem daran zeigt, dass der ATX

In diesem Umfeld ist 2012 Birgit Ku-

im Gegensatz zu anderen Leitindizes nie

ras gemeinsam mit Kovorstand Micha-

Teure Delistings. Ein Rückzug von der Wiener Börse ist schwierig und aufwendig. Neue Regeln sollen für Klarheit sorgen.

30

BIRGIT KURAS MITGLIED DES VORSTANDS WIENER BÖRSE AG Die ehemalige Chefanalystin (58) der Raiffeisen Centrobank AG und RZB-Bankerin ist seit 2012 Mitglied des Vorstands der ­Wiener Börse AG, Vizepräsidentin des Aktienforums sowie im ­Vorstand der ÖVFA.


WIENER BÖRSE

KENNZAHLEN WIENER BÖRSE AG (2014)

2014

2013

+/– %

Umsatzerlöse

Tsd. EUR

39.983

37.362

7,02 %

Ebitda

Tsd. EUR

20.051

17.407

15,19 %

50

47

19.353

16.350

48

44

Ebitda-Marge Ebit Ebit-Marge

% Tsd. EUR %

18,37 %

EGT

Tsd. EUR

18.623

17.377

7,17 %

Bilanzgewinn

Tsd. EUR

13.732

12.763

12,93 %

Bilanzsumme

Tsd. EUR

52.875

49.257

7,35 %

Eigenkapital

Tsd. EUR

30.860

29.124

5,96 %

QUELLE: WIENER BÖRSE AG, GESCHÄFTSBERICHT 2014

Rückzug. Birgit Kuras und Julia Resch von der Wiener Börse AG im Gespräch mit Hans Weitmayr und Dominik Hojas von DerBörsianer im Vorstandsbüro der scheidenden Börsenchefin.

31


XXX

Rückschläge. Dankbar ist der Job von Birgit Kuras nicht immer. Das regulatorische Umfeld, aber auch die komplexe Eigentümerstruktur erschweren den Alltag.

Stolz. Die Wiener Börse AG ist ein höchst profitables Unternehmen. Vor allem auf die steigenden Umsätze und den Zuwachs an Market-Makern ist die Börsenchefin stolz.

el Buhl, dessen Zukunft wie die des Auf-

für Privates. Jetzt kann ich meiner Fa-

Wissen Sie schon, wer Ihnen nachfolgen

sichtsratschefs ebenfalls offen ist, an die

milie noch etwas geben, in fünf Jahren

wird, und haben Sie darauf Einfluss? –

Börsenspitze getreten. In Kuras’ Zeit fällt

braucht mich dann in Wirklichkeit kein

Nein, de facto habe ich keinen Einfluss,

eine Steigerung der Handels­umsätze um

Mensch mehr. Als Börsenvorstand war

und das ist auch richtig so. Aber man

66 Prozent auf rund fünf Milliarden Euro

ich aber schon sehr intensiv und mit-

bespricht Personen, die infrage kom-

täglich. Die Basis an Market-Makern

unter auch recht missionarisch unter-

men. Etwa ob sie kapitalmarktaffin

wurde aufgestockt, das Unternehmen

wegs. Da gibt es dann sehr viele Termi-

sind, gut vernetzt und so weiter. Davon

selbst hat zuletzt einen Gewinn vor Zin-

ne – vor allem am Abend. Man kommt

gibt es viele, ich möchte da jetzt aber

sen und Steuern (Ebit) von knapp 19 Mil-

dann selten vor 11 Uhr nach Hause. Aus

keine einzelnen Personen nennen.

lionen Euro eingefahren und dabei eine

meiner Sicht geht dieser Job also ent-

stolze Ebit-Marge von 48 Prozent (sie-

weder ganz oder gar nicht.

Wie aufreibend war der Job? Es gab ja immer wieder Rückschläge. – Dankbar

he Grafik S. 31) erzielt. Die Kritik wurde trotzdem nicht leiser. Jetzt geht Kuras.

Fällt Ihnen der Abschied leicht? – Natür-

ist der Job nicht immer, das ist schon

Man fragt sich, ob sie bei einer weniger

lich mache ich das schweren Herzens,

richtig. Das liegt nicht zuletzt daran,

komplizierten Eigentümer- und Auf-

aber in zwei oder drei Jahren würde ich

dass das regulatorische Umfeld sehr

sichtsratsstruktur und weniger Zurufe

es genau so schweren Herzens machen

harsch ist – was prinzipiell nicht immer

aus der zweiten oder dritten Reihe den-

– nur wäre dann der Zeitpunkt aus fa-

schlecht ist. Aber derzeit befinden wir

selben Schritt gesetzt hätte. Beim Inter-

miliärer Sicht weniger optimal. Für

uns in einem Gefahrenbereich, in dem

view in ihrem Büro in der Wallnerstraße

mich persönlich war es zudem wichtig

man, metaphorisch gesehen, um Un-

hat Kuras DerBörsianer erzählt, warum sie

zu gehen, wenn es dem Unternehmen

fälle zu vermeiden, einfach die Autos

geht, was auf den Finanzplatz zukommt

gutgeht. Dem Kapitalmarkt werde ich

verbietet. Dann gibt es zwar keine Un-

und warum ein Verkauf der Börse nicht

aber weiterhin verbunden bleiben.

fälle, aber auch keinen Verkehr mehr.

das Allheilmittel sei kann: In welcher Form? – Das ist noch nicht

Regulierungen gibt es in anderen Län-

Frau Kuras, Ihr Mandat als Vorstand der

klar, muss ich mir auch noch gut über-

dern auch. – Das stimmt, aber Öster-

Wiener Börse endet am 31. Mai. Was hat

legen. Ich könnte mir etwas im Bil-

reich und die meisten hier ansässigen

Sie dazu bewogen, sich aus Ihrer Positi-

dungsbereich vorstellen, um die Ide-

Unternehmen sind relativ klein. Das

on zurückzuziehen? – Das sind vor allem

en des Kapitalmarktes weiterzutragen.

heißt, es fehlt an Skaleneffekten. Wenn

familiäre Gründe. Ich habe zwei sehr

Oder auch im Aufsichtsratsbereich –

also neue Regeln auf ein solches Unter-

kleine Enkelkinder und hatte, ehrlich

wobei man sich das sehr gut ansehen

nehmen an der Börse zukommen, und

gesagt, immer wahnsinnig wenig Zeit

muss, allein wegen der Haftungsfragen.

es muss jetzt zum Beispiel plötzlich vier

32


WIENER BÖRSE

Compliance-Officer stellen, dann trifft

Welche Gestaltungsmöglichkeiten blei-

ein wenig von der Wahrnehmung einer

das ein kleines Unternehmen stärker

ben einem Börsenvorstand? Wie macht die

allzu starken Ostlastigkeit zu befrei-

als ein deutsches Unternehmen, das

Wiener Börse ihr – durchaus profitables –

en. Die Suche nach neuen Geschäfts-

fünfzehnmal so groß ist. Das, gepaart

Geschäft? – Vor allem, indem man die

bereichen halte ich für extrem wichtig.

mit Furcht, ist eine unheilige Allianz.

eigenen Geschäftsfelder bearbeitet. Da

Das war auch immer etwas, das ich als

leben wir natürlich einmal vom Handel

Analystin von anderen Unternehmen

Ist das mit der Furcht ein österreich­

selbst, was auch daran liegt, dass wir die

verlangt habe. Im Zweifel muss man

spezifisches Phänomen? – Nicht unbe-

Anzahl der Market-Maker aufstocken

sich aber auch von Geschäftsbereichen

dingt, denn da haben wir etwa unter

konnten. Wir haben jetzt 16, wie ich ge-

trennen. Bei uns war das beispielsweise

Finanzminister Ferdinand Lacina auch

kommen bin, waren es neun. Die Inves-

der Terminmarkt.

andere Phasen erlebt. Damals hat es

torenschicht ist ebenfalls sehr verbrei-

ein Gesamtpaket gegeben: Abschaffung

tert worden. Dazu gibt es den Daten-

Zur Ostlastigkeit: Das hohe CEE-Exposure

der Vermögenssteuer, Absetzfähigkeit

verkauf als zweitwichtigstes Standbein.

war ja immer durchaus ein Kritikpunkt. –

von Bezugsrechten und Dividenden,

Wir haben zum Beispiel Bloomberg und

Wobei die vermutete Ostlastigkeit viel

Investitionsbegünstigungen – also vie-

Reuters als Kunden. IT-Services sind ein

höher ist als die tatsächliche. Die insti-

le Dinge, die zu einem positiven Klima

weiteres Segment, und natürlich ver-

tutionellen Investoren stammen zu fast

pro Kapitalmarkt geführt haben. Und

fügen wir auch über profitable Beteili-

75 Prozent aus dem Ausland, die größte

jetzt? Man senkt die Zinsen ununter-

gungen wie die Strom- und Gasbörse.

Gruppe kommt aus den USA. Der Um-

brochen, aber die 27. Zinssenkung hilft

Außerdem haben wir versucht, unsere

satz der internationalen Handelsteil-

jetzt auch nichts mehr, wir brauchten

Außenwirkung anzupassen – etwa über

nehmer, vor allem aus dem angelsäch-

Investitionsbegünstigungen.

den ATX Global Players Index –, um uns

sischen Raum, liegt ebenfalls bei 80

Egal wie das Börsenwetter wird, bleiben Sie immer top informiert:

produkte.erstegroup.com

lse ImpuAnlagere g für Ihscheidun ent

– – – –

Interessante Anlageideen Aktuelle Analystenmeinungen Relevante Kurs- und Marktdaten Detailliertes Hintergrundwissen


WIENER BÖRSE

Prozent. Im Bondhandel gab es einige

wieder sehr gut entwickelt. – Der ATX-

wettbewerbsfähigen Kurs zu halten? –

Neuerungen. Das neue Segment Cor-

Total-Return liegt seit 2012 bei 36 Pro-

Man muss vor allem Durchhaltevermö-

porates Prime bringt erhöhte Trans-

zent. Auch die Monatsumsätze der Ak-

gen zeigen. Auch die Erweiterung und

parenzregeln für Corporate Bonds. Wir

tien haben sich in diesem Zeitraum von

Bündelung aller Aktivitäten im Bereich

haben kürzlich auch den Fortlaufenden

drei auf besagte fünf Milliarden gestei-

Financial Literacy ist wichtig.

Handel und Liquiditätsbetreuung für

gert. Das hat auch damit zu tun, wie die

Anleihen eingeführt. Das waren alles

Market-Maker agieren und wie attrak-

Das generelle Umfeld wird wahrschein-

Initiativen in Richtung einer breiteren

tiv der Markt generell gesehen wird.

lich auch nicht einfacher? – Nein, im Ge-

geschäftlichen Basis.

genteil. Der Gegenwind, auch mit dem, Warum gibt es so viele Market-Maker

was von Mifid II noch auf uns zukommt,

Gut, das waren die Möglichkeiten nach in-

mehr als früher? – Das liegt sicherlich

wird rauer. Deshalb ist es auch wichtig,

nen – aber was ist mit der Wirkung nach

daran, dass das Geschäft viel interna-

jetzt profitabel zu sein, die Kosten her-

außen? Wie würden Sie eine erfolgrei-

tionaler geworden ist.

untergefahren zu haben – auch auf der

che Börse definieren, und haben Sie die-

Personalseite –, um über die nötige fi-

ses Ziel erreicht? – Ich habe in meinem

Kritik hat es immer wieder an der Ge-

Leben meine mir gesteckten Ziele nie

bührenstruktur gegeben. Der Handel sei

erreicht (lacht)! Aber wenn ein Unter-

schlicht zu teuer. Die Festsetzung der Ge-

Aber hat diese Stand-alone-Lösung der

nehmen an eine andere Börse gegangen

bühren liegt in Ihrem Ermessen – gibt es

Wiener Börse angesichts der immer weiter

wäre und nicht an die Wiener Börse, das

dabei keinen Spielraum? – Die Festset-

fortschreitenden Marktkonzentration eine

hätte schon sehr geschmerzt. Um das

zung der Gebühren liegt beim Unter-

Zukunft? – Strategische Ausrichtungen

zu verhindern, muss man dauernd un-

nehmen und ist aufsichtsratspflichtig.

müssen tagtäglich hinterfragt werden.

terwegs sein. Seit 2012 habe ich rund 50

Wobei, es stimmt schon: Wien ist keine

Ich möchte meinen Nachfolgern nichts

Unternehmen besucht, einige weitere

Diskontbörse. Man darf aber nicht die

ausrichten. Wenn man sagt: „Die Wie-

folgen noch in den nächsten Wochen.

absolute Zahl sehen – es gibt Rabat-

ner Börse ist ohnehin klein, dann soll

Unsere IPO-Workshops besuchten in

te für Market-Maker oder Specialists.

sie halt jemand kaufen“, dann macht

den letzten Jahren mehr als 170 Unter-

Und was die Gebühren einer Börsenno-

man es sich aus meiner Sicht viel zu

nehmen. Ich habe es als eine wesentli-

tiz betrifft: Da stimmt es einfach nicht,

einfach. Denn auch die Unternehmen

che Aufgabe der Börse betrachtet, dass

dass wir teuer sind. Das kostet maximal

sind im internationalen Vergleich klein

man den Unternehmen erklärt, warum

7.500 Euro im Jahr. Teuer ist, dass die

und müssen anders serviciert werden.

es Sinn macht, am Heimatmarkt zu no-

Rahmenbedingungen immer komple-

Außerdem stellt sich mir die Frage, ob

tieren. Denn der Umsatz findet für ein

xer werden und diese Regulatorien ent-

man in einem größeren Verbund relativ

österreichisches Unternehmen natür-

sprechend umgesetzt werden müssen.

gesehen nicht noch kleiner wird.

nanzielle Substanz zu verfügen.

lich eher in Wien statt als in Frankfurt. Aber wäre eine Herabsetzung der Ge-

Wie lassen sich solch strategische Ent-

Apropos Umsatz – wo steht die Wiener

bühren nicht ein probates Mittel, um die

scheidungen in einem komplexen Um-

Börse in dem Bereich? Wird man jemals

Konkurrenz wie zum Beispiel Dark Pools

feld treffen? Stichwort: Eigentümerstruk-

wieder an die Vorkrisenniveaus anschlie-

oder die OTC-Märkte zu attackieren? –

tur, zwei Vorstände, Aufsichtsrat, Politik.

ßen? – Derzeit sind es etwa fünf Milli-

Die unregulierten Dark Pools sind be-

Könnte man etwas vereinfachen? – Die

arden Euro pro Monat. Das ist weit von

reits zurückgegangen, weil man gese-

Einflüsse sind natürlich mannigfaltig,

den Hochs entfernt, wir lagen mal bei

hen hat, dass sie auch nicht das Gelbe

keine Frage. Die Struktur des Unter-

etwa dem Doppelten. Aber damals fan-

vom Ei sind. Aber, zugegeben, die in-

nehmens ist aber sehr gut und sauber,

den natürlich auch die Privatisierungen

transparenten, außerbörslichen Um-

die Vorstandskonstellation zudem ge-

statt, und der ATX war durch die Ost-

sätze tun uns weh. Das braucht man

setzlich geregelt.

fantasie zu 80 Prozent überbewertet –

gar nicht schönzureden. Das war aber

das weiß ich noch aus Analystensicht.

auch eines der Ziele von Mifid I – mehr

Könnte man den Staat mit in die Pflicht

Diesen Zeitraum der extremen Eupho-

Konkurrenz zuzulassen. Das hat letzten

nehmen, beispielsweise über eine Beteili-

rie als Gradmesser heranzuziehen ist

Endes zu einer erhöhten Intransparenz

gung? – Die Idee haben jetzt Sie geboren

unrealistisch.

geführt.

– da will ich keine guten Ratschläge er-

Dementsprechend die Korrektur. In Ihrer

Was muss passieren, um die Wiener Bör-

Kapitalmarkt ganz oben auf der Agenda

Zeit seit 2012 hat sich der Index dann aber

se in den kommenden Jahren auf einem

des Finanzministers steht. n

teilen. Zudem glaube ich nicht, dass der

34


MEHR ALS 200 JAHRE INVESTMENTS FÜR IHRE ZUKUNFT

Ansatz: Überzeugend Erfolg: Überragend DIE FORDERUNGEN Wie machen wir den Kapitalmarkt fit? Diese Fragen haben Topmanagerinnen wie Börsenchefin Birgit Kuras, BKS-Vorstandschefin Herta Stockbauer, RHI-Finanzvorstand Barbara Potisk-Eibensteiner und Grünen-Nationalratsabgeordnete Ruperta Lichtenecker beim ersten Frauen Finanz Salon (Seite 88) von DerBörsianer in Wien diskutiert. Ihre Forderungen wurden rasch klar: Eigenkapital muss Fremdkapital gleichgesetzt werden, mehr Eigen-

Schroder ISF EURO Credit Conviction Ein überzeugender Fondsmanager bündelt die europäischen Unternehmensanleihen, von denen er am meisten überzeugt ist – und der Schroder ISF EURO Credit Conviction entwickelt sich seit Auflage überragend: Jährliche Rendite: Stetiges Alpha:

4,25 %1 0,76 %1

verantwortung, weniger Konsumentenschutz, Bildung und Forschung stärker fördern und Steuervorteile für Vorsorge schaffen. Nicht ohne Grund fordert Stockbauer die Abschaffung der heimischen Bankensteuer: „Sie ist ein Albtraum, führt zu gravierenden Wettbewerbsnachteilen und verhindert den Aufbau von Eigenkapital.“ Andererseits werde die Wiener Börse im internationalen Umfeld bestenfalls als

Jetzt überzeugen lassen: auf schroders.de

ein Finanzplatz für kleine und mittelgroße Unternehmen wahrgenommen, begründet Kuras die geringe internationale Aufmerksamkeit: „Leider ein strukturelles Problem.“ Umso mehr begrüßt Lichtenegger das neue CrowdfundingGesetz: „Immerhin ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.“ Den man aber nicht auf die leichte Schulter nehmen solle, mahnt Potisk-Eibensteiner von der RHI AG: „Die Frage ist, ob sich Anleger den möglichen Gefahren bei derartigen Investments bewusst sind.“ Das Bewusstsein für den Kapitalmarkt gehöre jedenfalls insgesamt gestärkt. „Die Börse ist kein Zockerplatz. Das muss schon in Schulen unterrichtet werden“, meint Kuras. Dabei gibt es noch weitere Ansätze: „Bei der Forschung rutscht Österreich im internationalen Ranking ab. Da müs-

Nur für professionelle Anleger

sen wir noch viel mehr investieren“, meint Lichtenegger. Und das ist nicht alles. Potisk-Eibensteiner mahnt, die Jugend nicht zu einem Denken hin zu sicheren Arbeitsplätzen bis zur Pension zu erziehen: „Wichtig ist eine Karriere, die den Interessen entspricht.“ Einig war man sich letztlich auch darin, dass auf Österreich in Zukunft noch eine Menge Herausforderungen zukommen dürften.

Schroder ISF steht für Schroder International Selection Fund. Quelle für Rating: Citywire. Stand: 29. Februar 2016. 1 Die genannten Wertentwicklungsangaben beziehen sich auf den Zeitraum 18.12.2013 –29.02.2016. Anteilsklasse A, thes. Quelle: Schroders. Bruttoperformance vor Abzug der Kosten wird gezeigt. Renditen in Euro. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein zwingender Hinweis auf den zukünftigen Wertverlauf, und der investierte Betrag kann den Rückzahlungsbetrag überschreiten. Es wird auf das nicht auszuschließende Risiko von Kurs- und Währungsverlusten hingewiesen. Zeichnungen für Anteile des Fonds können nur auf der Grundlage des aktuellen Verkaufsprospekts und des letzten geprüften Jahresberichts sowie des darauf folgenden ungeprüften Halbjahresberichts, sofern veröffentlicht, vorgenommen werden.


MÄRKTE

KURSE ÖSTERREICH MARKTENTWICKLUNG ENTWICKLUNG (YTD) DER INTERNATIONALEN AKTIENMÄRKTE IM VERGLEICH ZUR WIENER BÖRSE 10 %

8%

6%

4%

EMERGING MARKETS 2%

0%

OSTEUROPA

USA -2 %

EUROPA

-4 %

-6 %

-8 %

-10 %

-12 %

ATX (ÖSTERREICH) ÖSTERREICH (ATX)

STOXX EASTERN EU TM (EUR) STOXX EUROPE TM (EUR) STOXX US TM (EUR)

-16 %

STOXX EM TM (EUR)

JAN.

FEB.

MÄR.

-14 %

21. 03.

PERFORMANCE DIE ENTWICKLUNG DES ATX IM WORDRAP

Der ATX steht bei 2298,77 Punkten. Year-to-date (YTD) liegt der ATX bei -4,1 Prozent. Es gab bisher 29 Gewinntage und 26 Verlusttage. Auf das Jahreshoch von 2362,73 Punkten fehlen 2,71 Prozent. Vom Jahrestief von 1957,05 Punkten ist man 17,46 Prozent entfernt. Der beste Wochentag ist der Freitag mit 0,81 Prozent, der schwächste der Donnerstag mit -0,55 Prozent.

ALLES BEWEGT SICH Das erste Quartal 2016 ist geschafft, und es war eines der intensivsten seit langer Zeit. Etliche Krisen­ szenarien wurden verarbeitet, der ökonomische Zustand des Globus heftig hinterfragt. Einige Fragen

KOLUMNE

blieben zwar nach wie vor offen, in Summe hat sich aber auch viel Beruhigendes getan. So wurde das Wachstum in den USA zwar auf geringem, aber doch positivem Niveau bestätigt. Europa konnte die Konjunkturerwartungen auch im Plus belassen, und auch Chinas Ausweis seiner positiven Entwicklung wird nicht mehr so stark angezweifelt. Österreich liegt in dem Kontext derzeit im Hintergrund, nachdem sich noch keine herausragenden Sonderfaktoren, besonders in Osteuropa, ergeben haben. Heimische Unter-

WOLFGANG MATEJKA Geschäftsführer Matejka & ­Partner Asset Management

nehmen haben zwar überwiegend positiv berichtet, einige Sonderabschreibungen trüben aber hier und da das Bild. Im Laufe des zweiten Quartals wird es gelten, diese Zweifel zu entkräften, den inzwischen leicht steigenden Euro in Kombination mit einem ebenso leicht steigenden Ölpreis eher in eine Chance als eine Belastung zu wandeln und im aktuell enorm tiefen Zins- und Renditeumfeld die nach wie vor vorhandene Attraktivität von Wachstum und Dividenden am Aktienmarkt erneut ins Bild der Investoren zu tragen.

36


Das Leben ist zu kurz, um nicht langfristig zu denken. Ein gutes Fondsmanagement besitzt die Eigenschaften eines Elefanten. Deshalb handeln wir mit Besonnenheit, Erfahrung und Gespür. Überzeugen Sie sich selbst: die vermögensverwalteten Mischfonds von ETHENEA. ethenea.com

Ausführliche Hinweise zu Chancen und Risiken entnehmen Sie bitte dem letztgültigen Verkaufsprospekt. Maßgeblich sind die Angaben im Verkaufsprospekt sowie der aktuelle Halbjahres- und Jahresbericht. Die Wesentlichen Anlegerinformationen, den Verkaufsprospekt sowie die Berichte in deutscher Sprache erhalten Sie kostenlos bei der Verwaltungsgesellschaft ETHENEA Independent Investors S.A., 16, rue Gabriel Lippmann, L-5365 Munsbach oder bei der Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG, Am Belvedere 1, A-1100 Wien.


MÄRKTE

INDIZESKURSE DIE 20 TOP/FLOP–INDIZES WELTWEIT (SELEKTIV) 2016 (YTD) INDEX ISIN KURS YTD % YTD HIGH YTD LOW 1 J % 1 J VOLA 3 J % 3 J VOLA

DJ Islamic Market (Istanbul) MERVAL (Buenos Aires)

n. a.

4764,04

17,75% 4764,05 3778,06 8,10% 19,54 5,22% 20,45 ↑

XC0009698090 12937,97 10,82% 13405,18 9401,06 13,64% 37,36 277,18% 36,31 ↑

DJ Africa Titans 50 (Afrika)

n. a.

FTSE ASEAN 40 (Asien)

n. a.

489,67

10,80% 492,61 363,41 -19,81% 22,01 -33,17% 17,94 ↑

9166,55 8,89% 9188,85 7645,68 -12,31% 18,00 -18,62% 14,48 ↑

BUX (Budapest)

XC0009655090 25832,37 7,99% 25938,65 22536,03 34,36% 18,13 43,52% 17,12 ↑

IPC (Mexiko-Stadt)

PSIBME000000 45482,39 5,83% 45482,39 40265,37

WIG 20 (Warschau)

PL9999999987 1952,60 5,02% 1962,00 1674,60 -18,90% 18,60 -17,61% 17,00 ↑

TSX (Toronto)

XC0009695252 13561,09 4,24% 13621,30 11843,11 -9,24% 15,69 6,30% 12,41 ↑

CROX (Zagreb) KOSPI (Seoul)

AT0000A02WU3 969,43 1,68% 969,43 n. a.

DJIA (New York)

1989,76

3,44% 12,85

6,55% 14,00 ↑

901,25 7,54% 9,97 -6,69% 10,63 ↑

1,45% 1992,12 1835,28 -2,33% 13,47

2,11% 11,75 ↑

US2605661048 17623,87 1,14% 17623,87 15660,18 -2,78% 16,01 21,44% 12,85 ↑

AEX 25 (Amsterdam)

NL0000000107 443,83 0,45% 444,79

S&P 500 (New York)

US78378X1072 2051,60 0,37% 2051,60 1829,08 -2,68% 16,34 31,78% 13,24 ↑

382,61 -11,08% 23,09 26,54% 17,34 ↑

DJ Global (Welt)

XC0006975012 305,92 -0,67%

FTSE 100 (London)

GB0001383545 6184,58 -0,93% 6201,12 5536,97 -11,93% 19,05 -3,26% 14,66 ↑

OMX (Reykjavik)

IS0000004463 1301,38 -1,41% 1327,74 1221,59 25,48% 12,48 66,25% 11,44 ↑

OBX (Oslo)

NO0000000021 528,70 -1,91% 530,70 456,90 -6,47% 22,30 20,65% 17,20 ↑

ASX All Ordinaries (Sydney)

XC0009693018 5224,90 -2,24% 5322,80 4816,60 -11,98% 17,06

MBI 10 (Skopje)

n. a.

PSI 20 (Lissabon)

1791,05

307,99 270,79 -8,23% 15,49

11,05% 12,55 ↑

4,90% 13,47 ↑

-2,30% 1835,94 1778,74 0,96% 7,79 -2,03% 9,66 ↑

PTING0200002 5189,63 -2,33% 5231,14 4460,63 -13,31% 24,33 -14,87% 22,06 ↑

ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007

www.rcb.at

BET (Bukarest) OMX 25 (Helsinki) NASDAQ (New York)

ROXBSEI00005 6790,40 -14,70% 6906,01 6018,98 -2,03% 15,56 20,06% 12,97 ↓ FI0008900212 3236,54 -14,20% 3261,91 2858,41 -10,20% 22,83 37,99% 18,31 ↓ XC0009694271 4808,87 -10,98% 4903,09 4266,84 -4,33% 18,58 48,19% 15,19 ↓

ATX (Wien)

AT0000999982 2298,77 -10,22% 2362,73 1957,05 -9,09% 22,53 -5,08% 18,60 ↓

ATX Prime (Wien)

AT0000999925 1177,50 -9,16% 1210,37 1006,95 -7,50% 21,01 -0,96% 17,42 ↓

BTX (Sofia)

AT0000A03HC0 1169,63 -7,39% 1221,55 1164,08 -20,26% 11,03 -6,64% 15,90 ↓

CAC 40 (Paris)

FR0003500008 4427,80 -6,69% 4537,63 3896,71 -12,97% 24,05 17,44% 19,02 ↓

OMX 30 (Stockholm)

SE0000337842 1377,56 -6,65% 1424,19 1247,06 -19,48% 22,52

CTX (Prag)

AT0000726443 1177,75 -6,33% 1222,49 1090,76 -15,22% 18,60 -15,74% 16,85 ↓

IBEX 35 (Madrid) HANG SENG (Hongkong)

ES0SI0000005 9021,00 -5,61% 9335,20 7746,30 -21,00% 24,05

15,14% 17,08 ↓ 8,30% 20,30 ↓

HK0000004322 20684,15 -5,48% 21327,12 18319,58 -15,14% 22,88 -6,47% 17,53 ↓

UTX (Kiew)

AT0000A06418 81,10 -5,33%

OMX 20 (Kopenhagen)

DK0016268840 946,69 -4,79% 1012,86

DJ EURO STOXX 50 (Europa)

EU0009658145 3048,77 -4,51% 3178,01 2680,35 -18,18% 24,55 13,69% 19,62 ↓

DAX (Frankfurt)

DE0008469008 9948,64 -4,15% 10310,10 8752,87 -17,37% 24,85 25,75% 19,38 ↓

ISEQ 20 (Irland)

90,56

73,71 -42,75% 31,16 -72,85% 42,66 ↓ 833,31

IE00B0500264 1023,07 -4,13% 1116,97 950,96

3,18% 24,38 77,20% 18,25 ↓

0,18% 20,43 60,76% 17,13 ↓

Nikkei 225 (Tokio)

XC0009692440 17089,23 -4,10%

SMI (Zürich)

CH0009980894 7849,57 -3,96% 8701,46 7496,62 -16,46% 19,12

ATHEX (Athen) SHCOMP (Schanghai)

18450,98 14952,61 -12,63% 25,29 38,50% 23,27 ↓

GRI99117A004 541,70 -3,66% n. a.

3018,80

1,36% 16,26 ↓

621,12 440,88 -27,23% 40,56 -41,79% 37,81 ↓

-3,05% 3361,84 2655,66 -16,55% 39,64 29,66% 27,46 ↓ QUELLE:

38


MÄRKTE

AKTIENKURSE DIE 20 TOP/FLOP–AKTIEN DER WIENER BÖRSE 2016 (YTD) UNTERNEHMEN ISIN KURS YTD % YTD HIGH YTD LOW 1 J % 1 J VOLA 3 J % 3 J VOLA

ECO Business-Immobilien AG

AT0000617907 8,979 38,14% 8,999 6,000 43,66% 35,42 80,34% 31,57 ↑

C-Quadrat Investment AG

AT0000613005 57,600 25,76% 57,600 41,380 15,67% 45,21 145,11% 39,51 ↑

Burgenland Holding AG

AT0000640552 58,000 13,70% 58,000 47,810 7,01% 36,57 45,00% 49,93 ↑

Telekom Austria AG

AT0000720008 5,621 11,46% 5,649 4,750 -14,87% 22,70 5,86% 24,26 ↑

Schoeller-Bleckmann AG

AT0000946652 55,900 10,89% 56,600 42,010 -2,90% 40,62 -29,18% 34,23 ↑

Strabag SE

AT000000STR1 25,820 9,52% 26,310 20,520 19,26% 25,13 42,02% 25,07 ↑

Flughafen Wien AG

AT0000911805 95,350 8,85% 96,230 75,200 20,76% 20,85 99,58% 20,28 ↑

Österreichische Post AG

AT0000APOST4 36,570 8,74% 36,570 30,350 -18,84% 22,67 11,04% 19,16 ↑

Semperit AG Holding

AT0000785555 33,300 7,07% 33,490 25,840 -16,75% 33,30 9,83% 31,95 ↑

Andritz AG

AT0000730007 48,180 6,95% 49,205 38,690 -15,37% 28,95 -7,77% 26,48 ↑

Oberbank AG ST

AT0000625108 55,400 4,92% 56,700 52,900 8,73% 4,25 14,70% 2,84 ↑

Do & Co AG

AT0000818802 104,350 4,35% 104,350 83,800 43,04% 33,12 193,08% 29,98 ↑

Voestalpine AG

AT0000937503 29,395 3,70% 30,195 22,515 -16,21% 37,77 18,94% 29,86 ↑

RHI AG

AT0000676903 18,545 2,94% 18,545 14,690 -37,91% 33,00 -28,43% 28,82 ↑

Wienerberger AG

AT0000831706 17,540 2,63% 17,540 12,500 20,14% 37,40 97,08% 30,98 ↑

Wolford AG

AT0000834007 25,270 1,61% 25,440 23,760 18,64% 17,24 12,06% 21,89 ↑

Raiffeisen Bank International AG

AT0000606306 13,800 1,43% 13,945 10,210 12,52% 42,48 -49,85% 42,09 ↑

BKS Bank AG VZ

AT0000624739 15,200 0,66% 15,200 14,450 -1,94% 10,14 2,01% 7,22 ↑

Atrium European Real Estate

JE00B3DCF752 3,580 0,28% 3,600 3,000 -14,76% 23,18 -22,17% 21,07 ↑

Manner AG

AT0000728209 49,590 0,24% 49,700 46,010 7,57% 25,69 -6,43% 35,43 ↑

ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007

www.rcb.at

Zumtobel Group AG

AT0000837307 15,050 -35,35% 22,500 14,795 -33,85% 38,64 72,39% 36,92 ↓

Vienna Insurance Group AG

AT0000908504 18,790 -25,70% 24,790 18,700 -55,13% 30,80 -52,55% 25,32 ↓

FACC AG

AT00000FACC2 5,407 -24,59%

Linz Textil Holding AG

AT0000723606 260,000 -20,00% 329,000 260,000 -34,18% 35,58 -52,73%

Kapsch Trafficcom AG

AT000KAPSCH9 30,000 -19,78% 38,000 28,450 26,05% 30,58 -24,05% 31,62 ↓

Erste Group Bank AG

7,153

4,497

AT0000652011 24,820 -14,15% 28,500 22,750

-24,80%

31,83

n. a.

n. a.

31,71 ↓

8,41% 32,66 9,24% 34,16 ↓

Gurktaler AG VZ

AT0000A0Z9H1 5,160 -14,00% 6,500 4,050 -6,18% 45,03 14,62% 58,21 ↓

Rosenbauer International AG

AT0000922554 57,400 -13,81% 66,000 46,000 -27,53% 32,19 9,08% 27,74 ↓

Uniqa Insurance Group AG

AT0000821103 6,520 -13,36% 7,447 5,041 -25,20% 30,12 -35,45% 25,84 ↓

UBM Development AG

AT0000815402 32,000 -12,30% 34,850 27,520 -21,95% 36,27 124,56% 38,74 ↓

Immofinanz AG

AT0000809058 1,848 -12,04%

Frauenthal Holding AG

AT0000762406 10,350 -11,54% 11,400 10,350 21,05% 22,69 23,23% 24,52 ↓

2,102 1,622 -33,81% 33,18 -27,67% 27,27 ↓

Schlumberger AG VZ

AT0000779079 14,600 -10,43% 16,795 14,000 2,60% 31,32 16,89% 33,46 ↓

Mayr-Melnhof Karton AG

AT0000938204 102,850 -10,17% 111,450 98,000 6,58% 22,68 18,82% 19,51 ↓

Porr AG

AT0000609607 25,620 -8,34% 27,800 22,240

Valneva SE

FR0004056851 3,495 -8,27%

3,715

2,800

3,67% 35,71 270,70% 59,85 ↓ -21,46%

42,39

n. a.

n. a.

Verbund AG

AT0000746409 10,960 -7,59% 12,065 10,035 -34,23% 26,97 -36,26% 24,24 ↓

Agrana Beteiligungs-AG

AT0000603709 83,770 -7,23% 90,000 77,000

Cross Industries AG

AT0000820659 3,470 -6,22% 3,754 3,353 90,66% 50,58 399,28% 50,78 ↓

Palfinger AG

AT0000758305 24,905 -5,84% 26,560 22,710 -0,56% 33,68 20,90% 33,95 ↓

2,91% 21,20 -18,67% 20,34 ↓

QUELLE:

39


MÄRKTE

FONDSKURSE DIE 20 TOP/FLOP–ÖSTERREICH–FONDS (THESAURIERT) 2016 (YTD) VOLUMEN FONDSNAME ISIN KURS YTD % YTD HIGH YTD LOW 1 J % 1 J VOLA 3J % 3 J VOLA (MIO. EURO)

VB Mündel-Rent

AT0000A0HR15 942,55 3,14% 946,38 914,53 -2,16% 5,27 13,11% 4,17 13,68 ↑

Spängler IQAM SparTrust

AT0000817960 158,50 3,12% 158,82 153,70 -1,27% 4,62 10,71% 3,67 327,80 ↑

VB Mündel-Flex

AT0000A0S6L8 118,78 3,05% 119,24 115,37 -3,72% 4,42 7,66% 3,55 37,04 ↑

ESPA Bond Euro Mündelrent

AT0000812995 14,60 2,96% 14,67 14,19 -1,65% 4,99 12,16% 3,86 590,18 ↑

Hypo Rent

AT0000611157 10,25 2,81% 10,28

AustroMündelRent

10,01 -1,61% 4,47 9,77% 3,23 270,77 ↑

AT0000801246 133,72 2,65% 133,95 130,26 -0,96% 4,49 10,73% 3,51 84,93 ↑

Bawag PSK Mündel Rent

AT0000719273 117,83 2,24% 117,96 115,20 -1,64% 3,44 9,20% 3,08 355,55 ↑

Kepler Vorsorge Rentenfonds

AT0000722566 138,42 1,81% 138,48 135,82 -0,28% 2,96 8,39% 2,94 414,68 ↑

Allianz Invest Vorsorgefonds

AT0000721360 130,53 1,67% 130,92 128,41 -1,70% 3,75 5,72% 3,71 94,47 ↑

Tirolpension

AT0000A0VKV1 8,06 1,51% 8,06 7,95 1,13% 1,97 5,05% 1,54 14,20 ↑

Gutmann Mündelsicherer Anleihefonds AT0000A0CG05 9,43 1,47% 9,46 9,30 -0,50% 2,81 7,92% 2,72 3,66 ↑ PIA - Mündel Bond

AT0000674874 14,51 1,26% 14,54 14,33 0,28% 2,10 5,91% 2,00 310,35 ↑

Apollo Mündel

AT0000746961 12,56 1,13%

Apollo Mündel

AT0000900048 7,32 1,10% 7,34 7,24 1,09% 1,87 5,52% 1,95 72,68 ↑

12,60 12,42 1,12% 1,85 5,57% 1,80 72,68 ↑

RLB NÖW Mündel Rent

AT0000746219 1084,97 1,09% 1088,02 1073,66 0,23% 1,99 5,56% 1,87 33,15 ↑

Hypo Mündel Fonds

AT0000A0KQQ1 10,32 1,08% 10,34 10,22 -2,18% 3,17 1,98% 2,53 5,05 ↑

Schoellerbank Vorsorgefonds

AT0000820402 118,89 1,07% 119,50 117,47 -0,77% 1,85 5,75% 1,57 83,79 ↑

Sparda Rent

AT0000855416 132,10 0,95% 132,13 130,90 0,76% 1,11 5,15% 1,02 63,84 ↑

TirolRent

AT0000832597 25,38 0,87% 25,41 25,17 0,87% 1,07 5,00% 0,99 49,83 ↑

Hypo 3-Wert

AT0000A0B083 130,14 0,72% 130,14 127,35 -1,76% 2,31 3,93% 1,99 23,14 ↑

ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007

www.rcb.at

SemperShare Austria

AT0000815030 112,13 -5,45% 119,24 95,49 -8,26% 22,88 3,06% 18,35

3 Banken Österreich Fonds

AT0000662275 26,63 -4,17% 27,88 22,65 -4,75% 19,14 18,04% 15,57 115,50 ↓

15,74 ↓

Zukunftsvorsorge Aktienfonds

AT0000659644 15,13 -4,00% 15,81 13,09 -8,19% 14,13 -3,51% 12,06 751,04 ↓

Raiffeisen Österreich Aktien

AT0000805197 160,47 -3,86% 167,88 135,00 -6,83% 20,68 7,50% 17,03 90,84 ↓

RT Österreich Aktienfonds

AT0000497292 8,01 -3,73% 8,34 6,79 -6,86% 19,53 -0,99% 16,18 455,26 ↓

Kepler Oesterreich

AT0000647698 250,59 -3,69% 260,56 212,72 -9,31% 20,95 -2,04% 17,18 30,78 ↓

ESPA Stock Vienna

AT0000813001 115,20 -3,65% 119,87 97,90 -6,36% 19,30 -0,41% 16,10 63,72 ↓

Allianz Invest Austria Plus

AT0000611405 87,85 -3,48% 91,20 74,24 -9,00% 19,74 2,21% 15,89 4,98 ↓

ComStage ATX Ucits ETF

LU0392496690 26,55 -3,39% 27,09 22,43 -5,37% 22,29

-1,17% 18,48 15,60 ↓

ViennaStock

AT0000952460 214,20 -2,85% 220,94 182,19 -6,56% 19,29

1,31% 15,42 30,26 ↓

PIA - Austria Stock

AT0000767736 72,51 -2,49% 74,41 60,79 -7,77% 19,67 6,94% 15,93 210,23 ↓

Österreich Plus VB Österreich-Index-Fonds ESPA Reserve Euro-Mündel

AT0000A05TF3 71,42 -2,26% 73,16 60,33 -8,36% 20,41 -0,20% 16,38 29,04 ↓ AT0000A0GWN4 94,19 -1,91% 96,01

79,31 -9,74% 20,20 -7,40% 17,53

2,67 ↓

AT0000A0EU62 102,56 0,06% 102,56 102,43 0,10% 0,38 -0,14% 0,36 62,23 ↓

Bawag PSK Mündel Rent Kurz

AT0000810429 106,77 0,20% 106,93 106,58 -0,05% 0,68 0,87% 0,60 68,56 ↓

SemperBond Austria

AT0000737663 93,90 0,22% 94,10 93,64 -0,88% 0,96 0,07% 0,95 7,16 ↓

Meinl Capitol 1 HYPO Mündelrent OÖ Raiffeisen Österreich Rent Real Invest Austria

AT0000859301 62,09 0,57% 62,24 61,72 0,24% 1,39 2,12% 1,08 5,93 ↓ AT0000A0GWS3 111,46 0,59% 111,76 110,80

1,19% 1,10 1,72% 1,69 155,05 ↓

AT0000805171 13,02 0,62% 13,05 12,95 -0,71% 1,64 4,30% 1,75 434,04 ↓ AT0000634365 14,23 0,71% 14,23 14,15 3,08% 0,51 8,90% 0,52 2750,70 ↓ QUELLE:

40


MÄRKTE

ANLEIHENKURSE DIE 20 TOP/FLOP–CORPORATE-PRIME-ANLEIHEN DER WIENER BÖRSE (YTM) VOLUMEN ANLEIHENNAME ISIN KURS YTM %* YTD HIGH YTD LOW (MIO. EURO)

VERZINSUNG FÄLLIGKEIT

TYP

Sanochemia Pharmazeutika AG 7,750 % 2017

DE000A1G7JQ9 97,51 9,71%

n. a.

n. a.

10,00

7,75% 06.08.2017

Fix

Photon Energy NV 8,000 % 2018

DE000A1HELE2 100,00 8,24%

n. a.

n. a.

7,53

8,00% 12.03.2018

Fix

WEB Windenergie AG 5,000 % 2016

AT0000A0QZH8 98,60 6,98%

n. a.

n. a.

6,46

5,00% 16.12.2016

Fix

Egger Holzwerkstoffe 7,000 %

AT0000A11BC6 102,75 6,80% 104,00 101,33 100,00

7,00% Unbefr. Fix ↑

WEB Windenergie AG 5,500 % 2023

AT0000A0Z793 100,00 5,50%

n. a.

n. a.

6,39

5,50% 08.04.2023

Fix

WEB Windenergie AG 5,250 % 2023

AT0000A0Z785 100,66 5,14%

n. a.

n. a.

8,17

5,25% 08.04.2023

Fix

WEB Windenergie AG 4,000 % 2018

AT0000A0Z7A0 98,25 4,92% 101,00

98,25

7,95

4,00% 08.04.2018

Fix

n. a.

n. a.

10,57

3,50% 07.10.2019

Fix

103,10

WEB Windenergie AG 3,500 % 2019 UBM Realitätenentwicklung AG 4,875 % 2019

AT0000A191B7 97,80 4,18%

100,50

200,00

4,88% 09.07.2019

Fix

Cross Industries AG 4,625 % 2018

AT0000A0WQ66 104,00 2,96%

105,50 104,00

75,00

4,63% 05.10.2018

Fix

S Immo AG 3,250 % 2025

AT0000A1DBM5 105,05 2,62%

105,05

104,00

33,99

3,25% 09.04.2025

Fix

S Immo AG 3,250 % 2027

AT0000A1DWK5 106,71 2,55%

106,71

103,63

65,00

3,25% 21.04.2027

Fix

S Immo AG 4,500 % 2021

AT0000A177D2 110,55 2,33%

n. a.

n. a.

89,74

4,50% 17.06.2021

Fix

Kapsch Trafficcom AG 4,250 % 2017

AT0000A0KQ52 103,50 2,02% 103,50 103,50

70,82

4,25% 03.11.2017

Fix ↑

Swietelsky Baugesellschaft 4,625 % 2019

AT0000A0WR40 109,00 1,98% 109,25 106,35

Egger Holzwerkstoffe 5,750 % 2017 Immofinanz AG 5,250 % 2017

AT0000A185Y1 102,46 4,06%

AT0000A0G215 103,36 1,96%

104,10 103,03

85,00

4,63% 12.10.2019

Fix ↑

120,00

5,75% 18.02.2017

Fix

AT0000A0VDP8 104,12 1,95%

104,71

103,24

100,00

5,25% 03.07.2017

Fix

Wienerberger AG 4,000 % 2020

AT0000A100E2 108,02 1,93%

108,47

105,77

300,00

4,00% 17.04.2020

Fix

Porr AG 3,875 % 2019

AT0000A19Y28 106,85 1,89% 107,50 105,08

56,26

3,88% 28.10.2019

Fix

50,00

6,25% 26.11.2018

Fix ↑

Porr AG 6,250 % 2018

DE000A1HSNV2 111,50 1,81%

112,95 110,75

ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007

www.rcb.at

Swietelsky Baugesellschaft 5,375 % 2017 Porr AG 6,250 % 2016

AT0000A0H2Z0 105,29 0,35%

105,29 102,93

75,00

5,38% 12.04.2017

Fix

AT0000A0XJ15 103,78 0,81%

104,42 103,00

50,00

6,25% 04.12.2016

Fix

100,00

4,25% 10.05.2019

Fix

100,00

5,00% 18.11.2016

Fix ↓

Strabag SE 4,250 % 2019

AT0000A0V7D8 110,50 0,84%

AT&S AG 5,000 % 2016

AT0000A0R2J2 102,68 0,87% 103,95 102,15

111,29

109,41

Novomatic AG 5,000 % 2017

AT0000A0KSM6 106,45 0,91%

106,65 104,40

150,00

5,00% 27.10.2017

Fix

Strabag SE 4,250 % 2019

AT0000A0PHV9 108,20 0,92%

109,24

107,79

175,00

4,75% 25.05.2018

Fix

Strabag SE 3,000 % 2020

AT0000A109Z8 107,82 1,07%

108,60

106,49

200,00

3,00% 21.05.2020

Fix

Wienerberger AG 5,250 % 2018

AT0000A0PQY4 109,01 1,22%

109,75

107,90

100,00

5,25% 04.07.2018

Fix

Andritz AG 3,875 % 2019

AT0000A0VLS5 108,42 1,25%

108,58

107,10

350,00

3,88% 09.07.2019

Fix

KTM AG 4,375 % 2017

AT0000A0UJP7 103,32 1,30%

104,47

102,79

85,00

4,38% 24.04.2017

Fix

AT0000A1C741 101,22 1,41%

102,36

99,28

200,00

1,63% 04.02.2022

Fix

107,05 104,50

250,00

4,00% 28.01.2019

Fix

107,50

200,00

3,00% 23.06.2021

Fix

Strabag SE 1,625 % 2022 Novomatic AG 4,000 % 2019

AT0000A0XSN7 107,05 1,46%

Novomatic AG 3,000 % 2021

AT0000A182L5 107,50 1,50%

Egger Holzwerkstoffe 4,500 % 2019

103,25

AT0000A0WNP5 109,93 1,58%

110,33 107,00

150,00

4,50% 01.10.2019

Fix ↓

S Immo AG 3,000 % 2019

AT0000A19SB5 104,50 1,67%

105,78 104,38

100,00

3,00% 03.10.2019

Fix

CA Immo AG 2,750 % 2022

AT0000A1CB33 106,00 1,67%

106,45

175,00

2,75% 17.02.2022

Fix

Swietelsky Baugesellschaft 7,750 %

AT0000A07LU5 102,00

n. a. 102,80 100,45

32,55

5,67% Unbefr. Variabel ↓

Porr Hybrid-Anleihe 6,750 %

AT0000A19Y36 106,25

n. a. 107,65 104,75

25,00

6,75% Unbefr. Variabel ↓

Wienerberger AG 6,500 %

DE000A0G4X39 101,25

n. a. 101,50 96,38

227,81

6,50% Unbefr. Variabel ↓

Wienerberger AG 6,500 %

DE000A1ZN206 102,79

n. a. 102,99 96,65

272,19

6,50% Unbefr. Variabel ↓

102,05

* YTM = RENDITE BIS LAUFZEITENDE QUELLE:

41


MÄRKTE

PORTFOLIO WALTRAUD PERNDORFER LEITERIN DER PRIVAT BANK RAIFFEISENLANDESBANK OÖ AG Die studierte Betriebswirtin startete 1989 nach ihrem Studium im Wertpapier­ geschäft bei der Raiffeisenlandesbank OÖ AG durch. Im Juni 2013 avancierte sie zur Leiterin des Institutional Treasury Sales. Seit September 2015 leitet die passionierte Golfspielerin die Privat Bank, dem Private-Banking-Arm der Raiffeisenlandesbank OÖ AG.

„PESSIMISTISCHE STIMMUNG IST KAUFSIGNAL“ Waltraud Perndorfer, Leiterin der Privat Bank, ortet gute ­Chancen bei Rohstoffen und inflationsgeschützten Anleihen – gerade weil diese zuletzt aus der Anlegergunst gefallen sind. TEXT RAJA KORINEK

Frau Perndorfer, der Absturz der Rohstoff­

Sicht war der extreme Ölpreisverfall eine

Offensiv erscheint mir auch der Schritt,

preise hat einige Anleger gehörig ver-

klare Über­reaktion, wir rechnen mit ei-

­Aktien aus Schwellenländern seit dem Sep-

schreckt. Das ausgewogene Musterportfolio

ner Bodenbildung.

tember 2015 leicht überzugewichten. Ihre

Dynamik Invest ist darin hingegen derzeit

aktuelle Gewichtung liegt derzeit bei sechs

zu zehn Prozent investiert. Eine „Contra­

Bei der Entscheidungsfindung im Portfolio

Prozent. – Die Bewertungsabschläge in

rian“-Positionierung? – Die Übergewich-

fließt nebst Bewertungen und Fundamen-

den Schwellenländern sind seit dem

tung gingen wir schon im April 2014

taldaten ein Behavioural-Finance-Aspekt

allgemeinen Abverkauf sehr groß, die

ein, wobei Rohstoffe grundsätzlich tak-

ein, der gemeinsam mit der Kepler Univer-

Schwellenmärkte handeln stark unter

tisch, sprich kurzfristig, als Teil der Al-

sität Linz erarbeitet wird. Lichtet sich all-

dem historischen Durchschnitt, etwa

ternative Investments gewichtet wer-

mählich die Anlegerstimmung? – Insge-

beim Kurs-Gewinn-Verhältnis. Wir se-

den. Als Messlatte haben wir den Bloom-

samt ist die Stimmung eher negativ, vor

hen in diesen Regionen deshalb Auf-

berg Commodity ex-Agriculture and

allem was den mittelfristigen Ausblick

holpotenzial, zumal wir nicht mit einer

­Livestock Index gewählt, umgesetzt wird

für Aktien aus den USA und Europa be-

harten Landung der chinesischen Wirt-

die Posi­ tion zu zwei Dritteln mit dem

trifft. Viele Marktteilnehmer glauben

schaft rechnen. Konkret orientieren wir

Merrill Lynch MLCX Commodity Enhan-

derzeit noch nicht an ein Erholungspo-

uns am MSCI Emerging Markets Total

ced Beta Ex Agriculture Fund und zu ei-

tenzial. Im Rohstoffsegment war die

Return Index, der in US-Dollar notiert.

nem Drittel mit dem Tresides Commodi-

Stimmungslage per Ende Februar sogar

Umgesetzt wird die Position etwa mit

ty One. Dabei sollte man beachten, dass

sehr pessimistisch. Aus Sicht des Beha-

dem Lazard Emerging Markets Equity

der erste Fonds eine sehr hohe Gewich-

vioral-Finance-Ansatzes ergibt sich aber

Fonds sowie dem M&G Global Emerging

tung im Energiesektor hat. Aus unserer

gerade dann ein klares Kaufsignal.

Markets Fund.

42


MÄRKTE

Welche Regionen sind in den entwickelten

rate ohnedies schon nach oben. Es lohnt

Märkten interessant, die Gesamtgewich-

INFO FAKTEN

tung liegt bei 34 Prozent? – Europa und Ja-

Asset-Allocation

sich also, in dieser Anleiheklasse positioniert zu bleiben.

pan sind stärker vertreten, die USA haben wir hingegen unterge­wichtet. Ins-

Und weshalb die relativ hohe Geldmarkt-

gesamt setzen wir dabei auf die Erho-

position im Dynamik-Invest-Portfolio?

lung von sogenannten Value-Aktien,

Damit lässt sich nur wenig verdienen. – Wir

denn sie sind in den vergangenen Jahren

hatten bei einigen Positionen Gewinne

den Growth-Aktien ein gutes Stück hin-

mitgenommen. Das Geld wird nun vor-

ten nachgehinkt. Value-Aktien werden

übergehend geparkt, bis wir neue Chan-

im Gegensatz zu Wachstumsaktien nach

cen sehen. Das kann sowohl bei Aktien

ihrem aktuellen Wert bewertet. Anleger

als auch bei Anleihen sein oder auch im

setzen letztendlich darauf, dass dieser

Segment der Alternative Investments,

noch nicht voll im Aktienkurs reflektiert

zu dem neben Rohstoffen auch Wan-

ist. Mittelfristig sollten Value-Aktien

delanleihen gehören.

von einem höheren Wirtschaftswachstum und steigenden Zinsen profitieren. Mit einer Gewichtung von knapp mehr als

42,40 % Anleihen 40,00 % Aktien 10,00 % Alternative Investments 7,60 % Geldmarkt

Einer der jüngsten Käufe waren Hochzins-

Größte Positionen

tet eine beträchtliche Gewichtung im US-

14 Prozent in inflationsindexierten Anleihen setzen Sie hier ebenfalls eine kla-

führte der erneute Rückfall der langfristigen Inflationserwartungen dazu, dass inflationsgeschützte

Staatsanleihen

sich schlechter entwickelten als normal verzinste Staatsanleihen. Mittelfristig dürfte aber die Stabilisierung beim Öl-

14,40 % Inflationsgesch. Anleihen 9,60 % High-GradeUnternehmensanleihen Investment Grade 7,20 % High-YieldUnternehmensanleihen 4,80 % Emerging-Markets-Anleihen 6,40 % Europa-Anleihen

preis zu einer steigenden Tendenz bei der Inflationsentwicklung führen. Eine Rückkehr auf die EZB-Zielmarke von zwei Prozent wird zwar länger dauern. Allerdings haben Anleihen mit Inflationsschutz eine Deflation bereits eingepreist. In den USA zeigt die Teuerungs-

US High Yields. Die Benchmark beinhalEnergiesektor. Haben Sie keine Angst vor

 Anleihen

re Meinung um. Dabei mahnt die EZB vor einer möglichen Deflation? – Tatsächlich

anleihefonds, mit dem Schwerpunkt auf

34,00 % Entwickelte Märkte 6,00 % Schwellenländer

 Alternative Investments

10,00 % Rohstoffe QUELLE: PORTFOLIO „DYNAMIK INVEST“ PRIVAT BANK (RLB OÖ)

MORNINGSTAR

in der Kategorie European flexible allocation

zenten? – Es wird sicherlich zu einigen Zahlungsausfällen kommen. Doch das ist bereits im Markt eingepreist, hohe Renditeaufschläge bieten einen gewissen Puffer. Unsere Fondspositionierung ist zudem so ausgelegt, dass wir das USEnergiesektorsegment untergewichten. Da wir in den USA insgesamt keine Re-

 Aktien

Zahlungsausfällen bei Schieferölprodu-

3 Jahre und 5 Jahre:

Platz 1 von 43 Stand per 31.12.2015

zession erwarten und mit einer Stabilisierung des Ölpreises rechnen, fühlen wir uns mit einer Position in dieser Assetklasse wohl. Immerhin liegen die aktuellen Renditen zwischen acht und neun Prozent. n


MÄRKTE

STATISTIK ÖSTERREICH BÖRSENDATEN DIE WIENER BÖRSE IN ZAHLEN

80 70 60

15 14 13 12

50

11

40

10

30

Q2

Q3

Q4

Q1*

QUARTAL

Q2

Q4

10,06

9,52

14,30

11,83

Q3

AKTUELLE PERIODE

Q1*

QUARTAL

TOP DIRECTOR’S DEALINGS HANDELSPARTNER

UMSATZ (MIO. EUR) FEB.

PERSON/FIRMA

HANDEL/STÜCK

KURS/BETRAG

1.

(‒)

Spire Europe Limited

505,10

15.01.2016 ‒ 10.03.2016 Alexander Schütz

DATUM

Kauf

55,02 EUR

2.

(‒)

Hudson River Trading Europe

447,35

3.

(4)

Morgan Stanley & Co

431,61

C-Quadrat Investment AG

3.978.506

218.882.110,24 EUR

4.

(‒) Wood & Company Fin. Services

429,88

10.03.2016

Alexander Schütz

Verkauf

59,96 EUR

5.

(3)

Deutsche Bank AG

407,81

6.

(5)

Societe Generale SA

315,82

C-Quadrat Investment AG

7.

(2)

Erste Group Bank AG

312,48

10.03.2016

Klemens Hallmann

Verkauf

59,96 EUR

8.

(10)

JP Morgan Securities

309,3

C-Quadrat Investment AG

436.319

26.161.687,24 EUR

9.

(7)

Merrill Lynch International

305,84

26.01.2016

Andreas Weißenbacher

Kauf

19,50 EUR

10.

(6)

Credit Suisse Securities

290,32

BWT AG

496.593

9.683.563,50 EUR

Stefan Pierer

Kauf

15,98 EUR

Thomas Riess

Thomas Riess

Gesamt Februar 2016 

3.755,51

12.01.2016 ‒ 17.03.2016

Gesamt Februar 2015

3.251,90

503,61

Differenz 

1.565.302 93.855.507,92 EUR

Friedrich Roithner WP AG

511.750

8.177.679,88 EUR

QUELLE: WIENER BÖRSE AG

QUELLE: FMA

INVESTORENGEOGRAFIE

UMSCHLAGSHÄUFIGKEIT INT. INVESTOREN

51,50 % niedrig 38,20 % moderat 5,40 % hoch QUELLE: IPREO, JUNI 2015

26,40 % USA 25,80 % Österreich 14,40 % Großbritannien 7,10 % Norwegen 5,50 % Frankreich 4,80 % Deutschland 2,20 % Schweiz 1,90 % Niederlande 1,90 % Kanada 1,30 % Polen 8,70 % andere

44

4,90 %

sehr hoch

QUELLE: IPREO, JUNI 2015

(FEB./15)

13,67

7

11,47

AKTUELLE PERIODE

TOP HANDELSTEILNEHMER PLATZIERUNG FEB.

VERGLEICHSPERIODE

8 15,56

79,37

84,10

87,44

84,66

86,44

81,55

89,44

87,71

0

9

VERGLEICHSPERIODE

10,45

20 10

QUELLE: WIENER BÖRSE AG, *Q1 OHNE MÄRZ

90

QUARTALSUMSÄTZE

MRD. EUR

QUELLE: WIENER BÖRSE AG, *Q1 OHNE MÄRZ

MARKTKAPITALISIERUNG

MRD. EUR 100


MÄRKTE

10 9

INFLATION

%

QUELLE: AMS

ARBEITSLOSENRATE

%

2

8

1,5

7 6 5

QUELLE: STATISTIK AUSTRIA

WIRTSCHAFTSDATEN ÖSTERREICHS WIRTSCHAFT IN ZAHLEN

1

4

VERGLEICHSPERIODE

3 2

VERGLEICHSPERIODE

0,5

AKTUELLE PERIODE

1

AKTUELLE PERIODE 0

A

M

J

J

A

S

O

N

D

J

F

BIP-WACHSTUM

%

88,42*

1,5

1

MONAT

M

%

QUELLE: STATISTIK AUSTRIA

M

A

M

J

J

A

S

O

N

D

J

F

LEISTUNGSBILANZSALDO IN % DES BIP

6 5 4

MONAT

QUELLE: STATISTIK AUSTRIA

0

MRD. EUR

1.344*

1.131*

315*

4.118*

-89*

3.347*

2.103*

Q2

Q3

DEFIZIT IN % DES BIP

1

85,91*

–2

84

83,70*

80,94*

0

QUARTAL

QUELLE: STATISTIK AUSTRIA

Q1

%

–1

VERGLEICHSPERIODE AKTUELLE PERIODE

82,83*

85

Q4

78,35*

86

QUARTAL

80,03*

GESAMTVERSCHULDUNG IN % DES BIP

87

–1

86,32*

Q4

AKTUELLE PERIODE

84,95*

Q3

0

QUELLE: STATISTIK AUSTRIA

%

Q2

VERGLEICHSPERIODE

1.762*

1

–1

Q1

MIO. EUR

2

86,32*

83,70* 82,83*

80,94*

80,03*

78,35*

0

85,91*

3 0,5

268,26*

–3

Q1

Q2

264,68*

MRD. EUR

–4 –5

285,89*

263,40*

Q4

MRD. EUR

287,57*

80

281,42*

81

277,38*

82

260,93*

83

Q3

VERGLEICHSPERIODE

–6

VERGLEICHSPERIODE

AKTUELLE PERIODE

–7

AKTUELLE PERIODE Q4

QUARTAL

45

Q1

Q2

Q3

QUARTAL


IMMOBILIEN

Überzogene Preise, hohe M ­ ieten: Leistbarer Wohnraum ist ­Mangelware. ­DerBörsianer beschreibt, wie Experten den Knoten lösen wollen und welche Rolle dabei die ­Finanzbranche hat. TEXT ROBERT WINTER

XXXX

KAMPF UM JEDEN METER


IMMOBILIEN

D

ie mehrspurige West Crom-

ten oder Gemeindewohnung. Das bringt

wig laut darüber nach, mittels „gezielt

well Road in London ist wahr-

eine preisdämpfende Wirkung für den

eingesetzter Fördermittel in Verbin-

lich kein Nobelboulevard. Aber

Wohnungsmarkt. Die geförderte Neu-

dung mit Deckungsmieten“ die Situati-

die schlechte Lage tut dem Immoge-

bauleistung wird wegen der demogra-

on zu verbessern. Aber die Idee, Mieten

schäft keinen Abbruch. Derzeit werden

fischen Entwicklung und der starken

zu begrenzen, löst bei Immobilienprofis

direkt an der Straße stehende typische

Zuwanderung weiter steigen.“ Dabei

einen Abwehrreflex aus. Trivium-Ex-

britische Doppelhäuser renoviert. Und

drängt laut Daniel Riedl, Vorstands-

perte Kmenta: „Sollten Mieten staatlich

sie haben bereits den Besitzer gewech-

chef der Buwog AG, die Zeit. Riedl: „Es

geregelt werden, wird es keinen neuen

selt. Die Käufer waren bereit, pro Haus

ist klar, dass mehr gebaut werden muss,

Wohnraum mehr geben. Auch die Idee,

drei Millionen britische Pfund auf den

um der riesigen Angebotslücke und dem

eine Leerstandspönale einzuführen, ist

Tisch zu blättern. Dafür bekommen sie

steigenden Zuzug – vor allem in Wien

kontraproduktiv.“ Dem pflichtet RVW-

eine Immobilie, die gut 50 Jahre alt ist

– eine Antwort zu liefern. Preistreiber

Expertin Weinberger bei: „Mieten von

und insgesamt rund 200 Quadratmeter

Nummer eins waren in den letzten Jah-

sieben Euro je Quadratmeter reichen

Wohnfläche aufweist. Aber wenigstens

ren explodierende Grundstückskosten.“

nicht aus, um bei hohen Baukosten und

gibt es hinter den Häusern kleine Gärten zum Anbau von Blumen und Gemüse.

Josef

Schmidinger,

Vorstandschef

der Bausparkasse der österreichischen

rechtfertigen.“

Der Kampf um jeden Meter Wohnflä-

Sparkassen AG (S Bausparkasse), gießt

Bedeutend mehr hält Kmenta da-

che hat auch in Paris die Immopreise in

den Bedarf in Zahlen: „Wien wird 2020

von, die Anforderungen an den sozialen

lichte Höhen getrieben. Aber die Fran-

oder 2021 rund zwei Millionen Einwoh-

Wohnbau zu überdenken. „Bei den Bau-

zosen sind findig. Nachdem größere

ner haben. Damit ist zusätzlicher Wohn-

kosten lässt sich was machen. Sozialer

Bleiben unerschwinglich sind, werden

raum für rund 300.000 Personen nötig.

Wohnbau muss keinem Luxus gerecht

Unterkünfte ab neun Quadratmetern als

Will man diesen Bedarf decken, müssten

werden.“ Und beim Neubau sollten po-

„Wohnung“ eingestuft. Stichwort un-

jedes Jahr 70.000 Wohnungen errichtet

litische Entscheidungen die demogra-

erschwinglich: Der Run auf Immobili-

werden. Beim derzeitigen Tempo geht

fischen Entwicklungen berücksichti-

en grassiert auch in Österreich. Spezi-

sich das nicht aus.“

gen und darauf abzielen, dass verstärkt

ell seit der Finanzkrise hat die Flucht in

© BENJAMIN BEYTEKIN / DPA / PICTUREDESK

Grundstückspreisen Investitionen zu

kleinere Wohneinheiten errichtet wer-

Sicherheit die Nachfrage nach Wohnei-

Stöcke zwischen den Beinen

den. „Speziell in Wien ist die Mietnach-

gentum geschürt, vielerorts zogen die

Die Politik, so Buwog-Chef Riedl, kann

frage nach Kleinwohnungen ein Ham-

Mieten stark an. Jetzt müssen jene, die

Positives bewirken, indem sie Maßnah-

mer“, so Kmenta. Aber noch ist das An-

über ein geringes Haushaltseinkommen

men gegen „Land Banker“ setzt. Riedl:

gebot solcher Unterkünfte, die auch als

verfügen, jeden Euro zumindest zwei-

„Das sind Grundstücksspekulanten, die

City-Apartments oder Smartments be-

mal umdrehen, um sich das Dach über

ewig auf Liegenschaften sitzen bleiben,

zeichnet werden, überschaubar. RVW-

dem Kopf in Ballungsräumen oder be-

ohne sie zu bebauen, nur um den Preis

Expertin Weinberger: „Aus Gründen der

liebten ländlichen Wohngegenden leis-

hochzutreiben. Hier könnte man mit

Leistbarkeit sind kleinere Einheiten ge-

ten zu können (Seite 51). Mario Kmenta,

befristeten Widmungen entgegenwir-

fragt. Das trifft auf Singlewohnungen

Geschäftsführer des Immobilienspezia-

ken. Die Idee einer Spekulationsabga-

mit rund 30 Quadratmeter oder mehr

listen Trivium: „Wenn die Entwicklung

be halte ich nicht für das Schlechteste.“

als 40 Quadratmeter für Zweipersonen-

anhält können die Wohnausgaben auch

Kritische Worte findet Marion Weinber-

haushalte zu. Ich sehe auch die Tendenz,

für Durchschnittsverdiener auf 50 Pro-

ger, Geschäftsführerin der Raiffeisen

dass verstärkt 60 Quadratmeter große

zent des Monatsverdiensts steigen.“

Vorsorgewohnungserrichtungs

Dreizimmereinheiten errichtet werden.

GmbH

Aber was kann die Politik tun, damit

(RVW): „Ich bin etwas verwundert. Die

Wohnen wieder leistbar wird? Wie lässt

Politik betont, dass der Bedarf an neu-

sich erschwinglicher Wohnraum schaf-

em Wohnraum hoch ist. Aber Bauträ-

250 Euro Monatsmiete

fen? Welche Schritte können Immobi-

gern werden Stöcke zwischen die Bei-

Die Errichtung von günstigem Wohn-

lienentwickler setzen? Haben Banken

ne geworfen. Zwischen Politik und Bau-

raum hat das Land Niederösterreich

wegen der strengen Regulierung noch

trägern abgestimmte Projekte werden

auf die Agenda gesetzt. Wolfgang So-

Spielraum bei der Immofinanzierung?

widmungsbedingt

Dazu

botka, ÖVP-Wohnbaulandesrat in Nie-

Trotz der angespannten Lage bleibt

kommt, dass die Bauordnungen auch

derösterreich: „Über das Sonderwohn-

Wiens Wohnbaustadtrat Michael Lud-

auf Länderebene fast im Jahrestakt ge-

bauprogramm Wohn.Chance.NÖ sollen

wig optimistisch: „60 Prozent der Wie-

ändert werden.“ In puncto Leistbar-

noch im laufenden Jahr 100 Wohnhäu-

ner Bevölkerung lebt in einer geförder-

keit denkt SPÖ-Wohnbaustadtrat Lud-

ser mit jeweils acht Wohneinheiten er-

verschoben.

47

Das erinnert an die 1960er-Jahre.“


IMMOBILIEN

„Subventionierungen würden Grundstückspreise hinauftreiben.“

„Wir wollen die Nettobau­kosten auf 1.500 Euro ­reduzieren.“

„Die Politik soll Maßnahmen ­gegen ,Land Banker‘ setzen.“

MICHAEL LUDWIG

WOLFGANG SOBOTKA

DANIEL RIEDL

richtet werden, bei denen Nettomiet-

werden, profitieren alle Beteiligten. Bei

Generell haben die Vorschriften von

kosten von rund 4,2 Euro pro Quadrat-

Liegenschaften, die im besonderen In-

Basel III dazu geführt, dass die Finan-

meter oder 250 Euro pro Wohnung an-

teresse einer Kommune stehen, macht

zierungsanforderungen gestiegen sind.

fallen. Wir können auf 58 Quadratmeter

eine Ankaufsubventionierung durch die

Buwog-Chef Riedl: „Viele Banken ha-

eine Ausstattung bieten, die sonst deut-

Gemeinde Sinn.“ Anderer Meinung ist

ben großes Interesse an der Finanzie-

lich mehr Raum benötigt. Es gibt keine

Wiens Wohnbaustadtrat Ludwig: „Sub-

rung von attraktiven Developmentpro-

Keller, Balkone können später angebaut

ventionierungen würden die Grund-

jekten. Sie müssen sich einem Finan-

werden.“ Für das zweite Halbjahr 2016

stückspreise zusätzlich hinauftreiben.“

zierungswettbewerb stellen, der dem

wird eine Baukostenobergrenze einge-

Ins gleiche Horn stößt Buwog-Experte

Bauträger zugute kommen kann. Aber

führt. Sobotka: „Derzeit haben wir Net-

Riedl: „Man muss dem Spekulieren mit

die Voraussetzungen der Kreditverga-

tobaukosten von durchschnittlich rund

bebaubaren Flächen entgegentreten und

ben wurden strenger. Es gibt intensivere

1.750 Euro. Unser Ziel ist, 1.500 Euro

soll die unterstützen, die gern Wohn-

Rechnungskontrollen, regelmäßiges Mo-

zu erreichen. Das macht eine durch-

raum schaffen und dies auch qualitäts-

nitoring der Projekte wird sehr ernst ge-

schnittliche Wohnung um rund 65 Euro

voll und in einem gewissen Tempo tun.

nommen, Banken wollen genauer über

pro Monat günstiger.“

Steuergelder für Grundstücksspekulan-

Baufortschritt und Vertriebsstand Be-

ten sind das falsche Signal.“

scheid wissen.“ Dass selektives Vorge-

Auch Buwog-Chef Riedl sieht Wege, die Kosten zu drücken: „Beim Bauen ist

hen aufseiten der Banken Usus ist, be-

der Faktor Zeit der Feind leistbaren Woh-

1,3 Prozent Effektivzins

stätigt Werner Zimmel, Abteilungslei-

nens. Alles, was Bauvorhaben verzögert,

Kreditnehmer profitieren vom Zinstief.

ter Commercial Real Estate der UniCredit

wirkt sich am Schluss auf den Preis aus,

Anfang des Jahres waren Immodarlehen

AG. Zimmel: „Wir finanzieren kommer-

egal ob Miete oder Eigentum. Wir brau-

für Private mit sehr guter Bonität bei 35

zielle Immobilienentwickler und Inves-

chen schnellere Genehmigungs- und

Prozent Eigenmittel bereits zu jährli-

toren. Besonders wohl fühlen wir uns mit

Widmungsverfahren, wenn wir die ak-

chen Effektivzinsen von 1,3 Prozent zu

leistbarem Wohnen.“ Darunter werden

tuelle Nachfrage erfüllen wollen. Beim

haben. Dieser Zinssatz konnte laut ei-

bei der Bank etwa in Wien Verkaufsprei-

geförderten Wohnbau wurden in letz-

nem DerBörsianer vorliegenden konkre-

se von Wohnungen bis knapp unter 4.000

ter Zeit die Qualitätsanforderungen un-

ten Angebot einer Bank fix für einen

Euro je Quadratmeter eingestuft. Zim-

serer Meinung nach übertrieben. Es gibt

Zeitraum von 15 Jahren vereinbart wer-

mel: „Wir arbeiten nur mit Immobilien-

Optimierungsbedarf.“ Das sieht S-Bau-

den. Das Zinstief und der Immoboom

profis zusammen. Bei langjährigen Kun-

sparkassen-Chef Schmidinger genauso:

schlagen sich auch in einem deutlichen

den mit sehr gutem Track-Record finan-

„Bei den Errichtungskosten muss man

Zuwachs beim Kreditvolumen nieder. So

zieren wir auch teurere Liegenschaften.

sich fragen, was eigentlich gebaut wer-

stiegen die Wohnbaukredite an priva-

Allerdings kommt gerade im höherprei-

den soll. Die Ansprüche bei Lärmschutz

te Haushalte laut OeNB zwischen Ende

sigen Bereich einiges auf den Markt, und

sowie Freiräumen und bei den Energie-

2009 und Ende des Vorjahres von 70 auf

wir sind daher sehr selektiv unterwegs.“

auflagen sind sehr hoch. Noch ist aber

rund 97 Milliarden Euro. Nun ist aber

unklar, wo das richtige Maß liegt.“

möglich, dass das Wachstum nachlässt,

Kein Geld für Amateure

Eine Möglichkeit, dem Wohnbau auf

weil die Richtlinien für die Kreditvergabe

In Summe hat sich der Finanzierungs-

die Sprünge zu helfen, besteht in der

verschärft wurden. Künftig wird bei Dar-

wettbewerb laut dem Experten ver-

Subventionierung von Grundstückskäu-

lehen an Private verstärkt auf die Leist-

schärft. Zimmel: „Teilweise wird mit

fen. Wohnbaulandesrat Sobotka: „Über

barkeit abgestellt. Dabei wird auch ein

sehr geringen Eigenkapitalanteilen fi-

den Weg der Baurechtsgründe, die für

möglicher Zinsanstieg berücksichtigt.

nanziert. Und es fällt auf, dass sich im-

einen gewissen Zeitraum, etwa 50 Jahre,

Dafür herrscht bei verfügbaren Bau-

mer mehr Amateure auf dem Gebiet der

von Gemeinden den Wohnbaugenossen-

spardarlehen

Wohnimmobilienentwicklung

schaften gratis zur Verfügung gestellt

Manager Schmidinger kein Mangel.

laut

48

S-Bausparkassen-

versu-

chen. Ein Indikator für uns, besonders


IMMOBILIEN

„Bauträgern ­werden ­Stöcke zwischen die ­ eine geworfen.“ B MARION WEINBERGER

bauinvestitionsbank sind die Probleme, die man in Österreich und vor allem in Wien bei der Schaffung von Wohnraum hat, nicht gelöst.“ Auch RVW-Managerin Weinberger zeigt nur wenig Verständnis: „Die Subventionierung der Finanzierung von Grundstücken durch die

„Beim derzeitigen Bautempo ist der Bedarf nicht zu decken.“ JOSEF SCHMIDINGER

vorsichtig zu agieren. Wir finanzieren

Aktivitäten der geplanten Wohnbauin-

nale Erkenntnisse in die Arbeit einflie-

nur mit adäquaten Eigenkapitalquoten,

vestitionsbank trifft private Bauträger

ßen zu lassen und so den Wohnbau in

abhängig von Erfahrung und Bonität un-

und herkömmliche Banken.“

Österreich zu verbessern. Themen wie

serer Kunden.“

Trotz solcher Unwägbarkeiten spielen

effiziente Grundrisse, der wieder er-

Auch Immobilienentwickler Kmen-

Immobilienentwickler eine Kernrolle.

wachte Trend zum Wohnhochhaus oder

ta berichtet von geänderten Vorzeichen

Wohnbaustadtrat Ludwig: „Entwickler

die Digitalisierung sind maßgeblich, um

bei der Finanzierung: „Die Ansprüche an

leisten einen wertvollen Beitrag. Durch

die Herausforderungen zu lösen.“

Eigenkapital und Bürgschaften sind ge-

ihre Tätigkeit werden Brachflächen auf-

stiegen. Wir kommen mit regional tä-

Amerikaner und Asiaten kommen

tigen Banken nach wie vor rasch zu gu-

Es strömt viel internationales Geld in

ten Lösungen. In Wien ist es schwierig

den europäischen Immomarkt. Oft wer-

geworden. Man fängt mit jedem neuen

den Objekte bereits vor Baubeginn und

Projekt wieder von vorn an.“ Auch des-

ohne Abschlag verkauft, weil die Fonds-

halb wird von Experten die Gründung ei-

nachfrage hoch ist. Das bestätigt Franz

ner Wohnbauinvestitionsbank forciert.

Pöltl, Geschäftsführer von EHL Invest-

Michael Ludwig zählt zu deren Propo-

ment Consulting, in einer aktuellen

nenten: „Zweck der Bank ist es, dafür zu

Aussendung. Laut Pöltl hat sich das In-

sorgen, dass mehr Mittel zu günstigen

teresse internationaler Investoren wei-

Konditionen bereitstehen. Damit wird

ter verstärkt, was zu einem Nachfrage-

gewährleistet, dass noch mehr leistbare

überhang geführt hat, den es „auf dem

Wohnungen zur Verfügung stehen.“

Immobilienmarkt vielleicht überhaupt

Aber ganz ohne Widerspruch geht

noch nie gegeben hat“. Dabei stehen

es auch hier nicht. NÖ-Landesrat So-

Investitionen mit Volumina über 100

botka äußert sich dazu folgenderma-

Millionen Euro im Fokus von Pensi-

ßen: „Jeder Euro, der zusätzlich für den

ons- und Investmentfonds oder auch

Wohnbau verwendet wird, ist hervorra-

Versicherungen. Als Kaufwillige drän-

gend investiert. Entscheidend ist aber,

gen dabei insbesondere Interessenten

dass Planung und Finanzierung ineinandergreifen. Zusätzliche Parallelstrukturen braucht niemand. Deshalb wer-

Development. Die Pipeline der Buwog AG umfasst 6.500 Wohnungen. Investitionsvolumen: 1,9 Milliarden Euro.

aus Asien und Nordamerika in die Euro­ zone, und hier wiederum verstärkt in deutschsprachige Länder. Pöltl: „We-

den die ursprüngliche Ausrichtung der

gewertet und zusätzlicher Wohnraum

gen des Mangels an fertiggestellten Ob-

Wohnbauinvestitionsbank und auch der

geschaffen.“ Das ist ganz im Sinne von

jekten

Wohnbaukonjunkturmittel noch einmal

Buwog-Vorstand Riedl: „Als großer Im-

bereits in sehr frühen Stadien über For-

überarbeitet.“ Kritik äußert Buwog-Chef

mobilienentwickler ist man in der Lage,

ward Purchases, also über Terminkäufe,

Riedl: „Mit der Schaffung einer Wohn-

in Forschung zu investieren, internatio-

erworben.“ n

WER SOLL DAS BEZAHLEN?

Laut OeNB haben sich die Immopreise

zog in der Bundeshauptstadt im gleichen

trotz Abflachung der Preisanstiege seit

Zeitraum um rund 80 Prozent an. Öster-

2014 für Wiener Eigentumswohnungen

reichweit mit Ausnahme von Wien fielen

zwischen 2000 und Ende September des

die Preiszuwächse bei Eigentumswoh-

Vorjahres im Schnitt um rund 114 Prozent

nungen mit durchschnittlich knapp 58

erhöht. Der Wert von Einfamilienhäusern

Prozent und bei Einfamilienhäusern mit

50

werden

Entwicklungsprojekte


IMMOBILIEN

plus 38 Prozent zwar moderater aus. Aber

Euro je Quadratmeter. Mit knapp 14.000

ter das Ranking an. Zwischen 8,7 und 11,7

Wohnungssuchende, die das Stadtleben

Euro je Meter Wohnfläche ist der erste

Euro je Meter betragen die Mieten in Linz,

bevorzugen, müssen nicht nur in Wien

Wiener Bezirk ein richtig teures Pflaster.

Salzburg, Graz, Innsbruck und Bregenz.

tief in die Tasche greifen.

Aber auch in den anderen inneren Bezir-

Angesichts der Entwicklungen der

WKO-Immobilien-Preisspiegel

ken der Bundeshauptstadt müssen Kauf-

vergangenen Jahre ist der Anteil des

stieg der Wert neuer Eigentumswohnun-

willige mit Quadratmeterpreisen bis zu

Einkommens, der für die Wohnkosten

gen zwischen 2004 und Ende 2013 etwa

6.000 Euro rechnen.

aufzubringen ist, gestiegen. Laut der

Laut

in der Stadt Salzburg um 80 und in Inns-

Die Mieten zogen zwischen 2004 und

zuletzt für das Jahr 2012 durchgeführ-

bruck um 70 Prozent. Wie die WKO-Aus-

Ende 2013 in Innsbruck und Salzburg

ten Wohnkostenerhebung der OeNB ga-

wertung für das Jahr 2015 zeigt, kosten

um rund knapp mehr als 40 Prozent an.

ben Mieter Ende 2012 österreichweit im

neue Eigentumswohnungen mit sehr gu-

Auch in Wien lag der Anstieg mit 29 Pro-

Schnitt knapp mehr als ein Drittel ih-

tem Wohnwert in Linz im Schnitt 3.856

zent ebenso wie in Graz mit 28 Prozent

res Haushaltsnettoeinkommens für das

Euro je Quadratmeter. Auf einem ähn-

sowie in Linz mit 24 Prozent deutlich

Dach über dem Kopf aus. Bei Eigen-

lichen Niveau bewegen sich die Prei-

über dem realen durchschnittlichen Ein-

tümern ging ein Viertel des Verdiens-

se in Graz mit 3.658 und in Bregenz mit

kommenszuwachs. Und wiederum führt

tes für den Wohnraum drauf. Deutlich

3.886 Euro je Meter Wohnfläche. Teurer

beim Wohnen zur Miete in Bleiben mit

stärker schlägt der Immoboom auf das

kommt der Wohnungskauf in Innsbruck

sehr guter Wohnqualität und Wohnflä-

Geldleben von Geringverdienern durch.

mit 4.821 Euro je Quadratmeter. Noch

chen über 60 Quadratmeter in den Lan-

Sie mussten Ende 2012 bereits rund die

deutlich höher sind die Preise von Eigen-

deshauptstädten der erste Wiener Bezirk

Hälfte ihres Haushaltseinkommens für

tumswohnungen in Salzburg mit 6.724

mit mehr als 15 Euro Miete je Quadratme-

die Miete aufwenden.

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BRANCHEN

BANKEN

KOLUMNE

WILHELM CELEDA Vorstands­ vorsitzender Raiffeisen Centrobank AG

KONKURRENZLOS Was schon seit Jahren von Experten bestätigt wird, ist in der wirtschaftlichen Realität Österreichs angekommen: die sinkende Wettbewerbsfähigkeit. Vor allem bedingt durch eine nahezu konkurrenzlos hohe Abgabenlast befindet sich diese im steilen Sinkflug. Das bedeutet, dass die Investi-

ERSTE GROUP: TREICHL-DEAL BESTÄTIGT

tionsbereitschaft von in- und ausländischen Unternehmen oder

Die Erste Group Bank AG hat sich 2015

direktor Andreas Treichl auf die Banken-

wieder in die Gewinnzone hochgearbeitet.

steuern durfte nicht fehlen: „Auch 2015

Bei der leicht auf 199,7 Milliarden Euro

fielen mit 450 Millionen Euro die popu-

schen Bankenabgabe auch noch die

gestiegenen Bilanzsumme bleiben am

listischen Kosten wieder hoch aus. Diese

ständig steigenden Kosten der Ban-

Ende 968 Millionen Euro an Gewinn üb-

Summe wäre sicherlich in Kredite an die

kenaufsicht sowie seit letztem Jahr

rig. Für die Aktionäre bedeutet dieses Er-

Wirtschaft besser investiert gewesen.“

gebnis, dass der Vorstand der Hauptver-

Ein anderes Problem für den Generaldi-

sammlung eine Dividende von 50 Cent pro

rektor harrt noch in Ungarn einer Lösung.

stehe, hat beispielsweise 30 bis 40

Aktie vorschlagen wird. Ein Detail, das et-

Die gebeutelte Ungarntochter soll zum

Prozent ihrer normalen Ertragskraft

was untergegangen ist: Die Hälfte des Ge-

Teil an den ungarischen Staat und an die

an ertragsunabhängigen Abgaben

winns kam von der Tochtergesellschaft in

Entwicklungsbank EBRD verkauft wer-

der Tschechischen Republik. Das Kun-

den. Im Gegenzug werden von der Regie-

Investoren kaum mehr vorhanden ist. Heimische Banken haben beispielsweise neben der österreichi-

die Abgabe für den europä­ischen Banken- Abwicklungsfonds zu tragen. Die Bank, welcher ich vor-

zu leisten. Von „herkömmlichen Steuern“ und den geradezu rekord-

denkreditvolumen stieg konzernweit von

rung die Bankensteuern gesenkt. Die Um-

ganz zu schweigen. In Summe

120,8 auf 125,9 Milliarden Euro, gleichzei-

setzung des Deals verzögerte sich bisher

führt dies dazu, dass Unterneh-

tig verbesserte sich die Kernkapitalquote

allerdings, und so setzte sich Treichl zu-

men die Lust auf Börsengänge oder

von 10,6 Prozent auf 12,3 Prozent und lag

letzt mit dem 14. Juni ein neues Zielda-

Kapitalerhöhungen verlieren und

damit über dem Mindesterfordernis von

tum: dem Tag, an dem Österreich gegen

9,75 Prozent. Ein Seitenhieb von General-

Ungarn bei der Fußball-EM spielen wird.

verdächtigen Arbeitgeberabgaben

Banken aufgrund des rückläufigen Volumens, fehlender Kapitalmarkttransaktionen und enormer Abgaben beginnen, dieses Geschäftsfeld zu reduzieren oder sogar zur Gänze einzustellen. Das birgt wiederum die Gefahr, dass die Wiener Börse und somit der österreichische Kapitalmarkt weiter an Attrakti-

Heta reduziert Belegschaft um ein Viertel

vität verliert, und Unternehmen

Bekanntlich hat die Heta Asset Resoluti-

auch bald die Aus­trian Anadi Bank, der

die transparenteste und am besten

on AG als Abbaueinheit die Aufgabe, das

bereits verkaufte österreichische Zweig

geregelte Möglichkeit zur Eigen-

Vermögen der früheren Hypo Group Alpe

der Hypo. Den meist hochqualifizierten

Adria zu verwerten. Nun wird plangemäß

Betroffenen wird ein Branchenwechsel

mit dem Abbau begonnen, nämlich 100

nicht erspart bleiben. Schließlich wird

ihrer Stellen und damit ein Viertel der

auch bei anderen Bankhäusern zurzeit

Belegschaft. 80 Mitarbeiter weniger hat

Personal eher abgebaut.

kapitalaufnahme genommen wird. Und dann wäre Österreich in Europa tatsächlich beinahe konkurrenzlos. w.celeda@derboersianer.com

52


BRANCHEN

TICKER

RBI hat wieder etwas verdient 2014 war das Konzernergebnis der Raiffei-

auf 59,1 Prozent. Um die mittelfristig an-

sen Bank International AG (RBI) mit minus

gestrebten 50 bis 55 Prozent zu erreichen,

617 Millionen Euro im tiefroten Bereich.

ist noch einiges zu tun. Die Bilanzsumme

2015 schaute es schon besser aus: 379 Mil-

reduzierte sich der Schrumpfungsstrate-

lionen Euro erwirtschaftete die Bank, was

gie entsprechend um sechs Prozent auf 116

pro Aktie 1,30 Euro ausmacht. Die Betriebs-

Milliarden Euro. Die Kernkapitalquote lag

erträge reduzierten sich gegenüber 2014

Ende 2015 bei 11,5 Prozent und soll bis Ende

um acht Prozent auf rund 4,9 Milliarden

2017 auf zwölf Prozent erhöht werden. Ein

Euro, was laut RBI in erster Linie auf star-

für 2016 gesetztes Ziel wurde indes nicht

ke Währungsabwertungen zurückzuführen

erreicht: Der Verkauf der tschechischen

sei. Allerdings sanken auch die Verwal-

Direktbank Zuno Bank AG ist gescheitert.

tungsaufwendungen des Konzerns um vier

Die russische Alfa-Bankengruppe trat vom

Prozent auf 2,9 Milliarden Euro, was zum

Kaufvertrag zurück, der bereits im Septem-

Gutteil ein Nebeneffekt der Abwertung des

ber 2015 vereinbart wurde. Vermutlich kam

russischen Rubels und der ukrainischen

man damit dem Einspruch der EZB zuvor.

Hrywnja war. Die Cost-Income-Ratio ver-

Die RBI prüft nun weitere Optionen, wie

schlechterte sich aufgrund der geringe-

eine Integration in andere Konzerneinhei-

ren Betriebserträge um 2,6 Prozentpunkte

ten oder einen Teilverkauf.

Zertifikateforum: Arbter bleibt, Vontobel kommt

Erste Group finanziert Blackstone Logicor mit 91 Millionen Euro +++ Bankberater-App Baningo gewinnt neue Partner +++ Visa Europe steigert Umsatz um 25 Prozent +++ Wiener Privatbank schließt Übernahme der Valartis Bank ab +++ Bank of China eröffnet Filiale in Wien +++ Standort und Logo neu bei Intermarket Factoring +++ BKS Bank 2015 mit Rekordergebnis

Heike Arbter wurde als Vorsitzende des

Anfang 2016 ordentliches Mitglied ist.

Vorstands des Zertifikate Forums Aust-

Beim Volumen des Zertifikatemarktes in

ria (ZFA) für weitere zwei Jahre wieder-

Österreich von rund zehn Milliarden Euro

gewählt. Die Head of Structured Products

hat sich in den ersten zwei Monaten des

bei der Raiffeisen Centrobank AG führt

Jahres 2016 nicht viel getan, dafür leg-

seit 2009 den Vorsitz. Der Vorstand be-

te laut Zahlen des ZFA das Handelsvolu-

steht außerdem wie bisher aus Markus

men im Februar um fast 30 Prozent zu.

Kaller (Erste Group Bank AG) und Frank

Das zweite Quartal hält für die Branche

Weingarts (UniCredit Bank Austria AG).

einen Pflichttermin bereit: Am 21. April

Neu im ZFA ist hingegen die Vontobel

2016 findet der Zertifikate Kongress mit

ler als jene im Westen Europas und

Financial Products in Frankfurt, die seit

anschließendem Award statt.

wachsen nun nachhaltiger als vor

WACHSTUM HILFT CEE-BANKEN STUDIE. Die Banken in Zentral- und Osteuropa sind weiterhin profitab-

der Krise. Zu diesem Schluss kommen die Analysten der UniCredit AG in ihrer CEE-Bankenstudie. Die wirtschaftliche Erholung werde das Kreditgeschäft unterstützen,

KARRIERE

insbesondere in jenen Ländern, die bisher hinterherhinkten. Darüber hinaus sollte das BIP-Wachstum in Kombination mit einer akkommo-

Gudrun M. Matitz

Robert Zadrazil

Carsten Schlichting

leitet seit ersten Jänner 2016 das Privatkundengeschäft der BKS Bank AG. Davor war sie unter anderem bei der Österreichischen Post AG und der Hypo Group Alpe Adria tätig.

ist seit erstem März Vorstandsvorsitzender und Leiter des Kundengeschäfts der UniCredit Bank Austria AG. Zusätzlich folgte er auch Willibald Cernko an der Spitze des Bankenverbands.

ist seit Jänner neuer Chief Technical Officer beim Wiener Start-up Wikifolio.com. Der Münchner war zuvor Vice President Engineering der Skrill Ltd. in London.

dativen Geldpolitik und den Sanierungsaktivitäten in Ländern wie Rumänien, Slowenien und Ungarn

53

die Belastung durch notleidende Kredite reduzieren. Gleichzeitig ist ein nachhaltigeres Refinanzierungsmodell im Kommen, bei dem lokale Kundeneinlagen mehr Bedeutung haben werden.


BRANCHEN

VERSICHERUNGEN

KOLUMNE GÜNTER GEYER Präsident VVO

SESSELRÜCKEN DER VERSICHERER Nach Personalrochaden in Sachen Vien­

aus dem Unternehmen aus. In der Uni-

na Insurance Group AG Ende 2015 geht das

qa Österreich Versicherungen AG werden

Sesselrücken in der anderen Reichshälf-

die Raiffeisen-Versicherung, der Lebens-

te weiter: Anlass war die Umstrukturie-

versicherer FinanceLife und die Salzburger

rung der Uniqa Insurance Group AG, die

Landes-Versicherung

ihre Organisation verschlankt, um „Syn-

Hartwig Löger bleibt Chef der Uniqa Öster-

EIN FELS IN DER BRANDUNG

ergien besser zu nutzen“. So wird die An-

reich Versicherungen AG. Peter Eichler be-

Auch nach dem Pensionsgipfel

zahl der Vorstandsköpfe von 22 auf zehn

hält seine Position und ist auch bei der Uni-

Ende Februar fragen sich viele Ös-

reduziert. In der Holding wird es nur noch

qa International für die Personenversiche-

terreicher, wie es mit dem heimi-

drei statt fünf Vorstände geben, Erik Ley-

rung zuständig. Neu in den Vorstand kom-

schen Pensionssystem weitergeht.

ers wurde als COO neu neben CEO Andre-

men Klaus Pekarek, bisher Raiffeisen-Ver-

as Brandstetter und CFO/CRO Kurt Svoboda

sicherung, und Andreas Kößl. Bei der Uniqa

eingesetzt. Leyers und Svoboda überneh-

International AG bleiben neben Kindl auch

das System vor enorme Herausfor-

men die gleichen Funktionen in der Uni-

Johannes Porak und Zoran Visnijic im Vor-

derungen. Parallel zum demogra-

qa Österreich Versicherungen AG und Uni-

stand. Der Umbau des Konzerns bedingt,

fischen Wandel ist die Niedrig-

qa International AG. Ex-Holding-Vorstand

dass das interne Modell, das der Versiche-

Wolfgang Kindl konzentriert sich auf die

rer für Solvency II von der FMA bewilligt

Leitung der Uniqa International AG. Han-

haben wollte, umgeschrieben wird und da-

nes Bogner und Thomas Münkel scheiden

mit um ein Jahr aufgeschoben wird.

Die Lebenserwartung der österreichischen Bevölkerung steigt alle vier Jahre um ein Jahr an, das stellt

zinsphase für die Sparerinnen und Sparer keine einfache Situation. In diesem unübersichtlichen Umfeld profitieren die Versicherten nur

zusammengefasst.

von einer Veranlagungssolidarität, die über viele Jahrzehnte die einzelnen Verträge verbindet. Die herkömmliche klassische Lebensversicherung, mit klassischem Deckungsstock als Veranlagungs-

KARRIERE

basis, ist prädestiniert dafür, verschiedenste Kapitalmarktphasen erfolgreich zu überdauern. Man darf an dieser Stelle nicht

Martin Sardelic

Jürgen Horstmann

Nach der Neuordnung der Uniqa übernimmt der bisherige Vorstand der Raiffeisen Versicherung, Martin Sardelic, den Vorstandsvorsitz bei der Valida Vorsorge Management, die nun einen Dreiervorstand hat.

Nach dem Finanzvorstand Josef Gutschik verliert die Helvetia Österreich ab 1. Juli auch Jürgen Horstmann, Vorstand für den Bereich Leben. Er bleibt in der gleichen Position bei Helvetia Deutschland.

Besim Akinci

Wolfgang Neuhauser

Bei der Europ Assistance, eine Tochter der Generali, hat Besim Akinci die Leitung des Österreich-Geschäfts übernommen. Er folgt Jean-François Diet, der zum CEO des Unternehmens in CEE ernannt wurde.

Wolfgang Neuhauser verlässt die Landesdirektion Niederösterreich der Allianz-Gruppe, um die Leitung in Wien zu übernehmen. Er ersetzt Norbert Dörner, der nach Salzburg wechselt. In Niederösterreich folgt Fritz Wimmer.

vergessen: Noch nie kam es in der Zweiten Republik zu einem Ausfall der Lebensversicherer. Heute sind die Versicherungen mehr denn je gefordert, sich auf den wesentlichen Kern der Lebensversicherung zu konzentrieren: die Absicherung persönlicher Risiken wie Langlebigkeit oder Hinterbliebenenvorsorge. Dadurch handeln wir im Sinne der Kundinnen und Kunden und steigern die Bedeutung der Lebensversicherung als Garant für Sicherheit und Stabilität. g.geyer@derboersianer.com

54


BRANCHEN

TICKER

Rehabilitation vor Pension Die Reaktionen auf die Resultate des soge-

oder weniger konkret das Motto „Rehabi-

nannten „Pensionsgipfels“ waren einer-

litation vor Pension“ beschlossen. Arbeit-

seits je nach politischem Couleur abseh-

nehmervertreter sagen, dass „ein gutes

bar. Andererseits doch wortspielerischer

System weiter verbessert wird“. Die Pen-

als erwartet: Laut der jungen ÖVP war die

sionskommission soll „schlanker und ef-

Zusammenkunft von Sozialpartnern und

fektiver“ werden und „das Primat der Po-

der Politik Ende Februar „so effektiv wie

litik im Vordergrund“ stehen, so Sozial-

ein Kondom mit Loch“. Allerdings werden

minister Alois Stöger. Von der im Regie-

die Verhandlungsergebnisse wenig zum

rungsprogramm versprochenen Einbezie-

Fortbestand des Pensionsniveaus beitra-

hung der zweiten und dritten Säule in die

gen, außer für Alleinstehende mit mehr

Überlegungen zu weiteren Pensionsrefor-

als 30 Beitragsjahren. Weiters wurde mehr

men war nicht wirklich die Rede.

Valida steigert Vermögen auf 7,8 Milliarden Euro +++ Vorsorgekassen 2015 mit 1,2 Prozent Performance +++ VIG erhält grünes Licht für Solvency-II-Partialmodell +++ PK-Rechnungszins nur noch 2,5 Prozent ab Juli +++ BV Vorsorgekasse investiert nicht mehr in Kohle +++ Ergo starte neue Generation der Lebensversicherung +++ Kreditversicherer Coface steigert Ergebnis

Allianz ihrer Zeit voraus Die Präsentation einer neuen App der

ram Littich bei der Bilanzpressekonfe-

Allianz Versichewrung AG, mit der Voll-

renz. Nach der Überprüfung des gesam-

kaskoschäden

Minu-

ten Portfolios auf Nachhaltigkeit durch

ten abgewickelt und auch bezahlt wer-

den WWF konnte die Allianz Österreich

den können, hatte einen Hauch von Sci-

„die nachhaltigen Investments im ers-

ence-Fiction, um nicht zu sagen „Brave

ten Jahr von 18 Prozent auf 21,5 Prozent

New World“. Tatsächlich ist der Versi-

steigern“. Der Investitionsschwerpunkt

cherer in Österreich seiner Zeit in Sa-

liegt auf erneuerbaren Energien, deren

FITCH WARNT VOR DRUCK AUF VERSICHERER

chen nachhaltige Investitionen voraus:

Anteil im Portfolio „in den kommenden

STUDIE. Die Ratingagentur Fitch

„Wir sind um 50 Prozent rascher als der

Jahren verdoppelt, das heißt, auf 24 Pro-

sieht wachsenden Druck auf die

Zeitplan“, sagte Allianz-Vorstand Wolf-

zent erhöht werden soll.“

heimischen Versicherer: Einer-

innerhalb

von

seits sei zwischen 2013 und 2014 der durchschnittliche Ertrag auf Investitionen von 3,9 Prozent auf 3,5 Prozent gesunken und „wird auch 2016 weiter fallen“. Das sei

FMA: Versicherer mit niedrigerem Ergebnis

vor allem für Lebensversicherer mit hohen Garantien ein Problem. Dieses Segment verzeichnete laut Fitch einen jährlichen Rückgang

Das Ergebnis der gewöhnlichen Ge-

ebenfalls auf 17,35 Milliarden Euro, also

schäftstätigkeit der österreichischen Ver-

um 1,55 Prozent. Wachstum wurde dabei

sicherer verringerte sich von 2014 auf 2015

in allen Sparten verzeichnet, wobei die

die Investitionssumme der Versi-

um 4,7 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro.

Krankenversicherung mit einem Plus von

cherer bei 108 Milliarden Euro ge-

Das versicherungstechnische Ergebnis

4,2 Prozent am meisten zum Anstieg bei-

sank leicht um 0,4 Prozent. Das Finanzer-

getragen hat. Der Bereich Schaden-Unfall

gebnis stieg jedoch leicht um 0,16 Prozent

stieg um 1,8 Prozent, Lebensversicherung

an. Das Prämienvolumen verbesserte sich

um 0,48 Prozent.

um zwei Prozent seit 2010. Am Ende des dritten Quartals 2015 sei

legen. Fitch erwartet mittelfristig eine Umschichtung von Staatsanleihen von derzeit 19 Prozent der Portfolios hin zu Unternehmensanleihen mit niedrigerer Bonität.

55


BRANCHEN

FONDS

NACHHALTIGE FONDS SIND ÜBERPROPORTIONAL GEFRAGT

KOLUMNE

TIAN YIWEI / AP / PICTUREDESK

HEINZ BEDNAR Vorstand VÖIG

DIE VERKEHRTE WELT DER ANLEGER Der Europäische Zentralbank (EZB) hat am 10. März wie allgemein erwartet die geldpolitische Haltung weiter gelockert: Der Einlagezins für Banken wurde auf minus 0,4 Prozent reduziert. Der neue Begriff

Die Nische ist noch klein, aber sie wächst

bieter. Die Erste Sparinvest KAG führt mit

verkehrte Welt der Anleger wider.

schneller als der Markt: Das Segment der

26 Prozent Marktanteil vor der Raiffeisen

Angesichts der gesunkenen Wachs-

nachhaltigen Fonds wird nicht nur bei den

KAG mit 17 Prozent. Dann kommen aller-

tumsprognosen für die Weltwirt-

institutionellen Investoren immer belieb-

dings schon die Spezialisten Security KAG

ter, auch die Privatanleger greifen zu. Zu

und Schelhammer und Schattera KAG. Bei

diesem Ergebnis kommt eine Marktana-

diesem Trend sei nicht nur das gute Ge-

Die Konjunktur läuft alles andere

lyse der Unternehmensberatung RFU, die

wissen entscheidend, meint RFU-Gründer

als rund. Die zum Jahreswechsel auf

sich auf das Thema spezialisiert hat. Ende

Reinhard Friesenbichler: „Je unsicherer in

ambitionierte Marken gestiegenen

2015 haben die heimischen Fondsgesell-

einem Umfeld mit niedrigen Zinsen und

schaften rund sechs Milliarden Euro Volu-

blutleerer Konjunktur der wirtschaftliche

men mittels nachhaltiger Publikumsfonds

Anlageerfolg ist, umso wichtiger wird die

ten. Der Ölpreis ist im ersten Quar-

verwaltet. Verglichen mit Ende 2014 sind

ethische Rendite.“ Um nachhaltige Fonds

tal auf ein langjähriges Rekordtief

600 Millionen Euro dazugekommen, ein

zu erkennen, bietet sich das „Umweltzei-

gefallen. So wundert es kaum, dass

Wachstum von zwölf Prozent. Der Markt-

chen für nachhaltige Finanzprodukte“ an,

die Inflation niedrig bleibt und vom

anteil lag damit bei 7,8 Prozent. Die An-

das derzeit 32 heimische Fonds tragen dür-

„negative Zinsen“ spiegelt die

schaft, die USA und die Eurozone ist die Motivation der EZB für dieses Maßnahmenpaket verständlich.

Börsenkurse haben zu Jahresbeginn deutlich korrigiert, bevor sie sich seit Mitte Februar sukzessive erhol-

EZB-Teuerungsziel von knapp unter

zahl der Produkte erhöhte sich 2015 um

fen. Das noch recht neue FNG-Siegel des

Durch den Ankauf von Schuldpa-

sieben auf 63 Fonds. Auch in diesem Be-

Forums Nachhaltige Geldanlagen wurde

pieren – jetzt auch Unternehmens-

reich dominieren zunächst die großen An-

bisher an elf Fonds vergeben.

zwei Prozent deutlich entfernt ist.

anleihen mit guter Kreditwürdigkeit, ausgenommen Banken – zeigt die EZB Handlungsfähigkeit. Die Maßnahme ist in Fachkreisen umstritten, zumal sie Liquidität von diesem Marktsegment abzieht. Anleger, die zumindest die Inflation

KARRIERE

schlagen möchten, kommen an einer Kapitalmarktveranlagung nicht vorbei. Investmentfonds sind dafür bestens geeignet. Übrigens: Am 19. April findet in Österreich

Winfried Buchbauer

Niall Quinn

Andrea Wagner

verstärkt seit 1. Februar Heinz Bednar und Christian Schön in der Geschäftsführung der Erste Asset Management. Ihm obliegen Risk-Management und Back Office.

wurde ab Februar zum globalen Leiter für das institutionelle Geschäft bei Pictet Asset Management ernannt. Er folgt damit Christoph Lanter, der in den Ruhestand tritt.

komplettiert seit Februar das Vertriebsteam der Spängler IQAM Invest Deutschland. Sie ist für den Bereich Relationship Management Wholesale Norddeutschland zuständig.

der Weltfondstag statt. Eine gute Gelegenheit, um mit dem Bankoder Vermögensberater Strategien zu besprechen, um dem Zinstief zu entkommen. h.bednar@derboersianer.com

56


BRANCHEN

TICKER

UCITS V ohne Alternative Fonds Die jüngste Änderung der EU-Richtlinie

konzessionierten AIF-Managers FTC Ca-

zur Regulierung von Investmentfonds,

pital. Gemeinsam mit anderen AIF-Ma-

kurz UCITS V, wurde soeben erst durch

nagern will man sich auf europäischer

den Gesetzgeber in nationales Recht um-

Ebene für eine nachträgliche Änderung

gesetzt. Die Anbieter von Alternativen

von UCITS V einsetzten und sich damit,

Investmentfonds (AIF) kritisieren aber,

losgelöst von UCITS VI, in die Richtlinie

dass sie in der Novelle nicht ausreichend

hineinreklamieren. „Die Liquidität des

berücksichtigt wurden. Die nächste Ver-

AIFs und eine Value-at-Risk-basierte

sion der Richtlinie (UCITS VI) ist zwar

Risikoobergrenze sollten dabei die ent-

schon in Vorbereitung, aber dort kom-

scheidenden Parameter für ein zulässi-

men die AIFs ebenfalls nicht vor. Eine

ges Investment im Rahmen eines richtli-

„UCITS V.2“ als Zwischenschritt fordert

nienkonformen Fonds sein“, nennt Maj-

daher Rolf Majcen, Firmenanwalt des

cen eine der Forderungen.

IT-Panne bei der Wertpapier-KESt Anlegern von thesaurierenden ausländi-

nigung ausländischer Investmentgesell-

schen Investmentfonds könnte eine Steu-

schaften in Österreich (VAIÖ) erklärt. De-

ernachzahlung ins Haus stehen, wie kürz-

ren Vorsitzender Thomas Wilhelm spricht

lich bekannt wurde. Die von den Banken

lediglich von einem geringen einstelligen

für den Fiskus eingehobene Wertpapier-

Millionenbetrag, um den es dabei in Sum-

Kapitalertragssteuer wurde 2013 und 2014

me gehen dürfte. Er hält es jedenfalls auch

bei diesen Fonds offenbar falsch berech-

für möglich, dass die Banken die Nachzah-

net. Ursache war ein Fehler bei einem ban-

lungen selbst tragen werden, um sich nicht

keninternen Datenprovider, wie die Verei-

den Groll ihrer Kunden zuzuziehen.

Kepler-Fonds steigerte Kundenvolumen um 1,9 Milliarden Euro +++ Semper Constantia kauft Valartis KAG von Wiener Privatbank +++ Fundinfo bietet neuen Fondsanalyse-Service +++ Swiss Life Select Österreich steigert Provisionserlöse um 1,94 Millionen Euro +++ Anlageplaner Rajiv Jain verlässt Vontobel Asset Management +++ Schroders steigert Ebit 2015 um acht Prozent +++ Bawag PSK Invest heißt jetzt Amundi Austria

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BRANCHEN

AKTIEN

KOLUMNE

MATTHIAS STIEBER Director ­Investor Relations ­Telekom Austria AG

SAG NIEMALS NIE Die Börsen in Frankfurt und London wagen einen weiteren

ATX: MANIPULATION AM 29. FEBRUAR? Am 21. März 2016 war es so weit: Der

meldete der Finanzmarktaufsicht einen

ATX wurde plangemäß neu zusammen-

„untersuchungswürdigen Vorgang“. Man

und diesmal scheint es ernst zu

gestellt, so wie alle sechs Monate. Nur

wolle aber damit nicht erreichen, dass die

werden. Man erhofft sich durch

die gerade umsatz- und kapitalstärks-

Aktie wieder in den ATX aufsteigt, son-

den Zusammenschluss nicht nur

ten 25 Titel sollen in den Leitindex kom-

dern dass die Berechnungsmethode ge-

Einsparungen von mehr als 450

men. Nicht im Plan war das Ausscheiden

ändert wird, ließ das Unternehmen wis-

der Flughafen-Aktie, erst für Septem-

sen. Das Thema werde voraussichtlich in

ber war das abzusehen. Überrascht wurde

der nächsten Sitzung des unabhängigen

bieten und die Wettbewerbsfä-

die Flughafen Wien AG und ihre Investo-

ATX-Komitees diskutiert werden, heißt

higkeit gegenüber Nordamerika

ren von plötzlichen Kurssprüngen bei der

es dazu von der Wiener Börse AG. Die Be-

und Asien erhalten. Ähnliche

Palfinger-Aktie. Diese hievten am Be-

rechnung erfolge auf Basis von internati-

rechnungsstichtag Ende Februar die Ak-

onalen Qualitätsstandards. Die FMA teilt

tie der AT&S AG auf Platz 25 und kickten

gegenüber DerBörsianer mit, dass die Er-

die Ambition, eine zentrale Börse

damit die Flughafen-Aktie aus dem ATX.

mittlungen noch einige Monate dauern

für den CEE-Raum zu sein, wobei

Schnell machte der Verdacht auf Mani-

werden. Es habe jedenfalls „signifikante

neben dieser attraktiven Positio-

pulation von einem Market-Maker die

Orders“ gegeben, „insbesondere aus dem

Runde, und die Flughafen Wien AG selbst

Ausland“.

Anlauf mit ihren Fusionsplänen,

Millionen Euro pro Jahr, sondern die Kombination soll auch eine Plattform für Wachstum in Europa

Diskussionen gab es auch immer wieder in Österreich rund um den Börsen­stand­ort Wien. Wien hatte

nierung auch die Kosteneffizienz ein zentrales Argument für Übernahmen beziehungsweise Fusionen wäre. Transaktionskosten sind genauso wie Liquidität oder steuerliche Anreize ein Grundbaustein für einen attraktiven Börsenplatz. Eine regionale Börse wie Wien bietet den notierten Unternehmen

Binder+Co und Eco Business verlassen die Börse

auch einige Vorteile in Hinblick auf die Differenzierung. Heimische

Die Delisting-Welle am Wiener Finanz-

Folge hat. Viel Freude hatten die Anleger

und regionale Schwergewichte

platz geht weiter: Der steirische Maschi-

mit der Aktie im Vorjahr nicht. Sie verlor

wären an den großen Börsen nicht

nenbauer Binder+Co AG hat beschlossen,

rund sieben Prozent. Auch die Aktie der

sich nach fast zehn Jahren vom Dritten

Eco Business Immobilien AG wird vom

Markt der Börse zurückzuziehen. Grund

Kurszettel verschwinden, hier aller-

Beispiel dem MDAX. Eine stärkere

seien neue Marktmissbrauchsregelun-

dings mittels Gesellschafterausschlus-

regionale Relevanz hätte auch den

gen, die ab Juli 2016 in Kraft treten. Sie

ses (Squeeze-out) durch den Mehrheits-

Vorteil, dass das Interesse der im

werden auch den Emittenten im dritten

eigentümer Conwert Immobilien Invest

Markt zusätzliche Informationspflichten

SE. Das Delisting werde zur Senkung des

auferlegen. Die Aktien von Binder+Co AG

Kosten- und Verwaltungsaufwands in-

werden von Inhaberaktien auf Namens-

nerhalb des Konzerns führen, so deren

aktien umgestellt, was ein Delisting zur

Begründung.

im Leitindex zu finden, sondern bestenfalls im Marktsegment für mittelgroße Unternehmen wie zum

CEE-Raum ansässigen Investoren an lokalen Unternehmen gebündelt würde. m.stieber@derboersianer.com

58


BRANCHEN

Porr im Aufwind, Strabag mit weniger Aufträgen

TICKER

Noch sind die endgültigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2015 nicht da, aber die vorläufigen Zahlen sind für die Porr AG vielversprechend. Der Vorstand erwartet demnach eine Produktionsleistung von rund 3,5 Milliarden Euro, 1,4 Prozent über dem Wert von 2014, wie der Baukonzern mitteilt. Der Auftragsbestand werde mit rund 4,6 Milliarden Euro um 12,8 Prozent höher ausfallen und stelle sogar einen neuen Rekordwert in der 147-jäh-

arbeitung von Großprojekten in Ungarn,

rigen Firmengeschichte dar. Zu diesen

Italien und der Slowakei, aber eben auch

positiven Entwicklungen habe vor allem

mit den widrigen wirtschaftlichen Rah-

der strategische Fokus auf die bonitäts-

menbedingungen in Russland und dessen

starken Märkte Österreich, Deutschland,

Nachbarstaaten. 2016 begann dafür mit

Schweiz, Polen und Tschechien geführt.

einer guten Nachricht: Im Jänner konnte

Weniger vorteilhaft scheint sich bei der

die Strabag SE Kredite über 2,4 Milliarden

Strabag SE die Ausrichtung nach Osten

Euro vorzeitig refinanzieren. Die neu-

ausgewirkt zu haben. Der Auftragsbe-

en günstigeren Kreditkonditionen gelten

stand reduzierte sich zwischen Ende 2014

bis 2021 mit zweimaliger Verlängerungs-

und Ende 2015 um neun Prozent auf 13,1

option um je ein Jahr. Hilfreich war da-

Milliarden Euro, wie aus den ersten Zah-

bei das Mitte 2015 erfolgte Upgrade des

len des abgelaufenen Geschäftsjahrs her-

Kreditratings von Standard & Poors von

vorgeht. Begründet wird das mit der Ab-

BBB– auf BBB.

Wienerberger AG zieht in ATX Five ein +++ Rolls-Royce verlängert Vertrag mit FACC +++ Teak Holz International für 2,2 Millionen Euro versteigert +++ Immofinanz platziert Buwog-Aktien um 171 Millionen Euro +++ S&P bestätigt Investmentgrade-Rating für Conwert +++ CA Immo stockt Anteil bei Immofinanz auf +++ Pierer Industries scheitert mit Übernahme von Pankl Racing

EUROPA ZAHLT AM BESTEN STUDIE. Bei einem internationalen

Post AG zieht sich aus Deutschland zurück

Vergleich der Dividendenrenditen von Allianz Global Investors erwiesen sich europäische Unternehmen als besonders spendabel. Mit einer Dividendenrendite von fünf Prozent liegen derzeit norwegische Unternehmen an der Spitze von 33 untersuchten Ländern. Österreichische Unternehmen befinden sich mit einer durchschnittlichen Divi-

Nach acht Jahren und vielen Millionen

den Logistiker dann in zwei Schritten von

Euro Verlust ist jetzt Schluss: Die Öster-

der Deutschen Post AG um 300 Millionen

reichische Post AG verkauft ihre deut-

Euro übernommen. Der jetzige Kaufpreis

sche Logistiktochter Trans-o-flex. In

wurde nicht bekanntgegeben, aber er

den Büchern schlägt sich das mit einer

dürfte nur noch einen Bruchteil dessen

USA begnügen, auf den hintersten

Abschreibung von 125,8 Millionen Euro

betragen. Mit lästigen Auslandstöchtern

Plätzen liegen Korea (1,5 Prozent)

nieder. Käufer sind die bayrischen Unter-

kennt sich übrigens auch die OMV AG

nehmerfamilien Amberger und Schoel­

aus: Sie hat beschlossen, die 2010 über-

ler, die Trans-o-flex bereits bis 1998 als

nommene türkische Tankstellenkette

Sanierer geführt hatten. Die Post AG hat

Petrol Ofisi zu verkaufen.

59

dendenrendite von 2,6 Prozent im unteren Drittel, drei Plätze hinter Deutschland mit 2,8 Prozent. Mit 1,96 Prozent muss man sich in den

und Indien (1,35 Prozent). Auch langfristig liegt Europa vorn: Die annualisierte Gesamtrendite war hier seit 1970 zu rund 39 Prozent durch die Dividenden bestimmt.


BRANCHEN

IMMOBILIEN

KARRIERE

6B47 IN NEUEN HÖHEN

Stefan Schönauer Ist seit Mitte März als neuer Finanzvorstand bei der Immofinanz AG tätig. Seit Oktober 2011 war Birgit Noggler in der Position tätig. Sie legte ihr Vorstandsmandat freiwillig zurück.

Ernst Vejdovszky wurde vom Aufsichtsrat der S Immo AG bis zum 30. Juni 2019 als Vorstandsvorsitzender des Unternehmens verlängert. Er ist seit fast 30 Jahren im Vorstand tätig.

Nicole Wallmann wurde im Jänner 2016 zur Geschäftsführerin der Premium PIV Immobilien Vermittlung bestellt. Sie verantwortet auch weiterhin die Bereiche Marketing und Vertrieb der Premium-Gruppe.

Der Projektentwickler 6B47 Real Estate

mens. Das Developmentvolumen des

Investors AG (6B47) präsentierte sein

Unternehmens wuchs auf 1,1 Milliarden

Jahresergebnis. Das Unternehmen rund

Euro und damit um 18 Prozent hinauf.

um Vorstandsvorsitzenden Peter Ulm

„Wir erwarten ein spannendes Jahr

und Vorstandsmitglied Sebastian Nitsch

2016, dem wir aufgrund des Baubeginns

tätigte 2015 erstmals Verkäufe in Öster-

der Projekte Philipp’s, Althan und Park-

reich, Deutschland und Polen in der

flats bis hin zur Fertigstellung des Bea-

Höhe von 300 Millionen Euro. Das High-

trix Spas und Living Kolin mit viel En-

light der beiden war ein „Big Deal“ in

thusiasmus begegnen“, so der eupho­

Frankfurt. Vier Projekte mit dem Ge-

rische Peter Ulm zu DerBörsianer. Nach

samtvolumen von 250 Millionen Euro

der kompletten Übernahme der deut-

wurden dort verkauft. Auch der 6B47

schen PDI Property Development Inves-

Real Estate Club ist gewachsen und in-

tors wird 6B47 ab sofort als Dachmarke

vestiert aktuell 156 Millionen Euro an

in Österreich, Deutschland und Polen

Eigenkapital in Projekte des Unterneh-

agieren.

Unbekannte Maklerbüros Eine repräsentative Umfrage des Mar-

Lediglich elf davon werden von min-

der verwunderlich, dass eine Branche,

ket-Instituts hat die Bekanntheit von

destens einem Prozent der Bevölke-

die jedes Jahr Milliarden bewegt, der-

Maklerbüros untersucht. Auf die Fra-

rung spontan und ungestützt genannt,

maßen unbekannt und so wenig in den

ge nach Immobilienmaklern und Rea-

nur fünf der Marken- und Unterneh-

Köpfen der Menschen verankert ist.“

litätenbüros fallen Österreichern laut

mensnamen von mehr als zwei Pro-

Einzige Ausnahme sind die drei Mar-

den Ergebnissen insgesamt 52 Mar-

zent. Werner Beutelmeyer vom Mar-

ken Remax, die Raiffeisen-Gruppe und

ken- und Unternehmensnamen ein.

ket-Institut dazu: „Es ist immer wie-

die Sparkassen-Gruppe.

60


BRANCHEN

TICKER

Wien hoch im Kurs Wien steht bei internationalen Investoren

Immobilien treibt. Auch Remax sieht den

hoch im Kurs. Mit dem Verkauf des Wiener

anhaltenden Trend. 2015 gab es 112.124

Hotel Imperials kam einer dazu. Martina

Immobilientransaktionen im Wert von

Cerny, Investmentmarktanalystin bei Otto

insgesamt 23,5 Milliarden Euro in Öster-

Immobilien, schätzt, dass dieses interna-

reich. Damit wurde das Rekordjahr 2014

tionale Interesse so schnell auch nicht ge-

um 16,6 Prozent übertroffen. Remax-Aus-

ringer wird. Insgesamt flossen 2015 laut

tria-Geschäftsführer Bernhard Reikers-

dem Unternehmen 3,1 Milliarden Euro in

dorfer erwartet auch für 2016 ein gutes

heimische Gewerbeimmobilien. Chef Eu-

Jahr, „ob allerdings das Rekordjahr 2015

gen Otto ist sich sicher, dass „Angst und

noch getoppt werden kann, bleibt abzu-

Unsicherheit an den Börsen“ Investoren in

warten“, so der Experte.

Hypo NOE startet mit Immobilienentwickler NOE Immobilien Development AG +++ Conwert übertrifft dank 230 Millionen Euro Verkaufsziel 2015 +++ Buwog erwarb Liegenschaft für 560 freifinanzierte Wohnungen in Berlin +++ UBM und sein Partner verkaufen Holiday Inn in Frankfurt um 45 Millionen Euro +++ Britisches Logistikunternehmen Segro kommt nach Wien +++ ARE und Premium begannen mit Abbruch des Postbus-Areals an der Erdberger Lände

WIENER WOHNUNGSMARKT 2016 STUDIE. Der erste Wiener Wohnungsmarktbericht, veröffentlicht von Buwog AG und EHL Immobilien, zeigt klare Fakten auf. So wird 2016 das rasante Bevölkerungswachstum den Wiener Wohnungsmarkt noch stärker als

Zweites Hyatt am Hauptbahnhof

in den Jahren davor prägen. Laut Statistik Austria betraf der Anstieg der Wiener Bevölkerung 2015 43.000 Personen. Diese steigende

Gegenüber dem 21er Haus und dem

bereits die zweite Kooperation zwischen

Schweizergarten in Wien entsteht das

der Signa und Hyatt. Geschäftsfüh-

Hotel Andaz Am Belvedere Vienna. Sig-

rer von Signa, Christoph Stadlhuber, ist

na AG (Signa) und eine Tochter der Hyatt

sich sicher, dass „Hyatt genau die rich-

Hotels Corporation bringen mittels Joint

tige Marke für uns ist“. Das Andaz Vien-

in den kommenden Jahren ein

Ventures das neue Hotel in die Haupt-

na soll 300 Zimmer, einen 2.200 Quad-

Schlüsselthema, und gerade im

stadt. Bis zum Frühjahr 2019 soll das vom

ratmeter großen Konferenzbereich und

Stararchitekten Renzo Piano entworfene

einen 700 Quadratmeter großen Ballsaal

Projekt fertiggestellt sein. Damit wird

fassen und wird in zwei Baukörper auf-

das Hotel nach dem Park ­Hyatt Vienna

geteilt.

Nachfrage, so Buwog-CEO Daniel Riedl, kann nur durch zusätzliche Großprojekte gedeckt werden. Leistbares Wohnen bleibt auch

günstigeren Preissegment steigt der Nachfrageüberhang stark an. In höheren Preiskategorien minimiert die schwache Wirtschaftsentwicklung die Nachfrage.

61


BRANCHEN

BERATER

KOLUMNE

PETER BARTOS Partner und Geschäftsführer BDO Austria

NEGATIVZINSEN  WAS TUN?

STANDORT ÖSTERREICH AUF TALFAHRT Zwei verschiedene Umfragen zeigen unab-

terung. Auch der aktuelle Deloitte Radar

Die EZB hat also vor kurzem den

hängig voneinander die Verschlechterung

2016 bewertete die Attraktivität des Wirt-

Leitzins auf null Prozent gesenkt

des Standorts Österreich. Im 19. CEO Sur-

schaftsstandorts Österreich und belegte

sowie einen höheren Strafzins auf

veys von PWC sind neben 1.400 Managern

das schlechteste Ergebnis seit 2008. Der

hekäufe beschlossen. Werden mit

weltweit erstmals auch 32 Spitzen-Vor-

Abwärtstrend der heimischen Wettbe-

diesen Maßnahmen nur „Zombies“

stände aus Österreich zu den wichtigsten

werbsfähigkeit hält an. Bernhard Gröhs,

künstlich am Leben erhalten, oder

Wachstumsthemen und Trends der Wirt-

Managing Partner bei Deloitte Österreich,

wird damit wirklich die Kreditver-

schaftswelt befragt worden. Es hat sich

erklärt, dass „die Standortattraktivität Ös-

gezeigt, dass heimische Topunterneh-

terreichs seit Jahren hinter anderen ver-

mer dem Jahr 2016 nicht allzu optimis-

gleichbaren Ländern herhinkt“. Er ist aber

schieren? Nun, man wird sehen. Bis

tisch entgegentreten. In den kommenden

optimistisch und glaubt, dass „jeder Trend

auf weiteres wird Schuldenmachen

zwölf Monaten rechnen nur 27 Prozent der

auch gestoppt und wieder umgedreht wer-

wohl so billig wie noch nie bleiben,

CEOs weltweit mit einer Verbesserung des

den“ könne. Für eine Umsetzung braucht

globalen Wachstums. In Österreich rech-

es in Österreich laut dem Experten vor al-

net ein Drittel sogar mit einer Verschlech-

lem eine große Portion Mut.

Einlagen und noch mehr Anlei-

gabe durch Banken angekurbelt und die Inflation wieder in Richtung des Zielwerts von zwei Prozent mar-

und damit werden zumindest auch die maroden Staatsfinanzen etwas entlastet. Und was ist mit jenen, die Geld auf der hohen Kante haben? Laut einem OGH-Urteil aus dem Jahr 2009 sind Null- oder Negativzinsen für private Spareinlagen nicht zulässig, da dies dem elementaren Zweck des Sparens – nämlich der Vermehrung der Ersparnisse

Cyberkriminalität in Österreich

- diametral widersprechen würde. Bleibt abzuwarten, ob diese Ansicht

Für den PWC Global Economic Crime

ist laut Forrester-

wirklich in Stein gemeißelt ist. Der

Survey 2016 wurden mehr als 6.000 Teil-

Forschungsbericht

nehmer in 115 Ländern befragt. Trotz des

sogar

Finanzministerium, nicht ganz

leichten Rückgangs der Wirtschaftskri-

im Bereich Infor-

überzeugt zu sein. Kürzlich wurde

minalität steigen die finanziellen Kosten

mationssicherheit.

nämlich vorsorglich eine Regelung

durch einzelne Betrugsfälle. 14 Prozent

Das

erlassen, dass Negativzinsen im

der Befragten erlitten in den vergange-

tätigte in mehr als

nen beiden Jahren Verluste von mehr als

einem Jahr weltweit

heimische Fiskus scheint davon, übrigens ebenso wie das deutsche

Privatbereich nicht mit anderen positiven Einkünften verrechnet werden dürfen. Sollten also wirklich

einer Million US-Dollar. Stark zugenom-

fünf

Marktführer

Unternehmen

Übernahmen

Negativzinsen kommen, heißt es

men hat die Cyberkriminalität. Das be-

im Bereich Cybersecurity. KPMG-Part-

damit, doppelt Pech gehabt. Dann

stätigt ein Anstieg der Vorfälle um acht

ner Michael Schirmbrand will Kunden

bleibt als Ausweg nur noch der

Prozent auf 32 Prozent. Mehr als die Hälf-

„bei der Bewältigung ihrer Herausforde-

te der Befragten verspürte in den letzten

rungen und Wahrnehmung von Chancen

24 Monaten eine wachsende Bedrohung

unterstützen“. Cybersecurity muss laut

durch Cyberkriminalität. Hier setzt das

dem Experten zu einem unternehmens-

Beratungsunternehmen KPMG an. Dieses

strategischen Thema werden.

Banksafe oder der Sparstrumpf übrig – zumindest solange es noch Bargeld gibt! p.bartos@derboersianer.com

62


BRANCHEN

Honorarstreit mit Headhunter

Die Austrian Anadi Bank AG, ehemals be-

keine Gespräche und keinen Vertrag zwi-

kannt als Hypo Österreich, führt bekann-

schen den Unternehmen gibt. Nach zwei

termaßen viele Einsparungen durch. Der

vergeblichen Verhandlungsrunden lag ein

Headhunter Stanton Chase klagte die Bank

Vergleichsangebot auf dem Tisch. Laut Mi-

Anfang Februar 2016 nun an, seinen Lohn

chael Schaumann haben die Rechtsanwäl-

für die Suche nach einem Nachfolger für

te der Austrian Anadi Bank AG schon mit

den Exvorstand Martin Czurda in der Höhe

einem Gegenangebot darauf reagiert. In

von fast 76.000 Euro nicht zu bekommen.

seinen Augen ein erstes positives Signal.

Geschäftsführer Michael Schaumann gab

„Der Vorstand arbeitet ordentlich, ein-

gegenüber DerBörsianer an, dass es so-

zig die Eigentümer sind nicht bemüht“, so

wohl ein Angebot als auch einen schrift-

Schaumann zu DerBörsianer. Er hofft trotz-

lichen Vertrag gegeben hätte. Die Austri-

dem, so rasch wie möglich eine gute Lö-

an Anadi Bank AG wiederum sagt, dass es

sung zu finden.

FRAUENLOSER MITTELSTAND 550

STUDIE. Einer aktuelle Studie der Beratungsorganisation Ernst & Young (EY) zufolge sind die Führungsebenen heimischer Mittelstandsunternehmen noch immer männlich dominiert. Bei 86 Prozent der Unternehmen besteht die Führungsetage überwiegend aus Männern. Nur jede vierte Führungskraft ist weiblich. Einzig im Handel ist der Frauenanteil in Führungspositionen mit 30 Prozent vergleichsweise hoch. Besonders niedrig ist der Anteil mit 19 Prozent im Bau- und Energiebereich. Schwer haben es die Mittelstandsunternehmen laut eigenen Angaben auch bei der Rekrutierung qualifizierter weiblicher Fachkräfte. Dennoch sieht jeder Zweite einen positiven Zusammenhang zwischen hohem Frauenanteil und wirtschaftlichem Erfolg.

TICKER

Verkauf von Kreditportfolios europäischer Banken erreicht laut KPMG Rekordwert +++ Mittelstandsunternehmen über schwache Konjunktur laut EY-Barometer besorgt +++ Versicherungschefs sehen laut PWC Technologie als Wachstumsbedrohung +++ Sanierer Erhard Grossnigg zieht sich aus operativem Geschäft zurück +++ Laut CRIF steigt die Zahl der Gründerinnen an, vor allem im Sozial- und Gesundheitswesen +++ PwC ist weltweit die Nr. 1 bei M&A-Beratung


BRANCHEN

RECHT

EX-BWIN-CHEFS UNTER KORRUPTIONSVERDACHT Ende Februar wurde bekannt, dass die ehemaligen Vorstände des österreichischen Sportwettenkonzerns Bwin, Norbert Teufelberger und Manfred Bodner, sowie andere Topmanager und Exlobbyisten wegen Verdachts auf Untreue,

KOLUMNE

Bestechung und Geldwäsche angeklagt wurden. Dabei geht es um mutmaßliche Schmiergeldzahlungen im ZusamALBERT BIRKNER Managing Partner CHSH

menhang mit einer Sportwettenlizenz in der Türkei. 2007 wollte Bwin eine Sportwettenkonzession in der Türkei erwerben. Auf offiziellem Weg scheiterte das Unternehmen jedoch mehrmals. Die Staatsanwaltschaft Wien vermutet da-

DURCHSICHTIGE KONTEN Am ersten Jänner 2016 sind aber-

her, dass türkische Spitzenbeamte bestochen worden sind. So sollen über eine

mals weitreichende Änderungen

Liechtensteiner Briefkastenfirma mehr

des Bankgeheimnisses (§ 38 BWG)

als zwei Millionen Euro Schmiergeld ge-

in Kraft getreten (BGBl I 2015/116).

schleust worden sein. Teufelberger und

Der Zweck der Einschränkung des

Bodner erhoben Einspruch gegen die An-

Bankgeheimnisses liegt im automatischen Informationsaustausch über Finanzkonten gegenüber den

klage. Daher befasst sich nun das Oberlandesgericht mit der Causa.

Abgabenbehörden, in der Erfüllung von Auskunftserteilungspflichten nach dem neuen Kontenregister- und Konteneinschaugesetz (KontRegG) sowie der Erfüllung der Meldepflicht nach dem neuen

Brokerjet-Entschuldigung

Kapitalabfluss-Meldegesetz. Kurz gesagt: Es kommt zu einem weitreichenden automatischen Kontodaten-Informationsaustausch. Das KontRegG bringt ein Kontenregister, Abgabenbehörden können auf dieser Grundlage von Kreditinstituten Kontoauskünfte verlangen. Kreditinstitute unterliegen einer Pflicht zur laufenden Datenübermittlung an Abgabenbehörden. Für Überweisungen von 50.000 Euro übersteigenden Beträgen sind Meldungen zu erstatten (Kapitalabfluss-Meldegesetz).

Die Erste Bank Österreich lenkt nach dem

nicht ersetzt wurden, wurden nun voll-

Das Gemeinsame Meldestandard-

Streit mit den ehemaligen Brokerjet-

ständig erstattet. Die Erste Bank Öster-

Kunden ein. Diese störte primär die lange

reich möchte sich damit bei den Kunden

Dauer und die hohen Kosten bei der De-

für „die Unannehmlichkeiten aus der Ab-

automatischen Informationsaus-

potübertragungen von Brokerjet. Es wur-

wicklung der Überträge erlitten haben“,

tausches zwischen Österreich und

de von Pannen, wie vorübergehend ver-

entschuldigen. Auf Basis einer Vereinba-

den Behörden anderer (Nicht-)

schwundene Depotpositionen oder einem

rung mit dem VKI gewährleistet die Bank

temporär fehlenden Verkaufsbutton, be-

seit Anfang März 2016 nun eine kostenlo-

richtet. Die Depotübertragungsgebüh-

se Depotübertragung von einem Broker-

ren der Exkunden, die zu einer Dritt-

jet-Depot zu Fremdbanken und erstattet

bank wechselten und von der Fremdbank

bezahlte Spesen.

Gesetz (RL 2014/107/EU) normiert Melde- und Sorgfaltspflichten im Rahmen des verpflichtenden

Mitgliedsstaaten. Wir haben den gläsernen Finanz-Bürger fast erreicht. a.birkner@derboersianer.com

64


BRANCHEN

Gernot Rauter (Responsible ­Business Solutions, Wolf ­Theiss), Clemens Trauttenberg (Wolf ­Theiss), Roland Marko (Wolf ­Theiss), Angelika Hellweger (Wolf Theiss) mit Dompfarrer Toni Faber.

Am 15. März lud Wolf Theiss zum Compliance-Launch-Event mit dem Thema „Compliance and Compliance Software – Spiegel einer intakten Unternehmenskultur oder Feigenblatt?“ ein. Dabei wurde im Penthouse auf dem Stephansplatz eine „Whistleblowing“-Software für unternehmensinterne Hinweisgebersysteme vorgestellt. Rechtsexperten sprachen über die strafrechtlichen Folgen von Non-Compliance für Unternehmen und beleuchteten rechtliche Herausforderungen bei der Einführung solcher Systeme.

Wüstenrot muss zahlen Wer vor 1999 einen Bausparvertrag abgeschlossen hat, bekam noch Fixzinsen, und manche davon lagen weit über zwei Prozent. Im Vergleich zu modernen Sparern steigen diese heute recht gut aus. Auf einem Vertrag bei der S-Bausparkasse liegen beispielsweise 3,6 Millionen Euro zu 3,5 Prozent Zinsen. Der ursprüngliche Sinn des Bausparens war, dass der Vertrag in ein Bauspardarlehen umge-

Arbeiterkammer strengte einen Muster-

wandelt wird. Daher können Sparer ihr

prozess an, der vom Obersten Gerichts-

Geld auch nach Ablauf dieser Mindest-

hof (OGH) in letzter Instanz entschieden

frist bei der Bausparkasse liegen lassen

wurde. Er gab den Konsumentenschüt-

und weiter einzahlen. Die Bausparkas-

zern recht. Die Bausparkasse muss da-

se Wüstenrot AG griff deshalb in Altver-

mit die Zinssenkung zurücknehmen und

träge ein und hat die Zinssätze bei man-

wahrscheinlich sogar entgangene Zinsen

chen Kunden auf 0,1 Prozent gesenkt. Die

nachzahlen.

Wien berät Dubai Die Kanzlei Binder Grösswang beriet ge-

von den Partnern und M&A Spezialisten

meinsam mit einer ungarischen Sozietät

Michael Kutschera und Markus Uitz so-

die Al-Habtoor-Gruppe beim Kauf des

wie vom Rechtsanwaltsanwärter Philipp

Wiener Hotel Imperials. Die Gruppe sitzt

Kapl. Der ehemalige ÖVP-Finanzspre-

in Dubai und ist in Bereichen wie Hotel,

cher Günter Stummvoll ist ebenfalls für

Automotive, Real Estate und Construc-

Binder Grösswang beratend tätig. Er be-

tion tätig. Die Starwood-Gruppe trenn-

rät die Kanzlei im Zusammenhang mit

te sich vom historischen Ringstraßen-

der Heta-Abwicklung. Diese vertritt die

hotel mittels eines Share Deals, bei dem

Interessen der Ad-hoc-Gruppe, der Zu-

alle Geschäftsanteile der Imperial Hotels

sammenschluss von elf Heta-Anleihe-

Austria erworben wurden. Betreut wurde

gläubigern, die das Rückkaufangebot bis-

der Megadeal seitens Binder Grösswang

her abgelehnt hat.

65

TICKER

CMS eröffnet als erste internationale Großkanzlei ein Büro in Irans Hauptstadt Teheran +++ Herbst Kinsky berät Leder & Schuh bei Jello und Shoe4You-Verkauf an Kienast Holding +++ CHSH berät MetransGruppe bei der Errichtung ihres Logistikstandorts für Gütertransit +++ Laut FMA-Vorstand Klaus Kumpfmüller haben sich FMA-Strafverfahren inzwischen fast halbiert +++ Ecker & Partner veröffentlichen sieben Gebote für erfolgreiche Litigation-PR +++ Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber blitzt bei Höchstgericht ab und muss seine Strafe zahlen +++ Regierung überlegt Verfassungsrang für Lex Bank Austria


BRANCHEN

KOMMUNIKATION

VIG UND DONAU TAUSCHEN PRESSESPRECHER

KOLUMNE

PETER FELSBACH Head of Group Communications Voestalpine AG

FINANZZAHLEN  GAR NICHT LANGWEILIG! Die Veröffentlichung der Geschäftszahlen zählt zu den kom-

Die Vienna Insurance Group AG (VIG) und

beth Stadler unterstellt. Wolfgang Haas war

ihre Tochter Donau Versicherung AG haben

schon bei der Ergo Versicherung AG Pres-

ihre Pressesprecher getauscht. Mit erstem

sesprecher für Stadler, später ebenso in der

März 2016 wechselte Wolfgang Haas von der

Donau Versicherung AG. Nun setzen die

Unternehmenskommunikation der Donau

zwei ihre Zusammenarbeit auf Konzern­

Versicherung AG zur VIG. Dort ist er nun

ebene fort. Der frühere Pressesprecher der

Konzernpressesprecher und übernimmt

VIG, Alexander Jedlicka, bildet gemeinsam

die Leitung der Abteilung Konzernkom-

mit Mirjana Verena Mully dafür seit erstem

munikation und Marketing. Die Abteilung

März das neue Team der externen Kommu-

ist direkt der VIG-Generaldirektorin Elisa-

nikation der Donau Versicherung AG.

munikativen Hauptaufgaben eines börsennotierten Unternehmens. Als Rezipienten stehen dabei institutionelle Investoren, private Aktionäre sowie Medienvertreter und Analysten im Fokus. Bei der

Gegenwind für Medien

Voestalpine AG hat sich in den

Bawag-PSK-Relaunch

letzten Jahren eine professionelle

Die Bawag PSK AG hat einen neuen On-

Finanzkommunikation auf inter-

lineauftritt. Das Motto „einfach, klar

nationalem Niveau etabliert – ob

und zeitgemäß“ konzipierte die Agen-

Onlinegeschäftsbericht, Streaming

tur Wunderman PXP gemeinsam mit der

bei Pressekonferenzen oder Ana-

Kölner Agentur .dotkomm. Mit der Neu-

lysten-Calls, die Hauptzielgruppe wird direkt versorgt. Darüber hin-

gestaltung soll die Multikanalstrategie

aus sind auch Multiplikatoren wie

der Bank besser umgesetzt werden.

Mitarbeiter, Kunden oder die breite Öffentlichkeit bei Finanzthemen eine essenzielle Zielgruppe. Die kommunikative Herausforderung

Österreichs Printmedien haben es nicht einfach. Um Verluste abzudecken, benö-

besteht nun darin, die Ergebnisse

tigt die Verlagsgruppe News Geld von ihren

spannend und zielgruppengerecht

Gesellschaftern. Das bestätigt Horst Pir-

aufzubereiten. Dies gelingt der

ker, der den Verlag seit Juni 2014 führt und

Voestalpine AG durch den zusätz-

umstrukturiert:„Richtig ist, dass die Ver-

lichen Einsatz von multimedialen Inhalten wie Animationen, Info-

lagsgruppe News in den letzten Jahren wie

grafiken oder Videostatements,

viele andere Medienunternehmen verlege-

die intern und extern über die ent-

rischer Herkunft negative Betriebsergebnis-

sprechenden Kanäle wie Intranet,

se hinnehmen musste.“ Zuletzt fusionier-

Facebook, LinkedIn oder Twitter

te er die Wirtschaftsmagazine „Trend“ und

zum richtigen User gelangen. Und das natürlich just in time bei Veröffentlichung. So wird Voestalpine

„Format“. Nun löste der bisherige Chefredakteur, Andreas Lampl, seinen Vertrag in

ihrem kommunikativen Grundsatz

der Position auf. Er wird im Haus als Redak-

– die richtige Zielgruppe mit den

tionsbevollmächtigter arbeiten. Auch das

richtigen Informationen auf den

Medium „Datum“ wurde in der Form einge-

richtigen Plattformen zu erreichen – auch in der Finanzkommunika­ tion gerecht. p.felsbach@derboersianer.com

stellt. Auf Gegenwind stößt das Onlineportal „Nzz.at“. Bis September muss aufgrund von Kosteneinsparungen ein Drittel der Belegschaft das Unternehmen verlassen.

66

TICKER

Robert Lechner hat Leitung der Pressestelle der OMV AG übernommen +++ Holzhuber Impaction verantwortet Relaunch der Uniqa-Website +++ Valida steht wieder unter dem Giebelkreuz-Logo der Raiffeisen


RANKING

besten Investor-RelationsManager in Österreich

D

as Ziel eines Investor-Relations-Manager (IR-Manager) ist die langfristige Steigerung des Aktienkurses durch strategisch angelegte Kommunikation und vertrauensschaffen-

de Maßnahmen. Sie sind für Geschäftsberichte sowie für den Kontakt zu institutionellen und privaten Investoren zuständig. Um ihren Job möglichst gut zu machen, benötigen sie mehr als bloß ein profundes Wissen in Finanz- und Accounting-Bereichen. Aktuell beschäftigen sich die IR-Manager Österreichs mit Themen wie der Sicherung oder Erhöhung der Börsenliquidität durch verstärkte Ansprache von potenziellen Investoren, auch außerhalb Europas. Sie arbeiten daran, die Darstellung der Geschäftsmodelle zu verbessern und auch intern den Wert der Investor-Relations für das Unternehmen zu vermarkten. Nach 2014 hat DerBörsianer nun zum zweiten Mal herausgefunden, welche IR-Manager sich am rot-weiß-roten Finanzplatz gekonnt profilieren. Im goldenen Ranking von DerBörsianer konnten sich die besten IR-Manager des Landes einem einstufigen Peergroup-Scoring gegenseitig bewerten. DerBörsianer hatte auf das Ergebnis keinen Einfluss.

67

MÄRKTE


MÄRKTE

1. PLATZ 2. PLATZ

3. PLATZ

Hannes Roither

Harald Hagenauer

Matthias Stieber

PALFINGER AG

ÖSTERREICHISCHE POST AG

TELEKOM AUSTRIA AG

Topplatzierungen Die Spitze des Rankings blieb erstmals unverändert. Die Plätze eins, zwei und drei gingen wie schon beim ersten Voting 2014 an drei Experten der Branche. Harald Hagenauer (1. Platz / 86,11 Punkte) von der Österreichischen Post AG darf sich erneut über die Goldmedaille freuen. Der IR-Manager und Vorsitzende des Vorstands im Cercle Investor Relations Austria (Cira) wurde von seinen Kollegen mit einem Rekordpunktewert von fast 90 Punkten mit deutlichem Abstand auf Platz eins gewählt. Auf Platz zwei liegt ebenfalls ein alter Hase in der Branche: Hannes Roither (66,11 Punkte) von der Palfinger AG schafft es noch knapp vor Branchenkollegen Matthias Stieber (65,56 Punkte) von der Telekom Austria AG, der sich über Bronze freuen darf und damit das Podest komplettiert. Harald Hagenauer darf sich aber auch über seine Arbeit als Vorstandsvorsitzender der Cira freuen. Denn mit Gerda Königstorfer (6. Platz / 58,89 Punkte) von Rosenbauer International AG werden vier von sechs Plätzen ausschließlich von Vorständen der Cira belegt. Die dortige Vorstandstätigkeit garantiert scheinbar nicht zuletzt aufgrund der hohen Bekanntheit innerhalb der Community Toppositionen im Ranking.

DIE AUFSTEIGER PLATZ

2014

NAME

UNTERNEHMEN

22.

(38.)

Demmelhuber Felix

Amag Austria Metall AG

13.

(24.)

Haider Hannes

Agrana Beteiligungs-AG

38.

(46.)

Vomela Martina

Bene AG

30.

(36.)

Sweerts-Sporck Stephan

Mayr-Melnhof Karton AG

31.

(37.)

Schrenk Daniela

Do & Co AG

68


MÄRKTE

PLATZ

2014

PUNKTE

NAME

UNTERNEHMEN

1.

(1.)

86,11

TREND

Hagenauer Harald

Österreichische Post AG

2.

(2.)

66,11

Roither Hannes

Palfinger AG

3.

(3.)

65,56

Stieber Matthias

Telekom Austria AG

4.

(5.)

64,44

Neumüller-Klein Diana

Strabag SE

5.

(7.)

63,16

Fleischer Peter

Voestalpine AG

6.

(4.)

58,89

Königstorfer Gerda

Rosenbauer International AG

7.

(9.)

57,89

Higatzberger Nina

Vienna Insurance Group AG

8.

(10).

57,78

Ofner Klaus

Wienerberger AG

9.

(12.)

57,22

Ioveva Milena

Porr AG

10.

(11.)

56,32

Helenyi Judit

Flughafen Wien AG

11.

(16.)

56,11

Kniep Stephanie

Lenzing AG

12.

(13.)

55,79

Langer Susanne

Raiffeisen Bank International AG

13.

(24.)

51,11

Haider Hannes

Agrana Beteiligungs-AG

14.

(18.)

50,53

Rüsch Felix

OMV AG

15.

(17.)

48,89

Marin Stefan

Semperit AG Holding

16.

(6.)

47,37

Sommerauer Thomas

Erste Group Bank AG

17.

(-)

46,84

Schragl Bettina

Immofinanz AG

18.

22.

44,21

Handl Marcus

Kapsch Trafficcom AG

19.

15.

42,63

Buchbauer Michael

Andritz AG

20.

(19.)

41,58

Taverne Manuel

FACC AG

21.

(-)

40,56

Koch Elke

AT&S Austria Technologie & Systemtechnik AG

22.

(38.)

40,53

Demmelhuber Felix

Amag Austria Metall AG

23.

(25.)

32,78

Rettenbacher Paul

Polytec Holding AG

24.

(26.)

32,11

Thurnberger Christoph

CA Immobilien Anlagen AG

25.

(23.)

29,47

Kuchelbacher Simon

RHI AG

26.

(27.)

28,95

Billek Clemens

Conwert Immobilien Invest SE

27.

(31.)

28,42

Hochrieser Erika

Frauenthal Holding AG

28.

(30.)

27,89

Reidinger Gerald

EVN AG

29.

(14.)

26,84

Schütz Florian

Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG

30.

(36.)

24,21

Sweerts-Sporck Stephan

Mayr-Melnhof Karton AG

31.

(37.)

22,63

Schrenk Daniela

Do & Co Aktiengesellschaft

32.

(32.)

21,05*

Albrecht Harald

Zumtobel AG

33.

(-)

21,05*

Friepess Michaela

Cross Industries AG

34.

(35.)

20,00

Folian Daniel

Warimpex Finanz- und Beteiligungs AG

35.

(34.)

19,44

Skoko Bosko

S Immo AG

36.

(-)

18,42

Lueth Holger

Buwog AG

37.

(29.)

18,42

Glinz Stefan / Oplustil Michael

Uniqa Insurance Group AG

38.

(46.)

17,89

Vomela Martina

Bene AG

39.

(-)

17,78

Hoffmann Maresa

Wolford AG

40.

(48.)

16,84*

Gmeiner Moritz

AMS AG

41.

(-)

16,84*

Kozielski Julia

UBM Development AG

42.

(41.)

16,84*

Tesar Alexander

Ottakringer Getränke AG

43.

(42.)

15,79

Goyer Nadja

High Tech Industries AG

44.

(21.)

14,74

Burchert Ralf**

BWT Aktiengesellschaft

45.

(-)

14,21

Helmkamp Frank

Oberbank AG

46.

(33.)

13,89

Spiller Wolfgang

Schlumberger AG

47.

(-)

13,16

Sunderland Richard

Atrium European Real Estate Ltd

48.

(28.)

12,22

Fahrnberger Klaus

Bet-at-Home.com AG

49.

(44.)

11,05

Bachelot-Fontaine Laetitia

Valneva SE

50.

(-)

10,53

Titze Herbert

BKS Bank AG

*BEI PUNKTEGLEICHHEIT ZÄHLT DIE HÖCHSTE EINZELBEWERTUNG; **RALF BURCHERT IST NICHT MEHR IR-MANAGER IM UNTERNEHMEN

69


MÄRKTE

Die Auf- und Absteiger Trotz weniger Gewinn der Amag Austria Metall AG 2015 hat sich ihr IR-Manager profiliert. Felix Demmelhuber macht im aktuellen Ranking 16 Plätze gut (22. Platz / 40,53 Punkte) und führt damit die Liste der Aufsteiger an. Ihm folgt Hannes Haider (13. Platz / 51,11 Punkte), der es damit erstmals unter die Top 15 schafft. Auch Martina Vomela (38. Platz / 17,89 Punkte) von der Bene AG darf sich über ihren Aufstieg freuen. Die Unternehmensaktie wird seit Dezember 2015 bekanntermaßen nicht mehr an der Wiener Börse gehandelt. Nach oben gerückt sind auch Stephan Sweerts-Sporck (30. Platz / 24,21 Punkte) von Mayr-Melnhof Karton AG und Daniela Schrenk (31. Platz / 22,63 Punkte) von der Do & Co AG.

DIE ABSTEIGER PLATZ 2014

NAME

MEDIUM

44.

(21.) Burchert Ralf

BWT AG

48.

(28.) Fahrnberger Klaus

Bet-at-Home.com AG

29.

(14.) Schütz Florian

Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG

46.

(33.) Spiller Wolfgang

Schlumberger AG

16.

(6.)

**

Sommerauer Thomas Erste Group Bank AG

Über den höchsten Neueinstieg darf sich diesmal eine Dame freuen. Bettina Schragl von der Immofinanz AG schafft es mit dem 17. Platz (46,84 Punkte) auf Anhieb unter die Top 20. Hinter ihr liegt Elke Koch von AT&S Austria Technologie & Systemtechnik AG (21. Platz / 40,56 Punkte) und macht laut Branchenkollegen ebenfalls einen guten Job. Um ihren Job als IR-Manager auf dem heimischen Finanzplatz auch weiterhin gut machen zu können, werden sich die Experten in den kommenden Monaten weiterhin um gute Medienberichterstattung der Unternehmen bemühen müssen. Was ihnen auch durch ein verstärktes Service der Privataktionäre gelingen kann.

INFO RANKING BEWERTUNGSKRITERIEN

Alle nominierten Kandidaten konnten sich gegenseitig bewerten. Das Ergebnis des Rankings wurde mit dem Mittelwert aller Bewertungen berechnet und in Prozent umgewandelt. Eine Person kann maximal eine Bewertung von 100 Prozent erreichen. Bei Punktegleichheit zweier oder mehrerer Personen entscheidet die höchste Einzelbewertung. Die Kandidaten konnten keine Bewertung für sich selbst oder Konzernkollegen abgeben.

70


EIN HERZ für den Finanzplatz

Die Wirtschaftswissenschaften belegen, dass ein gesunder Finanzsektor ein wichtiger Faktor für Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum einer Volkswirtschaft ist. Ein handlungsfähiger Kapitalmarkt generiert Einkommen, Beschäftigung und Wohlstand in Österreich.

Eine Initiative von

weil’s um den Wohlstand der Menschen geht!


INVESTOREN

CEEGE: REPORTA i

Slowake

Österreichs Unternehmen sind in der Slowakei besonders dicht aufgestellt. Die Wirtschaft im Nachbarland boomt – und die hiesigen Firmen boomen fleißig mit. TEXT REGINALD BENISCH


INVESTOREN

Nachbarschaftshilfe. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner und ihr slowakischer Amtskollege Robert Kalinak haben am 21. Juli 2015 eine Vereinbarung zur vorüber­gehenden Unterbringung von 500 Flüchtlingen in der Slowakei unterzeichnet.

BRATIS-LOVER N

achbarn kann man sich bekannt-

haben sich mittlerweile zahlreiche mo-

Story. Denn Jaguar Land Rover inves-

lich nicht aussuchen, aber anders

derne Industriekonzerne aus aller Welt

tiert gerade 1,4 Milliarden Euro in seine

als mit Tschechen, Ungarn oder

angesiedelt, die der Slowakei ein stabiles

erste kontinentaleuropäische Produk­

Slowenien war Österreich mit der Slo-

Wachstum bescheren: Mit einem Wirt-

tionsstätte und schafft damit ab 2018 in

wakei immer recht gut ausgekommen.

schaftswachstum von 3,5 Prozent heu-

Nitra 2.800 neue Arbeitsplätze.

Das lag wohl auch an der Nähe: Zu Kai-

er und 2017 rangiert die Slowakei mit

sers Zeiten fuhr man sonntags mit der

Schweden, Polen und Rumänien in der

Und diese Arbeitsplätze seien von

„Elektrischen“ von der Wiener Groß-

Spitzengruppe der EU. Die Inflation be-

hoher Qualität, bestätigt Stephan Ge-

markthalle schnurstracks ins Zentrum

wegt sich um die Nulllinie, und so dürf-

beshuber, Österreichs Wirtschaftsde-

vom damaligen Pressburg zum Kaffee

ten Lohnsteigerungen weiterhin voll auf

legierter in Bratislava. „Es handelt sich

oder, in der Gegenrichtung, in den Pra-

den Konsum durchschlagen, dem be-

um moderne Werke mit hoher Produk-

ter nach Wien. Nach dem Zweiten Welt-

währten Wachstumstreiber des Landes.

tivität.“ Der Standort Slowakei sei vor

© MICHAEL GRUBER / EXPA / PICTUREDESK

krieg kam freilich der Eiserne Vorhang,

allem wegen der großen Zahl von Fach-

und damit war erst einmal Schluss mit

Alles Auto

arbeitern aus dem Maschinenbausek-

den Ausflügen zum Nachbarn.

Basis des Booms ist das außergewöhn-

tor zum Zug gekommen, eine Spätfol-

Mittlerweile bewegt man sich längst

liche Engagement der automotiven In-

ge der Ansiedelung von Rüstungsbetrie-

wieder ohne Grenzkontrolle zwischen

dustrie, ausgelöst durch die VW-Grup-

ben unter den Kommunisten. Rund um

Wien und Bratislava, den am engsten

pe, die jenseits der March einen frühe-

die großen Autowerke haben sich Scha-

benachbarten Hauptstädten Europas.

ren Zulieferbetrieb für Skoda und Tatra

ren von Zulieferern angesiedelt, um die

Heute pendeln zehntausende Slowaken

übernahm. Heute produziert Volkswa-

branchenüblichen Just-in-time-Diens-

zur Arbeit oder zum Studium nach Ös-

gen an drei Standorten eine bunte Mo-

te zu garantieren, darunter auch öster-

terreich. Umgekehrt haben sich 2.500

dellpalette aus dem Konzern bis zum

reichische Unternehmen wie Magna,

österreichische Unternehmen in der

Porsche Cayenne und steuert rund vier

Pankl Racing AG, Miba Sintertechnik

Slowakei niedergelassen, 200 produzie-

Prozent zum slowakischen Bruttoin-

oder der Wieselburger Licht- und Elekt-

ren vor Ort. Und nach den Niederlanden,

landsprodukt (BIP) bei. Mittlerweile ha-

ronikspezialist ZKW-Zizala.

dem Steuerparadies für globale Konzer-

ben aber auch andere Autokonzerne die

ne, ist Österreich mit rund fünfeinhalb

Slowakei entdeckt. In Trnava, östlich

Die üblichen Verdächtigen

Milliarden Euro zweitstärkster auslän-

von Bratislava, produziert Peugeot-Cit-

Wie in den meisten anderen exkom-

discher Investor in der Slowakei.

roen rund 260.000 Fahrzeuge pro Jahr.

munistischen Reformstaaten hat sich

Mit fünfeinhalb Millionen Einwoh-

Und weiter im Norden, in Zilina, lau-

auch in der Slowakei vor allem der ös-

nern zählt die Slowakei, bis 1918 als kö-

fen jährlich mehr als 330.000 Pkws der

terreichische

niglich-ungarische Provinz Oberungarn

koreanischen Marke Kia vom Band. In

macht. Doch im Gegensatz zu anderen

von den Magyaren dominiert, danach bis

Summe wurden 2015 fast eine Milli-

Ostmärkten läuft das Geschäft der hei-

1993 Teil der Tschechoslowakei, nicht

on Fahrzeuge in der Slowakei gefertigt,

mischen Banken hier deutlich runder.

gerade zu den Großen unter den Re-

da kommen glatt 186 Pkws auf tausend

Marktführer ist die Slovenska Spori-

formländern des ehemaligen Ostblocks.

Einwohner. Das ist klarer Weltrekord,

telna, die von der Erste Group Bank AG

Doch in dieser einst agrarlastigen Ecke

aber offenbar noch nicht das Ende der

im Rahmen der Bankenprivatisierung

73

Finanzsektor

breitge-


INVESTOREN

2001 übernommen wurde. „Als Univer-

kalen Versicherungsgeschäft – einem

salbank mit starker Präsenz im Retail-

INFO FAKTEN

Hoffnungsmarkt mit besonderem Po-

bereich dreht sich fast das gesamte Ge-

Die Slowakei in Zahlen und Fakten

tenzial. Denn während die Österreicher

schäft um lokale Kundschaft“, betont

im Schnitt jährlich an die 2.000 Euro für

Risk-Manager Bernhard Spalt. Mit ei-

Versicherungen ausgeben, kommen die

ner Cost/Income-Ratio von 44,3 Prozent

Slowaken erst auf 400 Euro.

und einem Return on Equity von 14 Pro-

Die beiden großen heimischen Asse-

zent ist der Marktführer jedenfalls flott

kuranz-Gruppierungen mischen da seit

unterwegs.

Jahren mit. So präsentiert sich die Uniqa

Was die Eigenkapitalrentabilität be-

Slowakei, vor 25 Jahren gegründet, heu-

trifft, muss sich die Erste-Bank-Toch-

te fünfgrößter Player auf dem Markt, als

ter allerdings von der drittplatzierten

Allspartenversicherer, wenngleich im

Tatra Banka geschlagen geben, die 1991

Bereich der Krankenversicherung „le-

von Raiffeisen als erste private Bank

gislativ bedingt nur Nischenproduk-

des Landes gegründet wurde: Die Tatra

te wie Taggeld angeboten werden kön-

kommt mit ihrem Corporate-FinanceSchwerpunkt auf einen Return on Equity (ROE) von stolzen 15,6 Prozent. Mit ihrer neuen Zweitmarke „Raiffeisen Bank“ bläst die RBI-Tochter übrigens zum Angriff auf das klassische Einlagen- und Kreditgeschäft der Sporitelna. Sogar Filialen österreichischer Regionalbanken tauchen neuerdings in der Slowakei auf. Die Kärntner BKS Bank AG

AmtsspracheSlowakisch HauptstadtBratislava StaatsformRepublik Staatsoberhaupt Andrej Kiska Regierungschef Robert Fico Fläche 49.035 km2 Einwohnerzahl 5,5 Millionen WährungEuro BIP-Wachstum 2015 3,5 Prozent* Arbeitslosigkeit 2015 11 Prozent Staatsverschuldung (BIP) 53 Prozent * SCHÄTZUNG

hatte vor neun Jahren in der Slowakei mit Leasinggeschäften begonnen, be-

Topbanken nach Assets

treibt heute drei Bankfilialen und eröffnet demnächst eine vierte in Kosice. Besonders stolz ist Herta Stockbauer, Vorstandsvorsitzende der BKS Bank AG, auf „unseren attraktiven Wohnkredit mit einem Aktionszinssatz von 1,75 Prozent“. Die Oberbank AG aus Linz konzentriert sich dagegen mit ihren drei Filialen in Bratislava, Nitra und Zilina lie-

1. Slovenska Sporitelna (Erste Group Bank AG) 2. VUB (Intesa Sanpaolo) 3. Tatra Banka (Raiffeisen) 4. CSOB (KBC) 5. Postova Banka 6. PSS (SlSp/Erste) 7. Prima 8. Sberbank (verkauft)

ber auf die Begleitung österreichischer

QUELLE: DERBÖRSIANER

Firmenkunden.

nen“, wie Vorstand Andreas Kößl bedauert. Marktführer ist die Vienna Insurance Group AG, die mit drei Marken auftritt (Kooperative, Komunalna und PSLSP) und insgesamt einen Marktanteil von 34,5 Prozent erobert hat. Stark vertreten sind in der Slowakei auch österreichische Baufirmen, die zuletzt stark von EU-kofinanzierten Investitionen in das Verkehrswegenetz profitierten. Das gilt speziell für Branchenprimus Strabag SE mit zehn Prozent Marktanteil (14,3 Prozent im Straßenbau), aber auch für die Porr AG, die soeben den Zuschlag für einen Teil der Nordumfahrung von Bratislava erhalten hat. Für heuer erwartet die Branche sinkende öffentliche Investitionen, hofft aber auf eine Erholung des lustlosen Wohnbaus, der insbesondere das Geschäft der Wienerberger AG beleben sollte, die in der Slowakei vier Ziegeleien und Baustoffproduktionen betreibt.

Das klassische Kapitalmarktgeschäft

Dieter Kerschbaum, Sprecher der Erste

spielt in der Slowakei keine Rolle: An

Asset Management, berichtet. C-Quad-

Exportmarkt für Kleine

der Aktienbörse kommt es bloß spora-

rat versorgt von Wien aus nicht nur slo-

Die Präsenz heimischer Banken, Versi-

disch zur Kursbildung unter einem hal-

wakische Institutionelle Investoren mit

cherungen, Bau- und Immobilienfirmen

ben Dutzend Titeln, und slowakische

ihren Fondsprodukten, sondern „über

in der Slowakei überrascht allerdings

Staatsanleihen sind mit Renditen von

Private Banking auch wohlhabende Pri-

nicht. Schließlich konnten sich diese

0,4 Prozent auf zehn Jahre für Ausländer

vatkunden“ – eine erfreuliche Entwick-

auch anderswo im Osten als Branchen-

uninteressant und landen ausschließ-

lung für C-Quadrat-Vorstand Andreas

führer etablieren. Das Besondere im

lich bei Versicherungen, Pensionskas-

Wimmer.

Fall der Slowakei ist aber die lange Liste

sen und Investmentfonds. Das Fonds-

Die Wüstenrot-Gruppe ist in der Slo-

mittlerer und kleinerer österreichischer

geschäft sei mit einem Volumen von

wakei gleich zweifach aufgestellt: ei-

Unternehmen, die beim Nachbarn ihr

1,6 Milliarden Euro „noch ziemlich be-

nerseits im lukrativen Bauspargeschäft,

Glück versuchen. „Die Einführung der

scheiden, wächst allerdings stark“, wie

andrerseits als Nummer zehn im lo-

19-prozentigen Flat Tax im Jahr 2004

74


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INVESTOREN

Die RBI-Tochter Tatra Bank kommt in der Slowakei auf einen ROE von stolzen 15,6 Prozent.

Die neu en Emb raer-Je werden ts der A in Brati ustrian slava la Airline ckiert. s

wurde 2001 a Sporitelna hrer Slovensk ernommen. üb p Der Marktfü ou Gr e d von der Erst un rt ie tis iva pr

hat bei vielen das Interesse geweckt“,

sprünglich auf den ORF zurückzufüh-

beliebt ist offenbar auch Brot aus Ös-

erinnert sich Anwalt Radovan Pala, Part-

ren war, dessen Programme im Raum

terreich: Anker betreibt in Bratislava

ner bei Taylor Wessing Bratislava. Die

Bratislava zum Ärger der kommunisti-

drei Franchisefilialen, die Bäckerei Na-

Einführung des Euro in der Slowakei sei

schen Führung fleißig konsumiert wur-

gelreiter aus Neusiedl sogar sechs eige-

ein weiterer Anreiz gewesen, „der Weg-

den, weshalb sich die Wochenendaus-

ne Geschäfte, die täglich mit frischen

fall des Wechselkursrisikos war für vie-

gabe der „Volksstimme“ mit der Vor-

Backwaren aus dem Burgenland belie-

le kleine Unternehmen entscheidend“.

schau auf das österreichische Fernseh-

fert werden.

Die einen verstehen die Slowakei als

programm rasend gut verkaufte. Heute

Die Slowaken sind sich durchaus be-

verlängerte Werkbank. So karrt Salesi-

ist Deutsch aber auch bei jüngeren Ge-

wusst, dass man mit der Annäherung an

aner Miettextilien praktisch die gesam-

nerationen deutlich beliebter als sonst

die Benchmark Fortschritte macht. Bei

te Schmutzwäsche zur kostengünstigen

wo im Osten. Was natürlich mit der be-

den realen Einkommen, also der Kauf-

Reinigung nach Petrzalka, die Platten-

sonderen Nähe zu tun hat: Gut 40.000

kraft, dürfte man heuer zwischen 60 und

bauvorstadt in Bratislava gleich hinter

Slowaken arbeiten heute in Österreich,

65 Prozent des österreichischen Niveaus

der österreichischen Grenze. Als Werk-

die meisten im Bereich Gastronomie

erreichen. Man weiß, dass die Erfolgssto­

bank oder Back Office ist Bratislava aber

und Beherbergung, im Handel und im

ry auf die Reformpolitik der Jahre 1998

auch für größere Unternehmen interes-

Gesundheitswesen. Dazu kommen rund

bis 2006 zurückzuführen ist, aber kaum

sant: Die AUA lässt ihre Mittelstrecken-

2.000 Schüler und Studenten sowie eine

auf die linkspopulistische Regierung von

Jetflotte immer öfter in Bratislava war-

ungewisse Zahl von Professionisten, die

Robert Fico, dessen Smer-Partei bei den

ten, lackieren oder umrüsten. Die ATP,

in Ostösterreich ihre Dienste anbieten.

jüngsten Wahlen am 3. März 2016 nur

Kurzform für Austrian Technik Bratis-

noch auf 28,3 Prozent der Stimmen ge-

lava, beschäftigt heute bereits 120 Flug-

Benchmark Österreich

kommen ist und nur noch mit einer Ko-

zeugtechniker mit langjähriger Erfah-

Klarerweise kommen die Slowaken auch

alition weiterregieren kann, die sich in

rung. Und die Raiffeisenbanker in Wien

in ihrer Freizeit gern über die Grenze,

erster Linie durch ihre ablehnende Hal-

tragen sich mit dem Gedanken, geeig-

sei es zum Urlaub oder bloß zum Ein-

tung in der Flüchtlingsfrage einig ist.

nete Back-Office-Bereiche künftig nach

kaufen. Die meisten kennen Österreich

Wenngleich die Demokratie im Ge-

Bratislava abzusiedeln und in geeigne-

recht gut, der Begriff Österreich ist of-

gensatz zu Polen oder Ungarn bisher

ten Büros unterzubringen, die dort bloß

fenbar positiv besetzt, gilt oft sogar als

nicht beschädigt wurde, ist die Zivilge-

zehn bis elf Euro Miete kosten.

Benchmark. Vor allem, wenn es um die

sellschaft in der Slowakei schwächer als

finden

Qualität von Lebensmitteln und Pflege-

in der westlichen EU ausgeprägt. Das

sei kein Problem, und Deutsch ist als

Motivierte

Mitarbeiter

zu

produkten geht, wo man besseren Kon-

Gros der Bevölkerung reagiert zum The-

Fremdsprache äußerst populär. Was ur-

sumentenschutz impliziert. Besonders

ma Korruption bloß mit Achselzucken,

76


INVESTOREN

Autoindustrie boomt. Ausgelöst durch VW, die jenseits der March einen früheren Zulieferbetrieb für Skoda und Tatra übernahm. Heute produziert VW an drei Standorten eine bunte Modellpalette bis zum Porsche Cayenne.

Zukunft des Wirtschaftsstandortes Slowakei gefährdet. „Die

Arbeitskräfte

mögen

längst

nicht mehr so viel billiger sein als im Westen, aber sie sind nach wie vor weniger krank und streiken kaum“, konstatiert Andrej Leontiev von Taylor Wessing. Doch Facharbeiter werden auch hier zunehmend knapp, weil die Autoindustrie, laut Kovar, alles aufsauge. Das Pilotprojekt

der

Wirtschaftskammer,

der Slowakei bei der Installation der in Österreich bewährten dualen Ausbil© VW SLOVAKIA

dung zur Hand zu gehen, kommt offenbar zu spät. In der Not will die Slowakei heuer erstmals auf Gastarbeiter zurückgreifen. Was kein Problem macht, weil es sich – politisch korrekt - um Rumänen handelt, und nicht um „irgendweldie Behörden schauen lieber weg, und so

van Pala von Taylor Wessing führt das

wurde in der Slowakei, anders als in Ru-

vor allem auf die Überlastung der Ge-

mänien, bisher kaum ein Politiker we-

richte zurück: „Da dauert alles sehr lang,

gen Begünstigung und Geldannahme

und am Ende stellt sich mitunter heraus,

verurteilt.

dass gar keine Vermögenswerte mehr

Was die Rechtssicherheit betrifft,

che“ Flüchtlinge. n

INFO BEWERTUNG Das Zeugnis von DerBörsianer

vorhanden sind.“

sieht Stanislav Kovar, Managing Partner

Ob die neue Regierung die nötigen

bei Schönherr Rechtsanwälte in Bratis-

Reformen in Angriff nimmt, wird von

lava, generell Nachholbedarf: „Unse-

Kennern der politischen Verhältnisse

re Gesetze sind zwar durchaus modern,

bezweifelt. Das gilt auch für das maro-

aber bei der Durchsetzung von Ansprü-

de Gesundheitssystem und das Ausbil-

chen gibt es vielfach Probleme.“ Rado-

dungswesen. Skeptiker sehen sogar die

77

Wirtschaft Politik Rechtssicherheit Korruption Infrastruktur


VERSICHERUNGEN

Haftungsrisiken. Manager unterschätzen oft persönliche Haftungsrisiken. In letzter Zeit werden sie immer öfter für ihr Felverhalten in Anspruch genommen.

78


VERSICHERUNGEN

SCHUTZWESTE FÜR MANAGER Jeder hat sie, aber keiner spricht darüber – eine D&O-Versicherung. Einerseits schützt sie Führungsorgane, andererseits lockt sie Klagsritter. Was Manager beim Abschluss beachten sollten, um sich zu schützen, hat DerBörsianer recherchiert. TEXT BARBARA OTTAWA

© LUBOS PAVLICEK / CTK / PICTUREDESK

I

n Österreich „sind mehr als 70 Prozent

Die

sogenannte

Directors-&-Of-

Innenverhältnisansprüche,“

ficers-Versicherung, die erstmals in

berichtet Gerhard Puhr, Leiter des

den 1930er-Jahren in den USA entwi-

Bereichs Broking bei Marsh Austria und

ckelt wurde, hat auch in österreichische

Experte beim Thema Directors-&-Of-

Unternehmen Einzug gehalten. Ka-

ficers-Versicherungen (D&O). Das be-

rin Mair, Partner FSI Leader Insurance

deutet, dass diese Absicherung zumeist

Deloitte Österreich, bestätigt, dass die

dann zum Einsatz kommt, wenn „Ei-

Nachfrage in den vergangenen zehn

gentümer oder die Gesellschaft gegen

Jahren „deutlich gestiegen“ ist: „Eine

den oder die eigene/n Manager vorge-

D&O ist mittlerweile ein Must-have für

hen und die Versicherung für ein Fehl-

börsennotierte Unternehmen, Banken

verhalten in Anspruch nimmt“.

und große Unternehmen der Finanz-

79


VERSICHERUNGEN

„Aufsichts­räte haften nicht für Richtigkeit der Entscheidung.“

„Mehr als 20 ­Anbieter von D&O-­ Versicherungen.“

„Eindeutiger Trend zu ­höheren Versicherungs­ summen.“

NORBERT GRIESMAYR

KARIN MAIR

GERHARD PUHR

dienstleistungsbranche sowie bei Pri-

in modernen Deckungskonzepten auch

läutert: „Hier spricht man von der Pro-

vatstiftungen.“

die PR-Beratung versichert ist, da die

blematik ‚Deckung erzeugt Haftung‘

Wie genau eine D&O ausgestaltet ist,

Bedeutung der medialen Berichterstat-

oder auch vom ‚Deep Pocket Prin­ciple‘.

hängt vom Unternehmen ab. Grund-

tung unbestritten ist“. Neben den Me-

In vielen Schadenfällen orientiert sich

sätzlich, erläutert die Pressestelle der

dien sehen Branchenvertreter auch die

eine allfällige Vergleichssumme an der

Donau Versicherung AG, handelt es

Internationalisierung von Konzernen

Höhe der zur Verfügung stehenden Ver-

sich um eine „Vermögensschaden-

sowie Insolvenzen, Zusammenlegun-

sicherungssumme.“ Teilweise gehe die

haftpflichtversicherung für die Organe

gen und Übernahmen als einen wichti-

Diskretion sogar so weit, dass Töchter-

und leitenden Angestellten einer Ge-

gen Treiber der Nachfrage. Mair nennt

unternehmen nur erfahren, dass auf

sellschaft sowie deren Tochtergesell-

außerdem die „Schaffung neuer inner-

Konzernebene eine D&O-Versicherung

schaften“. Die Verträge sind dabei so

staatlicher Behörden, neben der Bi-

existiert, aber weder die Anbieter ken-

konzipiert, „dass automatisch sämtli-

lanzpolizei auch die Korruptionsstaats-

nen noch die Deckungshöhe wissen.

che Organe einer Gesellschaft wie Vor-

anwaltschaft“, als Grund. Auch bei der

Bauer rät allerdings den Versicher-

stände, Aufsichtsräte, Geschäftsführer

Rechtsanwaltskanzlei DLA Piper Weiss-

ten, sich sehr gut über die abgedeckten

pauschal vom Versicherungsschutz er-

Tessbach identifiziert man eher „hei-

Leistungen, möglichen Limits und Rei-

fasst sind“. Inkludiert werden können

mische“ Beweggründe für die gestiege-

henfolgen zu informieren: „Die meis-

auch „Fremdmandate“, also wenn etwa

ne Nachfrage nach D&O-Versicherun-

ten D&O-Verträge beinhalten eine ge-

ein Manager in einer anderen Firma als

gen: „Neu ist zum Beispiel, dass man

deckelte

Aufsichtsrat tätig ist.

sich stärker der Haftung der Aufsichts-

nicht nur die Schadensbeträge, sondern

Versicherungssumme,

die

Die Versicherung hat „sowohl eine

räte bewusst ist, was noch vor zehn bis

auch Anwaltskosten beinhaltet. Vor-

Entschädigungs- als auch eine Ab-

15 Jahren eigentlich kein Thema war“,

sicht ist geboten, wenn man der Letzte

wehrfunktion, wobei in der Praxis die

bestätigt David Christian Bauer.

in der Kette ist und die Deckelung viel-

Schadenabwehr deutlich im Vorder-

Dennoch betont Bauer, dass Unter-

leicht schon erreicht ist.“ Der Anwalt

grund steht“, ergänzt Puhr. Norbert

nehmen überprüfen müssen, „ob das

zeigt sich dabei „oft überrascht, wie

Griesmayr, Vorstandsvorsitzender der

‚Amerika-Risiko‘

ist,

niedrig die vereinbarte Deckungssum-

VAV Versicherungs-AG, dazu: „Der ur-

wenn in diesem Bereich Geschäfte ge-

me ist“. Aber Puhr sieht einen „ein-

sprüngliche Zweck der D&O-Versiche-

tätigt werden“. Die Versicherung soll-

deutigen Trend hin zu höheren Versi-

rung, nämlich das persönliche Vermö-

te in diesem Fall vor allem Risiken ab-

cherungssummen“.

gen der Manager zu schützen, scheint

decken, die durch die Unterschiede im

zugunsten eines Bilanzschutzgedan-

Rechtssystem entstehen. „Neben er-

Kosten und Praxistipps

kens in den Hintergrund getreten zu

höhtem Klagsrisiko ist das auch zum

In Österreich gibt es laut Mair inzwischen

sein.“ Er empfiehlt Managern und Auf-

Beispiel die sogenannte ‚discovery‘,

mehr als „20 Anbieter von D&O-Versi-

sichtsräten deshalb, zusätzliche Recht-

also der bei uns unübliche Austausch

cherungen“. Die beinhalteten Grund-

schutzversicherungen abzuschließen.

von Unterlagen in Prozessen, der die

leistungen werden von vielen „automa-

Haftungsgefahr erhöht.“

tisch alle zwei bis drei Jahre“ angepasst,

Thanks, Uncle Sam

mitversichert

Apropos Offenlegung: Anbieter und

„um keinen Wettbewerbsnachteil zu

Durch die „öffentliche Diskussion über

Rechtsvertreter warnen davor, die ver-

erleiden“. Puhr ergänzt, dass mit stei-

Managementfehler steigt die Bereit-

sicherte Summe zu veröffentlichen.

gender Konkurrenz die „Prämien deut-

schaft, Haftungsansprüche auch gegen

Eine solche „mangelnde Diskretion“

lich gesunken sind und die Deckungen in

Aufsichtsräte gerichtlich durchzuset-

könne, so Griesmayr, zu „einer oftmals

vielen Punkten verbessert wurden“.

zen“, so Griesmayr. Als wichtige Er-

schnelleren und auch überschießenden

Mit einer höheren Versicherungs-

gänzung gibt Mair zu bedenken, „dass

Inanspruchnahme“ führen. Mair er-

summe steigen auch die Kosten, die

80


VERSICHERUNGEN

„Vorsicht, wenn man der Letzte in der ­ Kette ist.“ DAVID CHRISTIAN BAUER

100.000 Euro. Bei vier Versicherten und

nehmenskäufen oder Fehler bei der Ge-

einer Million Deckungssumme ver-

schäftsausweitung im Zusammenhang

zehnfachen sich die Kosten.

mit mangelnder Kontrolle.“

Egal wie der Vertrag im Detail formu-

Bauer rät allen Organen einer Gesell-

liert ist, Entscheidungsfindungsprozes-

schaft, sich „auch nach Ausscheiden das

se müssen genau dokumentiert werden,

Recht zuzusichern, von den wichtigs-

so Griesmayr. „Aufsichtsratsmitglieder

ten Geschäftstätigkeiten Kopien zu be-

haften für die Sorgfalt, für die Methodik

halten“. Außerdem sollte man sich als

der Entscheidungsfindung, nicht aber

Unternehmen bewusst sein, dass eine

ein Branchenkenner als „extrem hoch“

für die Richtigkeit der Entscheidung.

Nachdeckungszeit

bezeichnet. Einen Richtwert kann man

Formulierungen wie ,zustimmend zur

den sollte. „Ansprüche sind unter der

nicht angeben, weil es auf die Einzel-

Kenntnis genommen‘ genügen nicht.“

D&O versichert, wenn sie während der

situation wie die Größe des Vorstands

Bei der Donau Versicherung AG sieht

laufenden Versicherungszeit gemacht

wer-

© JULIAN STRATENSCHULTE / EPA / PICTUREDESK

vorgesehen

VW-Abgasaffäre. Investoren und Kunden klagen VW. Auch dem VW-Aufsichtsrat droht Ärger. Im Bild: Wolfgang Porsche und Hans Dieter Pötsch.

oder Aufsichtsrats, Bilanzsumme, in-

man die typischen Schadenfälle aus der

werden – „der auslösende Sachverhalt

ternationale Tätigkeiten und Sonder-

D&O vor allem in Vermögensschaden-

kann jedoch schon vorher erfolgt sein,

wünsche des Unternehmens ankommt.

ersatzansprüchen etwa „gegen ein Mit-

darf aber dem Unternehmen nicht be-

Google weist Angebote wie „D&O für

glied des Vorstandes oder Aufsichtsra-

kannt gewesen sein“. „Außerdem soll-

24,99 Euro pro Monat“ auf. Auf einer

tes aufgrund verletzter Überwachungs-

ten sich Manager im Klaren darüber

deutschen Managerplattform entspre-

pflichten und Fehlentscheidungen aus

sein, dass mit einer D&O unter Umstän-

chen diese Kosten in etwa einem Ver-

der Tätigkeit als Organ wie zum Bei-

den auch eine Verpflichtung, einen Pro-

sicherungsschutz für einen Manager

spiel Überwachung von Geschäftspro-

zess zu führen, einhergehen kann“, be-

mit einer Versicherungssumme von

zessen, Fehleinschätzungen bei Unter-

tont Bauer. n

81


SEITENBLICKE

SO DENKT DIE POLITIK

ALTERSVORSORGE Die staatlichen Pensionen (erste Säule) standen beim Pensionsgipfel im ­Vordergrund. DerBörsianer möchte von den Parlamentsparteien wissen, wie sie zur betrieblichen (zweiten Säule) und privaten Vorsorge (dritten Säule) stehen.

SPÖ

ÖVP

FPÖ

Josef Muchitsch Sozialsprecher

Gertrude Aubauer Seniorensprecherin

Norbert Hofer 3. Nationalratspräsident

Das Drei-Säulen-Modell beginnt zu brö-

Das Drei-Säulen-Modell beginnt zu brö-

Das Drei-Säulen-Modell beginnt zu brö-

ckeln. Wie kann man dem entgegenwirken?

ckeln. Wie kann man dem entgegenwir-

ckeln. Wie kann man dem entgegenwirken?

– Die auf dem Versicherungssystem be-

ken? – Die ÖVP fordert seit langem, die

– Für die Absicherung der ersten Säule

ruhenden Betriebs- oder Privatpensi-

private und betriebliche Pensionsvor-

ist eine florierende Wirtschaft Voraus-

onen sind Schwankungen der Finanz-

sorge auszubauen. Die staatliche Seite

setzung. Die Steuerlast ist zu verringern

märkte ausgeliefert. Das haben wir bei

funktioniert, aber im Sinne der Eigen-

und der Zuzug von ausländischen Ar-

der Finanzkrise bitter erfahren. Nur ein

verantwortung muss in unseren Augen

beitskräften zu stoppen. Eine Pensions-

Pensionssystem, welches auf dem soli-

wieder ein stärkerer Fokus auf die zwei-

reform, die zu einer Vereinheitlichung

darischen Umlageverfahren basiert, er-

te und dritte Säule gelegt werden, um

der Systeme und der Abschaffung von

möglicht wirklich sichere Pensionen. Da-

die gesamte Pensionsvorsorge auch auf

Privilegien führt, ist unabdingbar. Wer

her gilt es, diese erste Säule zu stärken.

langfristig gesunde Beine zu stellen.

mittels zweiter und dritter Säule zusätz-

Wie kann die betriebliche Altersvorsorge,

Wie kann die betriebliche Altersvorsorge,

die grundsätzlich funktionsfähig ist, aber

die grundsätzlich funktionsfähig ist, aber

zu schmächtig, um Last zu tragen, gestärkt

zu schmächtig, um Last zu tragen, gestärkt

Wie kann die betriebliche Altersvorsorge,

werden? – Mit der Einigung beim Pensi-

werden? – Hier braucht es gezielte Maß-

die grundsätzlich funktionsfähig ist, aber

onsgipfel wurde ein gutes System wei-

nahmen, um die Attraktivität der be-

zu schmächtig, um Last zu tragen, gestärkt

ter verbessert. Die Pensionen sind sicher,

trieblichen Altersvorsorge wieder zu

werden? – Für Zuwendungen des Arbeit-

wenn wir, wie in den letzten Jahrzehnten,

verbessern. Diese wirkt sich zum Bei-

gebers besteht derzeit ein lohnsteuerli-

das System ständig weiterentwickeln. Die

spiel auch positiv auf das Betriebskli-

cher und sozialversicherungsrechtlicher

betriebliche Altersvorsorge muss aus der

ma aus.

jährlicher Freibetrag von 300 Euro. Bis

lich vorsorgen möchte, für den muss es

Finanzkrise ihre Lehren ziehen, die Men-

attraktive Rahmenbedingungen geben.

zu diesem Freibetrag fallen keine Lohn-

schen erwarten sich eine sichere zusätz-

Die Zukunftsvorsorge ist ein Rohrkrepierer.

nebenkosten an. Dieser jährliche Freibe-

liche Pensionsleistung.

Wie kann man das Sorgenkind, die private

trag muss angehoben werden.

Versorge, reformieren? – Die private VorDie Zukunftsvorsorge ist ein Rohrkrepie-

sorge setzt am stärksten auf die Eigen-

Die Zukunftsvorsorge ist ein Rohrkrepierer.

rer. Wie kann man das Sorgenkind, die pri-

verantwortung des Einzelnen. Dadurch

Wie kann man das Sorgenkind, die private

vate Versorge, reformieren? – Verträgen

ist das individuelle Risiko am größten.

Vorsorge, reformieren? – 2012 hat die Re-

der privaten Zukunftsvorsorge wird nur

Besonders die Finanzkrise hat das Ver-

gierung die Förderung für die Zukunfts-

mehr eine Prämie zugestanden, wenn

trauen bei vielen Menschen erschüttert.

vorsorge ebenso wie die Bausparprämie

diese eine Kapitalsicherung haben. Aber

Wir finden, dass es daher neue innova-

halbiert. Dieser Schritt ist zu korrigie-

auch Mindestverzinsung und Möglich-

tive Vorsorgeprodukte braucht, um die

ren. Private Vorsorgemaßnahmen müs-

keiten zum vorzeitigen Ausstieg müssen

Sicherheit und langfristig stabile Erträ-

sen durch das Steuerrecht begünstigt

gewährleistet sein.

ge in Einklang bringen.

werden.

82


SEITENBLICKE

AUFWERTEN, ABER WIE?

GRÜNE

TEAM STRONACH

NEOS

Judith Schwentner Sozialsprecherin

Robert Lugar Klubobmann

Gerald Loacker Sozialsprecher

Das Drei-Säulen-Modell beginnt zu brö-

Das Drei-Säulen-Modell beginnt zu brö-

Das Drei-Säulen-Modell beginnt zu brö-

ckeln. Wie kann man dem entgegenwirken?

ckeln. Wie kann man dem entgegenwir-

ckeln. Wie kann man dem entgegenwir-

– Die Grünen treten für die Stärkung ei-

ken? – Nachdem sich die Gewichtung in

ken? – In der ersten Säule bedarf es ei-

nes gesetzlichen Pensionsmodells ein

den letzten Jahren massiv verschoben

nes Nachhaltigkeitsmechanismus durch

und haben ein eigenes grünes Pensions-

hat und die staatliche Pension zuneh-

einen Pensionsautomatismus. Das Pen-

modell entwickelt.

mend gefährdet ist, müssen die betrieb-

sionsantrittsalter muss mit der steigen-

liche und auch die private Säule im Pen-

den Lebenserwartung Schritt halten. In

Wie kann die betriebliche Altersvorsorge,

sionssystem nachhaltig umstrukturiert

der zweiten Säule wünschen wir uns um-

die grundsätzlich funktionsfähig ist, aber

und gestärkt werden, etwa indem man

fangreichere Möglichkeiten zur Einzah-

zu schmächtig, um Last zu tragen, gestärkt

finanzielle Anreize für Betriebe schafft.

lung. In der dritten Säule soll die staatli-

werden? – Unser Pensionsmodell sieht

che Förderung flexibler gestaltet werden.

zur Verhinderung von Armut eine steu-

Wie kann die betriebliche Altersvorsorge,

erfinanzierte Grundpension für alle vor.

die grundsätzlich funktionsfähig ist, aber

Wie kann die betriebliche Altersvorsorge,

Darauf aufbauend gewährleistet eine Er-

zu schmächtig, um Last zu tragen, gestärkt

die grundsätzlich funktionsfähig ist, aber

werbspension ein faires Einkommen im

werden? – Die betriebliche Vorsorge als

zu schmächtig, um Last zu tragen, gestärkt

Alter durch die jeweils geleisteten Ver-

Teil der Pension wird eine wichtige Säu-

werden? – Es muss Einschränkungen bei

sicherungsbeiträge. Das Modell ist exis-

le des Pensionssystems werden. Man

der Entnahmemöglichkeit bei Vorsor-

tenzsichernd, geschlechtergerecht, ver-

muss daher die Arbeitgeber motivieren,

gekassen geben, damit diese auch einen

hindert Armut im Alter, schafft Aus-

in die betriebliche Vorsorge zu investie-

höheren Nutzen haben. Zusätzlich wol-

gleich für Zeiten ohne Einkommen und

ren, und die Betriebe dahingehend, zum

len wir das Recht auf eine individuel-

damit Chancen für junge Menschen.

Beispiel durch Steuererleichterungen,

le Bezugsumwandlung von bis zu einem

unterstützen.

Elftel für alle Erwerbstätigen. Dieses Pri-

Die Zukunftsvorsorge ist ein Rohrkrepierer.

vileg genießen beispielsweise National-

Wie kann man das Sorgenkind, die private

Die Zukunftsvorsorge ist ein Rohrkrepierer.

Versorge, reformieren? – Wer privat vor-

Wie kann man das Sorgenkind, die private

sorgen will, soll es, aber ohne Subventi-

Vorsorge, reformieren? – Es sollte auf je-

Die Zukunftsvorsorge ist ein Rohrkrepie-

onierung durch Steuermittel. Alles, was

den Fall viel bessere Möglichkeiten ge-

rer. Wie kann man das Sorgenkind, die pri-

derzeit als kapitalmarktbasierte „Pen-

ben, die private Vorsorge steuerlich ab-

vate Versorge, reformieren? – Gegenwär-

sionsvorsorge“ verkauft wird, ist weder

setzen zu können, was ja seit heuer lei-

tig ist die staatliche Förderung in viel zu

sicher noch zielführend und keine Pen­

der nicht mehr möglich ist. Damit wäre

großem Umfang auf bestimmte Produk-

sionsvorsorge. Es gibt keinen Grund, wa-

der Anreiz größer, selbst für die Pension

te eingeschränkt. Es bedarf mehr Wahl-

rum die Allgemeinheit diese Finanzpro-

vorzusorgen und einen nahezu gleich-

freiheit bei der Produktauswahl, damit es

dukte weiterhin mit zirka 2,3 Milliarden

bleibenden Lebensstandard erhalten zu

von jenen, die privat vorsorgen möchten,

Euro pro Jahr subventionieren soll.

können.

auch verstärkt angenommen wird.

83

ratsabgeordnete. Wieso nicht alle?


SEITENBLICKE

5. TEIL: FIE FOTOGRA

enschaft Die Leid ager der Man

Oben. Eines der aktuellen Lieblingsbilder des Post-Generals und leidenschaftlichen Hobbyfotografen Georg Pölzl: die in der Ebbe trockengefallenen Fischerboote, die dem begeisterten Segler ein prächtiges Sonnenuntergangsmotiv lieferten.

© COURTESY GALERIE JOHANNES FABER

Unten. Das 1997 entstandene Unikat des Kopenhagener Zeitgenossen Olafur Eliasson aus seiner IslandSerie wurde bei der von Eva Königseder kuratierten Dorotheum-Auktion im November 2015 um 7.345 Euro versteigert.

© CHRISTIAN WACHTER

Oben. Schon wenige Codes schicken Friedrich Kiradi, Merit, beim Betrachten des Fotos „Wall Street“ vom Magnum-Fotografen Leonard Freed auf eine gedankliche Zeitreise: „Das Foto von 1956 symbolisiert Aufbruch dank Bewegung, reflektiert die Epoche dank der getragenen Anzüge und lokalisiert dank der Flagge und typischen Straßenschilder.“ Rechts. „Die 15-Meter-lange Fotorolle der ProvokeKünstler entstand als Reaktion auf die allgegenwärtige nukleare Bedrohung.“ Walter Moser, Albertina

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SEITENBLICKE

DAS DRITTE AUGE Fotografien faszinieren dank ihres sehr individuellen und höchst differenzierten Blicks auf die bestimmte Landschaft, die Szene, die Person, den Gegenstand. So mancher Unternehmenslenker wurde längst in ihren Bann gezogen – etwa Georg Pölzl, Friedrich Erhart, Robert Neumüller und Friedrich Kiradi oder die Kuratoren Eva Königseder und Wolfgang Moser. TEXT CAROLINE MILLONIG

W

ir brauchen Bilder“, betont

Licht und Farbe zu arbeiten: „Selbst das

Niepce, das Verfahren der Heliografie ­

Robert Neumüller. „Für jede

einfachste, fast spießige Treppenhaus in

entwickelte, mit dem erstmals eine Auf-

Investitionsentscheidung, für

einem Objekt aus den 1990er-Jahren ver-

nahme dauerhaft, also lichtbeständig

jede Ankaufsentscheidung. Und für die

wandeln wir so mit einer ansprechenden

erhalten werden konnte. Sein Lands-

Vermarktung.“ Denn um ein nachhalti-

Farbkombination in eine trendige Loca-

mann und späterer Partner, der Diora-

ges Gebäudekonzept zu entwickeln, sei

tion.“ Das Konzept, den Charme der Ber-

ma-Erfinder Louis Daguerre, machte die

es entscheidend, zuerst in die Vergan-

liner Vergangenheit neu in Szene zu set-

Methode über die Fixierung des Jodsil-

genheit zu blicken, meint der Geschäfts-

zen, spricht die Zielgruppe der jungen,

berbildes mittels Kochsalzlösung qua-

führer der Deutschlandtochter des Im-

dynamischen Mieter aus der Kreativ-

si serienreif: Mit rund 20 Minuten Be-

mobilienentwicklers

-betreibers

und Technologiebranche jedenfalls bes-

lichtungszeit anstatt mehrerer Stun-

S Immo AG. Deswegen brauche es his-

tens an. Diese Aussagekraft ist Teil des

den in der prallen Sonne stand eine we-

torische Fotos vom Karree, vom Stadt-

Siegeszugs der Fotografie in den letz-

sentlich verbesserte Technik zur Ver-

viertel, vom Gebäude, das renoviert

ten Jahrzehnten: „Spätestens mit dem

fügung. Dank der Präsentation vor der

werden soll. Und „Szenografien, wie wir

Einzug ins Museum in den 1970er-Jah-

französischen Akademie der Wissen-

das nennen, neue Bilder, mit denen wir

ren hat sich das Lichtbild endgültig als

schaften 1839 wurde sie weltberühmt.

dann die Atmosphäre einfangen, die wir

Kunstform etabliert“, so Walter Moser,

Die „Daguerreotypien“, wie die Unikate

verkaufen wollen“. Dafür setzt er ganz

Leiter der Fotosammlung in der Alber-

aus der damaligen Zeit genannt werden,

bewusst auf die kreative Zusammenar-

tina, Österreichs einziger Institution mit

sind heute begehrte Sammlerobjekte.

beit mit Jonas Holthaus, einem preis-

dauerhaften Ausstellungsräumen für die

gekrönten Fotografen, der „Immobilien

Fotokunst und mehr als 100.000 sehr

finierten

nicht nur abbildet, sondern auch deren

vielfältigen Exemplaren vor allem aus

das gleich mehrere Abzüge ermöglicht,

Flair festhält“.

der Wiener Jahrhundertwende und der

gilt die Erfindung des Engländers Wil-

American-Street-Fotografie.

liam Talbot als weiterer Meilenstein. Bis

und

Das Denken in Bildern bestimmt

Mit seinem in den 1860er-Jahren deNegativ-Positiv-Verfahren,

mittlerweile nicht nur seinen Berliner

Die junge Kunstform hat ihre An-

zur Digitalfotografie, die in den 1990er-

Arbeitsalltag. Es ist maßgebend für den

fänge in den 1820er-Jahren, als der ei-

Jahren aufkam, war diese maßgebend

Stil des Unternehmens, auch viel mit

gentliche Erfinder, der Franzose Joseph

für die Fotoausarbeitung.

85


SEITENBLICKE

Robert Neumüller, S Immo Deutschland, setzt bei der Konzep­ tion seiner Objekte auch stark auf Farbe und Licht – und bei der Visualisierung auf Szenografien des Fotokünstlers Jonas Holthaus.

Friedrich Erhart, Fotograf und erfolgreicher Exfondsmanager, stilisiert wie mit einem ­Pinsel seine Motive, vorzugsweise Personen in Bewegung. Mit seiner „bewegten Kamera“ ­kreiert er Werke wie die 90 x 90 cm große „Reflexion“ aus der Serie „Spiegel.Welten“.

Die Zugänge zur Fotografie sind je-

auf Menschen gerichtet. Als passionier-

als Jugendlicher zeitgenössische Kunst

denfalls vielfältig: vom professionel-

ter Segler visualisiert er auch gern seine

gesammelt und sich als Maler und Bild-

len über den amateurhaften bis hin zum

Eindrücke magischer Sonnenspiele.

hauer versucht hat, Fotograf, hat seine

künstlerischen und investierbaren An-

Die Digitalfotografie mit ihren ver-

Komfortzone verlassen, wie er sagt, und

schiedenen Techniken bis hin zu Ver-

jede Menge Ausstellungen bestückt. Mit

fremdungen über Apps liebt Pölzl wegen

kommerziellem Erfolg. „Die Fotogra-

Nuancierter Blick

ihrer ungeheuren Möglichkeiten, ihrer

fie ist das Medium, mit dem ich meine

Neumüller hatte also über den berufli-

Einfachheit, ihrer Effizienz. Gleichzeitig

Ideen am besten umsetzten kann“, er-

chen Zugang seine Leidenschaft für die

vermisst er, der seine Kompositionen

zählt Erhart. Tatsächlich hat er mit sei-

Betrachtung ausgesuchter Fotos ent-

früher akribisch in Fotoalben festge-

nen Fotoserien der „bewegten Kamera“

deckt und erlebt sie als „Genuss, der

halten hat, Essenzielles: „Es gibt heute

einen Stil mit Wiedererkennungswert

den Gänsehauteffekt weckt, der eine

keine Spannung mehr.“ Weil es keinen

entwickelt, der das Zeug dazu hat, sich

Rückkoppelung auf die eigene Emotion

Film mehr brauche, auf dessen Entwick-

als Marke zu etablieren. Etwas Besonde-

schafft, auf die eigene Vergangenheit,

lung man warten muss. Weil das Ergeb-

res im gegenwärtigen Umfeld, das von

auf Stimmungen, die man schon gefühlt

nis sofort da und beliebig wiederholbar

der Überflutung mit Bildern geprägt ist.

hat.“

sei. Und weil man daher immer weniger

In diesem Umfeld leben seine Lichtbil-

Für Georg Pölzl ist es hingegen sei-

auf die eigentliche Bildgestaltung achte.

der wie abstrakte Pinselstriche, Aqua-

ne älteste Leidenschaft: „Ich fotogra-

Eine einschneidende Entwicklung, die

relle mit reellem Hintergrund. „Mein

fiere mein Leben lang, hatte meine ers-

schon mit der Einführung des Autofokus

Lieblingsmotiv sind Personen in Bewe-

te Spiegelreflexkamera mit 15 und war

Ende der 1970er-Jahre eingesetzt hätte:

gung“, erklärt Erhart, der sich oft stun-

in meiner Jugend viel in der Dunkel-

„Bei der Aufnahme wird nicht mehr so

denlang auf die Lauer legt, um dann aus

kammer, um die Fotos selbst zu ent-

genau hingeschaut, alles geht automa-

zahllosen Fotos sorgfältig das eine he-

wickeln“, erinnert sich der Vorstands-

tisch, kaum jemand versteht es noch,

rauszufiltern. Dabei nimmt er nie im

vorsitzende der Österreichischen Post

mit Blende und Verschlusszeiten umzu-

gängigen, automatisierten JPEG-Format

AG. Auch heute hat der technisch ver-

gehen.“

auf, weil da „sehr viel an Information

satz.

sierte Absolvent der Montanuniversi-

Friedrich Erhart schon. Und zwar

verloren geht“. Er setzt auf das Rohda-

tät ­Leoben immer mindestens eine sei-

ziemlich gut. Und so leidenschaftlich,

ten-(Raw-)Format, um das geschosse-

ner aktuell sechs Kameras bei sich und

dass der gelernte Maschinenbauinge-

ne Foto gegebenenfalls selbst optimie-

ist stets auf der Suche nach „fesselnden

nieur seinen Quereinsteigerberuf als

ren zu können und dabei aus dem Vollen

Motiven, nach dem besonderen Mo-

erfolgreicher Manager des Österreich-

zu schöpfen. Wesentlich für seine Tech-

ment, der überraschenden Perspektive“

Fonds von Pioneer Investments Austria

nik sei, dass er die Kamera während des

– als Fotograf, aber auch als Sammler

2015, nach 25 Jahren, an den Nagel ge-

Augenblicks der Aufnahme bewegt und

zeitgenössischer Kunst. Sein Fokus ist

hängt hat. Mittlerweile ist er, der bereits

damit jene Lichtreflexionen einfängt,

86


SEITENBLICKE

die wie ein Pinselstrich über seine Mo-

stoffen für gehobene Privatkunden und

etwa die bahnbrechenden Röntgenauf-

tive gleiten.

Stiftungen spezialisierten heimischen

nahmen beweisen, über Reportage und

Unternehmens. Einschlägige Erfahrung

Dokumentation bis hin zur Kunst.“ Da-

Individueller Wert

hat er über die Auflage eines Fotokunst-

bei sei zu beachten, dass der Fotograf im

Die Qualität eines jeden Fotos mag sta-

fonds 2008 gesammelt – die Idee eines

Grunde eine momentane Wirklichkeit

tistisch messbar sein. Letztendlich sind

vertrauten Kunden, von Kiradi in einem

konstruiert, weil er entscheidet, wann,

oft andere Faktoren entscheidend, weiß

ersten Impuls als „völlig irre“ abgetan.

wo und mit welchen Einstellungen er

Eva Königseder, Fotokunstkuratorin des

Die Neugier hat ihn dennoch gepackt.

auf den Knopf drückt: „Damit manipu-

Wiener Dorotheums: „Bei unserer seit

Und als er auf den in der Branche an-

liert er unwillkürlich die Realität.“ Eine

1996 durchgeführten Auktion punk-

gesehenen Wiener Galeristen Johannes

Überlegung, die japanische Fotografen in

ten meist die bekannten Namen aner-

Faber gestoßen ist, war auch sein Ehr-

den 1960er-Jahren animierte, das Medi-

kannter Künstler.“ Speziell hierzulan-

geiz geweckt, zumal der Anteil von Foto-

um dahingehend zu hinterfragen, inwie-

de lasse sich schwer abschätzen, was

grafien am Kunstmarkt mit etwa einem

fern es überhaupt objektiv sein kann. Die

im nächsten Jahr wirklich gefragt sei.

halben Prozentpunkt um die 1980er-

Antwort der in der „Provoke“-Bewegung

Königseder, die sich „von der jeweili-

Jahre auf rund sieben Prozent gestie-

vereinten Künstler war das aus der Hüf-

gen Stimmung, die jedem Foto eigen

gen war: „Faber hat mich für das da-

te geschossene Bild, das rein mechani-

ist, von diesem e ­ inen Moment, der Ge-

mals ziemlich unterbelichtete Nischen-

sche Bild, das ohne Einfluss des Fotogra-

heimnisvolles ausstrahlt“, persönlich

kunstsegment Fotografie derart begeis-

fen über dessen Blick durch den Sucher

angezogen fühlt, findet es daher beson-

tert, dass wir das Projekt tatsächlich in

entstanden ist – also die „unmittelbarste

ders schade, dass „Käufer zu wenig ih-

Angriff genommen haben.“ Und das mit

und direkteste Form der Fotografie“, wie

rem Geschmack, ihrem Gefühl folgen“.

einem ambitiösen Anspruch: eine der

Provoke-Kurator Moser resümiert.

Für Sammler könne es sinnvoll sein,

wichtigsten Sammlungen fotografischer

Die Beschäftigung mit Fotografie

sich auf einen bestimmten Künstler,

Kunst der Klassischen Moderne von den

schult jedenfalls den Blick, lädt zum

eine bestimmte Epoche, eine bestimmte

Anfängen der Fotografie um die 1850er-

wohltuenden Innehalten in der aktu-

Drucktechnik oder eine bestimmte The-

Jahre bis zu den 1970er-Jahren aufzu-

ell turbulenten Zeit ein und belohnt, so

matik zu konzentrieren – etwa Reise-,

bauen. Heute werden die erworbenen

Kiradi, mit einer „emotionalen, ästhe-

Porträt- oder Reportagefotos. Wer sich

Werke von rund 130 Künstlern ihrer ei-

tischen Rendite“. Man lernt, anders zu

für Fotografie als Wertanlage interes-

gentlichen Bestimmung zugeführt: ein

sehen, weiß Fotograf Erhart, „entdeckt

siert, dem rät Königseder dringend, sich

breites Publikum über Museen und Auk-

unwillkürlich neue Motive, die sich

beraten zu lassen.

tionen anzusprechen.

Mustern und Strukturen zuordnen las-

Es gibt jedenfalls eine Handvoll Para-

Der Investmentgedanke stand frei-

sen, die man sonst nicht wahrnimmt“.

meter, die sich für Sammler als Orien-

lich immer im Vordergrund, wie der Fi-

Etwa Gras mit Raureif, das beim diffe-

tierung eignen, wie sie meint: die Qua-

nanzer zugibt: „Der Fokus auf Vintage-

renzierten Blick wie ein abstrakt gemal-

lität des Abzugs, das Vorhandensein ei-

Prints der Klassischen Moderne bietet

tes Bild erscheint.

ner S ­ ignatur bei Fotos ab dem frühen

da einen Riesenvorteil, weil es sich um

Auch Post-AG-General Pölzl ist ein

20. Jahrhundert als Bestätigung der Au-

eine begrenzte Anzahl von Werken je-

visueller Typ und löst grundsätzlich al-

thentizität, die Auflage, die bei zeit-

ner Künstler handelt, die bereits ihren

les, auch Probleme, gern in Bildern und

genössischen Fotografen maximal 15

Platz in der Kunstgeschichte haben.“

Skizzen auf. Dabei beschäftigt ihn eine

Stück nicht übersteigen und durch un-

Auswahlkriterien waren der Name des

besondere Parallele zwischen Fotogra-

terschiedliche Formate oder Ausschnit-

Künstlers, seine Bedeutung in der Kunst,

fie und Beruf: „Wer die Endlichkeit der

te nicht verwässert werden darf, und

seine Vertretung in Sammlungen und

zwei- bis dreidimensionalen Bilder er-

die Zertifizierung des Abzugs. Natür-

Museumsleihgaben,

Formal-Ästheti-

kennt, weiß um die Herausforderung des

lich auch der Preis, wobei „unser oberer

sches wie die Bildkomposition. Ein The-

Darstellbaren, des Kommunizierbaren.“

Schätzwert meist dem Galeriepreis ent-

ma, das von russischen Investoren gera-

Nur allzu oft erlebe er, „wie die Men-

spricht.“

de erst entdeckt werde. Und von chinesi-

schen aneinander vorbeireden, trefflich

schen Geldgebern noch zu entdecken ist.

und über eine ganz schön lange Zeit“. Mit

„Auktionspreise sind die einzig wirklich verlässlichen Richtwerte“, meint

Vielseitig-

seinem fotografischen Blick auf die Si-

geschäftsführender

keit, die sonst keine Kunstgattung bie-

tuation reduziert er die Gesprächspunk-

Gesellschafter der Merit-Alternative-

tet, ergänzt Albertina-Kurator Moser:

te auf deren Darstellbarkeit und zerlegt

Investments, des auf Assetmanage-

„Das Spannende an der Fotografie ist

komplexe Probleme so, dass sie besser

ment mit Managed Futures und Roh-

die Spannweite von Wissenschaft, wie

erfassbar und leichter lösbar sind. n

Friedrich

Kiradi,

Ein

Gebiet

mit

87

einer


SEITENBLICKE

BÖRSENTALK

EXKLUSIVER SALON

DERBÖRSIANER FRAUEN FINANZ SALON 08. MÄRZ 2016

Die Experten Barbara Potisk-Eibensteiner (RHI AG), Dominik Hojas (Der­ Börsianer), Birgit Kuras (Wiener Börse AG), Ruperta Lichtenecker (Die Grünen), Herta Stockbauer (BKS Bank AG) und Sabine Mitterbacher (DerBörsianer).

MEINL AM GRABEN, WIEN

Zum ersten Frauen Finanz Salon zur Stärkung des heimischen Kapitalmarkts lud DerBörsianer Entscheider aus der Finanzwirtschaft, Industrie und Politik zum BusinessBreakfast. Im Meinl am Graben sprach man über Möglichkeiten, den heimischen Kapitalmarkt zu stärken. Unter den zahlreichen Gästen befanden sich Angelika Sommer-Hemetsberger (Österreichische Kontrollbank AG) und Samira Softic (Meinl Bank AG).

Topentscheiderinnen wie Valerie Brunner (Raiffeisen Centrobank AG), Judit Helenyi (Flughafen Wien AG) und Stephanie Kniep (Lenzing AG) hörten zu.

Polina Christova (Hypo NOE Gruppe Bank AG), ­Gudrun Schmit (UBS SA), Elke Napokoj (BPV-Hügel) und ­Ingeborg Bauer-Kunst (RBI AG) unterhielten sich gut.

TROPHÄENJAGD LIPPER FUND AWARDS AUSTRIA GALAVERANSTALTUNG 11. FEBRUAR 2016 HAUS DER INDUSTRIE, WIEN Insgesamt gab es 191 ­Gewinner. 28 der ­glücklichen Sieger 2016 ­konnten auch eine Trophäe mit nach Hause nehmen.

Nach fünfjähriger Pause fanden die Lipper Fund Awards – Austria erstmals wieder in Wien statt. Gastgeber des Abends waren das „Geld“-Magazin und E-Fundresearch. Sie luden sämtliche Preisträger und Branchenvertreter zur Award-Zeremonie ein. Insgesamt wurden 28 Pokale aus 20 Fondsund acht Gruppenkategorien übergeben. Abräumer des Abends war Black Rock. BEWERTUNG

Location Publikum Im Anschluss an die Verleihung hatten die Gäste im Haus der Industrie in Wien noch genügend Zeit, sich auszutauschen.

Snezana Jovic („Geld“-Magazin) und Albert Reiter (E-Fundresearch) mit Thomas Loszach (Black Rock), der sich über einen der vielen Pokale freut, in der Mitte.

88

Inhalt/Redner Börsenfaktor


SEITENBLICKE

FONDSKONGRESS RELOADED

Armin Wolf moderierte (ORF) die Podiums­ diskussion mit Monika Rosen (UniCredit Bank Austria AG), Max Otte (Ökonom), Eckhard Sauren (Fondsmanager) und Klaus Kaldemorgen (DWS).

FONDS PROFESSIONELL FONDS PROFESSIONELL KONGRESS 2016 02. UND 03. MÄRZ 2016 MESSE WIEN, WIEN

Spannender Auftakt des 18. Fonds Professionell Kongress in Wien waren die Reden des griechischen Exfinanzministers Yanis Varoufakis und des aktiven Finanzministers Hans Jörg Schelling. Die traditionelle Galanacht samt Verleihung des Fondspreises war der festliche Abschluss. Den Abschluss machte die Verleihung des Fonds­ Griechenlands umstrittener Exfinanzminister Yanis preises im Spiegelpalast des Palazzo mit Akrobatik, ­Varoufakis forderte in seinem Auftaktvortrag einen Musik und einem Menü von Toni Mörwald. „New Deal“ für Europa.

Constantin Veyder-Malberg (Capital Bank Grawe Gruppe AG) und Ernst ­Huber (Hellobank BNP Paribas ­ Austria AG) besprachen noch ­ offene Punkte.

VERTRAUEN SCHAFFEN

FINANZJOURNALISTENFORUM VORTRAG 10. MÄRZ 2016 CAPITAL BANK, WIEN

Das Finanzjournalistenforum lud unter der Leitung von Martin Kwauka zu einem Vortrag mit Finanzminister Hans Jörg Schelling. Er sprach gemeinsam mit Christian Jauk (Capital Bank Grawe Gruppe AG) über die Möglichkeiten und Pflichten, Vertrauen in den Finanzplatz Österreich zu schaffen. BEWERTUNG

Location Publikum Inhalt/Redner Börsenfaktor

Christian Jauk (Capital Bank), Hans Jörg Schelling (BMF) und Martin Kwauka (Finanzjournalistenforum) eröffneten den Abend vor einem hochkarätigen Publikum.

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Das Publikum hatte nach den Erläuterungen der ­Experten bei einer Weinverkostung noch Zeit, sich in Gespräche zu vertiefen.


SEITENBLICKE

PORTRÄT

ZEHN FRAGEN AN BARBARA POTISKEIBENSTEINER

Welche Eigenschaften haben Sie dorthin gebracht, wo Sie heute sind? – Entscheidungsstärke, schnelle Auffassungsgabe, Fleiß und Freude, mit Menschen zu arbeiten. Welchen Beruf würden Sie ausüben, wenn Sie nicht in der Finanzbranche tätig wären? - Ich wäre Bürgermeisterin einer mittelgroßen Gemeinde. Von welchen Quellen beziehen Sie Ihre Fachinformationen? - Aus diversen Fachzeitschriften. Welchen Teil lesen Sie in Ihrer Zeitung zuerst? - Ich bin ein Onlineleser, zuerst die Headlines und dann den Wirtschaftsteil. Wenn ich nicht gerade arbeite, verbringe ich meine Zeit am liebsten mit?... - Mit meiner Familie in der Natur. Bei welchem Investment haben Sie sich so richtig verzockt? - Ich bin kein Zocker, dafür habe ich zu wenig Zeit. Ich überlasse die Veranlagung jenen, die es eigent­ lich können sollten, aber auch nicht immer richtig liegen. Welches Vorurteil gegenüber dem Kapitalmarkt ärgert Sie am meisten? - Dass am Kapitalmarkt nur Spekulanten unterwegs sind und der Aspekt der Unternehmens­ finanzierung völlig vergessen wird.

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LESERPO

Was assoziieren Sie mit Gordon Gekko und dem Film

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bis er bricht.

„Wall Street“? – Der Krug geht so lange zum Brunnen,

Dieser Investor ist für mich eine Legende? - Ein Fondsmanager in London, den ich regelmäßig treffe. Ent-

BARBARA POTISK-EIBENSTEINER FINANZVORSTAND RHI AG Von 1991 bis 1995 war Barbara Potisk-Eibensteiner als Investment Bankerin bei der Creditanstalt AG tätig. Bis 2007 hat sie als Group Treasurer bei Böhler-Uddeholm AG gearbeitet. Seit 2007 ist sie bei der RHI AG, bis 2012 als Head of Finance & Investor ­Relations. 2012 übernahm sie schließlich die Rolle des Finanzvorstands der RHI AG.

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gegen des Mainstreams macht er sich seine eigenen Gedanken zu Volkswirtschaften und Sektoren und lag über die letzten Jahre immer richtig. Champagner und Austern oder „a Eitrige und a 16erBlech“? - Weder noch, Tomaten mit Mozzarella.

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Die nächste Ausgabe erscheint um den 23. Mai902016. Bis dahin täglich: www.derboersianer.com


DerBörsianer 13. Ausgabe, Q2 2016  

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