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Willibald Cernko „Land der Berge”

Maria Fekter Kapitalmarkt beleben

Wolfgang Matejka Quartal der Bullen

D a s Fa c h m a g a z i n f ü r d e n ö s t e r r e i c h i s c h e n K a p i ta l m a r k t www.derboersianer.com ∙ 4. Quartal 2013 ∙ 12 Euro

Ranking Die 50 wichtigsten Finanzjournalisten

Börsen

Milliardenpoker in der Grauzone 24 Unternehmen

Dem Teufelskreis entkommen 14 Fonds

Der RekordMann

AIFMG: Die Unschärferegelung 18 Versicherungen

Solvency II lässt Köpfe rauchen 58

DerBörsianer des Quartals 06

Gehalts-check Wo Banker am meisten verdienen 36 3 Banken Generali Investment 26 · Agrana Beteiligungs-AG 32 · Allianz Versicherungs-AG 58 · Alpari 32 · AT&S AG 16 · Attac Österreich 62 · Bawag P.S.K. 38 · Bawag P.S.K. Invest 32, 48, 61 · BDO Austria GmbH 52 · Binder Grösswang 54 · BMF 10 · bpv Hügel Rechtsanwälte 55 · Capital Bank 24 · CHSH 54 · CIRA 15, 16, 46 · Deloitte 36, 53 · DLA Piper Weiss-Tessbach 55 · Doralt Seist Csoklich 20 · Dorda Brugger Jordis 54, 55 · Ecker & Partner 40 · Ergo Austria Holding 44 · Ernst & Young 20 · Erste Asset Management 49 · Erste Group Bank AG 23, 42 · Erste Sparinvest 32 · EVN AG 47 · uvm.


Ihr Unternehmen ist einzigartig. So sollte auch Ihre Treasury-Analyse sein. Statt zu versuchen, Sie nur mit Fachbegriffen zu beeindrucken, reden wir Klartext und nehmen uns Zeit, um Ihr Unternehmen ganz genau kennenzulernen. Denn das ist die wichtigste Voraussetzung, um eine fundierte Bedarfsanalyse zu erstellen und darauf basierend Ihr individuelles Treasury-Paket zu entwickeln. Rufen Sie uns einfach an und vereinbaren Sie einen Beratungstermin: Mag. Joseph Eberle, Tel.: +43-1-71707-1487 MEINE BUSINESS-BANK.

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editorial

DErbörSIAnEr, AUSGAbE nr. 01, 4. QUArTAl 2013

Editorial 3 Seitentaufe 3

WillibalD cernko „land der berge”

Maria Fekter KapitalmarKt beleben

WolFgang Matejka Quartal der bullen

D A s FA c h M A G A z i n F ü r D e n Ö s t e r r e i c h i s c h e n K A P i tA l M A r K t

Ausgabe Nr. 01, 4. Quartal 2013

www.derboersianer.com ∙ 4. Quartal 2014 ∙ 12 Euro

ranking die 50 wichtigsten Finanzjournalisten

Börsen

Milliardenpoker in der Grauzone 24 Unternehmen

Dem Teufelskreis entkommen 14 Fonds

www.DErboErSIAnEr.coM

Dominik Hojas Herausgeber

Der rekorDMann DerBörsianer des Quartals 06

AIFMG: Die Unschärferegelung 18 VersicherUngen

Solvency II lässt Köpfe rauchen 58

auch a E-Papels r

gehalts-check Wo Banker am meisten verdienen 36

OMVAG 7 BMF 10 · Österreichische POst AG 15 · cirA 15,16,46 · Wiener BÖrse AG 16,25,46 · At&s AG 16 · iMMOFinAnz AG 16 · KPMG 18, 53 · rAiFFeisen KAG 18 · Ftc cAPitAl 19 · DOrAlt seist csOKlich 20 · ernst & YOunG 20 · uni creDit BAnK AustriA AG 21,23,34,38,51 · rAiFFeisen centrOBAnK AG 22,43 · KePler cheuVreux 22 · erste GrOuP BAnK AG 23,42 · Wiener PriVAtBAnK se 23 · cAPitAl BAnK 24 · MAtejKA & PArtner 24,31 · 3 BAnKen GenerAli inVestMent 26 · BAWAG P.s.K.i nVest 32,48,61 · erste sPArinVest 32 · AlPAri 32 · ÖrAG 32 · AGrAnA BeteiliGunGs-AG 32 ·

Liebe Börsianer,

D

er Pessimist ist der einzige Mist, auf dem nichts wächst.“ Damit hat Heiko Thieme recht. Fünf Jahre nach der Pleite von der US-Investmentbank Lehman Brothers ist die Finanzwelt eine andere. Doch ist diese Welt wirklich so schlecht? Ist der Pessimismus, wie ich ihn täglich in Gesprächen mit Teilnehmern des österreichischen Kapitalmarkts erlebe, tatsächlich angebracht? Ich sage Nein. Weil’s um den Kapitalmarkt geht! Also Zeit, ein neues Projekt anzupacken, Zeit, um zu gestalten. Mit dieser Ausgabe halten Sie es in der Hand. Es heißt Der­Börsianer und ist das erste Fachmagazin für den österreichischen Kapitalmarkt. Das neue Printmagazin ist nicht nur eine Reaktion auf das anhaltende „Banker-Bashing“ des Boulevards, sondern eine Initiative zur Förderung des rot-weiß-roten Kapitalmarkts. DerBörsianer sieht sich als kritischen Partner und Förderer der Finanzbranche und wird Sie, die Topentscheider des Markts, in Zukunft vierteljährlich mit „news to use“ für den beruflichen Alltag versorgen. Dafür verantwortlich zeichnen unsere Redakteure Martin Kwauka, Thomas Müller, Barbara Ottawa, Valentina Stark, Lukas Sustala, Hans Weitmayr, Barbara Ottawa und Robert Winter. Fachlich unterstützt werden sie von Kolumnisten, Gastautoren und einem Leserbeirat. Sagen auch Sie Nein zu den Pessimisten. Wechseln Sie die Seite und gestalten Sie mit. DerBörsianer ist ein Magazin von uns für Sie.

info online

Viel Vergnügen mit der ersten Ausgabe von DerBörsianer wünscht Ihnen

DerBörsianer.com Aktuelle und historische Kursdaten aller Assetklassen

Dominik Hojas d.hojas@derboersianer.com PS: Die nächste Ausgabe erscheint rund um den 16. Jänner 2014. Leserpost nehmen wir unter redaktion@derboersianer.com gern entgegen. Bis dahin täglich www.derboersianer.com

Nationale und internationale Börsennachrichten Suche und Vergleich von mehr als 1.000.000 Finanzprodukten Analysen und Marktresearch Service: Termine, Feiertage, Handelszeiten, Insiderdeals usw. Leitsystem für Weblinks


Das Fachmagazin für den österreichischen Kapitalmarkt

24

06

WIENER BÖRSE. Milliardenpoker in der Grauzone.

Leitartikel

Für den österreichischen Bankensektor ist der „Belastungsrucksack“ kaum noch zu stemmen. Willibald Cernko

Der Rekord-Mann

Erste Asset Management 49 Erste Group Bank AG 23, 42 Erste Sparinvest 32 EVN AG 47 Flatex42 FTC Capital 19 Helvetia Versicherungen AG 58 Hypo NOE Gruppe 42 Immofinanz AG 16 Incrementum AG 66 Kepler Cheuvreux 22 KPMG 18, 53 Matejka & Partner 24, 31 Microsoft51 OMV AG 7 ÖRAG32 Österreichische Post AG 15 PHHV55 PwC52 Raiffeisen Bank International AG34, 42 Raiffeisen Centrobank AG 22, 43 Raiffeisen KAG 18

Index: Auszug von Unternehmen in dieser Ausgabe

06

Gerhard Roiss, wie er denkt und lenkt. DerBörsianer des Quartals im Interview über die größte Akquisition in der österreichischen Industriegeschichte.

21

www.derboersianer.com/galerie

Index Unternehmen 3 Banken Generali Investment 26 Agrana Beteiligungs-AG 32 Allianz Versicherungs-AG 58 Alpari32 AT&S AG 16 Attac Österreich 62 Bawag P.S.K. 38 Bawag P.S.K. Invest 32, 48, 61 BDO Austria GmbH 52 Binder Grösswang 54 BMF10 bpv Hügel Rechtsanwälte 55 Capital Bank 24 CHSH54 CIRA 15, 16, 46 Deloitte 36, 53 DLA Piper Weiss-Tessbach 55 Doralt Seist Csoklich 20 Dorda Brugger Jordis 54, 55 Ecker & Partner 40 Ergo Austria Holding 44 Ernst & Young 20

Cover

INTERVIEW. Wie DerBörsianer des Quartals denkt und lenkt.

Unternehmen Rosenbauer International AG 47 S Immo AG 64 SalesXp51 Schönherr55 Standard & Poor's 35 Superfund48 Telekom Austria AG 46 UniCredit Bank Austria AG 21, 23, 34, 38 Uniqa Insurance Group AG 45, 58 Update Software AG 51 VAI59 Valida44 Vienna Insurance Group AG 45, 58 VKI59 Voestalpine AG 50 VÖIG48 VVO 44, 45 Wiener Börse AG 16, 25, 46 Wiener Privatbank SE 23 Wirtschaftskammer Österreich 62

Dem Teufelskreis entkommen

14

Fonds

Die Unschärferegelung  18 Börsen

Milliardenpoker in der Grauzone

24

Unternehmen

Rating: Fluch oder Segen?

34

Banken

Banker im Gehalts-Check

36

Versicherungen

Solvency II lässt Köpfe rauchen

58


Inhalt 5

18 AIFMG. Wie die Unschärferegelung von der Fondsbranche beurteilt wird.

64 Branchen 12

Österreichs 50 wichtigsten Wirtschafts- und Finanzjournalisten.

Börsenwetter

22

Die Entwicklung der Weltbörsen und Topaktien der Analysten.

Marktgeflüster

27

Martin Kwauka: Am Rand der finanziellen Unregierbarkeit.

Marktstatistik

28

Kursdaten, Handelsumsätze und Directors’ Dealings www.derboersianer.com/kurse

Kommentar

31

Meinungen

Darüber spricht man in den Branchen: Köpfe, Deals, News, Trends und Events

Banken Versicherungen Aktiengesellschaften Fonds Public Relations IT & Software Berater Recht

Maria Fekter Meine Devise:

42 44 46 48 50 51 52 54

Off-Topic Bankenabgabe 

Wolfgang Matejkas Marktausblick auf die Wiener Börse.

Kalender

KOMMENTAR. Am Rand der finanziellen Unregierbarkeit.

FIRMENCHECK. So residiert die S Immo AG.

Märkte Ranking

27

56

So denken unsere Parteien.

Hotspots

31

ProContra

Willibald Cernko „Land der Berge” gilt auch für Österreichs Banken 

21

Nicole Bäck-Knapp Litigation-PR: Kommu­nikation bei Rechtsfällen

40

43

50

44

51

46

52

48

54

61 62

Institutionen im Wortgefecht.

Firmencheck

www.derboersianer.com/termine

64

So residiert die S Immo AG

Q-Check 13.0: Bulle oder Bär – Wer macht 2013 das Rennen?

10

Wo man Erika Karitnig trifft.

Die Termine des vierten Quartals

Event

Eigenkapital begünstigen

32

www.derboersianer.com/galerie

Zehn Fragen an … Ronald-Peter Stöferle

66


6

www.derboersianer.com


Seitentaufe

Der Rekord-Mann

7

Gerhard Roiss OMV AG

Gerhard Roiss, wie er denkt und lenkt. DerBörsianer des Quartals im Gespräch über die größte Akquisition in der österreichischen ­Industriegeschichte.

Vorstandsvorsitzender Sein Studium absolvierte er in Wien, Linz und Stanford. 1990 übernahm er die Leitung des OMV-

Autor Dominik Hojas fotos Clemens Bednar

Marketings und der PCD Polymere. Seit 2011 ist er Chef der OMV AG. Der passionierte ­Marathonläufer besitzt 188.736 eigene Aktien, ist aktuell AR-Vorsitzender von Petrom und Petrol Ofisi.

M

it einer Rekordinvestition sorgte er für Schlagzeilen. Das Aus für Nabucco nimmt er nüchtern zur Kenntnis. Sein Vertrag, der im Frühjahr 2014 ausgelaufen wäre, wurde bis 2017 verlängert. Der gebürtige Oberösterreicher Gerhard Roiss, Vorstandsvorsitzender der OMV AG, führt den Ölund Gaskonzern mit eiserner Hand und einem Retrokurs zum Erfolg. Dabei trotzt DerBörsianer des Quartals nicht nur dem Hype um erneuerbare Energien, sondern buhlt mit der kompromisslosen Umsetzung seiner Wachstumsstrategie 2021 um die Gunst der Anleger. Wir haben unseren Mann des Quartals zum Interview getroffen.

Welche Rolle spielte dabei der Arabische Frühling? Die erste große Herausforderung nach Ihrem Amtsantritt im Jahr 2011 war die Krise in Libyen und der damit verbundene Produktionsstopp. – Vieles, was wir heute realisiert haben, haben wir damals als Idee geboren. Wir haben die politische Situation in der Region richtig eingeschätzt. Wir haben die Strategie über Bord geworfen, in einzelnen Ländern nur Positionen von 10.000 bis 20.000 Barrel pro Tag an Produktion zu halten, und konzentrieren uns auf die Wachstumsregionen Nordsee und Schwarzes Meer.

Herr Roiss, Greenpeace bezeichnet die Bilanz Ihrer ersten Amtszeit als „verheerend“ und unterstellt Ihnen eine zu sehr auf Öl und Gas ausgelegte Investmentstory. Was sagen Sie dazu? – Ich kommentiere solche Aussagen nicht. Der Kapitalmarkt ist sehr sachlich. Er erkennt und schätzt unsere Strategie. Ich verzettle mich nicht in Wind- und Solarenergie. Wir gehen genau den anderen Weg. Wir fokussieren auf fossile Energie. Auch in 20 Jahren wird die fossile Energie noch 50 Prozent Anteil am Energiemix haben. Gas ist zudem der Partner der Energiewende. Gleichzeitig forschen wir im Bereich alternativer Treibstoffe der zweiten Generation wie Wasserstoff.

Stichwort Strategie, wie hat der Kapitalmarkt auf den Strategiewechsel reagiert? – Wir haben die „Strategie 2021 – Profitables Wachstum“ im September 2011 den Investoren präsentiert. Der Kapitalmarkt hat bereits damals signalisiert, dass ihm diese gefällt, aber die Realisierbarkeit hinterfragt. Wir haben jetzt bewiesen, dass der Strategiewechsel realisierbar ist. Es ist kaum jemandem gelungen, ein Unternehmen in extrem kurzer Zeit so massiv neu zu positionieren. Als Folge der Realisierung ist der Aktienkurs um zirka 56 Prozent gestiegen, und der Wert der OMV AG hat sich um vier Milliarden auf fast zwölf Milliarden Euro erhöht.


8

www.derboersianer.com

Das neue Erfolgsrezept lautet also „Upstream“ statt „Downstream“. Woher kommt es? – Wir haben uns zunächst gefragt, wo wir Erträge erwirtschaften können. Die besten Margen finden wir dort, wo wir uns in den letzten 50 Jahre am meisten technologisches Know-how angeeignet haben. Das ist der Bereich „Upstream“, also die Suche und Förderung nach Öl und Gas. Wir investieren jetzt 70 bis 80 Prozent in dieses Geschäft. In Bereichen mit geringen Margen wie dem „Downstream“, darunter fällt unser Geschäftsfeld Refining & Marketing, devestieren wir, um dieses Geld dann in profitablere Wachstumsbereiche zu reinvestieren. Masse und Marge sind zur begrüßen, aber dadurch hat sich das Risikoprofil des Konzerns erhöht. Da ist Markt skeptisch. Wie argumentieren Sie? – Drei Aspekte: Der erste Aspekt, wir haben noch sehr viel Potenzial im Schwarzen Meer. Bald wissen wir, wie groß der Fund dort tatsächlich ist. Dass sich mit Exxon Mobile hier die größte Ölfirma der Welt mit 50 Prozent engagiert, signalisiert auch der Börse, dass hier Potenzial gegeben ist. Wird aber noch nicht im Aktienkurs eingepreist. Zweitens, dass wir tatsächlich im Downstreambereich devestieren, hat man im Halbjahresergebnis mit 1,6 Milliarden Euro im „Free Cash Flow“ gesehen. Dieser Umstand hat den Markt überrascht. Es zeigt klar, wir „delivern“. Der dritte Aspekt ist die Dimension des Fokussierens im Norden. Weniger, aber dafür größer. Wie spiegelt sich das Erreichen der Ziele eigentlich in ­Ihrem eigenen Einkommen? – Diese Frage ist mir sehr wichtig, weil bei vielen Firmen extrem intransparent. Für Investoren ist relevant, dass sich langfristige strategische Ziele im Gehalt des Managements widerspiegeln. Bei der OMV AG ist transparent, welche Ziele Gehaltsbestandteil sind. Bei unseren langfristigen „Drei-Jahres-Boni“, den Long Term Incentive Plans, haben wir erstens 50 Prozent „Total Shareholder Return“-(TSR)-Anteil. Das heißt, mein variabler Bestandteil hängt zu 50 Prozent davon ab, was der Shareholder bekommt (Dividende, Kurssteigerung). Aber nicht der absolute Wert, nur der relative Wert, also inwiefern ich besser performe als die Wettbewerber. Hierfür haben wir zehn internationale Unternehmen als Benchmark definiert. Der zweite Anteil, 40 Prozent, macht der Roace, also die Profitabilität aus. Die restlichen zehn Prozent beziehen sich auf nichtmonetäre Ziele im Bereich unserer Nachhaltigkeitsinitiative „Resourcefulness“. Unseren Investoren gefällt das. Sprechen wir über die größte Akquisition in der österreichischen Industriegeschichte, was hat diese gekostet? – Der Kaufpreis per wirtschaftlichen Stichtag 1. Jänner 2013 beträgt 2,65 Milliarden US-Dollar zuzüglich einer anteiligen Zahlung der Nettokosten des Jahres 2013 von 500 Millionen US-Dollar. Die Option für elf Explorationslizenzen ist darin nicht enthalten. Einige Analysten sehen die Investition in „reife Felder“ hingegen kritisch? – In diesen Feldern schlummert ein giganti-


Coverstory

9

info fakten der rekorddeal

OMV AG zahlt 2,65 Milliarden US-Dollar an Statoil Finanzierung aus Cashflow und Downstream-Verkäufen Erwerb von den Beteiligungen Gullfaks und Gudrun in Norwegen Aufstockung von zwei UK-Beteiligungen (Rosebank, Schiehallion) Option auf elf zusätzliche Explorationslizenzen gesichert Forschungskooperation mit Statoil für reife Öl-Gas-Felder Verbindung von Offshore- (Statoil) und Onshore-Know-how (OMV) Steigerung der 2P-Reserven um 320 Millionen boe Mehr als 70 Prozent der OMV-Produktion aus Europa

Bisherige schritte in der Nordsee

2013 Aktuell Rekordakquisition Nordsee 2013 Insgesamt bis zu 65 Explorationslizenzen in UK, NOR, Färöer-Inseln 2013 Acht neue Explorationslizenzen in Norwegen (Offshore) 2012 Einstieg bei Edvard Grieg (NOR) 2012 Fünf neue Explorationslizenzen in UK 2012 Einstieg bei Aasta Hansteen (NOR) 2012 Verkauf/Abtausch von UK CNS gegen Gebiete West of Shetlands 2011 Erwerb Zidane (NOR)

Österreichs Top IndustrieDeals

OMV Nordsee OMV Petrol Ofisi Telekom Austria Mobiltel AD OMV Petrom VIG BCR Asigurari Verbund Innkraftwerke

2,0 Mrd. EUR 1,9 Mrd. EUR 1,6 Mrd. EUR 1,5 Mrd. EUR 1,4 Mrd. EUR 1,4 Mrd. EUR

analysten pro und contra

Oleg Galbur, Raiffeisen Centrobank AG + Förderung in stabilen Regionen stärken die Cashflow-Entwicklung + Gaspreisliberalisierung in Rumänien sowie Tiefsee-Gasprojekte + Projekte mit höherer Rendite sowie Working-Capital-Optimierung – Hohe geopolitische Risiken im Mittleren Osten (Libyen) – Das neue Fiskal-Regelwerk in Rumänien wird noch verhandelt – Der europäische Raffineriebereich bleibt unter Druck – Höhere Abhängigkeit vom Ölpreis für Ergebnis Günter Artner, Erste Group Bank AG + Massives Wachstumspotenzial in den nächsten Jahren + Förderung in Rumänien sowie Liberalisierung des Gasmarktes + Aktie im Vergleich zur Peergroup recht billig + Nachhaltige Dividendenrendite mit Steigerungspotenzial – Relativ teure Akquisition der Statoil-Beteiligungen – Unsichere Produktion in Ländern wie Libyen

sches Potenzial. Man hat es sehr stark an Rumänien gesehen, wo die Felder wenig ausgeschöpft sind. Wir haben dort eine „recovery rate“ von 25, in Österreich 36. Wir haben in der letzten Periode bewiesen, den Verfall stoppen zu können. Also ein „Big Change“! Welchen Ergebnisbeitrag erwarten Sie im nächsten Jahr aus dem Deal? – Wir erwarten im nächsten Jahr bereits 500 Millionen US-Dollar an Ergebnisbeitrag. Keine Kapitalerhöhung zur Finanzierung der Transaktion. Damit haben Sie die Börse positiv überrascht. – Das haben wir. Für uns kam es aber nicht überraschend. Wir haben unser Working Capital mit unserem Programm „energize OMV“ massiv reduziert. Dem Markt ist erst jetzt klar geworden, welche Dimension das hatte. Letztlich haben wir die Transaktion aus dem „Free Cash Flow“ finanziert. Warum hat Statoil das Paket verkauft, wenn es so gut ist? – Statoil ist nur ein Modul in der gesamten Strategie. Man kann dieses Paket nicht isoliert betrachten. Ein wichtiger Aspekt ist das große Potenzial in der Entwicklungszusammenarbeit. Wir haben alte Felder „onshore“, wo es ist mit unserer Technologie gelungen ist, sehr viel aus diesen Reserven zu fördern. Statoil hat die Felder „offshore“. Hier können beide Seiten von einem enormen Entwicklungspotenzial profitieren. Was planen Sie mit den Erträgen aus der Nordsee? – Wir haben jetzt den Cashflow in der Nordsee investiert. Diese im Vergleich zur Libyen oder zum Jemen sicheren Erträge verwenden wir dann in drei bis vier Jahren für die teurere Offshore-Förderung im Schwarzen Meer, um das Wachstum weiter voranzutreiben. Themenwechsel. Ist das extrem billige Gas in den USA für die OMV AG ein Problem? – Nein, es ist eine sehr große Chance! Europa braucht in Zukunft mehr eigenes Gas. Dort, wo es eigenes Gas gibt, in der Nordsee und am Schwarzen Meer, haben wir uns positioniert. Und das Öl, da sind wir vom Weltmarkt abhängig. Gas gibt es auch in Österreich, Stichwort Fracking. – Wir haben es Österreich angeboten. Wir nehmen zur Kenntnis, die Bevölkerung möchte es nicht. Das Thema ist nicht kursrelevant, weil die Dimension so klein sind. Damit ist es für uns abgehakt. Abgehakt haben Sie auch Nabucco, eine schmerzvolle Niederlage? – Ich habe keine negative Reaktion am Kapitalmarkt bemerkt. Die Kosten von 300 Millionen US-Dollar sind im Vergleich zu den Beträgen, die wir in der Nordsee oder Rumänien investieren, ebenfalls nicht kursrelevant. Dazu kommt, dass wir keine PiplineFirma sind. Das wollen die Aktionäre auch nicht. Beide Themen haben eines gemein: Sie sind sehr politisch. Sie sind keiner Partei zuzuordnen. In diesen beiden Fällen ein Problem? – Ich glaube, dieses Thema wird überbewertet.


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gast kommentar Maria Fekter

Meine Devise: Eigenkapital begünstigen

BMF Ministerin Die geborene ­Oberösterreicherin, ehemalige Unternehmerin und langjährige ÖVP-Politikerin ist seit 2011 Bundesministerin für Finanzen.

Finanzministerin Maria Fekter über ihr Interesse an neuen Finanzierungsinstrumenten für Unternehmen, deren Regulierung und darüber, warum Österreich eigenkapitalfeindlich ist.

E

beim Austausch finanzieller Mittel und einen fairen Interessenausin gut funktionierender Kapitalmarkt ist der Blutkreislauf gleich. Die Gemeinschaftswährung, die Integration der Finanz- und der Wirtschaft, den wir auch weiterhin in Gang halten Kapitalmärkte in Europa, die laufende Weiterentwicklung bei Finanzmüssen, um Wohlstand und Arbeitsplätze in Österreich zu dienstleistungsprodukten und der Liberalisierungsprozess haben sichern. Unternehmen brauchen daher einen effizienteren Zugang die Effizienz der Kapitalaufbringung und -verwendung gesteigert, zu Krediten, Anleihen und Eigenfinanzierungsmitteln. Mehr als 60 stellen aber auch die Aufsichtsbehörden vor neue Aufgaben, denen Prozent der Bilanzsumme der sechs größten Banken sind Kredite, wir uns auf nationaler und europäischer Ebene mit allem Nachdruck die wiederum die wichtigste Finanzierungsform für die heimischen stellen. Beim angesprochenen Crowdfunding beispielsweise plädieUnternehmen sind. Damit es zu keiner Kreditklemme kommt, haben re ich für eine ausreichende Regulierung des Sektors. Als Minimumwir bei den neuen Eigenmittelvorschriften für Banken im Rahmen standard sehe ich hier eine geprüfte Bilanz, um sichtbar zu machen, von Basel III durchgesetzt, dass die Risikogewichtung für kleine und was das Unternehmen mit den anvertrauten Geldern macht. mittlere Unternehmen (KMU) herabgesetzt und die Obergrenze für Wir wollen die Finanzierungsmöglichkeiten von mittelständischen die begünstigte Behandlung von KMUs hinaufgesetzt wurde. Unternehmen weiter verbessern und schlagen dafür die Schaffung Wir sind auch offen für neue Instrumente, die die Eigenmittelfinaneiner an der Börse notierten Mittelstandsfinanzierungsgesellschaft zierung von Unternehmen verbessern. Ergänzende Finanzierungsvor. Dadurch kann eine neue Volksaktie entstehen, durch die Aninstrumente wie zum Beispiel „Crowdfunding“ stellen für Start-ups leger direkt an der Entwicklung und Förderung von KMUs teilhaund kleinere Unternehmen eine interessante neue Finanzierungsben können, die bisher noch keinen direkten Zugang zum Kapitalmöglichkeit dar, deren Bedeutung mit Sicherheit zunehmen wird. markt haben. So können die KMUs ihre Eigenkapitalausstattung Wir wollen die Rahmenbedingungen für innovative Finanzierungsverbessern, und der Wirtschaftsstandort und Kapitalmarkt werden instrumente verbessern und bestehende gesetzliche Hürden abgestärkt. Mit der Ernennung von Wolfgang Nolz, dem langjährigen bauen. Denn eigentlich sind die geltenden Rahmenbedingungen Sektionschef und Experten im Finanzministerium, zum Kapitaleigenkapitalfeindlich. Ich halte es für makroökonomischen Unsinn, marktbeauftragten habe ich eine SpeerFremdkapital, unter anderem Kredite, und spitze für die österreichischen Interessen nicht Eigenkapital zu begünstigen. im Finanzsektor eingesetzt – für einen In einem neuen Regierungsabkommen stabilen und gesunden Kapitalmarkt als möchte ich gern eine Abschaffung der Grundvoraussetzung für eine positive WirtGesellschaftssteuer verankern und Eigenschaftsentwicklung. kapitalzinsen steuerlich absetzen lassen. Finanzmarktteilnehmer wollen Transparenz Maria Fekter

Der Kapitalmarkt ist der Blutkreislauf der Wirtschaft.


IN GUTEN WIE

IN RAUEN

ZEITEN … ist fundierte Information das wertvollste Gut am Kapitalmarkt. Deshalb setzen die Investor Relations der Telekom Austria Group gerade auch in „rauen Zeiten“ – wie wir sie im vergangenen Geschäftsjahr gesehen haben – auf eine aktive und transparente Kommunikationspolitik. Dabei scheuen wir natürlich auch das externe Urteil nicht. Und so begrüßen wir Initiativen, die Akteure und Interessenten am heimischen Börseplatz mit qualitätsvollen Analysen und Reportagen versorgen. „Der Börsianer“ ist uns daher als neues Fachmedium für den österreichischen Kapitalmarkt willkommen. Wir freuen uns darauf, auch gute Zeiten gemeinsam zu beleuchten.

gb2012.telekomaustria.com telekomaustria.com


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ran king Die 50 wichtigsten Wirtschaftsund Finanzjournalisten Österreichs

M

ichael Nikbakhsh wurde von seinen Branchenkollegen zum wichtigsten Wirtschafts- und Finanzjournalisten des Jahres 2013 gewählt. Damit steht er in der ersten Auflage des von DerBörsianer durchgeführten Rankings der 50 wichtigsten Wirtschafts- und Finanzjournalisten Österreichs an der Spitze. Wahlberechtigt waren ausschließlich die nominierten Journalisten aus den Rubriken Print, Online, TV, Hörfunk und Agentur.

Topplatzierungen Der mehrfach ausgezeichnete Spitzenjournalist Michael Nikbakhsh (Platz 1) startet seine Karriere bei den Salzburger Nachrichten. Nach Stationen bei der Wirtschaftswoche, Trend und Format wechselte Nikbakhsh 1999 zum Nachrichtenmagazin Profil, wo er das Wirtschaftsressort leitet. Er führt eine Riege ausgezeichneter Printjournalisten an. Dahinter folgen Josef Urschitz (2) und Christian Höller (3), beide schreiben bei der Tageszeitung Die Presse. Renate Graber (4) folgt auf dem vierten Platz und sticht als beste Wirtschafts- und Finanzjournalistin heraus. Die wichtige Rolle von Qualitätsmedien in der Wirtschaft- und Finanzberichterstattung spiegelt sich im Ranking wider. Deren Vertreter konnten sich klar gegen die, Stichwort „Banker-Bashing“, oftmals kapitalmarktfeindlichen Boulvardmedien durchsetzen. Die Redaktionswertung geht mit drei Plätzen in den Top Ten des Jahr klar an Die Presse.

1. Platz Michael Nikbakhsh Profil

Rubrikensieger Insgesamt kommen 72 Prozent der Journalisten aus dem Printbereich, die für österreichische Tageszeitungen oder Magazine schreiben. Sieben Journalisten, darunter Stefan Proksch (15) von der Austria Presse Agentur und Boris Groendahl (25) von Bloomberg arbeiten bei nationalen oder internationalen Agenturen. Drei Fernsehjournalisten, darunter Christoph Varga (10) und zwei seiner ORF Kollegen, haben es in das Ranking geschafft. Keiner der nominierten Fernsehjournalisten stammt von einem privaten Fernsehsender. Nur mit jeweils zwei Nominierten sind vor allem Hörfunk und Online, trotz der starken Nutzung von Social Media und dem Internet, nicht stark repräsentiert. Einzig Robert Gillinger (6) vom Börse-Express sowie der mehrfach ausgezeichnete Blogautor Christian Drastil (16) decken den OnlineWirtschafts- und -Finanzjournalismus ab. Rubrikensieger

1. Platz Michael Nikbakhsh Profil

Print

5. Platz Michael Csoklich Ö1

Hörfunk

6. Platz Robert Gillinger Börse-Express Online 10. Platz Christoph Varga ORF

Fernsehen

15. Platz Stefan Proksch APA

Agentur

Top-5-Journalistinnen

Printmedien Mit Andreas Lampl (7), Hedi Schneid (8) und Esther Mitterstieler (9) sichern sich weitere Printjournalisten einen Platz unter den Top Ten. „Es zeigt, trotz eines schwachen Werbemarkts und sinkender Auflagen, Print lebt. Das oftmals herbeigeredete Ende des Printjournalismus liegt in weiter Ferne. Tageszeitungen und Magazine sind eine unerlässliche Informationsquelle. Die Unternehmen am Kapitalmarkt sollten sich dem auch bewusst sein“, analysiert Dominik Hojas, Chefredakteur von DerBörsianer und Organisator des Rankings.

info ranking Bewertungskriterien

Wahlberechtigt waren alle 50 nominierten Kandidaten. Diese konnten sich gegenseitig bewerten. Das Ergebnis des Rankings wurde mit dem Mittelwert aller Bewertungen berechnet und in Prozent umgewandelt. Eine Person kann maximal eine Bewertung von 100 Prozent erreichen. Bei Punktegleichheit zweier oder mehrerer Personen entscheidet die höchste Einzelbewertung. Die Kandidaten konnten keine Bewertung für sich selbst oder Kollegen abgeben.

4. Platz Renate Graber

Der Standard

Print

8. Platz Hedi Schneid

Die Presse

Print

9. Platz Esther Mitterstieler Wirtschaftsblatt Print 13. Platz Bettina Pfluger

Der Standard

14. Platz Ingrid Krawarik

Wirtschaftsblatt Print

Print

Geschlechter Fast 70 Prozent der 50 nominierten Journalisten sind männlich. Renate Graber (4) von Der Standard führt vor Hedi Schneid (8), Die Presse, und Esther Mitterstieler (9), Wirtschaftsblatt, die Liste der besten drei Damen an. Zur wichtigsten Fernsehjournalistin wurde Angelika Ahrens (19) vom ORF auf Platz 19 gewählt.

3. Platz Christian Höller Die Presse


Seitentaufe Name Medium

Rubrik

1. 78,00

Platz Punkte

Trend

Nikbakhsh Michael Profil

Print Print

2. 70,67

Urschitz Josef

Die Presse

3. 68,00

Höller Christian

Die Presse

Print

4. 66,00

Graber Renate

Der Standard

Print

5. 63,33

Csoklich Michael

Ö1

6. 58,67

Gillinger Robert Börse-Express

Hörfunk Online

7. 58,00

Lampl Andreas Trend/Format

Print

8. 58,00

Schneid Hedi

Die Presse

Print

9. 56,67

Mitterstieler Esther

Wirtschaftsblatt

Print

10. 54,67

Varga Christoph ORF

Fernsehen

11. 54,67

Kleedorfer Robert Kurier

Print

12. 53,33

Wailand Georg

Gewinn / Kronen Zeitung

Print

Der Standard

13. 53,33

Pfluger Bettina

14. 52,67

Krawarik Ingrid Wirtschaftsblatt

Print

15. 52,00

Proksch Stefan

Austria Presse Agentur

Agentur

Print

16. 51,33

Drastil Christian

Christian Drastil (Blog)

Online

17. 50,00

Bauer Franz C.

Profil / Austria Börsenbrief

Print

18. 48,67

Obermayr Volker Ö1

Hörfunk

19. 48,00

Ahrens Angelika

ORF

Fernsehen

20. 47,33

Kwauka Martin

Freier Journalist

Print

21. 47,33

Bruckberger Hans Jörg Wirtschaftsblatt

Print

22. 47,33

Kretzl Helmut

23. 46,00

Kischko Irmgard Kurier

Print

24. 45,33

Mascher Dietmar

Print

Salzburger Nachrichten Oberösterreichische Nachrichten

Print

25. 44,00

Groendahl Boris Bloomberg

Agentur

26. 43,33

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Klafl Christine Kurier

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Leban Karl

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Swietly Ernst A. Börsen-Kurier

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Ottawa Barbara

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2. Platz Josef Urschitz Die Presse

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Dem Teufelskreis entkommen Geringe Liquidität zieht schwache Analyseaktivitäten nach sich. Das verursacht ein weiteres Absinken der Liquidität. Als Folge ziehen sich Analysten zurück. DerBörsianer zeigt Wege auf, wie man dieser Abwärtsspirale entkommt und was Banken voraussetzen, damit sie eine Analyse aufnehmen. autor hans weitmayr

W

as gute Kommunikation für einen Finanzplatz ausmachen kann, weiß man an nur wenigen Orten so gut wie in Wien. Denn der Boom, den die Wiener Börse ab Mitte der 1980er-Jahre erlebte, war nicht unwesentlich auf den Rogers-Kuss zurückzuführen. Starinvestor Jim Rogers erklärte den Dornröschenschlaf des Wiener Marktes damals für beendet und empfahl, in den ATX einzusteigen.

Österreichische Unternehmen befanden sich plötzlich im Fokus internationaler Berichterstattung, Analysten und damit auch Investoren entdeckten den Markt für sich. 2002 spitzte Rogers abermals die Lippen. Er prophezeite dem Wiener Markt für die kommenden zehn Jahre die beste Performance innerhalb der EU. Bis 2006, 2007 reichten sich ausländische Analysten und Fondsmanager in Wien die Klinke in die Hand. Dieser Tage ha-


Unternehmen

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teressenvertretung österreichischer, börben Unternehmen manchmal selbst bei sennotierter Unternehmen. Der Manager heimischen Roadshows Probleme, die ortet einen „Teufelskreislauf aus schwinSitze zu füllen. Das Problem: Geringe Codender Coverage und Liquidität“. Es sei verage führt zu einem Mangel an Daten, deshalb wichtig, die Banken zu Analysen das wiederum zu einem rückläufigen Beheimischer Unternehmen zu ermuntern, kanntheitsgrad, was schlussendlich die weshalb der CIRA jährlich ein Ranking Aktienumsätze drückt. Eine Gefahr, der der aktivsten Analysebanken erstellt. Die sowohl Einzeltitel als auch der gesamte top drei bestritten 2013 in absteigender Finanzplatz ausgesetzt sind. Dazu nur Harald Hagenauer Reihenfolge Raiffeisen Centrobank, Erste eine Zahl: Lag das Handelsvolumen der Group und Kepler Cheuvreux. Wiener Börse mit österreichischen Aktien Die Möglichkeiten, die Analystenberichterstattung zu erweitern, im Jahr 2010 bei rund 72 Milliarden Euro, wurden 2012 nur noch sind allerdings enden wollend. Kapitalmaßnahmen sind eine da36 Milliarden erreicht. von, weshalb der Versicherungskonzern Uniqa Insurance Group (Uniqa) nach seiner unlängst erfolgten Kapitalerhöhung und der Alarmglocken sind losgegangen Erweiterung des Free Floats von 6,9 auf 36,7 Prozent erhöhte Chancen auf mehr Coverage hat. Bei Streubesitz und MarktkaKein Wunder, dass in den Abteilungen für Investor Relations (IR) pitalisierung handelt es sich um Kennzahlen, die von Analysten die Alarmglocken losgegangen sind. Das gilt auch für Harald genau beobachtet werden und letzten Endes in die IndexgeHagenauer, IR-Chef der Österreichischen Post AG und Vorstand wichtung fließen. des Cercle Investor Relations Austria (CIRA), der freiwilligen In-

Teufelskreis durchbrechen.

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abdecken müssen, führt zwangsläufig zu Entsprechend erfreut zeigte man sich einer qualitativen Nivellierung nach unten, an der Wiener Börse AG: „Mit den beiwas natürlich auch den Investoren auffällt. den laufenden Kapitalerhöhungen der Können diese sich auf die Datenlage nicht Uniqa und der AT&S gibt es in diesem zu hundert Prozent verlassen, werden sie Jahr bisher sieben Kapitalerhöhungen, das entsprechende Papier auch nicht handie voraussichtlich neues Kapital von deln. Wieder ein Liquiditätsverlust für den 1,5 Milliarden Euro bringen werden. GeWiener Markt. Internationales Analystenmeinsam mit dem erhöhten Streubesitz interesse lässt sich auch über ein Zweitsollte sich das positiv auf die Liquidität Birgit Kuras Listing wecken. Zuletzt hat das die Immofider Aktie und in der Folge auf die Umnanz in Polens Hauptstadt Warschau getan. satzentwicklung der Wiener Börse ausWobei der Börsenplatz sorgfältig gewählt werden will. „Die Börwirken“, sagt Birgit Kuras, Mitglied des Börsenvorstands, die sennotierung muss zur operativen Gesamtausrichtung passen“, außerdem auf einen Turnaround der Liquidität seit vergangenem erklärt der Vorstandsvorsitzende Eduard Zehetner. Ein Listing in Sommer hinweist. Deutschland hätte für die Immofinanz AG deshalb keinen Sinn. Anders liegt der Fall bei der Tochter Buwog, die in Frankfurt an In die Pflicht nehmen die Börse gehen soll. Im Rahmen der Prognosen war das Immofinanz-Listing in Warschau jedenfalls ein Erfolg: Rund zehn ProMartin Theyer, IR-Sprecher von AT&S AG, will die Analystenzent der Immofinanz-Aktienumsätze werden inzwischen über Community nicht nur mit Kapitalmaßnahmen und schönen Polen abgewickelt, ohne Liquidität aus Wien abzuziehen. Solche Worten in die Pflicht nehmen. Sein Unternehmen „zieht nur solMaßnahmen zur Popularitäts- und Liquiditätsteigerung können che Banken zu Transaktionen hinzu, deren Analysten uns auch sich allerdings nur Unternehmen mit einer gewissen Marktmacht covern“. Würde sich aus dieser Politik eine inoffizielle Plattform leisten, „weshalb das Hauptproblem beim entwickeln, hätte man einen Hebel, um Coverage für die Listings besteht, die nicht Coverage auch für kleine börsennotierzu den top 20, top 23 gehören. Dort wird te Unternehmen durchzusetzen, meint es dann schnell dünn“, erklärt Hagenauer. Theyer. Denn einmal mehr existiert ein Diesen Unternehmen bleiben in der Regel Teufelskreis: Die geringe Liquidität genur zwei Wege: ähnlich wie AT&S AG die neriert zu wenig Umsatz. Das macht die Hausbank in die Pflicht zu nehmen oder Coverage wiederum für die Bank unprofür das Coverage zu zahlen. Diese Praxis fitabel. ist umstritten und wird dem Vernehmen Was den IR-Manager außerdem stört: Imnach auch nicht besonders gut angenommer mehr Banken lagern ihre Analyseabmen. Marktbeobachter gehen davon aus, teilungen aus. „Damit können Sie die Undass ein Bericht mit 16.000 bis 30.000 Euro ternehmen gar nicht mehr so gut kennen. zu Buche schlägt. „Eine Summe, die die Das ist negativ für den Finanzplatz.“ Alles Teilnahme am Kapitalmarkt noch weiter das plus der Tatsache, dass immer weniverteuert“, wie Hagenauer zu bedenken ger Analysten immer mehr Unternehmen

Kapitalerhöhungen wirken positiv.

Börsenplatz sorgfältig wählen. Eduard Zehetner

info wissen CIRa

Der Cercle Investor Relations Austria (CIRA) wurde 1991 als freiwillige Interessengemeinschaft und -vertretung von börsennotierten Unternehmen ins Leben gerufen. Die Mitglieder setzen sich primär aus den Investor-Relations-Verantwortlichen der Unternehmen, aber auch aus Finanzvorständen und Vor-

standsvorsitzenden zusammen. Derzeit umfasst der CIRA insgesamt 61 ordentliche und 22 außerordentliche Mitglieder. Die ­Mitgliedsunternehmen machen zirka 85 Prozent der gesamten Kapitalisierung und rund 90 Prozent des gesamten Umsatzes der www.cira.at Wiener Börse aus. 


Unternehmen

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te Voraussetzung sieht der Analyst eine intakte Wachstums­ story. „Werden diese drei Voraussetzungen erfüllt, dann kommt das Coverage von selbst.“ Klar bleibt vor diesem Hintergrund, dass IR-Initiativen zur Erhöhung des Coverage österreichiDie Voraussetzungen der Bank scher Aktien den aktuellen Trend wohl nur bremsen, nicht aber umkehren können. „Transparenz“ ist aber auch für die andeKonsequenterweise stellen die Akteure re Seite das Zauberwort und für Friedrich Friedrich Mostböck an sich selbst Forderungen, Faktisches zu Mostböck, Chefanalyst der Erste Group schaffen, um die Berichterstattung zu inBank AG, die wichtigste Voraussetzung tensivieren. Während die Wiener Börse einen der Hauptschlüssel dafür, dass auch kleinere Unternehmen ins Analyseuniversum in Kapitalschritten wie eben in dem der Uniqa Insurance Group eintreten können. Prinzipiell sieht die Bank einen Tagesumsatz AG sieht, wird sie selbst immer wieder an ihr Gebührensystem von 500.000 Euro als unterste Grenze für eine sinnvolle Aufnahme. erinnert. Einhellig ergeht der Wunsch an die Politik, potenzielle Ausnahmen könnten aber erfolgen, wenn neben einer „absoluten Incentives wie die Zukunftsvorsorge nicht wie geschehen wieder Offenheit in der Kommunikation des Geschäftsverlaufes“ auch zurückzufahren. Steuerliche Belastungen wie die Finanztransak„ein Commitment für den Kapitalmarkt besteht“. Sprich: Es muss tionssteuer sollten vermieden werden. Reformen tun im regulatoein ernst zu nehmender Streubesitz vorhanden sein. Wenn der bei rischen Umfeld jedenfalls not. Die neue Regierung hat fünf Jahre zehn Prozent liege, müsse man auch bei einem größeren UnterZeit, solche anzudenken. Und umzusetzen. nehmen bezweifeln, dass es die Aktionäre ernst nimmt. Als drit-

gibt. Immerhin ist aber insofern für Transparenz gesorgt, als bezahlte Analysen von den betreffenden Banken auch als solche ausgeschildert werden.

Das Zauberwort heißt Transparenz.

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HYPO NOE Gruppe: Seit 125 Jahren die Bank an Ihrer Seite

D

ie HYPO NOE Gruppe ist ein solider und kompetenter Partner von Gemeinden, öffentlichen Institutionen und Leitbetrieben. Durch innovative Finanzierungslösungen und fundierte Beratung leistet sie einen wertvollen Beitrag zu Wachstum und Wertschöpfung der Kernregion NÖ und Wien, aber auch darüber hinaus. Heuer feiert die HYPO Niederösterreich ihren 125. Geburtstag! Die HYPO NOE Gruppe gehört traditionell auch zu den führenden österreichischen Pfandbrief-Emittenten. Als regulärer Issuer in diesem Segment bereits bekannt, konnte der Bankkonzern im ersten Halbjahr 2013 eine Debüt-Emission im Senior UnsecuredFormat platzieren, welche von Standard & Poor’s mit A/negativ gerated ist. Mit der EUR 500 Mio. Benchmark-Emission

hat man sich auch als stark nachgefragter Emittent am Senior Unsecured-Markt präsentiert und konnte dieses Segment als erste österreichische Hypothekenbank des Hypothekenbankensektors wiedereröffnen. Im Konzernverbund mit HYPO NOE Leasing und HYPO NOE Real Consult ist die HYPO NOE Gruppe Bank der kompetente Partner für Immobilien und öffentliche Finanzierung in Österreich und selektiv auch international. Im Vorjahr wurde beispielsweise das erste Facility Management-Unternehmen Österreichs – die nunmehrige HYPO NOE First Facility – für einen weiteren Ausbau der Immobilienkompetenz übernommen. Heuer wurde die HYPO NOE Immobilienmanagement gegründet, die sich auf den Kauf, Verkauf und die Vermietung von Immobilien spezialisiert hat.

Das HYPO NOE Gruppe-Vorstandsteam: Dr. Peter Harold (re.) und Mag. Nikolai de Arnoldi.

info fakten HYPO NOE Gruppe (Konzern)*:

Bilanzsumme: EUR 14,1 Mrd. Kernkapitalquote:  12,9% Eigenmittelquote:  17,0% Rating (S&P): A/negativ/A-1 Mitarbeiterstand:  886 Eigentumsverhältnisse: 100 % Land NÖ *per 30.06.2013 www.hyponoe.at


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Die Unschärferegelung Wer, was, wann, wie? Das AIFM-Gesetz zur Regelung alternativer Investmentfonds wirft viele Fragen auf. Wie das neue Regelwerk von der heimischen Fondsbranche und Fachexperten beurteilt wird. autor Lukas Sustala

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Paragrafen sorgen gerade in der heimischen Finanzbranche für rauchende Köpfe und bei den Fondsgesellschaften für emsige Projektteams. Seit 22. Juli 2013 ist das Alternative-Investmentfonds-Manager-Gesetz (AIFMG) in Kraft. Es ist dies ein Ergebnis der großen Lehren aus der Finanzkrise. Künftig sollen Konsumenten besser geschützt werden und das Risikogebahren und die Bezahlung vieler Fonds einem strengeren Regime unterworfen werden. Damit sorgt das AIFMG für neue Spielregeln beim Verwalten von alternativen Investmentfonds, es betrifft aber auch die heimischen Akteure, die eher mit klassischen Misch-, Aktien- oder offenen Immobilienfonds ihr Geschäft machen.

Regelwerk als Fehlkonstruktion Diese Unschärfe liegt an der grundlegenden Konstruktion von AIFMG. Das Gesetz

regelt im Unterschied zu anderen nicht die Produkte, sondern die Manager. Und es basiert nicht auf einer genauen Definition von „Alternativ“, sondern auf einer Negativbestimmung. Ein Alternativer Investmentfonds-Manager ist nach AIFMG jeder, der nicht nach UCITS (Undertakings for Collec­ tive Investment in Transferable Security) registrierte Fonds verwaltet. Alles, was nicht unter die EU-Fondsrichtlinie UCITS fällt, fällt also unter AIFMG. „Negative Definition sind natürlich immer sehr breit“, lautet die Warnung von Stefan Haslinger, Berater und Mitglied des Vorstands bei KPMG. „Und deshalb ist es sehr unklar, wie groß der Bereich der AIFM wirklich ist.“ Die Konsequenz: Nicht nur Hedge- und Private-Equity-Fonds, die mit der Richtlinie im Visier waren, sind betroffen, sondern auch eine Reihe von anderen Gesellschaften, die Kapital von Anlegern sammeln und es nicht operativ, also etwa klassisch für den Bau einer Fabrik, nutzen, fallen unter das

AIFMG. Das betrifft geschlossene Fonds genauso wie offene Immobilienfonds, aber vielleicht auch die börsennotierten Immobilien-AGs. Auch Zukunftsvorsorgefonds fallen unter AIFMG. „Die werden plötzlich erfasst, obwohl ursprünglich Hedgefonds im Fokus standen“, kritisiert Mathias Bauer, Vorstandschef der Raiffeisen KAG im Gespräch mit DerBörsianer. Die Konsequenzen der Einstufung als AIFM sind groß: Risikomanagement, Kapitalvorschriften und Dokumentation werden anders geregelt, auch die Vergütung der Fondsmanager. „Die Regelungen sind nicht aus einem Guss“, sagt Bauer. Denn für wesentliche Teile des Geschäfts der Fondsgesellschaften kommen künftig gleich mehrere Regelwerke nebeneinander zur Anwendung. So sind Spezialfonds im Investmentfondsgesetz geregelt, künftig aber auch im AIFMG. „Bei der Schnittmenge der Spezial- und offenen Immobilienfonds haben wir künftig manchmal sogar widersprechende


Fonds

info grafik

Investmentfonds

Spezialfonds Offene Immobilienfonds

geregelt durch InvFG Imm-InvFG

geregelt durch UCITS

Regulierungsbereiche des AIFMG UCITS + InvFG

Private Equity Risikokapital AIFMG

oder zumindest nichtharmonisierte Regelungen.“ Doch die Schnittmenge ist nicht etwa ein Spezialthema, betont Bauer. „Bei der Raiffeisen-KAG betrifft es knapp 60 Prozent des Geschäfts.“ Im Branchenschnitt rechnet Bauer mit knapp 50 Prozent Anteil. Bei Spezialfonds ändern sich etwa die Publikationsvorschriften, obwohl sie oft nur einen einzigen Investor haben. Auch bei der Aufgabe der Bewertung von Fonds könnte es künftig Konfliktpotenzial geben. „Wer ist für die Bewertung zuständig? Depotbank oder Manager? Das ist künftig nicht mehr klar“, beklagt Bauer und hofft, dass Fragen wie diese in kommenden Runden mit der Finanzmarktaufsicht geklärt werden können. „Viele Dinge sind noch im Fluss.“ Tatsächlich sehen die einzelnen Regelwerke, von UCITS bis AIFMG, Unterschiedliches in den Bereichen von Vergütung oder Vertrieb vor, etwa unterschiedliche Risikoklassifikationen der möglichen Anleger. „Da muss man noch vieles begradigen“, erwartet Bauer. Ein Schmankerl aus dem Regeldschungel betrifft die Vergütung. Es gilt als inter-

Geschlossene Fonds Hedgefonds

nationaler Konsens, dass Finanzinstitute künftig bei der Bezahlung ihrer Mitarbeiter deutlich strengere Regeln erfüllen müssen. Im Kern geht es darum, die Interessen von Kunden und der Finanzbranche in Einklang zu bringen. Statt kurzfristig ausgeschütteter Boni etwa werden Fondsanteile ausge-

zahlt, die mehrere Jahre gehalten werden müssen. Weil aber die KAGs in Österreich auch eine Banklizenz haben, betreffen sie womöglich drei verschiedene Vorschriften bezüglich der Vergütung.

David, Goliath und AIFMG Doch die Kosten der neuen Richtlinie sind nicht gleichmäßig verteilt. „Viele kleine Anbieter werden sich schwer tun“, so der Tenor aus der Branche. Das gilt genauso für klassische Fondsgesellschaften wie Risikokapitalgeber oder Verwalter geschlossener Fonds. „Für die Kleinen ergeben sich Riesenprobleme aus dem Gesetz“, sagt Rolf Majcen, Mitglied der Geschäftsführung bei FTC Capital und dort für Legal zuständig. Zwar sieht das Gesetz für kleine Fondsmanager Ausnahmen vor. So müssen sich jene Manager, die weniger als 500 Millionen Euro verwalten, nur registrieren, nicht jedoch konzessionieren. Wenn eine Hebelfinanzierung zum Einsatz kommt, fällt der Grenzwert auf 100 Millionen. Bei dieser „Regulierung light“, wie es Jurist Majcen

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nennt, kommen die Manager in den Genuss eines eingeschränkten Aufsichtsregimes, müssen neben der Registrierungspflicht nur gewissen Informationspflichten nachkommen. Aber die Registrierung habe einen „Riesennachteil“, warnt Majcen: „Es gibt keine Möglichkeit zum Retailvertrieb, das ist für viele ein Rieseneinschnitt, und einen EUPass gibt es ohne die vollwertige Konzession auch nicht.“ Damit ist auch der Vertrieb an institutionelle Investoren in anderen EU-Staaten unmöglich. Überhaupt ortet Majcen, dass „die derzeitige Rechtslage dem kleinen Manager gar keine Vertriebsmöglichkeiten“ gebe. Auch Bauer rechnet damit, dass AIFMG „tendenziell die Kleinen aus den Märkten drängt“. Zwar sei der administrative Aufwand auch für eine Gesellschaft der Größe der Raiffeisen-KAG „herausfordernd“, doch immerhin verwaltet sie aktuell 26,6 Milliarden Euro. Ohne gewisses Volumen seien aber hohe Anforderungen an Risikomanagement und Dokumentation kaum zu stemmen.

Der Umstieg fällt schwer Angesichts der bereits bestehenden Gesetze wie etwa des Investmentfondsgesetzes „ist der Sprung zu AIFMG aber nicht so weit“, gibt Majcen zu bedenken. „Schwieriger ist das für die Kleinen, die bislang außerhalb des Fondsgeschäfts waren, etwa Immobiliengesellschaften oder Risikokapitalfonds. Die müssen jetzt komplett umstellen und neue Strukturen aufbauen.“ Hinzu komme, dass viele Unternehmen gar nicht wissen, ob sie überhaupt als AIFM einzustufen sind, warnen Berater und Anwälte. Das kann schwerwiegende Konsequenzen haben. Wenn sich ein Immobilienunternehmen zum Beispiel auf die Konzessionierung nach AIFMG monatelang vorbereitet, allerdings von der Finanzmarktaufsicht (FMA) im Zuge des Verfahrens nicht als Alternativer Manager eingestuft wird, bleibt es auf hohen Kosten sitzen. „Ob ich eine GmbH bin oder einen Fonds verwalte, bedeutet die völlige Umstellung des Rechnungswesens“, schätzt etwa Alexander Cserny, Steuerexperte von KPMG. Im anderen Fall, dass ein Unternehmen nicht um eine AIFM-Konzession ansucht,

auf die Prüfung im Einzelfall. „Es gibt wenige Antworten, Fragen haben wir selber“, kritisiert Stefan Haslinger allerdings. Er unterstreicht, dass neben der Definitionsunschärfe keinerlei angemessene Übergangsbestimmungen gewährt werden.

Steuerliche Fragezeichen

Für Kleine ergeben sich Riesenprobleme. Rolf Majcen

dies laut Einschätzung der FMA aber tun müsste, liegt für Christoph Leitgeb, Anwalt für Kapitalmarktrecht bei Doralt Seist Csoklich, die Krux. Denn das AIFMG sieht bei Nichtbeachten und -einhalten der Regelungen Strafen vor. Das geht etwa bis zu einem Tätigkeitsverbot und Geldstrafen bis 100.000 Euro. „Die Kombination aus Unsicherheit und Strafandrohung ist ein massives Problem.“ Das Problem wird zusätzlich noch verschärft: Denn Feststellungsbescheide sind nicht möglich. Ob jemand wie eine Immobilien-AG unter das Alternative-Investmentfonds-Manager-Gesetz fällt, werde in jedem Einzelfall geprüft, heißt es voseiten der FMA. Die Finanzmarktaufsicht hat nach der Gesetzeswerdung zum AIFMG eine Sammlung von Fragen gestellt und hierzu Antworten gegeben. Doch bei einigen dieser Antworten verweist sie lediglich

Wenige Antworten, aber viele Fragen. Stefan Haslinger

Auch steuerlich bleibe so manche Frage offen, betonen sowohl Wirtschaftsprüfer als auch Anwälte. „Es könnte passieren, dass AIFM, die bereits Fonds verwaltet haben, plötzlich in ein neues Steuerregime rutschen“, warnt Leitgeb. Das passiert so: Alternative Investmentfonds sind von der Rechtsform unabhängig. Daher könnten den Managern alte Steuergrundsätze der Rechtsform abhandenkommen. So werden bei Fonds „ausschüttungsgleiche“ Erträge herangezogen. Selbst wenn der Anleger seine Einkünfte noch nicht bekommen hat, werden sie besteuert. Überhaupt würde die Umstellung auf die Fondsbesteuerung für Immobiliengesellschaften schwerwiegende Änderungen mit sich bringen, etwa weil Aufwertungsgewinne anders zu behandeln wären. Ein anderer Fall betreffe zum Beispiel Fonds, die in Gold investieren, wie Thomas Wilhelm betont, Partner bei Ernst & Young. Denn auch nach Einführung der Vermögenszuwachssteuer vulgo WertpapierKESt. sind Goldverkäufe nach der einjährigen Spekulationsfrist steuerfrei. Ungewiss sei aber, so Wilhelm, ob bestimmte Edelmetallfonds aufgrund von AIFMG diese Freiheit teilen können oder nicht. „Die Frage ist, ob gewisse Edelmetallfonds auch steuerfrei werden, weil der direkte Kauf steuerfrei ist.“ Die vielen Fragen werden spätestens am 22. Juli 2014 beantwortet sein. Dann läuft die Übergangsfrist für das AIFMG aus. Bis dahin müssen alle Manager von alternativen Investmentfonds um ihre Konzessionen angesucht haben. Die heimische Finanzmarktaufsicht wird spätestens dann Farbe bekennen und Antworten geben müssen: mit allfälligen Bescheiden und Entscheidungen. Je früher die Aufsicht dem Klärungsbedarf, den Rechtsanwälte, Berater und Branche orten, nachkommt, desto besser. www.derboersianer.com/aifmg


Banken

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gast kommentar

„Land der Berge“ gilt auch für die Banken Österreichs Willibald Cernko, Vorstandsvorsitzender der Bank Austria, über die „Belastungsrucksäcke“ von österreichischen Banken sowie deren Auswirkungen auf den Wettbewerb und die Standortpolitik.

Willibald Cernko UniCredit Bank Austria AG Vorstandsvorsitzender Aufgewachsen ist der langjährige ­Spitzenbanker in der Steiermark. Seit 2009 Vorstands­vorsitzender der ­UniCredit Bank Austria AG und unter anderem auch Präsident des ­Verbands Österreichischer Banken und Bankiers sowie Aufsichtsratschef der Wiener Börse AG.

S

nanzierungskosten. In Summe also ein Mehr an Belastungen von eit der Pleite von Lehman Brothers ist die Welt eine andere. fast sechs Milliarden Euro pro Jahr. Dem stehen die Gewinne der In den vergangenen Jahren wurden Rahmenbedingungen Banken gegenüber: Im Zeitraum 2004 bis 2012 haben alle Banken geschaffen, die Banken in immer engere Bahnen zwingen. zusammen im Schnitt 3,6 Milliarden Euro nach Steuern pro Jahr Es gibt eine Rückbesinnung auf das Kerngeschäft der Banken, ihr verdient – davon allerdings fast zwei Drittel, das sind 2,3 Milliarden Geschäftsmodell wird viel stärker hinterfragt. Zudem wird massiv Euro, in Zentral- und Osteuropa und nur knapp mehr als ein Drittel, über das Risiko gesprochen. Das hat dazu geführt, dass sich inin Summe 1,3 Milliarden Euro, in Österreich. ternational die Spreu vom Weizen getrennt hat. Für uns und die Die Politik hat sich in den vergangenen Jahren dazu entschlossen, meisten Mitbewerber auf dem österreichischen Markt nehme die Systemspielregeln zu ändern. Alle Banken haben dementspreich in Anspruch, dass wir immer Kundenbanken waren und sein chend Kapital aufgebaut, alle steuern die Liquidität konservativer. werden. Ich habe daher mit der Debatte „hier Realwirtschaft, dort Wir gehen einheitlichen Spielregeln bei der Bankenaufsicht in EuFinanzwirtschaft“ meine Probleme. Denn wir sind so miteinander ropa entgegen. Es wurden wichtige Schritte in Richtung Restrukverbunden, dass wir nur gemeinsam gewinnen können. turierung und Abwicklung von Banken gesetzt, die Banken samNeu ist, dass seit der Krise die Banken zwischen zwei gigantische meln in einem Fonds dafür Geld an, bis hin zu einer europäisch Mahlsteine geraten sind, die sie vor gewaltige Herausforderungen einheitlichen Architektur für die Einlagensicherung. stellen: einerseits vor einen Markt mit einem Niedrigszinsumfeld, Jetzt geht es darum, die Disziplin aufzubringen, diese Prioritäten Fundingkosten und schwacher Konjunktur und andererseits die auch tatsächlich Punkt für Punkt abzuarbeiten, um damit nachhalneuen Regularien und zusätzlichen Steuerbelastungen. Der wetig in Systemprävention zu investieren und nicht kurzfristig Budsentliche Unterschied zu der Situation vor der Krise liegt für die getlöcher zu stopfen. Ich meine etwa die unverhältnismäßig hohe Banken im immer schwerer wiegenden „Belastungsrucksack“ aus Belastung durch die Bankenabgabe, die in Österreich vom Betrag regulatorischen Zusatzkosten sowie aus Steuern und Abgaben. her in etwa jener in Deutschland entspricht. Allerdings ist der deutFür den österreichischen Bankensektor ist dieser Belastungsrucksche Bankensektor an der Bilanzsumme gemessen siebenmal so sack kaum noch zu stemmen: Allein die Basel-III-Kosten fallen in groß wie der österreichische. Mit einem den kommenden Jahren mit geschätzten 100-Kilo-Rucksack schafft es auch der fit3,9 Milliarden Euro pro Jahr ins Gewicht. teste heimische Bergsteiger auf keinen Dazu kommen noch weitere zwei MilliarGipfel, während internationale Kollegen mit den Euro pro Jahr aus Zusatzbelastungen vergleichsweise leichtem Gepäck überhodurch Bankenabgaben, Transaktionslen. Das ist nicht zuletzt eine Frage fairen steuern, Kosten für ein reformiertes EinWettbewerbs und kluger Standortpolitik. lagensicherungssystem und höhere FiWillibald Cernko

Belastungsrucksack ist kaum zu stemmen.


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börsen wetter

Year To Date Trends der Weltbörsen

Positive Performance (YTD) Negative Performance (YTD)

Toronto (TSX) 12 787,19 | 2,84 % New York (DJIA, NASDAQ) 15 129,67 | 15,46 % 3 771,48 | 24,90 %

rohstoffe Rohstoff

Kurs

Gold

YTD% Währung

1328,26 –20,02 % USD

Silber

21,68 –28,09 % USD

Platin

1398,25

–7,99 % USD

727,90

3,84 % USD

Aluminium 1830,00

–3,17 % USD

Palladium Uran Nickel

Mexiko-Stadt (IPC) 40 185,23 | –8,06 %

35,25 –18,97 % USD 13955,00 –18,68 % USD

Blei

2117,00

–9,61 % USD

Zink

1918,00

–7,07 % USD

Zinn

23350,00

–0,23 % USD

WTI Öl

102,33

11,45 % USD

Brent Öl

108,40

–2,56 % USD

Erdgas

3,56

6,24 % USD

Mais

4,42 –36,77 % USD

Baumwolle

0,87

16,06 % USD

Kepler Cheuvreux

Kaffee

1,14 –20,93 % USD

Chefanalyst Österreich

Weizen

6,79 –12,79 % USD

Zucker

Welt (MSCI WORLD) 1 543,67 | 16,17 % Europa (EURO STOXX 50) 2 893,15 | 9,76 %

Thomas Neuhold

São Paulo (IBOVESPA) 52 338,19 | –14,13 %

0,17 –10,40 % USD

Milch

18,12

Reis

15,13

1,82 % USD

Lebendrind

1,28

–1,62 % USD

Sojabohnen

12,83

–9,59 % USD

1,00 % USD

Sojaöl

0,41 –16,94 % USD

Orangensaft

1,31

11,50 % USD

„Meine aktuellen Kaufempfehlungen lauten Österreichische Post, CA Immobilien, Immofinanz und RHI. Meine Verkaufsempfehlungen sind Verbund und Wienerberger.“

Quelle: IDMS, präsentiert von

Stefan Maxian Raiffeisen Centrobank AG, Chefanalyst

Mehr finden Sie unter www.derboersianer.com/indizes

„Meine Tops sind derzeit OMV, Österreichische Post, RHI, CA Immobilien und Flughafen Wien. Zu den Flops gehört für mich Wienerberger.“


Weltindizes

London (FTSE 100) 6 462,22 | 9,57 %

Moskau (RTS) 1 424,80 | –7,20 %

Frankfurt (DAX) 8 594,40 | 12,90 % Paris (CAC 40) 4 143,44 | 13,80 %

Warschau (WIG 20) 2 391,53 | –7,41 %

Wien (ATX) 2 528,45 | 5,30 %

Schanghai (SHCOMP) 2 174,66 | –4,16 %

Zürich (SMI) 8 022,60 | 17,59 %

Tokio (NIKKEI 225) 14 455,80 | 39,06 %

Istanbul (ISE 100) 74 486,56 | –4,71 %

Hongkong (HANG SENG) 22 859,86 | 0,85 % Friedrich Mostböck

Mumbai (SENSEX) 19 379,77 | –0,24 %

Erste Group Bank AG Chefanalyst

Singapur (STI) 3 167,87 | 0,32 % „Aktuell spreche ich für ­Immo­finanz, OMV, Strabag und Vienna Insurance Group eine Kaufempfehlung aus. Verkaufen würde ich Wienerberger.“

Michael Sieghart Wiener Privatbank SE, Geschäftsführender Direktor

„Meine derzeitigen Kaufempfehlungen sind CA Immobilien, Kapsch Trafficcom, Andritz. Zu einem Verkauf rate ich bei Wienerberger, Zumtobel und Wolford.“ Johannesburg (JALSH) 44 031,83 | 12,18 %

Sydney (ASX 100) 4 325,60 | 13,21%

Neue Geldpolitik vor uns? Seit Jahren bestimmt die Geldpolitik, vor allem jene der USA, die Entwicklung an den Finanzmärkten. Dies wurde durch das Kommunikationschaos rund um das Ende des Anleihekaufprogramms der Fed wieder sehr deutlich. Dies hat uns auch vor Augen geführt, dass die Idee der „Forward Guidance“ nicht wirklich überzeugen kann. Wie will die Zentralbank die Investoren auf mittlere Sicht „führen“, wenn sie es nicht einmal auf zwei Monate kann. Im Grunde gewinnt man mit „Forward Guidance“ nichts, denn wir wuss-

ten schon bisher, dass die Fed oder eine andere Zentralbank ihre Politik strafft, wenn Inflationsgefahren drohen. Sie würde extrem unglaubwürdig, wenn sie es nicht täte, nur weil diese Gefahren etwas schneller kamen, als sie vermutete. Wir müssen daher davon ausgehen, dass wir auch in den nächsten Monaten, wenn nicht sogar in Jahren mit der Volatilität am Anleihemarkt rechnen müssen. Am Ende werden wir aber auf Jahresfrist erkennbar höhere Renditen am Anleihemarkt sehen.

Stefan Bruckbauer UniCredit Bank Austria AG Chefvolkswirt

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Milliardenpoker in der Grauzone Wertpapiergeschäfte unter Ausschluss der Öffentlichkeit graben Börsen das Wasser ab. DerBörsianer zeigt, mit welchen Dark Pools die Wiener Börse im Clinch liegt und welche Dimension der Handel auf intransparenten Plattformen hat. autor Robert Winter

S

ie gelten als nicht kontrollierbar, als unkontrolliert und systemrelevant. Sie werden als ernste Bedrohung für das Finanzsystem eingestuft. Sie sorgen dafür, dass Wertpapiertransaktionen unter Ausschluss von Publizität abgewickelt werden. Die Rede ist von Dark Pools. Dabei handelt es sich um bank- oder börseninterne Plattformen für den Handel mit Finanzprodukten außerhalb des offenen Börsenhandels. Die Nutzer können sicher sein, dass die Anonymität gewahrt bleibt und dass die Kosten deutlich geringer sind als beim regulierten Börsenhandel. Noch dazu können Wertpapieraufträge intern abgestimmt werden, was Anbietern am geregelten Markt verschlossen bleibt. Die Aktivitäten der auch als Schattenbanken bezeichneten Dark Pools führten dazu, dass die Lücke zwischen offiziellen Börsenumsätzen und tatsächlichem Handelsvolumen laufend größer wird. Constantin Veyder-Malberg, Vorstand der Capital Bank: „Akteure, die Dark Pools nutzen, bleiben im Dunklen und können große Blöcke handeln, ohne dass dies publik wird. Es gibt zwar bereits jetzt eine Verpflichtung zur Nachhandelstransparenz. Aber bislang werden die Preisinformationen nicht zentral verwaltet.“ Aber ist die Kritik gegenüber Dark Pools berechtigt? Geht von den Aktivitäten der Handelsplattformen tatsächlich eine ernste Gefahr aus? Und welche Dark Pools offerieren Transaktionen mit Österreich-Aktien?

Wolfgang Matejka, Chef von Matejka & Partner Asset Management, redet nicht lang um den heißen Brei herum: „Ich glaube, dass Dark Pools in Wirklichkeit hauptsächlich eine Tradinglandschaft der Banken für Banken sind. Es gibt keine explizite Berichtspflicht, was unter anderem Short-Geschäfte vereinfacht. Es müsste möglich sein, Pflichten einzuführen, die die Befürchtung entkräften, dass die Nutzung solcher Plattformen nicht doch eine Einladung zum Short-Gehen ist. Denn solange keine offizielle Stelle weiß, wer der Handelsteilnehmer ist, ist eine Umgehung von Regularien denkbar.“

Boom in der Schattenzone Wie groß der Handelsanteil von Dark Pools ist, lässt sich nicht seriös beantworten.

Handel großer Blöcke ohne Publizität. Constantin Veyder-Malberg

Dass deren Anteil am Kuchen der Handels­ umsätze erheblich gestiegen ist, gilt aber als unumstritten. So weist Markus Koch, Börsenreporter des Nachrichtensenders n-tv, darauf hin, dass der Boom von Dark Pools in den USA ungebrochen ist und mittlerweile rund 40 Prozent des US-Aktienhandels unter Ausschluss von Privatanlegern in der Schattenzone getätigt werden, während der Anteil im Jahr 2008 nur bei 13 Prozent lag. Laut Thomson Reuters ist auch der Marktanteil von Dark Pools am europäischen Aktienhandel weiter gestiegen und erreichte im vergangenen August 10,5 Prozent. Dass der Anteil in der Praxis deutlich höher sein kann, lässt sich aus den von BATS Chi-X Europe publizierten Zahlen ermessen. Das Unternehmen untersteht als Betreiber eines multilateralen Handelssystems MTF der britischen Finanzmarktaufsichtsbehörde FSA und deckt den Handel ab, der den Transparenzverpflichtungen von MiFID I gerecht wird. Zusätzlich fungiert die Plattform als Dark Pool. Dass das Geschäft floriert, zeigen die von BATS Global Markets publizierten Zahlen. Laut diesen Angaben betrug der Marktanteil im September beim FTSE-100-Index etwa 30 Prozent. Etwas geringer war der Anteil beim deutschen DAX. Jener von ATX-Aktien, die seit 2008 in das Handelssystem integriert sind, erreichte etwa 15 Prozent. Investor-Relations-Manager von heimischen börsennotierten Aktiengesellschaften


Börsen

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Übernahmen startete das Unternehmen als melden sogar noch höherer Werte. Die tatInstinet Chi-X Europe im Jahr 2006 in Eusächliche Umsatzverteilung ist ihnen selbst ropa durch und stieg in nur fünf Jahren zur nicht genau bekannt, die meisten schätzen bedeutendsten Trading-Plattform auf. 2007 aber den Anteil der Umsätze, die von außeränderten sich die Eigentümerverhältnisse halb der Wiener Börse kommen, bereits auf erneut, nachdem Instinet von der Nomura mehr als 50 Prozent, Tendenz steigend. Group übernommen wurde. Heute offeriert Birgit Kuras, Vorstand der Wiener Börse AG: Instinet Leistungen für weltweit 64 Aktien„Ein ursprüngliches Ziel der EU-Reguliemärkte, darunter auch für Österreich. rung MiFID I bestand darin, den OTC-UmWelche Rolle Finanzinstitutionen spielen, satz auf Handelsplattformen namens MTF illustriert das Beispiel der multilateralen zu bringen.“ Im Gegensatz zur ursprüngliHandelsplattform Turquoise. Bei der Grünchen Intention verlagerte sich jedoch imdung im Jahr 2006 saßen neun namhafte mer mehr Umsatz von den Börsen auf die Banken an einem Tisch. Darunter Citi, CreMTFs, das sind Multilateral Trading FaciliBirgit Kuras dit Suisse, Deutsche Bank, Goldman Sachs, ties, anstatt den OTC-Anteil zu verringern. Merrill Lynch oder UBS. 2007 kamen BNP Kuras: „Börsen erfüllen im Gegensatz zu Paribas und Société Générale hinzu. Wie bei anderen HandelsplattMTFs deutlich mehr Aufgaben, so ist etwa ein Börsengang nur an formen ist auch das System von Turquoise bipolar ausgerichtet. einer Börse möglich. Begonnen hat die Verschiebung an den BörEs ist eine Mischform einer offenen Handelsplattform und eines sen in Großbritannien und Deutschland. In weiterer Folge waren Dark Pools. Auf beiden Ebenen werden die 300 liquidesten euroauch kleinere Aktienmärkte wie Österreich betroffen.“ päischen Aktien gehandelt. Im Dark Pool stehen zusätzlich rund 1.200 Wertpapiere zur Auswahl. Darunter auch Aktien aus ÖsterKontrahenten der Wiener Börse reich, Deutschland, UK und der Schweiz. Worum es beim Wertpapierhandel in der Grauzone im Kern geht, Die Kreation von Dark Pools ist nicht gerade der letzte Schrei. So weist das im April 2001 gegründete Handelsnetzwerk Liquidnet auf geht die Gründung von Instinet, eine jener Plattformen, die der seiner Homepage aus. Da steht geschrieben: „Institutionen, die bei Wiener Börse das Wasser abgräbt, auf 1969 zurück. Nach mehreren

Mit MiFID II droht weiteres Ungemach.

ADVERTORIAL

HighTech mit Weitblick

AT&S

steigt in die Produktion von IC-Substraten ein. Das vergrößert das Produktangebot im High-End Bereich und sichert das Wachstum des Unternehmens. Im börsennotierten Technologieunternehmen AT&S beweist man Weitblick: Um auch langfristig das Wachstum sicherzustellen, steigt der Leiterplattenhersteller in die Produktion von IC-Substraten ein. Das verändert die Wertschöpfungskette entscheidend – IC-Substrate dienen der Verbindung von Halbleitern mit der Leiterplatte. Der Produktion wird im derzeit in Bau befindlichen Werk in Chongqing, China, erfolgen. Der Erlös (rund EUR 100 Mio.) aus der am 4. Oktober 2013 erfolgreich abgeschlossenen AT&S Kapitalerhöhung soll vorwiegend für diese Expansion verwendet werden. Wie angekündigt sind erste Umsätze in dem neuen Geschäftssegment für das Jahr 2016 geplant.

AT&S Austria Technologie & Systemtechnik AG, ISIN AT0000969985

Profitabler Kern Parallel zum Aufbau des IC-SubstrateGeschäftes liegt die Aufmerksamkeit der AT&S-Gruppe auf der profitablen Weiterentwicklung des Kerngeschäftes. Das Unternehmen setzt auf die Technologieführerschaft im Bereich der hochwertigen Leiterplatten – hochinnovative Produkte sichern

den Vorsprung vor der asiatischen Konkurrenz.„Die Hightech-Produktion in China im Verbund mit unserer Innovationskraft und europäischer Governance sind unsere Wettbewerbsvorteile, um sich auf einem asiatisch dominierten Markt zu behaupten“, sagt CEO Andreas Gerstenmayer.

Hightech-Produktion ist unser Wettbewerbsvorteil.


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100.00

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Inlandsvolumen in Prozent

Börsenumsatz

OTC-Umsatz

80.00 60.00 40.00

08/26/2013

07/26/2013

06/18/2013

05/31/2013

05/03/2013

04/04/2013

03/05/2013

02/05/2013

0.00

01/06/2013

20.00

BELLA ITALIA. Anfang März 2013 wurde in Italien der Steuersatz auf OTC-Transaktionen verdoppelt. Seither hat sich der Marktanteil von OTC-Transaktionen in etwa halbiert (rote Linie), während sich jener der Börse Mailand auf über 60 Prozent erhöhte (blaue Linie). Quelle: Borsa Italiana

ihren Handelsaktivitäten auf maximale Anonymität und minimale Notierungssprünge Wert legen, richten sich an uns.“ Das hat weltweit 700 Asset-Manager bewogen, die Leistungen von Liquidnet, das 42 Märkte abdeckt, in Anspruch zu nehmen. Damit nicht genug, steht doch die Wiener Börse auch im Wettbewerb mit Sigma X MTF, UBS MTF, Smartpool, Blink Posit oder InstinetBlockMatch, die ebenso den Handel von Wiener Aktien auf ihren Plattformen anbieten.

Zwei-Fronten-Krieg Damit ist die Wiener Börse in einen ZweiFronten-Krieg verwickelt. Einerseits kehrten im Zuge der Finanzkrise internationale Großanleger der Austro-Börse den Rücken. Alois Wögerbauer, Leiter der 3 Banken Generali Investment Fondsgesellschaft: „Derzeit stehen liquide Märkte im Fokus. Für Wien ist ein Comeback ausländischer Anleger wichtig.“ Andererseits führte die Vermögenszuwachssteuer zum Exodus privater Investoren. Deren Anteil an den Wien-Umsätzen hat sich wegen der steuerlichen Veränderung von vormals 20 bis 25 Prozent bis zur Mitte des Vorjahres in etwa halbiert. Bankvorstand Veyder-Malberg: „Bei inländischen Kleinanlegern gab es gegen Ende des Jahres 2010 wegen der Vermögenszuwachsbesteuerung Vorzieheffekte. Damals haben sich Anleger mit Aktienpaketen eingedeckt, wir haben teilweise Käufe vorfinanziert.“ Börse-Chefin Kuras: „Im Juli und August 2013 lag der monatliche Börsenumsatz bei je 3,11 Milliarden Euro. Im Zwölf-MonatsVergleich betrug der Anstieg jeweils 800 Millionen Euro oder 35 Prozent. Auch der September ist gut gelaufen.“ Darüber hinaus arbeitet die Wiener Börse weiterhin daran, die Anzahl der Handelsteilnehmer zu

erhöhen. Heuer kamen drei neue Handelsmitglieder hinzu, was deren Gesamtzahl auf 90 erhöhte. Kuras: „Bei den heuer abgehaltenen neun Roadshows zeigt sich steigendes Interesse internationaler In­ vestoren. Die Qualität unserer Unternehmen zieht wieder vermehrt Investoreninteresse an.“ Nichtsdestotrotz bleibt das ehemalige Rekordniveau vom Juli 2007 außer Reichweite. Damals betrug der Monatsumsatz an der Wiener Börse 14,7 Milliarden Euro. Fondsexperte Wögerbauer: „Mehr Liquidität ist auch aus Sicht der Aktienbewertung essenziell, weil bei illiquiden Aktien der Bewertungsabschlag bis zu 20 Prozent betragen kann.“ Die Wiener Börse versucht auch als CEE Stock Exchange Group stärker zu werden. Laibach und Prag sind bereits an den Handelssystem Xetra angeschlossen, Budapest kommt am 6. Dezember dazu. Ziel der Börse ist es auch, den Streubesitz zu erhöhen, was wiederum die Liquidität erhöht. Letztlich kann die Börse aber allein keine Wunder wirken, um den Umsatz zu erhöhen. Wögerbauer: „Die Börse selbst kann nur wenig tun. Entscheidend ist die Rolle der Politik.“ Nun droht weiteres Ungemach. Im Rahmen

von MiFID II ist geplant, eine weitere Art von Handelsplattform ins Leben zu rufen. Kuras: „Dabei handelt es sich um Organised Trading Facilities, kurz OTF. Wir glauben, dass auch OTFs eine weitere Verschiebung in den intransparenten Bereich bewirken werden. Es ist zu befürchten, dass die Liquidität noch weiter zersplittert wird. Das macht auch den Emittenten keine Freude.“ Experte Matejka: „Das Problem mit Dark Pools ist nur über Regularien zu lösen. Kosteneffekte und Transparenzerfordernisse würden darüber hinaus auch das technologische Hochrüsten der Quote-Maschinen unterbinden.“ Bestrebungen, neue Regeln einzuführen, zeichnen sich in Amerika ab. So hat die US-Aufsichtsbehörde Financial Regulatory Authority (Finra) einen Plan in der Schublade. Die Behörde, bei der Unternehmen und Personen registriert sein müssen, die mit Wertpapieren handeln, denkt laut darüber nach, dass das Volumen gehandelter Aktien einmal wöchentlich zu melden ist. Jeder außerbörsliche Handelsplatz soll eine Identifikationsnummer erhalten, um Käufe sowie Verkäufe eindeutig zuordnen zu können. Dies soll Anonymität und Missbrauch den Garaus machen. Wird dieses Vorhaben umgesetzt, könnte auch in Europa Bewegung in die Diskussion kommen. Einen anderen Weg beschritt Italien. Anfang März wurde der Steuersatz auf OTC-Transaktionen verdoppelt. Seither sind die OTCTransaktionen schlagartig gesunken, jene an der Börse gestiegen.

info analyse HemmschuhE Gebühren

Dark Pools gehören reguliert. Wolfgang Matejka

Im Wettstreit um Liquidität ziehen Börsen im Vergleich zu Dark Pools immer häufiger den Kürzeren. Laut Branchenvertretern wird die Gebührenstruktur der Wiener Börse als wenig kompetitiv eingestuft und gilt damit als einer von mehreren Stolpersteinen zu mehr Liquidität. Die Kritik ist nicht ganz von der Hand zu weisen, stellt doch die Wiener Börse für Aktientransaktionen drei- bis viermal so hohe Spesen in Rechnung wie Dark Pools.


Kapitalmarkt

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markt geflüster Martin Kwauka

Am Rand der finanziellen Unregierbarkeit

Journalist Martin Kwauka ist freier Wirtschaftsund Finanzjournalist. Im Auftrag von DerBörsianer füllt er diese Seite regelmäßig mit seinen Gedanken.

Die neue Regierung hat keine Zeit zu verlieren. Schließlich übernimmt sie ein Land, das ohne Reformen an den Lasten der Vergangenheit zu ersticken droht.

N

erschraube weiter anzuziehen. Die Lohnsteuern sollen in vier Jahoch schlimmer als die Höhe des Schuldenbergs ist das ren die Umsatzsteuern überholen und mit 30,4 Milliarden Euro zur vorgegebene Ausgabenkorsett. Heuer verursachen die mächtigsten Steuerquelle werden. Zum Vergleich: Heuer sind erst diversen Pensionszahlungen des Bundes bereits Ge23,9 Milliarden veranschlagt. Das ist nicht nur ein Problem für die samtkosten von 18,6 Milliarden Euro. Das entspricht 40 Prozent der Arbeitnehmer, sondern mindestens genauso für die Wirtschaft, die Steuereinnahmen des Bundes. Weitere 8,5 Milliarden verschlingen die Gehälter letztlich bezahlen muss. Kaum zu glauben, aber wahr: die Zinsen für die Staatsschulden. Wenn man dann noch die BeWenn ein Chef heuer einem Mitarbeiter, der 1.300 Euro im Monat amtengehälter und die Subventionen an die ÖBB dazurechnet, ist verdient, eine Gehaltserhöhung von 100 Euro brutto gewährt, komdas Steuergeld bereits ausgegeben. Alles Weitere muss auf Pump men bei diesem laut Brutto-Netto-Rechner des Finanzministeriangeschafft werden. Für Zukunftsprojekte bleibt da naturgemäß ums netto nur 44,40 Euro zusätzlich an. wenig übrig. Was sind schon 100 Millionen Euro, die heuer als laut Die Steuerlast drückt auch auf den Kapitalmarkt: Großen Gruppen der hinausposaunter „Politikschwerpunkt“ in die Forschung fließen, Bevölkerung bleibt zu wenig Geld zum Anlegen übrig. Und diejenigegenüber den 2,2 Milliarden, um die sich der jährliche Bundesbeigen, die über ausreichende Mittel verfügen, setzen es nicht ein: Über trag für die gesetzliche Pensionsversicherung seit dem Jahr 2009 200 Milliarden Euro liegen schlecht verzinst auf Spar- und Girokonerhöht hat? ten. Das ist nicht nur die Folge der Finanzkrise. Die kommende ReGanz gleich, ob die große Koalition eine weitere Gnadenfrist zugegierung muss endlich den Finanzmarkt fördern statt bremsen. Dazu standen bekommt oder doch eine andere Mehrheit zusammengegehört zum Beispiel eine neue Variante der Zukunftsvorsorge ohne schustert wird: Die neue Regierung hat dringenden HandlungsbeKapitalgarantie, um mehr inländisches Kapital an die Börse zu brindarf, um nicht die Zukunft des Wirtschaftsstandorts zu verspielen. gen. Ein weiterer Schritt ist die Verhinderung gesetzlicher Schikanen. Eine zentrale Herausforderung ist eine Verwaltungsreform, um Es darf nicht sein, dass unter der Ägide von MiFID II die bürokratiwieder Spielraum für Investitionen zu bekommen. Ebenso wichtig schen Hürden für die Wertpapierberatung so ist die Entlastung des Faktors Arbeit. Nicht weit erhöht werden, dass Privatanleger nur nur der Höchstsatz der Lohn- und Einkomnoch mit einfachsten Sparprodukten abgemensteuer greift viel zu früh, auch der Einspeist werden. Noch ist Österreich ein reigangssteuersatz erreicht mit 36,5 Prozent ches Land. Es benötigt auch Kapitalerträge, Weltrekordniveau. Doch die alte Regierung um diesen Status zu bewahren. hat längst im Finanzrahmengesetz die Weichen bis ins Jahr 2017 gestellt, um die SteuMartin Kwauka

Die neue Regierung hat keine Zeit zu verlieren.


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markt statistik Wiener Börse Entwicklung (YTD) der internationalen Aktienmärkte im Vergleich zum Leitindex ATX

116 %

usa 112 %

108 %

europa 104 %

100 %

österreich (Atx)

96 %

emerging markets 92 %

Stoxx eastern EU Total Market (EUR) Stoxx EM MKTS stx EM TM (EUR) 88 %

Stoxx Europe TTL MKT ALL (EUR) Stoxx US TM (EUR) ATX

osteuropa 84 %

02.01.01.10. Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep

Wiener Börse indizes Indizes MSCI World

Kurs

YTD %

Indizes

1.543,67

16,17 %

ATX FIN

Kurs

YTD %

1.003,90

–5,18 %

ATX

2.528,45

5,30 %

ATX BI

1.299,02

24,51 %

ATX Prime

1.242,01

5,58 %

ATX CPS

2.246,25

13,48 %

ATX Five

1.529,14

8,90 %

172,03

–1,14 %

IATX

VÖNIX

933,66

6,32 %

WBI

955,68

2,95 %

wiener börse top/flop-aktien Position Aktie 1. Century Casinos INC

ISIN AT0000499900

Kurs

YTD %

4,379 EUR 118,95 %

Position Aktie

ISIN

1. Bene AG

AT00000BENE6

Kurs

YTD %

0,673 EUR –29,01 %

2.

Wienerberger AG

AT0000831706

12,980 EUR

87,33 %

2. ATB Austria AG

AT0000617832

3,203 EUR –28,65 %

3.

Palfinger AG

AT0000758305

28,900 EUR

75,79 %

3. RBI AG

AT0000606306

24,190 EUR –23,10 %

4.

Warimpex AG

5. Schlumberger AG ST Quelle: IDMS, präsentiert von

AT0000827209

1,390 EUR

43,30 %

4. Kapsch Trafficcom AG AT000KAPSCH9

36,600 EUR –22,62 %

AT0000779061

18,200 EUR

42,57 %

5.

20,000 EUR –20,00 %

Wolford AG

AT0000834007

www.derboersianer.com/kurse


Wiener Börse

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Handelsumsätze Die Umsätze der Handelspartner des ersten Halbjahres im Vergleich zum Vorjahr Platzierung Vorjahr Handelspartner Umsatz 1. Platz 2 Raiffeisen Centrobank AG 1.910.134.942,11 EUR 2. Platz 1 Deutsche Bank AG 1.763.884.540,84 EUR 3. Platz 3 Morgan Stanley & Co. International plc. 1.611.608.314,22 EUR 4. Platz 4 Erste Group Bank AG 1.401.347.086,84 EUR 5. Platz 8 Merrill Lynch International 1.341.126.114,40 EUR 6. Platz 6 UBS Limited 1.195.867.548,80 EUR 7. Platz 5 Credit Suisse Securities (EURpe) Limited 1.151.966.810,87 EUR 8. Platz 7 Instinet EURpe Limited 1.139.115.915,66 EUR 9. Platz 9 Société Générale S.A. 1.099.204.189,10 EUR 10. Platz 10 Goldman Sachs International 694.317.539,47 EUR Gesamtergebnis HJ 2013 19.339.000.736,38 EUR Gesamtergebnis HJ 2012 20.386.220.152,25 EUR Differenz 1.047.219.415,87 EUR

Prozent 9,8771 % 9,1209 % 8,3335 % 7,246 % 6,9348 % 6,1837 % 5,9567 % 5,8903 % 5,6839 % 3,5902 % 100 % 100 % -5,1369 %

Quelle: Wiener Börse AG

Directors’ Dealings Die Top-Insiderdeals der Wiener Börse vom dritten Quartal Datum 12.7.–4.9.2013 15.07.2013 12.7.–4.9.2013 04.09.2013 13.09.2013 06.09.2013 29.07.2013 30.09.2013 29.07.2013 15.08.2013 26.08.2013 26.08.2013

Person Unternehmen Kauf/Verkauf Stück Kurs Rudolf Knünz Unternehmens Invest AG Verkauf 375.250 20,000 Hans Peter Haselsteiner, Strabag SE Verkauf 342.857 19,250 Alfred Gusenbauer, Christian Harder Rudolf Knünz Unternehmens Invest AG Kauf 298.381 20,000 Paul Neumann Unternehmens Invest AG Kauf 250.000 20,000 Stefan Pierer, Friedrich Roithner Pankl Racing Systems AG Kauf 163.188 23,460 Andreas Weißenbacher BWT AG Kauf 146.849 14,000 Klaus Ortner Porr AG Verkauf 26.936 72,000 Stefan Pierer, Friedrich Roithner Brain Force Holding AG Verkauf 1.538.675 0,827 Karl-Heinz Strauss Porr AG Verkauf 8.137 72,000 Erhard F. Grossnig S & T Kauf 255.574 2,190 Susanne Hötzinger Century Casinos INC Verkauf 100.000 5,400 Erwin Haitzmann Century Casinos INC Verkauf 100.000 5,246

Summe 7.505.000,00 EUR 6.599.997,25 EUR 5.967.620,00 EUR 5.000.000,00 EUR 3.828.390,48 EUR 2.055.886,00 EUR 1.939.392,00 EUR 1.272.791,96 EUR 585.864,00 EUR 559.707,00 EUR 540.000,00 USD 524.640,00 USD

Quelle: FMA

Ein

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Aktienkurse Wiener Börse YTD-Performance aller österreichischen Aktien

Unternehmen A-TEC Industries AG

ISIN

Kurs

YTD %

Unternehmen

ISIN

Kurs

YTD %

AT00000ATEC9 0,840 n.a.

Miba AG

AT0000734835 299,000 32,89 %

Agrana Beteiligungs-AG

AT0000603709 92,950 –5,02 %

Oberbank AG ST

AT0000625108 47,890 –0,23 %

AMAG Austria Metall AG

AT00000AMAG3 20,770 –10,32 %

Oberbank AG VZ

AT0000625132 37,700 –2,33 %

Andritz AG

AT0000730007 43,455 –10,48 %

Österreichische Staatsdruckerei AG AT00000OESD0 11,800

0,00 %

AT&S AG

AT0000969985

6,888 –9,70 %

Österreichische Post AG

AT0000APOST4 33,600

7,69 %

ATB Austria Antriebstechnik AG

AT0000617832

3,203 –28,65 %

OMV AG

AT0000743059 36,500 33,43 %

Atrium European Real Estate LTD

JE00B3DCF752

4,183 –6,00 %

Ottakringer Brauerei AG ST

AT0000758008 95,000 –5,94 %

Bank für Tirol & Vorarlberg AG ST AT0000625504 19,000 11,76 %

Ottakringer Brauerei AG VZ

AT0000758032 40,015 –6,94 %

Bank für Tirol & Vorarlberg AG VZ

AT0000625538 16,400

Palfinger AG

AT0000758305 28,900 75,79 %

Bene AG

AT00000BENE6

BKS Bank AG ST

AT0000624705 17,400

BKS Bank AG VZ

AT0000624739 15,100

Brain Force Holding AG

AT0000820659

Burgenland Holding AG

AT0000640552 39,205

BWT AG

5,81 %

Pankl Racing Systems AG

AT0000800800 23,000

0,58 %

Polytec Holding AG

AT0000A00XX9

0,67 %

Porr AG

AT0000609607 17,400 –6,58 %

Raiffeisen Bank International AG

AT0000606306 24,190 –23,10 %

Rath AG

AT0000767306

AT0000737705 14,480 –9,47 %

RHI AG

AT0000676903 24,400 –2,01 %

C-Quadrat Investment AG

AT0000613005 26,000

8,33 %

Rosenbauer International AG

AT0000922554 58,000 25,94 %

CA Immobilien Anlagen AG

AT0000641352 10,730

2,48 %

S Immo AG

AT0000652250

Century Casinos INC

AT0000499900

4,379 118,95 %

Schlumberger AG ST

AT0000779061 18,200 42,57 %

Conwert Immobilien Invest SE

AT0000697750

8,700 –10,95 %

Schlumberger AG VZ

AT0000779079 12,250 25,14 %

DO & CO AG

AT0000818802 33,145 –1,09 %

Schoeller-Bleckmann AG

AT0000946652 87,440 10,28 %

ECO Business-Immobilien AG

AT0000617907

Semperit AG Holding

AT0000785555 34,000

Erste Group Bank AG

AT0000652011 23,360 –2,27 %

Strabag SE

AT000000STR1 18,440 –9,72 %

EVN AG

AT0000741053 11,290 –4,44 %

SW Umwelttechnik AG

Flughafen Wien AG

AT0000911805 50,050 16,42 %

Teak Holz International AG

Frauenthal Holding AG

AT0000762406

8,750 –0,60 %

Telekom Austria AG

AT0000720008

6,198

7,98 %

Gurktaler AG ST

AT0000A0Z9G3

7,500

n. a.

UBM Realitätenentwicklung AG

AT0000815402 14,600

8,15 %

Gurktaler AG VZ

AT0000A0Z9H1

5,999

n. a.

Uniqa Insurance Group AG

AT0000821103

Head N.V.

NL0000238301

1,760 37,50 %

Unternehmens Invest AG

AT0000816301 22,400 13,49 %

Hirsch Servo AG

AT0000849757

5,577 –19,94 %

Valneva SE

FR0004056851 3,980 n.a.

HTI High Tech Industries AG

AT0000764626

0,310

0,00 %

Verbund AG

AT0000746409 16,730 –10,82 %

Immofinanz AG

AT0000809058

3,227

1,61 %

Vienna Insurance Group AG

AT0000908504 37,950 –6,01 %

Manner AG

AT0000728209 57,000 12,85 %

Voestalpine AG

AT0000937503 35,345 27,78 %

AT000KAPSCH9 36,600 –22,62 %

Warimpex AG

Kapsch Trafficcom AG

0,673 –29,01 %

0,840 40,00 % 5,39 %

4,201 –15,98 %

AT0000808209 AT0TEAKHOLZ8

0,00 %

6,489 10,55 %

7,008 –17,55 %

4,630 –3,74 %

8,492

8,44 % 9,29 %

2,529 –8,70 %

8,698 –8,03 %

AT0000827209

1,390 43,30 %

Lenzing AG

AT0000644505 54,900 –19,53 %

Wiener Privatbank SE

AT0000741301

7,240 –3,47 %

Linz Textil Holding AG

AT0000723606 495,000 –6,07 %

Wienerberger AG

AT0000831706 12,980 87,33 %

Maschinenfabrik Heid AG

AT0000690151

Wolford AG

AT0000834007 20,000 –20,00 %

Mayr-Melnhof Karton AG

AT0000938204 79,800 –1,34 %

Zumtobel AG

AT0000837307 11,900 18,76 %

Quelle: IDMS, präsentiert von

2,400 41,18 %

www.derboersianer.com/WBI


Wiener Börse

Was die Märkte im vierten Quartal bewegt

Datum Unternehmen, Ereignis

Fr, 18.10.

Di, 29.10. Verbund AG, Q3 Ergebnisse

OMV AG, Trading Statement Q3

Mi, 30.10.

Erste Group Bank AG, Q3 Ergebnisse

Mi, 30.10.

Federal Reserve System, Zinsentscheidung

Di, 05.11.

AMAG Austria Metall AG, Q3 Ergebnisse

Di, 05.11.

AT&S AG, HJ Ergebnisse

Di, 05.11.

RHI AG, Q3 Ergebnisse

Di, 05.11. Valneva SE, Q3 Ergebnisse

Mi, 06.11.

Andritz AG, Q3 Ergebnisse

Mi, 06.11.

Polytec Holding AG, Q3 Ergebnisse

Mi, 06.11. Voestalpine AG, HJ Ergebnisse Do, 07.11.

Europäische Zentralbank, Zinsentscheidung

Do, 07.11.

OMV AG, Q3 Ergebnisse

Fr, 08.11.

BWT AG, Q3 Ergebnisse

Fr, 08.11.

HTI High Tech Industries AG, Q3 Ergebnisse

Fr, 08.11.

Palfinger AG, Q3 Ergebnisse

Fr, 08.11.

SW Umwelttechnik AG, Q3 Ergebnisse

Mo, 11.11.

Di, 12.11.

Porr AG, Q3 Ergebnisse Semperit AG Holding, Q3 Ergebnisse

Mi, 13.11.

Binder + Co AG, Q3 Ergebnisse

Mi, 13.11.

Wienerberger AG, Q3 Ergebnisse

Do, 14.11.

Century Casinos INC, Q3 Ergebnisse

Do, 14.11.

DO & CO AG, HJ Ergebnisse

Do, 14.11.

Flughafen Wien AG, Verkehrsergebnisse Oktober

Do, 14.11.

Lenzing AG, Q3 Ergebnisse

Do, 14.11. Mayr-Melnhof Karton AG, Q3 Ergebnisse Do, 14.11.

Österreichische Post AG, Q3 Ergebnisse

Do, 14.11.

Telekom Austria AG, Q3 Ergebnisse

Do, 14.11. Uniqa Insurance Group AG, Q3 Ergebnisse Mo, 18.11.

Di, 19.11.

Pankl Racing Systems AG, Q3 Ergebnisse Rosenbauer International AG, Q3 Ergebnisse

Do, 21.11.

Frauenthal Holding AG, Q3 Ergebnisse

Do, 21.11.

S Immo AG, Q3 Ergebnisse

Do, 21.11.

Schoeller-Bleckmann AG, Q3 Ergebnisse

Mi, 27.11.

CA Immobilien Anlagen AG, Q3 Ergebnisse

Mi, 27.11.

Conwert Immobilien Invest SE, Q3 Ergebnisse

Mi, 27.11.

Kapsch Trafficcom AG, HJ Ergebnisse

Mi, 27.11.

Raiffeisen Bank International AG, Q3 Ergebnisse

Do, 28.11. Vienna Insurance Group AG, Q3 Ergebnisse Do, 28.11.

Fr, 29.11.

Warimpex AG, Q3 Ergebnisse Strabag SE, Q3 Ergebnisse

Mi, 04.12. Miba AG, Q3 Ergebnisse Do, 05.12.

Europäische Zentralbank, Zinsentscheidung

Zumtobel AG, HJ Ergebnisse

Di, 10.12.

Mi, 11.12.

Bene AG, Q3 Ergebnisse

Do, 12.12.

EVN AG, Jahresergebnis

Do, 12.12.

Flughafen Wien AG, Verkehrsergebnisse November

Wolford AG, HJ Ergebnisse

Fr, 13.12.

Mi, 18.12.

Federal Reserve System, Zinsentscheidung

Mi, 18.12.

Immofinanz AG, HJ Ergebnisse

Quelle: Wiener Börse AG / DerBösianer

31

termin kalender. kommentar Wolfgang Matejka Matejka & Partner Asset Management Geschäftsführer

Marktausblick Wiener Börse Österreichs Aktienmarkt sollte im vierten Quartal zu seinen alten Stärken zurückkehren. Durch die kommenden Kapitalmarkttransaktionen sollte die Liquidität gestärkt und der Fokus auf künftiges Wachstum sicherer ausgerichtet werden. Österreichs Kompetenz in Osteuropa wird die Performance längerfristig tragen, kurzfristig wird es eine Art Catch-up-Effekt sein, der einen Anpassungsprozess an die bisherige gute Entwicklung der Nachbarmärkte auslösen sollte. Im positiven europäischen Konjunkturtrend wird Österreich 2013 zwar nicht an der Spitze, aber doch im vorderen Drittel sichtbar werden. Demzufolge werden es zyklische Werte und auch Finanzwerte sein, die die Marktentwicklung tragen werden. Separate Themen wie M&A und regulatorische Veränderungen bei Telekommunikation und Versorgern könnten die Entwicklung des ATX noch weiter nach oben bringen. Im Zuge der generellen Reduktion von Risikobedenken werden Anleihen, als korrespondierendes Investment zu Aktien, weiterhin schwach bis seitwärts tendieren, was für Aktien und damit auch für österreichische Werte einen zusätzlichen starken Rückenwind erzeugen sollte.

www.derboersianer.com/termine


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www.derboersianer.com

Pessimisten in der Defensive Bulle oder Bär: Wer macht im Börsenherbst 2013 das Rennen? Diese Frage diskutierte die Finanzcommunity beim von DerBörsianer und Metrum Communications veranstalteten Expertenforum „Q-Check“ in der Wiener Sky Bar. Autor Dominik Hojas | FOTo clemens bednar

K

urzfristig könnten die Turbulenzen in den Emerging Markets zwar auf die Stimmung drücken. Langfristig sehen die Experten aber die Wachstumstrends intakt und damit gute Chancen für steigende Kurse, so das Fazit der Fachöffentlichkeit beim „Q-Check“ 13.0. Der Fondsmanager der Bawag P.S.K. Invest, Stefan Mayr, setzt bei Aktien daher auf Stabilität in einem volatilen Umfeld. Diese findet er bei globalen Markenunternehmen wie Nestle, Johnson & Johnson oder Unilever. Sie hätten ein erprobtes Geschäftsmodell, seien weltweit aktiv und verfügten über starke Bilanzen. Zwar könnten sich auch diese dem aktuellen Schluckauf der Emerging Markets nicht vollständig entziehen. Über Zyklen hinweg profitieren sie aber von Mega­trends wie Wohlstandszuwachs in den Emerging Markets, demografischen Entwicklungen und hoher Markenstrahlkraft. Mayr: „Trotz aller Sparprogramme wurde im Gesundheitswesen noch nie wirklich Geld eingespart. Und in den Emerging Markets kaufen die Leute vermehrt Markenartikel statt No-Name-Produkte. Mit globalen Marken können Anleger daher auch im aktuellen Umfeld Erfolg haben.“ Die langfristige Story in den Emerging Markets sieht auch der Chefvolkswirt der Erste Sparinvest, Gerhard Winzer, intakt. Wobei sie aktuell unter heftigen Wachstumsschmerzen zu leiden hätten. „Vor allem Länder, die auf externe Finanzierung angewiesen sind, stehen momentan unter strenger Beobachtung“, so Winzer. Bisher sei aufgrund der expansiven Notenbankpolitik viel Geld in die Emerging Markets geflossen. Mit dem Ende dieser Politik kam die Trendumkehr: „Wenn das passiert leidet letztendlich das Wirtschaftswachstum darunter.“ Dies biete jedoch die Chance, Strukturprogramme in Angriff zu nehmen und so die Produktivität zu erhöhen. Dem kurzfristigen schmerzhaften Anpassungsprozess stünden damit langfristig positive Folgen gegenüber. Da diese Programme ernsthaft vorangetrieben werden, zeigt sich Winzer optimistisch für die weitere Entwicklung. „Der Euro muss runter“, meint Jörg Rohmann, Chefanalyst von Alpari Deutschland. Denn vom Binnenmarkt gingen kaum Impulse für das Wirtschaftswachstum im Euroraum aus. „Vor allem die Krisenländer können daher nur über den Export wachsen, und dabei ist ein

starker Euro eine Gefahr.“ Da das Zinsniveau steigt und viel Geld aus den Emerging Markets zurück in die Eurozone fließt, sei momentan aber sogar ein weiterer Anstieg gegenüber dem US-Dollar möglich. Die Europäische Zentralbank sei daher gefordert, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, um den Euro zu drücken. Sorgen macht Rohmann auch die Türkei, die sich zu einem zweiten Spanien entwickeln könnte: „Das Kreditwachstum war enorm, hat zu hohem Konsum und einer Lohnkostenexplosion geführt. Jetzt halbiert sich das Wirtschaftswachstum, und es stellt sich die Frage, wie das Leistungsbilanzdefizit finanziert werden soll.“ Die flaue Wirtschaftsentwicklung im Euroraum bekommt auch der Vorstand der Österreichische Realitäten AG (ÖRAG), Stefan Brezovich, am Wiener Büroimmobilienmarkt zu spüren: „Es fehlen hier die Impulse. Der Markt entwickelt sich stabil, aber ohne echte Treiber.“ Anders die Situation am Wohnimmobilien- und Investmentmarkt: „Bei Wohnungen sehen wir eine weiterhin gute Nachfragesituation, wobei Preise und Mieten bereits deutlich auseinanderdriften“, so Brezovich. Der Investmentmarkt in Wien habe sich mit einem Volumen von rund 500 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2013 etwas beruhigt, dürfte im zweiten Halbjahr aber wieder an Fahrt gewinnen. So wird für heuer ein Volumen von rund 1,5 Milliarden Euro erwartet. Solides Wachstum kann auch Walter Grausam, Finanzvorstand der Agrana Beteiligungs-AG (Agrana), für sich in Anspruch nehmen. Seit mittlerweile 25 Jahren kann Agrana mit der Verarbeitung von Zucker, Stärke und Frucht in 56 Produktionsstandorten weltweit ein durchschnittlich neunprozentiges Umsatzwachstum ausweisen. Auch turbulente Zeiten meistert der Konzern dabei durch seine breite regionale wie sektorale Diversifikation. „Missernten oder Preisschwankungen in einzelnen Produktbereichen oder Ländern können wir damit sehr gut ausgleichen. Wir gehen für das Geschäftsjahr 2013/14 von einem leichten Anstieg des Konzernumsatzes aus. Nach den überdurchschnittlich guten beiden vergangenen Geschäftsjahren rechnen wir zwar mit einer schwächeren Ergebnisentwicklung, sind aber dennoch gut für das neue Geschäftsjahr gerüstet“, zeigt sich Grausam optimistisch für die Zukunft.


Event

info event der Q-Check

Die Initiative „Q-Check“ (Quartals-Check) setzt sich zum Ziel, ein schlagkräftiges Branchennetzwerk zum Erfahrungs- und Informationsaustausch für die Stärkung des heimischen Kapitalmarkts zu schaffen. Im Rahmen vierteljährlicher Treffen in der Wiener Sky Bar präsentieren Finanzhäuser ihre Markteinschätzungen für das nächste Quartal. Die Branchenexperten diskutieren Entwicklungen der nationalen und internationalen Finanzmärkte mit der Finanzcommunity sowie Fachjournalisten und Anlegern. Die Initiatoren des „Q-Check“ sind DerBörsianer und Metrum Communications. www.q-check.at

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www.derboersianer.com

Ratings: Fluch oder Segen Der Weg zum Rating ist zeit- sowie ressourcenintensiv. DerBörsianer informiert, wer diesen Weg beschreiten sollte, was ihn dort erwartet und wer darauf verzichten kann. AUTOR Hans Weitmayr

D

ie längste Zeit für die Öffentlichkeit ein unbekanntes Wesen, seit der Krise zum Buhmann der Nationen mutiert: die internationalen Ratingagenturen Standard & Poor’s (S&P), Moody’s und Fitch. Doch nur die wenigsten wissen: Was machen diese Unternehmen eigentlich? Und: Wer braucht sie? Am prominentesten sind natürlich die Länderratings, die sich in den meisten Fällen auf die Refinanzierungskosten eines Staates auswirken. In der Regel führt ein schlechteres Rating zu höheren Kosten bei der Refinanzierung. Ausnahmen bestätigen die Regel: Nach dem Entzug des AAA durch S&P fielen die Refinanzierungskosten des österreichischen Staates, obwohl sie laut Lehrbuch eigentlich hätten steigen müssen. Im Rahmen des Prüfprozesses wird jedenfalls erhoben, wie kreditwürdig das Land beziehungsweise wie hoch die Ausfallswahrscheinlichkeit der Verbindlichkeiten ist. Ein drastisch schlechtes Rating hat auf das Unternehmen den abstrakten Einfluss, dass eine solche Einschätzung die Neuverschuldung in der Regel verteuert, was mittelfristig den Steuerdruck erhöhen kann. Eine zweite, direktere Konsequenz sind Kontaminierungseffekte. Verschlechtern sich Länderratings drastisch, übt das aufgrund des schlechten Gesamtumfelds einen tendenziell negativen Einfluss auf die einzelnen Unternehmensratings aus. Ihre Refinanzierungskosten steigen somit auch.

Nicht für jedermann Tendenziell wird jedenfalls nur von einer Handvoll Unternehmen auf externe Ratings der großen Agenturen zurückgegriffen. Dieter Hengl, Vorstand von Unicredit Bank Austria AG Corporate & Investment Banking, erklärt dies folgendermaßen: „Will man den Kapitalmarkt mit einer Benchmarkanleihe im Bereich von 300 bis 500 Millionen Euro anzapfen, empfiehlt es sich, auf ein externes Rating zurückzugreifen.“ Wenn dies nicht geschieht, steigen die Risikoaufschläge und die Emission verteuert sich. Bei einer ersten Anleihenplatzierung ist es also nicht ratsam, auf das Placet der großen drei zu verzichten. Leisten kann man sich das nur in Ausnahmefällen und eben dann,

Externes Rating ab 300 Millionen Euro sinnvoll. Dieter Hengl

wenn das markttechnische Umfeld stimmt. Ein Beispiel für ein solches Unternehmen ist die Voestalpine. Andere wie Verbund oder Wienerberger gehen auf Nummer sicher und greifen auf ein Rating zurück. Dass internationale Ratings in Österreich nicht beliebter sind, liegt daran, dass ihr Einfluss auf die Refinanzierung auf nationaler Ebene nicht stark genug ist. Zwar schätzt Hengl, „dass sich Unternehmen bei der Analyse der Bonität und finanziellen Flexibilität neben den Banken auch einem anderen Sparringspartner stellen“. Allerdings kommt es nur zu einer „neutralen bis leicht positiven“ Beeinflussung. Insofern steht der Aufwand nicht für den Nutzen.

Der Weg zum Glück Denn der Weg zum eigenen Rating ist relativ aufwändig. Das trifft sowohl auf die zeitlichen als auch auf personellen Ressourcen zu, erklärt Marcus Offenhuber, bei Raiffeisen Bank International AG (RBI) Leiter der Abteilung Investment Banking Products. Gerade der Erstkontakt „bedeutet schon ein Stück weit Arbeit“, meint der Banker. Der Vorstand und die betroffenen Management­ ebenen sollten sich Zeit für die Präsentation der eigenen Daten nehmen und diese schon im Vorfeld gut vorbereiten, nicht nur was die Zahlen und Fakten zum Unternehmen, sondern auch die eigenen Erwartungen betrifft. „Gute Unternehmen sind manchmal über das Rating ent-


Unternehmen

täuscht, weil sie ein Spitzenrating erwartet haben. Das bekommen aber nur sehr wenige Betriebe“, beruhigt Offenhuber. Denn beurteilt wird nicht die operative Schlagkraft, sondern die Quantität und Qualität der Schuldenstruktur. Man muss sich also vor Augen halten, dass ein Anzapfen des Bondmarktes der Auslöser für ein schlechteres Rating sein kann. Schlicht deshalb, weil „Unternehmen eine Balance zwischen einem hohen Rating und ihrer zukünftigen Schuldenkapazität finden müssen“, sagt der RBI-Mann. Ratsam ist es jedenfalls, vor einem derartigen Kapitalschritt eine Bank seines Vertrauens aufzusuchen. Das mag zwar in einer ersten Phase einen zusätzlichen Input an finanziellen und zeitlichen Mitteln bedeuten, sollte sich am Ende allerdings rechnen. Denn „die Methodologie, die wir für unsere internen Ratings anwenden, ist derjenigen der internationalen Agenturen sehr ähnlich“, sagt

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zukommt. Das gilt auch für den Preis des Ratings, der sich aus zwei Komponenten zusammensetzt: dem Anfangsfixum für die erste Einschätzung und den laufenden Kosten für die regelmäßige Aktualisierung.

Der Weg zum ­Rating ist ­aufwändig. Marcus Offenhuber

Unicredit-Bank-Austria-Manager Hengl. Soll heißen: Banken wissen, wie Ratingagenturen ticken. Nicht nur, weil ein Teil ihres Geschäfts, also die Bonitätsprüfung, dem des Ratinggeschäfts nahezu deckungsgleich ist, sondern auch aufgrund der Tatsache, dass die großen Banken selbst geratet werden. Sie wissen also aus eigener Erfahrung, was auf einen Kunden

Schweigen ist Gold Sind die ersten Kontakte erledigt, braucht die Ratingagentur ein paar Wochen, um ihre Einschätzung der Schuldenstruktur vorzunehmen. Dann kommt es zu einem weiteren Treffen, in dessen Rahmen dem Kunden das Rating mitgeteilt und die Gründe für die Schätzung detailliert auseinandergesetzt werden. Erst dann entscheidet das Unternehmen, ob das Rating veröffentlicht werden soll oder nicht. Die absolute Vertraulichkeit der Daten ist dabei oberstes Gebot, ein Durchsickern solcher Daten würde das Geschäftsmodell der betreffenden Agentur schlicht ruinieren.

Sensible Rater nämlich die Agenturen nicht nur mit „alten Die schlechte Meinung der Öffentlichkeit Stereotypen“ zu betrachten. „Das Einzige, über die Branche der Ratingagenturen geht was wir produzieren, sind Meinungen“, sagan deren Vertretern nicht spurlos vorbei. So te Hinrichs. „Wenn unsere Meinungen nicht warb S&P-Deutschland-Chef Thorsten Hinmehr wahrgenommen werden am Markt, richs bei seiner jüngsten Österreich-Visite haben wir keinen Geschäftsgegenstand im Rahmen des Forum Alpbach um SympaThorsten Hinrichs mehr.“ Die weitläufige Kritik an der Intransthien, indem er feststellte, dass es die Bringparenz von Ratingagenturen wies Hinrichs schuld der Agentur sei, Entscheidungen zur energisch zurück: „Wir sind keine Blackbox.“ Alle Ratingkriterien zur Kreditwürdigkeit für normale Menschen verständlich zu machen Bewertung der Kreditwürdigkeit von Staaten und Firmen seien öfund nicht nur für Experten. „Daran arbeiten wir sehr intensiv“, sagte fentlich im Internet abrufbar. Womit Hinrichs recht hat. der Analyst. Es gebe aber auch eine Bringschuld der Öffentlichkeit,

Das Einzige, was wir produzieren, sind Meinungen.

info wissen Ratingagenturen

Drei große Ratingagenturen dominieren das globale Bonitätsgeschäft: Standard & Poor’s und Moody’s sind die beiden großen Platzhirsche. Dahinter folgt mit einigem Respektabstand die französisch kontrollierte Fitch Ratings. Kleinere Player gibt es auch: Darunter etwa der in Frankreich beheimatete, in Österreich aber recht aktive Kreditversicherer Coface, der regelmäßig Ratingberichte herausgibt. Die großen drei erstellen auf Unternehmensebene Ratings, die die Grundlage für die Begebung von sogenannten Benchmarkanleihen ab einem Volumen von 300 bis 500 Millionen Euro bilden. Für Fremdfinanzierung im geringeren oder nationalen Ausmaß sind hingegen die sogenannten internen Ratings der österreichischen Banken beziehungsweise der jeweiligen Hausbank ausreichend. Die positiven Effekte eines zusätzlichen Ratings rechnen sich angesichts des zeitlichen und finanziellen Aufwandes nicht.


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www.derboersianer.com

Banker im Gehalts-Check Die aktuelle Bankengehaltsstudie von Deloitte Österreich hat untersucht, was unterhalb der Vorstandsebene in Österreichs Instituten gezahlt wird. DerBörsianer hat einige Ergebnisse und Trends unter die Lupe genommen. AUTOR Thomas Müller

Ü

ber das Gehalt wird in Österreich traditionell nicht gern gesprochen. Zu den Ausnahmen zählt das Einkommen von Bankvorständen, die im Zeitalter der Bankenrettungen zum öffentlichen Thema geworden sind. Spätestens seit 2008 wissen auch Branchenfremde ohne kleines Latinum, was mit den berühmten Boni gemeint ist. Was bekommen aber all die Menschen Hintergrund tatsächlich, deren Lohn noch am ehesten in einer Stellenannonce publiziert wird? Um dies herauszufinden, muss man wohl oder übel die rund 70 Seiten der „Bankengehaltsstudie 2013“ von Deloitte Österreich durchblättern. Das Beratungsunternehmen erhebt seit 17 Jahren die Daten aus den Personalabteilungen, vom Vertriebsleiter bis zum Analysten. 40 Bankhäuser haben dieses Mal insgesamt 15.000 anonymisierte Datensätze zur Verfügung gestellt, die das Autorenteam zu Tabellen und Grafiken verarbeitet hat. „Damit wollen wir den Personalverantwortlichen und dem Management eine Orientierung bei den Gehaltsentwicklungen geben“, erklärt Eva Brauneis, Mitautorin der Studie.

einer Position verdienen weniger als dieser Wert, und 50 Prozent verdienen mehr. Im Gegensatz zum Durchschnittswert wird der Median nicht von Extremwerten nach oben oder unten gezogen. So erfährt man zum Beispiel, dass die Hälfte der Leiter des Vertriebs bei größeren Instituten ab 600 Mitarbeitern mehr als 164.900 Euro im Jahr an Grundgehalt, und dies ohne variables Gehalt und inklusive Überstunden, verdienen. Knapp hinter ihnen folgen die Leiter des Wertpapier- und Investmentbankings großer Banken mit einem Mediangehalt von 153.300 Euro.

Die Spitzenpositionen

Leiter im Bereich

Will man die Gehaltsniveaus aus den verschiedenen Fachbereichen vergleichen, sei der sogenannte Median am aussagekräftigsten, weiß die Expertin. 50 Prozent der erfassten Personen in

Marketing Rechnungswesen Leiter Recht

Leitungsfunktionen im Vergleich

Leiter im Bereich

bis 250 MA

250–600 MA

Ab 600 MA

Vertrieb

97.500 EUR

123.200 EUR

164.900 EUR

Finanzierung

102.500 EUR

114.400 EUR

119.300 EUR

Investmentbanking

135.000 EUR

111.300 EUR

153.300 EUR

Risikomanagement

98.700 EUR

106.700 EUR

164.900 EUR

Stabsstellen im Vergleich

IT und Organisation

bis 250 MA

250–600 MA

Ab 600 MA

105.400 EUR

107.700 EUR

126.100 EUR

96.400 EUR

97.600 EUR

118.900 EUR

94.700 EUR

113.100 EUR

118.400 EUR

90.000 EUR

89.500 EUR

110.000 EUR


37

Banken

Die Zahlen geben aber nicht nur einen Einblick in die Sphären des Topmanagements. Bei größeren Mitarbeitergruppen wird auch nach Dauer der Zugehörigkeit zum Unternehmen in drei Stufen differenziert: Junior, Professional und Senior. Damit gibt es nicht nur Daten zum Gehalt der Berufseinsteiger, sondern auch zum Potenzial im Laufe der Karriere. Top-5-Entwicklungen vom Junior zum Senior

Position Median Einstieg

Steigerung

Corporate Finance / M&A

36.000 EUR

170 %

KundenbetreuerIn öffentliche Hand

38.200 EUR

135 %

Fonds-Portfoliomanagment

34.300 EUR

133 %

6.600 EUR

87 %

29.300 EUR

79 %

KundenbetreuerIn Kommerzkunden KundenbetreuerIn Privatkunden

Gewinner und Verlierer Will man die Entwicklung der Gehälter im Zeitverlauf betrachten, bietet sich ein Vergleich mit der Vorgängerstudie das Jahres 2011 an. Klare Gewinner sind hier die Professionals in der Immobilienbe-

wertung und -verwertung mit plus 31 Prozent. „Die Fondsmanager sind mit minus sechs Prozent klar die Verlierer der Saison. Gleichzeitig sind in vielen Funktionen die variablen Gehälter drastisch gesunken, sowohl in ihrer prozentuellen Höhe am Grundgehalt als auch im Anteil der Personen, die einen variablen Gehaltsbestandteil erhalten“, sagt Eva Brauneis. Abgesehen von der individuellen Performance spielen hier vermutlich die geänderten Regulatorien der EU-Richtlinie CRD III, aber auch die derzeitige Wirtschaftslage eine Rolle, schätzt die Deloitte-Expertin. Positionen mit den gröSSten Anstiegen im Grundgehalt

Position

Bereich Median 2013 Entwicklung

Immobilienbewertung und -verwertung Professional

55.000 EUR

31 %

Produktentwicklung, ­­Sonderprodukte Professional Zahlungsverkehr

Finanzierung

52.000 EUR

30 %

Inlandszahlungsverkehr Senior

53.000 EUR

18 %

100.000 EUR

17 %

Wertpapier und Investmentbanking 125.000 EUR

16 %

Zahlungsverkehr

LeiterIn Private Banking Vertrieb LeiterIn Fonds-/ Portfoliomanagement

Verwendung Emissionserlös: Die ViennaEstate Immobilien AG beabsichtigt, den Nettoemissionserlös vorwiegend für die Finanzierung neuer Projekte (Ausbau und Erweiterung des Immobilien-Portfolios) sowie allgemeine Geschäftszwecke zu verwenden. Hinweis Vertrieb: Der Vertrieb dieser Emission erfolgt ausschließlich durch die Wiener Privatbank SE. Die Wiener Privatbank SE erhält dafür eine Strukturierungsfee (2 % des Emissionswertes) sowie eine Vertriebsfee (3 % des Emissionswertes). Weiters ist MMag. Dr. Helmut Hardt sowohl Geschäftsführender Direktor der Wiener Privatbank SE als auch Aufsichtsratsmitglied der ViennaEstate Immobilien AG.

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Rechtlicher Hinweis: Die Teilschuldverschreibungen werden unter Anwendung der Ausnahme von der Prospektpflicht gemäß § 3 Abs 1 Z 9 KMG in Österreich öffentlich angeboten. Ein den Vorschriften des KMG entsprechender Prospekt wird weder erstellt, noch geprüft, noch veröffentlicht. Diese Marketingmitteilung dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot iSv. § 1 KMG oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Ebenso wenig soll hiermit eine Kaufempfehlung abgegeben werden oder stellt dies eine Wertpapieranalyse dar. Eine Anlageentscheidung sollte nur auf Grundlage der bei der Wiener Privatbank SE, Parkring 12, 1010 Wien, während der üblichen Geschäftszeiten aufliegenden Informationsunterlagen (wie insbesondere der Anleihebedingungen sowie der Zeichnungsscheine) sowie nach steuerlicher und rechtlicher Beratung, insbesondere durch einen Steuer-, Rechts- und/oder Anlageberater erfolgen. Sämtliche Angaben in dieser Broschüre sind unverbindlich. Wertentwicklungen in der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse oder Vorhersagen auf künftige Entwicklungen oder Werte zu. Stichtag für die Erstellung dieser Marketingmitteilung war der 1. Oktober 2013.

04.10.13 09:37


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Auszüge für Gehälter einzelner Berufe

Platz 1.

Position Mediangehalt Leiter Fondsmanagement 125.500 EUR

Altersschnitt 45 Jahre

Frauenanteil 10 %

2.

Leiter Finanzierung 250–600 Mitarbeiter

112.400 EUR

44 Jahre

14 %

3.

Leiter Geld- und Devisenhandel

104.500 EUR

42 Jahre

0%

4.

Leiter Structured Finance

103.500 EUR

46 Jahre

0%

5.

Landesdirektor Vertrieb

102.300 EUR

47 Jahre

15 %

6.

Leiter Anleihen / Aktienhandel Treasury

101.700 EUR

42 Jahre

18 %

7.

Leiter Marketing 250–600 Mitarbeiter

97.600 EUR

43 Jahre

0%

8.

Teilbereichsleiter Risikomanagement

95.900 EUR

44 Jahre

27 %

9.

Teilbereichsleiter Auslandsgeschäft

93.300 EUR

47 Jahre

27 %

10.

Teilbereichsleiter Treasury

88.700 EUR

38 Jahre

27 %

11.

Wertpapierresearch Professional

66.700 EUR

41 Jahre

85 %

12.

Corporate Finance / M&A Professional

61.200 EUR

41 Jahre

41 %

13.

Institutional Sales Professional

59.800 EUR

39 Jahre

52 %

14.

Aktien-/Anleihenanalyst Professional

58.600 EUR

36 Jahre

39 %

15.

Fondsmanagement Professional

51.600 EUR

38 Jahre

25 %

16.

Kundenhändler Anleihen und Aktien Professional

51.400 EUR

40 Jahre

25 %

17.

Fondsvertrieb Professional

50.700 EUR

41 Jahre

41 %

18.

Public Relations Professional

50.700 EUR

41 Jahre

61 %

19.

Compliance Manager Professional

48.600 EUR

41 Jahre

53 %

20.

Produktentwicklung Investment Professional

48.000 EUR

38 Jahre

43 %

21.

Investor Relations Professional

45.800 EUR

42 Jahre

67 %

22.

Risikocontrolling Professional

45.500 EUR

39 Jahre

48 %

23.

Marketing-/Produktmanagement Professional

43.400 EUR

39 Jahre

65 %

24.

Kredit-/Bilanzanalyse Professional

42.400 EUR

40 Jahre

64 %

25.

Wertpapierabwicklung Back Office Professional

40.600 EUR

38 Jahre

68 %

Quelle: Bankengehaltsstudie 2013, Deloitte Consulting GmbH

Variable Vergütung sinkt Lothar Maisel vom Bereich Human Ressources der Bawag P.S.K. kann dies aus der Praxis bestätigen: „Auch bei der Bawag P.S.K. ist im vergangenen Jahr einen Trend zu geringerer variabler Vergütung festzustellen. Diesbezügliche CRD-III-Vorgaben werden von uns selbstverständlich eingehalten.“ Variable Vergütungen betreffen vor allem Mitarbeiter, deren Tätigkeit sich wesentlich auf das Risikoprofil der Bank auswirkt, also Geschäftsleitung, Risikokäufer und Mitarbeiter mit Kontrollfunktion. „Wichtig ist uns der Aspekt der Nachhaltigkeit. Daher werden Teile des Bonus auf bis zu fünf Jahre verteilt ausgezahlt. Die Auszahlung der rückgestellten Teile ist vom Bankerfolg abhängig“, sagt Maisel. Auch Doris Tomanek, Vorstand für Human Ressources Austria & CEE bei der UniCredit Bank Austria, bestätigt diesen Trend und ergänzt: „Bei den Non-

Executives sind die Änderungen ausschließlich auf die wirtschaftliche Situation zurückzuführen. Bei Executives beeinflusst die Wirtschaftslage die Höhe der variablen Vergütung, während CRD III sich auf die Auszahlungsmodalitäten auswirkt.“

Frauen fordern zu wenig Ein weiteres Thema, auf das die Bankengehaltsstudie eingeht, ist der Frauenanteil bei verschiedenen Positionen und die Einkommensunterschiede zwischen den Geschlechtern. Während 52 Prozent der erfassten Bankangestellten weiblich sind, beträgt der Anteil in der Führungsebene gerade einmal 18 Prozent. Das Back Office hingegen ist mit 75 Prozent eine weibliche Domäne. Der Vertrieb als größter erfasster Fachbereich ist mit 53 Prozent Frauenanteil zwar insgesamt ausgeglichen, aber bei den Spitzenpositionen


Banken

39

Positionen mit starkem Rückgang in den Variablen

Position

Bereich Median 2013 Median 2011

LeiterIn Vertrieb (<250 Mitarbeiter) Vertrieb Fonds-/Portfoliomanagement Senior

Rückgang

5,60 %

30,50 %

–24,90 %

Wertpapier und Investmentbanking

11,50 %

33,00 %

–21,50 %

Geld und Devisen: KundenhänderIn Senior

Treasury

7,40 %

24,00 %

–16,60 %

Anleihen-/Aktienemissionen Professional

Wertpapier und Investmentbanking

8,00 %

24,50 %

–16,50 %

Finanzierung

6,50 %

21,10 %

–14,60 %

LeiterIn Finanzierung (251–600 Mitarbeiter)

pendeln die Werte wieder nur zwischen null Prozent und 15 Prozent. Betrachtet man die Gehaltsbandbreiten, so zeigt sich, dass die Abstände zwischen Männern und Frauen umso größer werden, je höher die Positionen sind. Bei der Bawag P.S.K. jedenfalls haben die Maßnahmen zur Karriereförderung von Frauen offenbar Wirkung gezeigt, denn hier sei der Frauenanteil in der Führungsebene mit 27 Prozent über dem Wert der Studie, betont Lothar Maisel. In der Branche insgesamt habe sich laut Eva Brauneis in den vergangenen vier Jahren aber nichts

an den erhobenen Zahlen geändert. „Dass weit weniger Frauen aufsteigen, hat immer noch mit der Doppelbelastung Beruf/Familie zu tun und zum Teil damit, dass Frauen sich für gewisse Funktionen nicht bewerben“, analysiert die Studienautorin. „Männer bewerben sich für höhere Positionen schneller und bekommen sie auch.“ Dass nun die Gehälter in größeren Unternehmen offengelegt werden müssen, sieht Brauneis nicht als Lösung: „Die Frauen sagen dann: ‚Was soll ich mich streiten?‘. Da werden sich die Männer zuerst beschweren, wenn sie weniger als ein Kollege bekommen.“

ADVERTORIAL

25 Jahre AGRANA – Erfolg mit Verantwortung

D

ie AGRANA Beteiligungs-AG ist ein international ausgerichtetes österreichisches Industrieunternehmen, welches landwirtschaftliche Rohstoffe zu einer Vielzahl von industriellen Produkten für die weiterverarbeitende Industrie veredelt. Der Konzern beschäftigt rund 8.500 MitarbeiterInnen an 56 Produktionsstandorten auf allen fünf Kontinenten. 1988 als Dachgesellschaft für die österreichische Zucker- und Stärkeindustrie gegründet, hat sich AGRANA in 25 Jahren somit vom ausschließlich österreichischen zu einem global tätigen Unternehmen erfolgreich weiterentwickelt. AGRANA hat im Geschäftsjahr 2012|13 in einem fordernden Marktumfeld mit 3.066 Mio. Euro erneut einen Rekordumsatz erzielt. Insgesamt gelang es dem Unternehmen seit seiner Gründung in allen drei Geschäftssegmenten Zucker, Stärke und Frucht trotz

zunehmender Volatilitäten auf Beschaffungs- und Absatzmärkten kontinuierlich zu wachsen – sowohl organisch als auch durch Übernahmen oder Kooperationen. In Summe haben sich seit der Gründung sowohl Umsatz als auch operatives Ergebnis verneunfacht. Heute ist AGRANA eines der führenden Zucker- und Stärkeunternehmen in Zentraleuropa, Weltmarktführer bei Fruchtzubereitungen für die Molkereiindustrie und der größte Erzeuger von Fruchtsaftkonzentraten in Europa. „Die Entwicklung von AGRANA in den letzten 25 Jahren steht für Erfolg mit Verantwortung. Wir sind nicht nur ökonomisch gewachsen,

sondern haben auch stets unsere Umwelt und natürlichen Ressourcen respektiert. Nachhaltigkeit wird für AGRANA auch in Zukunft von besonderer Bedeutung sein. Großen Wert legen wir dabei an sämtlichen Produktionsstätten auf energieeffiziente Prozesse und die größtmögliche Nutzung aller Nebenprodukte“, betont DI Johann Marihart, Vorstandsvorsitzender der AGRANA Beteiligungs-AG. AGRANA Beteiligungs-AG Friedrich Wilhelm Raiffeisen Platz 1 ∙ 1020 Wien info.ab@agrana.com www.agrana.com


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gast kommentar Nicole Bäck-Knapp

Litigation-PR: Kommunikation bei Rechtsfällen Nicole Bäck-Knapp, Geschäftsführende Gesellschafterin der Agentur Ecker & Partner, über die Bedeutung von Litigation-PR bei rechtlichen Auseinandersetzungen.

M

Ecker & Partner Geschäftsführende Gesellschafterin Nicole Bäck-Knapp ist PR-Expertin und ­Verfasserin des „White Papers“ zum ­Management von ­Kommunika­tion bei rechtlichen ­Auseinandersetzungen.

gesamte Kommunikation kritisch hinterfragt werden. Und vor alanchmal mag es ungerecht sein, manchmal überlem: „Kein Kommentar“ ist keine Alternative. Das Ziel muss es sein, trieben, aber in einer Unternehmenswelt, in der die mit offener Kommunikation den Takt vorzugeben oder zumindest Justiz den Konzernen oft unterliegt, ist es mitunter auch mit der eigenen Sicht der Dinge in der Öffentlichkeit durchdie schärfste Waffe gegen Wirtschaftskriminalität: Es ist das Urzudringen. teil der Öffentlichkeit.“ Dieses Zitat in der „Zeit“ bringt es auf den Gehen Sie davon aus, dass alle Unterlagen „geleakt“ werden. Punkt: Die Öffentlichkeit nimmt immer öfter eine Richterrolle ein, Wenn Sie diese selbst proaktiv kommunizieren, nehmen Sie Ihnen und die Medien fungieren je nach Causa als Kläger oder Verteididen Nimbus des Geheimen und bringen die eigene Interpretation ger. Wenn man sich die österreichischen Causen ansieht, ist es vor besser unter. Auch hier gilt: Vergessen Sie das Web nicht, vor allem allem die Finanzbranche, deren sowohl zivil- als auch strafrechtauch, weil es ein kollektives Gedächtnis ist und noch Jahre danach lichen Fälle medial abgearbeitet werden – inklusive Vorverurteidie Reputation beeinflusst. Zudem sind Twitter und Liveforen aus lungen und Reputationsverlust für Menschen und Unternehmen. dem Gerichtssaal mittlerweile an der Tagesordnung. Eigene KaNicht dass in der Finanzwelt besonders viel kriminelle Energie näle wie Litigation-Websites oder Twitter-Accounts können die herrscht, sie ist aber besonders stark reglementiert und damit öfter eigenen Positionen zu den Usern bringen. mit rechtlichen Auseinandersetzungen konfrontiert. Es zeigt sich eindeutig, dass mit professionellem Management der Was sind nun grundlegende Regeln der Litigation-PR? Kommunikation sowie gutgemachten und strategisch platzierten Zuallererst: Eine gute Zusammenarbeit zwischen Anwälten und Interviews Einfluss in die Berichterstattung und Wahrnehmung zu Kommunikatoren und eine gemeinsam entwickelte Strategie sind nehmen ist. Nur ein Beispiel: Gerade die am Beginn zitierte beGrundvoraussetzungen für den Erfolg. Die Kommunikationsstratesonders kritische „Zeit“ hat Uli Hoeneß in einem Interview, das er gie folgt meistens jener der Juristen, gleichzeitig darf auch beim gemeinsam mit seinem Sohn gegeben hat, die Möglichkeit gegeEinsatz rechtlicher Mittel nicht vergessen werden, dass die Reben, sich als Familienmensch und reuigen putation einer Person oder eines UnternehSünder darzustellen und sein eigenes Bild mens am Spiel steht. zu zeichnen. Danach stellte sich allerdings Im Falle eines Verfahrens wird jegliche heraus, dass er nicht alle Karten auf den Kommunikation eines Unternehmens beTisch gelegt hat: Dies zeugt wiederum von ziehungsweise eines Beschuldigten in der falscher Litigation-PR-Strategie. Öffentlichkeit mit dieser Causa in Verbindung gebracht. Daher muss zu Beginn die Nicole Bäck-Knapp

„Kein Kommentar“ ist keine Alternative.


t z t je ken

c i l k

Österreichs Portal für Börse, Finanzen und Geldanlage

DerBörsianer bietet relevante Nachrichten und Analysen von der Wiener Börse sowie 1.000.000 aktuelle und historische Kursdaten von Aktien, Fonds, Zertifikaten, Anleihen, Währungen, Rohstoffen und Indizes.

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banken

Erste Group und RLB OÖ finanzieren PPP-Projekt in Niederösterreich +++ Ra bank expandiert in Bayern +++ Hypo Alpe Adria erhält 700 Millionen Euro vo 265 Millionen Euro Verlust ein +++ BKS Bank und RBI stützen Hirsch Servo ++

interview

news

Peter Harold Hypo NOE Gruppe Generaldirektor

Quo vadis, Public Finance? Wie läuft das Geschäft mit den Gemeinden? – Der von den Experten kolportierte Investitionsrückgang in der Höhe von rund 20 bis 30 Prozent ist durchaus sichtbar. Einige geplante Projekte werden „auf Eis gelegt“ oder zeitlich nach hinten verschoben. Der kommunale Markt ist für uns, abhängig von Bonitäten, jedoch weiterhin interessant. Wir setzen gemäß unserem Motto „Alles aus einer Hand“ auf gezielte Beratung für Projekte mit Schwerpunkt öffentlicher Hochbau und bieten dazu unseren Life-Cycle-Ansatz mit Baukosten- und Energieverbrauchsgarantie. Gibt es Anzeichen für eine Kreditklemme im Public-FinanceSektor? – Aus unserer Sicht ist diese derzeit nicht sichtbar. Die Zahlen aus unserem Halbjahresbericht zeigen, dass unsere Kreditvergaben auf einem normalen Niveau liegen. Seit dem Krisenjahr 2008 wird die Bonität von Gemeinden noch genauer geprüft, das wirkt sich natürlich auch im Zinssatz aus. Wurden Lehren aus den Causen Linz und Salzburg für den Finanzvertrieb gezogen? – Als Landesbank haben wir auch in der Vergangenheit schon immer sorgsam beraten. Der Kunde soll genau jene Beratung erhalten, die zu seinem Gesamtumfeld/-haushalt passt und seine persönlichen Finanzfragestellungen beantwortet. Die Fälle in Linz und Salzburg zeigen deutlich, wie wichtig Beratung und Kompetenz sind. Wir bilden unsere Experten ständig weiter, unter anderem mit Fachlehrgängen an der Donau-Universität in Krems.

Erste Group begleitet Net4Gas-Deal Erste Group Bank AG und Ceska sporitelna waren für das aus Borealis In­frastructure und Allianz Capital Partners bestehende Konsortium bei deren erfolgreichem Erwerb des unabhängigen tschechischen Gasnetzbetreibers Net4Gas als Co-Advisor tätig. Sie agierten auch als Mandated Lead-Arrangers und stellten einen wesentlichen Teil der syndizierten Finanzierung für den Kauf zur Verfügung. Net4Gas besitzt und betreibt ein mehr als 3.600 Kilometer langes Netzwerk von Hochdruckleitungen, die den Binnenmarkt der Tschechischen Republik versorgen und den Erdgastransport durch Tschechien zu Märkten in Europa gewährleisten.

news

RBI-Lead-Manager für ÖBB-Anleihe

news

Flatex: Hallo Österreich Seit 2010 gibt es bei Flatex die Möglichkeit, Depots nach österreichischem Recht zu eröffnen. Ab sofort gibt es auch ein Büro in Wien. Das Team rund um Niederlassungsleiter Robert Ulm hat viel vor. Unter dem Thema „vom Interessierten zum Wissenden“ soll der Schwerpunkt auf den Schulungsbereich gelegt werden. Diverse Veranstaltungen in den Bundesländern sind geplant. Die Flatex-Gruppe verfügt in Deutschland und Österreich aktuell über 120.000 Kunden mit einem Kundenvermögen von 2,8 Milliarden Euro.

Die ÖBB-Infrastruktur AG hat im Juli unter Federführung der Raiffeisen Bank International AG eine zehnjährige Anleihe mit einem Kupon von 2,25 Prozent emittiert. Trotz eines volatilen Marktumfelds konnte die Anleihe innerhalb kurzer Zeit platziert werden. Investoren aus Deutschland, Asien und Österreich griffen bei der Emission zu. „Diese Emission war bereits die vierte erfolgreiche Transaktion der Republik Österreich, die die RBI in diesem Jahr federführend begleitet hat. Wenn man die Erdöl-Lagergesellschaft mbH hinzuzählt, war es sogar bereits die fünfte”, sagte RBIMarktvorstand Klemens Breuer.


Seitentaufe

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aiffeisen Research feiert Zehn-Jahr-Jubiläum +++ ÖVAG startet Verkauf der Malta-Tochter +++ Oberom Staat +++ RCB berät bei Privatisierung von Stromversorgern in der Türkei +++ Sberbank Europe fährt ++ Bankhaus Krentschker feiert 90-Jahr-Jubiläum +++ Baader Bank neuer OTC-Partner von Brokerjet

RCB berät Bawag P.S.K. Leasing Die Raiffeisen Centrobank AG (RCB) hat den Verkauf der Bawag P.S.K. Fuhrparkleasing GmbH an das weltweit führende Flotten- und Fahrzeugmanagementunternehmen LeasePlan Corporation N.V. abgeschlossen. Für die RCB, die in dieser Transaktion verkaufsseitig beraten hat, ist es nach dem Verkauf der polnischen Leasing-Tochter bereits das zweite abgeschlossene Beratungsmandat der Bawag-P.S.K.-Gruppe 2013. „Die Unterstützung

news

kolumne Eva Marchart Raiffeisen

der Bawag-P.S.K.-Gruppe bei der Optimierung ihres Geschäftsportfolios war für uns bisher eines der bedeutendsten Mandate in Österreich in diesem Jahr. Der heimische Markt insgesamt wird jedoch wieder zunehmend interessanter für internationale Investoren, weshalb wir zuversichtlich sind, bis zum Jahresende noch weitere österreichische M&ATransaktionen zu sehen“, erklärt Henning von Stechow, Head of M&A bei der RCB.

karriere

Frank Schönherr

Ivo Holdener

Franz Hörl

Joachim Schorlemer

Crédit Agricole CIB

Der Banker leitet seit

Der Erste-Group-Ana-

Ist neuer Chef und

ernennt Frank

September das Team

lyst wurde mit dem

Country Executive

Schönherr zum S­ enior

Financial Institutions

StarMine Award als

der Royal der Bank

Country Officer

in der M&A-Beratung

bester Stock Picker

of Scotland für die

für Österreich und

der Raiffeisen

Europas 2013

Region Deutschland

Deutschland.

Centrobank AG.

ausgezeichnet.

und Österreich.

Studie

Nach einer schwierigen Phase zwischen 2012 und Anfang 2013 verzeichnet die Finanzbranche wieder ein Wachstum. Wie eine Studie von Roland Berger Strategy Consultants und der Nomura Bank ergibt, bleiben die Kapitalmärkte und das Depositgeschäft insgesamt aber verhalten. Für 2014 erwarten die Experten eine Stabilisierung des Festzinssegments, eine leichte Erholung bei den Dividendenpapieren und Wachstum bei den Geschäftsbanken. Viele Entscheider im

Wachstum für Finanzbranche Corporate und Investment-Banking nutzten die Krise auch, um Kosten zu senken, was positive Auswirkungen auf die Gewinnmarge der Branche hatte. Der Roland-Berger-Experte Rupert Petry empfiehlt Entscheidungsträgern, „trotz der schwachen Aussichten in die Zukunft zu denken und im Corporate und Investment-Banking weiterhin auf Ertragswachstum zu setzen – vor allem durch gezielte Maßnahmen, um die Effizienz ihrer Unternehmen zu steigern“.

Centrobank AG Vorstandsvorsitzende

In die Schublade gesteckt 2008, Lehman Brothers, Ausbruch der globalen Finanzkrise: Investmentbanken stehen seither unter massivem Beschuss. Nicht überraschend, denn im Zuge der Aufarbeitung der Ursachen der Krise sind schier unglaubliche Geschäftspraktiken einiger Marktteilnehmer bekanntgeworden, wurden „Fair Play“-Regeln grob missachtet und dadurch Glaubwürdigkeit und Reputation einer ganzen Branche beschädigt. Im berechtigten Sturm der Entrüstung wird jedoch übersehen, welch unverzichtbaren Beitrag saubere Investmentbankingprodukte für eine entwickelte, international agierende Ökonomie leisten. Absicherung, Beratung oder Unternehmensfinanzierung über den Kapitalmarkt angesichts erhöhter Kosten aus Basel III sind nur ein Beispiel. Seriös agierende Investmentbanken leisten ihren Beitrag zum Erfolg der Realwirtschaft in einem komplex gewordenen Wirtschaftsumfeld. Diese mit wenig seriösen, ja skrupellos agierenden Marktteilnehmern in eine Schublade zu stecken schädigt nicht nur den Ruf des Wirtschaftsstandortes Österreich, sondern verbaut auch Zukunftschancen für unser Land! Mein Appell an die vor allem auch politische Öffentlichkeit: Erkennen Sie die Zusammenhänge des realen Wirtschaftskreislaufs und setzen Sie zum Wohle unserer Volkswirtschaft fördernde und nicht hemmende Maßnahmen! e.marchart@derboersianer.com


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versicherungen

VIG steigert operatives Ergebnis um knapp zehn Pr 150,6 Millionen Euro +++ Valida schließt Kauf der S vetia steigert Leben-Prämien im Halbjahr um 5,7 Pr

news kolumne Günter Geyer VVO Präsident

Das Osteuropa-Geschäft Der wirtschaftliche Aufschwung in Osteuropa ist vorbei. Dies prognostizieren Analysten und Experten seit Beginn der Finanz- und Währungskrise. Auch die möglichen Folgen für die österreichische Wirtschaft, deren Konzerne stark in der Region engagiert sind, werden in diesem Zusammenhang diskutiert. Zentralund Osteuropa ist in Wirklichkeit ein Wirtschaftsraum, der sich erfrischend weiterentwickeln wird. Der Lebensstandard der Menschen wird steigen und damit auch deren Bedürfnisse in Bezug auf Konsum und Sicherheit. Für Versicherer bedeutet das eine stetige Weiterentwicklung der Nachfrage und des Produktangebots. Zunächst waren Kunden an Kfz-Versicherungen interessiert, später zunehmend an der Absicherung ihres Eigentums. Derzeit steigt das Bewusstsein für die Lebensversicherung als Instrument der persönlichen Zukunftssicherung. In einzelnen Märkten wird auch die private Gesundheitsvorsorge zum Thema. Das Potenzial ist nach wie vor vorhanden, das Wachstum ist gegeben, wenn auch nicht mehr so dynamisch wie vor der Krise. Die in Zentral- und Osteuropa tätigen heimischen Versicherer sind dort erfolgreich, fest verankert und verfolgen konsequent ihre CEE-Strategien. Europa hat hart dafür gearbeitet, Grenzen zu überwinden. Es sollte als ein Wirtschaftsraum betrachtet werden, der die aktuellen Herausforderungen bewältigen wird. g.geyer@derboersianer.com

Fusion Ergo und Bank Austria Versicherung Die Ergo Austria Holding setzt ihre Einmarkenstrategie weiterhin fort. Zuletzt wurde Anfang September die zum Konzern gehörende Bank Austria Versicherung mit der Ergo Versicherung

verschmolzen. Außerdem wurden die Ergo Insurance Service GmbH, die vor allem Verwaltungseinheiten umfasst, und die Ergo Versicherung fusioniert.

Pensionskassen im Plus

news

Die österreichischen Pensionskassen erwirtschafteten im zweiten Quartal knapp über zwei Prozent Ertrag. Damit konnten Verluste vom Jahresbeginn ausgeglichen werden. Die durchschnittlich erwirtschaftete Rendite lag damit per Ende Juni bei 0,82 Prozent. Das von den insgesamt 16 Pensionskassen verwaltete Vermögen lag bei 16,25 Milliarden Euro.

Prämienanstieg Im Gegensatz zum Versicherungsverband (VVO) rechnet das Wirtschaftsforschungsinstitut für 2013 mit einem leichten Prämienanstieg um 1,7 Prozent in der heimischen Versicherungswirtschaft. Der VVO war von einer Stagnation mit +0,2 Prozent ausgegangen. Allerdings stelle „die Veranlagungspolitik die Versicherungswirtschaft vor große Herausforderungen“, so der aktuelle Wifo-Monatsbericht vom Oktober.

news

Valida beste Vorsorgekasse Laut Berechnungen des Versicherungsmaklers Greco ist die Valida Plus die beste Vorsorgekasse unter insgesamt zehn Anbietern am Markt, wobei einer davon erst seit 2011 im Geschäft

ist. Die Valida Plus habe seit der Einrichtung der Kassen zur Verwaltung der Abfertigung Neu die höchste Steigerung des von ihr verwalteten Guthabens erreicht.


Seitentaufe

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rozent auf 330 Millionen Euro +++ Uniqa mit Rekordanstieg des Ergebnisses um knapp 163 Prozent auf Siemens-Pensionskasse ab +++ Generali ist Umfragesieger bei den AssCompact Awards 2013 +++ Helrozent +++ Merkur bekommt neuen Vorstand +++ Uniqa schließt Vertriebskooperation mit Porsche Bank news

karriere

Große Versicherer fokussieren Geschäft Uniqa Insurance Group (Uniqa) und Vienna Insurance Group (VIG) haben im vergangenen Quartal beide außerhalb des Kerngeschäfts liegenden Geschäftsfelder abgestoßen. Die Uniqa schloss Mitte September Verträge mit internationalen Investoren, vor allem Sekundärmarktspezialisten und institutionellen Anlegern, über den Verkauf ihres Private-Equity-Portfolios. Das hat ein Volumen von rund 400 Millionen Euro, bestehend aus 54 europäischen und nordamerikanischen Private-Equity-Fonds. Als Teil des Kerngeschäfts hat die Uniqa unterdessen eine Kooperation mit der Porsche Bank über Autoversicherungen in CEE unterzeichnet. Die VIG wartet noch immer auf die Zustimmung der bulgarischen Behörden

über den Verkauf des Doverie-Pensionsfonds an den britischen Investor United Capital. Beide großen österreichischen Versicherer haben im vergangenen Quartal eine Kapitalerhöhung über die Begebung einer Anleihe angedacht. Die Uniqa hat im Juli eine 350 Millionen Euro schwere Ergänzungskapitalanleihe begeben, die beinahe dreifach überzeichnet war. Der Versicherer will damit die Eigenkapitalausstattung „in Vorbereitung auf Solvency II“ verbessern. Die VIG gab Anfang Oktober bekannt, eine nachrangige Anleihe mit einem Emissionsvolumen von 500 Millionen Euro „erfolgreich bei institutionellen Investoren in Europa“ platziert zu haben. Das Angebot sei mehr als vierfach überzeichnet gewesen.

Grzegorz Sielewicz

Harald Riener

Wurde vom Kredit-

Der Manager und sein

versicherer Coface

Kollege Gerhard Lahner

als Chefökonom für

verstärken ab 2014 den

Zentraleuropa ange­

Vorstand der Donau

heuert. Der 33-Jährige

Versicherung AG.

war zuvor im

Riener ist derzeit bei

polnischen Finanz­

einer VIG-Tochter in

ministerium tätig.

Kroatien tätig.

Christian Kladiva

Gerhard Hopfgartner

Der langjährige

Wechselt nach elf

Versicherungsprofi

Jahren im Vorstand

wird ab 2014 neuer

von Skandia, einem

­Generaldirektor der

Spezialisten für

Merkur Versicherung.

Geldanlage und

Er ergänzt somit den

Pensionvorsorge, als

Dreiervorstand der

Marketingleiter zur

Versicherung.

Wiener Städtischen.

news

Wechsel in BKV Noch bis 31. Oktober können sich Bezieher von Betriebspensionen aus Pensionskassen einmalig entscheiden, in eine Betriebliche Kollektivversicherung (BKV) zu wechseln, informierte der Verband der österreichischen Versicherungen VVO. Für aktive Arbeitnehmer, die das 55. Lebensjahr

überschritten haben, gilt der 31. Oktober 2013 als erster Stichtag, zu dem sie sich jedes Jahr für eine Übertragung entscheiden können. Die Wahlfreiheit ist Teil der Reform des Pensionskassengesetzes (PKG), die mehr individuelle Entscheidungsmöglichkeiten eingeräumt hat.


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aktiengesellschaften news kolumne Matthias Stieber Telekom Austria Group Direktor Investor Relations

Vertrauen durch Transparenz Auch fünf Jahre nach Lehman ist die globale Wirtschaft großen Unsicherheiten ausgesetzt. Zins- und Aktienmärkte sind nach wie vor volatil, ein langfristiger Ausblick ist quasi unmöglich. Eine schwierige Lage für Geldgeber und raue Zeiten für Investor-Relations, denn in einer solchen Situation besteht die Gefahr, dass Investoren und Analysten schnell das Interesse an einem Unternehmen verlieren. Der Ansatz der Telekom Austria Group ist, dem Kapitalmarkt alle relevanten Informationen bereitzustellen – natürlich unter Wahrung der Unternehmeninteressen. Ziel der vertrauensbildenden Maßnahmen ist es, das Unternehmen transparent darzustellen, damit es verstanden wird. Daher ist es wichtig, die Kommunikation mit Analysten und Investoren zu intensivieren, gerade in herausfordernden Zeiten. Schließlich „leben“ beide Zielgruppen von Informationen, um das Unternehmen in ihren Modellen gut einschätzen und daraus resultierende Investitionsentscheidungen treffen zu können. Dies erreicht man am besten mit vielen Gesprächen, in denen die Unternehmensentwicklung nachvollziehbar erklärt wird. Nicht zuletzt müssen Investor-Relations vermitteln, dass das Management auch unter widrigen Rahmenbedingungen das Steuer fest in der Hand hält. Womit wir wieder beim Ausgangspunkt wären: Vertrauen durch Transparenz. m.stieber@derboersianer.com

Head begibt 60 Millionen Euro An seitige Beteiligungen von je zehn P Bene einigt sich mit Banken über R

CIRAJahreskonferenz

Am 14. Oktober findet die CIRA-Jahreskonferenz 2013 im Hilton Vienna Hotel statt. Die diesjährige Konferenz steht unter dem Titel „Kapitalmarkt im Wandel und Herausforderungen für Unternehmen“. „Unser Ziel ist es, anlässlich der CIRA-Jahreskonferenz die aktuellen Fragen des Kapitalmarkts und der Kapitalmarktkommunikation zu behandeln. Mehr als 40 Referentinnen und Referenten diskutieren in insgesamt neun Panels über Themen des Kapitalmarkts: von der Kapitalmarktentwicklung über die Bi-

lanzpolizei, Erwartungsmanagement und Consensus bis hin zur Zukunft von Aktienanalyse und Sales“, sagt CIRA-Vorstand Harald Hagenauer, der mit seinen Kollegen Klein, Stieber und Roither durch den Tag führen wird.

karriere

Herbert Ortner

Ulrich Schumacher

Johannes Meran

Johannes

Palfinger verlängerte

Seit ersten Oktober

Der ehemalige Petrus-

Schmidt-Schultes

vorzeitig den Vertrag

ist Ulrich Schumacher

Adviser-Manager gibt

Die Semperit AG

des Vorstandsvor-

neuer Zumtobel-CEO

die operative Führung

Holding hat das

sitzenden Herbert

und interimistischer

bei Conwert Immobi-

Vorstandsmandat von

Ortner bis Ende 2018.

CFO und löst damit

lien Invest ab, bleibt

Johannes Schmidt-

Er ist bereits seit

Harald Sommerer und

aber Vorsitzender des

Schultes bis zum 30.

2003 im Vorstand.

Mathias Dähn ab.

Verwaltungsrats.

April 2017 verlängert.

news

Corporate Bonds Die Wiener Börse AG startete mit Oktober ein neues Segment für Anleihen, das die Transparenz erhöhen soll. Das Segment „corporates prime“ bringt sowohl für Anleger als auch für Emittenten Vorteile. Investoren können sich leichter mit dem Unternehmen auseinandersetzen. Zum Start sind bereits 21 Anleihen von neun Emittenten mit dabei.

Quartalsberichte Die geänderte EU-Transparenzrichtlinie besagt, dass in Zukunft nur noch unter besonderen Auflagen ein Quartalsbericht von börsennotierten Unternehmen verlangt werden darf. Schenkt man den Stimmen des Marktes Glauben, so werden auch nach 2015 weiterhin Quartalsberichte publiziert. Ausgenommen vielleicht kleinere kapitalmarktorientierte Gesellschaften, für die sich Erleichterungen aus den Neuregelungen in der Transparenzrichtlinie ergeben.


Seitentaufe

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nleihe +++ CA Immobilien verkauft zwei Drittel des Tower 185 +++ Palfinger und Sany planen wechsel­ Prozent +++ Egger plant 7,00-Prozent-Hybridanleihe +++ Warimpex Anleihe nun in Wien handelbar +++ Restrukturierung +++ Wiener Börse stellt Handel mit Derivaten ein +++ AT&S führt Kapitalerhöhung durch news

interview Robert Kastil Finanzvorstand i. R.

Aktien für Arbeitnehmer

Rosenberger International AG

Auf Wiedersehen

Im Juni 2013 hat die EVN AG die Übertragung von maximal 170.000 Stückaktien der EVN AG an Arbeitnehmer der Gesellschaft sowie bestimmter verbundener Unternehmen angekündigt. Am 6. August 2013 wurden insgesamt 72.265 Stückaktien, das entspricht 0,04 Prozent des derzeitigen Grundkapitals der EVN AG, an diese Arbeitnehmer außerbörslich übertragen. Der Gegenwert je übertragener Aktie entspricht 90 Prozent des Durchschnitts der Tagesendkurse der Kalenderwochen 27 bis 30 im Jahr 2013. Die EVN AG verfügt nunmehr über 1.793.367 eigene Aktien, die zusammen rund 1,00 Prozent des Grundkapitals der Gesellschaft bilden. news

Aufsichtsräte kosten mehr

Eine Erhebung des Kleinanlegerverbands IVA ergab, dass in den 35 größten an der Wiener Börse notierten Unternehmen, im Prime-Market-Segment, die Kosten für Aufsichtsratsgremien im Geschäftsjahr 2012 im Schnitt um acht Prozent von 211.000 Euro auf 228.000 Euro gestiegen sind. Dabei hat die Erste Bank mit zwölf Eigentümervertretern den größten Aufsichtsrat. Die höchsten Vergütungen erhalten Conwert-Aufsichtsratsvorsitzende mit 110.000 Euro. Durchschnittlich erhält ein Aufsichtsrat etwa 30.000 Euro.

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Fällt der Abschied nach 30 Jahren bei Rosenbauer schwer? – Ganz sicher. Andererseits gehe ich zu einer Zeit, wo Umsatz und Ergebnis auf einem Höhepunkt sind. Das erfüllt mich mit Freude und Stolz. Auf welche Leistungen sind Sie stolz? – Die Entwicklung des ­Unternehmens von einer familienorientierten KG in die börsennotierte AG sowie der Börsengang im Jahr 1994, an dem ich als Verantwortlicher Projektleiter einen maßgeblichen Anteil hatte. Wie hat sich Rosenbauer seit dem Börsengang entwickelt? – Der Aktienkurs hat sich, wenn man das Kurssplitting berücksichtigt, seit dem Börsengang de facto vervierfacht. Der Umsatz ist um mehr als das Fünffache gestiegen, und das Ergebnis hat sich verzehnfacht. Welche Pläne haben Sie für den Ruhestand? – Ich führe Gespräche, das eine oder andere externe AR-Mandat zu übernehmen. Privat werde ich mehr Zeit haben, meinen Interessen, der modernen Architektur, dem Reisen, Skifahren und Golfspielen, zu widmen. Welche Tugenden sollte heute ein CFO mitbringen? – Hier hat sich in den letzten Jahrzehnten nichts geändert. Der ehrbare Kaufmann ist weiterhin gefragt. Offenheit, Handschlagqualität gegenüber allen Geschäftspartnern und Transparenz in der externen Kommunikation.


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fonds

Behavioral-Finance-Videos von Franklin Templetons gewinnen fünf Telly Aw hammer & Schattera mit neuem Geschäftsführer +++ C-Quadrat schließt Jo für Kleinanleger +++ Erste Asset Management startet neues Veranlagungsk news

kolumne Heinz Bednar VÖIG Vorstand

Bawag P.S.K. Invest ausgezeichnet

Gemischte Fonds auf dem Weg zur Spitze Bereits mehr als ein Drittel aller Gelder sind in Österreich bereits in dieser Assetklasse veranlagt. Auf mittlere Sicht könnten diese Fonds die bedeutendste Anlageklasse des Landes werden. Der Hintergrund dieser Entwicklung ist rasch erklärt: Die Stimmungskurve der Wirtschaft zeigt nach oben. Die niedrigen Zinsen und die expansive Geldpolitik der Notenbanken zeigen Wirkung. Die Aktienmärkte aus den Industriestaaten haben sich überdurchschnittlich gut entwickelt. In diesem Umfeld feiern Investmentfonds seit einiger Zeit ein „stilles“ Comeback. Das in österreichischen Fonds veranlagte Kapital hat sich seit dem Höhepunkt der Finanzkrise erholt, die historische Höchstmarke des Jahres 2006 ist nicht allzu weit entfernt. Per August 2013 werden 148,8 Milliarden Euro in österreichischen Investmentfonds veranlagt, der Großteil davon, 45,8 Prozent, in Anleihenfonds. Auch wenn die Frühindikatoren freundlich ausfallen: Die Zentralbanken werden nicht so rasch von ihren expansiven Maßnahmen abrücken. Das bedeutet, dass die Geldmarktzinsen in der Eurozone tief bleiben werden. Anleger, die höhere Renditen erwirtschaften möchten, müssen daher Alternativen suchen: Gemischte Fonds eignen sich dafür bestens. h.bednar@derboersianer.com

Die Bawag P.S.K. Invest wurde von World Finance, einem renommierten internationalen Finanzmagazin mit Sitz in London, zum Österreich-Sieger des „World Finance Invest-

ment Management Award 2013" gewählt. Der Award zeichnet Verwaltungsgesellschaften mit herausragendem Investmentansatz und nachhaltiger Performance aus.

news

Streit beigelegt Superfund hat sich mit der Finanzmarktaufsicht über die Verwaltung seiner Genussscheine geeinigt. Die Finanzaufseher hatten im Geschäftsmodell des von Christian Baha gegründeten Fonds ein Einlagengeschäft gesehen, wofür eine Bankkonzession erforderlich wäre. Das

news

im Juli in Österreich umgesetzte EU-Gesetz zur Verwaltung alternativer Investmentfonds hat eine Lösung ohne Bankgründung ermöglicht, heißt es seitens Superfund. Schon per 22. August 2013 wurden die Superfund Unternehmens-Beteiligungs-AG und die Superfund Vermögensveranlagungs-AG als Alternative Investmentfonds-Manager registriert.

Kritik an „Beipackzettel“

Seit gut einem Jahr müssen die Banken potenzielle Käufer von Fonds über Kosten und Risiken besser aufklären als zuvor, doch die seit 1. Juli 2012 per EU-Verordnung gesetzlich vorgeschriebenen Kundeninformationsdokumen­te lassen in der Praxis noch zu wünschen übrig. Die Arbeiterkammer hat 40 „Beipackzetteln“ von zehn Anbietern analysiert, die mehr als 80 Prozent des österreichischen Fondsvolumens

repräsentieren. Wie gesetzlich vorgeschrieben, waren diese nicht länger als zwei A4-Seiten. Die festgelegten Inhalte werden formal meist auch eingehalten. Die Angaben zu Anlagepolitik, Kosten, Risiken und möglichen Erträgen oder der früheren Wertentwicklung sind jedoch oft so gestaltet, dass man nicht klüger als vorher ist. Es mangelt an kurzen und verständlichen Sätzen.


Seitentaufe

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wards +++ Fidelity Fondsplattform FFB eröffnet eine Zweigniederlassung in Wien +++ Scheloint Venture zur Verwaltung von Pensionsfonds in Armenien +++ Comgest öffnet Magellan-Fonds konzept „Youinvest“ +++ Kepler Fonds und France Car sponsern Auto für OÖN-Börsenspiel +++

karriere

news

Nick Price

Wolfgang Pinner

Thomas Packa

Der Fidelity-Fonds-

Nachhaltigkeitsexperte

War zuletzt als

manager Nick Price hat

Wolfgang Pinner,

leitender Fonds­manager

bereits zum zweiten

derzeit Chief Sustai­­

beim Wiener Invest-

Mal den Sauren Golden

nability Investment Of-

menthaus C-Quadrat

Award gewonnen.

ficer bei der Erste Asset

tätig. Nunmehr

Er wurde als bester

Management, wechselt

berät er für den

Manager in der Kate-

mit 1. November zu

ETF-Anbieter iShares

gorie Schwellenländer-

Raiffeisen Capital

institutionelle Kunden

fonds ausgezeichnet.

Management.

aus Österreich.

news

Neues Fondsforum

Das 1. Österreichische Fondsforum setzt sich aus den Fondsanbietern AXA Investments, Crédit Suisse, DNB, PEH Wertpapier AG und M&G zusammen. Das Fondsforum beabsichtigt, zweimal im Jahr quer durch Österreich zu fahren. Die Stationen umfassen Bregenz oder Dornbirn, Innsbruck, Salzburg, Linz, Klagenfurt, Graz und Wien. Ziel ist es, Investoren einen Einblick in aktuelle Themen zu geben und durch Themenvorträge auch Diskussionen zu ermöglichen. Das Forum richtet sich an Assetmanager, Vermögensberater, Dachfondsmanager, Retail- und Private Banker, aber auch Versicherungen und Pensionskassen. Mehr zur Initiative unter www.fondsforum.at.

news

AIFMD reduziert Fondsmanager

Eine Studie der Immobilienberatungsgesellschaft Knight Frank gemeinsam mit dem Beratungs- und Softwarehaus DRS hat ergeben, dass die neuen Richtlinien zur Regulierung von Managern alternativer Investmentfonds zu einer Konsolidierung der europäischen Investmentbranche führen. 63 Prozent der befragten Immobilieninvestoren gehen davon aus, dass sich die Zahl der Fondsmanager durch AIFMD reduzieren wird. Laut Nick Powlesland, Leiter European Valuations bei Knight Frank, sollte die Richtlinie für mehr Vertrauen unter den Anlegern, grenzüberschreitende Absatzchancen und ein besseres gesamteuropäisches Marketing sorgen.

„Bangladesh Memorandum“ Als eine der ersten Gesellschaften hat die Erste Asset Management das „Bangladesh Memorandum“ des Interfaith Center on Corporate Responsibility unterzeichnet. Die von rund 300 religiösen oder religionsnahen Investoren getragene Institution kritisiert nicht nur die Zustände in der Textilindustrie Bangladesch, sondern auch die bekannten Kunden aus den Industrienationen. Der Mitte Mai gestarteten Initiative haben sich bereits 200 internationale Organisationen mit einem Kapitalvolumen von 3,1 Billionen US-Dollar angeschlossen. Ziel ist es, Brandschutz und Sicherheit in den Textilfabriken des Landes mit ihren vier Millionen Beschäftigten zu erhöhen.


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Brunswick feiert fünfjähriges Bestehen des Wiener Büros +++ Ecker und Partner veröffentlicht White Paper zum Thema Litigation-PR

public relations

Verbund Kampagne

news kolumne Peter Felsbach Voestalpine AG Pressesprecher

In der neuen Verbund-Kampagne werben Publikumslieblinge Stermann und Grissemann für den Wechsel zu Verbund Strom aus österreichischer Wasserkraft. Mit 1. September 2013 senkte dieser nämlich die Energiepreise seiner aktuellen H2Ö-Strom-Palette für Haushalte und Landwirtschaft. „Danke, Wasserkraft!“ lautet der durchgehende Slogan der neuen crossmedialen Werbekampagne.

Ein Börsengang als Revolution? 135 Zeichen waren es, mit denen der Kurznachrichtendienst Twitter im September seinen Börsengang angekündigt hat. Analysten taxieren den Wert des 900 Mitarbeiter zählenden Unternehmens zwischen zehn und 14 Milliarden Dollar. Spannend wird das allemal, ist es doch das erste Going Public einer namhaften Internetfirma seit dem Facebook-Listing. In Sachen Transparenz ist einiges nachzuholen. Bekannt sind derzeit weder Umsatz noch operatives Ergebnis. Die „Story“ dahinter zählt. Die Nutzerzahlen sollen sich 2013 auf 200 Millionen verdoppeln. Twitter gehört zu den zehn meistbesuchten Websites weltweit. Rund um den Börsengang wird einiges an Kommunikationsarbeit fällig. Die Fachwelt wird das „Wie“ mit Argusaugen beobachten. Die US-Börsenaufsicht SEC erlaubt neuerdings, kursrelevante Informationen ausschließlich über Twitter, Facebook und Co zu verbreiten. Eine Revolution. Somit wird Twitter gleich selbst zum eigenen Versuchsobjekt. Aber was bedeutet das für notierte heimische Unternehmen? Hierzulande sieht man derzeit wenige Chancen, die traditionellen Kommunikationskanäle abzulösen. Aber wer weiß, vielleicht wird aus einem schleichenden Siegeszug eine Initialzündung – dank des Twitter-Börsengangs und der damit einhergehenden Revolution in der Kapitalmarktkommunikation. p.felsbach@derboersianer.com

Publicis neu Die Publicis Austria Group wird nach dem Abgang der Geschäftsführerin Martina Frieser von Tomasz Pawlikowski und Elisabeth Pelzer geleitet. Strategisch will Pawlikowski Publicis „zu einem modernen, innovativen Hub für österreichische Kunden, die in der Region Zentral- und Osteuropa wachsen wollen“ entwickeln.

DMB und Libro Demner, Merlicek und Bergmann wirbt ab sofort für Libro, ein Unternehmen aus der Management Trust Holding AG des Industriellen Josef Taus. Im Zuge der neuen Imagekampagne werden nach jahrelanger TV-Abstinenz die von DMB kreierten Spots ab Mitte Oktober on air zu sehen sein. Die TV-Offensive wird von Hörfunk und Flugblättern im neuen Designbegleitet. karriere

Börsengezwitscher

news

Laut US-Börsenaufsicht SEC dürfen in den USA notierte Unternehmen auch in Zukunft über soziale Medien wie Twitter oder Facebook Finanz­ information öffentlich machen. In Europa sind weder Pläne noch Veränderungen für die Verankerung von sozialen Medien als Publizitätskanal vorgesehen. Experten aus Europa bezweifeln darüber hinaus die Kontrolle und die sichere Identifizierung des Absenders von kursrelevanten Informationen. news

Conwert 2.0

Die börsennotierte Conwert Immobilien Invest SE präsentiert sich mit einer neuen Website. Informationen rund um das Unternehmen und den Töchtern der Conwert-Gruppe sowie eine Immobiliensuche werden auf einer benutzerfreundlichen und modernen Plattform zur Verfügung gestellt.

Claudia Schön

Michael Fried

Kathrin Rezac

Barbara Braunöck

Die ehemalige Presse-

Der Kommunikations-

Die PR-Abteilung

wird zukünftig das

sprecherin der UniCredit

profi Michael Fried ist

bei Demner, Merlicek

Wienerberger-Team

Bank Austria ist seit

seit 15. Mai Partner

und Bergmann erhielt

in den Bereichen

August 2013 neue

im Beraterteam der

mit Kathrin Rezac

Public Relations,

Consultant im Bereich

Brunswick Group,

im Juni ein neues

interne Kommunikation

Finanzmarktkommuni-

einem der führenden

Gesicht, nachdem

und Kommunikation

kation bei Scholdan

globalen Kommuni­

sich Dagmar Krebs in

im Bereich Nachhaltig-

and Company.

kationsberater.

Karenz begab.

keit leiten.


Seitentaufe

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Atos setzt SAP-Projekte bei A1 Telekom Austria um +++ Fabasoft vertraut bei Cloud-Produktion auf T-Systems +++ EuroCloud-Verband zeichnet Raiffeisen Informatik aus

it & software news

Clearinghouse zertifiziert

Die Eigentümer des österreichischen Clearinghauses CCP.A, die Österreichische Kontrollbank AG und die Wiener Börse AG, haben die Einrichtung eines Aufsichtsrats aus Experten und eine signifikant höhere Kapitalisierung der Gesellschaft auf rund zwölf Millionen Euro beschlossen. Damit erfüllt die CCP.A eine wichtige organisatorische Voraussetzung für die Zertifizierung als EMIR-fähige CCP durch die Finanzmarktaufsicht. Erst im April 2013 hat die CCP.A eine moderne, Multimarket- und Multicurrencyfähige Clearing-Lösung in Betrieb genommen. news

kolumne Thomas Deutschmann Update Software AG

Banken vertrauen SalesXp Das Softwareunternehmen SalesXp mit Sitz in Wien hat den Internetauftritt von Volksbank Investments neu konzipiert und umgesetzt. Die Datenlieferung erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Die IT-Experten Peter Frank, Markus Gottlieb und Johannes Eichmeyer sind auch für die Programmierung der neuen mobile Website inklusive Apps für iOS, Android, und Blackberry, der Raiffeisen Centrobank AG verantwortlich. news

Smart Banking Microsoft für Porr Die Porr AG baut gemeinsam mit den lokalen Arge-Partnern in Katar seit Mitte Juni 2013 an der neuen „Green-Line“ der Metro. Microsoft Office 365 bietet dem Porr-Team vor Ort ab sofort die nötige Flexibilität und Sicherheit für den täglichen Einsatz auf der Baustelle. Den Zuschlag erhielt Microsoft durch technische Kompetenz, höchste Securityaspekte und seinen Hybridansatz bei der Cloud.

news

Smart Banking bietet allen Kunden, die diesen Service in Anspruch nehmen wollen, persönliche Beratung über Video-Telefonie, Telefon, SMS, im Online Banking sowie im gesamten Filialnetz der UniCredit Bank Austria AG. Die Beratungszeiten verlängern sich dadurch während der Woche bis 20 Uhr. Im Rahmen von Smart Banking erfolgten hohe Investitionen in die technische Ausstattung der Filialen mit Multimedia-Terminals und Cash-Recyclern für Ein- und Auszahlungen sowie Überweisungen. Außerdem wurden alle Bank-Austria-Filialen mit kostenlosem WLAN ausgestattet. Für iPhone- und Android-Nutzer gibt es die SmartBanking-App.

Vorstandsvorsitzender

Private Daten? Der Finanzhai Gordon Gekko hat es schon 1987 in Oliver Stones Film „Wall Street“ gewusst: „Die wertvollste Ware, die ich kenne, ist Information“, sagt er. Das Maß an verfügbarer Information ist seitdem millionenfach gewachsen. Weniger wertvoll ist die Ware Information dadurch nicht geworden. Im Gegenteil. Nie hatte das Wissen um den einzelnen Kunden, seine Vorlieben und Gewohnheiten ein ähnliches Gewicht wie heute. Darüber, wie wir mit dieser Ware ethisch, wirtschaftlich oder politisch umgehen, existiert noch ein breiter soziokultureller Graben: kontinentaleuropäische Vorsicht hier, angloamerikanische Freizügigkeit dort. Den einen gilt Privatsphäre, den anderen wirtschaftlicher Nutzen als höherer Wert. Sicher wünscht sich niemand eine Entwicklung hin zu einem Daten-Super-GAU. Aber es wäre naiv zu glauben, ein so wertvolles Asset werde nicht genutzt. Die Entwicklung in Richtung angloamerikanischer Freizügigkeit lässt sich nicht aufhalten, denn Oliver Stone hat recht: Information ist die wertvollste Ware, die wir kennen. t.deutschmann@derboersianer.com

AIFMD-konform

Anlässlich der diesjährigen Expo Real präsentiert Softwarehersteller Drooms seine gleichnamige virtuelle Plattform. Diese soll den Betreibern von Immobilienfonds dabei helfen, die von der EU-Richtlinie „Alternative Investment Fund Ma-

nagers Directive“ vorgesehenen Meldepflichten zu erfüllen. Dementsprechend werden Dokumentationen zentral gespeichert und die Berichterstattung an Aufsichtsbehörden, Investoren und Interessenvertreter gesteuert. Darüber hinaus

befähigt sie zur permanenten Transaktionsbereitschaft. Der virtuelle Datenraum ermöglicht Fondsmanagern Marktrisiken zu reduzieren, indem er sicherstellt, dass ihre zugrundeliegenden Vermögenswerte transaktionsbereit sind.


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berater

McKinsey verleiht Business Technology Award an Oliver Krancher +++ KPM Malta +++ Roland Berger weitet „Expert Network“, das Beratungsangebot, halten laut PwC 30 Prozent der NPL in CEE +++ Deloitte sieht chinesische Inves news

PwC begleitet Spitz

kolumne Peter Bartos BDO Austria GmbH Partner und Geschäftsführer

„Bilanzpolizei” – wie geht’s weiter? Österreich hat mit dem Rechnungslegungskontrollgesetz als letztes EU-Land die entsprechenden Unionsvorgaben umgesetzt und sich in Anlehnung an Deutschland für ein zweistufiges Enforcementverfahren durch die Österreichische Prüfstelle für Rechnungslegung (ÖPR) sowie die Finanzmarktaufsicht (FMA) entschieden. Mit der Bestellung von Rudolf Jettmar als Leiter und seinem Stellvertreter Roman Rohatschek ist den Verantwortlichen des Trägervereins sicherlich ein Glücksgriff gelungen – vereint das Führungsduo doch langjährige praktische Erfahrung und profundes Fachwissen. Die vordringlichste Aufgabe des ÖPR-Führungsduos wird nun in der Entwicklung von transparenten Verfahrensregeln und in der Information der betroffenen Unternehmen über den Prüfungsablauf bestehen. Alles in allem stehen die Chancen aufgrund der getroffenen Weichenstellungen daher sicherlich gut, dass die ÖPR die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen und zu einer Stärkung des österreichischen Kapitalmarkts beitragen wird. Das Hauptaugenmerk sollte deshalb auch darauf gerichtet sein, ob die Finanzberichterstattung der kapitalmarktorientierten Unternehmen dem True- und Fair-Grundsatz entspricht. Und die Strafrechtskeule wird dabei hoffentlich nur die Ultima Ratio darstellen. p.bartos@derboersianer.com

PwC Österreich begleitet den Verkaufsprozess zwischen Continental Bakeries und Spitz. Die Traditionsmarken Auer und Blaschke sind wieder in österreichischem Besitz. Der niederländische Backwarenkonzern Continental Bakeries trennt sich nach 15 Jahren von seiner österreichischen Tochter Continental Bakeries Austria mit Sitz im niederösterreichischen Spillern. Das Unternehmen ist vor allem für die Produktion und den Vertrieb der Auer-Baumstämme und -Tortenecken sowie der Blaschke-Kokoskuppeln bekannt. Gemeinsam mit der M&A-Abteilung

von PwC Österreich unter der Leitung von Michael Sponring wurde ein strukturierter Verkaufsprozess durchgeführt. Das österreichische Traditionsunternehmen Spitz setzte sich als Bestbieter unter den Interessenten durch und übernimmt mit Ende Juli die Marken Auer und Blaschke.

karriere

Adrian Weber

Bernhard Engel

Thomas Göritzer

Stefan Kainberger

Adrian Weber verstärkt

Seit ersten Juli ist

Der Wirtschaftsprüfer

Ist neuer Partner bei

als Principal für den

Bernhard Engel neuer

und Steuerberater

Ernst and Young in

Bereich Financial

Partner bei PwC

Thomas Göritzer

Wien. Er berät seit

Services das Roland-

Österreich. Er verfügt

startete 2002 seine

zwölf Jahren Kunden

Berger-Strategy-­

über mehr als elf Jahre

Karriere bei Deloitte,

bei der steuerlichen

Consultants Team

Erfahrung im Finanz-

seit Juli 2013 fungiert

Strukturierung von Un-

in Wien.

und Bankenbereich.

er dort als Partner.

ternehmenserwerben.

Studie

Abschied von Steueroasen

Eine aktuelle internationale Befragung unter den Ecovis-Partnerkanzleien bestätigt, dass sich die Jagd der Finanzbehörden nach Steuersündern weiter verschärft. Steueroasen werden immer weniger, und die Zahl der freiwilligen Selbstanzeigen steigt. Hat das Finanzamt noch keinen Verdacht geschöpft oder Ermittlungen aufgenommen, entfällt bei Selbstanzeige die Strafverfolgung. Ist das nicht der Fall, sind sowohl die nichtbezahlten Steuern als auch Geldstrafen bis zu 2,5 Millionen Euro oder bis zu zehn Jahre Haft fällig.

Immerhin 27 Prozent der teilnehmenden Partnerkanzleien würden ihr Land noch immer als Steueroase bezeichnen, darunter bekannte wie die Niederlande oder Katar. Bisher klassische Steuerfluchtziele wie die Schweiz, Zypern, Irland, Malta und Singapur gehören aus Sicht der dortigen Ecovis-Kanzleien nicht mehr zu den Steueroasen. David Gloser, Geschäftsführer von Ecovis Austria, bestätigt, dass das Steuerabkommen mit der Schweiz in Österreich bereits eine steigende Anzahl von Selbstanzeigen zur Folge hatte.


MG begleitet ÖVAG bei Verkaufsprozess für Volksbank , aus +++ Die sechs größten österreichischen Banken storen verstärkt als Impulsgeber für Immobilienmärkte news

Deloitte an der Spitze

Der Report des renommierten Marktforschungs- und Beratungsunternehmens im Bereich Management- und IT-Consulting reihte Deloitte erneut auf Platz eins der F&DA-Anbieter. Bereits im ersten Kennedy-Report im Jahr 2010 nahm Deloitte den Spitzenplatz unter den F&DA-Anbietern ein. Der Kennedy-Report bewertet die Stärken und Grenzen der verschiedenen Anbieter in den Teilbereichen Forensic & Investigation und Dispute Advisory & Analysis. Laut den Ergebnissen des Reports wuchs der F&DABereich bei Deloitte 2012 um neun Prozent und beherrschte elf Prozent des Markts. So ergaben die Ergebnisse auch, dass die Finanzbranche mit 28 Prozent insgesamt am meisten in F&DA investierte. Studie

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Mehrarbeit für CFOs

Sie wollen den höchstmöglichen Wertbeitrag erzielen? Wir erarbeiten in enger Zusammenarbeit mit der Führungsebene individuelle Lösungen und helfen Ihnen dabei, Ihre IT im Unternehmen optimal zu positionieren.

Eine aktuelle Studie unter österreichischen CFOs, die im Auftrag des Personaldienstleisters Robert Half durchgeführt wurde, zeigt, dass 98 Prozent der Mitarbeiter in den Finanzabteilungen österreichischer Unternehmen Überstunden leisten, wenn der Jahresabschluss ansteht. Im Durchschnitt leisten die Finanzmitarbeiter in dieser Phase zwölf Prozent Mehrstunden pro Woche. Die jährliche Finanzhochsaison ist in den meisten Unternehmen sehr anspruchsvoll. Überstunden, Arbeit an den Wochenenden und Urlaubssperren sind daher keine Seltenheit. Die Leistung wird in erster Linie durch den Zeitmangel rund um den Jahresabschluss und eine geringer werdende Motivation beeinträchtigt. So nennen 39 Prozent der Befragten den Zeitmangel als größten Stressfaktor, dicht gefolgt von einem großen Motivationsdefizit. Die geleisteten Überstunden werden dafür von fast der Hälfte der Unternehmen entweder finanziell oder als Freizeit vergütet. news

Wie ft ist Ihre IT?

KPMG schnappt sich Makinson

Durch die Übernahme von Makinson Cowell erweitert KPMG sein Beratungsangebot. Makinson Cowell wurde 1989 gegründet und bietet ein breites Spektrum von profunden Recherchen und Beratungen. Schwerpunkt dabei bildet die Beratung der Unternehmen im Hinblick auf ihre aktuellen und potenziellen Investoren sowie das Kapitalmarktumfeld.

EBA Executive Business Advice GmbH 1120 Wien, Am Europlatz 2 P: +43 1 71728 172, M: +43 664 535 50 53 office@eba-business.at

JOHANN KANDELSDORFER Geschäftsführender Gesellschafter www.eba-business.at


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recht

CHSH berät KPP beim Erwerb der Kodak-Unternehmensbereiche in Österreich +++ PHH wälte berät Erste Group Bank AG bei Kapitalerhöhung um 660 Millionen Euro +++ Chris Holding verkauft den Joghurthersteller NOM Dairy mit Unterstützung von bpv Hügel news

kolumne Albert Birkner CHSH Managing Partner

Kein Schadenersatz in der Übernahme Wer mehr als 30 Prozent der Stimmrechte an einer börsennotierten AG erlangt, muss nach Übernahmegesetz (ÜbG) ein Pflichtangebot an alle Aktionäre auf Erwerb aller Aktien legen. Was aber, wenn der Bieter das nicht tut? Das ÜbG sieht für diesen Fall neben Strafen vor allem das Ruhen der Stimmrechte des Erwerbers vor. Aber haben die Aktionäre auch Anspruch auf Schadenersatz? Mit seiner jüngst ergangenen Entscheidung (BGH v 11.6.2013, II ZR 80/12) hat der deutsche Bundesgerichtshof (BGH) klargestellt, dass der einzelne Aktionär bei Nichtveröffentlichung eines Pflichtangebots keinen Anspruch gegen den Erwerber der Kontrolle über die AG auf Schadenersatz und Zinsen hat. Der BGH verneint den Anspruch der Aktionäre, da aus dem Wortlaut des deutschen Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz (WpÜG) kein Schadenersatzanspruch ableitbar ist. Es enthält ausreichende Druckmittel, um einen Kontrollerwerber zur Legung eines Pflichtangebots zu bewegen, vor allem das Ruhen der Stimmrechte. Der Pflichtangebots­ tatbestand ist kein Schutzgesetz. Die Entscheidung des BGH hat für Österreich Relevanz, da das Sanktionensystem im ÜBG ähnlich geregelt ist wie im deutschen WpÜG. Auch in Österreich könnten daher die Aktionäre gegen den rechtswidrig vorgehenden Erwerber leer ausgehen. a.birkner@derboersianer.com

Übernahme von PayLife Binder Grösswang berät Six beim Erwerb der PayLife Bank GmbH von österreichischen Banken. Das Kartellgericht hat die Übernahme genehmigt, das Closing der Transaktion erfolgte am 19. September 2013. Six setzte sich in einem Bieterverfahren gegen starke Konkurrenten durch. Binder Grösswang beriet Six im gesamten Bieterverfahren, einschließlich regulatorischer und kartellrechtlicher Aspekte. Mehrere Teams aus verschiedenen Praxisgruppen unter der Führung von Thomas Schirmer,

M&A, brachten die Transaktion jetzt zu einem erfolgreichen Abschluss. Binder-GrösswangKartellrechtsexperte Raoul Hoffer vertrat Six in dem Zusammenschlussverfahren vor dem Kartellgericht, Phase II. Zum Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart. Das Unternehmen befindet sich im Besitz seiner Nutzer und erwirtschaftete 2012 einen Betriebsertrag von 1,14 Milliarden Schweizer Franken und einen Konzerngewinn von 320,1 Millionen Schweizer Franken.

karriere

Karin Metzler

Philip Dubsky

Franz Althuber

Anna Mertinz

Die Juristin Karin

Top-Transfer. Philip

Der DLA-Piper-Weiss-

Anna Mertinz, die

Metzler ist seit

Dubsky, derzeit

Tessbach-Partner Franz

zuletzt bei der Coca-

Ende Mai 2013 neue

Corporate-Partner

Althuber und Rechts-

Cola HBC Austria

Rechtsanwältin bei

bei DLA Piper

anwalt Johannes Kautz

GmbH beschäftigt war,

Graf und Pitkowitz, wo

Weiss-Tessbach,

wurden von der Fachzeit-

übernimmt die Leitung

sie seit 2011 Teil des

wechselt mit

schrift „International Tax

des Arbeitsrechtsteams

Dispute-Resolution-

November 2013 zur

Review“ als Topexperten

bei KWR Rechts­

Teams ist.

Kanzlei Herbst Kinsky.

ausgezeichnet.

anwälte GmbH.

Trauer um Theresa Jordis Die Gründungspartnerin von Dorda Brugger Jordis ist im Alter von 64 Jahren nach längerer, schwerer Krankheit gestorben. Die Juristenbranche und der Kapitalmarkt trauern um die geschäftsführende Gesellschafterin und Anwältin mit fachlicher und menschlicher Vorbildfunktion.


Seitentaufe

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HHV berät Rewe-Immobilientochter bei Kauf von 40 Einzelhandelsgrundstücken +++ bpv Hügel Rechtsantian Marth berät ÖVAG beim größten Wiener Zinshausdeal der vergangenen beiden Jahre +++ Raiffeisen+++Wulf Gordian Hauser von Hauser Partners zum „M&A Lawyer of the Year in Austria“ ausgezeichnet interview

news

Elke Napakoj

UniqaDeal

bpv Hügel Rechtsanwälte Rechtsanwalt

Praxistipps Eine der führenden Wirtschaftskanzleien Österreichs, Prochaska Heine Havranek Vavrovsky (PHHV), hat die Uniqa Insurance Group (Uniqa) beim Verkauf ihres Private-Equity-Portfolios beraten. Mit einem Gesamtvolumen von rund 400 Millionen Euro setzt sich das Portfolio aus direkten Private-Equity-Veranlagungen wie auch aus Private-Equity-Dachfonds zusammen. Diverse internationale Investoren sind Käufer der 54 europäischen und nordamerikanischen Private-Equity-Fonds. Am 12. September 2013 wurden die Kaufverträge unterzeichnet. Geplant ist, das Projekt bis Ende des Jahres abzuschließen. Uniqa wurde im Rahmen dieser Transaktion von Campbell Lutyens als Finanzberater und von Skadden, Arps, Slate, Meagher & Flom LLP und PHHV als Rechtsberater begleitet. news

Tiroler Wasserkraftwerk

DLA Piper Weiss-Tessbach hat ein Bankenkonsortium unter Federführung der UniCredit Bank Austria AG bei der Finanzierung eines Wasserkraftwerks im Tiroler Stanzertal, Arlberg, beraten. Insgesamt werden 41,5 Millionen Euro in Form eines Non-Recours-Kredits für das Bauprojekt bereitgestellt. Die Finanzierung wurde schon im Juli besiegelt, wobei die UniCredit mit 26,5 Millionen Euro den größten Anteil lieferte. Die Hypo Tirol Bank und die Bank für Tirol und Vorarlberg beteiligten sich mit zehn beziehungsweise fünf Millionen Euro. 2015 soll das Kraftwerk Stanzertal fertiggestellt sein. news

Was gibt es Neues zur Ad-hoc-Thematik? – Bei mehrstufigen ­Prozessen wie M&A-Transaktionen ist bei jedem einzelnen Zwischenschritt zu prüfen, ob dieser Schritt bereits eine veröffentlichungspflichtige Insiderinformation darstellt. Was empfiehlt die Praxis in einem solchen Fall? – Wir empfehlen, die Ad-hoc-Meldung aufzuschieben. Dies ist bei Vorliegen berechtigter Interessen zulässig. Treten jedoch Gerüchte auf, ist eine „No Comment“-Politik nicht mehr möglich. Die aufgeschobene Insider­ information ist zu veröffentlichen. Wann haben Emittenten auf Prognosen zu reagieren? – Hat das Unternehmen Prognosen veröffentlicht, sind deutliche Abweichungen in den Geschäftszahlen zu veröffentlichen. Wenn nicht, besteht die Ad-hoc-Pflicht, abhängig von der Markterwartung. news

Unter der Leitung von Florian Kusznier hat Schönherr gemeinsam mit Link­ laters aus München und Lenz & Staehelin aus Zürich Triton beim Kauf der Alpine-Energie Holding AG beraten. Verkäufer FCC wurde von Freshfields beraten. Derzeit befinden sich 25 Unternehmen mit einem Umsatz von rund 12,3 Milliarden Euro im Portfolio von Triton. Kernbereiche von Alpine-Energie sind die Planung, Errichtung und Instandhaltung von Telekommunikations-, Energie- und Verkehrsnetzen.

Erste-Group-Kapitalerhöhung

Bei einer Kapitalerhöhung der Erste Group Bank AG mit einem Volumen von rund 660 Millionen Euro hat Dorda Brugger Jordis die Emissionsbanken beraten. Die Kapitalmarktpartner von Dorda Brugger Jordis Andreas W. Mayr und Christoph Brogyányi betreuten J.P. Morgan Securities plc und Morgan Stanley Bank AG, die als Joint Global Coordinators und Bookrunners agierten, sowie die Co-Lead Managers der Transaktion, Commerzbank AG und ING Bank N.V. Um zu gewährleisten, dass die neuen Aktien den Bezug durch diese Aktionäre verfügbar waren, unterlag die Institutionelle Vorabplatzierung teilweise einem Rücktrittsvorbehalt und einer aufgeschobenen Abwicklung.

Verkauf von Alpine-Energie


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poli tik

D

Frage des Quartals

ie Bankenabgabe, die offiziell „Stabilitätsabgabe“ heißt, lässt seit Monaten die Wogen hochgehen. Auch wenn sie Milliarden in die Staatskassa spült, fürchtet die Wirtschaftsund Finanzbranche negative Folgen durch eine Verlängerung. DerBörsianer hat das Meinungsbild österreichischer Parteien und deren Sprecher eingeholt.

Soll die unbefristet ÖVP

grüne

Günter Stummvoll, Finanz- und Budgetsprecher

Werner Kogler, Finanz- und Budgetsprecher

Im Herbst 2010 wurde vom Nationalrat eine unbefristete Bankenabgabe im Volumen von zirka 500 Millionen Euro und Anfang 2012 eine bis inklusive 2017 befristete Zusatzabgabe, zirka 130 Millionen Euro, auf die Bankenabgabe beschlossen. Die im Wahlkampf aufgestellte Forderung nach einer sofortigen unbefristeten Verlängerung der bis 2017 befristeten zweckgebundenen Zusatzabgabe ist der Ausdruck einer kapitalmarktfeindlichen, inklusive BankenBashing, politischen Grundhaltung, die letztlich den Wirtschaftsstandort Österreich schädigt und damit Arbeitsplätze, Einkommen und soziale Sicherheit gefährdet. Klar ist, dass Banken ihren Beitrag zur Krisenbewältigung leisten müssen. Es sind aber die möglichen Auswirkungen der zukünftig abverlangten Dotierungen eines Abwicklungsfonds für marode Banken, der neuen Einlagensicherung sowie die Auswirkungen von Basel III auf das Eigenkapital der heimischen Banken abzuwarten. Eine Diskussion über die Verlängerung der Zusatzabgabe ist angesichts der Dauer bis 2017 zum jetzigen Zeitpunkt nicht angebracht. Volkswirtschaftlich bedeutsame Fragen wie diese bedürfen einer seriösen Diskussion und sollen nicht parteipolitischem Populismus anheimfallen. oevp@derboersianer.com

Die Bankenabgabe ist derzeit bereits unbefristet. Nur der 25-prozentige Sonderbeitrag zur Bankenabgabe, der aufgrund der Teilverstaatlichung der Österreichischen Volksbanken AG und dem dafür notwendigen Kapital eingeführt wurde, ist bis 2017 befristet. Der Finanzsektor soll aus grüner Sicht so lange seine Beiträge leisten, bis die Kosten, die er dem österreichischen Steuerzahler während der Krise verursacht hat, ausgeglichen sind. Auch das HypoMilliardendebakel kann man nicht ohne weiteres einfach dem Steuerzahler umhängen. Schließlich hätte der Finanzsektor im Fall einer Pleite auch einiges an Zahlungen leisten müssen. Der Finanzsektor hat von den Teilverstaatlichungen profitiert – und dafür braucht es nun einen Ausgleich. Natürlich sollen aber auch Zinszahlungen der Banken und allfällige zusätzliche Belastungen wie etwa die Dotierung eines EU-weiten Bankenfonds oder die Einführung der ­Finanztransaktionssteuer berücksichtigt werden. gruene@derboersianer.com


Politik

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Bankenabgabe verlängert werden? So denken die heimischen Parteien darüber.

FPÖ

SPÖ

team stronach

Heinz-Christian Strache, Klubobmann

Jan Krainer, Finanzsprecher

Robert Lugar, Generalsekretär

Im Bankenbereich mussten von der Bundesregierung durch die Bereitstellung öffentlicher Geldmittel sowohl auf nationaler wie auch auf unionseuropäischer Ebene Hilfspakete enormen Ausmaßes geschnürt werden, um die Stabilität des Geld- und Kreditmarktes zu sichern. Es darf dabei nicht außer Acht gelassen werden, dass unter anderem die Manager gefährdeter Bankinstitute für die hochspekulativen Geschäfte verantwortlich zeichnen und daher Führungskräfte in Hinkunft über Schadenersatzpflichten zu wesentlich größerer Sorgfalt bei der Veranlagung der ihnen anvertrauten Gelder anzuhalten sind. Wir benötigen zudem dringend eine Bankenkonkursordnung, die einerseits Kunden ausreichenden Schutz gewährt und andererseits die Allgemeinheit vor ausufernden Belastungen schützt. Die sogenannte Bankenabgabe ist für uns nicht der Weisheit letzter Schluss, und wir lehnen auch deren Verlängerung ab. Zweifellos ist die Bankenabgabe in weiterer Konsequenz eine Steuer für Bankkunden. fpoe@derboersianer.com

Die SPÖ ist für eine Verlängerung der erhöhten Bankenabgabe über 2017 hinaus. Der Staat musste im Zuge der Finanzkrise Milliarden in die Hand nehmen, um das Finanzsystem zu stabilisieren. Es ist nur gerecht, wenn jene, die mit Milliarden gerettet wurden, auch ihren Beitrag zur Finanzierung der Krisenbewältigung leisten. Besonders notwendig wird es, wenn man sich den effektiven KöSt.-Satz für einzelne Banken vor der Krise ansieht und sieht, dass dieser mitunter nicht einmal einstellig war. Wesentlich ist das laufende Monitoring, ob die Kosten an die Bankkunden weitergereicht werden. Alle Untersuchungen, zum Beispiel vom Institut für Höhere Studien, zeigen, dass dies bis heute nicht passiert ist. Mittel- und langfristig wird kein Weg daran vorbeiführen, die Steuern und Abgaben auf Arbeit in Österreich weiterhin zu senken und dafür Steuern auf Vermögen und Kapital entsprechend anzupassen, um eine ausgewogene Besteuerung, unter Wahrung von Standortfragen, zu erreichen. spoe@derboersianer.com

Wir vom Team Stronach fordern eine Verlängerung der Bankabgabe, aber ohne Belastungen für die Bürger. Es waren die Banken, die in ihrer Gier übers Ziel hinausgeschossen und dadurch die Wirtschaftskrise ausgelöst haben. Deshalb ist es nur logisch, die Bankenabgabe zunächst über das Jahr 2017 hinaus zu verlängern. Schließlich kann es nicht sein, bei guter Wirtschaftslage Gewinne einzustreichen und bei schlechtem Geschäftsgang die Rettung durch die Steuerzahler zu verlangen. Nahezu alle Banken haben spekuliert, manche eben mit einem gefährlich hohen Risiko. Zwar hat der Staat mit Steuermitteln jene Geldinstitute unterstützt, die sonst in die Insolvenz geschlittert wären, aber das war nur „Erste Hilfe“. Wir verlangen, dass es strenge Auflagen gibt, um zu verhindern, dass die Banken diese Abgabe auf die Sparer abwälzen.

teamstronach@derboersianer.com


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Solvency II lässt Köpfe rauchen Kein österreichischer Versicherer wartet mehr auf das tatsächliche Inkrafttreten des neuen aufsichtsrechtlichen Regelwerks Solvency II, alle sind mitten in der Implementierung. Doch welche Kennzahlen berechnet werden sollen, steht noch nicht fest. autor Barbara Ottawa

V

ier Experten beurteilen die Einführung des neuen aufsichtsrätlichen Regelwerks kritisch. „Es ist, als ob man einen Modellflieger in einen Airbus umbauen wollen würde“, fasst Kurt Svoboda, Risikovorstand der Uniqa Insurance Group (Uniqa), die Umstellung der Versicherungsbranche auf das neue Aufsichtsregime Solvency II zusammen. Dabei ist es noch gar nicht in Kraft getreten, wichtige Teile sind noch nicht ausverhandelt, und mit jeder neuen Tagungsrunde scheint das Regelwerk komplizierter zu werden. Martin Simhandl, Finanzvorstand der Vienna Insurance Group (VIG), nennt Solvency II „sehr komplex“. Auch Werner Müller, im Vorstand der Allianz Versicherungs AG (Allianz) für das Ressort Finanzen zuständig, bezeichnet Solvency II als „eine tiefgreifende Veränderung für die Versicherungswirtschaft“. Wolfgang Wienert, Leiter des Bereichs Risikomanagement und Controlling bei der Österreichtochter der Schweizer Helvetia Versicherungen AG (Helvetia), bedauert deshalb kleinere Versicherer ohne großen Mutterkonzern: „Es ist ein eindeutiger Mehraufwand im Risikomanagement und Reporting. Vieles davon hat bei uns der Konzern übernommen.“

Die Suche nach dem heiligen Gral Seit der Finanzkrise zur Jahrtausendwende wird auf europäischer Ebene versucht ein aufsichtsrechtliches Regelwerk zu fin-

den, das Versicherungen und versicherungsförmige Einrichtungen zwingt, sich besser mit Eigenkapital auszustatten. Es soll auch dafür sorgen, dass ähnliche Einrichtungen in unterschiedlichen Ländern besser vergleichbar werden. Aber das Problem ist, dass genau das eigentlich nicht möglich ist. Kurz vor der jüngsten Krise 2008 wäre man beinahe so weit gewesen, das bisherige Regelwerk Solvency I, das kein einheitliches, risikobasiertes Aufsichtsrecht darstellt, ersetzen zu können. Aber das neue Kind stellte sich im Zuge des Kollapses der Finanzmärkte als Totgeburt heraus. Eines der zentralen Elemente von Solvency II ist nämlich die marktnahe Bewertung von Aktiva und Passiva. „Für die Aktiva wird der Marktwert herangezogen, und für die Passiva wird ein ‚Marktwert‘ künstlich durch Abzinsung errechnet. Dadurch verändert sich die Aktivseite nicht gleichläufig mit der Passivseite, was künstliche Volatilitäten zur Folge hat. Das passt nicht mit dem Langzeitgeschäft der Lebensversicherer zusammen“, erläutert Simhandl. Müller bringt es auf den Punkt: „Das System versucht, ein Geschäft, das 80 Jahre dauert, so zu bewerten wie ein Derivat, das täglichen Wertschwankungen ausgesetzt ist“. Er rechnet vor, dass starke Kapitalmarktschwankungen „bedeuten können, dass ein Versicherer an einem Tag insolvent ist und am anderen wieder über ausreichende Eigenmittel verfügt“. Kurt Svoboda

Solvency II bringt Transparenz.


Versicherungen

Genau diese „künstliche Volatilität“ ist einer der langwierigsten Verhandlungspunkte, die die ursprünglich geplante Einführung per 2014 gekippt haben. Die derzeit vorgeschlagenen Ausgleichsmechanismen würden „das Problem auch nicht lösen“, gibt Müller zu bedenken. So hätte anfänglich der sogenannte Volatility-Balancer für die Diskontierung der Passiva eine Einkalkulierung von 20 Prozent des Spreads zwischen risikofreiem Zins und der Swapkurve erlaubt. Das war laut Müller „viel zu wenig“. „Für einen wirksamen Volatility-Balancer sind 80 Prozent erforderlich“, so der AllianzVorstand. Die Abstimmung über die Umsetzungsrichtlinie Omnibus II ist erst kürzlich auf Februar nächsten Jahres verschoben worden – also mitten in den europäischen Wahlkampf vor den Wahlen zum EU-Parlament im Mai. „Ein erster Vorschlag zu Omnibus II hätte bedeutet, dass viele Versicherer keine langfristige Altersvorsorge mehr anbieten hätten können und dass sie als Käufer von lang laufenden Staatsanleihen ausfallen“, schildert Müller. Eigentlich stehen die Versicherungsexperten der neuen risikobasierten Regulierung positiv gegenüber. Auch wenn viele der bisher berechneten Kennzahlen und Daten „überflüssig“ seien, so der unausgesprochene Konsens. Die bis dato sechs durchgeführten „Stresstests“, sogenannte Quantitative Impact Studies (QIS), hätten „bei hohem Aufwand nicht die Datenqualität geliefert, die man

sich erhofft hatte“, so Svoboda. Andererseits betont Simhandl, er sei nicht prinzipiell gegen Solvency II und schon gar nicht gegen eine Regulierung, „wenn sie Sinn macht“. „Viele der neu zu berechnenden Daten sind ein Informationsgewinn, aber oft stellen sie auch nur einen Mehraufwand ohne wirklichen Nutzen dar,“ so der VIG-Finanzchef. Auch Kurt Svoboda kann den neuen Berechnungen Gutes abgewinnen: „Sie erlauben einen neuen Blick auf das Geschäftsmodell.“ Obwohl die heimische Versicherungsbranche bisher nicht gefährdet war, bringe Solvency II doch „eine Transparenz, die uns und den Kunden guttut,“ ist Svoboda überzeugt. Müller sagt, dass die Modelle helfen, „das Bewusstsein für den Umgang mit Risiko zu schärfen“. Die meisten Versicherer operieren bereits so, als wäre Solvency II in Kraft. Erfahrungen mit einer „doppelten Buchführung“, wenn man so will, hat man bei der Helvetia. In der Schweiz ist ein Solvency-II-ähnliches Regime, der „Swiss Solvency Test“, seit ein paar Jahren scharf geschaltet. Wienert bestätigt einen „erheblichen Mehraufwand“ durch die neuen Regulierungen. Allerdings habe man deutlich bessere Steuerungsmechanismen und Kennzahlen kennengelernt. Der Experte warnt aber davor, mit den Zahlen „nicht in eine Scheinsicherheit zu laufen“ und sich nur darauf zu verlassen. Auch Simhandl sieht die größte Gefahr darin, dass „die Leute einfach

@@@In turbulenten Zeiten@@steht@@@ @@@Stabilität@@besonders hoch im Kurs.@@@ Die Österreichische Post ist im ständigen Auf und Ab des Kapitalmarktes ein zuverlässiger, attraktiver Dividenden-Titel. Auf Basis des soliden Kerngeschäftes und eines starken Cashflows soll nachhaltig eine Dividende von mindestens 75% des Nettoergebnisses ausgeschüttet werden. Nähere Informationen auf www.post.at/ir Wenn’s wirklich wichtig ist, dann lieber mit der Post.

www.post.at/ir

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glauben, was bei den Berechnungen herauskommt“ und dabei übersehen, dass es sich nur um Modelle handelt.

Reporting als Kostentreiber Am meisten wünschen sich die Versicherer ein klares Datum für die Implementierung. Uniqa-Chef Andreas Brandstetter zeigte sich im Livechat mit DerBörsianer zuversichtlich, dass „Solvency II in vollem Umfang am 1. Jänner 2016 umgesetzt werden wird“. VIGChef Peter Hagen findet es hingegen „mutig, bei den ganzen bisherigen Verschiebungen ein Datum zu nennen“.

Die Umsetzung hat die österreichischen Versicherer nach erfolgten Schätzungen bereits einen dreistelligen Millionenbetrag gekostet, aber Müller gibt zu bedenken, dass „man nicht genau weiß, welche der Ausgaben im Zuge anderer Veränderungen vielleicht ohnehin getätigt werden hätten müssen“. Ein „Kostentreiber“ sei das Reporting. Zum einen müssen die Berichte „sehr detailliert“ ausfallen, zum anderen sind an unterschiedliche Stellen unterschiedliche Kennzahlen zu liefern. Die Berichtsanforderungen seien „exzessiv“, sagt auch Simhandl. Er gibt die Hoffnung aber nicht auf, dass sich die Vorschriften, die ein „überbordendes Reporting“ generieren, noch verändern.

Überbordendes Reporting.

Warne vor Scheinsicherheit.

Bringt tiefgreifende Veränderung.

Martin Simhandl

Wolfgang Wienert

Werner Müller

info glossar Solvency ii in Kürze

Solvency II – Die neue aufsichtsrechtliche Rahmenlinie der EU, die auf europäischer Ebene die Eigenmittelausstattung der Versicherer anheben und verschiedene Systeme vergleichbarer machen soll. Sie besteht aus drei Säulen, die jeweils risikobasierte Eigenkapitalvorschriften, Governance-Vorschriften und Transparenz-Regelungen umfassen. Offiziell soll sie 2014 in Kraft treten, wahrscheinlicher ist 2016/17. Omnibus II – Umsetzungsrichtlinie für Solvency II, die Änderungen wie das Implementierungsdatum enthält. Abstimmung auf Frühjahr 2014 verschoben. LTGA (Long Term Guarantee Assessment) – Auswirkungsstudie darüber, wie sich Langzeitgarantien auf die Solvabilität von Versicherern auswirken. Durchführung 2013. QIS (Quantitative Impact Studies) – Mittlerweile bereits der sechste Stresstest auf die Eigenmittelausstattung von Versicherern. Ergebnisse beider Studien nachzulesen auf der Webseite der Versicherungsaufsicht EIOPA.

Volatility Balancer, CCP (Counter Cyclical Premium) und Matching Adjustment – verschiedene diskutierte Ausgleichsmechanismen, um die Volatilität, die durch die künstliche Marktwertannahme für die Passiva von Versicherern entsteht, abzudämpfen. Mark to market – Marktkonforme Bewertung von Aktiva und Passiva. Debatte um „Marktkonsistenz“, also ob der Markt Risiken richtig einpreist oder übertreibt. ORSA (Own Risk and Solvency Assessment) – unternehmenseigene Risiko- und Solvabilitätsbeurteilung, die jeder Versicherer unter den neuen Governance-Bestimmungen zu Solvency II einführen muss. SCR (Solvency Capital Requirements) – Solvenzkapitalerfordernis, die entweder nach einer Standardformel oder nach einem internen Modell berechnet werden kann, das der Aufsichtsbehörde vorgelegt werden muss. www.derboersianer.com/fma


Off-Topic

Lokalempfehlungen

frühstück

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hot spots.

08.00 Haas & Haas Teehaus Stephansplatz 4, 1010 Wien Erika Karitnig

Direkt hinter dem Stephansdom ist das Teehaus ein sehr spezieller und schöner Ort mit einer der interessantesten Frühstückskarten Wiens. Muss man definitiv einmal gesehen haben. Am liebsten esse ich dort ein wachsweiches Frühstücksei und trinke einen Verlängerten dazu. Bewertung: ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■

Bawag P.S.K. Invest Chief Investment Officer Nach dem Studium an der WU Wien begann

www.haas-haas.at

ihre berufliche Laufbahn

Meine Empfehlung: Ein wachsweiches Frühstücksei

im Asset-Management als Fondsanalystin, danach als Fondsmanagerin. Seit 2008 ist sie Chief Investment

lunch

12.00

Officer der Bawag P.S.K. Invest und verantwort-

Joma

lich für Aktien- und

Hoher Markt, 1010 Wien

Multi-Asset-Fonds.

Das Joma ist toll. Es liegt sehr zentral und ist trotzdem nett und gemütlich. Die Küche ist wirklich empfehlenswert und bietet ein gutes PreisLeistungs-Verhältnis. Mir schmeckt der Oriental Burrito am besten. Dazu passt eine frische Ingwer-Limetten-Limonade. Bewertung: ■■■■■■ ■ ■ ■ ■ www.joma-wien.at

Meine Empfehlung: Oriental Burrito

after work

20.00 Flatschers Kaiserstraße 113–115, 1070 Wien

Das Flatschers bietet eine herrlich lockere, amerikanische Atmosphäre und sensationelle Burger. Deren Auswahl ist toll und die Lebensmittelqualität sehr gut. Einer der besten Burger ist der Flatschers CheeseBurger, dazu empfiehlt sich ein Augustiner Helles. Bewertung: ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ www.flatschers.at

Meine Empfehlung: Flatchers Cheese-Burger


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pro contra

Argumentieren oder verlieren

contra

pro

Karin Küblböck, Attac Österreich, Mitbegründerin

Franz Rudorfer, Bundessparte Bank und Versicherung, Wirtschaftskammer Österreich, Geschäftsführer

Bankgeheimnisse Bankgeheimnis verhindert Steuergerechtigkeit

Heimische Sparerinnen und Sparer nicht kriminalisieren

Um Steuerbetrug effektiv zu bekämpfen, haben die G-20 im Herbst Das Bankkundengeheimnis schützt die finanzielle Privatsphäre der 2013 eine jahrelange Attac-Forderung übernommen: Der automaSparerinnen und Sparer, verhindert jedoch nicht die Bekämpfung tische Informationsaustausch der Steuerbehörden muss globaler von kriminellen Machenschaften. Das Vertrauen der Sparer ist durch Standard werden. Umso beschämender ist die Rolle Österreichs: die krisenhaften Entwicklungen der vergangenen Jahre ohnehin Mit dem Festhalten am Bankgeheimnis schützt die Regierung strapaziert. Gerade die Diskussion im Zusammenhang mit Zypern weiterhin ausländische Steuerbetrüger und blockiert zudem euhat gezeigt, wie schnell es zu einer Verunsicherung der Sparer in Europäische Maßnahmen gegen Steuerbetrug und Geldwäsche. ropa kommen kann. Es sollte alles daran gesetzt werden, negative Doch auch Kriminelle im Inland profitieren vom Bankgeheimnis: Auswirkungen auf das Vertrauen der Bevölkerung zu vermeiden. Will die Justiz im Verdachtsfall Auskunft über Konten erhalten, Steuerhinterziehung kann auch auf Basis der bestehenden Rechtssind richterlich begründete Anfragen an den Bankenverband nölage wirksam bekämpft werden. Insbesondere können seit Jänner tig. Die Details der Ermittlungen ergehen sodann an alle österrei2013 die gewünschten Informationen auch ohne eingeleitetes gechischen Bankenfilialen – aus datenschutzrechtlichen Gründen richtliches Verfahren erlangt werden. Österreich kann daher nicht ein kata­strophaler Vorgang. Beschuldigte können so leicht von mit Steueroasen verglichen werden. Immer wieder angeführte SteuErmittlungen erfahren und Vertuschungen starten. Zudem verzöeroasen weisen nicht einmal grundlegende Standards im Bereich gern umfassende Einspruchsmöglichkeiten die Verfahren enorm. der Bekämpfung von Geldwäsche und Steuerhinterziehung auf. Eine Daher fordert auch die Korruptionsstaatsanwaltschaft ein Ende wirksame Besteuerung von In- als auch Ausländern ist in Österreich des Bankgeheimnisses und ein gut abgesichertes zentrales Konschon gegeben. Durch das bestehende System mit einer Rückmeltenregister wie in Deutschland. Auch ein gerechteres Steuersysdung, ob eine Person ein Konto bei einer österreichischen Bank hat, tem gibt es nur ohne Bankgeheimnis: Derzeit werden Kapitaleininnerhalb von fünf Tagen ist sichergestellt, dass bei Anfragen in- und kommen mit der anonymen Flat Tax von 25 Prozent endbesteuert, ausländischer Behörden die gewünschten Informationen zur VerfüArbeitseinkommen jedoch mit 36 bis 50 Prozent viel höher belasgung stehen. Das bestehende System der Kontenabfrage über die tet. Ohne Bankgeheimnis wäre es möglich, alle Einkommensarten Verbände der Kreditwirtschaft wird laufend mit dem Bundesminiszusammenzufassen und entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit terium für Justiz auf seine Effizienz evaluiert. Vor dem Sommer wurgerecht und progressiv zu besteuern. Arbeitseinkommen könnten den unter Einbindung der Korruptionsstaatsanwaltschaft in diesem dadurch umfassend entlastet werden, wie dies von allen Experten Sinne weitere Verbesserungen und eine Beschleunigung vorgenomgefordert wird. Übrigens: Der Datenschutz gegenüber Dritten bliemen. Bei der Abfrage kommt nun zum Beispiel ein Formular zum be davon unberührt. Er ist durch das SteuEinsatz, das lediglich die „Generalien“ der ergeheimnis für Beamte in der Bundesabbetreffenden Person umfasst, um Anliegen gabenordnung strafrechtlich abgesichert. des Datenschutzes und des Schutzes senDas Bankgeheimnis hat für die Mehrheit sibler Informationen noch besser gerecht zu der Menschen massive Nachteile. Höchste werden. Hier entsprechenden Rechtsschutz Zeit für eine Politik, die nicht nur die Intefür die Sparer infrage zu stellen, ist auch Karin Küblböck ressen einer kleinen Minderheit bedient. rechtsstaatlich bedenklich.

Regierung schützt Steuerbetrüger.


Institutionen

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pro

contra Peter Kolba, VKI, Leiter Bereich Recht

Peter Maierhofer, VAI, Vorstand

Geschlossene Fonds „In der Haftung“ – Problemfall Geschlossene Fonds

Anleger sollen sich Chancen und Risiken bewusst sein

Es sollte ein ertragreiches und dazu sicheres Investment werden. Grundsätzlich zählen sachwertbasierte Investitionen in dieser Insbesondere Banken gingen ab 2002 aktiv auf ihre langjährigen Form des geschlossenen Fonds zum festen Bestandteil eines und guten Kunden zu und bewarben die geschlossenen Immobirisikogestreuten und renditeorientierten Anlageportfolios und ­ lien- und Schiff-Fonds deutscher Fondgesellschaften. Von sechs sind so zum Beispiel seit Jahrzehnten in der Bundesrepublik bis neun Prozent „Ausschüttungen“ jährlich war die Rede und Deutschland weitverbreitet. Jeder Anleger sollte sich des Chavon einer „Laufzeit“ von zehn Jahren; dann bekäme man sein rakters dieser unternehmerischen Beteiligung mit allen Chancen Geld und mehr zurück. Das wurde vielfach Pensionisten als ideund Risiken bewusst sein. Viele Produkte halten oder übertrefales „Pensionsmodel“ verkauft: das Ersparte einzahlen und jährfen ihre Prognosen hinsichtlich der Wertentwicklung, aber einige liche Renditen einstreifen. In den ersten Jahren kamen die versind zuletzt insbesondere aufgrund der schweren Finanz- und sprochenen „Ausschüttungen“. Danach, wegen wirtschaftlich Wirtschaftskrise in Schieflage geraten. Einige Fonds haben zum schwerer Zeiten, kam nichts mehr. Jetzt sehen sich viele Anleger Beispiel Probleme damit, dass durch veränderte wirtschaftliche mit Rückforderungen der erhaltenen „Ausschüttungen“ konfronRahmenbedingungen Mieter ausgefallen oder Charterraten getiert. Das diene der Abwendung der Insolvenz. Die Anleger solsunken sind. Betroffene Anbieter versuchen, letztlich im Sinne len also das Erhaltene zurückzahlen und dürfen sich gleichzeitig des Anlegers, mit verschiedenen Restrukturierungsmaßnahmen damit vertraut machen, dass sie wahrscheinlich das einbezahlte den Fortbestand des Fonds zu sichern. Dazu gehört zur Erhaltung Kapital kaum mehr wiedersehen. „Sicher“ sieht anders aus. Die des Sachwertes zum Beispiel die Rückforderung von AusschütAnleger wurden damals Gesellschafter der Fondsgesellschaft. Die tungen, die für den Anleger oft die bessere Alternative ist. Eine Anleger trifft daher eine nicht abschüttelbare Außenhaftung in der andere Möglichkeit ist, frisches Kapital durch bestehende oder Höhe ihrer Anteile. Die „Ausschüttungen“ waren nichtgemachte neue Investoren aufzutreiben. Gelingt dies alles nicht, besteht Gewinne, sondern Auszahlungen von Kapital. Die Rückforderung die Gefahr der Insolvenz. Hier sind die Ursachen genau zu prüwar Vertragsinhalt, aber kein Wort davon in der Werbung. Und das fen: Gibt es Versäumnisse beim Emittenten, oder sind MarktWörtchen „Laufzeit“ umschrieb verschämt den steinigen Weg über gegebenheiten eingetreten, die nicht vorhersehbar waren. eine Kündigung und ein Auseinandersetzungsguthaben bis zu Klagen, die aktuell laufen, werden zeigen, ob Versäumnisse vorHalbjahresraten zur Rückzahlung dessen, was vom einbezahlten liegen. Neulich werden immer wieder die Kosten von geschlosKapital übrig bleibt. Der VKI hat eine der Treuhandgesellschaften senen Fonds kritisiert. Im Vergleich mit Aktien oder Rentenfonds mit Verbandsklage wegen gesetzeswidriger Klauseln geklagt. Er zeigt sich, dass bei geschlossenen Fonds am Anfang die Spesen unterstützt Anleger darin, von den vermithöher, jedoch die laufenden Kosten gerintelnden Banken wegen gezielter Irrefühger sind, wodurch sich bei längerer Halterung und falscher Beratung Schadenersatz dauer eine vergleichbare Gesamtkostenzu erlangen. Wir nehmen also diejenigen, belastung ergibt. die an mehr als 16 Prozent „Weichkosten“ bestens verdient haben, in die Haftung. Peter Kolba

„Sicher“ sieht anders aus.


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firmen check

So residiert die S Immo AG Die Lage Zwischen Karlsplatz und Naschmarkt, neben der Secession und ein paar Stockwerke über der Tageszeitung „Österreich“ thront die S-Immo-Zentrale.

stecKbrief S IMMO AG Friedrichstraße 10, 5. Stock, 1010 Wien Die S Immo AG ist seit

Der Empfang

1987 die erste Immobi-

Am Empfang der S Immo AG begrüßen uns Barbara Wagner (rechts), Team­ assistentin, und Elisabeth Wagerer (links), die in der PR/IR arbeitet.

liengesellschaft Österreichs an der Wiener Börse. Die strategischen Kernaktionäre sind die Erste Group und die Vienna Insurance Group. Die S Immo AG notiert mit zwei Wertpapieren an der Wiener Börse. www.simmoag.at www.twitter.com/ simmoag

Das Chefbüro Ernst Vejdovszky, Vorstandsvorsitzender und Gründungsvater, kann nicht auf seinen Taschenrechner verzichten, den er 1982 bei seinem Eintritt in die Bank geschenkt bekommen hat und der bis heute fehlerfrei rechnet.

Die Kunst Kunst und Genuss, eine gute Kombination. Werner Weissensteiner (rechts) und Martin Weinwurm (links) aus dem Immobilienportfolio-­ Management besprechen sich vor zwei der zahlreichen Bilder, erstanden beim Kunstsupermarkt in der Wiener Mariahilfer Straße.

Der Besprechungsraum

Nach einer anspruchsvollen Projektsitzung.


Der Ausblick Ein Blick vom Meeting-Raum auf den Naschmarkt, der bevorzugte Treffpunkt der S-Immo-Mitarbeiter zum Lunch.

Der Sammler Im B端ro von Vorstand Friedrich Wachernig f辰llt sofort eine alte Schulkarte aus den 1960erJahren auf. Besonders am Herzen liegt ihm die darauf abgebildete Region, Mittel- und Osteuropa, in der er beruflich nun schon seit 20 Jahren unterwegs ist.

Ein Kaffee In der K端che haben wir Roland Ebenhoch, Leiter der S-Immo-Rechtsabteilung, beim Kaffeekochen 端berrascht.


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por trät

Zehn Fragen an Ronald-Peter Stöferle

Ronald-Peter Stöferle Incrementum AG

Welche Eigenschaften haben Sie dorthin gebracht, wo Sie heute sind? – Eine grenzenlose Leidenschaft für die Materie,

mit der ich mich beschäftige, kritisches Denken und harte Arbeit.

Managing Partner Ronald Stöferle ist seit

Welchen Beruf würden Sie ausüben, wenn Sie nicht in der Finanzbranche tätig wären? – Fußballer oder Gold-

2013 Managing Partner

schmied.

der Incrementum AG mit Sitz in Liechtenstein. Er ist Institutsmitglied und Lektor am

Von welchen Quellen beziehen Sie Ihre Fachinformationen? – Bloomberg, Zerohedge, diverse Blogs sowie in erster

Linie historische Bücher.

Institut für Wertewirtschaft in Wien sowie

Welchen Teil lesen Sie in Ihrer Zeitung zuerst? – Wirt-

Lektor an der Wiener

schaft, Sport, anschließend Weltpolitik und praktisch niemals Innenpolitik. Würde mich zu sehr ärgern!

Börse-Akademie. Zuvor war er sieben Jahre Erste Group, wo er

Wenn Sie nicht gerade arbeiten, verbringen Sie Ihre Zeit am liebsten mit? – Meiner Familie, Freunden sowie im

den bekannten „In

St.-Hanappi-Stadion.

lang im Research der

Gold we Trust“-Report publizierte.

Bei welchem Investment haben Sie sich richtig verzockt? – Internetaktien am Ende der 1990er-Jahre. Skurrile und

lustige Geschäftsmodelle waren das damals. Welches Vorurteil gegenüber dem Kapitalmarkt ärgert Sie am meisten? – Dass „der Kapitalismus“ an allem

schuld ist, obwohl wir mit einer mehr als 50-prozentigen Staatsquote und permanentem „too big to fail“ doch eher im Sozialismus leben. Was assoziieren Sie mit Gordon Gekko und dem Film „Wall Street“? – Ever wonder, why fund managers can‘t beat the

S&P 500? Cause they‘re sheep, and sheep get slaughtered. Dieser Investor ist für mich eine Legende? – Kyle Bass.

t Leserpos

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und das 16er-Blech“.

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Die nächste Ausgabe erscheint um den 16. Jänner 2014. Bis dahin täglich: www.derboersianer.com


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ATXglobalplayers Der neue Index der Wiener Börse besteht aus allen Unternehmen im prime market, die mindestens 20 % ihres Umsatzes außerhalb Europas erwirtschaften. Global Player aus Österreich, deren Aktien zu langfristigem Vermögensaufbau und ausgewogenem Veranlagungsmix dazugehören. Näheres über die Wiener Börse AG unter: www.wienerborse.at

Es handelt sich um eine Marketingmitteilung, die nicht unter Einhaltung der Rechtsvorschriften zur Förderung der Unabhängigkeit von Finanzanalysen erstellt wurde und auch nicht dem Verbot des Handels im Anschluss an die Verbreitung von Finanzanalysen unterliegt.



DerBörsianer 1. Ausgabe, Q4 2013