Page 1

magazin

Nr. 31, 2. Quartal 2019 ∙ 12 Euro

Wirecard Die dunkle Stunde — 08 —

fatales mifid ii

Veranlagung

Weniger Investoren

— 16 —

Georg

Erfolgreich in Fintechs investieren

börsianer blog: derboersianer.com

pölzl

MUTIG DURCH DEN RAUEN WIND

mostböck Mifid II ist Realitätsfremd

höllinger mut zum netzwerken

Holle Fehlende Tradition für IPOs


Energie bewusst einsetzen. Das ist: Mein Antrieb. Meine Energie.

Christian Redl Zehnfacher Weltrekordhalter im Freitauchen

Mit dem auskommen, was von Natur aus da ist. Das ist nachhaltig leben. Das ist nachhaltige Energie: 100 % Wasserkraft aus Ă–sterreich. verbund.com/MeinAntrieb


Editorial börsianer Nr. 31

ER, AUSG SIAN

ABE

NR. 31,

RTAL 2. QUA

19

MAG 2. QUA

2019

AZI

N

O

∙ 12 EUR

BÖR

NR. 31,

RTAL

TER | BERA

CARD WIRdEunkle

IMM N |

OBIL

IEN

Die de Stun—

UNG

NLAG VERA

— 08

ESEL

LSCH

AFTE

| AKTI

ENG STIFTUN DS |

GEN

LES FATAID II MIF

| FON

SKAS

SION

BLOG: SIANER .COM NER RSIA

BÖR

DERBOE

GEN

| PEN

— 16

ich lgre hs Erfo ntec in Fi ieren st inve

er Wenig oren Invest

SEN

h rasc

Dominik Hojas Chefredakteur Börsianer

PÖL Z

ER.C SIAN

MOSTB

ÖCK

MIFID

II IST

TSFREM REALITÄ

D

HÖLLIN

GER

MUT

HOLLE ZUM

NETZW

FEHLEN

DE TRA

DITION

FÜR

IPOS

ERKEN

DERB

OER

L

MUTIGH DEN DURC N WIND RAUE

OM

ERFOTO COV

FINA

NZM

AGA

: die

ZIN FÜR

BAN

KEN

| VERS

ter b

ICHE

RUN

g Geor

folgen Sie uns live: Derboersianer.com (Blog) facebook.com/derBoersianer Twitter.com/derBoersianer

Machen Sie mit Ihren Geldanlagen den Unterschied.

Liebe Börsianer!

D

ie Politik ruft zur großen Roadshow (Seite 21) nach New York, und die Unternehmen folgen. Mit im Flieger Finanzminister Hartwig Löger, Wirtschaftsministerin Margarete Schram-

böck, Nationalbank-Gouverneur Ewald Nowotny und Wiener-Börse-Vorstand Christoph Boschan. Es geht darum, Flagge zu zeigen und

Gemeinsam können wir etwas bewegen. Erträge und Verantwortung – unsere nordische DNA.

den Investoren den rot-weiß-roten Kapitalmarkt schmackhaft zu machen. So schön, so gut. Roadshows gelten für Unternehmen von jeher als die wichtigsten Instrumente, um sich In-

Nordea Investment Funds S.A.

vestoren und Liquidität zu sichern. Die

Dr. Johannes Rogy Head of Fund Distribution Region Central & Eastern Europe

Richtlinie Mifid II hat jedoch die Datingplattform

zwischen

Unterneh-

Tel. 01/512 87 17 – 20 johannes.rogy@nordea.com

men, Broker und Investor zerstört. Die Auswirkungen sind für einen kleinen Markt wie Österreich fatal (Seite 16). Ich wünsche mir daher, dass die Pläne für einen Research-Fonds, dotiert mit einer Million Euro jährlich aus dem Finanzministerium, für mehr unabhängige Analysen und damit mehr Sicht-

Harte Bandagen. Georg Pölzl ließ sich von den Fragen der „Börsianer“-Redakteure Julia Kistner und Dominik Hojas kaum aus der Ruhe bringen. Der Post-General zieht seinen Weg durch, auch wenn nicht alle Ventures gelingen.

barkeit für unsere Small und Mid Caps, endlich umgesetzt werden. Andernfalls droht der Markt auszutrocknen, wie Ingrid Krawarik für den Börsianer recherchiert hat. Eine digitale Revolution im Investmentbanking hat der Musik­ streaming-Dienst Spotify ausgelöst. Er hat sich und seinen Investoren beim Börsengang mit einem „Direct Listing“ (Seite 74) ohne Mithilfe von Investmentbanken einen dreistelligen Millionenbetrag erspart. Was das für die Banken bedeutet und ob der Trend auch in Österreich Einzug hält, hat Robert Winter in seinem Beitrag „Auf eigene

3

Nordea STARS Palette Nordea 1 – Global Climate and Environment Fund nordea.at/verantwortungsbewussteinvestments Die genannten Teilfonds sind Teil von Nordea 1, SICAV, einer offenen Investmentgesellschaft luxemburgischen Rechts, welcher der EG-Richtlinie 2009/65/EG vom 13 Juli 2009 entspricht. Hierbei handelt es sich um Werbematerial, es enthält daher nicht alle relevanten Informationen zu den erwähnten Teilfonds. Jede Entscheidung, in den Teilfonds anzulegen, sollte auf der Grundlage des aktuellen Verkaufsprospekts, der Wesentlichen Anlegerinformationen (KIID) sowie des aktuellen Jahres- und Halbjahresberichts getroffen werden. Die genannten Dokumente sind in elektronischer Form auf Englisch und in der jeweiligen Sprache der zum Vertrieb zugelassenen Länder auf Anfrage unentgeltlich bei Nordea Investment Funds S.A., 562, rue de Neudorf, P.O. Box 782, L-2017 Luxemburg oder bei der Informationsund Zahlstelle der Nordea 1, SICAV in Österreich, die Erste Bank der öterreichischen Sparkassen AG, Am Belvedere 1, A-1100 Wien, Österreichisch, erhältlich. Herausgegeben von Nordea Investment Funds S.A. 562, rue de Neudorf, P.O. Box 782, L-2017 Luxemburg, einer von der Commission de Surveillance du Secteur Financier in Luxemburg genehmigten Verwaltungsgesellschaft.


Editorial börsianer Nr. 31

In Linz beginnt’s. „Börsianer“-Chef­redakteur Dominik Hojas besuchte Markus Huemer in der Zentrale der Polytec AG im oberösterreichischen Hörsching und ließ sich die Strategie des neuen Vorstandschefs erklären. Im Anschluss daran ging es noch vor der Börsianer Roadshow mit UBM-Boss ­Thomas Winkler und IR-Chefin Anna Vay zur Werksbesichtigung in die Voestalpine-Zentrale.

Faust“ exklusiv analysiert. Apropos analysiert, kaum ein Unternehmen wurde zuletzt in der Öffentlichkeit so zerpflückt wie die Wirecard AG mit dem Austro-CEO Markus Braun. Der Börsianer hat den Finanzund Kommunikationsprofi Bernhard Grabmayr gebeten, den Fall genauer unter die Lupe zu nehmen (Seite 08). In der Öffentlichkeit stand zuletzt auch Georg Pölzl, unser Börsianer des Quartals. Der smarte Vorstandschef der Österreichischen Post AG hat zwar das neunte Jahr in Folge ein Rekordergebnis präsentiert. Gesprächsthema bleiben aber die jüngsten „Pleiten, Pech und Pannen“, selbst wenn sie sich in der Post-Bilanz bisher nicht niederschlagen. Angefangen von der Datenaffäre bei adressierten Werbungen bis hin zur missglückten Bankkooperation mit der Deutschen Fintech Group AG. Meine Kollegin Julia Kistner und ich haben den Post-General zum Cover-Interview in der neuen Konzernzentrale am Wiener Rochusmarkt getroffen und über die jüngsten Kollateralschäden seines aktiven Managementstils gesprochen (Seite 10). Eine andere Persönlichkeit, die auf dem Börsenparkett Spuren hinterlässt, ist Alexander Schütz. Der C-Quadrat-Gründer hat ein Händchen fürs Geschäft. Der nun in Frankfurt börsennotierte Cyber-Security-Spezialist Cyan AG mit Sitz in Wien ist eines seiner vielen Investmentprojekte, das drauf und dran ist, ein paar Rekorde zu brechen. Bis 2021 rechnet das Management mit einer Verdreifachung des Jahresumsatzes von 2018 auf 60 Millionen Euro und mit einer Ebitda-Marge von 70 Prozent. Das hohe Potenzial birgt natürlich auch hohe Risiken, wie Ingrid Krawarik in ihrer Investmentstory berichtet (Seite 36). Wer nicht direkt in Start-ups investieren möchte oder auf Einzeltitel setzen will, findet mit Investmentfonds auf ausgewählte Aktien von etablierten Fintech-Firmen sowie ETFs und Zertifikaten vielfältige Möglichkeiten (Seite 26). Raja Korinek hat sich für Sie einen Überblick verschafft und hinter die Kulissen der Fintech-Szene geblickt. Bleibt mir noch ein Terminhinweis: Bitte merken Sie sich bereits jetzt das Börsianer Festival 19 vor. Mehr als 1.000 Besucher informieren und vernetzen sich und feiern vom 25. bis 26. September 2019 auf der größten Business-Plattform der Finanzindustrie in der Wiener Hofburg. Ich freue mich auf Ihr Kommen. Karriereleiter. Rekordbesuch beim Börsianer Salon zum Thema „Besetzungs-Karussell – Was braucht es für die Spitze“. ÖBAG-Aufsichtsrätin Susanne Höllinger verriet ihre Strategie zum Erfolg.

Viel Vergnügen mit der Lektüre wünscht Ihnen

Dominik Hojas d.hojas@derboersianer.com

4


GELD SCHLÄFT NICHT. 25.-26. SEPTEMBER 2019 WIENER HOFBURG DIE BUSINESS-PLATTFORM DER FINANZINDUSTRIE

Early Bird Tickets ab 1. Mai boersianer-festival.com


Inhalt börsianer nr. 31

Cover

Goerg Pölzl: Sturmerprobter Hobbysegler

10

Finanzplatz Georg Pölzl: Mutig durch den rauen wind 10 Das neunte Jahr in Folge präsentiert die Post ein Rekordergebnis. Gesprächsthema bleiben aber die jüngsten „Pleiten, Pech und Pannen“, selbst wenn sie sich in der Post-Bilanz bisher nicht niedergeschlagen haben. Investmentstory

Cyan AG: Enorme Skalierbarkeit

Roadshows Tinder statt Herzblatt

36

16

Karriere Mut zur Macht

46

Börsengang Auf eigene Faust

74

Geldmarkt

Börsengänge

Konkurrenz für ­Investmentbanken

74

6

Der Zoff mit den Zinsen

78

Versicherungen Ein teurer Spaß

82


ranking

Die 50 besten Versicherer

82

Rendite Wiener Börse Chartvergleich der Aktienmärkte

22

3. Teil: Interview 

Meinungen

Darüber spricht man in den

Bernhard Grabmayr Wirecard: Skalierte Hightech versus begrenztes Vertrauen

08

Wolfgang Matejka Auferstehung

22

Trends und Events

Portfolio24 Die Asset-Allocation der LGT

Branchen Branchen: Köpfe, Deals, News,

Marktausblick23 Börsenausblick der Fondsmanager

Technologie Für alle Fälle Fintechs 1. Teil: Marktumfeld 2. Teil: Veranlagung

69

Banken54 Versicherungen56 Fonds58 Aktien60 Immobilien62

26 28 30 32

Börsenwetter34 Entwicklung der Weltbörsen und Analystenstimmen investmentstory Cyan AG:  36 Hohes Potenzial, hohes Risiko Kurse40 Topperformer: Aktien, Fonds, Anleihen und Rohstoffe Statistik44 Börsen- und Wirtschaftsdaten

Redaktion Facebook Auf Facebook können Sie der Börsianer-Redaktion bei

58

Seitenblicke

Bettina Schragl 80 ist das neue 50

60

Ranking69 Die 50 besten Versicherer

Peter Bartos Ready for ESEF?

64

So denkt die Politik EU-Wahl: Wohin mit der Wirtschaft?

Albert Birkner 66 Transparenz bei Aktionären

68

Außerdem bekommen Sie Magazin entsteht. Wir freu-

Wilhelm Celeda 54 Der Markt hat immer recht! Heinz Bednar Tugend oder Laster?

Fintech 

der Recherchearbeit folgen. Einblicke, wie das Börsianer-

Berater64 Recht66

Ad-hoc der Redaktion

en uns auf Ihren virtuellen Besuch! Early-bird-aktion Ab Mai haben wie für Sie online vergünstigte Tickets für das Börsianer Festival 19 in der Wiener Hofburg. Feiern, informieren und vernetzen Sie sich von 25. bis 26 Sep-

88

wichtigsten Business-Plattform der Finanzindustrie. Börsianer Roadshow Der Auftakt zu den Börsianer Roadshows fand in der

Börsentalk92 Wo sich die Finanzbranche trifft Marktgezwitscher95 Das wurde im Netz getwittert Firmenindex/Impressum97 Auszüge von Unternehmen in dieser Ausgabe Porträt: 10 Fragen an … Andreas Gassauer, Gründer Marinomed AG

tember 2019 mit uns bei der

98

Peter Felsbach 95 Formel E: Spannungsgeladene Kooperation sorgt für Imageboost

Voestalpine Stahlwelt in Linz mit UBM-Boss Thomas Winkler und MarinomedBoss Andreas Grassauer statt. Am 8. April 2019 kehrt die Roadshow nach Wien in

Martin Kwauka 96 Cum-Ex umgekehrt: EU-Staaten zocken Anleger doppelt ab

die neue Location am Meinl am Graben zurück. Zwei Mal Wien und zwei Mal Linz stehen heuer auf dem Programm.

Weblinks werden in dieser Ausgabe mit einem   gelben Balken

markiert.

7


Meinungen Gastkommentar

Die Wirecard AG galt nie als besonders kom-

  Vita Bernhard Grabmayr Geschäftsführer Scholdan & Company

munikationsfreudig. Das rächt sich nach dem Skandal.

Wirecard: ­Skalierte HighTech versus ­ begrenztes Vertrauen

Seine Leidenschaft gehört gut gemachten Zeitungen und Zeitschriften sowie seiner Familie. Begonnen hat er als freier Journalist bei der „Presse“, seit 1997 ist er bei Scholdan & Company und hat zahllose IPOs und große M&A-Transaktionen begleitet. Seit 19 Jahren ist er Mehrheitseigentümer und Geschäftsführer. Sein Spezialgebiet ist die Positionierung von CEOs.

Ist Markus Braun, CEO von Wirecard,

polizeilicher Behörden gibt und wider-

der typische Jungunternehmer, der Um-

sprüchliche Aussagen dazu, dann soll-

satz von Unternehmenswert nicht un-

te man den Ball flach halten. Jetzt steht

terscheiden kann? Fast könnte man das glauben, denn sein Kommentar zu möglichen 6,9 Millionen Euro Umsatzausfall

„Schade drum.“ Bernhard Grabmayr

in Singapur - „Das ist ein Non-Event“

Wirecard bei jedem Schritt im Fokus und wird getrieben. Deutungshoheit und das Gesetz des Handelns wurden aus der Hand gegeben.

- kostete die Aktionäre einen Wertver-

Sicherlich hat Wirecard Neider und

lust des Unternehmens von 6,2 Milliar-

Feinde, nicht zu vergessen die „bösar-

den Euro – an einem einzigen Tag. Auch

tigen“ Shortseller, aber die Angriffs-

wenn es jetzt – nahezu einzigartig in der

von Fachleuten nicht beantwortet wer-

flächen hat die Unternehmensführung

deutschen Börsengeschichte – ein amt-

den, warum der direkte niederländische

selbst geschaffen und das Desaster da-

liches Verbot von Leerverkäufen gibt und

Mitbewerber Ayden bei nahezu identi-

mit erst ermöglicht. Und jetzt zu klagen,

eine Fülle von Anzeigen, Klagen und Un-

schem Geschäftsmodell mehr Mitarbei-

dass „die anderen“ schuld seien, die Me-

tersuchungen, ist doch die Fragestellung

ter benötige und eine deutlich niedrigere

dien und die Zocker, spricht weder für

interessant, wie es dazu kommen konn-

Nettomarge erreiche als Wirecard? Ver-

Professionalität noch für die Lernfähig-

te, dass ein bewundertes Unternehmen

trauen – und das nicht aufgebaute Ver-

keit des Managements. Ist ein Vorstand

so rasch zum gebeutelten Opfer und zum

trauenskapital ist wohl ein Schlüssel zu

mit dieser Haltung überhaupt imstande,

Objekt von Sammelklagen von Aktionä-

den aufsehenerregenden Kursschwan-

das Unternehmen aus der Krise in ruhige

ren wurde. Was hat die Unternehmens-

kungen an der Börse – wird auch nicht

Fahrwasser zu führen?

führung falsch gemacht?

geschaffen, wenn die Bereinigungspara-

Schade drum. Ein Flaggschiff der

Zunächst einmal war Wirecard nie ein

meter für das normalisierte Ebitda jedes

deutschen Digitalwirtschaft und da-

Unternehmen, das sich um besondere

Jahr geändert werden, was die Vergleich-

mit einer der wenigen Leitbetriebe, die

Transparenz bemüht hätte oder als kom-

barkeit und die Nachvollziehbarkeit über

wir in dieser Zukunftstechnologie ha-

munikationsfreudig galt, was die inter-

die Jahre hinweg nicht gerade erleichtert.

ben, scheitert daran, dass die Bildung

nen Prozesse und Ergebnismechanismen

Auch ist der Schritt, ausgerechnet die

von öffent­licher Akzeptanz für das Ge-

betraf. Beeindruckt haben das Wachs-

„Financial Times“ zu klagen, zwar als

schäftsmodell und der Aufbau von Ver-

tumstempo und die hohe Profitabilität,

mutig, aber wohl nicht als klug zu be-

trauenskapital nicht mit der gleichen

die jedoch nicht schlüssig erklärt werden

zeichnen. Wenn es schon Whistleblower

Sorgfalt vorangetrieben wurden wie die

konnte. Zum Beispiel konnte die Frage

im Unternehmen und Untersuchungen

globale Expansion. n

8


#Post

  VITA Georg Pölzl Vorstandsvorsitzender Österreichische Post AG Der gebürtige Grazer (61) lenkt seit 1. Oktober 2009 die Geschicke der Österreichischen Post AG. Als passionierter Fotograf und noch viel leidenschaft­licherer Segler weiß er die Zeit fern von strategischen Masterplänen optimal zu nutzen.

Das neunte Jahr in Folge präsentiert Georg Pölzl, Vorstandschef der ­Österreichischen Post AG, nun ein Rekordergebnis. Gesprächsthema bleiben aber die jüngsten „Pleiten, Pech und Pannen“, selbst wenn sie sich in der Post-Bilanz bisher nicht niederschlagen. Der Börsianer sprach mit dem sturmerprobten Hobbysegler über die jüngsten ­Kollateralschäden seines aktiven Managementstils. text Dominik Hojas, Julia Kistner Fotos dieter brasch

G

eorg Pölzl zählt zu den smarten

Zustimmung der Kartellwächter. Auch

mit der Deutschen Fintech Group AG.

Managern, denen vieles gelingt

sonst stimmen die Zahlen: Bei einem

Der Börsianer hat Generaldirektor Georg

und wenig misslingt. Ob als Be-

Umsatz von knapp zwei Milliarden Euro

Pölzl zum Coverinterview in der neuen

rater bei McKinsey, als Vorstand des Ma-

kann die Post ein Betriebsergebnis von

Post-Zentrale am Rochusmarkt in Wien

schinen- und Anlagenbauers Binder+Co

knapp 211 Millionen Euro verbuchen.

getroffen.

AG, beim Aufbau von T-Mobile Aust-

Den Aktionären winkt eine um 1,5 Pro-

ria, als Sonderbeauftragter der Deut-

zent höhere Dividende von 2,08 Euro

Herr Pölzl, Sie sind eigentlich sehr erfolgs-

schen Telekom oder seit 2009 beim Um-

je Aktie. Und doch sind es die jüngs-

verwöhnt. – Wieso eigentlich?

krempeln der angestaubten Österrei-

ten „Pleiten, Pech und Pannen“, die bei

chischen Post AG (Post) in ein moder-

der Post primär für Schlagzeilen sorgen.

Eigentlich deshalb, weil die Post zuletzt mit

nes Unternehmen mit Investmentstory.

Angefangen von der Datenaffäre im Be-

Aktionen Schlagzeilen machte, die nicht so

Sein jüngster Coup: die Übernahme des

reich der adressierten Werbungen über

rund liefen. – Ein gutes Jahresergebnis

österreichischen Zustellgeschäfts der

Pro­bleme mit der Beteiligung am zweit-

hat noch nie großartiges Echo gefun-

Deutschen-Post-Tochter DHL. Damit

größten türkischen Paketzusteller Aras

den. Ich bin nun seit fast zehn Jahren bei

sichert sich das mehrheitlich staatliche

Kargo bis hin zum schleppenden An-

der Post. Schon der Anfang meiner Zeit

ATX-Unternehmen einen Paketmarkt-

lauf des Onlinemarktplatzes Schöpping

war geprägt durch Berichte über Filial-

anteil von 75 Prozent, vorbehaltlich der

und zur missglückten Bankkooperation

schließungen und Personalabbau. Wo

10


Finanzplatz Cover

Georg Pölzl

Mutig durch den rauen Wind

Stratege. Post-AG-General Georg Pölzl hat „grundsätzlich vor nichts Angst“, schon gar nicht davor, Fehler zu machen.

11


Finanzplatz Cover

wag-Filialen aus. Gleichzeitig eröffnen wir in Wien bis 2019 vierzig neue Filialen, um die Gesamtzahl der Geschäftsstellen bei 1.800 zu halten. Damit ist für mich das Thema abgeschlossen. Die Bawag PSK zahlte der Post 107 Millionen Euro, um vorzeitig aus den Verträgen auszusteigen. Welche Argumente hat da ein neuer Partner, um einzusteigen? – So ist es ja nicht. Da stehen Leistungen dahinter. Wir haben Fixzahlungen vereinbart und Leistungen für die Jahre 2018, 2019 und 2020 pauschaliert. Wir machen in allen Filialen noch Transaktionen, und es sind noch über hundert Finanzberater, die wir Klartext. „Wenn man ein Unternehmen dynamisch führt, geht man Ventures ein, die auch schiefgehen können.“

der Bawag PSK zur Verfügung stellen.

ein Skandal gewittert wird, da wird hi-

einen Namen machen will, dann neh-

Warum sind Ihnen Finanzdienstleistun-

neingestochen.

me ich mir die Post als Gegner und habe

gen so wichtig, wenn man damit kein Geld

mit Sicherheit österreichweit Aufmerk-

verdient? – Es ist uns nicht so wichtig,

Würden Sie rückblickend anders kommuni-

samkeit. Das Gleiche habe ich mit einer

es sind drei Prozent des Umsatzes und

zieren? – Ich wüsste nicht, was wir an-

Schadensersatzklage wegen des Ein-

null Prozent vom Ergebnis. Aber unse-

ders machen sollten. Wir wurden am

stiegs bei der Fintech Group erlebt.

re Kunden sind von uns durch die Postsparkasse und dann die Bawag PSK seit

7. Jänner von dieser Datengeschichte überrascht und wurden von uns aus am

Zur Bankenkooperation. Wie kam es zu der

140 Jahren Finanzservice gewohnt, des-

9. Jänner aktiv, noch bevor die Daten-

Trennung von der Bawag PSK AG? – Wir

halb wollen wir das weiterhin anbieten.

schutzbehörde uns aufforderte, die po-

hatten einen Vertrag mit der Bawag PSK

litischen Daten zu löschen. Juristisch hat

für zehn Jahre bis 2020. Die wollten ei-

Wie soll die neue Bankenkooperation aus-

das ohnehin noch ein Nachspiel, weil wir

nen Schritt weitergehen, den Service in

sehen. Soll es eine Onlinebank sein? –Diese

der Meinung sind, dass wir nie gegen das

der Fläche ausdünnen, weniger Überwei-

Gespräche führen wir gerade intensiv in

Datenschutzgesetz verstoßen haben.

sungen, weniger Präsenz in den Filialen.

unserem Aufsichtsrat. Den Ergebnissen

Das ist für uns kein Weg mit Perspektive.

möchte ich nicht vorgreifen.

Bedeutet die Datenschutzgrundverordnung

Wir sind teilweise gesetzlich verpflichtet,

DSGVO das Ende adressierter Werbung und

flächendeckend in Österreich präsent zu

Meinen Sie, es lässt sich noch heuer ein

damit hunderte Millionen Euro weniger

sein. Wir haben uns 2017 von der Bawag

Bankpartner (Anm.: Insider berichten zuletzt

Umsatz für die Post? – Ich glaube es nicht.

PSK getrennt. Die Entflechtung soll 2019

von Gesprächen mit der Grawe Gruppe) fin-

Der Umsatz ist nicht der Hauptbeweg-

oder 2020 abgeschlossen sein.

den? – Ja. Theoretisch wäre auch eine vo-

grund für unser Tun. Der Hauptgrund

rübergehende Lösung ohne Bank mög-

ist, dass wir für unsere Kunden Streu-

Wie sieht Ihr Filialnetz danach aus? – Die

lich, aber das wird nicht angestrebt von

pläne optimieren, also Adressen über-

Bawag PSK verlässt rund 300 unserer Fi-

uns. Wir wollen eine Lösung, die nahtlos

prüfen und Dubletten-Checks machen.

lialen, und wir ziehen aus etwa 100 Ba-

an die Bawag-Kooperation anschließt.

Unser Geschäft ist, öffentlich verfügbare Wie ist man damals ausgerechnet auf die

Daten mit den Adressdaten zu matchen. Könnte das dem Image der Post schaden? – Auch das glaube ich nicht. Ich halte die Datendiskussion für eine StakeholderDiskussion. Da gibt es Menschen und

„Wo ein Skandal ­gewittert wird, da wird hineingestochen.“

Fintech Group gekommen? – Wir haben 2018 eine Ausschreibung gestartet, und es gab reges Interesse von unterschiedlichen Gruppen, mit denen wir intensive Gespräche geführt haben. Dann kam allerdings die Volksbanken-Geschichte

Anwälte, die sich über die Geschichte profilieren möchten. Wenn ich mir

dazwischen. Ein vernünftiges Projekt hat Georg Pölzl

12


Finanzplatz Cover

sich gemeinsam nicht realisieren lassen,

ÖSTERREICHISCHE POST VERSUS ATX

die auch das eine oder andere Mal schiefgehen können. Schlimm wäre es doch,

weil die Volksbanken sich hier nicht einig waren. Wir sind danach zurückge-

7,50

eine Entscheidung, die man im Nachhin-

gangen auf das, was wir ursprünglich vorhatten. Eine schlanke Banklösung

ein für nicht richtig beurteilt, aus irgend0,00

welchen Ängsten heraus nicht zu korrigieren. Es kann keiner behaupten, dass

mit einem kompetenten Partner.

er immer alles richtig macht. Die einzige

-7,50

Woran ist die Kooperation vor dem Start letztlich gescheitert? – In der Projektlaufzeit haben sich in wesentlichen Punkten zwischen der Fintech Group und uns zu unterschiedliche Standpunkte heraus-

Möglichkeit, keinen Fehler zu machen, ist nichts zu tun, und das ist schon der

-15,00

-22,50

größte Fehler. Wir haben in den letzten neun Jahren viele Dinge gemacht, und 28.9.18

28.3.19

in Summe war das für das Unternehmen

kristallisiert. Persönlich habe ich nach

Quelle: TeleTrader

das Richtige. Es gibt keine Post in Europa,

wie vor guten Kontakt zu den handeln-

richtigung im Jahresergebnis von 15 Mil-

die sich in den letzten Jahren so gut ent-

den Personen. Ich finde es nach wie vor

lionen Euro vornehmen. Davon ist ein

wickelt hat wie die Österreichische Post.

ein spannendes Unternehmen. Wir hal-

Gutteil schon wieder aufgeholt.

Schauen Sie sich nur in den letzten Jahren

ten eine über sechsprozentige Beteiligung an der Fintech Group.

den Kurs der Post-Aktie im ATX und dazu Es war also ein Fehler, aber nicht so ergeb-

die Vergleichsunternehmen an.

nisrelevant. – Es ist nicht letal. Wenn man Wie viel mussten Sie abschreiben? - Wir

ein Unternehmen sehr dynamisch führt,

Reden wir über das operative Geschäft. Da

mussten aufgrund der Börsenkursent-

und das ist bei der Post der Fall, dann

kommt plötzlich der weiße Ritter: Amazon

wicklung im letzten Jahr eine Wertbe-

geht man immer wieder Ventures ein,

springt Ihnen zur Seite und treibt Ihnen das

Holiday Inn Danzig – Hotel

© RKW Architektur

wir entwickeln. ihre zukunft. Kompetenz Konsequenz Transparenz

UBM ist der führende Hotelentwickler in Europa – und auch in den Asset-Klassen Büro und Wohnen international erfolgreich. In Deutschland, Österreich und Polen realisieren wir urbane Großprojekte in den besten Lagen. Unsere Aktie punktet im „prime market“ der Wiener Börse. Mit dem Kauf einer UBM Immobilie gewinnen Sie also einen renommierten Partner gleich mit.

ubm-development.com


Finanzplatz Cover

„Die einzige Möglichkeit, keine Fehler zu machen, ist, nichts zu tun.“ Georg Pölzl

DHL-Geschäft in die Arme. – Das ist eine spannende Interpretation. Die DHL war bis 2015 unser größter Kunde. Später hat sie sich entschieden, einen anderen Weg zu gehen. Wir haben den guten Kontakt

Volle Kraft voraus. Georg Pölzl hofft, dass sein Job als Post-General der letzte so intensive seiner Karriere sein wird.

nie verloren und haben für DHL immer Teilleistungen erbracht. Mit Jahresan-

auch in der Zustellung. Wir zahlen bes-

definiert. Wir hatten auch schon mal die

fang hat sich eine Möglichkeit ergeben,

ser als der Mitbewerb, haben dafür aber

Briefmärkte. Das war nicht erfolgreich.

für DHL wieder zuzustellen. Das ist ein

die bessere Zustellqualität. Wollen Sie mit dem Immobiliengeschäft das

guter Vertrag für beide Seiten. Können Sie nochmals Ihre Gesamtstrategie

lukrative Briefgeschäft auffangen? – Nein,

Es ist aber kein Exklusivvertrag. – Nein,

bis zum Ende Ihrer Amtsperiode 2022 um-

nicht nur. Der Brief ist unser Löwenum-

sondern es ist wieder das Verhältnis,

reißen, bevor Sie segeln gehen. – Ich geh

satzbringer. Immobilien haben wir zu-

das wir vor 2015 hatten. Nur der Paket-

ja jetzt schon segeln. Die Strategie hat

letzt erfolgreich entwickelt. Dieses Ge-

wettbewerb ist heute ein ganz anderer.

vier Eckpfeiler. Die erste ist, dass wir die

schäft hat sich früher vor allem durch

60 Prozent der Pakete kommen aus dem

Marktführerschaft im Kerngeschäft, dem

Abverkauf unserer Objekte genährt. Wir

Ausland. Wir stellen nur in Österreich zu.

Brief- und Paketgeschäft, verteidigen,

kaufen statt leasen Immobilien heute vor

siehe Hermes und DHL. Im zweiten Qua-

allem für unsere Eigennutzung und bauen

Aber der DHL-Deal bringt der Post schon

dranten unserer Strategie steht profita-

in der Zwischenzeit auch neue Paketzen-

mehr, als sie durch Amazon verlieren wird?

bles Wachstum in definierten Märkten.

tren. Wir werden 2019 in Hagenbrunn

– Das hoffen wir sehr. Wir sind bereits

Wir haben die Paketmärkte in Europa

eröffnen, in Kalsdorf bei Graz erfolgte

im Vorjahr bei einem Wachstum im Paketmarkt von neun Prozent um elf Pro-

zahlen

zent gewachsen.

Geschäftsentwicklung

Wie viele DHL-Mitarbeiter übernehmen Sie? Sind die günstiger als Ihre? – Nein.

in Millionen Euro

2018

Veränderung zu 2017

Umsatz

1,96 Milliarden Euro

1%

Ebitda

305,4 Millionen Euro

3,70 %

Unternehmen integrieren. Auch für sie

Ebit

210,9 Millionen Euro

1,50 %

gilt unser Kollektivvertrag. Wir hatten

Mitarbeiterzahl

schon 2018 in Österreich mit 17.644 Be-

Umsatz Brief, Werbepost, Filialen

Wir werden die Mitarbeiter natürlich ins

schäftigten wieder 181 Mitarbeiter mehr

Umsatz Paket, Logistik

als 2017. Die 220 DHL-Mitarbeiter brau-

Dividende

chen wir auf jeden Fall, auch die Fräch-

Free Cashflow

ter, die für DHL arbeiten. Rund 54 Prozent Ihrer Gesamtkosten verur-

20.545

0,1 %

1,45 Milliarden Euro

–2,5 %

552,4 Millionen Euro

11,5 %

2,08 Euro pro Aktie

1,5 %

158,4 Millionen Euro

8,0 %

Verwaltung von einer Million Quadratmeter, Buchwert IAS 40 rund 78 Millionen Euro, Marktwert IAS 40 rund 263 Millionen Euro, 150 Millionen Euro geplante Investitionen 2019

Immobilienbesitz

sacht das Personal. Ist das europäische Normalität in der Branche? – Ja, wir haben einen hohen Anteil von eigener Beschäftigung. Einerseits unsere Beamten, aber

14


Finanzplatz Cover

20

der Spatenstich. In Summe werden wir heuer 150 Millionen Euro unter anderem in Immobilien und Grundstückskäufe investieren. Wie hoch ist der Ergebnisbeitrag aus den Immobilien? – Zweistellig.

Millionen Pakete gewinnt die Post laut ­Analysten durch den DHL-Deal. Bis zu fünf Millionen Stück kostet der Amazon-Einstieg.

Haben Sie eigentlich Angst, dass durch die neue Staatsholding ÖBAG der politische Einfluss größer wird und Ihr aktives Management einbremst? – Ich habe grundsätzlich vor nichts Angst. Ich habe auch keine Befürchtungen in diese Richtung. Ich glaube, dass wir mit der ÖBAG wieder in ein professionelles Beteiligungs-

Welche Rolle wird Ihr Onlinemarktplatz

management zurückkommen. Die ÖBIB

Schöpping für das Wachstum spielen?

war doch eine ausgedünnte Veranstal-

– Das ist Risikokapital, das nicht auf

Haben Sie überhaupt noch Lust auf diesen

tung. Der Aufsichtsrat, der ja schon

kurzfristigen Erfolg ausgelegt ist. In

Deal? – Schauen Sie, unser Hauptfokus

feststeht, macht mir Hoffnung.

den ersten beiden Monaten haben wir

ist der Erhalt unserer Beteiligung. Und

1,5 Millionen Handelsumsatz.

alles andere werden wir dann sehen.

Der Staat hält 53 Prozent an der Post. Hät-

Das hängt von den Entwicklungen in der

ten Sie lieber einen geringeren Anteil? –

rechtlichen Auseinandersetzung ab.

Ich glaube, der Börsengang 2006 war für

Warum fliegt das nicht ganz so schnell wie erhofft? – Wir hatten am Anfang technologische Probleme und kein gutes Team. Sie halten an Schöpping fest? – Ja.

die Entwicklung der Post extrem wichIm Aufsichtsrat gab es damals angeblich

tig. Aber es ist schlussendlich eine Ei-

Meinungsunterschiede, ob man die Option

gentümerentscheidung. Ich sehe keine

für Aras Kargo ziehen soll oder nicht. – Die

Privatisierungstendenzen in der Politik.

Türkei hat sich seither eher negativ entDie AEP, Ihr deutscher Onlinepharma­

wickelt. Ohne Eigentümerstreit hätte sich

Wird Post-Generaldirketor Ihr letzter Job

großhandel, fliegt ja wirklich. – Auch

das Geschäft natürlich wesentlich besser

sein? – Na hoffentlich nicht, aber wahr-

das war im Oktober 2013 eine Start-

entwickeln können. Wegen der kritischen

scheinlich der letzte so intensive. Ich

up-Gründung, an der wir 50,4 Prozent

Wertentwicklung der türkischen Wäh-

möchte positiv festhalten, dass die Post

halten und Exminister Martin Barten-

rung mussten wir wertberichtigen. Ich

ein breites Betätigungsfeld und Mög-

stein den Rest. Wenn Sie wollen, boomt

persönlich halte die Türkei aber nach wie

lichkeiten bietet, Dinge auszuprobie-

Schöpping genauso.

vor für einen äußerst spannenden Markt.

ren. Man hat weitgehend freie Hand

Sie peilen bei Schöpping in fünf Jahren ei-

Ist das eine neue Unternehmenskultur bei

für die Tochter eines großen deutschen

nen Umsatz von 423 Millionen Euro an?

der Post? Dass man mehr Mut mitbringt

Konzerns gearbeitet hat, konnte man

– Reden wir in fünf Jahren wieder über

und Scheitern in Kauf nimmt? – Ich habe

erleben, dass man sehr erfolgreich ar-

Schöpping. Übrigens ist auch bei der

mein Berufsleben lang so gearbeitet. Ob

beitet und dann doch Dinge machen

AEP der Ergebnisbeitrag Ebitda jetzt ge-

es für die Post etwas Neues ist, mag sein.

muss, die man für falsch hält. Das ist

rade mal ein Break-even.

Man muss kalkulierte Risiken eingehen,

bei der Post nicht der Fall.

vom Eigentümer. Wenn man schon

weil man sonst nicht vom Fleck kommt. Wollen Sie mit dem Pharmahandel in an-

Welche Message würden Sie dem Kapi-

dere Länder expandieren? – Es ist mo-

Troubles gibt es auch beim Verkauf Ihrer­

talmarkt mitgeben? – Die Post-Aktie

mentan nicht angedacht, aber auch

Logistiktochter Trans-o-flex. Die neuen

ist das beste Sparbuch, das ich ken-

nicht ausgeschlossen.

Eigentümer fühlen sich über den Tisch ge-

ne. Wir haben es die letzten Jahre ge-

zogen. – Es gibt mehrere Gerichtsver-

schafft, unsere Guidance zu halten und

Was macht eigentlich die Post-Beteili-

fahren, die wir alle gewonnen haben.

das Geschäft und die Dividende positiv

gung in der Türkei? – Hier gibt es keine

Aus welchen Gründen auch immer hat

zu entwickeln. Wir wollen die Erfolgs-

neuen Fakten. Wir halten 25 Prozent an

man eine Anzeige bei der österreichi-

geschichte genau so fortzusetzen. Sie

der Aras Kargo. Wir haben eine Option

schen

wissen, dass ich Segler bin, daher ist

gezogen auf weitere 50 Prozent. Diese

erstattet.

Korruptionsstaatsanwaltschaft

meine Devise: selbst durch Sturm mit sicherer Hand.

Option befindet sich gerade in einem Schiedsgerichtsverfahren. Ein Teil der

Wird 2019 das Jahr der Prozessentschei-

Eigentümerfamilie ist auf unserer Sei-

dungen für die Post? – Nein, es ist Nor-

Befindet sich die Post noch im Sturm? –

te. Wir hoffen, dass es zeitnah zu einem

malität. Die einzige Möglichkeit, keine

Man ist nie draußen aus dem Sturm. Der

Schiedsspruch kommt.

Fehler zu machen, ist, nichts zu tun.

kommt auch wieder. n

15


New York. Unter dem Motto „Austria Sound of Finance“ begleitet Finanzminister Hartwig Löger Mitte April eine ÖsterreichRoadshow ins Lotte Palace Hotel.

Tinder statt Herzblatt Roadshows gelten für Unternehmen als die wichtigsten ­Instrumente, um sich Investoren und Liquidität zu sichern. Die Richtlinie Mifid II hat jedoch die Datingplattform zwischen Unternehmen, Broker und Investor zerstört. Die Auswirkungen sind für einen kleinen Markt wie Österreich fatal. text Ingrid Krawarik

16

© Mark Lennihan / AP / picturedesk.com

#mifidii


finanzplatz RoadshowS

D

as waren noch Zeiten, als Sänger

mit einem Nichtverbundenen schon eine

Rainhard Fendrich als Oberkupp-

Sache für die Compliance-Abteilung.

ler der Nation bei der Dating-

Amundi Austria hat als einer der größten

Show „Herzblatt“ Mitte der 1990er-Jahre

heimischen Investoren seine Brokerliste

seinen Charme versprühte und recht er-

seit Mifid II gekürzt und redet nur noch

folgreich einige Paare zusammenbrach-

mit Banken, mit denen man einen Re-

te. Heute gibt es die App Tinder, mit der

search-Vertrag hat. Es sei denn, das Un-

man sich auf die mühsame Suche bege-

ternehmen übernimmt die Kosten für das

gab’s früher für 50.000 bis 70.000 Euro.

ben muss. Wer die Richtigen sind, weiß

Treffen.

Jetzt bekommen Broker nur noch rund

niemand. Ähnlich fatale Auswirkungen

„Broker bieten Sorglos-Paket um 130.000 Euro an.“ Harald Hagenauer

12.000 Euro und können deshalb ihre

hat die Richtlinie Mifid II gebracht, und

Broker brauchen Zusatzeinnahmen

Analysten nicht mehr halten“, sagt Nico

zwar sowohl für Broker und Unterneh-

„Früher hat der Investor zwischen 0,15

Baader, Vorstandschef der Baader Bank

men als auch Investoren. Der Broker als

und 0,20 Prozent für die Ausführung ei-

AG, der sich auf kleine und mittlere Un-

Kuppler zwischen Unternehmen und In-

ner Order in Österreich bezahlt, da waren

ternehmen spezialisiert hat.

vestor steht vor einem Dilemma, weil er

alle Services wie Research, Ausführung

Ein einträgliches Geschäft für die Bro-

nur noch jene Investoren vermitteln darf,

der Börsenorder und Zugang zum Un-

ker sind Investorenkonferenzen. „Inves-

mit denen er einen Vertrag hat. Weniger

ternehmen inkludiert. Jetzt ist Research

toren sind immer noch bereit, dafür zu

Dates heißt weniger Sichtbarkeit, weniger

und Execution getrennt“, sagt Klaus

zahlen, weil sie innerhalb von ein bis vier

Umsätze und weniger Liquidität. In Ös-

della Torre, Head of Global Equity Sa-

Tagen 20 bis 30 Unternehmen sehen, das

terreich führt das mittelfristig zum Aus-

les der Raiffeisen Centrobank AG (RCB).

ist sehr effizient“, sagt Baader, der seit

trocknen des Kapitalmarkt-Ökosystems.

Die Durchschnittspreise für Research-

Jahren eine Konferenz in München orga-

Friedrich Mostböck kann davon ein

pakete liegen derzeit international bei

nisiert. Die Flagship-Konferenz der Erste

Lied singen. Als der Chefanalyst der Ers-

15.000 bis 20.000 Euro. Die Preise vari-

Group Bank AG für heimische und osteu-

te Group Bank AG im Jänner 2018 seine 15.

ieren stark. Internationale Broker bieten

ropäische Investoren in Stegersbach fin-

Roadshow in London geplant hatte, blieb

die Orderausführung für den österreichi-

det heuer wegen der 200-Jahr-Feier der

das Investoreninteresse plötzlich aus.

schen Markt oft als Teil eines Europa-Pa-

Bank zum ersten Mal in Wien statt. Zu-

Die Richtlinie Mifid II war Anfang 2018

kets an. Da die wichtigsten Börsen Euro-

dem organisiert die Erste Group Bank AG

in Kraft getreten, die Investoren waren

pas deutlich geringere Gebühren als die

eine Roadshow (siehe Seite 21) für April

orientierungslos und die Compliance-

Wiener Börse verrechnen, müssen viele

2019 in New York, an der 26 österreichi-

Officer in heller Aufregung. Mostböck

Broker einen Verlust bei der Orderaus-

sche Unternehmen teilnehmen werden

musste die Roadshow absagen. „Heuer

führung in Wien in Kauf nehmen.

und die auch von Finanzminister Hartwig

hatten wir so viel Interesse wie nie zu-

„Als lokaler Broker kann man hier mit

Löger begleitet wird. Die Bank übernimmt

vor. Jedes Land und jeder Regulator inter-

internationalen Playern nur schwer mit-

nur die Kosten für den Floor im Lotte New

pretiert Mifid II etwas anders. Die Deut-

halten. Researcheinkünfte können den

York Palace Hotel. Die Synergieeffekte für

schen und Briten sind besonders streng,

Ertragsverlust durch die stark reduzierten

die Erste Group Bank AG könnten lukra-

die Kroaten und Franzosen nehmen das

Ordergebühren nicht kompensieren“, er-

tiv sein. „Ich freue mich, dass wir das als

lockerer“, sagt Mostböck.

klärt della Torre. Die RCB hat deshalb mit

Erste Group für den Finanzminister orga-

Mifid II regelte das Sales-Geschäft,

vielen Small- und Mid-Cap-Unterneh-

nisieren dürfen. Das ist für den Standort

das ist der Verkauf von Produkten und

men IR- und Betreuungsverträge abge-

enorm wichtig“, sagt Mostböck.

Dienstleistungen, der Banken neu. Die

schlossen, die Roadshows, Salesbetreu-

Die Investorenkonferenz der RCB in

Ausführung der Börsenorder und das Re-

ung, Konferenzen und meist auch Mar-

Zürs ist jedes Jahr bis zum Bersten ge-

search-Produkt, also die Unternehmens-

ket-Making umfassen. „Das Brokerage-

füllt. Wichtig sind jedoch auch die Road­

analysen, müssen separat abgerechnet

Geschäftsmodell wird in drei bis fünf Jah-

shows in Osteuropa. „Warschau ist mit

werden. Früher wurde das in einer Ge-

ren anders als heute aussehen.“

Abstand die größte Finanzdestination in

bühr, meist über die Transaktion, begli-

Kleinere Broker wie die Baader Bank

chen. Der sogenannte Corporate Access­,

AG müssen um jeden Investor „extrem

der Zugang zu einem Unternehmen, etwa

kämpfen“, zudem hat die Bank seit dem

bei Roadshows, war inkludiert.

Jahr 2010 die Hälfte ihrer Analysten ab-

Da Investoren nur noch Kontakt zu

gebaut. „Für die Aktienkultur in Euro-

Brokern haben dürfen, mit denen sie

pa ist das eine Katastrophe. Mifid II soll-

vertraglich verbunden sind, ist ein Kaffee

te unabhängiges Research fördern, das

17

„Brauche die ­richtigen Investoren auf der Roadshow.“ Milena Ioveva


finanzplatz Roadshows

Osteuropa und kann, was die Wichtigkeit

wollen. Wir haben nun sozusagen kei-

nauer die Herausforderung. Mifid II hat

des Marktes für Österreich und Osteu-

ne einfache Datingfunktionalität mehr.

die Bandbreite zwischen den Preisen für

ropa betrifft, mit westeuropäischen Fi-

Jetzt müssen zehntausend Firmen zehn-

Research ausgeweitet.

nanzzentren wie Frankfurt sehr gut mit-

tausend Fonds finden und sich ihrer ei-

„Es gibt Banken, die Analysen mit

halten. Auch für polnische institutio-

genen Datenbanken und Strukturen be-

praktisch null bepreisen, und dann gibt

nelle Investoren ist der direkte Kontakt

dienen.“ Bei Investor Relations führt das

es andere Banken, die für Research bis

mit dem Management der Unternehmen

zu einer Rückbesinnung auf die eigentli-

zu 1,2 Millionen Pfund verrechnen. Das

sehr wichtig,“ betont Klaus della Torre. In

chen Aufgaben und zu stärkerer Verant-

muss sich erst jemand leisten können,

Budapest, Bukarest, Prag und Zagreb be-

wortung. Größere Teams und mehr Bud-

man will ja nicht nur am Tropf von ei-

kommen österreichische Unternehmen

get wären die Folge. Gerade für kleinere

nem Researchhaus hängen, sondern vie-

oft mehr Aufmerksamkeit als etwa in den

Unternehmen, und davon gibt es in Ös-

le Meinungen einholen“, sagt Friedrich

etablierten Finanzzentren.

terreich im ATX-Prime-Index genug, ist

Mostböck. Das Research über ein Unter-

das kaum zu schaffen.

nehmen ist jedoch die Eintrittskarte zu

Kampf um Investoren

London ist ein schwieriges Pflaster,

Für viele Unternehmen ist Mifid II ein

aber eine der wichtigsten Drehscheiben

Kampf. „Die einfache Systematik, die

für österreichische Unternehmen. „Es

Roadshows und damit zum Kapitalmarkt.

Roadshows als Überlebensfaktor Österreich ist an sich schon ein kleiner Markt. Themen wie Liquidität und Streubesitz sind ausschlaggebend. Die 15 größten Unternehmen im ATX-Prime-Index haben kein Problem, Research zu bekommen, für alle anderen wird es schwierig und vor allem teuer. „Die Roadshow ist für viele Unternehmen das einzige Instrument, das eine Außenwirkung für sie darstellt“, sagt Wolfgang Matejka, Geschäftsführer von Matejka & Partner As-

© ANATOMIA FORMY

set Management, der für die Wiener Pri-

Destination. Warschau zählt neben London zu den wichtigsten Roadshow-Zielen heimischer Unternehmen.

vatbank SE das Asset-Management verwaltet. Er selbst hat pro Jahr 250 bis 300 Einzelgespräche mit Unternehmen, die direkt zu ihm nach Wien kommen. „Wichtig am Markt sind die zwei grundsätzlichen Säulen: Du brauchst Broker, die Analysen über das Unterneh-

über Jahrzehnte funktioniert hat, ist

gibt Broker, die bieten Unternehmen Me-

men schreiben, dann bist du in Bloom-

weggefallen. Egal welchen Broker ich

nülisten an oder gleich ein Sorglos-Paket

berg/Reuters und somit in der ganzen

jetzt anrufe, die Überlegung lautet im-

um 130.000 Euro pro Jahr an, da ist dann

Welt vertreten. Und dann gilt es, auf

mer: Wen kann der uns eigentlich brin-

alles inkludiert wie Research, Roadshows

Roadshow zu gehen und dich den Inves-

gen? Zu wem hat er Zugang? Dass ein

und dergleichen. Aber wer garantiert

toren zu zeigen. Zumindest einmal im

Broker 100 Prozent des Investorenuni-

mir, dass diese Bank Zugang zu den für

Jahr wollen sie nach wie vor dem CEO oder

versums abrufen kann, ist nicht mehr ge-

mich richtigen Investoren hat? Das ist ein

CFO in die Augen schauen“, sagt Hage-

geben“, sagt Harald Hagenauer, IR-Chef

Wunschdenken. Unternehmen sind ge-

nauer. Man will sozusagen das Pferd, das

der Österreichischen Post AG, der kürz-

fordert, sich beim Broker zu versichern,

den Karren zieht, begutachten.

lich eine Roadshow mit einer US-Bank

dass der groß und breit genug aufgestellt

Eine helfende Hand offeriert die Wie-

in London abgesagt hat, weil der Broker

ist, dass er alles abdecken kann, um die

ner Börse, die pro Jahr sechs Roadshows

nicht genug Investoren aufstellen konn-

Roadshows liefern zu können. Nun ist

mit Banken für die heimischen Unter-

te. Nun wird die Roadshow selbst organi-

es wichtig, die Road­ show-Organisation

nehmen organisiert und somit oftmals

siert. „Ich schreibe jetzt zusätzlich meine

selbst in die Hand zu nehmen oder zu-

die Compliance-Abteilungen der Asset-

Kontakte an, weil ich weiß, dass in Lon-

mindest eng mit Brokern oder anderen

manager beruhigt. Durch die rückläufi-

don viele Ohne-Broker-Meetings haben

Anbietern zu arbeiten“, erklärt Hage-

gen Verträge zwischen Broker und In-

18


Innovation, Transformation und Sicherheit brauchen die besten Köpfe – BDO hat sie! Unsere Expertinnen und Experten zeichnen sich durch langjährige Erfahrung, erstklassige inhaltliche Kompetenz und breite Expertise in den Bereichen Audit, Tax, Advisory sowie Business Services & Outsourcing aus. Wir arbeiten hands-on im Team und begegnen komplexen Aufgabenstellungen mit maßgeschneiderten Lösungen für Ihr Unternehmen. Unser Ziel ist Ihr nachhaltiger Erfolg – österreichweit und in über 160 Ländern weltweit. bdo.at

Photo by gdtography on Unsplash

CHANGE HAPPENS, INNOVATION LEADS.


finanzplatz Roadshows

„Kleine Asset-Manager gehen wegen Mifid II leer aus.“

„Liquidität kommt von Visibilität.“

„Kann als lokaler Broker in Wien nur schwer mit internationalen mithalten.“

Friedrich Mostböck

Manuel Taverne

Klaus della Torre

vestor sind die Unternehmen verstärkt

fin mit ihrem Vorstand auf einer „Deal-

troffen, weil der einfache Zugang zum

gefordert. „Für mich ist es wichtig, dass

Roadshow“ in London, Amsterdam, Pa-

Kapitalmarkt nicht mehr da ist.“ Abhilfe

ich auf einer Roadshow die richtigen In-

ris, Frankfurt und Wien, um die geplan-

könnte ein Research-Fonds des Finanz-

vestoren treffe, ich möchte eine qualitativ

te Anleihe in der Höhe von 500 Millionen

ministeriums in der Höhe von einer Mil-

gute Road­show haben und versuche jetzt

Euro zu vermarkten. Der „Deal“ war die

lion Euro schaffen, der seit mehr als ei-

verstärkt selbst, das mittlere Universum

Anleihe. Begleitet wurde das Unterneh-

nem Jahr verhandelt wird und aktuell an

abzudecken. Einen Broker kann ich aber

men von den vier Banken im Konsorti-

den Juristen im BMF scheitert.

nicht ersetzen“, sagt Milena Ioveva, IR-

um, der Deutschen Bank AG, Unicredit

In der Vergangenheit war nicht alles

Chefin der Porr AG. London, Paris, Frank-

Bank Austria AG, Societe Generale und

besser. „Es war eine einfach gestrickte

furt, München, Zürich, Düsseldorf, Edin-

JP Morgan. „Non-Deal“-Roadshows fin-

Branche mit einem simplen Zahlungs-

burgh, Dublin, Kopenhagen und Helsinki

den indes meist nach Veröffentlichung

modell. Jetzt haben wir das andere Ex­

stehen auf ihrer Liste. „Die Kontaktpfle-

der Jahreszahlen statt. Auch die OMV

trem“, sagt Hagenauer. Vor Mifid II war

ge ist sehr wichtig, ich brauche aber auch

AG hat nach Mifid II keine Schwierigkei-

Research vielen egal, weil es kostenlos

neue Investoren, sonst bekomme ich kei-

ten. Im Jahr 2018 besuchte die OMV AG

verschickt wurde, der Anspruch an Quali-

ne höhere Liquidität in der Aktie.“

im Zuge ihrer Roadshows Finanzplätze in

tät war geringer. „Mit Qualität kann man

Dasselbe Credo verfolgt Manuel Ta-

Europa, Nordamerika und erstmals auch

punkten, weil Investoren bereit sind,

verne, IR-Chef der FACC AG, der seit 15

in Asien. London, Paris, New York, Bos-

dafür zu zahlen. Da findet gerade eine

Jahren im Geschäft ist und sich dadurch

ton, Frankfurt, Zürich und Genf werden

Marktbereinigung statt“, sagt della Tor-

ein großes Netzwerk aufbauen konnte.

regelmäßig besucht.

re. Was früher aus dem Fondsvermögen beglichen wurde, geht jetzt auf Rechnung

„Liquidität kommt von Visibilität, der Aktienumsatz steigt, wenn dich Investo-

Die Tücken von Mifid II

des Bonus-Topfs der Assetmanager. „Für

ren kennen.“ Für die Visibilität zahlt Ta-

Für kleinere Investoren wie Family-Of-

Research wird um 30 Prozent weniger be-

verne 50.000 bis 100.000 pro Jahr. „Die

fices, Privatbanken oder kleinere Fonds

reitgestellt, für Corporate Access 50 Pro-

Zeiten, in denen es zehn bis 15 Research-

ist Mifid II indes ein Sargnagel. Die Kos-

zent weniger“, sagt Killian Maier, Vor-

Berichte über ein kleineres Unternehmen

ten für Research sind vielen zu hoch, da-

standschef der Interaction Partners AG,

gegeben hat, sind vorbei.“ Zwei Wochen

mit bleibt der Zugang zu den Unterneh-

der als unabhängiger Anbieter Road­shows

war die FACC AG kürzlich in den USA un-

men auf einer Roadshow verwehrt, es sei

organisiert, für die Unternehmen 3.000

terwegs, die letzte Roadshow nach Hong-

denn, es gibt den direkten Kontakt zwi-

bis 4.000 Euro pro Tag zahlen. Ein Mo-

kong hat Taverne selbst organisiert, Aus-

schen Investor und Gesellschaft. „Ei-

dell, das durchaus Zukunft haben könnte,

tralien wird getestet. „Du musst bei ei-

gentlich werden durch Mifid II die großen

wenn Mifid II richtig ins Rollen kommt.

nem Einzelgespräch den Investor in den

Asset-Manager gefördert, die kleinen

Aktuell ist noch vieles unklar. „Der Markt

ersten 15 Minuten überzeugen und be-

bleiben auf der Strecke, weil sie weniger

hat sich noch nicht vollends an Mifid II

geistern. Wichtig ist, die Equity-Story

Zugang zu qualifizierter Information ha-

gewöhnt, alle Anpassungen sind noch

fair, transparent und realistisch zu trans-

ben. Ganz verstehe ich die Gedanken der

nicht vollzogen“, sagt Immo­ finanz-IR-

portieren und zumindest zwei Mal im Jahr

Mifid-Erfinder nicht. Das müssen Leute

Chefin Schragl. Dem kann Nico Baader

die Investoren unter anderem in London

sein, die von Realität und einem Markt

nur zustimmen: „2018 ist man da reinge-

und in den USA zu treffen“, sagt Taverne.

wenig Ahnung haben“, sagt Mostböck.

stolpert, die großen Auswirkungen wird es erst 2019 und 2020 geben.“

Einfacher hat es Bettina Schragl, IR-

In die gleiche Kerbe schlägt Post-

Chefin der Immofinanz AG. Die Immo-

IR-Manager Hagenauer: „Mifid II stützt

Kuppeln wird auf jeden Fall teurer,

finanz AG gehört zu den glücklichen Ka-

große Fonds, große Broker und große

egal ob man selbst das Rendezvous ver-

pitalmarktteilnehmern, die aufgrund der

Unternehmen. Es leiden kleine Fonds,

einbart oder für ein Treffen zahlt. Das

Größe noch nicht für Research zahlen

kleine Broker und kleine Unternehmen,

Herzblatt bleibt nur noch nostalgischer

müssen. Im Jänner 2019 war die IR-Che-

und damit ist Österreich massivst be-

Beigeschmack. n

20


finanzplatz RoadshowS

Initiativ. Finanz­ minister Hartwig Löger geht mit österreichischen Unternehmen in New York und London auf den Laufsteg.

#laufsteg

Finanzminister auf Roadshow in New York

U

nter dem Titel „Austria - Sound

chef Christoph Boschan. Die Erste Group

talisierung, an dem Ministerin Schram-

of Finance“ organisiert die Erste

Bank AG nimmt als verantwortlicher

böck teilnimmt, der andere über US-In-

Group Bank AG zusammen mit der Wie-

Broker 26 österreichische Unternehmen

vestments in Österreich mit Christoph

ner Börse AG, dem Finanzministerium

mit, die sich in Einzelgesprächen Inves-

Boschan. Die Erste Group Bank AG or-

und der Wirtschaftskammer Österreich

toren stellen. Der US-Partner der Erste

ganisiert seit 16 Jahren zusammen mit

am 15. und 16. April 2019 eine Road­

Group Bank AG ist seit Jahren Auerbach

der Wiener Börse die Roadshow in New

show inklusive Konferenz in New York

Grayson, der die Kontakte zu 600 poten-

York. In London ist ein ähnliches Format

mit Finanzminister Hartwig Löger, Wirt-

ziellen Investoren herstellt. Vor Beginn

mit Löger im Herbst geplant. Es bleibt zu

schaftsministerin Margarete Schram-

der Roadshow sind unter anderem zwei

hoffen, dass diesem Bekenntnis der Po-

böck, Nationalbank-Gouverneur Ewald

Panels geplant. Einer über Österreichs

litik zum Kapitalmarkt Österreich auch

Nowotny und Wiener-Börse-Vorstands-

Stärken in Sachen Innovation und Digi-

konkrete Taten folgen werden.

www.iv.at

Innövativ

Industrie 4.0 – wir bringen Österreich weiter.


Rendite wiener börse

Marktentwicklung

Entwicklung (ytd) der internationalen Aktienmärkte im Vergleich zur Wiener Börse

ATX STOXX Eastern EU TM (EUR) STOXX Europe TM (EUR) STOXX US TM (EUR) STOXX EM TM (EUR) 16,00% 15,00% 14,00% 13,00% 12,00%

ATX (österreich) Stoxx eastern EU TM (EUR)

11,00%

Stoxx Europe TM (EUR) Stoxx US TM (EUR)

10,00%

Stoxx EM TM (EUR) 9,00% 8,00% 7,00% 6,00% 5,00% 4,00% 3,00% 2,00% 1,00% 0,00% -1,00% 28.12.

07.1.

14.1.

21.1.

28.1.

04.2.

11.2.

18.2.

25.2.

04.3.

11.3.

18.3.

Jahresanfangsrallye. Nachdem das üblicherweise starke vierte Börsenquartal 2018 die Anleger enttäuschte, zogen die Kurse im ersten Quartal 2019 wieder kräftig an und machten einige Verluste wieder gut. Am stärksten legten US-Aktien zu. performance der indizes im Vergleich Indizes ISIN Kurs

YTD* %

Indizes ISIN Kurs

YTD* %

ATX

AT0000999982

3080,52

12,19 %

Dow Jones Global Index

XC0006975012

395,47

12,63 %

STOXX Eastern Europe TM EUR

CH0042344587

194,52

12,57 %

STOXX EM TM EUR

CH0147792532

120,46

9,28 %

CH0009119717

374,99

12,65 %

STOXX USA TM EUR

CH0114209130

265,13

16,09 %

STOXX Europe TM EUR

Kolumne

Wolfgang Matejka Geschäftsführer Matejka & ­Partner Asset Management

Auferstehung Im ersten Quartal 2019 hätte man sich viel an den Aktienmärkten erwartet, aber nur wenige haben den Anstieg an den Börsen in diesem Ausmaß vermutet. Nahezu alle Märkte haben es ins zweistellige Plus geschafft. Die Motorik dahinter blieb aber trotzdem wenig präsent. So wurden die politischen Aspekte nicht weniger. Die USA drohen weiterhin China und dem Rest der Welt, das United Kingdom galoppiert noch immer wie wild im Brexit-Kreis, und auch die EU hat mit ihren Sorgenkindern, Italien und Ungarn, noch immer Schwierigkeiten. Österreich präsentiert sich vor diesem Hintergrund teils staatsmännisch, teils unsichtbar. Die Börsenentwicklung liegt jedenfalls im Mittelfeld Europas. Seitens der österreichischen Unternehmen konnte man aber durchaus erkennen, dass die Befürchtungen eines Konjunkturabschwungs übertrieben waren. Die Ergebnisse lagen überwiegend auf der positiven Seite des Konsensus, und auch der Ausblick wird zwar immer mit einem globalen Fragezeichen versehen, nimmt aber dahinter durchaus kräftige Züge wieder an. Die fundamentale Seite des Marktes hat daher eindeutig geliefert. Der Ausblick auf den Rest von 2019 ist daher von dem Bewusstsein geprägt, den globalen Politeffekten nach wie vor zwar ausgeliefert zu sein, aber Unternehmen zu haben, die genau dies auch im Fokus ihrer Agenden haben. Man passt auf, ist flexibel und tritt daher auch als Partner seiner Investoren wieder öfter sichtbar in Erscheinung. So sehr es nach Vorsicht und defensiv angelegten Investments aussehen mag, und da sind die inzwischen reduzierten globalen Wachstumsperspektiven natürlich auch schuld daran, so sehr stehen tiefe Bewertungen und die innere Flexibilität unserer Aktien in Verbindung mit dem Ruf nach einer eigenständigeren EU-Fiskalpolitik dem gegenüber. Keine schlechte Ausgangslage für ein Fortschreiben des guten Anfangstrends in diesem Jahr.

22


Rendite Wiener Börse

marktmeinungen ausblick der FondsManager

bilindustrie infolge des Dieselskandals. Weitere globale Unsi-

Roland Zauner Fondsmanager Kepler Österreich Aktienfonds (ISIN AT0000647698) Kepler-Fonds KAG

cherheitsfaktoren sind der Brexit und der Handelsstreit zwischen den USA und China beziehungsweise Europa. Welche Branchen favorisieren Sie derzeit und warum? – Im Kepler Österreich Aktienfonds sind gegenüber dem ATX die Branchen Industrie und Informationstechnologie am stärksten überge-

Wie bewerten Sie das aktuelle Marktumfeld? – Die Konjunktur-

wichtet. Die am stärksten übergewichteten Aktien relativ zum

prognosen des IWF und anderer Institute deuten auf eine Ab-

ATX sind Mayr Melnhof, Strabag und Telekom Austria.

schwächung des weltweiten Wirtschaftswachstums hin. Die US-Notenbank hat deshalb die ursprünglich für 2019 geplan-

Welche Aktie haben Sie zuletzt ge- oder verkauft und warum? –

ten Zinserhöhungen vorerst auf Eis gelegt. Österreich spürt

Aufgrund der günstigen Bewertung wurden im Kepler Öster-

zunehmend die wirtschaftliche Abschwächung in Deutsch-

reich Aktienfonds zuletzt die Positionen Bawag und AT&S auf-

land, hauptsächlich aufgrund der Schwäche in der Automo-

gestockt.

Zertifikate im Fokus

Per Express früher am Ziel Konfrontiert mit Niedrigzinsen und steigender Unsicherheit an den Börsen, sind Anleger auf der Suche nach einer lukrativen Veranlagung einmal mehr gefordert. In einem solchen Marktumfeld spielen ExpressZertifikate ihre Stärken aus und können durch innovative Auszahlungsprofile einen Mehrwert bieten. Express-Zertifikate verbinden attraktive Renditechancen mit der Möglichkeit einer vorzeitigen Tilgung bei gleichzeitigem Teilschutz für das eingesetzte Kapital. Mit dem neuen Österreich Express-Zertifikat von Raiffeisen Centrobank besteht jährlich die Chance auf eine vorzeitige Rückzahlung und somit auf einen Ertrag von 6 % pro Laufzeitjahr, wenn der Kurs des zugrunde liegenden ATX®-Index an einem der jährlichen Bewertungstage auf oder über dem Startwert liegt. Notiert der Index unter dem Startwert, verlängert sich die Laufzeit um je ein Jahr – bis auf maximal 5 Jahre. Sollte es am Ende dieser 5 Jahre noch zu keiner Tilgung gekommen sein, wird ein Sicherheitsmechanismus aktiv: Notiert der Index-Schlusskurs am letzten Bewertungstag über der Barriere von 60 % des Startwerts, wird das Zertifikat zu 100 % des Nominalbetrags getilgt. Erst im Falle einer Barriereverletzung am Laufzeitende erfolgt die Auszahlung entsprechend der Indexentwicklung, und Anleger sind voll dem Marktrisiko ausgesetzt.

www.rcb.at

Entgeltliche Einschaltung

Heike Arbter Head of ­Structured ­Products

gung, Förderung nachhaltiger Waldwirtschaft, der Erhalt der

Martin Schnedlitz Fondsmanager Superior 6  Global Challenges T4 (ISIN (AT0000A20CX1) Grawe-Bankengruppe

Artenvielfalt, der Umgang mit der Bevölkerungsentwicklung, Armutsbekämpfung sowie die Unterstützung verantwortungsvoller Governance-Strukturen. Nach welchen Kriterien suchen Sie Titel für Ihren Fonds? – Finanzielle Stabilität sowie eine attraktive Bewertung.

Welche Anlagestrategie verfolgen Sie? – Der Superior 6 - Global Challenges ist ein internationaler Aktienfonds, der sich mit

Was sind die drei Toppositionen in Ihrem Nachhaltigkeitsfonds und

den großen globalen Herausforderungen des Jahrtausends be-

warum? – Derzeit sind unsere Toppositionen im Fonds Intel,

fasst. Als Benchmark dient der Global Challenges Index. Darin

Union Pacific und Canadian National Railway. Die Unterneh-

sind 50 Unternehmen enthalten, die sich aktiv sieben zukünf-

men zählen einerseits im Global Challenges Index zu den Top-

tigen Herausforderungen stellen und richtungsweisende Bei-

positionen, und andererseits haben sie sich in unserem In-

träge leisten. Dazu zählen Klimawandel, Trinkwasserversor-

vestmentprozess abgehoben.

23


Rendite portfolio

Jürgen Lukasser

„Europa fehlt der Katalysator“ Jürgen Lukasser zieht derzeit US-Aktien

  Vita Jürgen Lukasser Head of Investment Office LGT Bank Österreich

europäischen Werten vor. Der Leiter des Investment-Offices der LGT Bank Österreich

Der gebürtige Wiener (48) ist seit 2014 bei der LGT Österreich und war davor Chief Investment Officer der Kepler-Fonds KAG. Wenn er Zeit hat, liest er Bücher über Wirtschaft, Geschichte und Politik – immer noch in Buchform, denn „Papier ist geduldig, Daten sind flüchtig“.

hat zudem genug Munition geparkt, um bei Rücksetzern zuzukaufen. Text Ingrid Krawarik #portfolio

Herr Lukasser, welche Einflüsse wirken derzeit auf die Märkte? – Der Handelsstreit zwischen den USA und China ist

die Asset-Allokation

aber hinterfragen, warum. In Europa­gibt es in gewissen Branchen Ängste wegen des Brexits, des Handelsstreits, der Zu-

ein wichtiger Punkt. Es geht darum, ob

kunft des Diesels. Das hat zu der günsti-

nur ein oberflächlicher Kompromiss ge-

geren Bewertung geführt. Hier fehlt der

troffen wird, was zu Korrekturen an den

wirtschaftliche Katalysator, es gibt der-

Märkten führen kann, oder ob sich sub-

zeit zu viele politische Themen, die do-

stanziell etwas ändern wird. Die zentra-

minieren.

le Frage ist, wie wir in Zukunft mit geistigem Eigentum umgehen. Das Damo­

Was macht US-Aktien attraktiv? – Die bes-

klesschwert einer Rezession in den USA,

seren konjunkturellen Rahmenbedin-

die der Markt weltweit im vierten Quar-

gungen. Hier gibt es eine Auswahl an

tal 2018 eingepreist hat, ist weg, die US-

Technologie- und Wachstumstiteln, die

Notenbank hat in ihrer letzten Sitzung

Europa nicht hat. Wichtig ist, 2019 auf

eine Zinsanhebung erst wieder für 2020 in Aussicht gestellt. Haben die Notenbanken zu viel Macht? – Die Notenbanken haben unmittelbar Einfluss auf der Zinsseite. In Europa notiert der Drei-Monats-Euribor bei rund minus 0,3, das stellt im historischen Kontext eine Anomalie dar. Die zehnjährige deutsche Anleihe steht bei 0,0 Prozent, in den USA hat sich die Situation etwas normalisiert, ein Leitzins von 2,5 Prozent ist historisch gesehen trotzdem tief. Aktuell wird man in der Eurozone nicht für das Risiko eines etwaigen Zinsanstiegs entschädigt. Wir haben daher Unternehmensanleihen guter Bonität mit 16,4 Prozent im Gesamtportfolio gewichtet. Diese stellen die at-

44,50 % 33,00 % 11,50 % 11,00 % Aktien 16,50 % 9,80 % 6,00 % 3,50 % 3,00 % 2,80 % 2,80 %

Aktien Anleihen Alternative Anlagen Liquidität

gute Qualität zu schauen. Wir setzten auf Blue Chips mit starker Kapitalisierung, bei denen die Bilanzqualität passt. Die Cash-Quote des Portfolios liegt bei elf

USA Europa Schwellenländer Japan Asien/Pazifik exkl. Japan Großbritannien Schweiz

Anleihen 16,40 % Unternehmensanleihen 7,70 % Anleihen Schwellenländer 6,00 % Inflationsgeschützte Anleihen 2,80 % Anleihen global Quelle: LGT Bank Österreich „Ausgewogenes Portfolio“

traktivere Alternative dar. Aufgrund der

Prozent. Wieso ist die so hoch? – Der Markt ist in den ersten drei Monaten sehr gut gelaufen, wir haben die Aktienquote und die der alternativen Anlagen etwas gesenkt. Bei Rücksetzern will ich zukaufen. Decken Sie Investments auch mit passiven Anlagen ab? – Ja. Wir sind in Asien und in den Emerging Markets investiert und decken diesen Markt mit passiven In­ strumenten ab. Ebenso Immobilieninvestments, die wir über einen ETF auf einen Real-Estate-Investment-TrustIndex abbilden. Bei großen Portfolios

mit aktuell rund drei Prozent hohen Ab-

investieren wir bei Anleihen und Aktien

sicherungskosten fokussieren wir im An-

der europäische? – Das durchschnittliche

aktiv in Einzel­titel. Die passiven Bau-

leihebereich auf die Eurozone.

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) im ame-

steine verbessern die Kostenposition

rikanischen S&P 500 Index liegt bei 18,

des Portfolios, was gerade in Zeiten von

Bei den Aktien haben Sie ein Übergewicht

im deutschen Dax bei 15. Europa ist daher

tiefen Zinsen und daher geringeren Er-

in US-Titeln. Ist der US-Markt günstiger als

aktuell günstiger bewertet. Man muss

tragserwartungen wichtig ist. n

24


ab

250 m2 im Süden Wiens

Kompromisse bei der Gestaltung des Wunsch-Büros.

m i t b e s t e r A n b i n d u n g a n C i t y, A i r p o r t , A u t o b a h n u n d Ö f f i s • i n k l . P a r k m ö g l i c h ke i te n vo r O r t • To p - I n f r a s t r u k t u r u n d g a s t ro n o m i s c h e s Angebot • f lexible Gestaltung der Büro - Grundrisse • 2 Design Va r ia nten nach Wahl • ver lä s slich er IT Sup p or t

amwienerberg.com Wien

Bratislava

Warschau

Budapest

Prag

Eine Marke der IMMOFINANZ .

Bukarest


Rendite FintecHs

Visionär. Fintechs sind Brückenbauer im technologischen Wandel der Finanzwelt. Fintech-Start-ups erreichten in Österreich 2018 ein Volumen von 20,3 Millionen Euro.

1.

2.

3.

marktUmfeld

Veranlagung

Interview

Die Zeit des Nischendaseins ist für die Fintech-Branche endgültig vorbei. Das Spektrum reicht von virtuellem Zahlungsverkehr hin zu Onlineversicherungslösungen und Kreditplattformen. Auch Österreich mischt mit.

Immer mehr Fintechs schaffen auch den Gang an die Börse. Wer nicht auf Einzeltitel setzen will, findet mit Investmentfonds auf ausgewählte Aktien von etablierten Fintech-Firmen sowie ETFs und Zertifikaten genügend Auswahl.

Der Kapitalbedarf von Fintechs ist meist doppelt so hoch wie bei anderen Start-ups, sagt Speed­ invest-Gründer Oliver Holle. In der Frühphase, der sogenannten Seed­ phase, werden bis zu vier Millionen Euro investiert.

Seite 28

Seite 30

Seite 32


#Technologie

Durch ihre Vielfalt treiben

Für alle Fälle Fintechs

Fintech-Unternehmen Innovationen und Transformation in der Finanz­ industrie voran. Besonders erfolgreiche Mitbewerber haben längst den Gang an die Börse geschafft. Das bietet Anlegern die Chance, auf eine d ­ ynamische Entwicklung zu setzen, die erst

text Raja Korinek

© NICOLLE R. FULLER / Science Photo Library / picturedesk.com

am Beginn steht.


Rendite FintecHs

© N26

Die fabelhafte Welt der Fintechs

D

ie Zeit des Nischendaseins ist für

man bei KPMG berechnet. Die Summe

Euro, im ersten Seed-Funding zwei Mil-

die Fintech-Branche endgültig

umfasst Direktinvestitionen und Über-

lionen US-Dollar, so N26-Österreich-

vorbei. Längst werden Millionen

nahmen, wobei das größte Wachstum in

Chef Georg­Hauer. Und: „Nebst Geld ist

Asien stattfindet.

deren Netzwerk und Wissensinput we-

von Finanztransaktion im virtuellen

sentlich für die erfolgreiche Gründung.“

Netz erledigt. Und dazu braucht es Firmen, die die notwendige Infrastruktur

Auch Europa mischt mit

zur Verfügung stellen. Genau hier kom-

In Europa wächst die Branche kräftig,

Millionen Euro sichern, damit hat der

men Fintechs ins Spiel, eine Kurzform

auch in Österreich. Laut www.startup­

Unternehmenswert 2,3 Milliarden Euro

von Finanztechnologie oder „financial

report.at, der jährlich von Start-up-

erreicht. Das frische Geld will man in die

technologies“. Eine einheitliche Defini-

Fundraising-Advisor Florian Kandler

US-Expansion investieren, erklärt Hau-

tion gibt es nicht, das Spektrum wächst

verfasst wird, erreichte 2018 das Volu-

er. Danach sei Brasilien an der Reihe.

an technischen Innovationen. Fintechs

men für Fintech-Start-ups 20,3 Millio-

Überhaupt möchte man langfristig glo-

mischen längst nebst dem Zahlungs-

nen Euro. Das sind 8,5 Prozent vom Ge-

bal präsent sein, weshalb Profitabilität

verkehr bei Kreditportalen, Robo-Ad-

samtmarkt, der ein Volumen von 238

derzeit zweitrangig sei. Seit dem Start

vising,

Zu Jahresbeginn konnte sich N26 260

Crowd-Funding-Plattformen,

Millionen Euro umfasst. Damit ist der

der Bank im Jahr 2015 hat sich aber viel

Kryptowährungen und Versicherungs-

Markt für Fintech-Start-ups in Öster-

getan. Heute seien derartige „Stand-

portalen mit. Die größten Mitspieler ha-

reich um 81 Prozent gegenüber 2017

alone“-Fintech-Unternehmen schwie-

ben beachtliche Dimensionen erreicht.

gewachsen. 2015 wurden 2,4 Millionen

riger zu etablieren, konstatiert Patrick

Jüngstes Beispiel ist die chinesische

Euro hierzulande in Fintechs inves-

Pöschl, Obmann von Fintechaustria, ei-

Kreditplattform Lufax. Das Unterneh-

tiert. Eines der bekanntesten Beispie-

nem gemeinnützigen Verein zur För-

men wurde 2011 gegründet und wird mit

le, die Direktbank N26, wurde von Ös-

derung des Sektors in Österreich. „Die

38 Milliarden US-Dollar bewertet. Ins-

terreichern in Deutschland gegründet.

Konkurrenz ist groß. Vielmehr stre-

gesamt wurden 2018 gut 112 Milliar-

Das Startkapital habe man von Busi-

ben Fintechs Kooperationen mit Ban-

den US-Dollar in die Fintech-Welt in-

ness-Angels bekommen, sie investier-

ken an.“ Unterstützend sei Pöschl zu-

vestiert, doppelt so viel wie 2017, hat

ten in einer ersten Seed-Runde 25.000

folge, dass die Banken in Österreich in-

28


Rendite FintecHs

Der technologische Wandel

tut.“ Meinl gründete mit Max Nedjelik

sichtsrat sitzt. Auch Stefan Kalteis war

und Michael Niessl 2015 die Plattform.

Miteigentümer von Wikifolio und Payolution. Beide investieren weiterhin. Eine

in der Finanzwelt schreitet

Zunehmende Zusammenarbeit

ganze Reihe an Business-Angels schaut

wegen der zahlreichen

Neben zahlreichen Fintechs wie etwa

sich wiederum auf Austrian Angels In-

Baningo sind die Uniqa Insurance Group

vestors Association Projekte an, die man

AG, Raiffeisen Bank International AG

online unter aaia.at/startups/ einrei-

globalen Fintech-Branche

(RBI) sowie der österreichische Banken-

chen kann.

zügig voran. Auch in

verband mit dabei. Der heimische Ver-

Auch die Austria Wirtschaftsservice

sicherer investiert mittels Uniqa Ven-

(AWS) ist als Förderbank des Bundes

tures, die im Mai 2018 gegründet wur-

eine Anlaufstelle. Die AWS unterstützt

de, in Fintechs und Insurtechs. Im Jän-

in allen Unternehmensphasen

ner wurden weitere vier Millionen Euro

zinsgünstigen Krediten, Garantien, Zu-

gemeinsam mit anderen Investoren in

schüssen und Beratungsleistungen auch

Bsurance investiert. Über diese Platt-

Fintechs. Darüber hinaus gibt es Eigen-

form können Unternehmen Versiche-

kapital, etwa bei AWS i2Business Angels

rungen an Endkunden verkaufen.

oder durch den AWS-Gründerfonds.

Innovationen aus der

­Österreich wird das ­Potenzial längst genutzt. text Raja Korinek

Expansion.­Zu Jahresbeginn ­konnte sich N26 260 Millionen Euro frisches Kapital sichern.

mit

Elevator Ventures ist die Corporate-

Reichlich Informationen für Gründer in

Venture-Capital-Gesellschaft der RBI.

spe gibt es zudem unter www.austrian-

Sie ist auf strategische Direktinvesti­

startups.com. Zu den Mitgliedern ge-

tionen in Spätphasen-Fintechs fokus-

hört zum Beispiel i5invest, das in Fin-

siert, in Koinvestments mit Partnerin-

techs investiert.

vestoren sowie Investments in VentureCapital-Fonds. Uniqa und RBI haben

% MEINE RENDITE

eine Partnerschaft mit dem Venture-

Ohne technologische Innovationen der

Kapitalgeber Speedinvest.

Fintech-Branche wäre der digitale Wan-

zwischen den Mehrwert daraus, etwa bei

Ebenso kräftig mischen Business-

del der Finanzbranche kaum möglich.

Kosteneinsparungen und Effizienzstei-

Angels mit. Michael Altrichter verkauf-

Dabei wächst das Spektrum zunehmend,

gerungen, erkannt hätten. Dazu ergänzt

te 2011 nach Gründung von Paysafecard

vom virtuellen Zahlungsverkehr zu On-

Harald Meinl vom Finanzportal Banin-

und Payolution die Unternehmen an die

lineversicherungslösungen und Kredit-

go: „Heute stellt sich eher die Frage, wo

englische Skrill. Bis 2011 war er zudem

plattformen. In Österreich werden Fin-

und wie eine Bank mit Fintechs zusam-

Miteigentümer von Wikifolio Finan­

techs von Großinvestoren und Business-

menarbeiten kann, und nicht ob sie es

cial Technologies AG, wo er nun im Auf-

Angels tatkräftig unterstützt. n

Die Zeiten ändern sich. Die Banken auch. Beratung bedeutet unser Wissen zu teilen. www.wienerprivatbank.com


Rendite FintecHs

Digitales Banking an der Börse Immer mehr Fintech-Unternehmen haben auch den Sprung an die Börse geschafft. Damit können Anleger auf einen rasant wachsenden Trend setzen. text Raja Korinek

30

Liebling.­ Fonds mit Schwerpunkt Fintechs­ kommen­ selten­ ohne Paypal aus.


Rendite FintecHs

D

as Thema ist weder neu, noch

ten Firmen Technologien an, mit de-

Überschaubare Indexinvestments

handelt es sich um einen Hype.

nen die digitale Präsenz von Fintech-

Der Invesco KBW NASDAQ Fintech

Davon ist Jeroen van Oerle

Unternehmen ermöglicht wird.

UCITS

(IE00BYMS5W68)

bildet

Zu den größten Fondspositionen

hingegen den KBW NASDAQ Financial

tor spricht. Als Kofondsmanager des

zählen dabei Paypal, Global Payments

Technology Total Return Index ab. Der

Ro­ beco Global Fintech Equities Fonds

und Palo Alto Networks. Regional ent-

Index setzt auf rund 50 Unternehmen

(ISIN LU1700711077) beobachtet er die

fallen rund 50 Prozent auf die USA, der

mit einer Börsennotierung in den USA,

Entwicklungen genau. Er betont, dass

Rest teilt sich auf Europa und Asien auf,

die Technologie einsetzen, um Finanz-

es vielmehr um die langfristige Tech-

wobei der MSCI All Country World In-

produkte und Finanzdienstleistungen

nologisierung und Digitalisierung der

dex als Benchmark fungiert.

anzubieten. Dazu zählen unter anderen

Finanzindustrie gehe.

die Bereiche Zahlungsverkehr, Finanz-

Breites Themenspektrum

daten, Internetbanken und Software.

zahl an Unternehmen mit, wobei be-

Das tut er auch beim Robeco-Fonds.

Zu den Positionen zählen etwa der Fi-

sonders erfolgreiche Firmen auch den

Denn der Global Fintech Thematic Index

nanzdienstleister Wisdom Tree, Euro-

Sprung an die Börse schaffen. Einzig in

sowie der Nasdaq Fintech Index seien zu

net Worldwide, das ist ein Anbieter von

Österreich ist dies nach einer erfolg-

fokussiert, erklärt van Oerle. Schließ-

elektronischen Zahlungsdiensten, und

reichen Start-up-Phase kein üblicher

lich deckt auch sein Fonds ein breites

Cardtronics, ein Betreiber von Geldau-

Exit, bemängelt Speedinvest-Gründer

Themenspektrum ab, wobei der Zah-

tomaten.

Oliver Holle. Speedinvest fördert etwa

lungsverkehr, etwa mit Paypal, Wire­

Auch gibt es das UBS Open End In-

junge Fintechs, was aber auch hohe In-

card und Square, der größte Bereich ist.

dex-Zertifikat auf den Solactive Fin-

vestitionssummen erfordert, sagt Holle

Auch Cybersecurity ist ein Thema. Van

tech 20 Total Return Index (DE000UBS-

im Interview (Seite 32).

Oerle: „Finanzfirmen müssen schließ-

1FT8). Der Index umfasst jene 20 welt-

Kleinanleger können hingegen mit

lich alles daransetzen, ihre Daten ge-

weit größten Firmen, die einen Fokus

Investmentfonds auf ausgewählte Ak-

gen Cyberangriffe zu sichern.“ Unter-

auf technologische Innovationen für

tien von etablierten Fintech-Firmen

nehmen wie Akamai und Cyberark bie-

Finanzdienstleistungen

setzen. Börsengehandelte Indexfonds,

ten dafür Sicherheitslösungen an.

zählt etwa Lending Tree, der Betreiber

Dabei mischen schon jetzt eine Viel-

© Paypal

ETF

überzeugt, wenn er vom Fintech-Sek-

haben.

Dazu

als ETFs und Zertifikate bieten die

Obendrein lassen immer mehr Men-

einer Onlinekreditplattform aus Groß-

Möglichkeit, auf ausgewählte Bran-

schen ihr Vermögen von Robo-Ad-

britannien, Ingenico Group aus Frank-

chenindizes zu setzen.

visern verwalten. Dabei seien die IT-

reich,

Systeme zahlreicher virtueller Ver-

tungen anbietet, und Thomson Reuters,

Branche steht noch am Beginn

mögensverwalter ausbaufähig, erklärt

ein Anbieter von Finanzdaten.

Noch sind die Produkte recht jung. Vor

van Oerle. Deshalb investiert er auch in

wenigen Wochen wurde der AXA Fram-

Firmen wie SS&C oder Intuit, die Soft-

Erratische Kursschwankungen

lington Fintech lanciert. Die Tranche

warelösungen anbieten.

Trotz der dynamischen Entwicklungen

der

Onlinezahlungsdienstleis-

für Privatanleger ist währungsgesi-

Regional sind US-Aktien mit knapp

müssen Anleger beachten, dass junge

chert (LU1914340051). Für Großanle-

70 Prozent gewichtet, wie im Üb-

Sektoren von großen Kursschwankun-

ger gibt es eine währungsgesicherte

rigen auch im BGF Fintech Fund

gen begleitet werden. Das muss man

Tranche (LU1914341299) und eine un-

(LU1861217088

bei entsprechenden Investments ver-

gesicherte Tranche (LU1914341026).

LU1917163450 für Großanleger). Fonds-

für

Privatanleger,

kraften können.

Vinatier

manager Vasco Moreno hat es vor allem

konzentriert sich dabei auf drei Schlüs-

der IT-Sektor angetan, der mit gut 44

% MEINE RENDITE

selthemen, wie er sagt, und zählt etwa

Prozent gewichtet ist. Denn IT-Inves-

Die Welt der Fintech-Unternehmen

die bargeldlose Gesellschaft dazu. „Im-

titionen der Finanzhäuser sind groß,

wächst zunehmend – auch an der Bör-

mer mehr Menschen weltweit zahlen

davon profitieren IT-Anbieter wie Te-

se. Schließlich konnten sich zahlreiche

digital“, begründet Vinatier seine Ent-

menos. Auch im Versicherungsbereich

Mitwerber erfolgreich etablieren. Für

scheidung. Ein weiteres Thema sind

sieht er Potenzial. Eine der größten

Kleinanleger, die sich nicht mit grö-

Innovationsführer - etablierte Finanz-

Fondspositionen ist Ping An Insurance

ßeren Summen direkt an einer jungen

unternehmen -, die auf neue Techno-

aus China, der Konzern setzt auf Digi-

Unternehmenslandschaft

logien für die Kundenbetreuung setzen.

talisierung und Big Data, fördert aber

wollen, gibt es interessante Alternati-

Das dritte Thema wird mit Technolo-

auch Fintech-Start-ups, etwa Finleap

ven an der Börse, etwa mit Fonds und

gie-Enablern abgedeckt. Hierbei bie-

und One Connect.

Zertifikaten. n

Fondsmanager

Vincent

31

beteiligen


Rendite FintecHs

Jäger und Sammler.­ ­Oliver Holle­ sammelt aktuell­ für seinen­ neuen Fonds, Speed­invest 3, 175 Millionen Euro ein.

©vyhnalek.com

„Enorm hoher Kapitalbedarf“ Komplexe IT-Lösungen und hohe regulatorische Anforderungen treiben die Kosten für einen erfolgreichen Start in die Fintech-Welt kräftig an, erzählt Oliver Holle von Speedinvest. Dafür winken fulminante Wachstumsraten. text Raja Korinek

Herr Holle, die globale Fintech-Szene ist im

der Boom richtig durchstartete, war das

tech-Bereich wesentlich höher als zum

Aufschwung. Was steckt hinter dem Boom?

Umfeld noch sehr konservativ und zu-

Beispiel im Internethandel. Jene, die es

– Es geht um die digitale Transformation

rückhaltend, etwa was die Vergabe von

schaffen, sind dafür wesentlich besser

der Finanzwelt. Man braucht sich nur die

Venture Capital betrifft. Das hat sich in

abgesichert.

komplexen und teuren Vertriebsstruk-

den letzten vier Jahren stark geändert,

turen vieler etablierter Banken und Ver-

inzwischen gibt es rund 100 Fintechs.

2018 trat die Payment Services Directive

sicherungen anzusehen. Da liefern Fin-

Ein wichtiger Grund ist das Engagement

(PSD) II in Kraft. Damit öffnet sich der Zah-

techs IT-Lösungen für effizientere Ab-

der Finanzmarktaufsicht, die sich inzwi-

lungsverkehr im EU-Raum für Nichtban-

läufe. Dann braucht es zum Beispiel kei-

schen sehr um den Bereich bemüht. Es

ken. Wie hat sich das ausgewirkt? - Jene

ne Bankfilialen oder Makler mehr. All

gibt dort sogar eine eigene Fintech-Kon-

Fintechs, die im Zahlungsbereich tätig

das wird zudem mit einer Datenklam-

taktstelle.

sind, unterstützt es sicherlich. Aller-

mer verbunden. Jene Fintechs, die un-

dings betrifft PSD II nur einen Bruchteil

mittelbar mit Kunden agieren, können

Das heißt, das regulatorische Umfeld spielt

der Fintechs, zumindest jene in Öster-

so zielgerichteter Produkte anbieten.

eine große Rolle? – Das ist ein sehr wich-

reich.

tiger Aspekt. Die regulatorischen AnforUnd wie sieht die Entwicklung in Öster-

derungen sind hoch und teuer. Dadurch

Bei der Finanzierung von Fintechs fällt

reich aus? – Vor rund zehn Jahren, als

sind auch die Eintrittsbarrieren im Fin-

auf, dass kaum Kapital über Crowdfun-

32


Rendite FintecHs

ding eingesammelt wird. – Fintechs sind

national AG und Uniqa Ventures. Unsere

Ab wann erzielen erfolgreiche Fintechs aber

sehr kapitalintensiv, über Crowdfunding

Fonds sind zum Beispiel an der Anleger-

einen Gewinn? – Bei einem tragfähigen

kommt in der Regel nicht genug Geld zu-

plattform Wikifolio oder an Cashpresso

und

sammen. Da sind eine Menge Kleinan-

beteiligt.

kann das relativ bald der Fall sein. Aber

leger involviert, die in ein leicht ver-

margenstarken

Geschäftsmodell

das ist nicht das Ziel. Wenn bewiesen

ständliches Produkt investieren wollen.

Und wie sieht ein erfolgreiches Fintech aus?

ist, dass das Geschäftsmodell funktio-

Die Geschäftsmodelle von Fintechs sind

– Cashpresso etwa ist eine Plattform, die

niert, investieren wir lieber jahrelang al-

aber komplex und können sehr abstrakt

Onlinekonsumkredite für Einkäufe im

les in die Expansion, um eine starke Mar-

sein, etwa bei IT-Lösungen.

Internet ermöglicht, und erzielt schon

ke aufzubauen. Genauso hat es etwa auch

einen Umsatz von rund vier Millionen

Amazon in den frühen Jahren gemacht.

Ab welchen Summen ist ein Investment in

Euro. Am Beginn sind die Firmenbewer-

Fintechs auch realistisch? – Kapitalbedarf

tungen meist eher im einstelligen Milli-

Und wie sieht der typische Ausstieg aus ei-

von Fintechs ist meist doppelt so hoch

onenbereich, wachsen dann aber auf gut

nem Fintech aus? – Vor allem in Öster-

wie bei anderen Start-ups. Wir inves-

20 bis 30 Millionen Euro. Auch anderswo

reich gibt es leider keine Tradition für

tieren meist zwischen 500.000 Euro und

gibt es Erfolgsmeldungen. Unlängst ha-

Börsengänge, die Fintechs werden meist

vier Millionen Euro in der Frühphase,

ben wir eine weitere Finanzierungsrun-

von anderen Unternehmen gekauft. In

der sogenannten Seed-Phase. Danach

de für unsere Beteiligung Wefox Group

Amsterdam hat es mit Adyen, einem

müssen die Fintech-Gründer in der Lage

von 125 Millionen Euro veröffentlicht.

Zahlungsanbieter, unlängst einen Bör-

sein, eine weitere Finanzierungsrun-

Immerhin handelt es sich um den am

sengang gegeben. Doch das ist eher die

de aufzustellen. Hier geht es dann um

schnellsten wachsenden Onlineversi-

Ausnahme.

Summen bis zu 30 Millionen Euro.

cherungsanbieter in Deutschland.

Wie kann man sich Ihre Investments kon-

Von welchen Größenordnungen sprechen

Allmählich gewinnt auch Österreichs

kret vorstellen? – Wir legten 2018 den

wir? – 2018 hat die Wefox Group mit gut

Fintech-Branche an Fahrt, nicht zuletzt

Speedinvest-f-Fonds auf, der nun ge-

400.000 Kunden einen Umsatz von 35

dank Großinvestoren wie Oliver Holle,

schlossen ist. Aktuell sammeln wir Ka-

Millionen Euro erzielt. Wie rapid die Fir-

Gründer von Speedinvest. Das Unter-

pital für unseren neuen Fonds Speedin-

ma wächst, zeigt ein Vergleich mit 2017.

nehmen investiert seit Jahren Wagnis-

vest 3, der ein Volumen von 175 Milli-

Da lag der Umsatz bei nur zehn Millio-

kapital in Start-up-Firmen, auch in jene

onen Euro haben wird. Privatanleger

nen Euro. Für die Wefox Group ist es da-

aus dem Fintech-Sektor. Eine wichti-

können hier ab 100.000 Euro investie-

bei nicht schwer, in Europa zu wachsen.

ge Stütze für den Markt sei aber auch die

ren. Im Fintech-Bereich haben wir zu-

Sie braucht für ihr Vermittlungsgeschäft

gute Zusammenarbeit mit der FMA, sagt

dem eine Partnerschaft mit Elevator

lediglich Partnerschaften mit Versiche-

Holle. Er wünscht sich hierzulande mehr

Ventures von der Raiffeisen Bank Inter-

rungsmaklern in dem jeweiligen Land.

Tradition rund um Börsengänge. n

% MEINE RENDITE

FOKUSSIERTER WEITBLICK Wir erkennen Entwicklungen frühzeitig, sind beweglich und klar auf Chancen fokussiert. Für Werte, die wachsen. simmoag.at #weitblicker #adlerauge


Rendite Börsenwetter

Year-To-DateTrends der ­Weltbörsen

London (FTSE 100) 7.355,31 I 9,32 %

Toronto (TSX) 16.244,59 I 13,42 %

Positive Performance (YTD) Negative Performance (YTD)

Paris (CAC 40) 5.378,85 I 13,70 %

New York (DJIA) 25.962,51 I 11,30 % New York (NASDAQ) 7.838,96 I 18,14 %

Kommentar

Europa (DJ EURO STOXX 50) 3.367,40 I 12,19 % Welt (dj global) 395,47 I 12,63 % Stefan Bruckbauer Chefvolkswirt Unicredit Bank Austria AG

Ist der Aufschwung zu Ende? Nach einem wirtschaftlich doch eher durchwachsenen ersten Quartal im Euroraum scheint das zweite Quartal eine wichtige Weichenstellung zu bringen, ob die vor einem Jahr begonnene Abschwächung tatsächlich durch eine Reihe von Sonderfaktoren wie die protektionistische US-Handelspolitik über den Brexit bis hin zu den Schwierigkeiten der deutschen Autoindustrie ausgelöst wurde oder ob wir uns dem Ende eines sehr langen Aufschwungs nähern. Für Ersteres spricht die Stabilisierung der breiten Binnenkonjunktur und die weitere Verbesserung des Arbeitsmarktes in vielen Ländern des Euro­ raums. Für Zweiteres die weiterhin hartnäckig rückläufige Industriekonjunktur und Stimmung vor allem auch in Ländern wie Deutschland. Unabhängig von der Entwicklung im zweiten Quartal 2019 werden die Wachstums­raten für das Gesamtjahr 2019 aufgrund des schwachen Jahresendes 2018 und Jahresbeginns 2019 äußerst enttäuschend ausfallen. Es werden daher weitere Prognoserevisionen für das Wachstum 2019 in den nächsten Wochen die Schlagzeilen füllen. Damit aber die Revi­sionen nach unten nicht auch das Jahr 2020 betreffen, braucht es im zweiten Quartal deutlich bessere Stimmungsindikatoren, gefolgt von besseren Wachstumszahlen, besonders im Kernbereich der europäischen Industrie. Hilfreich dafür wäre eine Entspannung bei den Themen Handelskonflikt und Brexit.

Eduard Berger Vorstand, Wiener Privatbank SE

Buenos Aires (MERVAL) 33.166,32 I 9,49 %

Friedrich Mostböck Head of Group Research, Erste Group Bank AG

„Meine Empfehlungen sind die Andritz, Do & Co, Lenzing, MayrMelnhof, Palfinger und Strabag. Zumtobel würde ich verkaufen.“

„Meine Topaktien sind Wiener­berger, RBI und Immofinanz. Voestalpine würde ich verkaufen.“

34


Rendite Börsenwetter

Stockholm (OMX 30) 1.605,03 I 13,93 %

Warschau (WIG 20) 2.359,00 I 3,62 %

Frankfurt (DAX) 11.549,96 I 9,39 %

Schanghai (SHCOMP) 3.101,46 I 24,36 %

Wien (ATX) 3.080,52 I 12,19 % Zürich (SMI) 9.454,05 I 12,16 %

Seoul (KOSPI) 2.186,93 I 7,15 % Tokio (NIKKEI 225) 21.608,92 I 7,96 %

Athen (ATHEX) 717,90 I 17,06 % Hongkong (HANG SENG) 29.071,56 I 12,48 %

Afrika (DJ Africa Titans 50) 539,92 I 10,55 %

sydney (all ordinaries) 6.253,50 I 9,53 %

Johannesburg (DJ SOUTH AFRICA) 1.738,57 I 2,32 %

Roland Neuwirth Fondsmanager, Salus Alpha

Bernd Maurer Chefanalyst, Raiffeisen Centrobank AG

„Für mich sind Do & Co, RBI und Schoeller-Bleckmann die aktuellen ­Topwerte. Als Flops sehe ich ­Zumtobel, Semperit und Uniqa.“

„Meine Kernempfehlungen sind derzeit Mayr-Melnhof, Agrana, OMV und Andritz.“

35


Rendite Investmentstory

#Cyan

Hohes Potenzial, hohes Risiko 36

© börsianer

Unscheinbar. Der Sitz der Cyan AG in Wien befindet sich derzeit noch im achten Bezirk. Die neue ­Zentrale soll bald im Icon Vienna am Hauptbahnhof bezogen werden.


Rendite Investmentstory

Was Alexander Schütz in der Vergangenheit angegriffen hat, ist meist zu Gold geworden. Der Cyber-Security-Spezialist Cyan AG ist eines der vielen Investmentprojekte des

„Für uns ist Cyan ein klarer Über­ nahmekandidat.“

C-Quadrat-Gründers, das drauf und dran ist, ein paar Rekorde zu brechen.

Christoph Schlienkamp

text ingrid krawarik

D

er bisher größte Erfolg war der

ein Alleinstellungsmerkmal, mit dem

warten wir eine starke Umsatzentwick-

Deal mit Orange. Vom ersten

die Cyan AG bei den Analysten punktet.

lung, die zu einem starken Free-Cash-

Meeting bis zur Vertragsunter-

„Die Cyan AG ist die einzige Firma,

flow-Wachstum von 65 Prozent führt“,

zeichnung sind zwei Jahre vergangenen.

die netzwerkintegriert arbeitet. Dadurch

meint Gerdes. Egal ob die Software eine

Wir haben uns als kleines Unternehmen

kann das Produkt von der breiten Mas-

Million oder eine Milliarde Endkunden

gegen 40 Konkurrenten durchgesetzt“,

se verwendet werden, da die Endbenut-

nutzen, der Aufwand bleibt für die Cyan

sagt Michael Sieghart stolz. Der Wiener

zer keine zusätzlichen Maßnahmen er-

AG immer der gleiche.

ist seit 2018 Finanzvorstand der Cyan AG

greifen müssen – der Cyberschutz wird

Den Anfang machen Frankreich und

und hat das Unternehmen, das mit sei-

direkt über den Netzbetreiber angebo-

Spanien, in der Folge will Orange die

ner Software Schutz gegen Cyberkrimi-

ten“, sagt Lena-Katharina Gerdes, Ana-

Cyan-Software auch in Afrika anbie-

nalität bietet, mit seinen Kollegen, Vor-

lystin für Small und Mid Caps bei der

ten. Orange hat in Ägypten 30 Millionen

standschef Peter Arnoth und Technik-

Commerzbank AG in London. Die An-

Kunden, in Cote d’Ivoire und in Marok-

vorstand Markus Cserna, erfolgreich in

bieter wie T- Mobile Austria vertreiben

ko je 13 Millionen und im Senegal neun

Frankfurt am Main im Segment Scale im

das Cyber-Security-Produkt unter ih-

Millionen Kunden, insgesamt sind es

März 2018 an die Börse gebracht. 31,7

rem eigenen Namen. „Durch die White-

etwa 130 Millionen. In Afrika wird im

Millionen Euro spielte der Börsengang

Label-Lösung haben wir einen großen

Gegensatz zu Europa das Cyan-Produkt

ein. Cserna ist der einzige ursprüngliche

Leve­rage“, sagt Sieghart.

als Opt-out-Möglichkeit angeboten. Der

Gründer des 2006 formierten Unterneh-

Endkunde bekommt es auf jeden Fall und

mens, Arnoth war bei T-Mobile Austria

Hohe Marge

kann nach zwei Monaten Einspruch er-

und bei E-Plus Mobilfunk im Vorstand,

Einer der Anbieter ist der französische

heben. Die Erfahrung zeigt, dass 60 bis

bevor er im Oktober 2011 die Fäden bei

Telekomriese Orange, mit dem die Cyan

80 Prozent der Endkunden das Produkt

der Cyan Security Group übernahm. Die

AG im Dezember 2018 einen Gruppen-

bei „opt-out“ behalten. 30 der 160 Mit-

Cyan AG ist die Holdinggesellschaft.

vertrag für mindestens sechs Jahre ab-

arbeiter hat die Cyan AG für den Orange-

Das Geschäftsmodell der Cyan AG ist

geschlossen hat. Orange hat weltweit

Deal abgestellt. Tim Wunderlich, Analyst

schnell erklärt. Das Unternehmen hat

261 Millionen Kunden in 28 Ländern.

bei Hauck & Aufhäuser, sieht in Afrika

sich eine Nische im Megatrend Cyber-

„Wir haben keinen Exklusivvertrag,

das größte Potenzial für die Cyan AG, da

kriminalität gesichert und sich auf den

glauben aber, dass sich die Partnerschaft

Orange in Afrika einen Marktanteil von

Schutz von Datennetzwerken fokussiert.

signifikant auf Umsatz und Gewinn nie-

zehn Prozent ausweist. Er hat die Cyan

Verkauft werden Sicherheitslösungen

derschlagen wird. Bis 2021 rechnen wir

AG mit einem Kursziel von 40 Euro und

an Mobilfunkbetreiber und Netzbetrei-

mit einer Verdreifachung des Jahresum-

einer Kaufempfehlung eingeloggt.

ber. Diese nutzen die Software, um die

satzes von 2018 auf 60 Millionen Euro

Mobiltelefone ihrer Endkunden vor Cy-

und mit einer Ebitda-Marge von 70 Pro-

Starke Synergieeffekte

berbedrohung zu schützen. Es gibt kein

zent“, sagt Sieghart. Die Marge wird

Ausschlaggebend für den Zuschlag von

Endkundengeschäft, damit erspart man

auch von einigen Analysten wegen der

Orange war unter anderem auch die

sich aufwendiges Service. Im Gegensatz

extremen Skalierbarkeit des Geschäfts-

mehrheitliche Übernahme der I-New

zur Konkurrenz wird die Software der

modells auf mehr als 70 Prozent ge-

Unified Mobile Solutions AG (I-New) aus

Cyan AG direkt im Netzwerk des Anbie-

schätzt. „Angesichts der Skalierbarkeit

Mattersburg im Burgenland durch die

ters installiert und nicht auf dem Handy,

des Asset-Light-Geschäftsmodells er-

Cyan AG im Juli 2018, die den Mitarbei-

37


Renidte Investmentstory

„Cyan ist die ­einzige Firma, die netzwerk­integriert ­arbeitet.“ Lena-Katharina Gerdes

trug. So gesehen steht die Cyan AG vor einem praktisch nie enden wollenden Wachstumsmarkt. Das Herzstück des Sicherheits-Software-Spezialisten ist die eigene Daten-

Team. Markus Cserna, Michael Sieghart und Peter Arnoth bilden das Vorstandsteam der Cyan AG.

bank mit mehr als 300 Millionen Einträ-

terstab auf 160 Personen aufstockte und

Kunden in Österreich. Dem Börsenpro­

gen, die sich mittels künstlicher Intelli-

dem Unternehmen die Größe gab, mit

spekt aus dem Jahr 2018 sind weite-

genz ständig weiterentwickelt. 1,5 Milli-

der es sich ernsthaft für den Orange-Deal

re Details zu entnehmen: Für das Soft-

onen Einträge kommen monatlich hin-

bewerben konnte. Seit März 2019 hält die

ware-Produkt, das T-Mobile-Kunden

zu. Das Netz wird nach Phishing, Ha-

Cyan AG 100 Prozent. I-New, das vorher

für 2,0 Euro angeboten wird – das ist ein

cking und Viren abgesucht, Bedrohun-

der Novomatic AG gehörte, ist ein Anbie-

Richtwert –, bekommt die Cyan AG 50

gen werden durchs Filtersystem wahr-

ter von Technologie- und Servicelösun-

Prozent der Nutzereinnahmen, mindes-

genommen, der gesamte Datenverkehr

gen für Netzwerkbetreiber. Die Syner-

tens aber 0,83 Euro pro Kunde im Monat.

verbessert das System und die Software,

gieeffekte schätzt die Cyan AG umsatz-

Der Exklusivvertrag gilt, sofern die Cyan

es ist sozusagen selbstlernend. Je mehr

und kostenseitig auf sechs Millionen

AG damit jährlich mindestens 2,4 Milli-

Kunden dazukommen, desto mehr Da-

Euro. Insgesamt hat die Cyan AG durch

onen Euro netto umsetzt, erster Stichtag

ten werden gescannt. Die Cyan AG ver-

die Übernahme von I-New mehr als 40

ist der 30. Juni 2019.

fügt über ein globales Sicherheitsnetzwerk mit 200 virtuellen IT-Zentren,

Großkunden im Bereich der Netzwerkbetreiber. Ziel ist, das Kundengeschäft

Selbstlernende Software

mehr als 550 Milliarden Datenanfragen

mit I-New in Lateinamerika auszubauen.

Potenzial für die Cyan AG bringt nicht

werden pro Monat verwertet.

Obwohl die Cyan AG in Frankfurt an

nur der wachsende Markt der Mobil-

Neben der Software für Mobilfunk-

der Börse notiert, operiert das Unter-

telefone. Bereits fünf Milliarden Men-

und Netzwerkbetreiber, die 90 Prozent

nehmen von Wien aus. Das neue Head-

schen haben ein Handy, und es wird

des Geschäfts ausmacht, schützt die

quarter der österreichischen Firma mit

zunehmend für Bankgeschäfte, Über-

Cyan AG unter anderem auch die Daten

deutscher Holding ist im Icon Vienna

weisungen und E-Commerce genutzt.

aller österreichischen Botschaften so-

am Hauptbahnhof. Durch den Erwerb

Gleichzeitig steigen die Cyberrisiken wie

wie Rechenzentren und bietet Banken

der I-New musste eine neue Unterneh-

Identitätsdiebstahl, Phishing-E-Mails,

ein Sicherheitsprodukt für Private-Ban-

menszentrale gefunden werden. Jetzt

Viren­­und Trojaner, Fake-Apps und Be-

king-Kunden an.

gilt es, die Integration zu schaffen. Exklusivverträge hat die Cyan AG

Aktionäre sind alte Bekannte

CYAN AG

Die Analysten sind positiv gestimmt, die

etwa mit der T-Mobile in Österreich, das Geschäft war beim Börsengang für 75

Langzeitverträge ein gutes Zeichen. Die

40

Kursziele reichen von 40 bis 49,50 Euro.

Prozent des Umsatzes der Cyan-Gruppe verantwortlich. Wer in eine T-Mo-

Das entspricht einem Kurspotenzial bei

35

bile-Filiale in Wien geht, dem werden beim Handykauf zwei Standardprodukte angeboten, die meist auch genommen werden: die Handyversicherung und ein Sicherheitspaket. Bei dem BusinessProdukt von T-Mobile ist Letzteres inkludiert. Die Cyan AG bedient laut ei-

einem aktuellen Kurs von rund 30 Euro von mehr als 50 Prozent. Die Aktionä-

30

re können zufrieden sein. Die Aktie hat seit Börsenstart rund 30 Prozent zuge-

25 20

legt. Kurstreiber waren die Übernahme der I-New sowie der Orange-Deal. 28.3.18

26.3.19

genen Angaben bereits 25 Prozent aller

Quelle: TeleTrader

38

Einer der Hauptaktionäre ist C-Quadrat-Gründer Alexander Schütz, der di-


Rendite Investmentstory

klusive der Akquisition von I-New 22,91

zahlen

Millionen Euro, 2019 rechnet der Konzern mit 35 Millionen Euro. 2016 lag er noch

GeschäftsEntwicklung Cyan AG 2018 Gesamtumsatz

22,91 Millionen Euro

Rohergebnis

9,39 Millionen Euro

Rohergebnis-Marge

41 Prozent

Risikovorsorgen

2,95 Millionen Euro

Ebitda

4,84 Millionen Euro

Ebitda-Marge

21 Prozent

IPO-Kosten

845.511 Euro

Gesamtzahl der Aktien

8,89 Millionen

bei 3,3 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Neubewertungen, also das Ebitda, betrug 2018 4,84 Millionen Euro, 2019 soll es auf rund 20 Millionen Euro steigen. Schlienkamp hat die Aktie mit einem Kursziel von 47 Euro bewertet. „Für uns ist Cyan ein klarer Übernahmekandidat mit einer Prämie zum aktuellen Kurs.“ Für Finanzvorstand Michael Sieghart ist die Integration der I-New eine der größten Herausforderungen. „Und natürlich müssen wir jetzt liefern und das Wachstum managen.“

rekt 18 Prozent hält und über die Infi-

noth und Cserna in der Höhe von 2,45

nitum Limited noch einmal 13 Prozent.

Prozent des Konzerns-Ebitda und bei

% Meine Rendite

Ein weiterer Großaktionär ist Fintech-

Sieghart von 1,7 Prozent vorsehen. Kein

Zocken oder Investment? Die Cyan AG

Investor Christian Angermayer, der mit

Wunder, dass sich der Vorstand über den

ist auf jeden Fall ein klarer Wachstums-

seiner Family Office Apeiron Investment

Orange-Deal derart freut.

kandidat mit enormem Potenzial. Kursschwankungen sind deshalb vorpro-

Group 20 Prozent an der Cyan AG sein Eigen nennt. Dazu kommt noch Unter-

Chancen und Risiken abwägen

grammiert. Der Cyber-Security-Spe-

nehmer Rudolf Binder, einst bei Novo-

Das größte Risiko der Cyan AG ist, das

zialist ist für einige Analysten zudem

matic in Südamerika, der über die Tan-

schnelle Wachstum zu erzielen. „Die

ein Übernahmekandidat, was zusätzlich

sanit Stiftung 13 Prozent hält. Weiters

Cyan AG hat noch nie so große Aufträ-

kurstreibend wirken kann. Gelingt es

sind laut Sieghart bereits größere insti-

ge abgewickelt. Es kommt jetzt ganz we-

der Cyan AG, den Orange-Deal umfas-

tutionelle Fonds von Union Investment,

sentlich darauf an, den Orange-Vertrag

send zu bedienen, steht weiteren grö-

Schroders und Barings investiert.

zu bedienen, da werden alle Kapazitä-

ßeren Partnerschaften nichts mehr im

Spannend sind auch die Vorstands-

ten gebraucht“, sagt Christoph Schlien­

Weg. Die Aktie ist aktuell zwar teuer,

verträge, die laut Börsenprospekt zu-

kamp, Analyst beim Bankhaus Lampe.

wer das Risiko liebt, sollte der Cyan AG

sätzlich eine variable Vergütung für Ar- Der Umsatz der Cyan AG betrug 2018 inCHSH_DerBörsianner_Anzeige1_Neu2016_200x90_RZ.qxp_Layout 1 04.05.16 17:17 Seite 1

einen zweiten Blick schenken. n

Einfallsreich Strategisch Umsichtig www.chsh.com CHSH

Austria

Belarus

Bulgaria

Czech Republic

Hungary

Romania

Slovak Republic

Rechtsanwälte GmbH


Rendite Kurse

top/flop-performer SW UMWELTTECHNIK AG

unternehmen

20 15 10

22.12.18

22.3.19 Quelle: TeleTrader

HTI HIGH TECH INDUSTRIES

TOp/Flop-Kursentwicklung (3 Monate) Isin

Kurs

3 M  %

SW Umwelttechnik AG

AT0000808209

18,90

58,82%

Schoeller-Bleckmann AG

AT0000946652

73,50

34,00%

Josef Manner & Comp AG

AT0000728209

86,50

33,08%

HTI High Tech Industries AG

AT0000785555

0,40

–34,43%

Zumtobel Group AG

AT0000652250

6,14

–14,25%

Wolford AG

AT0000922554

11,00

–12,00%

0,75 0,50 0,25

22.12.18

22.3.19 Quelle: TeleTrader

Aktienkurse

Die 15 Top/Flop-Aktien der Wiener Börse 2019 (YTD) unternehmen ISIN Kurs YTD % YTD High YTD Low 1 J % 1 J Vola 3 J % 3 J Vola

SW Umwelttechnik AG AT0000808209 18,90 85,29% 19,00 12,20 111,17% 78,88 170,00% 59,68 ∧ Semperit Holding AG AT0000785555 12,82 28,71% 14,38 10,22 –23,33% 35,52 –61,86% 29,71 ∧ Schoeller-Bleckman AG AT0000946652 73,50 28,16% 75,20 57,65 –22,35% 40,47 36,62% 36,68 ∧ S Immo AG AT0000652250 18,46 26,96% 18,46 14,36 16,39% 25,05 129,60% 23,38 ∧ OMV AG AT0000743059 47,89 25,20%

48,33 39,32 0,76% 26,63 85,55% 26,05 ∧

Porr AG AT0000609607 21,75 24,71%

21,75 17,96 –22,04% 31,45 –13,35% 31,89 ∧

Österreichische Post AG AT0000APOST4 37,18 23,85% 37,60 30,04 –6,96% 21,14 3,01% 18,66 ∧ Josef Manner & Comp AG AT0000728209 86,50 23,57% 86,50 63,00 44,17% 47,95 74,43% 37,27 ∧ Rosenbauer International AG AT0000922554 40,40 21,32% 44,80 33,20 –21,40% 30,22 –29,60% 24,97 ∧ Warimpex Finanz und Beteiligungs AG AT0000827209 1,19 18,50%

1,31

Valeneva SE

3,72 3,07 –5,33% 29,55 0,25% 32,65 ∧

FR0004056851 3,55 18,33%

1,01 –12,22% 26,79 85,74% 32,69 ∧

CA Immobilien Anlagen AG AT0000641352 32,54 17,81% 32,54 27,66 19,46% 20,07 93,69% 19,34 ∧ Palfinger AG AT0000758305 26,00 17,12% 27,15 21,90 –21,57% 33,57 5,48% 29,13 ∧ Agrana Beteiligungs-AG AT000AGRANA3 18,70 16,44% 19,00 16,22 –23,44% 26,37 –12,81% 22,60 ∧ Verbund AG AT0000746409 43,28 16,22% 45,06 38,04 89,99% 32,27 297,25% 27,09 ∧

Aktien gibt es auch mit Rabatt. HTI High Tech Industries AG AT0000764626 0,40 –31,03%

0,60

Zumtobel Group AG AT0000837307 6,14 –13,64%

8,10

6,13 –25,62% 47,79 –57,93% 46,15 ∨

Maschinenfabrik Heid AG AT0000690151 2,12 –13,11%

2,30

1,55 –15,20% 54,55 20,94% 81,35 ∨

Wolford AG AT0000834007 11,00 –9,09%

0,38 –46,67% 43,63 –50,00% 52,75 ∨

12,20 10,60 –25,68% 33,99 –56,23% 28,87 ∨

Rath AG AT0000767306 22,00 –8,33% 24,20 22,00 30,95% 38,42 69,36% 33,54 ∨ Do & Co AG AT0000818802 74,10 –8,29% 88,20 71,80 43,88% 40,64 –28,75% 35,60 ∨ Raiffeisen Bank International AG AT0000606306 20,60 –7,21% 24,31 18,69 –32,57% 35,75 49,33% 33,37 ∨ Stadlauer Malzfabrik AG AT0000797303 79,00 –7,06% 84,00 79,00 –7,06% 19,76 –7,06% 21,10 ∨ Gurktaler AG VZ AT0000A0Z9H1 8,80 –6,38%

8,80 7,85 36,43% 38,95 70,54% 41,03 ∨

Wiener Privatbank SE AT0000741301 8,50 –5,56% 9,30 8,00 –23,42% 37,84 30,77% 36,87 ∨ Kapsch Trafficcom AG AT000KAPSCH9 31,50 –5,26% 37,30 31,50 –21,45% 34,06 3,53% 27,54 ∨ Ottakringer Getränke AG AT0000758008 110,00 –4,35% 128,00 110,00 –8,33% 42,24 13,40% 43,00 ∨ Gurktaler AG ST AT0000A0Z9G3 9,10 –3,19%

9,10 8,05 13,75% 30,00 7,06% 54,96 ∨

BKS Bank AG VZ AT0000624739 16,70 –1,76% 17,00 16,70 –7,73% 7,33 10,23% 7,24 ∨ KTM Industries AG AT0000KTMI02 52,60 –0,75% 58,20 51,80 –15,43% 29,94 51,59% 28,84 ∨ Quelle:

40


Rendite Kurse

ALLIANZ INVEST AUSTRIA

Fondsname

150 100 50

22.3.16

22.3.19 Quelle: TeleTrader

AMUNDI MÜNDEL RENT

Top/Flop-Kursentwicklung (3 Jahre) 3J%

Isin

kurs

Allianz Invest Austria Plus

AT0000611405

122,72

43,03%

Xtrackers ATX UE 1C

LU0659579063

49,50

42,84%

3 Banken Österreich-Fonds*

AT0000662275

33,96

39,62%

Amundi Mündel Rent Low Duration

AT0000810429

105,00

–1,66%

ESPA Reserve Euro-Mündel

AT0000A0EU62

100,91

–1,58%

Raiffeisen Österreich Rent

AT0000805163

12,67

–1,43%

108 106 104

22.3.16

22.3.19 Quelle: TeleTrader

Fondskurse

Die 15 Top/Flop-Österreich-Fonds (thesauriert) 2019 (YTD) Volumen Fondsname ISIN Kurs YTD % YTD High YTD Low 1 J % 1 J Vola 3J % 3 J Vola (Mio. Euro)

WSS Aktien Österreich AT0000A23PW9 94,41 15,15%

94,76

84,08

n. a.

n. a.

n. a.

n. a.

6,12

3 Banken Österreich-Fonds* AT0000662275 33,96 14,46% 34,06 30,35 –13,84% 13,34 39,62% 12,59 167,54 ∧ LLB Aktien Österreich AT0000A1YH98 147,76 12,91%

148,28

134,00

–12,95%

14,67

n. a.

n. a.

14,65

ViennaStock AT0000952460 278,79 12,65% 279,66 252,98 –11,06% 13,26 30,15% 12,92 38,74 ∧ Amundi Österreich AT0000A05TF3 91,92 12,55% 92,26 83,60 –9,54% 14,34 34,42% 13,84 17,67 ∧ Raiffeisen-Österreich Aktien AT0000A1TMH8 110,17 12,49%

110,64

100,21

–11,82%

14,05

n. a.

n. a.

112,21

Kepler Österreich Aktienfonds AT0000647698 322,48 12,43% 323,85 294,07 –12,60% 14,34 33,27% 13,58 40,52 ∧ Allianz Invest Austria Plus AT0000611405 122,72 11,98% 123,22 112,13 –8,40% 14,39 43,03% 13,76

7,82 ∧

Amundi Austria Stock AT0000767736 90,74 11,89% 91,57 82,93 –14,75% 14,07 29,55% 13,54 185,45 ∧ RT Österreich Aktienfonds AT0000A100X2 9,69 11,64%

9,74

8,89 –10,69% 13,38 20,97% 12,98 451,75 ∧

Xtrackers ATX UE 1C LU0659579063 49,50 11,58% 49,69 44,76 –10,01% 15,82 42,84% 15,45 46,16 ∧ ESPA Stock Vienna AT0000813001 140,54 11,47% 141,19 129,00 –10,05% 13,34 22,13% 12,87 61,73 ∧ Mozart one AT0000A0KLE8 174,11 10,21% 175,92 160,41 –17,93% 11,80 34,79% 11,18 63,97 ∧ Amundi Mündel Rent AT0000719273 116,87 1,12% 116,91 115,33

2,07% 1,96

1,12% 2,26 239,23 ∧

KEPLER Vorsorge Rentenfonds AT0000722566 139,46 1,03% 139,58 138,09 2,04% 1,46 1,49% 1,90 341,70 ∧

Discount-Zertifikate auf Aktien finden Sie unter www.bnpp.at Amundi Mündel Rent Low Duration AT0000810429 105,00 –0,16% 105,18 104,95 –0,58% 0,29 –1,66% 0,36 43,55 ∨ Raiffeisen Österreich Rent AT0000805163 12,67 –0,08% 12,69 12,64 –0,02% 1,08 –1,43% 1,11 271,38 ∨ ESPA Reserve Euro-Mündel AT0000A0EU62 100,91 0,06% 100,92 100,67 –0,73% 0,37 –1,58% 0,34 32,43 ∨ Mündelrent AT0000A0GWQ7 111,68 0,20% 111,74 111,40 0,16% 0,43 0,20% 0,47 81,05 ∨ IQAM SRI SparTrust AT0000817960 159,75 0,25% 159,89 159,02 Gutmann Mündelsicherer Anleihefonds AT0000A0CG05

9,39

1,52% 1,33 2,45% 1,76 266,45 ∨

0,29% 9,39 9,35 1,05% 1,66 0,12% 2,05 0,00 ∨

Hypo Rent AT0000611157 10,07 0,30% 10,07 10,02 0,22% 1,12 –0,41% 1,79 170,90 ∨ Sparda-Rent AT0000855416 130,42 0,42% 130,43 129,85 0,73% 0,98 0,25% 0,96 4,63 ∨ Amundi Mündel Bond AT0000674874 14,60 0,55% 14,60 14,50 1,39% 1,54 0,62% 1,62 202,85 ∨ Apollo Mündel AT0000746961 12,62 0,56% 12,62 12,53 1,13% 1,20 1,30% 1,19 82,17 ∨ Allianz Invest Vorsorgefonds AT0000721360 130,30 0,63% 130,44 129,32 1,60% 1,53 ESPA Bond Euro Mündelrent AT0000A0UNV7 14,42 0,63% 14,42 14,32

1,13% 1,97 64,91 ∨

1,41% 1,63 –1,23% 2,96 348,67 ∨

Hypo Mündel Fonds AT0000A0KQQ1 10,18 0,69% 10,19 10,08 1,09% 1,50 –1,02% 1,79 8,21 ∨ Austro Mündelrent AT0000801246 131,53 0,71% 131,62 130,46 1,77% 1,54 1,03% 2,12 54,72 ∨ Schoellerbank Vorsorgefonds AT0000820402 119,20 0,74% 119,32 118,26 1,55% 1,04 0,80% 1,24 78,72 ∨ *ausschüttender fonds Quelle:

41


Rendite Kurse

top/flop-performer WEB WINDENERGIE HYBRID

Anleihenname

150 100

22.12.18

22.3.19 Quelle: TeleTrader

YTM % **

Isin

Kurs

WEB Windenergie AG 5,250 % 2023

AT0000A0Z785

95,00

6,7%*

WEB Windenergie AG Hybrid-Anleihe 6,500

AT0000A191A9

99,76

6,51%

WEB Windenergie AG 3,500 % 2019

AT0000A191B7

100,20

3,10%

AT0000A0V7D8

100,69

–0,88%

Swietelsky Hybrid-Anleihe

AT0000A07LU5

102,00

0,00%

Wienerberger Hybrid-Anleihe

DE000A1ZN206

106,25

0,00%

Strabag SE 4,250 % 2019

50

STRABAG SE 4,25%

TOP/Flop-Kursentwicklung (YTM)

102 101 100

22.12.18

22.3.19 Quelle: TeleTrader

Anleihenkurse

Die 15 Top/Flop-corporate-prime-anleihen der wiener börse (YTM) Volumen Anleihenname ISIN Kurs YTM %** YTD High YTD Low (Mio. Euro)

WEB Windenergie AG 5,250 % 2023 AT0000A0Z785 95,00 6,7%* WEB Windenergie AG Hybrid-Anleihe 6,500 % AT0000A191A9 99,76 6,51%

n. a.

n. a.

99,76 99,76

Verzinsung Fälligkeit

typ

5,11

5,250 08.04.2023

2,66

6,500 07.10.2070 fix ∧

fix

WEB Windenergie AG 3,500 % 2019 AT0000A191B7 100,20 3,10% 100,20 100,20

10,57

3,500 07.10.2019 fix ∧

S Immo AG 3,250 % 2027 AT0000A1DWK5 107,00 2,29%

n. a.

n. a.

65,00

3,250 21.04.2027

fix

S Immo AG 3,250 % 2025 AT0000A1DBM5 107,70 1,89%

n. a.

n. a.

33,99

3,250 09.04.2025

fix

WEB Windenergie AG 5,500 % 2023 AT0000A0Z793 115,50 1,52%

n. a.

n. a.

6,39

5,500 08.04.2023

fix

UBM Realitätenentwicklung AG 4,875 % 2019 AT0000A185Y1 101,03 1,36% 101,87 100,24

91,32

4,875 09.07.2019 fix ∧

CA Immo AG 2,750 % 2022 AT0000A1CB33 104,50 1,16% 105,75 103,64

175,00

2,750 17.02.2022 fix ∧

S Immo AG 4,500 % 2021 AT0000A177D2 107,50 1,08% 107,50 107,50

89,74

4,500 17.06.2021 fix ∧

Novomatic AG 3,000 % 2021 AT0000A182L5 104,78 0,85% 105,24 104,12

200,00

Porr AG 3,875 % 2019 AT0000A19Y28 101,92 0,65% 102,86 101,50

56,26

3,875 28.10.2019 fix ∧

S Immo AG 3 % 2019 AT0000A19SB5 101,25 0,63% 102,18 101,25

100,00

3,000 03.10.2019 fix ∧

3,000 23.06.2021 fix

Rohstoffe gibt es auch mit Rabatt.

Strabag SE 4,250 % 2019 AT0000A0V7D8 100,69 –0,88% 101,70 100,50 Swietelsky Hybrid-Anleihe AT0000A07LU5 102,00 0,00%

n. a.

100,00

4,250 10.05.2019 fix ∨

n. a.

70,00

5,542 31.12.2070 variabel ∨

Wienerberger Hybrid-Anleihe DE000A1ZN206 106,25 0,00%

107,03 103,45

272,19

5,000 09.02.2070 variabel ∨

Porr Hybrid-Anleihe AT0000A19Y36 108,75 0,00%

109,83 108,75

Wienerberger 4,000 % 2020 AT0000A100E2 104,17 0,10% 104,58 103,91

25,00

6,750 28.10.2070 variabel ∨

300,00

4,000 17.04.2020 fix ∨ 4,500 01.10.2019 fix ∨

Egger Holzwerkstoffe 4,500 % 2019 AT0000A0WNP5 102,25 0,21% 104,36 102,25

150,00

Andritz 3,875 % 2019 AT0000A0VLS5 101,06 0,30% 102,50 100,98

350,00

3,875 09.07.2019 fix ∨

Strabag SE 3,000 % 2020 AT0000A109Z8 103,10 0,33% 103,67 102,78

200,00

3,000 21.05.2020 fix

Swietelsky Baugesellschaft 4,625 % 2019 AT0000A0WR40 102,33 0,41% 103,58 102,33

74,09

Strabag SE 1,625 % 2022 AT0000A1C741 103,29 0,47% 103,35 102,42

200,00

1,625 04.02.2022 fix

* Letzter Kurs älter als 2018 / **YTM = Rendite bis Laufzeitende Quelle:

42

4,625 12.10.2019 fix ∨ ∨


Rendite Kurse

CRUDE ROHÖL

Rohstoffnamen

Crude Rohöl

60 50

22.12.18

22.3.19 Quelle: TeleTrader

Kurs

Währung

3M%

59,99

USD

32,66%

1609,00

USD

30,49%

Magerschwein

78,33

USD

28,19%

Erdgas

36,97

GBX

–46,17%

Kakao

2130,00

USD

–5,92%

Kaffee

94,85

USX

–4,82%

Palladium

40

ERDGAS

TOP/FLop-Kursentwicklung (3 monate)

75 50 25

22.12.18

22.3.19 Quelle: TeleTrader

Rohstoffkurse

Die 15 Top/Flop-rohstoffnotierungen an den weltmärkten 2019 (ytd) Rohstoffname Handelsplatz Kurs Währung YTD % YTD High YTD Low 1 J % 1 J Vola 3 J % 3 J Vola

Crude Rohöl ICE Europe

59,99 USD

31,36% 60,00 46,22 –6,59% 30,96 45,75% 29,66 ∧

Magerschwein CME GLOBEX

78,33 USD

28,40%

Palladium

pro aurum

1609,00 USD

Brent Rohöl ICE Europe

67,78 USD

Diesel ICE Europe

609,50 USD

Heizöl ICE Europe

1,98 USD

Holz CME GLOBEX

379,10 USD

Platin

78,33

52,85 28,35% 55,61

11,89% 43,51 ∧

27,79% 1609,00 1266,00 63,78% 22,82 164,42% 25,01 ∧ 25,17%

68,30

54,68 –1,54% 28,55

63,01% 28,43 ∧

20,75% 625,25 508,00 0,95% 24,20 63,30% 26,85 ∧ 17,55%

2,03

1,70 –0,36% 22,93 58,85% 25,52 ∧

13,88% 438,90 323,20 –21,69% 39,80 22,45% 31,04 ∧ 8,84% 872,00

pro aurum

862,00 USD

Milch CME GLOBEX

15,03 USD

8,68%

Baumwolle ICE US

77,05 USX

6,67% 77,05 69,77 –6,19% 22,31 32,00% 21,48 ∧

Lebendrind CME GLOBEX

130,20 USX

Zucker ICE US

12,51 USX

15,29

4,98% 130,20 3,90%

13,43

787,00 –8,98% 19,91 –12,40% 20,05 ∧ 13,92

5,92% 17,95

8,76% 20,64 ∧

121,90 10,04% 20,90 –4,56% 21,02 ∧ 11,71 –2,04% 28,75 –24,55% 29,39 ∧

Discount-Zertifikate auf Rohstoffe finden Sie unter www.bnpp.at

Erdgas ICE Europe Kakao ICE US

36,97 GBX –38,84% 94,85 USX

Mastrind CME GLOBEX

143,05 USD

pro aurum

Silber Philharmoniker 1 Unze Silberbarren 100 Gramm

29,18% 38,83 ∨

–6,74%

106,35

93,70 –20,29% 27,29 –29,56% 25,69 ∨

–3,94% 147,93 140,75

3,79% 14,95 –11,42% 18,68 ∨

15,30 USD

0,86% 16,05 14,85 –5,85% 19,06 –2,24% 21,49 ∨

pro aurum

14,60

EUR

1,25%

15,18

14,30

1,82% 15,67 –3,25% 18,23 ∨

pro aurum

52,25

EUR

1,46%

54,25

51,50

1,95% 15,72

127,05 USX

1,80%

130,10

Orangensaft ICE US Gold

36,97 –25,54% 34,48

2130,00 USD –12,31% 2409,00 2130,00 –15,81% 32,00 –30,03% 29,48 ∨

Kaffee ICE US Silber

63,40

2,45% 19,15 ∨

111,25 –6,65% 22,14 –3,93% 29,78 ∨

pro aurum

1303,50 USD

2,28% 1340,50 1272,00 –1,21% 10,43

5,16% 11,76 ∨ 3,63% 10,13 ∨

Goldbarren 100 Gramm

pro aurum

3726,00

EUR

3,06% 3823,00 3619,50 6,95% 8,54

Gold Philharmoniker 1 Unze

pro aurum

1176,25

EUR

3,11% 1207,00 1142,25

7,03% 8,72

3,79% 10,28 ∨

Gold Österreich 1 Dukat

pro aurum

130,50

EUR

3,15% 135,00 127,25

6,50% 10,43

3,56% 12,02 ∨

Kennzahlen für Futures basieren auf unadjusted Continuation Contracts (CC). *US-DOllar cents; great british pence Quelle:

43


Rendite Statistik

Börsendaten

120 110 100 90

19 18 17

80

16

70

15

60

14

50 40

13

30

q2

q3

q4

q1

Quartal

q2

top-Handelsteilnehmer

q3

q4

VergleichsPeriode

10,13

12,42

18,47

16,90

10

14,29

Aktuelle Periode

15,12

11 17,98

131,65

110,00

110,02

123,09

127,11

117,25

111,14

127,12

0

VergleichsPeriode

19,21

12

20 10

Quartalsumsätze

MRD. eur

Quelle: Wiener Börse AG

Marktkapitalisierung

MRD. eur 130

Quelle: Wiener Börse AG

Die Wiener Börse in Zahlen

q1

Aktuelle Periode Quartal

Meistgehandelt

Platzierung FEB

(Feb/18) Handelspartner Umsatz (Mio. EUR)

Platzierung FEb

(FEB/18) Marktteilnehmer Umsatz (Mio. EUR)

1.

(1.) Morgan Stanley & Co

640,86

1.

(1.)

2.

(3.)

500,13

2.

(2.) OMV AG

648,71

3.

(10.) Tower Research Capital

321,47

3.

(3.)

Voestalpine AG

601,48

J.P. Morgan Securities

Erste Group Bank AG

1012,74

4.

(6.) Societe Generale S.A

297,68

4.

(4.) Raiffeisenbank International AG

399,38

5.

(2.) Merrill Lynch International

265,78

5.

(-)

Verbund AG

370,04

6.

(7.)

Wood & Company Financial

260,56

6.

(6.) Andritz AG

216,74

7.

(5.) Raiffeisen Centrobank AG

257,91

7.

(9.)

123,31

Wienerberger AG

8.

(-) Hudson River Trading Europe

242,72

8.

(8.) Immofinanz AG

121,21

9.

(19.) UBS LTD

210,74

9.

(-) Österreichische Post AG

949,34

10.

(-) Credit Suisse Securities

10.

Gesamt Februar 2018 Differenz 

201,81

(-) Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG

849,79

4.719,25

Gesamt Februar 2019

4.390,75

6.367,01

Gesamt Februar 2018

6.201,66

-1.647,76

Differenz-1.810,91

Quelle: Wiener Börse AG

Quelle: Wiener Börse AG

Umschlagshäufigkeit int. Investoren

28,40 USA 20,70 Österreich 15,20 Großbritannien 6,40 Norwegen 6,00 Frankreich 5,70 Deutschland 2,30 Niederlande 2,00 Kanada 1,80 Schweiz 1,80 Polen 9,70 andere

Quelle: Ipreo, Dezember 2017

Investorengeografie

44

53,50 % 34,10 % 8,40 % 4,00 %

niedrig moderat hoch sehr hoch

Quelle: Ipreo, Dezember 2017

Gesamt Februar 2019


Rendite Statistik

Wirtschaftsdaten

Inflation

Quelle: AMS

Arbeitslosenrate

%

%

10

2

9 8

Quelle: Statistik Austria

Österreichs Wirtschaft in Zahlen

1,5

7 6 5

1

4

VergleichsPeriode

3 2

Aktuelle Periode

1

Aktuelle Periode 0

2,5

%

M

0

Aktuelle Periode

–1

84

J

F

monat

%

91,41*

0 –1 –2

q1

Defizit in % des BIP

1

83

VergleichsPeriode Aktuelle Periode

q4

Quelle: statistik austria

85

D

mio. eur

4.352*

VergleichsPeriode

89,29*

100,43*

96,50*

96,44*

92,70*

95,24*

91,41*

93,98*

89,29*

86

N

951*

2

Quartal

Gesamtverschuldung in % des BIP

o

4

1

q4

S

5

1,5

q3

A

Leistungsbilanzsaldo in % des BIP

3

Q2

J

6

Mrd. EUR

q1

J

7

2

%

A

q2

q3

Quartal

Quelle: statistik austria

3

M

850*

BIP-Wachstum

%

monat

100,43*

F

388*

J

96,50*

D

961 *

N

125*

O

96,44*

S

92,70*

A

5.299*

J

95,24*

J

2.352*

M

93,98*

A

Quelle: Statistik Austria

M

Quelle: OeNB

0

1

VergleichsPeriode

0,5

–3

MRD. EUR

82

q2

q3

289,67*

–5 284,76*

292,72*

288,17*

288,79*

288,58*

q1

294,17*

70

292,17*

81 80

MRD. EUR

–4

q4

VergleichsPeriode

–6

VergleichsPeriode

Aktuelle Periode

–7

Aktuelle Periode q1

QuartAl

45

q2

q3

q4

QuartAl


finanzplatz Xxx Karriere

© Kniel Synnatzschke / Westend61 / picturedesk.com

Karriereleiter. Wer Karriere machen und an die Spitze will, muss früh beginnen, für sich selbst zu lobbyieren.

46


finanzplatz Karriere

#Führung

Mut zur macht Viel Eigenmarketing und die richtige M ­ ischung aus Einsatz und Netzwerken geben der Karriere den gewünschten Kick. Headhunter und Führungspersönlichkeiten erzählen, worauf es ankommt und was sie der nächsten Generation raten. text Raja Korinek

47


finanzplatz Karriere

liche Unternehmen meist nicht privat-

„­Am Karriereanfang reichlich Eigenmarketing betreiben.“

wirtschaftlich geführt würden, könnten Aufsichtsratsmitglieder aus der Privatwirtschaft einen Mehrwert liefern. Grundsätzlich werden Funk­ tionen

„Greife gern auf externe Personal­ berater zu.“

wie etwa im ÖBAG-Vorstand zudem gemäß Stellenbesetzungsgesetz aus-

Doris Tomanek

F

Regina Prehofer

geschrieben. Die Position muss im ür die Wiener Börse war es ein

,,Amtsblatt zur Wiener Zeitung‘‘ und in

ist eben hoch angeschrieben. Wichtig

spannender Februar. Die Öster-

einer weiteren bundesweit verbreiteten

sei aber auch eine hohe Empathie sowie

reichischen Bundes- und Indus-

Tageszeitung veröffentlicht werden, die

eine Portion diplomatisches Geschick.

triebeteiligungen GmbH (ÖBIB) wur-

Bewerbungsfrist muss zumindest einen

Ausbildungen und Zeugnisse sind dies

de in die Österreichische Beteiligungs

Monat laufen.

auf der Topebene hingegen weniger bis

AG, kurz ÖBAG, umgewandelt, mit

gar nicht, zumal Dienstzeugnisse fast

dem Ziel, die Beteiligungen der Repub-

Privatwirtschaft bleibt diskret

lik Österreich aktiver zu verwalten. Die

Da sieht es in der Privatwirtschaft an-

Ähnlich der Tenor von Doris Toma-

ÖBAG-Aufsichtsratsbesetzung

immer selbst geschrieben werden.

ders aus, diese Vorgaben gibt es nicht:

nek, Vorstandsmitglied und verant-

te ins Rampenlicht. Den Vorsitz bekam

„Topführungspositionen

schreiben

wortlich für „Human Capital“ bei der

Helmut Kern, Leiter des Krankenhau-

wir erst gar nicht aus“, sagt der Stan-

Unicredit Bank Austria AG: „In den

ses der Barmherzigen Brüder Wien. In

ton-Chase-Experte. Vorstandsmitglie-

Toppositionen geht es nicht nur um

das erlauchte Gremium zog auch Susan-

der seien mit ihrem Job meist ohne-

fachliche Qualifikation, sondern auch

ne Höllinger ein. Die ehemalige Privat-

dies zufrieden, wollten angesprochen

darum, ob die Person grundsätzlich für

bankerin betont, dass für eine Tätigkeit

werden und gingen selbst nicht aus der

eine Führungsposition geeignet ist.“

in einem öffentlichen Bereich das rich-

Deckung. Deshalb müsse man mit ei-

tige Netzwerk, vor allem aber die lang-

nem Angebot eine Menge persönlicher

Überzeugungskünste sind gefragt

fristige Reputation wichtig sei.

Überzeugungsarbeit leisten. „Das geht

Und wie sieht die Suche nach Führungs-

am besten direkt, persönlich und dis-

kräften in der Praxis aus? Sie ist offen-

Eine Frage des Postens

kret, ohne Stelleninserat“, sagt Schau-

sichtlich nicht ganz einfach. Höllin-

Doch worauf achten die Personalpro-

mann, zumal Personen aus höheren

ger sagt, sie sei gut 25 Jahre in der Ers-

fis? Michael Schaumann, Managing

Führungsebenen kaum die Stelleninse-

te Bank Österreich AG tätig gewesen

Partner beim internationalen Executive

rate lesen würden.

und des Öfteren von Headhuntern kon-

rück-

Searcher Stanton Chase, betreute jah-

Wer sich zu einem Gespräch über-

taktiert worden. „Ich lehnte stets ab“,

relang die ÖBIB. Er unterscheidet zwi-

reden lässt, sollte einiges beachten.

denn sie fühlte sich im Konzern wohl.

schen der Suche nach einem Vorstand

„Schon der Tonfall des Kandidaten beim

Dann aber kam ein Angebot, von dem

und einem Aufsichtsrat bei der Beset-

Empfang kann ausschlaggebend sein“,

sie wusste, dass sie den Job wollte. Be-

zung von Positionen in öffentlichen so-

betont Schaumann. Soziale Kompetenz

reits der Anruf des Headhunters habe

wie in staatsnahen Unternehmen. Ein potenzielles Vorstandsmitglied sollte politisch versiert sein, sagt Schaumann zum Börsianer. Deshalb seien Personen aus dem öffentlichen Bereich eher geeignet. Anders bei Führungskräften aus der Privatindustrie: „Mangelt es ihnen an Erfahrung im öffentlichen Bereich, sind sie in derartigen Positionen meist überfordert.“ Bei der Besetzung des Aufsichtsrats in einem öffentlichen Unternehmen

14.900

Euro betragen laut einer Studie von Deloitte die durchschnitt­lichen Fluktuationskosten pro Stelle. Der häufigste Austrittsgrund ist mangelnde Führungsqualität.

gelten andere Kriterien. Hier schaut sich der Headhunter sehr wohl in der Privatwirtschaft um. Gerade weil öffent-

48


Intelligentes Bauen. Seit 150 Jahren.

Unsere Geschichte zeigt, was die Zukunft bringt. Seit 150 Jahren beweisen wir Pioniergeist. Und mit unserer Innovationskraft werden wir auch künftig Spitzenleistungen erbringen. Heute möchten wir uns bedanken – bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die hinter unserem Erfolg stehen. Und bei allen Kundinnen und Kunden, die uns ihr Vertrauen schenken. Vielen Dank. porr-group.com


1873

Prachtbauten der Wiener Ringstraße Mit dem Bau des Palais Ephrussi 1873 hat die PORR zum malerischen Stadtbild Wiens beigetragen. Auch das Palais Hansen und das Palais Eschenbach, die 1872 fertiggestellt wurden, sind Werke aus dem Hause PORR.

Über den Dächern Wiens Der Ringturm sticht als überragendes Projekt der PORR noch heute ins Auge. Mit seinen für die damalige Zeit spektakulären 21 Stockwerke war er nach dem Stephansdom das zweithöchste Gebäude Wiens.

In schwindelnder Höhe Der Bau der Großglockner-Hochalpenstraße gilt als Pionierprojekt der Zwischenkriegszeit. Es stellte Mensch und Maschine vor enorme Herausforderungen. Baumaschinen wurden in Höhen bis zu 2.600 Meter transportiert und die Trassierung aus dem Gelände gesprengt.

1930

1955 1959

Spektakuläre Baugrubentechnik Die Donau, Lebensader des Landes, wurde in den 1950-er Jahren zur Energielieferantin. Den Anfang machte das Kraftwerk YbbsPersenbeug 1959. Um die Baugruben wasserdicht zu machen, wurden wochenlang Spundbohlen in den Flussgrund geschlagen.


Seit 1869. Und in Zukunft.

Die PORR setzt Meilensteine. 1990 Gewagte Glaskonstruktion Das ursprüngliche Haas Haus wurde im zweiten Weltkrieg zerstört, 1990 musste auch sein Nachfolger einer gewagten Glaskonstruktion mit einem wuchtigen Erker weichen.

1995 Ein Gleissystem erobert die Welt Das bahnbrechende Gleissystem Slab Track Austria – eine elastisch gelagerte Gleistragplatte, die gemeinsam mit den ÖBB entwickelt wurde – ist in Österreich seit 1995 das Regelsystem bei sogenannten Festen Fahrbahnen und mittlerweile auch international im Einsatz.

Verbindungen schaffen

2009

Der Wiener Hauptbahnhof ist eine der modernsten Nah- und Fernverkehrsdrehscheiben Europas sowie ein zentraler Knotenpunkt im transeuropäischen Schienennetz. Das Projekt war die bis dato größte Infrastrukturbaustelle Österreichs.

2019

Stadion der Superlative Das Al-Wakrah Stadion ist Austragungsort der Fußballweltmeisterschaft 2022 in Katar. Es beeindruckt durch seine Architektur und wird Platz für rund 40.000 begeisterte Fußballfans bieten.


finanzplatz Karriere

„­Top -Führungs­ positionen ­schreiben wir gar nicht aus.“ Michael Schaumann

sie überzeugt. Konkret ging es um den Vorstandsvorsitz bei der Kathrein Privatbank AG, den die erfahrene Privatbankerin mit Anfang 2013 antrat. Ganze sieben Hearings musste die Topmanagerin durchlaufen, in denen sie sich gegen 30 Mitwerber durchsetzte. Auch andere Manager wissen von ihren Erfahrungen zu berichten. Tho-

Lobbying als Karrierekick. Susanne Höllinger, hier beim Börsianer Salon, wurde vor kurzem in den ÖBAGAufsichtsrat berufen. Das richtige Netzwerk war ausschlaggebend.

mas Winkler meint, noch besser, als vom Headhunter kontaktiert zu wer-

dels- und Rechtswissenschaften und

gekommen, „solange man mit viel En-

den, sei es, vom Hauptaktionär oder

dem Gerichtsjahr blieb die Frage, ob sie

gagement und lösungsorientiert arbei-

Aufsichtsratsvorsitzenden direkt ange-

sich für die Welt der Rechtswissenschaf-

tet“, sagt Prehofer. Im April 2003 rückte

sprochen zu werden. 2010 war Winkler

Prehofer in den Vorstand der Bank Aus-

Vorstandsmitglied bei der Lenzing AG.

tria auf, von September 2008 bis Sep-

Sechs Jahre danach kürte ihn der UBMAufsichtsrat zum Vorstandsvorsitzenden der UBM Development AG. Dennoch war sein Karriereweg keineswegs

„­Muss die Gelegenheit, die sich bietet, auch erkennen.“

bei der Bawag PSK AG. Und nicht immer wird der Weg nach oben von einem Firmenwechsel begleitet. Robert Machtlinger, Vorstandsvor-

geradlinig, „und er war von auch von Rückschlägen geprägt“.

tember 2010 war sie Vorstandsmitglied

sitzender der FACC AG, startete 1982

Thomas Winkler

eine Lehre als technischer Zeichner bei

Was also motivierte Winkler? Am Beginn seiner Laufbahn sei es die Über-

ten oder der Wirtschaft entscheiden soll-

der damaligen FACC-Mutter. Wenige

zeugung gewesen, für vieles eine besse-

te. Das Problem löste sich mit dem Be-

Jahre danach wechselte er zu FACC, 2011

re Lösung als seine Vorgesetzten zu ha-

rufsstart in der Oesterreichischen Kon-

gelang der Sprung in den Vorstand, den

ben: „Das wich rasch dem Interesse für

trollbank AG (OeKB): „Die Stelle war die

er seit 2016 leitet. Sein Ziel? Machtlin-

Menschen, aber auch, wie man sie am

perfekte Mischung aus beiden Welten.“

ger wolle das Unternehmen maßgeblich

besten einsetzt und das Beste aus ih-

Was die erfahrene Managerin mo-

gestalten, „aber auch für das Unterneh-

nen herausholt.“ Freilich, als Manager

tivierte, eine Führungsposition anzu-

men, seine Shareholder und dessen Mit-

müsse man sich auch aktiv einbringen,

streben? Das sei die Freude gewesen, fe-

arbeiter etwas bewegen zu können“.

um die Karriereleiter erfolgreich zu be-

derführend gestalten und verändern zu

Machtlinger meint auch, es sei wich-

schreiten, und zu Opfern bereit sein.

können. Prehofer konnte dies des Öfte-

tig, Innovationen und die ständige Neu-

„Obendrein muss man die Gelegenheit,

ren unter Beweis stellen. Sie wurde vor

ausrichtung des Unternehmens vor-

die sich einem bietet, erkennen“, meint

dem Wechsel in eine Anwaltskanzlei

anzutreiben. „Was heute gut ist, kann

Winkler. Ein Detail, dass allzu oft un-

1987 zur ehemaligen Creditanstalt, die

in unserer Branche, der globalen Aero-

terschätzt werde.

2002 mit der Bank Austria fusionierte, von der Bank abgeworben. Ein Schritt,

Gut Ding braucht Weile Wienerberger-Aufsichtsratschefin

den Prehofer nie bereute. Vor allem, da Re-

sie eine große Aufbruchsstimmung in

gina Prehofer wusste die Chancen eben-

der Finanzbranche erlebt – und mitge-

so erfolgreich zu nutzen, wenngleich ihr

staltet - hatte. „Die Grundhaltung war

Werdegang nicht gleich von Beginn an

damals offen und proaktiv.“ Die weite-

klar war. Nach dem Studium der Han-

ren Schritte? Die seien fast von selbst

52

„­Wer den Willen zur Karriere hat, wird gefördert.“ Herta Stockbauer


finanzplatz Karriere

space-Industrie, schon im nächsten Jahr Standard sein.“

Ratschlag an die „Next Generation“ Wer erst am Beginn der Karriereleiter steht, sollte vor allem in großen Unternehmen reichlich Eigenmarketing

„Hoffen, dass Besetzung­ künftig ohne Quoten funktioniert­.“

sabeth Leyser, geschäftsführende Gesellschafterin bei Hill International, rät auch, sein persönliches Ziel stets vor Augen zu haben und dabei der passenden Arbeit nachzugehen. „Gerade junge Menschen suchen zunehmend nach dem Sinn im Beruf.“ Das sieht Tomanek ähnlich. Das Potenzial für Führungskräfte sei auch heute vorhanden. „Viele junge Menschen wissen aber nicht genau, was sie wollen.“ Auch kündigten Mitarbeiter heute rascher, da sie den Job nicht passend fänden. Doch nicht nur der Generationen-, sondern auch der Gender-Faktor steht zunehmend im Fokus. Und das aus gutem Grund. In den Vorstandsetagen der ATX-Unternehmen gibt es mehr Männer, die Peter heißen, es sind sieben an der Zahl, als Frauen, von denen es nur vier gibt, zeigt die Arbeiterkammer Wien auf. Doch damit nicht genug. „Der Anteil der Frauen in den Führungsgremien in Österreich liegt im Schnitt bei 13 Pro-

ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis in Aufsichtsräten im Visier. Bei Neubestellungen bedeutet das einen Anteil Quote auf Frauen und Männer abzielt“,

#tipps

kutieren das vor allem mit jungen Führungskräften.“ Personalberaterin Eli-

Jänner 2018 hat Österreich per Gesetz

von zumindest 30 Prozent, „wobei die

Gabriela Staber

betreiben. Das rät Tomanek von der Unicredit Bank Austria AG: „Wir dis-

Immerhin gibt es bei den Aufsichtsräten nunmehr Rückendeckung. Seit

betont Gabriela Staber, Partnerin CMS Reich-Rohrwig Hainz, und meint, das

Die rechtlichen Parameter einer Stellenausschreibung

sei ein wichtiges Incentive. „Es bleibt zu hoffen, dass künftig die Besetzung ohne

– Ausschreibungen müssen geschlechts- und diskriminierungsfrei gestaltet sein; bei Verstoß drohen Verwaltungsstrafen.

Quoten funktioniert“, meint Staber.

– Um Diskriminierung im Auswahlprozess zu vermeiden, empfiehlt es sich: – Frauen und Männer in Ausschreibungen ­adressieren; neutrale oder geschlechtsindifferente Berufsbezeichnungen zu verwenden – verdeckte geschlechtsspezifische Ausschreibung zu vermeiden (etwa Hintergrundbilder, auf denen nur Männer zu sehen sind) – klare sachliche und berufsbezogene Aufgabenbereiche sowie entsprechende Anforderungsprofile zu formulieren; – Bezug zum Privatleben vermeiden (keine Formulierungen wie „Familienplanung abgeschlossen“ verwenden)

zwungen, sich nach qualifizierten weib-

– Die bevorzugte Aufnahme von zumindest gleich qualifizierten Frauen in Tätigkeitsbereichen, in denen Frauen unterrepräsentiert sind, ist zulässig.

schauen.“ Stockbauer weiß ebenso aus

– Für  den Aufsichtsrat von börsennotierten sowie­großen Unternehmen gibt es gesetz­ liche Quotenregelungen.

schlaggebend sind in erster Linie Kandi-

– Absagen diskriminierungsfrei begründen.

fachliche Expertise, soziale Kompetenz,

Quelle: Kanzlei CMS Reich-Rohrwig Hainz

Auch Höllinger steht einer Quote positiv gegenüber. So sei die Wirtschaft gelichen Führungskräften umzusehen. Die Ausrede, es gebe keine passenden Kandidatinnen, habe sich damit endgültig disqualifiziert.

Verantwortung im Aufsichtsrat Einzig selbst ohne Quote ist die Wahl eines Vorstands nicht ganz einfach. Prehofer greift gern auf externe Personalberater zu. „Es ist wichtig, auf den eigenen und den externen Talentepool zu ihrer Erfahrung zu berichten. Sie ist unter

anderem

Aufsichtsratsvorsitzen-

de der Oberbank AG und meint: „Ausdaten, die ein Unternehmen zukunftsorientiert steuern können. Es zählen der strategische Weitblick, aber auch

zent“, meint Sabine Stock. Sie ist Part-

Erfolge in früheren Aufgaben.“ Wichtig

nerin bei der Boston Consulting Group,

seien aber auch eine ausgewogene Altersstruktur und die passende Chemie

und Koautorin der Studie „(Em)Power Women: BCG Gender Diversity In-

en Center, „ein erfolgreiches Frauen-

dex Österreich 2018 - Wo Chefetagen

Netzwerk, das nun in Wien gestartet

Wer nicht auf Qualifikation achtet,

in Sachen Vielfalt stehen“. Obendrein

ist“. Dort habe sie hilfreiche Kontakte

tut dem Unternehmen keinen Gefal-

verdienten Frauen in diesen Gremien

geknüpft und sehr gute Mitarbeiterin-

len. Laut einer Deloitte-Studie kämpf-

durchschnittlich 16 Prozent weniger als

nen sowie verlässliche Geschäftspart-

ten Österreichs Unternehmen mit einer

Männer.

nerinnen gefunden. Ob der Aufstieg als

hohen Mitarbeiterfluktuation, wobei der

Frau letztendlich schwieriger sei? „Das

häufigste Austrittsgrund die mangelnde

Netzwerk und Quoten als Abhilfe

muss ich klar verneinen. In unserem

Führungsqualität sei. Und das kommt

Da sollen gute Kontakte Abhilfe schaf-

Haus werden Mitarbeiter, die als Talente

teuer: Denn die Studie hat ergeben, dass

fen. Herta Stockbauer, Vorstandsvorsit-

erkannt werden und den Willen zur Kar-

die durchschnittlichen Fluktuations-

zende der BKS Bank AG, ist Gründungs-

riere haben, gefördert und unterstützt,

kosten bei 14.900 Euro pro Stelle liegen.

mitglied des Kärntner Business Frau-

unabhängig vom Geschlecht.“

Das kann sich rasch summieren. n

53

im Vorstandsteam.


#Banken

Kolumne

Wilhelm Celeda Vorstands­ vorsitzender Raiffeisen Centrobank AG

Der Markt hat immer recht! Folgt man den Prognosen vieler Analysten, schaut die unmittelbare Zukunft der Aktienmärkte nicht besonders rosig aus. Eine Wachs-

Raiffeisen will vorwürfe der Geldwäsche­entkräften

tumsrevision folgt der nächsten, so hat zuletzt die Europäische

Die Raiffeisen Bank International AG (RBI)

Und: „Deswegen erwarten wir auch kei-

Zentralbank für die Europäische

ist derzeit mit Geldwäschevorwürfen kon-

ne Strafe.“ Die Bank hat von Journalis-

Union die Erwartung für dieses

frontiert. Laut einem internationalen Me-

ten Daten und Kontonummern bekom-

dien-Recherchenetzwerk, darunter das

men, die von einer 25-köpfigen Taskforce

Magazin „Profil“ und die Onlineplattform

durchleuchtet werden. Ergebnisse soll es

Zeit zunichte gemacht wurde. Die

„Addendum“, wird die RBI in Zusammen-

spätestens in zwei bis drei Monaten geben.

US-Notenbank wiederum sieht

hang mit der litauischen Ukio Bank ge-

Strobl rechnet mit Kosten in der Höhe von

auch eine Abschwächung, einerseits

nannt. Dabei soll es um 634 Millionen US-

einigen Hunderttausend Euro. Bei dem

Dollar an russischen Geldern gehen. Jo-

Geldwäscheskandal geht es auch um die

hann Strobl vertraut seiner Compliance-

Jahre 2006 bis 2013. Johann war ab 2007

was dazu führt, dass ursprünglich

Abteilung: „Wir sind überzeugt, dass wir

Risikovorstand der Raiffeisen Zentralbank

vermutete Zinserhöhungsschritte

kein strafbares Verhalten gesetzt haben“,

AG, Vorgänger der heutigen RBI, die laut

derzeit nicht in Sicht sind. Auch die

sagte der RBI-Vorstandschef dazu auf der

den Vorwürfen als Korrespondenzbank

Bilanzpressekonferenz am 13. März 2019.

der Ukio Bank fungiert haben soll.

Jahr von 1,7 Prozent auf 1,5 Prozent reduziert, wodurch jegliche Zinserhöhungsfantasie auf absehbare

bedingt durch höhere Zölle auf allen Seiten, andererseits lässt die positive Wirkung der Steuerreform nach,

Gewinnerwartung für Unternehmen ist in fast allen Branchen rückläufig, eine Ausnahme bildet der Bankensektor aufgrund nachhaltig tiefer Erwartungen für Risikokosten. In Kombination mit der Unsicherheit wegen des verschobenen Brexits und des Handelskrieges zwischen USA und China sollte mit diesem Makro-Cocktail die Richtung für die Aktienmärkte für die nächsten

Kommunalkredit macht sich börsenfit

Monate eigentlich vorgegeben sein. Einzig der Markt weiß es offensicht-

Die Kommunalkredit Austria AG will durch

pitalstärke von 50,4 Millionen Euro. Die

Zukäufe wachsen und börsenfähig wer-

Einkäufe sollen vor allem ins Kerngeschäft

den. Dafür schießt der deutsche Eigentü-

Infrastrukturfinanzierung

jahres, in einer scharfen Korrektur

mer der Bank, die Gesona Beteiligungs-

langfristige Ziel von Fislage ist Börsenfä-

nach oben.

verwaltung, im zweiten Quartal 2019 über

higkeit nach Größe, Kapitalkraft und Ren-

Vielleicht bestätigt sich trotz nega-

eine Kapitalerhöhung 20 Millionen Euro

tabilität. Ein Börsengang kommt für Bernd

frisches Kapital zu. Durch die zusätzliche

Fislage derzeit nicht infrage. Ob sich das in

Einbehaltung der Dividendenauszahlung

ein paar Jahren ändert, hängt von den Ei-

für 2018 erreicht Kommunalkredit-Vor-

gentümern ab, erfahre ich aus der Presse-

standschef Bernd Fislage damit eine Ka-

stelle der Kommunalkredit.

lich noch nicht, denn der befindet sich seit Jahresanfang, nach dem letzten negativen Quartal des Vor-

tiver Prognosen doch wieder einmal eine alte Weisheit: Der Markt hat immer recht!

w.celeda@derboersianer.com

54

passen.

Das


Branche Banken

Ticker

Hemetsberger soll Bad Bank

FMA senkt ­schuldenschnitt für ­­Heta-gläubiger

Immigon liquidieren

+++ Bawag will Aktien im Wert von 400 Millionen Euro zurückkaufen

Der Abbau der Heta Asset Resolu­ tion

die Republik Österreich. Der Abbau der

(Heta) geht zügig voran. Die Finanz-

Bank verlief 2018 sehr erfolgreich, der

marktaufsicht hat deshalb den Schul-

Barmittelbestand der Gesellschaft betrug

Unicredit Bank Austria

denschnitt für Verbindlichkeiten gegen-

zu Jahresende mehr als zwei Milliarden

über vorrangigen Gläubigern auf 14,46

Euro. „Durch die konsequente Anwen-

verkauft Wohnbaukredite

Prozent herabgesetzt und die Erfüllungs-

dung des neuen europäischen Abwick-

quote der staatlichen Abbaubank der vor-

lungsregimes für Banken ist es bereits

+++

maligen Kärntner Hypo Alpe Adria Bank

gelungen, mehr als drei Milliarden Euro

Klarna startet Open-

von 64,4 auf 85,54 Prozent angehoben.

höhere Erlöse zu erzielen als in der dem

Banking-Plattform

Zum Vergleich: 2017 betrugen der Schul-

ersten Bescheid 2016 zugrunde liegen-

denschnitt noch 35,6 Prozent und die Er-

den ursprünglichen Bewertung“, heißt

füllungsquote 64,4 Prozent. Der wich-

es aus dem FMA-Vorstand, dem Helmut

tigste Gläubiger in dieser Kategorie ist

Ettl und Klaus Kumpfmüller angehören.

+++

über Homestory-App

+++ Robert Holzmann löst Ewald Nowotny am 1. September an der Spitze der OeNB ab

+++ Bawag bezieht neues Headquarter am

Karriere

Hauptbahnhof in Wien

Robert Löw

Wilhelm Celeda

Robert Ulm

wird am 14. Mai 2019 Vorstandschef der LLB Österreich Bank AG. Der gebürtige Österreicher hatte diese Position bereits von 2016 bis zur Fusion mit der Semper Constantia Privatbank im Vorjahr inne. Er löst Bernhard Ramsauer ab.

übernimmt am 1. Mai 2019 den Vorstandsvorsitz der Kathrein Privatbank AG. Celeda war 25 Jahre bei der Raiffeisen Centrobank AG, seit 2015 deren CEO und soll jetzt das Privatbankgeschäft der Raiffeisen-Gruppe ausbauen.

ist seit 18. März 2019 neuer Österreich-Chef des Onlinebrokers Hellobank in Österreich. Der 52-Jährige leitete davor das Österreich-Geschäft von Flatex sowie das Geschäft des Onlinederivatehändlers CMC Markets.

Banken fehlen Digital- und Führungsqualitäten STUDIE. Obwohl Banken bei ihrer digitalen Transformation bereits auf einem guten Weg sind, hat die Branche laut einer Studie des Capgemini Research Institute einen Scheideweg erreicht. Der Bankensektor versucht, den steigenden digitalen Erwartungen der Kunden gerecht zu werden, den Kostendruck zu bewältigen und mit

Werner Blaslbauer

Heike Arbter

Roland Jacubetz

leitet den neu eröffneten fünften Standort der Bank Gutmann AG in Linz. Der versierte Banker (50) war davor bei der Oberbank AG, bei der Hypo Oberösterreich sowie bei der Zürcher Kantonalbank Österreich AG in Salzburg tätig.

rückt ab 1. Mai 2019 in den Vorstand der Raiffeisen Centrobank AG auf. Sie leitete bisher den Bereich Strukturierte Produkte der Bank, ist Präsidentin des Zertifikate Forums Austria und des europäischen Dachverbands für strukturierte Produkte.

leitet seit 1. März 2019 den Bereich Private Banking und Institutionelle Kunden in der Erste Bank Österreich AG. Der studierte Betriebswirt (41) arbeitete zuletzt in der Wiener Niederlassung der Credit Suisse und davor bei JP Morgan und UBS.

Technologie-Start-ups zu konkurrieren. Weniger als die Hälfte der befragten Banken geben an, dass

55

sie über die für die Transformation erforderlichen Digital- und Führungsqualitäten verfügen. Über 360 Führungskräfte aus 213 Unternehmen, deren Gesamtumsatz 2017 rund 1,67 Billionen US-Dollar betrug, wurden befragt.


#Versicherungen

VIG legt Fokus weiter auf Osteuropa Die Vienna Insurance Group AG will ihr Osteuropa-Geschäft aus-

Targets angeboten“, führt Stadler weiter aus. Im letzten Jahr hat

bauen. Durch den Kaufabschluss mit der polnischen Gothaer TU

die Managerin mit ihrem Team einen kleinen dreistelligen Milli-

hat sie im Februar 2019 abermals ihr dortiges Portfolio erweitert.

onenbetrag für Zukäufe in Bosnien und Herzegowina, Polen und

Aktuell generiert der Versicherungskonzern bereits 53 Prozent

im Baltikum ausgegeben. Mit einer Solvenzquote von 239 Prozent

vom Gewinn in Osteuropa. Beim Prämienvolumen sind sogar 56

fühlt sich der Konzern kaufkräftig aufgestellt, auch zukünftig ak-

Prozent auf das Ost-Geschäft zurückzuführen. VIG-Generaldi-

tiv agieren zu können. Als prominenter Konkurrent könnte dabei

rektorin Elisabeth Stadler ist mit ihrem Unternehmen durch et-

die italienische Generali Gruppe bei der einen oder anderen Kauf-

liche Zukäufe in den letzten Jahren zum größten Versicherer in

verhandlung auftreten. Diese legt nach Aussagen von Chef Phil-

Zentral- und Osteuropa aufgestiegen. Halt machen vor Neuak-

ippe Donnet den Fokus in den nächsten Jahren ebenfalls klar auf

quisitionen will Stadler aber nicht. Außer Österreich, Tschechien

Osteuropa. 2018 kauften die Italiener deshalb bereits in Polen und

und der Slowakei sind alle 25 Länder, in denen die VIG vertreten

Slowenien Versicherungen auf und streben zukünftig eine „um-

ist, für weitere Zukäufe interessant. Und „wir bekommen laufend

fangreichere Expansion“ im CEE-Markt an.

Svoboda will steuerliche ­Anreizsysteme für Vorsorge Der

Versiche-

besorgniserregende Entwicklung. Um

rungsverband Österreich, Kurt Svobo-

neue

Präsident

diesem Trend entgegenzuwirken, will er

da, will im Zuge der Steuerreform ein

deshalb den Gesetzgeber in die Pflicht

Anreizsystem für Lebensversicherun-

nehmen und durch Anreizmöglichkei-

gen schaffen. Damit soll der seit Jah-

ten eine „Vorinvestition“ schaffen:

ren rückläufigen Geschäftsentwicklung

„Ein Anreizsystem heute entlastet die

in dieser Sparte entgegenwirkt werden.

Sozialleistungen in der Zukunft.“ Die

Nach einem Minus von 5,1 Prozent des

Maßnahmen reichen dabei in Form von

Prämienvolumens 2017 gab es im ver-

Zuschüssen bis hin zu Steuerbefreiung

gangenen Jahr ein erneutes Minus von

bei der Auszahlung. Welche die beste

3,6 Prozent bei Lebensversicherungen

Variante ist, gilt es, gemeinsam zu dis-

zu verbuchen. In Anbetracht der immer

kutieren und anhand von Finanzierbar-

weiter steigenden Lebenserwartungen

keit und Verständlichkeit für die Kun-

in Österreich ist das für Svoboda eine

den zu erläutern.

56

des


Branche Versicherungen

Schauplatz der Fachtagung war die Mehrzweckhalle Pyramide Vösendorf. Vorträge über aktuelle finanzpolitische Themen gab es von Vertretern von C-Quadrat, Carmignac, Universität und Forschung.

Ticker

Uniqa mit drittem Batch bei Health Hub Vienna

+++ VIG gründet erstes konzerninternes Start-up

+++ Hagelversicherung und

Am 5. März 2019 fand zum ersten Mal der Helvetia Day of Investment statt. Der Einladung folgten mehr als 300 Vertriebspartner der Versicherung, die den

Plattform für CSR starten Partnerschaft

+++

Event nutzten, um sich untereinander auszutauschen und sich bei Experten­

Wiener Städtische erstellt

vorträgen weiterzubilden.

Versicherung für Gemeinden

+++ Uniqa neuer Partner des

Pensionskassen 2018 mit 5,6 Prozent Minus

Fußball-Nationalteams

+++

Nach einem Minus von 5,6 Prozent 2018

hen ist das erste Quartal wegweisend für

können die überbetrieblichen Pensions-

das gesamte Jahr.“ 2018 performten die

kassen aus Österreich wieder positiv in

Pensionskassen deshalb so schlecht, weil

die Zukunft blicken. Dafür ausschlagge-

es sowohl für Aktien als auch Anleihen

bend ist die Erholung der Kapitalmärkte.

von Anfang an ein schwieriges Jahr war.

„Die Märkte haben sich bis dato gut ent-

Auf die heimischen Pensionskassen hat

wickelt. Hält diese Entwicklung an, gehen

das insofern Auswirkung, weil diese in

wir davon aus, dass die negativen Ergeb-

Aktien mit etwa 30 bis 35 Prozent und in

nisse aus dem Vorjahr ausgeglichen wer-

Anleihen mit rund 60 Prozent investiert

den können“, zeigt sich der Vorstand der

sind. Allerdings zählt es für die Kassen

Allianz Pensionskasse AG, Andreas Csur-

ohnehin nicht, kurzfristige Intervalle zu

da, optimistisch. Altersvorsorge-Exper-

bewerten, sondern den „Kunden langfris-

tin Michaela Plank von Mercer erklärt den

tige Sicherheit und Stabilität zu gewähr-

Zusammenhang: „Chronologisch gese-

leisten“, führt Andreas Csurda weiter aus.

Allianz-CIO Bruckner Favorit für neuen Rapid-Präsidenten-Posten

Pensionskluft zwischen ­Geschlechtern STUDIE. Mit 935 Euro bekommen Frauen in der Pension rund 43 Prozent weniger als Männer ausbezahlt. Diese Schätzungen wurden vom

Karriere

Marktforschungsinstitut Spectra im Auftrag der Valida Plus AG erhoben. Das führt dazu, dass 93 Prozent der Frauen davon ausgehen, von ihrer

Dominic Gantner

Peter Deutsch

Ernst Karpfinger

ist neuer Vertriebsleiter für Österreich und Südosteuropa bei Allianz Partners. Gantner kommt von der R+V Allgemeine Versicherung AG, wo er seit 2010 in leitender Position unter anderem die Bereiche Marketing und Vertriebscontrolling betreute.

legt auf eigenen Wunsch mit 31. Mai 2019 sein Vorstandsmandat bei der Bonus Pensionskassen AG nieder. Der 54-Jährige beendet damit frühzeitig seinen bis Ende 2019 laufenden Vertrag und kehrt in seine Heimat Oberösterreich zurück.

wurde am 5. März 2019 zum neuen Präsidenten des Aufsichtsrats der Österreichischen Hagelversicherung gewählt. Karpfinger (51) folgt damit Josef Pleil, der sich nach 26 Jahren in dieser Position in den Ruhestand verabschiedet.

Pension nicht gut leben zu können. Infolgedessen wünschen sie sich vor allem vermehrt Informationen über

57

alternative Möglichkeiten der Pensionsvorsorge. Überraschend wirkt dabei, dass laut Studie 41 Prozent der Frauen nicht Bescheid wissen, ob ihr Arbeitgeber eine betriebliche Pensionsvorsorge anbietet.


#Fonds

Kolumne

Heinz Bednar Präsident VÖIG

Sparen oder Anlegen: Tugend oder Laster?

„Ich freue mich auf volatilere Zeiten“ Laut dem Makro-Barometer von JP Mor-

kauft weiter, auch wenn die Bewertung in

gan Asset Management erwarten öster-

die Höhe schießt und eine positive Kapi-

reichische Anleger zunehmend volatile

talrentabilität immer unwahrscheinlicher

Zeiten und suchen darum nach Anlage-

wird. Das geht nur gut, solange die Märk-

meinwohl fördere. Bezogen auf das

möglichkeiten, mit denen es möglich ist,

te konstant steigen. Wenn es aber, so wie

Sparen könnte man es bildlich so

positive Renditen zu erzielen, auch wenn

jetzt, auf und ab geht, schlägt die Stunde

übersetzen: Nicht so viel Cash hor-

die Märkte auf Talfahrt gehen. Nick Clay,

des aktiven Managements.“ Das Ende für

ten, mehr in die Wirtschaft fließen

Fondsmanager bei BNY Mellon Investment

passive Investmentstrate­ gien sieht Clay

Der 1670 in Rotterdam geborene Arzt Bernard Mandeville formulierte die provokante These, dass nicht Tugend, sondern Laster das Ge-

lassen. Eine aktuelle Umfrage der

Management, reibt sich angesichts dieser

allerdings nicht gekommen: „Verstehen

dass hier noch viel Überzeugungs-

Aussichten die Hände: „Ich freue mich auf

Sie mich nicht falsch, passive Anlagepro-

arbeit zu leisten ist. 85 Prozent der

volatilere Zeiten, solang die Märkte stei-

dukte sind hier, um zu bleiben, aber die

Frauen schätzen sich bei der Geld-

gen, wirken passive Produkte oft attrak-

Vermögensverteilung zwischen Aktiv und

anlage als sicherheitsorientiert ein,

tiver als aktive. Aber passives Manage-

Passiv wird sich in den nächsten Jahren zu

ment ist bewertungsagnostisch, ein ETF

unseren Gunsten ändern.“

Erste Bank und Sparkasse AG zeigt,

bei den Männern sind es 75 Prozent. Wer allerdings im Niedrigzinsumfeld nur aufs Sparbuch setzt, verliert Geld. Bei einer Inflation von unter zwei Prozent und einem Leitzins von null ist der Kaufkraftverlust ganz offensichtlich. Männer haben laut dieser Umfrage doppelt so oft Fonds und dreimal so häufig Einzeltitel in ihrem Portfolio als Frauen. Beim Fondssparen ist der Abstand kleiner - 21 Prozent der Männer und 14 Prozent der Frauen investieren in diese monatliche Anlageform. Und so schließt sich der Kreis. Die österreichischen Fondsgesellschaften setzen alljährlich am 19. April,

Zürich Versicherungs AG launcht Robo-Advisor

dem Weltfondstag, zahlreiche Initiativen, um Anlegen in Fonds anschaulich und leicht verständlich darzustellen. Dabei halten sie jenen Mann in Ehren, der als Vater

Unter dem Namen „Alfonds“ hat die

auf Nachhaltigkeit oder Zukunftsthe-

des Fondsgedankens gilt: Abraham

Zürich Versicherungs AG Anfang März

men erstellt Alfonds dementsprechend

van Ketwich, ein niederländischer

2019 eine webbasierte Anwendung vor-

einen Portfoliovorschlag. „Die Anwen-

Kaufmann, der im Jahr 1744 den

gestellt, die Berater bei der Vermittlung

dung ist selbsterklärend. So können sich

fondsgebundener

Lebensversicherun-

Beraterinnen und Berater stärker auf die

gen unterstützen soll. Der Robo-Advisor

Kundenbedürfnisse fokussieren, anstatt

Streuung von Finanzmitteln auf

führt durch den Beratungsprozess und

Factsheets zu studieren“, erklärt Kurt

verschiedene Anlageformen ge-

informiert über verschiedenen Fonds.

Möller, Mitglied des Vorstands der Zü-

schaffen hat. Damals wie heute gilt:

Anschließend werden Angaben über Ri-

rich Versicherungs AG. Der Robo-Ad-

sikoneigung und Renditeerwartungen

visor wird über das „Zurich-Maklernetz“

der Kunden in die Anwendung einge-

gestartet und erfüllt sämtliche Anforde-

speist. Unter der Berücksichtigung von

rungen

eventuell gewünschten Schwerpunkten

Richtlinie.

ersten Fonds namens „Einigkeit macht stark“ aus der Taufe gehoben und damit die Grundlage für die

Der Kapitalmarkt ist ein wichtiges Instrument für den Wohlstand von uns allen.

h.bednar@derboersianer.com

58

der

Versicherungsvermittler-


Branche Fonds

Ticker

ARC startet Kooperation mit EG Capital Advisors

+++ Schroeders legt neue Nachhaltigkeitsfonds auf

+++ Im Herzen der Wiener ­Innenstadt feierten die ­Gewinner der diesjährigen ­Lipper Fund Awards.

JP Morgan erhält Award für Servicequalität

+++ BlackRock erweitert iShares

Am 11. März 2019 fand der renommierte Lipper Fund Award im Wiener Park

Nachhaltigkeitspalette

+++

Hyatt statt. In 87 Kategorien wurden 232 Awards an 179 Fonds verliehen. ­Bewertet wurden die Fonds nach den Kriterien Absoluter Ertrag, Konsistenz

Axa Investment Managers legt globalen Fintech-

des Ertrags, Kapitalerhalt und Fondsgebühren.

Fonds auf

+++ Ehemalige Private Banker gründen Smart-Family-Office für betuchte Anlageberatung

Immobilienfonds mit Luxusproblemen

+++ Kommunalkredit will Asset-

Offene Immobilienfonds kämpfen ak-

traktive Objekte anzukaufen. Sie müs-

tuell mit hohen Liquiditätsquoten von

sen darum zunehmend größere Risiken

über 20 Prozent. Zu diesem die Ren-

in Kauf nehmen, um die ihnen zuflie-

dite beeinflussenden Problem kommt

ßenden Mittel zu investieren. Zu diesen

es, weil die Fondsklasse dank attrakti-

Ergebnissen kommt eine Analyse der Ra-

ver Performanceaussichten seit Jahren

tingagentur Scope. Patentlösung aus der

hohe Mittelzuflüsse verzeichnet. In der

Liquiditätskrise gibt es übrigens nicht.

aktuellen Hochpreisphase des Immobi-

Das Tilgen von Krediten und die Regle-

lienmarkts fällt es Fondsmanagern al-

mentierung von Zuflüssen können aber

lerdings schwer, mit diesen Mitteln at-

Abhilfe schaffen.

Management ausbauen

Mehr Sparen und Veranlagen STUDIE. Von 1.000 Befragten sind 61 Prozent in Österreich mit ihrer finanziellen Situation zufrieden. 30 Prozent wollen im Jahr 2019 Geld in Wertpapiere investieren. 65 Prozent legen ihr Geld weiterhin gern aufs Sparbuch. Bausparen

Karriere

bleibt für jeden Zweiten interessant. Das ergab eine Befragung durch Integral im Auftrag der Erste Bank Österreich und Sparkassen AG. Beim

Andreas Grünbichler

Xavier Lattaigant

verstärkt seit Februar das Advisory Board des Spängler Iqam Research Center.

ist seit März der Verantwortliche für die Wandelanleihen-Strategie bei AXA IM.

Sparen und Veranlagen wird davon ausgegangen, dass durchschnittlich 5.700 Euro für Neu- und Wiederveranlagungen zur Verfügung stehen. Das sind 1.000 Euro mehr als im Vergleichszeitraum 2018.

59


#Aktien

Kolumne

Bettina Schragl Head of Investor Relations Immofinanz AG

80 ist das neue 50 Nein, das ist keine Anspielung auf das Alter – obwohl ich selbst Verfechterin der „45 ist das neue 30“-Fraktion bin. Es bezieht sich

Wirbel um Cleen Energy Die Cleen Energy AG schlittert zuneh-

an. Bereits im April 2018 war man auf ei-

mend in eine handfeste Krise, 2018 wird

nen Kredit des Austria Wirtschaftsservice

derungen bei der Vergütungspolitik

man 1,27 Millionen Euro Verlust schrei-

in der Höhe von 1,2 Millionen Euro ange-

börsennotierter Unternehmen, die

ben. Retten soll das Unternehmen eine

wiesen, jetzt müssen die Kernaktionä-

uns die Aktionärsrechte-Richtlinie

Finanzspritze der Kernaktionäre. Wie

re nachschießen, um das operative Ge-

bringt, die bis Juni 2019 umgesetzt

ernst die Lage ist, zeigt die nach April

schäft am Laufen zu halten. Kernaktio-

2018 zweite Warnung der drohenden In-

näre sind Vorstandschef Lukas Scherzen-

solvenzgefahr durch den Abschlussprü-

lehner mit 25,13 Prozent und Mitgründer

und nicht nur darüber sprechen wie

fer. Zudem beanstandete die Österrei-

Erwin Stricker, der im September 2017

schon jetzt. So gilt es zum einen,

chische Prüfstelle für Rechnungslegung

aus dem Vorstand ausgeschieden ist, mit

eine Vergütungspolitik für Vorstand

Fehler im Jahresabschluss. Die Cleen

51,67 Prozent. Runtastic-Finanzvorstand

Energy AG gab ihren Firmenwert zu hoch

Alfred Luger hält 7,32 Prozent.

vielmehr auf einschneidende Verän-

sein muss. Diese sieht vor, dass Aktionäre künftig bei der Vergütung des Vorstands mitreden können

und Aufsichtsrat zu veröffentlichen und diese von der Hauptversammlung (HV) zumindest alle vier Jahre absegnen zu lassen. Zum anderen soll in der HV jährlich eine Abstimmung über den Vergütungsbericht erfolgen. Diese Abstimmung wird zwar noch nicht bindend, aber doch ein wichtiger Stimmungsbericht sein. Und ob bindend oder nicht: Eine knappe Mehrheit von ein bisserl über 50 Prozent reicht hier nicht. Viele Investoren wollen hier an die 80 Prozent Zustimmung sehen. Das habe sich international

Nächster MilliardenDeal für OMV

so eingespielt, erzählen Experten von Ipreo und HKP. Reagiert das

Die OMV AG hat sich für umgerechnet 2,2

heutige Einstieg der OMV bei Adnoc Refi-

Unternehmen auf Kritik nicht, be-

Milliarden Euro eine Beteiligung von 15

ning wird unsere überaus guten und engen

kommt es die Rechnung andernorts,

Prozent an einer Tochter der Abu Dhabi

bilateralen Beziehungen mit Abu Dhabi

National Oil Company (Adnoc) gesichert

weiter stärken“, verlautbarte er via Twit-

sowie einen ebenso großen Anteil an ei-

ter. Für die OMV AG ist das der nächste

nicht sicher fühlen. Denn bei An-

nem noch zu gründenden Trading Joint

Milliarden-Deal. 2018 hat das Unterneh-

legern könnte es sich durchsetzen,

Venture, an dem auch die italienische Eni

men bereits für zwei Milliarden US-Dol-

das Votum des „großen“ Aktionärs

mit 20 Prozent beteiligt sein wird. Finan-

lar eingekauft. Der Gesamtwert der neuen

ziert werden soll der Deal aus dem Cash-

OMV-Beteiligung wird auf 2,9 Milliarden

flow. Über den Deal zeigt sich auch Bun-

US-Dollar geschätzt, inklusive 400 Milli-

deskanzler Sebastian Kurz erfreut: „Der

onen US-Dollar Nettoschulden.

etwa bei der Entlastung der Organe, präsentiert. Und auch Firmen mit Mehrheitsaktionären dürfen sich

außen vor zu lassen und nur auf den Rest der Anleger abzustellen. Und dann gilt: 80 ist das neue 50.

b.schragl@derboersianer.com

60


Branche Aktien

Guten Morgen, Herr ­Lehrer! So oder so ähnlich muss Christoph Boschan bei seinem Vortrag in der MS Dirmhirngasse begrüßt worden sein.

Ticker

Amag nimmt HightechStation in Betrieb

+++

Christoph Boschan, Vorstand der Wiener Börse AG, war am 25. Februar 2019 als

Sanochemia-Kunde

Aushilfslehrer im Einsatz. Mit seinem Vortrag „Grundwissen rund um die Börse“

wird Hauptaktionär

in der Mittelschule Dirmhirngasse im 23. Wiener Gemeindebezirk begeisterte er

und CEO

seine, für ihn ungewohnt, jungen Zuhörer.

+++ Wolford muss um weitere zehn Millionen Euro restrukturieren

+++ Wiener Börse erhält EU-BenchmarkAdministrator-Status

+++ FACC bußt wegen Aus von Airbus 360 zwölf Millionen Euro beim Ebit ein

+++

Zumtobel präsentiert schwache Zahlen Die österreichische Zumtobel Group AG hat

Umsatzeinbrüche im Kernmarkt Großbri-

Anfang März 2019 mit schwachen Quar-

tannien. Der Verlust für das dritte Quar-

talszahlen enttäuscht. Die von Vorstands-

tal 2018 belief sich auf 14,8 Millionen Euro.

chef Alfred Felder nach seiner Bestellung

Hoffnungsschimmer bleibt der von der

im Sommer 2018 beschlossenen Restruk-

Europäischen Investitionsbank gewährte

turierungsmaßnahmen zeigten zwar erste

Forschungs- und Entwicklungskredit über

Auswirkungen, dominierte wurde die Ge-

80 Millionen Euro. Der Konzern definiert

schäftsentwicklung des Leuchtenherstel-

sich selbst als Innovationsführer. Investi-

lers allerdings durch ein schwieriges Bran-

tionen in Forschung und Entwicklung sind

chenumfeld, steigenden Kostendruck und

für ihn darum essenziell.

RHI Magnesita sichert sich nach London Zweitnotiz an Wiener Börse

Unternehmensfinanzierung in Österreich STUDIE. Business-Angels, Crowdinvesting, Private Equity und Venture Capital spielen bei der Finanzierung heimischer Unternehmen eine verschwindend geringe Rolle. Obwohl medial vieldiskutiert, werden nur

Karriere

0,3 Prozent der Finanzverbindlichkeiten heimischer Unternehmen so aufgebracht. Zu diesem Ergebnis kam die Studie „Quellen

Thomas Schmid

Solveig Menard-Galli

Birgit Noggler

wird Vorstandschef der Staatsholding Österreichische Beteiligungs AG. Schmid war bisheriger Generalsekretär und Kabinettschef von Finanzminister Hartwig Löger.

übernimmt bei der Wienerberger AG die Position des Chief Performance Officers. Sie wird für Digitalisierung, Prozessinnovation und Performance-Optimierung zuständig sein.

wurde in den Aufsichtsrat der Semperit Holding AG berufen. Die 1974 geborene Finanzexpertin ist bereits erprobte Aufsichtsrätin der Raiffeisen Bank International AG.

61

der Unternehmensfinanzierung in Österreich“ des Wirtschaftsforums Österreich. Wichtigste Form des Eigenkapitalinvestments bleibt neben Mitteln der Gesellschafter die Aktie. Etwa 16 Prozent des Finanzierungsbedarfs werden so gedeckt.


#Immobilien

Tojners Heumarkt-Projekt vorerst stillgelegt

Investor Michael Tojner muss die Pläne für sein Prestigepro-

auftreten.“ Sollten zeitnahe klare Vorgaben kommen, sieht er

jekt Heumarkt Neu erneut verschieben. Grund dafür ist ein

sich allerdings kompromissbereit. Druck, Änderungen vorzu-

aktuelles Gutachten des Denkmalrats Icomos, das durch den

nehmen, wird Tojner vor allem von Regierungsseite spüren.

Bau eine Gefährdung des Weltkulturerbes des Historischen

Vizekanzler Heinz-Christian Strache sieht das Projekt bereits

Zentrums von Wien sieht. Um den Verlust der Unesco-Aus-

jetzt als „gestorben“. Geht es nach ihm und Kulturminister

zeichnung abzuwenden, hat Icomos zu einer zweijährigen

Gernot Blümel, „muss dieses verwerfliche Projekt verworfen

Aussetzung der Planung angeregt. In dieser Nachdenkphase

werden“. Umstimmen will Tojner seine Gegenparteien jetzt

sollen vonseiten Tojners Wertinvest-Gruppe Alternativen für

im Rahmen eines Lokalaugenscheins, der die Mehrwerte des

das Projekt entwickelt werden. Tojner selbst nimmt den Be-

Projekts „für die Stadt Wien, die Menschen, die hier leben,

richt von Icomos zur Kenntnis, wenngleich er an seinen ur-

und die Gäste aus nah und fern“ verdeutlichen soll. Klarheit,

sprünglichen Plänen weiter festhalten will: „Es handelt sich

wie es mit dem Projekt schlussendlich weitergehen soll, wird

um ein architektonisches Gesamtensemble, wenn diese Pläne

die offizielle Antwort auf den Icomos-Bericht der Republik

geändert werden, würden weitere erhebliche Verzögerungen

Österreich Mitte April geben.

Benko kauft Chrysler Building Der Tiroler Investor Rene Benko baut sein Immobilienportfo-

wichtiger Schritt in den US-Immobilienmarkt: Es ist ein Mei-

lio in Richtung Amerika aus und erwirbt gemeinsam mit der

lenstein.“ Das Chrysler Building wollen die beiden „langfris-

RFR Holding das traditionsreiche New Yorker Chrysler Buil-

tig halten und wieder zu einer der ersten Adresse in Manhat-

ding. Benkos Signa Holding unterzeichnet dafür gemeinsam

tan entwickeln“, bestätigt RFR-Co-Founder Aby Rosen. Ne-

mit dem US-amerikanischen Immobilienentwickler RFR ei-

ben einer kolportierten Kaufsumme von 150 Millionen US-

nen Kaufvertrag mit den bisherigen Eigentümern Abu Dhabi

Dollar wird dafür vor allem viel Geld in die Renovierung der

Investment Council und Tishman Speyer. Aufseiten der Si-

teilweise denkmalgeschützten Immobilie fließen müssen.

gna herrscht Begeisterung über den Zukauf, wie Vorstands-

Zudem war das Grundstück des Chrysler Building nicht Teil

mitglied Jürgen Fenk zu verstehen gibt: „Wir erwerben eine

des Geschäfts, was bedeutet, dass aktuell eine jährliche Mie-

Legende. Für uns ist dies mehr als nur ein erster, strategisch

te von 32,7 Millionen Euro zusätzlich gezahlt werden muss.

62


Branche Immobilien

Ticker

UBM-Aufsichtsräte Strauss und Ortner kaufen 10.000 eigene Aktien Die ursprünglich als russisches Dampfbad gebauten Wiener Sofiensäle waren zum zweiten Mal Austragungsort des Zinshausforums.

+++ Raiffeisen gründet Immobilien-Akademie

+++ Strabag saniert

Sanierung, Instandhaltung und mögliche Fallstricke von Zinshäusern waren

Budapester U-Bahn

die Themen beim diesjährigen Wiener Zinshausforum am 28. Februar 2019.

um 24,7 Milliarden Euro

Das Event in den Wiener Sofiensälen besuchten mehr als 300 Zinshausbesitzer.

+++ S Immo kauft Immobilien in Budapest und Bukarest

Wienerberger zum Jubiläum mit Architektur-symposium

+++ UBM plant Österreichs größtes Konferenzhotel im Leopold-Quartier

Am 21. März 2019 hat die Wienerberger

+++

AG anlässlich ihres 200-Jahr-Jubiläums

EHL und CBRE vermarkten

ein Architektursymposium im Wiener

für Immofinanz

Museum für angewandte Kunst veran-

zwei Wiener Standorte

staltet. Schwerpunkte des Symposiums unter dem Motto „Space and Experience.

+++

Architecture for better Living“ war das

S Immo stellt Büroprojekt

Wohnen der Zukunft. In einer ganztägigen Veranstaltung wurden dabei The-

Der Einladung sind rund 270 Architekten

men wie Nachhaltigkeit, optimale Ener-

aus dem In- und Ausland gefolgt, die auch

gienutzung und Wirtschaftlichkeit von

einen Vorgeschmack davon bekamen,

künftigen Bauprojekten diskutiert. Inter-

was in den Ausstellungen der Wienerber-

nationale Architekten und Universitäts-

ger bei der diesjährigen Vienna Biennale

professoren erarbeiteten dafür bereits im

zu erwarten ist. Dort soll neben der Ar-

Vorfeld Thesen, wie die Bau- und Immo-

chitektur ein besonderer Fokus auf den

bilienwelt der Zukunft aussehen könnte.

Werkstoff Ziegel gelegt werden.

in Bratislava fertig

Wien gewinnt Smart City Index STUDIE. Österreichs Bundeshauptstadt ist nach 2017 erneut die smarteste City der Welt. Zu diesem Ergebnis kommt die globale Beratungsgesellschaft Roland Berger

Karriere

in ihrem aktuellen Smart City Index. Die Umsetzung der Themen zukünftiges Wohnen in Verbindung mit Digitalisierung und Wirtschaftsfreundlichkeit waren dafür

Andreas Schillhofer

Herwig Teufelsdorfer

Mark Leiter

wird mit Anfang Oktober 2019 neuer Finanzvorstand der CA Immobilien Anlagen AG. Der 47-Jährige kommt von PWC, wo er für börsennotierte und größere private Immobiliengesellschaften zuständig ist.

ist Ende Februar als neues Vorstandsmitglied bei 21st Real Estate vorgestellt worden. Der gebürtige Salzburger war bis zuletzt im Vorstand der Buwog AG, wo er ebenfalls in der Funktion des COO fungierte.

ist neuer Standortleiter der Art-Invest Real Estate in Wien. Leiter (33) hat in den letzten beiden Jahren den Standort Wien aufgebaut und mit dem Erwerb des Millennium Tower auf die Art-Invest in Österreich aufmerksam gemacht.

einige der Hauptursachen. Positiv wurde zudem die Smart City Agency Wien angesehen, die als zentra-

63

les Entscheidungsorgan in dieser Hinsicht waltet. Durch den Sieg der Stadt Wien wird London auf Platz zwei verdrängt. Insgesamt wurden weltweit 153 Städte untersucht und ins Ranking mitaufgenommen.


#Berater

Kolumne

Peter Bartos Partner und ­Geschäftsführer BDO Austria

Deloitte und PWC zeigen DiversityAufholbedarf Aktuelle Studien von Deloitte Österreich

nagerin bei Deloitte Österreich. „Frauen

und PWC Österreich zeigen den akuten

befinden sich oft in der Teilzeitfalle. Das

Handlungsbedarf bei der Gleichstellung

liegt vor allem an ihrer Rolle innerhalb

der Geschlechter. Die Umfrage „Frau-

der Familie,“ führt sie weiter aus. „Infor-

en und Führung“ von Deloitte Österreich

mationstransparenz und flexible Arbeits-

und ist das für ab dem 1. Jänner

zeigt, dass Frauen in nur einem Fünftel

zeitmodelle sind Aspekte, die Einfluss

2020 beginnende Geschäftsjahr

der österreichischen Unternehmen die

auf Präsenz und Wohlergehen von Frau-

verpflichtend anzuwendende

gleichen Chancen wie ihre männlichen

en am Arbeitsplatz haben. Wir müssen

neue Berichtsformat für Jahres-

Kollegen haben. Fehlende messbare Zie-

uns diesen Herausforderungen in Öster-

Ready for ESEF? Haben Sie schon etwas von ESEF gehört? ESEF steht für European Single Electronic Format

finanzberichte kapitalmarktno-

le und ein großer Überhang der weibli-

reich bewusst werden, um im internati-

müssen Emittenten ihre gesam-

chen Teilzeitangestellten gehören zu den

onalen Umfeld aufschließen zu können“,

ten Jahresfinanzberichte in der

größten Problemen. „Mehr als die Hälfte

stimmt Christine Catasta, Senior Partner

„eXtensible HyperText Markup

der Befragten knüpft Chancengleichheit

von PWC Österreich im Zuge der Veröf-

Language“ (XHTML) erstellen. Die

an das Beschäftigungsausmaß. Eine Voll-

fentlichung des jährlichen „Women in

zeitbeschäftigung ist die Grundvoraus-

Work Index“ zu. Österreich erreicht hier

setzung für gleiche Karrieremöglichkei-

trotz niedriger Arbeitslosenrate lediglich

ten“, erklärt Elisa Aichinger, Senior Ma-

Platz 25 bei 33 analysierten Ländern.

tierter Unternehmen. Ab dann

entsprechende Verordnung hat die EU-Kommission auf Basis der von der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) erarbeiteten technischen Regulierungsstandards am 17. Dezember 2018 erlassen. Die zukünftig standardisierte elektronische Veröffentlichung der IFRS-Abschlüsse in der „eXtensible Business Repor­ ting Language“ (XBRL) soll die

Big Data als Schlüssel für besseres Reporting

Zugänglichkeit, Vergleichbarkeit und Analyse von Finanzinformationen verbessern. Ab dem Jahr 2022 sind die Bestimmungen auch für die Notes anzuwenden. Durch das neue maschinenlesbare Format können große Mengen

Nichtfinanzielle

wer-

rer Innovationstätigkeit aus“, sagt Ste-

an Finanzinformationen von den

den für das Reporting von Unternehmen

fan Uher, Partner bei EY Österreich. Den

immer wichtiger. Verantwortliche kön-

Schlüssel, um den veränderten Anforde-

analysiert und unter den ver-

nen damit die Qualität ihrer Berichter-

rungen gerecht zu werden, sieht Uher in

schiedenen Emittenten leichter

stattung erhöhen. Das zeigt eine aktu-

technischer Innovation: „Mit der Auto-

verglichen werden. Auf die Emit-

elle Befragung von EY Österreich unter

matisierung werden sich viele Prozes-

tenten kommt aber nicht nur in

dem Titel „How can the digital transfor-

se vereinfachen. Unternehmen kön-

mation of reporting build the bridge bet-

nen sich dann auf die relevanten The-

ween trust and long-term value.“ „Die

men konzentrieren. Zugleich sind dank

ten Spezifikationen umfasst 626

Berichterstattung vieler Unternehmen

der künstlichen Intelligenz und des ma-

Seiten und circa 5.000 Datenpunk-

entspricht nicht dem Informationsbe-

schinellen Lernens in Zukunft bessere

te. Die Angelegenheit ist für die

darf von Öffentlichkeit und Investo-

Vorhersagen möglich, die Unternehmen

ren. Viele Unternehmen klammern In-

für sich nutzen können. Die Blockchain-

formationen über immaterielle Vermö-

Technologie hingegen wird in Zukunft

genswerte wie etwa geistiges Eigentum,

einen wichtigen Beitrag leisten, um je-

den Wert der Marke oder den Wert ih-

den Vorgang sicher abzubilden.“

Analysten ohne aufwendige und mühsame manuelle Verarbeitung

technischer Hinsicht einige Arbeit zu, denn allein der Anhang der EU-Verordnung mit den detaillier-

betroffenen Unternehmen daher durchaus komplex und sollte nicht unterschätzt werden.

p.bartos@derboersianer.com

Informationen

64


Branche Berater

Ticker V. l.: Berndt Zinnöcker (BDO), ­Peter Bartos (BDO), Hartwig ­Löger (Finanzministerium), Stephan Schulmeister (Wirtschaftsforscher), Harald Mahrer (WKO) und Robert Ottel (Voestalpine).

Finanzierung von Start-ups laut EY auf Rekordniveau

+++

Beim ersten „BDO Tax Talk“ diskutierte die prominent besetzte Expertenrunde

KPMG erstellt

um Finanzminister Hartwig Löger das Thema Steuerreform 2020 und erläuterte

Länder-Ranking für automatisierte Mobilität

Chancen und Hürden für den Standort Österreich.

+++ Deloitte als führender M&A-Berater ausgezeichnet

Buchtipp: Kryptowährungen und Blockchains Wolf-Theiss-Steuerexperte

+++ Topmanager laut PWC-Studie Pessimisten

+++

Niklas

BCG erzielt in Österreich

Schmidt befasst sich in seiner Publikation „Kryptowährungen und Blockchains.

zweistelliges

Technologie, Praxis, Recht, Steuern“ mit

Umsatzwachstum

technischen, wirtschaftlichen und juristischen Fragen rund um Kryptowährungen und Blockchains. In Form von rund 400 Frequently Asked Questions leitet Schmidt durch die komplexe Materie. Das Buch beantwortet Fragen wie etwa: Was ist der Unterschied zwischen Blockchain und Distributed Ledger Technology? Was ist der Unterschied zwischen Ethereum und Ether? Welche sind die bekanntesten Mobile Wallets? Was ist das grundsätzliche Problem mit Exchanges? Und woraus ergibt sich der Wert von

KI statt IT-Fachkraft?

Kryptowährungen?

STUDIE. Eine von Trend Micro beauftragte Befragung von 1.125 IT- und Sicherheitsentscheidern weltweit ergab, dass 69 Prozent von ihnen erwarten, durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz anfallende Cybersicherheits-Aufgaben automatisieren und damit die

Karriere

negativen Folgen des Fachkräftemangels abschwächen zu können. Laut Experten von Trend Micro

Boris Rischow

Gerhard Ehrenhöfer und Edgar Reiter

Hans-Peter Schmidt

wurde Anfang März zum Senior Adviser beim Finanzberater Dr. Hengster, Loesch & Kollegen. Rischow berät institutionelle Kunden.

sind Geschäftsführer der jüngst gegründeten Intelligentce-SCC Austria, ein Joint Venture der Intelligentce AG und SCC EDV Beratung AG.

übernimmt die Leitung des im März 2019 angekündigten Linzer Standorts des internationalen Beratungsunternehmens Accenture.

kann künstliche Intelligenz zwar die Datenverarbeitung effizienter gestalten, dennoch werden auch weiterhin gut ausgebildete Fachkräfte benötigt, um die Ergebnisse zu analysieren und eine umfassende Sicherheitsstrategie zu gewährleisten.

65


#Recht

VwGH gibt grünes Licht für dritte Piste

Kolumne

Albert ­Birkner Managing Partner CHSH

Transparenz bei Aktionären

Der österreichische Verwaltungsgerichts-

Straßburg. Etwas Zeit hat der Anwalt al-

hof hat mit Erkenntnis vom 6. März 2019

lemal, denn die Flughafen Wien AG ist bis

den Bau der dritten Piste am Flughafen

jetzt noch nicht einmal Eigentümer der

Wien-Schwechat freigegeben. Einsprü-

Grundstücke, auf denen die neue Start-

che von Bürgerinitiativen, Anrainern und

und Landebahn errichtet werden soll. Des

Umweltorganisationen wurden damit in

Weiteren müssen die Flughafen-Vorstän-

letzter Instanz abgelehnt. Die umstrittene

de Günther Ofner und Julian Jäger im Vor-

Umweltverträglichkeitsprüfung ist damit

hinein sicherstellen, dass der Flughafen

abgeschlossen und das Ergebnis endgül-

innerhalb eines Zeitraums von fünf Jah-

tig. Der beschwerdeführende Rechtsan-

ren nach Inbetriebnahme der neuen Pis-

walt Wolfram Proksch will gegen das Ur-

te CO2-neutral ist. Zu einer realis­tischen

teil jetzt mit einem Vertragsverletzungs-

Umsetzung des Projekts wird es daher

verfahren gegen die Republik Österreich

auch nicht vor 2030 kommen, erklärt Of-

vor den Europäischen Gerichtshof ziehen.

ner. „Die Gesamterrichtungszeit muss

mögensverwaltern und Stimm-

Darüber hinaus erwägt der Wiener Ju-

man mit sechs, vielleicht sogar sieben

rechtsberatern, Abstimmung über

rist eine Klimaschutzklage beim Europä-

Jahren veranschlagen“, führt der Vor-

Vergütungspolitik und Vergütungs-

ischen Gerichtshof für Menschenrechte in

stand weiter aus.

Durch die zweite AktionärsrechteRichtlinie werden die Identifikation der Aktionäre, Transparenz bei institutionellen Anlegern, Ver-

bericht und Related Party Transactions geregelt. Durch eine geplante Novelle zum Börsengesetz 2018 werden die Bestimmungen über die Identifikation der Aktionäre, Transparenz bei institutionellen Anlegern, Vermögensverwaltern und Stimmrechtsberatern in einem neuen fünften Hauptstück in das Gesetz inkorporiert. Die Novelle ist derzeit im Begutachtungsverfahren.

Löger im Kampf gegen Steuerbetrüger

Gelistete Aktiengesellschaften sollen Aktionäre identifizieren können, um die Ausübung von Aktionärsrechten zu erleichtern, auch „Know

Finanzminister Hartwig Löger will effek-

Burgstaller von der TPA Steuerberatung

tiver gegen Steuerbetrüger vorgehen und

den Plan verkürzt zusammen. Rund 800

your shareholder“. Dies erfolgt

plant im Zuge dessen die Installierung ei-

Mitarbeiter aus Steuerfahndung, Finanz-

durch Banken, Wertpapierfirmen

nes eigenen Amts für Betrugsbekämp-

polizei und Finanzstrafbehörde werden

oder Verwahrstellen, auch wenn

fung. „Wir haben mit diesem Maßnah-

laut Löger mit 1. Jänner 2020 im neuen Amt

diese ihren Sitz im EU-Ausland

menpaket eine klare Antwort auf Themen

zusammengeführt. Auf legistischer Ebene

wie Panama-Papers und Cum-Ex, die uns

soll eine Expertenratsgruppe zum Thema

die Möglichkeiten geben wird, das in Zu-

Antisteuerbetrug rechtliche Lücken aus-

soll. Say-on-Pay- und Related-

kunft zu verhindern“, erklärt Löger seinen

findig machen, die der Gesetzgeber nach-

Party-Transaktionen werden im

Plan. Insgesamt soll es neben der organi-

folgend schließen kann. Bei den techni-

Aktiengesetz geregelt werden. Ein

satorischen auch legistische und techni-

schen Initiativen sei das Finanzministeri-

sche Maßnahmen geben. „Steuertrans-

um noch auf der Suche nach Antworten,

parenz fördern – Steuerbetrug verhin-

wie man betrügerische Geschäftsmodel-

dern: Das sind die primären Ziele dieser

le im Internet zukünftig vorhersagen und

Maßnahmen“, fasst Steuerberaterin Iris

dadurch verhindern kann.

haben. Im Detail ist noch vieles unklar, etwa wie die Ausübung der Aktionärsrechte befördert werden

Entwurf dazu liegt noch nicht vor. Die zweite Aktionärsrechte-Richtlinie ist bis 10. Juni 2019 umzusetzen.

a.birkner@derboersianer.com

66


Branche Recht

Ticker

CHSH hilft CA Immo bei Verkauf von Austria Trend Hotel

+++

V. l.: Astrid Ablasser-Neuhuber (BPV Hügel), Nikolaus Forgo (Universität Wien), Sonja Dürager (BPV , Hügel), Florian Neumayr (BPV Hügel).

DLA Piper Österreich installiert China Desk

+++ Binder Größwang beriet

Am 6. März 2019 lud BPV Hügel zu den 20. Wiener Juristengesprächen ins

beim Verkauf der

Strabag Kunstforum. 120 Teilnehmer folgten der Einladung und informierten

Frauscher Group

sich über Chancen und Risiken der künstlichen Intelligenz.

+++ Scherbaum Seebacher feiert 30-Jahr-Jubiläum

+++ Schönherr berät

FMA bittet Buwog und Wolford zur Kasse

Bank Austria und Erste Bank bei ÖHT-AnteilVerkauf an OeKB

+++

Wegen verspäteter Ad-hoc-Meldungen

aber im Recht, weshalb Buwog-Spre-

wurden Mitte Februar die Buwog Group

cherin Natascha Toegl verkündet hat,

sowie die Wolford AG von der Finanz-

gegen das Straferkenntnis Rechtsmittel

wegen Betrugsverdachts

marktaufsicht zu Geldstrafen verurteilt.

erheben zu werden. Dem Vorarlberger

verhaftet

Beide Strafen beziehen sich auf Verge-

Unternehmen Wolford hängte die FMA

hen aus dem Jahr 2017. Bei der Buwog

eine 60.000 Euro hohe Strafe an. Grund

handelt es sich um eine Kapitalerhö-

dafür war eine zwei Wochen verspä-

hung von 400 Millionen Euro, welche

tet publizierte Geschäftspro­gnose. An-

das Immobilienunternehmen laut FMA

ders als die Buwog akzeptiert Wolford

statt im März 2017 im Mai 2017 meldete.

das Urteil und wird nicht dagegen vor-

Ihr wird deshalb eine Strafe von 262.500

gehen, sagt Wolford-Sprecherin Mare-

Euro auferlegt. Die Buwog sieht sich

sa Hoffmann.

Hypercar-Konstrukteur Fux

580 Meldungen wegen DSGVOVerstöSSen in Österreich STUDIE. Seit Einführung der neuen Datenschutzgrundverordnung im Mai 2018 wurden in Österreich insgesamt 580 sogenannte Data Breaches gemeldet. Damit befindet

Karriere

sich die Alpenrepublik bei den Beschwerden wegen Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten europaweit im unteren Mittelfeld. Insgesamt kam es im europäischen

Konrad Gröller

Alexander Taiyo Scheuwimmer

Kajetan Rozga

Wirtschaftsraum bis Februar 2019 zu rund 59.000 Beschwerdemeldungen, wie eine Umfrage der globalen

übernimmt mit 1. Mai 2019 die Leitung des Wiener Standorts von Freshfields Bruckhaus Deringer. Gröller (44) ist seit 1999 in der Kanzlei tätig und gilt dort als Transaktions- und Innovationsstratege.

wurde am 1. März 2019 zum neuen Präsidenten des Juristenverbands Österreich gewählt. Der 39-jährige Wiener Jurist leitet seine eigene Kanzlei und ist unter anderem spezialisiert auf Bank- und Finanzierungsrecht.

verstärkt seit März 2019 das Kartell- und Wettbewerbsrechts­ team von BPV Hügel. Der 35-Jährige kommt von der New Yorker Kanzlei Weil Gotshal & Manges und arbeitete bis zuletzt im dortigen Antitrust-Team.

67

Anwaltskzanlei DLA Piper zeigt. Nach aktuellem Informationsstand wurden in Österreich bisher fünf Geldstrafen verhängt: alle wegen des rechtswidrigen Betriebs von Kameras.


Branche Fintech

Ticker

Insurtech-Start-up Bsurance erhält Investment in Millionenhöhe

+++ Der Brutkasten expandiert nach Deutschland

Finanzierung österreichischer Start-ups auf Rekordniveau STUDIE. Der starke Aufschwung der

Finnest und Invesdor fusionieren

österreichischen Start-up-Szene

Die österreichische Finnest von Gründer

sind daran interessiert, ihre Eigenkapital-

hat sich auch im vergangenen Jahr

Günther Lindenlaub und die finnische In-

basis zu stärken und auf der Fremdkapi-

fortgesetzt: Österreichs Start-ups

vesdor gaben Ende März 2019 den geplan-

talseite Alternativen zu haben, weil die

haben 2018 rund ein Viertel mehr

ten Zusammenschluss ihrer Geschäfte

Bankenstruktur nicht einfacher wird“,

bekannt. Die neue Invesdor Group führt

sagt Lindenlaub.

Geld durch Finanzierungsrunden eingenommen als im Vorjahres-

die Plattformen der beiden Unternehmen

Das zukünftige Angebot reicht von

138 Millionen Euro auf 173 Millio-

zusammen. „Gemeinsam bilden wir die

Equity und Anleihen über Börsengänge,

nen Euro gestiegen. Damit belegt

erste gesamteuropäische digitale Inves-

Schuldscheindarlehen, syndizierte Kredi-

Österreich Rang 15 im europäischen

titions- und Finanzierungsplattform für

te und Mezzanine-Kapital bis hin zu sons-

Unternehmen aller Lebensphasen, vom

tigen Fremdkapitalinstrumenten. Das ty-

Start-up bis hin zu Großkonzernen“, sagt

pische Finanzierungsvolumen liegt zwi-

Vorstandschef Lasse Mäkelä, der neben

schen 250.000 und 25 Millionen Euro. Die

Speedinvest zum größten Aktionär wird.

Investitionen auf den bisher getrennten

zeitraum. Der Gesamtwert ist von

Vergleich. Das sind die Ergebnisse des Start-up-Barometers von EY Österreich.

Lindenlaub wird das operative Geschäft der Invesdor Group leiten. „Firmen

Plattformen liegen aktuell bei etwa 130 Millionen Euro Gesamtsumme.

Personalisierte Kredite zum Mitnehmen Das internationale Fintech Lendo bie-

ten Fragen mit Lendo-Kreditspezialis-

tet seit März sofort Konsumkredite ös-

ten, noch bevor es zu einem Kreditab-

terreichischer

Finanz-

schluss bei einem ausgewählten Anbie-

dienstleister bis 65.000 Euro. Das Por-

ter kommt“, stellt Martin Spona, Ge-

tal ermöglicht den Vergleich von indi-

schäftsführer von Lendo Österreich, das

viduellen Kreditangeboten binnen eines

neue Servicekonzept vor. Zu den ersten

Werktags. „Ab sofort müssen Finanz-

Partnern zählen unter anderem Unicre-

dienstleister nicht länger einzeln an-

dit Bank Austria AG, Erste Bank Öster-

gefragt oder besucht werden. Die Inte-

reich AG und Sparkassen, Santander

ressenten können orts- und zeitunab-

Consumer Bank sowie die Raiffeisen-

hängig agieren und klären die wichtigs-

Landesbank Steiermark AG.

Banken

68

und


Seitenblicke Ranking

#Ranking

besten Versicherer

W

er zahlt bei einem Unfall mit einem autonomen Auto? Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf die Versicherungsbranche?

Können

Prognosemodelle

und Schadensbeurteilung mithilfe moderner Sensoren revolutioniert werden? Wer dachte, der rasante technische Wandel, dem die globalisierte Welt unterliegt, ginge spurlos an der, gemeinhin als konservativ verschrienen, Versicherungsbranche vorüber, irrt gewaltig. Längst brüten die heimischen Versicherer über Fragen, die noch vor wenigen Jahren als Science-Fiction durchgegangen wären. Fast schon nebenbei gilt es, die Geschäftsmodelle und Produkte zu digitalisieren und sinnvolle Verwendungen für einen sich ansammelnden Berg an Daten zu finden, ohne jedoch zu vergessen, dass sich Menschen aus Fleisch und Blut hinter all den Einsen und Nullen verbergen. Und das, obwohl man mit dem anhaltenden Niedrigzinsumfeld und einer Vielzahl an Regularien schon alle Hände voll zu tun hat. Um zu klären, welchem heimischen Versicherer dieser Spagat zwischen Vision und tatkräftigem Management am besten gelingt, hat es sich der Börsianer bereits zum dritten Mal zur Aufgabe gemacht, die heimischen Versicherungen unter die Lupe zu

69


Seitenblicke Ranking

1. Platz

2. Platz

3. Platz

Andreas Brandstetter

Elisabeth Stadler

Alfred Leu

Uniqa Insurance Group AG

Vienna Insurance Group AG

Generali Versicherung AG

nehmen. Die besten Versicherungsvorstände auf dem rot-weißroten Finanzplatz wurden mittels eines einstufigen PeergroupScorings ermittelt, die Kandidaten bewerteten sich mit Punkten von eins bis zehn selbst. Der Börsianer hatte auf das Ergebnis deshalb keinen Einfluss.

Topplatzierungen „Ich habe mein ganzes Berufsleben der Versicherungsbranche gewidmet und keinen Tag davon bereut“, antwortet die erstplatzierte Elisabeth Stadler (65,65 Punkte), gefragt nach ihrer beruflichen Inspiration, stolz. Die Generaldirektorin steht seit 2016 an der Spitze der Vienna Insurance Group AG und stellt sich sehenden Auges den Veränderungen der Zeit. Mit der Verbund AG arbeitet ihr Unternehmen an verbesserten Prognosemodellen für Naturkatastrophen. Und auch die Themen Vernetzung und Mobilität spielen innerhalb der Unternehmensgruppe eine große Rolle. Über den zweiten Platz darf sich Andreas Brandstetter (60,42 Punkte) freuen. „Manchmal haben Versicherungen in der Vergangenheit zu sehr sich selbst und weniger die Kunden mit ihren Bedürfnissen ins Zentrum gestellt. Wir müssen unkompliziert, einfach, transparent sein“, fasst der Vorstandsvorsitzende der Uniqa Insurance Group AG die Herausforderungen seiner Branche zusammen. Komplettiert wird die Riege der Sieger vom Generaldirektor der Generali Versicherung AG, Alfred Leu (Platz 3 / 54,78 Punkte). „Ein offener Dialog, in dem Ideen Schritt für Schritt weiterentwickelt werden, führt meist zu wirklich Neuem. Wichtig sind in diesem Dialog Menschen, die querdenken und auch mal eine verrückte Idee präsentieren. Persönlich versuche ich auch immer wieder, bestehende Lösungen zu hinterfragen und damit zum Nachdenken anzuregen“, fasst Leu sein persönliches Erfolgsrezept zusammen.

70


Seitenblicke Ranking

Platz

zuletzt

Punkte Trend

1.

(9.)

65,65

Stadler Elisabeth

Name Unternehmen

Vienna Insurance Group AG

2.

(6.)

60,42

Brandstetter Andreas

Uniqa Insurance Group AG

3.

(12.)

54,78

Leu Alfred

Generali Versicherung AG

4.

(5.)

53,85

Schultes Hubert

Niederösterreichische Versicherung AG

5.

(18.)

52,92

Svoboda Kurt

Uniqa Österreich Versicherungen AG

6.

(11.)

48,70

Rapf Manfred

Wiener Städtische Versicherung AG

7.

(–)

48,26

Hirner Liane

Vienna Insurance Group AG

8.

(10.)

47,39

Lasshofer Robert

Wiener Städtische Versicherung AG

9.

(–)

46,00

Weinberger Kurt

Österreichische Hagelversicherung

10.

(–)

45,83

Stürmer Andrea

Zürich Versicherungs AG

11.

(7.)

42,92

Eichler Peter

Uniqa Österreich Versicherungen AG

12.

(28.)

41,74

Müller Ralph

Donau Versicherung AG

13.

(13.)

41,54

Stockinger Josef

Oberösterreiche Versicherung AG

14.

(–)

40,00

Vrignaud Remi

Allianz Elementar Versicherungs AG

15.

(15.)

38,46

Nagl Othmar

Oberösterreiche Versicherung AG

16.

(24.)

36,80

Grünbichler Andreas

Wüstenrot Versicherungs AG

17.

(17.)

35,38

Kogler Gerald

Merkur Versicherung AG

18.

(14.)

34,40

Adelmann Josef**

Ergo Versicherung AG

19.

(33.)

34,35

Scheitegel Klaus

Grazer Wechselseitige Versicherung AG

20.

(–)

34,23

Trawöger Josef

Österreichische Beamtenversicherung

21.

(–)

33,75

Rabe Sven

VAV Versicherungs AG

22.

(21.)

33,46

Lackner Bernhard

Niederösterreichische Versicherung AG

23.

(25.)

31,15

Bodner Otmar

Helvetia Versicherungen AG

24.

(–)

30,80

Schieferer Walter

Tiroler Versicherung V.a.G.

25.

(–)

29,62

Marek Christoph

Allianz Elementar Versicherungs AG

26.

(31.)

29,13

Dornaus Christine

Wiener Städtische Versicherung AG

27.

(–)

28,85

Staub Wenzel

Muki Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit

28.

(30.)

28,80

Molterer Kurt

Nürnberger Versicherung Aktiengesellschaft Österreich

29.

(–)

27,92

Sipöcz Christian

VAV Versicherungs AG

30.

(27.)

27,20

Hasler Gerald

Wüstenrot Versicherungs AG

31.

(26.)

25,83

Weiß Günther

HDI Versicherung AG

32.

(34.)

25,42

Emrich Silvia

Zürich Versicherungs AG

33.

(–)

25,00

Sturzlbaum Martin

Bawag PSK Versicherung AG

34.

(38.)

24,80

Kreiterling Josef

Ergo Versicherung AG

35.

(37.)

23,33

Lackner Thomas

HDI Versicherung AG

36.

(–)

21,74

Gröstenberger Gerald*

Grazer Wechselseitige Versicherung AG

37.

(–)

21,74

Wallner Klaus*

Generali Versicherung AG

38.

(40.)

21,74

Lackner Wolfgang*

Europäische Reiseversicherung

39.

(32.)

21,25

Loinger Johannes

DAS Rechtschutz AG

40.

(–)

20,80

Meyer-Schipflinger Eva

Allianz Elementar Versicherungs AG

41.

(49.)

18,75

Schwarz Pedro

DAS Rechtschutz AG

42.

(43.)

18,08

Hollweger Franz

Porsche Versicherungs AG

43.

(–)

17,83

Reiter Gernot

Grazer Wechselseitige Versicherung AG

44.

(–)

16,96

Gojer Reinhard*

Donau Versicherung AG

45.

(–)

16,96

Sima Axel*

Generali Versicherung AG

46.

(29.)

15,22

Puchtler Günther

Hypo Versicherung AG

47.

(–)

14,58

Leyers Erik

Uniqa Insurance Group AG

48.

(–)

14,23

Quehenberger Michael

Porsche Versicherungs AG

49.

(42.)

13,91

Wilk Peter

Bawag PSK Versicherung AG

50.

(41.)

13,48

Riel-Kinzer Christiane

Hypo Versicherung AG

*bei punktegleichheit zählt die höchste einzelbewertung; **Nicht mehr im Unternehmen tätig

71


Seitenblicke Ranking

Auf- und Absteiger Die Aufsteiger des Rankings waren zweifelsohne die weiblichen Versicherer. Neben Elisabeth Stadler schafften es mit VIG-Finanzvorständin Liane Hirner (Platz 7 / 48,26 Punkte) und An­ drea Stürmer (Platz 10 / 45,83 Punkte), Vorstandschefin der Zürich Versicherungs AG, gleich bei ihrer ersten Teilnahme unter die Top Ten. Kurt Weinberger (Platz 9 / 46,00 Punkte), Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung, gelang der Sprung unter die Topplatzierten als einziger Vertreter eines kleineren Versicherungshauses. Ein Blick auf die ersten 15 zeigt, dass sich diesmal die Branchengranden durchsetzen konnten. So können etwa die VIG-Gruppe,

Die Aufsteiger Platz

2017

7.

(–)

Name

unternehmen

Hirner Liane

Vienna Insurance Group AG

9.

(–)

Weinberger Kurt

Österreichische Hagelversicherung

10.

(–)

Stürmer Andrea

Zürich Versicherungs AG

12.

(28.) Müller Ralph

Donau Versicherung AG

19.

(33.) Scheitegel Klaus

Grazer Wechselseitige Versicherung AG

zu der die Wiener Städtische Versicherung AG und die Donau Versicherung AG gehören, mit vier Managern unter den Top Ten und die Uniqa-Gruppe mit drei Vertretern unter den besten 15 zufrieden sein. Geschätzt wird Hubert Schultes (Platz 4 / 53,85 Punkte), Vorstandschef der Niederösterreichischen Versicherung AG, der sich bereits zum dritten Mal im Mittelfeld der ersten zehn platzieren konnte und immer knapp vor dem Stockerl scheiterte. Einen weiten Satz nach vorn machen Ralph Müller (Platz 12 / 41,74 Punkte), der seit Juli 2018 die Führungsspitze bei der Donau Versicherung AG innehat, sowie Klaus Scheitegel (Platz 19 / 34,35 Punkte), Generaldirektor der Grawe Wechselseitige Versicherung AG, der sich gleich um 14 Plätze verbesserte. Die meisten Plätze büßten dieses Jahr Günther Puchtler (Platz 46 / 15,22 Punkte) und Christiane Riel-Kinzer (Platz 50 / 13,48

72


Seitenblicke Ranking

Die Absteiger Platz

2017

Name

unternehmen

46.

(29.) Puchtler Günther

50.

(41.) Riel-Kinzer Christiane Hypo Versicherung AG

Hypo Versicherung AG

39.

(32.) Loinger Johannes

DAS Rechtschutz AG

49.

(42.) Wilk Peter

Bawag PSK Versicherung AG

31.

(26.) Weiß Günther

HDI Versicherung AG

Punkte) von der Hypo Versicherung AG ein, die zur Grawe Versicherung AG gehört.

Besonderheiten Grundsätzlich vergaben die Versicherer ihrer Konkurrenz eher wenig Punkte. Die meisten zehn Punkte, nämlich je drei, heimsten Elisabeth Stadler und Kurt Svoboda (Platz 5 / 52,92 Punkte), Vorstandschef der Uniqa Österreich Versicherungen AG ein. Zwei konnte sich Andreas Brandstetter sichern. Einen Zehner bekam etwa auch Eva Meyer-Schipflinger (Platz 40 / 20,80 Punkte) als Premiereneinstand. Spannend ist, dass die drei Erstplatzierten des Rankings von 2017, Peter Thirring, Othmar Ederer und Wolfram Littich, nicht mehr dabei sind. Insgesamt gab es gleich 17 Neueinsteiger und Neueinsteigerinnen.

Die Bewertungskriterien Das Ranking wird nach qualitativen Methoden in einem einstufigen Scoringmodell (Peergroup-­Bewertung) ermittelt. Die nominierten Kandidaten konnten einander ­gegenseitig bewerten. Das Ergebnis des Rankings wurde mit dem Mittelwert aller ­Bewertungen berechnet und in Prozent umgewandelt. Eine Person kann maximal eine Bewertung von 100 Prozent erreichen. Bei Punktegleichheit zweier oder ­mehrerer Personen entscheidet die höchste Einzelbewertung. Die Kandidaten konnten keine Bewertung für sich selbst oder Konzernkollegen abgeben.

73


Finanzplatz Börsengänge

#IPO2.0

©spotify / 2018 Getty Images

Wegweisend. SpotifyBoss Daniel Ek ersparte sich durch das „Direct­ Listing“ an der Wall Street einen dreistelligen Millionenbetrag.

74


Finanzplatz Börsengänge

Auf eigene Faust Der Musikstreaming-Dienst Spotify hat sich und seinen ­Investoren mit einem „Direct Listing“ ohne Mithilfe von ­Investmentbanken einen dreistelligen Millionenbetrag erspart. Was bedeutet das für die Banken? Und kommt der Trend zu Direktplatzierungen nach Österreich? Text Robert Winter

M

Valley anzutreffen sind. Sie weisen eine

anchmal geht es auch ohne.

ten vereinnahmt haben.“ Dennoch lagen

Oder zumindest mit einer ab-

laut Melzer die Kosten der Transaktion

Bewertung von mehr als einer Milliar-

gespeckten

von

weit unter jenen, die ein Vorgehen nach

de US-Dollar auf und schlagen bisweilen

Investmentbanken als Wegbereiter für

traditionellem Muster mit sich gebracht

bei einem Börsengang mittels „Direct

einen Börsengang. Als Vortänzer galt

hätte. Dem stimmt Markus Böhme, Ge-

Listing“ einen schnellen und günstigen

im Vorjahr der schwedische Musik­

schäftsführer und Kapitalmarktexperte

Weg ein. Das ist eben bei Slack aus San

streaming-Dienst Spotify. Beim Sprung

beim Beratungsunternehmen Accenture,

Francisco ebenso der Fall wie beim digi-

auf das Börsenparkett der Wall Street

zu. Böhme: „Das Direct Listing hat bei

talen Zimmervermittler Airbnb.

entschied man sich für ein „Direct Lis-

Spotify gut funktioniert. Das Unterneh-

ting“, eine Aktienemission, die als kos-

men hat sich und den Investoren mit dem

Hohes Sparpotenzial

tengünstige Alternative zu einem her-

Direct Listing in Summe etwa einen drei-

Noch ist offen, ob die Einhörner Schu-

kömmlichen Börsengangs (IPO) gilt.

stelligen Millionenbetrag erspart.“

le machen und sich auch andere Kon-

Beteiligung

Philipp Melzer, Rechtsanwalt und Part-

Die Aussicht auf solche massiven

zerne mit Börsenavancen verstärkt für

ner bei der Wirtschaftskanzlei CMS in

Einsparungen ruft auch andere Börsen­

Direktplatzierungen entscheiden. Wie

Deutschland: „Drei Investmentbanken

aspiranten auf den Plan. Aktuell trabt

hoch das Sparpotenzial für Börsenneu-

wurden als Financial Advisors mit der

mit dem US-Messengerdienst Slack

linge ist, die sich für eine Direktplatzie-

Begleitung der Direktnotierung betraut.

das nächste Einhorn einem Börsengang

rung entscheiden, lässt sich nur im Ein-

Diese Banken dürften einen Großteil der

entgegen. Zur Erklärung: Als Einhorn

zelfall exakt ermitteln. Aber es geht um

im Wertpapierprospekt ausgewiesenen

oder Unicorn gelten vor allem privat ge-

viel Geld, schließlich verrechnen Invest-

35 Millionen US-Dollar an Beratungskos-

haltene Tech-Konzerne, die im Silicon

mentbanken bei einem herkömmlichen

75


Finanzplatz Börsengänge

Einhorn. Der US-Messengerdienst Slack strebt via „Direct­ Listing“ an die Börse. Dem Unter­nehmen hilft dabei sein hoher Bekanntheitsgrad.

verzichten. Dazu kommt, dass bei einem „Direct Listing“ kein neues Kapital eingesammelt werden kann. Vielmehr werden bestehende Aktien an neue Investoren weitergereicht. Bei einem IPO gibt es Sperrfristen für den Verkauf durch bisherige Aktionäre. Auch das ist bei Direktplatzierungen anders, bisherige Aktionäre können ihre Papiere unmittelbar abstoßen, was die Volatilität des Börsenkurses vor allem in den ersten Monaten © slack

deutlich erhöhen kann. In Summe kann man sich also mit einem Direct Listing auch eine blutige Nase holen. AccentureExperte Böhme: „Bei Spotify war der Erklärungsbedarf aufgrund der BekanntIPO für ihre Leistungen im Schnitt zwi-

mit einem Ertrag von 415 Millionen US-

heit und des starken Markennamens ge-

schen drei und fünf Prozent des Emis­

Dollar. Und der Anteil des Emissionsge-

ring. Je konsumferner ein Unternehmen

sionswerts. In den USA kann der Satz

schäfts erreichte im Vergleich zu den ge-

agiert, desto mehr Erklärungsbedarf be-

sogar bis zu acht Prozent betragen. Und

samten mit Investment-Banking erziel-

steht. In solchen Fällen wäre ein Direct

zumindest ein Teil dieser Erträge könnte

ten Erträgen je nach Institut zwischen 15

Listing schwierig. Nicht jeder Börsengang

dahinschmelzen, wenn „Direct Listings

und 25 Prozent.

ist für ein solches Verfahren geeignet.“

dafür sein, dass sich manche Institute zu

Die Tücken

Melzer: „Breitenwirkung ist entschei-

diesbezüglichen Anfragen des Börsianer

Was den Sparefrohs unter den Bör-

dend. Bei bekannten Unternehmen, die

nicht äußern. Das ist bei Unicredit Bank

senneulingen weniger gefallen wird,

eine breite Investorenbasis haben, sind

Austria AG ebenso der Fall wie bei BNP

ist, dass Direktplatzierungen auch Tü-

die Erfolgsaussichten eines Direct Lis-

Paribas oder der Deutschen Bank. Laut

cken haben. Ist doch im Gegensatz zu

tings vergleichsweise gut. Das gilt etwa

einer Pressemitarbeiterin von Goldman

herkömmlichen IPOs auf eine üblicher-

für Slack, das in den USA bei Nutzern be-

Sachs wird das Thema „Direct Listing“

weise erstellte Unternehmensanalyse,

kannt ist.“ Im Gegensatz dazu werden

zwar vereinzelt beobachtet, aber noch

auf Due Diligence und die Analyst Pre-

Börsenstarts von No-Name-Unterneh-

sei kein verstärkter Trend zu dieser Art

sentation zu verzichten. Zudem wird die

men vom Markt kaum wahrgenommen.

der Börsennotiz zu erkennen.

Preisbildung nur in begrenztem Aus-

CMS-Experte Melzer: „Es reicht nicht

Wenn es doch anders kommt, ha-

maß oder gar nicht durchgeführt. CMS-

aus, eine Aktie an die Börse zu bringen,

ben Investmentbanken das Nachsehen.

Anwalt Melzer: „Banken unterstützen

wenn es niemand bemerkt. Das haben

Ein Teil ihrer mit Aktienemissionen er-

Börsenaspiranten bei der Preisbildung.

bereits Fälle in Deutschland gezeigt.“

zielten Einkünfte könnte unter Druck

Das reduziert die Gefahr, mit dem ers-

kommen. Die Erträge des Emissions-

ten Preis danebenzuliegen.“ Das war bei

Nur für starke Marken

geschäfts lagen laut der Finanzmarkt-

Spotify nicht der Fall. Accenture-Exper-

Wie wichtig das Trommelrühren vor ei-

plattform Dealogic bei JP Morgan im

te Böhme: „Der Preis hat den Anforde-

nem Börsengang ist, betont auch Klaus

Vorjahr bei 1,4 Milliarden US-Dollar. Mit

rungen der Investoren entsprochen.“

della Torre, Head of Global Equity Mar-

Ins gleiche Horn stößt CMS-Anwalt

„Schule machen. Das kann ein Grund

rund 1,38 Milliarden lagen Morgan Stan-

Wer sich für eine Direktplatzierung

kets bei der Raiffeisen Centrobank RCB:

ley und Goldman Sachs nur knapp da-

entscheidet, muss auf die Kontaktauf-

„Die Kosten sind bei Direct Listings

hinter. Auf Platz sieben im weltweiten

nahme von Investmentbanken mit In-

niedriger, und auch der Prozess ist auf-

Ranking schaffte es die Deutsche Bank

vestoren zur Abtestung des Marktes

grund der Struktur einfacher. Aus un-

76


Finanzplatz Börsengänge

„Erklärungs­bedarf bei ­bekannten ­Unternehmen ­gering.“ Markus Böhme

USA zunehmen. Das wird bei den von

„Mehrheit der ­Konzerne wird ­konventionell an die Börse gehen.“

Investmentbanken verrechneten Fees Spuren hinterlassen.“ Aber von einem Dammbruch kann keine Rede sein. Melzer: „Die Mehrheit der Unternehmen wird sich auch weiterhin für einen konventionellen Börsengang entscheiden.“

Philipp Melzer

RCB-Experte Klaus della Torre pflichtet serer Sicht wird diese Form der Aktien-

bei: „Die Einnahmen der Investment-

sechs Franken. Ziemlich daneben ging

platzierung eher eine Ausnahme blei-

banken könnten im Falle eines vermehr-

auch die 2017 vorgenommene Direkt-

ben. Sie eignet sich für Unternehmen,

ten Aufkommens von Direct Listings un-

platzierung von Rapid Nutrition, einem

die eine starke Marke und einen hohen

ter Druck kommen, jedoch glauben wir,

Hersteller von Nahrungsergänzungs-

Bekanntheitsgrad haben. Investment-

dass diese Form der Aktienplatzierung

mitteln.

banken schaffen es, die Aufmerksam-

eher eine Ausnahme bleiben wird.“

se wurde zwischenzeitlich auch ein De-

Mangels

Investoreninteres-

keit der Investoren zu wecken und das

Dass bei Direktplatzierungen einiges

listing erwogen. Im Vorjahr wagten As-

Verständnis für das Produkt zu stärken.

gehörig schiefgehen kann, zeigte sich

mallworld, ein soziales Netzwerk für

Je komplexer die Equity-Story eines Un-

bereits mehrmals an der Schweizer Bör-

Wohlhabende, sowie das Rohstoffun-

ternehmens, umso wichtiger die Be-

se. Im März 2016 erfolgte ein Direct Lis-

ternehmen Blackstone Resources mit-

treuung einer Investmentbank, um die

ting der Aktie des Tech-Unternehmens

tels „Direct Listing“ den Sprung auf das

richtigen Investoren aufzufinden.“

Wisekey. Der Referenzpreis der Aktie lag

Züricher Parkett. Auch bei diesen Aktien

Rechtsanwalt Melzer: „Die Anzahl

bei zwölf Franken. Am Handels­ende no-

war die Direktplatzierung nicht von Er-

von Direct Listings wird vor allem in den

tierten die Papiere aber nur noch unter

folg gekrönt. n

AUSTRIAN STOCK TALK Aktuelle Zahlen & Fakten börsennotierter Unternehmen präsentiert von Vorständen für Investoren und die, die es noch werden wollen. Jetzt Videos anschauen und mehr erfahren. 77

wienerborse.at


finanzplatz geldmarkt

#Reformstau

Š Deutsche Bank

Der Zoff mit den Zinsen

78


Finanzplatz geldmarkt

Zinsmanipulation. Die Deutsche Bank AG wurde von der EU-Kommission zu 725 Millionen Euro Strafe, von den USA und Großbritannien zu 2,5 Milliarden US-Dollar verdonnert.

Laut einer EU-Verordnung müssen Geldmarktzinsen künftig nach einer neuen Formel berechnet werden. Doch die Reform scheint kniffliger als gedacht. Droht sie gar zu scheitern? text Raja Korinek

T

agtäglich borgen sich Banken ge-

auf Taggeld, aus 28 sogenannten Panel-

Euribor-Ermittlung an EMMI meldeten,

genseitig Geld in unterschied-

Banken errechnet. Der Euribor ermit-

sind es heute nur noch 19 Panel-Banken,

lichen Währungen am Inter-

telt sich hingehen quotenbasierend. Das

zeigt Schiller auf und meint, „dass der

bankenmarkt. Zu welchen Zinssätzen,

heißt: An jedem Bankarbeitstag melden

Euribor deshalb noch manipulationsan-

das geben unter anderem der Euro Over

hierfür 19 Panel-Banken Zinssätze für

fälliger geworden ist“.

Night Index Average (Eonia), der Euro In-

kurzfristige Termingeschäfte ein, zu de-

ter Bank Offered Rate (Euribor) sowie der

nen Sie bereit sind, auf bestimmte Lauf-

Neue Regeln für Referenzwerte

London Inter Bank Offered Rate (Libor)

zeiten - von einer Woche bis hin zu zwölf

Die Auswirkungen sollte man jedenfalls

vor. Es ist ein Geschäft, bei dem es um

Monaten - einander gegenseitig Geld zu

nicht unterschätzen. So dient der Euri-

Milliarden geht und das auch Österreich

verleihen. Über sämtliche Einmeldungen

bor laut Schätzungen der Europäischen

betrifft.

wird dann ein Mittelwert errechnet. Der

Kommission als Grundlage für Ver-

Allerdings gibt es weitere Geschäfts-

Administrator für Eonia und Euribor ist

träge mit einem Gesamtnennwert von

bereiche, die auf diese Geldmarktsätze

zwar das European Money Markets Ins-

rund 180 Billionen Euro. Verständlich,

zurückgreifen. Dazu zählen etwa variabel

titute (EMMI) mit Sitz in Belgien, die Be-

dass die EU 2016 anhand der sogenann-

verzinste Hypothekendarlehen, Sparbü-

rechnungen werden aber von Global Rate

ten EU-Referenzwerteverordnung einen

cher oder Geldmarktfonds. Genau hier

Systems mit Sitz in Neuseeland durchge-

Schlussstrich gezogen hat. Sie soll nun

schließt sich auch der Kreis zu einer der

führt – und jeweils um 11 Uhr veröffent-

sicherstellen, dass alle Indizes, die als

größten Wirtschaftsskandale der ver-

licht.

Referenzwert verwendet werden, nicht

gangenen Jahrzehnte, der 2010 seinen

Genau hier zeigt sich die Schwach-

Lauf nahm. Damals kamen Ermittlungen

stelle: „Die Panel-Banken müssen im

bezüglich möglicher Manipulationen des

Fall des Euribor nicht nachweisen, dass

Und so darf künftig ein Referenzwert

Euribor sowie des Libor ins Rollen. Jah-

sie tatsächlich Transaktionen zu den ge-

in der EU nur dann verwendet werden,

relang sollen Banken die Berechnung der

meldeten Sätzen tätigten“, sagt Alexan-

wenn Administrator und Referenzzins-

Geldmarktsätze zu ihrem Vorteil mani-

der Schiller, KPMG Senior Manager im

satz in das Register der European Securi-

puliert haben.

Bereich Financial Services. Zahlreichen

ties and Markets Authority (ESMA) ein-

Banken hat man deshalb in der Finanz-

getragen sind. Der Eonia erfüllt die An-

Unterschiedliche Berechnungen

krise vorgeworfen, im Eigeninteresse die

forderungen nicht und wird mit Ablauf

Dazu muss man freilich auch die Be-

Zinssätze künstlich niedrig zu halten.

der Übergangsfrist Ende 2021 seine Zu-

nochmals Gegenstand von Manipulationen sein können.

rechnungslogiken von Eonia und Euri-

Ein weiteres Problem ist die Anzahl

bor verstehen. Der Eonia wird, basie-

der Panel-Banken. Waren es vor Jahren

Allerdings gibt es bereits einen Nach-

rend auf tatsächlichen Transaktionen

mehr als 50 Institute, die ihre Sätze zur

folger. Er heißt Euro Short Term Rate (Es-

79

lassung allem Anschein nach verlieren.


© Mario Andreya / Deutsche Bank

Finanzplatz geldmarkt

Trading. Die Mani­ pulation von Refernzzins­sätzen im Interbanken­ geschäft wurde 2011 ­aufgedeckt.

ter), wird direkt von der Europäischen

greifen. Sollte es trotzdem zu wenige

Viele Fragen sind noch offen

Zentralbank (EZB) administriert. Er soll

Transaktionen geben, darf die Bank feh-

In der Finanzszene beobachtet man die

ab Oktober 2019 in Kraft treten. Während

lende Zinssätze modellieren, sprich an-

aktuellen Entwicklungen genau. Beim

der Eonia auf freiwillige Interbanken-

hand von Statistiken schätzen.

Verband österreichischer Banken und

zinssätze von 28 Panel-Banken ange-

Aktuellen Proberechnungen zufolge

Bankiers (Bankenverband) könne man

wiesen ist, wird Ester auf sämtlichen in-

beruht der neue Hybrid-Euribor in man-

aktuell noch nicht sagen, wie die konkrete

dividuellen

Großhandelstransaktionen

chen Laufzeiten dabei zu 80 Prozent auf

Umstellung in der Praxis aussehen werde.

aufbauen, darunter auch Fonds und Ver-

modellierten Daten. Der Anteil der ech-

Dies, da die Arbeiten des EMMI zur neue

sicherungen. „Damit ist das zugrunde-

ten Transaktionen beläuft sich auf un-

Berechnungsmethode des Euribor noch

liegende Transaktionsvolumen des Ester

ter fünf Prozent. Nicht zuletzt aufgrund

nicht final sind und die neue Berech-

mehr als sechsmal so groß wie das des

der begrenzten Anzahl an Panel-Ban-

nungsmethode unter anderem auch noch

Eonia“, betont KPMG-Experte Schiller.

ken und des geringen Transaktionsan-

seitens der zuständigen belgischen Auf-

teils stößt die Hybridvariante auf Skep-

sichtsbehörde genehmigt werden müsse.

sis unter vielen Marktteilnehmern.

Der Bankenverband zeigt sich aber zuver-

Bleibt noch die Frage, wie die EuriborNachfolge aussehen soll. Das EMMI arbeitet seit geraumer Zeit an einem neu-

Jedenfalls plant das EMMI im zwei-

sichtlich, dass die neue Berechnungsme-

en Hybrid-Euribor, bei dem die aktu-

ten Quartal 2019 den Zulassungsantrag

thode geeignet sei, den Euribor verord-

ell 19 Panel-Banken ebenfalls nur noch

für den Hybrid-Euribor bei der ESMA

nungskonform zu reformieren.

tatsächliche Transaktionssätze melden

zu stellen. Mangels echter Alternativen

Zudem werde sich für die Kunden

sollen, erklärt Schiller.

stehen die Chancen gut, dass die Zulas-

durch die Umstellung auf die geänderte

sung trotz einiger Schwächen gelingt.

Berechnungsmethode nicht viel ändern.

Mehrstufige Berechnungen

Ob sich der Hybrid-Euribor langfris-

„Obwohl noch einige Fragen bezüglich

Der Clou bei dieser Methode: Sollten bei

tig behaupten kann, bleibt fraglich. Ein

der neuen Berechnungsmethodik offen

einzelnen Laufzeiten, zum Beispiel für

Übergang auf eine neue Art von kurzfris-

sind, bereiten sich Banken auf die Um-

den Sechs-Monats-Euribor, zu weni-

tigen Terminzinssätzen, die sich aus auf

stellung der Referenzwerte vor. So ha-

ge qualifizierte Transaktionen zustande

dem Ester gehandelten Derivaten er-

ben diese bereits die von der Umstellung

kommen, hat die Bank die Möglichkeit,

rechnen, könnte langfristig eine mögli-

betroffenen Verträge analysiert“, erklärt

nach dem Wasserfallprinzip zunächst

che Alternative sein.

Doris Zingl, Leiterin des Bereichs Recht

zwischen anderen Zinssätzen, wo ge-

Einzig die Referenzwerteverordnung

nug Transaktionen vorhanden sind, zu

hätte ursprünglich Ende 2019 in Kraft

Wie genau die Umstellung des Refe-

interpolieren. Gegebenenfalls kann sie

treten sollen. Sie wurde nun auf Ende

renzzinssatzes in Kreditverträgen, Spar-

auch auf Daten von Vortagen zurück-

2021 verschoben.

und Anlageprodukten allerdings voll-

80

beim Bankenverband.


Finanzplatz geldmarkt

„Transaktions­ volumen von Ester ist größer.“ Alexander Schilller

„Betroffene Verträge werden analysiert.“

„Der Übergang muss schonend ­erfolgen.“

Doris Zingl

Klaus Kumpfmüller

zogen wird, werde derzeit noch geklärt,

ein, sich auf diese Umstellung vorzube-

gibt es praktisch keine Fonds mehr, bei

fügt man bei der Finanzmarktaufsicht

reiten.“

denen der Euribor als Benchmark dient. Dort, wo es ein Thema ist, macht man sich

(FMA) hinzu. Laut FMA-Vorstand Klaus Kumpfmüller sei es jedenfalls wichtig,

Fondsbranche bleibt auf der Hut

dass die wesentlichen europäischen Re-

In der internationalen Fondsbranche ist

AG. Allerdings positioniere man sich so-

ferenzzinssätze für Bank- und Anlage-

der Euribor ein Thema bei Geldmarkt-

wohl in der Vermögensverwaltung als

produkte auf eine solidere Basis gestellt

fonds. Bei der Union Investment aus

auch bei entsprechenden Fonds oftmals

und manipulationssicher gemacht wer-

Deutschland meint man etwa, dass ge-

weit abseits von Benchmarks, sie sollten

den. „Zudem muss der Übergang scho-

plant sei, anstelle der derzeitigen Indizes

nur eine Idee geben, woran sich eine Ver-

nend organisiert werden, um nicht die

die jeweiligen Nachfolgeindizes zu nut-

anlagung orientiere. Man sehe die Um-

Funktionsfähigkeit der Märkte zu ge-

zen. Man gehe davon aus, dass sie sehr

stellung gelassen,vor allem da man auch

fährden. Wir fordern von den Anbietern

nah an den heutigen Indizes liegen soll-

hier künftige Nachfolgeindizes sehr nah

am Finanzmarkt schon seit längerem

ten. Bei heimischen Fondsgesellschaften

am aktuellen Euribor orientiert sehe. n

Gedanken, etwa bei der Schoellerbank

In turbulenten Zeiten steht Stabilität besonders hoch im Kurs. post.at/ir

Die Österreichische Post ist im ständigen Auf und Ab des Kapitalmarktes ein zuverlässiger, attraktiver Dividendentitel. Auf Basis des soliden Kerngeschäftes und eines starken Cashflows soll nachhaltig eine Dividende von mindestens 75% des Nettoergebnisses ausgeschüttet werden. Nähere Informationen unter post.at/ir Wenn’s wirklich wichtig ist, dann lieber mit der Post.


#IFRS

82

Tief in die Tasche. 60 Millionen Euro kostet die Uniqa Insurance Group AG laut Boss Andreas Brandstetter die ­Umstellung auf IFRS 17.


Finanzplatz Versicherungen

Ein teurer SpaSS V

or 25 Jahren war gerade Bruce­ Springsteen mit „Streets of

Auf die Versicherungen mit Börsennotierung kommt eine

Philadelphia“ auf Platz eins der

Austria Top 40 Charts, und die Fans des

Revolution in der Bilanz-

Grunge-Rock werden sich noch gut an

buchhaltung zu. Das bedeutet

den Selbstmord des Nirvana-Bandlea-

zunächst hohe Kosten, aber

ders Kurt Cobain erinnern. In Österreich war die Kampagne zur EU-Beitritts-

von mehr Transparenz kann

Volksabstimmung im Frühjahr 1994 in

auch die Branche selbst

vollem Gange. Aber wer erinnert sich

profitieren.

noch an den damaligen Kontostand oder den genauen Wert des sonstigen persön-

text thomas müller

lichen Vermögens? Und was wäre dieses

© KRISTIAN BISSUTI / Uniqa Insurance Group AG

heute wert? Vor einer ähnlichen Frage stehen derzeit die großen Versiche-

Board (IASB), überhaupt so einen revo-

rungskonzerne in Europa: Deren Bilan-

lutionären Akt zu setzen, sei die Ver-

zierungsregeln werden bis Anfang 2022

gleichbarkeit von Versicherungsbilan-

umgestellt. In der Branche ist von nicht

zen, erklärt Werner Stockreiter, Wirt-

weniger als einer Revolution im Ver-

schaftsprüfer und Partner bei PWC Ös-

rechnungswesen die Rede. Öffentlich

terreich: „Der bisherige Standard IFRS 4

interessant wird diese erst, wenn es um

erlaubt es, Versicherungsverträge nach

die beträchtlichen Kosten für die großen

nationalen Regeln zu bilanzieren oder

Versicherer geht. Andreas Brandstetter,

zum Beispiel für alle US GAAP anzu-

Chef der Uniqa Insurance Group AG, ließ

wenden. Dadurch war die internatio-

mit geschätzten 60 Millionen Euro auf-

nale Vergleichbarkeit für Konzerne, die

horchen, was weit mehr ist, als die Re-

oft in verschiedenen Märkten tätig sind,

formen von Solvency II gekostet haben.

nicht gegeben.“ Relevant ist das in ers-

Die überwiegende Mehrheit der heimi-

ter Linie für Investoren und Analysten,

schen Versicherer ist jedoch nicht bör-

die sich ein klares Bild von einem Versi-

sennotiert und davon nicht betroffen.

cherungsunternehmen und dessen Gewinnprognosen machen wollen.

Eine Bewertung wie damals

Der anfängliche Ansatz, einen Markt-

Doch worum geht es bei den neuen In-

wert für jeden Versicherungsvertrag zu

ternational Financial Reporting Stan-

ermitteln, wurde aus Ermangelung ei-

dards für Versicherungsverträge (IFRS

nes real existierenden Marktes bald wie-

17) nun eigentlich? Der Hauptgrund für

der verworfen. Stattdessen soll nun eine

den International Accounting Standards

Art Ertragswert in die Bilanz einfließen,

83


Finanzplatz versicherungen

2022

© Robert Newald / Vienna Insurance Group AG

tritt der neue International Financial Reporting Standard für Versicherungsverträge IFRS 17 in Kraft. Die Einführung wurde um ein Jahr verschoben.

Zu viele Unsicherheiten. Die Vienna Insurance Group AG ist noch am Rechnen, wie viel IFRS 17 die Versicherung kosten wird.

dessen Berechnung aber äußerst kom-

beweisen könne, dass ein vollständiger

Versicherer des Kontinents bis zu 317

plex ist. „Als Bilanzierer muss ich prak-

retrospektiver Ansatz nach IFRS 17 nicht

Millionen Euro an. Für die Betroffenen in

tisch in die Zeit zurückreisen, in der der

möglich ist, so der PWC-Berater.

Österreich, wie die erwähnte Uniqa Insurance Group AG sind die Dimensionen

Vertrag errichtet wurde, und den damaligen Wert berechnen. Davon ausgehend

Teure IT

entsprechend kleiner. Bei der Vienna

muss der Wert am 1. Jänner 2022 weiter-

Da wundert es nicht, dass ein Löwen-

Insurance Group AG (VIG) will man noch

berechnet werden“, sagt Stockreiter.

anteil der Umstellungskosten auf die

keine Kostenschätzung abgeben. Zu un-

„Gleichzeitig sind die Anforderun-

Sektoren IT und externe Beratung ent-

klar seien noch viele Parameter wie etwa

gen an die Datengenauigkeit höher ge-

fällt. Eine Umfrage des Fachverbands

das weitere EU-Übernahmeverfahren.

worden. Bei Polizzen, die vor Jahrzehn-

European Financial Reporting Adviso-

„Die größten Kostenfaktoren sind

ten abgeschlossen wurden, sind die er-

ry Group (EFRAG) bei elf europäischen

neben der Erarbeitung der fachlichen

forderlichen Daten oft gar nicht vor-

Versicherungskonzernen aus dem Vor-

Konzepte insbesondere die Implemen-

handen.“ So müssen die versicherungs-

jahr bestätigt dies. Rund 30 Prozent der

tierung der für die Berechnungen not-

technischen Verpflichtungen detaillier-

geschätzten Kosten sind direkt IT-be-

wendigen Software und die Integra­

ter bewertet werden. Es gäbe zwar die

zogen, rund 15 Prozent macht die exter-

tion der für die Berechnungen benötig-

Möglichkeit einer vereinfachten Erst-

ne Beratung im Durchschnitt aus. Bei

ten Daten“, sagt Uniqa-Finanzvorstand

anwendung, aber nur dann, wenn man

den absoluten Kosten gaben die größten

Kurt Svoboda, der zugleich auch Prä-

84


Finanzplatz Versicherungen

„Ein Risiko ist die Verfügbarkeit von qualifizierten ­Ressourcen.“

„Man muss erst ein gemeinsames­ Auslegungsverständnis finden.“

„IFRS 17 kann die Eigenkapitalkosten senken.“

Kurt Svoboda

Andreas Bayerle

Roman Sauer

sident des österreichischen Versiche-

Jahr Aufschub bis 2022. Mehr wollten die

und Erfahrungen mit dem neuen Stan-

rungsverbands VVO ist. „Zu den größ-

Entwickler nach fast 15 Jahren Vorberei-

dard zu sammeln“, sagt Roman Sau-

ten Risiken bei der Umsetzung von IFRS

tung nicht mehr zugestehen.

er, Head of Group Accounting der Allianz SE. Praktische Anwendungspro-

17 zählt zweifelsohne die Verfügbarkeit von qualifizierten Ressourcen und dass

Work in Progress

bleme gäbe es zwar noch, aber es sind

es keine Impact-Studies am Markt gibt“,

Große Konzerne wie die Allianz SE wa-

auch Lösungen in Sicht: „Einige wich-

nennt Svoboda einige kritische Punkte.

ren ebenfalls gegen eine zweijährige

tige Punkte hat das IASB in den letzten

Der schwierige Umsetzungsprozess war

Verschiebung. Sie hätten auch schon

Wochen adressiert. Wir erwarten An-

„Ich b2021 mit IFRS 17 starten können und auch der Grund, warum die Versichein „Ich bin invesbefürchten tiert“ rungsverbände vom IASB eine Verschienur zusätzlichen Aufwand

fang 2020 die Veröffentlichung eines

angepassten IFRS 17. Die verbleibenden investiert“ „Ich bin rt“ vor allem durch Themen müssen wir investie

bung des ursprünglichen Einführungs-

und Kosten. „Wir werden die einjährige

in “ gefordert haben, und das datums Ich b 2021 rt „

estie

inv um zwei Jahre. Gekommen ist ein gleich

Verschiebung nutzen, um im Jahr 2021

geeignete Interpretationen zusammen

noch zusätzliche Testläufe zu machen

mit den Wirtschaftsprüfern lösen.“ Bei

*

*

SUPERF UND Ihr verlä sslicher in Geld anle Partner gen!

*

SUPERFUND Ihr verlässlicher Partner in Geld anlegen!

„Ich bin investiert“

*

„Ich bin investiert“ „Ich bin investiert“

D RFUN rtner SUPE her Pa lic ! rläss legen Ihr ve Geld an in

„Ich bin investiert“

„Ich bin investiert“

„Ich bin investiert“

D SUPERFUN r Partner Ihr verlässliche en! in Geld anleg

„Ich bin investiert“ * *

D SUPERFUN r Partner Ihr verlässliche en! in Geld anleg

SUPERFUND Ihr verlässlicher Partner in Geld anlegen!

*

*

* *

SUPERFUND Ihr verlässlicher Partner * Geld anlegen! in

SUPERFUND Ihr verlässlicher Partner in Geld anlegen!

bin „Ich binch bin „Ich stiert“ inve stiert“ iert inve„I “ st inve „Ic h bin investiert“ D SUPERFUN r Partner Ihr verlässliche en! in Geld anleg

„Ich bin investiert“

SUPERFUND Ihr verlässlicher Partner in Geld anlegen!

„Ich bin investiert“

„Ich bin investiert“

SUPERFUND Ihr verlässlicher Partner in Geld anlegen!

„Ich bin investiert “

info@superfund.com Hotline:0800212021 www.superfund.com/info

*

*

*

*

*

*

D SUPERFUN r Partner Ihr verlässliche en! in Geld anleg

D * SUPERFUN r Partner Ihr verlässliche en! in Geld anleg

SUPERFUND Ihr verlässlicher Partner in Geld anlegen!

SUPERFUND Ihr verlässlicher Partner in Geld anlegen!

SUPERFUND Ihr verlässlicher Partner in Geld anlegen!

SUPERFUND Ihr verlässlicher Partner in Geld anlegen! *

* Quelle: www.superfund.com/awards | Risikohinweis: Vergangene Wertentwicklungen sind keine Garantie für die Zukunft. Ein Investment in Managed-Futures-Fonds im Allgemeinen und Superfund-Fonds im Besonderen bietet Chancen, ist jedoch auch mit erheblichen Risiken verbunden. Wertverluste von 20-35% können jederzeit eintreten aber auch darüber hinausgehende Wertverluste sind bis zum Totalverlust möglich. Das Erreichen der Anlageziele ist nicht gewährleistet. Für die angeführten Angaben wird keinerlei Haftung übernommen, etwaige Druckfehler sind vorbehalten. SUPERFUND Ihr verlässlicher Partner in Geld anlegen!

SUPERF UND Ihr verlä sslicher in Geld anle Partner gen!


© Markus Dlouhy / Allianz SE

Finanzplatz Versicherungen

Mehrkosten. Bei der Allianz­ärgert man sich über die Verschiebung der IFRS-17-Einführung ins Jahr 2022.

der Österreich-Tochter der Schweizer Helvetia-Gruppe will man die verlängerte Frist unter anderem für eine solidere Implementierung von Systemkomponenten und einer stärkeren Automatisierung

von

Kennzahlen werden“, meint Stockreiter

„Zukünftige ­Erträge und Margen sind besser ­sichtbar.“

Prozessschritten

nutzen, denn viele Anpassungen sei-

dazu. Die Allianz SE sieht ebenfalls mehr Transparenz gegenüber den Investoren und damit langfristig geringere Eigenkapitalkosten. „Das muss jedoch nicht für alle gelten. Stärken und Schwächen

Werner Stockreiter

en lokal umzusetzen, berichtet An­dreas

einzelner Marktteilnehmer könnten zukünftig transparenter werden und damit

in

lanz, in denen alle Annahmen plausibel

auch zu einer stärkeren Differenzierung

Österreich. Hinzu komme, dass IFRS 17

beschrieben werden müssen. „Die Fir-

führen“, sagt Chefbuchhalter Roman

selbst Interpretationsspielraum lasse:

menwerte beinhalten ebenfalls zahlrei-

Sauer. Bei der Uniqa Insurance Group AG

„Die Versicherungsindustrie muss erst

che Schätzungen und Annahmen, und

hofft man auf die „Möglichkeit zur de-

ein gemeinsames Auslegungsverständ-

diese müssen offengelegt werden. Die

taillierteren Geschäftssteuerung“.

nis von bestimmten Aspekten des Stan-

Anleger haben dann die Möglichkeit, das

Spätestens 2022 wir auch dieses Re-

dards entwickeln, sodass sich eine gän-

zu hinterfragen“, nennt der Berater ein

gulierungskapitel abgeschlossen sein.

gige Marktpraxis herausbilden kann“,

vergleichbares Beispiel.

Das heißt aber nicht, dass in der Ver-

Bayerle,

Helvetia-Finanzvorstand

sicherungsbranche

so Bayerle.

ansonsten

die

Die Stärkeren sind im Vorteil

vermeintliche

na Insurance Group AG (VIG), ist das zu

Profitieren nun langfristig auch die Ver-

Schließlich steht für 2020 eine Überar-

viel Spielraum, wie er in einem Interview

sicherer von der aufwendigen Umstel-

beitung von Solvency II an und parallel

aus dem Vorjahr kritisierte. Zu sehr ba-

lung, oder bleiben bei ihnen nur die Kos-

zu IFRS 17 tritt auch der Standard IFRS

sieren die Bewertungen auf Annahmen

ten hängen? „Die zukünftigen Margen,

9 in Kraft, der die Finanzinstruments­

für die Zukunft, was die „Gestaltung der

die aus den Verträgen generiert wer-

bilanzierung regelt. Kurzfristig profitie-

Gewinn-und-Verlust-Rechnung“

Für Peter Thirring, Vorstand der Vien-

Langeweile

herrscht.

be-

den können, sind besser sichtbar. Die

ren werden die Berater von PWC, EY und

einflusse. Werner Stockreiter verweist

sich daraus ergebende Contractual Ser-

Co, denn deren Expertise ist derzeit ge-

hier auf umfassende Anhänge zur Bi-

vice Margin wird eine der wichtigsten

fragter denn je. n

86


Erleben Sie einen Tag mit neuen Seiten.

Menschen. Geschichten. Perspektiven.

DiePresse.com/Sonntagsjubiläum


Seitenblicke Politik

EU-Wahl: Wohin mit der Wirtschaft?

Z

um zehnten Mal wird zwischen 23. und 26. Mai 2019 das europäische Parlament gewählt. Rund 340 Milli-

Othmar Karas Spitzenkandidat EU-Parlamentswahlen ÖVP

onen wahlberechtigte Bürger aus 27 Mitgliedsstaa-

ten entscheiden über die Zukunft der Union. Selten stand bei einer Europawahl subjektiv so viel auf dem Spiel. EU-kritische Kräfte und Protestbewegungen auf dem ganzen Kontinent erstarken. Das Chaos um den Brexit sorgt für Verunsicherung. Multinationale Konzerne tanzen Nationalstaaten

Digitalkonzerne wie Google sorgen mit ihren steueroptimierenden

mit steueroptimierenden Geschäftsmodellen auf der Nase

Geschäftspraktiken für heftige Kritik, sehen Sie Handlungsbedarf auf

herum. Zu allem Überfluss wandeln sich die USA vom wich-

EU-Ebene, oder bedarf es hier nationaler Lösungen? – De facto zah-

tigsten Handels- und Gesinnungspartner dank eines mit

len viele internationale Firmen weniger als ein Prozent Steuern.

Strafzöllen drohenden Cholerikers im Weißen Haus zuneh-

Diese Ungerechtigkeit kann durch gemeinsame Regeln auf eu-

mend zum Antagonisten. Für Probleme dieser Komplexi-

ropäischer und globaler Ebene abgestellt werden. Das Prinzip,

tät gibt es keine einfachen Antworten. Eine, wenn nicht die

dass Unternehmen dort Steuern zahlen, wo die Wertschöpfung

wichtigste Komponente für deren Lösung ist allerdings die

stattfindet, muss überall in Europa durchgesetzt werden. Ich bin

finanzielle. Wer zahlt wofür? Wie viel? Und wer hat darüber

gegen die Harmonisierung der Steuersätze, weil fairer Steuer-

zu entscheiden?

wettbewerb sinnvoll ist. Aber ich bin für eine Harmonisierung der Bemessungsgrundlage bei Unternehmenssteuern.

Um zu klären, wie die Parlamentsparteien zu diesen Fragen stehen und wie sie sich die wirtschaftliche Zukunft der Europäischen Union vorstellen, hat ihnen der Börsianer auf

Die Europäische Union hat sich 2015 zur Schaffung einer Kapital-

den Zahn gefühlt. Bei einem Thema ist man sich einig: In-

marktunion bekannt, was halten Sie von dieser Forderung, und wel-

ternationale Konzerne gehören fair besteuert. ÖVP und Neos

che konkreten Maßnahmen unterstützen Sie? – Die europäische

sehen in der Besteuerung digitaler Betriebsstätten und einer

Kapitalmarktunion muss der Finanzierung der Realwirtschaft

europaweiten Körperschaftsteuerbemessungsgrundlage die

dienen. Ein ganz zentraler Baustein der Kapitalmarktunion ist

Lösung. Die Liste Jetzt sieht das ähnlich, setzt sich aber auch

die Reform der Europäischen Finanzmarktaufsicht. Auch die Er-

für einen Mindeststeuersatz ein. Diese Forderung teilt die

leichterung des Zugangs kleiner Investoren zum freien Kapital-

SPÖ. Die FPÖ hingegen glaubt primär an nationale Ansätze,

verkehr ist wichtig.

um Souveränitäten nicht zu gefährden. Bei der Frage nach einer Kapitalmarktunion scheiden sich die Geister. Neos und

Wie soll die EU zukünftig auf Strafzölle oder deren Androhung aus

ÖVP sehen in ihr ein probates Mittel, um die Realwirtschaft

dem Ausland reagieren? – Protektionismus ist der falsche Weg,

zu stärken. Jetzt und FPÖ sehen eine Liberalisierung der Ka-

der immer beiden Seiten schadet. Im Notfall müssen wir unse-

pitalmärkte kritisch. Die SPÖ sieht da keinen drängenden

ren Standpunkt mit gezielten und wohldosierten Gegenmaß-

Handlungsbedarf. Gefragt nach Strafzöllen, rufen FPÖ, ÖVP

nahmen untermauern, aber jedenfalls weiter das Gespräch su-

und Neos zur Besonnenheit. Die Liste Jetzt fordert ein hartes

chen. Zugleich arbeiten wir konsequent daran, Europas Außen-

Auftreten eines geeinten Europas. Die SPÖ schließt sich die-

handel auf eine breitere Basis zu stellen und mehr Handelsver-

ser Forderung an und kann sich darüber hinaus sogar vor-

träge mit unseren Partnern in Asien, Südamerika sowie Austra-

stellen, proaktiv Strafzölle zu verhängen. n

lien und Neuseeland abzuschließen.

88


Seitenblicke Politik

Anlässlich der bevorstehenden EU-Parlamentswahl wollte der Börsianer von den Parlamentsparteien wissen, wie sie sich die wirtschaftliche Zukunft der Europäischen Union vorstellen. text florian gartler

Andreas Schieder Spitzenkandidat EU-Parlamentswahl SPÖ

Harald Vilimsky Spitzenkandidat EU-Parlamentswahl FPÖ

Digitalkonzerne wie Google sorgen mit ihren steueroptimierenden

Digitalkonzerne wie Google sorgen mit ihren steueroptimierenden

Geschäftspraktiken für heftige Kritik, sehen Sie Handlungsbedarf auf

Geschäftspraktiken für heftige Kritik, sehen Sie Handlungsbedarf auf

EU-Ebene, oder bedarf es hier nationaler Lösungen? – Von Strafen

EU-Ebene, oder bedarf es hier nationaler Lösungen? – Bei Steuer-

für Beitragstäter über eine verpflichtende Offenlegung für Kon-

fragen gilt das Einstimmigkeitsprinzip im Rat, diese Themen

zerne, wo was versteuert wird, bis zu Mindeststeuersätzen für

fallen auch in die Kompetenz der Mitgliedsstaaten. Das halten

Konzerne in Europa gäbe es viel zu tun. Aber auch national lässt

wir für richtig, denn wenn wir einmal damit anfangen, dass die

sich einiges umsetzen wie beispielsweise ein Transparenzre-

EU eigene Steuern einhebt oder kleinere Staaten wie etwa Ös-

gister für wirtschaftlich Berechtigte von Firmen in Steueroasen

terreich überstimmt werden können, wäre gewissermaßen die

oder eine Sondergebühr für Transaktionen mit Firmen in nicht-

Büchse der Pandora geöffnet. Also bleiben uns nationale Ansät-

kooperativen Staaten.

ze, durchaus in Kooperation mit anderen Staaten auf demselben Kurs. Das klärt natürlich dieses Problem nicht vollständig, wäre

Die Europäische Union hat sich 2015 zur Schaffung einer Kapital-

aber besser als nichts.

marktunion bekannt, was halten Sie von dieser Forderung, und welche konkreten Maßnahmen unterstützen Sie? – Ich glaube, weitere

Die Europäische Union hat sich 2015 zur Schaffung einer Kapi-

Integrationsschritte im Bereich der europäischen Finanzmärk-

talmarktunion bekannt, was halten Sie von dieser Forderung, und

te sind nicht unser drängendstes Problem. Rechtspopulisten in

welche konkreten Maßnahmen unterstützen Sie? – Wir haben

ganz Europa haben die klare Agenda, Europa zu zerstören. Nur

die Pläne Junckers aus dem Jahr 2015 stets kritisiert. Einer-

wenn es gelingt, die Menschen wieder für Europa zu begeistern,

seits, weil sie einen weiteren Schritt in Richtung Zentralisie-

können wir diese drohende Gefahr abwehren, und da wird es vor

rung bedeuten. Andererseits weil wir der Auffassung sind,

allem darum gehen, Beschäftigung und Wohlfahrt zu stärken.

dass sich Stabilität und Wirtschaftswachstum nicht mit einer noch stärkeren Liberalisierung der Kapitalmärkte errei-

Wie soll die EU zukünftig auf Strafzölle oder deren Androhung aus

chen lässt.

dem Ausland reagieren? – Europa ist neben den USA der größte Binnenmarkt der Welt. Man sollte viel selbstbewusster auf-

Wie soll die EU zukünftig auf Strafzölle oder deren Androhung aus

treten. Ungerechtfertigte Strafzölle kann Europa niemals ak-

dem Ausland reagieren? – Für uns ist noch immer der diplo-

zeptieren. Das Problem besteht aber eher umgekehrt: Da vie-

matische Weg das Beste, um solchen Androhungen zu begeg-

le Länder unter Bedingungen produzieren, die keinen Umwelt-

nen. Österreich hat in diesem Bereich eine lange Tradition

noch Sozialstandards entsprechen, sollte Europa selbst darüber

und sehr gute Erfahrungen als Vermittler. Ich bin der festen

nachdenken, berechtigte Strafzölle einzuheben, um unfairen

Überzeugung, dass jede Reaktion wie Sanktion oder derglei-

Wettbewerb zu verhindern.

chen nur die Gräben zwischen Handelspartnern vertieft.

89


Seitenblicke Politik

500.000.000

„Über 500 Millionen Menschen, die 24 Sprachen sprechen, in 28 Ländern leben, 19 davon in einem Währungsraum, alle vereint in einer Europäischen Union, das bleibt eine der größten politischen und wirtschaftlichen Errungenschaften der Moderne!“ ­Barack Obama

Claudia Gamon Spitzenkandidatin EU-Parlamentswahl Neos

Bruno Rossmann Finanzsprecher Jetzt

Digitalkonzerne wie Google sorgen mit ihren steueroptimierenden

Digitalkonzerne wie Google sorgen mit ihren steueroptimierenden

Geschäftspraktiken für heftige Kritik, sehen Sie Handlungsbedarf auf

Geschäftspraktiken für heftige Kritik, sehen Sie Handlungsbedarf auf

EU-Ebene, oder bedarf es hier nationaler Lösungen? – Aus unserer

EU-Ebene, oder bedarf es hier nationaler Lösungen? – Je internatio-

Sicht gilt es, die Körperschaftsteuer-Vorschriften so zu überar-

naler, desto besser. Wenn es auf OECD-Ebene keine Fortschrit-

beiten, dass Gewinne dort registriert und besteuert werden, wo

te gibt, muss die EU voranschreiten. Eine effektive Lösung des

sie anfallen. Ziel muss eine Besteuerung der digitalen Betriebs-

Problems muss zumindest aus der Einführung der „digitalen

stätte sein. Nationale Lösungen sind in diesem Kontext wenig

Betriebsstätte“ und aus einem gemeinsamen Mindeststeuer-

sinnvoll, da das Thema alle EU-Staaten betrifft.

satz bestehen. Es geht aber nicht nur um Digitalkonzerne, sondern um die Besteuerung multinationaler Konzerne allgemein.

Die Europäische Union hat sich 2015 zur Schaffung einer Kapital-

Ziel ist dabei eine gemeinsame Körperschaftsteuerbemessungs-

marktunion bekannt, was halten Sie von dieser Forderung, und wel-

grundlage auf EU-Ebene.

che konkreten Maßnahmen unterstützen Sie? – Die Stärkung der Kapitalmarktunion muss ein Ziel der Europäischen Union sein.

Die Europäische Union hat sich 2015 zur Schaffung einer Kapital-

Die Abhängigkeit von Banken in der Finanzierung ist einer der

marktunion bekannt, was halten Sie von dieser Forderung, und wel-

größten Wachstumshemmer in der Eurozone. Bankenregulato-

che konkreten Maßnahmen unterstützen Sie? – Der Schaffung ei-

rien haben in den letzten Jahren dazu geführt, dass KMUs immer

ner Kapitalmarktunion stehe ich kritisch gegenüber. Anstatt das

schwerer zu Geld für Projekte kommen. Je größer die Summe,

Grundproblem der nachfragegetriebenen Investitionsschwäche

desto schwieriger. Unternehmen müssen immer öfter in den

in der EU anzugehen und die Wirtschaftspolitik neu auszurich-

angelsächsischen Raum ausweichen, um ihre Projekte zu reali-

ten, wird mit der Kapitalmarktunion auf die Liberalisierung des

sieren. Im Hinblick auf den Brexit ist in diesem Kontext Hand-

Binnen- und Kapitalmarkts gesetzt. Investitionen ausgerechnet

lungsbedarf gegeben.

mit jenen Instrumenten wiederzubeleben, die wesentlich zum Entstehen der Krise beigetragen haben, halte ich für verfehlt,

Wie soll die EU zukünftig auf Strafzölle oder deren Androhung aus

solange die Lehren aus der Finanzkrise nicht gezogen wurden.

dem Ausland reagieren? – Grundsätzlich sehen wir es als falschen Ansatz, auf mögliche Strafzölle mit Vergeltungsaktionen zu re-

Wie soll die EU zukünftig auf Strafzölle oder deren Androhung aus

agieren. Die EU sollte von jeglicher Form der Abschottung Ab-

dem Ausland reagieren? – Die EU muss auf Strafzölle sowie deren

stand nehmen, denn aus unserer Sicht können viele Probleme

Androhung zum einen, wie auch beim Brexit, geschlossen agie-

allein nicht oder weniger gut gelöst werden als durch internati-

ren. Zum anderen braucht es in den Verhandlungen ein hartes

onale Kooperation.

Auftreten, insbesondere gegenüber den USA.

90


Haltungsübung Nr. 16

Blickwinkel ändern. Haltungsübung für Fortgeschrittene: Legen Sie jeden Tag ein paar Mal den Kopf zur Seite und betrachten Sie die Welt aus einem anderen Blickwinkel. Das ist gut für den Nacken. Und noch besser für Ihren Kopf. derStandard.at

Der Haltung gewidmet.


Seitenblicke Börsentalk

KArriere-Kick dank Eigenmarketing

Börsianer 10. Börsianer Salon 5. März 2019 Meinl am Graben, Wien

Doris Tomanek (Unicredit Bank Austria AG), Elisabeth Leyser (Hill International), Dominik Hojas („Börsianer“), Susanne Höllinger (ÖBAG) und Gabriela Staber (CMS) stellten die Podiumsrunde beim zehnten Börsianer Salon.

Farbenfrohes Kleid, gute Stimmung: Susanne Höllinger (ÖBAG) erzählte von den Meilensteinen in ihrer Karriere.

„Besetzungs-Karussell – Was braucht es für die Spitze“ – dieser spannende Titel verhalf dem zehnten Börsianer Salon zu einem neuen Rekord bei Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Das hochkarätige Podium diskutierte mit den Topentscheiderinnen, was es brauche, um an die Führungsspitze eines Unternehmens in der Finanzbranche zu gelangen. Doris Tomanek, Elisabeth Leyser, Susanne Höllinger und Gabriela Staber waren sich einig, dass Eigenmarketing und ein exzellentes Netzwerk zwei der wichtigsten Assets sind, um dieses Ziel zu erreichen. Eine besonders aktive Teilnahme an der anschließenden Diskussion zeigte nochmals das besondere Interesse der Frauen an diesem heißdiskutierten Thema.

„Warum heißt es, man findet keine Frauen für den Aufsichtsrat, wenn ich Begeisterung unter den Gästen über die spannende hier so viele talentierte Gesichter sehe?“, fragt Barbara Polster, KPMG. und interaktive Diskussion.

92


Seitenblicke Börsentalk

Roadshow mit Frühlingsgefühlen

Börsianer Börsianer Roadshow 37.0 18. MÄrz 2019 Voestalpine Stahlwelt, Linz Im Rahmen der Börsianer Roadshow 37.0 sprachen die Topveranlagungsexperten in der Voest­ alpine Stahlwelt über Frühlingsgefühle an den Börsen und gaben einen Ausblick auf das Investmentjahr 2019. Bei einem waren sich die Marktexperten ganz einig: Die großen Unsicherheitsfaktoren für 2019 sind China und weiterhin US-Präsident Donald Trump. Im Anschluss an die Marktdiskussion gaben UBM-Boss Thomas Winkler und Andreas Grassauer, Vorstandschef der Marinomed Biotech AG, aktuelle Einblicke in ihre Unternehmen. Die oberösterreichische Finanzcommunity zeigte sich begeistert von den spannenden Diskussionen, und so fand auch beim anschließenden Get-together ein reger Austausch zwischen Gästen und Experten statt.

Prost! Auf eine erfolgreiche Börsianer Roadshow 37.0 stießen ­Roland Himmelfreundpointner (Kepler Fonds KAG), Thomas Winkler (UBM Development AG), Andreas Grassauer (Marinomed Biotech AG), Ingrid Krawarik („Börsianer“), Dieter Wimmer (Comgest) und Alois Wögerbauer (3 Banken Generali Invest) nach ihren Vorträgen­gemeinsam an.

Voestalpine-Vorstand Herbert Eibensteiner b ­ egrüßte als Hausherr souverän seine Gäste in Linz.

Anna Vay (UBM Development AG) und Georg Eichelsberger (Kepler Fonds KAG) starteten mit guter Laune in den Abend.

Ganz ins Gespräch vertieft: Waltraud Perndorfer (Privat Bank RLB OÖ) tauschte sich interessiert mit Herbert Eibensteiner (Voestalpine AG) und Dominik Hojas („Börsianer“) aus.

93


Seitenblicke Börsentalk

MArinomed feiert IPO-PArty

Traditionen wie das Läuten der Börsenglocke dürfen nicht fehlen.

Pascal Schmidt, Eva Prieschl-Grassauer und ­Andreas Grassauer (alle Marinomed Biotech AG) gönnten sich mit Christoph Boschan (Wiener ­Börse AG) ein Stück Torte.

Marinomed Biotech AG Börsengang 1. Februar 2019 Wiener Börse AG

Das Palais Caprara-Geymüller, Sitz der Wiener Börse AG, wurde für den großen Tag herausgeputzt.

Gernot Hofer (Invest AG), Simon Nebel (Viopas) und Karl Lankmayr (AWS Mittelstandsfonds) sitzen im Aufsichtsrat der Marinomed Biotech AG und feierten mit.

Am 1. Februar 2019 ging der IPO der Marinomed Biotech AG an der Wiener Börse über die Bühne. Es war der erste Börsengang in Europa im Jahr 2019. Das Marinomed-Vorstandsteam Pascal Schmidt, Eva Prieschl-Grassauer und Andreas Grassauer läuteten gemeinsam die Börsenglocke und feierten mit den Gästen bei Torte und Börsen-Smoothie.

Fonds-Kongress der superlative

Fonds Professionell Finanzminister Hartwig Löger sprach über die Steuerreform. Er will, dass den „Bürgern mehr netto zur Verfügung steht“.

Fonds Professionell Kongress 6. & 7. März 2019 Congress Center, Wien Der 21. Fonds Professionell Kongress im Congress Center in Wien war ein Event der Superlative. Er ist Jahr für Jahr die wichtigste Veranstaltung für die heimischen Fondsbranche. Finanzminister Hartwig Löger hielt die Eröffnungsrede, rund 2.500 Besucher profitierten von hochkarätigen Vorträgen und exklusiven Brancheninformationen. Den festlichen Höhepunkt bildete einmal mehr die Galanacht im Spiegelpalast des Palazzo in Wien.

Harald Holzer (Kathrein Bank AG) und Jens Erhart (DJE Kapital AG) erzählten von Irrtümern, denen sie im Jahr 2018 aufsaßen.

94

Die Galanacht fand im ­Spiegelpalast des Palazzo in Wien statt.

Werner Painsy (DWS), Werner Kretschmer (Amundi Austria) und Markus Sevcik (JP Morgan Asset Management) bekamen von Gerhard Führing und Maged ElMorsi (beide Fonds Professionell) Pokale für die beste Servicequalität überreicht.


#Gezwitscher

@Voestalpine Kolumne

Peter ­Felsbach Head of Group Communications Voestalpine AG

Formel E: Spannungs­ geladene Kooperation sorgt für Imageboost Die Voestalpine hat bei der Kom-

voestalpine @voestalpine Mar 7 @FIAFormulaE Alles Wissenswerte zu den „voestalpine European Races“ in Rom, Paris, Monte Carlo, Berlin und Bern und aktuelle News sind auf unserer brandneuen Website zu finden! http://www.voestalpine.com/ formele

munikation rund um ihr Formel-EEngagement ihre Batterien geladen und nimmt nun volle Fahrt auf: Als neuer Hauptsponsor der Voestalpine European Races befindet sich der Technologie- und Industriegüter-

@OMV

@uniqagroup

konzern vor dem ersten Rennen in Rom am 13. April 2019 in Startposition. Mit der Schirmherrschaft über die Europarennen in Rom, Paris, Monaco, Berlin und Bern wird erstmals der Grand Slam der Formel E ausgetragen. Ein Highlight wird dabei die Verleihung einer eigens von Voestalpine im 3D-Druck-Verfahren

At OMV, we have identified the cornerstones of our digital journey. We have to focus on the benefits which we can derive today, whilst investing in a long-term journey.“ #OMV CFO Reinhard Florey at Controller Institute speaking about OMV’s digital journey towards Finance 4.0

#HealthHubVienna Selection Board – die Gewinner stehen fest! Wir gratulieren Datlowe, DOC+, http:// docdok.health , Doctorly, Infermedica, MedicSpot, knok healthcare, MindMate, SCARLETRED und SidekickHealth!

gefertigten Trophäe an den neuen Europa-Champion sein. Natürlich laufen die internen und externen Kommunikationskanäle der Voest­ alpine bereits jetzt dafür heiß. Der Konzern setzt neben klassischen Maßnahmen wie Branding auf der

@RBI

@Zumtobel

Rennstrecke, TV-Platzierungen und Pressearbeit auch auf die Instrumente Storytelling, Bewegtbild und Influencer-Marketing. Gezielte Online- und Social-Media-Kampagnen sowie Mitarbeiteraktionen und Kundenevents sollen dem Sponsoring einen Extraboost geben und das Involvement der internen und externen Zielgruppen ankurbeln. Zudem wurde auch ein konzern­ eigenes Formel-E-Showcar erworben, das bei zahlreichen Events und

At @WolvesSummit in Warsaw we had the chance­ to share our insights about how we at Elevator Lab&Elevator Ventures support fintechs. Thanks for the opportunity! #elevatorlab #elevatorventures http://www.elevator-lab.com | http://www.elevatorventures.com

Aktionen zum Einsatz kommen wird. Somit heißt es: „Start your electric engines and shape the

So excited to have a sneak peek at our future Light Forum Höchsterstraße @StadtDornbirn today with #KjetilThorsen and #PatrickLüth of @snohetta

95

future of e-mobility!“

p.felsbach@derboersianer.com


Seitenblicke Marktgeflüster

So zocken EU-Staaten die Anleger doppelt ab

Der leidenschaftliche Weinbauer (59) ist seit 23 Jahren Finanz- und Wirtschaftsjournalist. Zu den wichtigsten Stationen des gebürtigen Deutschen zählen die langjährige Chefredaktion des Magazins „Format“ und das seit 2015 von ihm organisierte Finanzjournalistenforum. Sein Steckenpferd i­st die Altersvorsorge. Sich selbst beschreibt der studierte Agrarökonom als chronisch neugierig.

Cum-Ex umgekehrt: Viele EU-Staaten kassieren von Anlegern Steuern auf ­grenzüberschreitende Dividenden in voller Absicht mehrfach.

Cum-Ex ist ein großer Aufreger: Mit dieser illegalen Methode haben Betrüger mehrere EU-Staaten um Milliarden-

der als bei einem Großinvestor, der durch

„Die jetzige Rechtslage

Euro­-Beträge erleichtert. Es wurden da-

benachteiligt besonders

bei nur einmal bezahlte Kapitalertrag-

Kleinanleger.“

steuern doppelt zurückgefordert. Zum Glück haben die Gesetzgeber inzwischen

  Vita Martin Kwauka Finanzjournalist

sein Volumen ganz andere Möglichkeiten der Rückforderungen hat. Ein kleiner Trost: Unter gewissen Umständen können auch Publikumsfonds zumindest einen Teil der Doppelsteu-

Martin Kwauka

ern für ihre Kunden zurückholen. Das hat aus Sicht der Fondsgesellschaft den

Gegenmaßnahmen ergriffen, um künftige Schäden zu verhindern. Doch leider

angenehmen Nebeneffekt, dass die Perwürde, als an Rückerstattung zu holen

formance der Fonds dadurch um einige

Ende abzusehen: Viele EU-Staaten kas-

ist. Das gilt umso mehr für Quellensteu-

Punkte hinter dem Komma steigt. Frank-

sieren von Anlegern Steuern auf grenz-

ern in Fonds, die das Vermögen über vie-

reich gilt in der Fondsindustrie als beson-

überschreitende Dividenden in voller Ab-

le Länder streuen. Spätestens beim Ver-

ders servicefreundlich, weil es ausländi-

sicht mehrfach. Der Gewinn dürfte eben-

such, auch Steuern aus EU-Staaten wie

schen Fonds erlaubt, sich von vornherein

falls in die Milliarden gehen. Österreich

Belgien, Finnland oder Schweden einzu-

von der Doppelbesteuerung freistellen

macht mit und schädigt damit nicht nur

fordern, scheitert das Vorhaben an den

zu lassen. Deutschland ist diesem Vor-

Anleger, sondern auch den Kapitalmarkt.

nicht vorhandenen profunden Sprach-

bild inzwischen gefolgt. Österreich ver-

Wie gehen die Staaten vor? Das lässt

kenntnissen. Übrigens: Sollte der Berater

weigert bisher diese Vereinfachung, was

sich an einem Beispiel eines österreichi-

Italienisch können, hilft das auch nicht

sicher nicht das Interesse an heimischen

schen Anlegers erläutern, der Daimler-

viel. Italien dürfte die Anträge in so gro-

Aktien fördert.

Aktien kauft, weil dort eine hohe Dividen-

ßen Schubladen sammeln, dass diese nie

denrendite von über sechs Prozent winkt.

wieder zum Vorschein kommen.

geht es auch umgekehrt, und es ist kein

Letztlich führt das Steuer-Chaos auch zur Belastung des gesamten Kapital-

Allerdings kassiert zuerst der deutsche

Das Kernproblem ist die mangeln-

markts. So könnte zum Beispiel ein in-

Fiskus 26,375 Prozent inklusive Solida-

de Bereitschaft der EU-Mitglieder, das

ternationaler Investor, der zwischen dem

ritätszuschlag. Dann kommt der öster-

Steuerverfahren

innerhalb

Kauf der Aktie der OMV AG oder der BP

reichische Finanzminister an die Reihe.

der Union so zu vereinfachen, dass kei-

schwankt, lieber zur BP greifen, da er in

Er erkennt zwar pauschal 15 Prozent aus

ne Doppelbesteuerung mehr vorkommt.

Großbritan­ nien die Dividende frei von

Deutschland an und verlangt nur noch

Lieber verdient man sich ein Körberlgeld

Quellensteuern kassiert, in Österreich

die Differenz auf die 27,5 Prozent KESt.

auf Kosten der Aktionäre und hofft, dass

nicht. Das schädigt nicht zuletzt die Un-

Unter dem Strich bleiben dem Anleger

möglichst wenige das Vorhaben durch-

ternehmen, die in Österreich ansässig

aber von 100 Euro Dividende bloß rund 60

schauen. Die jetzige Rechtslage benach-

sind. Nicht alle heimischen Wertpapiere

Euro. Zwar könnte ein österreichischer

teiligt obendrein besonders Kleinanle-

sind gleich betroffen, Zinskupons bleiben

Anleger die zu viel gezahlten Steuern von

ger. Ihnen wird nach dem Motto „Divi-

anders als Dividenden verschont. Aus-

Deutschland zurückfordern. In der Pra-

dende statt Sparbuch“ zwar gern zu di-

ländische Investoren können so österrei-

xis passiert das aber selten, weil sich der

videndenstarken Aktien geraten. Aller-

chische Staatsanleihen quellensteuerfrei

Aufwand nicht lohnt und ein Steuerbe-

dings sind bei Kleinanlegern die Effekte

halten. Man will ja als Staat nicht die bes-

rater meist mehr an Kosten verrechnen

der Doppelbesteuerung viel gravieren-

ten Kunden verärgern. n

zumindest

96


Seitenblicke Index

unternehmen in dieser ausgabe

Impressum Chefredakteur/Herausgeber: Dominik Hojas, d.hojas@derboersianer.com Stv. Chefredakteurin (CvD): Ingrid Krawarik, i.krawarik@derboersianer.com Redaktion: Florian Gartler, Julia Kistner, Raja Korinek, Martin Kwauka, Thomas Müller, Paul Trautendorfer, Barbara Ottawa, Robert Winter

Firmenindex

Accenture 75

KPMG Austria

79

Allianz SE

85

Lendo 68

Allianz Pensionskasse AG

57

LGT Bank Österreich

24

Axa 31

Marinomed Biotech AG

94

Baader Bank AG

Matejka & Partner Asset Management

18

17

Baningo 29

N26 28

Bankenverband 80

Neos 90

Bankhaus Lampe

39

Niederösterreichische Versicherung AG

BDO Austria

64

ÖBAG 48

BGF 31

Österreichische Hagelversicherung

BKS Bank AG

Österreichische Post AG

53

71 71 10, 18,

BMF 21

ÖVP 88

BNY Mellon Investments

58

OMV AG

Boston Consulting Group

53

Porr AG

BPV Hügel

67

PWC Österreich

Buwog Group

67

Raiffeisen Centrobank AG

20, 60 20

Cleen Energy AG

Robeco 31

60

35 81

37

Schoellebank AG

Cyan AG

37

Scholdan & Company

Deloitte Österreich Donau Versicherung AG

53, 64 72

8

Signa Holding

62

Speedinvest

31, 32

Erste Group Bank AG

17, 34

SPÖ 89

EY Österreich

64, 68

Spotify 75

FACC AG

20, 52

Stanton Chase

48

TPA Steuerberatung

66

Finanzmarktaufsicht FMA

55, 67, 81

Finnest 68

UBM Development AG

Fintechaustria 28

Unicredit Bank Austria AG

Flughafen Wien AG

66

Union Investment

Fonds Professionell

94

Uniqa Insurance Group AG

52 34, 48, 76 81 29, 71, 83

FPÖ 89

Valida Plus AG

57

Generali Versicherung AG

71

Versicherungsverband Österreich VVO

56

Goldman Sachs

76

Vienna Insurance Group AG

56, 71, 84

Grawe-Bankengruppe 23

Voestalpine AG

Grazer Wechselseitige Versicherung AG

72

VÖIG 58

Hauck & Aufhäuser

37

VVO 85

Helvetia Versicherungen AG

86

Wertinvest 62

Hill International

53

Wienerberger AG

52, 63

20, 60

Wiener Börse AG

17, 18, 61

Immofinanz AG Interaction Partners AG

20

Wayne

29, 54

Salus Alpha

Commerzbank AG

Verlag/Medieninhaber: Wayne Financial Media GmbH (FN: 399197 f, HG Wien), Bösendorferstraße 4/25, A-1010 Wien, Telefon: +43 (0) 1 920 523 4, Fax: +43 (0) 1 954 4332, E-Mail: office@waynemedia.at, Web: www.waynemedia.at

17, 35, 54, 76

Raiffeisen Bank International AG

53, 75

Anzeigenverkauf: Michael Berl (Leitung), m.berl@derboersianer.com; Miriam Haider, m.haider@derboersianer.com; ­ es gilt die Anzeigenpreisliste 2019!

64, 83

CHSH 66 CMS Reich-Rohrwig Hainz

Leserbeirat: Heike Arbter, Peter Bartos, Mathias Bauer, Edi Berger, Stefan Böck, Stefan Brezovich, Diana Klein, Bernhard Grabmayr, Fritz Mostböck

95

Wiener Privatbank SE

Geschäftsführer: Michael Berl, Dominik Hojas Produktion: Grafik: Martin Jandrisevits, Titanweiß Werbe­ agentur GmbH; Fotos: Dieter Brasch, Stefan Burghart, Barbara Ster, von Unternehmen beigestellt; Lektor: Armin Baumgartner; Kursdaten: TeleTrader Software GmbH, Schlusskurse vom 22.03.2019, keine ­Gewähr für die Richtigkeit der Daten; aus Gründen der Text­ökonomie verzichten wir auf geschlechts­spezifische Formulierungen. Druckerei/Nachhaltigkeit: Das Magazin wurde nach Richtlinien des Österreichischen Umweltzeichens bei der Druckerei Ferdinand Berger und Söhne GmbH (10.000 Stück) auf nachhaltigem Papier (Umschlag: Claro Silk 250 g, Kern: Furiso 90 g) gedruckt.

18, 34

Jetzt 90

Wiener Städtische Versicherung AG

71

Kathrein Privatbank AG

52

Wolford AG

67

Kepler-Fonds KAG

23

Zürich Versicherungs AG

Kommunalkredit Austria AG

54

Zumtobel Group AG

Das Österreichische Umweltzeichen für Druckerzeugnisse, UZ 24, UW 686 Ferdinand Berger & Söhne GmbH.

58, 71 61

Unbenannt-1 1

97

07.07.2009 13:28:58


Seitenblicke Porträt

Zehn Fragen an Andreas Grassauer Vita Andreas Grassauer Vorstandsvorsitzender Marinomed Biotech AG Aufgewachsen ist er in Wels, in Wien studierte Andreas Grassauer Biotechnologie. 2001 wurde er Kogründer seines ersten Biotech-Unternehmens. Nach dem Verkauf ­seiner Anteile 2005 gründet er mit einem Team und seiner Frau 2006 die Firma ­Marinomed, der er seither als Vostandvorsitzender vorsteht. Seit 1. Februar 2019 ist er mit Marinomed Biotech AG am Prime Market der Wiener Börse gelistet. ­Grassauer ist Autor zahlreicher Patente und Publikationen und bezeichnet sich selbst als ­überzeugten Unternehmer.

1. Welche Eigenschaften haben Sie dorthin gebracht, wo Sie heute stehen? – Unternehmergeist, Durchhaltevermögen und manchmal auch Mut.

2. Welchen Beruf würden Sie ausüben, wenn Sie nicht in der Finanz­branche tätig wären? – Ich bin ja im Bereich Biotechnologie tätig, das liegt mir schon im Blut. Wenn ich nicht Biotechnologe geworden wäre, dann wäre ich Chemiker oder Verfahrenstechniker geworden.

3. Aus welchen Quellen beziehen Sie Ihre Fachinformationen? – Fachzeitschriften, Datenbanken, Studien, und natürlich helfen die Suchmaschinen. Alte Patente können manchmal sehr interessant sein.

4. Für einen Mittagstermin reserviere ich am liebsten einen Tisch im? – Beim Wiener Gasthaus oder Heurigen ums Eck, weil ich es gern gemütlich mag.

5. Dieser Investor ist für mich eine Legende? – Peter Thiel, weil

Leserpost redaktion@ derboersianer.com

er für Investitionen in Forschung und Technologie steht und das auch sehr früh erkannt hat.

6. F ür meine persönliche Geldanlage gilt das Motto – Mach es selbst und nur das, was du verstehst.

7. Bei welchem Investment haben Sie sich so richtig verzockt? – Bei österreichischen Immobilienaktien.

8. Um den Kapitalmarkt zu beleben, braucht es? – Umdenken auf breiter Ebene. Von Schweden und Dänemark können wir viel lernen.

9. Was assoziieren Sie mit Gordon Gekko und dem Film „Wall Street“? – Brillante Schauspielkunst von Michael Douglas und einen Blick in eine Welt, die es heute nicht mehr gibt.

10. Champagner und Austern oder „a Eitrige und a 16er-Blech“? – Wenn schon, dann Würstelstand, und Austern sind auch gut, um Perlen zu produzieren.

Die nächste Ausgabe erscheint um den 20. 98 Mai 2019. Bis dahin täglich: derboersianer.com


© APA-Picturedesk, Anna Huber

360 Grad. 365 Tage.

PRO KAPITALMARKT! Weil‘s um Einkommen, Wohlstand und Beschäftigung geht.

360 GRAD. 365 TAGE. PRO KAPITALMARKT! Die Wirtschaftswissenschaften belegen, dass ein gesunder Finanzsektor ein wichtiger Faktor für Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum einer Volkswirtschaft ist. Ein handlungsfähiger Kapitalmarkt generiert Einkommen, Beschäftigung und Wohlstand in Österreich. Deshalb setzen sich diese Unternehmen dafür ein.


Pictet-Global Environmental Opportunities ist ein Teilfonds der Luxemburger SICAV Pictet. Die jeweils zuletzt veröffentlichten Fassungen des Verkaufsprospekts, der Wesentlichen Anlegerinformationen (KIID, Key Investor Information Document), des Reglements sowie des Jahres- und Halbjahresberichts sind kostenlos erhältlich unter assetmanagement.pictet oder bei der Verwaltungsgesellschaft des Fonds, Pictet Asset Management (Europe) S.A., 15, Avenue J. F. Kennedy, L-1855 Luxemburg. Vor jeder Anlageentscheidung müssen diese Unterlagen gelesen werden, und mögliche Anleger sollten abklären, ob diese Anlage in Anbetracht ihrer Finanzkenntnisse und -erfahrung, Anlageziele und Finanzlage auch wirklich für sie geeignet ist, oder sich professionell beraten lassen. Jede Anlage ist mit Risiken verbunden, darunter das Risiko des Kapitalverlusts. Alle Risikofaktoren werden im Prospekt ausführlich beschrieben.

Der Pictet-Global Environmental Opportunities.

Mehr zum Pictet-Global Environmental Opportunities Fonds finden Sie auf assetmanagement.pictet

Profile for Michael Berl

Börsianer 31. Ausgabe, Q2 2019  

Österreichs Finanzmagazin

Börsianer 31. Ausgabe, Q2 2019  

Österreichs Finanzmagazin

Profile for wfm-db
Advertisement