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Ausgabe August 2020

klimafreundlich

SCHWEIZ 2020

DAS JAHRBUCH FÜR NACHHALTIGKEIT, ÖKOLOGIE UND LIFESTYLE DIE TOP SCHWEIZER UNTERNEHMEN FÜR DIE NACHHALTIGKEIT


JETZT

MITMACHEN! Leisten Sie einen wertvollen Beitrag zur Schweizer Kreislaufwirtschaft. Kunststoffrecycling ist sinnvoll, weil

.. dies 20% günstiger ist als die Kehrichtentsorgung .. in der Schweiz über 80% aller Kunststoffe verbrannt werden .. 1 kg verbrannter Kunststoff 2,83 kg schädliches CO2 erzeugt .. 1 kg recycelter Kunststoff (Regranulat) bis zu 3 Liter Erdöl einspart .. damit Stoffkreisläufe geschlossen und Ressourcen geschont werden RECYCLINGPRODUKTE ZURÜCK ZUM ENDVERBRAUCHER

GRANULATE NACH FARBEN SORTIERT

BAUSTOFFE ZURÜCK ZUM ENDVERBRAUCHER

AUS DEM GRANULAT ENTSTEHEN WIEDER NEUE PRODUKTE

NICHT WIEDERVERWERTBARER KUNSTSTOFF

WIEDERVERWERTBARER KUNSTSTOFF VERARBEITUNG: 1. ZERKLEINERN 2. WASCHEN/TRENNEN 3. TROCKNEN 4. GANULIEREN/ EXTRUDIEREN 5. HOMOGENISIEREN

SORTIERANLAGE

ZEMENTWERK 100% WÄRMENUTZUNG

Was gehört in den Sammelsack?

• Folien aller Art: Tragetaschen, Zeitschriftenfolien, Sixpackfolien, Kassensäckli... • Plastikflaschen aller Art: Milch, Öl, Essig, Getränke, Shampoo, Putzmittel, Weichspüler... • Tiefziehschalen wie Eier- und Guetzliverpackungen, Früchte-/Obst- und Fleischschalen... • Eimer, Blumentöpfe, Kübel, Joghurtbecher... • Verbundmaterialien wie Aufschnitt-, Käseverpackungen...

Was gehört weiterhin in den Kehrichtsack?

• Stark verschmutzte Verpackungen von Grillwaren mit Marinade • Verpackungen mit Restinhalten, Einweggeschirr • Spielzeug, Gartenschläuche, Styropor (Sagex) usw.

Weitere Informationen unter: www.sammelsack.ch

Wir schenken dem Haushaltkunststoff ein zweites, drittes, viertes Leben!


klimafreundlich Editorial

CORONA ALS CHANCE FÜR MEHR KLIMASCHUTZ

Harald Fessler Herausgeber

Jörg Schelling Chefredaktor

Martin Hofer dipl. Umweltberater

Das Coronavirus verändert alles. Seit März dieses Jahres, als das öffentliche Leben und die Wirtschaft in den Lockdown versetzt wurden, hat sich vieles verändert. Schulen blieben geschlossen, Veranstaltungen wurden abgesagt, Social-Distancing wurde von der Politik verordnet. Unternehmen schickten ihre Mitarbeitenden ins Homeoffice und in die Kurzarbeit. Keine Branche, kein Unternehmen, das nicht von diesen Massnahmen betroffen war. Die COVID-19-Pandemie trug aber auch dazu bei, dass sich der Aussstoss von Treibhausgasen in die Atmosphäre verringert hat – auch wenn dies im Moment dem Rückgang der Weltwirtschaft geschuldet ist. Das Coronavirus kann den Klimawandel nicht stoppen. Aber es zwingt uns, neue Wege zu gehen – Stichwort Digitaliserung. So ersetzen Videokonferenzen Geschäftsreisen oder Fahrten zu Kundenterminen. Homeoffice sorgte für weniger Autoverkehr in

den Innenstädten. Gleichzeitig hat sich auch das Bewusstsein über die Auswirkungen des bisherigen Konsumverhaltens für unsere Umwelt und den Klimaschutz geändert. Immer mehr Menschen kaufen wieder bewusster ein, indem sie auf Plastikverpackungen verzichten oder sich um eine regional hergestellte Alternative bemühen. Ökologische Kriterien und unter welchen Arbeitsbedingungen ein Produkt hergestellt wird, beeinflussen vermehrt die Kaufentscheidung. Die Reduktion von CO2 und damit der notwendige Umstieg von fossilen Brennstoffen wie Kohle und Erdöl auf erneuerbare Energien werden vorangetrieben. Klimafreundlichkeit und Nachhaltigkeit in allen Alltagsbereichen sind für jeden möglich. Weniger CO2-Emissionen zu verursachen wird unsere grosse Herausforderung der Zukunft sein. Und wir alle können unseren persönlichen Beitrag leisten.

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klimafreundlich Inhaltsverzeichnis

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Wirtschaft & Umwelt

Wachstumsbranche Cleantech: Gezielte Unterstützung in volatilen Zeiten David Avery, Leiter Cleantech bei Switzerland Global Enterprise (S-GE) 20: Aldi Suisse AG 22: Ernst Sutter AG 24: Bucher Municipal AG 26: Spar Handels AG 28: Ifolor AG 30: Lidl Schweiz 33: ClimatePartner Switzerland AG

  7: Vorwort Staatssekretärin Daniela Stoffel Staatssekretariat für internationale Finanzfragen SIF   8: Green New Deal für unsere Zukunft Fraktionspräsidentin der Grünen im National- und Ständerat, Mitglied Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen  10: Von «CO-Vid19» zu «CO-2» Linda Jucker, Abteilungsleiterin Bildung & Gesellschaft Ökozentrum  12: Klimawandel – Chance für Kulturwandel Franz X. Stadelmann, Dr. phil. nat., Agrarökologe  14: Die Agenda 2030 gibt die Richtung vor Dr. Sabin Bieri, Direktorin Centre for Development and Environment (CDE), Universität Bern  16: Genuss und Verantwortung passen zusammen Priska Baur, ZHAW Life Sciences und Facility Management, Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen Grüental 57: Chancen & Initiativen Switzerland Global Enterprise Stop Plastic Pollution Switzerland

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INHALT 34 Energie

Energiewende am Wendepunkt? Dr. Christian Zeyer, Geschäftsführer & Leiter Research bei swisscleantech 36: Energie 360° AG


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Inhaltsverzeichnis

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Werbung & Print

Coronavirus

Bernhard Wicki Geschäftsführer Epple Druckfarben Schweiz GmbH 48: KROMER PRINT AG 50: epple druckfarben Schweiz GmbH

38 Kreislaufwirtschaft & Recycling

Wiederverwenden statt Recyclen

Prof. Dr. Karolin Frankenberger und Fabian Takacs, Institut für Betriebswirtschaft (IfB), Universität St. Gallen (HSG) 40: Drehscheibe Kreislaufwirtschaft Schweiz by Swiss Recycling 42: Stiftung Auto Recycling Schweiz 44: Schroth AG

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Bauen & Wohnen

Recycling ist gut, Wiederverwenden ist besser

Martin Hitz, Präsident des Netzwerks Nachhaltiges Bauen Schweiz NNBS 54: Elcotherm AG 58: Hoval AG

IMPRESSUM

Erscheinung: 1x jährlich, Herausgeber: Harald Fessler, harald.fessler@bluewin.ch; Verlag: UTK Media GmbH, Berneckerstrasse 15, 9434 Au, Tel. +41 71 744 94 90, info@utk.ch; Redaktion: Jörg Schelling, joerg.schelling@utk.ch; Anzeigenverkauf: UTK Media GmbH, Harald Fessler, harald.fessler@utk.ch, Tel. +41 79 631 50 21; improov gmbh, Martin Hofer, 8370 Sirnach, Tel. +41 71 511 50 53, martin.hofer@improov.ch, Fachbeirat: Remo Galli, a. Nationalrat, Dr. h. c.; Titelbild: AdobeStock/damedias; Layout: Lea Fessler, UTK Media GmbH; Koordination: international media solutions IMS AG, 9434 Au, www.imsag.ch; Druck: Kromer Print AG, 5600 Lenzburg; Farben: gedruckt mit Epple Druckfarben, Perfect Finish non Fresh, Schutzlack: Finishing Microbe Protect 2400; Papier: Umschlag: 300 gm2 Offset matt, Inhalt: 140 gm2 Offset matt. Buchbestellung: www.klimafreundlich-schweiz.ch © Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlages. Das Jahrbuch wird klimaneutral gedruckt.

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Integrale Energielösungen, die Sie weiterbringen? Einfacher als Sie denken. Wir zeigen Ihnen, wie’s geht: Gemeinsam entwickeln wir Lösungen für Energie und Mobilität, welche die hohen Ansprüche Ihrer Kunden erfüllen. Energie ist überall. Nutzen wir sie.

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Nachhaltigkeit gewinnt im Finanzbereich an Bedeutung. Der Bundesrat sieht in dieser Entwicklung eine grosse Chance für ein umweltverträgliches Wachstum. Er setzt sich dafür ein, dass die Schweiz zu einem führenden Standort für nachhaltige Finanzdienstleistungen werden kann. Der Bundesrat will die Rahmenbedingungen so gestalten, dass die Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Finanzplatzes verbessert wird. Zudem soll der Schweizer Finanzplatz einen Beitrag zur Nachhaltigkeit und zur Bewältigung des Klimawandels leisten können. Der Staat hat eine subsidiäre Rolle: reguliert wird nur, wenn Vorgaben nicht anders erreicht werden können. Relevante Umwelt- und Klimainformationen von Finanzfirmen, -produkten und -dienstleistungen sollen für alle Marktteilnehmer verfügbar sein.

Banken, Versicherungen und Fondsanbieter sollen eine qualitativ hochstehende Beratung bezüglich Nachhaltigkeit anbieten und ihr Personal entsprechend ausbilden. Finanzielle Risiken aus Umwelt- und Klimaentwicklungen müssen erfasst und eingepreist werden. Die Behörden verfolgen zudem die internationalen regulatorischen Entwicklungen genau. Ich freue mich, wenn das Staatssekretariat für internationale Finanzfragen SIF im Rahmen seiner Zuständigkeiten dazu beitragen kann, dass die Schweiz künftig auch in diesem Bereich Weltspitze ist. Staatssekretärin Daniela Stoffel Staatssekretariat für internationale Finanzfragen SIF

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Bild: AdobeStock/malp

GREEN NEW DEAL FÜR UNSERE ZUKUNFT

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Mit einem Green New Deal die Weichen für die Zukunft stellen Seit dem Start meiner politischen Tätigkeit setze ich mich für den Schutz von Umwelt und Klima ein. Der noch immer anhaltende Verlust der Biodiversität sowie die sich verschärfende Klimakrise bestärken die Dringlichkeit dieser Anliegen. Wollen wir unsere eigenen natürlichen Lebensgrundlagen – sowie diejenigen der zukünftigen Generationen – erhalten, sind rasch weitere Schritte zum Schutz unseres Planeten notwendig. In den vergangenen Monaten haben uns die Klimajugend sowie die Klimawahl aufgezeigt, dass ein Bewusstsein für den notwendigen Wandel vorhanden ist. Die bisherigen Massnahmen reichen jedoch bei Weitem nicht aus. Um die Klimakatastrophe abzuwenden, müssen mittelfristig auch die bereits getätigten Emissionen wieder der Atmosphäre entzogen werden. Die Schweiz muss bis ins Jahr 2050 klimapositiv sein. Damit dies noch möglich ist, haben ein rascher Ausstieg aus fossilen Brennstoffen sowie eine Senkung des Energiebedarfs höchste Priorität. Viele der dafür notwendigen Instrumente – z. B. der Ausbau der Solarenergie oder von ener-

gieeffizienten Gebäudesanierungen – sind bekannt. Darüber hinaus muss ein grüner Investitionsfonds Forschung und Entwicklung technischer Innovationen fördern und deren Anwendung in Wirtschaft und Gesellschaft beschleunigen. Dafür ist nicht nur individuelles und staatliches Handeln notwendig, sondern auch eine grundlegende Transformation unserer Wirtschaft und unserer Gesellschaft. Mit dem Green New Deal wollen wir jetzt die Weichen für eine nachhaltige, resiliente und im Dienste der Gesellschaft stehende Wirtschaft von morgen stellen.

dass auch die globale Wirtschaft auf die Nachhaltigkeit und die Resilienz ausgerichtet wird und Globalisierungsgewinne gerecht verteilt werden. Dafür müssen die Mobilität von Kapital stärker reguliert, der Finanzssektor besser in der Realwirtschaft verankert und Gewinne global tätiger Unternehmen gerechter versteuert werden. Um die Abhängigkeit von fragilen Lieferketten zu durchbrechen, müssen kritische Infrastrukturen und wichtige Wirtschaftsleistungen zudem wieder vermehrt lokal erbracht werden. Investitionen in die Digitalisierung bilden auch hierfür eine Chance.

Die Klimakrise ist bereits heute eine Tatsache. Die steigenden Temperaturen werden dabei nicht nur für die Natur, sondern auch für Menschen, Wirtschaft und die Gesellschaft zu einer immer grösseren Bedrohung. Die Erderwärmung wird wegen steigender Meeresspiegel riesige Küstengebiete unbewohnbar machen, Dürren werden immer mehr Ernten vernichten und die Zahl der Klimaflüchtlinge wird auf bis zu 140 Millionen Menschen ansteigen. Auch in der Schweiz bedroht die Klimakrise die Existenzgrundlage grosser Bevölkerungsteile. Die Schweiz muss zudem sicherstellen,

Mit einem richtigen Green New Deal können wir die Klimawende schaffen und auch einen nachhaltigen Weg aus der Coronakrise einschlagen.

Aline Trede Fraktionspräsidentin der Grünen im National- und Ständerat, Mitglied Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen

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Bild: AdobeStock/sea and sun

VON «CO-VID19» ZU «CO-2»

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Eine Pandemie hatte uns im ersten Halbjahr 2020 fest im Griff und sie wird auch die nahe Zukunft prägen. Die Gesundheitskrise ist global und zeigt eindrücklich unsere Abhängigkeit von globalen Produktionsketten, die Zerbrechlichkeit einer auf quantitativen und grenzenlosen Wachstum ausgerichteten Wirtschaft, die Systemimmanenz von bestimmten Berufen, die Bedeutung und Geschlechterverteilung der Care-Arbeit, globale ökonomische Unterschiede und damit die ungleichen Möglichkeiten, mit einer Extremsituation umzugehen. Was hat die Coronakrise mit der Klimakrise gemeinsam? Beides sind reale und globale Bedrohungen, beide fordern rasches, kluges, gemeinsames Handeln, beide brauchen alle Akteur*innen. Und beide rütteln gehörig an unseren Vorstellungen, Werten, Lebensstilen. Beide laden uns ein, uns über das Wesentliche – das Wesen hinter den Dingen – Gedanken zu machen, und den Gedanken Taten folgen zu lassen. Der Lockdown zeigte auf, dass es möglich ist, innerhalb kürzester Zeit einen neuen Alltag für die Menschen zu schaffen und dass mit politischem Wil-

len einiges, was als undenkbar galt, Realität werden kann. Aber er zeigte eben auch, dass abrupte Veränderungen ohne Einbezug der Bevölkerung zwar den schlimmsten Schaden abwenden können, aber keine nachhaltig funktionierenden Lösungen darstellen. Nachdem der erste Schock verdaut war, wuchs die Ungeduld. Denn man hat der Menschheit über Wochen genommen, was für den Inbegriff der Freiheit steht: grenzenlose Mobilität, grenzenloser Konsum, grenzenlose Möglichkeiten. Und hierin liegt die grosse Herausforderung in der Bewältigung der Klimakrise und eine naheliegende Parallele zwischen Corona und dem Klima. Es muss uns gelingen, die Bedeutung von Freiheit, ja die Bedeutung der vorherrschenden, positiv konnotierten Begriffe und Werte einer liberalen Gesellschaft, neu zu denken und in der Neuinterpretation für alle positiv zu besetzen. Denn solange Freiheit heisst, zu tun und zu lassen, was einem gefällt – weil man es sich leisten kann – solange taugt Freiheit nicht als Wegweiser in die nachhaltige Zukunft. Gelingt uns aber eine Transformation der hinter den Begriffen liegenden Bedeutung, dann sind wir bereits auf dem Weg in eine nachhaltige Zukunft. Wenn also

Freiheit im 21. Jahrhundert schon bald nicht mehr ein Freipass für grenzenlose Verschwendung, sondern beispielsweise ein «Frei-Werden» vom Konsumzwang bedeutet, dann haben wir zu den notwendigen gesellschaftlichen Grundlagen für den Wandel beigetragen. In den Projekten und Dienstleistungen des Ökozentrums machen wir es uns zur Aufgabe, mit einer Kombination der drei Nachhaltigkeitsstrategien Suffizienz, Effizienz und Konsistenz und mit einer einzigartigen Verbindung von Technik und erlebnisorientierter Bildung zu einer ressourcenneutralen Zukunft beizutragen. Im «Verändern-Müssen» liegt auch ein «Verändern-Können», «Verändern-Dürfen» und «Verändern-Wollen». Packen wir es an, gehen wir mit gutem Beispiel voran!

Linda Jucker Abteilungsleiterin Bildung & Gesellschaft Ökozentrum

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Bild: AdobeStock/sveta

KLIMAWANDEL – CHANCE FÜR KULTURWANDEL

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Menschen existieren seit rund 2,5 Millionen Jahren. Eine einzige Unterart mit dem Namen Homo sapiens sapiens, ganz weiser Mensch, zu der wir alle heutigen Menschen gehören, hat überlebt. Als Jäger und Sammler lebte der Mensch als Teil und im Einklang mit der Natur. Mit dem Übergang zum Viehzüchter und Hirten vor ca. 15 000 Jahren und vom Nomaden zum sesshaften Ackerbauer vor ca. 10 000 Jahren griff er in die Natur ein. Dadurch begann er mit der Emission der Treibhausgase Kohlendioxid (CO2), Lachgas (N2O) und Methan (CH4) auch das Klima zu beeinflussen. Es war die erste menschliche Revolution, die Agrar-Revolution. Die zweite menschliche Revolution war die industrielle Revolution, welche im 19. Jahrhundert mit dem massiven Verbrauch von Kohle, Erdöl, Erdgas und Torf einsetzte. Diese fossilen Energiequellen, während Jahrtausenden primär aus Lebewesen gebildet, werden heute durch uns als einzige Art von rund 20 Millionen Arten von Lebewesen, speziell seit 1950, in wenigen Jahrzenten ausgebeutet. Schon lange wurde gewarnt, dass die extreme Emissionszunahme der Treibhausgase einschneidende Folgen für Menschen, Ökosysteme und Nahrungsmittelproduktion haben wird. Die Nationale UNESCO-Kommission und die Schweiz. Naturforschende Gesellschaft z.B. veröffentlichten bereits 1982 eine Broschüre «Wie wir unsere Erde zum Treibhaus machen. Unterwegs zur Klimakatastrophe durch Kohlendioxid». Die Prognose ist Realität geworden. Der Mensch ist die Hauptursache der

Klimaänderung, welche im Vergleich zu andern Umweltschäden globale und langfristige Folgen hat, so z.B. Anstieg von Temperatur und Meeresspiegel, Gletscherschwund, Dürre, Wassermangel, Überschwemmungen, Steinschläge, Murgänge, Klimaflüchtlinge. Noch fehlt in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft der solidarisch notwendige Schritt vom Wissen zum Handeln. Es bedurfte des Weckrufs der Schülerin Greta Thunberg und der Klimajugend, die sich Sorgen um ihre Zukunft und unsere Lebensgrundlagen machen. Resignation, aber auch Schlagwörter wie Klimakiller, -katastrophe, -alarm, -sünder sind keine langfristig überzeugende Motoren zum Handeln. Notwendig ist eine dritte menschliche Revolution, eine Kulturrevolution. Der Klimawandel, genauso wie der Coranavirus, bietet eine Chance für einen menschlichen Kulturwandel. Das Wort Kultur leitet sich vom Verb colere ab, was «bebauen, bestellen, pflegen, Sorge tragen» sowie «verehren, wohnen» bedeutet. Der Mensch kann als einzige Lebewesensart Verstand, Herz und Sinne holistisch einsetzen, verantwortungsvoll die anvertrauten Ressourcen nachhaltig nutzen und schützen, pfleglich, achtsam und sorgend mit der Erde als gemeinsame Wohnung umgehen. Wer das Klima schützen will, muss es vor dem Menschen schützen, wer den Menschen schützen will, muss das Klima schützen. Er wählt klimaschutzaktive Politiker/innen, unterstützt Klimaschutzmassnahmen, berücksichtigt klimafreundliche Firmen bei Aufträgen und beim Kauf von Produkten, investiert in gerechte, ökologisch und sozial nachhaltige Anlagen, kauft klimafreund-

lich produzierte und transportierte Nahrungsmittel und andere Konsumgüter, vermeidet Flug- und Autoverkehr, hohe Heiztemperaturen, Fleischkonsum und das Wegwerfen von Nahrungsmitteln, hinterfragt das Wachstumsdogma. Klimagerechtes Verhalten wie Masshalten, Genügsamkeit, Respekt und Bescheidenheit bedeutet einen Gewinn an Lebensqualität, Gesundheit, geistiger und physischer Beweglichkeit, Wohlbefinden, Entschleunigung, Musse und Zeit für menschliche Kontakte, Naturund Kulturerlebnisse, gespürtes Erfahren des eigenen Daseins und Soseins. Der Blick eines strahlenden Kindes ist mehr wert als der Blick am Steuer auf eine Blechlawine auf der Autobahn. Das Betrachten einer Ameisenkolonie, das Lauschen eines Vogelkonzerts, das Einatmen frischer Waldluft, das Bestaunen der Farbenpracht einer Naturwiese ist beglückender als bei einer Kreuzfahrt das Aussterben des letzten Eisbären mitzuerleben. Wenig tiefgründig erlebt kann mehr bereichern als viel nur oberflächlich. Erst ein Mensch, der aktiv etwas für den Klimaschutz tut strahlt Hoffnung aus, wer hofft glaubt an eine lebenswerte enkeltaugliche Zukunft, liebt alles Seiende, ja erweist sich seines Namens «weiser Mensch» würdig.

Franz X. Stadelmann Dr. phil. nat., Agrarökologe

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Bild: AdobeStock/jozsitoeroe

DIE AGENDA 2030 GIBT DIE RICHTUNG VOR

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Nachhaltigkeit ist – wenn man von der aktuellen Pandemie absieht – «the flavour of the month». Nachhaltigkeit ist ein Geschäftsmodell, eine gesellschaftliche Mobilisierung, das Gebot der Stunde. Wer nachhaltig wirtschaftet, kann nicht falsch liegen. Wer nachhaltig konsumiert, braucht sich nicht einzuschränken. Nachhaltigkeit ist ein Schirm mit grosser Spannweite – vieles passt darunter. Zu den grossen Nachhaltigkeitsbekenntnissen passt wiederum schlecht, dass das Gros der Schweizer Bevölkerung noch nie etwas von der Agenda 2030 gehört hat, geschweige denn einzelne Ziele kennt. Im nationalen Parlament sieht es kaum besser aus: Zahlreiche ParlamentarierInnen gehen davon aus, es handle sich um ein Programm für Entwicklungsländer. Die Agenda 2030 ist eine Verpflichtung, der sich über 190 Staaten, die Schweiz inklusive, verschrieben haben. In 17 Zielen setzt sie Richtlinien für eine nachhaltigere Welt, in der nicht nur Privilegierte ein würdevolles Leben erreichen können und die auch für künftige Generationen Lebensqualität bereithält. Jene, deren ökologischer Fussabdruck gross

ist – wie die Schweiz – sind gefordert, die Weichen zu tiefgreifenden Veränderungen zu stellen. Denn die Verhältnisse sind klar: 50 Prozent des globalen CO2-Ausstosses wird von 11 Prozent der Weltbevölkerung verursacht. 33 Prozent des verfügbaren Stickstoffbudgets fliesst in den Fleischkonsum der EU-Bevölkerung, die 7 Prozent der Weltbevölkerung ausmacht. Nicht zuletzt: Die 2153 Milliardäre des Planeten besitzen mehr als 60 Prozent der Weltbevölkerung.1) Die Agenda 2030 setzt Ziele – den Weg dahin müssen wir politisch aushandeln. Der Druck dazu wurde im vergangenen Jahr von der Klimajugend auf die Strasse getragen. Unsere Produktion, unser Konsum, unsere Städte, die Mobilität, die Art, wie wir (bezahlte) Arbeit verteilen und unsere soziale Sicherheit finanzieren – all das sind Ansatzpunkte zu einem ressourcenleichteren Lebensstandard. Wir haben es heute in der Hand: Uns bleiben zehn Jahre Zeit, um die Ziele der Agenda 2030 und damit eine zukunftsfähige Welt zu erreichen. Widersprüche sind vorprogrammiert. So stellt sich etwa die Frage: Wie können wir mehr Men-

schen gesund ernähren, ohne die Artenvielfalt und das Klima noch stärker zu schädigen? Genau darin liegt die Herausforderung: Es gilt nicht, einzelnen Zielen nachzujagen. Vielmehr müssen sie in ihrer gegenseitigen Abhängigkeit analysiert und auf ihre verstärkende Wirkung hin zu substanziell nachhaltigeren und gerechteren Lösungen genutzt werden. Die in der Nachhaltigkeit engagierte Wissenschaft – darunter das CDE – erforscht, wie sich neue Technologien mit sozialen Innovationen und institutionellen Rahmenbedingungen so verbinden lassen, dass der nötige Wandel zur Nachhaltigkeit angestossen wird. Denn weiter wie bisher, nur etwas «grüner», reicht nicht. Die Wissenschaft allein schafft das jedoch nicht. Es braucht neue Gefässe für die aktive Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Das ist der grundlegende Erfolgsfaktor für tragfähige und gesellschaftlich zustimmungsfähige Lösungen abseits ausgetretener Pfade.

Dr. Sabin Bieri, Direktorin Centre for Development and Environment (CDE), Universität Bern

1) Oxfam, 2020

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Bild: AdobeStock/mavoimages

GENUSS UND VERANTWORTUNG PASSEN ZUSAMMEN

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Nachhaltige Ernährung ist regional und saisonal, so die weit verbreitete Meinung. Doch was heisst «regional» für ein kleines Land im Zentrum Europas? Und was heisst «saisonal» in unseren Breitengraden, wo die Anbauperiode keine 12 Monate dauert? Die Schweizer Landwirtschaft ist auf die Milch- und Fleischproduktion spezialisiert. So heisst regional oft Milch und Fleisch, die zudem immer Saison haben. Doch Tiere brauchen Futter: In der Schweiz wächst auf mehr als 80 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche und auf 60 % des Ackerlandes Tierfutter. Trotzdem reicht das nicht, es braucht zusätzlich Futtermittel aus anderen Ländern: 2018 wurden 1,4 Millionen Tonnen importiert. Das meiste davon, z.B. Weizen und Soja, wäre für die menschliche Ernährung geeignet. Ein anderer verbreiteter Tipp lautet: Wenn Fleisch, dann Poulet. Tatsächlich: keine andere Fleischsorte wird so billig und ressourceneffizient produziert. Darum wächst die industrielle Geflügelproduktion weltweit. In der Schweiz wurde sie in den letzten 20 Jahren verdoppelt – und ein Ende ist nicht absehbar. 2018 wurden hierzulande 72 584 106 Mastküken geschlachtet.

Davon profitiert nicht etwa die Landwirtschaft. In der Schweiz haben (nur) 1  % der Betriebe in die industrielle Pouletmast investiert. Sondern es profitieren die vor- und nachgelagerten marktmächtigen Unternehmen, allen voran die intransparenten Zuchtfirmen. Praktisch 100 % der «Schweizer» Mastpoulets stammen von Zuchtlinien der EW Group GmbH, einem global tätigen Unternehmen. Die schweizerische Poulet-Produktion ist zu 100% von Importen abhängig: Ohne laufenden Nachschub von Tieren und Futtermitteln kein «Schweizer» Poulet. Die vermeintlich hocheffiziente Geflügelmast ist zudem ein Haupttreiber des globalen Sojaanbaus. Es ist ganz einfach: Wer nachhaltig essen will, isst wenig Fleisch und zwar wenig von allen Sorten; und dies besonders auswärts. In der Schweiz wird die Hälfte des Fleischs ausser Haus gegessen, nicht zuletzt, weil es dort vergleichsweise am wenigsten kostet. Wenn die Nachfrage nach Vegi-Gerichten steigt, setzt dies einen Anreiz, die Qualität und Vielfalt von Vegi-Gerichten zu verbessern, was nötig ist. Nachhaltig essen hat nämlich nichts mit Ver-

zicht zu tun hat, im Gegenteil, aber das verlangt Know How. Zusammengefasst: Deutlich weniger tierische Nahrungsmittel, d.h. weniger Fleisch, weniger Milchprodukte (auch da hat’s Soja drin), weniger Eier, weniger Fisch. Dafür bewusst und mit Genuss! Auswärts kein Fleisch, sondern Vegi bestellen. Wer sich flexitarisch ernährt, hat die Chance die unglaubliche Vielfalt pflanzlicher Nahrungsmittel und Zubereitungen kennenzulernen. Davon profitieren die Umwelt, die Tiere, die Menschen in den Schlachtbetrieben und die eigene Gesundheit – und eine zukunftsorientierte Landwirtschaft, die vermehrt eine Vielfalt von pflanzlichen Nahrungsmitteln anbaut. Für diese Produkte aus der Nähe gibt es auch eine Nachfrage, denn die meisten Menschen bevorzugen die Landwirtschaft im eigenen Land. Weiteres zum Thema: www.novanimal.ch

Priska Baur ZHAW Life Sciences und Facility Management, Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen Grüental

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klimafreundlich Wirtschaft & Umwelt

Bild: AdobeStock/willyam

CLEANTECH

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ALS CHANCE Wachstumsbranche Cleantech: Gezielte Unterstützung in volatilen Zeiten Die Rangliste des Global Innovation Index (GII) kommt seit Jahren zum gleichen Ergebnis: Die Schweiz ist das innovativste Land der Welt. Die Innovationskraft unseres Landes zeigt sich auch im Umweltbereich. Mit Cleantech-Lösungen – sei dies zur effizienten Energienutzung, Wiederverwertung von Kunststoffen, Sanierung von Gewässern, Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe, Abfallnutzung zur Wärmeproduktion oder zur Abwasserbehandlung – erobern viele Schweizer KMU als Technologieund Qualitätsführer die Weltmärkte. Dies im Rahmen der Schweizer Exportförderung zu unterstützen, ist die Mission von Switzerland Global Enterprise (S-GE) als offizielle Schweizer Organisation für Exportförderung und Standortpromotion. Neue Realität im internationalen Geschäft Die Covid-19-Pandemie hat den globalen Handel stark verlangsamt. Inter-

national tätige Schweizer KMU sind von diesem Einbruch stark betroffen. Infolge dieser Jahrhundertkrise werden sich Märkte, Kundenbedürfnisse, Partnernetzwerke, Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodelle fundamental verändern. Hinzu kommt ein globales Umfeld, in dem geopolitische Spannungen, Handelsstreitigkeiten und Protektionismus in den vergangenen Jahren stark zugenommen haben und weiter zunehmen werden. Für den künftigen internationalen Erfolg von Schweizer Firmen ist es entscheidend, dass sie mit dieser Volatilität und Unsicherheit agiler und solider als die Konkurrenz umgehen können. Deshalb unterstützt S-GE Schweizer KMU gemeinsam mit seinen Partnern in 31 Märkten darin, (1) besser über die aktuelle Situation und die Chancen in den Zielmärkten informiert zu sein, (2) für den Marktwiedereintritt nach der Krise eine optimale Strategie zu haben, (3) vor Ort die relevanten Partner- und Kundenetzwerke gezielt zu stärken, (4) die eigene globale Wertschöpfungskette effektiv und rasch an die neuen Gegebenheiten zu adaptieren und (5) dank unseren lo-

kalen Teams und virtuellen Formaten rascher zurück im Markt zu sein. Gezielte Unterstützung für Schweizer Cleantech-Firmen Seit 2016 betreibt S-GE im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO und des Bundesamts für Energie BFE zudem ein Programm, welches gezielt das internationale Wachstum von Schweizer Cleantech-Firmen unterstützt. Die Vergangenheit zeigt: Schweizer KMU können gut mit Krisen umgehen. Erhalten sie in volatilen Zeiten gezielte Unterstützung, werden sie auch diese Krise zu meistern und als Chance zu nutzen wissen.

David Avery Leiter Cleantech bei Switzerland Global Enterprise (S-GE)

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klimafreundlich Wirtschaft & Umwelt FÜR KLIMA UND UMWELT:

ALDI SUISSE fördert erneuerbare Energien Auf dem Logistikzentrum in Perlen hat ALDI SUISSE dieses Jahr die grösste durchgehende Solaranlage der Schweiz in Betrieb genommen. Der Ausbau von Photovoltaik-Anlagen auf Filialdächern ist in vollem Gange. Es ist geplant, dass bis Ende 2021 über 40 Prozent aller Filialen mit hauseigener Stromgewinnung versehen werden. Die Nutzung und Förderung von erneuerbaren Energielösungen verfolgt der Schweizer Detailhändler ALDI SUISSE bereits seit 2014 erfolgreich. Seither bezieht das Unternehmen ausschliesslich Strom aus Schweizer Wasserkraft. Der logische nächste Schritt ist ein klares Bekenntnis zu nachhaltigem Handeln und umweltfreundlicher, sauberer Energieerzeugung: Wo möglich soll die Sonnenenergie auf den Dächern der eigenen Logistik- und Filialgebäude genutzt werden.

Logistikzentrum Perlen Dachfläche: 45 000 m2 Produktionskapazität: 6 460 Kilowatt Peak Paneele: 20 879 Erwartete Produktion: 5 678 340 KWh/Jahr

Die grösste durchgehende Solaranlage der Schweiz Auf dem ALDI SUISSE-Logistikzentrum im luzernischen Perlen wurde im Februar die grösste durchgehende Photovoltaik-Dachanlage der Schweiz gebaut. Eine Dachfläche in der Grösse von sechs Fussballfeldern steht für die Grünstromproduktion zur Verfügung. In knapp 16 Wochen Bauzeit sind 20 000 Solarmodule installiert worden. Diese erbringen nun insgesamt 6.46 Megawatt Leistung und erzeugen Strom sowohl

Auf dem ALDI SUISSE-Logistikzentrum in Perlen (LU) befindet sich die derzeit grösste durchgehende Dachanlage in der Schweiz. Foto: ALDI SUISSE

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klimafreundlich Wirtschaft & Umwelt Über ALDI SUISSE Das Detailhandelsunternehmen ALDI SUISSE ist in der Schweiz zu einer starken Marke geworden und hat sich etabliert. 2005 eröffnete ALDI SUISSE die ersten vier Filialen. Inzwischen gibt es schweizweit über 200 Filialen mit einem Angebot von rund 1 600 Artikeln. Das Unternehmen beschäftigt über 3 300 Mitarbeitende. ALDI SUISSE zählt auf eine zufriedene und treue Stammkundschaft, die täglich weiterwächst.

Auf rund 40 Prozent aller ALDI SUISSE-Filialen entstehen Photovoltaik-Zubauten.

für den Logistikstandort als auch für viele Haushalte in der Region. Voraussichtlich produziert die Anlage in einem Jahr gleich viel Strom mit der Energie der Sonne wie 2 150 Zwei-Personen-Haushalte* verbrauchen. Rund 25 Prozent des erzeugten Solarstroms wird direkt im Logistikzentrum verbraucht, die restlichen 75 Prozent werden ins Netz eingespeist.

50 000 Photovoltaik-Module auf rund 80 ALDI-Filialdächern Bis 2021 werden auf rund 40 Prozent aller Filialen des Schweizer Discounters Photovoltaik-Anlagen zugebaut. Sämtliche Filialstandorte der über 210 Filialen wurden sorgfältig statisch geprüft, ob sie überhaupt mit einer Solar-Dachanlage ausgestattet werden dürfen. Bei rund 80 Filialen ist das der Fall. Rund 50 000 Solarmodule mit jeweils 340 Watt werden verbaut. Der so produzierte grüne Strom wird vorrangig von den eigenen Filialen genutzt. Damit betreibt ALDI SUISSE unter anderem die Beleuchtung der Filiale, die Backöfen der PANETTERIA, die Kühlung und die Elektroladestationen auf den Kundenparkplätzen. Bei Überproduktion fliesst der Strom ins öffentliche Netz.

Als Detailhändler ist sich ALDI SUISSE seiner unternehmerischen Verantwortung bewusst. National und international setzt das Unternehmen mittels Corporate Responsibility-Grundsätzen und Einkaufspolitiken auf nachhaltige Strategien, um ein verantwortungsvolles Handeln von ALDI SUISSE und gemeinsam mit Geschäftspartnern entlang der Lieferkette zu gewährleisten. Weitere Informationen zum Nachhaltigkeitskonzept von ALDI SUISSE: heutefürmorgen.ch

Klimaneutralität: Berechnen, Reduzieren und Kompensieren Nach internationalen Standards und Vorgaben von myclimate wird der betriebliche CO2-Fussabdruck von ALDI SUISSE berechnet. Die Emissionen entstehen dabei vor allem durch den Betrieb von Filialen, Verteilzentren und LKWs. Durch verschiedene Massnahmen wie beispielsweise die Nutzung von erneuerbaren Energien für Wärmepumpen und Kühlanlagen, natürliche Kältemittel oder stetige Energieverbrauchsüberwachung, wird der Emissionswert systematisch verringert. Das zahlt sich aus: Zwischen 2012 und 2018 konnte der CO2-Fussabdruck pro Quadratmeter Verkaufsfläche um rund 47 Prozent reduziert werden. Die übrigen, schwer vermeidbaren Emissionen, werden mittels Gold-Standard zertifizierten Klimaschutzprojekten der Klimaschutzstiftung myclimate kompensiert. Dadurch gelten ALDI SUISSE-Standorte bereits seit vier Jahren als klimaneutral. * auf Basis des Stromverbrauches eines typischen 2-Personen-Haushaltes (Quelle: Nipkow, J. Haushalt-Strom-Verbrauch gesunken. Bulletin, 08/2019. Hrsg. Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen VSE & Electrosuisse)

ALDI SUISSE AG Niederstettenstrasse 3 9536 Schwarzenbach Schweiz

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klimafreundlich Wirtschaft & Umwelt Bis zu 80 Prozent weniger Kunststoff:

«Paperlite» 60 % weniger Kunststoff: Die Schale enthält einen Anteil von 87 % an FSC-zertifiziertem Papier. Dies reduziert den CO2-Fussabdruck der Schale um 62 % gegenüber einer herkömmlichen Kunststoffschale.

Ernst Sutter AG entwickelt nachhaltige Verpackungen Die Ernst Sutter AG hat in Zusammenarbeit mit Volg nachhaltige Fleisch- und Charcuterie-Verpackungen für das Label Agri Natura entwickelt. Die neuen Verpackungen kommen mit bis zu 80 Prozent weniger Kunststoff aus als ihre Vorgänger. Damit spart Volg künftig rund 40 Tonnen Kunststoff pro Jahr ein. Nachhaltigkeit – und damit der schonende Umgang mit Ressourcen – hat in den letzten Jahren insbesondere bei Lebensmittelverpackungen stark an Bedeutung gewonnen. Die Ernst Sutter AG hat sich bereits früh intensiv mit der Produkt- und Verpackungsentwicklung auseinandergesetzt. Das Ergebnis sind nachhaltige Verpackungen, die dem Umweltgedanken Rechnung tragen.

Weniger Kunststoff, mehr Recycling «Paperboard» 70 % weniger Kunststoff: Der FSC-zertifizierte Karton der Verpackung kann dem Recycling zugeführt werden dank einfacher Trennung von Folie und Karton.

Video «Verpacken von Produkten mit Paperboard»

Was die Verpackungen auszeichnet, ist der um bis zu 80 Prozent reduzierte Kunststoffanteil. Zwei der drei neuen Verpackungstypen sind nicht nur kunststoffreduziert, sondern auch zu einem Grossteil recycelbar, da sie aus den Materialien Karton und Folie bestehen, die sich leicht voneinander trennen lassen. Die Folie ist vom Karton ablösbar, der dann dem Recycling zugeführt werden kann. Dies ist ein wesentlicher Vorteil gegenüber herkömmlichen Kunststoffverpackungen, die komplett im Haushaltskehricht entsorgt werden müssen. Die Ernst Sutter AG setzt für Volg unter der Marke Agri Natura derzeit folgende nachhaltige Verpackungstypen ein:

«Paperlite» mit 60 Prozent weniger Kunststoff für geschnittene CharcuterieProdukte. Die Schale der Verpackung besteht vorwiegend aus Papierfasern und ist mit einer hauchdünnen Folie beschichtet, um die Produktsicherheit und -qualität zu gewährleisten. «Paperboard» mit 70 Prozent weniger Kunststoff für Frischfleisch. Das Produkt

«Paperseal» 80 % weniger Kunststoff: Die Innenfolie der Kartonverpackung lässt sich komplett vom Karton trennen. Der Karton kann dem Recycling zugeführt werden.

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liegt auf einem folienbeschichteten Trägerkarton. Beides wird mit einer Oberbahnfolie überzogen, die das Produkt luftdicht verschliesst. Die Folie des Trägerkartons lässt sich einfach vom Karton ablösen.

«Paperseal» mit 80 Prozent weniger Kunststoff für Hackfleisch und weitere Frischfleischprodukte. Die Kartonverpackung ist mit einer Innenfolie beschichtet, die sich komplett vom Karton trennen lässt.


klimafreundlich Wirtschaft & Umwelt Engagement für Mensch, Tier und Umwelt Eine ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltige Ausrichtung der Geschäftsaktivitäten ist der Ernst Sutter AG wichtig. In ihrer Leistungsübersicht zur Nachhaltigkeit berichtet sie über ihr Engagement für Mensch, Tier und Umwelt.

Leistungsübersicht zur Nachhaltigkeit

Herausforderungen bei der Entwicklung Während der mehrjährigen intensiven Produkt- und Verpackungsentwicklung sahen sich die Spezialisten der Ernst Sutter AG mit vielen Herausforderungen konfrontiert. So mussten beispielsweise Anlagen modifiziert oder komplett umgebaut werden, um die neuen Materialien testen zu können. Zudem war es notwendig, die neue Technologie an unterschiedliche Verpackungsgrössen anzupassen sowie einzelne Produkte in Bezug auf die Tranchengrösse zu modifizieren. Eine weitere Herausforderung war, dass die Paperlite-Verpackungen wie ihre Vorgänger wiederverschliessbar sein sollten und deshalb das Zusammenspiel zwischen Maschinen und Verpackungsmaterialien neu definiert werden musste.

Kunststoffreduktion mit Bedacht Die Ernst Sutter AG arbeitet bereits an weiteren umweltfreundlichen Verpackungen, immer mit kritischem Blick auf den Schutz des zu verpackenden Produktes. Denn Verpackungen, die zwar kunststoffreduziert oder sogar komplett kunststofffrei sind, aber dabei weniger Produktschutz bieten, sind nicht sinnvoll. Jedes Fleischstück, das weggeworfen werden muss, weil es wegen einer unzweckmässigen Verpackung vorzeitig verdorben ist, bedeutet Food Waste – und belastet die CO2-Bilanz mehr, als man durch kunststoffreduzierte Verpackungen gewinnt.

«Die Ernst Sutter AG arbeitet bereits an weiteren umweltfreundlichen Verpackungen, immer mit kritischem Blick auf den Schutz des zu verpackenden Produktes.» Michael Sedda Leiter Marketing & Produktmanagement Ernst Sutter AG

Ernst Sutter AG Schlachthofstrasse 5 CH-9015 St. Gallen-Winkeln T. +41 58 476 30 00 www.ernstsutter.ch

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Bucher Municipal setzt auf Nachhaltigkeit und Innovation Jeden Tag wachen wir in einer Welt von mehr auf. Mehr Menschen, mehr Abfall, mehr Verkehr, mehr Emissionen – und mehr extremes Wetter. Bei Bucher Municipal blicken wir über diese Herausforderungen hinaus. Wir verwenden intelligentere, effizientere Technologien, um mehr mit der Reinigung zu erreichen und Lösungen anbieten zu können, die weniger verbrauchen.

Elektrifizierung der zweiten Generation Mit der brandneuen CityCat V20e geht Bucher Municipal den Schritt der Elektrifizierung konsequent weiter. Die dabei eingesetzte Batterie mit 63 kWh, die eine komplette 8-Stunden-Schicht überdauert, entspricht neuster Technologie und ist eigens für den Einsatz in diesem 2 m3 Kompaktkehrfahrzeug entwickelt worden. Ein On-Board Ladegerät mit 22 kW ermöglicht das Wiederaufladen der Batterien in nur 2,5 h an jeder beliebigen öffentlichen Ladestation. Mit einer Energierückgewinnungsfunktion kann die Hochvoltbatterie auch beim Abbremsen aufgeladen und somit die Reichweite zusätzlich vergrössert werden. Die vollelektrische Kehrmaschine ist auch in der 3,5Tonnen-Klasse erhältlich und kann mit normalem Autoführerschein gefahren werden. Kraftvoll und doch mit Rücksicht auf die Umgebung lässt sich die CityCat V20e dank der beeindruckend geringen Geräuschemissionen von 92 dB(A) rund um die Uhr einsetzen. Damit ist ihr Lärmpegel rund 10 dB(A) geringer als der Mittelwert des Wettbewerbs mit konventionellem Dieselantrieb. Zur Erklärung: Das menschliche Gehör empfindet eine Lärmzunahme von drei dB(A) als doppelt so laut. Für die Anwohnerinnen und Anwohner der Wohngebiete bedeutet dies weniger Lärm und CO2-Belastung und für die Gemeinden weniger Ausgaben. Ein einziges Kehrfahrzeug kann jährlich etwa 26 Tonnen CO2-Emissionen einsparen.


klimafreundlich Wirtschaft & Umwelt

Geringere Betriebskosten bei maximaler Kehrleistung Die CityCat V20e überzeugt nicht nur weil sie deutlich leiser, völlig abgasfrei und auf lange Sicht kostengünstiger ist als herkömmliche Dieselfahrzeuge. Dank dem Entfall von fossilen Treibstoffen, niedrigeren Wartungs-, Service- und Reparaturkosten fallen die Betriebskosten rund 73 % tiefer aus. Hinzu kommt der erhöhte Auslastungsgrad, der durch den Tag- und Nachtbetrieb erzielt wird und zu einer Effizienzsteigerung von 85 % führt. Die CityCat V20e bietet somit auf lange Sicht sowohl ökologisch als auch ökonomisch gesehen ein grosses Plus und setzt neue Massstäbe im Bereich der Elektrifizierung.

«Bucher Connect» – optimal vernetzt

Bucher Municipal Bucher Municipal ist ein weltweit führender Hersteller von Kommunalfahrzeugen. Das Produktangebot umfasst Kompakt- und Grosskehrfahrzeuge, Kanalreinigungsfahrzeuge, Winterdienstausrüstungen und Müllfahrzeuge. Bucher Municipal ist ein Geschäftsbereich der Bucher Industries AG.

Die Bucher Municipal hat mit Bucher Connect eine neue digitale Service-Dienstleistung entwickelt, die es ermöglicht, die Maschinen einer Flotte miteinander zu vernetzen. Egal, wie viele Fahrzeuge eingebunden sind, Bucher Connect sorgt dafür, dass die Fahrzeuge im Optimum betrieben werden, Flottenmanager einen besseren Überblick haben und sich so die Stillstandzeiten, Betriebskosten sowie der CO2-Ausstoss reduzieren. • Weniger Stillstandzeiten. Ein digitales Service- und Reparaturenbuch gibt jederzeit Einblick in die Historie und den Zustand der jeweiligen Fahrzeuge. Dies erlaubt eine vorausschauende Serviceplanung ohne Engpässe im Reinigungsdienst. • Dynamische Garantie. Die Aufzeichnung wichtiger Betriebsdaten ermöglicht einen besonders effektiven Einsatz der Flotte. Mit Bucher Connect wird bei Einhaltung der Vorgaben und der Durchführung der vorgeschriebenen Wartungen bei zertifizierten Servicepartnern zusätzlich die Garantie flexibel verlängert.

Igor Grgic Leiter Profit Center Schweiz

• Einfache Fernwartung. Durch die Verbindung der Fahrzeuge per Datennetz ergeben sich neue und insbesondere effiziente Supportmöglichkeiten. So sieht der Flottenmanager allfällige Störungsmeldungen in Echtzeit und kann umgehend intervenieren. • Geringere Betriebskosten. Der permanente Zugriff auf alle wichtigen Betriebsund Verbrauchsdaten erleichtert Fahrern und Flottenmanagern den Einsatz der Maschinen im Optimalbereich. Dadurch verringern sich Verschleiss und Energieverbrauch und der Reparaturbedarf sinkt. • Betriebskosten für Flottenmanagement. Die laufende Verfügbarkeit aktueller und bisheriger Betriebsdaten sämtlicher Fahrzeuge sowie deren Position ermöglicht es Flottenmanagern, optimale Schicht- und Routenplanungen vorzunehmen und jederzeit über den Zustand der Flotte informiert zu sein.

Bucher Municipal AG Murzlenstrasse 80 8166 Niederweningen Tel. +41 44 857 22 11 Info.ch@buchermunicipal.com www.buchermunicipal.com

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klimafreundlich Wirtschaft & Umwelt

IN EIGENER SACHE – E-TRUCK MAN

SPAR steht unter Strom Das Streben nach Verbesserung war schon immer unser Antrieb. Wir arbeiten jeden Tag daran, alles bei SPAR besser zu machen – die Läden, das Angebot und unseren Service. Nun haben wir einen weiteren von vielen Schritten gemacht, um unsere Ökobilanz zu verbessern. Seit Juli 2020 ist der erste voll elektrische SPAR Lastwagen im Einsatz, der nun fast lautlos die SPAR Märkte mit allem beliefert, was Ihren Alltag besser macht. Bereits im August 2012 stellten wir den ersten Hybrid-Lkw im schweizerischen Lebensmittelhandel in Dienst.Mit diesem «Flüstertruck» werden seither alle unsere Märkte in der Region Zürich bedient. Ermutigt durch die guten Erfahrungen, gehen wir nun einen Schritt weiter hin zu einer komplett emissionsfreien Mobilität und haben unseren ersten voll elektrischen Lkw in Betrieb genommen. Wir planen, pro Jahr mit unserem «Stromer» mindestens 19 000 Liter Diesel einzusparen. Dies entspricht gut 50 Tonnen CO2, die die Atmosphäre nicht belasten.

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klimafreundlich Wirtschaft & Umwelt Die SPAR Gruppe

Vertreter von MAN und SPAR bei der feierlichen Schlüsselübergabe.

Umweltschutz liegt uns schon lange am Herzen Der neue Elektro-Lkw ist eines der sichtbarsten Zeichen unserer vielen Bestrebungen, die Umwelt zu schonen. Andere wirken im Verborgenen. Wie zum Beispiel die stetig verbesserte Auslastung unserer Flotte durch gezielte Abholungen von Handelswaren bei strategisch günstig gelegenen Lieferanten. Allein durch diese Massnahmen gelingt es uns jedes Jahr, über 150 Tonnen CO2 einzusparen. Wo es sinnvoll ist, nutzen wir auch die Bahn, um die Strassenkilometer weiter zu reduzieren. Alleine durch eine strategische Tourenoptimierung in der Südostschweiz und der Zusammenarbeit mit der Rhätischen Bahn (RhB) bei der Belieferung unserer SPAR Märkte in Davos und Klosters, fallen jährlich weitere 85 000 Strassenkilometer weg. Es sind viele kleine Schritte, die zu einem grossen Sprung nach vorn führen, und wir sind laufend daran, weitere Massnahmen und Ideen zu entwickeln, um die Umwelt in unserem schönen Land zu schützen.

Die SPAR Gruppe Schweiz mit Sitz in Gossau SG erwarb im 1989 die SPAR Lizenz für die gesamte Schweiz und Fürstentum Lichtenstein von SPAR International. Seit April 2016 ist die SPAR Gruppe Schweiz ein Tochterunternehmen der südafrikanischen SPAR Group Ltd. Zur SPAR Gruppe Schweiz gehören 182 SPAR Nachbarschaftsmärkte, SPAR express Convenience Märkte und SPAR mini sowie 11 TopCC Cash & Carry Grossmärkte. Ein Viertel der SPAR Nachbarschaftsmärkte sind eigene Filialen, die anderen drei Viertel werden von selbständigen Detaillisten im Franchising-System geführt. Selbständige maxi/// Detaillisten und weitere Kunden werden ebenfalls von SPAR beliefert. Die SPAR Gruppe beschäftigt 2000 Mitarbeitende (umgerechnet auf Vollzeitstellen) – davon 279 Lernende.

Gute Energie bringt uns vorwärts Mit unserem neusten Flottenzugang setzen wir ein weiteres Zeichen und nehmen unsere Verantwortung gegenüber Mensch und Umwelt wahr. Als erstes Unternehmen in der Schweiz setzen wir den ersten Elektro-Lkw (eTGM) aus dem Hause MAN ein. Das Fahrzeug wurde von MAN in München entwickelt und ist mit einem 264 kW (360 PS) starken Elektromotor ausgerüstet, der das Fahrzeug bei optimalen klimatischen und topografischen Verhältnissen bis zu 180  km weit fahren lässt. Dank der raffinierten Bremskraft-Rückgewinnung (Rekuperation) lässt sich dieser Wert sogar noch steigern. Ab sofort wird es möglich sein auf dem ostschweizerischen Strassennetz unserem E-Truck zu begegnen. Aber Sie müssen Ihre Ohren gut spitzen, denn trotz seiner respektablen Grösse und 26  Tonnen Gewicht ist unser ElektroLkw nicht nur emissionslos, sondern auch fast geräuschlos unterwegs. SPAR Handels AG Tel: +41 71 313 76 31 Fax: +41 71 314 76 31 Schlachthofstrasse 12 9015 St. Gallen Schweiz www.spar.ch

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ifolor im neunten Jahr in Folge für Klimaneutralität ausgezeichnet Seit 2011 arbeitet ifolor CO2-neutral: Der ökologische Fussabdruck wird minimiert und unvermeidbare Emissionen 1:1 kompensiert. Dafür zeichnet Swiss Climate das Unternehmen bereits zum neunten Mal mit dem Label «CO2 Neutral» aus. ifolor sorgt bereits seit 2011 für eine klimaneutrale Geschäftsführung. Das Schweizer Familienunternehmen mit Hauptsitz in Kreuzlingen hatte sich damals zum Ziel gesetzt, seine CO2-Emissionen bis 2020 um 50 % zu senken. Dieses Ziel wurde bereits 2018 übertroffen (–56 % gegenüber 2011).

Massnahmen von ifolor zur CO2-Reduktion Es wurden fünf Kernmassnahmen zur CO2-Reduktion ausgemacht. Zum einen werden Holzeinwegplatten separat entsorgt, Mitarbeiter werden ermuntert, weiterhin auf Geschäftsflüge zu verzichten, die Aluplatten der HD-Metal Prints werden recycelt, die Heizungsanlage laufend optimiert und es wird der Einsatz von Solarkollektoren geprüft. «Wir sind uns unserer Verantwortung für eine gesunde Umwelt bewusst. Auch im Alltag und den kleinen Dingen suchen wir stets Verbesserungspotenzial für einen schonenden und nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen», sagt ifolor Quality Manager Andreas Schmidt. So hat eine Kundenumfrage ergeben, dass die Kalender-Plastikschutzfolie von den Kunden nicht als

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zwingend notwendig erachtet wird. Deshalb stellt ifolor ab sofort den Produktionsprozess um und verzichtet ab Ende Juli 2020 vollständig auf diese. Ab Herbst 2020 nimmt ifolor ausserdem an der «Bike to Work»-Challenge teil, um die grosse Verursacherquelle der Pendelfahrten zu minimieren. Wer an mindestens der Hälfte der Arbeitstage zu Fuss, mit dem Fahrrad oder ähnlichen Gefährten wie dem Skateboard oder Trottinett zur Arbeit erscheint, hat die Chance auf Preise im Wert von über 140 000 Franken.

Unterstützung nachhaltiger Projekte

ifolor macht unvergessliche Momente in personalisierten Fotoprodukten wiedererlebbar. Unser Angebot umfasst hochwertige Produkte wie Fotobücher, Fotokalender, Fotogrusskarten, Wanddekorationen, Fotogeschenke und Fotos. Als 1961 gegründetes Familienunternehmen verknüpfen wir Tradition mit Innovation und arbeiten seit 2011 klimaneutral. ifolor ist in fünfzehn Ländern aktiv, beschäftigt rund 270 Mitarbeitende und erzielt jährlich mehr als 100 Mio. CHF Umsatz. Unsere beliebten Fotoprodukte fertigen wir am Schweizer Hauptsitz in Kreuzlingen und im finnischen Kerava.

Um die Emissionen, welche 2019 durch die Geschäftstätigkeit von ifolor freigesetzt wurden, vollständig zu kompensieren, investiert ifolor in drei nachhaltige Swiss Climate Projekte. Einerseits werden Familien aus Ghana mit energieeffizienten Kochern versorgt, die den Bedarf an fossilen Brennstoffen massiv reduzieren und damit CO2-Emissionen einsparen. Ausserdem unterstützt ifolor ein Regenwaldschutzprojekt in der Demokratischen Republik Kongo, das 1900 km2 Regenwald vor der Umwandlung in Subsistenzlandwirtschaft bewahrt, und ein Projekt im Kanton Schwyz, bei welchem 73 km2 Wald nachhaltig bewirtschaftet werden, was der Speicherung von CO2, dem Erhalt der Biodiversität und der Produktion von Energieholz zur erneuerbaren Energieproduktion dient.

Bild: Hansi Hauff

Hannes Schwarz CEO

Ifolor AG Sonnenwiesenstrasse 2 8280 Kreuzlingen Tel. +41 71 686 54 54 www.ifolor.ch

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Lidl Schweiz steckt die Sonne in den Tank Lidl Schweiz ist im Bereich der erneuerbaren Energie Partner der Empa. In einem Kooperationsprojekt soll aus Wasser, Sonnenergie und CO2 erneuerbares Gas hergestellt werden. In Zukunft beabsichtigt Lidl Schweiz, diesen erneuerbaren Treibstoff für seine Lastwagen zu nutzen und damit Filialen komplett fossilfrei zu beliefern. Der Detailhändler ist dazu eine Partnerschaft mit der Empa eingegangen und unterstützt das Projekt mit einer 6-stelligen Summe. Lidl Schweiz hat sich das Ziel gesetzt, bis 2030 alle seine Filialen fossilfrei zu beliefern. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es technologischen Fortschritt und eine Zusammenarbeit zwischen Forschung und Wirtschaft. Im Rahmen des Projektes «Goodbye Diesel» hat Lidl Schweiz bereits in eine Infrastruktur für die Anwendung von Flüssigerdgas (LNG) investiert. Diese Infrastruktur soll zukünftig mit erneuerbarem Gas betrieben werden. Damit kann fossiler Diesel im Güterschwerverkehr ohne Kompromisse ersetzt werden.

Projekt mit der Empa

Aus überschüssiger erneuerbarer Energie wird Wasserstoff hergestellt. Dieser wird mit CO2 in Methangas umgewandelt und als fossilfreier Treibstoff in Lidl Gas-LKWs eingesetzt.

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Lidl Schweiz ist Partner der Empa und unterstützt damit die Entwicklung einer neuartigen Power-to-Gas Anlage. Diese Anlage zeigt auf, wie in Zukunft aus überschüssiger erneuerbarer Elektrizität fossilfreier Treibstoff hergestellt werden kann: aus Wasser, Sonnenenergie und CO2, welches aus der Atmosphäre gefiltert wird. Ueli Rüger, Head of Logistics von Lidl Schweiz: «Bereits Ende 2022 wird es uns möglich sein, einen Lidl Lastwagen mit 100 % fossilfreiem, einheimischem Treibstoff an


klimafreundlich Wirtschaft & Umwelt Über das Unternehmen Qualität, Frische und Swissness zeichnen das ausgewählte Sortiment von Lidl Schweiz aus. Effizienz prägt die Welt von Lidl. Dies garantiert das beste Preis-Leistungs-Verhältnis und schafft die Basis für gelebte Nachhaltigkeit, die allen etwas bringt.

Bereits 2022 soll ein Lidl Gas-LKW an dieser Anlage der Empa 100 % fossilfreien, einheimischen Treibstoff tanken.

der Anlage zu tanken. So können wir erste Erfahrungen mit dieser Technologie sammeln und den Weg für eine nachhaltige Logistik ebnen.»

Lidl Schweiz betreibt zwei Warenverteilzentren, das eine in Weinfelden (TG), das andere in Sévaz (FR). Diese bedienen die über 140 Filialen in der ganzen Schweiz, weitere Filialen werden in den nächsten Jahren eröffnet. Das Unternehmen beschäftigt über 4’000 Mitarbeitende.

«Die CO2-Emissionen des Langstrecken- und Lastverkehrs sind sehr relevant. Wir freuen uns, mit Lidl Schweiz einen weiteren Partner auf dem Weg zu fossilfreien Güter- und Warentransporten gefunden zu haben», sagt Brigitte Buchmann, Direktionsmitglied der Empa und Leiterin des Departements «Mobilität, Energie und Umwelt».

Technische Hintergründe Erneuerbare Energien aus Sonnen- und Windkraft fallen sehr unregelmässig an – oft nicht dann, wenn sie gebraucht werden. Um temporär überschüssige Energie nutzbar zu machen, muss sie gespeichert werden. Ein Speicherverfahren ist die Methanisierung. Dabei wird die überschüssige erneuerbare Energie zur Herstellung von Wasserstoff genutzt, der mit CO2 in Methangas umgewandelt wird. Dieses kann entweder ins Gasnetz eingespielt werden oder ist in verflüssigter Form speicher- und als fossilfreier Treibstoff für LKWs nutzbar.

Potenzial für CO₂-neutrale Fahrzeuge Das energetische Potenzial dafür ist gross. Würde die überschüssige erneuerbare Elektrizität, die bei hohem Ausbau der Photovoltaik im Sommerhalbjahr in der Schweiz erwartet wird, für Treibstoff genutzt werden, könnten Hunderttausende von Personenwagen CO₂-neutral mit einheimischer Energie betrieben werden. Julia Baumann, Department Manager Sustainability bei Lidl Schweiz, sagt: «Methan kann aus erneuerbarer Energie oder biogenen Quellen in der Schweiz produziert werden. Damit werden der CO₂-Ausstoss im Verkehr und unsere Abhängigkeit von importiertem Treibstoff signifikant reduziert.» Noch grösser ist das Potenzial weltweit, insbesondere im Sonnengürtel oder in Off-Shore-Windparks. Erneuerbares synthetisches Gas kann aufgrund vorhandener Handelsmechanismen, Infrastrukturen, Normen und Expertenwissen kostengünstig transportiert werden. Verflüssigt hat das nachhaltige Gas in der Logistik keine Nachteile gegenüber Diesel und ermöglicht dieselben Nutzlasten und Reichweiten wie Fahrzeuge mit Dieselantrieben. «Brenn- und Treibstoffe aus erneuerbarer Energie könnten bis 2050 gegen 50 % des heutigen weltweiten Erdölverbrauchs ersetzen.» Christian Bach, Leiter Fahrzeugtechnik Empa

Sabine Rapold Senior Manager Logistics sabine.rapold@lidl.ch

Dunantstrasse 15 8570 Weinfelden Tel. +41 (0)71 627 82 00 www.lidl.ch www.lidl.ch/gesagt-getan www.facebook.com/lidlch www.instagram.com/lidlch

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Die nachhaltigste

Eventlocation der Welt

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www.umweltarena.ch


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Klimaschutz im Supermarkt

Klimaneutral kann jeder!

Biologisch, saisonal, fair gehandelt … und klimaneutral! Verbraucher werden auch im Lebensmittelsektor immer anspruchsvoller: Sie achten auf bio, saisonal oder fair gehandelt – und immer mehr auch darauf, ob Produkte klimaneutral ausgezeichnet sind. Sogar Discounter führen inzwischen erste klimaneutrale Lebensmittel im Sortiment.

Wie gross ist der CO2-Fussabdruck? Wer Produkte klimaneutral anbieten möchte, braucht zunächst einmal eine genaue CO2-Bilanz zu seinem Produktlebensyklus. Mit dem CO2-Fussabdruck lässt sich feststellen, wo Treibhausgase kontinuierlich reduziert werden können. Zum Beispiel durch optimierte Produktionsprozesse oder innovative Verpackungskonzepte.

Seit fast 15 Jahren unterstützt ClimatePartner Unternehmen dabei, Wachstumschancen durch freiwilligen Klimaschutz zu schaffen: indem wir ihnen helfen, CO2-Emissionen zu reduzieren und auszugleichen. Mit international anerkannten Klimaschutzprojekten, die nach den höchsten Standards zertifiziert sind - wie dem Gold Standard oder dem Verified Carbon Standard. Unser Label für Klimaneutralität ist TÜV-zertifiziert. ClimatePartner unterstützt mehr als 2 500 Kunden in 35 Ländern und arbeitet eng mit Umweltverbänden zusammen. Melden Sie sich gerne, wir finden eine passende Klimaschutzstrategie für Sie!

Kontakt

Das Label «klimaneutrales» Produkt Egal wie klimafreundlich ein Produkt entsteht, am Ende bleiben immer unvermeidbare CO2-Emissionen übrig. Ein Produkt wird erst dann klimaneutral, wenn Sie diese durch Unterstützung eines international anerkannten Klimaschutzprojekts ausgleichen. Zum Beispiel, indem Sie Waldschutz in Brasilien oder saubere Windkraft unterstützen und so für konkrete CO2-Einsparungen sorgen. Glaubwürdig und für die Verbraucher transparent wird es, wenn Berechnung und das Klimaschutzprojekt über QR-Code und eine ID-Nummer nachvollziehbar dokumentiert sind.

Sven Berther Geschäftsführer T. +41 43 556 78 50 s.berther@climatepartner.com

Klimaneutrale Naturkosmetik: BIOKOSMA Swiss natural cosmetics

Klimaneutrales Trendgetränk: FOCUS WATER

ClimatePartnerLabel mit QR-Code und ID-Nummer

ClimatePartner Switzerland AG Technoparkstr. 1 8005 Zürich Tel. +41 43 556 78 50 Fax +41 43 556 78 59 info@climatepartner.ch www.climatepartner.ch

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klimafreundlich Energie

Bild: AdobeStock/adrian_ilie825

ENERGIE

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klimafreundlich Energie

WENDE Energiewende am Wendepunkt? Je nachdem, mit wem ich spreche, erhalte ich unterschiedliche Einschätzungen zur Entwicklung der Energiewende. Die ideologischen und politischen Grabenkämpfe sind noch lange nicht überwunden. Während die Befürworter der Energiewende von sinkenden Kosten sprechen, betonen Kritiker, es sei schwierig, in der Nacht und im Winter Strom von Solaranlagen zu gewinnen. Wie so oft haben beide Seiten recht und unrecht. Im Zentrum steht die Frage, wie wir mit der grössten Herausforderung der heutigen Zeit – der Klimakrise – umgehen. Da sind die neuen Technologien, die einen Beitrag zur Bewältigung versprechen, aber auch ihre Unzulänglichkeiten haben. Ihnen gegenüber steht unsere traditionelle Wirtschaft, angetrieben von Erdöl, das heute immer noch ideal ist, um Energie zu speichern, zu transportieren und anzuwenden. Aber wir bezahlen

einen hohen Preis: Der CO2-Ausstoss heizt das Klima auf und gefährdet unsere Wirtschaft und Lebensqualität. Das Dilemma können wir nur lösen, indem wir uns der Herausforderung stellen. Dazu eine Geschichte: Es wird erzählt, dass Carl Benz 1885 beim ersten Ausflug mit dem selbstkonstruierten Auto ins Nachbardorf auf einem Fuhrwerk Benzin zum Nachtanken mitführte. Vor 135 Jahren war die unbeschränkte Verfügbarkeit von fossilen Energieträgern – heute Basis unseres Wohlstandes – nicht gegeben. Wenige gaben den neuen Technologien damals eine Chance. Heute verdanken wir ihnen und dem unermüdlichen Engagement der Pionier*innen die vielen Fortschritte und Errungenschaften. 2020 sind wir in einer ähnlichen Situation wie Carl Benz vor 135 Jahren: Viele

erkennen die wirtschaftlichen Chancen, konsequent auf Energieeffizienz und erneuerbare Energien zu setzen. In der Umsetzung benötigen sie aber die richtigen Rahmenbedingungen. Auch das war früher nicht anders. 1900 erliess der Kanton Graubünden ein Autoverbot. Hätte es sich durchgesetzt, wäre die Entwicklung in der Mobilität sicher anders verlaufen. Heute sind Gesetze nötig, die die CO2-Emissionen in der Schweiz schrittweise senken. Um die Energiewende zu schaffen, braucht es statt Grabenkämpfe vielmehr unser aller Engagement. Gemeinsam können wir die Wirtschaft von morgen gestalten. Klimatauglich.

Dr. Christian Zeyer Geschäftsführer & Leiter Research bei swisscleantech

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klimafreundlich Energie

Integrale Energieund Mobilitätslösung Das Wohnareal Stockacker in Reinach (BL) beweist, dass sich der Einsatz von erneuerbaren Energien bei einem integralen Gesamtkonzept auch wirtschaftlich lohnt. Energie 360° plant, realisiert, finanziert und betreibt für das Areal eine zukunftssichere Energie- und Mobilitätslösung. Diese kombiniert die beiden Energieträger Erdwärme und Solarenergie optimal. Die Überbauung umfasst 77 Wohnungen. Der langfristig orientierte Bauträger legt den Fokus auf sozialverträglichen und ökologischen Wohnungsbau. Energie 360° hat für das Areal eine integrale Energie- und Mobilitätslösung entwickelt, bei der alle Anlagen für Wärme, Kälte, Strom, Elektromobilität und Smart Solutions zu einem Gesamtsystem zusammengefügt werden. Die Partnerschaft erstreckt sich über den gesamten Lebenszyklus aus Entwicklung, Finanzierung, Realisierung, Betrieb und Energiemanagement. Heizen mit Erdwärme

Die Wärmeproduktion erfolgt im Areal Stockacker zentral mit Wärmepumpen. Als Energiequelle dient Erdwärme, die durch Erdsonden gewonnen wird. Gegenüber einer eigenen Wärmeerzeugung pro Gebäude hat die gemeinsame Heizzentrale einen doppelten Vorteil: eine höhere Versorgungssicherheit durch Redundanz bei gleichzeitig tieferen Investitionskosten. Die 24/7-Fernüberwachung garantiert einen zuverlässigen und effizienten Betrieb. Im Sommer werden die Erdsonden durch Free Cooling regeneriert, damit ihre Qualität langfristig erhalten bleibt. Dabei wird den Räumen über die Bodenheizung Wärme entzogen. Die sanfte Kühlung steigert den Wohnkomfort. Umweltschonende Mobilität

Um die Ziele der Energiestrategie 2050 zu erreichen, muss künftig auch eine umweltschonende Mobilität im Fokus stehen. Deshalb bezieht Energie 360° bei ihren integralen Energielösungen die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge schon in der Planung


klimafreundlich Energie mit ein. Im Areal Stockacker realisiert Energie 360° ein Gesamtkonzept für intelligentes Laden mit schrittweiser Erweiterung nach Bedarf der Bewohner. Die einzelnen Ladepunkte lassen sich dabei nach dem Plug-and-Play-Prinzip einfach installieren und ins Gesamtsystem integrieren. Langfristige Performancegarantie

Weil bei der integralen Energie- und Mobilitätslösung des Areals Stockacker alle Elemente intelligent verknüpft werden, resultieren daraus gewichtige Vorteile: Erstens ergeben sich Synergien durch ein perfektes Zusammenspiel der verschiedenen Gewerke. Die Bauherrschaft erhält ein abgestimmtes Energiesystem mit langfristiger PerformanceGarantie aus einer Hand. Zweitens erhöhen sich die Behaglichkeit und die Attraktivität des Wohnraums für Bewohner und Arealnutzer. Drittens resultieren daraus stabile und tiefe Energiepreise, da die lokalen Energiequellen bestmöglich eingesetzt werden. Nicht zuletzt gewinnt die Umwelt. Die Energielösung «Stockacker» in Zahlen

Energie 360° macht nachhaltige Energie in der ganzen Schweiz nutzbar. 280 Mitarbeitende engagieren sich gemeinsam mit Kundinnen und Kunden, Partnern und Gemeinden für erneuerbare Energie und ökologische Mobilität. Energie 360° gehört zu 96% der Stadt Zürich, die sie – wie 42 weitere Gemeinden – mit immer mehr erneuerbarem Gas versorgt. Das Unternehmen plant, baut und betreibt Energielösungen, investiert in Elektroladestationen sowie Gastankstellen und ist führende Anbieterin von Biogas und Holzpellets. So leistet Energie 360° Tag für Tag einen Beitrag zur Umsetzung der 2000-Watt-Gesellschaft – hier und jetzt für die kommenden Generationen.

Anteil erneuerbare Energie: 100 % Autarkiegrad durch Solarstrom: 30 % Eigenverbrauchsanteil des Solarstroms: 50 % Leistung Photovoltaikanlage: 205 kWp Ertrag Photovoltaikanlage: 190 MWh/a Gesamtverbrauch Strom: 320 MWh/a Kontakt

Gesamtverbrauch Wärme und Warmwasser: 500 MWh/a Leistung Wärmepumpen: 240 kW

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Walter Ineichen Leiter Lösungsentwicklung

5

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6 3 2

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Energiezentrale mit Wärmepumpen

2 Leitungen zu den Gebäuden

(Wärme/Kälte) 3

Erdsondenfeld

4 Photovoltaikmodule 5

Batterieraum

6 Ladestationen für Elektroautos

Energie 360° AG Aargauerstrasse 182 Postfach 805 8010 Zürich Tel. 043 317 25 25 energieloesungen@energie360.ch www.energie360.ch

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klimafreundlich Kreislaufwirtschaft & Recycling

Bild: AdobeStock.com/jchizhe

MEHRFACH

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klimafreundlich Kreislaufwirtschaft & Recycling

NUTZEN Wiederverwenden statt Recyclen Jedes Jahr produzieren wir in der Schweiz pro Person über 700 kg Abfall (Siedlungsabfall). Mit dieser Abfallmenge pro Kopf gehört die Schweiz zu den Spitzenreitern in Europa - eine unrühmliche Auszeichnung und die dunkle Kehrseite des hiesigen Wohlstandes. Zwar stieg die Recyclingquote in der Schweiz seit 1970 um den Faktor 12 an, der Anteil an nicht wiederverwertbaren Abfällen blieb jedoch erschreckend konstant. Dies deutet darauf hin, dass der Ressourcenverbrauch der Schweiz nach wie vor sehr hoch ist. Weltweit zeichnet sich mit einem Ressourcenverschleiss von über 90 Mrd. Tonnen ein ähnlich erschreckendes Bild. Manövrieren wir weiter mit business-as-usual, verdoppelt sich dieser Wert bis 2050. Während die Welt jeweils im August ihren Overshoot Day verzeichnet, haben wir in der Schweiz bereits im Mai unser jährliches Ressourcenbudget aufgebraucht. In Anbetracht limitierter Verfügbarkeit von endlichen

und erneuerbaren Ressourcen ist dies höchst bedenklich. Eng verwoben mit diesem sichtbaren Desaster ist die schleichende, aber nicht weniger problematische Erhitzung unserer Atmosphäre durch Treibhausgasemissionen. In unserer Forschung zeigt sich immer wieder: Wir können diese tickende Zeitbombe entschärfen. Technisch ist vieles möglich, wenn es kulturell gewollt wird. Die Lösung finden wir in der Kreislaufwirtschaft (engl. Circular Economy). Sie bietet für Unternehmen eine durchschlagende Möglichkeit technische Innovationen, ökologische Weitsicht und innovative Geschäftsmodelle zu verbinden und so einen gesellschaftlichen Mehrwert zu generieren. Als regeneratives Wirtschaftssystem weiss sie die enormen Mengen an Ressourcen zurückzugewin-

nen und sie auf deren maximalem Wert zu nutzen. Recycling ist dabei zentral, doch bei Weiten nicht alles. Wir müssen früher starten und das Design von Produkten und Dienstleistungen neu denken, Reparaturen und Wartung vereinfachen, Geschäftsmodelle innovieren, Kunden für zirkuläre Lösungen begeistern und die Wiederverwendung von Produkten oder Teilprodukten massiv erhöhen. Kreislaufwirtschaft kann die Kosten von Unternehmen reduzieren, Mehrwert für Kunden generieren, die Sinnhaftigkeit unternehmerischer Tätigkeit verbessern und einen positiven Effekt auf unsere Umwelt haben. Es steht ausser Frage, dass es dafür auch Institutionen braucht, die mit Anreizen und Regularien unsere ausufernde Ressourcennutzung eindämmen und nachhaltiges Wirtschaften wettbewerbsfähig machen.

Prof. Dr. Karolin Frankenberger und Fabian Takacs, Institut für Betriebswirtschaft (IfB), Universität St. Gallen (HSG)

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klimafreundlich Kreislaufwirtschaft & Recycling

Mehr Zusammenarbeit für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft Die Drehscheibe Kreislaufwirtschaft Schweiz setzt sich als Plattform dafür ein, Akteure der ganzen Wertschöpfungskette für das Thema Kreislaufwirtschaft zu begeistern und durch konkrete Projekte gezielte Wirkung zu erreichen. Denn neben dem Konsumenten tragen auch die Produzenten Verantwortung für die Umweltauswirkungen ihrer Produkte über den ganzen Lebenszyklus hinweg. Produktentwickler, Verpackungsspezialisten, Architekten, Ingenieure, Konsumierende und Ökonomen – sie alle bestimmen die Zukunft von morgen mit und sind essenzieller Bestandteil einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft. Reduce, reuse, recycle, rethink – das neue Denkmodell geht dabei weit über das Recycling hinaus. Die Kreislaufwirtschaft führt Ressourcen in möglichst geschlossenen Kreisläufen. Durch das Design der Materialien und neuen Geschäftsmodellen wird ein selbsterhaltendes System kreiert, welches Abfälle und Umweltverschmutzung reduziert und eliminiert. Produkte und Materialien sollen möglichst optimal in Gebrauch gehalten, beispielsweise durch Wiederverwendung oder Reparatur, und die Nachfrage nach Drehscheibe Kreislaufwirtschaft Schweiz und Swiss Recycling www.circular-economy.swiss www.swissrecycling.ch

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klimafreundlich Kreislaufwirtschaft & Recycling Primärrohstoffen minimiert werden. Kernthemen der Ökologie, Ökonomie, Gesellschaft, Politik und Wissenschaft werden aufgegriffen und eine nachhaltige Entwicklung angestrebt.

Swiss Recycling stärkt die Kreislaufwirtschaft in der Schweiz Mit dem Ziel, die Kreislaufwirtschaft zu stärken und den Umweltnutzen des Recyclings weiter zu optimieren, hat Swiss Recycling die Drehscheibe Kreislaufwirtschaft Schweiz ins Leben gerufen. Um den Begriff Kreislaufwirtschaft greifbarer zu machen, bietet die Drehscheibe auf ihrer Website (www.circular-economy.swiss) eine breite Wissensrubrik rund um diesen Themenbereich an. Mit Halbwahrheiten und Mythen wird dabei aufgeräumt, Begrifflichkeiten werden umfassend geklärt und Handlungsoptionen für den Alltag aufgezeigt.  Aufbauend auf den Leitsätzen des Ressourcen-Trialogs für die Abfall- und Ressourcenwirtschaft 2030 greift die Drehscheibe zudem unterschiedliche Schwerpunktthemen und Projekte auf, die übergreifend und in Zusammenarbeit mit den beteiligten Akteuren bearbeitet und umgesetzt werden.

Swiss Recycling ist die Dachorganisation der Schweizer Recycling-Systeme. Mit der «Drehscheibe Kreislaufwirtschaft Schweiz» schafft Swiss Recycling eine Plattform für engagierte Organisationen, die konkrete Lösungen zu mehr Kreislaufwirtschaft schaffen. Unter anderem werden nachhaltige Kreislauf-Indikatoren anstatt simpler SammelQuoten erarbeitet, damit Kreislaufwirtschaft ganzheitlich messbar wird. Das Design-for-Recycling wird über Branchenempfehlungen der betroffenen Industrien optimiert, womit auch der Rezyklat-Einsatz weiter verbessert werden kann. Schliesslich wird das notwendige Wissen zielgruppengerecht dargestellt und geteilt.

Anspruchsgruppen quer durch die Wertschöpfungskette denken mit Das aktuelle Projekt «Sammlung 2025 – Best Practice» beispielsweise soll Antworten geben, was, wie, wo mit welchem Nutzen und zu welchen Kosten schweizweit gesammelt werden kann, um Kreisläufe gerade im Kunststoffbereich vermehrt zu schliessen. Mit den Partnern der Drehscheibe werden dabei neue Szenarien entwickelt, die Standards setzen, Synergien zu bestehenden Sammlungen realisieren und ganzheitlichen Mehrwert generieren. Auch weitere Plattformen zu Schwerpunktthemen wie Reuse/Repair, Design for Recycling oder Branchenstandards in Bezug auf Rezyklierbarkeit werden in der Drehscheibe bearbeitet. Für eine erfolgreiche Umsetzung dieser Projekte braucht es jedoch die Zusammenarbeit aller Akteure der Wertschöpfungskette. Ganz im Sinne der Erweiterten Produzentenverantwortung (EPV) soll mit den Herstellern und Inverkehrbringern eine Systematik für ein optimiertes Recycling und einen Wandel hin zu mehr Kreislaufwirtschaft geschaffen werden.

Als Partner mitgestalten und mitentscheiden Sowohl Vertreter aus Industrie und Wirtschaft, Gemeinden als auch Verbände und Non-Profit-Organisationen können Partner der Drehscheibe Kreislaufwirtschaft werden und sich aktiv bei den Schwerpunktthemen und Projekten einbringen und ihren eigenen Best Practice vorstellen. Zudem profitieren alle Partner vom Wissenstransfer mit Experten und erhalten aktuelle Informationen zum Thema Kreislaufwirtschaft in der Schweiz. Verschiedene Workshops und Veranstaltungen wie beispielsweise das beliebte Forum Kreislaufwirtschaft fördern den Austausch unter den unterschiedlichen Akteuren und helfen, Lösungsansätze und innovative Ideen zu finden. Denn der Zeitpunkt, die Schweizer Wirtschaft zirkulärer zu gestalten, ist heute und braucht die Mitwirkung von allen. Weitere Informationen unter www.circular-economy.swiss

Patrik Geisselhardt Geschäftsführer patrik.geisselhardt@swissrecycling.ch

Drehscheibe Kreislaufwirtschaft Schweiz by Swiss Recycling Obstgartenstrasse 28 8006 Zürich Tel. 044 342 20 00 info@swissrecycling.ch www.swissrecycling.ch www.circular-economy.swiss

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klimafreundlich Kreislaufwirtschaft & Recycling

Recycling von ElektroautoBatterien Um die strengen CO2-Grenzwerte zu erfüllen, müssen die Automobilhersteller neue Wege gehen. Elektromobilität ist das Zauberwort. Damit verbunden ist die LithiumIonen-Batterie, welche die Energie im Fahrzeug zur Verfügung stellt. In naher Zukunft wird es praktisch kein Auto ohne Li-ion-Batterie geben: Mild-Hybrid-Fahrzeuge mit 48-Volt-Batterie, Hybrid und Plug-in-Hybrid mit 400 Volt, Elektrofahrzeuge mit bis zu 800 Volt und einem Gewicht von 400 bis 600 kg. Weshalb eigentlich Li-ion-Batterien? Diese Batterien haben eine relativ hohe Energiedichte und eine Zellspannung von 3,7 Volt. Sie bestehen bei Weitem nicht nur aus Lithium, sondern beinhalten weitere wertvolle Rohstoffe, deren Rückgewinnung sich lohnt. Eine 400-kg-Batterie mit NMC-622-Zellen enthält nebst beträchtlichen Mengen Stahl und Aluminium 50 kg Graphit (Kohlenstoff ), 33 kg Elektrolyt, 30 kg Kupfer, 30 kg Nickel, 10 kg Mangan, 10 kg Kobalt und 7 kg Lithium.

Copyright: Volkswagen AG

Kernkomponente für eine neue Ära – das Batteriesystem Die Bestandteile des MEB-Batteriesystems des VW ID3

Aufbau einer Li-ion-Batterie: Heute verwenden die meisten Autohersteller Pouchzellen. Darin sind die Elektroden zu Paketen aufeinandergeschichtet. Zellen werden zu Modulen zusammengebaut,


Wobei Feststoff-Lithium-Batterien voraussichtlich erst in fünf bis zehn Jahren in die Serie einfliessen. bis zehn Jahren in die Serie einfliessen.

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Entladen Entladen

Laden Laden

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Zylindrische Zelle Zylindrische Zelle

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Stiftung Auto Recycling Schweiz

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Die Vereinigung Schweizer AutomobilImporteure auto-schweiz leistet freiwillige Beiträge an die 1992 gegründete Stiftung Auto Recycling Schweiz. Ziel und Zweck ist die Förderung der umweltgerechten Entsorgung von Motorfahrzeugen. Die Stiftung unterstützt in diesem Sinne die Autoverwertung mit Entsorgungsbeiträgen für die Verwertung der Shredderleichtfraktion und fördert das Schliessen von Stoffkreisläufen.

positiver positiver Stromableiter Stromableiter Aluminium Aluminium Lithium-Ion Lithium-Ion

Li 1-x MO 2 Li 1-x MO 2

Separator Separator Li++ leitender Elektrolyt Li leitender Elektrolyt

Metall-Ion Metall-Ion

Sauerstoff-Ion Sauerstoff-Ion

Li C Li xxC nn

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Pris Pris

Wie funktioniert funktioniert das das Recycling Recycling vo v Wie

negativer negativer Stromableiter Stromableiter Kupfer Kupfer

Elektron Elektron

Graphit Graphit

Wie funktioniert eine Lithium-Batterie?

Die positiven Lithium-Ionen fliessen beim Laden von der MetallDie positiven Lithium-Ionen fliessen Laden der Metall- der Module zu Batteriepacks. Dazu kommen die beim Elektronik fürvon die Überwachung struktur in den Graphit und beim Entladen wieder zurück. Die struktur in den Graphit und beim Entladen wieder zurück. Zellen und Module, der Hochvolt-Anschluss mit der Absicherung sowie Die Heiz- und Spannung einer Zelle beträgt bis 3.7 Volt. Zellen werden zu Spannung einer Zelle beträgt bis 3.7 Volt. Zellen werden zu Kühlsysteme. Modulen zusammengeschaltet, ein paar Module ergeben das Modulen zusammengeschaltet, ein paar Module ergeben das Batteriepack. Ein Batteriemanagementsystem (BMS) überwacht, Zweitnutzung Batteriepack. Ein Batteriemanagementsystem (BMS) überwacht, regelt und schützt die Batterie. Wichtige Grössen sind TemperaIm Durchschnitt geben die 8 Jahre oder 160 000 km auf eine regelt und schützt dieAutohersteller Batterie. Wichtige Grössen sindGarantie Temperatur, Zellspannung und Ladeund Entladesteuerung. Restkapazität von 70 bis 80 % der ursprünglichen Batteriekapazität. Die Kapazität tur, Zellspannung und Lade- und Entladesteuerung. wird beeinflusst von der Anzahl Ladezyklen und dem Alter. Erfahrungen zeigen, dass unter normalen Umständen eine Batterie so lange hält wie das Auto selber. Mit einer Restkapazität von 70 % hat die Batterie noch nicht ausgedient. Es gibt weltweit zahlreiche Projekte und Anlagen für eine Zweitnutzung – das sogenannte Second-life – im Bereich der stationären Energiespeicherung. Zum Beispiel für die Speicherung von überschüssigem Strom aus Photovoltaikanlagen und Windturbinen oder zur Stabilisierung des Stromnetzes.

Recycling Ist die Batterie definitiv an ihrem Lebensende angekommen, erfolgen Ausbau, Entladung und Zerlegung. Die Automobilimporteure sind zusammen mit der Stiftung Auto Recycling Schweiz und der EMPA daran, die Grundlagen für die künftige kostenlose Rücknahme und Verwertung zu erarbeiten. Hohe Kosten verursachen Ausbau und Transport. Für die Verwertung der Batteriezellen mit den wertvollen Rohstoffen stehen im Ausland bereits einige Firmen mit pyro- und hydrometallurgischen Prozessen bereit. Nur fehlt gegenwärtig noch der Input, denn die Batterien halten länger als anfänglich gedacht. In ein paar Jahrzehnten werden die zurückgewonnenen Sekundärrohstoffe die Primärrohstoffe ersetzen. So schliesst sich der Stoffkreislauf. Die einzige Batterierecyclingfirma in der Schweiz, Batrec Industries AG, Wimmis, verwertet bereits heute defekte und kritische Batterien und Module.

Im Stiftungsrat sind vertreten: • auto-schweiz, Vereinigung Die meisten Lithium-Ionen-Batterie Schweizer Automobil-Importeure Die meisten Lithium-Ionen-Batterien Ofen verbrannt und anschliessend • ACS, Automobil Club Schweiz Ofen verbrannt und anschliessend v • AGVS,bei Autoist Gewerbe Verband die belgische Firma Umicore. bei ist die belgische Firma Umicore. Schweiz schmelzen die dünnen Kupferfolien • Amt für Umwelt, Kanton Aargau Kupferfolien schmelzen die dünnen gemeinsam mit Kobalt und Nickel e • ASTAG, Schweizerischer gemeinsam mit Kobalt und Nickel e Nutzfahrzeugverband verwertet werden kann. Das Lithium verwertet werden kann. Das Lithium • SSV, Schweizerischer Shredder Elektrolyt und das Aluminium in de Verband Elektrolyt und das Aluminium in der und landen in der Schlacke und sin • TCS, Touring Club Schweiz

und landen in der Schlacke und sind Weiterverwendung verloren. Neben Weiterverwendung verloren. Neben also der Pyrometallurgie, und dem also der Pyrometallurgie, und dem k Schutzgas gibt es indes noch ander Schutzgas gibt es indes noch andere Die Batrec Industrie AG, ein Schwei Die Batrec Industrie AG, ein Schweiz spezialist, shreddert die Akkus unte spezialist, shreddert die Akkus unte um Brände zu vermeiden. Die soge um Brände zu vermeiden. Die sogen Graphit, Kobalt, Nickel, Mangan und Graphit, Kobalt, Nickel, Mangan und urgisch bei Veolia weiter aufbereite urgisch bei Veolia weiter aufbereite

Daniel Christen Geschäftsführer

Stiftung Auto Recycling Schweiz Wölflistrasse 5 3006 Bern Tel. +41 31 302 36 24 info@stiftung-autorecycling.ch www.stiftung-autorecycling.ch

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klimafreundlich Kreislaufwirtschaft & Recycling

Das Schroth Paletten-Recycling DAS SCHROTH PALETTENund Rücknahme-System

RECYCLING UND RÜCKNAHME-SYSTEM Die Schroth AG schliesst per ausgeklügeltem Rücknahmesystem zum Palettenrecycling den sogennanten «Palettenkreislauf». Wir entsorgen nicht nur, sondern verwerten alle Paletten. Die Schroth AG bietet die Übernahme der überzähligen Paletten, die Palettenreparatur und die Lieferung von neuen und gebrauchten Paletten an. Reparierte EPAL Europaletten der Klassen A, B, C+, (C) von Schroth sind alle im Hochregallager sowie in der Fördertechnik einsatzfähig.

Über das Unternehmen

Im Jahr 1981, als Schroth Paletten in Deutschland gegründet wurde, hat niemand geglaubt, was daraus einmal entstehen würde. Heute entwickeln sich sowohl unser Stammsitz in Neustädtlein als auch unsere österDie Schroth AG schliesst per ausgeklügeltem Rücknahmesystem zum Palettenrecycling den so genannten „Palettenreichische Niederlassung in Dornbirn Aus Einweg- wird Ökopalette kreislauf“. Wir entsorgen nicht nur, sondern verwerten alle Paletten. Die Schroth AG Übernahme der überundbietet nichtdie zuletzt die völlig eigenstänSchaffen Sie Platz auf Ihrem Gelände und verbessern Sie dabei Ihre Umweltbilanz. Nutdig wirtschaftende Schroth AGEPAL hier zähligen Paletten, die Palettenreparatur und Lieferung vonEinwegpaletten neuen und gebrauchten Paletten an. Reparierte zen Sie unseren besonderen Service und lassen Siedie Ihre gebrauchten von in der Schweiz bestens. Das ist kein unspaletten abholen.der Nach fachgerechter Prüfung, Reparatur – dem sowie Euro Klassen A, B und C+ von Schrothund sindWiederaufbereitung alle im Hochregallager in der Fördertechnik Zufall. Vielmehr ist es daseinsatzfähig. Ergebnis eines cleveren, umweltfreundlichen Prozess des Upcyclings – gelangt die Palette wieder in den Kreislauf. Geschäftskonzepts und der Verdienst Dieser Kreislauf sorgt für einen wirtschaftlichen Umgang mit den Unternehmensressourunserer qualifizierten Mitarbeiter, die cen. Die verlängerte Lebensdauer schont die Umwelt. Unsere Ökopalette ist ein Beitrag jede Herausforderung meistern.

zum Umweltschutz und zu einer klimafreundlichen CO2-Bilanz in Ihrem Unternehmen.

Reparatur

Weiterverarbeitung

Verwertung

Paletten, die reparierbare Makel haben, werden gerichtet und kommen anschliessend zurück in den Kreislauf.

Paletten, die nicht repariert werden können, werden in Einzelteile zerlegt. Daraus entsteht eine umweltfreundliche Ökopalette aus gebrauchtem Holz.

Paletten und Palettenteile, die nicht mehr gebrauchsfähig sind, werden zu Hackschnitzeln geschreddert.

In Altstätten im St. Galler Rheintal haben wir uns ein modernes Zuhause geschaffen. Hier geben wir Paletten ein erstes und oft auch ein zweites und drittes Leben.

AUS EINWEG- WIRD ÖKOPALETTE

Felix Dietrich Geschäftsführer

Schaffen Sie Platz auf Ihrem Gelände und verbessern Sie

Dieser Kreislauf sorgt für einen wirtschaftlichen Um-

dabei Ihre Umweltbilanz. Nutzen Sie unseren besonderen

gang mit den Unternehmensressourcen. Die verlängerte

Service und lassen Sie Ihre gebrauchten Einwegpaletten

Lebensdauer schont die Umwelt. Unsere Ökopalette ist

von uns abholen. Nach fachgerechter Prüfung, Reparatur

ein Beitrag zum Umweltschutz und zu einer klimafreund-

und Wiederaufbereitung – dem Prozess des Upcyclings –

lichen CO2-Bilanz in Ihrem Unternehmen.

gelangt die Palette wieder in den Kreislauf.

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Schroth AG Transportstrasse 5 9450 Altstätten T. +41 71 757 88 77 info@schroth-paletten.ch www.schroth-paletten.ch


NEUWARE NEUWARE LIEFERUNG LIEFERUNG Wir Wirliefern liefernmit mitunserem unseremeigenen eigenen Schroth-LKW-Fuhrpark Schroth-LKW-FuhrparkNeuware Neuware sowie sowieÖkopaletten. Ökopaletten.

Lagerung Lagerungder der Paletten Paletten

Nutzung Nutzungder der Paletten Paletten

UPCYCLING UPCYCLING

RÜCKNAHME RÜCKNAHME

Mit Miteinem einemausgeklügelten ausgeklügelten System Systemzum zumPaletten Palettenrecycling recycling schliessen schliessenwir wirden denPalettenPalettenkreislauf. kreislauf.

Der DerSchroth-Abholservice Schroth-Abholserviceschafft schafft wieder wiederPlatz Platzauf aufIhrem IhremHof. Hof.

SORTIERSORTIER- UND UND PRÜFZENTRUM PRÜFZENTRUM Die DiePaletten Palettenwerden werdenvollautomavollautomatisch tischgeprüft geprüftund undjejenach nachZustand Zustand in inKlassen Klassensortiert: sortiert:

neuneuwertig wertig AA

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klimafreundlich Werbung & Print

Bild: AdobeStock/zefart

VIRENFREI

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klimafreundlich Werbung & Print

WERBEN Coronavirus Die Welt hat sich 2020 unerwartet verändert! Von China aus hat sich das Coronavirus über die ganze Welt ausgebreitet. Von Land zu Land waren die Folgen der Infektionen sehr unterschiedlich. Italien machte mit dramatischen Folgen den Anfang. Die Massnahmen für die Bevölkerung und die Wirtschaft waren und sind massiv. Ebenfalls stark betroffen war und ist auch die Schweiz. Grenzkantone waren sehr stark betoffen. Der Krisenstab des Bundes ordnete wie in vielen anderen Ländern auch über die Schweiz den Lockdown an. Eine Situation, welche man sich nie hätte vorstellen können. Hamsterkäufe waren an der Tagesordnung. Plötzlich waren Begriffe wie Homeoffice, Ausgangsvorschriften und Hygienemassnahmen alltäglich.

Der Bundesrat hat nach fast drei Monaten im Lockdown, im Juni das tägliche Leben, so weit wie möglich wiederhergestellt. Doch der Virus bleibt! Erste negative Virennester sind schon wieder entstanden. Wie es in Zukunft weitergehen wird ist Glaskugel lesen.

nach der Pandemie. Wie umgehen mit diesem Problem? In Restaurants, Arztpraxen und Coiffeurgeschäften stellt man sich diese Frage. Wie löst man dieses Problem am besten?

Viele Firmen haben die Zeit des Lockdowns genutzt, um an neuen Entwicklungen zu arbeiten. Auf der einen Seite wird mit Hochdruck an einem Impfstoff gegen das Coronavirus geforscht. Andererseits entwickeln innovative Firmen Lösungen für mehr Sicherheiten im täglichen Leben.

epple druckfarben AG hat dafür mit Finishing Microbe Protect 2400 einen Schutzlack entwickelt, der sofort alle Viren auf Zeitschriften, Menükarten und Verpackungen bei Gebrauch sofort zerstört. Dieses neue Produkt hilft der Zeitschriftenindustrie ihre Produkte wieder der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Auch Menükarten können so am Tisch wieder gelesen werden.

Zeitschriften und Menükarten waren plötzlich nicht mehr gefragt. Zu viele Menschen nahmen diese Produkte immer wieder in die Hände. Vor der Pandemie normal, nun gibt es aber eine Zeit

Das Jahrbuch «Klimafreundlich Schweiz» wurde mit diesem «Microbe Protect» lackiert und ist für jedermann beim Lesen virenfrei! Lesen Sie hierzu mehr auf den Seiten 50-51.

Bernhard Wicki Geschäftsführer epple druckfarben Schweiz GmbH, Hettlingen

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klimafreundlich Werbung & Print

Systematisch und gesamtheitlich nachhaltig «Hohes Engagement für die Umwelt, Erhalt der Arbeitsplätze und Kundenzufriedenheit.»

Nachhaltigkeit hat bei der Kromer Print AG System. Sie beginnt mit der strategischen Ausrichtung des Unternehmens auf die Kundenbedürfnisse, setzt sich durch die umfangreich zertifizierten internen und externen Prozesse fort und gipfelt in der Kompensation des CO2-Verbrauchs mit dem Oberallmig Klimaschutzprojekt, einem Schweizer Projekt zur Optimierung der Waldbewirtschaftung. Schonender Umgang mit den Ressourcen, Respekt vor dem Miteinander, Erhalt von Arbeits- und Ausbildungsplätzen, Schutz der Kundenbedürfnisse und sensibler Daten: Das Thema «Nachhaltigkeit» in all seinen Facetten gehört zur Kerndisziplin der Kromer Print AG in Lenzburg.

Unternehmerische Effizienz Die Kromer Print AG ist der grösste Ausbildungsbetrieb der grafischen Branche im Kanton Aargau und beschäftigt aktuell über 100 Mitarbeitende. In der vierten Generation führt CEO Andy Amrein das Unternehmen. 2012 wurde die Kromer Print AG mit dem 15. GC Management Award für eine erfolgreiche und effiziente Unternehmensausrichtung ausgezeichnet. Das Unternehmen setzte sich in dem internationalen Branchenwettbewerb gegen Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz durch. Der Award wird von der GC Graphic Consult GmbH für herausragende unternehmerische Leistungen verliehen.

Logistische Kompetenz Die Kromer Print AG setzt auf eine effiziente Unternehmensausrichtung in allen Bereichen. Interne und externe Prozesse werden standardisiert und integriert, die Weiterentwicklung folgt stets den Bedürfnissen der Kunden und Partner. Diese wiederum gewinnen dank nachvollziehbarer Abläufe Sicherheit und Vertrauen. Für diesen konsequenten Weg wurde die Kromer Print AG 2012 mit dem GC Management Award ausgezeichnet.

«Nachhaltigkeit ist kein Lippenbekenntnis, sondern eine Philosophie, die tief in der Unternehmung verankert ist und von allen mitgetragen wird.»

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Dank der eingetragenen Marke Printlogistik® wird «Printed in Switzerland» noch sinnvoller und effizienter. Die Kromer Print AG minimiert mit der integrierten Logistiklösung die Wege zwischen Produktion, Lagerung und Distribution der Druckerzeugnisse. Über einen Webshop können Kunden auf die bei der Kromer Print AG verwalteten Lagerbestände an Geschäftsdrucksachen zugreifen und die benötigte Menge bestellen.

Zertifizierte Sicherheit In der breiten Öffentlichkeit ist seit längerer Zeit das Thema Datenschutz ähnlich der Nachhaltigkeit ein rege und zu Recht diskutiertes Thema. Nach eingehender Prüfung hat die Kromer Print AG für ihre Kunden die Zertifizierung nach ISO 27001 im November 2015 erhalten und verfügt somit über den Leistungsausweis für den Schutz sensibler Daten und Informationen. Die internationale Norm ISO/IEC 27001 regelt die Einführung, den Betrieb sowie die laufende Optimierung eines  Informationssicherheits-Managementsystems. 

Ökologische Sparsamkeit Der gesamte Energie- und Materialverbrauch der Kromer Print AG wird laufend erfasst und dokumentiert. Mit regelmässigen Optimierungen der Reisetätigkeiten der


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Mitarbeitenden, der eigenen Logistik, der Leistungen der Produktionsmaschinen sowie mit umfassendem Materialrecycling in der Produktion und dem Einsatz von Recycling-Papieren für die Druckerzeugnisse werden sämtliche Ressourcen so stark wie möglich geschont.

Einheimische CO2-Kompensation Als Schweizer Industrieunternehmen kompensiert die Kromer Print AG ihren CO2Verbrauch im Inland durch die Unterstützung des Oberallmig Klimaschutzprojekts, welches als grösster Waldbesitzer der Schweiz die ökologische Waldbewirtschaftung optimiert. Mehr zum Projekt und dem Projektgebiet im Kanton Schwyz unter www. oak-schwyz.ch.

Umweltfreundlicher Neubau Im Frühsommer 2017 bezog die Kromer Gruppe mit der Kromer Print AG einen zusätzlichen, neu erstellten Produktionsstandort im Industriegebiet Gexi in Lenzburg. Das Gebäude wurde nach neusten Erkenntnissen in Sachen Produktionstechnik und Nachhaltigkeit beziehungsweise Umweltvorgaben geplant und gebaut. Während die Produktivität weiter gesteigert wurde, konnte die Energieeffizienz durch bauliche Massnahmen sowie eine auf Wärmepumpen basierende Heiz- und Klimaanlage nochmals verbessert werden.

Das Label «Printed in Switzerland» unterstützt die Firmenstrategie der Kromer Print AG optimal. Das Qualitätssiegel wird mit Freude und Stolz eingesetzt, wo immer es das Druckprodukt zulässt. Weitere Informationen zur laufenden Kampagne sind zu finden unter www.printed-in-switzerland.com. Unternehmung Die Kromer Print AG ist Teil der Kromer Gruppe und national tätige Dienstleisterin in den Bereichen gedruckter sowie digitaler Kommunikation inklusive massgeschneiderter Logistiklösungen. Liste aller Zertifizierungen • ISO 9001 • ISO 14001 • ISO 27001 • ISO 12647-2 (PSO) • PDFX-ready • FSC® • Klimaneutral (Swiss Climate) • Certificate Acertigo «Payment Card Industry Data Security Standard»

Gesamtheitliche Nachhaltigkeit Aus unternehmerischer Sicht ist Nachhaltigkeit als grosses Ganzes zu betrachten. Die grundlegende Philosophie der Kromer Print AG ist tief in der Unternehmung verankert und wird von allen vollumfänglich mitgelebt. Prozessoptimierung findet nicht nur aus der Sicht der Wirtschaftlichkeit, sondern immer auch aus Arbeitnehmerschutz statt, schonenderes Arbeiten und gesunde Arbeitsbedingungen sind ebenso wichtige Kriterien wie unternehmerische Effizienz. Die vielseitigen Fähigkeiten, Zertifikate und optimierten Prozesse stehen für die Kunden zur freien Auswahl, sodass alle Bedürfnisse rund um Qualitätsdruck, Drucklogistik, Daten- und Umweltschutz vollumfänglich abgedeckt werden.

Zukünftige Innovationen «Stillstand ist Rückschritt», sagte einst ein kluger Mensch und formulierte eine Weisheit, die heute noch aktuell ist. Oder angesichts des schnellen Wandels und der Digitalisierung aktueller denn je. Damit eine Unternehmung auch zukünftig effizient und nachhaltig wirtschaften kann, ist kontinuierliches Streben nach neuen Ideen unerlässlich. Materialien und Prozesse von morgen heute schon innovativ anzudenken, ist für die Kromer Print AG so zentral wie ganzheitliche Nachhaltigkeit.

Andy Amrein Geschäftsleiter/CEO andy.amrein@kromerprint.ch

Kromer Print AG Industrie Gexi Karl Roth-Strasse 3 5600 Lenzburg Telefon +41 62 886 33 33 kontakt@kromerprint.ch kromerprint.ch

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klimafreundlich Werbung & Print

«Microbe Protect» Innovative Produktlinie mit aktivem Nanosilver-Wirkstoffkomplex In Zeiten gesundheitlicher und gesellschaftlicher Herausforderungen leisten wir unseren Beitrag zum sicheren Drucken: Die innovative Produktlinie Microbe Protect enthält ein Additiv, das Bakterien und Viren mit einem exklusiven Nanosilber-Wirkstoffkomplex reduziert. Der neue wasserbasierte Glanzlack Finishfit Microbe Protect 2400 ist der Start dieser innovativen Produktlinie. «Jede Branche muss ihre volle Innovationskraft dafür einsetzen, gegenwärtige und künftige Pandemien einzudämmen. Der erste Baustein im Bogenoffsetdruck ist dabei der neue wasserbasierte Glanzlack Finishfit Microbe Protect 2400. Mit diesem können Druckereien bzw. deren Kunden zusätzlich einen wirksamen Virenschutz umsetzen. Das Einsatzgebiet des Lacks erstreckt sich von Pharma- und Lebensmittelverpackungen, über Magazine, Spielkarten und andere Druckprodukte, die einen aktiven Oberflächenschutz benötigen.» Helmut Fröhlich, Product Line Manager Packaging bei Epple, kann den Dispersionslack Finishfit Microbe Protect 2400 zur rechten Zeit anbieten. Seine Kollegin Dr. Vroni Walter, Leitung Forschung und Entwicklung bei Epple hat mit ihrem Team die Entwicklung des Produkts durchgeführt: «Der Glanzlack Finishfit Microbe Protect 2400 enthält ein Additiv, das auf einer speziellen nanosilberhaltigen Formulierung, mit besonders aktiviertem Wirkstoff, basiert. Die antimikrobielle und antivirale Funktionalität des Wirkstoffs ist wissenschaftlich nachgewiesen.» Finishfit Microbe Protect 2400 ist das Resultat von 18 Monaten Entwicklungsarbeit mit dem renommierten Nanoforschungsunternehmen RAS AG aus Regensburg sowie einer staatlichen Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie im Rahmen des «Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand». Das Element Silber wird von Menschen seit langem als effektives Mittel gegen Bakterien eingesetzt. In dem Entwicklungsprojekt konnte diese antimikrobielle Eigenschaft für Dispersionslacke nutzbar gemacht werden.

Das antimikrobielle Wirkprinzip Die im Lackfilm fest verankerten, elementaren Silber-Nanopartikel (Ag0 ) setzen positiv geladene Silberionen (Ag+ ) frei, die an der Oberfläche des Lacks die Anzahl von Bakterien und Viren maßgeblich reduzieren. Finishfit Microbe Protect 2400 wird den hohen Sicherheits- und Nachhaltigkeitsanforderungen unserer Gesundheitspolitik

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klimafreundlich Werbung & Print

Faszination Farbe

und Gesellschaft gerecht. Die Funktionalität des Wirkstoffs im Lack wurde an einem Druckmuster gemäß ISO 22196 gegen die Bakterienarten Escherichia coli (E. coli) und Staphylococcus aureus (S. aureus) getestet und zeigte eine Reduktion um bis zu 99,99 %. Die Wirksamkeit ist abhängig von der Konzentration des Wirkstoffs, besteht permanent (24/7) und ist langanhaltend aktiv. Auch der Gesundheitsschutz für Mensch und Umwelt ist gegeben: Silbernanopartikel werden aus dem getrockneten Lackfilm weder freigesetzt noch können sie abgerieben werden. Darüber hinaus wird der Wirkstoff auch zum viralen Schutz in medizinischen Masken eingesetzt.

PURe: reines Farbsystem frei von Metalltrocknern und Photoiniziatoren Die Reinheit der Farbe und ihre beschleunigte Weiterverarbeitung machen das eigenständige Farbsystem PURe aus. Dr. Carl Epple hat dessen Entstehung verantwortet: «PURe ist kein Feigenblatt des umweltfreundlichen Druckes. PURe ist wahrhaftig umweltschonend, völlig frei von Mineralöl, Photoiniziatoren oder den Metalltrocknern ölbasierter Offsetfarben. Wir benötigen keine potenziell toxischen Metalle wie Kobalt oder Mangan zur Trocknung. PURe schützt somit Mensch und Umwelt.» Grossen Wert legte man bei der Entwicklung auf die jetzt umgesetzte Kennzeichnungsfreiheit von PURe, was den umweltfreundlichen und Gesundheit schützenden Charakter der Farbe dokumentiert. Die schnelle und ressourcenschonende Verarbeitung der natürlichen Farbe spart dem Drucker Zeit und Kosten ein. Qualitätssichernd wirkt dabei das Wegschlagen der geruchsneutralen Farbe PURe. Im vergleich zu konventionellen, ölbasierten Druckweise, bei der eine Weiterverarbeitung unter etlichen Stunden kaum realisierbar ist, lassen sich Aufträge deutlich effizienter abarbeiten. Dabei werden bei der Trocknung von PURe keine Zusatzaggregate wie IR-, UV- oder Heissluft benötigt. Das spart hohe Energiekosten.

«create a pure world» PURe, zum Patent angemeldet, wurde für Drucker und deren Kunden entwickelt, die sowohl einen hohen ökologischen als auch wirtschaftlichen Anspruch besitzen. Die schnelle Qualitätsproduktion ohne lange Zwischenlagerung schätzt jede Druckerei. «Unsere Betakunden haben Reisekataloge genauso wie Zeitschriften gedruckt, einfach alles was Internet- und Akzidenzdrucker produzieren», weiss Dr. Carl Epple.

Seit 1889 steht das Symbol des Bären der Firma Epple Druckfarben für permanente Weiterentwicklung und höchste Qualitätsansprüche. Als führender Hersteller von Offset-druckfarben haben wir durch die frühzeitige Entwicklung von mineralölfreien Öko-Serien und speziellen Farbtypen für sehr lange Wasch-intervalle im Schön- und Widerdruck unsere Innovationskraft demonstriert. Flexibilität ist für ein mittelständisches Unternehmen eine Priorität. Wie kaum ein anderes Unternehmen sind wir in der Lage, Ihnen massgeschneiderte Lösungen für Ihre individuellen Wünsche anzubieten. Fordern Sie uns! Wir freuen uns darauf!

Bernhard Wicki Geschäftsführer T. +41 52 316 13 10 b.wicki@epple-druckfarben.ch

epple druckfarben Schweiz GmbH Hünikerstrasse 2 8442 Hettlingen T. +41 52 316 17 33 F. +41 52 316 25 61 info@epple-druckfarben.ch www.epple-druckfarben.ch

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klimafreundlich Bauen & Wohnen

Bild: Adobe Stock/Joachim Heller

BAUSTOFF-

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klimafreundlich Bauen & Wohnen

BÖRSE Recycling ist gut, Wiederverwenden ist besser Eigentlich macht der Bau schon vieles richtig, wenn es um den Klimaschutz geht. Unsere Neubauten sind dank MuKEn und guter Standards ziemlich energieeffizient. Auch Erneuerungen gehen in der Regel mit energetischen Verbesserungen einher. Wo es allerdings noch einiges zu tun gäbe, ist die graue Energie, die wir in unseren Projekten «verbauen». Zwar betreiben wir bei Rückbaumaterialien fleissig Urban Mining. Rund 70 % davon werden laut Bundesamt für Umwelt verwertet, also als Sekundärrohstoff eingesetzt. Beim Aushub- und Ausbruchmaterial sind es gar bei 75 %. Das ist gut, weil es Ressourcen, Umwelt und Landschaft schont. Die graue Energie hingegen reduzieren wir damit nicht massgebend. Wenn wir Recyclingbeton verwenden, dann steckt die meiste graue Energie im Zement, und den müssen wir ja neu

zusetzen. Wenn wir eine Metallfassade rückbauen, einschmelzen und zu neuen Elementen verarbeiten, braucht das zwar weniger Energie, als wenn das Metall aus dem Erz gewonnen wird. Es braucht aber viel mehr Energie, als wenn wir die alten Elemente direkt für den Bau einer neuen Fassade verwenden. Dieses integrale Wiederverwenden von Bauteilen und Komponenten hätte viel Potenzial. Technisch wäre es gut beherrschbar, schwierig ist aber das Organisatorische, wie etwa am Projekt K 118 auf dem Lagerplatzareal in Winterthur zu sehen ist. Woher weiss ich als Bauherr oder Planer, dass irgendwo in der Schweiz irgendwann Bauteile anfallen, die zu meinem Projekt passen? Die Suche nach geeigneten Bauteilen darf den Bau ja letztlich nicht verteuern. Klar, es gibt ein paar kleine Baustoffbörsen, die sind aber stark spezialisiert und

regional ausgerichtet. Wollen wir die Wiederverwendung fördern, brauchen wir aber eine riesige, mindestens landesweite Bauteilbörse. Dort gehören nicht nur alle Angebote hinein, sondern auch die Suchaufträge der Interessenten samt detaillierten Spezifikationen. Das ist keine Hexerei und funktioniert im Web schon längst, etwa bei Partnerbörsen. Fragt sich bloss, warum es noch niemand richtig angepackt hat. Vielleicht fehlt es am nötigen Stupser von amtlicher Seite? Vielleicht brauchen wir eine Art Mustervorschriften der Kantone für die Abfallvermeidung, eine MuKAv?

Martin Hitz ist Präsident des Netzwerks Nachhaltiges Bauen Schweiz NNBS

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klimafreundlich Bauen & Wohnen

Eine nachhaltige und sichere Wärmeversorgung mit Ausbaupotential Industrielle Abwärme der Ems-Chemie AG, die bisher über den Schifflibach in den Rhein geleitet wurde, wird neu für die Versorgung von Teilen der Gemeinde Domat/Ems mit umweltfreundlicher Wärme genutzt. Optimale Versorgungssicherheit gewährleistet ein Gas-Brennwertkessel TRIGON XXL EVO von ELCO. Die erste Etappe des Wärmeverbunds ist im November 2019 in Betrieb gegangen, dessen Gesamtkosten auf 8,5 Millionen Franken veranschlagt sind. Möglich ist eine Maximalleistung von 2,8 Megawatt. Damit könnte etwa jeder achte Einwohner mit ökologischer Wärme versorgt werden. Mehrheitsaktionärin und Betreiberin der Wärmeverbund Domat/Ems AG ist die IBC Energie Wasser Chur AG, der auch die Detailplanung obliegt, wie Florian Eigner, Projektleiter und Spezialist für Wärmezentralen des Querverbunds-Unternehmens, erklärte.

Umweltfreundlich und sicher Als Energiequelle dient die industrielle Abwärme der Ems-Chemie, wo Wasser zur Kühlung von Druckreaktoren eingesetzt wird. Der Bau des Wärmenetzes in Domat/ Ems erfolgt in Etappen bedarfsgerecht über mehrere Jahre hinweg. Investitionsprojekt grösserer Ordnung im Rahmen der ersten Ausbauetappe war die Erstellung der Energiezentrale. In ihr sind zwei Wärmeerzeuger untergebracht. Eine Wärmepumpe im Erdgeschoss sowie ein Gaskessel als redundantes System im Untergeschoss. Mit dieser Kombination wird ein Maximum an Umweltfreundlichkeit und Sicherheit erreicht. Ist das bestehende System einmal ausgelastet, kann die Wärmeleistung ohne grossen baulichen Aufwand verdreifacht werden, indem die Anlage durch zwei weitere Wärmepumpen und einen weiteren Gaskessel ergänzt wird. Die Installationsarbeiten Wärmepumpe und Brennwertkessel TRIGON XXL EVO (Bild) gewährleisten ein Maximum an Umweltfreundlichkeit und Versorgungssicherheit.

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klimafreundlich Bauen & Wohnen Elcotherm AG Kernkompetenzen • Beratung • Produkte • Systeme • Inbetriebnahmen • Service

Aufnahme mit den Projektverantwortlichen Florian Eigner (l), IBC, Wärmeverbund; Franco Roffler (m), Willi Haustechnik AG, Ausführung; Kurt Willi, ELCO, Beratung und Verkauf.

in der Energiezentrale hat die Firma Willi Haustechnik AG, Chur, ausgeführt. Für das Projekt verantwortlich war Franco Roffler, dipl. Techniker HF Heizung. Steht die Wärmepumpe in Betrieb, wird Wasser aus dem Schifflibach, dessen Temperatur um 15 °C schwankt, über einen Plattenwärmetauscher geleitet, wo ihm Wärme entzogen bzw. auf den Wärmepumpen-Kreislauf übertragen wird, bevor es, um etwa 4°C kühler nun, vollständig dem Fliessgewässer zurückgegeben wird. Mit der Wärmepumpe, einem Fabrikat der Firma Ochsner mit einer Leistung von 930 kW, wird das Heizwasser, das in zwei Speichern von je 20 000 Litern gelagert wird, auf das Sollniveau von rund 65 °C gebracht. Von da aus wird es über das Wärmenetz zu den Liegenschaften befördert, wo in Übergabestationen via Wärmetauscher Energie für die Gebäudeheizung und für Warmwasser zur Verfügung gestellt wird.

LRV-Grenzwerte weit unterschritten Ergänzend zur Wärmepumpe wurde ein ELCO Gas-Stand-Brennwertkessel TRIGON XXL EVO 1550 mit stufenlos modulierendem Brenner installiert. Durch den geringen Wasserinhalt von lediglich 157 Liter ergeben sich kurze Aufheizzeiten. Eine spezielle Geometrie des Edelstahl-Wärmetauschers und ein wassergekühlter Brenner mit kalter Flamme sorgen für minimale NOx- und CO-Werte. Diese unterschreiten die Grenzwerte der LRV deutlich. Bei Messungen im Rahmen der Inbetriebnahme des Kessels lagen die NOx-Emissionen unter 22 mg/kWh. Ein minimaler Ausstoss von Kohlenmonoxid und Stickoxiden nützt Mensch und Pflanzenwelt, denn es handelt sich dabei um Vorläuferschadstoffe von Ozon bzw. des Sommersmogs. Die Siemens-Regelung LMS 14, die bezüglich Elektronik und Software obersten Standard repräsentiert und einfach zu bedienen ist, gewährleistet einen perfekten Betrieb der Heizungsanlage mit optimierter Energienutzung und Wirkungsgraden von bis zu 109,7 %. Dank dieser einzigartigen Bauweise ist der TRIGON XXL EVO, der in 10 Typen im Leistungsbereich von 700 kW bis 2 MW angeboten wird, robust, leistungsstark, reaktionsschnell und energieeffizient. «Zudem verfügt der Kessel, der sich problemlos mit anderen Wärmeerzeugern kombinieren lässt, auch über ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis», ergänzt Projektleiter Roffler, «und ist ein idealer Wärmeerzeuger für grössere Infrastrukturbauten und Wohnüberbauungen.»

René Grosswiler Leiter Marketing Services

Elcotherm AG Sarganserstrasse 100 7324 Vilters Tel. +41 81 725 25 25 Fax +41 81 723 13 59 info@ch.elco.net www.elco.ch

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Belaria® pro Die neue Monoblock-Wärmepumpe mit natürlichem Kältemittel

Die Wärmepumpe, die in die Zukunft schaut Hoval setzt auf technologische Innovationen und zukunftsweisende Lösungen, die noch stärker mit der Natur arbeiten. Etwa mit der neuen Luft/Wasser-Wärmepumpe Hoval Belaria® pro, die das umweltschonende Kältemittel Propan verwendet - und somit die rechtlichen Anforderungen der Zukunft erfüllt. Mit nur 27 dB(A) auf fünf Meter Entfernung ist die Ausseneinheit der Belaria® pro besonders leise. Und dank einer Vorlauftemperatur von 70° C können bereits vorhandene Heizkörper weiterverwendet werden - die Belaria® pro lässt sich so nicht nur bei Neubauten, sondern auch im Rahmen einer Sanierung einsetzen und ist somit besonders vielseitig! Mehr erfahren und kostenfreies Beratungsgespräch buchen:

hoval.ch/belaria-pro Verantwortung für Energie und Umwelt

Hoval AG 8706 Feldmeilen | Telefon 044 925 61 11 | info.ch@hoval.com


Bild: AdobeStock/M. Johannsen

klimafreundlich Chancen & Initiativen

Switzerland Global Enterprise (S-GE) Switzerland Global Enterprise (S-GE) ist die offizielle Schweizer Organisation für Exportförderung und Standortpromotion mit Standorten in allen Schweizer Landesteilen und in 31 Ländern mit

rund 200 Mitarbeitenden. S-GE unterstützt Schweizer KMU bei ihrem internationalen Geschäft und innovationsstarke ausländische Unternehmen bei ihrer Ansiedlung in der Schweiz. Dabei

baut S-GE auf ein einzigartiges nationales und globales Partnernetzwerk. So schafft S-GE Mehrwert für seine Kunden und Wohlstand für die Schweiz. Als nicht-gewinnorientierte Organisation leistet S-GE im Auftrag von Bund (Staatssekretariat für Wirtschaft SECO) und Kantonen einen Service Public für seine Kunden. Seine 27 Aussenstellen, die sog. Swiss Business Hubs und Trade Points, betreibt S-GE in 31 Ländern gemeinsam mit dem eidgenössischen Department für auswärtige Angelegenheiten EDA. Dank seines globalen Partnernetzwerks unterstützt S-GE seine Kunden in vielen weiteren Ländern. Switzerland Global Enterprise Zürich, Renens und Lugano www.s-ge.com

Unsere Studie über die Abfallflut entlang der Gewässern hat bewirkt, dass das Parlament den Bundesrat beauftragt hat, ein Gesetz zu erarbeiten, welches den Verkauf von Einwegplastik-Produkten so wie in der EU einschränken will.

Weniger Plastikabfall – wir haben es in der Hand Sind Sie auch schon entlang eines Flusses oder Sees spaziert und haben sich über den Abfall an den Uferwegen geärgert? Zwei Drittel davon ist Plastik. Ein Windstoss und der ganze Müll fliegt ins Wasser. Wir können etwas dagegen tun: Bringen wir unsere eigenen Taschen und Netze in

die Geschäfte mit. Füllen wir Mehrwegflaschen mit Wasser. Der Verein Stop Plastik Pollution Switzerland informiert die Öffentlichkeit, spricht mit dem Gewerbe und zeigt auf, welche plastikfreien Alternativprodukte heute schon erhältlich sind.

Brauchen wir Plastik-Wattestäbchen und Plastiktrinkröhrchen, Plastik-Partikel in Zigarettenfiltern, in Duschgels und in Zahnpasta? Die Rücklaufquote bei PET ist etwa 85%. Das heisst jede 7. PET-Flasche wird verbrannt oder landet irgendwo in der Natur. Nachhaltig ist: Brauchen – wiederverwenden - reparieren – widerverwerten. Helfen Sie mit gegen unnötigen Einwegplastik. Stop Plastic Pollution Switzerland Sihlquai 131, 8005 Zürich www.stoppp.org

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klimafreundlich Bauen & Wohnen

Die Wärmepumpe, die in die Zukunft schaut Mit der neuen Belaria® pro führt Hoval eine energieeffiziente Wärmepumpe ein, die auf das natürliche Kältemittel Propan setzt – und somit auch auf langer Sicht die gesetzlichen Vorgaben erfüllt. Dank einer Vorlauftemperatur von 70°C ist sie sowohl bei Neubauten, als auch bei Sanierung bestehender Heizsysteme einsetzbar. Gesetzliche Vorgaben rund ums Heizen werden auch in der Schweiz immer strenger: Ab dem Jahr 2025 müssen Wärmepumpen den GWP-Wert von Kältemitteln drastisch senken. Mono-Splitgeräte mit weniger als 3 kg mit HFKW dürfen dann den Grenzwert von 750 nicht mehr überschreiten. Aus diesem Grund nutzt die Belaria® pro schon heute das natürliche und umweltfreundliche Kältemittel R290, welches durch seinen sehr niedrigen GWP-Wert = 3 überzeugt. ®

Über Hoval Hoval zählt international zu den führenden Unternehmen für Raumklima-Lösungen. Mehr als 75 Jahre Erfahrung motivieren das Unternehmen immer wieder zu innovativen Systemlösungen. Die Gesamtsysteme zum Heizen, Kühlen und Lüften werden in mehr als 50 Länder exportiert.

Als Spezialist für Heiz- und Klimatechnik ist Hoval ein erfahrener Partner für Systemlösungen. So kann man zum Belaria pro Beispiel mit Sonnenenergie Wasser Die neue Monoblock-Wärmepumpeerwärmen und mit Öl, Gas, Holz oder Vielseitig einsetzbar – für Neubauten und Sanierungen einer Wärmepumpe die Räume beheimit natürlichem Kältemittel Dank einer Vorlauftemperatur von 70°C eignet sie sich sowohl für den Einsatz in zen. Hoval verknüpft die unterschiedNeubauten als auch zur wirtschaftlichen Sanierung älterer Gebäude und bestehenlichen Technologien und bindet auch die Raumlüftung in dieses System ein. der Heizsysteme. «Neben modernen Fussbodenheizungen kann die Belaria® pro auch Leitlinie des Handelns ist die gelebte klassische Radiatoren mit Heizwärme versorgen», erklärt Kevin Allenspach, ProduktVerantwortung für Energie und Ummanager Wärmepumpen und Solar bei der Hoval Gruppe. welt: Im Zentrum der Entwicklung der Heiz- und Lüftungssysteme steht bei Hoval immer die Energieeffizienz. Leise und dank Monoblock-Bauweise montagefreundlich

Die Ausseneinheit der Luft/Wasser-Wärmepumpe arbeitet mit nur 27 dB(A) bei 5 Meter Abstand praktisch geräuschlos. Die integrierte Modulation sorgt ebenso für einen möglichst leisen Betrieb. Mit der Energieeffizienzklasse A+++ ist die Belaria® pro zudem äusserst sparsam. Der vollständige Kältekreis arbeitet in der Ausseneinheit, ein Charakteristikum der montagefreundlichen Monoblock-Bauweise: Sowohl die Innenals auch die Ausseneinheit der Belaria® pro sind dadurch anschlussfertig. Die beiden Einheiten verbinden lediglich die Vorlauf- und die Rücklaufleitung der beiden Geräte. Kompakte Abmessungen vereinfachen zudem den Transport erheblich. Die Inneneinheit der Belaria® pro passt so problemlos durch Standardtüren.

Die Wärmepumpe, die in die Zukunft schaut

Hoval setzt auf technologische Innovationen und zukunftsweisende Lösungen, die noch stärker mit der Natur Weitere Informationen: www.hoval.ch/belaria-pro arbeiten. Etwa mit der neuen Luft/Wasser-Wärmepumpe Hoval Belaria® pro, die das umweltschonende Kältemittel Propan verwendet - und somit die rechtlichen Anforderungen der Zukunft erfüllt.

Die neue Wärmepumpe Hoval Belaria® pro istMitdank Monoblock-Bauweise nur 27 dB(A) auf fünf Meter Entfernung ist die Ausseneinheit der Belaria pro besonders leise. Und dank einer Vorlauftemperatur von 70° C können bereits vorhandene Heizkörper weiterverwendet werden - die besonders montagefreundlich. (Bild: Hoval AG) ®

Belaria pro lässt sich so nicht nur bei Neubauten, sondern auch im Rahmen einer Sanierung einsetzen und ist somit besonders vielseitig! ®

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