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Vereinszeitung 01| 2017

Abenteuer Jacobsweg Nesky aus der spanischen Tötungstation „Almeria“ auf einer Reise mit den neuen Besitzern Liebe Margit, auf deine Anregung hin, möchte ich ein bisschen über unseren Nesky berichten und wie er in unserem Leben seinen Platz gefunden hat. Wir haben ihn, wenn du dich noch erinnern kannst, am 26. Oktober 2013, dem österreichischen Nationalfeiertag, in Innsbruck von seiner Reise aus Almeria abgeholt. Ganz armselig war er beisammen, von der Reise ausgezehrt und ängstlich, konnte er anfangs fast nicht mehr laufen. Voller Mitleid haben wir ihn dann mit nach Hause genommen und mit Unterstützung unserer Mädels liebevoll umsorgt und an das neue zu Hause gewöhnt. Langsam, langsam hat er sich von den Strapazen erholt und auch Vertrauen zu uns bekommen. Wir haben sehr viel mit ihm gespielt und sind mit ihm spazieren gegangen, soweit es seine Verfassung erlaubte. So hat er mit der Zeit an Zuneigung und Kondition gewonnen und ist inzwischen ein richtiger weiter auf Seite 2


Abenteuer Jacobsweg Athlet und Sprinter geworden, den alles interessiert und auf unseren Wanderungen den Weg meistens mindestens dreimal macht. Wir hätten nie gedacht, dass man an so einem kleinen Tierchen so viel Freude und Unterhaltung haben kann und wir würden ihn um nichts auf der Welt mehr herlassen. Aber auch er fühlt sich wohl bei uns, was er uns immer wieder mit seiner Aufmerksamkeit und Zuneigungsbekundungen zeigt. Unsere Alyssa hat ihm einige kleine Zirkuslektionen beigebracht, wie auf den Hinterbeinen stehen und wie eine Kreisel zu tanzen, oder am Boden hinlegen und seitlich durch den Raum rollen usw. natürlich gegen Belohnung, das ist ihm immer wichtig! Auch unsere Urlaube haben wir inzwischen so eingerichtet, dass der kleine Nesky dabei sein kann, denn in dieser Zeit wo wir Freude haben ihn in ein Tierheim zu geben, wo er sicher traurig wäre, bringen wir nicht übers Herz. So haben wir zum Beispiel im vergangen Sommer anstatt am Meer, unseren Urlaub am Gardasee verbracht, sind am Vormittag entweder in der Gegend vom Monte Baldo oder in einem der Seitentäler gewandert und am Nachmittag sind wir dann zum Baden gegangen, das war für uns alle sehr angenehm. Auch die letzte Entscheidung, den Jakobsweg in Spanien zu gehen, war zum Teil aus der Rücksicht auf Nesky entstanden. Nachdem wir viel und gerne in der Natur unterwegs sind haben wir beschlossen ein Stück den „Camino Santo“ nach Santiago de Compostela zu wandern und haben uns eine Strecke von ca.. 200 Km ausgesucht, nämlich von Ponferrada startend. Wir haben sowohl die Anreise mit dem Auto als auch die Wanderetappen sehr gut geplant und vorbereitet, haben allerdings zu wenig auf die Gesetze und Gepflogenheiten der Spanier in Bezug auf den Umgang mit Hunden bedacht, aber davon später noch. Am vergangenen 12.Nov. sind wir also mit dem Auto gestartet, Nesky hatte sein gewohntes Bettchen im Wagen und fühlte sich auch pudelwohl darin, wie immer wenn er mit uns auf Fahrt geht. Die erste Etappe führte uns durch die Lombardei, über Ligurien, die Cote d’Azur nach Aix en Provence, eine wunderschöne und vom Panorama beeindruckende Fahrt, bei der wir natürlich immer wieder pausiert haben um unsere Beine zu vertreten uns etwas zu erfrischen und auch Nesky seinen nötigen Auslauf und Bedürfnisse gerecht zu werden. Am nächsten Tag ging die Fahrt nach Barcelona wieder gemütlich mit Pausen und Erholungspfasen sodass wir alle drei relativ frisch und unternehmungslustig in Barcelona ankamen. Bis hierher hatten wir sorgfältig vorgesorgt und hundefreundliche Hotels gefunden und entsprechend machten wir uns auch keine weiteren Gedanken. Am nächsten Tag allerdings, als wir losziehen wollten um Barcelona zu besichtigen ging die Schikane los. Wir wollten in den öffentlichen Bus steigen um in die Innenstadt zu kommen, da verwehrte uns der Fahrer den Zustieg, mit der Erklärung, Hunde dürften nicht in öffentlichen Verkehrsmitteln mitgeführt werden. Das gilt für die Busse als auch für die Bahn, da waren wir schon mal verärgert und riefen schließlich ein Taxi. Auch dieser verwehrte uns die Mitfahrt aus demselben Grund. Schließlich konnten wir ihn trotzdem mit viel Gejammere und Versprechen überreden uns das

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Abenteuer Jacobsweg Stück ins Zentrum mitzunehmen. Dort hatten wir vor mit den Touristenbussen eine Stadtrundfahrt zu machen und haben uns auch schon auf die schönen Sehenswürdigkeiten der Stadt gefreut. Umsonst allerdings, denn auch in diesen durften keine Hunde mitgenommen werden. Wir waren ratlos und enttäuscht, dass die so schön erwartete Reise mit solchen Problemen verbunden sein sollte. Letztendlich gingen wir also, mit Nesky an der Leine, an jenem Tag sämtliche Stadtteile, die einigermaßen zu Fuß zu erwandern waren, durch und versuchten den Frust durch die schönen Bilder zu verdrängen. Nachdem Barcelona ja unheimlich viele Höhepunkte und Sehenswürdigkeiten zu bieten hat, haben wir auch den nächsten Tag so ähnlich gemeistert. Erledigt und etwas enttäuscht über diese Erfahrung, aber trotzdem begeistert von der Stadt und ihrem Flair sind wir dann am nächsten Morgen nach Ponferrada, unserem Ausgangspunkt des “Camino Santo“, weitergefahren. Dort angekommen erlebten wir dasselbe Problem, kein Hotel, keine Pension akzeptiert Hunde, bis wir dann nach fast verzweifelter Suche einen Privatzimmer Vermieter fanden, der uns aufnahm, allerdings mussten wir fast schwören, dass der Hund weder kläfft noch schmutzt noch sonst was macht. In diesem Moment wurde uns dann richtig mulmig, denn wir mussten erfahren, dass in Spanien, aber speziell auf diesem Weg, weder Herbergen noch Hotels und Pensionen Hunde im Zimmer akzeptieren. Man hat uns auch mehrfach darauf hingewiesen, dass ein Hund nicht ins Haus sondern draußen entweder im Zwinger oder an der Kette zu sein hat. Angesichts dieser Tatsache wären wir am liebsten wieder nach Hause gefahren in unsere traute Umgebung, aber letztendlich haben wir wieder Mut gefasst und sind los gewandert. Insgesamt waren wir 9 Tage auf Wanderschaft und haben täglich ein Pensum von ca.. 25 km runtergelatscht, mal mehr mal weniger. Die Strecke verläuft teils durch Mittelgebirge aber auch der Landstraße entlang, dann wieder durch Weinberge oder an noch saftigen Weiden entlang, wo für die Gegend die typischen rötlichen Rinder weideten. Wir hatten Glück mit dem Wetter, denn von allen Urlaubstagen hatten wir nur einen Regentag und an dem mussten wir den ganzen Tag wandern, aber wir haben auch das mit Humor genommen, allerdings hat an diesem Tag Nesky etwas gelitten. Die Nässe und die Kälte und das neue Mäntelchen, das wir ihm besorgt haben, war nicht nach seinem Geschmack und irgendwann gegen Ende des Tages hat er dann gestreikt. Ein Stück haben wir ihn dann getragen und etwas gut zugeredet dann war auch er wieder fit. Ansonsten haben wir auf dem Weg tatsächlich erlebt wie die Spanier ihre Hunde halten. An jeden Haus oder Gehöft sind mindestens ein oder meistens mehrere Hunde im Zwinger oder an der Kette, die wie verrückt dagegen springen und sich so aggressiv verhalten, dass man richtig Angst bekommen könnte. Glücklicherweise kam keiner frei, sodass wir und unser Nesky heil blieben. Da bekamen wir den richtigen Eindruck wie rücksichtslos und ohne Gefühl die Hunde in Spanien gehalten werden. Die größte Plage war die tägliche Herbergsuche, immer wieder wurden wir abgewiesen und zweimal waren wir sogar gezwungen unseren Nesky nachts ins Zimmer zu schmuggeln, ansonsten hätten wir auf der Strasse schlafen müssen.

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Das war eigentlich das einzige Minus an dieser Reise, der Rest war richtig schön, unterhaltsam und voller positiver Begebenheiten. Wir haben Pilger aus aller Herren Länder kennen gelernt, die viele interessante Geschichten zu erzählen hatten von ihrer teils über Monate verlaufenden Wanderschaft. Letztendlich haben wir uns auch immer wieder über das gute und günstige Essen und Trinken unterwegs gefreut. Der Höhepunkt der Kulinarik war natürlich Santiago, wo wir an den zwei Besichtigungstagen auch ausgiebig das tolle Fischangebot der Restaurants genossen haben. Schließlich war es an der Zeit wieder an die Heimfahrt zu denken. Mit etwas Wehmut, dass dieser so ganz andere Urlaub schon zu Ende ist, aber auch mit Freude auf unsere gewohnte und vertraute Umgebung verließen wir Santiago de Compostela, allerdings mussten wir für die Bahnfahrt, um unser Auto zu erreichen einen Käfig für Nesky kaufen. Das war die letzte Schikane in Spanien. Endlich wieder an unserem Auto starteten wir sofort die Rückfahrt und fuhren über die Pyrenäen, durch Frankreich wieder zurück nach Hause. Kaum zu Hause war Nesky wieder voll in seinem Element, inspizierte umgehend seine vertraute Gegend, besuchte die Nachbarskatzen und leerte sofort deren Fressnäpfe.

Das ist Nesky ! 3 3 5


Die Flüchtlinge aus dem Süden (Unsere Anne Hilt war 2016 knapp 2 Monate in Spanien bei Tierschützern vor Ort um zu helfen) Meine Ankunft in der Residenz in Ariñez ist vor allem eins: laut! Klar, die Hunde kennen Mertxes Auto und wissen ganz genau was als nächstes passiert: sie dürfen raus. Also schnell rein in die alten Klamotten -Mertxes „Kinder“ sind nämlich sehr freundlich. Dann geht die Tür zum ersten Gang auf und ich denke noch „so was trostloses hab ich noch nie gesehen“ Mertxe öffnet die Box und schon springen zwei kleine Hunde um mich rum und begrüßen mich als hätten sie die ganze Zeit nur auf mich gewartet. Im Eiltempo geht´s raus in den Freilauf. Die nächste Box wird geöffnet -Zackzwei neue, superfreundliche Hunde begrüßen mich. Und so geht´s weiter bis ca. 30 Hunde im Freilauf toben. Manche sind eher schüchtern, andere kommen direkt auf mich zu und lassen sich streicheln. Eine Stunde bin ich mit ihnen in dem Freilauf während Mertxe die Boxen säubert, guckt, ob die Hunde noch genug Trockenfutter haben, etc. Dann müssen die Hunde auch schon wieder rein - es warten ja schließlich noch mehr. Ich bin beeindruckt, wie die Hunde Mertxe folgen. Alle zurück in die Boxen, zu zweit oder zu dritt und als Belohnung gibt´s Würstchen für jeden. Dann kommen die nächsten in den Freilauf. Auch die kommen direkt auf mich zu, begrüßen mich. Ich kann nicht verstehen wieso die Hunde verlassen wurden. Aber obwohl sie von ihrem Herrchen oder Frauchen so sehr enttäuscht wurden, begrüßen sie trotzdem jeden Menschen als wäre er ihr bester Freund. Der erste Tag ist vorbei. Es war beeindruckend. Das muss ich erst mal verarbeiten. Mittlerweile ist es 21 Uhr. „Normalerweise geht es nicht ganz so lange“, sagt Mertxe. Aber ich soll bald merken, dass die Arbeit eben NIE aufhört. Nach meiner ersten Woche in Spanien, erlebe ich direkt meinen ersten Transport mit, diesmal eben mal von der anderen Seite aus. Schon am Donnerstag fahren Luis und Elena nach Südspanien um die Hunde, die von dort aus reisen, abzuholen. Vorher werden noch die Trinkflaschen vorbereitet Für uns ist der Donnerstag der Waschtag. Alle Hunde, für die es nach Deutschland geht, werden gebadet. Aber nicht nur sie, sondern auch ihre Mitbewohner - sonst bringt das ganze Baden ja nichts. Fast vier Stunden brauchen wir dafür. Zwei Mädchen aus dem Ort sind extra gekommen um zu helfen. In der Residenz steht eine Art Hundewaschanlage. Pro Hund kostet das Baden etwa 4 Euro, deswegen werden die kleinen zusammen gewaschen Während wir die Hunde baden, reinigt Mertxe die Boxen supergründlich und desinfiziert alles inklusive Körbchen. Am Freitag ist es dann soweit: TRANSPORTTAG Ich bin extra früh aufgestanden und freue mich über das

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Vertrauen und die Verantwortung, die ich von Mertxe bekomme. Während sie nämlich auf der Arbeit ist, fahre ich alleine in die Residenz. Mit meiner Liste in der Hand gehe ich von Box zu Box und lasse die Hunde raus, die nach Deutschland reisen. Vor dem langen Weg sollen sie sich nochmal die Beine vertreten. Obwohl ich die Hunde erst eine Woche kenne, fällt der Abschied bei manchen schon ein bisschen schwer. Als Luis und Elena ankommen, helfe ich dabei, die Hunde in die Transportboxen zu setzen. Luis im Transporter und Elena und ich in Mertxe Auto geht´s dann Richtung Durango. Das ist etwa eine dreiviertelstündige Fahrt, einmal quer durch die Berge. In Durango angekommen, wartet der deutsche Transporter schon und es geht direkt los. So wie ihr bei der Ankunft vor dem Transporter steht, den Namen des Hundes sagt und ihn entgegennehmt, so ähnlich ist das auch da - nur umgekehrt. Mit dem Hund zum Transporter gehen, Namen sagen, Chip Kontrolle; vielleicht noch erwähnen, dass der Hund sich mit allen versteht und empfehlen mit wem er reisen kann; und dann heißt es auch schon Abschied nehmen. Die Hunde sind auf dem Weg nach Deutschland und für uns geht die Arbeit weiter. In der Residenz warten ja schließlich noch die anderen, die raus wollen. Die nächsten Tage laufen ähnlich ab, wie der erste. Hunde raus, streicheln, spielen, schmusen, Hunde rein. Obwohl sie nur etwa eine Stunde am Tag draußen verbringen und Kontakt mit Menschen haben, geht es unseren Hunden immer noch besser, als vielen anderen hier, erklärt mir Mertxe. Viele Jäger oder Züchter haben ihre Hunde in der Residenz und wenn die Hunde Pech haben, kommen sie nur ein Mal im Jahr raus - zur Jagdsaison. Die Arbeit mit Hunden ist einer der schönsten Jobs der Welt, aber auch einer der traurigsten. Weil die Arbeit eben nie aufhört. Nach ihrer eigentlichen Arbeit und dem Job in der Residenz kümmert sich Mertxe zusätzlich noch um eine andere Tierschutzorganisation, organisiert Märkte mit ihnen… Und dann sind da ja auch noch die Anrufe und WhatsappNachrichten, die beantwortet werden müssen. Meistens von den deutschen Orgas, aber oft ist auch so etwas dabei: „Wir haben einen Hund gefunden und wissen nicht wohin“

Er hat nur ein anderes Verhältnis zu seinen Tieren. Wenn Mertxe nicht kommt, fressen die eben das Trockenfutter der Kühe mit. Sein Neffe sieht das anders. Wenn er den Hof mal erbt, darf Mertxe nicht mehr kommen. Außerdem fährt sie oft zu einem Fixpunkt, an dem Futter ausgelegt wird für einen streunenden Hund - damit er Vertrauen fasst. Das Futter muss gut versteckt werden, erzählt sie mir. Damit nicht irgendwelche Idioten kommen und es umschmeißen oder, noch schlimmer sogar, den Hund verscheuchen, wenn er zum Fressen kommt. Je mehr Hunde ich kennenlerne, desto weniger mag ich die Menschen.. Mertxe kann mir zu ALLLEN Hunden, die durch ihre Hände gegangen sind, die dazugehörigen Geschichten erzählen. Zum Beispiel von denen, die sie von Zigeunern freikaufen musste - 100 Euro pro Hund aus der eigenen Tasche. Oder wie ihre Freundin Rosa jeden Tag 3 km zu Fuß zu einem Haus gelaufen ist um dort die beiden Hündinnen zu füttern und mit ihnen spazieren zu gehen, bis sie sie schließlich nach 5 Jahren endlich mitnehmen durfte. Die Tiroler TierEngel suchen jetzt ein Zuhause für Luna und Blanca. Rosa kümmert sich um die kleinen, alten oder kranken Hunde. In dem Haus ihres Vaters hat sie den Hunden eine richtig gemütliche Ecke eingerichtet und denn Innenhof haben sie auch ganz für sich. Rosa verbringt fast den kompletten Tag bei den Hunden, geht mit ihnen spazieren, macht sauber und pflanzt sogar Blumen, damit sie es hübscher haben. In meiner Zeit in Nordspanien lerne ich ganz viele superliebe Menschen kennen und höre von den schlimmen Gott sei dank nur Geschichten. Die Zeit vergeht wie im Flug und schon brechen die letzten Wochen an. Es wird noch mal arbeitsreicher. Die Hunde die reisen, müssen noch mal nachgeimpft werden, entwurm und bekommen nochmal eine Pipette in den Nacken gegen Zecken und Flöhe.

Da kümmert sich Mertxe dann nebenbei auch noch drum.. Bevor Snookie allerdings irgendwohin kommt, entfernt Mertxe erstmal ca. 60 Zecken.. Wenn sie die Zeit findet, fährt sie auch noch regelmäßig auf eine Art Viehhof. Sie füttert dort Neska und Jacky, die beiden Hütehunde, und die immer steigende Zahl von Katzen. Der alte Besitzer des Viehhofes freut sich über ihre Besuche. Die Impfungen, das Entwurmen und die Pipette bekommen sie regelmäßig in ihrer Zeit in der Residenz, aber jetzt muss es nochmal von der Tierärztin bestätigt werden. Ein paar mussten auch noch Kastriert werden. Meine letzten Tage verbringe ich aber nicht bei ihnen, ich darf nämlich diesmal mit in den Süden um die Hunde von dort abzuholen. Von ein paar Bekannten vor Ort werde ich für verrückt erklärt, dass ich diese Reise mitmachen will. Im Norden ist es schon super warm, im Süden nochmal zehn Grad mehr und vor uns liegen 1000 Kilometer (ein Weg). Am Mittwoch Nachmittag

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Die Flüchtlinge aus dem Süden geht´s los, bis Ciudad Real. Wir kommen um 12 Uhr nachts an und übernachten in einem Hostel. Am nächsten Morgen dann um 5 Uhr weiter, den ersten Hunde abholen. Der wird aber nur innerhalb Spaniens transportiert. Dann geht´s weiter nach Linares. Dort lerne ich Maria kennen. Auch sie ist super nett und zeigt mir ein bisschen ihre Residenz. Die ist viel schöner als Ariñez, freundlicher eingerichtet und heller. Viel Zeit zum Reden bleibt uns nicht. Die ersten Hunde werden eingeladen und weiter geht´s. Wir haben ja noch viele Stopps vor uns Etwa 10 Stunden lang fahren wir bei 38 Grad quer durch den Süden Spaniens. Ich merke schnell, dass nicht alle ihre Hunde so lieben wie Mertxe. Viele wissen nicht mal genau wie ihre Pflegehunde heißen. Mit unsrer wertvollen Fracht geht es dann wieder Richtung Norden. Um 1 Uhr nachts kommen wir völlig erschöpft an - wie muss es da erst den Hunden gehen. Der Transporter wird zu einem Freund von Luis gebracht. Auf dem Gelände sollen sich die Hunde ein wenig die Beine vertreten, bevor es am nächsten Tag nach Deutschland geht. Da darf ich aber nicht mit. Mertxe sagt, ich soll schlafen. Sie braucht mich am nächsten Tag. Deswegen geht es für Luis und mich nach Hause und Mertxe und Elena gehen mit den Hunden spazieren. Bis sie alle aus ihren Boxen geholt haben und mit ihnen eine große Runde gegangen sind, ist es 5 Uhr morgens. Mertxe schläft in dem Transporter, sie will die Hunde nicht alleine lassen. Gegen 11 Uhr fahren wir zusammen in die Residenz. Wie beim ersten Transport: Alle Hunde, die reisen, nochmal rauslassen, ein paar werden noch gebadet, weil sie am Vortag nicht alles geschafft haben. Und ein kleiner Frisörbesuch steht auch noch an. Sindy ist nämlich so aus dem Süden angekommen. Und Mertxe will sie so nicht reisen lassen. Deswegen wird zumindest das Gröbste noch weggeschnitten. Für mehr bleibt ja auch keine Zeit. Dann heißt es nämlich Hunde ausladen, ein paar aus dem Süden bleiben nämlich bei Mertxe, unsre Hunde einladen und ab nach Durango. Diesmal fällt mir der Abschied von einigen richtig schwer, nach 6 gemeinsamen Wochen habe ich viele ins Herz geschlossen. Aber ich weiß ja - im Gegensatz zu ihnen was sie in Deutschland erwartet und freue mich deswegen, dass sie es endlich in liebe Familien geschafft haben. In der Residenz haben sie es wirklich gut - besser als in der Perrera - sie bekommen regelmäßig Futter, werden behandelt, falls sie krank sind, sie bekommen ihre Streicheleinheiten und natürlich ihre Würstchen. Trotzdem wünschen sich alle vor Ort, dass die Hunde so schnell wie möglich nach Deutschland reisen dürfen. Die einen früher, die anderen später. Natürlich dauert es seine Zeit, wenn der Hund superängstlich ankommt. Pitusa war zum Beispiel am Anfang sehr misstrauisch, hat sich niemals angenähert und konnte auch nur mit ihrem Bruder zusammen zurück in die Box gebracht werden. Nach etwa dreieinhalb Wochen kam sie auf einmal ganz von alleine zu mir und wollte gestreichelt werden. Dieser Moment war richtig großartig!

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Wenn ihr euch schon mal gefragt hat, wie ein Hund, der vermutlich wirklich Schlimmes erlebt hat, der verlassen wurde,... Wie der Hund trotzdem freudestrahlend auf euch zukommt, euch von Anfang an vertraut, als wüsste er, dass jetzt bessere Zeiten kommen. Das ist dann vielleicht der Verdienst von Mertxe und Txaro, die Tag für Tag zu ihren „Kindern“ fahren und ihnen das Vertrauen in die Menschheit zurückgeben und ihnen jeden Tag aufs Neue zeigen, dass es nicht nur schlechte Menschen gibt.

Danke dafür!

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Vielen Dank! Wir möchten uns bei Firma Dehner in Völs, bei Innsbruck, allen Mitarbeitern und vor allem natürlich bei den fleißigen Spendern für die tolle Weihnachtsaktion 2016 bedanken. Wir sind euch sehr dankbar für die große Futterspende. Unsere Hunde in Spanien und Griechenland werden sich mega freuen. VIELEN VIELEN DANK AN ALLE!

Hier unsere Keti aus Nordgriechenland, der wir 2016 wieder Futterspenden persönlich gebracht haben.

Danke an unsere Spender! Ohne Euch wäre diese Hilfe vor Ort nicht möglich! Peter Kahr Obmann TirolerTierEngel e.V.

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Anni die Mutter der "Leptokaria Hunde" Anni kam am 09.11.2008 aus Griechenland von der Insel Aegina (Nähe Athen) zu Pamela als Pflegehündin. Geschätzt ist sie im Januar 2006 geboren. Sehr schnell hatte ich mich in sie verliebt, und sie zog im Januar 2009 bei mir ein. Direkt gingen wir regelmäßig zum Hundesportverein, um wichtige Spielregeln des alltäglichen Lebens zu erlernen. Anni lernte sehr schnell, u. a. hatte sie die Begleithundeprüfung 2 x bestanden. Zudem nahmen wir an dem Kurs “Helfer auf 4 Pfoten” teil, und die Qualifikation hierfür erlangten wir ebenfalls. Anni liebt Kinder und lässt sich gerne von jedem Kind streicheln. Fressen ist ihre allergrößte Leidenschaft. Andere Hunde durften ihre persönliche Distanz nicht unterschreiten, dann grummelte sie, drehte sich um und zeigte ihr Desinteresse, indem sie dem Gegenüber den Rücken zudrehte. Seitdem wir regelmäßig mit anderen Hunden spazieren gehen, hat sich ihr Verhalten anderen Hunden gegenüber völlig verändert. Sie entscheidet aber selbst, wer an sie heran darf und wer nicht. Alle kleinen Hunde, vorausgesetzt sie kläffen nicht, mag sie sehr!

kann natürlich auch, wenn ihr etwas nicht passt, und ich den Weg nicht gehen möchte, den sie gehen will, herumzicken. Das äußert sich derart, dass sie während unseres Spazierganges lustlos neben mir läuft. Noch etwas zu Anni: Ich kann sie überall mitnehmen und mache das auch, wie z.B. zum Stadtbummel in Geschäfte, sie bleibt in der Umkleidekabine liegen, hebt den Vorhang hoch und schaut, was draußen passiert, in jedes Restaurant, in die Eisdiele usw. Für sie ist immer nur wichtig “dabei sein ist alles”. Mein Fazit ist: Anni ist in der Tat eine “Traumhündin”, und wir beide lieben uns sehr!

Sie liebt jeden Menschen und lässt sich ohne Ende streicheln und genießt es. Wir gehen viel und ausgiebig spazieren, leider nur mit der Schlepp- oder Flexileine, da sie ein “Jäger” war und ist. Katzen mag sie gar nicht. Ihren Jagd- und Hetztrieb konnte ich ihr leider nicht abgewöhnen. Sie hat sich mit der langen Leine perfekt arrangiert, aber genau deshalb laufen wir auch so viel und ausgiebig. Anni ist nur und ausschließlich lieb, brav, verschmust und immer nur dankbar für alles. Sie ist eine sehr ruhige Hündin,

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Demomarsch Demomarsch fßr Tierrechte & gegen Tierpelz in Innsbruck am Feiertag den 8. Dezember 2015. Es waren wie immer viele Freiwillige dabei, um zu versuchen hilflosen Tieren eine Stimme zu geben und aufzuklären. Danke an alle, die hier mitgemacht haben. Peter Kahr

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Hi ihr da draußen!

Hundemessi in Griechenland

Mein Name ist „Goldfisch“. Na ja, eigentlich heiße ich Lena, aber mein Frauli besteht drauf, dass ich den IQ eines Goldfischs habe, was auch immer das heißt. Ich bin ein kleiner 5 Monate alter Ratonero Bodeguero Andaluz, kurz Andalusischer Terrier und stamme aus Olivenza, Spanien. Ja, so gesehen bin ich ein Asylant, aber ohne Angst haben zu müssen heim geschickt zu werden.

Im August 2016 in Griechenland war ich mit griechischen Tierschützerinnen bei einem Hundemessie (Die griechische Polizei war auch dabei!), der viele Hunde hatte, die sich bei ihm stark vermehrt hatten. In seinem Haus wurden auch tote Hunde entdeckt.

Irgendwann im Jänner diesen Jahres kam ich in Spanien zur Welt. Dort wuchs ich mit meinen Geschwistern auf bis ich alt genug war, dass man mich und meine kleine, sehr kleine Schwester Lucia einfach im Müll entsorgte. Dahin waren nun meine Träume von einem schönen Hundeleben.

An diesem Tag haben wir über 10 Hunde abgeholt und Tierschützern gebracht. Die restlichen fünf Hunde wurden ihm belassen, jedoch wurden sie alle kastriert, damit keine weiteren Vermehrungen mehr stattfinden. Natürlich sind auch die Behörden involviert, die diesen Mann kontrollieren! Hier Danke an unsere Keti, die hier sehr viel Zeit, Einsatz und Futter für die Hilfe vor Ort investiert hat.

Dem Tod ins Auge sehend haben uns aber besorgte Zweibeiner aus dieser trostlosen Lage befreit und haben uns mitgenommen, waren nett zu uns, versorgten uns, gaben uns ein Zuhause und ein kleines Bettchen mit Kuscheldecke und Spieltier wohin ich und Luci uns einkuscheln konnten. Aber irgendwas war doch nicht so richtig. Und dann kam so ein Tag an dem wir in ein großes Viereckiges Ding gesperrt wurden, zum Glück mit meiner Schwester. Ohne geh ich nirgendwo hin!!! Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass man uns über 1000 Kilometer weit transportieren würde. Die Reise war sehr lang, aber wir haben das meiste verschlafen und zumindest waren die Zweibeiner alle total nett zu uns und jeder fand uns süß. Und dann war es endlich geschafft.... Gras, grün, Leute, könnt ihr euch vorstellen wie toll es war im grünen Gras zu schnüffeln, sich zu wälzen, abgeknutscht und gestreichelt zu werden??? Wir wohnen jetzt in einem Häuschen mit einem riesengroßen Garten wo wir den ganzen Tag lang toben und spielen können. Die Futterschüssel ist immer gefüllt und jeder hat uns lieb. Ich denk mal sogar die 2 von der anderen „Fraktion“. Die wohnen zum Glück im ersten Stock. Irgendwie hab ich ja das Gefühl die haben hier das Sagen, aber bisher sind sie immer vor uns weggelaufen. Na ja, ich gebe zu ich war schon wieder etwas zu stürmisch. Luci hat das raffinierter gemacht. Die hat sich gleich mit dem kleineren Fraktionsmitglied angefreundet und es gab Hunde- und Katzenbussi. Das Schönste an der ganzen Geschichte, außer natürlich dass wir am Leben sind und uns nicht beklagen können? Ich durfte meine Schwester behalten.... wuff wuff wau wau

Euer „Goldfisch“ Lena

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Vermittelt & glücklich Schon gut eingelebt am Weerberg! Liebe Grüße Ines

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Vermittelt & glücklich Hündin „Claudia“ jetzt „Sally“ mit ihren Frauchen Maggi, Noelle und Alina, ein starkes Frauenteam

Nicole Pernlocher mit Rusty alias Anton

Hallo liebe Margit, jetzt ist es schon bald drei Jahre her seit ich meinen kleinen Neo (damals Raton) von euch bekommen habe. Ich kann euch sagen, das war der beste Tag meines Lebens. Ich weiß gar nicht wie ich meinen Neo beschreiben soll außer das er perfekt ist. Er hört aufs Wort so das ich eine Leine so gut wie nie benutzen muss, er weicht nicht von meiner Seite und bei dem kleinsten Pfiff ist er sofort zur Stelle.

Sophie mit „Ana“ Golfo geht es bei uns sehr gut. Wir wollen ihn gar nicht mehr hergeben. Er passt nach der kurzen Zeit bereits perfekt zu uns. Er ist ein richtiger „kleiner“ Kampfschmuser. Golfo hat schon einige Hunde hier in der Nachbarschaft kennengelernt und freut sich immer wenn er sie wieder sieht. Genauso geht es ihm mit den zweibeinigen Freunden(innen) und Bekannten von uns. In diesem Sinne verbleiben wir mit Lieben Grüßen von Golfo, Nina und Martin.

Wenn wir draußen sind ist er wie eine kleine Rakete und flitzt durch die Wiesen als ob es nichts anderes geben würde. Seit er seinen neuen Kurzhaarschnitt von mir bekommen hat (was er richtig genießt) ist er noch schneller Unterwegs :) Zuhause ist er der größte Schmuser den ich kenne und man denkt er macht den ganzen Tag nichts anderes :) Er kuschelt mit einem unter der Decke und wenn man ihn nicht von alleine krault, macht er sich bemerkbar in dem er meine Hand anstupst :) Alle lieben Ihn und wenn jemand ihn kennen lernt, wollen sie ihn am liebsten mit nachhause nehmen, was ich natürlich nicht zulasse :) Er hat sich in Sekunden in das Herz aller Personen rein geschlichen und wird auch nicht mehr los gelassen. Im Anhang sende ich dir noch ein paar Bilder damit ihr seht wie er die letzten Jahre gewachsen ist. Ich wünsche euch alles gute, bin begeistert was Ihr für die Tiere leistet und hoffe das alle ein schönes Zuhause finden. Ganz liebe Grüße von Bea und Neo aus dem schönen Traunstein

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Vögel gerettet in Tirol im Juni 2015 Wir sagen Danke für Dein Engagement! Die beiden Kleinen habens überlebt Dank Deiner / eurer Hilfe. Wir sagen auch Danke an Tierheim Mentlberg und die fleißigen Mitarbeiter, wo ich die beiden um 23:30 am Abend hinbringen konnte! Anbei 1 Foto genau ein Monat nachdem du sie gebracht hast. In einigen Wochen sind die beiden soweit, dass sie ausgewildert werden können.

Nochmals Danke fürs NICHT wegschauen! liebe Grüsse Peter Kahr Obmann TirolerTierEngel e.V.

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Spenden für Griechenland

Unsere Tierärztin Anastasia hat sich 2016 wieder über unsere medizinischen Spenden gefreut. Anastasia hilft sehr viel vor Ort um Tieren zu helfen. Danke! Peter Kahr Obmann TirolerTierEngel e.V.

Nach 1 Monat!

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Stadttauben erleiden Hunger! Tauben schließen sich den verwilderten Taubenschwärmen in den Städten an, verwildern dort unter den bekannten leidvollen Erfahrungen, und müssen schnell lernen, sich mit der fehlenden Grundlage einer Tierart gerechten Versorgung zu arrangieren. Der abfallende Müll auf den Straßen muss von den Tauben mühsam, und unter großen Gefahren aufgesammelt werden. Für ein kleines Krümel laufen die Tauben weite Wegstrecken, was nicht ihrer Art gerechten Beschäftigung entspricht. Oft fehlt auch diese Gabe, wenn die Müllabfuhr schneller ist, oder die Menschen die Tauben permanent von diesen schlechten Futtervorkommnissen auch noch vertreiben. Was für die Tiere einen zusätzlichen Stress bedeutet, weil sie dadurch auch Angst und Leid erfahren, was im Widerspruch zum österreichischen Tierschutzgesetz steht. Und so verbringen Stadttauben ein von der Gesellschaft verursachtes schäbiges Obdachlosen Leben. Sie hausen unter ungeschützten Brücken, in unbelebten schmuddeligen Dachböden, auf verwaisten Balkonen, an ungeschützten Häuserfassaden, Stadttauben wurden von ihrem natürlichen Lebensraum, dem betreuten (Zucht- und Brief-) Taubenschlag, teilweise gewaltsam, getrennt. Die aus dieser Tierhaltung entstammenden verwilderten Probanden, sind in der gegenwärtigen Bestandsanalyse, einer ungeordneten Zunahme, und damit auch einer unkontrollierten Vermehrung von Stadttauben in unseren Städten, auf zu addieren. Und sie sind damit die verwilderten Nachkommen dieser Taubenarten (was wissenschaftlich mehrmals nachgewiesen wurde). In diesem betreuten Lebensraum der Zucht- und Taubenschläge hatten die verwilderten Stadttauben, ehemals Brieftauben, die gesamte grundlegende Versorgung, einschließlich Art gerechtes Futter. Das Leben einer Straßentaube ist im angebrachten Vergleich dazu, im heutigen urbanen Lebensraum entbehrungsreich. Mangelerscheinungen sind die Folge dieser grob vernachlässigten, und sich evolutionär eigenständig entwickelten Taubenart. Es fehlen die elementaren Grundlagen, die zu einer ordentlichen Versorgung gehören: Taubenschlag, menschliche Betreuung, Art gerechtes Futter, sauberes Wasser, auch Schutz und Wärme. Und durch das willkürlich ausgelegte, und vielfach über Jahrzehnte nicht überprüfte „Fütterungsverbot“ in manchen Städten, wird ihnen auch noch der wichtigste biologische Baustein zum Überleben vorenthalten: Das ausreichende Futter. Der Hunger, die Unterversorgung mit Art gerechten Nahrungsmitteln, Stresssituationen, schwächen bekanntlich jeden Organismus, so auch den der Taube. Die Widerstandsfähigkeit der Tiere wird durch diese eklatante Unterschlagung der notwendigen Ressourcen stark herabgesetzt. Krankheiten können ungehindert die Gesundheit der genannten Tiere gefährden. Nicht selten ist das qualvolle Sterben auf den Straßen und Plätzen die Folge. Die Gründe für den alljährlich fest zu stellenden Ausschluss der gezüchteten Tauben aus ihren Heimatschlägen sind in der modernisierten Züchter-Gesellschaft, und deren traditionell hochgespielten Leistungsanforderungen an die Tiere zu suchen. Züchter behalten nur die Tauben, die ihnen Ruhm und Anerkennung bringen, die ein Preisgeld einfahren. Zuchttauben, die nicht den makellosen Erfordernissen entsprechen; Brieftauben, die bei den strapaziösen und qualvollen Brieftauben-Rennen keine vorderen Plätze belegen, und als verletzte und geschwächte Tiere irgendwo unterwegs stranden, werden von vielen ihrer Besitzer nicht mehr im Schlag aufgenommen. Diverse Anfragen bei Züchter ergaben nur eine Ablehnung für diese „Versager“. „Sie können sie behalten“, lautet die gängige Antwort. Die so ausgesetzten und der Verelendung frei gegebenen

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in Abbruchhäusern, in Hinterhöfen. Sie leiden unter Zugluft im Winter, unter Kälte und stark wechselnden Witterungen das ganze Jahr über. Sie nehmen Krankheiten auf, die unsere Zivilisation hervorbringt. Des Weiteren werden Tauben ständig von ihren Notbehausungen gewaltsam vertrieben. In einer unreflektierten Selbstverständlichkeit mancher Menschen, wird ihnen der notwendige Lebensraum durch diese Verdrängung vergrämt, und in weiterer Folge auch massiv eingeengt. Was ebenfalls eine Stresssituation für die Tiere darstellt. Mit Netzen, Spikes, Drähten und anderen Maßnahmen wird ihnen täglich der so notwendige Platz zur Ruhe und zum Rückzug genommen. Diese massive Vertreibung, oder auch Verdrängung genannt, hat für die empfindlichen Haustiere schwerwiegende Folgen. Sie erleiden permanenten Stress, erkranken an dieser so erzeugten Rastlosigkeit, auch geschwächt durch den Hunger, und nicht

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selten verletzen sich die Tiere auch an den oftmals schlecht angebrachten Abwehr-Maßnahmen. Viele Tauben-AbwehrMaßnahmen stehen in der Kritik, die Tiere könnten sich daran verletzen. Und dessen nicht genug an Leid und Not für die Stadttauben zu erfahren, erleiden die Tiere durch das fehlende Futter auch noch einen quälenden Hunger, der sie antreibt, ihre Art durch verstärkte Reproduktion (ein nachgewiesener Reflex) weiter zu erhalten. Stadttauben sterben früh, und ihre Lebenserwartung ist sehr niedrig. Wissenschaftler haben festgestellt, dass eine Stadttaube im Durchschnitt nicht älter als 2 Jahre wird. Im Vergleich könnten diese so geschundenen Tiere bei guter Haltung aber bis zu 15 Jahre alt werden, und auch älter. Die Gründe für diese hohe Mortalitätsrate sind also zusammengefasst in all den genannten Komponenten zu finden, die unsere Zivilisationsgesellschaft den verwilderten Haustieren, sprich Stadttauben, tagtäglich zumutet. Das fehlende artgerechte Futter als elementarer Baustein zum gesunden Leben, ist hier an oberster Stelle zu nennen.

Hilfe für die Hündin Katy eines Obdachlosen Im Juli 2016 habe ich spät abends einen Hilferuf bekommen, weil bei schlechtem Wetter in Innsbruck bei einem Obdachlosen, der auf der Durchreise war, bei seiner hochträchtigen Hündin Katy die Wehen eingesetzt haben. In Zusammenarbeit mit dem Innsbrucker Veterinäramt und dem Tierschutzverein für Tirol haben wir es geschafft, dass der Obdachlose die Welpen dem Tierheim übergeben hat. Die Hündin hat er nach 2 Monaten wieder zurück bekommen. Es gab jedoch beim Wurf Probleme, die nur mit einem Kaiserschnitt gelöst werden konnten. Hier Danke an die Tierärztin Astrid Lorenz, die bei der Operation die Hündin gleich kastriert hat. Und Danke an die Spender, die uns finanziell unter die Arme gegriffen haben. Von den 11 Welpen haben 9 überlebt. Und was noch angemerkt werden muss. Als die Katy fast 2 Monate im Tierheim war, hat sie der Obdachlose täglich besucht!

Danke an alle, die da mitgeholfen haben. Peter Kahr Obmann TirolerTierEngel e.V. So gesehen, muss das „Fütterungsverbot“, das von vielen Städten schon über Jahrzehnte als polizeiliche Verordnung eingeführt wurde, sofort neu evaluiert, und diesen auch wissenschaftlich gestützten Erkenntnissen, neu angepasst werden. Stadttauben, so ist meine/unsere Überzeugung, müssen artgerecht versorgt sein, damit unsere zivilrechtliche Gesellschaft, die sich auch auf ein Tierschutzgesetz beruft, ihre Verantwortung den Tieren gegenüber ordentlich wahrnehmen kann. Ein veraltertes und unbrauchbar gewordenes „Fütterungsverbot“ ist demnach nicht mehr Ziel führend, und steht einer gesellschaftlich gestützten und ökologisch nachhaltigen Lösung im Wege. Kontrolliertes Füttern ist der Weg heraus aus diesem Dilemma! Hans Lutsch und Gabriela Arnold ARGE Stadttauben Salzburg

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Wir gratulieren unseren Mitgliedern nachträglich!

Zum 40. Gebur tstag Pittl Andreas VĂśls Tirol

Zum 50. Gebur tstag Kirchebner Ilse Innsbruck Tirol Untergasser Wolfgang Oberperfuss Tirol Prader Christian Mag. Dr. jur. Innsbruck Tirol

Zum 60. Gebur tstag Bind Elenore Wien Wien Dragic Irmgard Graz Steiermark

Zum 70. Gebur tstag Niederbacher Renate Innsbruck Tirol Koller Marianne Roding Fischer Francesca Biberstein 16

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Beitrittserklärung Ich bewerbe mich um die Mitgliedschaft beim Verein TirolerTierEngel e.V. und erkläre mich bereit mit

€ 30,- (Gold) € 50,- (Platin) € 100,- (Diamant) Mitgliedsbeitrag jährlich an der Hilfe für Tiere zu beteiligen. (Bitte zutreffendes ankreuzen)

Name: Adresse: PLZ: Wohnort: Land: Geburtsdatum: Telefon: E-Mail: Datum: Unterschrift: Die Angaben der persönlichen Daten werden nur für vereinsinterne Zwecke gespeichert und nicht an Dritte weiter gegeben. Meine Mitgliedschaft soll vorerst für ein Kalenderjahr gelten und verlängert sich automatisch um ein weiteres Kalenderjahr, wenn nicht ein Monat vor Ablauf des Kalenderjahres schriftlich gekündigt wird. TirolerTierEngel e.V. z.H. Peter Kahr Kajetan-Sweth-Str.9 A-6020 Innsbruck www.TirolerTierEngel.com Paypal: paypal@tirolertierengel.com

TirolerTierEngel e.V. Tiroler Sparkasse AG IBAN: AT70 2050 3033 0022 2415 BIC: SPIHAT22XXX

Auf unserer Homepage ist es möglich eine Online Beitrittserklärung auszufüllen unter: www.tirolertierengel.com/der-verein/beitrittserklärung

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Betrittserklärung A5x2 2014-11

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SEPA - Lastschrift - Mandat (Ermächtigung) Mandatsreferenz (Mitgliedsnummer wird von TirolerTierEngel e.V. vergeben) Zahlungsempfänger TirolerTierEngel e.V. Kajetan Swethstr. 9/3/8 A-6020 Innsbruck

Creditor ID: Ich ermächtige/ Wir ermächtigen TirolerTierEngel e.V. Zahlungen von meinem/ unserem Konto mittels SEPA - Lastschrift einzuziehen. Zugleich weise ich mein/ unser Kreditinstitut an, die von der TierolerTierEngel e.V. auf mein/ unser Konto gezogenen SEPA-Latschriften einzulösen. Ich kann/Wir können innerhalb von acht Wochen, binnen dem Belastungsdatum, die Erstattung des belasteten Betrags verlangen. Es gelten dabei die mit einem/ unserem Kreditinstitut vereinbarten Bedingungen.

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Infos Wir bitten Pflegestellen sich an diese Punkte zu halten, da nur so eine gute Zusammenarbeit gewährleistet werden kann. 1.) Pflegestellen dürfen NUR nach Absprache mit Margit einen TA aufsuchen und bei kostenintensiven Untersuchungen wie Blutbild, Mittelmeertest usw. ist die Behandlung extra noch mal abzuklären. Im Nichterreichbarkeitsfall von Margit muss eine solche Behandlung verschoben werden, denn möglicherweise gibt es schon ein Blutbild oder einen Test und das neue verursacht sinnlose Kosten, die sich der Verein einfach nicht leisten kann. Bei Nicht Einhalten müssen diese Kosten von der Pflegestelle selbst getragen werden. In Innsbruck ist unser behandelnder TA Dr. Thomas Schuster. 2.) Bei Durchfall in den ersten Tagen Hühnchen mit Reis füttern, aber vorerst 12 Std. hungern lassen, damit sich die Darmzotten erholen können. 3.) Hunde dürfen bei der Vorkontrolle NICHT auf dem Fixplatz gelassen werden, sondern müssen von der Fixstelle abgeholt werden und bei der Hundeübergabe ist auch der Vertrag und das Geld oder die Kontoüberweisung zu übergeben. 4.) Margit möchte auf keinen Fall dass die Hunde auf dem Fixplatz im Garten gehalten werden, sondern ein SOFAPLÄTZCHEN haben. Bitte schaut da drauf, wenn ihr selbst Vk macht. Auch sollten die Hunde nicht länger als 5 Std. täglich alleine bleiben müssen. 5.) Die Hunde dürfen in den ersten zwei bis vier Wochen nicht von der Leine gelassen werden (oder nur in gesicherten Bereichen ) und sind während der ganzen Pflegezeit am Brustgeschirr zu führen. 6.) Betrifft Pflegestellen mit Option Fixplatz: Falls ihr mit der Nase zufrieden seid und sonst nichts (auch von uns aus) gegen eine Übernahme spricht, gebt das bitte spätestens 2 Wochen nach der Übernahme des Hundes bekannt, ansonsten fangen wir an zum inserieren. Wenn sich dann eine Fixstelle meldet, müsst ihr die Nase natürlich auch hergeben. Falls sich vorher eine Fixstelle meldet, müsst ihr euch leider gleich entscheiden. Da wir in letzter Zeit oft Pflegestellen hatten, die diese Zeit so lange als möglich raus zögerten, sahen wir uns gezwungen die Option „Fix“ zeitlich zu begrenzen. 7.) Pflegestellen mit Option Fixplatz: Es wäre für uns sehr hilfreich, wenn ihr die TA Kosten selbst übernehmen könntet, leider bewegt sich unser Budget immer im grenzwertigen Bereich. Trotz Paten, Spendern und treuen Mitgliedern (ohne die es überhaupt nicht ginge, TAUSEND DANK an dieser Stelle) können wir die Kosten in Spanien für Transport, Aufenthalt, Chipen, Impfen und Kastrieren, sowie die TA Kosten von unseren fixen Pflegestellen kaum tragen. Wir wären euch unheimlich dankbar, wenn ihr deshalb TA – Kosten selbst tragen könntet, es wäre für uns Gold wert und wenn wir etwas mehr Geld über hätten, könnte das bestimmt der einen oder anderen Nase zusätzlich das Leben retten.

Tausend Dank und auf gute Zusammenarbeit das TTE – Team

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Wir bedanken uns bei unseren Mitgliedern und Spendern, ohne deren Hilfe unsere Hilfe für die Tiere nicht möglich wäre. Wir hoffen auch weiterhin, dass ihr uns das Ver trauen schenkt, damit wir unsere zukünftigen Ziele erreichen können.

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