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TIROLER TIER ENGEL www. t i r o l e r t i e r e n g e l . c o m

e.V.

Ve r e i n s z e i t u n g 1 / 2 0 0 8

Wie nur unschwer zu erkennen ist, ist das Leben bei einer Pflegemami auch nicht immer einfach! Zum Gl端ck gibt es genug Platz f端r uns alle. Wir w端rden uns aber sehr freuen, wenn wir auf einem tollen Fixplatz bei einer neuen Familie leben d端rften. Na dann, wer will uns?


Celine - so hat alles angefangen! Margit hat Celine im Internet bei www. hunde-ohne-lobby.de entdeckt. Wir haben ja 2 junge Yorkies und da ihr Celine leidgetan hat, und es schwer ist einen guten Platz für eine alte Hündin zu finden, haben wir beschlossen, sie bei uns aufzunehmen. So nach dem Motto, zwei oder drei, was macht das für einen Unterschied. Wir haben gewusst, dass sie in einem schlechten Zustand ist. Wir haben gewusst, dass sie nur drei Beine hat. Das Beinchen hinten wurde nach einer Verletzung nicht behandelt, sie bekam Wundbrand und so musste sie in Spanien operiert werden. Wir haben gewusst, dass sie nur mehr wenige Zähne hat, die in einem schlechten Zustand waren. Wir haben gewusst, dass sie Mamatumore hatte. Vielleicht waren die Mamatumore und die schlechten Zähne der Grund dafür, warum sie in Spanien „weggeworfen“ wurde. Am Freitag 2.12.2005 um 18.00 waren wir am Flughafen München. Wir waren total nervös, weil wir ja nicht genau wussten, was uns erwartet. Um 19.30 kam die niederschmetternde Meldung, dass der Flug von Barcelona storniert wurde. Die freundliche Dame am Terminal meinte nur : „Wir brauchten nicht zu warten, sie ruft uns an, wenn die Ware da ist...“ Die Tierschützerin in Barcelona hat sich sofort auf die Suche nach den Hunden gemacht. In der Nacht wusste sie dann, dass die „Fracht“ nach Madrid geflogen wurde und am nächsten Tag sollen die Tiere von Madrid nach München geflogen werden.

Wir haben uns große Sorgen gemacht, da wir wussten, dass ihr Allgemeinzustand nicht sehr gut war. Immerhin haben die Tiere damals über 30 Stunden in den Boxen verbracht.

Glückliche Hunde und glückliche Menschen Bilder, die für sich sprechen!

Am Samstag 3.12.2005 sind wir wiederum von Innsbruck nach München gefahren. Um 15.00 war es endlich soweit, wir konnten die kleine, zarte Celine in Empfang nehmen. Zu Hause angekommen waren wir als erstes sofort bei unserem Tierarzt. Die kleine Maus hatte nur 2,35kg. Sie hat stark gerochen (daran waren unter anderem die schlechten Zähne schuld). Celine ist ca. 10 bis 14 Jahre alt. Auf Grund der schlechten bzw. fehlenden Zähne kann man es nicht mehr genau sagen.Wir hatten auch Probleme mit ihr, weil sie jede Stunde hineingepinkelt hat. Wir hatten schon die Befürchtung, dass sie krank sei. Aber das wurde von Tag zu Tag besser und hat sich nach ein bis zwei Monaten gelegt. Das war nur die Angst, bzw. die neue Umgebung. Auf Anraten unseres Tierarztes haben wir sie aufgepäppelt, bis sie Mitte März 2006 operiert wurde. Unser Tierarzt hat die Mamatumore entfernt, alle Zähne bis auf einen gerissen, da sie unter Eiter standen. Er hat sie gleichzeitig auch kastriert, weil aus heutiger medizinischer Sicht damit die Wahrscheinlichkeit des Nachwachsens der Tumore verringert wird. Es geht ihr bis heute sehr gut. Sie war zwar mehrere Tage beleidigt mit uns wegen der Operation, aber das hat sich schnell wieder gelegt.

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Diese Vereinszeitung wurde produziert mit freundlicher Unterstützung von

Medienturm Saline, 6060 Hall

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Was ich hier noch erzählen möchte. Es hat mehrere Wochen bis Monate gedauert, bis sich Celine an unser bestehendes Rudel (Jessy u. Cora) angepasst hat. Celine hat nach Wochen noch immer, auch wenn sie gerade gefressen hatte, unsere zwei jungen Yorkies angeknurrt und die nicht vorhandenen Zähne gefletscht, wenn diese zu ihrer Futterschüssel gegangen sind. Da kann man sich ungefähr eine Vorstellung machen, was die kleine Celine alles mitgemacht hat in ihrem Leben. Da meine Frau halbtags arbeitet, waren die drei Racker am vormittags alleine zu Hause. Celine hatte da leider unangenehme Eigenschaft sehr viel zu bellen. Wir leben in einer Mietwohnung, und da wird so etwas oft nicht gerne gesehen (bzw. gehört). Zum Glück haben wir verständnisvolle Nachbarn, so dass das nicht zu einem Problem wurde. Das Bellen von Celine war reines Angstbzw.Trennungsangst-Bellen, das sich nach mehreren Monaten gelegt hat. Heute schläft sie friedlich den ganzen Vormittag.

gibt, was nicht lösbar wäre. Aber nochmals, man braucht Geduld, und wenn man nicht weiter weiß, kann man sich an uns wenden, oder auch woanders professionelle Hilfe holen. Uns hat damals Ulrike Enlow (sie war unsere Ansprechpartnerin für Celine) von www.hunde-ohne-lobby.de sehr viel geholfen. Heute ist sie eine gute Kollegin von uns, mit der wir zusammenarbeiten. Es hat uns auch Sabine Brenner von http://www.animagi-whippets.at/ unterstützt.

Ich habe ca. sechs Monate gebraucht, um Celine die Angst vor meiner Hand zu nehmen. Sie hat mich zu Beginn geschnappt, angeknurrt, usw. Vermutlich hat sie vor Männern Angst. Ich habe sie jeden Tag vor dem Schlafengehen gestreichelt, um ihr zu zeigen, dass sie keine Angst haben muss. Heute legt sie sich manchmal sogar auf den Rücken, um sich ihr Bäuchlein kraulen zu lassen. Das war am Anfang absolut unmöglich. Ich schreibe das hier, um aufzuzeigen, dass es oft viel Geduld braucht, um mit den Problemen fertig zu werden. Aber ich möchte behaupten, dass es fast nichts

Celine hat heute richtig Freude am Leben!

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Celine geht es heute sehr gut. Sie läuft recht flott trotz ihrer Behinderung. Sie ist eine selbstbewusste Dame geworden, die immer wieder versucht, anderen Hunden Ihre Grösse und ihre Stärke zu zeigen. Sie hat Probleme mit den Nieren, aber zur Zeit bleibt der Krankheitsstatus stabil.Celine frisst auch fast alles, es muss nur kleiner aufgeschnitten werden. Sie ist sehr dankbar für die Streicheleinheiten und wird uns hoffentlich noch lange Zeit begleiten.

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Burzel 6. August 2005: Unsere zwei Yorkies sind aus dem Wohnwagen herausgelaufen und haben in ein halbfertiges Häuschen am Campingplatz hineingebellt. Wir machen auf diesem Campingplatz seit 1990 Urlaub.

Wir haben dann den schwer räudekranken Hund zum Auffanglager von Rebecca Papadopoulou gebracht (hin und retour 350km). Wir haben „BURZEL“ auf unserer Rückfahrt nach Innsbruck 2 1/2 Wochen später noch einmal kurz besucht. Es ging ihm schon sehr gut, die Haare sind nachgewachsen, die Rippen sieht man fast nicht mehr und er ist freudig in seinem Gehege herumgesprungen. Übrigens, der Name „BURZEL“ ist Margit eingefallen, weil er einfach so in unser Leben „gepurzelt“ ist.

So wie er ausgesehen hat, hat er auch gerochen!

Unser Enkel Manuel hat hineingeschaut und dort einen Hund entdeckt. Ich habe dann, mit einer Taschenlampe bewaffnet, einen verängstigten, stark riechenden, fast ohne Haare, zitternden Hund gesehen. Seine Augen waren blutunterlaufen, die Haut blutig, und eitrig, und er war total abgemagert. Wir mussten nun eine Entscheidung rasch fällen, denn wenn ihn die am Platz arbeitenden Albaner (oder auch Griechen) entdeckt hätten, wäre er erschlagen oder davongejagt worden. Den Hund habe ich dann vorsichtig mit einer Decke aufgehoben, er hat sich nicht einmal mehr gewehrt und in die Box geschoben. Wir vermuten, dass sich Burzel zum Sterben dort hineingelegt hat. 4

Burzel hat endlich das Leben, das er verdient und ist rundum glücklich. Seine neue Familie hat viel Freude mit ihm.

November 2005: Burzel kam auf eine Pflegestelle in der Nähe von Düsseldorf. März 2006: Burzel wird über eine Organisation vermittelt. www.tirolertierengel.com


Unsere Vorstandsmitglieder Obmann: Peter Kahr

Unsere Margit hat mit Abstand den härtesten Job von uns allen. Sie kümmert sich unermüdlich um die Vermittlung der Hunde an Pflegestellen und Fixplätze. Sie muss sich mit den unangenehmsten Situationen auseinandersetzen und bleibt trotzdem stets souverän!

Kassier: Klaus Wieser

Ungeschlagener Meister auf dem Gebiet der Kommunikation, sowohl schriftlich als auch mündlich! Es ist immer wieder erstaunlich, was dieser Mann alles unter einen Hut kriegt.

Obmann-Stv: Margit Kahr

Er jongliert mit Zahlen und Belegen mit einer Genauigkeit und Ruhe, die ihresgleichen suchen und behält dabei immer den absoluten Überblick

Rechnungsprüferinnen: Sabine Wolszky und Eva Bauer

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Kassier-Stv: Werner Zaggl

Schriftführerin: Barbara Valentini

Unser „Mädchen für alles“. Er ist immer zur Stelle, wenn Not am Tier ist.

Neben dem Schreibkram ist sie in Sachen „Geldauftreiben“ unterwegs.

Aussagekräftig! Die Aufschrift auf unserem Transportkäfig für einen Hund (die Reise ging für den „Insassen“ ins Paradies nach Österreich aus Griechenland) spricht Bände!

Und hier ein Ausspruch von Mariangeles der uns sehr bewegt hat. Sie ist eine sehr engagierte, liebenswerte Tierschützein aus Spanien mit der wir zusammenarbeiten.

„Ich schicke euch Zigeuner und ihr macht Prinzen aus ihnen“ 6

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Leishmaniose - ein leidiges Thema Frau XY, eine Tierärztin aus Deutschland, arbeitet in Süddeutschland, hat mir auf meine Frage bezüglich Leishmaniose geantwortet: Ich, Peter: „Habe ich das richtig verstanden, dass sie dafür sind, Hunde mit Leishmaniose einzuschläfern?“ XY: „Ja, richtig, aus obengenannten Gruenden. Wir haben einfach nicht genuegend finanzielle Mittel solche Tiere am Leben zu erhalten“ Von solchen Aussagen müssen wir, der Verein „TirolerTierEngel e.V.“, uns aufs Deutlichste distanzieren. Die Aussage wurde mit den angeblich hohen Kosten (über 1000 Euro pro Jahr) und der „unheilbaren Krankheit, die nach 2-8 Jahren zum Tod führt“ begründet. Wir sind schockiert, dass hier mit solchen Argumenten über Lebewesen gerichtet wird. Selbstverständlich haben wir die moralische Pflicht, ein Tier, das Schmerzen hat, oder wirklich todkrank nur mehr dahinsiecht, zu erlösen. Aber unsere Erfahrungen und die Entwicklung in den letzten Jahren bzgl. der Leishmaniose ermöglichen vielen Hunden noch schöne und glückliche Jahre des gemeinsamen Zusammenlebens. Wir kennen persönlich Leute, die auch ältere Hunde mit dieser Krankheit haben, und diese Hunde haben ihre größte Freude am Leben. Auf unserer Homepage unter http://www.tirolertierengel.com/leishmaniose.htm kann man Maureen sehen, die immerhin bis jetzt drei Jahre ihres Lebens geschenkt bekommen hat, trotz Leishmaniose. www.tirolertierengel.com

Vorher hat das arme Tier so ausgesehen. Ein erbärmlicher Anblick! Nach der Behandlung war der Hund nicht wieder zu erkennen

Nachher: Aus dem armseligen Häufchen Elend ist ein wunderschönes Tier geworden

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Und hier bringen wir einen Bericht von einer lieben Tierschutzkollegin, Frau Lore Schiessling aus Innsbruck, die sich privat sehr intensiv unter anderem mit dieser Krankheit beschäftigt und uns freundlicherweise dieses Schreiben zur Verfügung gestellt hat. Leishmaniose ist eine der Mittelmeerkrankheiten, übertragen wird sie von der Sandmücke, die häufigste Flugzeit dieser Sandmücken ist am späten Nachmittag und sie sticht vorwiegend ein schlafendes Tier, da sie relativ lange benötigt um einzustechen. Eine Übertragung ist praktisch nur über die infizierte Sandmücke möglich, rein theoretisch besteht auch die Gefahr einer Übertragung eines infizierten Hundes bei Blut zu BlutVerbindung. Es ist aber bis heute kein Fall einer solchen Übertragung bekannt. Zur Feststellung der Leishmaniose wird ein großes Screening gemacht mit Test der MMK. Zusätzlich, ganz wichtig, eine Eiweißelektrophorese mit Kurve, da aus dem Verlauf der Kurve ausgesagt werden kann, wie aktiv die Leishmaniose ist, da ein hoher Titer nichts über den momentane Krankheitswert aussagt. Ein Antikörpertest (Elisa) an der Vet. Univ. Zürich ist der verlässlichste Test. Es gibt verschiedene Stämme von Leishmanien, die nicht alle gleich auf bestimmte Behandlungen ansprechen, insbesondere soll es Resistenzen südspanischer Stämme gegen Glucantime geben. Bei dem neuen Medikament Miltefosin allerdings wäre mir nicht bekannt, dass es auf einige der Stämme nicht ansprechen soll. Im Gegensatz zu Glucatime, das ggf. starke Nebenwirkungen (z.B.

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Nierenschädigungen) aufweist, ist es offenbar auch gut verträglich und nur mit geringen Nebenwirkungen (Übelkeit, Erbrechen, ggf. Beulenbildung auf der Haut) verknüpft. Nach meinem Dafürhalten ist es auch recht preiswert (ca 200 Euro bei einem 20kg Hund). Miltefosine ist eine Chemotherapie gegen Leishmaniose, die als Suspension übers Futter gegeben wird. Bei italienischen Hunden hat sie sich gut bewährt, bei südfranzösischen auch. Bei spanischen Hunden gab es einige Erfolge, manchmal wirkte es auch nicht oder nicht lange. Für andere Länder liegen keine Infos vor. Früher empfohlene Behandlungen mit AmBisome (was in der Humamedizin oft gegen LM verwendet wird) gingen da mal leicht in den 5000 Euro-Bereich. Allopurinol dämpft die LM bzw. drängt die Leishmanien ins Bindegewebe zurück. Die Dosierung des Allo reicht von mindestens 10 mg/pro kgKW täglich bis zu 30 mg/kgKW täglich als Höchstdosis. Zum Allopurinol wäre noch zu sagen, dass eine regelmäßige Kontrolle der Nierenwerte ganz wichtig ist. Bei Urlauben in den Mittelmeerländern ist als Schutz ein Scalibor-Halsband nötig, das bereits 3 Wochen vor Antritt des Urlaubes angelegt werden muss. Zusätzlich gibt es jetzt auch noch das Advantix als Spot-on, da manche Hunde das Scalibor nicht vertragen und davon Ausschlag bekommen. Wenn sie einen Hund übernehmen, der positiv auf Leishmaniose getestet wurde, dann ist vor allem erst mal wichtig – wie bereits oben beschrieben – ein großes

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Screening, eine Kontrolle der MMK, vor allem noch Ehrlichiose oder Babesiose, vor allem da es bei Babesiose Kreuzreaktionen mit LM gibt. Es hat auch schon Fälle gegeben, dass Hunde im Ausland positiv getestet wurden und bei einer Nachtestung negativ waren bzw. auch umgekehrt. Unbedingt gehört dazu, wie ebenfalls oben schon berichtet, eine Eiweißelektrophorese mit Kurve. Sind keine Symptome beim Hund zu erkennen bzw. zeigt auch die Elektrophorese keinerlei Aktivität, dann kann man von einer Allobehandlung Abstand nehmen bzw. nur eine ganz niedere Dosierung zur Stabilisierung für eine gewisse Zeit geben. Dies liegt dann wohl im Ermessen des behandelnden Tierarztes. Kontrollen sind angezeigt.

Fragen an unseren Tierarzt Dr. med vet Thomas Schuster: (In Klammer fett sind Anmerkungen von Obmann Peter Kahr) Peter. “Warum steht auf dem Mittelmeertest aus Spanien 1/20 , wenn der Hund gesund sein soll?“ TA: Bei jedem Labortest wird ein bestimmter Grenzwert festgesetzt, ab dem ein Tier als erkrankt gilt. Dieser Wert wird statistisch ermittelt und schwankt sogar von Labor zu Labor. Aber auch bei negativem Titer sollte nach 2-3 Monaten noch einmal alles nachgetestet werden! (Ist richtig. Beim Labor in Barcelona beginnt der Grenzwert ab 1/40, bei einem Labor in Deutschland ist der Grenzwert 1/50. 1/20 auf unseren Tests aus Barcelona heisst, dass keine Antikörper zu dem Zeitpunkt nachgewiesen wurden) Peter: „Ist ein Leishmaniosetest bei Welpen aussagekräftig?“

Diese beiden wurden auf der Straße aufgelesen und suchen einen neuen Platz www.tirolertierengel.com

TA :Da die Inkubationszeit drei Monate bis Jahre sein kann, ist ein Test bei einem Jungtier auf jeden Fall zu wiederholen. Allerdings steigt natürlich die Wahrscheinlichkeit einer Infektion mit der Zeit, die ein Tier in der gefährlichen Gegend verbringt. Wenn also ein Junghund im März geboren wird und im August nach Österreich kommt, ist es höchst unwahrscheinlich, dass er erkrankt. (Hauptflugzeit der Überträger) (Heisst, dass es praktisch keinen Sinn macht, Welpen unten zu testen, besser nach mehreren Monaten heroben) Peter: „Wie lange ist die Inkubationszeit bei LM?“ 9


TA: Die Angaben variieren. Zwischen drei Monaten und mehreren Jahren ist alles möglich! Allerdings sollte labortechnisch lange vorher schon ein Nachweis möglich sein. (Inkubationszeit = Zeit zwischen Ansteckung und ersten Symptomen einer Krankheit!)

meines Wissens noch nicht aufgetreten. Vorsicht ist allerdings bei Kleinkindern, Personen unter Chemotherapie oder einer Immunschwäche geboten!

Peter: „Ist die Leishmaniose für den Menschen gefährlich?“

TA: Die auffälligsten Symptome sind Hautveränderungen (weißliche Schuppen an Ohrändern bzw. dem gesamten Ohr, Nase und rund um Augen), geschwollene Lymphknoten, Krallenbettentzündungen mit auffällig langen, oft brüchigen Krallen. Der Rest ist recht unspezifisch: Apathie, Fieberschübe, mangelnder Appetit, Lahmheiten, Nasenbluten etc.

TA: Die Leishmaniose ist eine sehr ernst zu nehmende Zoonose (= Krankheit, die Mensch und Tier befällt). Das Problem in betroffenen Ländern ist, dass Hunde und Hundeartige das sogenannte Erregerreservoir darstellen, also dafür verantwortlich sind, dass sich die Schmetterlingsmücken bei einem Hund (Hundeartigen oder Nagetier) wieder anstecken und die Erreger dann auf den Menschen übertragen können. (Alleine in Österreich sterben nachweislich jedes Jahr 3000 Personen an oder an den Folgen der asiatischen Grippe. Werden deshalb die Flugzeuge abgeschafft. Leishmaniose kann für Kleinkinder und immungeschwächte Menschen (z.B. HIV-positive Personen) gefährlich sein und muss bedacht werden!) Peter: „Wie ist die Krankheit übertragbar?“ TA: Eigentlich nur durch den Stich der Sandmücken (Schmetterlingsmücken, Phlebotomen). Die Übertragung gelingt auch durch Blutübertragung (Transfusionen), also (sehr) theoretisch auch, indem Blut eines Erkrankten in eine Wunde oder Schleimhaut eines Gesunden gelangt. Diese Übertragung ist aber

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Peter: „Gibt es äussere Merkmale für die Krankheit?“

Peter: „Wie äußert sich die Krankheit beim Menschen?“ TA:Es gibt mehrere Formen: Bei der cutanen Leishmaniose überwiegen Hautveränderungen, die viszerale Form ist eine schwere Allgemeinerkrankung, die unbehandelt in vielen Fällen zum Tod führt. Da leider immer mehr resistente Erreger auftauchen, darf man sich nicht wundern, dass in betroffenen Ländern strikte Gesetze den Umgang mit tierischer und menschlicher Leishmaniose regeln. Peter: „Ist die LM heilbar? (Mensch, Hund)“ TA: Die Leishmaniose ist in vielen Fällen behandelbar. Speziell früh erkannt, kann ein relativ normales Leben erwartet werden. Doch gelingt es derzeit beim Hund nicht, die Erkrankung verlässlich zu heilen, es ist nicht möglich, den Erreger aus dem befallenen Organismus zu entfer-

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nen. Auch beim Menschen sind viele Dinge noch ungeklärt. Hoffnung besteht bei neueren Medikamenten und bei der vorbeugenden Impfung, die derzeit in Erprobung sein soll. Peter: „Wie lange kann ein Hund mit der Krankheit leben?“ TA: Unbehandelt 1/2 bis 2 Jahre, ab Ausbruch gerechnet, bei guter Behandlung und vor allem guten Ansprechen auf die Therapie wesentlich länger (Jahre!). Peter: „Kann der Hund die Krankheit auf meine Katzen übertragen?“ TA: Das ist bei uns praktisch nicht möglich. An Leishmaniose erkrankte Katzen hatten auch fast immer eine Immunschwäche! Peter: „Kann der kranke Hund bei einer Rauferei die Krankheit auf einen anderen Hund übertragen?“ TA: Das ist theoretisch möglich, wird aber praktisch nie vorkommen! Peter: „Was kann ich vorbeugend tun, wenn ich mit Hund in Urlaub fahre?“ TA: Wichtig ist vor allem zu verhindern, dass der Hund von den Sandmücken gestochen wird. Das lässt sich einerseits durch Fliegengitter in den Zimmern (auch zum eigenen Schutz) und durch Verwendung von entsprechenden Halsbändern oder/und Spot ons erreichen. Weiters ist es sinnvoll, die Hauptflugzeit der Insekten (1 Stunde vor bis 1 Stunde nach dem Sonnenuntergang) in sicherer Umgebung zu verbringen. Falls man

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ganz besonders vorbeugen will, kann man auch eine Vorbeugung mit den Medikamenten Allopurinol oder Glucantime machen. (Ich habe bis heute keine Leute in Griechenland kennengelernt (mit Hund), die von der Profylaxe wussten!) Peter: „Können Sandmücken auch andere Krankheiten übertragen, oder nur den Erreger der Leishmaniose?“ TA:Ist mir nichts bekannt, aber es wird vermutlich in Zukunft noch manches entdeckt werden. Danke an Dr. med. vet. Thomas Schuster für die Beantwortung unserer Fragen.

Hier noch einige gedankliche Anregungen von Peter Kahr: • „Wenn Leishmaniose so gefährlich ist, warum sagt man dies den Millionen Touristen nicht, die jedes Jahr den Mittelmeerraum besuchen? Ich habe in keinem Urlaubsprospekt je was darüber gelesen.“ • „Wenn die Krankheit so verbreitet ist im Süden, dann müssen doch viele Menschen, die dort leben, diese Krankheit in sich tragen? • Ich möchte auch anmerken, dass durch den Klimawandel viele andere Krankheiten Einzug im Mitteleuropa machen können und vermutlich auch werden.

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• Unser erster Hund ist an den Folgen einer schweren Herzklappenerkrankung gestorben und nicht an einer Mittelmeerkrankheit, obwohl er jedes Jahr 45 Wochen im Sommer in Griechenland war.

Hundevermittlung Es ist vor allem Margit und ihren strapazierfähigen Nerven zu verdanken, dass allein im Jahr 2007 insgesamt 120 Hunde aus den Tötungsstationen gerettet und an neue Besitzer vermittelt werden konnten. Diese Aktionen sind nicht immer leicht, weil man immer wieder mit unvorhersehbaren Problemen konfrontiert wird. Nicht selten kommt es vor, dass man dann mit vermittelt geglaubten Hunden dasitzt, weil es sich die neuen „Besitzer“ anders überlegt haben.

Stellvertretend für alle geretteten Hunde So schaut ein echtes Hundeleben aus!

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Auslandstierschutz Im kleinen Rahmen unserer Möglichkeiten wird etwa ein tolles Projekt in Badajoz in Spanien unterstützt, welches von der rührigen Mariangeles geleitet wird. 10000 Flyer wurden für eine Kastrationskampagne in dieser Stadt verteilt. Die Vorderseite sagt: „Leben retten hat keinen Preis. Erscheint dir dafür eine Kastration zu teuer? Tausende von Hunden werden jährlich auf unseren Straßen ausgesetzt. Kastration ist die Lösung. Keine unerwünschten Würfe mehr.“ Die Rückseite schildert, wie und wo die Termine zu vereinbaren sind mit, Adressen und Telefonnummern der einschlägigen Tierkliniken. Sie sehen - es wird nicht nur importiert, sondern an der Basis versucht, zu motivieren und zu verändern. Dass dies nicht von heute auf morgen geht, ist allen klar. Aber gemeinsam haben wir schon einiges geschafft. Für das Tierheim Katerini in Griechenland haben wir die Hälfte der Kosten für eine Tonne Futter mit 400,übernommen.

Mariangeles mit Hunden www.tirolertierengel.com


Urlaub bei Tierfreunden im Tiroler Almgasthof Erzherzog-Johann-Klause Aschau 82 A- 6234 - Brandenberg Reservierungen unter: johann-klause@chello.at Tel. 0664 / 282 36 36 Fax 05337/ 20 350 Liebe Tierfreunde, wir möchten uns gerne bei Ihnen vorstellen! Wir sind Claudia & Walter Ledermair und bewirtschaften die Erzherzog Johann Klause in Brandenberg. Wir haben von 1. Mai bis 31. Oktober täglich von Dienstag bis Sonntag geöffnet. Auf unserer herrlichen Sonnenterrasse servieren wir Tiroler Hausmannskost. Weiters bieten wir für ca. 40 Personen die Möglichkeit in Zimmer und Lager zu übernachten. Unsere Zimmer und Lager sind freundlich und urig eingerichtet sowie mit Bettwäsche und Handtüchern ausgestattet. Preis pro Person und Übernachtung: im Zimmer im Lager Frühstück

€ 15,€ 10,€ 7,-

Haustiere oder Pferde gratis!

Impressum Tiroler Tier Engel e.V., 6020 Innsbruck, Kajetan-Swethstraße 9, Tel. 0699/10121044 Redaktion: Tiroler Tier Engel e.V. www.TirolerTierEngel.com Tiroler Sparkasse AG BLZ: 20503, Kto.: 03300-222415 BIC: SPIHAT22 IBAN: AT02050303300222415

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Danke! Wir bedanken uns bei unseren Mitgliedern und Spendern, ohne deren Hilfe unsere Hilfe für die Tiere nicht möglich wäre. Wir hoffen auch weiterhin, dass ihr uns das Vertrauen schenkt, damit wir unsere zukünftigen Ziele erreichen können. 13


Herzlichen Dank!

Dringend Zuhause gesucht

Ganz herzlich möchten wir uns bei den Pflegemamis bedanken. Ohne diese Tierfreunde wäre es gar nicht möglich, dass manche Hunde aus Spanien oder Griechenland gerettet werden können. Gerlinde aus Brunn, Rosi aus Rosenheim, Doreen mit Gina aus Oberschleissheim, Daniela aus München, Sandra aus Vaterstetten, Claudia und Robert aus Geiselhöring, Monika aus Geiselhöring, Maria aus Scheffau, Sabine aus Oberperfuss, Gaby aus Fulpmes, Claudia aus Münster, Barbara aus OÖ, Ute aus Bayern, Julia aus Volders. Weiters an Herbert, der unsere Hunde von einem Transport aus Bruchsal nach München holt und an Doreen, Monika und Nathalie, die uns helfen Plätze zu finden und Vorkontrollen vornehmen. Es ist immer wieder erstaunlich,was man alles erreichen kann, wenn alle zusammen helfen und sich voll und ganz hinter eine Sache klemmen!

Sir Erwin und Olivia von Sabine können endlich in Freiheit ihr Leben geniessen

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Alba, unser 5 Monate altes armes Weibchen, sucht einen ganz liebevollen Platz. Sie hat eine Fehlstellung einer Schulter und erhöhte Nierenwerte. Sie braucht ganz dringend unsere Hilfe. Leider kann man sie nicht operieren. Am besten ist ein Zuhause, das ebenerdig ist, mit einem Garten, den sie so liebt.

Der noch ganz junge Buddy wurde von einem Auto angefahren und in der Tötungsstation Cadiz abgegeben wie Müll. Wir haben ihn gerettet, aber es musste ein Beinchen abgenommen werden. Trotz seiner Behinderung kann er gut laufen, aber er ist traurig, weil er kein Zuhause mehr hat. Wer kann ihm eine Chance geben? www.tirolertierengel.com


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Glückliche Hunde und glückliche Menschen Bilder, die für sich sprechen!

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