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Vents Souterrains Off Line

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Nader Rosano

Vents Souterrains Idee / Künstl. Leitung Anna Röthlisberger Tanz Ayala Frenkel, Anna Röthlisberger Live Musik Marc Rossier Licht & Raumgestaltung Brigitte Dubach Szenische Regie Klaus Jensen Choreograf. Assistenz Sonia Rocha Kostüme Christina Müller Grafik Matthias Heipel Produktion Verein Tanzprojekte / Anna Röthlisberger Co. Webseite www.röthlisberger.com Mit Unterstützung von: Fachausschuss Theater und Tanz BS/BL im Rahmen der Kooperationsförderung, Ernst Göhner Stiftung, Sophie und Karl Binding Stiftung, Dank an: Theater Roxy, Jewish Arabic Centre Jaffo Choreografie Tanz Licht Ton Musik Dramaturgie Kostüme Produktion

Off Line Nadar Rosano Nadar Rosano, Adi Weinberg Noa Dar Yair Leo Sugarman, Noam Hefler Arvo Pärt, Kouhei Matsunaga Hatakeyama Solomo Plessner F-F-F Machol Shalem Dance House  Fr 1.2. 20.00 Wiederaufnahme Sa 2.2. 20.00 Publikumsgespräch im Anschluss an die ersten Vorstellung!

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Foto: Peter Schnetz

Anna Röthlisberger Co.

Die erste Produktion im Rahmen der Kooperationsförderung beider Basel wird im Hinblick auf die anstehende Tournee im Theater Roxy nochmals gezeigt. Der Choreografin wird 2012 für ihre künstlerische Arbeit der Lions-Kunstpreis in Basel verliehen mit einer erstmaligen Vergabe im Bereich des Zeitgenössischen Tanzes. In Vents Souterrains treffen zwei ausgeprägte Individuen aufeinander. Ganz roh und direkt, und doch geschliffen in der Form. In skulpturalen Körperbildern spielen die Choreo­ grafin Anna Röthlisberger und die israelische Tänzerin Ayala Frenkel mit unserer Vorstellung von Intimität und Beziehung, lassen unsere geschlechtsspezifischen Erwartungen ins Leere laufen. Das Stück ist ein aus verschiedenen Tempi und Temperaturen zusammengesetztes tänzerisches Gewebe, das mit Live Musik von Marc Rossier und einer meisterlicher Lichtregie von Brigitte Dubach mitgetragen wird. «Ein tänzerisches Minenfeld, auf dem jederzeit alles explodieren oder implodieren kann. Der choreogra­fische Steinbruch ist ebenso fein ziseliert wie harsch und rau in seinen Würfen und Verwerfungen am Boden, im Kräftemessen und Ringen zu zweit. Nach Harmonie streben die beiden Tänzerinnen nicht. Das macht ihr Stück so stark.» Esther Sutter 3


«In den spielerischen Pas-de-Deux Röthlisberger mit Frenkel gelingen eindrückliche Bilder, die herkömmliche Rollenklischees buchstäblich auf den Kopf stellen: Hier werden neue Möglichkeiten tänzerischen Ausdrucks ausgelotet, ungewohnte Körperbilder erprobt, und über all dem schwebt eine betörende Sinnlichkeit durch den Raum.» BAZ

Zeitgenössische Schweizer Tanztage T A N Z

«Die Tänzerinnen berühren durch unmittelbare Emotionalität. Was während einer guten Stunde auf der Bühne passiert, fordert alle Sinne heraus, ist radikal und gleichzeitig äusserst fein austariert. Es ist ein spannungsvolles Spiel, unvorhersehbar und mit grosser Sinnlichkeit imprägniert.» Maya Künzler Auf Einladung von Anna Röthlisberger Co. eröffnet der israelische Choreograf Nadar Rosano den Abend mit einem Kurzstück. Off Line spricht von intimer Begegnung, die nicht gelebt werden kann. Das Duett wurde u.a. im Machol Shalem Dance House in Jerusalem und im Rahmen von Hunting for the future by Nigel Charnock im Suzanne Dellal Centre in Tel Aviv gezeigt.

Vom 6. bis 10. Februar 2013 beherbergt Basel erstmals die Zeitgenössischen Schweizer Tanztage. Das Schaufenster für den Schweizer Tanz bietet Einblick in die neusten Entwicklungen der zeitgenössischen Schweizer Tanzszene. Sie richtet sich an Gäste aus dem In- und Ausland, an Veranstalter, Fachjournalisten und an das Basler Publikum. Während vier Tagen werden 15 Compagnien ihre Stücke präsentieren, die von einer Jury, beste­hend aus fünf Fachpersonen ausgewählt wurden. Das Theater Basel, die Kaserne Basel, das Theater Roxy Birsfelden, das junge theater basel und das Vorstadttheater Basel haben sich für die Durchführung zusammengeschlossen und freuen sich auf die herausragenden Schweizer Tanzproduktionen vom Ballettabend über Gruppenstücke bis hin zu Soli.

Cie Projet 11: Cover Up Mi 6.2. 19.00 Gastspiel Simone Aughterlony: Show & Tell Do 7.2. 16.00 Gastspiel

Kfir Bolotin

Cindy Van Acker: Diffraction Fr 8.2. 16.30 Gastspiel

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Perrine Valli: Si dans cette chambre un ami attend... Sa 9.2. 17.00 Gastspiel Reservation www.starticket.ch Information www.swissdancedays.ch

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Show & Tell

Foto: Cie Projet 11

Simone Aughterlony

Cover Up

Show & Tell ist ein Experiment, das die fragile Beziehung zwischen Reden und Handeln untersucht. Phil Hayes und Simone Aughterlony gehen der vorgeblichen Rangordnung beider Kommunikationsformen nach und entwerfen eine Praxis des Dialogs, in der Sinn und sinnliche Empfindung gleich viel Gewicht haben. Was auf den ersten Blick wie eine forcierte Trennung erscheint, entpuppt sich als Einladung an das Publikum, die Möglichkeiten zweier unterschiedlicher Formen von Aufmerksamkeit wahrzunehmen. Wir begegnen der (his)story eines Körpers und einem Körper, der (her)story erzählt. In Show & Tell tun Phil Hayes und Simone Aughterlony, was sie sagen, und sie sagen, was sie tun. Dieses Paradox ist keineswegs redundant, sondern eine spielerische Strategie. Denn von getrennten Territorien aus eröffnet Show & Tell einen geteilten Raum, in dem Sprache und Bewegung in eine Politik der Interaktion eintreten.

Cie Projet 11 erproben in ihren Stücken immer wieder Möglichkeiten, die ZuschauerInnen in das tänzerische Geschehen mit einzubinden. Auf diese Weise will das Trio um Ioannis Mandafounis, Fabrice Mazliah und May Zarhy die Vorstellungskraft der Betrachter erweitern. Mit Cover Up wagen sie einen Blick hinter die Kulissen und erweitern ihre Arbeitsweise durch Regiemanipulationen: Sie spielen am Licht- und Musikpult, strahlen mit bunten Scheinwerfern auf alles, was sich bewegt und nicht bewegt und verursachen damit ein humorvolles Verwirrspiel über Strategien des Verbergens. Schauplatz für diese Tarnungsmanöver ist eine Art flauschige Variante des white cube aus weissem Flokati und weisser Rückwand, in dem die Reibung an der Oberfläche zum zentralen Thema der Aufführung wird. So entsteht ein Sog, dessen choreografisches Spektrum von klaren Bewegungsstrukturen bis zur fühlbaren Bilderflut reicht.

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Foto: Michael Günzburger

Cie Projet 11

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Diffraction Diffraction nimmt Bezug auf ein gleichnamiges physikalisches Phänomen, welches das Verhalten von akustischen oder elektromagnetischen Wellen beschreibt, wenn sie auf ein Hindernis treffen. Bei der Kollision entsteht eine Abweichung von der geradlinigen Ausbreitung der Bewegung. Diffraction ist ein Stück für six + one. Sechs TänzerInnen bearbeiten sechs Soli, die Cindy Van Acker in den letzten zwei Jahren entwickelt hat. Der zusätzliche Mitspieler ist mit seinem zuweilen fast menschlich-neugierigen Auge omnipräsent: Das Licht. Einen Apparat aus Neonröhren zu choreografieren, ist ein gewaltiges, akribisches, beinahe anmassendes Unterfangen. Entstanden sind Situationen, in denen die Körper mit ihrer von fluoreszierendem Licht durchfluteten Umgebung verschmelzen. Am Ende ist nicht mehr einwandfrei zu bestimmen, ob es die TänzerInnen sind, die eine Bewegung beginnen, oder ob der Impuls vom Neonlicht kommt. Diffraction ist eine Hommage an das progressive Chaos, ohne seine simple choreografische Grundstruktur zu verlassen.

Foto: Dorothée Thébert

Cindy Van Acker

Si dans cette chambre un ami attend...

Foto: Louise Roy

Perrine Valli

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Die bisherigen Arbeiten von Perrine Valli zeichnen sich durch ihren starken Fokus auf gesellschaftliche Themen wie sexuelle Identität und Geschlechterbilder aus. In ihrem neuen Solo-Stück richtet sich Vallis Fokus nun stärker auf abstrakte und poetische Komponenten. Massgeblich inspiriert durch die Texte der amerikanischen Dichterin Emily Dickinson erkundet Perrine Valli Gefühle und Vorstellungen, die jeden an einem privaten Rückzugsort befallen können. Träume und Albträume, beunruhigende Visionen, reale Trauer über Liebe und Kindheit – unzäh­ lige Gedanken, die in diesem Schutzraum geboren werden und dann jeden Tag wieder sterben. Begleitet von einem stummen Trugbild eines männlichen Gegenspielers sowie musikalischen Reminiszenzen aus Science Fiction-Filmen nimmt Perrine Valli die Zuschauer mit auf eine geheimnisvolle Reise ins mensch­ liche Seelenleben.

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Dunkelkammer

S cha u spiel

«It’s like walking into a hallucination without being quite sure, whose it is» Diane Arbus In der besten aller möglichen Welten verschleiern und bearbeiten wir unser Selbst bis zur Unkenntlichkeit – doch es braucht nur einen Augenblick der Irritation, einen kleinen Kontrollverlust und die Fassade bricht in sich zusammen. Wie wenn ein Sonnenstrahl durch den Lichtschutz einer Dunkelkammer bricht. Ausgehend von den Arbeiten der amerikanischen Fotografin Diane Arbus, geht das Team um den Regisseur Tumasch Clalüna auf die Suche nach den Rissen im Selbstbild. Drei Schauspieler schlüpfen in wechselnde Rollen, konstruieren ihre Identität des Augenblicks und geraten dadurch in einen Strudel von Misstrau­ en und Eifersucht. Mittels Selbstanalysen versuchen sie zu ergründen, was geschehen ist und was geschehen wird; wer Täter und wer Opfer ist. Beeinflusst von den Vorstadt-Miniaturen amerikanischer Schriftsteller wie Raymond Carver, John Cheever oder Philip Roth schafft Die Dunkelkammer eine Atmosphäre von Suspi­ cion und Suspense, in der nichts sicher ist, aber alles möglich scheint. 10

Foto: zVg; Bearbeitung Valentin Köhler

Tumasch Clalüna / Kurzer Prozess

Text & Regie Tumasch Clalüna Bühne Valentin Köhler Kostüme Ladina Bosshard Mit Danny Exnar, Benjamin Mathis, Marisa Rigas Eine Produktion von Kurzer Prozess mit der freundlichen Unterstützung des Fachausschusses Theater und Tanz beider Basel und der Clara Brocki. Do 14.3. 20.00 Premiere Sa 16.3. 20.00 Do 21.3. 20.00 Fr 22.3. 20.00 Sa 23.3. 20.00 Do 28.2. 18.00 TheaterUpdate ➞ Seite 33

Die Gruppe Kurzer Prozess wurde anlässlich der Treibstoff Theatertage 2011 gegründet. Dunkelkammer ist ihr zweites Projekt nach A Rum Diary, einer Adaption des Romans von Hunter S. Thompson. Tumasch Clalüna war vier Jahre lang in verschiedenen Positionen am Theater Basel tätig und inszenierte dort u.a. die Schweizer Erstaufführung von Das Prinzip Meese nach Oliver Kluck. Seit 2010 arbeitet er als freier Journalist, Regisseur und Musiker. Er ist langjähriges Mitglied der a-cappella Band The Glue. 11


Valentin Köhler arbeitet als Bühnenbildner und Szenograf. Im Sommer 2012 hat er sein Innenarchitektur und Szenografie Studium an der FHNW/HGK abgeschlossen. Unter anderem hat er die Bühnenbilder für Das Prinzip Meese, A Rum Diary und In Love with Barbarella (Regie: Petra Barcal) entworfen. Ladina Bosshard ist Kostümbildnerin. Nach ihrem Bachelor of Arts an der Hochschule für Design und Kunst Luzern war sie zwei Jahre lang Kostümassistentin am Theater Basel. Sie unter anderem die Kostüme für Das Prinzip Meese, A Rum Diary und Der Mann, der die Welt ass (Regie: Susanne Heising) entworfen. Danny Exnar studierte erst Jazz-Piano in Prag, bevor er seine Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg Schule München absolvierte. Er war bis 2009 Ensemblemitglied am Landestheater Tübingen und liess sich danach an der Juillard School in New York in englischer Bühnensprache ausbilden. Seither gastierte am Schauspielhaus Zürich, am Landestheater Tübingen, spielte in Rum Diary an den Treibstoff Theatertagen und  in Glen Gould in der Münchner Philharmonie. Benjamin Mathis studierte nach ersten Theatererfahrungen am Jungen Theater Basel an der ZHdK und spielte dort in diversen Produktionen, unter anderem von Stephan Müller und Volker Hesse. Nach dem Studium ging er für zwei Jahre ans Theater Junge Generation in Dresden. Seit 2010 ist er freier Schauspieler. Er spielte unter anderem am Schauspielhaus Zürich und am Luzerner Theater. Er ist Mitglied der Gruppe Glück, die gerade ihre erste Produktion Honegger herausgebracht hat. Marisa Rigas studierte nach ersten Erfahrungen am Jungen Theater Basel Schauspiel an der ZHdK und war danach Gast am Theater Oberhausen und am Zimmertheater Tübingen. Sie spielte unter anderem in Skills von Eva Rottmann am Stück­labor Basel, in Evil und A Rum Diary an den Treibstoff Theatertagen und entdeckte für Radio DRS Texte der Basler Autorin Emma Kron neu. Zuletzt war sie in Briefsteller. Elegie – Trio in der Regie des berühmten Pianisten Alexey Botvinov zu sehen.

It’s the Real Thing Basler Dokumentar Tage 13

Konzept Von und mit Produktion Produktionsleitung

Pichet Klunchun and Myself Jérôme Bel Jérôme Bel und Pichet Klunchun In Englischer Sprache Bangkok Fringe Festival, SACD Le Vif du Sujet (Paris), Festival Montpellier Danse 2005, R.B. Jérôme Bel (Paris) Sandro Grando Do 18.4. 20.00 Gastspiel Fr 19.4. 20.00 Tickets: CHF 35.— / CHF 20.— (ermässigt) Vorschau «Disabled Theater» ➞ Seite 34

The Rehearsal Regie Cuqui Jerez Von Maria Jerez, Cristina Blanco, Cuqui Jerez, Amaia Urra und Gilles Gentner Mit Maria Jerez, Cuqui Jerez, Ismeni Espejel, Gilles Gentner, N.N. Technische Leitung Gilles Gentner Produktion Consejería Cultural de la Embajada de España en Colombia, CCN Montpellier Languedoc Roussillon, Beurs-Schouwburg Brüssel, Parc de la Villette Paris, Consejería de Cultura y Deportes de la Comunidad de Madrid The Rehearsal ist Teil des Projekts The Neverstarting Story». M it freundlicher Unterstützung von Swisslos-Fonds Basel-Land, Pro Helvetia, Ernst Göhner Stiftung, Migros-Kulturprozent So 21.4. 19.00 Tickets: CHF 35.— / CHF 20.— (ermässigt) Webseite www.itstherealthing.ch

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Pichet Klunchun and Myself Jérôme Bel

Der Choreograph Jérôme Bel arbeitet seit 2004 an einem Biografien-Zyklus, in dem er herausragende Tanzvirtuosen auf der Bühne porträtiert. In Pichet Klunchun and Myself steht Bel selbst auf der Bühne, im Dialog mit dem Choreografen und klassischen Khon-Tänzer Pichet Klunchun aus Thailand. Spielerisch erforschen sie Bewegung in westlicher und asiatischer Kultur und treten in einen interkulturellen Austausch, der vom Respekt der Differenzen geprägt ist. Die Arbeit ist ein offener, sensibler und berührender Dialog zweier Ausnahme-Künstler über choreografische Praxis, Religion und Tod vor dem Hintergrund von Eurozentrismus und kultureller Globalisierung. Jérôme Bel ist einer der radikalsten und erfolgreichsten zeitgenössischen Choreografen. Pichet Klunchun & Myself tourt um die ganze Welt und erhielt 2008 den Routes Prinzessin Margriet Preis für Kulturelle Vielfalt (Europäische Kulturstiftung).

Foto: association R.B.

«It’s the Real Thing – Basler Dokumentar Tage 13» bringt im April eine Reihe von Produktionen nach Basel, die in den letzten 10 Jahren in der internationalen Theater- und Tanzszene für Furore und einen frischen Wind gesorgt haben. Künstlerinnen und Künstler wie Jérôme Bel, Rimini Protokoll, Cuqui Jerez, Rabih Mroué und She She Pop stehen mit ihren dokumentarischen Arbeiten für einen neuen Ansatz in den Performing Arts. Sie alle führen eine besondere Auseinandersetzung mit der Wahrnehmung unserer Lebenswirklichkeit und spielen zugleich mit den Grenzen zwischen dem Echten und dem Fiktionalen. «It’s the Real Thing» bringt sie nun zusammen nach Basel – einer Reihe von Gastspielen im Theater Roxy Birsfelden und in der Kaserne Basel. Zusätzlich eröffnen ein performatives Praxisprogramm (u.a. mit Gob Squad, Patrick Gusset, Beatrice Fleischlin) und ein Symposium Künstlern und Publikum eine Plattform für Austausch und Diskussionen. Im Roxy sind zwei international herausragende Produktionen zeitgenössischen Tanz- und Performanceschaffens zu sehen: Mit Pichet Klunchun & Myself, das Teil seiner Serie performativer Künstlerporträts ist, revolutionierte der französische Choreograph Jérôme Bel den zeitgenössischen Tanz. Die spanische Regisseurin Cuqui Jerez gastiert mit dem Wirklichkeits-Verwirrspiel The Rehearsal erstmals in Basel. Ihre Produktion wurde kürzlich mit dem New York Dance and Performance Award ausgezeichnet.

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The Rehearsal

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Cuqui Jerez

The Rehearsal zeigt eine Probe. Genauer gesagt die Probe der Probe… der Probe. Oder ist es nicht doch eine Inszenierung? Die spanische Regisseurin und Tänzerin Cuqui Jerez imitiert das Echte, inszeniert dessen Erscheinungsform, spielt mit der Täuschung. Ihre Arbeit ist dokumentarisch, sie arbeitet mit den Bildern des Wirklichen, stört die Erwartungshaltung und deutet das offensichtliche Spiel immer wieder um. Ihr Stück ist von hintersinnigem Humor, irritierend und klug, aber vor allem einfach. Cuqui Jerez gastiert mit dem Wirklichkeits-Verwirrspiel The Rehearsal zum ersten Mal in Basel. Die Produktion wurde kürzlich mit dem New York Dance and Performance Award ausgezeichnet.

Dreams & Coffee Das Tanzfest 4. und 5. Mai

Choreographie Tanz

Hirschfeld – dreamers sometimes remember Margarita Kennedy in Zusammenarbeit mit den Tänzerinnen Désirée Chew, Cornelia Hanselmann, Rebecca Weingartner

Kaffee zum Anbeissen Choreographie Tae Peter in Zusammenarbeit mit den TänzerInnen Tanz Maryline Muller, Patricia Rotondaro, Nicolas Turicchia

Fr 3.5. 20.30 Gastspiel Sa 4.5. 22.00 Tickets: CHF 20.— / CHF 15.— (ermässigt) Die Veranstaltung findet im Souterrain statt.

Foto: Enrique Escorza

Die Stücke Hirschfeld – dreamers sometimes remember und Kaffee zum Anbeissen wurden im Rahmen des Förderprogramms für junge ChoreographInnen der Region Basel erarbeitet, einem Projekt des Tanzbüro Basel (IG Tanz) und des Cathy Sharp Dance Ensemble. Die Premiere fand im November 2012 statt. Im Rahmen des Tanzfests 2013 zeigen die beiden ChoreographInnen eine Weiterentwicklung ihrer Arbeiten.

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Kaffee zum Anbeissen Im Reich des Denkens und Handelns voller Regeln und Kontrolle sucht unser Unbewusstes immer wieder Lücken und kleine Pausen. Wir nehmen diese Unterbrüche nicht wahr aber trotzdem bestimmen sie für einen Moment das Geschehen.

Foto: Lena Reusser

Unscheinbare Bewegungen des Alltags werden extrahiert und formen den Ausgangspunkt für eine Choreographie, die sich dem Unbewussten widmet. An der Schwelle des Unbekannten begegnen wir drei Menschen, an einem Ort wo Logik und Willkür aufeinander treffen und sich vermischen.

Träume sind ein wesentlicher Bestandteil unseres Lebens und werden dennoch meist übersehen oder als unwichtig abgetan. Dabei gibt es in diesem Bereich einiges zu entdecken! Unser Alltag kann vom nächtlichen Traumleben bereichert werden und bildet eine Brücke zwischen Tag und Nacht, zwischen Traum und Wirklichkeit. Ein Tanzstück darüber, wie Träume im Wachzustand weiterleben, sich in die Bewegung einschleichen und letztlich den Menschen beeinflussen. 18

Foto: Tae Peter

Hirschfeld – dreamers sometimes remember

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Living-room dancers

T anz

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S P A Z I E R G A N G

Der Effekt ist magisch. Ein erstaunlicher Mix aus Nähe und Entfernung. Mit Musik in unseren Ohren, die uns immer noch begleitet, wenn wir schon wieder zur nächsten Wohnung unterwegs sind. Durch dieses Erlebnis hinterfragt Nicole Seiler den Voyeur in uns – und einige nutzen das, um noch schnell eine Sekunde Intimität zu stehlen von einer Wohnung nebenan… » Le Temps, Dezember 2008

Das Tanzfest 4. und 5. Mai Nicole Seiler

präsentiert von Kaserne Basel & Theater Roxy Koproduktion Théâtre Arsenic Lausanne, Cie Nicole Seiler Gefördert durch Ville de Lausanne, Etat de Vaud, Pro Helvetia, Loterie Romande, Fondation Leenaards Fr 3.5. 21h Kaserne Basel Gastspiel Sa 4.5. 21h Kaserne Basel Reservation & Treffpunkt: Kaserne Basel

«Das Prinzip ist einfach. Im Theater erhalten die Zuschauer eine kleine Tasche mit einem Feldstecher, einem MP3-Player und einem Stadtplan. Sie brechen so auf nach draussen um in privaten Wohnungen einen Stepptänzer, Teenager im Elektrofieber, eine Buchhälterin, die an der Stange tanzt (Pole Dance) und Tango oder Salsa Tänzer zu sehen. 20

Fotos: Arya Dil

Tanz ist ihre Leidenschaft und sie verbringen einen Grossteil ihrer Freizeit damit. Sie, das sind die Basler ProtagonistInnen von Living-room dancers, einem choreografischen Stadtrundgang durch das Kleinbasel. Dank kleiner Inserate und Mund-zu-Mund-Propaganda hat die Schweizer Choreografin Nicole Seiler Menschen gefunden, die nun Salsa, Electro, Tango Argentino, Stepptanz, Samba, Pole Dance und vieles mehr in Wohnungen tanzen. In Living-room dancers wird die Küche oder das Wohnzimmer einen Abend lang zum Dancefloor. Diesen sehr intimen Szenen können die Zuschauer dank Feldstecher und MP3-Player heimlich von Aussen beiwohnen. Nach dem Rundgang in der Stadt wird ein Dokumentarfilm gezeigt, der die TänzerInnen porträtiert.

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Nordwärts

K O N Z E R T

Musik und Märchen aus Skandinavien Capriccio Chor Birsfelden

Sopran Gillian Macdonald Tanz und Choreografie Rebecca Weingartner Violine, Mandoline Andreas Wäldele Gitarren Thomas Bergmann Erzähler Paul Strahm Mit Capriccio Chor Birsfelden Leitung Christoph Kaufmann Sa 4.5. 20.00 So 5.5. 19.00 Tickets: CHF 25.— / CHF 20.— (AHV)

Der Capriccio Chor Birsfelden unter der Leitung von Christoph Kaufmann und die drei MusikerInnen interpretieren die nordischen Werke auf ganz eigene und aussergewöhnliche Weise. So ergeben sich aus den brillanten Instrumentierungen von Andreas Wäldele und Thomas Bergmann ergreifend wehmütige Volkslieder und virtuose Instrumentalstücke, zu denen Rebecca Weingartner tanzt. Die Verbindung von mehrstimmigen Chorsätzen mit Solo-Sopran, Violine, Mandoline und Gitarre kreiert ein unverwechselbares eigenständiges Klangbild und besticht durch die virtuose Sing- und Spielfreude.

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Foto: Aniko Schaub 

Das Konzertprojekt Nordwärts verbindet Chorgesang mit Bewegung. Unter Anleitung der Choreografin und Tänzerin Rebecca Weingartner wird der Capriccio Chor Birsfelden einige Volksweisen nicht nur singend, sondern auch gestisch vortragen. Dazwischen wird Paul Strahm tiefgründige nordische Märchen erzählen.

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T an Z

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Encore

G esang

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«Jedes Mal, wenn ich auf der Bühne stehe, fühlt es sich so an, als ob mein Leben auf dem Spiel stünde. Ich bin eine grundehrliche Lügnerin und liebe es, die Menschen zum Träumen zu bringen. Ich will im bekannten Olympia in Paris auftreten – und in Las Vegas, mit Céline Dion im Vorprogramm.»

H u m o r

Eugénie Rebetez

Encore ist die zweite Kreation der Schweizer Tänzerin und Choreografin Eugénie Rebetez alias Gina, welche die One-WomanShow mit der Genialität der dargereichten Sinnlichkeit, der Kraft der Bewegung sowie dem tiefernsten, manchmal gar pathetischen Heraufbeschwören des menschlichen Schicksals erneuert und ins Erhabene steigert, indem sie immer wieder das Lachen eines Clowns, dann wieder die Realität einer gescheiterten Diva ein- und ausblendet. Das Solostück Encore – das sich genauso als Wiederholung wie als Novität, Überbietung und Erinnerung versteht – fügt sich fugenlos an Gina an, Eugénie Rebetez’ erste Produktion, die 2010 entstand und sogleich die Herzen von Publikum und Kritikern eroberte. So findet man darin einen paradoxen, mit einem hautengen schwarzen Kleid umhüllten Körper, der über den viel versprechenden roten Teppich stolpert, und eine fantastische Stimme, welche Liebe und Verlust besingt. Ginas Trompete überlässt das Wort dem Synthesizer von Wohltätigkeitsveranstaltungen, das Lachen ist noch wilder, der Tanz noch Schwindel erregender. 24

Eugénie Rebetez schwimmt gegen den Strom gängiger Trends und geht mit ihrem unglaublichen Talent ihren eigenen Weg: unbeirrt, witzig und frech. Sie «trifft» uns im Innersten, vergessen wird man sie nie.

Fotos: Véronique Hoegger

Choreografie und Texte Eugénie Rebetez
 Spiel Eugénie Rebetez
 Dramaturgie Tanya Beyeler
 Kostüm Katharina Schmid
 Tondesign Pascale Schaer
 Lichtdesign Jérôme Bueche
 Vocal Coach Marcel Fässler
 Administration / Vertrieb Marc Streit
 Produktion Verein Eugénie Rebetez
 Koproduktion Gessnerallee Zürich,
Maison de la Danse Lyon,
 Les Théâtres de la Ville de Luxembourg,
ADC Genève,
 Schlachthaus Theater Bern,
Festival éviDanse
 Gefördert durch
Stadt Zürich Kultur,
République et Canton du Jura,
 Fachstelle Kultur Kanton Zürich,
Pro Helvetia – Schweizer Kulturstiftung, Ernst Göhner Stiftung,
Migros Kultur Prozent,
SSA – Société Suisse des Auteurs, S tiftung Corymbo,
Modul Dance – Kultur Programm der Europäische Union, Residenzen
Tanzhaus Zürich,
Fabrik Potsdam, KLAP Maison pour la Danse Marseille Mi 15.5. 20.00 Gastspiel Do 16.5. 20.00 Fr 17.5. 20.00

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wildwuchs 13 Wir stören!

Kinder stören, Alte stören. Migranten stören, Schweizer stören. Arbeitslose stören, Burn-Outs stören. Männer stören, Frauen stören. Geistig Behinderte stören, körperlich Behinderte stören. Normale Menschen stören – nicht? Wer definiert eigentlich was «normal» ist? Was heisst es «am Rande der Gesellschaft» zu existieren? Wie schafft man Chancengleichheit und Barrierefreiheit? Und was bedeutet heute Integration? Diesen und anderen Fragen will wildwuchs 2013 mit künstlerischen Mitteln auf den Grund gehen. Das Festival soll die Stadt wild durchwachsen, es wird zahlreiche Projekte in Quartieren initiieren und nachhaltige Zusammenarbeit mit Menschen aus den verschiedensten Zusammenhängen und Schichten ermöglichen. Wildwuchs integriert zahlreiche BaslerInnen in den vielfältigen Projekten – sei es durch Bühnenpräsenz, Videointerviews oder Stadtinterventionen – um so Möglichkeiten der aktiven Teilhabe zu schaffen. Neben diesen partizipativen Projekten im Theaterund Tanzbereich gibt es themenorientierte Gastspiele – sowohl aus dem Bereich der darstellenden als auch der visuellen Kunst – sowie ein umfassendes Rahmenprogramm mit Lesungen, Filmen und Musik. Für 2013 sind internationale Projekte geplant 26

Grafik: Anneka Beatty, Fotos: Nadja Schweizer

25.5. – 2.6.

Künstlerische Leitung Sibylle Ott, Gunda Zeeb Geschäftsführung Franziska Schmidt Presse und Öffentlichkeitsarbeit Anna E. Fintelmann Information www.wildwuchs.ch Gefördert durch S wisslos-Fonds Basel-Landschaft, Lotteriefonds Basel-Stadt, Schweizerische Stiftung für das cerebral gelähmte Kind, pro infirmis, Stiftung Mosaik u.a. Vorschau «Disabled Theater ➞ Seite 34

mit Cie Raffaello Sanzio (IT), Dries Verhoeven (NL), Heimathafen Neukölln (D), Marta Górnicka (PL), Claire Cunningham (UK). Aus der Schweiz sind Arbeiten von Massimo Furlan & Cie Beweggrund, Andreas Liebmann, Grazia Pergoletti, Marius Kob, Luzius Heydrich, Corinne Maier, dem Projekt fremd?! und vielen mehr zu sehen. Das Festival findet schwerpunktmässig im Theater Roxy Birsfelden sowie auf dem Gelände der Kaserne statt. Weitere Informationen zum Programm ab Mitte Januar 2013.

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Karneval der Seelen

T anz

Jeweils am 2. November feiert Mexiko den Tag der Toten, «El Día de los Muertos», mit Totenschädeln aus Zucker und Schoko­ lade, Spielzeug in Gestalt von Totengerippen, Friedhöfen als Lichtermeere. Es zeigt sich eine Welt, welche die Angst vor dem Tod nicht zu kennen scheint. Von diesem Kult um den Tod wurde Cathy Sharp inspiriert. Für sie stellt sich die Frage, wie sich eigentlich das Verhältnis zum Tod im aufgeklärten Westeuropa darstellt. Wir leben heute in einer Welt, in der viele das Gefühl haben, unsterblich zu sein. Das Gefühl immer jung sein zu können, immer auf dem neuesten Stand zu sein – wir denken eher an heute als an morgen. Die Informations-Revolution, gekoppelt an ein fast unbegrenztes, sich ständig weiterentwickelndes digitales Produktangebot, formt bewusst und unbewusst unsere Umwelt. Noch nie in der Geschichte gab es innerhalb der Gesellschaft der westlichen Welt so viele Möglichkeiten, das Leben real und virtuell zu gestalten. 28

Foto: Bernard Stiroh

Cathy Sharp Dance Ensemble

Tanz Filippo Armati, Dominique Cardito, Stefanie Fischer, Misato Inoue, Jesse Lisser, Eduardo Novelli, Patricia Rotondaro, Kevin Richmond, Tim Vollemann, N.N. Musik Ann Allen, Clara Gervais, Michelangelo Rinaldi Choreografie und Regie Cathy Sharp Musikalische Leitung Ann Allen Lichtgestaltung Li Sanli Ausstattung Wolfgang Burn Tongestaltung Thomas C. Gass Produktionsleitung Adrian Schriel Fr 14.6. 20.00 Premiere Sa 15.6. 20.00 So 16.6. 19.00 Do 20.6. 20.00 Fr 21.6. 20.00 Sa 22.6. 20.00 So 23.6. 19.00

Das Ziel ist, am schnellsten, am sexiesten, am reichsten zu sein, immer nach «mehr» greifend, um dem Moment auszuweichen… Denn in dieser existentiellen Euphorie, in diesem momentanen weltabgewandten Zeitgeist gibt es einen grossen Spielverderber: den Tod. «Früher war der Tod vertraut, heute ist er eigentlich das Einzige, vor dem wir noch Angst haben», schrieb bereits Philippe Ariès. Dabei hatte die Auseinandersetzung mit dem Tod in den vergangenen Jahrtausenden in Europa eine grosse Direktheit. Der Tod wurde in Musik, Malerei und Literatur gelobt, herbeigesehnt, verabscheut und gefürchtet, aber immer als unvermeidbares Ende anerkannt und akzeptiert. Dieser selbstverständliche Umgang mit dem Unvermeidlichen ist heute verloren gegangen. Der Karneval der Seelen beruht auf geschichtlich-künstlerischen Darstellungen des Todes und der Auseinandersetzung mit dem Tod, wie dem Basler und anderen europäischen Totentänzen, aber auch starken, nicht europäischen Todeszelebrationen, wie die in Mexiko. Das Spannungsfeld, das Cathy Sharp, zusammen mit der Musikerin Ann Allen, in ihrer neuen Kreation angehen wird, ist dieser moderne Widerspruch zwischen dem subjektiv Unbegrenzten und dem objektiv Begrenzten. Dramaturgischer Spielort dieser Auseinandersetzung ist der Jahrmarkt. 29


Cathy Sharp wird vor allem mit zwei Metaphern arbeiten: das Puzzlespiel und das Jahrmarktskarussell. Das Leben wird als ein Zusammenfügen von Stücken eines Puzzlespiels betrachtet. Zerlegte Teile, eine Verwicklung von Lebenszusammenhängen, aus denen eine Einheit und ein Sinn gefunden werden sollen. Und das innerhalb eines sich ständig drehenden Lebenskarussells. Ernsthaftigkeit, Ironie, Humor, Satire, Widerspruch – was uns im Leben begleitet, fasziniert im Puzzle des Lebens. Welches Teil passt zu welchen, wann und wie werden sie zusammengesteckt. Der Karneval der Seelen ist ein schiefes Lächeln, ein vergnügtes Zwinkern der Erkenntnis, und eine Referenz an unseren ewigen Begleiter.

L A N G Z E I T P R O J E K T

Zehn wichtigste Ereignisse meines Lebens Ein Langzeitprojekt von Mats Staub

9.1. – 31.3. Langzeitprojekt

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Bild: Mats Staub

Foto: Bernard Stiroh

Was ist wichtig? Was war wichtig? Was sind, von heute aus gesehen, wichtigste Ereignisse meines Lebens? Welches Portrait entsteht, wenn ich genau zehn Ereignisse schildern kann? Das neue Langzeitprojekt von Mats Staub ist eine Einladung an alle, diese Fragen zu beantworten. Auf www.zehn-wichtigsteereignisse-meines-lebens.net entsteht ein Ort, an dem nur von Ereignissen die Rede ist, die für einen Menschen zu den wichtigsten gehören. Und vor Ort werden Lebensläufe von Theaterschaffenden, Zuschauerinnen und Zuschauern portraitiert – als Unikate im Weltformat.

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A U S S T E L L U N G

vermittl u ngsangeb o te

fotografische Interventionen im fotografierten Raum

TheaterUpdate

Do 28.2. 18.00

Urs Schmid

Do 2.5. Vernissage 3.5. – 22.6. Ausstellung

Lieber im Visuellen schreien, im fotografierten Raum intervenie­ ren, ordnend oder unordnend zusammenfügen, auch DInge die nicht zusammengehören, weil vielleicht…

Endlich wieder ein TheaterUpdate im Roxy. Nach längerer Pause findet nun erstmals ein Update im Roxy im Zusammenhang mit einer Schauspiel Produktion statt. Auf dem Programm steht ein Probenbesuch in der Dunkelkammer, dem neuen Projekt von Tumasch Clalüna (S. 10). Ausgehend von den Fotografien von Diane Arbus verarbeitet er Texte von Raymond Chandler, John Cheever, John Updike und Philipp Roth zu einer Collage um Identitätsbrüche und die zerbrechliche Oberflächlichkeit des amerikanischen Traums. Nach dem Probenbesuch besteht die Möglichkeit zum Gespräch mit Regisseur und Ensemble. Weitere Informationen und Anmeldung: buero@theater-roxy.ch

FeedbackForum

Bild: Urs Schmid

Fr 19.4. 18.30

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Das FeedbackForum bietet regionalen Tanzschaffenden Gelegenheit zur informellen Präsentationen aktueller Arbeiten. Die Reihe nahm 1999 unter dem Namen Dance Sharings ihren Anfang und fand 24 mal im kleinen Rahmen in verschiedenen Studios in Basel und Umgebung statt. In der Saison 2009 / 2010 wurde das Projekt unter dem Namen FeedbackForum neu lanciert und gastiert in loser Reihe immer wieder im Theater Roxy. Das Feedbackforum ist eine informelle Austauschplattform, die jeden zweiten Monat zwei etwa 30-minütige Arbeitsfragmente, Rechercheneinblicke, Probeausschnitte oder Try-Outs gezeigt werden. Danach wird die gezeigte Arbeit mit einem kleinen Publikum diskutiert. Interessierte, die einen Ausschnitt vorstellen möchten, melden sich beim Tanzbüro Basel.

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V O R S C H A U

Disabled Theatre mit Theater Hora

in Zusammenarbeit mit Jérôme Bel 12. / 13.9., 20.00

noch hinter dem Schutzschirm politischer Korrektheit versteckt, sondern als Bestandteil eines Diskurses anerkannt wird, der für die ästhetische wie die politische Dimension von Bedeutung ist. «Mit Disabled Theatre wirft Bel ein Schlaglicht auf die Dynamik der Ausgrenzung, durch die diejenigen an den Rand gedrängt werden, die als unproduktiv gelten. Er zeigt auf, wie sie ganz im Gegenteil auch die Mechanismen dieser Repräsentation hinterfragen und auf die Existenz als eine ungeteilte Form der Präsenz hindeuten können.» Chiara Vecchiarelli

Mit freundlicher Unterstützung von Swisslos-Fonds Baselland & Basel-Stadt.

Für Disabled Theatre (2012) hat er mit den Schauspielern mit geistiger Behinderung des Zürcher Theater Hora zusammengearbeitet. In einer Gesellschaft, die sich selbst als zutiefst normal definiert, bildet Behinderung eine Grenze, gegen die die Kategorie der Normalität anrennt. Ihre intellektuelle Spielart, also geistige Behinderung, gilt weithin als das radikale Gegenteil der intellektuellen Schärfe und Kultiviertheit des an zeitgenössischem Tanz und Theater interessierten Publikums. Diese Form von Behinderung versucht Bel in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit ebendieses Publikums zu rücken, um aus ihr einen Schlüssel zu machen, der uns eine Sichtweise erlaubt, durch die wir eine gemeinsame Dimension denken können. Bei der Arbeit mit den Schauspielern des Theater Hora geht es Bel um die Eröffnung eines Raums, in dem Behinderung weder aus künstlerischen und diskursiven Praktiken ausgeschlossen 34

Bild: Christophe Raynaud de Lage

Der Choreograf Jérôme Bel interessiert sich seit seinen frühesten Arbeiten für das, was ausserhalb der Repräsentation steht. In seinen Choreografien werden die Regeln von Tanz und Theater wie die Syntax einer Sprache behandelt, die analysiert und schliesslich ins Spiel gebracht wird. Seine von professionellen wie auch Amateur-Interpreten getanzten und gesprochenen Choreografien lassen sich auch als Stellungnahmen zugunsten einer Demokratisierung des Tanzes auffassen, die er durch eine nicht-virtuose Herangehensweise zu verwirklichen sucht.

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Leitung: Christoph Meury leitung@theater-roxy.ch Technik: Marco Gianini technik@theater-roxy.ch Assistent der Theaterleitung: Alan Twitchell buero@theater-roxy.ch Roxy-Bar Di – Do: 16.00 — 24.00 Uhr Fr / Sa: 16.00 — 02.00 Uhr und an allen Vorstellungs­ tagen zwei Stunden vor Vorstellungsbeginn. Buffet- und Apéro­b estellungen bei Nicole Bucher, T +41 (0)61 312 20 80. Impressum Redaktion: Alan Twitchell und Christoph Meury Gestaltung: Studio Sport Druck: Schwabe AG

Preise Kinder, Jugendliche bis 16 Jahre und Colour-KeyMitglieder: CHF 15.— SchülerInnen, Lehrlinge, StudentInnen, AHV / IV-BezügerInnen, Mitglieder des Vereins Kulturraum Roxy und Mitglieder der IG-Tanz mit Ausweis und MemberCard von Bider & Tanner: CHF 20.— Erwachsene ohne Vergünstigung: CHF 30.— Roxy Saisonticket Für CHF 150.— (ermässigt CHF 100.—) erhalten Sie den Saisonpass mit dem Sie alle Aufführungen einer Spielzeit besuchen können. Vorverkauf und Reservation Online-Reservation: www.theater-roxy.ch Telefonische Reservation: +41 (0) 79 577 11 11 und Buchhandlung Bider & Tanner, Aeschenvorstadt 2, Basel, ticket@biderundtanner.ch Mo – Mi: 9.00 – 18.30 Uhr, Do/ Fr: 9.00 – 20.00 Uhr Sa: 9.00 – 18.00 Uhr Bitte nutzen Sie den Vorverkauf oder die elektronischen Reservationsmöglichkeiten! Abendkasse Jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn. Reservation telefonisch unter +41 (0)79 577 11 11 oder unter www.theater-roxy.ch/spielplan Anfahrt Tram Nr. 3: in 10 Minuten vom Aeschenplatz, Haltestelle Schulstrasse, dann 50 m den Tramschienen entlang. Bus Nr. 36: Haltestelle Forellenweg dann über das Birsbrückli bis zur Hauptstrasse und rechts den Tramschienen entlang.

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Kontakt Theater Roxy Muttenzerstrasse 6 Postfach 836 4127 Birsfelden T +41 (0)61 313 60 98 info@theater-roxy.ch www.theater-roxy.ch

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