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Südwesttext Oktober 2013

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SÜDWESTTEXT Zeitung für die Textil- und Bekleidungsindustrie Herausgegeben von Südwesttextil

www.suedwesttextil.de

Oktober 2013 | Nr. 73

Themen Verband + Industrie Mit Zwirn, Charme und Beharrlichkeit Seite 5 Bildung + Soziales

Bildungsmesse Balingen 2013

Internationales Kooperationsforum

Seite 6

Innovation ohne Grenzen

Recht + Steuern

Seite 3

LAG widerspricht BAG Seite 8

Ausbleibende Impulse

Südwesttextil-Geschäftsklimaindex verharrt auf Niveau des letzten Quartals

Foto: © fotomek - Fotolia.com

Ziemlich unaufgeregt fiel die Befragung zum SüdwesttextilGeschäftsklimaindex für das dritte

Quartal aus: Der Wert verbesserte sich minimal von minus 9,96 auf minus 5,97 und zeigte so keine wesentliche Veränderungen zum zweiten Quartal. Ganz zufrieden sind die Unternehmen mit ihrer Situation also nicht. Eine leichte Erholung zeigte sich bei der Beurteilung der aktuellen Lage. Diese ist auf eine verbesserte Inlandsnachfrage zurückzuführen sowie auf eine erfolgversprechendere Beurteilung des Auftragseingangs. Bei der

aktuellen Befragung gaben 81,25 Prozent der teilnehmenden Firmen an, dass sie mit ihrem Inlandsumsatz zufrieden oder sehr zufrieden sind. Zum Halbjahr waren dies nicht ganz 67 Prozent. 25 Prozent der Befragten gaben an, dass der Auftragseingang für das dritte Quartal gut war, sechs Prozent mehr als bei der letzten Erhebung. Getrübt wird das Bild durch die negative Entwicklung im Auslandsgeschäft. Fortsetzung Seite 2

Mad(e) in Brüssel Das EU-Parlament glaubt, eine verpflichtende „Made Zollkodex zudem spezielle, teils widersprüchliche in“-Kennzeichnung mache Verbraucherprodukte si- Regeln, die für den Verbraucher kaum verständlich cherer. Neben der wundersamen Wirkung der simplen sind. Einblicke in die Lieferkette unterbleiben. Gut inAufschrift auf Plagiatoren formiert wird so niemand. und Giftmischer verspre»Kommission und Parlament Für „Made in Germany“ chen sich die Abgeordnegelten heute strenge Maßten mehr Transparenz. Das schaffen zusätzliche Barrieren.« stäbe. Die Konfektion alEU-Abgeordnete Markus Pieper (CDU) und Markus Ferber (CSU) letzte Wort dazu haben die leine reicht gewöhnlich Mitgliedstaaten. Sie fürchnicht aus. Verbraucher ten eine bürokratische Mogelpackung. Der Wunsch und Richter erwarten, dass alle wesentlichen Teile aus nach mehr Information und Schutz vor Betrügern ist Deutschland stammen. Ganz anders der Zollkodex: legitim. Das Pflicht-„Made in“ ist aber der falsche Weg. Zollfüchse wissen noch aus Quotenzeiten, wie man Wird das „Made in“ über den Zollkodex bestimmt, den Warenursprung geschickt und völlig legal manikommt meist das Land der letzten wesentlichen Ver- pulieren kann. arbeitung zum Tragen. Für Textilprodukte enthält der Silvia Jungbauer

Zahl des Monats „Meine Frau lächelt mir zu: „Na, überleg es dir, vielleicht sind aller guten Dinge ja auch ...“ singt Reinhard Mey. Dachte er dabei womöglich an die Dame mit dem Drei-Buchstaben-Vornamen? Denn diese verlässt zum dritten Mal die Modemarke, die ihren Namen trägt. Genauso oft feierte sie dort ein Comeback. Aufgrund ihrer minimalistisch schlichten Entwürfe gilt sie auch als „Queen of less“. Kehrt sie aber – was jetzt wieder im Bereich des Möglichen liegt – bald erneut zu ihrem Label zurück, könnte aus dem Weniger auch ein royales Mehr werden. Reine Spekulation, die der Liedermacher mit dem Drei-Buchstaben-Nachnamen wie folgt beantwortet: „Ich breche zusammen, nein, es bleibt dabei: Aller guten Dinge sind drei!“.

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Aktuell Am 26. November lädt der Gesamtverband textil+mode zu seiner jährlichen Mitgliederversammlung nach Berlin ein. In den Räumen der Deutsche Bank AG referiert am Abend Ingo Kramer, designierter Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, zum Thema „Wirtschafts- und sozialpolitische Herausforderungen in der neuen Legislatur“. Anmeldung bis zum 15. November per E-Mail an registration@textil-mode.de.


2  Verband + Industrie

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Fortsetzung von Seite 1 In Kürze

Ausbleibende Impulse Ein Drittel der Unternehmen bezeichneten das Ergebnis auf den ausländischen Märkten als schlecht. Im zweiten Quartal waren dies nur knapp 16 Prozent.

Geschäftsklimaindex

Inlandsmarkt, denn 37,50 Prozent der Befragten erwarten dort ein Anziehen der Nachfrage. Die Rezession in weiten Teilen der Eurozone, ein verringertes Ex-

Aktuelle Beurteilung

Möglicherweise kommt die positive Stimmung zum Jahresende nach einem guten Herbstgeschäft. Denn nachdem die Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrem „Herbst-

Erwartungen

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Am 18. Oktober 2013 haben die EU und Kanada ihre Verhandlungen zu einem Freihandelsabkommen abgeschlossen. Alle Industriezölle sollen mit Inkrafttreten des Handelspakts entfallen. Die EU erhofft sich dadurch eine Steigerung der Exporte nach Kanada um 23 Prozent. Allerdings könnte es noch über ein Jahr dauern, bis das Abkommen umgesetzt wird. Der deutschkanadische Textilhandel hat sich in den letzten Jahren dynamisch entwickelt. Deutschland exportierte 2012 Textilien und Bekleidung im Wert von über 97 Mio. Euro nach Kanada, importiert wurden Textilwaren für knapp 26 Mio. Euro.

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Nur knapp 13 Prozent der Betriebe gehen von steigenden Kapazitätsauslastungen aus.

Bei der Zukunftsprognose zeigt sich die Skepsis der Unternehmen vor zu hohen Erwartungen. Hier ist der Trend zwar auch leicht positiv, aber nur knapp 13 Prozent der Betriebe gehen von steigenden Kapazitätsauslastungen aus. Die Hoffnungen für eine gute Konjunktur ruhen in der Branche auf dem

pansionstempo der Schwellenländer, eine kaum gefestigte Erholung der US-Wirtschaft, die ungewisse Wirtschaftspolitik der künftigen Bundesregierung – die konjunkturelle Ungewissheit war und ist für die Unternehmen zu spüren und spiegelt sich wohl auch in den aktuellen Umfrageergebnissen wider.

gutachten“ für das nächste Jahr ein um 1,8 Prozent höheres BIP voraussagen, sollte auch die Textil- und Bekleidungsindustrie eine stabile wirtschaftliche Lage erwarten dürfen.

Christine Schneider

Neuer Hauptgeschäftsführer bei t+m

Dr. Uwe Mazura

Zum 1. Januar 2014 übernimmt Dr. Uwe Mazura die Hauptgeschäftsführung beim Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie (t+m) in Berlin. Der 53-Jährige tritt die Nachfolge von Dr.

Wolf-Rüdiger Baumann an, der nach mehr als 20 Jahren im Dienste des Verbandes in den Ruhestand geht. Uwe Mazura ist in Politik und Verbandslandschaft bestens vernetzt: Vor seinem Wechsel zu t+m war er fast drei Jahre Leiter der Hauptstadtrepräsentanz der Randstad Deutschland GmbH. Von 1997 bis März 2011 leitete er die Kommunikation der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und war Sprecher von Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt. Zusätzlich führte er von 2002 bis 2011 die Geschäfte der Kommunikationsagentur GDA. Vorher war Mazura Abteilungsleiter bei der Deutschen Post AG und war verant-

wortlich für die Verbindungen des Unternehmens in die Politik und zu den Verbänden. Der promovierte Historiker sieht seine Hauptaufgabe beim Gesamtverband textil+mode in einer weiteren Professionalisierung der Verbandsarbeit. „Verbände sind für mich politischer Ratgeber und Serviceleister für die Mitglieder“, umreißt Mazura seine Aufgabenstellung. Auch Peter Schwartze, Präsident von t+m, freut sich auf die Zusammenarbeit: „Wir sind sehr froh, dass mit Herrn Dr. Mazura ein ausgewiesener Verbands- und Politikexperte die Geschäftsführung übernimmt.“ Gesamtverband textil+mode

Die Steiff-Gruppe aus Giengen hat seit 1. Oktober einen neuen Geschäftsführer: Daniel Barth führt die Geschäfte der Steiff Beteiligungsgesellschaft, der Margarete Steiff GmbH und deren Tochterfirmen. Sein Vorgänger Martin Hampe verlässt den Stofftier- und Kinderbekleidungsanbieter nach viereinhalb Jahren Tätigkeit als Geschäftsführer. Bis Jahresende will der 52-Jährige dem Unternehmen noch beratend zur Seite stehen. Daniel Barth hat zuvor unter anderem für das Modeunternehmen Lacoste und für den Schreibgerätehersteller Faber-Castell gearbeitet. Mit dieser Erfahrung will der 47-jährige gelernte Bankkaufmann, der in Paris Wirtschaft und Finanzen studiert hat, nun „die strategische Weiterentwicklung und Professionalisierung des Unternehmens weiter vorantreiben“. Die Künstlersozialabgabe-Verordnung 2014 ist in Kraft getreten. Der Abgabesatz beträgt 5,2 Prozent. Seit 2012 besteht die Möglichkeit, der Ausgleichsvereinigung der Textil- und Bekleidungsindustrie beizutreten, die die Künstlersozialabgabe für die Firmen pauschal entrichtet. Dadurch entfallen komplizierte Melde- und Aufzeichnungspflichten sowie die Überprüfung durch die Deutsche Rentenversicherung. Dies schafft Rechts- und Kalkulationssicherheit. Nähere Informationen dazu beim Gesamtverband textil+mode Ansprechpartnerin Susanne Wicht (swicht@textil-mode.de).


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Verband + Industrie  3

Innovation ohne Grenzen Internationales Kooperationsforum „Intelligente Textilien – Smart, leicht, leuchtend“ in Lindau Ganz im Zeichen der Partnerschaft fand am 16. und 17. Oktober in Lindau, in der Vierländerregion Bodensee, das Kooperationsforum „Intelligente Textilien – Smart, leicht, leuchtend“ der textilen Verbände aus der Schweiz, Österreich, Bayern und Baden-Württemberg statt. Bereits seit vielen Jahren besteht eine intensive Zusammenarbeit und bei regelmäßigen Treffen werden regionale Stärken und Besonderheiten erkannt und Synergien geschaffen. Organisiert und durchgeführt wurde diese erste gemeinsame textile Innovationsveranstaltung von der Bayern Innovativ GmbH im Rahmen des Netzwerks Textile Innovation. Die Ausrichtung erfolgte gemeinsam mit dem Verband der Bayerischen Textilund Bekleidungsindustrie, der Smart Textiles Plattform Austria, dem TVS Textilverband Schweiz und Südwesttextil. Das zweitägige Programm war groß und breit angelegt: wahlweise Firmenbesichtigungstouren am ersten Tag zu den Firmen Lindauer Dornier GmbH und Wolford AG oder zu Alge Elastic GmbH und der Universität Innsbruck und zum Abschluss ein stimmungsvoller Abendempfang auf Schloss Mont-

fort in Langenargen – interessante und kurzweilige Podiumsdiskussion, leckeres Essen bei angenehmer

Schon in der locker von Bayern-Innovativ-Geschäftsführer Prof. Dr. Werner Klaffke geführten

Ein zufriedenes Vier-Länder-Innovationsteam nach erfolgreicher Feuertaufe.

Musik, gute Gespräche und eine Schiffsfahrt inklusive. Am Folgetag kamen rund 320 Besucher aus sechs Ländern zum Kooperationsforum mit integrierter Fachausstellung – Treffpunkt für Experten der Textilindustrie und unterschiedlicher Anwenderbranchen wie Automobilbau, Sport und Medizin – und informierten sich und tauschten sich aus über die neusten Trends im Leichtbau, leitende, leuchtende und lichtleitende Textilien, Sensorik und textile Techniken.

Impressionen einer partnerschaftlichen Innovationsveranstaltung. Fotos: Bayern Innovativ

Podiumsdiskussion waren sich die Teilnehmer Stefan Offermann, Andreas Sallmann, Georg Comploj und Georg Saint-Denis einig: Ohne eine partnerschaftliche innovative Zusammenarbeit in der deutschsprachigen europäischen Textil- und Bekleidungsindustrie, in Kombination mit den dazugehörigen Forschungsinstituten, wird es in Zukunft schwer, wenn nicht sogar unmöglich, auf dem globalen Markt gegenüber Asien zu bestehen.

Dieser Tenor zog sich durch die gesamte Veranstaltung und machte deutlich, wie überlebensnotwendig eine Produktion am Standort für die Textilbranche ist – nicht mehr für die Masse, sondern für innovative Spezialitäten, sei es in der Bekleidung oder in technischen Bereichen. Dazu sind gut ausgebildete Fachkräfte von Nöten und ein unternehmerischer Weitblick, der im eigenen Betrieb in Ausbildung und Forschung investiert. Denn Firmen, die sich auf den Erfolgen vergangener Jahre ausruhen, sind bald abgehängt – selbst als Marktführer. Dass dies einige Unternehmen erkannt haben, zeigte sich an einer bis zum Tagungssende gut gefüllten Inselhalle und dem regen Treiben und Austausch auf der mit über 20 Ausstellern belegten Fachausstellung. Über den Tellerrand und in neue Richtungen schauen, Ideen sammeln und Querdenken, Partner suchen und finden und das ohne Grenzen, das war die Botschaft dieser Veranstaltung.

Simone Diebold


4  Verband + Industrie

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Zukunftsmarkt im Reich der Mitte In Kürze wird China international zum Modemarkt Nr. 1 aufrücken. Die Umsätze im Bekleidungseinzelhandel sollen bis 2017 um über die Hälfte wachsen. Jeder fünfte Euro im globalen Mode-Retail wird dann in der Volksrepublik erwirtschaftet werden. Auch deutsche Textil- und Bekleidungsfirmen können an diesem enormen Wachstum partizipieren – und tun es bereits. Allerdings gilt es beim Marktzugang, neben kulturellen Unterschieden, Passformfragen und ungewohnten Vertriebsstrukturen, eine ganze Reihe rechtlicher Aspekte und nationaler Qualitätsanforderungen zu beachten. Um Licht ins Dunkel rechtlicher Fallstricke zu bringen, luden am 18. Oktober die Verbände Dialog Textil-Bekleidung, Südwesttextil, Gesamtmasche und VTB zu einem gemeinsamen Infotag China unter ihrer Kooperationsmarke „TMD – Textil- und Modedialog“ ein. Angesprochen waren insbesondere Führungskräfte aus Unterneh-

men, die in China investieren und expandieren möchten, außerdem Experten aus den Bereichen Recht

Foto: © Phase4Photography - Fotolia.com

und Steuern, Finanzen, Ein- und Verkauf, Qualität und Zertifikate. Ausgesuchte China-Experten referierten zu einer breiten Themenpalette. Thaddäus Müller, der als

langjähriger Assoicate Director bei Fiducia in Honkong mittelständische Firmen bei Einkauf, Verkauf und Produktion in China berät, berichtete zur Gesellschaftsgründung sowie zur Besteuerung in China und Hongkong. Jan B. Gutknecht, Business Development Manager, EMEA bei tradeFWD Ltd., stellte mobile Cross Border PaymentLösungen vor und zeigte auf, wie anhand der innovativen trade² App auf einfachem Wege chinesische Geschäftspartner gefunden werden können. Dr. Jane Jiang, Technical Director bei SGS, ist für ihre Expertise speziell im Bereich chinesische Standards zu Textilwaren und Leder international bekannt. Sie gab den Teilnehmern einen Überblick zu den verpflichtenden Standards und Labelling-Vorschriften und zog Vergleiche zwischen EU-Gesetzen und –Standards und ihren chinesischen Entsprechungen. Rechtsanwältin Magdalena Harnischfeger-Ksoll, Rechtsanwältin bei Taylor Wessing und Leiterin

der deutschen Delegation der gemischten Deutsch-Chinesischen Arbeitsgruppe „Rechtsfragen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit“ berät seit 1979 Mandanten zu allen Fragen des China-Geschäfts. Sie erläuterte insbesondere die deutsch-chinesischen Standardverträge, die von den Ministerien beider Länder gebilligt wurden, und die als hervorragende Grundlage für deutsch-chinesische Lieferverträge herangezogen werden können. Ihr Kollege Dr. Jakob Riemenschneider führte aus, wie sich verschiedene Distributionsformen in China rechtssicher umsetzen lassen. Die Teilnehmer lobten das breite Spektrum nützlicher Informationen. Neben der fachlichen Expertise kam auch der Netzwerk-Faktor nicht zu kurz: Vertreter von Unternehmen, Verbänden, Instituten und Dienstleistern fanden Gelegenheit zum Austausch in China-Fragen. Silvia Jungbauer

Ein Prestigeobjekt namens OLZ Mit einer riesigen Party und 500 Gästen aus aller Welt feierte der Hemdenhersteller Olymp am Standort Bietigheim-Bissingen Mitte Oktober die offizielle Eröffnung seines neuen Logistikzentrums. Das 40 Millionen Euro teure Prestigeobjekt – genannt OLZ – benötigte eine Bauzeit von zwei Jahren und setzt nicht nur technisch innovative, sondern auch ökologische Maßstäbe: Wärmedämmsystem, Dachbegrünung, ein Energiekonzept mit Abwärmenutzung und Wärmerückgewinnung sowie ein innovatives Kühlkonzept und die Nutzung von Geothermie plus Blockheizkraftwerk und Photovoltaik. „Wir haben das in Kombination von Shuttle- und Hängefördertechnik größte und weltweit einzigartige automatische Hemdenlager gebaut“, erklärte OlympGeschäftsführer Mark Bezner auf der gut besuchten Pressekonferenz am Tag vor der Einweihung. „Damit haben wir unsere Lagerkapazität verdoppelt.“ Wegen des stetigen Wachstums sei man an logistische Grenzen gestoßen. Zuletzt sei ein Teil des Versands über angemiete-

Trotz aller Elektronik sind 85 Mitarbeiter nötig, um die Ware zu verpacken. Foto: Olymp

Laut GfK Nürnberg ist der Hemdenumsatz in Deutschland seit 1995 mit 100 Mio. Euro rückläufig und beträgt 2012 rund 60 Mio. Euro. Olymp entwickelte sich gegen diesen Trend: Setzte das Unternehmen 1995 noch 22,1 Mio. Euro um, ist es 2012 mit 186,9 Mio. Euro achtmal so viel. „Unser Ziel ist es, in diesem Jahr die 200 MillionenHürde zu knacken. Dazu brauchen wir aber kühles Herbstwetter“, meinte der Olymp-Chef. Simone Diebold

te Außenlager abgewickelt worden. Jetzt könne die Logistikabwicklung für die gesamte Liegeware, die das reguläre NOS-Lagersortiment sowie alle modischen Kollektionen der zur Firmengruppe gehörenden Marken Olymp, Marvelis sowie Maerz München zentral erfolgen. Mit einer endgültigen Warenkapazität von 265 000 Kartonstellplätzen kann das OLZ nahezu vier Millionen Teile an Hemden, Polos, Krawatten, T-Shirts und Strickwaren aufnehmen. Bis zu zehn Container können täglich über fünf Rampen angeliefert und entladen werden. Der Wareneingang kann

bis zu 1 500 Kartons pro Stunde und damit dreimal so viele wie bisher vereinnahmen. Zugleich kann das Kommissioniervolumen in der Endausbaustufe um die dreifache Menge auf 10 000 Teile pro Stunde bzw. 400 000 Teile pro Woche gesteigert werden. Die bestehende Belegschaft wurde auf die veränderte Tätigkeit umgeschult und an die neuen Aufgaben sukzessive herangeführt. Bei zu erwartender Ausweitung der Lagerkapazität bzw. Steigerung der Umschlagshäufigkeit können weitere Arbeitsplätze in der Firmenzentrale entstehen.

Inhaber Mark Bezner


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Mit Zwirn, Charme und Beharrlichkeit In Sindelfingen feiert die Zwirnerei Ahr ihr 100-jähriges Jubiläum „Sich dem globalen Wettbewerb zu stellen gelingt nur, wenn man ganz dicht mit seinen Kunden zusammenarbeitet.“ Davon zeigte sich Laudator Michael Georgii anlässlich des 100-jährigen Firmenjubiläums der Zwirnerei Ahr in Sindelfingen überzeugt. Und wer wüsste es besser: Georgii’s Unternehmen Zweigart & Sawitzki nämlich ist Hauptkunde der Zwirnerei und seit vielen Jahren aufs Engste mit Inhaber und Jubilar Dieter Ahr verbunden. „In all den Jahrzehnten der Zusammenarbeit zwischen unseren Unternehmen haben auch wir viele Wellen mit Höhen und Tiefen hinsichtlich der Abnahme von gezwirnten Garnen erlebt“, schilderte Georgii. So habe es im Lauf der vergangenen Jahre aus Kostengründen eine steigende Kundennachfrage nach Stoffen aus ungezwirnten Garnen oder Standardzwirnen aus Fernost gegeben. Deshalb zeigte er sich zufrieden darüber, dass in diesen Tagen die Vorjahresmenge, die Zweigart & Sawitzki bei Ahr bestellt und täglich ins Haus geliefert bekommt, fast wieder erreicht worden sei. „Stetiger Fleiß, immense Erfahrung, dauerhafte Offenheit

für neue Ideen bei Beibehaltung von Bewährtem und größtmöglicher Kundenservice: das zeichnet

Dr. Markus H. Ostrop überreichte dem Ehepaar Ahr die Südwesttextil-Jubiläumsurkunde und das obligatorische Südwesttextilbadetuch. Foto: Friedrich Stampe

Sie und Ihre Familie vor allem aus“, lobte der Geschäftsführer der ebenfalls in Sindelfingen beheimateten Weberei Zweigart & Sawitzki. Genau genommen liegen die Anfänge der Firma Ahr noch weiter zurück. Denn schon im 18. Jahrhundert betrieb der Großvater des heutigen Firmeninhabers eine Seilerei. Weil aber in der alten Weberstadt Sindelfingen einige

Hackerangriffe und Datenverluste sind der kostenträchtige GAU für jedes Unternehmen. Im Schnitt 3,4 Millionen Euro kostet deutschen Unternehmen ein Datenverlust – Tendenz deutlich steigend. Auch die Kriminalstatistik zeigt einen erheblichen Anstieg von Internetstraftaten. Alleine 60 000 registrierte das Bundeskriminalamt im vergangenen Jahr.

Foto: © maxkabakov – Fotolia.com

Vita und Unterlagen können bei Interesse unverbindlich bei Südwesttextil angefordert werden (schneider@suedwesttextil.de)

einsetzten, wurde an die Seilerei eine Zwirnerei angegliedert, die als Lohnbetrieb für die Sindelfinger Webereien produzierte. Später dehnte sie ihre Kundenstruktur auf Baden-Württemberg aus und fand Abnehmer auch bei Strickereien und in der Handstrickgarnbranche. Dieter Ahr stieg 1962 in das elterliche Unternehmen ein. Die Konkurrenz aus den Billiglohn-

ländern zwang die Familie Ahr im Laufe der Jahre dazu, in andere Geschäftsfelder einzusteigen. Aufträge für textile Teile und Nacharbeiten gab es zum Beispiel von Mercedes-Benz. Mit dem Bau einer Öko-Autowaschanlage in Sindelfingen ergänzte Dieter Ahr sein Geschäftsfeld. Sindelfingens Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer, dessen Vater mit Dieter Ahr in die Schule gegangen ist, lobte beim Jubiläum die Lebensleistung der Familie Ahr. „Wenn sich ein Unternehmen über so lange Zeit erfolgreich am Markt behauptet, zeugt dies vor allem von einer beharrlichen und weitsichtigen Geschäftsführung, die sich nicht auf Erfolgen und Vergangenheit ausgeruht hat, und von sehr großer Flexibilität und Ideenreichtum, mit denen die Rahmenbedingungen und Turbulenzen der vergangenen 100 Jahre bewältigt wurden“, sagte er. Anlässlich des Jubiläums überreichten die Firmeninhaber großzügig Geldspenden an vier örtliche karitative Einrichtungen, was mit großem Dank honoriert wurde. Markus H. Ostrop

Cyber-Attacke auf Unternehmen

Stellen­gesuch Textilchemiker Dipl.-Ing. mit langjähriger Erfahrung in R&D, Produktentwicklung und Business Development, sucht neue Herausforderung. Sehr international ausgerichtet durch mehrjährige Beschäftigung in Brasilien und Australien mit profunden Kenntnissen in Beschichtung und Laminierung von funktionellen und technischen Textilien. Durch Führungsrollen in verschiedenen Ländern ausgeprägte Kommunikations- und Führungsqualitäten, mit sehr guten Sprachkenntnissen in englisch und portugiesisch.

mechanische Webereien immer mehr gezwirnte Garne insbesondere aus Baumwolle und Leinen

Die Einfallstore für mögliche Cyber-Angriffe im Unternehmen sind deutlich zahlreicher geworden. Ein Hauptgrund dafür ist die generelle Digitalisierung von Arbeitsabläufen. Wo es früher einen Aktenschrank gab, findet sich heute ein leistungsfähiges Firmennetzwerk. Wo vor Jahren noch ein Server ausreichte, gibt es heute ganze Hightech-Parks oder cloud-

Live Hacking 13. November 2013, Reutlingen

basierte Speicherlösungen. Zudem haben die stärkere Nutzung von internetfähigen Mobilgeräten und der intensivere Informationsaustausch über soziale Netzwerke und Intra-Netzwerke ihren Anteil. Auch die stark wachsenden Segmente Online-Handel und E-Payment bringen fortlaufend Unmengen sensibler Daten in Umlauf. Höchste Zeit also, den Risiken ins Auge zu sehen. Eine hervorragende Chance dazu bietet die textile Verbandsgruppe Stuttgart am 13. November in Reutlingen. Hier wird live gezeigt, welche digitalen Einfallstore es in Unternehmen gibt und wie man sich dagegen schützen kann. Christine Schneider

Jetzt anmelden unter www.suedwesttextil.de/veranstaltungen, dick@suedwesttextil.de oder +49 711 21050  - 11


6  Bildung + Soziales

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Bildungsmesse Balingen 2013 Der Gemeinschaftsstand „Go Textile!“ ist ein gelungenes Konzept Kurz nach Schuljahresbeginn fand in Balingen Ende September, die bei den Schülern beliebte Bildungsmesse „Visionen – Wege nach dem Schulabschluss“ statt. Auch dieses Jahr war sie mit 90 Ausstellern wieder vollständig ausgebucht und lud die Jugendlichen ein, sich umfassend über die Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten zu informieren. Nicht fehlen durften natürlich die textilen Ausbildungsberufe. Wie im letzten Jahr nutzen zahlreiche Textilunternehmer aus der Region Neckaralb die Gelegenheit, sich zu präsentieren. Auf einem Go Textile!-Gemeinschaftsstand, organisiert von Südwesttextil und der Fachvereinigung Wirkerei, Strickerei in Albstadt, informierten die Ausbildungsbetriebe Eschler, Speidel, Peter Müller, Mey und Sanetta drei Tage über Ausbildungsberufe, Weiterbildung und Aufstiegsmöglichkeiten in ihren Betrieben. Damit die jungen Besucher auch den Weg zu den Textilern fanden, lockte am Stand von Go Textile! ein Preisausschreiben. Zu erraten war die Anzahl der Filamente eines ausgestellten Glasfasergarnes. Drei Gutscheine winkten als Belohnung für die richtige Antwort. Doch nicht nur die Aussicht auf einen Gewinn sorgte für viel Betrieb am Go Textile!-Stand, sondern vor allem die unterschiedlichen textilen Produkte der jeweiligen Hersteller – von Bekleidung bis zu technischen Textilen – machten neugierig und zeigten die Vielfalt der Branche. Die teilnehmenden Unternehmen zeigten sich zufrieden mit der diesjährigen Resonanz. Direkt nach den Messetagen gingen bei den Ausstellern zahlreiche Bewerbungen ein. Begleitet wurde die Messe an allen drei Tagen mit unterhaltsamen „Posts“ auf dem Facebook-Kanal von Go Textile!. Der Event erreichte dadurch nicht nur Schülerinnen und Schüler in der Region Neckaralb, sondern weit darüber hinaus. Diese Verzahnung der internetbasierten Kampagne mit Bildungsmessen vor Ort fördert den direkten Kontakt mit den Jugendlichen und die

Möglichkeit, sie auf die textilen Ausbildungsberufe aufmerksam zu machen. Die Internetseite www.gotextile.de bietet der Zielgruppe der 13- bis 17-jährigen eine Anlaufstelle, auf der sie die Ausbildungsberufe in kompakter Form erläutert bekommen. Außerdem finden sie dort potenzielle Ausbildungsunternehmen, über die sie sich informieren und direkt bewerben können. Auch die jüngst produzierten Ausbildungsfilme zeigen den Jugendlichen auf unterhaltsame Weise, die Möglichkeiten der Branche. Mit monatlichen weit über 8 000 Besucher ist www.gotextile.de mittlerweile „die“ Plattform für textile Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Internet. Neben dem erfolgreichen virtuellen Konzept wird auch das gelungene reale Konzept des Gemeinschaftsstandes „Go Textile!“, bei dem sich mehrere Unternehmen abwechselnd in Balingen präsentieren können, im nächsten Jahr fortgesetzt. Christine Schneider

Die mit 90 Ausstellern ausgebuchte Bildungsmesse Balingen lockte wieder viele ausbildungsinteressiert Jungendliche an. Auf dem Go Textile!-Gemeinschaftstand präsentierten sich erfolgreich die Firmen Eschler, Speidel, Peter Müller, Mey und Sanetta.


Bildung + Soziales  7

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Eltern erwünscht!? Neue Publikation über Zusammenarbeit in der Berufs- und Studienorientierung Wenn junge Menschen von der Schule in den Beruf wechseln, benötigen sie eine früh ansetzende, systematische und praxisnahe Berufs- und Studienorientierung, die auch die Eltern als wichtigste Ansprechpartner ihrer Kinder mit einbezieht. Eltern so anzusprechen, dass sie motiviert sind, sich aktiv in den Berufs- bzw. Studienwahlprozesse ihrer Kinder einzubringen, ist keine leichte Aufgabe. Daher hat das Netzwerk Schulewirtschaft zusammen mit der Bundesagentur für Arbeit einen Leitfaden zur Elternarbeit entwickelt. Er wurde von Praktikern für Praktiker erarbeitet und wendet

sich an engagierte Akteure wie Lehr- und Beratungsfachkräfte oder in der Sozialpädagogik bzw. laN

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Eltern erwünscht !? wie zusammenarbeit in der berufs- und studienorientierung gelingen kann

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MigRaNTENvERbäNdE, MigRaNTEN(sElbsT)oRgaNisaTioNEN

Berufseinstiegsbegleitung Tätige sowie an Multiplikatoren und Netzwerkpartner. Er gibt mit praxisorientierten Beispielen Hinweise und Anregungen, was Eltern bei der Berufs- und Studienwahl ihrer Kinder interessiert, wie Eltern erfolgreich angesprochen, für eine aktive Beteiligung motiviert und wie ihnen Inhalte wirksam vermittelt werden können. Aspekte der Arbeit mit Eltern mit Migrationshintergrund sind ebenfalls eingeflossen. Der Leitfaden sowie weitere Materialien stehen unter www. schulewirtschaft.de/Elternarbeit zum Download bereit.

Gatex bekommt Verstärkung Ab 1. November wird Henrik Piwatz aus Laufenburg das Team der Ausbilder in der Gatex verstärken. Der 46-Jährige ist gelernter Textilmechaniker Weberei und war zuletzt als Industriemeister Textil

Christine Schneider

Girls’ Day 2014 Informationen und Unterstützung Regionaler Arbeitskreis | Ihre Kontaktpersonen vor Ort

Am 27. März ist der nächste Girls' Day – Mädchenzukunftstag, bei dem sich das Mitmachen lohnt, denn der Girls' Day zeigt Wirkung: In den vergangenen Jahren Extra für Mädchen ! Neue Chancen mit dem Girls’ Day hat es eine deutliche Steigerung bei den weiblichen Fachkräften in technischen Berufen gegeben. Das Beschäftigungswachstum von Frauen fällt in fast allen naturwissenschaftlich-technischen Berufsgruppen inzwischen stärker aus als das von Männern. So ist der Anteil beschäftigter Ingenieurinnen von 2007 bis 2011 www . girls-day.de um ein Viertel gestiegen, der Anteil an Naturwissenschaftlerinnen sogar um mehr als ein Drittel. Auch in den nicht-akademischen technischen Berufen nehmen die weiblichen Fachkräfte zu. Wie in jedem Jahr können neue Veranstaltungen für den kommenden Girls Day ab sofort in die Aktionslandkarte eingetragen werden. Weitere Informationen finden sich unter www.girls-day.de. ■ Seit dem Start der Aktion haben sich mehr als 1,3 Millionen Mädchen an etwa 90.000 Veranstaltungen beteiligt. 90 Prozent der Teilnehmerinnen und Betriebe beurteilen den Girls’ Day als gut oder sehr gut.

27 | 3 | 2014 !

schon im März

Extra für Mädchen !

Wissenschaft Technik

Forschung

■ 40 Prozent der Unternehmen bekommen direkt am Girls’ Day Anfragen nach Praktikums-, Ausbildungs- und Studienplätzen. 20 Prozent erhalten Bewerbungen von Frauen, die als Schülerinnen am Girls’ Day teilgenommen haben. ■ Immer mehr Frauen in Deutschland wählen technische Berufsfelder. Zahlreiche ehemalige Girls’ Day-Teilnehmerinnen sind bereits in Ausbildung, Studium oder Beruf im Technikbereich. Insgesamt verbessert der Girls’ Day das Image der technischen Berufe. ■ Eine wiederholte Teilnahme am Girls’ Day hat Einfluss auf Betriebe und Schulen: Gleichstellungsbewusstsein und Zusammenarbeit werden gestärkt. Unternehmen entwickeln Knowhow bei der Ansprache junger Frauen für technische Berufe und führen geschlechtersensible Bewerbungsverfahren ein.

Bundesweite Koordinierungsstelle Girls’ Day – Mädchen-Zukunftstag Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. Wilhelm-Bertelsmann-Str. 10 | 33602 Bielefeld Tel. 0521.106-73 57 | info@girls-day.de GEFÖRDERT VON

■ International: Der Girls’ Day als Erfolgskonzept hat nach deutschem Vorbild bereits in 16 weiteren Ländern stattgefunden.

www.girls-day.de Handwerk Informatik

Industrie

Der Girls’ Day – Mädchen-Zukunftstag ist ein Projekt des Kompetenzzentrums

Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V. und wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen

und Jugend sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union. Das Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V. fördert mit

bundesweiten Projekten die Verwirklichung der Chancengleichheit von Frauen

Seminare Bildungswerk

GEFÖRDERT VON

und Männern.

VDE | Berlin

Leiter des Weberei-Vorwerks bei der Brennet. In dieser Tätigkeit war er auch mehrere Jahre maßgeblich für die Ausbildung verantwortlich. Darüber hinaus ist er seit 13 Jahren Mitglied des Prüfungsausschusses der IHK. Piwatz wird die Tätigkeit von Joseph Müller übernehmen, der mit dem Jahresende in den Ruhestand geht.

AKTIONsPARTNER

UNTERsTüTzT DURch

© 2013 | Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. | kompetenzz.de

Neue Spinnbox für die Gatex Den textilen Nachwuchs in einem Technikum mit modernen Maschinen auszubilden, ist das Credo des Aus- und Weiterbildungszentrums Gatex in Bad Säckingen. So konnte im letzten Jahr, mit Unterstützung von Bund und Land, der Maschinenpark im Labor, in der Veredlung und in der Weberei modernisiert werden. Der jüngste Zugang ist eine Spinnbox der neuen Autocoro 8 Rotorspinnmaschine, die die Firma Saurer Schlafhorst auf Initiative von Gatex-Vorstand Volker Steidel der Gatex gespendet hat. Anfang Oktober wurde sie von Kurt Baeuerle, Senior Sales Manager Saurer Schlafhorst, und Ralf Dessenberg, Ariadne Industrievertretungen Textil, überreicht. Mit diesem Anschauungsmodell kann den Auszubildenden die neuste Antriebstechnologie gezeigt und erklärt werden. Darüber hinaus bekam Ausbildungsleiter Ingo Kiefer umfangreiches Infomaterial, das in den fachpraktischen Unterricht Übergabe der großzügigen Spende: (v.l.n.r.) Kurt Baeuerle, Volker Steidel, Ingo Kiefer und Ralf Dessenberg. integriert werden kann.

Seminarangebot der Akademie für Personal- und Organisationsentwicklung im Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft in Kooperation mit Südwesttextil. Zielbewusst reden – erfolgsorientiert kommunizieren 20. bis 21. November 2013, Haus Reutlingen Verhandeln in schwierigem Umfeld 2. bis 3. Dezember 2013, Haus Bleibach Die 5S-Methode dauerhaft im Unternehmen verankern 4. bis 5. Dezember 2013, Haus Reutlingen www.biwe-akademie.de


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Südwesttext

Oktober 2013 I Nr. 73

LAG widerspricht BAG

„Zuvor-Beschäftigungsverbot“ zeitlich nicht beschränkt? Nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) ist die sachgrundlose Befristung eines Arbeitsvertrages zu unterscheiden von der Befristung mit Sachgrund. Liegt ein Sachgrund für eine Befristung vor, etwa die Vertretung eines verhinderten Mitarbeiters oder ein nur vorübergehender Arbeitsbedarf, so ist die befristete Einstellung eines Mitarbeiters ohne weitere Restriktionen zulässig. Liegt dagegen kein Sachgrund vor, ist eine sachgrundlose Befristung nach dem TzBfG nur bis zur Dauer von maximal zwei Jahren zulässig. Bis zu dieser Gesamtdauer von zwei Jahren ist die höchstens dreimalige Verlängerung des kalendermäßig befristeten Arbeitsvertrages möglich. Die wichtigste Voraussetzung aber ist: Eine Befristung ohne Sachgrund kann nur wirksam vereinbart werden, wenn mit demselben Arbeitgeber nicht bereits zuvor ein befristetes oder unbefristetes Arbeitsverhältnis bestanden hat – ein sogenanntes „Zuvor-Beschäftigungsverbot“. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat in ständiger Rechtsprechung bis zum Jahr 2011 vertreten, dass jegliche Zuvor-Beschäftigung eines Mitarbeiters befristungsschädlich ist. War ein Mitarbeiter vor über zehn Jahren kurz als Aushilfe tätig, konnte er nicht mehr befristet ohne Sachgrund eingestellt werden. Wurde dennoch ein befristetes Arbeitsverhältnis ohne Vorliegen eines Sachgrundes geschlossen, galt der Arbeitsvertrag als unbefristet.

Mit Urteil vom April 2011 – 7 AZR 716/2009 – hatte das BAG erfreulicherweise diese Rechtsprechung aufgegeben. Eine ZuvorBeschäftigung sollte zukünftig

abgeschlossen werden. Dieses Ergebnis begründete das BAG – entgegen dem eindeutigen Wortlaut der Vorschrift – aus deren Sinn und Zweck.

BAG könnten sie nicht folgen, da die Richter dort die Grenzen der richterlichen Rechtsfortbildung überschritten hätten, lautet die vernichtende Begründung. Der Wortlaut des TzBfG würde keinerlei Anhaltspunkte für eine zeitliche Beschränkung des Zuvor-Beschäftigungsverbotes enthalten. Zum anderen sei aber aus dem Gesetzgebungsverfahren heraus erkennbar, dass der Gesetzgeber seinerzeit gerade keine Frist in das Gesetz habe aufnehmen wollen. Deshalb könne das BAG durch eine Auslegung nach Sinn und Zweck der Vorschrift dann auch keine hinein interpretieren.

LAG gibt Nachhilfe auch in Verfahrensfragen Laut BAG wird eine Zuvor-Beschäftigung nicht mehr als befristungsschädlich angesehen, wenn sie länger als drei Jahre zurück liegt. Foto: © JiSIGN - Fotolia.com

nicht mehr als befristungsschädlich angesehen werden, wenn sie länger als drei Jahre zurück liegt. Wäre ein Mitarbeiter also in den

Missbrauch befristeter Arbeitsverträge verhindern

letzten drei Jahren nicht mehr beim Arbeitgeber beschäftigt gewesen, könnte auch ein befristeter Vertrag ohne Sachgrund rechtswirksam

Recht kompakt Arbeitsrecht – Kündigung Frage: Kann betriebsbedingt gekündigt werden, wenn ein freier Arbeitsplatz im Ausland existiert? Antwort: Besteht ein freier Arbeitsplatz im Unternehmen, dann steht diese Möglichkeit der Beschäftigung einer betriebsbedingten Kündigung grundsätzlich im Wege. Als milderes Mittel muss dann grundsätzlich eine Änderungskündigung ausgesprochen werden, damit eine Beschäftigung auf dem freien Arbeitsplatz erfolgen kann. Allerdings hat das BAG nunmehr entschieden, dass der Vorrang der Änderungskündigung nicht bei einem freien Arbeitsplatz im Ausland besteht machen. (BAG, Urteil vom 29.08.2013 - 2 AZR 809/12)

Das Verbot der Zuvor-Beschäftigung sollte nach Ansicht des BAG Befristungsketten und den Missbrauch befristeter Arbeitsverträge verhindern. Die Gefahr missbräuchlicher Befristungsketten bestände jedenfalls dann nicht mehr, wenn zwischen dem Ende des früheren Arbeitsverhältnisses und dem sachgrundlos befristeten neuen Arbeitsvertrag mehr als drei Jahre lägen. Dieser Zeitraum entspräche auch der gesetzgeberischen Wertung zur regelmäßigen zivilrechtlichen Verjährungsfrist. Das Landesarbeitsgericht (LAG) Baden-Württemberg tritt in seiner aktuellen Entscheidung vom September dieses Jahres – 6 Sa 28/13 – nunmehr dem Urteil des BAG entgegen. Zugrunde lag ein Fall, in welchem der Arbeitnehmer vier Jahre nach seiner ersten Beschäftigung wiederum sachgrundlos befristet eingestellt wurde. Das LAG hält die Befristung wegen Verstoßes gegen das „Zuvor-Beschäftigungsverbot“ für unzulässig mit der Folge, dass ein unbefristetes Arbeitsverhältnis entstanden wäre. Ausdrücklich distanzierten sich die LAG-Richter von der Rechtsprechung des BAG. Dem

Wenn der Gesetzgeber mit der Norm über Verfassungsgrundsätze hinausgeschossen sei, hätte der entscheidende 7. Senat des BAG die Norm eben dem BVerfG zur Prüfung der Verfassungsmäßigkeit vorlegen müssen. Im Übrigen hätte der 7. Senat, da er von der bisherigen Rechtsprechung des 2. Senats des BAG abgewichen sei, seine Entscheidung zur Rechtsvereinheitlichung dem Großen Senat zur Entscheidung vorlegen müssen. Das LAG ließ allerdings die Revision zum BAG zu. Dort wird das Verfahren wohl wieder beim 7. Senat landen, der für die Beendigung von Arbeitsverhältnissen aufgrund von Befristungen zuständig ist. Dieser wird von den rechtlichen Vorwürfen der Süddeutschen wenig begeistert sein. Eine Änderung der Rechtsprechung des BAG zur „Zuvor-Beschäftigung“ wird deshalb auch nicht zu erwarten sein. Bis zu einer Revisionsentscheidung des BAG in dieser Angelegenheit wird allerdings angeraten werden müssen, von sachgrundlosen Befristungen bei Mitarbeitern, die bereits zuvor schon einmal beschäftigt waren, zurückhaltend Gebrauch zu machen.

Kai-Uwe Götz


Recht + Steuern  9

Südwesttext

Oktober 2013 I Nr. 73

Teilzeitarbeit in der Elternzeit Urlaubsabgeltungsanspruch Anspruch auf zweimalige Verringerung der Arbeitszeit Gesetzlich vorgesehen sind zwei verschiedene Ansprüche auf Teilzeitarbeit: zum einen die Möglichkeit, die Arbeitszeit dauerhaft nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) zu verringern und zum anderen, während der Elternzeit in Teilzeit zu arbeiten. Für diese sogenannte Elternteilzeit gibt es wiederum zwei Ausgestaltungsmöglichkeiten: Einerseits eine einvernehmliche Regelung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die frei regelbar ist und keine Untergrenze für die wöchentliche Arbeitszeit vorsieht. Andererseits besteht der Anspruch auf Verringerung der Arbeitszeit – also eine sogenannte einseitige Durchsetzungsmöglichkeit. Dieser Anspruch kann während der Elternzeit zweimal geltend gemacht werden. Unklar war bisher, ob dieser Anspruch auf zweimalige Geltendmachung auch besteht, wenn zuvor eine einvernehmliche Verringerung der Arbeitszeit während der Elternzeit vereinbart worden ist. Dies würde schließlich im Ergebnis bedeuten, dass ein wohlgesonnener Arbeitgeber zunächst zweimal einvernehmlich mit dem Mitarbeiter

Konsens- oder Anspruchsverfahren

eine Reduzierung der Arbeitszeit während der Elternzeit vereinbart und der Arbeitnehmer dann zusätzlich noch einmal das Recht hätte, die Arbeitszeit zweimal einseitig zu reduzieren. Leider hat sich das Bundesarbeitsgericht (BAG) dieser zweiten arbeitnehmerfreundlichen Sicht angeschlossen und festgestellt, dass zwischen dem Konsensverfahren und dem Anspruchsverfahren zu unterscheiden ist. Eine im Konsensverfahren getroffene einvernehmliche Elternteilzeitregelung wird dann auf den Anspruch auf die zweimalige Verlängerung der Arbeitszeit nicht angerechnet. Somit sind dem Arbeitnehmer weitreichende Möglichkeiten eingeräumt worden und eigentlich müsste arbeitgeberseitig eine

einvernehmliche Lösung im Konsensverfahren grundsätzlich verweigert werden. Scheitert nämlich die Einigung im Konsensverfahren endgültig, dann würde lediglich der Anspruch auf zweimalige Verringerung bestehen.

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Dieses Ergebnis erscheint jedoch wenig interessengerecht. Häufig dürfte eine Lösung im einvernehmlichen Konsensverfahren sinnvoll erscheinen. Schließlich soll in den meisten Fällen pragmatisch eine schnelle Lösung gefunden werden. Sollte tatsächlich die Durchsetzung des Teilzeitanspruches arbeitnehmerseits erforderlich sein, können dringende betriebliche Gründe gegen die Gewährung der Elternteilzeit noch vorgebracht werden. Auch wenn diese schwierig zu belegen sind, zeigt die Erfahrung, dass die gerichtliche Durchsetzung von Teilzeitansprüchen relativ selten ist, zumal das Arbeitsverhältnis relativ stark belastet wird und auch den Arbeitnehmern meistens an einer schnellen Lösung gelegen ist. Für die verbleibenden Fälle der Durchsetzung des Elternteilzeitanspruches im gerichtlichen Verfahren dürfte sich auch ein Hinwirken auf die Beendigung des Arbeitsverhältnisses anbieten. Somit ist trotz der aktuellen Entscheidung des BAG weiterhin zu empfehlen, in den meisten Fällen eine einvernehmliche Regelung zu finden und nur in Problemfällen, den Anspruch auf Elternteilzeit abzulehnen. Nathan Binkowski

In keinem Rechtsgebiet haben sich so viele Änderungen zugetragen wie im Urlaubsrecht. Mittlerweile sind jedoch die Verwerfungen der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zum Urlaub bei Langzeiterkrankten weitgehend geklärt. Nunmehr hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) erfreulicherweise entschieden, dass in einem beendeten Arbeitsverhältnis der Urlaubsabgeltungsanspruch mit Vereinbarung einer Ausgleichsklausel erloschen ist. Diese Entscheidung hat eine relativ weitreichende Konsequenz für sämtliche Aufhebungsverträge und gerichtliche Vergleiche. In den meisten Verträgen wird eine abschließende Ausgleichsklausel mit aufgenommen. Diese Ausgleichsklausel umfasst, wenn das Arbeitsverhältnis bereits beendet worden ist, einen Verzicht auf den Urlaubsabgeltungsanspruch. Schließlich ist nach der Aufgabe der Surrogationstheorie der Urlaubsabgeltungsanspruch ein reiner Geldanspruch. Er verdankt seine Entstehung zwar urlaubsrechtlichen Vorschriften, ist er jedoch entstanden, bildet er Teil des Vermögens des Arbeitnehmers. Aufgrund dieser BAG-Entscheidung im Mai dieses Jahres ist es in den Vergleichen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses ausreichend, eine Ausgleichsklausel mit

aufzunehmen. Allerdings dürfte es nicht schaden, höchstvorsorglich einen Tatsachenvergleich mit zu regeln, der beinhaltet, dass sämtliche Urlaubsansprüche in natura gewährt worden sind.

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Vorsicht ist hingegen geboten, soweit das Arbeitsverhältnis noch nicht beendet worden ist. In diesen Fällen hilft nur die Freistellung unter Anrechnung von Urlaubansprüchen oder die Formulierung des vorbezeichneten Tatsachenvergleiches. Ist hier keine Regelung getroffen, dann bleibt es weiterhin bei einer Abgeltung des Urlaubsanspruches bei der Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Zukünftig muss also stets unterschieden werden, ob die Kündigungsfrist schon abgelaufen ist oder ob das Arbeitsverhältnis noch fortbesteht. Bei einem beendeten Arbeitsverhältnis bedeutet diese Entscheidung jedoch eine deutliche Erleichterung. Nathan Binkowski

Aktuelle Steuer-Nachrichten Im Streitfall hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass auch Leiharbeitnehmern der Verpflegungsmehraufwand lediglich in den Grenzen der Dreimonatsfrist des Einkommensteuergesetzes zusteht. Insoweit gelte für Leiharbeitnehmer nichts anderes als für andere auswärts tätige Arbeitnehmer. Ein weiteres Urteil des Finanzgerichts Münster befasst sich mit der falschen Ablage eines Belegs. Heftet der Steuerpflichtige eine beglichene Rechnung über eine haushaltsnahe Dienstleistung irrtümlich im Ordner des Folgejahres ein und findet er sie dort einige Zeit später wieder, liegt nach einem Urteil des Finanzgerichts Münster keine neue Tatsache im Sinne der Abgabenordnung vor, die zur nachträglichen Änderung des bestandskräftigen Einkommensteuerbescheids berechtigt. Die Änderung eines bestandskräftigen Bescheids sei nur unter engen Voraussetzungen möglich. Neben diesen Urteilen finden sich in den Steuernachrichten auch zahlreiche Informationen zur anstehenden Gesetzesvorhaben. Die aktuelle Ausgabe kann als pdf-Datei im Mitgliederbereich von Südwesttextil heruntergeladen werden.


10  Technik + Umwelt

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Flexibilität in der Garnbeschichtung Das Schlichten, d.h. die Kettgarnvorbehandlung für die Weberei, ist eine zentrale Technik der Textilindustrie und daher auch seit Langem Thema der Textilforschung in Denkendorf. Die Anfänge der Fachkolloquien, die mit Vorträgen der Industrie und dem Maschinenbau geprägt sind, reichen bis in die 70er Jahre zurück. Das 14. Denkendorfer Schlichtereikolloquium Ende September fand mit einem deutlich breiteren Themenspektrum statt: Neben der klassischen Schlichterei standen vor allem innovative Beschichtungen im Fokus, die Garnen spezielle Eigenschaften verleihen, damit diese etwa im Leichtbau oder als elektronische Bauteile eingesetzt werden können. Über einhundert Experten aus Industrie und Forschung tauschten sich in 20 Vorträgen über die neuesten Entwicklungen und Trends der Garnfunktionalisierung aus. Nach der Begrüßung des internationalen Publikums durch Dr. Götz Gresser, Leiter des ITV Denkendorf, führte Dr. Thomas Stegmaier, Leiter des Forschungsbereichs Technische Textilien, Schlichterei und Garnbeschichtung, in das Thema ein. In seinem Einführungsvortrag zeigte er aktuelle Forschungsprojekte am ITV dazu zahlreiche konkrete Beispiele: Neben der kontinuierlichen Verbesserung der traditionellen Schlichterei, wo neben der Qualität immer auch die Energieeinsparung ein zentrales Thema ist, zielen neues-

te Forschungsvorhaben vor allem auf die Funktionalisierung von Garnen entweder um diese z. B. durch den Auftrag von Spinnpräparationen, klassischen Schlichten oder Spulölen für bestimmte Pro-

der Garnausrüstung von Hochleistungsfasern den Maschinenbau vor besondere Herausforderungen. Am Beispiel von Basaltfasern und Glas-Stapelfasergarn wurden die Eigenschaften moderner Hoch-

Garnbeschichtungen für optische Textilien Foto: ITV Denkendorf

duktionsschritte optimal auszurüsten oder wie z. B. bei der Avivagen und Schlichten für Carbonfasern, eine bessere Haftung gegenüber der Matrix und damit eine höhere Belastbarkeit im Bauteil zu erzielen. Dazu wird am ITV auch mit Präparationen experimentiert, die Carbon-Nanotubes enthalten. In den anschließenden Fachvorträgen standen zunächst Innovationen in der die Schlichterei im Mittelpunkt. Etwa das neue Schlichteapplikationssystem PRO SIZE® der Firma Karl Mayer Rotal, das bis zur ITMA 2015 marktreif sein soll. Weitere Präsentationen beschäftigten sich mit der Garnbeschichtung und -ausrüstung. So stellt gerade die große Varianz der Anforderungen bei

modulfasern und den sich daraus ergebenden besonderen Anforderungen an die Garnausrüstung und Beschlichtung ersichtlich. Dr. Thomas Stegmaier betonte in seinem Schlusswort, dass die Referentenfindung zu diesen sehr speziellen Themen der Garnfunktionalisierung nicht immer einfach war. Angesichts der Dichte an zukunftsorientierten und innovativen Projekten habe sich diese Arbeit aber mehr als gelohnt, wie ihm auch zahlreiche Besucher in den Pausengesprächen bestätigten. Spätestens in drei Jahren wird es wahrscheinlich ein „15. Denkendorfer Garnbeschichtungs- und Schlichtereikolloquium“ geben. Simone Diebold

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Termin vormerken

Energieeffizienz in der Textilindustrie 27. November 2013, ITV Denkendorf

Jetzt anmelden unter www.suedwesttextil.de/veranstaltungen, dick@suedwesttextil.de oder +49 711 21050  - 11

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Termine Sitzung der AG Technische Textilien Die AFBW und das Cluster Technische Textilien Neckar-Alb veranstalten am 12. November im Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Institut der Universität Tübingen – NMI in Reutlingen eine Sitzung der AG Technische Textilien mit den Schwerpunkten Beschichtung, Ausrüstung und Oberflächentechnik. In der Arbeitsgruppe werden gemeinsame Problemstellungen isoliert und Ideen für Verbund- oder Forschungsprojekte auf den Weg gebracht. Mehrere Impulsvorträge bilden die Grundlage für die Diskussion. Programm und Einladung finden sich unter www.afbw.eu. Kinderbetreuung – betrieblich unterstützt Ob und wie kann die Belegschaft bei der Kinderbetreuung unterstützen werden? Solche und ähnliche Fragen werden auf einer Veranstaltung am 14. November um 15 Uhr, im Studio der Stadthalle Balingen beantwortet. Die Teilnehmer erhalten breite Informationen und erfahren von gelungenen Best-Practise-Beispielen der Groz-Beckert KG aus AlbstadtEbingen und der Wepuko Pahnke GmbH, Metzingen. Zudem bietet die Veranstaltung eine Plattform für den Austausch mit anderen Unternehmen auch über weitere Themen familienorientierter Personalpolitik. Veranstalter sind der Landkreis Zollernalb, die Stadt Balingen, die Fachberatung für Kindertagespflege des Jugendfördervereins Zollernalbkreis e.V. und familyNET der BBQ Berufliche Bildung gGmbH. Mehr zur Veranstaltung untern www. familynet-bw.de. Dr.-Rudolf-Eberle-Preis Am 21. November findet im Residenzschloss Ludwigsburg die Verleihung des Dr.-Rudolf-Eberle-Preises statt. Mit diesem Innovationspreis des Landes Baden-Württemberg werden mittelständische Unternehmen aus Industrie, Handwerk und technologischer Dienstleistung ausgezeichnet, die herausragende technische Innovationen erfolgreich umgesetzt haben. Eine Anmeldung ist bis zum 11. November unter www.mfw.baden-wuerttemberg.de/ sixcms/detail.php/94008 erforderlich.


Technik + Umwelt  11

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Fasern als Innovationsgaranten für Architektur und Bau AFBW lädt zum Symposium nach Stuttgart Mitte Oktober fand in Stuttgart das erste Forum Architektur und Bau statt, das sich dem Spannungsfeld von faserbasierten Gestaltungslösungen und technischen Fragestellungen im Bauwesen widmete. Textilien bieten nicht nur eine neue Ästhetik, wie Raffungen und Nahtmuster, sondern vor allem Innovationen hinsichtlich der statischen Leistungsfähigkeit, der Lichtdurchlässigkeit, des akustischen Verhaltens, der Atmungsaktivität und der Brandsicherheit. Mitveranstalter Professor Dr. Dr. E.h. Werner Sobek, Leiter des Institut für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren (ILEK) der Universität Stuttgart, merkte in seiner Eingangsrede an, dass textile Werkstoffe faszinierende Perspektiven für den Ultraleichtbau eröffnen: „Vor allem für Strukturen, die mit minimalstem Materialeinsatz arbeiten. Ebenso wichtig für unsere Forschungs- und Entwicklungsarbeiten ist die Multifunktionalität, die durch mehrlagige Fassadensysteme aus Membranen ermöglicht wird“, so der Professor. Wirtschafts- und Finanzminister Dr. Nils Schmid begrüßte vor allen Dingen die stärkere Vernetzung zwischen der Textilbranche und der Architektur sowie die sich daraus ergebenden Impulse für das Bauwesen. Das Augenmerk läge hier auf der Leichtbautechnologie. „Als zuständiger Minister für die Hochbauverwaltung bin ich mir sicher, dass die heute vorgestellten alternativen Baukonzepte auch Ein-

gang in den staatlichen Hochbau finden werden. Denn hier gilt es, Lösungen zu finden, die den Ansprüchen nachhaltiger Entwicklung und der Vorbildrolle des Landes bei Neubau und Sanierung von Gebäuden gerecht werden“, fügte der Minister an und eröffnete gleichzeitig die Aussichten auf einen Markt für die zukünftigen Produkte. Das von der Allianz Faserbasierte Werkstoffe (AFBW) mitveranstaltete Symposium präsentierte in Vorträgen und Begleitausstellung Beispiele für Visionen, gebaute Wirklichkeit und Forschung. Auch die Südwesttextilunternehmen Ettlin und J. H. Ziegler zeigten dem interessierten Publikum ihre textilen Innovationen im Bereich Architektur und Bau.

Dr. Nils Schmid, Ulrike Möller und Professor Dr. Dr. E.h. Werner Sobek (v.l.n.r.) Fotos: AFBW

Christine Schneider

Was ist textiles Bauen? Faserverstärker Beton beinhaltet die Leistungsfähigkeit, Entwurf, Konstruktion, Bemessung und Sanierung von Bauwerken in speziellen Anwendungsgebieten zu revolutionieren. Textiler Membranbau schafft durch Funktionsintegration einen erheblichen Mehrwert und gleichzeitig eine neue Anpassungsfähigkeit von Gebäuden im Innen- sowie Außenraum. Faserverbundbauteile beinhalten das Potenzial, neue Maßstäbe in der Energieeffizienz zu setzen. Sie müssen für einen flächendeckenden Einsatz u.a. noch Hürden der Zulassung und Fragestellungen der Verbindungstechnik überwinden.

Ökosteuerspitzenausgleich Anfang Oktober veranstalteten die Verbände Südwesttextil und Gesamtmasche das Seminar „Energiesteuer und Energiemanagement“ in dem der Referent und Energieexperte Jörg Scheyhing erläuterte, wie man sich als produzierendes Gewerbe den Ökospitzensteuerausgleich sichern kann und ob sich dieser überhaupt bezahlt macht. Damit Unternehmen die Steuer zurückerhalten, müssen sie ein Energiemanagementsystem (EMS) bzw. ein Audit einführen. Dieses wird durch die Größe des Unternehmens, gemessen nach der Mitarbeiterzahl und dem Jahresumsatz, festgelegt. Für die Einführung hat das Unternehmen dann insgesamt drei Jahre Zeit. In den Jahren 2013 und 2014 sind erste Schritte durchzuführen. Im Jahr 2015 muss die Einführung des Systems abgeschlossen werden, wenn man den sogenannten „vertikalen Ansatz“ verfolgt. Die Seminarunterlagen, die Anträge für den Spitzensteuerausgleich beim Zoll sowie Links zu Akkreditierungsstellen für EMS und zertifizierte Umweltgutachter finden sich im Mitgliederbereich von www.suedwesttextil.de unter Seminar und Veranstaltung.

Referent Jörg Scheyhing Partner der ECG Energie Consulting GmbH


12  Zu guter Letzt

Südwesttext

Oktober 2013 I Nr. 73

50 Jahre Haus Steinheim Symbol für Engagement der Arbeitgeber in der betrieblichen Weiterbildung 1963 öffnete das Bildungszentrum Haus Steinheim seinen Betrieb. Vor den Toren Stuttgarts bietet die Einrichtung für betriebliche Weiterbildung des Bildungswerks kleinen Arbeitsgruppen und großen Foren mit über 100 Teilnehmern Tagungsmöglichkeiten in landschaftlich reizvoller Umgebung. Im Jahr nehmen rund 10 000 Menschen an den Veranstaltungen und Seminaren im Haus Steinheim teil. Zur Festveranstaltung anlässlich des 50-jährigen Jubiläums Anfang Oktober in Steinheim kamen rund 200 Gäste aus Politik und Verwaltung, aus Verbänden und Unternehmen sowie aus Wissenschaft und Bildung. Neben dem stellvertretenden Ministerpräsident des Landes und Minister für Finanzen und Wirtschaft, Dr. Nils Schmid, sprachen auch der SüdwestmetallVorsitzende Dr. Stefan Wolf, der Präsident der Arbeitgeber BadenWürttemberg, Prof. Dr. Dieter Hundt, der Vorstand der Arbeitslosenversicherung der Bundesagentur für Arbeit, Raimund Becker, sowie der Vorsitzende des Bildungswerkes der Baden-Württembergischen Wirtschaft, Karl Schäuble. Spannende Einblicke in die Zeit der Entstehung gab Dr. Peter Wilfert, der während der Bauzeit

von Haus Steinheim beim Verband Württembergisch-Badischer Metallindustrieller Rechtsassessor war sowie Leiter des Bauprojekts und später stellvertretender Hauptgeschäftsführer von Südwestmetall. Der damalige Präsident des Verbands hatte die Auswahl der Innenausstattung des Bildungshauses zur Chefsache erklärt. Er schleppte seinen „Bauleiter“ in unzählige Läden für Hotel-Ausstattung, in Ateliers und Bettengeschäften. Dort wurden Salzstreuer getestet und probegelegen. Ob dies von Vorteil war, kann nicht abschließend geklärt werden, denn die Wahl fiel auf harte Matratzen.

Christine Schneider

Dr. Nils Schmid, Prof. Dr. Dieter Hundt und Dr. Peter Wilfert fanden passende, motivierende und interessante Worte zum Jubiläum (v.r.n.l.) Fotos: Südwestmetall

Zitat

»Die Investitionstätigkeit in Deutschland zu beschränken und die wirtschaftlichen Kräfte zu schwächen, wird immer zuerst die Schwächsten in unserer Gesellschaft treffen.« Prof. Dr. Dieter Hundt, Präsident der Arbeitgeber Baden-Württemberg, in seiner Rede zum Jubiläum des Bildungszentrums Haus Steinheim.

Seminarprogramm

2014

Das neue Seminarprogramm gibt es zum Download unter www.die-gatex.de

Impressum © Alle Rechte vorbehalten. Keine Vervielfältigung ohne schriftliche Genehmigung des Herausgebers. Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie Südwesttextil e. V. Kernerstraße 59 70182 Stuttgart

Präsident Georg Saint-Denis

Gestaltung www.die-wegmeister.com

Hauptgeschäftsführer Dr. Markus H. Ostrop

Druck Gress-Druck GmbH, Fellbach

Postfach 10 50 22 70044 Stuttgart Telefon +49 711 21050-0 Telefax +49 711 233718 Internet www.suedwesttextil.de

Verantwortlich für Inhalt und Layout Simone Diebold

Auflage 1 300 Exemplare

Der Bezug der Südwesttext ist im Mitgliedsbeitrag enthalten.


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