SÜDWESTTEXT Nr. 49
THEMEN Tierisch kompliziert Verband + Industrie, Seite 5
Vor dem Spiel ist nach dem Spiel Bildung + Soziales, Seite 7
Mitbestimmung bei Einstellungen Recht + Steuern, Seite 8
Winzige Teile mit großer Wirkung Technik + Umwelt, Seite 11
Service Aktuelle Steuer-Nachrichten
Recht + Steuern, Seite 9
Aktuell Die Schutzgemeinschaft Muster und Modelle Musterschutz e. V. hat eine Broschüre mit dem Titel „Textile Designs schützen und verteidigen“ herausgegeben. Der rechtliche Leitfaden mit vielen Abbildungen und praktischen Tipps ist in deutscher und englischer Sprache erhältlich. Exemplare können bei der Schutzgemeinschaft unter info@musterschutz.org angefordert werden.
Zeitung für die Textil- und Bekleidungsindustrie
Oktober 2011
Neues vom Bosporus Kooperationstag zeigt Chancen im Wachstumsmarkt Türkei auf Über 100 Teilnehmer kamen am 25. Oktober zum Kooperationstag „Textilland Türkei“, zu dem Südwesttextil und Gesamtmasche gemeinsam mit dem türkischen Textil- und Bekleidungsverband ITKIB ins Stuttgarter Haus der Wirtschaft eingeladen hatten. Marktinformation, Erfahrungsaustausch und direkte Kontakte zwischen deutschen und türkischen Unternehmen standen im Mittelpunkt der Veranstaltung. Bislang hat sich die Türkei vor allem als Lieferland einen Namen gemacht. Inzwischen punktet sie durch einen attraktiven Inlandsmarkt und ihre Drehscheibenfunktion in der Region. Von der Krise 2009 hat sich das Land rasch er-
v.l.n.r.: Handelsattaché Dr. Ahmet Bayraktar, Generalkonsul Mustafa Türker Arı, Dr. Markus H. Ostrop (Südwesttextil), Ministerialdirigent Hartmut Reichl (Wirtschafts- und Finanzministerium), Mustafa Yilmaz (RariTas)
holt. Seit 2002 hat sich das türkische Bruttoinlandsprodukt verdreifacht. Für 2011 prognostiziert der IWF über 8 Prozent Wachstum. Und der Einzelhandel boomt.
Auf die asiatische Konkurrenz haben die türkischen Hersteller mit höherer Qualität, einem neuen Fokus auf intelligente Textilien und eigenen Marken reagiert. Der
deutsche Export in das Land am Bosporus steckt allerdings noch in den Anfängen.
Fortsetzung Seite 3
Trübe Aussichten Der SWT-Geschäftsklimaindex gibt im dritten Quartal deutlich nach Einer Frühjahrsmüdigkeit und einer relativ stabilen Phase während der Sommermonate folgt nun der Einbruch im Herbst: Der Südwesttextil-Geschäftsklimaindex für das dritte Quartal liegt mit einem Wert von -5,06 deutlich hinter dem Wert von 15,9 Punkten des zweiten Quartals. War die Geschäftslage der Unternehmen in den vergangenen Monaten noch zufriedenstellend, hat sie sich jetzt eingetrübt. Allerdings konnte sich der Index mit 6,17 Punkten noch über der Nullmark halten, d. h. die
Lage ist noch zufriedenstellend. Gefragt nach der Zufriedenheit mit der Kapazitätsauslastung gaben 36 Prozent der Unternehmen an, dass diese gut ist. Das sind 14 Prozent weniger als bei der letzten Befragung. Ähnlich sehen die Antworten auch in den anderen Bereichen aus. Der Geschäftsentwicklung für das kommende nächste halbe Jahr sehen die Unternehmen skeptisch entgegen. Dies war angesichts der internationalen Turbulenzen auch zu erwarten. So ist der Index von 6,77
www.suedwesttextil.de
im zweiten Quartal jetzt auf -14,29 Punkte abgerutscht. Am deutlichsten wird diese Skepsis im Bereich
der Inlandsumsätze. Hier erwarten 37,04 Prozent der Unternehmer, dass sie sinken werden. Das war im Sommer noch anders: Bei der Befragung im Juli gingen nur 7,89 Prozent von einem Rückgang aus.
Dass die Unternehmen mit Blick auf die nächsten Monate zwar eine spürbare Verlangsamung, aber keinen Konjunktureinbruch erwarten, zeigt die erfreuliche Entwicklung bei der Personalstärke – noch sehen die Betriebe keinen Anlass, große Einschnitte bei der Anzahl der Mitarbeiter vorzunehmen. So gehen 74,07 Prozent der Befragten von einer gleichbleibenden Belegschaft aus und mit einer steigenden Mitarbeiterzahl rechnen immerhin noch fast 8 Prozent. Christine Schneider
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Verband + Industrie
Oktober 2011
Demografischer Wandel im Fokus Erste Sozialpartnerveranstaltung nach den Tarifverhandlungen Am 20. und 21. Oktober hielten in Darmstadt die Sozialpartner der Textilbranche ihre erste gemeinsame Veranstaltung nach dem letzten Tarifabschluss ab. statt. Im Mittelpunkt standen dabei die Entstehung, Entwicklung und Auswirkung des demografischen Wandels und die Skizzierung entsprechender Lösungsansätze. Die Referenten machten deutlich, dass der demografische Wandel in Deutschland in den kommenden Jahren als neue Einflussgröße auf den wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen erhebliche Auswirkungen haben wird. Indem sich die geburtenstarken Jahrgänge
dem Rentenalter nähern, nehmen die Zahlen der älteren Beschäftigten zu.
bildungsmarkt und damit perspektivisch am Arbeitsmarkt zukünftig zur Verfü-
Helga Schwitzer, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, postulierte die üblichen tarifpolitischen Forderungen.
Gleichzeitig verringert sich als Folge der gesunkenen Geburtenziffern sowohl die Anzahl junger Nachwuchskräfte als auch die Gruppe der jungen Menschen, die am Aus-
gung stehen werden. Für den Zeitraum 2006 bis 2025 wird der Rückgang in der Altersgruppe 19 bis 24 Jahre rund 1,2 Millionen, in der Altersgruppe 25 bis 44 Jahre rund 3,7
Millionen betragen. Im gleichen Zeitraum wird die Zahl der 45 bis 65-Jährigen um rund 1,4 Millionen zunehmen. Daraus ist ersichtlich, dass nicht nur bereits heute ausgebildete Fachkräfte fehlen, sondern dieser Mangel in den folgenden Jahren erheblich zunehmen wird. Einig war man sich, dass die Auswirkungen des demografischen Wandels bereits heute schnell, zuverlässig und dringend gestaltet werden müssen. In weiteren Veranstaltungen wollen die Sozialpartner – der Gesamtverband t+m und die IG Metall – weitere Lösungsansätze vertiefend herausarbeiten. Christine Schneider
High-Tex from Germany Moskau Im Rahmen der Techtextil Russia findet in Moskau vom 12.-14. März 2012 die vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Sonderschau „High-Tex from Germany“ statt. Die Anmeldefrist wurde bis zum 7. November verlängert. Die Sonderschau ist das Highlight des Auslandsmesseprogramms 2012 und soll die Türen zum russischen Markt für technische Textilien aus Deutschland weiter öffnen. Die „High-Tex“ erfährt intensive Medienbegleitung und hochrangige politische Flankierung. Mehr unter www.high-tex-from-germany.de.
Wissenschaftliche Weiterbildung Neue Servicestelle durch Ministerium und Arbeitgeberverband Die Landesregierung und die Arbeitgeber BadenWürttemberg wollen mehr Unternehmen im Land dafür gewinnen, ihre Fachkräfte an Hochschulen weiterbilden zu lassen. Dazu haben das Wissenschaftsministerium, das Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft und die Landesvereinigung Baden-Württembergischer Arbeitgeberverbände eine neue Servicestelle „Hochschulewirtschaft“ in Ludwigsburg gegründet, die Weiterbildungsprogramme der Hochschulen an in-
teressierte Unternehmen vermittelt. Wissenschaftsministerin Theresia Bauer und der Präsident der Arbeitgeber Baden-Württemberg, Prof. Dr. Dieter Hundt, sagten: „Arbeitgeber und Wissenschaftsministerium sind sich einig: Die Servicestelle fördert das lebenslange Lernen.“ Expertenwissen veralte heute schneller als früher, weshalb das Bild einer einmaligen Studienphase, die mit dem Eintritt in den Beruf beendet sei, der Vergangenheit angehöre. Ein starker Bachelor-Abschluss markiere den Be-
ginn der Berufstätigkeit, aber nicht das Ende des Lernens. Die in Ludwigsburg ansässige Servicestelle wird zur Anlaufstelle für Unternehmen entwickelt, die das Angebot von Weiterbildungsmodulen der Hochschulen nutzen wollen. Zielgruppe sind hauptsächlich Beschäftigte von kleinen und mittelständischen Unternehmen; angesprochen werden Mitarbeiter sowohl mit als auch ohne Hochschulabschluss. Die Servicestelle ermittelt die Weiterbildungsbedarfe der Unternehmen
und kommuniziert diese an die Hochschulen. Betrieben wird sie vom Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst. „Die Servicestelle nimmt eine wichtige Scharnierfunktion zwischen den Unternehmen und den Hochschulen wahr“, sagte der Vorsitzende des Bildungswerks, Karl Schäuble.
Christine Schneider
Südwesttext
In Kürze Die Pädagogische Hochschule Freiburg wird in Zusammenarbeit mit Südwesttextil eine Lehrerbedarfserhebung für den Bereich Textiltechnik und Bekleidung durchführen. Unter der Leitung von Frau Prof. Grundmeier wird die Erhebung in den nächsten Wochen erfolgen. Angestrebt wird eine quantitative und qualitative Erhebung des aktuellen und zukünftigen Bedarfs an Lehrkräften im Berufsfeld Textiltechnik und Bekleidung. Ergänzt wird die Erhebung durch eine Fallstudie. Am 18. Oktober hat das Bundeskabinett den Monitoring-Prozess „Energie der Zukunft“ beschlossen. Die Bundesregierung überprüft damit regelmäßig die Umsetzung des Energiekonzepts von Unternehmen. Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) und Bundesumweltministerium (BMU) werden den MonitoringProzess gemeinsam durchführen. Das BMWi beobachtet dabei Netzausbau, Kraftwerkszubau und Ersatzinvestitionen sowie die Energieeffizienz. Das BMU widmet sich dem Ausbau erneuerbarer Energien. Näheres unter www.bundesregierung.de. Wissenschaftsministerin Bauer, Arbeitgeberpräsident Hundt und das Bildungswerk der BadenWürttembergischen Wirtschaft haben Ende Oktober in Stuttgart eine gemeinsame Erklärung zum Bologna-Prozess der Öffentlichkeit vorgestellt. Alle drei sind sich einig, dass dies die richtige Antwort auf lebenslanges Lernen ist. Die Erklärung ist ein klares Bekenntnis zur zweistufigen Studienstruktur. Die Erklärung findet sich zum Download unter www.suedwesttextil.de.
Südwesttext
Verband + Industrie
Oktober 2011
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Fortsetzung von Seite 1
Neues vom Bosporus Hartmut Reichl, Leiter der Außenwirtschaftsabteilung des Wirtschaftsund Finanzministeriums, konstatiert in seiner Begrüßung: „Ich bin mir sicher, dass sich die guten Wirtschaftsbeziehungen zum Wohle beider Seiten noch weiter ausbauen lassen.“ Generalkonsul Arı hält die 430 000 Türken in Baden-Württemberg, die im bundesweiten Vergleich überdurchschnittlich gut ausgebildet sind, für die Basis der weiteren Verflechtung. Was mit „ausbauen“ vor allem gemeint ist, bringt Unternehmensberater und Textilingenieur Mustafa Yilmaz auf den Punkt: „Die Türkei entwickelt sich vom reinen Lieferland zum globalen Partner, investiert auf dem deutschen Markt, öffnet sich aber auch mit neuen liberalen Gesetzen. Alleine in Istanbul, Ankara und Izmir sind 70 neue Shopping-Center in Planung.“ Klasse statt Masse lautet dabei die Devise. Das macht sich auch im Export bezahlt, wie Mustafa Gültepe, Chef des türkischen Modeherstellers Talu unterstrich. Die Türkei will ihre knapp 22 Mrd. Euro schwere Ausfuhr durch mehr Qualität weiter steigern. Für deutsche Investoren geht es hingegen mehr denn je nicht nur um Exportproduktion, sondern um wachsende Absatzchancen vor Ort. Jens Marquard, der die Vertriebsgesellschaft der Paul Hartmann AG in Istanbul aufgebaut hat, schwärmte von der Entwicklung der pulsierenden Mega-Stadt mit ihren über 13 Millionen Einwohnern. Gleichzeitig verwies der heutige Regional Manager Eastern Europe auf die wirtschaftlichen und kulturellen Unterschiede innerhalb des Landes. „Aller-
dings ergeben sich bereits lukrative Chancen, wenn man das Geschäft ‚nur‘ auf Istanbul und ausgesuchte Metropolen konzentriert“. Florian Baum, Einkaufsleiter der Sontheimer CMC Group, hält die Hafenstadt Mersin im östlichen Mittelmeer für das ideale Tor im Handel mit Nah- und Mittelost, Nordafrika, aber auch mit Russland und ganz Europa. CMC fertigt in der
Freihandelszone von Mersin im Dreischichtbetrieb Vliesstoffe und Wattepads. Für die Triumph International AG als einem der weltweit größten Wäschehersteller ist die Türkei traditionell ein wichtiger Beschaffungsmarkt. Doch längst ist das Land auch verkaufsseitig von Interesse: 2007 eröffnete Triumph ein Vertriebsbüro in Istanbul. Seither wird die
Markenpräsenz ausgebaut. „Wir sehen in der Türkei relevantes Wachstumspotenzial“, fasst Klemens Möslinger, Kreativchef bei Triumph, zusammen. Fatih Altunyuva von der türkischen Investment Support and Promotion Agency ISPAT schloss mit seinen Ausführungen zum Investitionsklima den Kreis rund um Vertrieb, Beschaffung und Produktion vor Ort. Bereits 4 500 deutsche Unternehmen arbeiten in dem Land, das im Ranking der stärksten Wirtschaftsnationen auf Platz 17 vorgerückt ist. Südwesttextil-Hauptgeschäftsführer Dr. Markus H. Ostrop resümiert: „Durch den Nachfrageboom und die geografisch günstige Lage ist die Türkei über ihre Lieferantenrolle längst hinausgewachsen.“
Fairer Wettbewerb sei allerdings wichtig. Die jüngst verhängten Schutzzölle der Türkei auf zahlreiche Textilwaren und der teilweise saloppe Umgang mit geistigem Eigentum seien Reizthemen. „Mit unserer Veranstaltung wollen wir einen Beitrag leisten, solche Hemmnisse abzubauen und konstruktiv zusammenzuarbeiten.“ Silvia Jungbauer
Dr. Markus H. Ostrop mit Ministerialdirigent Hartmut Reichl, Generalkonsul Mustafa Türker Arı und Vertretern der ITKIB-Unternehmerdelegation; Mustafa Gültepe (Vorstand ITKIB), Silvia Jungbauer (Gesamtmasche), Haluk Özelçi (ITKIB Brüssel); Marc W. Lorch (Mey), Wolfram Daubek (Lenzing), Klemens Möslinger (Triumph); gespanntes Auditorium: über 100 Teilnehmer im Mia-Seeger-Saal; deutsch-türkische B2B-Gespräche: Nurhan Mutluer aus Izmir.
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Verband + Industrie
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Südwesttext
Erfolgreich mit technischen Textilien Gruschwitz Gruppe unter den TOP 100 im deutschen Mittelstand Als best bewertetes Textilunternehmen schaffte die Gruschwitz Gruppe aus Leutkirch im Allgäu mit Platz 82 den Sprung unter die TOP 100 von 1 600 untersuchten deutschen Mittelständlern. Mit dem Top 100 Ranking zeichnet die Munich Strategy Group (MSG), eine auf Beratung von führenden Familienbetrieben spezialisierte Strategieberatung, jedes Jahr die mittelständischen Unternehmen aus, die über einen längeren Zeitraum beim Umsatz wie auch Ertrag herausragend gewachsen sind. Der Hersteller von technischen Zwirnen und Garnen hat sich erfolgreich als Zulieferer auf die Bereiche Automotive, Medizin, Industrie und
hochwertige Nähfäden spezialisiert.
holder sind und kontinuierlich in unsere Zukunft
Ditmar Schultschik und Klaus Gudat, beide im Vorstand der Gruschwitz Gruppe, freuen sich über die Auszeichnung.
„Wir wachsen nachhaltig bei stabiler Ertragslage, weil wir Innovationen gemeinsam mit unseren Kunden vorantreiben, ein verlässlicher Geschäftspartner für unsere Stake-
investieren“, begründete Vorstand Ditmar Schultschik die gute Platzierung. Die Strategie, mit Innovationskraft im Bereich der technischen Textilien ein Alleinstellungsmerkmal
PERSONALLEITERKREIS
zu schaffen, von dem die Kunden – große Automobilzulieferer ebenso wie Hersteller von medizinischen Implantaten oder von Industrieprodukten – profitieren, ist „voll und ganz aufgegangen“. Auch im laufenden Geschäftsjahr wird kräftig investiert: Bis Ende 2011 fließen rund 650 000 Euro in den Maschinenpark und in die weitere Modernisierung der Infrastruktur. Nachhaltig erfolgreich zu sein bedeutet laut MSG, auch in Krisenzeiten hohe Wachstumsraten und stabile Erträge zu erwirtschaften. Das ist Gruschwitz mit seinen 150 Mitarbeitern trotz Wirtschaftskrise gelungen: Die an der Börse im geregelten Markt notierte Grup-
pe steigerte ihren Umsatz zwischen 2005 und 2010 um durchschnittlich 9,9 Prozent pro Jahr, und das bei einer durchschnittlichen Ertragsquote von 8,5 Prozent. „Als Textilunternehmen bewegt man sich in einem schwierigen Umfeld“, sagt Vorstand Klaus Gudat. „In den vergangenen 20 Jahren sind große Teile und viel Know-how unserer Branche nach Osteuropa und Asien abgewandert. Das Beispiel unseres Unternehmens zeigt aber, dass man auch in schwierigen Märkten bestehen kann, wenn man sich auf Nischen konzentriert und mit immer neuen Innovationen die Kunden begeistert.“ Simone Diebold
Termin vormerken!
ENTGELT IN DER BETRIEBLICHEN PRAXIS Motivation und Leistung von Mitarbeitern können neben entsprechender Anerkennung in erster Linie über das Entgelt gesteuert werden. Die Ertragssituation des Unternehmens darf dabei aber nicht aus den Augen verloren werden. Die Arbeit mit inhaltlich und zeitlich flexiblen Entgeltsystemen gehört damit zum modernen Handwerkszeug eines jeden Personalleiters.
Südwesttextil lädt die Personalleiter seiner Mitgliedsunternehmen herzlich ein, im Rahmen der kleinen Personalleiterkreise, die Möglichkeiten der Mitarbeitermotivation durch flexible Entgeltsysteme zu diskutieren. Um die Diskussion zu fördern und branchenspezifische Themen abbilden zu können, werden drei Arbeitskreise gebildet.
TEXTILINDUSTRIE SÜDBADEN
Wann: Dienstag, 15. November 2011, 13.00 Uhr bis ca. 16.30 Uhr Gastgeber: Gütermann GmbH, Landstraße 1, 79261 Gutach-Breisgau Anfahrt: http://maps.google.de/maps?daddr=Landstraße 1, 79261 Gutach
TEXTILINDUSTRIE NORDBADEN-WÜRTTEMBERG
Wann: Dienstag, 22. November 2011, 13.00 Uhr bis ca. 16.30 Uhr Gastgeber: Losberger GmbH, Gottlieb-Daimler-Ring 14, 74906 Bad Rappenau-Fürfeld Anfahrt: http://maps.google.de/maps?daddr=Gottlieb-Daimler-Ring 14, 74906 Bad Rappenau
BEKLEIDUNGSINDUSTRIE BADEN-WÜRTTEMBERG
Wann: Donnerstag, 24. November 2011, 13.00 Uhr bis ca. 16.30 Uhr Gastgeber: Susa-Vertriebs-GmbH + Co., Helmut-Hörmann-Straße 6 – 10, 73540 Heubach Anfahrt: http://maps.google.de/maps?daddr=Helmut-Hörmann-Straße 6 – 10, 73540 Heubach
Anmeldung unter www.suedwesttextil.de/plk, dick@suedwesttextil.de oder 0711 / 21050 - 11
Südwesttext
Verband + Industrie
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Tierisch kompliziert Expedition in den Kennzeichnungsdschungel Die korrekte Kennzeichnung von Textilwaren ist kein einfaches Geschäft. Entsprechend groß war der Andrang zum Seminar „Textilkennzeichnung aktuell“, zu dem Südwesttextil und Gesamtmasche am 19. Oktober eingeladen hatten. Selbst für alte Hasen ist der Dschungel von Rohstoffkennzeichnung, Pflegesymbolen, Herstellerangabe und „Made in“ immer schwerer zu durchschauen. Hinzu kommen die Änderungen durch die neue EU-Textilkennzeichnungsverordnung, die am 7. November in Kraft tritt. Die Verordnung ersetzt die EU-Richtlinie und die nationalen Gesetze zur Rohstoffkennzeichnung. Die praktischen Änderungen sind in ihrer Zahl zwar begrenzt und betreffen die Grundsätze der bisherigen Kennzeichnung kaum. Doch wie so oft steckt der Teufel im Detail: Während für bestimmte Waren wie Matratzen die
Kennzeichnungspflicht gelockert oder – wie z. B. bei Miederwaren - klarer
Den Vogel abgeschossen hat jedoch die neue Auflage, den Hinweis
Silvia Jungbauer: „Bürokratie muss nicht logisch sein.“
geregelt wurde, gab es an anderer Stelle Restriktionen. Beispielsweise entfallen die „85%-Mindestgehalt-Regel“ und die Möglichkeit, sich bei den Prozentangaben auf die beiden wichtigsten Faserarten zu beschränken. Auch die Verwendung des Begriffs „Sonstige Fasern“ wird künftig strenger gehandhabt.
„Enthält nicht-textile Teile tierischen Ursprungs“ ins Etikett aufzunehmen –
gegebenenfalls, versteht sich. Was zunächst wie die Forderung eifriger Tierschützer klingt, Pelzund Lederbestandteile besonders auszuweisen, entpuppt sich als bürokratischer Nonsens: Tierischen Ursprungs sind neben Pelz und Leder auch Horn, Federn und anderes mehr. Da keine Bagatellgrenze vorgesehen ist, gilt selbst für den PerlmuttZierknopf am Minislip die entsprechende Regel. Hersteller von Bettwaren mit Entendaunenfüllung müssen ihre Kunden künftig darauf hinweisen, dass Enten Tiere sind. Das alles scheint wenig sinnvoll. Wer ungewollten
Etikettenschwindel vermeiden will, bekommt also noch mehr zu tun als bisher. Ob in der Praxis wirklich Haare gespalten werden müssen, sei dahin gestellt. Klare Regeln wären allemal besser. Es bleibt zu hoffen, dass Vernunft einkehrt und die tierischen Blüten aus Brüssel schnell zurückgestutzt werden. Schließlich sollen die neuen Anforderungen bereits ab dem 8. Mai 2012 gelten. Ein Trost: Über den Ladentisch dürfen nach altem Recht gekennzeichnete Textilwaren noch drei Jahre gehen. Silvia Jungbauer
Anregungen und Kritik zur neuen TexKennzVO nimmt Südwesttextil gerne entgegen. Die Materialien zum Seminar „Textilkennzeichnung aktuell“ können bei Südwesttextil abgerufen werden (jungbauer@suedwesttextil.de). Der Gesamtverband textil+mode hat Ende Oktober einen Leitfaden bereitgestellt, der einen Überblick über Änderungen gibt, die sich aus der neuen Textilkennzeichnungsverordnung ergeben. Er steht unter www.suedwesttextil.de zum Download bereit.
Guter Rat kann teuer werden Die Grenzen der Preisempfehlung: Kartellrecht als Mittelstandsthema Nach dem Lebensmitteleinzelhandel könnte künftig auch der Textileinzelhandel in den Fokus des Bundeskartellamts rücken. Dabei geht es um die Grenzen der Abstimmung zwischen Herstellern und Händlern, besonders hinsichtlich des Verkaufspreises. Doch wann ist die Grenze zur unzulässigen Preisbindung überschritten und der Rat zu einem bestimmten Preis bereits als Bevormundung zu sehen? Wie kann ein Warenwirtschaftssystem ungewollt zur Abspracheplattform mutieren? Und was müssen Hersteller beim eigenen Internetvertrieb – oder dem ihrer
Rechtsanwalt Dr. Fabian Badtke mahnt zur Vorsicht bei der Thematisierung von Verkaufspreisen.
Einzelhandelskunden – beachten? Diesen und weiteren Fragen ging Rechtsanwalt Dr. Fabian Badtke beim Workshop „Kartellrecht in der Textilwirtschaft“ nach, zu dem Südwesttextil und Gesamtmasche am 13. Oktober nach Stuttgart einluden. Der bei der Kanzlei Noerr tätige Spezialist für Kartellrecht gab den Teilnehmern einen Überblick über kartellgeneigte Bereiche, die in der täglichen Praxis ständig vorkommen und oft verharmlost werden. Der rapide Anstieg kartellbehördlicher Ermittlungsverfahren, die Verhängung drastischer Bußgelder und
die gewachsene Aufmerksamkeit in den Medien zeigen: Kartellrecht ist nicht nur etwas für Großunternehmen. Verstöße können auch im Mittelstand weitreichende Folgen haben. Nach inoffiziellen Verlautbarungen des Bundeskartellamtes beschäftigen sich die Kartellwächter derzeit intensiv mit der Textilwirtschaft. Vor allem geht es dabei um die Frage, wann eine verbotene Preisbindung oder eine noch zulässige Preisempfehlung vorliegt.
Silvia Jungbauer
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Bildung + Soziales
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Südwesttext
Bildungstagung 2012 D-A-CH-Arbeitskreis für Bildung plant Veranstaltung Die Textilverbände der Länder Schweiz, Österreich und Deutschland veranstalten im nächsten Jahr am 15. und 16. Juni eine Bildungstagung in der Zeppelin Universität Friedrichshafen. Das Motto: „Textile Bildung neu denken“. Zu neuen Ideen und Ansätzen sollen die Teilnehmer dabei mit Hilfe der „Open Space Methode“ geführt werden. Diese Methode, die zur Gestaltung von Konferenzen eingesetzt wird, beruht auf den Prinzipien der Selbstorganisation und Selbstbestimmung der teilnehmenden Personen und möchte so die Mitwirkungsmöglichkeiten maximieren. Dies war eines der Ergebnisse der Textilverbände und der Ausbildungseinrichtungen der Länder Schweiz, Österreich und Deutschland, vertreten durch den Gesamtverband textil+mode sowie durch Bayern und BadenWürttemberg bei ihrem D-A-CH-Treffen Mitte des Monats in der Gatex. Darüber hinaus verständigten sich die Teil-
nehmer, dass die Veranstaltungsreihe zur Lehrerfortbildung weitergeführt wird. Zur Auftaktveranstaltung Anfang April trafen sich Berufsschullehrer aus Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zum Thema Spinnen in der Gatex in Bad Säckingen. Die zweite Runde wurde nun in Münchberg zum Thema Weberei durchgeführt und erfreute sich wachsenden Interesses. In diesem Jahr wird sich noch die Schweizer Textilfachschule anschließen mit dem Thema Nanound Plasmatechnolgie. Immer wieder interessant: Textile Ausbildung zum Anfassen in der Gatex.
Christine Schneider
Open Space ist eine Methode der Großgruppenmoderation zur Strukturierung von Konferenzen. Die Open Space Technology wurde in den USA von Harrison Owen um 1985 entwickelt. Ziel ist, in kurzer Zeit mit einer großen Zahl von Menschen zu einem umfassenderen Thema eine Aufbruchsstimmung zu erzeugen und zu vertiefen, in der wesentliche Teilthemen innovativ und lösungsorientiert besprochen werden, damit daraus konkrete Projekte entstehen können. Open Space schafft einen Raum, in dem viele Menschen selbstorganisiert und selbstverantwortlich ihre Anliegen gemeinschaftlich bearbeiten können. Es gibt keine vorgegebenen einzelnen Themen. Jeder kann ein Anliegen, das ihm besonders am Herzen liegt, vorantreiben. Das können komplexe und dringliche gemeinsame, aber auch persönliche Fragen und Themen sein. Sie werden erst zu Beginn der Veranstaltung formuliert. So entsteht ein großer „Themen-Marktplatz“, auf dem sich die Teilnehmer zu Themengruppen zusammenschließen. Der Erfolg einer Open-Space-Konferenz steht und fällt mit der Umsetzung der entstandenen Ideen. Oft sind die Teilnehmer danach so stark motiviert, dass von selbst die vielfältigsten Aktivitäten entstehen.
Im Zeichen der Gemeinschaftsschulen Wissenschafts- und Bildungspolitik der neuen Landesregierung Anfang des Monats stand die Diskussion mit den bildungspolitischen Experten der neuen Landesregierung sowohl auf der Agenda der Landesvereinigung der Baden-Württembergischen Industrie (LVI) als auch bei der Landesvereinigung der baden-württembergischen Arbeitgeberverbände. Beim LVI stand Dr. Kai Schmidt-Eisenlohr, Sprecher für Wissenschaft, Forschung und Innovation der Fraktion der Grünen, den Anwesenden Rede und Antwort.
Kinder lernen gerne.
© contrastwerkstatt - Fotolia.com
Schmidt-Eisenlohr machte deutlich, dass für die Landesregierung die frühkindliche Förderung eine wichtige Position im bildungspolitischen Portfolio einnimmt. Als weiterer Punkt nannte er die Förderung der berufsbegleitenden Weiterbildung sowie die Umsetzung der Gemeinschaftsschule. Die Gemeinschaftsschulen standen auch im Mittelpunkt der Diskussion mit Gerhard Kleinböck, Sprecher für berufliche Bildung der SPD Landtagsfraktion, bei der
Landesvereinigung Baden-Württembergischer Arbeitgeberverbände. Die Arbeitgeberverbände äußerten die Sorge, dass durch die Einführung einer Sekundarstufe II in der Gemeinschaftsschule das erfolgreiche Modell des beruflichen Gymnasiums gefährdet würde. Zudem könne man noch kein Konzept zur Berufsorientierung entdecken. Kleinböck sieht hier die Hauptaufgabe in der Zusammenarbeit von Schulen und Betrieben. Christine Schneider
Bildung + Soziales
Südwesttext
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Vor dem Spiel ist nach dem Spiel Go Textile! hilft bei der Nachwuchswerbung Am 1. September haben die neuen Auszubildenden ihre Lehre in der Textilund Bekleidungsindustrie begonnen. Und ganz nach dem Motto „Vor dem Spiel ist nach dem Spiel“ starten die Betriebe schon jetzt wieder die Suche nach geeigneten Bewerberinnen und Bewerber für das kommende Ausbildungsjahr 2012/13. Immer wichtiger wird für die Unternehmen dabei ihre eigene Präsenz und gute Präsentation im Internet sowie in sozialen Netzwerken wie z. B. Facebook. Mit GoTextile!, der internetbasierten bundesweiten Nachwuchskampagne der Branche, bietet Südwesttextil seinen Mitgliedsunternehmen hierbei die größtmögliche Unterstützung. Dies beweist die stetig steigende Zahl der Besucher: Seit dem Start der Kampagne, am 15. September 2009, haben nun schon 74 692 Interessierte den Weg zu Go Textile! gefunden.
Gemessen wurden die Zahlen mit Google Analytics, einer Analyse-
AdWords-Kampagnen ermöglicht. Google Analytics ist das mit Abstand
des Jahres noch einmal Werbung auf Facebook und startet dort erneut
Einstellen hilft: Jedes Mitgliedsunternehmen von Südwesttextil hat die Möglichkeit, sich auf Go Textile! kostenlos ein eigenes Profil anzulegen und profitiert so von der Verlinkung der Kampagne.
software, die neben bekannten Funktionen wie Herkunft der Besucher, GO TEXTILE! • MODE + BEKLEIDUNG Gesamtverband textil+modeund SuchVerweildauer begriffe in Suchmaschinen eine Integration in die Benutzeroberfläche von Google AdWords bietet und so eine bessere Erfolgskontrolle von
meistverwendete und anerkannte Web-Analysewerkzeug. Die höchsten Zugriffszahlen erreichte die Seite bisher im Mai diesen Jahres: 4 673 Besucher informierten sich über die textilen Berufe und ihre Chancen. Nach den
Textiles Wissen ist gefragt Steigende Nutzerzahlen bei Vibinet Das virtuelle Bildungsnetzwerk der Textil- und Bekleidungsindustrie erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Immer mehr Nutzer greifen auf das textile Wiki im Internet zu. Waren es 2010 noch 1552 Nutzer, so konnte die Zahl in diesem Jahr auf 2031 gesteigert werden. Dies ist eine Zuwachsrate von 31 Prozent. Mit dieser Datenplattform hat die Branche ein modernes, computerunterstütztes Lehrmittel geschaffen, das sich aus textilem Grund-, Vertiefungs- und Expertenwissen zusammensetzt.
Sommerferien kletterten die Zahlen im September auf 4 419 Besucher – ein
Mit Hilfe von Themenportalen, Lehrbüchern, Videos und Animationen werden die verschiedenen Produktionsprozesse wie Garnerzeugung, Weberei, Veredlung und Konfektion entlang der Textilen Kette dargestellt und erklärt. Darüber hinaus hilft es, mit Übungsaufgaben das Wissen zu festigen.
Unterrichtsvorbereitung, zur Vorbereitung von Seminaren, Diplomarbeiten oder einfach nur als Nachschlagewerk nutzen. Aber auch den Mitarbeitern der Unternehmen der Textilund Bekleidungsindustrie dient die Bereitstellung der Daten über das Internet beim kontinuierlichen Lernen im Arbeitsprozess. Wie Wikipedia lebt Deutsche Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf Zentrum für Management Research - Prof. Dr. Thomas auch Fischer diese „Textilenzywww.vibinet.de e klopädie“ von derninteret.d i b i v aktiven Nutzung w. bzw. mowwMitarbeit. Die vorwiegenden Ver- tivierten Jeder R wender sind Ausbilder, Textilinteressierte kann Berufsschullehrer, Auszu- unter www.vibinet.de eibildende, Schüler und Stu- nen Zugang beantragen. Das virtuelle Bildungsnetzwerk denten, die das Vibinet zur Christine Schneiderfür
ViBiNeT
Textil- und Bekleidungsberufe
Zeichen für die Nachhaltigkeit der erfolgreichen Plattform. Um die Aufmerksamkeit der Nachwuchskampagne im Netz weiter zu steigern und die Verlinkung im World Wide Web zu erhöhen, schaltet Go Textile! zum Ende
das beliebte LabyrinthGewinnspiel. In der realen Welt präsentiert sich Go Textile! im November auf der Messe für berufliche Ausbildung „Berufe live“ in Köln. Christine Schneider
Seminare Bildungswerk Seminarangebot der Akademie für Personal- und Organisationsentwicklung im Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft in Kooperation mit Südwesttextil Zeitmanagement und Selbstorganisation Termin: 17. bis 18. November 2011 Ort: Haus Bleibach Projekte mittlerer Komplexität zielorientiert durchführen Termin: 24. bis 25. November 2011 Ort: Haus Reutlingen Sucht und Mobbing Termin: 6. bis 7. Dezember 2011 Ort: Haus Bleibach Weitere Informationen unter www.biwe.de
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Recht + Steuern
Südwesttext
Mitbestimmung bei Einstellungen Grundsätzliches zur Unterrichtung und Beteiligung des Betriebsrats Neben zahlreichen Mitwirkungsrechten im Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) steht dem Betriebsrat ein Mitwirkungsrecht bei Einstellungen zu, ebenso bei Eingruppierungen, Umgruppierungen und Versetzungen. In der Praxis bedeutsam sind neben Versetzungen insbesondere die Einstellungen. Nach Auffassung des Bundesarbeitsgerichts (BAG) sind alle Einstellungen hiervon betroffen, d. h. auch bei kurzfristigen Aushilfen muss der Arbeitgeber den Betriebsrat beteiligen. Dasselbe gilt für den Einsatz von Leiharbeitnehmern. Der Begriff Einstellung setzt nämlich nicht voraus, dass ein Arbeitsverhältnis begründet werden muss. Es liegt bereits dann eine mitbestimmungspflichtige Einstellung vor, wenn Personen in den Betrieb
Mitbestimmungsrecht bei Eingliederung in den Betrieb eingegliedert werden, um zusammen mit dort schon beschäftigten Arbeitnehmern den arbeitstechnischen Zweck des Betriebes durch weisungsgebundene Tätigkeit zu verwirklichen. Gemäß § 99 BetrVG ist der Arbeitgeber verpflichtet, dem Betriebsrat die erforderlichen Bewerbungsunterlagen vorzulegen und Auskunft über die Person zu geben. Des Weiteren hat der Arbeitgeber nach der genannten Vorschrift unter Vorlage der erforderlichen Unterlagen Auskunft über die Auswirkung der geplanten Maßnahme zu geben. In diesem Bereich
gibt es sehr oft Meinungsverschiedenheiten darüber, wie weit die Vorlagepflicht des Arbeitgebers geht. Hierzu hat das BAG in einer neueren Entscheidung vom 27. Okto-
zugestimmt. Wenn der Betriebsrat sich nicht erklärt, sondern sich in Schweigen hüllt, gilt nach § 99 Abs. 3 BetrVG die Zustimmung als erteilt, wenn die Frist von einer
und dementsprechend die Einstellung sofort vornehmen. Wenn allerdings der Betriebsrat dem widerspricht, d. h. bestreitet, dass die Maßnahme aus sachlichen Gründen
Rechtsanwalt Emil Schelb: „Der Betriebsrat hat bei Einstellungen ein eingeschränktes Vetorecht.“
ber 2010 (7 ABR 36/09) entschieden, dass sich das genannte Unterrichtungsrecht nach § 99 BetrVG grundsätzlich nicht auf den Inhalt des Arbeitsvertrages oder auf einzelvertragliche Vereinbarungen erstreckt. Die Beteiligung des Betriebsrats bei Einstellungen sei – so das BAG – kein Instrument zur umfassenden Vertragsinhaltskontrolle. Dementsprechend folge aus der gesetzlichen Bestimmung kein Anspruch des Betriebsrats auf Unterrichtung über Arbeitszeitvereinbarungen.
Arbeitsvertrag muss nicht vorlegt werden Grundsätzlich ist eine Einstellung ein positives Ereignis und in der ganz überwiegenden Mehrheit wird einem solchen Antrag seitens des Betriebsrates selbstverständlich
Woche abgelaufen ist. Widerspricht der Betriebsrat innerhalb der genannten Frist ausdrücklich, bleiben dem Arbeitgeber – wenn er bei der vorgesehenen Einstellung bleiben will – zwei Möglichkeiten: Er kann beim Arbeitsgericht nach § 99 Abs. 4 BetrVG beantragen, die Zustimmung des Betriebsrats ersetzen zu lassen. Der Nachteil dieses Verfahrens liegt darin, dass der Arbeitgeber den Betriebsrat verklagen muss, was in den meisten Fällen sehr ungern in Kauf genommen wird. Ein weiterer Nachteil ist, dass bis zur (rechtskräftigen) Entscheidung des Arbeitsgerichtes sehr viel Zeit ins Land gehen kann. Um zumindest die letzte Folge zu vermeiden, kann der Arbeitgeber nach § 100 BetrVG dem Betriebsrat erklären, dass die Einstellung aus sachlichen Gründen dringend erforderlich ist
erforderlich sei, muss er dies dem Arbeitnehmer unverzüglich mitteilen. Ab der Mitteilung muss dann der Arbeitgeber innerhalb von drei Tagen beim Arbeitsgericht die Ersetzung der Zustimmung beantragen. Der Betriebsrat hat allerdings in Fällen der Einstellung, ebenso bei Versetzung, Eingruppierung und Umgruppierung, nur ein eingeschränktes „Vetorecht“. Er kann nur widersprechen, wenn bestimmte Widerspruchsgründe, die das Gesetz in mehreren Ziffern in § 99 Abs. 2 BetrVG nennt, vorliegen. In der Praxis kommt am häufigsten vor, dass der Betriebsrat behauptet, es bestünde die begründete Besorgnis, dass in Folge der personellen Maßnahme im Betrieb beschäftigte Arbeitnehmer gekündigt werden oder sonstige Nachteile erleiden. Die Gerichte ver-
langen hier keine zwingende Schlüssigkeit, sondern die nachvollziehbare Möglichkeit, dass andere Arbeitnehmer benachteiligt werden. Dies wäre ein schlüssiger Verweigerungsgrund für eine Einstellung. Die Frage, ob der eine oder andere Kandidat geeigneter ist, entscheidet ausschließlich der Arbeitgeber. Nicht selten kommt es vor, dass der Betriebsrat grundsätzlich befristeten Einstellungen widerspricht und dem Arbeitgeber bedeutet – und dies dann später auch in die Tat umsetzt – dass er, der Betriebsrat, jeder Einstellung widerspricht, wenn der Arbeitgeber bei seiner „Praxis“ bleibt, Einstellungen in der Regel befristet vorzunehmen. In diesem Zusammenhang tun sich die Arbeitsgerichte etwas schwer, dann keinen Nachteil im Sinne des BetrVG zu sehen, wenn eine Befristung auslaufen soll und eine andere Person – möglicherweise auf demselben Arbeitsplatz – befristet eingestellt werden soll.
Kein Nachteil bei befristeter Neueinstellung Soweit ersichtlich gibt es hierzu keine höchstrichterliche Rechtsprechung. Da in § 99 Abs. 2 Ziff. 3 BetrVG ausdrücklich nur die unbefristete Neueinstellung als Nachteil für den nichtberücksichtigten befristeten Beschäftigten erwähnt wird, liegt jedoch der Schluss nahe, dass der Gesetzgeber bei befristeter Neueinstellung keinen solchen Nachteil sehen will. Emil Schelb
Recht + Steuern
Südwesttext
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Betriebliches Eingliederungsmanagement BAG konkretisiert Voraussetzungen einer krankheitsbedingten Kündigung Ist ein Arbeitnehmer innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen arbeitsunfähig krank, so ist der Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet, ein sogenanntes Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) durchzuführen. Hierbei handelt es sich um eine Verpflichtung des Arbeitgebers im Rahmen seiner Fürsorgepflicht, wonach er mit dem Arbeitnehmer nach Lösungen suchen soll, wie eine bestehende Arbeitsunfähigkeit überwunden und Fehlzeiten in Zukunft möglichst vermieden werden können. Diese Verpflichtung besteht für alle Arbeitnehmer und ist bereits dann gegeben, wenn sich die Fehlzeiten des Arbeitnehmers innerhalb eines Jahres auf mehr als sechs Wochen aufsummieren. Nicht erforderlich ist, dass es eine einzelne Krankheitsperiode von durchgängig mehr als sechs Wochen gibt.
In einem Urteil vom 24. März 2011 (2 AZR 170/10) hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) nun seine bisherige Rechtsprechung weiter konkretisiert. Es verbleibt beim Grundsatz, dass das BEM kein milderes Mittel zur Kündigung darstellt. Dessen Durchführung stellt somit keine grundsätzliche Wirksamkeitsvoraussetzung für eine
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krankheitsbedingte Kündigung dar. Allerdings hat der Arbeitgeber, soweit er ein BEM trotz gesetzlicher Verpflichtung nicht durchgeführt hat, eine erweiterte Darlegungslast. Er darf sich nicht darauf beschränken, pauschal vorzutragen, er kenne keine alternativen Einsatzmöglichkeiten und es gebe keine leidensgerechten Arbeitsplätze für den er-
Unterschriftenkennzeichnung Vorsicht bei der Verwendung des Kürzels i.A. In vielen Unternehmen wird der Zusatz i.A. und i.V. bei der Unterschrift zur Kennzeichnung unterschiedlicher Hierarchieebenen verwendet. Derartige interne Unterschriftenregelungen können jedoch im Einzelfall gefährlich werden. Ist bei einer abzugebenden Erklärung nämlich die Schriftform gesetzlich vorgeschrieben, wie z.B. bei einer Kündigung, einem Aufhebungsvertrag oder der Befristung eines Arbeitsvertrages, dann besteht das Risiko, dass die Unterschrift „im Auftrag“ der gesetzlichen Schriftform nicht genügt.
Das Kürzel verweist nämlich nach seinem Wortlaut zunächst auf ein Auftragsverhältnis. Bei einem solchen Rechtsverhältnis handelt der Auftragnehmer jedoch nicht im eigenen sondern im fremden Namen. Eine Unterschrift im fremden Namen genügt jedoch nicht dem Schriftformerfordernis (LAG Rheinland-Pfalz vom 19.12.2007 – 7 Sa 53-0/07). Die Schriftform setzt nämlich eine eigenhändige Unterschrift des Ausstellers voraus. Zwar kann dem entgegengehalten werden, dass im allgemeinen Sprachgebrauch nicht immer
korrekt zwischen der Bezeichnung „im Auftrag“ und „in Vertretung“ unterschieden wird und aus den Begleitumständen abgeleitet werden kann, dass eine eigene Erklärung ersichtlich im Namen eines anderen als Vertreter abgegeben werden sollte und das verwendete Kürzel nur zur Kennzeichnung der Hierarchieebene dient (BAG vom 04.05.2011). Allerdings ist insbesondere bei den benannten Erklärungen zu empfehlen, das Kürzel i.A. nicht zu verwenden, um das Schriftformerfordernis zu gewährleisten. Nathan Binkowski
krankten Arbeitnehmer, die dieser trotz seiner Erkrankung ausfüllen könne. Der Arbeitgeber muss vielmehr von sich aus zu denkbaren oder vom Arbeitnehmer genannten Alternativen vortragen und im Einzelnen darlegen, aus welchen Gründen eine Anpassung des bisherigen Arbeitsplatzes oder eine Beschäftigung auf einem sogenannten leidensgerechten Arbeitsplatz ausscheidet. Diese umfangreiche Darlegungslast dürfte eine krankheitsbedingte Kündigung im Normalfall sehr erschweren. Ausnahmsweise kann die Durchführung eines BEM unterbleiben, wenn der Arbeitnehmer dessen Durchführung nicht zugestimmt hat. Hierfür ist es jedoch laut BAG Voraussetzung, dass der Arbeitgeber zuvor auf die Ziele des BEM sowie auf Art und Umfang der hierfür erhobenen und verwendeten Daten ausreichend hingewiesen hat. Auf diese
Weise soll es dem Arbeitnehmer möglich gemacht werden, die Entscheidung zu treffen, ob er einem derartigen Gespräch zustimmt oder nicht.
Empfehlung: Arbeitnehmer zu BEMGespräch auffordern. Grundsätzlich ist deshalb zu empfehlen, bei Krankheitszeiten von mehr als sechs Wochen im Jahr den Arbeitnehmer unter ausführlicher Belehrung zur Durchführung eines Gesprächs zum BEM aufzufordern. Südwesttextil hat hierzu ein Musterschreiben entwickelt, das den oben dargelegten Anforderungen an die umfassende Informationspflicht genügt. Verbandsmitglieder können das Musterschreiben im Downloadbereich von www.suedwesttextil.de herunterladen. Boris Behringer
Aktuelle Steuer-Nachrichten Nach einem Urteil des EuGH vom September ist die Rückforderung rechtsgrundlos entrichteter Beträge so auszulegen, dass diese nur dann zu einer ungerechtfertigten Bereicherung führen kann, wenn die von einem Abgabenpflichtigen ohne Rechtsgrund gezahlten Beträge unmittelbar auf den Abnehmer abgewälzt wurden. Das Unionsrecht verwehre es daher einem Mitgliedstaat, die Erstattung einer rechtswidrigen Abgabe mit der Begründung abzulehnen, dass die vom Abgabenpflichtigen rechtsgrundlos entrichteten Beträge mit einer Einsparung aus der gleichzeitigen Aufhebung anderer Abgaben verrechnet worden seien. Dänemark hatte 1992 eine Arbeitgeberabgabe eingeführt und gleichzeitig eine andere abgeschafft. Die neue Abgabe war jedoch gemeinschaftsrechtswidrig. Eine Erstattung lehnten die dänischen Behörden aber ab, weil die Ersparnis durch die Abschaffung der ersten Abgabe höher war als die Belastung durch die rechtswidrige Abgabe. Diese und weiter Nachrichten zur Einkommen- und Umsatzsteuer können in der Oktoberausgabe nachgelesen werden, die im geschlossenen Mitgliederbereich von www.suedwesttextil.de als pdf-Datei heruntergeladen werden kann.
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Technik + Umwelt
Oktober 2011
Südwesttext
Achtung: Terminverschiebung
Faserverbundtechnologie Chancen und Märkte für KMU
Termine
Ursprünglicher
Termin: 27. Oktober -technologien bereits ein kann, muss noch mehr wesentlicher Treiber für für energieeffiziente FerInnovationen in zahl- tigungsverfahren und eine reichen Branchen, neben bessere Recyclingfähigkeit
Der Wachstumsmarkt Der Leichtbau-Standort Faserverbundtechnologie Baden-Württemberg ist kann gerade für kleine nach seiner Überzeugung und mittlere Unterneh- gekennzeichnet durch eine men gute Chancen bieten. Welche Anforderungen dabei z. B. an Forschung und Qualifizierung gestellt werden, war zentrales Thema der gemeinsamen Tagung der Allianz Faserbasierte Werkstoffe Baden-Württemberg (AFBW), dem Verein Carbon Composites, dem Ministerium für Finanzen und Wirtschaft BadenWürttemberg sowie der e-mobil BW Mitte Oktober in Stuttgart. „Aufgrund ihrer he rausragenden Eigenschaften sind faserbasier- Zufrieden mit der Veranstaltung: Referenten der Faserverbundtechnologie-Tagung. Foto: AFBW te Werkstoffinnovationen sehr vielversprechend, vor sehr gute Infrastruktur in Bereits Fahrzeugund Maschider eingesetzten Leichtim zweiten Jahr veranstalten der allem die Herstellung und Forschung und Lehre und Cluster nenbauBiopolymere/Biowerkstoffe auch in der Texti- bau-Materialen getan und die werVerarbeitung von Hoch- durch eine Vielzahl indus- lindustrie. Baden-Württ- den“, forderte Loogen, GeAllianz Badenemberg Faserbasierte profitiere dabeiWerkstoffe schäftsführer der e-mobil leistungsfasern auf Basis trieller Anwender. Württemberg die Nach Ansicht von Prof. besonders von einem guBW. Hier können sich die von Carbon, nachwachAchtung: Terminverschiebung senden Rohstoffen sowie Heinrich Planck, stellver- ten Miteinander von In- forschungsstarken Unter„bio-materials design challenge“. Keramik“, sagte Daniel tretender Vorsitzender dustrie und Wissenschaft nehmen Baden-WürttemUrsprünglicher Rousta, Ministerialdirekder AFBW und Leiter des Mit Damitder Leichtbau einen bergsals profilieren. Textilbranche neuem tor im MinisteriumTermin: für ITV Denkendorf, sind die echten Beitrag für mehr 27. Oktober Schwerpunkt, findet die Eröffnung der Finanzen und Wirtschaft. Leichtbauwerkstoffe und Nachhaltigkeit leisten Christine Schneider Challenge am 13. Dezember 2011 mit einer Kick-off-Veranstaltung im Stuttgart Institute of Management and Technology
Save
the date
(SIMT) statt. Zur kostenfreien Teilnahme Achtung: Terminverschiebung eingeladen sind alle Interessierten aus dem
Ursprünglicher Termin: 27. Oktober
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Bereich der Biowerkstoffe, dem Textilsektor, Designer und Studenten.
Kick-off-Veranstaltung
Neu: 13. Dezember 2011
im SIMT (Stuttgart-Plieningen)
Bereits im zweiten Jahr veranstalten der
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Cluster Biopolymere/Biowerkstoffe und die Allianz Faserbasierte Werkstoffe BadenWürttemberg die
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„bio-materials design challenge“.
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Mit der Textilbranche als neuem Schwerpunkt, findet die Eröffnung der
Challenge am 13. Dezember 2011 mit einer Kick-off-Veranstaltung imBereits Stuttgart im zweiten Jahr veranstalten der Institute of Management and Technology Cluster Biopolymere/Biowerkstoffe und die Faserbasierte Werkstoffe Baden(SIMT) statt. Zur kostenfreien Allianz Teilnahme Württemberg eingeladen sind alle Interessierten aus dem die
Bereich der Biowerkstoffe, dem Textilsektor, „bio-materials design challenge“. Designer und Studenten. Mit der Textilbranche als neuem Schwerpunkt, findet die Eröffnung der
Kick-off-Veranstaltung Challenge
am 13. Dezember 2011 mit einer Kick-off-Veranstaltung im Stuttgart Institute of Management and Technology
Neu: 13. Dezember 2011
(SIMT) statt. Zur kostenfreien Teilnahme eingeladen sind alle Interessierten aus dem
im SIMT (Stuttgart-Plieningen)
www. bio-pro.de/tbdc
Rudolf-Eberle-Preis Am 24. November wird der Dr.-Rudolf-Eberle-Preis, Innovationspreis des Landes Baden-Württemberg, durch den Wirtschaftsminister Dr. Nils Schmid verliehen. Im Anschluss an den offiziellen Festakt besteht die Gelegenheit die begleitende Ausstellung mit den ausgezeichneten Ideen zu besuchen und sich bei einem Stehempfang auszutauschen. Weitere Infos unter www. patente-stuttgart.de. 5. Aachen Dresden International Textile Conference Am 24. und 25. November 2011 findet in Aachen die 5. Aachen Dresden International Textile Conference statt. Partnerländer sind in diesem Jahr Australien und Neuseeland. Die Konferenz richtet sich an Fachleute aus den Bereichen Textilchemie, Textilveredlung und Textilmaschinenbau sowie Fertigungstechnologie. Auf dem Programm stehen Plenarvorträge und eintägige Symposien zu den Themen Health Care, Membranen & Filter, Neue Konzepte in der Textilchemie, Effizienz in der textilen Fertigungstechnologie. Programm und Anmeldung unter www. aachen-dresden-itc.de. Demografie-Kongress 2011 Das Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft e. V. wird 40 Jahre alt und feiert in diesem Jahr ein rundes Jubiläum. Zu diesem Anlass lädt das Bildungswerk unter dem Motto „BadenWürttemberg attraktiv für die besten Köpfe machen“ zum Demografie-Kongress 2011 und zur Jubiläumsveranstaltung am 17. November in die Liederhalle Stuttgart ein. Programm und Einladung unter www.suedwesttextil.de.
Südwesttext
Technik + Umwelt
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Winzige Teile mit großer Wirkung Untersuchungen von Nanoprodukten zur Sicherheit für Mensch und Umwelt Mit Nano-Teilchen (gr. nanos = Zwerg) entstehen heutzutage faszinierende Produkte mit ganz neuen Funktionalitäten. Dazu gehören z. B. Textilien, von denen Schmutz einfach abperlt oder die antibakteriell wirken. Doch wie bei jeder neuen Technologie muss auch diese sicher in der Anwendung sein. Hersteller und Anwender solcher High-Tech-Produkte sind daher gleichermaßen daran interessiert, dass die Nano-Partikel für Mensch und Umwelt unschädlich sind – und das über den gesamten Lebenszyklus. Im internationalen Textilforschungszentrum Hohenstein Institute in Bönnigheim arbeiten Biologen, Mediziner und Chemiker in mehreren Forschungsprojekten im
Arbeitsgebiet Nano-Toxikologie zusammen, um wichtige wissenschaftliche
bieten wie der UmweltToxikologie bekannte, sogenannte OECD-Prüf-
Nano-funktionalisierte Textilien weisen Wasser und Schmutz ab. Foto: ©Hohenstein Institute
Grundlagen zur Produktsicherheit und Nachhaltigkeit von Nano-Produkten zu erforschen. Hierbei kommen zum einen standardisierte, aus anderen toxikologischen Fachge-
methoden zum Einsatz. Das Team von Dr. Timo Hammer, wissenschaftlichem Leiter des Fachbereichs Arbeit, Umwelt und Medizin, ergänzt diese durch aussagekräf-
tige Organmodelle.Um zu untersuchen, ob NanoPartikel aus der Atemluft aufgenommen werden können, belasten die Hohenstein Wissenschaftler zum Beispiel menschliche Zellen des Atemtraktes mit speziell markierten Nano-Partikeln. Anschließend beobachten sie unter dem Mikroskop, ob die winzigen Teilchen von den Flimmerhärchen der Zellen abtransportiert und damit die Aufnahme in den Körper verhindert werden. Die Wissenschaftler interessiert aber auch, wie die Zellen generell auf die Nano-Partikel reagieren – sprich, ob z. B. die Zellteilung und damit ihre Regenerationsfähigkeit beeinflusst wird. Auch mögliche Umweltauswirkungen der
Nano-Teilchen werden in Hohenstein untersucht, z.B. ob freie Partikel, ausgerüstete Textilien oder Abwasser einer Fabrik das natürliche Ökosystem schädigen. Die aktuellen Ergebnisse der Nanotoxikologie werden am 14. Dezember beim Hohenstein Nanoforum, das gemeinsam mit dem Institut für Textil- und Verfahrenstechnik Denkendorf sowie dem Forschungskuratorium Textil veranstaltet wird, mit Nano-Experten aus Wissenschaft und Industrie vorgestellt und diskutiert. Mehr Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es unter www.hohenstein.de/nanoforum. Simone Diebold
Vliesstoffeentwicklung – feiner, besser, weicher ITV Denkendorf weiht neue Wasserstrahlanlage im Feinstfaservliestechnikum ein Für den weiteren Ausbau der Forschung und Entwicklung im Bereich Feinstfaservliesstoffe investierte das ITV Denkendorf in eine Wasserstrahlanlage. Für die Verfestigung von Vliesstoffen steht den Wissenschaftlern nun eine Fleissner MiniJet-Anlage zur Verfügung. Im Rahmen einer Einweihungsfeier mit 50 Gästen aus der Textilindustrie ging die Anlage am 19. Oktober offiziell an den Start. Die Erweiterung wurde durch die finanzielle Unterstützung des Landes Baden-Württemberg und der Firma Trützschler Nonwovens, Egelsbach, ermöglicht. Insgesamt wurde über eine halbe Million Euro in den Ausbau des Feinstfaservliestechnikums und die Anschaffung der Wasser-
Mit der MiniJet-Anlage können Feinstfasern verfestigt und zu Vliesstoffen verarbeitet werden. Foto: ITV
strahlanlage investiert. Mit der MiniJet-Anlage können Feinstfasern mit einem Durchmesser kleiner einem Mikrometer verfestigt und zu Vliesstoffen verarbeitet werden. So ergänzt die neue Technik in idealer Weise die bereits im Technikum vorhandene Meltblowanlage sowie die Zentrifugen-
Spinnanlage zur Herstellung von Feinstfasern. Die spezielle MiniJetAnlage arbeitet mit Wasserdrücken von bis zu 100 bar und erzeugt in einem Düsenbalken über die gesamte Arbeitsbreite einen Wasservorhang, der mit hoher Geschwindigkeit auf das Vlies trifft und es beim Durchgang verfestigt.
Die damit hergestellten Vliesstoffe bieten für viele verschiedene NonwovensAnwendungen im Bereich Filtration, Schutzkleidung, Medizintechnik oder Reinigung großes Innovationspotenzial. Durch die hohe Feinheit der im Vlies verarbeiteten Fasern können besondere Anforderungen an Feinheit, Volumen, Griff und Barrierewirkung der Vliesstoffe umgesetzt werden. Für die Entwicklung von blut- und mikrobendichten Medizintextilien oder chemikaliendichter, aber atmungsaktiver Schutzkleidung liefert dies vielversprechende Optionen zur Produktverbesserung. Die Einweihung der neuen Anlage wurde von einem kleinen Vortragsprogramm begleitet. Dr. Martin Dauner, Leiter Forschungsbereich Fa-
ser- und Vliesstofftechnologien am ITV, Christoph Rieger, ITV, und Dr. Ullrich Münstermann, Trützschler Nonwovens GmbH, berichteten über die Themen Feinstfasererzeugung und Wasserstrahltechnik. Gleichzeitig nutzte das ITV die Gelegenheit, sein breites Leistungsspektrum im Bereich Faserund Vliesstoffherstellung. – insbesondere im Bereich Feinstfaservlies-Entwicklung – vorzustellen. Die Teilnehmer zeigten großes Interesse an dieser Technologie und führten über das Entwicklungspotenzial von Vliesstoffen einen angeregten Gedankenaustausch untereinander und mit den Wissenschaftlern des ITV.
Anke Fellmann
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Zu guter Letzt
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Südwesttext
Der größte Papa der Welt Die deutsche Bundeskanzlerin hilft dem französischen Staatschef aus der Krise
Der französische Präsident war so begeistert von dem Teddy, dass er sofort seine Frau Carla Bruni-Sarkozy anrief und das Telefon an Angela Merkel weitergab, damit sie seiner Gattin zur Geburt der Tochter gratulieren konnte. Foto: Bundesregierung / Jesco Denzel
Welcher Vater kennt die Frage bei der Verabschiedung von seinen Kindern nicht, wenn er auf Geschäftsreise geht: „Papa, bringst Du mir was mit?“ Nun, diese Frage konnte „le bébé“ Giulia ihrem
Impressum © Alle Rechte vorbehalten. Keine Vervielfältigung ohne schriftliche Genehmigung des Herausgebers. Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie – Südwesttextil e.V. Kernerstraße 59 70182 Stuttgart Postfach 10 50 22 70044 Stuttgart Telefon: +49 711 21050-0 Telefax: +49 711 233718 Internet: www.suedwesttextil.de
Vater, dem französischen Staatschef Nicolas Sarkozy, noch nicht stellen. Denn als er am Mittwoch, den 26. Oktober mittags aufbrach, um in Frankfurt mit Angela Merkel den Euro zu retten, war
sie noch gar nicht auf der Welt. Er verpasste während den lang anhaltenden Diskussionen über die Schuldenkrise ihre Geburt am Abend – und hatte darüber hinaus noch kein Geschenk.
Decorate your Life – 60 Jahre textile Wohnkultur Frauen haben die Macht. Zumindest wenn es um Gardinen, Kissen und Dekostoffe geht. Doch die weibliche Vormachtstellung bröckelt. „Noch treffen Frauen zu 80 Prozent die Kaufentscheidungen“, sagt Donata Apelt-Ihling. „Aber die Männer interessieren sich immer stärker für textile Wohnkulturen.“ Ein Trend der kommt. Dies vertreten die Experten der Alfred Apelt GmbH aus Oberkirch, denn seit 60 Jahren zieht das Familienunternehmen Wohnzimmer an. 1951 wurde das Unternehmen in Oberkirch wieder neu gegründet. Basis hierfür: Ein Eisenbahnwaggon voll Garn. Seit 1982 bestimmt nun Ottmar Ihling gemeinsam mit Donata Apelt-Ihling die Geschicke der Firma. Mit dem Einstieg von Tochter Karoline Ihling 2009 in den Betrieb als Leiterin des Design-Ateliers steht nun die vierte Generation in den Startlöchern, um Wohnkultur erlebbar zu machen.
Präsident Dr. Axel Nickel Hauptgeschäftsführer Dr. Markus H. Ostrop Verantwortlich für Inhalt und Layout: Simone Diebold Gestaltung: www.die-wegmeister.com Druck: Gress-Druck GmbH, Fellbach Auflage: 900
Doch die deutsche Bundeskanzlerin wusste Rat und schickte den frisch gebackenen Vater nicht mit leeren Händen zurück nach Paris: Sie überreichte dem französischen Präsidenten
Zum Sechzigsten präsentiert Apelt ein „dekoratives“ Jubiläumsbuch.
Quelle: Facebook / Grossmanns
für seine Tochter einen flauschigen hellbraunen Teddy der schwäbischen Qualitätsmarke Steiff. Mit diesem Geschenk ist er jetzt der größte Papa der Welt. Simone Diebold
Zitat „Man muss ständig gearbeitet haben. Und vor allen Dingen braucht man Zigaretten.“ Altkanzler Helmut Schmidt auf die Frage von Fernsehmoderator Günther Jauch, was man machen müsse, um mit fast 93 Jahren noch so viel geistige Schärfe zu besitzen.