SÜDWESTTEXT Zeitung für die Textil- und Bekleidungsindustrie Herausgegeben von Südwesttextil
www.suedwesttextil.de
März 2014 | Nr. 78
Themen Verband + Industrie Im grünen Versuchslabor Seite 4 Bildung + Soziales
Jahresversammlung
Südwesttextil und Paul Hartmann laden ein
Recht + Steuern Seite 8
Neuer Tarifvertrag Einstieg Textil Pilotprojekt startet im Herbst
Am 5. März haben die Sozialpartner Südwesttextil und IG Metall den freiwillig anzuwendenden Ta-
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Bewerbungsabsagen
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rifvertrag Einstieg Textil (TVET) unterzeichnet. Mit dieser Regelung wollen die Tarifvertragsparteien den aktuellen Entwicklungen begegnen. So soll ein duales Vorbereitungsjahr in Betrieben inklusive gezielter sozialpädagogischer Unterstützung den Jugendlichen angeboten werden, die die Voraussetzungen für eine reguläre Ausbildung noch nicht erfüllen. Im Rahmen eines achtmonatigen Betriebspraktikums erhalten die Jugendlichen somit die Befä-
Innovative Berufe für die Bekleidungsindustrie
higung zum Einstieg in eine Berufsausbildung in der Textil- oder Bekleidungsindustrie. Gleichzeitig wird damit das Potenzial zur Fachkräftegewinnung in diesem Bereich ausgeschöpft. Die Besonderheit dieses Projekts besteht zum einen darin, dass die Jugendlichen während des ganzen Betriebspraktikums eine sozialpädagogische Begleitung über den Südwesttextil-Partner BBQ Berufliche Bildung gGmbH erfahren. Fortsetzung Seite 2
Krimkrise beunruhigt die Branche Will die EU-Politik in der Krim-Krise weiter an der Gezielte politische Sanktionen versprechen mehr ErSanktionsschraube drehen, sollte sie sich keinesfalls folg als die handelspolitische Keule. Für die deutschen auf wirtschaftliche Sanktionen verlegen. Denn die Textil- und Bekleidungshersteller ist Russland heute die bestrafen die Falschen und schaden mehr als sie nut- zweitwichtigste Exportdestination außerhalb der EU. zen. Der Schaden auch für die Über 4 Prozent des deutheimischen Textil- und Mode- »Russland ist für die Branche schen Textilwarenexports exporteure wäre immens, die gehen nach Russland; damit Folgen einer Interventionsspira- ein wichtiger Exportmarkt.« ist die Russland-Ausfuhr für Silvia Jungbauer, Außenwirtschaftsexpertin von Südwesttextil le für beide Seiten katastrophal. die Branche noch wichtiger Bereits ohne Wirtschaftssanktials für den Durchschnitt der onen hat der Konflikt weitreichende ökonomische Fol- deutschen Industrie. Der russische Modemarkt dürfte gen. Börse und Währung haben sofort reagiert. Deut- bereits heute rund 47 Mrd. Euro schwer sein. Der größsche Textilfirmen, die in Russland investiert haben, te Teil wird durch Importe bedient. Deutsche Markenbefürchten gravierende Nachteile. Die Branche zählt ware genießt dabei einen guten Ruf. daher auf die Besonnenheit der EU-Regierungschefs. Silvia Jungbauer
Zahl des Monats Endlich im Olymp der umsatzstärksten Hemdenhersteller angekommen: Der gleichnamige Produzent aus Bietigheim-Bissingen knackte 2013 die 200 Millionen-Euro-Umsatzmarke und katapultiert sich damit auf Platz 1 in der Hemdenliga. Aber auch das soziale Engagement kommt im Unternehmen nicht zu kurz. Mit der 1 Million Euro dotierten Olymp-Bezner-Stiftung unterstützt die Familie finanziell Tagesstätten, Wohnheime und Kliniken für Kinder und Jugendliche weltweit. Die jüngste Spende ging an die kleinen „Musikkäfer“, eine karitative Einrichtung für den Musikunterricht an einer Schule für geistig behinderte Kinder in Bietigheim-Bissingen.
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Aktuell Save the date: Am 4. Juni 2014 findet der nächste SüdwesttextilWorkshop zur Textilkennzeichnung in Metzingen bei der Hugo Boss AG statt. Im Zuge der neuen EUTextilkennzeichnungsverordnung haben sich Fragen rund ums Etikett zum Dauerbrenner entwickelt. Der Workshop gibt einen Überblick über die wichtigsten Regeln und informiert über die Rechtsfolgen bei falscher Kennzeichnung. Auch „Made in“ und die verpflichtende Herstellerangabe werden thematisiert. Daneben gibt es einen Exkurs in die Kennzeichnungswelt außerhalb der EU.
2 Verband + Industrie
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Fortsetzung von Seite 1 In Kürze
Neuer Tarifvertrag Einstieg Textil Sie trainieren soziale und persönliche Kompetenzen wie Zeitmanagement, Präsentationstechniken oder Bewerbungsgespräche und erhalten Zusatzunterricht in Deutsch und Mathematik. Zum anderen bekommen die Jugendlichen im Rahmen eines Blockunterrichts über insgesamt acht Wochen in der Gemeinschaftsausbildungsstätte Textil (Gatex) in Bad Säckingen erste spannende Einblick in die textilen Produktionsprozesse. „Nicht alle können dem Standard für ‚gute Bewerber‘ entsprechen, trotzdem haben alle Jugendlichen eine Chance verdient. Es gibt auch Schüler, die weniger gute Noten haben, aber dafür andere Qualitäten“, sagt Ausbildungsleiter Theo Hericks von der Gatex. Durch dieses Konzept wird die persönliche Fähigkeit der Jugendlichen zur Erlangung der Ausbildungsreife nach allen Seiten hin ausgebaut. Ihre Motivation wird durch Hospitation und im weiteren Verlauf durch Qualifizierung und Mitwirkung im betrieblichen Alltag zunehmend erhöht. Als finanzielle Unterstützung erhalten sie von den freiwillig teilnehmenden Unternehmen eine monatliche
Praktikumsvergütung in Höhe von 150,- Euro zzgl. weiterer 216,- Euro EQ-Förderleistung durch die Bundesagentur für Arbeit.
Das Ziel: Jugendliche für die Textilindustrie zu begeistern.
Wer das Modellprojekt erfolgreich abschließt, hat in seinem Praktikumsbetrieb einen Anspruch auf ein Bewerbungsgespräch und soll bei gleicher Eignung mit anderen Bewerbern bevorzugt berücksichtigt werden. Es besteht laut Martin Sambeth von der Bezirksleitung der IG Metall jedoch
kein Anspruch auf Übernahme. „Im Rahmen der Förderung des berufspraktischen Jahres entstehen den beteiligten Betrieben weder finanzielle noch personelle Kosten“, erklärt Dr. Markus H. Ostrop, Hauptgeschäftsführer von Südwesttextil. Der Verband flankiert die Maßnahme zusätzlich durch die Übernahme der Kosten, die für die Beschulung der Jugendlichen in der Gatex entstehen. Im Herbst startet nun das erste Pilotprojekt an dem sich zahlreiche Textilunternehmen aus BadenWürttemberg beteiligen werden. „Mit Tarifvertrag Einstieg Textil übernehmen wir soziale Verantwortung in der Region. Gleichzeitig ist dieses Projekt eine große Chance, potenzielle Fachkräfte im Land zu fördern“, sagte Thomas Ullrich, Personalleiter bei Lindenfarb in Aalen, die sich gleich mit sechs Jugendlichen am Förderjahr beteiligen werden. Interessierte können sich mit ihren Fragen an den Verband wenden (Kai-Uwe Götz, Telefon +49 711 21050-15 oder Christine Schneider, Telefon +49 711 2105025). Kai-Uwe Götz
Verbände bauen Service für Mitglieder aus Neuer Referent für Technik/Umwelt/Innovation
Stefan Thumm
Nachdem eine Bedarfsermittlung für die Inanspruchnahme einer zusätzlichen qualifizierten Beratung in Umweltfragen unter den Mitgliedern im vergangenen November auf große Zustimmung gestoßen ist, kann Südwesttextil jetzt Vollzug melden: Seit Anfang März
steht Stefan Thumm als Referent für Technik, Umwelt und Innovation zur Verfügung und ist ab sofort bereit, zu den Mitgliedsunternehmen zu kommen und ihre Anliegen aufzunehmen. Stefan Thumm ist Dipl. Ingenieur (FH) für Textilchemie und Textilveredelung sowie Technischer Betriebswirt (IHK) und verfügt über langjährige einschlägige berufliche Erfahrung. Er berät und unterstützt die Verbandsmitglieder insbesondere zu folgenden Themen: · immissionsrechtliche und wasserrechtliche Anzeige- und Genehmigungsverfahren · Fragestellungen im Zusammenhang mit der EU- Chemikalienverordnung REACH · Fragen zur Ressourcen- und Energieeffizienz
· Fragen zum Verbraucherschutz, insbesondere für importierende Mitgliedsunternehmen · Fragen der Arbeitssicherheit · Innovationsthemen Die Beschäftigung von Stefan Thumm erfolgt in Ergänzung zu bestehenden Hilfestellungen etwa durch den externen Südwesttextilberater Klaus Weireter oder für Mitgliedsunternehmen, die zugleich im Verband IVGT organisiert sind, durch Michael Pöhlig. Ermöglicht wird der neue Service durch eine Kooperation mit dem Verband der Bayerischen Textil- und Bekleidungsindustrie. Kontakt: Stefan Thumm, Telefon: +49 151 28109045, E-Mail: info@suedwesttextil.de Simone Diebold
Die Ausschreibung für den zweiten landesweiten Wettbewerb „familyNET-Award – Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Unternehmen“ ist erfolgt. familyNET wird vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und Landeskofinanzierungsmitteln sowie von den Arbeitgebern Baden-Württemberg gefördert. Gesucht werden kleine und mittlere Unternehmen (bis 500 MA), die vorbildliche, innovative und nachhaltige Konzepte, Angebote und Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf umsetzen. Am Wettbewerb können Unternehmen teilnehmen, die ihren Sitz in Baden-Württemberg haben. Bewerbungsschluss ist der 25. April. Weitere Informationen finden sich unter www.familynet-bw.de. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 wurden Regelungen zur Bekämpfung des Terrorismus geschaffen. Diese wirken sich auch auf das deutsche Arbeitsrecht aus. Der bereits 2007 von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) erstellte Leitfaden „Antiterrorgesetzgebung“, welcher sich mit den Vorgaben der Antiterrorverordnung sowie des Sicherheitsprüfungsgesetz befasst, ist nun aktualisiert. Er steht im Mitgliederbereich von www. suedwesttextil.de zum Download bereit. Das Bildungswerk der BadenWürttembergischen Wirtschaft veröffentlicht eine Neuauflage der Broschüre „Leitfaden für Unternehmen: Wissenschaftliche Weiterbildung als Baustein der Personalentwicklung nutzen“. Der neue Leitfaden zeigt die Vorteile wissenschaftlicher Weiterbildung und gibt einen Überblick zu verschiedenen Formaten und Studienfächer. Ausgerichtet auf kleine und mittelständische Unternehmen wird erläutert, welche Punkte bei der Wahl eines Angebots zu beachten sind und wie die eigenen Mitarbeiter unterstützt werden können. Die Veröffentlichung kann unter www.suedwesttextil. de heruntergeladen werden.
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Verband + Industrie 3
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Online-Anmeldung unter www.suedwesttextil.de/jv2014
Jahresversammlung 2014 26. Juni bei Paul Hartmann AG in Heidenheim Gesamtmasche
Öffentlicher Teil
10.00 Uhr Präsidiumssitzung Gesamtmasche
15.00 Uhr Einlass und Kaffee
11.00 Uhr Interne Mitgliederversammlung Gesamtmasche 12.30 Uhr Mittagessen
15.30 Uhr Begrüßung Bodo Th. Bölzle, Präsident Südwesttextil (designiert) Martina Bandte, Präsidentin Gesamtmasche Stephan Schulz, Chief Financial Officer (CFO) und Arbeitsdirektor der Paul Hartmann AG
13.30 Uhr Besichtigung der Produktion in Herbrechtingen
Moderation: Dr. Markus H. Ostrop, Hauptgeschäftsführer Südwesttextil und Gesamtmasche
Südwesttextil
Festvortrag Das Neue und seine Feinde Prof. Dr. Gunter Dueck
Interner Teil
Interner Teil
12.30 Uhr Besichtigung des neuen Medical Innovation Center
für Mitglieder und Gäste
17.30 Uhr Entspannter Austausch bei Flying Buffet und Getränken und für Fußballbegeisterte ab
TERMIN VORMERKEN!
13.30 Uhr Interne Mitgliederversammlung Südwesttextil
18.00 Uhr Public Viewing − Fußball-WM 2014 Gruppe G: USA – Deutschland mit Verpflegung in sportlich legerer Atmosphäre
PROF. DR. GUNTER DUECK Gunter Dueck, zuletzt Chief Technology Officer der IBM Deutschland, beschloss 2011, sich selbstständig zu machen und sich neben seiner Tätigkeit als Redner, Autor und Business Angel seiner Herzensangelegenheit „zur Weltverbesserung“ zu widmen. Vielen ist er als „Wild Duck“ (Querdenker) oder im Netz als „Wilddueck“ bekannt, wo er regelmäßig scharfsinnige Beobachtungen über die Welt abgibt.
„Das Neue und seine Feinde“ Autor Mathematiker Philosoph Satiriker
Zu diesem Erlebnis laden Südwesttextil und Gesamtmasche Sie herzlich im Rahmen der Jahresversammlung 2014 am 26. Juni 2014 zu Paul Hartmann nach Heidenheim ein.
4 Verband + Industrie
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Im grünen Versuchslabor Baden-Württemberg büßt sein Image als Industrieland ein Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) bleibt gelassen. Markige Worte oder engagierter Eifer in kritischen Diskussionsrunden sind seine Sache nicht. Auch dann nicht, wenn alle sehnlichst darauf warten. So geschehen beim Gedankenaustausch mit Wirtschaftsvertretern am 19. März im Landesverband der Industrie (LVI). Während der Unmut bei Unternehmen und Wirtschaftsverbänden über eine die Industrie zunehmend behindernde Politik wächst, bleibt Schmid seiner ruhigen Linie treu. Der Ärger entzündet sich vor allem an der „Hyperaktivität“ des
grünen Umweltministeriums, wie ein Unternehmer frustriert formuliert. Dort werde unter Schlagworten wie „Nachhaltigkeit“ oder
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„Ressourceneffizienz“ eine Initiative nach der anderen angefahren, nur um am Ende neue Auflagen für die Wirtschaft zu kreieren. „Die Verbände werden als Feigenblatt benutzt, sie dürfen sich äußern, aber gemacht wird etwas anderes“, so die einhellige Einschätzung der Industrievertreter. Hinzu kommt das gewandelte Image Baden-Württembergs außerhalb des Landes, das der Wirtschaft Kummer bereitet. Während sich Länder wie Nordrhein-Westfalen, Sachsen oder Bayern als Industrieländer positionieren, „werden wir als grünes Versuchslabor
wahrgenommen“, kritisiert der LVI-Vorsitzende Eberhard Koch den Wirtschaftsminister in ungewohnter Schärfe. „Das geht über jedes vernünftige Maß hinaus.“ Man nehme Schmid zwar ab, dass er für die Wirtschaft stehe. Aber dann möge er seinen Koalitionspartner bitte auch bändigen, lautet die Forderung. Denn gegenwärtig kämen die Interessen der Industrie erst ganz weit hinten. Nils Schmid nimmt die Kritik regungslos entgegen. Er muss weiter, nach Berlin, zur Talkshow. Markus H. Ostrop
Kunst & Textil in der Staatsgalerie Stuttgart Eine Ausstellung, die einlädt, die Welt mit anderen Augen zu sehen
Gottfried Semper, deutscher Architekt und Kunsttheoretiker des 19. Jahrhunderts
Mit diesen Worten begrüßte die Vizepräsidentin von Südwesttextil und Gesellschafterin des Heimtextilienherstellers Alfred Apelt aus Oberkirch am 20. März die zahlreichen Besucher der Ausstellungseröffnung „Kunst & Textil“ in der Staatsgalerie Stuttgart. Für sie als Textilproduzentin eröffne die Ausstellung den Blick auf die schier endlose Vielfalt der textilen Ausdrucksmöglichkeiten, auf ihre künstlerische Seele, auf ihre technische Intelligenz und – ein besonders wichtiger Aspekt − die Ausstellung mache diese hochinteressante Welt einem breiten Publikum zugänglich. Deshalb sei sie sofort vom Gegenstand der Werksschau begeistert gewesen, von den überraschenden Erkenntnissen, Ge-
„Das symbiotische Zusammenführen von Kunst und industrieller Textilproduktion, der Blick auf Lebens- und Alltagskultur aus der Sicht der Kunst, das fasziniert und verbindet, denn das Künstlerische selbst ist immer noch wichtige Voraussetzung zur Herstellung vieler unserer Textilprodukte. Ob durch Weben, Wirken, Stricken, Sticken oder Bedrucken: Für uns ist es essentiell, dass wir die textilen Ausdrucksmöglichkeiten wie Material, Farbe, Komposition, Haptik und Struktur, aber auch Technik, Wirkung und Wertigkeit beherrschen.“
(v.l.n.r.) Südwesttextil-Vizepräsidentin Donata Apelt-Ihling, Henning Schaper, Geschäftsführer des Kunstmuseums Wolfsburg, und die Direktorin der Staatsgalerie Stuttgart, Prof. Dr. Christiane Lange, freuten sich über den erfolgreichen Auftakt der Veranstaltung. Die Museumschefin führte das Ehepaar Ihling und Dr. Markus H. Ostrop im Anschluss persönlich durch die Ausstellung.
Der textilen Kunst gebühre „der unbedingte Vorrang, weil sie sich dadurch gleichsam als Urkunst zu erkennen gibt, dass alle anderen Künste, […] ihre Typen und Symbole aus der textilen Kunst entlehnen.“
danken und interessanten Verknüpfungen, die einen ungewöhnlichen, anderen Blickwinkel auf die Verbindung von Textil, Kunst und moderner Technik eröffneten. Und so sei es für Südwesttextil auch gar keine Frage gewesen, dieses Projekt finanziell zu unterstützen. „Ich darf Ihnen, Frau Prof. Dr. Lange und dem Kunstmuseum Wolfsburg, sowie allen an der Ausstellung Beteiligten im Namen der Textil- und Bekleidungsindustrie zu dem Zustandekommen dieser Ausstellung gratulieren und Ihnen herzlich danken. Sie sorgen damit buchstäblich für einen wunderbaren bewegten Stoff- und Tapetenwechsel in der Stuttgarter Staatsgalerie.“ Überschattet wird die Ausstellung vom Tod des „brillanten
Ausstellungsmachers“ Prof. Dr. Markus Brüderlins. Der Schweizer Kunsthistoriker und Direktor des Kunstmuseums Wolfsburg verstarb am 16. März mit 55 Jahren unerwartet in Frankfurt. „Die Gedanken, die man beim Durchgehen der Ausstellung hat, sind das, was auf Erden von ihm überdauern wird“, sagte Prof. Dr. Christiane Lange, Direktorin der Staatsgalerie Stuttgart. „Die Ausstellung ist die beste Würdigung des Lebenswerks von Brüderlin.“ Die Ausstellung ist zu sehen vom 21. März bis zum 22. Juni 2014 und wird begleitet von zahlreichen Veranstaltungen. Mehr unter www.staatsgalerie.de. Simone Diebold
Verband + Industrie 5
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Gefördert: Shanghai Mode Lingerie und Interfilière 2014 Deutsche Aussteller auf der Bodywear-Messe Shanghai Mode Lingerie und auf der Zutatenmesse Interfilière Shanghai werden 2014 vom Bund gefördert. Für beide Messen, die am 20. und 21. Oktober 2014 parallel im Shanghai Exhibition Centre stattfinden, erhalten deutsche Aussteller im Rahmen der Gemeinschaftsstände stark ermäßigte Quadratmeterpreise. Die Ersparnis im German Pavilion gegenüber den regulären Preisen des Veranstalters Eurovet liegt im hohen zweistelligen Prozentbereich. Den Zuschlag des Bundes für die Durchführung hat die Düsseldorfer MCO Marketing-Communication-Organisation ANMELDE GmbH erhalten. Der deutsche Pavillon bietet eine Büroinfrastruktur, die von allen deutschen Ausstellern kostenlos genutzt werden kann. Der Informant des Bundes vor Ort wird vom Verband Gesamtmasche gestellt. Gegen die reduzierte, da ebenfalls geförderte Gebühr von 500 Euro bietet der Durchführer MCO während der Messe ein maßgeschneidertes Matchmaking an.
UNTERLAGEN UND WEITERE INFORMATIONEN:
Silvia Jungbauer jungbauer@suedwesttextil.de +49 711 21050 - 13
ANMELDESCHLUSS IST DER 2. JUNI 2014
CHINAS MARKT FÜR BODYWEAR In China wurde 2013 Wäsche, Strumpfwaren und Bademode im Wert von über 40 Mrd. Euro umgesetzt. In den nächsten fünf Jahren soll das Geschäft mit Bodywear um weitere 50 bis 60 Prozent zunehmen. Alleine für 2014 sagen die Analysten von Euromonitor ein Wachstum des chinesischen Tagwäsche-Retails um über 14 Prozent voraus. Auch für Beachwear (+13 Prozent), Nachtwäsche (+13,4 Prozent) und Strumpfwaren (+12,2 Prozent) wird ein deutlicher Umsatzanstieg prognostiziert.
Was Socken angeht, sind chinesische Verbraucher global bereits die Käufer Nr. 1: Statistisch gesehen kauft jeder Chinese im Durchschnitt 5,5 Paar Socken jährlich. In Deutschland sind es weniger als 3 Paar. Bis 2015 dürfte China im gesamten Bereich Strumpfwaren in Führung gehen. Außerdem wird der Durchschnittschinese ab dem kommenden Jahr mehr für Nachtwäsche ausgeben als der Durchschnittsdeutsche – und rund doppelt so viele Teile konsumieren.
Bodywear-Umsatz in China (in Mrd. €) Bademode
35
Nachtwäsche
30
Strumpfwaren
25
Tagwäsche
20 15 10 5 0 2013
2014
2015
Gesamtmasche-Grafiken; Datenquelle: ©Euromonitor
2016
2017
2018
6 Bildung + Soziales
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Innovative Berufe für die Bekleidungsindustrie Start der neuen Ausbildungsordnung im Herbst
Die nähtechnischen Kompetenzen werden nun vornehmlich in den ersten zwei Ausbildungsjahren vermittelt.
Das Neuordnungsverfahren der Ausbildungsberufe zum Modenäher und Modeschneider ist nun fast abgeschlossen. Das Gremium bestehend aus Experten der Sozialpartner unter der Leitung des Bundesinstituts für Berufliche Bildung (BIBB) hat sich ein letztes Mal getroffen, so dass die novellierten Berufe zu Beginn des neuen Ausbildungsjahrs umgesetzt werden können. Im Ergebnis sind zwei innovative Berufe für die Bekleidungsindustrie entstanden: der neue Ausbildungsberuf Textil- und Modenäher − früher Modenäher − und der Textil- und Modeschneider – ehemals Modeschneider. Eine Stufenausbildung wird es in Zukunft nicht mehr geben. Mit der Umsetzung der novellierten Ausbildungsordnung werden ein zweijähriger und ein dreijähriger Ausbildungsberuf eingeführt. Die Abschlussprüfung des zweijährigen Textil- und Modenähers ist die Zwischenprüfung des dreijährigen Textil- und Modeschneiders, so dass sich de facto für die Betriebe keine allzu große Änderung ergeben wird. Allerdings versucht die Gewerkschaft den zweijährigen Ausbildungsberuf noch zu verhindern. Die Bildungsexpertin des Gesamtverbands textil+mode, Karin Terdenge, ist sich aber sicher, „dass dieses Störfeuer unseres Sozialpartners keine Auswirkung bei der Umsetzung der Berufe haben wird. Ärgerlich und nicht angebracht ist es trotz alle dem. Denn für leis-
tungsschwächere Jugendliche ist es ein Einstieg der hier verbaut werden würde. Ein zweijähriger Facharbeiterabschluss ist auch etwas wert und allemal besser, als an den Alternativen, alles oder nichts‘ zu scheitern.“ Welche wesentlichen Neuerungen haben sich für die Ausbildungsberufe ergeben? Die nähtechnischen Kompetenzen werden nun vornehmlich in den ersten zwei Ausbildungsjahren vermittelt. Das neue Berufsbild des Textil- und Modenähers verzichtet aufgrund der aktuellen Situation in den Betrieben auf Nähverfahren im Akkord. Der Schwerpunkt im ersten Jahr liegt auf dem Bereich Zuschneiden und Vorrichten von Werk- und Hilfsstoffen mit insgesamt 10 Wochen und den Nähtechniken mit insgesamt 12 Wochen. Im zweiten Jahr kommt das Anwenden von Schweiß- oder Klebetechniken mit fünf Wochen Ausbildung hinzu. Ein weiterer Schwerpunkt im zweiten Jahr definiert das Fertigen von Bekleidungsartikeln oder sonstigen textilen Artikeln mit insgesamt 12 Wochen. Sechs Wochen sind für das Abwandeln von Grundschnitten und das Erstellen von Schnittlagebildern im zweiten Jahr vorgesehen. Die wesentlichen Änderungen im Berufsbild des Textil- und Modeschneiders sind die Einführung von Schwerpunkten. Diese sind je nach betrieblichem Hintergrund zu wählen. Es handelt sich dabei um die drei Bereiche Prototypen- und Serienfertigung, Arbeitsvorbereitung und Qualitätsprüfung und
Schnitttechnik. Sie wurden vor dem Hintergrund ins Leben gerufen, dass die traditionellen Einsatzmöglichkeiten der Fachkräfte in der Bekleidungsfertigung und den Musterabteilungen weiter zurückgehen. Außerdem ist eine stärkere Heterogenität der Ausbildungsbetriebe festzustellen. Im Schwerpunkt „Prototypen und Serienfertigung“ werden von den Modeschneidern die Prototypen nach Modellvorgaben gefertigt. Dabei werden die Verarbeitungstechniken sowie der Einsatz und die Abfolge von Maschinen und Anlagen festgelegt. Es erfolgt eine Modellprüfung und bei Bedarf eine Optimierung bevor die Prototypen in die Einzel- und Serienfertigung gehen, um einen effizienten Durchlauf zu erzielen. Im Schwerpunkt „Arbeitsvorbereitung und Qualitätsprüfung“ werden auf der Grundlage der Prototypen die Modellbeschreibungen und Fertigungsunterlagen für die Produktion einschließlich der Ermittlung der Fertigungszeiten- und kosten anhand von vorgegebenen Datenbausteinen erstellt. Zusätzlich sind gängige Material- und Warenprüfungen durchzuführen, um exakte Textil- und Pflegekennzeichnungen vornehmen und Zertifizierungsvorgaben erreichen zu können. Im Bereich „Schnitttechnik“ werden von den Modeschneidern Schnittbilder und Modellschnitte erstellt und je nach Konfektionsgröße die notwendigen Modelländerungen für die Vervielfältigung herausgearbeitet. Dies geschieht mit anwenderbezogenen CADProgrammen. Für die Produktion werden die Lege- und Zuschnitt Anweisungen erstellt, die schnittund modellrelevanten Daten aufbereitet. Weitere Informationen zur Neuordnung gibt es zum Download unter www.suedwesttextil. de. Der Verband wird außerdem in den nächsten Wochen eine Ausbilderaussprache veranstalten, die als Schwerpunkt die Neuordnung der beiden Ausbildungsberufe der Bekleidungsindustrie zum Inhalt hat. Christine Schneider
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Ausbildungszahlen 2013 Die Ausbildungszahlen des Deutschen Industrie- und Handelskammertags für 2013 sind für die textilen gewerblich-technischen Ausbildungsberufe für den Bund rückläufig. Im letzten Jahr gingen die abgeschlossenen Ausbildungsverträge gegenüber dem Vorjahr um acht Prozent zurück. In der Bekleidungsindustrie ist der Trend noch stärker. Hier ist ein Rückgang um 13,3 Prozent zu verzeichnen. In der Textilindustrie wurden im Vergleich zu 2012 5,7 Prozent weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen. Bei den einzelnen Ausbildungsberufen wurden nur beim Produktionsmechaniker Textil 1,5 Prozent mehr Verträge abgeschlossen als noch im Ausbildungsjahr zuvor. Baden-Württemberg stemmt sich gegen den Bundestrend. Insgesamt wurden 0,9 Prozent weniger gewerblichtechnische Ausbildungsberufe in der Textil- und Bekleidungsindustrie abgeschlossen. Die Bekleidungsindustrie verzeichnet dabei einen Rückgang von 2,3 Prozent weniger Ausbildungsverträge für den Modenäher und Modeschneider. In der Textilindustrie wurden 2013 genau so viele Ausbildungsverträge abgeschlossen wie ein Jahr zuvor, d. h. plus minus Null. Betrachtet man hier ebenfalls den Ausbildungsberuf des Produktionsmechanikers Textil, so wurden im Südwesten 13,5 Prozent mehr Ausbildungsverträge abgeschlossen als noch 2012. Mit fast drei Prozent Plus wurden auch bei den textilen Maschinen- und Anlagenführer mehr Verträge in 2013 abgeschlossen als noch im Ausbildungsjahr zuvor. Die Zahlen im Detail finden sich unter www. das-datenportal.de
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Bildung + Soziales 7
www.career-in-bw.de Die Initiative bietet direkten Zugang zu europäischen Fachkräften aus unterschiedlichen Branchen Die Fachkräftesicherung entwickelt sich zu einem strategischen Kernthema für die Zukunft des Standorts Deutschlands. Durch nicht besetzte Stellen entstehen innerbetriebliche Engpässe und Wertschöpfungsverluste in beträchtlichem Ausmaß. Dies stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen. Durch die konsequente Erschließung aller inländischen Bildungs- und Erwerbspotenziale kann zur Absicherung des Fachkräftebedarfs auch die gezielte Anwerbung internationaler Fachkräfte angegangen werden. Vor allem KMUs sind dabei auf die Unterstützung externer Dienstleister angewiesen, haben sie doch kaum Möglichkeiten, eigene Strukturen zu schaffen. Die Initiative career-in-bw trägt dem zunehmenden Fachkräftemangel am Technologiestandort BadenWürttemberg Rechnung. Mit ihrem branchenoffenen Dienstleistungsangebot unterstützt sie Unternehmen bei der Suche und Gewinnung von europäischen Nachwuchs-, Fach- und Führungskräften und
bietet diesen so einen Mehrwert bei der Personalgewinnung. Die Leistungen − von der Analyse des
modular oder als Paket abgerufen werden. Auf der Internetplattform www.career-in-bw.de können sich
des Bildungswerks der BadenWürttembergischen Wirtschaft e. V. und der Tochtergesellschaft Apontis GmbH. Das Bildungswerk und Apontis werden getragen durch die Arbeitgeber in Baden-Württemberg und sind landesweit tätig. Christine Schneider
Unter www.career-in-bw.de können sich die Unternehmen registrieren und ihre Stellenangebote platzieren sowie weitere Informationen und Ansprechpartner finden.
Firmenbedarfs und der Strategieplanung, über die Rekrutierung und Auswahl der Fachkräfte bis hin zur Einstellung und Bindung − können passgenau zusammengestellt und
die Unternehmen registrieren und ihre Stellenangebote platzieren sowie weitere Informationen und Ansprechpartner finden. Career-in-bw ist eine Initiative
Hugo Boss Fashion Award 2014 Die Szenerie: Eine Cocktail-Party in Los Angeles. Ein modernes Haus. Geradlinigkeit, Klarheit, konstruktive und kubistische Elemente der Villa stehen in direktem Kontrast zur lässigen Eleganz der Party-„Crowd“. Die kreative Szene zeigt sich zutiefst entspannt, die Kleidung ist soft, leicht, sexy und zugleich glamourös. Die Aufgabe: Die Entwicklung einer Kollektion für Womens- und Menswear mit Moods, Farbkarten, Stoffideen, Designs, Technics, Detailzeichnungen und Accessoires in Form von Entwurfsmappen auf Papier. Die Teilnehmer: 20 Studierende der Staatlichen Modeschule Stuttgart beteiligten sich am diesjährigen Hugo Boss Fashion Award. Die Gewinner: Die drei besten Kollektionen zeichnete Kevin Lobo, Brand & Creative Director, Menswear, (v. l.) Jana Hoffmann, Kevin Lobo, Sandra Reiter und Stepha- Mitte März im Design Center Stuttgart aus. Sandra nie Ringler Foto: Modeschule Stuttgart Reiter aus Mindelheim hat mit ihrer Entwurfsmappe „Positive/ Negative“ den ersten Preis gewonnen und erhielt 1 500 Euro und ein zwölfmonatiges Praktikum bei Hugo Boss. Die Zweitplatzierte Jana Hoffmann aus Karlsruhe wurde für die Arbeit „L.A. Modern – Avantgarde in Architektur, Kunst und Mode“ mit 1 000 Euro sowie einem sechsmonatigem Praktikum ausgezeichnet. Den 3. Platz mit 500 Euro und einem viermonatigen Praktikum belegte Stephanie Ringler aus Reutlingen. Regierungspräsident und Förderer der Staatliche Modeschule Stuttgart, Johannes Schmalzl, gratulierte den Gewinnerinnen persönlich. Er betonte die Bedeutung der beiden Einrichtungen Modeschule und Design Center Stuttgart, die wesentlich zum Erfolg des Wirtschaftsstandorts Stuttgart beitragen – insbesondere in Kooperation mit vielen Unternehmen. Die Kleinkollektionen sind bis zum 9. April montags bis freitags von 11 bis 18 Uhr in der Ausstellung „Ein()sichten“ im Design Center Stuttgart, Haus der Wirtschaft, Willi-Bleicher-Str. 19, Stuttgart zu sehen.
Fachkräfteengpass Trotz einer seit dem Jahr 2010 stetig zunehmenden Zuwanderung sowie steigender Erwerbsquoten droht möglicherweise ein Fachkräfteengpass bei Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung. So könnte deren Zahl aufgrund der weiter schrumpfenden Erwerbsbevölkerung bis zum Jahr 2030 um rund drei Millionen zurückgehen. Gleichzeitig nimmt die Studierneigung der jungen Generation zu. Bis zum Jahr 2030 könnten so rund 1,6 Millionen Personen mit akademischer Ausbildung zusätzlich zur Verfügung stehen. Mehr unter www.bibb.de
Seminare Bildungswerk Seminarangebot der Akademie für Personal- und Organisationsentwicklung im Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft in Kooperation mit Südwesttextil. Mit Reklamationen und Kundenbeschwerden souverän umgehen 5. Mai 2014, Haus Reutlingen Zeit- und Selbstmanagement einmal anders 5. bis 6. Mai 2014, Haus Reutlingen Zielbewusst reden – erfolgsorientiert kommunizieren 12. bis 13. Mai 2014, Haus Bleibach www.biwe-akademie.de
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Müssen Bewerbungsabsagen begründet werden? BAG entlastet Unternehmen Nach wie vor besteht in vielen Unternehmen Unsicherheiten, ob bei Bewerbungsabsagen Gründe mitgeteilt werden müssen oder nicht. Noch größer werden diese, wenn der Bewerber angibt, schwerbehindert zu sein. Glücklicherweise hat die Rechtsprechung mittlerweile die Arbeitgeber entlastet. Verwirrung sorgte vorübergehend eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) in einem Fall zu einer abgelehnten Ingenieurin. Diese wurde nicht zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, obwohl die gleiche Stellenanzeige später ein zweites Mal erschien. Bedauerlicherweise äußerte sich der EuGH nicht ganz klar, weil ausgeführt wurde, dass die Verweigerung jedes Zugangs zu Informationen ein Gesichtspunkt sei, der im Rahmen des Nachweises von diskriminierenden Tatsachen herangezogen werden könne.
Absage ohne Gründe ausreichend Nach der Vorlageentscheidung hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) zu diesem Fall im April letzten Jahres erfreulich klar entschieden, dass ein Arbeitgeber grundsätzlich nicht verpflichtet ist, eine Ablehnung individuell und sachlich zu begründen. Eine Ausnahme zu
diesem Grundsatz besteht lediglich, wenn der Bewerber schlüssig darlegen kann, dass es ihm durch die verweigerten Informationen unmöglich gemacht wurde, Dis-
Insgesamt verbleibt es also bei der Maßgabe, dass weder eine Absage begründet werden muss noch eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch erforderlich ist. Es
Gründen mitzuteilen. Es besteht also eine Begründungspflicht für die Ablehnung, soweit die Pflichtquote für die Beschäftigung von Schwerbehinderten nicht erfüllt ist.
Vorsicht bei Schwerbehinderten
Personaler müssen Gründe für Bewerberauswahl grundsätzlich nicht offenlegen. Foto: © fotogestoeber - Fotolia.com
kriminierungstatsachen darzulegen. Dazu genügt es jedoch nicht, wenn der Bewerber lediglich Tatsachen benennt, die in ihrer Gesamtschau „neutral” sind, wie z.B. die fehlende Begründung der Ablehnung oder die Tatsache, dass keine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch erfolgte. Auch reicht die pauschale Behauptung, der beste Kandidat gewesen zu sein, nicht aus. Der abgelehnte Bewerber darf sich also nicht auf Behauptungen „ins Blaue hinein” beschränken.
Recht kompakt Arbeitsrecht – Mitbestimmung Frage: Müssen Arbeitsplätze innerbetrieblich ausgeschrieben werden, wenn diese mit Leiharbeitnehmern besetzt werden? Antwort: Freie Arbeitsplätze sind innerbetrieblich auszuschreiben, wenn der Betriebsrat das verlangt. Dies gilt auch, wenn diese Arbeitsplätze mit Leiharbeitnehmern besetzt werden sollen. Eine Ausschreibung kann lediglich unterbleiben, wenn feststeht, dass mit innerbetrieblichen Bewerbern offenkundig nicht zu rechnen ist. Hierbei handelt es sich aber um eine sehr begrenzte Ausnahme, von der – wenn überhaupt – nur zurückhaltend Gebrauch gemacht werden sollte. Schließlich kann der Betriebsrat der Einstellung widersprechen und diese somit blockieren.
genügt also, Absagen zunächst neutral ohne Begründung zu erstellen und erst auf Nachfrage gegebenenfalls mitzuteilen, dass man sich für einen anderen Bewerber entschieden hat. Deutlich schwieriger wird es für den Arbeitgeber allerdings, wenn der Bewerber schwerbehindert ist. Hier sieht das Schwerbehindertenrecht ein strenges Verfahren vor, bei dessen Verletzung ein Indiz für eine Benachteiligung und somit für einen Schadensersatzanspruch begründet wird. Vor der Besetzung freier Arbeitsplätze muss zunächst geprüft werden, ob die Position mit einer schwerbehinderten Person besetzt werden kann und hierzu gegebenenfalls die Agentur für Arbeit eingeschaltet werden muss. Unmittelbar nach Eingang der Bewerbung muss der Betriebsrat und die Schwerbehindertenvertretung unterrichtet werden. Bei Nichterfüllung der Pflichtquote hat der Arbeitgeber dann die Ablehnung des Schwerbehinderten mit dem Betriebsrat und der Schwerbehindertenvertretung zu erörtern und dabei den Betroffenen anzuhören. Der Arbeitgeber hat schließlich seine Entscheidung allen Beteiligten unverzüglich und unter Angabe von
Besondere Schwierigkeiten haben hier in der Vergangenheit immer wieder die Bewerbungen bereitet, die an versteckter Stelle beiläufig über die Schwerbehinderteneigenschaft informieren. Dabei gibt es sogar sogenannte „AGGHopper”, die sich auf eine Vielzahl von Stellen bewerben, um dann für den Fall der Ablehnung Schadensersatzansprüche einzuklagen. Früher waren Personalabteilungen also gehalten, sämtliche eingegangenen Bewerbungsunterlagen peinlich genau nach Schwerbehinderteneigenschaften zu durchforsten, um etwaigen Schadensersatzansprüchen zu entgehen. Bei dem Umfang der eingehenden Bewerbungen müsste dann bald ein eigener Mitarbeiter nur für diese Arbeitsaufgabe eingestellt werden. Für Entlastung sorgte allerdings auch hier eine neue Entscheidung des BAG vom September 2013. In dieser wurde ausdrücklich festgehalten, dass ein von außen kommender Bewerber grundsätzlich in seinem Anschreiben über die Schwerbehinderung und den Grad der Behinderung informieren muss. Nur ausnahmsweise kann die Information auch im Lebenslauf gegeben werden. Dies muss jedoch deutlich und an hervorgehobener Stelle geschehen und der Lebenslauf muss ausdrücklich zum Bestandteil des Bewerbungsschreibens erklärt worden sein. Nach dieser Entscheidung dürften die „AGG-Hopper” der Vergangenheit angehören und die Prüfungsintensität bei Bewerbungsunterlagen kann jedenfalls bei dem Lebenslauf und sonstigen Unterlagen reduziert werden.
Nathan Binkowski
Recht + Steuern 9
SÜDWESTTEXT
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Google maps mitbestimmungsfrei Der Einsatz des Routenplaners ist keine automatisierte Leistungs- und Verhaltenskontrolle Dem Betriebsrat steht nach dem Gesetz ein Mitbestimmungsrecht bei der Einführung und Anwendung von technischen Einrichtungen zu, die geeignet sind, das Verhalten oder die Leistung der Arbeitnehmer zu überwachen. Hintergrund ist, dass das Persönlichkeitsrecht der Arbeitnehmer bei einer technisierten Ermittlung von Verhaltensund Leistungsdaten wegen der – gegenüber einer Überwachung durch Menschen – ungleich größeren Möglichkeit zur durchgehenden Datenverarbeitung besonders gefährdet wird. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) fordert aber, dass die technische Einrichtung auch eine eigenständige Kontrollwirkung entfalten muss. Steht ein Vorgesetzter mit einer Stoppuhr neben dem Arbeitnehmer, um den Zeitverbrauch für einen Arbeitsvorgang zu messen, erfolgt die Kontrolle durch den Menschen und nicht durch die Uhr, diese ist lediglich Hilfsmittel. Auch beim Einsatz eines Routenplaners, wie beispielsweise Google maps, hat der Betriebsrat im Gegensatz zum Einsatz von GPS-Systemen
kein Mitbestimmungsrecht. Dies stellt das BAG in einem aktuellen Urteil klar.
Der Betriebsrat verlangte vom Arbeitgeber die Anwendung von Google maps im Betrieb zu unterlassen, nachdem durch diesen Einsatz ein Mitarbeiter wegen überhöhter Kilometerangabe in der Reisekostenabrechnung abgemahnt wurde. Die Arbeitsrichter stellten
Auch in diesem Jahr bittet die Künstlersozialkasse bis Ende März die Unternehmen der Branche um die Abgabe des Meldebogens für das Vorjahr. Zu melden ist die Summe der Entgelte, die das Unternehmen für künstlerische oder publizistische Leistungen selbständiger Künstler entrichtet hat. Die Meldung ist oft mit erheblichem Aufwand verbunden. Aus dem Rechnungswesen müssen abgaberelevante Rechnungen identifiziert, die einzelnen Rechnungen gesichtet und nicht abgabepflichtige Rechnungsposten wie Umsatzsteuer oder Reisekosten des Künstlers abgezogen werden. Laut einer IW-Studie entsprechen die Kosten für diesen bürokratischen Aufwand vor allem bei mittelständischen Unternehmen nahezu der Höhe der Künstlersozialabgabe selbst. Abhilfe schaffen kann die Teilnahme an der Ausgleichsvereinigung textil+mode, durch die der Bürokratieaufwand erheblich vermindert wird. Die nächste Möglichkeit dazu besteht zum 1. Januar 2015. Hierzu ist es erforderlich, der Ausgleichsvereinigung den Verwaltungsaufwand verringern Teilnahmewunsch bis spätestens 27. Juni 2014 mitzuteilen. NäBürokratiekosten senken here Informationen sind im Flyer der Ausgleichsvereinigung sowie Rechtssicherheit erlangen unter www.textil-mode.de/av zu finden. Kontakt: Susanne Wicht, swicht@textil-mode.de. Ihre Ansprechpartner
Werden Sie Teilnehmer der
Marcus Jacoangeli Geschäftsführer t+m Service GmbH
+49 30 726220-24 mjacoangeli@textil-mode.de
Susanne Wicht Leiterin Geschäftsbereich Ausgleichsvereinigung textil+mode +49 30 726220-27 swicht@textil-mode.de
Agnieszka Szczygiel Assistenz
kontrollierenden Person abhängig. Selbst der Einfluss zu einem bestimmten Verhalten des Arbeitneh-
Der Einsatz eines internetbasierten Routenplaners zur Überprüfung einer Fahrtkostenabrechnung ist mitbestimmungsfrei.
Künstlersozialabgabe: Ausgleichsvereinigung textil+mode
Die Ausgleichsvereinigung textil+mode wird durchgeführt über die t+m Service GmbH des Gesamtverbandes textil+mode e. V.
hierzu fest, dass die Überprüfung der in Reisekostenanträgen enthaltenen Entfernungsangaben nicht
durch den Routenplaner, sondern ausschließlich durch menschliches Handeln in Gang gesetzt werde. Anders als bei einer automatisierten Leistungs- und Verhaltenskontrolle seien sein Einsatz und die Reaktion auf die gewonnenen Erkenntnisse ausschließlich vom Tätigwerden der
mers, nämlich die kürzeste Strecke zu nehmen, erfolge durch arbeitgeberseitige Vorgaben und nicht durch den Einsatz eines Routenplaners. Seine Verwendung zur Überprüfung einer Fahrtkostenabrechnung ist damit mitbestimmungsfrei. Kai-Uwe Götz
Aktuelle Steuer-Nachrichten Das Ausscheiden eines Wirtschaftsguts aus dem Betrieb des Investors vor Ablauf der investitionszulagenrechtlichen Bindungsfrist kann zulagenunschädlich sein, wenn es entweder technisch abgenutzt oder wirtschaftlich verbraucht ist und auch für Dritte keinen oder nur noch einen sehr geringen Wert hat. Entsprechendes gilt, wenn ein Wirtschaftsgut wegen technischer Abnutzung oder wirtschaftlichen Verbrauchs nicht mehr genutzt werden kann. Diese Ausnahmen sind jedoch nach einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs nicht anwendbar, wenn der Betrieb, in dem die geförderten Wirtschaftsgüter verbleiben sollen, noch vor dem Ende des Bindungszeitraums seine Produktion ins Ausland verlagert und das Wirtschaftsgut deshalb nicht mehr zu einem Betrieb des verarbeitenden Gewerbes im Fördergebiet gehört. Neben diesen Ausführungen zur Rückforderung von Investitionszulagen gibt es in der Märzausgabe noch weitere Entscheidungen zur Grunderwerbsteuer- sowie zum Umsatzsteuerrecht. Auf der Grundlage des Koalitionsvertrags sind 2014 mit einer Reihe von Gesetzesinitiativen mit steuerlichen Inhalten zu rechnen. Dabei wird z.B. die (völlige) Gleichstellung eingetragener Lebenspartner voraussichtlich schon kurzfristig umgesetzt werden.
+49 30 726220-25 aszczygiel@textil-mode.de
Anschrift:
Reinhardtstraße 12-14 10117 Berlin +49 30 726220-0
Die aktuelle Ausgabe der Steuernachrichten kann als pdf-Datei im Mitgliederbereich von Südwesttextil heruntergeladen werden.
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High Performance Fiber Center (HPFC) Feierliche Einweihung am Institut für Textilchemie und Chemiefasern Mit einem feierlichen Festakt wird am 15. Mai 2014 das High Performance Fiber Center (HPFC) des Instituts für Textilchemie und Chemiefasern (ITCF) eröffnet. Geladene Gäste aus Politik, Forschung und Industrie werden teilhaben, wenn das neue Hochleistungsfaserzentrum von Dr. Nils Schmid, stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Finanzen und Wirtschaft des Landes Baden-Württemberg, seiner neuen Bestimmung übergeben wird. Die Eröffnung wird begleitet durch ein ausgesuchtes Vortragsprogramm. Namhafte Referenten berichten über neue, faserbasierte Hochleistungsmaterialien und deren Anwendungsfelder in den Bereichen Automobilbau, Maschinenbau und Windkraft. Mit dem neuen Hochleistungsfaserzentrum baut das ITCF Den-
kendorf seine Kapazitäten für die anwendungsorientierte Forschung in diesem Bereich aus. Fünf neue Pilotlinien dienen der Entwicklung und Herstellung hochfester Car-
expandierender Wirtschaftsbereiche in Baden-Württemberg. Das HPFC wird den direkten Wissenstransfer zur Unterstützung der baden-württembergischen Wirtschaft stärken.
Foto: ITCF Denkendorf
bon- und Keramikfasern. Damit ist die Voraussetzung geschaffen, dass Forschung in Denkendorf auch zukünftig richtungsweisend bleibt und den wachsenden Ansprüchen an moderne Faserverbundwerkstoffe gerecht wird. Diese stehen im Fokus vieler bedeutender und
Mit einer Investitionssumme von insgesamt 5,2 Mill. Euro wird das HPFC durch Mittel des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und des Finanz- und Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg gefördert. ITCF Denkendorf
3. Business Forum Technical Textiles Die dfv Mediengruppe lädt zum Business Forum Technical Textiles 2014 in die Messe Frankfurt am Main ein: Am 20. und 21. Mai diskutieren Experten aus Forschung und Wirtschaft die wichtigsten Technologie- und Markttrends mit ihren Auswirkungen auf die Textilindustrie. Highlights der Themenauswahl sind neben dem Wachstumsmarkt Türkei und der Konfektionierung technischer Textilien die Megatrends Corporate Social Responsibility (CSR) und Mitarbeiterknappheit im textilen Mittelstand. Mehr unter www.conferencegroup.de.
AFBW – Kompetenzatlas Faserbasierte Werkstoffe AFBW veröffentlicht den Kompetenzatlas Faserbasierte Werkstoffe Baden-Württemberg und gibt damit Einblick in Unternehmen, Wissenschaft und Forschung sowie Branchentrends und Anwendungspotenziale. Erstmals stellen 60 Unternehmen, 24 Institutionen aus Wissenschaft und Forschung,
Kompetenzatlas Faserbasierte Werkstoffe Source Book of Fibre-Based Materials
Textile Verbandsgruppe Stuttgart Ideen, Leidenschaft und Leistung – eine starke Verbindung. Unter diesem Leitmotiv begleitet und unterstützt Südwesttextil die Unternehmen entlang der gesamten textilen Wertschöpfungskette im Südwesten und darüber hinaus. Der Wirtschafts- und Arbeitgeberverband ist ein kompetenter Dienstleister und engagierter Interessenvertreter für die Belange der Branche gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Gemeinsam mit dem Bundesfachverband der Maschenindustrie Gesamtmasche und dem textilen Aus- und Weiterbildungszentrum Gatex bildet Südwesttextil die Textile Verbandsgruppe Stuttgart.
Ideas, passion and performance – a strong connection. Guided by this motto, Südwesttextil assists and supports companies along the entire textile value-adding chain in South-Western Germany and beyond. Together with Gesamtmasche, the German association of the knitting industry, and Gatex, the textile training and education centre, Südwesttextil forms the Textile Verbandsgruppe Stuttgart and is known as both a competent service provider and committed lobby organisation for the textile industry with respect to politics and the public.
Schwerpunkte des gemeinsamen Dienstleistungsportfolios sind die Rechtsberatung und Prozessvertretung in wirtschafts- und arbeitsrechtlichen Fragen, die Beratung zu Themen der Außenwirtschaft mit Zollrecht, Wettbewerbspolitik und Markterschließung sowie die gezielte Aus-, Fort- und Weiterbildung des textilen Nachwuchses und von Fachleuten aus allen unternehmensrelevanten Abteilungen. Ferner ist die Verbandsgruppe kompetenter Ansprechpartner für Themen zum betrieblichen Umweltschutz und der Forschung.
At the centre of its service portfolio are the legal consulting and representation in economical and labour issues, consulting in foreign trade issues including tariffs, competition policy and market development, but also targeted training and education programmes for the talent and experts in the textile industry, regardless of their position. Moreover, the group is a competent contact regarding subjects such as corporate environmental protection and research.
Die Verbandsgruppe bietet ein einzigartiges Branchennetzwerk, das weit über den eigenen Zuständigkeitsbereich hinausreicht. Dieses nutzt sie, um den kontinuierlichen Strukturwandel in der Branche aktiv zu begleiten und dafür zu sorgen, dass die Unternehmen vernünftige wirtschaftliche Rahmenbedingungen erhalten, unter denen sie ihre Stärken voll entfalten können.
Indutech.eps
Mobiltech.eps
The group serves as a unique industry network that reaches far beyond its own sphere of responsibility. Also, it uses this network to actively assist with the continuous structural change within the industry and to ensure that companies find an appropriate economic environment in which they can fully benefit from their strengths.
Ökotech.eps
Südwesttextil e.V.
Facts & Figures Daten & Fakten Mitarbeiter
Employees 18
Der Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie, Südwesttextil, vertritt die Interessen der Unternehmen in der Wirtschafts-, Tarif-, und Sozialpolitik. Seine Mitglieder erzielten im Jahr 2012 einen Umsatz von 6,4 Mrd. Euro. Im Verband sind rund 200 Textil- und Bekleidungsunternehmen organisiert, die ca. 23.420 Arbeitnehmer beschäftigen.
Dr. Markus H. Ostrop
18
Kernerstraße 59 70182 Stuttgart
Südwesttextil, an association within the south-western German textile and garment industry, represents the interests of its member companies with regard to economic, tariff and social policy. In 2012 the members’ turnover totalled to EUR 6.4 billion. Around 200 companies from the textile and garment industry are organised in this association, with a total of approximately 23,420 employees.
Tel. +49 711 21050-0 Fax +49 711 233718 info@suedwesttextil.de www.suedwesttextil.de
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9 Initiativen und Netzwerke, das Forschungskuratorium Textil und 5 Landesagenturen Baden-Württembergs ihre Kompetenzen und die Wichtigkeit von faserbasierten Werkstoffen vor. Dadurch ist ein wunderbares Portfolio der Potenziale in Baden-Württemberg und über die Landesgrenzen hinaus entstanden. Der Kompetenzatlas zeigt aktuelle Produkte und stellt gleichzeitig Zukunftsmärkte und -anwendungen vor. So gibt er einen Einblick in textile Kompetenzen und Lösungen und unterstützt bei der Suche nach dem richtigen Partner für Projekte. Den Kompetenzatlas gibt es zum Download unter www.afbw.eu, die Print-Version kann unter info@afbw.eu angefordert werden.
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Termine Energiemanagementsysteme Zusammen mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), dem Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung, dem Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie, dem Bundesverband Keramische Industrie und dem Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie veranstaltet die ECG in ihren Räumlichkeiten in Kehl-Goldscheuer am 10. und 11. April das Kompaktseminar „Keine Angst vor Energiemanagement“. Die praxisorientierte Veranstaltung richtet sich an Energieverantwortliche in mittelständischen Industrieunternehmen. Mehr unter www. energie-consulting.com. Gatex Am 6. und 7. Mai startet in der Gatex in Bad Säckingen die erste Veranstaltung des dreiteiligen Workshops „Textile Prüfungen“. Die Teilnehmer erhalten insgesamt einen Einblick in die Durchführung und Auswertung von textilen Prüfverfahren und können so Prüfergebnisse und deren Zusammenhang mit Gebrauchseigenschaften besser bewerten. Inhalt des ersten Moduls sind „Textile Prüfmethoden“. Das zweite Modul vom 3. bis 4. Juni beschäftigt sich mit den Themen „Echtheiten und Pflegekennzeichnung“. Die „Fasererkennung“ ist das Schwerpunktthema des dritten Moduls vom 15. bis 16. Juli. Geeignet ist diese Weiterbildung für Mitarbeiter aus den Bereichen Labor, Qualitätssicherung, Einkauf und Verkauf. Programm und Anmeldung unter www.die-gatex.de. Jazz im Olymp Am 18. und 19. Juni findet zum 13. Mal das Festival „Jazz im Olymp“ auf dem Olymp Firmengelände in Bietigheim-Bissingen statt. Erwartet werden hochkarätige nationale und internationale Musiker und Bands wie z. B. Max Greger senior und junior. Die kompletten Einnahmen – Eintrittsgelder, Losverkauf sowie Spenden – gehen ohne Abzug an die Olymp-Bezner-Stiftung, die weltweit Kinder und Jugendliche in Erziehung, Gesundheit und Bildung unterstützt. Weitere Informationen unter www.olymp. bezner-stiftung.de.
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Technik + Umwelt 11
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Supermikrofasern auf synthetischer Polymerbasis Filament-Direktspinnverfahren mit ionischen Flüssigkeiten Abnehmende Erdölressourcen und steigende Ölpreise einerseits sowie die Kyoto-Vereinbarungen zu Treibhausgasen, Umweltverschmutzung und Klimawandel andererseits bilden gegenwärtig das Spannungsfeld, in dem sich unsere erdölbasierte Wirtschaft neu positionieren muss. Dabei kommt der Entwicklung und Verwendung von biobasiertenTreibstoffen aber auch von biobasierten Polymeren eine wichtige Bedeutung zu – insbesondere wenn es gelingt, leistungsfähige Polymere für unterschiedliche Einsatzzwecke zu entwickeln. Technologisch-wirtschaftliche Studien sagen in diesem Zusammenhang speziell den Agrotextilien gute Entwicklungschancen auf einem schnell wachsenden Markt voraus. Gegenwärtig wird dieser Markt noch überwiegend mit Produkten aus Polyolefinen bedient, welche in Europa mehr als 200 kto/Jahr ausmachen. Biobasierte Polymere, auch in Kombination mit natürlichen Fasern, können hier eine interessante Alternative eröffnen, vor allem dann, wenn die biologische Abbaubarkeit der Produkte an die jeweilige Anwendung angepasst werden kann. Weitere intrinsische Eigenschaften der Biopolymere wie z.B. hohe Lichtechtheit
Cellulose-2.5-acetat Spermikrofaser im Vergleich zu konventioneller Filterfaser.
oder geringe Brennbarkeit können dabei die technologischen Vorteile und die Einsatzmöglichkeiten zusätzlich begünstigen. Vor diesem Hintergrund wurde von der EU-Kommission ein Verbundprojekt (no. 213501) mit dem Kurztitel „BioAgroTex“ gefördert, das von einem Konsortium aus europäischen Forschungsinstituten und Industriepartnern bearbeitet wurde. Die generelle Aufgabenstellung darin lautete, ein Material und einen Prozess zu entwickeln, mittels derer Multifilamentgarne, Monofile oder Bändchen herge-
stellt werden können, die sich zu Gestricken, Geweben oder Vliesen verarbeiten lassen. Im Rahmen dieses Vorhabens hat eine Arbeitsgruppe unter Beteiligung von Centexbel (B), ITCF Denkendorf (D), Tecnaro (D), Texinov (F), DS Fibres (B) und Bonar (B) ein zu 100 Prozent erneuerbares Produkt entwickelt, das einen ersten erfolgreichen Einsatz in der Praxis in Form eines Textils zum Schutz von Nutzpflanzen vor Insektenbefall absolviert hat. Basierend auf einem Rohstoff bestehend aus Polymilchsäure
(PLA) mit Zusätzen zur Verbesserung der Extrudierbarkeit, der Zähigkeit und des Kristallisationsverhaltens sowie Additiven zur Hydrolysestabilisierung wurde zunächst eine Rezeptur entwickelt, mit der ein schmelzspinnbares Compound in Granulatform hergestellt wurde. Als Nächstes galt es, einen Extrusions-Wickel-Prozess zu finden und zu optimieren, mit dem ein lagerstabiles und zu flächigen Textilstrukturen weiterverarbeitbares Garn erzeugt werden kann. Dies gelang über ein SpinnStreck-Verfahren (FDY-Prozess), mit dem ein Monofilgarn mit einem Titer von 22 dtex und einer Geschwindigkeit von maximal 3000 m/min auf Spulen gewickelt wurde. Aus dem so erhalten Garn konnte auf einer konventionellen Wirkmaschine ein Insektenschutznetz hergestellt und bei einem Industriepartner in einem ersten Feldversuch getestet werden. Die dabei erzielte Wirksamkeit und die textilen Eigenschaften waren so gut, dass die Firma MDB Texinov begonnen hat, dieses Produkt unter den Namen FILBIO®PLA und ULTRAVENT®PLA zu vermarkten. ITCF Denkendorf
Teure Farbstoffe In den letzten Monaten haben sich die Preise bei Textilfarbstoffen stark erhöht. Der europäische Dachverband Euratex beziffert den Anstieg mit bis zu 80 Prozent. Hintergrund sind strengere Umweltauflagen in Indien und China. Dort wurden Produktionsstätten für Zwischenprodukte geschlossen, die für die Produktion von Farbstoffen essentiell sind. Aus ökologischer Sicht ist das unbedingt zu begrüßen. Wirtschaftlich allerdings ergibt sich eine gefährliche Kettenreaktion. Offenbar ist die Knappheit von Farbstoffen bereits weltweit ein Problem. Alternative Beschaffungsquellen gibt es kaum. Sie wurden durch die indische und chinesische Übermacht längst aus dem Markt gedrängt. Die ebenfalls hauptsächlich in Indien und China angesiedelten Farbstoffproduzenten nutzen nun ihre mächtige Stellung zu einem Preisdiktat. Als wäre das nicht genug, wurde der Zollsatz für bestimmte Farbstoffe aus Indien zum Jahresanfang von 2,2 auf 6,5 Prozent angehoben. Durch die internationale Vernetzung der Chemikalienproduzenten sind auch die in Deutschland tätigen Farbstofflieferanten betroffen. Europaweit befürchten Textilhersteller nun, dass es in Verbindung mit dem starken Preisanstieg für Zwischenprodukte zu einem Wegfall von Farbstoffen im Zusammenhang mit der EU-Chemikalienverordnung kommen könnte.
China: Preisentwicklung von Zwischenprodukten für die Farbstofferzeugung (in RMB/t) H acid 9000
VS
STA
K acid
J acid +166 %
8000 7000
+103 % +16 %
6000 5000 4000
+45 % +13 %
3000 2000 1000 0
Jun 13 Jul 13 Aug 13 Sept 13 Oct 13 Nov 13 Dez 13 Jan14 Quelle: Euratex
12 Zu guter Letzt
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Jetzt fehlt der Gatex ein Koch Am 24. Februar verabschiedete die Gatex mit einer kleinen Feier zwei verdiente Mitarbeiter: Ausbildungsleiter Ingo Kiefer und Ausbilder Joseph Müller. Der eine, weil er eine neue berufliche Herausforderung sucht. Der andere, weil er ein Lebensalter erreicht hat, ab dem man „wohl verdient“ in den Ruhestand treten darf. Ingo Kiefer bewegte seit 2007 viel als Ausbildungsleiter in der Gatex: die Neuausrichtung der Richt- und Lernziele, das GatexQualitätsmanagement, die GatexZertifikatsprüfung und die Erweiterung des Seminarangebots. Und er hielt, beliebt bei Kollegen und Azubis, als Weber immer die Fäden zusammen. Der Ruheständler und studierte Textiltechniker, Joseph Müller, unterrichtete seit 2004 in den Bereichen Spinnerei und Weberei, war Dozent bei den Industriemeistern und Mitglied im IHK–Prüfungsausschuss. Vor allem seine ruhige und humorvolle Art brachte ihm bei seinen Schülern hohe Sympathien ein. Darüber hinaus punktete er noch mit einer besonderen Fähigkeit: Nach den Umbaumaßnahmen, bei denen die Gatex eine große Küche erhielt, avancierte er zum „Gourmetkoch der Gatex“. Auch hier wird man ihn vermissen. Zum Schluss gab es noch eine
kleine, aber bedeutende Ehrung: Theo Hericks, Laborchef und neuer Ausbildungsleiter der Gatex, feierte Anfang dieses Jahres sein 25-jähriges Betriebsjubiläum. Er kam im Januar 1989, fast zeitgleich mit der Inbetriebnahme des Textilveredlungsneubaus. Gatex-Vorstand Volker Steidel bedankte sich bei ihm für seine engagierte Mitgestaltung der Ausbildung in der Textilveredlung und seine Treue zur Gatex. Simone Diebold
Projekt „Spacetex“ bringt Funktionstextilien ins All Am 28. Mai 2014 fällt der Startschuss für die sechsmonatige Weltraum-Mission „Blue Dot“. Unter Beteiligung eines deutschen ESA-Astronauten werden an Bord der Internationalen Raumstation ISS u. a. 40 Experimente durchgeführt werden. Dazu gehören im Rahmen des Projekts „Spacetex“ erstmals auch bekleidungsphysiologische Untersuchungen unter Schwerelosigkeit, bei denen das Zusammenspiel von Körper, Kleidung und Klima beleuchtet wird. Die „Spacetex“-Forschungspartner der Hohenstein Institute (D), Schoeller Textil AG (CH), Charité (D), DLR (D) und ESA/ESTEC (D/NL) versprechen sich von dem gemeinsamen Vorhaben eine Vielzahl neuer Erkenntnisse. Diese sollen zum einen die Grundlage für die Entwicklung neuer textiler Produkte für den Einsatz unter extremen klimatischen und physiologischen Bedingungen auf der Erde liefern. Zum anderen soll das gewonnene Datenmaterial dabei helfen, die Kleidung der Astronauten für künftige Aufenthalte im All und auf Langzeitmissionen wie z. B. die für 2030 geplante, rund dreijährige Reise zum Mars zu optimieren. Ab 1. April 2014 stets aktuell informiert unter www.spacetex-project.de.
(v.l.n.r.) Gatex-Vorstand Volker Steidel hielt eine amüsante Dankesabschiedsrede auf die beiden scheidenden Lehrkräfte und überreichte mit Geschäftsführer Dr. Markus H. Ostrop die Geschenke. Ingo Kiefer verabschiedete Joseph Müller mit einem humorigen Gedicht und überraschte den Ruheständler mit einem Rundflug – das Abschiedsgeschenk seiner Kollegen – und einem liebevoll bemalten Arbeitsmantel – das Abschiedsgeschenk seiner größten Fans: seiner Schüler.
Zitat
»Der Anteil der Frauen in der Ausstellung lag bei gefühlten 127 Prozent.« Henning Schaper, Geschäftsführer des Kunstmuseums Wolfsburg, bei der Eröffnung der Ausstellung Kunst & Textil am 20. März in der Staatsgalerie Stuttgart.
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