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Südwesttext Juli 2013

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SÜDWESTTEXT Zeitung für die Textil- und Bekleidungsindustrie HERAUSGEGEBEN VON SÜDWESTTEXTIL

WWW.SUEDWESTTEXTIL.DE

JULI 2013 | NR. 70

Themen Verband + Industrie

Unternehmen

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Wie viel Krawatten exportiert Deutschland? Seite 5

MASTERhora stay textile

Neues Netzwerk sichert Fachwissen

Bildung + Soziales

WorldSkills 2013 Seite 6 Recht + Steuern

Ich will, kann aber nicht

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© RoyStudio – Fotolia.com

Industrie mit Konjunktur nicht zufrieden Hoffnungen ruhen auf technischen Textilien und Bekleidung Geschäftsklimaindex

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Grafik: Südwesttextil

Nach einem guten Jahresauftakt hat sich das Geschäftsklima in der baden-württembergischen Textil- und Bekleidungsindustrie im zweiten

Quartal deutlich abgekühlt. „Wir sind nicht wirklich zufrieden“, resümierte der Südwesttextil-Präsident, Georg Saint-Denis, die gegenwärtige Lage der rund 200 Unternehmen der Textil- und Bekleidungsindustrie im Land. Die Entwicklung im nächsten Halbjahr sehen die Unternehmen daher zurückhaltend bis skeptisch. Die Umsätze der Branche sind in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres mit einem Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeit-

raum nur sehr verhalten gestiegen. Die Kapazitätsauslastung und der im Ausland erzielte Umsatz seien deutlich zurückgegangen, sagte der Chef des südbadischen Herstellers von Airbag-Geweben, der Global Safety Textiles GmbH, unter Berufung auf den vom Verband erhobenen Geschäftsklimaindex. Hingegen fiel die Bewertung der Inlandsnachfrage um 10 Prozent positiver aus als nach der ersten Befragung im April dieses Jahres. Fortsetzung Seite 2

Werkverträge im Visier Die Vorwürfe gegen Daimler oder die Schlachtbe- Arbeitgebern wurde medienwirksam und pauschatriebe wegen Lohndumpings durch Werkverträge sind lisierend vorgeworfen, sich durch Werkverträge vor bekannt. Die IG Metall hat die Chance erkannt und fairer Bezahlung zu drücken. Dass sich aber gerade sogar eigens das „Projekt Werkverträge“ für ihre Mit- die tarifgebundenen Firmen zur Zahlung von ordentgliederwerbung ins Leben gerufen. Ausdrücklich sol- lichen Tariflöhnen verpflichtet haben, wird geflislen Arbeitnehmer aus allen sentlich übergangen. Bereichen der Metall- und Nun sollen es sich »Arbeitgeber wollen sich vor diese Firmen auch Elektroindustrie, von der fairer Bezahlung drücken.« noch zur Aufgabe Logistik über die Wartung machen, die Preibis hin zur Entwicklung in Jörg hoffmann, IG Metall Bezirksleiter se und Löhne ihrer der IG Metall ihre Interessenvertretung finden. Dem Verband Südwestmetall Fremdzulieferer in Deutschland zu beeinflussen? wurde auf der Bezirkskonferenz der IG Metall am Diese Marktmacht würde sich mancher Mittelständ26. Juni in Sindelfingen gleich angekündigt, dass die ler gerne wünschen. Thematik Inhalt der nächsten Gespräche werde. Den Kai-Uwe Götz

Zahl des Monats Es ist der schwerste König, der in der jüngeren Geschichte geboren wurde: Die neue Nummer 3 in der Thronfolge wiegt mit 3,8 Kilo deutlich mehr als der Vater und der Großvater. Über die Größe des kleinen Prinzen haben uns Kate und William im Unklaren gelassen. Unsere intensiven Recherchen haben aber ergeben, dass er 50 Zentimeter misst. Damit trägt das Royal Baby die deutsche Kleidergröße 50. Daraus dürfte es schnell herauswachsen, was besonders die deutschen Hersteller von Babykleidung mit Freude begleiten werden. Denn exakt um 50 Prozent ist der Babykleidungsexport von Deutschland nach Großbritannien im vergangenen Jahr angestiegen auf einen Wert von anderthalb Millionen Euro. Prinz George könnte sich hier zu einem echten Wachstumsträger entwickeln.

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Aktuell Der Geschäftsführer der Lauffenmühle in Lauchringen, Volker Steidel, wurde am 23. Juli von der Mitgliederversammlung der Gatex einstimmig zum neuen Vorstand gewählt. Er folgt auf den Chef der Global Safety Textiles und Südwestextil-Präsidenten Georg Saint-Denis, der das Amt sieben Jahre innehatte.


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Südwesttext

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Fortsetzung von Seite 1

Industrie mit Konjunktur nicht zufrieden Hieraus ziehen die Unternehmen denn auch ihre Hoffnung für den weiteren Jahresverlauf. Denn trotz der unverändert schwächelnden Automobilindustrie, zu deren Zulieferern viele Textilbetriebe zählen, erwartet die Branche vom Inlandsmarkt sowohl im Bereich technischer Textilien als auch bei Bekleidungstextilien eine Besserung der Nachfrage. Insgesamt rechnet der Verband für das laufende Geschäftsjahr mit einer Umsatzsteigerung von zwei Prozent auf 6,8 Mrd. Euro. Ungeachtet der wenig optimistischen Erwartung wollen die Unternehmen ihre Mitarbeiterzahlen konstant halten und zum Teil weiter neue Mitarbeiter einstellen. Nach einem Beschäftigungszuwachs von 4,6 Prozent auf rund 24 000 Mitarbeiter im Jahr 2012 geben immerhin 12 Prozent der Unternehmen an, neue Arbeitsplätze schaffen zu wollen, 70 Prozent rechnen mit einer gleichbleibenden Personalstärke. Nach dem verheerenden Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch Ende April sorgt sich Südwesttextil um den guten Ruf deutscher Modehersteller. Hans

Südwesttextil-Präsident Georg Saint-Denis im Interview mit dem SWR.

Digel, Vizepräsident von Südwesttextil und Vorsitzender des Aufsichtsrats des gleichnamigen Anzugsspezialisten aus Nagold, kritisiert deshalb die großen internationalen Textilhandelsketten, die durch ihr rücksichtsloses Verhalten die gesamte Modebranche in ein schlechtes Licht gerückt hätten. Dagegen produzierten die hiesigen, mittelständischen und meist inhabergeführten Familienunternehmen oft in eigenen ausländischen Werken oder unterhielten enge Kooperationen mit dortigen Herstellern, denen sie vertrauen könnten. „Wir sind auf verlässliche Partnerschaften mit unseren Zulieferern im

In- und Ausland angewiesen und können gute Qualität nur mit ausgewählten Partnern gewährleisten“, so Digel. Der Verband befürwortet daher strengere Fabrikkontrollen und wirkungsvolle Vereinbarungen zur Verbesserung der Sozialstandards in der asiatischen Textilindustrie. Simone Diebold

Gedenken an Hanns A. Pielenz

Der Alleingesellschafter und langjährige ehemalige Vorsitzende der Geschäftsführung der Amann & Söhne GmbH & Co.KG in Bönnigheim und Vorsitzende des Stiftungsrates der Hanns A. Pielenz Stiftung ist am 13. Juni 2013 in Vero Beach, Florida, im Alter von 73 Jahren verstorben. In einer Trauerfeier am Firmensitz in Erligheim nahmen am 16. Juli zahlreiche Weggefährten, Unternehmer

und Freunde Abschied von Hanns Pielenz. In einer Trauerrede würdigte Südwesttextil-Hauptgeschäftsführer Dr. Markus H. Ostrop den Verstorbenen als einen herausragenden Unternehmer, der die Unternehmensgruppe seit seinem Eintritt in die Geschäftsführung des Unternehmens 1972 bis zu seinem Ausscheiden 2005 maßgeblich geprägt und zur heutigen Größe als einer der Weltmarktführer für hochwertige Nähfäden und Stickgarne entwickelt habe. Hanns Pielenz habe einen feinen Spürsinn dafür gehabt, Nischen zu erkennen und Marktchancen auszuloten. Der von ihm eingeleitete weltweite Aktionsradius sichere dem Unternehmen heute seine Zukunft. Beeindruckend seien auch die beispiellose Großzügigkeit des Unternehmers im Bereich sozialer, kultureller und

wissenschaftlicher Projekte sowie sein ehrenamtliches Engagement. Dr. Ostrop hob hervor, dass Hanns Pielenz 25 Jahre lang als Mitglied des Vorstands von Südwesttextil Einfluss auf die industrie- und tarifpolitischen Geschehnisse der Branche genommen habe. An die enge Verbundenheit des Verstorbenen mit den Hohenstein Instituten erinnerte dessen Leiter Prof. Dr. Stefan Mecheels. Sein Großvater und Gründer der Hohenstein Institute, Otto Mecheels, habe seine berufliche Laufbahn bei der Nähseidenfabrik Amann begonnen und sei der akademische Lehrer von Hanns Pielenz gewesen. Dieser war später selbst viele Jahre lang der Vorsitzende der Hohenstein Institute.

Simone Diebold

In Kürze Die EU hat die Rücknahme der allgemeinen Zollpräferenzen für Waren aus Myanmar aufgehoben. Ab 19. Juli können Waren aus Myanmar wieder zollfrei eingeführt werden. Die entsprechende EU-Verordnung, die Ende Juni veröffentlicht wurde, gilt bereits ab dem 13. Juni 2012. Die Zollvorteile können also rückwirkend in Anspruch genommen werden, sofern der Präferenzursprung Myanmar nachträglich dokumentiert werden kann. Für Bekleidung fällt in der EU normalerweise ein Drittlandszoll von 12 Prozent an. Laut des Statistischen Landesamts erreichten die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Baden-Württemberg im Jahr 2011 mit 19,5 Milliarden Euro ein neues Rekordniveau. Die FuEIntensität (Anteil der Ausgaben für Forschung und Entwicklung am Bruttoinlandsprodukt) erzielten einen neuen Rekordwert von 5,1 Prozent. Die Europäische Union definiert in ihrer Lissabon-Strategie einen Zielwert von 3,0 Prozent. Das Forschungspersonal ist nach Angaben der Statistiker gegenüber 2009 um 9 Prozent auf 131 900 Beschäftigte angestiegen. Das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg fördert die Beratung kleinerer und mittlerer Unternehmen durch die RKW Baden-Württemberg in Höhe von rund 270 000 Euro. Den Bewilligungsbescheid überreichte der Beauftragte der Landesregierung für Mittelstand und Handwerk Peter Hofelich Mitte Juli in Stuttgart an den Geschäftsführer Dr. Albrecht Fridrich. Das sind 770 Beratungstage im Jahr für kleine und mittlere Betriebe. Grundlage des Förderprogramms ist das Gesetz zur Mittelstandsförderung. Es richtet sich an Betriebe mit bis zu 250 Beschäftigten und bietet den Unternehmen die Möglichkeit einer Förderung für Kurzberatungen. Gegenstand der Beratungen sind wirtschaftliche, technische und organisatorische Themen der Unternehmensführung einschließlich der Anpassung an neue Wettbewerbsbedingungen.


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Verband + Industrie  3

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stay textile – die kreative Antwort auf den demografischen Wandel Südwesttextil organisiert neue Plattform für aktive textile Ruheständler und Unternehmen

In den Textilberufen ist das Durchschnittsalter höher als in anderen Berufen: In der Textil- und Bekleidungsindustrie sind knapp 30 Prozent älter als 54 Jahre. Foto: © Alexander Raths – Fotolia.com

Mit dem altersbedingten Ausscheiden von Fach- und Führungskräften verlieren die Textil- und Bekleidungsunternehmen wertvolles Expertenwissen und Erfahrung. Teilweise geht das Knowhow sogar unwiederbringlich verloren, weil es nicht auf nachfolgende Kollegen übertragen werden kann. Diese Problematik ist bereits vielfach an Südwesttextil und seinen Schwesterverband Gesamtmasche herangetragen worden. Deshalb haben die Verbände jetzt ein neues Projekt initiiert: „MASTERhora stay textile“ – das Internet-Netzwerk für aktive Ruheständler und Unternehmen. Dazu ist Südwesttextil eine Kooperation mit der neuen Social Media Plattform MASTERhora eingegangen (www.masterhora. de). Ziel dieser Plattform ist es, die Verbindung zwischen Fach- und Führungskräften, die in den Ruhestand gehen, und ihren ehemaligen Unternehmen aufrechtzuerhalten. Die Idee: Auf einem eigenen textilen Online-Campus können Unternehmen das Netzwerk nutzen, um kontinuierlich Kontakt zu ihren ehemaligen Mitarbeitern zu halten, sie mit Informationen aus dem Unternehmen zu versorgen und sie im Bedarfsfall für Projekte zu rekrutieren. Ausscheidende und ausgeschiedene Fach- und Führungskräfte, die projektweise oder in geringerem Umfang dauerhaft weiter arbeiten möchten, können auf der Internetplattform ihr fachliches Profil hinterlegen. So wer-

den sie von ihrem eigenen ehemaligen Unternehmen gefunden, das die Kompetenz und das Erfahrungswissen seiner Ehemaligen nutzen möchte. Auch andere Unternehmen der Branche haben die Möglichkeit, auf diese älteren gut qualifizierten Fachkräfte zuzugreifen.

stay textile „Wir stehen vor einem Altersübergangsproblem und damit vor einem Wissenstransferproblem“, so Dr. Markus H. Ostrop, Haupt-

geschäftsführer der beteiligten Verbände. Denn die Textil- und Bekleidungsindustrie weist einen relativ hohen Anteil älterer Beschäftigter auf, die jetzt allmählich ins Vorruhestands- und ins Rentenalter kommen. „Im Vergleich zur Altersstruktur aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten ist die Alterspyramide in unserer Branche deutlich nach rechts verschoben“, sagt Ostrop. Das bedeute, dass in den Textilberufen ein höheres Durchschnittsalter vorherrsche als in anderen Berufen. So sind in der Textil- und Bekleidungsindustrie knapp 30 Prozent älter als 54 Jahre. In den

rentennahen Jahrgängen, also in der Altersgruppe der 59- bis 63-Jährigen, sind es knapp 14 Prozent. Ein Grund dafür ist der Beschäftigtenabbau in den letzten 20 Jahren. Weil man hier versucht hat, mit dem Festhalten an den Älteren das Erfahrungswissen zu bewahren, sind viele ältere Beschäftigte in den Betrieben geblieben. Nun gilt es aber der Tatsache ins Auge zu sehen, dass in absehbarer Zeit die Träger dieses Wissens in großer Zahl vor dem Rentenalter stehen werden und sich damit für die betroffenen Betriebe neue Probleme ergeben. Gleichzeitig sind heute viele „Best Ager“ bereit, über den Ruhestand hinaus aktiv zu sein und ihr Wissen in Gesellschaft und Wirtschaft einzubringen. Viele suchen geradezu nach Aufgaben, die ihnen Erfüllung und Befriedigung versprechen und das Gefühl geben, immer noch „gebraucht“ zu werden. Derzeit laufen die technischen und inhaltlichen Vorbereitungen für „MASTERhora stay textile“. Die Plattform MASTERhora selbst ist seit Mai in einer Betaversion öffentlich verfügbar. Spätestens im Herbst wird stay textile online gehen. Den Mitgliedsunternehmen des Verbandes erhalten dann besondere Vorzugskonditionen. Simone Diebold


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Verband + Industrie

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Kein ERA ohne Kostenneutralität Die Themen Entgeltrahmenabkommen in der Textil- und Bekleidungsindustrie (ERA) und die Tarifrunde 2013 zum Thema Demografie standen ganz oben auf der Tagesordnung der Sitzung des Sozialpolitischen Ausschusses von Südwesttextil am 15. Juli. Dipl.Ing. Roland Götz, ERA-Berater des Gesamtverbandes textil+mode, stellte den bisherigen Projektstand der technischen Arbeitsgruppe ebenso vor wie die Chancen und Risiken bei der Einführung eines neuen Entgeltsystems. Überrascht waren die Teilnehmer des Ausschusses darüber, dass die aus IG Metall-Mitgliedern und Arbeitgebervertretern besetzte technische Arbeitsgruppe im wichtigsten Punkt Kostenneutralität für die

Betriebe bislang keine Einigung erzielen konnte. Obwohl sich die IG Metall 2006 im Rahmen eines Eckpunktepapiers ausdrücklich zur Kostenneutralität verpflichtet hatte, werden Vorschläge der Arbeitgeberseite nicht nur negiert. Vielmehr sehen die IG Metallvertreter die Arbeitgeberseite alleine als Träger sowohl der laufenden als auch der perspektivischen Mehrkosten an. Einstimmig erklärten die Teilnehmer des Sozialpolitischen Ausschusses, dass ein neues Entgeltsystem ebenso wenig zu Mehrkosten in den Betrieben führen dürfe, wie es zu Kostenreduzierungen kommen darf. Die Einführung eines neuen Entgeltsystems sei regelmäßig für Arbeitge-

ber und Arbeitnehmer ein großer Schritt, dessen betriebliche Auswirkungen nur bedingt absehbar sind. Während Arbeitnehmer eine Gewissheit benötigen, dass bei abgesenktem Entgelt eine Besitzstandszulage gezahlt wird, die nur mittelfristig durch Tarif- und Entgelterhöhungen abgebaut werden kann, benötigen Arbeitgeber eine betriebliche Kostenneutralität, um sich auf den Prozess einzulassen. Nach Anhörung aller regionalen Arbeitgeberverbände wird auf der Bundesebene zu entscheiden sein, wie mit dem Thema bei diesem Sachstand weiter zu verfahren ist. Für die Tarifrunde Demografie gab der Sozialpolitische Ausschuss sein Einverständnis zur Behandlung der Forderungen der IG Me-

tall als auch der auf Arbeitgeberseite aufgestellten Forderungen als Gesamtpaket. Die Verhandlungen werden voraussichtlich am 24. September in Frankfurt und am 28. Oktober in Ingolstadt stattfinden. Abschließend erklärten die Teilnehmer, dass die Eliminierung der weitgehend als diskriminierend angesehenen Altersstufen in den Tarifverträgen ohne Probleme in den Betrieben umgesetzt werden konnte. Nicht nachvollziehbar war, dass im einzigen Bundestarifvertrag die IG Metall die Eliminierung der Altersstufenregelung mit weiteren materiellen Änderungen verknüpft hat. Weitergehende materielle Änderungen ohne Kompensation wurden abgelehnt. Kai-Uwe Götz

Rahmenvereinbarung mit hRS – hotel Reservation Service

vereinbarkeit von Familie und Beruf

Der Gesamtverband textil+mode hat einen Rahmenvertrag mit HRS zur Buchung von Zimmern zum günstigsten tagesaktuellen Preis abgeschlossen. Darüber hinaus wurden mit diversen Hotels firmenspezifische Foto: © Robert Kneschke – Fotolia.com Konditionen vereinbart. Diese sind im HRS-Firmenkundenportal mit dem t+m-Logo gekennzeichnet. Es besteht auch die Möglichkeit Gruppen- und Tagesreisen anzufragen und zu buchen. Mitgliedesunternehmen von Südwesttextil können diese vergünstigten Tarife nutzen. Bei Interesse Kontakt über Bettina M. Dick (Tel. +49 711 21050-11, dick@suedwesttextil.de).

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist derzeit ein zentrales Thema in der Personalpolitik von Unternehmen. Die in der Broschüre enthaltenen PraxisbeiVEREINBARKEIT VON FAMILIE UND BERUF spiele reichen von Initiativen im Bereich familienbewusste Arbeitszeiten, über die Elternförderung bei Geburt eines Kindes, die Kinder- und Angehörigenbetreuung bis hin zum Familienservice. Sie sollen einen Einblick in die Vielzahl der Aktivitäten von Unternehmen und BDAMitgliedsverbänden geben und zur Nachahmung anregen. Download unter www.arbeitgeber.de > Publikationen > Broschüren > Beschäftigung. PRAXISBEISPIELE AUS DER WIRTSCHAFT

BDA | ProfiLehrer – Schlüssel für Schulqualität

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Hinauf auf den Wolfsberg Raus aus dem Nagolder Tal hinauf auf den Wolfsberg: Das Modeunternehmen Digel präsentiert sich in seiner neuen Firmenzentrale. Auf 20 000 qm Nutzfläche steht das 3 000 qm große Verwaltungsgebäude in markanter Architektur, entworfen von Michael Stikel. Entstanden ist ein reduzierter kubischer Bau mit schlichter weißer Putzfassade und Alucobond-Fassadetafeln. Das 160 qm große Foyer misst eine Höhe von 15 Metern, ausgestattet mit einer imposanten Lichtinstallation der Stuttgarter Markenagentur Publicmotor. Diese entwarf auch den 270 qm großen Sky-Showroom, der neben einem atemberaubenden Ausblick auch ein hochflexibles Warenträgersystem zeigt, das

in allen Digel-Showrooms weltweit zum Einsatz kommen wird. Bis zu 120 Mitarbeiter arbeiten künftig in dem 9-Millionen-Euro-Neubau

Einweihungsfeier. Das Highlight der Veranstaltung: Die Fassade wurde zum Laufsteg der Mode. Futuristisch anmutend, wanderten

Drahtseil-Artisten an ihr herab und zeigten die Highlights der Kollektion auf spektakuläre Weise.

mit modernster Gebäudetechnik und einem ausgeklügelten Energiekonzept. Ende Juni kamen 350 internationale Kunden sowie Gäste aus Politik und Wirtschaft zur offiziellen

Digel hat in den letzten zehn Jahren insgesamt 20 Millionen Euro in die Infrastruktur des Stammsitzes in Nagold investiert. Fotos: Digel

Simone Diebold


Verband + Industrie 5

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Wie viel Krawatten exportiert Deutschland in die Schweiz? Die neue Suchfunktion im Datenportal Mit einer neuen Suchfunktion hat sich das Datenportal von Südwesttextil und Gesamtmasche noch vor den Sommerferien verstärkt: Es ist jetzt möglich, die Zahlen der Außenhandelsstatistik nicht nur nach Ländern und den importierten oder exportierten Warengruppen zu durchsuchen, sondern gezielt die Datenmenge nach Warengruppen zu sortieren, um z.B. zu schauen, wie viel Krawatten in die einzelnen Länder ein- oder ausgeführt werden. In den fünf Kategorien Bekleidung, Maschenbekleidung, Heimtextilien, Garne und Gewebe stehen dem Nutzer zahlreiche Warenkategorien zur Verfügung. Aufgeführt werden die wichtigsten Länder der einzelnen Regionen. Seit 2010 ermöglicht die von den beiden Verbänden entwickelte komfortable und benutzerfreundliche Internetplattform in sekundenschnelle individuelle Auswertungen über eine riesige

Im Datenportal ist es jetzt möglich, die Datenmengen gezielt nach Warengruppen zu sortieren.

Datenmenge zu erstellen. Sämtliche Zahlen der Branche wie Außenhandelsdaten, Konjunkturdaten und Geschäftsklimaindex werden in digitaler Form aufbereitet. Dies erfolgt mit Hilfe von modernen

Webapplikationen, die das Datenmaterial per Mausklick in anschaulichen Grafiken präsentieren. Dies ist ein Service ausschließlich für Verbandsmitglieder. Sie erhalten ihre Zugangsdaten per E-

Mail unter schneider@suedwesttextil.de. Der Zugang erfolgt über den Mitgliederbereich. Ein Link führt automatisch zum Datenportal. Christine Schneider

Workshop Textilkennzeichnung Seitdem die neue EU-Textilkennzeichnungsverordnung in Kraft getreten ist, haben sich Fragen rund ums Etikett zum Dauerbrenner entwickelt. Entsprechend gut besucht war der Workshop Textilkennzeichnung, zu dem Südwesttextil und Gesamtmasche am 27. Juni nach Böblingen eingeladen hatten. Silvia Jungbauer, Kennzeichnungsexpertin beider Verbände, gab einen Überblick über Aktuelles aus den Bereichen Rohstoff-, Herstellerund „Made in“-Kennzeichnung und diskutierte mit den 30 Teilnehmern häufige Fehlerquellen. Das Internet werde zunehmend zur Abmahnfalle: „Auch wenn noch bis 2014 „alt“ gelabelte Ware an den Endkunden verkauft werden darf, hat die Kennzeichnung in Online-Shops und in Katalogen seit Mai 2012 nach den neuen Maßgaben zu erfolgen.“ Über die Rechtsfolgen, die bei falscher oder fehlender Kennzeichnung eintreten können, informierte Rechtsanwältin Gabriele Bernhardt von der Wettbewerbszentrale, die darüber hinaus auch wichtige

rechtliche Hinweise zur Gestaltung von Online-Shops erteilte. Wer scheinbar verzeihliche Fehler

Reihe praxisrelevanter Änderungen mit sich. Prominente Beispiele sind der Hinweis auf nicht-textile

Die Textilekennzeichnungsexpertinnen Silvia Jungbauer und Gabriele Bernhardt hatten für die Teilnehmer wieder wertvolle Tipps für die Praxis.

wie die fehlerhafte Kennzeichnung mit „Lycra“ statt Elasthan bisher als Bagatelle betrachtet hat, wurde wachgerüttelt: „Verstöße gegen die europäischen Vorgaben sind immer als wesentlich anzusehen“, warnt die Rechtsexpertin. Die EU-Textilkennzeichnungsverordnung ersetzt die bisherigen nationalen Gesetzgebungen der EU-Mitgliedstaaten und bringt eine

Materialien tierischen Ursprungs und die vollständige Angabe auch geringfügiger Rohstoffanteile. Um einen kontinuierlichen Austausch zum Thema Kennzeichnung zu gewährleisten, haben Gesamtmasche und Südwesttextil für ihre Mitglieder im Juni ein spezielles OnlineNetzwerk eingerichtet. Silvia Jungbauer

Biozid-Kennzeichnung ab 1. September Die neue EU-Biozid-Verordnung sieht ab 1. September 2013 die Pflichtkennzeichnung von Waren vor, die mit Biozid-Produkten behandelt wurden. Auch Textilprodukte können unter die Kennzeichnungspflicht fallen, z. B. bei Nanoausrüstung mit Silberionen. Offensichtliche Kennzeichnungspflicht besteht dann, wenn mit der bioziden Wirkung geworben wird. Die EU-Kommission hat eine Guideline zur Umsetzung der Biozid-Verordnung entworfen. Darin interpretiert sie den einschlägigen Art. 58 der VO so: Waren, die sich zum Stichtag 1. September bereits im Markt befinden, brauchen nicht (nach-)gekennzeichnet zu werden. Leitfaden und BiozidVerordnung stehen im Umwelt-Blog des Mitgliederbereichs von www. suedwesttextil.de zum Download bereit.


6  Bildung + Soziales

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WorldSkills 2013 Go Textile! unterstützte Sofie Kellner auf der Berufsolympiade in Leipzig Über 1 000 Wettbewerber aus 53 Ländern und Regionen der Welt kamen vom 2. bis zum 7. Juli in Leipzig zur 42. WorldSkills-Berufsolympiade zusammen. In 46 Berufsdisziplinen traten die unter 22-jährigen Azubis und jungen Fachkräfte gegeneinander an, um Champion zu werden. Für die Textil und Bekleidung ging im Wettbewerb „Fashion Technology“ Sofie Kellner an den Start. Die 21-jährige Augsburgerin absolviert im dritten Lehrjahr ihre Ausbildung zur Modeschneiderin bei Strenesse in Nördlingen. Das angestrebte Ziel – mit handwerklichem Können und Kreativität eine gute Platzierung zu erreichen – gelang der Olympionikin mit Bravour: Sie erkämpfte sich als elfte unter den 21 Kandidaten einen würdigen Platz im Mittelfeld. Ausgezeichnet mit einer „Medallion for Excellence“ wurde sie zwei Tage später zur Belobigung ihrer Leistungen mit anderen deutschen Teilnehmern ins Bundeskanzleramt zu einem Gespräch mit Angela Merkel eingeladen. In dem vier Tage bzw. 22 Stunden dauernden Wettkampf nähte sie eine Hose nach vorgegebenem Schnittmuster, entwarf gemäß dem Motto „Military Chic“ eine zugehörige Jacke, setzte den Schnitt mit den vorgegebenen Stoffen um und gestaltete am Ende ein weißes Top passend zum gesamten Outfit. Unterstützt wurde die Wettkämpferin im Vorfeld von ihrer Ausbildungsfirma und von Go Textile!. Da die Wettkampfanforderungen über die Inhalte der normalen Ausbildung hinausgehen, musste sich Sofie schon viele Wochen vorher intensiv vorbereiten. Dafür belegte sie extra Schnittkurse, Trainings im Bereich Zuschneiden, Nähen und Finishing, sowie Fortbildungen im Bereich Qualitätskontrolle. Neben viel Aufregung gab es auch eine große Portion Begeisterung: „Der Austausch mit Fachkräften aus aller Welt und der Kontakt zu vielen interessanten Leuten war eine klasse

Erfahrung“, schwärmte die deutsche Teilnehmerin. Gewonnen hat den Wettbewerb die Vertreterin aus Finnland.

die Tasche auf einer Industrienähmaschine zusammennähen. Die Aktion wurde von der Messe und der Leipziger Zeitung

beworben und so drängten sich ganze Schulklassen um den Go Textile!-Stand und wollten die kleinen Dinger für ihr Handy schneidern. Ein ganz besonderer Fan war ein 12-jähriger Junge, der meinte, dass dieser Stand der beste auf der Messe sei, denn hier könne man endlich auch mal was selbst machen. Go Textile! begleitete in Facebook den spannenden Wettkampf während der vier olympischen Tage. Christine Schneider

Sofie Kellner (oben) im Wettkampf, begeisterte Handytaschen-Schneider und der 12-jährige Fan im Facebookprofil von Go Textile!

Auch Go Textile! war mit einem eigenen Messestand am Austragungsort in der Volkswagenhalle und begeisterte mit einem Live-Act der besonderen Art Jung und Alt: Handytaschen aus Filz in knalligem Go Textile!Türkis zum Selbernähen. Unter Anleitung konnten die Messebesucher anhand einer Vorlage den Stoff zurechtschneiden und

WorldSkills Die Berufsweltmeisterschaft findet alle zwei Jahre in unterschiedlichen Ländern statt. Vor 40 Jahren war sie das letzte Mal in Deutschland. Die 46 unterschiedlichen Wettkampfdisziplinen verteilen sich auf die sieben Bereiche Transport & Logistik, Haus- und Bautechnik, Fertigungstechnik, Komminkations- & Informationstechnik, Kreative Kunst und Modetechnologie, Soziale Dienstleistungen, Grüne Technologien für nachhaltige Entwicklung. Teilnehmen können junge Fachkräfte bis 22 Jahren. Der nächste Austragungsort ist 2015 in São Paulo in Brasilien.


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Bildung + Soziales 7

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FreudenbergKongresshalle startet offenen Wettbewerb für externe Ideengeber Böblingen

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Die Arbeitgeber Baden-Württemberg sind die sozialpolitische Spitzenorganisation der Wirtschaft im Land. Als Dachverband bündeln und moderieren sie die sozial-, tarif- und Die Arbeitgeber Baden-Württemberg sind die sozialpolitibildungspolitischen Interessen ihrer 42 Mitgliedsverbände scheDienstleistungen, Spitzenorganisation der Wirtschaft im Land. aus Industrie, Handel, Handwerk und Land-Als Dachbündeln und moderieren sie die sozial-, wirtschaft.verband Die Arbeitgeber Baden-Württemberg setzen sichtarif- und bildungspolitischen Interessen ihrer 42 Mitgliedsverbände für eine soziale marktwirtschaftliche Wirtschaftsordnung aus Industrie, Dienstleistungen, Handel, Handwerk mit den Grundprinzipien unternehmerische Freiheit, Tarif- und Landwirtschaft. Die Arbeitgeber Baden-Württemberg autonomie, Eigeninitiative und Chancengerechtigkeit ein.setzen sich für eine soziale marktwirtschaftliche Wirtschaftsordnung mit den Grundprinzipien unternehmerische Freiheit, Tarifautonomie, Eigeninitiative und Chancengerechtigkeit ein.

Die Freudenberg Gruppe hat einen offenen weltweiten Wettbewerb für externe Ideengeber gestartet – die Freudenberg ideaTrophy 2013. Technologieanbieter und Forschungsinstitute, Start-ups und andere Marktexperten sind aufgerufen, sich zu beteiligen. Kernziel ist eine mögliche zukünftige ZusamKongresshalle menarbeit mit dem UnternehBöblingen men, um innovative Produktund Geschäftsideen erfolgreich zu realisieren. „Als Input zu unserer ideaTrophy ist alles erlaubt, von einigen beschreibenden Sätzen bis hin zum ausgearbeiteten Business-Plan oder gar Start-up-Unternehmen. Es ist die Idee, die zählt“, sagt Dr. Matthias Messer, der für die ideaTrophy verantwortlich ist. „Die Ideen müssen zu den sieben strategischen Wachstumsfeldern von Freudenberg passen.“ Als Bewertungskriterien gelten unter anderem der Kundennutzen und die technische Umsetzbarkeit,

Berufsschullehrerverband Der Verband der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen in Baden-Württemberg e.V. (Berufsschullehrer verband) mit seinen rund 10.000 Mitgliedern vertritt die Der Verband der Lehrerinnen Lehrer an beruflichen Interessen der Lehrerinnen und Lehrerund an beruflichen Schulen in Baden-Württemberg e.V. (Berufsschullehrer Schulen, gegenüber der Landespolitik und der Schulvermit seinen rund 10.000 Mitgliedern vertritt die waltung. verband) An den beruflichen Schulen werden im laufenden der Lehrerinnen und Lehrer beruflichen Schuljahr Interessen landesweit rund 357.000 Schülerinnen undanSchüler Schulen, derHochschulzugangsbeLandespolitik und der Schulverunterrichtet. Rund gegenüber 50 Prozent der waltung. An hier denerworben. beruflichen Schulen werden im laufenden rechti gungen werden Schuljahr landesweit rund 357.000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Rund 50 Prozent der Hochschulzugangsberechti gungen werden hier erworben.

Die Arbeitgeber Baden-Württemberg sind die sozialpolitische Spitzenorganisation der Wirtschaft im Land. Als Dachverband bündeln und moderieren sie die sozial-, tarif- und bildungspolitischen Interessen ihrer 42 Mitgliedsverbände aus Industrie, Dienstleistungen, Handel, Handwerk und Landwirtschaft. Die Arbeitgeber Baden-Württemberg setzen sich für eine soziale marktwirtschaftliche Wirtschaftsordnung mit den Grundprinzipien unternehmerische Freiheit, Tarifautonomie, Eigeninitiative und Chancengerechtigkeit ein.

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Der Verband der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen in Baden-Württemberg e.V. (Berufsschullehrer verband) mit seinen rund 10.000 Mitgliedern vertritt die Interessen der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen, gegenüber der Landespolitik und der Schulverwaltung. An den beruflichen Schulen werden im laufenden Schuljahr landesweit rund 357.000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Rund 50 Prozent der Hochschulzugangsberechti gungen werden hier erworben.

Berufsschullehrerverband Christine Schneider

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Bildungskongress: Berufliche Bildung im Spannungsfeld von Schulreform und Bildungskongress: Berufliche Bildung im regionaler Schulentwicklung Spannungsfeld von Schulreform und am 27. September 2013 in der Kongresshalle Böblingen Bildungskongress: Berufliche Bildung im regionaler Schulentwicklung Spannungsfeld von Schulreform und am 27.Schulentwicklung September 2013 in der Kongresshalle Böblingen regionaler am 27. September 2013 in der Kongresshalle Böblingen

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Seminare Bildungswerk Seminarangebot der Akademie für Personal- und Organisationsentwicklung im Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft in Kooperation mit Südwesttextil. Burnout-prävention – die verantwortung der Führungskräfte für ihre Mitarbeiter und sich selbst 12. bis 13. September 2013, Haus Steinheim

www.agv-bw.de

Die Arbeitgeber Baden-Württemberg und der Berufsschullehrerverband Baden-Württemberg laden zum Bildungskongress „Berufliche Bildung im Spannungsfeld von Schulreform und regionaler Schulentwicklung“ am 27. September in das CongressCenter Böblingen ein. Vertreter aus Politik und Wissenschaft, Schule und Wirtschaft diskutieren Herausforderungen und Auswirkungen von Schulreform und regionaler Schulentwicklung auf die berufliche Bildung. Das detailierte Programm findet sich im Internet unter www.suedwesttextil.de. Anmeldungen sind ab sofort online unter www.agv-direkt.de/bildungskongress2013 bis zum 13. September möglich. Als Passwort bitte kongress2013 angeben. Für Fragen zum Kongress und zur Anmeldung steht Kerstin Ulbricht (0711 7682- 225, ulbricht@agv-bw.de) gerne zur Verfügung.

Wettbewerbsfaktor: Kompetenzmanagement 19. bis 20. September 2013, Haus Reutlingen produktion beruhigen – Lieferfähigkeit erhöhen 9. Oktober 2013, Haus Reutlingen www.biwe-akademie.de


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Recht + Steuern

SÜDWESTTEXT

JULI 2013 I NR. 70

Ich will, kann aber nicht

Prof. Dill brilliert zur krankheitsbedingten Kündigung Auch wenn seit seinem letzten Seminar für Südwesttextil zum Thema betriebsbedingte Kündigung mehr als drei Jahre vergangen sind, war er bei vielen Unternehmensvertretern noch lebhaft in Erinnerung: Prof. Dr. Thomas Dill, Richter am Arbeitsgericht Kempten. Das Folgeseminar zur krankheits- und verhaltensbedingten Kündigung am 20. Juni war deshalb ein absolutes Muss. Auch der Referent hatte sichtlich Spaß daran, den 55 Teilnehmern sein Wissen zu vermitteln. Dass die Abgrenzung einer verhaltensbedingten zu einer krankheitsbedingten Kündigung auch ganz einfach erklärt werden kann, hörten einige zum ersten Mal: „Wenn er will, aber nicht kann, ist das personenbedingt, wenn er könnte, aber nicht mag, ist das verhaltensbedingt“. Die Dinge einfach, kurz und prägnant auf den Punkt zu bringen, kam an: „Mangelnde Eignung bedeutet

Richter sind auch nur Menschen schlicht zu schwach, zu dumm oder zu krank“. Wichtige Tipps aus der Praxis kamen dabei keineswegs zu kurz. Bei Einigkeit mit dem Betriebsrat kann die umstrittene Frage, ob ein leidens-

gerechter Arbeitsplatz im Wege des Direktionsrechts freigemacht werden muss, auch einfacher gelöst werden: Verweigert der Betriebsrat die Zustimmung zu einer entsprechenden Versetzung, ist dem Arbeitgeber die Versetzung schon dadurch nicht möglich.

Allerdings blieb es nicht aus, dass die eine oder andere Ausführung von den Juristen von Südwesttextil kritisch gesehen wurde. Während Prof. Dill für die Annahme einer negativen Gesundheitsprognose bei einer häufigen Kurzerkrankung 25 Prozent Fehltage im Schnitt der letzten drei Jahre voraussetzte, ist die Praxiserfahrung der Juristen von Südwesttextil hier eine andere. Die meisten erst- und zweitinstanzlichen Gerichte begnügen sich bei der Indizwirkung einer negativen Gesundheitsprogno-

Recht kompakt Arbeitsrecht – Entgeltfortzahlung Frage: Sind im Ausland ausgestellte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen anders zu behandeln? Antwort: Grundsätzlich haben Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen, die von einem Arzt im Ausland ausgestellt werden, den gleichen Beweiswert wie inländische. Entscheidend ist jedoch, dass aus der Bescheinigung hervorgeht, dass der ausländische Arzt zwischen einer bloßen Erkrankung und einer mit Arbeitsunfähigkeit verbundenen Krankheit unterschieden und damit eine dem deutschen Arbeits- und Sozialversicherungsrecht entsprechende Beurteilung vorgenommen hat. Hinzu kommt, dass Bescheinigungen aus dem Bereich der Europäischen Union – anders als solche aus Deutschland bzw. dem nichteuropäischen Ausland – nicht durch bloße ernsthafte Zweifel sondern nur durch den Nachweis missbräuchlichen Verhaltens erschüttert werden können.

se mit einem Überschreiten des Entgeltfortzahlungszeitraums von sechs Wochen im Schnitt der letzten drei Jahre. Andererseits nahm Prof. Dill bei einer langandauernden Erkrankung eine negative Zukunftsprognose bereits dann an, wenn der Mitarbeiter

Prof. Dill: Wichtige Themen spannend verpackt.

mindestens sechs Monate arbeitsunfähig war und eine Genesung nicht absehbar ist. Die Juristen von Südwesttextil weisen darauf hin, dass das Bundesarbeitsgericht erst bei einer Arbeitsunfähigkeit von 18 Monaten eine zum Zeitpunkt der Kündigung nicht absehbare Genesung ausreichen lässt. Bei Arbeitsunfähigkeiten von sechs bis acht Monaten wird gefordert, dass eine Genesung innerhalb der nächsten zwei Jahre nicht absehbar ist. Prof. Dill wies allerdings darauf hin, dass von der betriebsbedingten, der verhaltensbedingten und der krankheitsbedingten Kündigung die letztere für den Arbeitgeber die unsicherste ist. Das liegt vor allem daran, dass der Arbeitnehmer durch die

Entbindung seiner Ärzte von der Schweigepflicht das Indiz einer negativen Gesundheitsprognose entkräften kann. Dies geschieht dadurch, dass Ärzte in der Vergangenheit vorgekommene Erkrankungen als auskuriert bestätigen und die Fehlzeiten dann nicht mehr für eine negative Gesundheitsprognose herangezogen werden können. Gerade deshalb empfiehlt der Richter stets die Durchführung eines Eingliederungsmanagements, um bereits im Vorfeld einer Kündigung auf mögliche Einwendungen reagieren zu können. Außer rechtlichen Erwägungen brachte er dabei noch ganz naheliegende ein: „Richter sind auch nur Menschen. Wenn Sie vor der Kündigungsentscheidung kein betriebliches Eingliederungsmanagement durchführen, macht das bei mir gar keinen guten Eindruck“. Für den Fall der Gewährung einer befristeten Erwerbsunfähigkeitsrente wies er darauf hin, dass dem eine Kündigung nicht entgegensteht. Ganz im Gegenteil untermauert die Erwerbsunfähigkeitsrente die negative Gesundheitsprognose, da tatsächlich davon auszugehen ist, dass eine Arbeitsfähigkeit in den nächsten 24 Monaten nicht absehbar ist. In den Ausführungen zur verhaltensbedingten Kündigung und vorausgehenden Abmahnungen wies der Referent eindringlich darauf hin, dass in den Abmahnungen mit einer Kündigung bzw. Beendigung des Arbeitsverhältnisses gedroht werden müsse. Niemals sei der Begriff „arbeitsrechtliche Konsequenzen“ zu verwenden. Dankbar nahmen die Teilnehmer zur Kenntnis, dass Prof. Dill die ergangene Emmely-Entscheidung nur als politisch motiviert einordnete. Bei ihm jedenfalls seien auch geringfügige Unterschlagungen und Diebstähle grundsätzlich auch ohne vorherige Abmahnung weiterhin Grund für eine außerordentliche Kündigung.

Kai-Uwe Götz


Recht + Steuern  9

Südwesttext

Juli 2013 I Nr. 70

Gewerblicher Rechtsschutz Schutz des betrieblichen Knowhows ein wichtiges Kriterium für den Erfolg eines Unternehmens Um sich auf dem umkämpften Markt für Textilien und Bekleidung auf Dauer behaupten zu können, sind Alleinstellungsmerkmale und innovative Produkte notwendig. Nicht zuletzt aufgrund der internationalen Konkurrenz, die teilweise zu wesentlich günstigeren Bedingungen produziert, ist der Schutz des betrieblichen Knowhows ein wichtiges Kriterium für den Erfolg eines Unternehmens. Nachdem sich die Teilnehmer des Personalleiterkreises von Südwesttextil im April bereits davon überzeugen konnten, dass auch arbeitsrechtlich ein wesentlicher Teil zum Knowhow-Schutz beigetragen werden kann, fand nun am 9. Juli die von Südwesttextil und Gesamtmasche organisierte Folgeveranstaltung zu den klassischen gewerblichen Schutzrechten statt. Der Referent, Patentanwalt Dr.-Ing. Thomas Abel, gab den Teilnehmern einen Überblick über Stärken und

Schwächen der verschiedenen Schutzrechte. Grundsätzlich ist zwischen technischen und nicht technischen Schutzrechten zu un-

ster, keine Neuheitserfordernis an das Schutzgut stellt. Problematisch ist dabei oft die Frage, ob die Marke genügend Unterscheidungskraft besitzt oder mit anderen verwechselbar ist.

Dr.-Ing. Thomas Abel gab den Teilnehmern einen Überblick über Stärken und Schwächen der verschiedenen Schutzrechte.

terscheiden. Bei den technischen Schutzrechten stehen Patente und Gebrauchsmuster zur Verfügung. Der größte Unterschied zwischen den beiden liegt darin, dass beim Patent zunächst ein

Einsatz von Leiharbeitnehmern Bei dem Einsatz von Leiharbeitnehmern muss der Betriebsrat beteiligt werden. Widerspruchsmöglichkeiten hatte er bis jetzt allerdings kaum. Nach jüngster Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts (BAG) vom 10. Juli kann der Betriebsrat mit der Begründung widersprechen, dass keine vorübergehende Arbeitnehmerüberlassung vorliegt. Zwar war vor dieser Entscheidung bereits aus dem Gesetz zu entnehmen, dass die Arbeitnehmerüberlassung nur vorübergehend erfolgen darf. Unklar war hingegen, welche Rechtsfolgen aus dieser Formulierung abzuleiten sind und ob ein Verstoß ein Widerspruchsrecht des Betriebsrates begründet. Aus der Gesetzesbegründung ging hervor, dass die Einfügung des Wortes „vorübergehend“ nur klarstellend erfolgt ist. Hierbei sollte lediglich festgestellt werden, dass das deutsche Modell der Arbeitnehmerüberlassung den europäischen Vorgaben entspricht.

Prüfungsverfahren durchgeführt wird, in dem die Schutzvoraussetzungen, wie beispielsweise die Neuheit und die erfinderische Tätigkeit, geprüft werden. Da die Eintragung des Gebrauchsmu-

Über diese Gesetzesbegründung hat sich das BAG hinweggesetzt und festgelegt, dass die Verletzung dieser Bestimmung ein Widerspruchsrecht des Betriebsrats begründet. Die Regelung diene eben gerade dem Schutz der Leiharbeitnehmer und solle eine dauerhafte Aufspaltung der Belegschaft in Stammbelegschaft und entliehene Belegschaft verhindern. Offen bleibt hingegen, wie das Merkmal vorübergehend genau zu definieren ist. Dies musste nicht entschieden werden, weil der Arbeitgeber in dem Entscheidungsfall einen dauerhaften Einsatz beabsichtigte. Zukünftig ist demnach zu empfehlen, den Einsatz von Leihwarbeitnehmern zeitlich zu befristen und diese Befristung auch in dem Antrag auf Zustimmung zum Ausdruck zu bringen. Ansonsten besteht ein hohes Risiko, dass der Betriebsrat den Einsatz blockieren kann. Nathan Binkowski

sters ohne Prüfung erfolgt, trägt der Schutzrechtsinhaber hier immer das Risiko, dass ihm im Rahmen eines Verletzungsprozesses der Gegner das Schutzrecht dadurch streitig macht, dass er die Neuheit der Erfindung anfechtet. Insbesondere für den Schutz von Designs oder Marken kommen die nicht technischen Schutzrechte in Frage. Hervorzuheben ist hier die 3D-Marke, die, anders als das Geschmacksmu-

Es ist unbedingt ratsam, auch im Unternehmen zumindest Grundkenntnisse über dieses Rechtsgebiet vorzuhalten, damit man im Dschungel der verschiedenen Schutzrechte nicht die Orientierung verliert. Die Unterlagen zum Seminar stehen im Mitgliederbereich zum Download zur Verfügung.

Boris Behringer

Aktuelle Steuer-Nachrichten Nach der Einigung im Vermittlungsausschuss Anfang Juni können nun wichtige Neuregelungen aus dem Jahressteuergesetz 2013 umgesetzt werden. Dazu gehört das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Grunderwerbsteuer bei Geschäften unter Lebenspartnern. Die private Nutzung von betrieblichen Elektrofahrzeugen wird künftig steuerlich günstiger bewertet. Für Arbeitnehmer wird es einfacher, einen Lohnsteuerfreibetrag geltend zu machen. Für freiwillige Wehrdienstleistende gelten steuerliche Neuregelungen, ihr Wehrsold bleibt auch in Zukunft steuerfrei. Weiterhin wird die geförderte private Altersvorsorge noch attraktiver gestaltet. Außerdem werden Steuergestaltungsmodelle eingeschränkt. Neben den Ausführungen zum Jahressteuergesetz finden sich in der Juli-Ausgabe der aktuellen Steuernachrichten viele Entscheidungen zum Einkommensteuerrecht sowie ein steuerlicher Hinweis für Hochwassergeschädigte. Die aktuelle Ausgabe kann als pdf-Datei im Mitgliederbereich von Südwesttextil heruntergeladen werden.


10  Technik + Umwelt

Südwesttext

Juli 2013 I Nr. 70

Termine

Kooperationsforum „Intelligente Textilien – smart, leicht, leuchtend”

Foto: Showroom Ettlin

Die Bayern Innovativ GmbH richtet im Rahmen des Netzwerks Textile Innovation am 16. und 17. Oktober in Lindau am Bodensee das Kooperationsforum „Intelligente Textilien – smart, leicht, leuchtend” aus. Partner sind der Verband der Bayerischen Textil- und Bekleidungsindustrie e. V., die Smart Textiles Plattform Austria, Swiss Textiles und Südwesttextil e. V. – Ziel ist eine Intensivierung der länderübergreifenden Zusammenarbeit der Textilindustrie.

Struktur – Leichtbau & Adaptivität Optik – Licht & Design Elektronik – energie & Sensorik

Ziel des Forums ist es, Innovationen und die Zusammenarbeit von Partnern aus den Bereichen Textil, Sensorik, Elektronik, Medizin, Bau und Automotive darzustellen. Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft zeigen aktuelle Herausforderungen und Potenziale in der Entwicklung und Anwendung intelligenter Textilien auf – der Bogen wird gespannt von Textilien mit integrierter Elektronik/Sensorik, textilen Möglichkeiten im Leichtbau und neuen Faserentwicklungen bis hin zu Anwendungserfahrungen und -potenzialen in unterschiedlichen Bereichen wie Automobil, Bau und Medizin. Den Eröffnungsvortrag wird Peter D. Dornier, Geschäftsführungsvorsitzender, Lindauer DORNIER GmbH zum Thema „The (textile) empire strikes back – Wie neue textile Materialien unsere Zukunft gestalten werden” halten. Die begleitende Fachausstellung bietet circa 20 Firmen und Instituten die Möglichkeit, neueste Lösungen und Konzepte mit Bezug zu den Vortragsthemen zu präsentieren. Aussteller, die sich bis 8. August anmelden, werden im Programmflyer gelistet. Alle Informationen zu dem Besichtigungsprogramm, Abendevent und Vortragsprogramm sowie die Bewerbungsunterlagen für die begleitende Fachausstellung finden sich unter http://www. bayern-innovativ.de/intelligentetextilien2013.

Termin vormerken

Textil- und Modedialog 03. September 2013 Fabric Club M,O,C, Jetzt anmelden unter www.textil-mode-dialog.de

Innovation Day 2013 Unter dem Titel „Textile Oberflächen – Funktion trifft auf Design” veranstaltet Swiss Texnet am 29. August an der Empa-Akademie in Dübendorf den Innovation Day 2013. In Fachvorträgen soll gezeigt werden, dass die Innovationsmöglichkeiten weit grösser sind, als die bekannten Effekte wie z.B. schmutzabweisend, schweisstransportierend, atmungsaktiv oder geruchsneutralisierend. Zu den neuen Ideen gehören Innenbeschattungstextilien, die vor Sonneneinstrahlungswärme am Arbeitsplatz schützen und ein angenehmes Klima schaffen, aber auch Textilien, die Schadstoffe binden können. Der Netzwerk-Corner bietet den Teilnehmern wieder eine optimale Kontaktplattform. Weitere Infos unter www.swisstexnet.ch. Schlichterei- und Garnbeschichtungs-Kolloquium Vom 25. bis 26. September veranstaltet das ITV Denkendorf ein Kolloquium zu den aktuellen Entwicklungen beim Schlichten und der funktionellen Garnbeschichtung. Programm und Anmeldung unter www.itv-denkendorf.de. Gatex Am 8. und 9. Oktober findet in der Gatex in Bad Säckingen der Workshop Gewebeanalyse statt. Er richtet sich an Mitarbeiter aus den Bereichen Labor, Qualitätssicherung sowie Einkauf. Diese Schulung gibt einen Einblick in die Analyse von Geweben. Die Teilnehmer können danach beurteilen, wie sich die Eigenschaften des Gewebes auf deren weitere Verarbeitung auswirken. Das fünftägige Seminar Textiles Grundwissen für Kaufleute veranstaltet das Aus- und Weiterbildungszentrum vom 21. bis 25. Oktober. Es richtet sich an Mitarbeiter in den kaufmännischen Abteilungen von Textil- und Bekleidungsunternehmen, im Textilmaschinenbau, in Zulieferfirmen und im Einzelhandel. Die Teilnehmer erhalten einen Überblick über die Entstehung von Textilien und können so deren Qualität besser bewerten und bei Bedarf fachkundiger beraten. Programm und Anmeldung unter www.die-gatex.de.


Südwesttext

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Technik + Umwelt  11

Eingebettete Intelligenz erobert den Textilmarkt Projekt SimpleSkin geht neue Wege Das von der Europäischen Union geförderte Forschungsprojekt SimpleSkin erforscht grundlegend neue Ansätze für die Produktion von smarten Textilien und Funktionsbekleidung. Die Grundidee ist dabei, die Herstellung der Sensorinfrastruktur im Textil vom konkreten intelligenten Kleidungsstück und der Applikation, von der es genutzt wird, zu entkoppeln. Beispielsweise ein T-Shirt aus speziellen, mit integrierten Sensoren gewebten Stoffen, das die Vitalfunktionen seines Trägers ständig erfasst und an ein Smartphone überträgt. Die Parameter könnten von einer App ausgewertet und verabeitet werden, etwa um vor Überanstrengung, zu großer Stressbelastung oder falscher Sitzhaltung zu warnen. „In SimpleSkin wollen wir generische intelligente Stoffe produzieren, die von einer Fülle von Programmen verwendet werden können und somit die Kostenvorteile großvolumiger Produktion ermöglichen. Aus diesen Stoffen können dann Kleidungsstücke hergestellt werden, die in hinsichtlich Produktion, Eigenschaften, Aussehen und Preis nicht mehr von heutiger Standard-Kleidung zu unterschieden sind. Die konkrete Funktionalität der Sensoren

wird durch eine unabhängige, vom Textil und Kleidungsstück hergestellte Steuerelektronik in Zusammenarbeit mit einer anwendungsspezifischen Software

auf einem Mobilgerät realisiert“, so Prof. Paul Lukowicz, Leiter des Forschungsbereichs Erweiterte Realität am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche

Smart Textiles: Leuchtendes Hemd auf der TechTextil in Frankfurt

Intelligenz (DFKI) und Konsortialführer von SimpleSkin. Auf lange Sicht könnte sich diese funktionale Kleidung als Standard etablieren, vergleichbar mit sensorfähigen Mobiltelefonen, die heute bereits zur Alltagskultur gehören. Insbesondere wird es so möglich, das von Smartphones bekannte „App“Konzept auf Kleidungsstücke zu erweitern und so eine Fülle neuer Anwendungen zu schaffen. Die neuen, smarten und intelligenten Textilien haben ein großes Potential neue Möglichkeiten und Märkte zu erschließen, wenn Sie zukünftig in Massenproduktion gefertigt werden. Aus einer Nische könnte ein wichtiger neuer Wirtschaftszweig entstehen. Das Verbundprojekt startete am 1. Juli und wird vom Forschungsbereich Eingebettete Intelligenz am DFKI koordiniert. Weitere Partner im Projekt sind die Universität Stuttgart, die Deutschen Institute für Textil und Faserforschung (DITF), die TU Eindhoven (Niederlande), die ETH Zürich (Schweiz), und die Sefar AG (Schweiz). Aus 210 Einreichungen wird SimpleSkin als eines von insgesamt acht ausgewählten Projekten von der Europäischen Union gefördert. Christine Schneider

REACh: EChA erweitert Kandidatenliste um sechs weitere Stoffe Die ECHA (European Chemicals Agency) hat Ende Juni sechs weitere Stoffe in die Kandidatenliste aufgenommen. Mit der Aufnahme in die Kandidatenliste ergeben sich bestimmte rechtliche Verpflichtungen so müssen Lieferanten der Erzeugnisse innerhalb der Lieferkette automatisch darüber informieren, wenn einer der Stoffe in einer Konzentration von über 0,1 Massenprozent (entspricht 1 000 ppm) im Erzeugnis enthalten ist. Von den sechs Stoffen, die neu aufgenommen wurden, sind aus heutiger Sicht vier textilrelevant. Es handelt sich um: Cadmium ist für die Textilindustrie zur Verwendung als Stabilisator insbesondere im Bereich der Technischen Textilien relevant. Allerdings ist Cadmium bereits über Anhang XVII der REACh-Verordnung geregelt und darf sowieso nicht in den Verkehr gebracht werden, wenn der Cadmiumgehalt 0,01 Prozent übersteigt. Perfluoroctancarbonsäure (PFOA) ist als Verunreinigung in geringsten Spuren in sogenannten Fluorcarbonharzen der Kettenlänge C-8 für die Textilindustrie enthalten ist. Die Stoffkonzentration für die REACh Informationspflicht ist allerdings unkritisch. Dipentylphthalate (DPP) kommt als Weichmacher in Kunststoffen oder Beschichtungen zum Einsatz. Dies kann außerhalb der EU nicht ausgeschlossen werden. DPP kann möglicherweise andere Phthalate, die bereits auf der Kandidatenliste stehen, ersetzt haben. Nonylphenolethoxylate (NPE) welche als Tenside in der Textilproduktion vor allem außerhalb der EU nach wie vor in großen Mengen eingesetzt werden. In der deutschen Textilindustrie werden sie, bei der Produktion von Bekleidungstextilien, seit vielen Jahren nicht mehr verwendet. Im Mitgliederbereich von Südwesttextil findet sich ein ausführlicheres Infoblatt.


12  Zu guter Letzt

Südwesttext

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„VIVID DIMENSIONS“ Am 22. Juni präsentierten die 18 Absolventen der Staatlichen Modeschule Stuttgart mit einer beeindruckenden Fashion-Show im Hafen Stuttgart ihre Abschlussarbeiten. Unterstützt wurden sie dabei von Marco Goecke, Choreograf des Stuttgarter Balletts. Er ist bereits seit zwölf Jahren Partner der Modeschule und inszenierte auch diese Schau wieder mit viel Herzblut und originellen Ideen. Eine Besonderheit war dieses Mal das Bühnenbild: ein Laufsteg bestehend aus Stahlplatten und mit acht Chippendale-Tischen ausgestattet. Darüber hängende überdimensionale Leuchter, symbolisierten den Kontrast zwischen Industriecharakter und Pariser Salon des 19. Jahrhunderts. Showpieces in weiß und schwarz unterstrichen den puren und reduzierten Style der Kollektion. Die Materialität der Designs am Körper der Modells wurde in leichtem Wind und luftigen Brisen der Open Air Location direkt am Neckarufer zusätzlich betont und schaffte spannende Bewegungsmomente. Sich verändernde Lichtsituationen im Laufe des Tages visualisierten jede Inszenierung einzigartig und besonders. Das beherrschende Thema der 70-teiligen Kollektion war

Direkt am Neckar, am Hafen in Stuttgart, haben die Absolventen der Staatlichen Modeschule Stuttgart ihre Entwürfe präsentiert. Fotos: Elisa Müller

Jetzt kommt der Smart-Pyjama

Simone Diebold

Zitat

Die Kinder abends ins Bett zu bringen ist für fast alle Eltern eine echte Herausforderung, die oft Nerven und Geduld kostet. Ein intelligenter Kinder-Schlafanzug des kleinen amerikanischen Unternehmens „2! Smart PJ's“ aus Idaho soll jetzt Entlastung bringen. Eltern können sich den „smarten Schlafanzug“ als Foto: © Luis Louro - Fotolia.com kostenlose App auf ihr Smartphone laden, die den Kindern Gute-Nacht-Geschichten erzählt. Für Aufmerksamkeit ist dabei mit hoher Wahrscheinlichkeit gesorgt, denn fast alle Kinder sind von Smartphones und Tablets fasziniert. Der Clou: Jeder Punkt auf dem bunt getupften Schlafanzug steht für eine neue Geschichte, der wird vom Smartphone gescannt – und los geht's. Für Jungen und Mädchen gibt es unterschiedliche „Schlafis“ mit unterschiedlichen Geschichten zum Stückpreis von 25 US-Dollar. Na, dann mal gute Nacht!

„Lebendige Dimensionen“, die 2D/3D-Aufteilung von Fläche, Körper und Raum. Hierbei mischten sich Androgynität und Konstruktion in der Formensprache mit weich fließenden Elementen der Weiblichkeit. Es entstanden Designs von classic, clean, pur, kastig, konstruiert, abstrakt, bis raumgreifend, voluminös und berauschend opulent. Parallel zu Prüfungen und Abgabeterminen lief die Bewerbungsphase. Etwa die Hälfte der diesjährigen Absolventen haben bereits feste Zusagen von Modeunternehmen in der Tasche.

Quelle: www.crn.de

»Wir haben den Termin extra zwei Tage nach der Ankunft des kleinen Prinzen gelegt, um ihm nicht die Schlagzeilen zu stehlen.« Hauptgeschäftsführer Dr. Markus H. Ostrop zur Eröffnung der im Frühjahr terminierten Pressekonferenz des Verbands am 24. Juli in Anspielung auf den Medienhype um Englands neuen Thronfolger.

Impressum © Alle Rechte vorbehalten. Keine Vervielfältigung ohne schriftliche Genehmigung des Herausgebers. Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie Südwesttextil e. V. Kernerstraße 59 70182 Stuttgart

Präsident Georg Saint-Denis

Gestaltung www.die-wegmeister.com

Hauptgeschäftsführer Dr. Markus H. Ostrop

Druck Gress-Druck GmbH, Fellbach

Postfach 10 50 22 70044 Stuttgart Telefon +49 711 21050-0 Telefax +49 711 233718 Internet www.suedwesttextil.de

Verantwortlich für Inhalt und Layout Simone Diebold

Auflage 1 300 Exemplare

Der Bezug der Südwesttext ist im Mitgliedsbeitrag enthalten.


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