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SÜDWESTTEXT Nr. 46

THEMEN So jung wie noch nie Verband + Industrie, Seite 3

Mitarbeiter im Fokus Bildung + Soziales, Seite 6

Urlaubsanspruch bei Langzeiterkrankungen Recht + Steuern, Seite 8

Männer reden nicht nur über Akkuschrauber Technik + Umwelt, Seite 11

Service Aktuelle Steuer-Nachrichten

Recht + Steuern, Seite 9

Aktuell Der Gesamtverband textil+mode lädt am Mittwoch, 28. September 2011 um 20 Uhr zum Parlamentarischen Abend mit Abgeordneten des Europaparlaments nach Straßburg ein. Präsentiert wird die neueste Studie der Deutschen Bank Research zur Textil- und Bekleidungsindustrie und es gibt Gelegenheit zu politischen Diskussionen. Anmeldung bis 23.09.2011 per E-Mail an registration@ textil-mode.de

Zeitung für die Textil- und Bekleidungsindustrie

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Premiere in Berlin Der diesjährige Innovationspreis t+m wurde im Rahmen der Fashion Week verliehen Zur Fashion Week verwandelt sich die Bundeshauptstadt zweimal im Jahr zur internationalen Bühne für Fashion und Lifestyle. Das nahm der Gesamtverband textil+mode zum Anlass, um den Veranstaltungsort zur Verleihung seines vierten Innovationspreises von Düsseldorf nach Berlin zu verlegen. Und der Rahmen war würdig: Im Atrium der Deutschen Bank, Unter den Linden, traf sich am 6. Juli die Mode- und Textilbranche mit Vertretern aus Wirtschaft, Politik, Medien, Kunst und Kultur, um die jungen, kreativen Nachwuchstalente auszuzeichnen. Kurzweilig und charmant führte Dunja Hayali durchs Programm und entlockte zur Information

Eike van Stuckenbrok begeisterte das Publikum mit seiner „textilen“ Akrobatik.

der 430 Gäste den Preisträgern die Hintergründe ihrer innovativen Arbeiten. Die Jury hatte es auch dieses Jahr wieder nicht leicht, aus über 200 Ein-

sendungen die besten auszuwählen. Gesamtverbandspräsident Heinz Horn war begeistert von dem Ideenreichtum des jungen textilen Nachwuchses.

Foto: Marco Urban

„Bei all den tollen Arbeiten mache ich mir um unsere textile Zukunft keine Sorgen“, versicherte er. Simone Diebold Fortsetzung Seite 2

Textil stabil Geschäftsklimaindex hält sich auf hohem Niveau Der Südwesttextil-Geschäftsklimaindex bleibt stabil: Mit einem Wert von 16,38 liegt er im zweiten Quartal sogar um 0,76 Punkte höher als im ersten Quartal. Interessant dabei ist, dass die Unternehmen mit der aktuellen wirtschaftlichen Situation sehr zufrieden sind. Hier stieg der Wert im Vergleich zur letzten Befragung nochmals um fast 5 Punkte auf 27,14. Allerdings lässt die Zuversicht für die zu erwartende Geschäftslage etwas nach. Die befragten Unternehmer sehen nicht ganz so positiv in die Zukunft wie noch vor einem

viertel Jahr – der Wert ging um 3 Punkte auf 6,12 zurück. Bei der detaillierten Betrachtung der aktuellen wirtschaftlichen Lage fällt auf, dass die Zufriedenheit mit dem erzielten Inlandsumsatz erneut angestiegen ist. Fast 49 Prozent der Teilnehmer bewerten den Umsatz als gut. Im Vergleich zur letzten Umfrage sind dies nochmals 3 Prozent mehr. Erfreulich sind die Ergebnisse im Bereich des Personalaufbaus bzw. -abbaus: 17 Prozent der Unternehmen werden mehr Mitarbeiter einstellen. Dies

www.suedwesttextil.de

sind fast 6 Prozent mehr als im ersten Quartal. Personal abbauen möchten nur noch 14,3 Prozent – das ist ein Rückgang um knapp über 6 Prozent.

Die Betrachtung der Ergebnisse für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen zeigt, dass im Wesentlichen die Einschätzung der Preisentwicklung

für die getrübte Sicht verantwortlich ist. Hier gehen 25,7 Prozent der Befragten von fallenden Preisen aus. Dies sind 21 Prozent mehr als im letzten Quartal. Andererseits erwarten 34,3 Prozent der Unternehmen steigende Auslandsumsätze, das ist eine Zunahme von 9,3 Prozent, und 40 Prozent gehen von steigenden Auftragseingängen aus. Dies sind fast 13 Prozent mehr als bei der letzten Befragung zum Geschäftsklimaindex. Die detaillierten Ergebnisse sind auf www.suedwesttextil.de abrufbar. Christine Schneider


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Verband + Industrie

Fortsetzung von Seite 1

In Kürze

Innovationspreis 2011 – Die Gewinner

Seit 1. Juni verstäkt Fabian Seus, Rechtsassessor, tatkräftig die Rechtsabteilung von Südwesttextil. Im Rahmen seiner Ausbildung bei der BDA macht er Station im Verband.

Kategorie Modedesign Den ersten Preis und damit 10 000 Euro in bar sowie diverse Sachleistungen gewann Hoai Huong Vo Ngoc aus Berlin mit ihrem Label Concis. Platz zwei in dieser Kategorie, dotiert mit 2 500 Euro, belegt die 31-jährige Sabina Taschén mit ihrem Label Ame Soeur. Drittplatzierte mit einem Preisgeld von 1 000 Euro ist Antje Pugnat mit ihrer Strickkollektion. Kategorie Technische Textilien Gewonnen hat die 28-jährige Anke Domaske. Sie entwickelte mit QMilch® eine neuartige Faser, die auf der Basis von Milch hergestellt wird. Den zweiten Platz belegte der Diplom-Ingenieur Hendrik Dommes mit der von ihm entwickelten Organofolie aus Carbonfaser. Platz drei ging an die Studentinnen der Hochschule Niederrhein, Henrike von Besser und Jennifer Elze aus Mönchengladbach für Grow Green, ein textiles Konzept für Begrünungen.

Der gebürtige Oberfranke hat an der Universität Bayreuth sein Jurastudium absolviert. Ende September führt ihn das Programm nach Berlin.

Kategorie Textildesign Den ersten Platz belegte hier Stefanie Wider. Die 24-jährige Textildesignerin perforiert Stoffe mittels Wasserstrahl und durchzieht sie mit Bändern. Platz zwei ging an die Studentinnen der Universität der Künste Marie Christine Federlin und Charlotte Ehrlicher aus Berlin für Egogamie, ein innovatives und nachhaltiges Konzept mit Schwerpunkt Strick. Den dritten Platz belegte die 29-jährige Nadine Richter. Sonderpreis für Nachhaltiges Design Marie Christine Federlin und Charlotte Ehrlicher erhielten mit dem Sonderpreis für Nachhaltiges Design außerdem die Möglichkeit, ihre Arbeit auf einer der Pariser Messen Ethical Fashion Show oder Texworld zu präsentieren. Der Gesamtverband t+m vergab den Sonderpreis in Kooperation mit der Messe Frankfurt.

Musterland Baden-Württemberg Ministerpräsident Kretschmann lobt Unternehmen für nachhaltiges Handeln Auf der Mitgliederversammlung der Landesvereinigung BadenWürttembergischer Arbeitgeberverbände am 19. Juli in Karlsruhe lobte Präsident Prof. Dr. Dieter Hundt, Baden-Württemberg als ein Musterland für gute Arbeit. Aktuell liege die Arbeitslosenquote mit 3,9 Prozent erstmals seit November 2008 wieder

unter der Vier-ProzentMarke. „Damit sind wir wieder auf dem Vorkrisenniveau angekommen.“ Darüber hinaus weise die baden-württembergische Wirtschaft ein hohes Lohnniveau auf und biete stabile Beschäftigungsverhältnisse. Auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der auf Einla-

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dung von Hundt an der Mitgliederversammlung teilnahm, unterstrich das gute Krisenmanagement der baden-württembergischen Unternehmer. Kretschmann: „Es war nachhaltig gehandelt, dass Sie in der Krise nicht einfach Arbeitsplätze abgebaut, sondern Ihre Belegschaften – soweit es irgend ging – gehalten

und durch die wirklich schwere Rezession gebracht haben.“ Lobend äußerte sich der Arbeitgeberpräsident über die geplante Initiative „Allianz für Fachkräfte“ der Landesregierung und sagte dem Ministerpräsidenten die Unterstützung der Arbeitgeber bei deren Umsetzung zu. Boris Behringer

Die Deutsche Bank Research hat eine Studie zur gegenwärtigen Situation und zu den Zukunftsperspektiven der deutschen Textil- und Bekleidungsindustrie vorgelegt. Darin werden vor allem die führende Rolle der deutschen Textilindustrie bei den technischen Textilien und ihre Innovationskraft hervorgehoben. Jedoch stellen der problematische Zugang zu textilen Rohstoffen sowie deren steigende Preise aktuell eine Herausforderung für die Branche dar. Mittelfristig müssen die Anstrengungen erhöht werden, genügend Fachkräfte zu gewinnen, um im Segment der innovativen technischen Textilien die gute Marktposition zu behaupten, so ein Fazit der Studie, die unter www.suedwesttextil.de heruntergeladen werden kann. Drei Wochen, sechs Modenschauen, zwei Ausstellungen, 26 Design-Absolventen und insgesamt rund 1 500 Besucher: Die Bilanz der Reutlinger Designwochen kann sich sehen lassen. Bilder gibts unter www.suedwesttextil.de


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Verband + Industrie

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So jung wie noch nie Ettlin feiert 175-jähriges Firmenjubiläum „Tradition trifft Innovation“ – mit diesem Leitsatz begeht die Ettlin AG in diesem Jahr ihr 175-jähriges Firmenjubiläum. In der Tat kann das Ettlinger Unternehmen auf eine traditionsreiche Geschichte zurückblicken. 1836 als eine der ersten Aktiengesellschaften der Textilindustrie gegründet, gehört die Spinnerei und Weberei lange Zeit zu den größten Industrieunternehmen Badens. Gefertigt wurden zu Beginn vor allem klassische Textilien wie Bett- und Tischwäsche, Uniformen und Berufsbekleidung. Durch Innovation und Qualität widerstand das Unternehmen dem Importdruck durch Textilien aus Niedriglohnländern, in dessen Folge in der Vergangenheit ein großer Teil der deutschen Textilbetriebe schließen mussten. Auch zwei Weltkriege überstand das Werk vergleichsweise glimpflich. Selbst als ein Großbrand im Juni 1994 die Produktion vollständig zerstörte, war die Zielstrebigkeit des Unternehmens nicht gebrochen. Ettlin investierte rund 40 Millionen in den Wiederaufbau und stellte ein neues Werk Ende 1995 fertig. Heute zählt die Ettlinger Produktionsstätte mit ihren rund 140 Beschäftigten zu den modernsten Europas. Jährlich werden hier knapp 7 000 Tonnen OE-Garn und rund 15 Millionen Quadratmeter Technische Gewebe produziert. Bedeutendster Abnehmer ist die Schleifmittelindustrie. Daneben zählen Automobilhersteller und -zulieferbetriebe zu den Kunden. Im Jahr des 175-jährigen Bestehens präsentiert sich das Unternehmen jünger als je zuvor. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die beiden Vorstände Rolf

Talkrunde mit prominenten Gästen: (v.l.) MdL Werner Raab, Ettlin Vorstand Dr. Oliver Maetschke, IHK Präsident Bernd Bechtold, Moderator Peter Kühn, Oberbürgermeisterin der Stadt Ettlingen Gabriela Büssemaker und Landrat Dr. Christof Schnaudigel. Fotos: Ettlin

Heitlinger und Dr.-Ing. Oliver Maetschke einen ambitionierten Schritt in eine ganz neue Produktpalette gewagt haben. Das Unternehmen produziert seit diesem Jahr ein technisches Spezialgewebe,

welches aus LED-Licht dreidimensionale Effekte erzeugt. Durch die Kombination aus Gewebe und LED-Hintergrundbeleuchtung entstehen optische Effekte, die sich als Lichtbögen oder -wellen

in die Tiefe des Raumes ausbreiten. So entstehen dreidimensionale Lichtgebilde, sogenannte Lichtstrukturen, die sich je nach Position des Betrachters verändern. Dies eröffnet Ettlin einen völlig an-

deren Kundenbereich in Architektur, Bühnen- und Veranstaltungstechnik sowie Messe- und Ladenbau. Von dieser sympathischen Mischung aus Traditionsbewusstsein und Innovationsgeist konnten sich die Festgäste der Jubiläumsveranstaltung am 1. und 2. Juli überzeugen. In angenehmem Ambiente wurde eine musikalische und bebilderte Zeitreise durch die Unternehmensgeschichte absolviert. Und selbstverständlich wurde der Festsaal vom eigenen Produkt ins angemessene Licht getaucht. Boris Behringer

Rolf Heitlinger (li.) und Dr.-Ing. Oliver Maetschke (re.) mit den Preisträgern des Wettbewerbs „Gewebtes Licht“.


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Verband + Industrie

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Unternehmen 2020 – Zukunftskonferenz Textil

Textil ist fit für die Welt von morgen Stuttgarter Zukunftskonferenz zeigt die Chancen der Branche Die deutsche Textil- und Modeindustrie steht dank neuer Faserverbundwerkstoffe und des Internets vor einer neuen Ära. Das ist die Botschaft der Zukunftskonferenz Textil, die am 1. Juli in Stuttgart stattfand. Rund 350 Teilnehmer aus der Textil- und Modeindustrie diskutierten im Haus der Wirtschaft neue Einsatzbereiche für Textilien sowie innovative Vertriebswege für Bekleidung. Verbundwerkstoffe etwa aus Carbonfasern sind aufgrund ihres geringen Gewichts und ihrer hohen Festigkeit der Schlüssel für den modernen Leichtbau. Die Vorstufe dieser Bauteile bilden textile Gewebe und Gelege. „Damit werden die traditionellen Textiltechniken wie Spinnen, Weben, Wirken und Flechten wiederentdeckt“, ist Hubert Jäger, Leiter der Kon-

zernforschung des Carbonfaserherstellers SGL in Wiesbaden überzeugt. Moderner Leichtbau werde unter anderem für alle Transportmittel benötigt: bei herkömmlichen

Zukunft Textil: Neue Ära mit Faserverbundwerkstoffen Antrieben, um den CO2Ausstoß zu reduzieren, und insbesondere bei Elektro-Fahrzeugen, um das zusätzliche Batteriegewicht zu kompensieren. Ein Zukunftsmarkt für Textilien ist auch die Bauwirtschaft. Darauf wies Martin Synold vom Stuttgarter Architekturbüro Werner Sobek hin. Der Ersatz der Stahlverstärkung durch so genannten textilbewehrten Beton ermögliche die Einsparung von bis zu 40 Prozent des

herkömmlichen Betons. Darüber hinaus eröffneten die einzigartigen ästhetischen Eigenschaften und die Adaptivität von hocheffizienten Textilien ein großes Potential für die Anwendung in der Architektur. Wolfgang Leidig, Ministerialdirektor im Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg, unterstrich bei der Zukunftskonferenz, dass sich die badenwürttembergische Textilund Bekleidungsindustrie nach den schweren Zeiten des Strukturwandels mit wettbewerbsfähigen, innovativen Produkten auf die verschärften Bedingungen des Weltmarkts eingestellt habe. „Zudem haben neue Anwendungsbereiche für Textilien, neue Materialien und Funktionalitäten und der Ausbau des Bereichs der Technischen Textilien neue Märkte aufgetan, die auch für die Zukunft

hohe Wachstumschancen versprechen“, erklärte Wolfgang Leidig. „Gerade auf dem textilen Sektor hat Baden-Württemberg mit der Staatlichen Modeschule Stuttgart und den Hochschulen Reutlingen und Albstadt-Sigmaringen viel zu bieten.“ Auch im Bereich der industrienahen Forschung, beispielsweise für die Automobilindustrie oder die Medizintechnik, verfüge das Land mit seinen Forschungseinrichtungen in Denkendorf und Hohenstein über eine hervorragende Forschungsinfrastruktur. Neue Märkte sehen auch die Hersteller von Bekleidungstextilien, wenngleich aus einem anderen Grund. Denn für sie gewinnt der Vertrieb über das Internet an immer größerer Bedeutung. „Während die Umsätze im stationären Handel rückläufig sind, gibt es

beim Online-Handel rasante zweistellig Wachstumsraten“, stellt Gerrit Heinemann, Professor für Betriebswirtschaft an der Hochschule Niederrhein, fest. Er empfiehlt deshalb, das Einzelhandelsgeschäft stärker mit dem Internet zu verzahnen. Claus-Dietrich Lahrs, Vorstandschef von Hugo Boss, sieht die Herausforderungen für sein Unternehmen im Ausbau eigener Einzelhandelskompetenz, um damit näher bei den Kunden in den regionalen Absatzgebieten zu sein. „Dazu müssen wir schneller auf Marktveränderungen reagieren können“, betont Lahrs. Deshalb würden Entwicklungs- und Verkaufszeiträume der Kollektionen verkürzt und die Prozessschritte optimiert. Alle Vorträge gibt es auf Video unter www.suedwesttextil.de.

Helga Schwitzer, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall „Wir brauchen Marathonläufer, keine Dauersprinter.“ (über die Anforderungen an die Mitarbeiter im Alter)

Prof. Dr. phil. Dr. h.c. Dipl. Psych. Andreas Kruse, Institut für Gerontologie, Ruprecht-Karls-Universität, Heidelberg „Wenn nicht im Alter kreativ, wann dann?“ (über die Chancen, die das Alter mit sich bringt)

Videos, Reden und Bilder u


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Verband + Industrie

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Rudolf Kast, Berater für Personalmanagement und Karriereentwicklung „Eine 96-Jährige hat kürzlich ihren Arbeitsvertrag umgestellt – von Teilzeit auf Vollzeit.“ (über ein Beispiel finnischer Flexibilität im Alter)

Dr.-Ing. Martin Synold, Werner Sobek GmbH & Co. KG, Stuttgart Die Gebäudehülle ist die „dritte Haut des Menschen“.

Dr. Hubert Jäger, Vice President & Head of Technology & Innovation, Leiter Konzernforschung SGL Group“ Jäger „Das Loch muss das Ziel sein, nicht die Fläche.“ (über die Anstrengungen im Leichtbau, noch bessere Gewebe herzustellen)

Martin Bremer Leiter Color & Trim, Daimler AG „Autos prägen nicht nur den Stoff aus dem die Träume sind, sondern auch der Stoff trägt maßgeblich dazu bei, aus einem Auto einen Traum zu machen.“

Prof. Dr. Gerrit Heinemann,Leiter eWeb-Research-Center

Claus-Dietrich Lahrs, CEO Hugo Boss AG „Um Premium wieder schätzen zu lernen, muss oft erst eine Krise kommen.“ (über Wertigkeit von Premiummarken)

unter www.suedwesttextil.de

„Ein Ende des OnlineWachstums ist noch nicht abzusehen.“

Jörg Hensen, Director Northern Europe, vente-privee.com, OnlineHandelsunternehmen „Ein Online-Shopping-Club ist eine Win-Win-Solution für Marken und Mitglieder.“


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Bildung + Soziales

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Mitarbeiter im Fokus Demografie-Management am Beispiel Rösch und Hartmann Auf der Zukunftskonferenz Textil Anfang Juli in Stuttgart wurde viel über die Herausforderungen der Unternehmen aufgrund der demografischen Entwicklung gesprochen. An zwei Beispielen zeigt sich, was die Textil- und Bekleidungsindustrie bereits unternimmt, um für die Zukunft gerüstet zu sein.

Schwäbisches Traditionsunternehmen setzt auf Familienfreundlichkeit. Zu Zeiten des Firmengründers Gerhard Rösch arbeiteten viele Hunderte Näherinnen im Unternehmen. Um seine gut ausgebildeten Fachkräfte nicht nach wenigen Jahren wieder zu verlieren, gab es für Rösch nur einen richtigen Weg: Die Frauen sollten nach der Niederkunft zurück ins Unternehmen kommen. Was also lag näher, als einen eigenen Betriebskindergarten zu eröffnen? Heute ist die mutige Idee und das, was daraus geworden ist, ein Argument für Bewerber, sich für Rösch als Arbeitgeber zu entscheiden. Der Kindergarten kann bis zu 20 Zwei- bis Sechsjährige aufnehmen, um die sich eine Vollzeitund eine Teilzeiterzieherin kümmern. Im Sommer werden ein Anbau mit einem separaten Bereich für Einjährige eröffnet und eine weitere Erzieherin eingestellt. Zusätzlich gibt es ein Angebot für die Eltern von schulpflichtigen Kindern: eine je einwöchige Ferienbetreuung in den Pfingst- und Sommerferien. Als schwäbisches Traditionsunternehmen mit Weitblick setzt die Gerhard Rösch GmbH

Wir sind ein innovatives, modernes Familienunternehmen, welches sich  durch flache Hierarchien und kurze Entscheidungswege auszeichnet.  Unternehmerisches Denken und Handeln sowie die konsequente  Umsetzung der Unternehmensziele sind für uns selbstverständlich.  Neben einer familienfreundlichen Personalpolitik und einem hervor-  ragendem Betriebsklima bieten wir unseren Beschäftigten ausgezeichnete  Arbeitsbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten. Wir sind ein innovatives, modernes Familienunternehmen, welches sich  durch flache Hierarchien und kurze Entscheidungswege auszeichnet.  Unternehmerisches Denken und Handeln sowie die konsequente  Umsetzung der Unternehmensziele sind für uns selbstverständlich.  Für die kompetente Leitung unseres seit 1971 bestehenden BetriebskinderNeben einer familienfreundlichen Personalpolitik und einem hervor-  ragendem Betriebsklima bieten wir unseren Beschäftigten ausgezeichnete  gartens suchen wir ab sofort / balmöglichst und Rösch liebevolle Sehr begehrt: Der Betriebskindergarten der Firma Rösch. eine äußerst motivierte Foto: Gerhard Gmbh Arbeitsbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten.

Persönlichkeit, die als

Familienfreundlich- die schon seit vielen Jahnun schon seit mehr als 60 Jahren auf eine fami- keit hat nicht nur mit ren im Unternehmen tätig  (m/w) die Weiterbildung lienfreundliche Perso- Gutmenschentum Für die kompetente Leitung unsereszu seit 1971waren, bestehenden Betriebskinderdie uneingeschränkte Verantwortung für das Glück und Wohlbefinden  gartens suchen wir ab sofort / balmöglichst eine äußerst motivierte und liebevolle sondern vor allem zum Maschinen- und nalpolitik. Bereits 1996 tun, Persönlichkeit, die als sowie die exzellente Förderung unserer Kinder übernehmen möchte. wurde das Unternehmen mit unternehmerischem Anlagenführer Textil ermöglicht. Dies wurde im am Neckar alsIhre Aufgaben umfassen insbesondere: „familien- Denken – damals wie  (m/w) die uneingeschränkte Verantwortung für das Glück und Wohlbefinden  heute. Studien Rahmen freundlichster• die Betrieb“ abwechslungsreiche Betreuungbelegen: unserer Kinder im alter vom von 1 WeGebau bis 3 Jahren sowie die exzellente Förderung unserer Kinder übernehmen möchte. UnProgramm vom Bundesfamilienmi• die individuelleFamilienfreundliche Förderung unserer Kinder entsprechend ihren der Agentur Ihre Aufgaben umfassen insbesondere: Talenten, Bedürfnissen und profitieren Interessen von ternehmen für Arbeit durchgeführt. nisterium ausgezeichnet: • die abwechslungsreiche Betreuung unserer Kinder im alter von 1 bis 3 Jahren Umsetzung neuester Lernmethoden • die individuelle Förderung unserer Kinder entsprechend Wiedereingliede„Die ihren Investition in gleich mehrere• die Male von kürzeren Talenten, Bedürfnissen und Interessen mit den eltern • die regelmäßige Beratung undhöherer Korrespondenz rungszeiten, Modie Mitarbeiter unseres der baden-württember• die Umsetzung neuester Lernmethoden • die Ver tretung des• die Unternehmens im und rahmen von Vor trägen regelmäßige Korrespondenz mit den elternund Kongressen tivation und Beratung geringeren Unternehmens ist unser gischen Landesregierung • die Ver tretung des Unternehmens im rahmen von Vor trägen und Kongressen und 2010 von der Bundes- Fehlzeiten. „Der Return- größtes Kapital und entSie passen zu uns, wenn Sie: Sie passen zu uns, wenn Sie: liegt scheidend für den Unteragentur für Arbeit. Ent- on-Investment • eine anerkannte erzieherausbildung oderbei ein oder sozialpädagogisches • eine anerkannte erzieherausbildung ein sozialpädagogisches studium studium besitzen sich konsequentsagt weiterentwickelt haben rund 20 und Prozent“, nehmenserfolg“, umreißt sprechend umfangreich besitzen und sich konsequent weiterentwickelt haben • Über mindestens 3 bis 5 Jahre Berufserfahrung verfügen Frau des sind Arnd-Gerrit Rösch die und umfassend• hat sich in Evita Über mindestens 3• offen, bisRösch, 5 flexibel, Jahre die Berufserfahrung engagier t und teamfähig verfügen • Über gute edV-Kenntnisse • offen, flexibel, jetzigen engagier t Firmeninhabers und teamfähigverfügen sind Personalpolitik seines den Jahren das Angebot, • Über gute verfügen und zuständig fürmitdie Un- neue Unternehmens. das das Unternehmen denedV-Kenntnisse haben sie zudem Lust, uns gemeinsam wege zu gehen und die Betreuungsmöglichkeit unseres Betriebskindergartens weiter auszubauen? 365 Tübinger Mitarbeitern ternehmenskommunikatidann würden uns über Ihre neue aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen, sie zudemon Lust, mit uns wir gemeinsam wege zu gehen und die und das anbieten kann,haben entwickelt. gerne per Mail,Design. sehr freuen. Bitte richten sie diese an: Betreuungsmöglichkeit unseres Betriebskindergartens weiter auszubauen? empPaul Hartmann Zur FamilienfreundDie individuellen Arbeitsdann würden wir unsGerhard Rösch GmbH, Personalabteilung über Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen, des Unterneh- fiehlt eine Alterszeitlösungen mit ca. 130 lichkeit Schaffhausenstraße 101, 72072 Tübingen gerne per Mail, sehr freuen. Bitte richten sie diese an: melanie.mueller@gerhard-roesch.de, Telefon: 0 70 71/153-250 gehört für Rösch strukturanalyse. verschiedenen Modellen mens bieten geradeGerhard Rösch GmbH, Personalabteilung für einenw wauch w . g edie r h Weiterbildung a r d - r o e s c h . d e Betrieb mit saisonal be- der Mitarbeiter, so wurSchaffhausenstraße 101, 72072 Tübingen dingten Hochphasen der den in den letzten Jahren melanie.mueller@gerhard-roesch.de, Telefon: 0 70 71/153-250 Das Thema DemoProduktivität große Chan- hauptsächlich an- und grafie und mögliche Auscen. w w w . g e r h a rungelernten d - r o e sMitarbeiter, c h . d e wirkungen stehen bei der Paul Hartmann AG bereits seit einigen Jahren auf der Agenda. Schon 2007 wurde die Frage beleuchtet, wie alternsgerechtes Arbeiten in Zukunft gestaltet werden kann. Mittels einer Altersstrukturanalyse wurden die demografischen Entwicklungen für das Unternehmen in seinen einzelnen Bereichen bis zum Jahre 2050 prognostiziert. Anschließend wurden verschiedene Maßnahmen hinsichtlich der Gestaltung von Schichtsystemen, GestalGenerationen arbeiten im Team. Foto: Paul Hartmann

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Zertifikat seit 2008

Zertifikat seit 2008

tung von Arbeitsplätzen oder auch gesunder Ernährung gestartet. Eines der Pilotprojekte wurde im Logistikzentrum Brück durchgeführt. Dabei untersuchte man einzelne Arbeitsplätze hinsichtlich besserer ergonomischer Gestaltung oder der Verbesserung von Arbeitsschritten. Mit externen Experten wurden entsprechende Arbeitsplatzanalysen erstellt und konkrete Verbesserungsmaßnahmen erarbeitet. In Workshops wurden diese detailliert besprochen und daraus konkrete Umsetzungspläne vereinbart. Der Fragestellung, wie gesunde Ernährung am Arbeitsplatz die Mitarbeiter fit halten kann, widmet sich ein weiteres Projekt. Themenwochen, in denen Tipps für gesunde Ernährung gegeben werden und ein „gesundes“ Ampelsystem für die in der Kantine angebotenen Mittags-Menüs sind nur einige Beispiele dafür, wie konsequent Hartmann auch dieses Thema angeht. Ein echter Meilenstein war Anfang Juni die Bio-Zertifizierung der Kantine am Stammsitz in Heidenheim. Sukzessive werden Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie umgesetzt. Hierbei sind kreative Ideen gefragt: Realisiert wurden bis jetzt die Flexibilisierung von Arbeitszeiten und Arbeitsorten sowie die Einrichtung eines Eltern-Kind-Arbeitszimmers. Hier können in Notsituationen, in denen die Betreuungsperson, zum Beispiel die Tagesmutter oder die Oma, kurzfristig ausfällt, die Kinder an den Arbeitsplatz ihrer Eltern mitkommen. Christine Schneider


Bildung + Soziales

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Office 2013 Eckdaten zur Neuordnung der Büroberufe Festgelegt wurden nun die Eckdaten zur Neuordnung der seit 20 Jahren bestehenden Büroberufe. Mehr als 95 000 Ausbildungsverhältnisse in Betrieben aller Wirtschaftsbereiche und Unternehmensgrößen sowie in Verwaltungen von Bund, Ländern und Kommunen sind davon betroffen. Die drei bestehenden Berufe – Bürokaufmann, Kaufmann für Bürokommunikation und Fachangestellter für Bürokom-

munikation (ö.D.) – werden zu dem neuen Beruf

„Kaufmann für Büromanagement“ mit dreijäh-

Eine Neuordnung der Büroberufe erfolgt zum August 2013.

Neue Wege ins Studium Gemeinsamer Leitfaden der Arbeitgeber und des DGB Im Sommer letzten Jahres beschloss der badenwürttembergische Landtag, den Hochschulzugang zu vereinfachen. Seither können auch beruflich Qualifizierte ohne Abitur ein Studium anstreben. Meister, Techniker und vergleichbar Qualifizierte verfügen jetzt über einen allgemeinen Hochschulzugang. Mit einer mindestens 2-jährigen Ausbildung und 3-jähriger Berufserfahrung kann über eine Eignungsprüfung ein Studium an einer Hochschule aufgenommen werden.

Gerade mit Blick auf die demografische Entwicklung ist dies ein Instrument, um dem Fach-

kräftemangel zu begegnen und die Strategie des lebensbegleitenden Lernens

zu unterstützen. Er ist zudem ein entscheidender Beitrag zur Stärkung der beruflichen Bildung. Mit einem neuen Informationsflyer wollen der DGB Bezirk Baden-Württemberg und die Arbeitgeber Baden-Württemberg die wichtigsten Informationen vermitteln, um den Dritten Bildungsweg als Personalentwicklungsinstrument in Betrieben und Verwaltungen nutzen zu können. Die Broschüre gibt es unter www.suedwesttextil.de. Christine Schneider

dem Prüfungsschwerpunkt Technikkompetenz zunächst zur Erprobung aufgenommen. Die Erarbeitung der Verordnung soll im Oktober beginnen. Veröffentlicht wird sie Anfang 2013, damit die neuen Büroberufe am 1. August 2013 in Kraft treten können. Weitere Informationen finden sich unter www.kwb-berufsbildung. de.

Christine Schneider

Jetzt ausbilden – proazubi200 plus hat noch Mittel frei! Südwesttextil unterstützt seine Mitgliedsunternehmen bei der Schaffung neuer Ausbildungsplätze. Für jeden zusätzlichen Azubi gibt es einen Zuschuss zu den Ausbildungskosten von 300 Euro im Monat – im gewerblich-technischen und im kaufmännischen Bereich. Bei Interesse erfolgt die Kontaktaufnahme über Südwesttextil (Christine Schneider, Telefon +49 711 21050-25 oder schneider@suedwesttextil.de).

Seminare Bildungswerk Seminarangebot der Akademie für Personal- und Organisationsentwicklung im Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft in Kooperation mit Südwesttextil Mitarbeitergespräche führen Termin: 12. bis 14. September 2011 Ort: Haus Steinheim

Hinweis

Termin bitte vormerken

Der Demografie-Kongress

riger Ausbildungsdauer zusammengefasst. In dem neuen Beruf wird der gemeinsame Kern an Qualifikationen und Lernzielen durch Wahlqualifikationen erweitert, vertieft und ergänzt. Die Wahlqualifikationen bieten umfangreiche Differenzierungsmöglichkeiten für die teils sehr unterschiedlichen Büroarbeiten und Funktionsbereiche in den verschiedensten Wirtschaftszweigen. Die gestreckte Abschlussprüfung wird mit

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Bevölkerungsentwicklung und Fachkräftemangel: Qualifizierte Mitarbeiter finden, binden und entwickeln

17. November 2011, Liederhalle, Stuttgart

Reklamationen am Telefon: Wenn die „Freundschaft“ Pause macht Termin: 29. September 2011 Ort: Haus Reutlingen Erfolgreich führen ohne Weisungsbefugnis Termin: 29. bis 30. September 2011 Ort: Haus Bleibach Weitere Informationen unter www.biwe.de


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Recht + Steuern

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Urlaubsanspruch bei Langzeiterkrankungen Neue Argumente gegen die Aufsummierung des gesetzlichen Mindesturlaubs Kaum eine obergerichtliche Rechtsprechung hat in der vergangenen Zeit so viele Schwierigkeiten und auch so viel Unverständnis in der Praxis ausgelöst wie die Rechtsprechungsänderung des Bundesarbeitsgericht (BAG) infolge der „Schulz-Hoff“ Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs. In ständiger Rechtsprechung war davon ausgegangen worden, dass der Urlaubsabgeltungsanspruch verfällt, wenn der Arbeitnehmer bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses bis zum Zeitpunkt des Anspruchsverfalls arbeitsunfähig war. Nunmehr summiert sich der gesetzliche Mindesturlaub bei einem Langzeiterkrankten während der Erkrankung über die Jahre hinweg auf.

Aufsummierung des Mindesturlaubs bei Langzeitkranken

Hauptleistungspflicht. Die Hauptleistungspflicht sei hingegen gerade suspendiert, da sich ein aktives Beschäftigungsverhältnis und der Bezug von Arbeitslosengeld gegen-

Es zeigt sich also insgesamt, dass die Rechtsprechung nach wie vor uneinheitlich ist und die Entscheidungen der Arbeitsgerichte derzeit schwer prognostiziert

Rechtsanwalt Nathan Binkowski: „Als tragfähig könnte sich eine weitere Begrenzung des entstehenden Urlaubsanspruchs erweisen.“ Foto: © Yuri Arcurs - Fotolia.com

seitig ausschließen. Auch wenn dieses neue Urteil zunächst als Etappensieg bewertet werden kann, ist doch zu berücksichtigen, dass eine andere Kammer

Uneinheitliche Rechtsprechung des LAG den Urlaubsanspruch gerade nicht als Hauptleistungspflicht gewertet hat.

werden können. Größere Rechtssicherheit könnte durch die erneute, bereits laufende Vorlage bei dem Europäischen Gerichtshof erlangt werden. Vorgelegt wurde im Wesentlichen die Frage, ob eine Ansammlung der Ansprüche für mehrere Jahre geboten ist, und ob eine zeitliche Begrenzung von 18 Monaten vorgesehen werden kann. In den Schlussanträgen dieses Verfahrens kam

Nathan Binkowski

Hinweis 25. Oktober 2011 – Haus der Wirtschaft, Stuttgart

Plattform zum Knüpfen von Business-Kontakten zwischen Textil- und Modeunternehmen aus Deutschland und der Türkei Südwesttextil und Gesamtmasche laden gemeinsam mit dem türkischen Textilverband ITKIB zu einem Info- und Kooperationstag Türkei ein. Ein abwechslungsreiches Programm mit Vorträgen zur aktuellen Branchenentwicklung, Erfahrungsberichten von Unternehmern und B2B-Meetings mit den Teilnehmern einer hochkarätigen türkischen Unternehmerdelegation erwartet Sie!

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ernd arbeitsunfähig ist oder nicht, so das LAG Düsseldorf. Diese Entscheidungen sind jedoch in der Rechtsprechung höchst umstritten. Als tragfähig könnte sich eine weitere Begrenzung des entstehenden Urlaubsanspruchs erweisen. Ein Langzeiterkrankter erhält nämlich nach Ablauf der Krankengeldzahlung, der sogenannten „Aussteuerung aus dem Krankengeldbezug“, Arbeitslosengeld. In diesem Fall ist in der Regel von einem Ruhen des Arbeitsverhältnisses auszugehen. Bei einem derartigen Ruhen geht das LAG BadenWürttemberg nunmehr davon aus, dass in einem ruhenden Arbeitsverhältnis kein Urlaubsanspruch mehr entsteht. Die Urlaubsgewährung sei nämlich verbunden mit der Fortzahlung des Arbeitsgeldes durch den Arbeitgeber und somit Teil der

die Generalanwältin zu dem Ergebnis, dass eine Begrenzung des Übertragungszeitraumes auf 18 Monate lange genug und damit letztlich geeignet erscheint, dem Arbeitnehmer die tatsächliche Ausübung des Anspruchs auf Jahresurlaub zu gestatten. Die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs steht allerdings noch aus. Derzeit verbleibt es also dabei, dass lediglich Rechtsauffassungen der Rechtsprechung des BAG entgegengehalten werden können. Allerdings kann der Rechtsprechung der verschiedenen Gerichte entnommen werden, dass eine Aufsummierung der gesetzlichen Mindesturlaubsansprüche zum Beispiel für einen Zeitraum von zehn Jahren zu 200 Urlaubstagen einer Begrenzung bedarf. Am tragfähigsten und in Baden-Württemberg jedenfalls vertretbar erscheint derzeit die Suspendierung der Hauptleistungspflicht in einem ruhenden Arbeitsverhältnis nach dem Ablauf des Krankengeldbezuges. Es bleibt zu hoffen, dass sich das BAG in absehbarer Zeit dem Bedürfnis nach einer Höchstgrenze anschließt.

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Soll das Arbeitsverhältnis dann beendet werden, stellt sich die Frage, wie mit dem dann entstehenden Urlaubsabgeltungsanspruch in beträchtlicher Höhe umgegangen werden soll. Hierzu wurden von verschiedenen Landesarbeitsgerichten (LAG) bereits mehrere Rechtsauffassungen entwickelt. So hat zum Beispiel das LAG Hamm angenommen, dass der Urlaubsabgeltungsanspruch des langandauernd erkrankten Arbeitnehmers der tariflichen Ausschlussfrist unterliegt. Aufgrund dieser Ausschlussfrist ergibt sich dann eine entsprechende Begrenzung. Weiter kann vertreten werden, dass Urlaubsansprüche grundsätzlich in drei Jahren verjähren.

Dabei könnte die Verjährungsfrist zum Schluss des Urlaubsjahres beginnen. Für den Beginn der Verjährung wäre dann unerheblich, ob der Arbeitnehmer langandau-


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Zugang einer Kündigung Übergabe an Ehegatten außerhalb der Wohnung kann die Frist wahren Bekanntlich wird die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses erst dann wirksam, wenn dem Arbeitnehmer die schriftliche Kündigungserklärung des Arbeitgebers „zugegangen“ ist. Der Zugang der Kündigung ist auch entscheidend für den Beginn und die Berechnung der Kündigungsfrist. Probleme tauchen dann auf, wenn der Arbeitnehmer für den Arbeitgeber kurzfristig nicht erreichbar ist. So auch im Fall, den der Sechste Senat des Bundesarbeitsgerichts (BAG) mit Urteil vom 9. Juni 2011 zu entscheiden hatte: Die Arbeitnehmerin hatte nach einer Auseinandersetzung mit der Geschäftsleitung am 31. Januar den Arbeitsplatz einfach verlassen. Der Arbeitgeber wollte nunmehr aufgrund dieses

Konflikts und der einzuhaltenden Kündigungsfrist von einem Monat zum Monatsende noch am selben Tag die Kündi-

Kündigung übergeben.

ben. Der Ehegatte selber aber übergab das Kündigungsschreiben nicht mehr am Abend des 31. Januar, sondern erst am

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gung übergeben, konnte die Arbeitnehmerin aber nicht erreichen. Da dem Arbeitgeber aber der Ehegatte der Arbeitnehmerin und dessen Arbeitsplatz bekannt war, wurde das Kündigungsschreiben durch einen Boten dem Ehegatten dort überge-

1. Februar seiner Ehefrau. Streitig war nun, ob die Kündigungserklärung am 31. Januar oder erst am 1. Februar der Arbeitnehmerin zugegangen war und das Arbeitsverhältnis demnach schon zum 28. Februar oder erst zum 31. März beendet wurde.

In seinem Urteil führt das BAG aus, dass eine Kündigung dann zugegangen ist, wenn sie so in den Machtbereich eines Arbeitnehmers gelangt, dass dieser unter gewöhnlichen Umständen von ihrem Inhalt auch Kenntnis nehmen kann. Ob er dies dann tatsächlich tut, ist nicht entscheidend. Ein Kündigungsschreiben ist laut Urteil des BAG im Machtbereich eines Arbeitnehmers angekommen, wenn es einer Person übergeben wird, die mit dem Arbeitnehmer in einer Wohnung lebt und die aufgrund ihrer Reife und Fähigkeit geeignet erscheint, das Schreiben an den Arbeitnehmer weiterleiten zu können. Dies ist bei Ehegatten in der Regel der Fall. Dabei geht die Kündigungserklärung dem Arbeitnehmer allerdings nicht bereits mit der

Übergabe an den Ehegatten zu, sondern erst dann, wenn mit der Weitergabe der Kündigungserklärung durch den Ehegatten an den Arbeitnehmer unter gewöhnlichen Verhältnissen zu rechnen ist. Das BAG kam zu der Überzeugung, dass die Kündigung bereits am 31. Januar an den Arbeitnehmer zugegangen war. Unter normalen Umständen sei damit zu rechnen, dass der Ehegatte, der das Kündigungsschreiben am Mittag erhalten hatte, dieses nach der Rückkehr in die gemeinsame Wohnung noch am selben Tag an die Arbeitnehmerin übergebe. Dass der Ehegatte dies im vorliegenden Fall nicht gemacht habe, könne nicht zu Lasten des Arbeitgebers gehen.

Kai-Uwe Götz

Komprimiertes Praxiswissen – Schriftenreihe Arbeitsrecht komplett neu überarbeitet Südwesttextil stellt seinen Mitgliedsunternehmen mit der Schriftenreihe Arbeitsrecht ein prägnant zusammengefasstes, hilfreiches Werkzeug für die tägliche Personalarbeit zur Verfügung. Zu vielen relevanten arbeits- und sozialrechtlichen Fragestellungen wurden insgesamt 13 Broschüren erstellt bzw. überarbeitet, in denen sowohl aktuelle Rechtsprechung als auch Praxiserfahrungen und lehrreiche Beispiele enthalten sind. Folgende Broschüren sind bisher erschienen: • • • • • • • • • • • • •

Pfändung von Arbeitseinkommen Übertarifliche Zulagen Arbeitsrechtliche Fragen bei Feiertagen und Jahreswechsel Jahressonderzahlungen Befristung von Arbeitsverhältnissen Arbeitsrechtliche Fragen zum Urlaub Ausgleichsanspruch des Handelsvertreters Maßnahmen zur Kostensenkung im Personalbereich Ferienbeschäftigung von Schülern und Studenten Fragen zur Tarifbindung Durchführung von Kurzarbeit Kündigung von Arbeitsverhältnissen Schwerbehindertenschutz

Auch für tarifgebundene Textil- oder Bekleidungsunternehmen werden wertvolle Hilfestellungen bei der Umsetzung tarifvertraglicher Regelungen gegeben. Die Schriftenreihe Arbeitsrecht steht unter www.suedwesttextil.de im Mitgliederbereich zum Download bereit.

Aktuelle Steuer-Nachrichten In der Juliausgabe der aktuellen Steuernachrichten wird diesmal ausführlich auf den von der Bundesregierung verabschiedeten Gesetzentwurf zur Umsetzung der Beitreibungsrichtlinie sowie zur Änderung steuerlicher Vorschriften eingegangen. Der Entwurf enthält zahlreiche Änderungen die auf EU-Ratsrichtlinien beruhen. Daneben berücksichtigt der Gesetzentwurf die notwendigen gesetzgeberischen Maßnahmen zur endgültigen Umstellung des Lohnsteuerabzugsverfahrens von der bisherigen lohnsteuerkartenbasierten Erhebung auf die Erhebung mithilfe elektronischer Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELSTAM). Die Steuernachrichten können als pdf-Datei im geschlossenen Mitgliederbereich der Internetseite von Südwesttextil heruntergeladen werden.


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Technik + Umwelt

Juli 2011

Fasern als Problemlöser

Termine

Erfolgreicher Auftakt des Landesnetzwerks AFBW „Innovative textile Werkstoffe und ihre Potenziale für industrielle Anwendungen“, so lautete das Motto der Auftaktveranstaltung der Allianz Faserbasierte Werkstoffe Baden-Württemberg (AFBW) bei der Heidelberger Druckmaschinen AG in Wiesloch. „Die Faser mag unscheinbar sein, aber ihre Fähigkeiten sind gewaltig. Sie wird sowohl in vielen Bereichen des Alltags eingesetzt als auch für hochtechnologische Produkte verwendet – sie ist ein Alleskönner“, erläuterte AFBW-Vorsitzender Christoph Larsén-Mattes die Möglichkeiten des Werkstoffs. Faserbasierte Werkstoffe sind leicht, flexibel, stabil, verträglich und können mit Sensorik verbunden werden. Entsprechend groß sind die unternehmerischen Chancen. Um Entwicklungen voranzutreiben und die Chancen des Werkstoffs bekannt zu machen, wurde die AFBW gegründet, ein Netzwerk, das großen Nutzen für alle Ak-

teure entlang der textilen Kette und für Anwender neuartiger textiler Produktinnovationen verspricht. „Gerade das technologieorientierte Land BadenWürttemberg verfügt über ein enormes Know-how im Bereich der Faser – von der

Unternehmen weiter auszubauen, um Wohlstand und Beschäftigung auch künftig zu sichern. Die Landesregierung unterstützt und fördert diesen Vernetzungsprozess hier im Land aktiv“, sagte Dr. Joachim Wekerle vom

Faserbasierte Werkstoffe für alle Lebenslagen.

Entwicklung bis hin zur Anwendung“, sagte Prof. Dr. Heinrich Planck, stellvertretender Vorsitzender der AFBW. „Die AFBW wurde zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort gegründet. Die AFBW kann und wird Hilfestellung geben, um gemeinsam die Wettbewerbsfähigkeit der

Foto: AFBW

Ministerium für Finanzen und Wirtschaft. Einen Einblick in die Zukunft des Leichtbaus gab Heribert Wille, Leiter System Manufacturing bei der Heidelberger Druckmaschinen AG. Professor Dr. Michael Buchmeiser, Direktor des Instituts für Textilchemie und Chemiefasern in Denkendorf, be-

richtete über neue Carbonund Keramikfasern, die dank ihres außergewöhnlichen Eigenschaftsprofils großes Innovationspotenzial für vielfältige industrielle Einsatzbereiche bieten. Von den Geheimnissen der Fäden von Spinnen und der Motivation dieses der Natur nachmachen zukönnen berichtete Professor Dr. Thomas Scheibel von der Universität Bayreuth. Er entwickelte mit einer Arbeitsgruppe eine einzigartige Technologie, die eine großtechnische, biotechnologische Produktion der natürlicher Spinnenseide nachempfundenen Seidenproteine ermöglicht. Professor Dr. Anton Schenek von der Hochschule Reutlingen gab mit seinem Vortrag einen Einblick in die Welt der Naturfasern und deren Verwendung im Verbund mit anderen Materialien. Die Vorträge stehen im Mitgliederbereich von www.suedwesttextil.de. Christine Schneider

Der kreative Faden Strähle + Hess umgarnt Instrumententafel und Mittelkonsole für die neue A-Class Bei der Mercedes-Benz Fashion Week in Berlin treffen sich alle: Designer, Meinungsführer und modebegeisterte Prominente. Neben der Haute Couture hatten sie in diesem Jahr vor allem ein Auge für das neue Mercedes-Benz Concept A-Class. Absoluter Blickfang im Interieur dieses expressiven Konzeptfahrzeugs sind Instrumententafel und Mittelkonsole, für deren revolutionäre Umgarnung mit durchsichtigen Spezialtextilien die kreativen Köpfe von Strähle + Hess verant-

Blick ins Innere des Concept A-Class von Mercedes-Benz – die technische Spezialtextilie „translucent silver ray of light“. Foto: Mercedes-Benz

wortlich zeichneten. Mit der einmaligen Spezialanfertigung „trans-

Südwesttext

lucent silver ray of light“ strickten die Textilspezialisten in Althengstett

(Landkreis Calw) nach den exakten Vorgaben der Mercedes-Benz-Designer auf einer Großrundstrickmaschine einen hochelastischen Stoff. Der gibt dem Innenraum des Concept-Cars durch die metallisch-glänzenden Fäden eine technische Linie. Sein Zwillingsbruder, der zeitgleich zu Roadshows auf Weltreise geschickt wurde, bekam durch das aluminiumbedampfte „translucent aluminium ray of light“ ein noch futuristischeres Aussehen. Simone Diebold

Sommerakademie Vom 5. bis zum 9. September veranstaltet die Gatex das einwöchige Seminar „Textiles Grundwissen für Kaufleute und Auszubildende“. Die Teilnehmer erhalten einen umfassenden Überblick über die Entstehung von Textilien entlang der gesamten textilen Produktionskette. Sie erlernen Kenntnisse, die ihnen bei ihrer täglichen Arbeit helfen, die textilen Produkte in ihrer Zusammensetzung, Eigenschaft und Qualität besser zu bewerten. Mit auf dem Programm steht die Besichtigung eines Textilunternehmens. Weitere Informationen unter www. die-gatex.de Innovation Day 2011 Unter dem Titel „Textil im Kontext mit Cleantech“ lädt Swiss Texnet zum diesjährigen Innovation Day 2011 am 23. August ein. Veranstaltungsort ist wieder die Empa Akademie in Dübendorf. Die Veranstaltung befasst sich mit dem Thema Clean-Technology und Nachhaltigkeit. Die sich ergebenden Chancen für nachhaltige Textilinnovationen werden anhand von Beispielen aufgezeigt und sollen Impulse für die Teilnehmer liefern. Anmeldung und Programm finden sich unter www. swisstexnet.ch Textil und Sensorik Am 25. Oktober veranstaltet Bayern Innovativ im Kolpinghaus Regensburg ein Kooperationsforum mit Fachausstellung. Schwerpunktthemen sind u. a. die neueste Sensortypen für intelligente Textillien, die Integration von Mikrosystemtechnik, die Waschbarkeit und Langlebigkeit sowie die Energieübertragung und Datenkommunikation. Weitere Details unter www.bayern-innovativ. de/textil2011


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Technik + Umwelt

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Männer reden nicht nur über Akkuschrauber Hohenstein Institute verleihen die Otto-Mecheels-Medaille an Triumph Chef Dieter Braun Wirtschaftsprominenz und -kompetenz traf sich am 14. Juli in Bönnigheim zur zweiten Verleihung der OttoMecheels-Medaille. Der Leiter der Hohenstein Institute, Prof. Dr. Stefan Mecheels, überreichte in diesem Jahr die nach seinem Großvater und Institutsgründer benannte Auszeichnung an Dieter Braun, Geschäftsführender Gesellschafter der Triumph International Group, für sein Lebenswerk und das des Familienunternehmens Spiesshofer & Braun. „Auch die Männer haben ab und zu ihre Freude an unseren Produkten – im Zusammenhang mit ihrer Partnerin“, sagte Dieter Braun, der nun, als Preisträger Hanns A. Pielenz, Chef der AmannGroup, folgt. Das Unternehmen wurde 1886 von den Familien Spiesshofer und Braun in Heubach gegründet und befindet sich bis heute in Familienbesitz. Die Handelsmarke Triumph wurde 1902 eingetragen. Heute

Hohenstein verleiht die zweite Otto-Mecheels-Medaille: (v. l.) Dr. Ute Braun, Dieter Braun, Prof. Dr. Stefan Mecheels, Dr. Thomas Lindner (Groz-Beckert), Dr. Markus H. Ostrop, Hanns A. Pielenz. Foto: Hohenstein

ist Triumph das wohl internationalste Wäscheunternehmen der Welt. Triumph ist mit eigenen Tochtergesellschaften weltweit in über 120 Ländern präsent und mit den Marken Triumph, Sloggi, BeeDees, Valisere und HOM hauptsächlich auf Lingerie sowie Tag- und Nachtwäsche spezialisiert. Die Unternehmens-

gruppe beschäftigt über 37 500 Mitarbeiter. Vor den 120 Gästen im Hause der textiltechnischen Forschung und Wissenschaft erläuterte Dr. Markus H. Ostrop, Hauptgeschäftsführer von Südwesttextil und Gesamtmasche, in seiner Laudatio kundig und gekonnt das Geheimnis von Dessous in der Beantwor-

tung der Frage: „Funktion und Form – Symbiose und Widerspruch zugleich?“. „Dabei geht es wohlbemerkt nicht um Autos oder Akkuschrauber – wo Männer immer sachverständig mitreden können. Es gehe – wie das Lebenswerk des Laureaten verrate – um die „höchst sensible, intime und diffi-

Typ A oder B – Ideen werden gefördert Innovationsgutscheine für die Planung neuer Produkte noch verfügbar In Baden-Württemberg werden seit Frühjahr 2008 im Rahmen eines Modellvorhabens Innovationsgutscheine an kleine und mittlere Unternehmen ausgegeben. Unter bestimmten Voraussetzungen erhalten sie eine finanzielle Förderung für die Planung, Entwicklung und Umsetzung neuer Produkte oder Dienstleistungen. Bis Ende 2010 sind bereits 1 610 Anträge auf Innovationsgutscheine eingegangen. Nach wie

vor können Anträge auf Innovationsgutscheine fortlaufend beim Ministerium für Finanzen und Wirtschaft eingereicht werden. Es gibt zwei Varianten von Gutscheinen: - Bei Typ A erhalten die Unternehmen maximal 2 500 Euro bzw. bis zu 80 Prozent der Kosten, die dem Unternehmen von dem beauftragten Forschungsinstitut in Rechnung gestellt wurden. Hier werden wissenschaftliche Tätigkeiten im

Vorfeld der Entwicklung eines innovativen Produkts, einer innovativen Dienstleistung oder einer Verfahrensinnovation z.B. Technologie- und Marktrecherchen, Machbarkeitsstudien, Werkstoffstudien, Designstudien, Studien zur Fertigungstechnik unterstützt. - Für den Typ B bekommt ein Unternehmen maximal 5 000 Euro bzw. 50 Prozent der Kosten, und zwar für die umsetzungsorientierte Forschungs- und Entwick-

lungstätigkeiten, die darauf ausgerichtet sind, innovative Produkte, Produktionsverfahren und Dienstleistungen bis zur Markt- bzw. Fertigungsreife auszugestalten. Beide Innovationsgutscheine sind kombinierbar. Das Antragsformular und das aktuelle Merkblatt stehen unter www. innovationsgutscheine.de zum Download bereit.

zile Beziehung zwischen dem weiblichen Selbstverständnis und der Lingerie.“ Es gehe um nicht weniger als um „die Perfektion in weiblicher Form“. Nach Schmerzen und Atemnot mit schweren, unhandlichen Corsagen, die nur mit Hilfe von Kammerzofen angelegt werden konnten, könnten Frauen heute aufatmen. Sie verlangten bequeme, schlichte Unterwäsche für den Alltag oder verführerische Spitzen-Dessous, BH und Miederhöschen mit leicht formendem Charakter oder moderne Shapewear: modelliernde Wäsche, als gelungene Symbiose von Funktion und Form, von Komfort und Optik. „Die Perfektion in weiblicher Form zu schaffen, ist nicht nur technisch, sondern auch angesichts der in dieser Entwicklung liegenden befriedigenden Wirkung für die weibliche Psyche eine wahre Heldentat“, so der Laudator. Simone Diebold

Forschungsinstitute: Zentrum für Management Research Prof. Dr. Meike Tilebein www.ditf-denkendorf.de/mr/

Institut für Textil- und Verfahrenstechnik Prof. Dr.-Ing. Heinrich Planck www.itv-denkendorf.de/

Institut für Textilchemie und Chemiefasern Prof. Dr. Michael R. Buchmeiser www.itcf-denkendorf.de/

Hohenstein Institute Prof. Dr. Stefan Mecheels www.hohenstein.de

Christine Schneider


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Zu guter Letzt

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Südwesttext

Der Auftakt zur Zukunftskonferenz Textil

Impressum © Alle Rechte vorbehalten. Keine Vervielfältigung ohne schriftliche Genehmigung des Herausgebers.

Zitat

Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie – Südwesttextil e.V. Kernerstraße 59 70182 Stuttgart

„80 Millionen Deutsche sind nicht mehr als der Rechenfehler bei der Zählung der chinesischen Bevölkerung.“

Postfach 10 50 22 70044 Stuttgart Telefon: +49 711 21050-0 Telefax: +49 711 233718 Internet: www.suedwesttextil.de Präsident Dr. Axel Nickel Hauptgeschäftsführer Dr. Markus H. Ostrop Verantwortlich für Inhalt und Layout: Simone Diebold Gestaltung: www.die-wegmeister.com Druck: Gress-Druck GmbH, Fellbach Auflage: 900

Bildnachweis Von links nach rechts: Heinz Horn (Präsident Gesamtverband textil+mode), Hans Digel (Vizepräsident Südwesttextil), Axel Köppe (Textilveredlung an der Wiese), Dr. Axel Nickel (Präsident Südwesttextil), Boris Behringer (Stellv. Hauptgeschäftsführer Südwesttextil), Donata Apelt-Ihling (Vizepräsidentin Südwesttextil), Dr. Markus H. Ostrop (Hauptgeschäftsführer Südwesttextil), Moderatorin Petra Gottwald (Deutscher Fachverlag), Sven Gábor Jánszky (Trendforscher), Prof. Dr. Stefan Mecheels (Hohenstein Institute), Thomas Diels (Gütermann Group), Silvia Jungbauer (Stellv. Hauptgeschäftsführerin Gesamtmasche), Wolfgang Jassner (Bruno Banani), Sabine Dirlewanger und Robert Herzog (Staatl. Modeschule Stuttgart) Weitere Impressionen unter www.suedwesttextil.de

Erich G. Fritz, MdB, beim Wirtschaftsrat am 25. Mai in Berlin.

Südwesttext Juli 2011  

Die Monatsausgabe der Zeitung von Südwesttextil.

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