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Südwesttextil August 2015

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SÜDWESTTEXT Zeitung für die Textil- und Bekleidungsindustrie HERAUSGEGEBEN VON SÜDWESTTEXTIL

WWW.SUEDWESTTEXTIL.DE

AUGUST 2015 | NR. 95

Themen

© Robert Kneschke - Fotolia.com

Verband + Industrie Zügig zum Ziel Seite 4 Bildung + Soziales „Komm in die Puschen!“ Seite 6

Mitarbeitermotivation

Recht + Steuern Neues zum Mindestlohn Seite 8

Wir wollen besser werden Seite 3

Textil- und Modemarkt Iran Chancen für den textilen Mittelstand

Foto: © Zerophoto - Fotolia.com

Der Fall der Sanktionen gegenüber dem Iran ist eine Frage der Zeit. Investoren und Exporteure geben

sich in Teheran bereits die Klinke in die Hand. Der Modehandel wächst real um 4 bis 5 Prozent pro Jahr. Westliche Marken profitieren bald besonders. Das Land ist ein attraktiver Exportmarkt sowohl für Mode als auch für technische Textilien. Fast 80 Millionen Menschen leben in dem Golfstaat, die Bevölkerung ist jung und auch im internationalen Vergleich gut ausgebildet. Verschärfte Sanktionen seit 2010, darunter das EU-Ölembargo, hatten die iranische

Wirtschaft zuletzt arg gebeutelt. Nachdem die Öleinnahmen wieder sprudeln, geht es aufwärts. Zurückgestellte Infrastrukturmaßnahmen, überfällige Investitionen in der Industrie und die anziehende Nachfrage im Automobilbau bedeuten Chancen für technische Anwendungen. Derzeit rollen im Iran jährlich ca. 850 000 Neuwagen vom Band. Iranische Medizintechnik ist im Mittleren Osten führend. Nach den Fortsetzung Seite 2

Gemischte Gefühle Anfang August haben sich die EU und Vietnam auf die leichter zollfrei in die EU gelangen als deutsche Waren in Eckpunkte eines Freihandelsabkommens geeinigt. EU- die Schweiz. Dass Brüssel für EU-Hersteller schlechtere Handelskommissarin Malström spricht vom Abbau fast Konditionen aushandelt als für Importeure, stößt vieleraller Handelsbarrieren. Das Abkommen soll bis Jahres- orts auf Unverständnis. Unbehagen gibt es auch wegen ende unterschriftsreif sein mangelhafter Arbeits- und und könnte schon Ende »Lokale Hersteller müssen ihre Sozialstandards. Während 2017 in Kraft treten. Vietausländisch investierte Benam gehört zu den größten Arbeitsbedingungen verbessern.« triebe entsprechende VorTextilexporteuren welt- Phan Dang Tho, stv. Chefinspekteur des Arbeits- und Sozialministeriums schriften einhielten, böten Firmen in lokaler Hand weit. 2014 hat Deutschland Textilien und Bekleidung für 890 Mio. Euro aus häufig kein sicheres Arbeitsumfeld, heißt es selbstkritisch Vietnam importiert – 75 Prozent mehr als 2010. Noch von der vietnamesischen Regierung. Freihandel auf Aubremsen strenge Ursprungsregeln den Handel. Doch genhöhe? Die nächsten beiden Jahre werden zeigen, wie Vietnam rüstet seine Vorstufen auf, auch mit Geld aus ernst das Thema tatsächlich genommen wird. China und Indien. Bald könnten vietnamesische Waren Silvia Jungbauer

Zahl des Monats Der „Steuerzahlergedenktag“ fiel in diesem Jahr auf den 8. Juli. Was die Berufstätigen in Deutschland bis zu diesem Tag erarbeitet haben, entspricht der Summe der staatlich bedingten Ausgaben, die sie in 2015 zu zahlen haben: 51,6 Prozent ihres Einkommens. Über die Summe, die von diesem Datum bis zum Jahresende verdient wird, kann jeder Arbeitnehmer nach Lust und Laune frei verfügen. Der Bund der Steuerzahler berechnet diesen fiktiven Tag jedes Jahr neu. In den vergangenen zwanzig Jahren lag er bis auf vier Mal immer in der zweiten Jahreshälfte. Das sah 1960 noch anders aus. Da waren die Steuern und Abgaben bereits am 27. Mai erarbeitet – mit einer Quote von 40,3 Prozent. Seit 2011 liegt sie über der 50-Prozent-Marke und und marschiert allmählich in Richtung 52 Prozent.

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Aktuell Am 5. Oktober startet der Landesverband der Baden-Württembergischen Industrie (LVI) in seiner Geschäftsstelle in Ostfildern mit einem Workshop die Einführung eines Energieeffizienznetzwerks. Laut BAFA wird in der Regel in einem solchen Netzwerk bei jedem der teilnehmenden Unternehmen eine Energieberatung durchgeführt. Die Einladung wird in Kürze versandt.


2  Verband + Industrie

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August 2015 I Nr. 95

Fortsetzung von Seite 1 In Kürze

Textil- und Modemarkt Iran Krisenjahren 2012 und 2013 wächst das Land jetzt wieder mit 2,5 Prozent pro Jahr. Für 2017 prognostiziert die Weltbank ein Wachstum von bereits 6 Prozent. Darüber hinaus wartet eine breite Mittelschicht darauf, westliche Qualitäts- und Markenmode einzukaufen. 2015 werden im organisierten iranischen Mode-Retail schätzungsweise 5,2 Mrd. Euro umgesetzt. Innerhalb von fünf Jahren soll der Modeabsatz um ein Fünftel wachsen. Das dynamischste Marktsegment ist dabei Kinderbekleidung (+27,5 Prozent bis 2019), gefolgt von Herrenmode, Wäsche, Accessoires und Damenbekleidung. In den Großstädten bekommen traditionelle Bazare und der nichtorganisierte Einzelhandel Konkurrenz von westlich geprägten Einkaufszentren. Auch wenn die Shopping Malls aussehen wie Einzelhandelszentren überall auf der Welt, sind die Marken, die es darin zu kaufen gibt, auf Umwegen in den Iran gelangt – über Händler in der Türkei oder in den Golfstaaten. Die Stores haben zu den Marken keine Verbindung. Dabei werden westliche Modemarken keineswegs am Irangeschäft gehindert. Doch reguläre Geldtransfers sind

aufgrund der Sanktionen beinahe unmöglich. Viele internationale Marken sehen den Grauimport, der sich ihrer Kontrolle entzieht, mit Unbehagen. Derzeit betreiben nur wenige europäische Brands eigene Shops im Iran, darunter Mango, Benetton und Escada. Das könnte sich bald ändern. Trotz jahrelanger Sanktionen schätzt der IWF das jährliche Pro-KopfEinkommen im Iran auf ca. 16 500 US-Dollar pro Jahr. Damit hat der iranische Durchschnittskonsument mehr in der Tasche als die Käufer in den Schwellenländern Brasilien,

China, Indien oder Südafrika. Der iranische Mittelstand kauft mode-, marken- und qualitätsbewusst und ist gut über internationale Trends informiert. Teure Marken sind als Statussymbol wichtig. Der Preis für westliche Markenware, die deutlich teurer ist als im Ausland, wird dabei buchstäblich in Kauf genommen.

Fragen an: Dipl.-Volkswirtin Silvia Jungbauer Tel.: +49 711 21050-13 jungbauer@suedwesttextil.de

Modemarkt Iran: Prognose Retail-Umsatz (Reales Wachstum, zu Preisen von 2014) 3,5 3 2,5 Damen

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Herren

Mrd. Euro 1,5

Kinder Wäsche

1 0,5 0 2015

2016

2017

2018

2019

Daten: Euromonitor International

Nachrichten aus Berlin

Felix Ebner

Ab 1. November wird der Gesamtverband textil+mode wieder einen eigenen t+m-Repräsentanten in enger Anbindung an den BDI in Brüssel haben: Felix Ebner wird die Interessenvertretung vor Ort übernehmen. Der Diplom-Volkswirt mit postgradualem Masterstudium in internationalen Beziehungen verantwortet seit über sechs Jahren erfolgreich den vielfältigen Bereich

Außenwirtschaft bei t+m. Er ist daher mit der Branche und ihren Themen im Detail vertraut sowie in der Industrie und Politik bestens vernetzt. Schwerpunktmäßig bleibt der Außenwirtschaftsexperte weiterhin Ansprechpartner für die Verbände der Branche in allen Fragen der Handels-, Außenwirtschafts- und Zollpolitik, die im Zuständigkeitsbereich der EU liegt. textil+mode wird mit seinem Büro zusammen mit anderen deutschen Verbänden unter dem neuen Dach der „BDI/ BDA – The German Business Representation“, Rue Marie de Bourgogne 58, 1000 Brussels, vertreten sein. Seit Mitte Juli verantwortet Batzorig Daarten das Referat Recht und Steuern bei t+m in Berlin. Der Volljurist war nach seinem Doppelstudium Jura und Politikwissen-

Batzorig Daarten

schaften mit Stationen in Anwaltskanzleien in Berlin und Brüssel für Reservon tätig. Ab dem 27. Juli ist nach ihrer Elternzeit Rechtsanwältin Susanne Wicht auch wieder mit an Bord des Gesamtverbandteams. Sie ist weiterhin für Tarifpolitik sowie das Arbeits- und Sozialversicherungsrecht zuständig. Simone Diebold

Caroline Schuon ist Ende Juli der diesjährige Designpreis der Fakultät Textil & Design der Hochschule Reutlingen verliehen worden. Die Masterabsolventin im Studiengang Modedesign hat gemeinsam mit der Weberei Hohmann und der Hochschule München schallabsorbierende Dekorationsstoffe entwickelt. Stoffe aus dieser Kollektion verkürzen die Nachhallzeit und verbessern damit das Sprachverhältnis in Räumen. Sie eignen sich also bestens für öffentliche Gebäude wie Hotels oder Tagungsstätten. Der Preis wurde von Campus Reutlingen gestiftet. Das Bundeskabinett hat beschlossen, dass kroatische Staatsangehörige ab dem 1. Juli 2015 in Deutschland ohne Einschränkung tätig werden dürfen. Die Arbeitgeber BadenWürttemberg begrüßen diesen Beschluss. Die Arbeitnehmerfreizügigkeit innerhalb der EU bietet eine große Chance zur Bewältigung des Fachkräftemangels. Seit dem Beitritt Kroatiens zur Europäischen Union im Juli 2013 hatten Kroaten grundsätzlich noch eine Arbeitsgenehmigung-EU (§ 284 SGB III) benötigt, um in Deutschland eine Beschäftigung ausüben zu können. Diese Übergangsregelung endete zum 30. Juni 2015. Deutschland nimmt eine nach EU-Recht mögliche Verlängerung der Übergangsregelung für die nächsten drei Jahre nicht in Anspruch. Der Bundesverband der Schuhund Lederwarenindustrie HDS/L hat zum 1. Juli seine neuen Räumlichkeiten in der Reinhardtstraße 14 in Berlin-Mitte bezogen – in Bürogemeinschaft mit dem Gesamtverband textil+mode. HDS/L Hauptgeschäftsführer Manfred Junkert hebt die Vorteile des Standortwechsels hervor: „Durch die neu geschaffene, enge Kooperation und gemeinsame Präsenz in der Hauptstadt können zahlreiche Synergien und Fachkompetenzen genutzt werden.“ Neben der Hauptgeschäftsstelle verfügt der Verband noch über eine Geschäftsstelle in Pirmasens und Repräsentanten in München und Brüssel. Zuvor war der HDS/L in Offenbach beheimatet.


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Verband + Industrie 3

Wir wollen besser werden Mitarbeiter begeistern, Blockaden abbauen, Zukunftsperspektiven schaffen

Foto: © ChenPG - Fotolia.com

Ein Geschäftsführer eines Textilunternehmens in Ostdeutschland hatte gezielt in moderne Maschinen und Ausrüstungen investiert, um Kundenwünsche zu erfüllen, innovative Produkte anzubieten und dem Wettbewerb einen Schritt voraus zu sein. Doch er erkannte, dass dies alleine nicht ausreichen würde, um erfolgreich zu sein. Erst wenn es ihm gelänge, seine Mitarbeiter für die Neuerungen zu begeistern, ihnen das Rüstzeug zu geben, eigenverantwortlich voranzugehen, Umsetzungsblockaden zu lösen und ihnen Zukunftsperspektiven zu eröffnen, würde sich der wahre Erfolg einstellen. Zu diesem Zweck erarbeitete er mit externer Unterstützung ein Programm zur Weiterentwicklung seiner Führungskräfte und Mitarbeiter, das über einen längeren Zeitraum zu unterschiedlichen Themen unter dem Motto „Wir wollen besser werden“ laufen sollte. Um eine Messbarkeit zu gewährleisten, wurde die Struktur der Programmelemente nahezu gleich angelegt. Im ersten Schritt sollten mit externer Unterstützung intensive Einzelgespräche mit Mitarbeitern der ersten und zweiten Führungsebene geführt werden, um ihre Einstellung und Beurteilung zum Unternehmen zu erfahren. Beim anschließenden Wochenendseminars sollten die Teilnehmer sowohl durch Workshoparbeit, als auch „spielerisch“ an die jeweiligen Themen herangeführt werden. Um die Ergebnisse des Seminars abzusichern und ein Feedback der

Mitarbeiter zu erhalten, war geplant, ca. sechs Wochen nach dem Wochenendseminar ausführliche Feedbackgespräche zu führen. Im zweiten Schritt sollte ohne externe Beteiligung das Management die Themeninhalte, die vereinbarten Maßnahmen sowie die Veränderungsbereitschaft und -fähigkeit der Mitarbeiter verfolgen, unterstützen und im Bewusstsein aller Beteiligten präsent halten. Begonnen wurde mit dem Themenschwerpunkt „Weiterentwicklung von Kommunikation, Teamarbeit, Motivation, Kreativität und Führung im Unternehmen“. Die Teilnehmer erhielten zur Vorbereitung auf die Einzelgespräche einen Fragenkatalog. Ziel der Einzelgespräche war es, Vertrauen aufzubauen und dadurch Offenheit zu erreichen sowie durch Bewusstseinsarbeit eine neue Sicht auf Probleme, Ideen und Wege zu schaffen, eigene Blockaden aufzulösen und zu effizienten Maßnahmen zu gelangen. Das Wochenendseminar fand in entspanntem Ambiente außerhalb des Unternehmens statt, um ein positives Umfeld für das gemeinsame Arbeiten zu schaffen, das sich aus teambildenden Aktivitäten und Workshoparbeit zusammensetzte. Als Ergebnis sind zwei Gruppenarbeiten herauszuheben, bei denen neben der Sacharbeit das Bewusstsein für notwendige Veränderung geschaffen wurde: In der ersten Gruppenarbeit wurde die klassische Frage nach den Stärken des Unternehmens erarbeitet und wie weit

diese von den Wettbewerbern besetzt sind. Tatsächlich kam heraus, dass die am höchsten bewerteten Stärken überwiegend auch bei den Wettbewerbern vorhanden waren und somit keine strategischen Erfolgspositionen darstellten. Die anschließende Diskussion öffnete kreative Räume für Überlegungen und setzte Gedanken hinsichtlich der zukünftig zu schaffenden „besonderen“ Stärken frei. Ein herausforderndes Maßnahmenprogramm folgte als Konsequenz. Einen weiteren Denkanstoß ergab die Gruppenarbeit, in der Ursachen und Möglichkeiten zur Reduzierung von II.-Wahl und internen Retouren erarbeitet wurden. Das Ergebnis zeigte, dass es sich bei den Ursachen ausschließlich um solche handelte, bei denen das mittlere Management direkte Verantwortung für deren Vermeidung trug. Das so geschaffene Bewusstsein bei den Führungskräften führte direkt zu intensiven Diskussionen und letztlich zu einem umfangreichen Maßnahmenpaket. Die nach sechs Wochen geführten Feedbackgespräche zeigten, dass die Teilnehmer extrem positive Veränderungen im Unternehmen empfanden – jedoch weniger bei sich selbst, als bei den anderen Führungskräften. Einige Monate nach diesen insgesamt positiven Aussagen hatte die Geschäftsleitung den Eindruck, dass vieles wieder in den alten Trott verfällt. Die daraufhin geführten Gespräche machten deutlich, dass sich einige Veränderungen doch nicht nachhaltig etabliert hatten. Die Geschäftsleitung entschied daher, dass alte Themenschwerpunkte aufgefrischt und neue aktiv angegangen werden mussten. Auch die Geschäftsleitung beschäftigte sich selbst mit dem Thema „Management und Führung im Unternehmen“. Die Antworten auf Fragen wie „Wie führen wir, die Geschäftsleitung, in unserem Unternehmen (Eigenbild – Fremdbild)?“, „Wie beurteilen wir das Management- und Führungsverhalten unserer Abteilungsleiter und wie können wir dieses verbessern?“ oder „Wie können wir das Mitunternehmertum unserer Abtei-

lungsleiter/Mitarbeiter weiterentwickeln und verbessern?“ waren sehr detailliert und unternehmensspezifisch. Der Diskussionsbedarf innerhalb der Geschäftsleitung war sehr viel größerer als ursprünglich angenommen. Ein Zeichen dafür, dass entsprechende Gespräche im normalen Alltagsgeschäft nur unzureichend geführt wurden. Für die Mitarbeiter folgte dann zwei Monate später ein kurzes Projekt mit dem Themenschwerpunkt „Führen und geführt werden – Wege zur Verbesserung für Führungskräfte und Mitarbeiter“. Die auch hier geführten Einzelgespräche ließen erkennen, dass längst als überwunden und gelöst geglaubte Schwierigkeiten noch oder wieder von Bedeutung waren. Die Erkenntnis, dass das mittlere Management unbefriedigende Situationen zwar beklagte, sich aber zu wenig verantwortlich fühlte, um diese zu verändern, machte der Geschäftsleitung Sorge. Ein weiterer Schritt zum Thema „Wir brauchen Problemlöser und keine Problembeschreiber“ folgte. Die vom Unternehmen bisher durchgeführten und hier beschriebenen Aktivitäten zeigen, dass es nicht einfach ist, „besser zu werden“. Der Rückfall in alte Verhaltensmuster ist immer wieder festzustellen. Dennoch, der eingeschlagene Weg hat sich gelohnt: die Effizienz wurde an vielen Stellen gesteigert und Kosten konnten teilweise immens reduziert werden. Die Geschäftsführung beabsichtigt den Projektzyklus fortzusetzen, Themen erneut aufzugreifen und tiefer im Bewusstsein zu verankern sowie neue Themen anzugehen.

Dr.-Ing. Gert Stapelfeldt StU – Dr. Stapelfeldt Unternehmensberatung, Aachen Tel.: +49-2408-2747 E-Mail: StapelfeldtUB@t-online.de


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Verband + Industrie

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Zügig zum Ziel Schnelleres Bezahlen schafft Arbeitsplätze Zahlungsverzug kostet die EUWirtschaft jedes Jahr Milliarden und gefährdet unzählige Arbeitsplätze. Die EU-Richtlinie zur Bekämpfung von Zahlungsverzug im Geschäftsverkehr sollte Abhilfe schaffen, Zahlungsfristen verkürzen und den schlimmsten Auswüchsen einen Riegel vorschieben. Für den deutschen Mittelstand aber gibt es keine spürbare Verbesserung. Großkunden im Modehandel drängen ihre Lieferanten sogar, die Zahlungsziele noch weiter auszudehnen. Firmeninsolvenzen durch säumige Schuldner – das ist in Europa leider keine Seltenheit. Zwar kommt es nicht immer ganz so schlimm. Doch auch 2014 haben deutsche Unternehmen schätzungsweise 2,5 Prozent ihres Gesamtumsatzes als uneinbringlich abgeschrieben. Europaweit waren es sogar 3,1 Prozent. Darunter leidet vor allem der industrielle Mittelstand. Finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners sind nach Meinung von 91 Prozent der Unternehmen der Hauptgrund für verspätete Zahlungen. Als zweithäufigste Ursache wird von 87 Prozent das absichtlich verzögerte Zahlen von Rechnungen angesehen – in keinem Land der EU sagen das so viele Gläubiger wie in Deutschland. Die EU-Richtlinie zur Bekämpfung von Zahlungsverzug aus dem Jahr 2011 schreibt höhere Verzugszinsen als bisher vor, soll Gläubiger vor ungerechtfertigt langen Zahlungszielen schützen und empfiehlt eine Zahlungsfrist von maximal 60 Tagen für Unternehmen und von 30 Tagen für öffentlichen Auftraggeber. Dazu kommt

eine Mindestpauschale von 40 Euro als Verzugsschaden. Wie aus dem European Payment Index 2015 des Inkasso-Dienstleisters Intrum Justitia hervorgeht, ist die Zahlungsverzugsrichtlinie nur 24 Prozent

Nachteil überschritten ist, kann allerdings nur im Zuge einer rechtlichen Auseinandersetzung geklärt werden. Darauf wird sich kaum ein Mittelständler einlassen, wenn der Großkunde König ist. In Deutsch-

zugszinssatz von 10 Punkten über dem Leitzins. Unternehmen und Verbände bewerten den Staatseingriff daher positiv: Er beschneide zwar die Vertragsfreiheit, verhelfe aber Mittelständlern zu ihrem Geld. Spürbare Auswirkungen stehen zudem in EU-Ländern bevor, in denen bislang deutlich längere Zahlungsziele gebräuchlich sind wie etwa in Italien, oder in denen es keine so weite Regelung zum Verzugsschaden gibt wie z. B. in Großbritannien.

Fragen an: Dipl.-Volkswirtin Silvia Jungbauer Tel.: +49 711 21050-13 jungbauer@suedwesttextil.de Quelle: Intrum Justitia European Payment Index 2015 / Ergebnisse Deutschland

der deutschen Unternehmen ein Begriff. Europaweit gaben 31 Prozent der befragten Firmen an, die Richtlinie zu kennen. 86 Prozent der deutschen Umfrageteilnehmer können keinen positiven Einfluss der Richtlinie feststellen. Woran liegt das? Am 29. Juli 2014, eineinhalb Jahre nach Ablauf der Umsetzungsfrist, ist in Deutschland das „Gesetz zur Bekämpfung von Zahlungsverzug im Geschäftsverkehr zur Umsetzung der EU-Richtlinie Nr. 2011/7/EU“ in Kraft getreten. Das Gesetz schreibt für private Unternehmen grundsätzlich die von Brüssel empfohlene Zahlungsfrist von 60 Tagen vor. Die Vertragspartner dürfen davon jedoch abweichen, es sei denn, dies ist für den Gläubiger „grob nachteilig“. Wann die Grenze zum groben

land bleibt die 60-Tage-Regel damit ein Papiertiger, der große Handelsketten nicht daran hindert, ihren mittelständischen Lieferanten lange Zahlungsziele abzupressen. Neu ist in diesem Zusammenhang allerdings das Verbandsklagerecht, das es Unternehmensverbänden grundsätzlich ermöglicht, grob nachteilige Vertragsklauseln behördlich oder gerichtlich unterbinden zu lassen. Mit einem Verzugszins von 9 statt bisher 8 Prozentpunkten über dem Basissatz geht der deutsche Gesetzgeber leicht über die Brüsseler Maßgaben hinaus. Andere Mitgliedstaaten ergreifen rigorosere Maßnahmen, um die Zahlungsmoral zu heben. In Frankreich ist eine maximale Zahlungsfrist von 60 Tagen bzw. von 45 Tagen ab Monatsende gesetzlich vorgeschrieben, außerdem ein Ver-

Aus Zahlungsverzug resultierende Insolvenzen führten nach Angaben der EU-Kommission bereits zum europaweiten Verlust von einer halben Million Arbeitsplätzen. 77 Prozent der deutschen Unternehmen geben an, dass verspätete Zahlungen der Schuldner zu Einstellungsstopps führen. 75 Prozent glauben, dass ein schnelleres Bezahlen der Schuldner dazu führt, dass mehr Mitarbeiter eingestellt werden. Ein Drittel aller Unternehmen gibt an, aufgrund von nicht fristgerechter Bezahlung und Zahlungsausfällen keine neuen Mitarbeiter einstellen zu können, ein Viertel der Firmen muss deswegen sogar über Entlassungen nachdenken. EU-Schätzungen zufolge ist ein Drittel aller Insolvenzen auf Zahlungsrückstände zurückzuführen.

Textilbündnis: neuer Steuerungskreis seit 1. August im Amt Ende Juli hat das von Bundesentwicklungsminister Gerd Müller initiierte Textilbündnis einen neuen Steuerungskreis gewählt. Er besteht aus vier Vertretern der Wirtschaft, drei Vertretern von Nicht-Regierungsorganisationen, drei Vertretern der Bundesregierung sowie jeweils einem Vertreter der Gewerkschaften und nicht-kommerziellen Standardorganisationen. Aus der Wirtschaft gehören diesem Kreis an: der Gesamtverband textil+mode, vertreten durch Hauptgeschäftsführer Uwe Mazura, der Handelsverband Deutschland (HDE), vertreten durch Hauptgeschäftsführer Stefan Genth, die Otto Group, vertreten durch Johannes Merck, Director Corporate Responsibility, und die Textilkontor Walter Seidensticker GmbH & Co KG, vertreten durch den Head of CSR Nico Kemmler. Vertreter der Nicht-Regierungsorganisationen sind die Christliche Initiative Romero, Femnet und das Inkota Netzwerk. Von der Bundesregierung gehören dem Gremium an: das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, das Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. Von Gewerkschaftsseite dabei ist der Deutsche Gewerkschaftsbund (Frank Zach) als Vertreter der nicht kommerziellen Standardorganisationen wurde der Global Organic Textile Standard (GOTS, Claudia Kersten) gewählt. Das neue Gremium ist nahezu deckungsgleich mit dem seit Dezember 2014 tätigen Interims-Steuerungskreis.


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Verband + Industrie 5

„Markt: Monitor Outdoor 2015“ – Hoffnung auf Zuwachs Obwohl das Spiel läuft, sitztWer diesich Branche auf der Bank in diesem Szenario behaupten will, muss sich jetzt in Position brinWährend Sport und sportlicher Lifestyle im Zeichen von Gesundheit, Wellness und Bodystyling nahezu obligatorisch geworden sind, gestaltet sich die Lage für den deutschen Outdoor-Markt wenig erfreulich. Nach nunmehr fünf Jahren mit stagnierenden Marktzahlen herrscht Ernüchterung. Obwohl das Spiel läuft, sitzt die Branche sozusagen auf der Bank. Zwar pendelte sich das Umsatzvolumen auf dem aktuellen Niveau von 1 777 Millionen Euro ein. Doch der Markt tritt auf der Stelle. Allerdings macht die neue Kooperationsstudie „Markt: Monitor Outdoor 2015“ von BBE Handelsberatung und Marketmedia24 Hoffnung auf Zuwachs, denn das Marktszenario weist im günstigsten Fall bis 2020 einen Anstieg des Marktvolumens auf 1,98 Milliarden Euro aus. Gründe und Hintergründe für diese Diskrepanz? Tatsächlich haben in den letzten acht Jahren außer dem Facheinzelhandel, der sich behaupten konnte, alle anderen Anbieterformate zugunsten des Internet-basierten Versand- und Online-Handels mehr oder weniger große Marktanteile abgeben müssen. Würde man die Online-Umsätze der Stationären hinzurechnen, wäre

gen. Warum kaufen Kunden welche Marken und bei welchem Anbieter? Die der absolute sogarmüssten noch den auf diese müssten den Kurs Antworten auf Zuwachs diese Fragen Kurs Fragen für Industrie-Marken bzw. Handelsstrategien Denn Preise und „me-too“-Produktebzw. binden keinen stärker. Und die liefern. Zukunft scheint für Industriemarken HandelsKunden. Schon gar nicht die Kunden, denen – wie den meisten – die Orienklar vorgezeichnet: Die technischen strategien liefern. Denn Preise und tierung fehlt.

Entwicklungen werden noch viele neue Türen öffnen. So können zum Beispiel Produkte viel leichter als

„me-too“-Produkte binden keinen Kunden. Schon gar nicht die Kunden, denen – wie den meisten – die

bisher personalisiert und die bislang Orientierung fehlt. Immer mehr Anauf exklusive Anbieter beschränkte bieter und insbesondere die spezialiMaßanfertigung zum Normalfall sierten Outdoor-Geschäfte und Marwerden: Die Kreativität beim On- ken-Stores folgen der sogenannten lineshoppen also noch Multichannel-Strategie und OutdoorverkauImmer mehr hat Anbieter und lange insbesondere die spezialisierten Geschäfte underreicht. Marken-Stores folgenfender Multichannelkeine Grenzen nichtsogenannten nur in ihren stationären GeStrategie und verkaufen nicht nur in ihren stationären Geschäften, sondern Wer sich in diesem Szenario schäften, sondern parallel dazu auch parallel dazu auch über das Internet. Dennoch wird der stationäre Fachhanbehaupten will, nicht mussverlassen, sich jetzt sagt in BBE-Branchenexperte über das Internet. Dennoch wirdNuss: der del das Spielfeld Dominik Position bringen. Warum Fachhandel Spielfeld „Es gibt genügend Gründe kaufen und Kräftestationäre für die Zukunft des das Fachhandels. Outdoor-Artikel sindMarken beratungsintensiv, kompetente gibt es fast Kunden welche und bei und nicht verlassen,Beratung sagt BBE-Branausschließlich im Fachgeschäft bzw. Fachmarkt. Selbst komplexe Internetwelchem Anbieter? Die Antworten chenexperte Dominik Nuss: „Es gibt auftritte mit Beratungsleitfäden oder Beratungsvideos können das persönli-

genügend Gründe und Kräfte für die Zukunft des Fachhandels. OutdoorArtikel sind beratungsintensiv, und kompetente Beratung gibt es fast ausschließlich im Fachgeschäft bzw. Fachmarkt. Selbst komplexe Internetauftritte mit Beratungsleitfäden oder Beratungsvideos können das persönliche Gespräch mit dem meist selbst sportlich aktiven Verkäufer nicht ersetzen.“ Insofern fördert der Online-Auftritt sogar den stationären Umsatz. Gelingt es den Marktteilnehmern auf allen Marktstufen dagegen nicht, sich jenseits der Preisorientierung mit Marken bzw. Mehrwerten zu positionieren, wird der durchschnittliche Verbraucher deswegen nicht auf Outdoor-Aktivitäten verzichten. Doch diesen könnte er mangels entsprechenden Angeboten durchaus auch auf kostengünstige Weise nachkommen. Dieses pessimistische Marktszenario schießt den Ball komplett ins Feld der preisorientierten Vertriebswege, was auch für Markenstrategien kontraproduktiv sein wird. Die neue BBE-Markt: MonitorStudie „Outdoor 2015“ ist zu beziehen unter studien@marketmedia24. de. Simone Diebold

che Gespräch mit dem meist selbst sportlich aktiven Verkäufer nicht ersetzen.“ Insofern fördert der Online-Auftritt sogar den stationären Umsatz.

Gelingt es den Marktteilnehmern auf allen Marktstufen dagegen nicht, sich

Olymp: Eine Chance für Flüchtlingskinder in Bietigheim-Bissingen jenseits der Preisorientierung mit Marken bzw. Mehrwerten zu positionieren,

wird der durchschnittliche Verbraucher deswegen nicht auf OutdoorAktivitäten verzichten.Durch Dochdie diesen könnte erzunehmend mangels entsprechenden seit Monaten umfangreichereAngeboten durchaus auch kostengünstige Weise nachkommen. Dieses und auf schwieriger werdende Flüchtlingssituation in pessimistische Marktszenario schießt den Ball komplett ins Feld der preisoriEuropa und in ist auch immer mehrsein entierten Vertriebswege, was auch fürDeutschland Markenstrategien kontraproduktiv direktes bürgerliches Engagement auf allen Ebenen wird.

notwendig. Die wichtigste Grundlage für eine Integration ist jedoch die gemeinsame Sprache. Der Asylkreis Bietigheim-Bissingen hat sich daher entschlossen, einen „Arbeitskreis Sprachförderung von Kindern und Jugendlichen“ ins Leben zu rufen. Die Olymp-Bezner-Stiftung hat für dieses Projekt spontan 10 000 Euro zur Verfügung gestellt. Das neue Projekt des Asylkreises Bietigheim-Bissingen soll sich zunächst auf Grundschulkinder konzentrieren, dann aber auch, Der Asylkreis Bietigheim-Bissingen freute sich über die Scheckübergabe von Mathias Eggle, Vorstand der Olymp-Bezner-Stifje nach Bedarf, ältere Kinder und Jugendliche in weitung. Foto: Olymp terführenden Schulen einbeziehen. Es werden zwar vorzugsweise Flüchtlingskinder, aber auch andere Kinder mit Migrationshintergrund, die nach wie vor Sprachschwierigkeiten und Integrationsprobleme haben, gefördert. Der Schwerpunkt dieser Hilfsmaßnahmen soll auf dem Einsatz ehrenamtlicher Lern- und Hilfskräfte für Flüchtlingskinder aus Syrien, Afrika und Südosteuropa liegen. Diese Arbeit soll in enger Kooperation mit den örtlichen Schulen in Bietigheim-Bissingen, dem staatlichen Schulamt Ludwigsburg und dem städtischen Familienbüro durchgeführt werden.

Hornschuch – vierter Red Dot Design Award Mit dem Trend Guide 24/7 holt Hornschuch den insgesamt vierten Red Dot Design Award nach Weißbach. Das Buch ist als Fortsetzung des Design Guides Werkzeug und roter Faden für das Hornschuch Design Team und seine Kunden. Die Art und Weise wie das zweigeteilte Werk Design vermittelt, ist völlig neu und einzigartig: Trendrecherche im ersten Teil und die Produktvielfalt in der Anwendung im zweiten, interaktiven 24/7 Teil.


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KOMM IN DIE PUSCHEN. Die deutsche Textil- und Modeindustrie wirbt mit Kurzfilmen und Komplettinfos um Auszubildende

Nach sechs Jahren erfolgreichen Jahren dreht GoTextile! – die Nachwuchskampagne der Textil- und Modeindustrie – nochmal so richtig auf. Hier die wesentlichen Neuerungen: 01 NEUER LOOK UND RESPONSIVE DESIGN Die Webseite präsentiert sich im neuen Look. Die Seite ist moderner gestaltet und arbeitet mit neuen Kampagnenmotiven. Wesentliche technische Änderung ist ein Responsive Design, das Seitenaufrufe auch auf mobilen Endgeräten optimal darstellt. Dadurch wird der Nutzerkomfort auf Smartphones und Tablets wesentlich größer. Eine neue Menüanordnung trägt dem Rechnung. 02 NEUE VISUALS: KURZVIDEOS UND POSTKARTENMOTIVE Die neuen Visuals leiten die nächste Phase der Nachwuchskampagne GoTextile! ein. Mit provokanten Kurzfilmen von etwa 17 Sekunden Dauer und passenden Postkartenmotiven wirbt die Textil- und Modebranche intensiv um Nachwuchskräfte: „Komm in die Puschen! Sei keine trübe Tasse! Nicht verpennen! Arsch hoch! Jetzt bewerben!“ Kurze Aufforderungen, in den Filmen von einem markanten Hupton unterbrochen, regen zum Schmunzeln und zur eigenen Handlung an. Die Videos finden sich unter anderem im Youtube-Channel von GoTextile! (www.youtube.com/user/GoTextile) und können von dort von den Mitgliedsunternehmen in ihre Webseiten eingebunden werden. Außerdem gibt es die Möglichkeit, die Videos als „Vorhang“ vor eigene Webseiten zu „hängen“; eine Anleitung dazu gibt es unter www.go-textile. de/die-kampagne. Dies ist eine erstklassige Möglichkeit, die attraktive Textil- und Modebranche mit ihren interessanten Ausbildungsangeboten noch bekannter zu machen!

Die Postkartenmotive können bei jedem Kontakt mit potenziellen Zielgruppen − Jugendliche, junge Erwachsene, Eltern, Schulen und andere Bildungsträger − als aufmerksamkeitsstarke „give aways“ eingesetzt werden. Die Postkarten können über Südwesttextil bei Christine Schneider (schneider@suedwesttextil.de) angefordert werden. 03 STARK GESTIEGENE ZAHL DER SEITENAUFRUFE Hoch erfreulich ist die stark angestiegene Zahl der Seitenaufrufe: Im ersten Halbjahr 2015 lagen sie bei rund 420 000 und haben sich seit dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Auch die Zahl der Nutzer ist kontinuierlich gestiegen. Dies ist das Resultat der zahlreichen Online-Aktivitäten, der kontinuierlichen Suchmaschinenoptimierung und der intensiven Vernetzung der Webseite. Auch die Zahl der Facebook-Freunde hat sich seit Anfang 2014 nahezu verdreifacht. Die 2014 im Arbeitskreis GoTextile! beschlossene Konzentration auf Maßnahmen zur Steigerung der Reichweite hat sich voll bewährt. Die Betreuung der Kampagne liegt seit ihrem Start im Jahr 2009 in den Händen der Agentur die wegmeister, Stuttgart.


Bildung + Soziales 7

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JETZT ANMELDEN! Seminarkalender 2. Halbjahr 2015 / 1. Halbjahr 2016

Textiles Grundwissen – Textiltechnik

Textiles Grundwissen – Textilveredlung

Textile Prüfungen

Termin 26. – 28. Oktober 2015

Termin 23. – 25. November 2015

Termin 1. Modul 19. – 20. Januar 2016

Textile Prüfungen

Textiles Grundwissen für Kaufleute und Auszubildende

Textile Prüfungen

Termin 2. Modul 8. –9. März 2016

Termin 14. – 18. März 2016

Termin 3. Modul 19. – 20. April 2016

Textile Prüfungen

Verantwortung von Führungskräften – Haftung für Personal und Produktion

Textiles Grundwissen für Kaufleute und Auszubildende

Termin 4. Modul 10. –11. Mai 2016

Termin 18. Mai 2016

Termin 5. – 9. September 2016

www.die-gatex.de IAB-Kurzbericht zur Weiterbildung in Deutschland Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat im August einen Kurzbericht zur Weiterbildung in Deutschland veröffentlicht. Datengrundlage des Kurzberichts bildet das IAB-Betriebspanel, bei dem jährlich rund 16 000 Betriebe befragt werden. Referenzzeitraum für das Angebot an Weiterbildung sowie die Teilnahme hieran ist jeweils das erste Halbjahr eines Jahres. Das Weiterbildungsengagement deutscher Unternehmen ist in den letzten Jahren gewachsen und hat einen neuen Höchststand erreicht. Im 1. Halbjahr 2014 engagierten sich insgesamt 54 Prozent aller deutschen Betriebe für Weiterbildungsmaßnahmen, indem sie Weiterbildungskosten zumindest teilweise übernahmen und/oder Mitarbeiter zur Teilnahme freistellten. Dies waren 2 Prozent mehr als im Vorjahr und so viele wie nie zuvor seit Beginn des neuen Jahrtausends (plus 17 Prozent). Der Durchschnittswert ist jedoch stark geprägt von der Zahl der Kleinstbetriebe ohne Weiterbildungsengagement. Bei kleinen und mittleren Betrieben ist die Weiterbildungsbeteiligung deutlich höher (50 13/2015 bis 249 Mitarbeiter: 91 Prozent; 250 und mehr Mitarbeiter: 97 Prozent). Gerade sie haben in den letzten Jahren deutlich aufgeholt und sind für den Gesamtanstieg der betrieblichen Weiterbildungsaktivität in Deutschland Engagement der Betriebe verantwortlich. So ist die Weiterbildungsbeteiligung von Betrieben mit steigt weiter 10 bis 49 Mitarbeitern seit 2000 um 16,7 Prozent gestiegen. Die Zahlen belegen das wachsende Weiterbildungsengagement der Unternehmen, um den Qualifikationsbedarf bei Fachkräfteengpässen zu sichern. Zudem wird in der Analyse sichtbar, dass auch kleine Betriebe sich umfänglich für Weiterbildung engagieren. Ihre Entscheidung, in Weiterbildung zu investieren, ist lediglich stärker vom kurzfristigen Bedarf und der wirtschaftlichen Gesamtsituation getrieben, als dies bei größeren Betrieben der Fall ist.

IAB Kurzbericht Aktuelle Analysen aus dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

In aller Kürze

Weiterbildungsengagement deutscher Betriebe ist seit der Jahrtausendwende deutlich gestiegen (vgl. Abbildung 1). Das gilt vor allem für kleine und mittelgroße Betriebe, auch wenn diese ihre Weiterbildungsaktivitäten während der Finanzkrise vorübergehend reduziert hatten.

Weiterbildung in Deutschland

Das

Knapp ein Viertel der Kleinstbe-

triebe mit weniger als zehn Mitarbeitern engagiert sich auch über einen längeren Zeitraum nicht in der Weiterbildung. Allerdings beziehen kleine Betriebe, die sich an der Weiterbildung beteiligen, relativ viele ihrer Mitarbeiter ein. Damit ist die durchschnittliche Weiterbildungsteilnahme der Beschäftigten aus kleinen und großen Betrieben insgesamt nahezu gleich.

Die befragten Betriebe sehen im Ausbau der Weiterbildung von Mitarbeitern ein bedeutsames Instrument zur Sicherung ihres Qualifikationsbedarfs.

von Simon Janssen und Ute Leber

Weiterbildung ist ein wichtiges Instrument, um den betrieblichen Bedarf an Qualifikationen zu decken. Zudem dient sie der Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit einzelner Betriebe. Mit ihrer Hilfe können Fertigkeiten und Qualifikationen an technische und organisatorische Änderungen angepasst oder im betrieblichen Rahmen erworben werden, wenn die entsprechenden Qualifikationen auf dem externen Arbeitsmarkt nicht verfügbar sind. Überdies kann das Weiterbildungsengagement der Arbeitgeber die Motivation und Produktivität der Beschäftigten stärken.

Weiterbildungsverhalten von Betrieben verschiedener Größenklassen untersucht. Wir zeigen ihre Qualifizierungsaktivitäten im Zeitverlauf und gehen der Frage nach, unter welchen Bedingungen Betriebe diese verstärken, reduzieren oder einstellen. Zudem

Abbildung 1

Weiterbildungsengagement der Betriebe im Zeitverlauf

Anteil der Firmen mit Weiterbildungsbeteiligung* 2000 bis 2014, in Prozent

53 53 52

Trotz des steigenden Weiterbil-

Der IAB-Kurzbericht kann unter www.suedwesttextil.de heruntergeladen werden.

54

43

2005

49

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2003

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45 44

37 36

Seminarangebot der Akademie für Personal- und Organisationsentwicklung im Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft in Kooperation mit Südwesttextil. Führen: Ergebnisse verantworten – Freiräume zulassen 14. bis 15. September 2015, Haus Bleibach Wertstromanalyse plus in der Administration 28. September 2015, Haus Steinheim Selbstmanagement für Führungskräfte 29. bis 30. September 2015, Haus Steinheim

2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014

Das Weiterbildungsengagement deutscher Firmen ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen, insbesondere weil die kleinen und mittelgroßen Betriebe sich stärker für die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter eingesetzt haben. Allerdings war die Weiterbildungsbeteiligung in den Krisenjahren 2009 und 2010 kurzfristig eingebrochen. Anhand des IAB-Betriebspanels (vgl. Infokasten auf Seite 4) wird in diesem Kurzbericht das

2000 2001

dungsengagements deutscher Betriebe nehmen vor allem Mitarbeiter mit einfachen Tätigkeiten immer noch relativ selten an betrieblicher Weiterbildung teil.

Seminare Bildungswerk

* Betriebe, die Weiterbildungskosten zumindest teilweise übernahmen oder Mitarbeiter zur Teilnahme freistellten. Für die Jahre 2002, 2004 und 2006 sind keine Informationen verfügbar. Quelle: Eigene Berechnungen mit dem IAB-Betriebspanel. © IAB

www.biwe-akademie.de


8  Recht + Steuern

SÜDWESTTEXT

August 2015 I Nr. 95

Neues zum Mindestlohn Die Besonderheiten bei Praktika Im Rahmen des Mindestlohngesetzes können bestimmte Praktika absolviert werden, ohne dass der Mindestlohn zwingend zu zahlen ist. Ausgenommen sind: • Pflichtpraktika sind Praktika, die aufgrund einer schulrechtlichen Bestimmung, einer Ausbildungsordnung, einer hochschulrechtlichen Bestimmung oder im Rahmen einer Ausbildung an einer gesetzlich geregelten Berufsakademie geleistet werden • Orientierungspraktika sind Praktika von bis zu drei Monaten, zur Orientierung für eine Berufsausbildung oder für die Aufnahme eines Studiums • Begleitende Praktika sind Praktika von bis zu drei Monaten, begleitend zu einer Berufsoder Hochschulausbildung, wenn nicht zuvor ein solches Praktikumsverhältnis mit demselben Ausbildenden bestanden hat Oft wollen aber Praktikanten und Unternehmen mehrere Praktikantenverhältnisse vereinbaren. In der folgenden Tabelle kann abgelesen werden, was nach derzeitigem Stand der Rechtsprechung und Auslegung an Kombinationen der Praktika bei demselben Arbeitgeber möglich ist und welche Praktikumsart sich an welches Vorpraktikum anschließen darf, ohne dass es zu einer Mindestlohnpflicht kommt. Wichtig ist gerade bei der Aneinanderreihung mehrerer Praktika direkt hintereinander, dass die Praktikantenverträge deutlich voneinander getrennt werden. Muster der einzelnen Verträge finden sich im Mitgliederbereich von www.suedwesttextil.de.

Fragen an: RAin Hannah Bussmann Tel.: +49 711 21050-19 bussmann@suedwesttextil.de

1. Praktikum

2. Praktikum

Kombination möglich (ohne Mindestlohnpflicht auszulösen)?

Besonderheiten, Erläuterungen

Pflichtpraktikum

Pflichtpraktikum

Ja

Pflichtpraktikum

Orientierungspraktikum bis 3 Monate

Nein Mindestlohnpflicht bei zweitem Praktikum

Orientierung ist in der Regel nicht mehr für die Aufnahme eines Studiums oder einer Berufsausbildung möglich, wenn bereits zuvor (zumindest im gleichen Studien- oder Ausbildungsgebiet) ein Pflichtpraktikum absolviert wurde.

Pflichtpraktikum

Begleitendes Praktikum bis 3 Monate

Ja

Das MiLoG verbietet nur „zuvor ein solches Pflichtpraktikumsverhältnis“ bei begleitenden Praktika.

Orientierungspraktikum bis 3 Monate

Orientierungspraktikum bis 3 Monate

Nein Mindestlohnpflicht ggf. für beide Praktika

Achtung! Hier könnten dann beide Praktikumsverhältnisse (rückwirkend) mindestlohnpflichtig werden (derzeit strittig). Begründung ist, dass man sich nicht zweimal (zumindest im gleichen Studien- und Ausbildungsgebiet) orientieren kann.

Orientierungspraktikum bis 3 Monate

Pflichtpraktikum

Ja

Orientierungspraktikum bis 3 Monate

Begleitendes Praktikum bis 3 Monate

Ja

Das MiLoG verbietet nur „zuvor ein solches Praktikumsverhältnis“ bei begleitenden Praktika.

Begleitendes Praktikum bis 3 Monate

Begleitendes Praktikum bis 3 Monate

Nein Mindestlohnpflicht ggf. für beide Praktika

Achtung! Hier könnten dann beide Praktikumsverhältnisse (rückwirkend) mindestlohnpflichtig werden (derzeit strittig). Das Gesetz nimmt solche Praktika nur von der Pflicht aus „wenn nicht zuvor ein solches Praktikumsverhältnis mit demselben Ausbildenden bestanden hat“.

Begleitendes Praktikum bis 3 Monate

Pflichtpraktikum

Ja

Begleitendes Praktikum bis 3 Monate

Orientierungspraktikum bis 3 Monate

Nein Mindestlohnpflicht ggf. für beide Praktika

Achtung! Hier könnten dann beide Praktikumsverhältnisse (rückwirkend) mindestlohnpflichtig werden (derzeit strittig). Orientierung ist in der Regel nicht mehr für die Aufnahme möglich, wenn bereits zuvor (zumindest im gleichen Studien- und Ausbildungsgebiet) ein begleitendes Praktikum absolviert wurde.


August 2015 I Nr. 95

Recht + Steuern  9

SÜDWESTTEXT

Vorsicht bei Betriebsratsanhörungen Kündigungsgrund muss trotz weitreichender Kenntnis des Betriebsrats näher bezeichnet werden

Foto: © Coloures-pic - Fotolia.com

Die vor einer Kündigung notwendige Betriebsratsanhörung stellt eine erhebliche Fehlerquelle dar. Häufig werden Arbeitsgerichtsprozesse auf dieser eher formalistischen Ebene zugunsten des Arbeitnehmers entschieden, auch wenn der Kündigungsgrund eigentlich schwerwiegend ist. Grundsätzlich hat der Arbeitgeber in der Betriebsratsanhörung den Sachverhalt unter Angabe der Tatsachen, aus denen der Kündigungsentschluss herge-

leitet wird, so zu beschreiben, dass der Betriebsrat ohne zusätzliche eigene Nachforschungen in die Lage versetzt wird, die Stichhaltigkeit der Kündigungsgründe zu prüfen und sich über eine Stellungnahme schlüssig zu werden. Die Vollständigkeit der Informationen an den Betriebsrat ist jedoch nicht unter objektiven Gesichtspunkten zu prüfen, sondern steht unter einer subjektiven Determination. Das bedeutet, dass vom Arbeitgeber nur die für ihn ausschlaggebenden Umstände für den Kündigungsentschluss mitgeteilt werden müssen. Wird im Gerichtsprozess festgestellt, dass die Betriebsratsanhörung unter diesem Gesichtspunkt nicht vollständig war, so bleibt für den Arbeitgeber nur eine letzte Rettung: Er kann Tatsachen, die er dem Betriebsrat zwar aktuell nicht mitgeteilt hat, diesem jedoch bekannt sind, unter gewissen Umständen in den Kündigungsschutzprozess einführen. Dies ist jedoch nur dann möglich, wenn der Betriebsrat in

der Betriebsratsanhörung erfährt, auf welche relevanten Tatsachenkomplexe die Kündigung gestützt wird. In einem aktuellen Fall hat das Bundesarbeitsgericht entschieden, dass dem dann nicht genüge getan sei, wenn der Arbeitgeber sich lediglich pauschal auf die dem Betriebsrat bereits bekannten Vorwürfen in Bezug auf Straftaten beziehe, ohne diese näher zu nennen. Das Gericht sah es auch nicht als ausreichend an, dass der Arbeitgeber der Betriebsratsanhörung ein Protokoll der Anhörung des betroffenen Mitarbeiters beigefügt hat. Zwar waren in diesem Protokoll auch die Vorwürfe aufgeführt, auf die sich der Arbeitgeber schlussendlich im Prozess bezog. Da jedoch noch weitere Themenkomplexe im Gespräch mit dem Mitarbeiter angesprochen wurden und von diesem glaubhaft widerlegt wurden, urteilte das Gericht, dass dem Betriebsrat im Rahmen der Betriebsratsanhörung der vom Arbeitgeber heran-

gezogene Kündigungsgrund nicht hinreichend erkennbar bezeichnet wurde. Der Betriebsrat sei so nicht in der Lage, seine Rechte abschließend wahrnehmen zu können und zu entscheiden, inwiefern er Arbeitnehmer befragen oder sonstige Erkundigungen im Betrieb einholen soll. Für die Praxis ist deshalb zu empfehlen, die Kündigungsgründe, auch wenn diese dem Betriebsrat hinreichend bekannt sind, möglichst konkret zu bezeichnen. Dies sollte aus Nachweisgründen in einer schriftlichen Anhörung geschehen. Das Beifügen von Anhörungsprotokollen ist unbedingt zu empfehlen, macht jedoch die Bezeichnung der Kündigungsgründe grundsätzlich nicht entbehrlich.

Fragen an: RA Boris Behringer Tel.: +49 711 21050-22 behringer@suedwesttextil.de

Bildungszeitanträge genau prüfen Das für Fragen rund um die Bildungszeit zuständige Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe hat mit einem unter www.bildungszeitgesetz.de online gestellten Antragsformular für Wirbel gesorgt: Der Arbeitgeber soll auf dem vom Arbeitnehmer verwendeten Antragsformular auf Bildungszeit den Empfang bestätigen. Doch Vorsicht! Unter der Überschrift „Empfangsbestätigung des Arbeitgebers“ bestätigt der Arbeitgeber in dem Formular nicht nur den Empfang des Antrags, sondern darüber hinaus auch, dass dieser „fristgerecht“ bei ihm eingegangen ist. Diese Bestätigung sollten Arbeitgeber nicht bzw. nur nach entsprechender Prüfung abgeben. Der Arbeitnehmer hat den Antrag spätestens acht Wochen vor Beginn der Bildungsmaßnahme einzureichen. Prüfen sollte der Arbeitgeber nicht nur, ob die im Antrag angegebene Bildungseinrichtung entsprechend anerkannt ist − die Liste der anerkannten Bildungsträger

kann auf der oben benannten Internetseite des RP aktuell abgerufen werden. Da die von den Einrichtungen angebotenen Bildungsmaßnahmen an sich nicht vom RP auf die Vereinbarkeit mit dem Gesetz geprüft werden, gilt es, hier genau hinzuschauen. Für Veranstaltungen, die von der Zugehörigkeit einer Partei oder Gewerkschaft abhängig gemacht werden, die der Erholung, aber auch der sportlichen oder künstlerischen Ertüchtigung dienen, ist keine Freistellung zu gewähren. Im Mitgliederbereich von www.suedwesttextil.de sind im Bereich „Sonstige Muster für die Personalarbeit“ Formulare sowohl für die Bewilligung als auch die Ablehnung eines Antrags auf Bildungszeit bereitgestellt. Darüber hinaus gibt es ein allgemeines Muster für die Vereinbarung einer Qualifizierungsmaßnahme mit dem Arbeitnehmer. Dieses kann auch für Maßnahmen nach dem Tarifvertrag Aus-. Fort-, und Weiterbildung (TV AFW) verwendet werden. Letzte-

res empfiehlt der Verband insbesondere vor dem Hintergrund der vorrangigen Freistellung nach dem Bildungszeitgesetz auch bei Maßnahmen der Aus-, Fort-, und Weiterbildung nach dem Tarifvertrag.

Fragen an: RA Kai-Uwe Götz Tel.: +49 711 21050-15 goetz@suedwesttextil.de

Aktuelle Steuer-Nachrichten Das Bundeskabinett hat Anfang Juli den Gesetzentwurf zur Anpassung des Erbschaftsteuer- und Schenkungssteuergesetzes an die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts beschlossen. Das Bundesverfassungsgericht hatte in einem Urteil Ende 2014 die bestehende Verschonungsregelung für betriebliches Vermögen zwar grundsätzlich für geeignet und erforderlich gehalten, um Unternehmen in ihrem Bestand zu sichern und Arbeitsplätze zu erhalten. Das Gericht hielt die Ausgestaltung der Verschonungsregelungen jedoch teilweise mit Artikel 3 Abs. 1 des Grundgesetzes für unvereinbar. In den aktuellen Steuernachrichten wird ausführlich auf die Reform des Erbschaft- und Schenkungssteuerrechts eingegangen und die Regelungsinhalte des Gesetzentwurfs im Einzelnen erläutert. Diese und weitere Auslegungen zum Steuerrecht finden sich in den aktuellen Steuernachrichten im Mitgliederbereich von www.suedwesttextil.de.


10  Technik + Umwelt

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August 2015 I Nr. 95

Umsetzung des Energiedienstleistungsgesetzes Aktueller Stand für die „Nicht-KMU-Textiler“

Foto: © Maksym Yemelyanov - Fotolia.com

Am 22. April ist die Novelle des Energiedienstleistungsgesetzes (EDL-G) in Kraft getreten. Sie sieht für alle Unternehmen jeglicher Wirtschaftszweige, die nicht unter die KMU-Definition der EU fallen (bis 250 Mitarbeiter, Jahresumsatz von höchstens 50 Mio. EUR oder Jahresbilanzsumme von höchstens 43 Mio. EUR), die Verpflichtung zur regelmäßigen Durchführung von Energieaudits vor. Diese Verpflichtung ist von den betroffenen Unternehmen erstmalig bis zum 5. Dezember 2015 zu erfüllen. Anschließend muss ein Energieaudit mindestens alle vier Jahre erfolgen. Für die Nicht-KMU-Unternehmen, die bisher keine Energieaudits durchgeführt haben, ist zunächst abzuklären welches System zu ihnen passt und wie die daraus abgeleiteten Ziele am besten erreicht werden können. Es ist daher kurzfristig eine Entscheidung zu treffen, ob ein Energieaudit nach DIN EN 16247-1 (Ausgabe Oktober 2012) oder ein Energiemanagementsystem eingeführt werden soll. Daher ist der vorgegebene Zeitrahmen für die Unternehmen, neben den vie-

len anderen gesetzlichen Verpflichtungen, die zu erfüllen sind, sehr eng. Dieser Zeitdruck behindert das eigentliche Ziel, nämlich einer möglichst durchdachten Steigerung der Energieeffizienz. In Deutschland ging man noch im April davon aus, dass etwa 50 000 Unternehmen unter die „NichtKMU-Definition“ fallen. Nach aktuellen Schätzungen besitzen mittlerweile über 100 000 Firmen diesen Status. Das verschärft die Situation für die Unternehmen, denn vielerorts mangelt es an akkreditierten Auditoren, geschultem Fachpersonal in den Firmen selbst und schlichtweg an der Zeit, bis zum Stichtag 5. Dezember alles gesetzeskonform für die meist mehreren Betriebsstandorte zu erfassen. Da das neue Gesetz Bezug auf die DIN EN 16247-1 nimmt, die einen Energiemanagement-Beauftragten fordert, bieten daher aktuell einige IHKs einen entsprechenden Lehrgang zur Qualifizierung der innerbetrieblichen Energiebeauftragten an. Auch die großen Energieversorger, wie EnBW, EON etc. bieten Services an. Die Verbände Südwesttextil und Gesamtmasche sowie der VTB unterstützen ihre Mitglieder über die langjährige Partnerschaft mit der Energie Consulting GmbH (ECG) in Kehl. Laut Bundesregierung soll aufgrund des engen Zeitrahmens bei der Anwendung des Gesetzes auf die Unternehmen Rücksicht genommen werden. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) soll bei der anstehenden Prüfung dem Umstand Rechnung tragen, dass den betroffenen Unternehmen aufgrund der kurzen Frist nur wenig Zeit zur Durchführung

Aktuelle Veranstaltungen zum Thema: 16. September Kompaktseminar „Mittelstand: Fördermittel zur Steigerung der Energieeffizienz“ veranstaltet vom BDI und der ECG, bei der IHK Darmstadt •

30. September Anwenderworkshop SET – Save Energy in Textile veranstaltet von den Projektpartnern DITF-MR Denkendorf und der IVGT, bei der IVGT in Frankfurt •

eines ersten Energieaudits verbleibt. Ebenfalls soll eine verlängerte Frist bei Einführung eines aufwendigen Managementsystems als Alternative zum Energieaudit gewährt werden. Bei der Überprüfung durch das BAFA müssen die Unternehmen bis zum 31. Dezember 2016 lediglich den Nachweis über den Beginn der Einrichtung eines entsprechenden Managementsystems erbringen. Dieser erfolgt durch die Abgabe einer schriftlichen oder elektronischen Erklärung der Geschäftsführung. Das Unternehmen verpflichtet sich damit, ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001 oder ein Umweltmanagementsystem nach EMAS einzuführen. Die Einführung eines solchen Systems gilt als begonnen, wenn für ein Managementsystem nach ISO 50001 mindestens die energetische Bewertung nach Nummer 4.4.3 der Norm erfolgt ist. Für ein Umweltmanagementsystem nach EMAS muss mindestens die Erfassung, Dokumentation und Analyse eingesetzter Energieträger mit einer Bestandsaufnahme der Energieströme und Energieträger und der Ermittlung wichtiger Kenngrößen in Form von absoluten und prozentualen Einsatzmengen (inklusive monetärer Einheiten) erfolgt sein. Auch eine Vereinfachung für verbundene Unternehmen im Wiederholungsaudit soll ermöglicht werden. Die Bundesregierung prüft, wie bei verbundenen Unternehmen mit besonders geringen Verbräuchen Wiederholungsaudits wesentlich vereinfacht werden können. Weitere Konkretisierungen werden in Form von Handreichungen bzw. Merkblättern durch das BAFA gegeben. Generell gilt, dass diese Art von „Stresstests“ für die deutsche Wirtschaft seitens der Gesetzgebung mittlerweile nicht nur im Energiebereich eher die Regel und nicht die Ausnahme sind – ein Umstand der so nicht bleiben kann. Fragen an: Dipl.-Ing.(FH) Stefan Thumm Tel.: +49 151 281 090 45 umwelt@suedwesttextil.de

Termine Bayreuther Polymersymposium Vom 20. bis 22. September findet an der Universität Bayreuth zum 14. Mal das Bayreuther Polymer Symposium (BPS) statt. Das wissenschaftliche Programm dieser internationalen, englischsprachigen Veranstaltung umfasst Grundlagenbereiche wie Makromolekulare Chemie, Physikalische Chemie der Polymere, Polymere Werkstoffe und Biomaterialien und spricht damit ein breites Fachpublikum an. Weitere Informationen zur Veranstaltung unter www.bps-bayreuth.de. Leichtbau-Technologieseminar Am 21. September veranstaltet das Fraunhofer IPA und die Universität Stuttgart das Leichtbau-Technologieseminar „Leichtbauwerkstoffe spanend bearbeiten“. Themen sind u. a. die Eigenschaften und Einsatzfelder von Leichtbauwerkstoffen, die Zerspanungstechnologie beim Bohren, Fräsen und Sägen, Werkzeuge und Schneidstoffe für die Bearbeitung sowie die Auswahl wirtschaftlicher Prozessparameter, die Beurteilung der Bearbeitungsqualität und der Werkzeugverschleiß. Veranstaltungsort ist die Universität Stuttgart. Anmeldung unter www. stuttgarter-produktionsakademie.de DITF – Tag der offenen Tür Die DITF öffnet am 26. September von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr ihre Technika und Labore und zeigen der Öffentlichkeit spannende Beispiele aus allen Forschungsbereichen und informieren über Förderprojekte des Landes und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, wie zum Beispiel das High Performance Fiber Center oder die neue Heizpresse. Dabei wird mit einem abwechslungsreichen Programm auch der wissenschaftliche Nachwuchs angesprochen. Einsatz von Schutzkleidung Der Wirtschaftsverband Textil Service – WIRTEX – bietet anlässlich der Arbeitsschutzmesse A+A in Düsseldorf vom 27. bis 30. Oktober am Stand D52 in Halle 9 kostenfreie Expertengespräche über den richtigen Einsatz und Umgang mit persönlicher Schutzausrüstung (PSA) an. Anmeldung unter www. wirtex.de.


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SÜDWESTTEXT

Technik + Umwelt

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Special Biozid-Workshop

Lösungen für die Entwicklung von biozid-funktionalisierten Textilinnovationen Die seit 1. September 2013 rechtsgültige EU-Biozidverordnung hat eklatante Mängel, die auch insbesondere im Zulassungsverfahren für die Wirkstoffe begründet sind. Für die nachgeschalteten Verwender-Industrien ergeben sich daraus oftmals sehr teure Folgethematiken, weil das laufende Zulassungsverfahren ggf. einem Reifenwechsel in voller Fahrt während eines Formel-1-Rennens gleichkommt, ohne das die Teams wissen, ob die neuen Reifensätze überhaupt regelkonform sind. Was in der automobilen Königsklasse trotz höchstem Kapital- und Materialeinsatz nicht möglich ist, wird aber übertragen auf die BiozidVO von innovativen Textilern verlangt. Die bisherigen Erfahrungen bei der Umsetzung der EU-Biozidverordnung lassen Probleme erahnen. Denn bei der Neuentwicklung von Textilinnovationen mit biozider

Funktion gibt es immer wieder Schwierigkeiten mit nicht zur Zulassung angemeldeten Wirkstoffen,

bioziden Wirkstoffe oftmals nicht wissen, welche Überraschungen in diesem System liegen können.

Workshop Biozid 8. Oktober 2015, Filharmonie Filderstadt

unvollständigen Zulassungsdossiers der Wirkstoffhersteller und vor allem mit der Geschwindigkeit der Zulassungsverfahren in den entsprechenden textilrelevanten Produktklassen selbst. Opfer sind u.a. innovative Textiler, die als nachgeschalteter Verwender dieser

Aktuell ist nur ein Wirkstoff für die Behandlung von Textilien in der entsprechenden Produktklasse PT 9 für die nächsten 10 Jahre zugelassen. Aber wer kennt schon Propiconazol? Planungsicherheit für neue Innovationen sieht anders aus. So gab es Fälle, in denen

Innovationen, die kurz vor der Produkteinführungphase standen, gestoppt werden mussten, da sie aufgrund nicht BiozidVOkonformer Wirkstoffe bzw. Biozidprodukte nicht verkehrsfähig waren. In einigen Fällen konnten die Produkte noch schnell auf zur Zulassung registrierte Wirkstoffe umgestellt werden, in anderen Fällen mussten die gesamten Entwicklungs- und gegebenenfalls bereits angefallenen Produkteinführungskosten abgeschrieben werden. Aus gegebenem Anlass wird sich der Biozidworkshop am 8. Oktober in Filderstadt mit dieser Thematik noch eingehender beschäftigen, um die Risiken für die Unternehmen zu minimieren. Fragen an: Dipl.-Ing.(FH) Stefan Thumm Tel.: +49 151 281 090 45 umwelt@suedwesttextil.de

ECHA veröffentlicht Restictions-Dossier für D4 und D5 Siloxane

Tag des Gläsernen Labors 2015

Das vereinigte Königreich (UK) schlägt vor, die Verwendung beider Siloxane EU-weit gesetzlich zu beschränken. Die beiden cyclischen Silikonverbindungen D4 und D5 (chemisch Octamethylcyclotetrasiloxan und Decamethylcyclopentasiloxan) sind laut Restriction-Dossier, langlebige Chemikalien, die sich in Organismen anreichern. Diese Bewertung als vPvB (very Persistent, very Bioaccumulative) bestätigte vor kurzem der Mitgliedstaatenausschuss der Europäischen Chemikalienagentur ECHA. Wegen der angeblich besonders besorgniserregenden Eigenschaften hält auch das Umweltbundesamt (UBA) eine Aufnahme von D4 und D5 in die REACH-Kandidatenliste für sinnvoll. Der GSC (Global Silicone Council) kommt, was die Persistenz und Bioakkumulation anbelangt, aufgrund eingehender Studien zu ganz anderen Ergebnissen. Im Internet wurde dazu die Plattform „Cyclosiloxan-Information Center“ vom GSC eingerichtet. Beide Verbindungen sind sehr wichtige Zwischenstufen bzw. Ausgangsstoffe für viele Silikon-Produkte, die in den unterschiedlichsten Industriezweigen zur Anwendung kommen. Aufgrund der spezifischen Gegebenheiten in der Silikon-Chemie sind D4 und D5 daher auch in Zubereitungen und fertigen Erzeugnissen enthalten. Besonders D4 findet sich als Zusatz in verschiedenen Körperpflegeprodukten und darauf zielt das Restriction-Dossier zunächst spezifisch ab. Beide Zwischenprodukte sind aber auch für die Textilindustrie äußerst relevant und finden sich über Äquilibrierungsreaktionen, die zu spezifischen Silikon-Rohstoffen führen, u.a. in Faserpräparationen für Elasthanfasern, Entschäumern, Nähgarnavivagen, Weichgriffmittlen sowie Silikonelastomeren für die Airbagbeschichtung wieder. Daher haben das Dossier und die Einstufungen der ECHA auch für die Textilindustrie eine sehr große Bedeutung.

Anlässlich der Einweihung des erweiterten William-Küster-Baus und dem 20-jährigen Jubiläum des Fachbereichs Hygiene, Umwelt & Medizin öffnen die Hohenstein Institute in Bönnigheim am 12. September ihre Pforten für die breite Öffentlichkeit. „Unter dem Motto 20 Jahre Life-Science an den Hohenstein Instituten möchten wir den Bewohnern unserer Region sowie den Angehörigen unserer Mitarbeiter die Möglichkeit einräumen, unseren Experten bei der Arbeit über die Schulter zu schauen“, erklärt der Leiter der internationalen Prüf- und Forschungseinrichtung Prof. Dr. Stefan Mecheels. Am „Tag des Gläsernen Labors“ gibt es zwischen 11 und 17 Uhr ein umfangreiches Programm: So wird z. B. im WilliamKüster-Bau ein Rundgang durch die Labore des Fachbereichs Hygiene, Umwelt & Medizin angeboten und im Josef-Kurz-Bau präsentieren sich weitere ausgewählte Arbeitsbereiche. Auch die Historie von Schloss Hohenstein und den Hohenstein Instituten wird neben vielen aktuellen Forschungsprojekten dargestellt. Erstmals werden auch die Auszubilliebe Besucher, denden ihre Berufe, wie z. imB.Jahrden Textillaboranten, Fachinformatiker 2008 haben wir anlässlich der Ehrung als „ausgewählter ort im land der Ideen“ zum letzten Malfür der breiten Öffentlichkeit die Möglichkeit eingeräumt, unseren Experten bei der arbeit über die Schulter zu schauen. Systemintegration und Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung Wir haben doppelten grund zur Freude und daran möchten wir Sie mit unserem Tag des Gläsernen labors am wir laden sie ein! 12. September 2015 teilhaben lassen. Feiern Sie mit uns die Einweihung des erweiterten William-Küster-baus und oder den Kaufmann für Büromanagement, vorstellen Einblicke in begehen Sie das Jubiläum des Fachbereichs Hygiene, Umwelt und Medizin und - kurz HUM genannt - unter dem Motto 20 Jahre life sciences an den Hohenstein instituten. nutzen Sie die einmalige Chance, um zwischen 11.00 Tag DES gläSErnEn laborS ihre Berufswelt geben. Für undBewirtung sorgt der „Adler am Schloss“ aus 17.00 Uhr einen blick hinter die Kulissen des HUM und weiterer ausgewählter arbeitsbereiche zu werfen. Besichtigung der Fachlabore Bönnigheim in einem großen Zelt. zum es istNähere keine anmeldungInformationen notwendig - wir freuen uns auf ihren Besuch! Tag des Einblick in interessante Forschungsarbeiten Informationsprogramm Gläsernen Labors gibt es unter www.hohenstein.de/tgl.

Weitere Informationen finden sich unter: http://www.echa.europa.eu/ en/web/guest/about-us/who-we-are/member-state-committee/opinionsof-the-msc-adopted-under-specific-echa-s-executive-director-requests

Prof. Dr. Stefan Mecheels | leiter der Hohenstein Institute

20 jahre life science


12  Zu guter Letzt

SÜDWESTTEXT

August 2015 I Nr. 95

„social vanity“ Mit einer Modenschau als finales Projekt präsentierten die 19 Absolventen der Staatlichen Modeschule Stuttgart am 16. und 17. Juli die Abschlussarbeiten ihrer viersemestrigen Ausbildung zum Produktentwickler Mode in der Basis Stuttgart. Die Inszenierung übernahm zum 14. Mal der Choreograf des Stuttgarter Balletts, Marco Goecke. Gigantische Dimensionen bot die ca. 10 000 qm große Halle mit Fabrikcharakter für die Show: großzügige Laufwege und eine unmittelbare Nähe zu den Modells mit ihren Kreationen unterstrichen von besonderen Sound- und Lichtmomenten. Der Vorlauf für die Entwicklung der Kollektion ist ca. ein halbes Jahr. Nach intensivem Trendresearch in London entwickeln die Studenten − 15 Frauen und vier Männer − aus den aktuellen Tendenzen und Strömungen das Thema für ihre Kreationen: „social vanity“ − Frauenbilder und -rollen, geprägt und beeinflusst durch gesellschaftliche Erwartungen und Vorstellungen war die Wahl des diesjährigen Abschlussjahrgangs. Die Kleidung der Frau muss in allen Lifestyle-Bereichen funktionieren. Sie ändert sich mehrmals am Tag vom Business-Look über die sportive Alltagsmode bis

zum glamourösen Abend-Outfit. Und die Übergänge sind fließend: weiße, den Körper leicht umspielende Stoffe, dazu flache Sandalen, üppige Materialien und betonte Schulterpartien oder ein strenges schwarzes Kleid mit auffälliger Goldverzierung. Parallel zu Prüfungen und Abgabeterminen lief die Bewerbungsphase. Nahezu alle Absolventen haben bereits eine Einstiegsoption in der Modeindustrie bzw. kreativen angrenzenden Branchen wie Agentur, Theater und Bühne. Simone Diebold

Die Kleidung der Frau ist vielfältig: bunte Blümchen-Modelle, kombiniert mit sportlichen Stilelementen im Alltag, extravagante Outfits für den Abend oder weiße, köperumspielende Kleider in der Freizeit. Fotos: frankundsteff.de

Arbeitnehmer kann auf Reisen unbeschwert knabbern

Zitat

Das Bundesministerium für Finanzen (BMF) hat mit Rundschreiben Nr. 36/2014 vom 18. November 2014 über die Reform des steuerlichen Reisekostenrechts ab 1. Januar 2014 und das ergänzte Anwendungsschreiben vom 24. Oktober 2014 informiert. Trotz dieses Anwendungsschreibens sind in der Praxis Fragen offen geblieben und konnten nicht abschließend geklärt werden. Wichtige Punkte hat das BMF in einem Schreiben vom 19. Mai 2015 geklärt. Danach erfüllen beispielsweise eine Chipstüte, Salzgebäck, Schokowaffeln, Müsliriegel oder eine vergleichbare andere Knabberei, die Arbeitnehmer anlässlich einer Auswärtstätigkeit im Flugzeug, Zug oder Schiff erhalten, nicht die Kriterien einer vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellten Mahlzeit und führen daher auch nicht zu einer Kürzung der Verpflegungspauschale (vgl. dazu auch Rz. 65, 74 und 130 des BMFSchreibens vom 24. Oktober 2014). Bei dem Schreiben handelt es sich um eine Bestätigung von Rechtsansichten, mit denen sich die BOA zusammen mit sieben weiteren Spitzenverbänden der deutschen gewerblichen WirtFoto: © juefraphoto - Fotolia.com schaft an das BMF gewandt hat.

»Auf Ihre Frage, wie ich mich fit halte: Ich bin fit. Ich empfehle Trennkost, ich trenne scharf zwischen dem was ich mag, und dem was ich nicht mag.«

Prof. Birgit Keil, Direktorin des Badischen Staatsballetts Karlsruhe, beim 79. Schloßgarten-Gespräch am 26. Juni in Stuttgart

Impressum © Alle Rechte vorbehalten. Keine Vervielfältigung ohne schriftliche Genehmigung des Herausgebers. Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie Südwesttextil e. V. Kernerstraße 59 70182 Stuttgart

Präsident Bodo Th. Bölzle

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Hauptgeschäftsführer Dr. Markus H. Ostrop

Druck Gress-Druck GmbH, Fellbach

Postfach 10 50 22 70044 Stuttgart Telefon +49 711 21050-0 Telefax +49 711 233718 Internet www.suedwesttextil.de

Verantwortlich für Inhalt und Layout Simone Diebold

Auflage 1 300 Exemplare

Der Bezug der Südwesttext ist im Mitgliedsbeitrag enthalten.


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