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SÜDWESTTEXT Nr. 47

THEMEN Mit jeder Faser besser Verband + Industrie, Seite 3

Wir brauchen Fachkräfte Bildung + Soziales, Seite 7

Wenn einer eine Reise tut Recht + Steuern, Seite 8

Ökologie vom Feinsten Technik + Umwelt, Seite 11

Service Aktuelle Steuer-Nachrichten

Recht + Steuern, Seite 9

Aktuell Bei der diesjährigen ITMA vom 22. bis 29. September in Barcelona werden auch Ausbilder und Geschäftsführer der Gatex unter den Besuchern sein. Sie werden sich dort nicht nur einen Überblick über die Messeneuheiten verschaffen, sondern vor allem auch den Kontakt mit Maschinenherstellern suchen und pflegen, um dadurch das Technikum weiter auf einem modernen Stand halten zu können.

Zeitung für die Textil- und Bekleidungsindustrie

August 2011

Textilland Türkei wird attraktiver Kooperations-Veranstaltung von Südwesttextil und Gesamtmasche in Stuttgart Die Türkei zählt seit vielen Jahren zu den wichtigsten Textil- und Bekleidungslieferanten Deutschlands. Im vergangenen Jahr kamen Textilwaren im Wert von knapp 4 Mrd. Euro aus dem Land am Bosporus – das ist ein Anteil von nahezu 12 Prozent an der gesamten Brancheneinfuhr. Umgekehrt ist Deutschland der bedeutendste Absatzmarkt für türkische Textil- und Bekleidungsunternehmer. Fast ein Fünftel der gut 21 Mrd. Euro schweren Ausfuhren ging an deutsche Kunden. Die Textilwirtschaft zählt mit einem Anteil von 8 Prozent am Bruttoinlandsprodukt zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen der Türkei. 19 Prozent der gesamten Exportein-

Die Textilwirtschaft zählt zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen in der Türkei. Foto: @ iNNOCENt – Fotolia.com

nahmen entfallen auf die Branche, die wichtigster Devisenbringer nach dem Tourismus ist. Doch die Türkei steht längst für mehr als nur preisgünstige Exportproduktion.

Die türkische Wirtschaft wächst dynamisch, 2010 um über 8 Prozent. In den vergangenen zehn Jahren haben sich Bruttoinlandsprodukt wie ProKopf-Einkommen mehr

als verdreifacht. Neben den Handelsbeziehungen zu Europa baut das Land seine Bande in die arabische Welt und nach Zentralasien aus. Fortsetzung Seite 2

Neue EU-Verbraucherrichtlinie Vereinheitlichung schafft weitere Pflichten im Onlinegeschäft Das EU-Parlament hat eine Richtlinie mit wichtigen Änderungen für das Internetgeschäft gebilligt. Die geplante EUVerbraucherrichtlinie sieht insbesondere eine EU-weit einheitliche Widerrufsfrist von 14 Tagen vor. Außerdem soll die so genannte 40-Euro-Klausel entfallen. Entgegen früheren Plänen bleibt es Sache des Internet-Händlers, ob er seine Ware in allen EUStaaten verkaufen will. Die wichtigste und in der Praxis für viele Unternehmen relevante Änderung dürfte die neuen Regeln für den Widerruf

betreffen. Händler müssen Verbraucher über die Möglichkeit und richtige Durchführung des Widerrufs informieren. Dazu wird eine europäische Musterbelehrung empfohlen. Falls dies unterbleibt, verlängert sich die Widerrufsfrist von den normalerweise vorgesehenen 14 Tagen auf 12 Monate. Deutsche Unternehmen müssen folglich kein „unendliches Widerrufsrecht“ wegen Unzulänglichkeiten bei der Aufklärung mehr fürchten. Die Widerrufsfrist beginnt künftig nicht mehr mit dem Vertragsschluss, sondern an dem

www.suedwesttextil.de

Tag, an dem der Verbraucher (oder ein von ihm benannter Dritter) in den physischen Besitz der Ware gelangt. Verbrau-

Internetgeschäft: Europaweit einheitliche Widerrufsfrist von 14 Tagen. cher wiederum können den Widerruf nicht mehr einfach durch Rücksendung der Ware erklären, sondern müssen den Online-Händler innerhalb der Frist per E-Mail, Fax,

Brief oder ein vom Händler bereitgestelltes Internetformular informieren. Künftig müssen Online-Händler innerhalb von 14 Tagen ab Widerruf den Kaufpreis zurückerstatten. Bisher galten 30 Tage. Allerdings hat der Händler ein Zurückbehaltungsrecht bis er die Waren wieder zurückerhalten hat oder der Verbraucher die Rücksendung nachweist. Grundsätzlich hat der Käufer die Kosten der Rücksendung zu tragen. Auf diese Pflicht muss der Händler jedoch deutlich hinweisen. Fortsetzung Seite 4


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Verband + Industrie

August 2011

Südwesttext

Fortsetzung von Seite 1

In Kürze

Textilland Türkei wird attraktiver Dadurch gilt die Türkei bereits als Wirtschaftsdrehscheibe in Nah- und Mittelost. Die junge, konsumfreudige Bevölkerung lässt den Textileinzelhandel gedeihen. Entsprechend stark ist der Fluss von Auslandsdirektinvestitionen in den Retail-Sektor, der selbst im Krisenjahr 2009 um satte 14 Prozent zunahm. Alleine in diesem Jahr öffnen rund 50 neue Shopping Malls in der Türkei ihre Tore. Die Zahl der Einkaufsparadiese steigt somit auf über 300 mit einer Gesamtverkaufsfläche von 8 Millionen Quadratmetern. In diesem Umfeld bietet nicht nur die Exportproduktion, sondern zunehmend auch der boomende Inlandsmarkt Chancen für einheimische wie ausländische Unternehmen. Internationale Marken erweitern ihre türkischen Fertigungskapazitäten und setzen gleichzeitig verstärkt auf den Ausbau ihrer Shops. Die Arbeitskosten am Bosporus sind nach wie vor attraktiv, auch wenn sich an manchem osteuropäischen Standort bil-

liger produzieren lässt. Doch das Lohngefälle spielt beim Engagement deutscher Firmen nicht mehr unbedingt die wichtigste Rolle. Vor allem mit der asiatischen Billiglohnkonkurrenz könnte die Türkei kaum mithalten. Ihr entscheidender Vorteil ist ein einzigartiger Mix aus Wettbewerbsfähigkeit und Marktnähe. Die rasche Erreichbarkeit verbunden mit einer vollständigen textilen Wertschöpfungskette, textilem Knowhow und Flexibilität wiegen Kostennachteile

gegenüber Fernost in vielen Fällen auf.

Silvia Jungbauer

Einzelhandelsdichte wächst rasant (Bruttomietfläche in qm/1 000 Einwohner) Ende 2010

Ende 2012

Ankara

210

309

Istanbul

207

313

Tekirdag

142

172

Bursa

134

152

Denizli

119

164

Eskişehir

119

169

Izmir

116

161

Türkei

90

140

Quelle: John Lang LaSalle

Marktinformationen, Erfahrungsaustauch, Business-Kontakte Am 25. Oktober 20011 laden Südwesttextil und Gesamtmasche gemeinsam mit dem türkischen Textilverband ITKIB zum Kooperationstag

Textilland Türkei nach Stuttgart ein. Die Veranstaltung wird vom türkischen Generalkonsulat sowie vom Wirtschafts- und Finanzministerium Baden-Württemberg unterstützt. Deutsche und türkische Branchenvertreter werden im Haus der Wirtschaft zu Trends in den textilen Handelsbeziehungen sowie zur Markt- und Branchenentwicklung in der Türkei berichten. Der Nachmittagsteil der Veranstaltung ist dem Networking und B2B-Gesprächen gewidmet. ITKIB wird mit ca. 30 türkischen Unternehmern aus unterschied-

lichen Bereichen der textilen Kette nach Stuttgart kommen. Mitgliedsunternehmen, die sich für Kontakte zu türkischen Partnern interessieren, können ihre Geschäftswünsche ab sofort bei Südwesttextil bekanntgeben. Kontakt: Silvia Jungbauer, jungbauer@suedwesttextil.de, Tel.: 0711 – 21050-13.

Hinweis

Anmeldung: www.suedwesttextil.de/veranstaltungen

Die deutsche Textilindustrie präsentiert sich mit technischen Textilien vom 12. bis 14. März 2012 im Rahmen einer Sonderveranstaltung mit dem Titel „High-Tex from Germany” zeitgleich zur Techtextil Russia auf dem Expocentre-Messegelände in Moskau. Die Initiative wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) in Zusammenarbeit mit dem Ausstellungs- und MesseAusschuss der Deutschen Wirtschaft (AUMA) getragen und vom Gesamtverband textil+mode unterstützt. Mit der Durchführung der Veranstaltung wurde die Messe Frankfurt Exhibition GmbH beauftragt. Die Internationale OEKOTEX® Gemeinschaft beteiligt sich auch in diesem Jahr wieder mit einem eigenen Messestand an der Leitmesse für innovative Textilmaschinen und Produktionstechnologien ITMA in Barcelona. Vom 22. bis 29. September stehen in Halle H4-A162 insgesamt 36 Experten aus den 15 Prüfinstituten und ihren 50 Kontaktbüros in 60 Ländern für detaillierte Auskünfte zu den Anforderungen und dem Konzept der OEKO-TEX® Schadstoffprüfungen zur Verfügung. Der zweite Bildungsbericht für Baden-Württemberg ist erschienen und dokumentiert die hohe Leistungsfähigkeit der Schulen im Land. Darüber hinaus verweist der Bericht auch auf Handlungsfelder im Bildungssystem: Viele Kinder sprechen beim Wechsel in die Grundschule nicht ausreichend Deutsch. Der Bericht kann unter http://www.schulebw.de/entwicklung/bildungsbericht/ heruntergeladen werden.


Südwesttext

Verband + Industrie

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Mit jeder Faser besser FFF Group – Gebündelte Kompetenz für Filz und technische Textilien Über insgesamt 450 Jahre Erfahrung in mehr als 80 Branchen verfügen die sechs Filzspezialisten Filzfabrik Fulda, FIR Fulda, Felt Industries, M&K Filze, Wirth Fulda und die Vereinigte Filzfabriken AG nach ihrem Zusammenschluss zur FFF-Group – und das als Familienunternehmen in der dritten Generation.

Von der Produktion über die Veredelung bis hin zur Konfektionierung bilden die Unternehmen der Gruppe alle Fertigungsschritte mit eigenen Ressourcen ab. Ob Systemlösung, Spezialanfertigung oder Flächenware, zum Isolieren, Dämmen, Schützen oder Filtern – es gibt für jede Anwendung das richtige Produkt. Eine erfolgreiche Premiere gab es für das Sextett im Mai bei der Techtextil in Frankfurt. „Unser erster gemeinsamer Stand kam bei den Kunden unglaublich gut an“, berichtet der Vorstand des SüdwesttextilMitgliedsunternehmens Vereinigte Filzfabriken Giengen (VFG), Bernd Ledl. „Durch die Neupositionierung versprechen wir uns eine steigende Wahrnehmung der Marke VFG bei den relevanten Zielgruppen, speziell in Verbindung mit unseren Sortimentsmarken.“ Basis des Erfolgs der FFF Group sind der permanente Wissensaustausch, die Nutzung von Synergien, die wirtschaftliche Stabilität, die hohen Qualitätsstandards sowie eine ungewöhnlich hohe Servicequalität und Kundenbindung. Das ist eine gute Grundlage, um die

„Never felt better“: Unter diesem Motto präsentierten die Vereinigte Filzfabriken Giengen und ihre Partner auf der diesjährigen Techtextil in Frankfurt mehr als 500 unterschiedliche Materialien. Fotos: VFG

Mit einem neuen Logo – die Vereinigte Filzfabriken Giengen in modernem Look. Zusätzlich wurden erfolgreich Sortimentsmarken in speziellen Märkten platziert: Waffenpflege No. 1 Pflegeprogramm für die Laufreinigung von Jagd- und Sportwaffen LineTEC Schlauchliner-Systeme für die grabenlose Rohrsanierung Matprotex Bremsfilze, Be- und Entölfilze für die Stahlindustrie sowie temperaturbeständige Artikel für die Aluminiumindustrie Sealtex Filzsortimente als Dichtungen z. B. Staubfilter in Bohrmaschinen, Dichtungen in Hausgeräten oder Windkraftanlagen

Eigenschaften und Möglichkeiten des Werkstoffes Filz für die Zukunft voll auszuschöpfen. Zu den aktuellen Kunden zählen bereits namhafte Unternehmen aus der Filtrations-, Automobil-, Akustik-, Bau- und Stahlbranche, aber auch Instrumenten- und Maschinenbauer, Designer, Raumausstatter sowie die klassische Textilindustrie. Weitere Informationen zu Woll- oder Synthetikfilz unter www.vfg. de und www.fff-group.de

Multitex Individuelle Lösungen fürs Isolieren, Leiten, Speichern oder Dämpfen Simone Diebold


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Verband + Industrie

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Südwesttext

Fortsetzung von Seite 1

Neue EU-Verbraucherrichtlinie Die derzeit in Deutschland gültige „40-EuroKlausel“, nach der dem Verbraucher die Rücksendekosten nur in bestimmten Fällen auferlegt werden dürfen, entfällt. Im Widerrufsfall muss der Händler jedoch die Hinsendekosten erstatten.

Einheitliche Regelungen gibt es auch bei der Lieferdauer. Wird eine Ware nicht innerhalb von 30 Tagen nach Bestellung geliefert, kann der Verbraucher vom Vertrag zurücktreten. Darüber hinaus dürfen Händler nur dann Zuschläge für bestimmte

Zahlungsarten verlangen, wenn ihnen selbst erhöhte Kosten entstehen. Grundsätzlich ist die Verbraucherrichtlinie ein richtiger Schritt hin zu einheitlichen Regeln im Binnenmarkt, wo selbst kleine Unternehmen ihre Produkte in anderen Mit-

gliedstaaten vertreiben. Allerdings bleibt abzuwarten, wie die einzelnen EU-Länder die Regelungen umsetzen. Betreibern von Online-Shops werden zahlreiche neue Pflichten auferlegt – für die Abmahn-Profis eine neue Spielwiese. Die neue

Richtlinie muss formal noch von den Mitgliedstaaten bestätigt werden. Die Umsetzung in nationales Recht muss nach Inkrafttreten innerhalb von zwei Jahren, d. h. voraussichtlich bis Mitte 2013 erfolgen. Silvia Jungbauer

Textil: Entwicklung biobasierter Materialien Kick-Off-Meeting im Oktober Die Landesagentur Biopro Baden-Württemberg, der Cluster Biopolymere / Biowerkstoffe und die AFBW – Allianz Faserbasierte Werkstoffe starten am 27. Oktober mit einem Kick-Off Meeting in Stuttgart die „textile bio-materials design challenge“, kurz tbdc. Ziel der Challenge ist, in einer einjährigen Zusammenarbeit kommerziell verfügbare und in der Entwicklung befindliche biobasierte Materialien unter Designgesichtspunkten für ihre Eignung in unterschiedlichen Textilbereichen zu evaluieren

und weiterzuentwickeln. Dabei handelt es sich nicht um einen Wettbe-

unterstützt und dem Mittelstand so einen Wettbewerbsvorsprung verschaf-

textile bio-materials werb, sondern um ein gemeinsames Engagement, das den Wandel hin zu bio-basierten Materialien

fen kann. Denn durch eine Interaktion vieler Akteure entlang der Wertschöpfungskette können Bio-

werkstoffe schon frühzeitig eingehend geprüft und somit schneller technisch einsatzfähig werden. Interessant ist dieses Projekt für Textilunternehmen, Entwickler, Designer, Faserproduzenten und -verarbeiter. Die Anwendungsfelder sind so vielfältig wie die Textilbranche: von technischen Textilien in Automobil, Bau und Medizin, über Bekleidung und Heimtextilien. Die Projektideen sollen in zwei PartneringWorkshops entwickelt und umgesetzt und an einem abschließenden Themen-

tag im Oktober 2012 der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Außerdem unterstützt eine webbasierte Partnering-Plattform den Prozess interaktiv, indem die Akteure ihre Profile, Angebote und Gesuche einstellen sowie gewonnene Erfahrungswerte austauschen können. Südwesttextil ist neben den Forschungsinstituten Hohenstein und ITV sowie der IHK Reutlingen strategischer Partner der tbdc. Weitere Infos unter www.suedwesttextil.de

Für immer mehr Unternehmer wird Factoring daher zu einem wichtigen Bestandteil der Finanzierung. Auch die Textilindustrie zählt zu den Branchen, die für das Factoring geeignet sind. Zu den Forderungen, welche für Factoring nicht oder schwierig geeignet sind, zählen Beratungsleistungen, Versicherungsleistungen, Leasing/ Mietgeschäfte, Lohnveredelung, Projektgeschäfte und Investitionsgüter. Die seit Jahren mit Südwesttextil zusammen-

arbeitende Funk Gruppe trägt der zunehmenden Bedeutung von Factoring Rechnung und hat mit Andreas Walderbach einen neuen Mitarbeiter, der über 17-jährige Markterfahrung verfügt. Er beschäftigt sich ausschließlich mit Factoring und artverwandten Produkten (Reversefactoring, Finetrading etc.). Kontakt: +49 89 54468141, a.walderbach@funkgruppe.de.

Simone Diebold

Factoring – eine Alternative Wachstumsbranche 2010 Im Jahr 2010 boomte der deutsche Factoring-Markt mit einem Umsatzplus von 37 Prozent so stark wie nie. Zuvor verzeichnete das Factoringgeschäft als Folgewirkung der Finanzkrise 2009 erstmalig in seiner Geschichte einen leichten Umsatzrückgang. Hintergrund dieser Zunahme für 2010 ist, dass Unternehmen zwar ihre finanziellen Reserven mobilisiert haben; dennoch ist das Thema Liquiditätsbeschaffung von zentraler Bedeutung. Zahlreiche Unternehmen

benötigen gerade jetzt mehr Kapital und zusätzliche Liquidität, um am aktuellen Aufschwung zu partizipieren. Auch für das laufende Jahr prognostizieren die aktuell 26 Anbieter des Deutschen Factoring Verbandes einen Zuwachs. Als einer der Gründe hierfür werden die verschärften Anforderungen auf dem Refinanzierungsmarkt genannt, so dass hier die klassischen Kreditvergabekapazitäten eher begrenzt sind. Factoring bietet gegenüber klassischen Fi-

nanzierungsinstrumenten wie Betriebsmittel- oder Lieferantenkredit zahl-

reiche Vorteile: umsatzkongruente Finanzierung, Sicherstellung der Zahlungseingänge, optimale Liquiditätsplanung, Stärkung des Eigenkapitals, Reduzierung von Verbindlichkeiten, Alternative bzw. Ergänzung zur Hausbank.

Christine Schneider


Verband + Industrie

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Bewegte textile Werbung Die Stuttgarter Fahnenfabrik Dommer zeigte ihre Produkte auf der Zukunftskonferenz Textil Mit Klassikern und interessanten Produktneuheiten präsentierte sich die Dommer Stuttgarter Fahnenfabrik am Messestand auf dem Innovationsmarktplatz der Zukunftskonferenz Textil am 1. Juli in Stuttgart, zu der Südwesttextil gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, dem Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg und dem Gesamtverband textil+mode eingeladen hatte. Ob für Shop-Deko, POS oder Werbekampagnen, für jede Sparte hatte das Traditionsunternehmen aus seinem breiten Sortiment etwas dabei. Da die Kundenfreundlichkeit bei Dom-

mer schon immer großgeschrieben wird, setzte das

gang zu einzelnen Produktinformationen zu er-

Die Zukunftskonferenz lud zum „Netzwerken“ ein.

Unternehmen bei seiner Produktpräsentation zusätzlich auf Web 2.0, um den Besuchern den Zu-

Foto: Dommer

leichtern. Erstmals waren alle Exponate mit einem QR-Code versehen, mit dem Interessierte direkt

über ihr Smartphone auf die Produktinformation auf der Dommer-Homepage zugreifen konnten. Für Marketingleiter Christian Billmann bot die Konferenz vorrangig die ideale Gelegenheit, um sich mit Kollegen aus der Branche über innovative Produkt- und Geschäftsideen auszutauschen: „Solche Gelegenheiten zum Gedankenaustausch über die engen Grenzen des eigenen Geschäfts hinweg sind Gold wert. Wir können alle davon profitieren, wenn wir über den Tellerrand blicken und uns von neuen Ideen oder Geschäftsmodellen inspirieren lassen.“ Die Dommer Stuttgarter Fahnenfabrik ist Systemlieferant für bewegte,

textile Werbeflächen für Veranstaltungen, Verkaufsförderung und zur Markenpräsentation und gehört mit zu den größten Fahnenfabriken Deutschlands. Geschäftsschwerpunkte sind Werbe- und Dekofahnen, mobile Systeme zur Markenpräsentation – vom einfachen Display bis zum kompletten Präsentationsstand. Wie professionell das Unternehmen Veranstaltungen ausstattet, konnten die Teilnehmer der Zukunftskonferenz live erleben: Das Mitgliedsunternehmen von Südwesttextil sponserte Teile der Fahnen, Banner, Lanyrads und Präsentationswände.

von mehreren Millionen Teilen pro Jahr nimmt das Unternehmen seine soziale Verantwortung in den weltweiten Produktionsbetrieben sehr ernst. Höchstes Bestreben ist stets, dass die Produkte nicht nur ökologisch einwandfrei und qualitativ hochwertig, sondern auch in sozial ausgerichteten Betrieben nach ergonomischen Arbeitsstandards hergestellt werden. Neben der konsequenten Bearbeitung des Heimatmarktes Deutschland exportiert Olymp über 30 Prozent der Produktion in mehr als 40 Länder der Erde. Hierzu zählen die westlichen Exportländer, Skandinavien und osteuropäische Staaten wie Kroatien, Polen, Rumänien, Russland sowie das ferne China. In den nächsten Monaten steckt Olymp

rund 28 Mio. Euro in die Erweiterung seines Standorts in BietigheimBissingen – allein 25 Mio. Euro in ein neues Logistikgebäude. „Wir bekennen uns als traditionelles Bekleidungsunternehmen aus Baden-Württemberg eindeutig zum Standort Deutschland. Das erfreuliche Wachstum unserer Marke bestärkt uns, die Firmenzentrale hier in Bietigheim-Bissingen weiter auszubauen,“ erläutert Mark Bezner, Geschäftsführender Gesellschafter der Olymp Bezner GmbH & Co. KG, die Zukunftspläne. Die Firmenzentrale umfasst nach Fertigstellung eine Nutzfläche von ungefähr 28 500 Quadratmeter.

Simone Diebold

Männer im Olymp Eine Erfolgsgeschichte made in Germany Die Olymp Bezner GmbH & Co. KG aus Bietigheim-Bissingen ist der Hemdenproduzent mit der europaweit dynamischsten Entwicklung der letzten Jahre. Seit 1951 steht das Unternehmen für herausragende Qualität bei Materialien und Verarbeitung, außergewöhnliche Trageund Pflegevorteile, ein optimales Preis-/ Leistungsverhältnis und für eine überzeugende modische Aussage. Durch konsequente Einhaltung dieser Prinzipien konnte sich der mittelständische Hemdenspezialist mehr als erfolgreich entwickeln und den Umsatz in einem anhaltend schwierigen Bekleidungsmarkt seit 2000 auf rund 142 Millionen Euro im Jahr 2010 mehr als verdreifachen. Mit dieser Expansion wurde eine steigende Zahl

Olymp bietet Qualität und Mode.

von hochqualifizierten Arbeitsplätzen in der Wirtschaftsregion Stuttgart geschaffen. 2010 stieg die Belegschaft um knapp 50 zusätzliche Stellen auf gegenwärtig 450 Mitarbeiter in Deutschland. Tendenz steigend. Besonders beliebt sind die bügel- und knitterfreien Businesshemden der Linie „Olymp

Foto: Olymp

Luxor“ des laut GfK Nürnberg anerkannten Marktführers. Aber auch pflegeleichte Freizeit- und Polohemden sowie Seidenkrawatten gehören zum Produktportfolio. Mit Olymp Strick wird ab Herbst 2011 ein umfangreicheres Produktangebot im Handel platziert. Bei der Fertigung

Simone Diebold


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Bildung + Soziales

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Südwesttext

Ausbildung, Weiterbildung, Seminare & Co. Die Gatex auf Erfolgskurs – Mitgliederversammlung 2011 Mit der Präsentation des modernisierten Internetauftritts begann am 26. Juli die Mitgliederversammlung der Gatex in Bad Säckingen. Berichtet wurde über die angestiegenen Zugriffszahlen sowie die Präsenz in den Social Media wie Facebook, Twitter und Xing. Auf Facebook hat die Gatex mittlerweile 161 Freunde. Vorgestellt wurde auch die neue Imagebroschüre. Sie wird eingesetzt, um die Gatex bei Unternehmen, Jugendlichen und auf Veranstaltungen noch bekannter zu machen. Erfreulich entwickelt hat sich das Seminargeschäft: Seit der Neustrukturierung des Angebots und einer geän-

Die Gatex

Das neue Werbetool: Die Gatex-Imagebroschüre.

derten Preispolitik hat die Nachfrage insbesondere nach offenen Seminaren deutlich zugenommen.

Dabei wurden von den Teilnehmern regelmäßig gute Beurteilungen für Qualität und Organisati-

on abgegeben. „Der Umsatzzuwachs im Bereich der offenen Seminare ist beachtlich“, berichtete Gatex-Geschäftsführer Dr. Markus H. Ostrop. „Das zeigt, dass das Angebot gut angenommen wird.“ Darüber hinaus wachse das Interesse der Unternehmen an Inhouse-Seminaren, die von den Ausbildern der Gatex durchgeführt werden, so Ostrop. Lobend erwähnt wurden die Aktivitäten des Fördervereins der Gatex unter seinem neuen Vorsitzenden Winfried Ebner, der viele Gelegenheiten zur Werbung für die Gatex wahrnimmt. Bezüglich der Entwicklung der Auszubil-

dendenzahlen zeigt sich die Geschäftsführung vorsichtig optimistisch. Man rechne für das Ausbildungsjahr 2011/12 mit insgesamt 34 Neuanmeldungen, und damit mit 14 Auszubildenden mehr als im Vorjahr. Auf der Tagesordnung standen außerdem Nachwahlen für den Vorstand der Gatex. Einstimmig gewählt wurde Heinz Bernd Schepers, KBC, der sich nach Ablauf seiner dreijährigen Wahlperiode zur Wiederwahl bereiterklärte. Für den ausgeschiedenen Axel Köppe wurde Angela Krieg von der TVV Arlen einstimmig in den Vorstand gewählt. Christine Schneider

Junge Textiler fit für die Zukunft Das textile Aus- und Weiterbildungszentrum verabschiedet seine Azubis mit dem Gatex-Zertifikat Am 26. Juli war der große Tag für 30 Jungtextiler: Mit einer Abschlussfeier in der Gatex wurden sie ins Berufsleben verabschiedet. Und die besonders Erfolgreichen wurden zusätzlich mit dem Gatex-Zertifikat ausgezeichnet. Der Gatex-Vorsitzende Georg Saint-Denis gab den Absolventen einige Denkanstöße mit. „Die Hoffnungen und Erwartungen der deutschen Textilindustrie liegen auf Ihnen. Dies ist eine Herausforderung, aber auch eine Chance.“

Die höchste Punktzahl erzielte Markus Döbele, Azubi der Global Safety Textiles GmbH in Maulburg, mit 99 Punkten. Der Durchschnitt lag bei 75 von 100 Punkten. Einen Grund zum Feiern hatten auch 15 frisch gebackene Maschinenund Anlageführer der Global Safety Textiles GmbH. Im Rahmen der WegebauFörderung haben sie nach einem Jahr die IHK -Prüfung bestanden. Die besten Gatex-Absolventen 2011 mit dem Gatex-Vorsitzenden Saint-Denis (links), Geschäftsführer Dr. Ostrop (rechts) und Ausbildungsleiter Kiefer (Dritter von rechts).

Simone Diebold

Gatex-Zertifikat: Fachrichtung Weberei

Fachrichtung Spinnerei

Fachrichtung Textillaborant

Fachrichtung Produktveredler Textil

Brennet AG Vito Vitanza Philipp Gsell

Gruschwitz Sascha Maurus Michael Gleisner

KBC Koechlin, Baumgartner & Cie. GmbH Maria Meier

Gütermann GmbH Simon Fehrenbach

Global Safety Textiles GmbH Markus Döbele Muhammed Algel Fabienne Schley

Gütermann GmbH Benjamin Huber

Lauffenmühle GmbH & Co. KG Patricia Tschersich

Lauffenmühle GmbH & Co. KG Sebastijan Sinko Sandra Labus

Lauffenmühle GmbH & Co. KG Liridon Limani Thomas Trompeta Ferhat Sevim

KBC Koechlin, Baumgartner & Cie. GmbH Francesco Falanga Tobias Pohse Alexander Neumann Lauffenmühle GmbH & Co. KG Daniel Pohse Janis Weiß

Technische Textilien Lörrach Sid Ahmed Souiah Denis Leucci Adam Schumilas Benjamin Heydeck Heiko Wittkopf


Bildung + Soziales

Südwesttext

August 2011

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„Wir brauchen Fachkräfte“ Zukunft der textilen Ausbildungsberufe Die Diskussion um die Zukunft der textilen Ausbildungsberufe ist durch die demografische Entwicklung erneut entfacht. Auf Bundesebene wird deshalb über eine Neuordnung der Ausbildungsberufe nachgedacht. Dabei wird über die Zusammenfassung zu einem Ausbildungsberuf wie in der Schweiz erwogen. Anfang Juli diskutierten Unternehmensvertreter auf Einladung von Südwesttextil über das Thema und legten ihre Sichtweise dar. In der Diskussion würde deutlich, dass die Unternehmen Fachleute und keine Generalisten wünschen. Vor diesem Hintergrund ist eine noch weitere Verengung auf einen Ausbildungsberuf nicht voranzutreiben. Die Beibehaltung der dreijährigen Ausbildungsberufe mit ihrer fachlichen Trennung wird von den Unternehmen befürwortet. Kritik wird an der durch die Neuordnung

vollzogenen Abschaffung der Stufenausbildung ge-

baren Ausbildung als die heutige Einteilung in zwei-

Unternehmen wünschen sich Fachleute und keine Generalisten.

übt. Die Ausbildung nach dem Grundsatz einer zweijährigen Grundausbildung mit ersten fachlichen Einheiten und einer anschließenden einjährigen Vertiefung entspricht nach Ansicht der Unternehmen mehr einer flexibel gestalt-

jährige und dreijährige Ausbildungsberufe. Der modulare Aufbau kommt außerdem dem Grundgedanken der Durchlässigkeit von Bildung stärker entgegen. Die Unternehmen sprechen sich in diesem

Ausbildungsordnung für Mechatroniker novelliert Geändert wurden ausschließlich die Prüfungsregelungen. Eingeführt wurde die gestreckte Abschlussprüfung und das Variantenmodell (Wahloption zwischen Betrieblichem Auftrag und praktischer Aufgabe). Der Betriebliche Auftrag bzw. die praktische Aufgabe machen jetzt nur noch 30 Prozent der Prüfungsleistung aus. Der Rahmenlehrplan bleibt unverändert. Die Ausbildungsordnung gilt für alle ab dem 1. August 2011 beginnenden Ausbildungsverhältnisse.

Hinweis

Zusammenhang dafür aus, auch die Weiterbildungskarrieren der Jugendlichen, welche in die Ausbildung gehen, im Auge zu behalten. Diese Forderung impliziert, dass nicht nur die textilen Ausbildungsberufe gesichert werden müssen, sondern auch die Weiterbildungsmöglichkeiten. Explizit angesprochen wird die Technikerweiterbildung. Die offene Formulierung der Lernfelder, um so den Rahmenlehrplan flexibler zu gestalten, erweist sich nach Ansicht der Unternehmen als weiterer Mehraufwand bei der Ausbildungsgestaltung. Für die inhaltliche Abgrenzung ist ein hohes Maß an Absprachen der an der Ausbildung beteiligten Akteure wie Unternehmen, Berufsschule und weiterer Institutionen erforderlich. Erfolgen diese Absprachen nicht oder nicht in ausreichendem Maße, kommt es zu unterschiedlicher Auslegung von In-

halt und Quantität einzelner Bereiche, wie in der Diskussion am Beispiel der Mechanik deutlich würde. Unter der Moderation der IHK HochrheinBodensee wurde in einem aufwendigen Prozess die inhaltliche Konkretisierung der Rahmenlehrpläne vorgenommen und ein Qualitätshandbuch entwickelt, welches als Grundlage für die stetige, dynamische und inhaltliche Weiterführung der Ausbildungsberufe benutzt werden soll. Vor diesem Hintergrund scheint die Frage der inhaltlichen Nachbesserungen der Rahmenlehrpläne des Produktionsmechanikers Textil und des Produktveredlers Textil vielen Unternehmen als gegeben, auch wenn sie die beiden Berufe an sich als gut bewerten.

Christine Schneider

Seminare Bildungswerk Seminarangebot der Akademie für Personal- und Organisationsentwicklung im Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft in Kooperation mit Südwesttextil Fuhrparkmanagement Termin: 11. Oktober 2011 Ort: Haus Steinheim Stressmanagement: Engagement ja – Burnout nein Termin: 13. bis 14. Oktober 2011 Ort: Haus Steinheim PowerPoint 2010 für Einsteiger Termin: 19. Oktober 2011 Ort: Haus Reutlingen

Demografiekongress

Weitere Informationen unter www.biwe.de


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Recht + Steuern

August 2011

Südwesttext

Wenn einer eine Reise tut Auswirkungen von Naturkatastrophen und Krankheit auf das Arbeitsverhältnis Für viele ist der Sommer die schönste Zeit, denn in den sonnigen Monaten kann man endlich seinen wohlverdienten und ersehnten Jahresurlaub fern der Heimat genießen. Doch neben Streiks der Piloten, Fluglotsen und Lokführer kann auch eine unerwartete Naturkatastrophe, wie der Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull im Jahre 2010 oder eine plötzliche Krankheit einen Strich die Urlaubsfreuden trüben.

Jahren entschieden, dass solche Hinderungsgründe ein Teil des sogenannten Wegerisikos darstellen. Dieses Risiko hat alleine der Mitarbeiter zu tragen. Dies gilt jedoch nicht für

triebstechnischer Arbeitsausfall betrifft ebenfalls das Betriebsrisiko des Arbeitgebers, so dass seine Zahlungsverpflichtung trotz fehlender Gegenleistung bestehen bleibt.

Überstunden genutzt werden. In Betracht kommt auch eine vereinbarte Urlaubsverlängerung. Diese Möglichkeiten erfordern allerdings die Zustimmung des Arbeit-

Keine Pflicht zur Entgeltzahlung bei höherer Gewalt Kann der Arbeitnehmer seinen Urlaubsort aufgrund eines Ereignisses von höherer Gewalt, zum Beispiel wegen eines Flugverbots, nicht verlassen, so ist für die Arbeitsvertragsparteien gleichermaßen entscheidend, wie sich dies auf die arbeitsvertraglichen Pflichten auswirkt und ob dem Arbeitgeber Möglichkeiten zur Verfügung stehen, die Abwesenheit des Mitarbeiters zu sanktionieren. Erkrankt der Arbeitnehmer während seiner Urlaubsreise, so stellt sich die Frage, welche Anforderungen an die Meldung und den Nachweis einer etwaigen Arbeitsunfähigkeit gestellt werden können. Dem Arbeitnehmer ist es im Falle eines Naturereignisses nicht möglich seine Arbeitsleistung zu erbringen. Gemäß dem Grundsatz „Ohne Arbeit kein Lohn“ entfällt für die Zeit der Abwesenheit auch die Entgeltzahlungsverpflichtung des Arbeitgebers. Das Bundesarbeitsgericht hat bereits vor mehreren

unfähigkeitsbescheinigung des Urlaubsarztes. Auch ausländische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen begründen zunächst den Anschein für die Richtigkeit der in ihnen enthaltenen Angaben. Dem Arbeitgeber bleibt es allerdings unbenommen, Umstände darzulegen, die ernsthafte Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit begründen. Da jedoch oftmals eine erhebliche Entfernung zwischen Arbeitsplatz und Urlaubsort liegt, wird es dem Arbeitgeber schwer fallen tatsächliche Nachweise für eine Arbeitsfähigkeit zu sammeln.

„Ich bin krank“ – reicht nicht!

Der Fall Eyjafjallajökull: Naturkatastrophen können den Urlaub verlängeren – jedoch auf Kosten des Mitarbeiters. Foto: © Jochen Scheffl – Fotolia.com

eine vom Arbeitgeber veranlasste Dienstreise. Dann fallen die Beeinträchtigungen einer Naturkatastrophe in das Betriebsrisiko des Arbeitgebers, so dass dieser seinen betroffenen Mitarbeiter dennoch entlohnen muss.

Daheimgebliebene sind zu entlohnen. Zu beachten ist jedoch, dass dieser Grundsatz nicht für daheimgebliebene Arbeitnehmer gilt, die von einer Naturkatastrophe nur indirekt betroffen sind. Mitarbeiter, die ihrer Arbeit deshalb nicht nachkommen können, weil der Betriebsablauf durch die abwesenden Urlauber nicht aufrechterhalten werden kann, sind weiterhin zu entlohnen. Ein solcher be-

Da es sich bei der zwingenden Urlaubsverlängerung nicht um ein eigenmächtiges und steuerbares Verhalten des Arbeitnehmers handelt, entfällt eine Abmahnung durch den Arbeitgeber. Da auch eine (verhaltensbedingte) Kündigung im Regelfall ein schuldhaftes Verhalten voraussetzt, scheidet auch diese bei der Dienstverhinderung durch höhere Gewalt aus. Etwas anderes kann sich nur dann ergeben, wenn der Arbeitnehmer eine ihm zumutbare anderweitige Heimreisemöglichkeit nicht wahrnimmt oder er seinen Arbeitgeber nicht rechtzeitig über seine Verhinderung und deren voraussichtliche Dauer informiert. Die zusätzliche und unfreiwillige Urlaubszeit könnte in der Praxis zum Ausgleich von Zeitkonten oder zum Abbau von

nehmers. Eine einseitige Anordnungsbefugnis des Arbeitgebers besteht in der Regel nicht.

Krankheitstage werden nicht auf den Urlaub angerechnet. Neben Naturkatastrophen ist der Arbeitnehmer im Urlaub auch vor einer Krankheit nicht sicher. Führt diese Krankheit zu einer Arbeitsunfähigkeit, so greift die Sondervorschrift des § 9 BurlG: Die durch ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nachgewiesenen Krankheitstage werden auf den Urlaub nicht angerechnet, d.h. der Arbeitnehmer erhält während dieser Krankheit Entgeltfortzahlung nach § 3 EFZG. Knackpunkt ist häufig die ausgestellte Arbeits-

Allerdings kann der Beweiswert der ausländischen Bescheinigung dadurch entkräftet werden, dass nachgewiesen wird, der bescheinigende Arzt habe im Widerspruch zu den Anforderungen des deutschen Rechts nicht zwischen einer bloßen Erkrankung und einer daraus resultierenden Arbeitsunfähigkeit unterschieden. Der Vermerk des Arztes, der Urlauber sei krank, reicht daher nicht aus. Außerdem muss der Arbeitnehmer neben der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung seine gegenwärtige Urlaubsadresse und die Dauer seiner Arbeitsunfähigkeit schnellstmöglich anzeigen. Allerdings ist der Arbeitnehmer nicht verpflichtet, die ausländische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auf seine Kosten übersetzen zu lassen.

Fabian Seus


Recht + Steuern

Südwesttext

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Übertragung von Urlaubsansprüchen Bundesarbeitsgericht klärt offene Fragen bei Langzeiterkrankungen Der Europäische Gerichtshof sowie das Bundesarbeitsgericht (BAG) haben mit ihren Entscheidungen zu Beginn des Jahres 2009 der über Jahrzehnte gefestigten Rechtsprechung zum Verfall von Urlaubsansprüchen bei andauernder Arbeitsunfähigkeit eine Absage erteilt (siehe JuliAusgabe Südwesttext). Aus dieser Kehrtwende ergaben sich zahlreiche offene Fragen, deren obergerichtliche Klärung

mit Spannung erwartet wurde und wird: Am 9. August 2011 verhandelte der zuständige Neunte Senat des BAG mehrere Urlaubs-Fälle und kam in zwei Konstellationen zu zufriedenstellenden Ergebnissen: 1. Einzel- und tarifvertragliche Ausschlussfristen gelten auch für den Urlaubsabgeltungsanspruch hinsichtlich des gesetzlichen Mindesturlaubs. Der Urlaubsabgeltungsanspruch für Ur-

laubsansprüche, die auf Grund der neuen Rechtsprechung nicht mehr verfallen, entsteht dabei zum Ende des Arbeitsverhältnisses und wird sofort fällig. Er unterliegt dann als reiner Geldanspruch den Ausschlussfristen. 2. Der auf Grund andauernder Arbeitsunfähigkeit übertragene Urlaub verfällt bei der Rückkehr des genesenen Arbeitnehmers an seinen Arbeitsplatz grundsätzlich zum Ende des Jahres

Gut versichert bzw. 1,7 je nach Gefahrtarifstelle) viel geringer ist als die Gefahrtarifstelle 25 „Herstellung von Bekleidung“ der BG ETEM mit der Gefahrklasse 3,4, in welcher das Unternehmen in der Regel veranlagt ist. Aber auch die BG ETEM bietet für die Versicherung der Mitarbeiter(innen), die die vom Unternehmen selbst produzierte Bekleidung in eigenen Shops und Stores an Endverbraucher verkaufen, eine Möglichkeit: über die Kennziffer 1012

von Urlaubsansprüchen die notwendigen Grenzen gezogen wurden. Sie gewähren sowohl Arbeitgebern als auch Arbeitnehmern die benötigte Rechts- und Planungssicherheit. Am 20. September wird das BAG darüber entscheiden, ob in einem „ruhenden“ Arbeitsverhältnis Urlaub entsteht und ob Urlaubsabgeltungsansprüche vererblich sind. Es bleibt spannend. Susanne Wicht

Demografie-Veranstaltung

Unfallschutz für Mitarbeiter im Retail-Bereich Für bekleidungsherstellende Unternehmen mit eigenem Einzelhandel, wie Shop in Shop Flächen oder eigene Läden, stellt sich die Frage, bei welcher Berufsgenossenschaft das dort eingesetzte Verkaufspersonal versichert werden kann. Auf den ersten Blick bietet sich die Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution (BGHW) an, vor allem unter dem Aspekt, dass der Gefahrtarif bei der BGHW für den Einzelhandel (mit den Gefahrklassen 1,6

der Rückkehr. Voraussetzung hierfür ist, dass der Arbeitnehmer seine Tätigkeit im Jahr der Genesung wieder so rechtzeitig aufnimmt, dass er den aus den Vorjahren übertragenen Urlaub sowie den ihm für das Jahr der Rückkehr zustehenden Urlaub in der verbleibenden Zeit in „natura“ nehmen könnte. Die Klarstellung dieser beiden Rechtsfragen war dringend erforderlich, da hierdurch der Anhäufung

„Einzelhandel mit Textilien“ der fremdartigen Nebenunternehmen mit der Gefahrtarifklasse 1,5. Die Vorteile liegen auf der Hand: eine Berufsgenossenschaft – eine Veranlagung – eine Jahresmeldung – eine Beitragsprüfung – ein Ansprechpartner, der die Eigenheiten der Bekleidungsherstellung kennt. Interessierte Unternehmen sollten sich mit der BG ETEM in Verbindung setzen. Susanne Wicht

Neues von der BG ETEM Aktualisierung der CD-ROM „Praxisgerechte Lösungen – Hilfen für betriebsspezifische Gefährdungsbeurteilungen“ Mit der aktualisierten Version kann schnell, einfach und praxisnah eine Gefährdungsbeurteilung erstellt und dokumentiert werden. Mit rund 700 Musterobjekten liefert sie eine Orientierung bei der Erstellung und bietet als zusätzliche Unterstützung Verknüpfungen zu erforderlichen Dokumenten wie beispielsweise Betriebsanweisungen, Prüflisten und Unterweisungshilfen. Weitere Infos unter http://www.bgetem.de/medien/startseite_medien.html#cd003. Seminartermine 2012 speziell für die textilen Branchen: • Maschinenspezifische Gefährdungen in der Textilindustrie (TB 1) • Spezifische Gefährdungen in der Wäscherei (TB 2) • Gefahrstoffe in Wäschereien (TB 3) • Sicherheit in der Textilveredlung (TB 4) Weitere Infos unter http://www.bgetem.de/seminare/startseite_seminare.html.

Am 20. und 21. Oktober veranstaltet der Gesamtverband t+m und die IG Metall in Darmstadt eine Konferenz zu den Herausforderungen des Demografischen Wandels. Kompetente Referenten beleuchten das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven und geben Lösungsansätze. Dies ist der Auftakt zu einer gemeinsamen Veranstaltungsreihe, zu der sich die Tarifvertragsparteien im Rahmen des Tarifvertrags 2011 zur Gestaltung des Demografischen Wandels verpflichtet haben. Mehr unter http://www.textil-mode.de/deutsch/ Themen/Tarifpolitik/Demografie-Veranstaltung-am20./21.-Oktober-2011/K539.htm

Aktuelle Steuer-Nachrichten Zusammen mit einem gleichzeitig veröffentlichten Urteil hat der Bundesfinanzhof (BFH) eine Reihe von Zweifelsfragen bei sog. innergemeinschaftlichen Lieferungen an Unternehmer in andere Mitgliedstaaten geklärt, insbesondere Fragen zur betrügerischen Ausnutzung der Umsatzsteuerbefreiung von Liefergeschäften innerhalb der EU. In diesem Verfahren ging es um Mobiltelefone, die Gegenstand eines inländischen „Umsatzsteuer-Karussells“ waren und vom inländischen Unternehmer in andere Mitgliedstaaten der EU geliefert wurden. Ein Finanzgericht versagte die Steuerfreiheit für die innergemeinschaftliche Lieferung allein mit der Begründung, es liege ein „Karussellgeschäft“ vor. Dem trat der BFH entgegen. Werden in einer Kette von Umsatzgeschäften tatsächlich Lieferungen ausgeführt, kann diesen im Regelfall erst aufgrund einer Täuschung über die Identität des Abnehmers die Steuerfreiheit versagt werden. Dies ergebe sich aus dem EuGH-Urteil vom Dezember 2010. Diese und weitere Steuernachrichten können in der August-Ausgabe nachgelesen werden. Sie stehen im geschlossenen Mitgliederbereich von www.suedwesttextil.de zum Download bereit.


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Technik + Umwelt

Weniger ist häufig mehr

Termine

BMWi unterstützt Unternehmen bei Steigerung von Rohstoff- und Materialeffizienz Um die Rohstoffversorgung des Innovationsund Technologiestandorts Deutschland zu optimieren, hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) Anfang August die Einsatzmöglichkeiten der so genannten BMWiInnovationsgutscheine ausgeweitet. Bereits seit Mai 2010 können kleine und mittlere Unternehmen diese Gutscheine für Beratungen zur Professi-

onalisierung des betrieblichen Innovationsmanagements nutzen. Nach den neuen Vorgaben können die Innovationsgutscheine jetzt auch für eine qualifizierte Beratung zur Steigerung der Rohstoffund Materialeffizienz eingesetzt werden. Die neuen Gutscheine decken als vollwertiges Zahlungsmittel 50 Prozent der Ausgaben für eine qualifizierte Beratung zur Steigerung der

Rohstoff- und Materialeffizienz. Zielgruppe sind kleine und mittlere Unternehmen des produzierenden Gewerbes. Vom Bundesministerium autorisierte Materialeffizienzberater spüren mit einem neutralen „Blick von außen“ Materialverluste bei Produkten und in der Produktion auf und schlagen konkrete Maßnahmen zur Verringerung des Rohstoff- und Materialeinsatzes sowie

Recyclingaktivitäten vor. Erfahrungen des BMWi aus bisherigen Materialeffizienzberatungen zeigen, dass pro Unternehmen im Jahr durchschnittlich Materialkosten in Höhe von 2,4 Prozent des Umsatzes eingespart werden können. Mehr zum Innovationsgutschein findet sich unter www.bmwi-innovationsgutscheine.de Christine Schneider

Unter neuer Leitung Das Zentrum für Management Research (DITF-MR) hat eine Chefin Prof. Dr. Meike Tilebein hat zum 1. Juli die Leitung des Zentrums für Management Research der Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung von Prof. Dr. Thomas Fischer übernommen. Meike Tilebein ist Leiterin des 2009 neu geschaffenen interdisziplinär ausgerichteten Instituts für Diversity Studies in den Ingenieurwissenschaften (IDS) an der Universität Stuttgart. Sie

Die neue Chefin: Prof. Dr. Meike Tilebein. Foto: DITF-MR

schloss das Studium der Technischen Kybernetik an der Universität Stuttgart als Diplom-Ingenieurin ab und promovierte danach am Betriebswirtschaftlichen Institut der Universität Stuttgart mit einer Arbeit über die Prinzipien komplexer adaptiver Systeme und deren Übertragung auf Unternehmen und Netzwerke. Anschließend war sie Inhaberin der DPD-Stiftungs-Juniorprofessur für Innovationsmanagement

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an der European Business School in Oestrich-Winkel, bevor sie im November 2009 die Leitung des IDS übernahm. Thomas Fischer ist seit dem 1. Juli offiziell im Ruhestand, bleibt aber dem Zentrum für Management Research weiterhin in beratender Funktion und in Koordinationsteams verschiedener EU-Projekte erhalten. Simone Diebold

Hinweis

Textilkennzeichnung aktuell 19. Oktober 2011, Filharmonie Filderstadt

Anmeldung: www.suedwesttextil.de/veranstaltungen

Faser – Matrix – Interface Im Rahmen der Composite Europe lädt die AFBW am 29. September gemeinsam mit Manufuture-BW und der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart zum Anwenderforum „Faser –Matrix – Interface“ in die „Region Stuttgart Lounge“ der Neue Messe Stuttgart ein. International anerkannte Referenten beleuchten die „Kunst“ der Faserverbundwerkstoffe. Darüber hinaus werden Fragen zum Thema „Optimierung der Verarbeitung“ beantwortet und diskutiert, um so neue Impulse und Ideen auf den Weg zu bringen. Mehr unter www.suedwesttextil.de. Gatex Am 17. Oktober findet in der Gatex, Bad Säckingen, das Seminar „Textiles Grundwissen für Kaufleute“ statt. Der fünftägige Grundlagen Kurs richtet sich an die kaufmännischen Mitarbeiter der Textil- und Bekleidungsindustrie, des Textilmaschinenbaus sowie an die Zulieferindustrie. Die Teilnehmer erhalten einen Überblick über die Entstehung von Textilien und können so deren Qualität besser bewerten. Mehr unter www. die-gatex.de Hofer Vliesstofftage Am 9. und 10. November veranstaltet der Verband der Bayerischen Textilund Bekleidungsindustrie die 26. Hofer Vliesstofftage. Mit Referaten aus den Bereichen Industrie, betriebliche Praxis und Forschung werden innovative Entwicklungen der Vliesstoffbranche vorgestellt. Neben der Fachinformation gibt es Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen und bestehende zu vertiefen. Programm und Anmeldung über www. hofer-vliesstofftage.de


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Technik + Umwelt

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Ökologie vom Feinsten Gebr. Otto setzt auf Recycling-Garn und erlesene Kapok-Mischungen Seit mehr als 100 Jahren produziert die Gebr. Otto Baumwollfeinzwirnerei in ihren Werken in Dietenheim und Balzheim hochwertige Garne und Zwirne für die Strickerei und Weberei. Nachhaltige Produktion wird dabei großgeschrieben: 2002 erhält das Unternehmen das Umweltmanagement-Zertifikat Öko-Tex Standard 1000 – als erste Spinnerei und Färberei Deutschlands überhaupt. Nach ISO 14001 hat sich das Unternehmen sein Umweltmanagement bereits 1997 zertifizieren lassen, für das begehrte IVN/ GOTS-Label vor über zehn Jahren. Ende 2010 wurde der traditionsreiche Familienbetrieb mit 160 Mitarbeitern für seine nachhaltigen Produktkonzepte unter Einsatz neuartiger, nachhaltig produzierter Naturfasern mit dem Umweltpreis BadenWürttemberg ausgezeichnet. Dabei kommt zertifizierte Fair Trade und Bio-Baumwolle zum Einsatz, im Rahmen der neuen Sparte Otto Medi-

Die Kapokfaser ist wie Baumwolle eine Samenfaser. Nach dem Öffnen der Kapseln werden die Fasern entnommen und in der Sonne getrocknet. Anschließend werden die Samen entfernt. Foto:© africa – Fotolia.com

care auch im Bereich der Hygiene-Produkte. Beim Nachhaltigkeitskonzept recot² setzt die Firma Otto auf recycelte Baumwolle. Dazu werden Abfälle aus dem Herstellungsprozess wie Spulfäden oder Webkanten in maximaler Menge in die Produktion rückgeführt und zu einem hochwertigen Garn verarbeitet. „Aus ökologischer Sicht

würde bereits eine Mischung von 50 Prozent recycelter Baumwolle mit 50 Prozent neuer Baumwolle eine globale Wassereinsparung von 10 000 Litern pro Kilogramm Garn ergeben“, erläutert Geschäftsführer Andreas Merkel die positive Umweltwirkung. Das Spinnverfahren recot² wird im Rahmen des Förderschwerpunktes „Umwelt-

technik“ der Deutschen Bundesstiftung Umwelt DBU gefördert. Um die energetischen Aspekte zu dokumentieren, erarbeitet die Universität Ulm derzeit eine Ökobilanz nach DIN ISO 14040. Dem ebenfalls nachhaltig hergestellten Garn Piumafil liegt ein anderes Konzept zugrunde: Baumwolle wird mit Kapok gemischt, der leichtesten

bekannten Naturfaser. Kapok, auch Pflanzendaune oder Pflanzenkaschmir genannt, wächst wild im Regenwald, gedeiht nicht in Monokulturen und ist frei von jeglichen Chemikalien. Die federleichte Faser galt lange als nicht verspinnbar und wurde überwiegend nur als Füllmaterial wie z. B. bei Schwimmwesten, Rettungsringen und Matratzen verwendet. Durch innovative Spinntechnologien ist es der Firma Otto 2006 erstmals gelungen, Kapok in einer Mischung mit Baumwolle zu einem hochwertigen Premium-Garn zu verspinnen. Die 2 bis 4 cm lange Hohlfaser mit 80 Prozent Lufteinschluss sorgt für eine natürliche thermoregulierende Wirkung. Weil Kapok sechsmal leichter ist als Baumwolle, sind Textilien aus Piumafil bei gleichem Volumen um 10 Prozent leichter als solche aus reiner Baumwolle und haben einen seidigen Griff.

Silvia Jungbauer

Anmeldung per Fax an +49 (0)711 – 32 73 25 69 oder per E-Mail an ulrike.moeller@afbw.eu


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Zu guter Letzt

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„ARTY CRAFTY SEDUCTION THING“ Die Kollektionsidee: Verführung und Eintauchen in eine andere Welt Am 22. Juli präsentierten die 21 Absolventen der Staatlichen Modeschule Stuttgart mit einer beeindruckenden FashionShow in der Alten Kelter in Fellbach ihre Abschlussarbeiten. Die Idee hinter der 100-teiligen Kollektion ist das Spiel mit vielfältigen Ethno-Stilelementen. Der Betrachter soll Eintauchen in eine andere Welt und eine Reise unternehmen, die ihn von Metropolen wie New York, über abgelegene Dörfer in Rumänien, dem fernen Orient zu afrikanischen Wüstenstädten und schließlich ins Weltall führt. Entstanden sind sehr individuelle und persönliche Looks, funktional oder emotional konzipiert. Inspirationen dazu haben sich die Kreativen bereits im Herbst 2010 in London geholt. Es wurden aktuelle Trends auf der Straße beobachtet, Kulturen recherchiert sowie Tendenzen und Strömungen aus Gesellschaft und Wirtschaft aufgenommen.

Die Studierenden trugen ihre Modelle selbst vor und legten das Styling fest. Für ein konzentriertes Lauftraining sorgte der Stuttgarter-Ballett-Choreograf Marco Goecke, der in diesem Jahr bereits die 10. Show inszenierte. „In unserer Branche und mit unserer Ausbildung muss man Persönlichkeit zeigen und sich durchboxen“, beantwortete eine Studentin die Frage, wie sie jetzt nach ihrem Abschluss ihre Berufschancen einschätze. Simone Diebold

Fotos: Staatl. Modeschule Stuttgart

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Stuttgart 21

Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie – Südwesttextil e.V. Kernerstraße 59 70182 Stuttgart

Puff, puff, puff, puff Eisenbahn, wer will mit nach Stuttgart fahr’n? Stuttgart ist geschlossen, der Schlichter ist verdrossen.

Postfach 10 50 22 70044 Stuttgart Telefon: +49 711 21050-0 Telefax: +49 711 233718 Internet: www.suedwesttextil.de Präsident Dr. Axel Nickel Hauptgeschäftsführer Dr. Markus H. Ostrop Verantwortlich für Inhalt und Layout: Simone Diebold Gestaltung: www.die-wegmeister.com Druck: Gress-Druck GmbH, Fellbach Auflage: 900

Seiner Botschaft mit dem Frieden Ist wohl kein Erfolg beschieden. Idee ist alt und ist geklaut, wenn man sich zwei „Bahnhofs“ baut. Im Streit um Bahnhof und Geleise geb‘ ich den Rat: Ihr Leut‘ seid weise: Jeder Kämpfer schafft sich an eine Märklin-Eisenbahn. Verfasser d. Red. bekannt. Foto: © ynamaku - Fotolia.com

Zitat „Wir sollten uns um die Zukunft sorgen, denn wir werden den Rest unseres Lebens darin verbringen.“ nach Charles Kettering, amerikanischer Erfinder (1876 - 1958)


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