SÜDWESTTEXT Zeitung für die Textil- und Bekleidungsindustrie Herausgegeben von Südwesttextil
www.suedwesttextil.de
April 2014 | Nr. 79
Themen Verband + Industrie
Kürzel-Politik Seite 5 Bildung + Soziales
Förderung für die Gatex Seite 6
Vorstandssitzung Südwesttextil
Recht + Steuern
Der rote Faden
Update Handelsvertreterrecht
Seite 3
Seite 8
Gerd Müller schießt daneben
Der Entwicklungshilfeminister will der Textilbranche ein weiteres Siegel verordnen
Foto: Gerd Müller
Bei dem Namen Gerd Müller hatten hierzulande nicht nur Fußballfans bislang positive Assoziationen. Der
Rekordtorschütze gilt als einer der besten Stürmer des letzten Jahrhunderts, bekannt für seine schnelle Drehung auf engstem Raum, mit plötzlichem Torschuss selbst aus ungünstigster Position. Sein Namensvetter und heutiger Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung droht nun die schöne Erinnerung an den „Bomber der Nation“ zu stören. Mit seiner Ankündigung, noch in diesem Jahr ein Textilsiegel einführen zu wollen, kommt der CSU-Mann,
den man bisher wenig wahrgenommen hatte, zwar aus der Deckung. Zum erfolgreichen Torschuss aber wird sein Vorstoß vermutlich nicht taugen. Müller erwartet, dass die „Textilbranche“ für die Produktionskette vom Baumwollfeld bis zum Bügel die vereinbarten Standards garantiere. Sonst wolle er sie zwingen, soziale und ökologische Mindeststandards einzuhalten. „Für die deutsche Textil- und Modeindustrie ist das heute schon Fortsetzung Seite 2
Otto Group rechtfertigt Katag-Deal Zu der Kritik aus der Textilen Verbandsgruppe Stuttgart Sicht nicht verändert worden. Seit März würden „ledigan der Vereinbarung zur Regulierung von Lieferanten lich Zahlungsströme umgeleitet“. Im Übrigen habe die zwischen der Otto Group und der Bielefelder Katag AG Information aufgrund des prozessualen Vorlaufs nicht hat der Leiter des Otto-Konfrüher erfolgen können sei für die erforderditionenmanagements im »Otto strebt wie jedes andere und Auftrag des Vorstands jetzt lichen Veränderungen bei gegenüber der Verbands- Unternehmen danach, Verbesse- den Lieferanten ausreigruppe Stellung genommen. rungen im Ergebnis zu erzielen.« chend gewesen. GleichDiese hatte sich über die Art zeitig betont Otto aber, Heribert Paprotny, Leiter Konditionenmanagement Otto Group und Weise der Kommunidas die Gruppe an einem kation des Deals und die sachlichen, partnerschaftdadurch zwangsläufig ausgelöste Verschärfung der lichen Umgang mit der Industrie interessiert sei und Konditionen beklagt. „Wir halten unser Vorgehen für versuche, Probleme im Dialog zu lösen. Hierzu haben richtig“, schreibt Heribert Paprotny von Otto, vertrag- die Verbände ihre Mitglieder denn auch ermuntert. liche Beziehungen mit den Lieferanten seien aus seiner Markus H. Ostrop
Zahl des Monats Ganze sieben Jahre Arbeitszeit liegen zwischen dem von EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) und Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) anvisierten Renteneintrittsalter. „Wir haben einen Fachkräftemangel und müssen in den nächsten Jahren über die Rente mit 70 sprechen“, sagte der CDUPolitiker Mitte April der Zeitung „Die Welt“. Indes kämpft Andrea Nahles mit weiteren zwei Jahren. Damit die Rente mit 63 nicht zur Rente mit 61 wird, will sie die Wiedereinführung der Erstattungspflicht: Arbeitgeber sollen bis zu zwei Jahre Sozialbeiträge zurückzahlen, wenn sie ältere Beschäftigte entlassen. Die Unternehmen bezeichnen ihre Vorschläge als groben Unfug.
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Aktuell Mit einer neuen Broschüre präsentiert die Textile Verbandsgruppe Stuttgart ihr umfassendes themenübergreifendes Leistungsportfolio. Zur Verbandsgruppe gehören neben Südwesttextil, der Verband Gesamtmasche, das Bildungszentrum Gatex sowie die Servicegesellschaft TIV GmbH. Das Heft hilft bei der Werbung neuer Mitglieder für die Verbände und gibt auch „Alt“-Mitgliedern einen kompakten Überblick über die Leistungen. Interessenten können es anfordern unter info@ suedwesttextil.de.
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Fortsetzung von Seite 1 In Kürze
Gerd Müller schießt daneben selbstverständlich“, wie Dr. Uwe Mazura, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes textil+mode erklärt. Er verweist dazu unter anderem auf den schon vor Jahren geschaffenen Verhaltenskodex der Branche. Dieser Code of Conduct orientiere sich an den zehn Grundsätzen des UN Global Compact, die die Themen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung behandeln. Er berücksichtige außerdem Arbeitsschutz, Kartellrecht, Verhandlungen mit Vertragspartnern für faire Löhne sowie Berücksichtigung von Verbraucherbelangen. Für internationale Standards gibt es eine enorme, kaum noch zu überschauende Vielzahl von Zertifizierungen, denen sich auch Textilunternehmen unterziehen. Eine international weit verbreitete stammt von der BSCI (Business Social Compliance Initiative). Sie bietet eine Grundlage für ein gemeinsames Überprüfungssystem für Sozialstandards. Kern der BSCI-Zertifizierung ist die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen. Der Nutzen eines zusätzlichen Siegels, so die einhellige Meinung in der Branche, ist deshalb fraglich. Süffisant unkt denn auch die „Textilwirtschaft“, der Einfluss des Gerd-Müller-Siegels auf die Lieferländer werde riesig sein. Andernfalls möge sich Müller doch
einmal mit seinen Ministerkollegen aus Bangladesch und China
zusammensetzen. Markus H. Ostrop
Am 25. Mai finden in Deutschland die Wahlen zum Europäischen Parlament statt. Mit der Wählerentscheidung gehen wichtige Weichenstellungen für die politische Ausrichtung der EU in den kommenden fünf Jahren und damit auch für die deutsche Wirtschaft einher. BDA und BDI haben aus diesem Anlass unter www. arbeitgeber.de eine gemeinsame Broschüre veröffentlicht.
Siegel, Siegel und ein Ende ist nicht in Sicht.
Termin vormerken
Foto: © Carola Schubbel - Fotolia.com.jpg
Die MBG Baden-Württemberg bietet den Unternehmern im Land 20 Millionen Euro für ihre Investitionen in Corporate Social Responsibility-Projekte. Gemeint sind unternehmerische Investitionen, die einen gesellschaftlichen Beitrag leisten: Investitionen in Energieeffizienz, was Energiekosten spart und gleichzeitig die Umwelt schont, die Etablierung von Mitarbeiterkapitalbeteiligungsmodellen oder die Einrichtung eines Betriebskindergartens. Finanziert wird in Form von typisch stillen Beteiligungen ab 100 000 Euro bis zu 1 Mio. Euro. Mehr unter www.mbg.de, Rubrik „Für Unternehmen – Programme – Mittelstand CSR“.
Workshop Textilkennzeichnung 04. Juni 2014 – Hugo Boss AG, Metzingen
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Jedes Jahr zeichnet die Hotelfachzeitschrift Top Hotel, die besten Produkte für die Hotellerie in 11 Kategorien aus und würdigt damit herausragende Leistungen der Hotelzulieferindustrie. In diesem Jahr reichten über 100 Unternehmen ihre Produktbewerbung ein. Gewonnen hat in der Kategorie „Innovation“ das SüdwesttextilMitglied OBB Oberbadische Bettfedernfabrik mit ihrer OBBOutlast-Bettwarenkollektion. Prokuristin Petra Schweigert nahm die Auszeichnung entgegen.
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Vorstand will den roten Faden weiterspinnen Süddeutschland soll Motor für textile Innovationen sein Selten ist der Weg zu einer Verbandsveranstaltung so erhebend: Vom Eingang in den klassizistischen Bau der Alten Staatsgalerie Stuttgart führt der Weg zunächst in den prächtigen Säulensaal, ein beeindruckender Raum mit zwei mächtigen Reihen von Marmorsäulen. Die großzügige Weite des musealen Prunksaals aus dem 19. Jahrhundert scheint sich merklich auf die Gemütslage der Besucher zu übertragen. So folgt im benachbarten, ebenso prunkvoll ausgestatteten Apsidensaal eine Vorstandssitzung, in der weit über das verbandliche Tagesgeschäft hinaus gedacht und entschieden wird. Die Stuttgarter Staatsgalerie versteht sich als Stätte ästhetischer Erfahrung, als Forum für Kommunikation und Gedankenaustausch. An diesem Tag wird sie ihrem Selbstverständnis in jeder Hinsicht gerecht. Denn die Vorstandsmitglieder von Südwesttextil widmen sich intensiv mehreren interessanten Zukunftsprojekten. Auch wenn Details erst noch mit unmittelbar Betroffenen abgestimmt werden müssen und deshalb hier nicht zu verkünden sind, lässt sich die Richtung klar benennen: „Wir wollen Süddeutschland als Motor für textile Innovationen etablieren“, wie es ein Teilnehmer ausdrückt. Dazu gehören die Bereiche der einschlägigen Wissenschaft und Bildung ebenso wie die intensivere Vernetzung innovativer textiler Ideen mit neuen Partnern. Aber auch die Bewahrung von Wissenswertem durch eine zeitgemäße Beziehungspflege zu älteren Knowhow-Trägern ist Bestandteil dieses Gesamtkonzepts, das der Südwesttextil-Vorstand nicht nur ideell, sondern auch finanziell tatkräftig befördern will. Die Ideen über die zuvor diskutierten textilen Innovationen konnten in dem sich anschließenden Ausstellungsbesuch von Kunst & Textil weitergesponnen werden. Denn – darauf machte die durch die von Südwesttextil unterstützte Sonderschau lebendig und sachkundig führende Kunsthistorikerin aufmerksam – das Textile habe der Menschheit seit jeher reichliche Impulse geliefert. Das beginne bereits
bei der Sprache, die voller Bilder von einer der urältesten menschlichen Kulturtechniken sei. Beim
Viele Worte beschreiben Prozesse bei der Herstellung von Textilien. Gebräuchlich sind sie jedoch heu-
Den roten Faden, das zeigte dieser Verbandstag, will Südwesttextil denn auch nicht nur nicht
(v.l.n.r.) Dr. Uwe Mazura, Hauptgeschäftsführer t+m, gab dem Südwesttextil-Vorstand mit seinem Bericht aus Berlin einen Überblick der Lobbyarbeit des Gesamtverbands (Dr. Markus H. Ostrop, Hans Digel) und Prof. Michael Goretzky, Hochschule Reutlingen, präsentierte seine Fakultät Textil & Design. Engagiert diskutierten die Vorstandsmitglieder Thomas Diels, Dr. Thomas Wagner und Dr. Oliver Maetschke und Netzwerkerin Ulrike Möller berichtete von den zahlreichen Aktivitäten der AFBW. Steffen Herrmannsdörfer, Roland Stelzer und Heinz Horn verfolgten interessiert die Ausführungen der Masterhora-Geschäftsführerin Marion Kopmann zu stay textile.
Gespräch „den Faden nicht verlieren“, einen „Gedanken weiterspinnen“ oder sich „in Argumenten verstricken“ sind solche Beispiele.
te überwiegend im übertragenen Sinne. So denkt kaum jemand bei „Internet“ noch an ein Netz aus locker verknüpften Garnen.
verlieren, sondern ihn tatkräftig weiterspinnen. Markus H. Ostrop
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Sinkende Attraktivität des Standorts Deutschland Deutschlands größte Familienunternehmen stellen ihrem Heimatstandort sehr gute Noten aus, fürchten aber politischen Gegenwind. Fast die Hälfte (47 Prozent) unter ihnen erwartet, dass der Wirtschaftsstandort Deutschland aufgrund der aktuellen Wirtschaftspolitik an Attraktivität verliert. In der Industrie liegt der Anteil sogar bei 54 Prozent. Das ergibt die aktuelle Befragung „Die größten Familienunternehmen in Deutschland“ des BDI, der Deutschen Bank und des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn. Befragt wurden im Januar und Februar rund 400 der 4 500 größten Familienunternehmen in Deutschland mit einem Jahresumsatz von mehr als 50 Millionen Euro. Größter Belastungsfaktor sind aus Sicht der Familienunternehmer die Energiekosten: Zwei Drittel (67 Prozent) bewerten diese als schlecht oder sehr schlecht für den Standort. Fast die Hälfte
der befragten Familienunternehmen (47 Prozent) meint, dass die Energiewende zum deutlichen Wettbewerbsnachteil gegenüber der Konkurrenz im Ausland wird. Jedes dritte große Familienunternehmen (32 Prozent) hält es sogar für denkbar, in den nächsten zwei Jahren Arbeitsprozesse aufgrund der Energiewende ins Ausland zu verlagern. „Die Energiewende darf dem Industriestandort Deutschland keinen dauerhaften Schaden zufügen“, warnte BDI-Vizepräsidentin Ingeborg Neumann. „Ich appelliere an die Länder, nicht nur auf ihre Partikularinteressen zu setzen,
sondern dazu beizutragen, die Energiewende noch zum Erfolg zu führen. Die Politik muss sich jetzt ernsthaft darum kümmern, wie Wertschöpfung auch in den nächsten Jahren in Deutschland möglich ist.“ Noch fällt das Urteil der Familienunternehmer über den Wirtschaftsstandort insgesamt positiv
Die größten Familienunternehmen in Deutschland Daten, Fakten, Potenziale Durchgeführt vom Institut für Mittelstandsforschung Bonn
der 14 isse g 20 ebn gun Erg befra hrs hja Frü
Die Studie gibt es zum Download unter www.bdi.eu
aus: 83 Prozent halten die Bedingungen hierzulande für besser als im internationalen Vergleich. Mehr als drei Viertel aller Sachinvestitionen der Familienunternehmer flossen im vergangenen Jahr ins Inland. Und mehr als die Hälfte der Befragten, die in den kommenden zwei Jahren extern wachsen wollen, planen Zukäufe innerhalb Deutschlands. „Die Ergebnisse zeigen ein starkes Bekenntnis der Unternehmen zum Standort Deutschland“, sagte Wilhelm von Haller, Co-Leiter der Privat- und Firmenkundenbank bei der Deutschen Bank AG. Für 2014 sind die Unternehmen optimistisch: Mehr als zwei Drittel erwarten eine gute bis sehr gute Wirtschaftslage. Als Konsequenz wollen rund 40 Prozent die Investitionen im laufenden Jahr weiter erhöhen, nicht einmal jedes fünfte will sie senken. „Die Umfrage liefert ein sehr ermutigendes Signal für die deutsche Konjunktur“, sagte von Haller. Quelle: BDI Agenda 7. April 2014
Gute Stimmung zu Ostern Südwesttextil-Geschäftsklimaindex im ersten Quartal leicht gestiegen Die Unternehmen der baden-württembergischen Textil- und Bekleidungsindustrie sind nach wie vor guter Stimmung. Das schon seit Monaten freundliche Geschäftsklima spiegelt sich im 1. Quartalsergebnis, des nochmals auf aktuelle 11,29 Punkte angestiegenen Südwesttextil-Index. Das ist umso bemerkenswerter, hatten doch bundesweite Konjunkturbefragungen wie die ZEW-Konjunkturumfrage im März Rückschläge zu vermelden. Auch der ifo-Index für die bundesweite Wirtschaft gab leicht nach. Ausschlaggebend war nach den Ergebnissen, dass die Unternehmen ihre Geschäftslage nochmals positiver beurteilten. Die Geschäftserwartungen wurden jedoch erneut nach unten korrigiert. Hier nahm der Index von 15,65 auf 14,29 Punkt ab. Demnach könnte nach Einschätzung der Befragten, der wirtschaftliche Aufschwung in der Branche etwas gebremst wer-
den. Der aktualisierte Frühindikator für die Entwicklung des realen Bruttoinlandsprodukts im Südwesten spricht zudem bei einem bis Juli 2014 reichenden PrognosehoGeschäftsklimaindex
rizont nicht mehr für eine weitere Verstärkung der Auftriebskräfte. Im Detail zeigen dies auch die Ergebnisse des SüdwesttextilGeschäftsklimaindex: Die aktuelle
Aktuelle Beurteilung
Erwartungen
20 15 10 5 0 -5 -10 -15 -20 -25 -30
01/12 02/12 03/12 04/12 01/13 02/13 03/13 04/13 01/14
Das schon seit Monaten freundliche Geschäftsklima spiegelt sich im 1. Quartalsergebnis, des nochmals auf aktuelle 11,29 Punkte angestiegenen Südwesttextil-Index.
Beurteilung der Auslandsumsätze ist erneut angestiegen − 36 Prozent der befragten Betriebe bewerten diese als gut. Das ist eine Steigerung um knapp 12 Prozentpunkte zum letzten Quartal. Um 14,3 Prozentpunkte zurückgegangen ist die Anzahl derer, die mit einem steigenden Auslandsumsatz rechnen. Knapp 72 Prozent erwarten keine Veränderung in diesem Bereich. Die positive Einstellung der Unternehmen zeigt sich auch in der beabsichtigten Steigerung der Personalstärke. Fast 22 Prozent der Befragten wollen zusätzliche Mitarbeiter einstellen. Dies ist ein Plus von knapp 12 Prozentpunkte im Vergleich zur letzten Befragung. Abzuwarten bleibt nun wie sich die Krise in der Ukraine auf die Textil- und Bekleidungsindustrie im Südwesten auswirken wird. Wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland würden ihre Spuren in der Branche hinterlassen. Christine Schneider
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Kürzel-Politik EU, EEG, EEAG-Kommission beschließt neue Beihilfeleitlinien Die EU-Kommission hat Mitte April ihre neuen Umwelt- und Energie-Beihilfeleitlinien (EEAG), die das EEG in Zukunft maßgeblich prägen werden, beschlossen. Sie sollen am 1. Juli in Kraft treten und bis 2020 gelten. Da die EEAG beim Kabinettsbeschluss zum EEG noch nicht vorlagen, wurde der Gesetzentwurf zunächst ohne die Regelungen zu den Ermäßigungen für die Industrie beschlossen. Diese Regelungen sollen im laufenden Gesetzgebungsverfahren nachgetragen werden. Geregelt wurde aber das Thema Eigenstromerzeugung. Danach bleiben Altanlagen weiterhin von EEG-Belastungen freigestellt. Für Strom aus Neuanlagen muss unter bestimmten Bedingungen 15 Prozent der nominalen EEG-Umlage gezahlt werden. In den Genuss der Industrieermäßigung bei der EEG-Umlage kommen grundsätzlich folgende Sektoren aus der Textilbranche: Spinnstoffaufbereitung und Spinnerei, Weberei, Herstellung von Vliesstoff und Erzeug-
nisse daraus (ohne Bekleidung), Herstellung von Lederbekleidung. Hier wird entscheidend sein,
schöpfung) größer als 20 Prozent ist. Das sind: Herstellung von gewirktem und gestricktem Stoff, von
Foto: © PhotographyByMK – Fotolia.com
welche weiteren Kriterien der deutsche Gesetzgeber für die Unternehmen festlegt, die die Ermäßigung erhalten wollen. Darüber hinaus können Unternehmen, deren Sektor auf einer zweiten Liste steht, eine Ermäßigung erhalten, wenn ihre Stromintensität (Anteil Stromkosten an der Bruttowert-
konfektionierten Textilwaren (ohne Bekleidung), von Teppichen, von technischen Textilien, von Arbeitsund Berufsbekleidung, von sonstiger Oberbekleidung, von Wäsche, von sonstiger Bekleidung, von Pelzwaren, von Strumpfwaren und von sonstiger Bekleidung aus gewirktem und gesticktem Stoff.
Die Unternehmen, die eine Ermäßigung bei der EEG-Umlage erhalten, sollen im Grundsatz mindestens 15 Prozent der nominalen Umlage zahlen, aktuell wären dies 0,94 Cent/kWh. Die Gesamtsumme der Belastung kann jedoch auf max. 4 Prozent der Bruttowertschöpfung (BWS) des Unternehmens bzw. bei besonders stromintensiven Unternehmen (Anteil Stromkosten an der BWS >20 Prozent) auf max. 0,5 Prozent der Bruttowertschöpfung begrenzt werden. Für diejenigen Unternehmen, die nach den neuen Regelungen aus der Ermäßigung herausfallen würden, kann es Übergangsregelungen in der Weise geben, dass ihr Selbstbehalt schrittweise bis zum 1. Januar 2019 auf 20 Prozent der nominalen EEG-Umlage angehoben wird. Der Gesamtverband textil+mode wird sich in das Gesetzgebungsverfahren intensiv einbringen. Weiterführende Informationen unter www.suedwesttextil.de Markus H. Ostrop
Zollfrei oder nicht? Seminar beleuchtet Warenursprung und Präferenzen aus praktischer Sicht Am 8. April haben Südwesttextil und Gesamtmasche gemeinsam zum Seminar „Basiswissen Warenursprung und Präferenzen“ eingeladen, bei dem 25 Teilnehmer sich in die komplexe Welt der textilen Ursprungsregeln einführen ließen. Neulinge wie alte Hasen, die ihr Wissen auffrischen wollten, informierten sich über die Präferenzbeziehungen der EU, die Ursprungssystematik und das Ausstellen von Präferenznachweisen und machten sich anhand von Fallbeispielen und praktischen Übungen fit für die Praxis. Angesichts hoher Zölle auf textile Fertigwaren in der EU und vielen Absatzmärkten bringt die Anwendung von Handelspräferenzen handfeste finanzielle Vorteile. Nutzen kann sie aber nur, wer den richtigen Warenursprung nachweisen kann. Silvia Jungbauer, Außenwirtschaftsexpertin von Südwesttextil, unterstreicht die
besondere Bedeutung des Themas für die Branche: „Durch den präferenziellen Warenursprung lässt
dingt Mitarbeiter mit fundiertem Fachwissen.“ Eine besondere Herausforderung sei, dass sich die
den Möglichkeiten der Kumulierung und zur Dokumentation des Warenursprungs hatten die Teilnehmer am Nachmittag die Gelegenheit, praktische Beispiele zu diskutieren. Im Mittelpunkt stand dabei die korrekte Erstellung von Lieferantenerklärungen. Silvia Jungbauer
Ein lebendiges und informatives Seminar: Die Teilnehmer waren mit vollem Eifer dabei.
sich gerade bei Textil- und Modeprodukten im Außenhandel viel Geld sparen. Gleichzeitig sind die Ursprungsregeln so kompliziert wie in keiner anderen Branche. Unternehmen, die auf der sicheren Seite sein wollen, brauchen daher unbe-
Einhaltung der Regeln im Textilbereich kaum durch automatisierte Prozesse überprüfen oder unterstützen lasse. Nach einer Auffrischung ihres Wissens zu den ursprungsbegründenden Be- und Verarbeitungen,
Referentin Silvia Jungbauer gab wertvolle Tipps für die Praxis.
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Förderung für die Gatex Das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft fördert die überbetriebliche Berufsausbildungslehrgänge an der Gemeinschaftsausbildungsstätte Textil in Bad Säckingen Gatex im Jahr 2014 mit rund 80 000 Euro. „Die bewährte betriebliche Ausbildung ist entscheidend dafür, dass die Unternehmen ihren Bedarf an qualifizierten Fachkräften auch künftig decken können. Ein wichtiger Bestandteil sind die überbetrieblichen Lehrgänge, die ein hohes Niveau der Ausbildung garantieren“, erklärte Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid Ende März 2014 in Stuttgart. „Mit der Förderung unterstützen wir den Fachkräftenachwuchs und die Qualität der Ausbildung“, so Schmid weiter. An den Lehrgängen der Gatex nehmen die Auszubildende in den Berufen Maschinen- und Anlageführer Textiltechnik und Textilveredelung, Produktionsmechaniker Textil, Produktionsveredler Textil
und Textillaborant teil. Überbetriebliche Ausbildungslehrgänge werden in Baden-Württ-
emberg in rund 100 Bildungs- und Technologiezentren der Wirtschaftsorganisationen angeboten und vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft mit jährlich mehr als acht Millionen Euro gefördert. Die Auszubildenden lernen hier die Ausbildungsinhalte, die der jeweilige Ausbildungsbetrieb aufgrund seiner Größe oder Spezialisierung nicht vermitteln kann.
Nähere Informationen zum umfangreichen Aus- und Weiterbildungsangebot gibt es unter www.die-gatex.de.
Neues von der Hochschule Reutlingen Fakultät Textil & Design baut Forschung weiter aus Das mittlerweile erfolgreich etablierte Robert Bosch Zentrum für Leistungselektronik gibt den Weg vor: Mit der Besetzung eines Zukunftsthemas, einem Masterstudiengang mit Promotionsmöglichkeiten im Verbund mit einer Universität sowie Partnern aus der Industrie, ist es hier gelungen, einen Forschungsbereich aufzubauen. Folglich ist es das erklärte Ziel der Hochschulleitung, weitere Lehr- und Forschungszentren aus der Taufe zu heben. Mit dem Herman-Hollerith-Zentrum für Service Computing ist inzwischen eine zweite Einheit dieser Art entstanden. Für den textilen Bereich befindet sich derzeit ein Lehr- und Forschungszentrum für „Interaktive Materialien“ im Aufbau. „Der Forschung wird an der Hochschule zunehmend ein höherer Stellenwert zugeordnet“, formuliert es Dekan Prof. Michael Goretzky treffend. Insbesondere in der schnelllebigen textilen Welt ist
Forschung unabdingbar. Sei es im Bereich der Fasertechnologie oder in der Vorhersage neuer Trends. Um weiterhin eine führende Position zu belegen, hat die Fakultät Textil & Design ihren Expertenpool vergrö-
schung stärken. Eine gemeinsame Professur im Bereich „Interaktive Materialien“ ist in Planung und soll in dem dreisemestrigen Masterstudiengang „Interdisciplinary Master of Material Science“ münden. In-
Studenten der Hochschule Reutlingen. Foto: © Hochschule Reutlingen/Scheuring
ßert (siehe Südwesttext-NovemberAusgabe 2013, Seite 7). Ein weiterer sehr wichtiger Meilenstein auf diesem Weg ist der Lehr- und Forschungsverbund mit dem ITV Denkendorf. Die Kooperation möchte die engere Zusammenarbeit in Lehre und For-
terdisziplinäre Teams aus Chemiker, Physiker, Informatiker, Textiltechnologen, Designer werden für die zukünftigen Anforderungen in der Textil- und Bekleidungsindustrie ausgebildet. Das Ziel: Eine industrienahe Ausbildung. Christine Schneider
Die Hauptlast der Kosten der überbetrieblichen Ausbildung in der Gatex trägt jedoch nach wie vor die Textil- und Bekleidungsindustrie selbst. Diese hat auch mit dem Fördermodell „Einstieg Textil“ ein Projekt ins Leben gerufen bei dem im Herbst 14 Jugendliche die Gatex besuchen werden, die so an eine Ausbildung in der Textilindustrie herangeführt werden sollen. Die Kosten übernimmt der Branchenverband Südwesttextil. Mit diesem Pilotprojekt möchte man dem sich abzeichnenden Fachkräftemängel entgegentreten. In diesem Zusammenhang beabsichtigt die Gatex ebenfalls im Herbst erneut einen WeGebAUKurs durchzuführen. Hier werden an- und ungelernte Mitarbeiter die schon länger in der Industrie tätig sind mit einer verkürzten modularen Ausbildung zu Maschinenund Anlagenführer qualifiziert.
Christine Schneider
Jungtextiler Kongress 2015 Der 6. Internationale Jungtextiler Kongress wird im nächsten Jahr am 20. April im Dornier-Museum in Friedrichshafen stattfinden. Unmittelbar am Flughafen Friedrichshafen gelegen, macht es 100 Jahre spannende Luft- und Raumfahrtgeschichte erlebbar. Die einem Flugzeughangar nachempfundene Architektur beherbergt auf 5 000 qm knapp 400 Exponate, darunter zwölf Originalflugzeuge, sieben 1:1 Exponate aus der Raumfahrt und zwei Nachbauten im Originalmaßstab der Flugzeuge Dornier Merkur und Dornier Wal. Und natürlich nicht zu vergessen – auch die Webmaschinen der Firma Dornier.
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Girls' Day bei Hornschuch Mädchen entdeckten die Faszination technischer Berufe Ende März öffneten Betriebe und Hochschulen in ganz Deutschland wieder ihre Türen zum Girls' Day für Schülerinnen ab der 5. Klasse. Die Mädchen lernten dort Ausbildungsberufe und Studiengänge in IT, Handwerk, Naturwissenschaften und Technik kennen, in denen Frauen bisher eher selten vertreten sind. Bei der Konrad Hornschuch AG in Weißbach interessierten sich zwölf Mädchen der Klassen-
stufen 7, 8 und 9 für die Ausbildungsberufe Industriemechaniker/ in, Elektriker/in und Verfahrensmechaniker/in für Kunststoff- und Kautschuktechnik. Nach einer Unternehmens- und Produktpräsentation gingen die Schülerinnen zunächst in die Lehrwerkstatt. Dort erstellten sie unter Anleitung der Azubis ein Leuchtherz, dessen Bauteile sie selbst auf eine vorgefertigte Platine löteten. Nach dem Mittagessen und einer anschließenden
Führung durch die Produktion, konnten die Girls beim Tiefziehen von Folie ihr Talent als Verfahrensmechanikerin für Kunststoff- und Kautschuktechnik unter Beweis stellen. Die Mädchen durften mit Hilfe der Azubis entweder ein Auto oder eine Maske aus Kunststoff herstellen. Dazu bedienten sie selbst die Vakuumtiefziehmaschine. Hinterher beklebten sie begeistert ihre Kunstwerke mit farbenfroher d-c-fix-Klebefolie und konnten da-
Die Mädchen waren mit Feuereifer dabei und nahmen stolz ihre selbst hergestellten Kunststoffautos und -masken mit nach Hause.
„Studica – Studieren à la carte“ für Ausbilder im Beruf Wissenschaftliche Methoden und Inhalte können dabei helfen, die Aufgaben betrieblicher Berufsausbildung zu bewältigen. Nicht alle Ausbilder haben jedoch die Zeit und die Möglichkeit, einen kompletten Studiengang zu absolvieren, und nicht jede Ausbildungsaufgabe verlangt gleich ein ganzes Studium. Oft geht es eher um gezielte Fragen, z. B. wie man Auszubildende mit weniger guten schulischen Voraussetzungen am besten fördern kann. Hier setzt Studica an, ein neues Modell der wissenschaftlichen Weiterbildung, das zurzeit an der Alanus-Hochschule in Alfter entwickelt und erprobt wird. Bei „Studica – Studieren à la carte“ muss man sich nicht für einen kompletten Studiengang einschreiben, sondern sucht sich aus den Lernveranstaltungen genau die heraus, die man beispielsweise zur besseren Lösung einer Aufgabe braucht und die mit den zeitlichen Ressourcen bewältigt werden kann. Die Lernveranstaltungen können so zusammengestellt werden, dass sie organisatorisch und didaktisch auf die Bedürfnisse von Menschen abgestimmt sind, die im Beruf stehen. Formale Hochschulzugangsberechtigungen sind nicht erforderlich, jedoch wird mehrjährige Berufserfahrung vorausgesetzt. Absolvierte Veranstaltungen werden bescheinigt, mit ECTS-Punkten versehen und können auf ein mögliches späteres Regelstudium angerechnet werden. Studica wird während des ganzen Jahres 2014 in den Studiengebieten Betriebliche Berufsbildung und Erwachsenenbildung und Sozial verantwortliches Finanzwesen erprobt. Während des Erprobungsjahres sind sämtliche Studica-Veranstaltungen kostenlos zugänglich, jedoch wird von den Teilnehmenden erwartet, bei der Evaluation mitzuwirken. Weitere Informationen unter Foto: © Woodapple – Fotolia.com www.alanus.edu/studica
bei so richtig kreativ werden. Die zwölf Schülerinnen waren beeindruckt von der Herstellung und den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Hornschuch Produkte. Der Tag habe ihnen einen guten Einblick in die abwechslungsreichen Ausbildungsberufe gegeben. „Jetzt kann ich mir auch vorstellen, mal einen technischen Beruf zu erlernen“, meinte eine Schülerin zum Abschluss. Christine Schneider
Fotos: Konrad Hornschuch AG
Seminare Bildungswerk Seminarangebot der Akademie für Personal- und Organisationsentwicklung im Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft in Kooperation mit Südwesttextil. PowerPoint 2010 für Einsteiger 3. Juni 2014, Haus Reutlingen Überzeugen und gewinnen – Persönlichkeitstraining 5. bis 6. Juni 2014, Haus Steinheim Grundlagen der Entgelt abrechnung 24. bis 26. Juni 2014, Haus Steinheim www.biwe-akademie.de
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Update Handelsvertreterrecht
Das praxisorientierte Seminar von Südwesttextil gab einen umfassenden Überblick und viele verwertbare Tipps Am 27. März kamen über 25 Teilnehmer in die Filharmonie in Filderstadt, zu dem von Südwesttextil, der Fachvereinigung WirkereiStrickerei und Gesamtmasche veranstalteten Seminar „Update Handelsvertreterrecht“. Der Referent, Rechtsanwalt Dr. Michael Wurdack, schöpfte aus seiner langjährigen praktischen Erfahrung zu dieser Thematik, schilderte anschaulich die relevanten Problempunkte anhand selbst begleiteter Rechtsfälle und zeigte konkrete Lösungsmöglichkeiten auf. Erster Schwerpunkt des Seminars war die Vertragsgestaltung. Besonders wichtig ist hierbei die genaue Beschreibung des Vertragsgebietes, des Kundenkreises und des Produkts, denn die Vertragsbeschreibung definiert, wann eine Provision geschuldet ist. Darüber hinaus bietet eine exakte Beschreibung den Vorteil, dass später neu hinzukommende Produkte oder andere Kundenbereiche unabhängig von dem bestehenden Handelsvertretervertrag betreut werden können. Hier hob der Referent ausdrücklich hervor, dass der Bereich e-commerce bzw. der Internetshop unbedingt ausgeklammert werden müsse, ansonsten bestehe die Gefahr, dass für diese Geschäfte ebenfalls Provisionen fällig würden. Ein weiterer Kern bei der Vertragsgestaltung ist die Wahl, ob ein Bezirksschutz gewährt werden soll oder nicht. Die besonderen Risiken
eines Bezirksvertreters liegen darin, dass unabhängig von seiner Tätigkeit für jedes Geschäft in seinem Vertragsgebiet eine Provision geschuldet ist. In solch einer Konstellation ist es dann besonders wich-
Kündigungsfrist und Zahlung eines Provisionsausgleiches überhaupt möglich. Dr. Wurdack betonte, dass allein die Vertragsdefinition der richtige Ansatzpunkt sei, um spätere Streitigkeiten bei der Provisionsge-
Dr. Michael Wurdack schilderte anschaulich die relevanten Problempunkte anhand selbst begleiteter Rechtsfälle und zeigte konkrete Lösungsmöglichkeiten auf.
tig, die Produktlinien, die Kunden und die ausgenommenen Kunden genau zu definieren. Ebenfalls elementar ist die Vorgabe des Altkundenbestands. Dies wird am besten durch das Beifügen einer Altkundenliste bei Vertragsabschluss geregelt. Der Vorteil: Diese Kunden können bei der späteren Berechnung des hohen Ausgleichsanspruches außen vorgelassen werden. Darüber hinaus sind Änderungen dieser einmal getroffenen Festlegungen nur in ganz besonderen Fällen unter Einhaltung einer
Recht kompakt Arbeitsrecht – Arbeitszeit Frage: Gelten bei der Betriebsratstätigkeit die Grenzen des Arbeitszeitgesetzes? Antwort: Die Betriebsratstätigkeit stellt nach herrschender Auffassung grundsätzlich keine Arbeitszeit im Sinne des Arbeitszeitgesetzes dar. Somit kann nach einer langen Betriebsratssitzung und einer anschließenden Spätschicht die Arbeit nicht verweigert werden, weil die Schicht und die Sitzung die 10 Stundengrenze übersteigt. Auch muss nach einer Sitzung keine elfstündige Ruhepause bis zum Beginn der Arbeitsleistung eingehalten werden. Allerdings muss für die Betriebsratstätigkeit außerhalb der Arbeitszeit eine bezahlte Arbeitsbefreiung erfolgen. www.sudwesttextil.de
währung bzw. bei den Ausgleichsansprüchen zu vermeiden. Spezielle Anforderungen stellt der Handelsvertretervertrag mit Auslandberührung. Hierbei ist stets darauf zu achten, dass nach Möglichkeit deutsches Recht zur Anwendung gelangt und ein deutscher Gerichtsstand vereinbart wird. Die Anwendung ausländischen Vertragsrechtes sowie Klagen an ausländischen Gerichten bergen unheimlich große Risiken und sind für den Rechtsanwender kaum zu kalkulieren. Insoweit sollte stets eine ausdrückliche Rechtswahl getroffen werden. Auch immer wieder auftretende Problematiken bei Retouren gelte es zu vermeiden. Für sie bestehe grundsätzlich Provisionspflicht, es sei denn es handele sich um Gutschriften aus buchhalterischen Gründen oder um Rücknahme von Kommissionsware, so der Experte. Im Übrigen helfe nur die Vereinbarung möglichst gesetzlich zulässiger kurzer Verjährungsfristen. Um einen Handelsvertretervertrag zu beenden, riet Dr. Wurdack ein besonderes Augenmerk auf die Einordnung des Buchauszuges zu legen. Dieses sei als Druckmittel sehr beliebt, um die Einigungsbereitschaft zu erhöhen. Dabei sei es
vor allem wichtig, dass bereits im Vorfeld eine entsprechende Auflistung in der Buchhaltung erfolge, damit der hohe Erstellungsaufwand eines Buchauszuges nicht bei der Vergleichsverhandlung im Nacken sitze. Besonders zu beachten seien bei der Berechnung des hohen Ausgleiches die verschiedenen Abzugsmöglichkeiten aufgrund der Abwanderungsquote sowie der sonstigen Billigkeit, wie z. B. der Sogwirkung der Marke. Dabei wies er darauf hin, dass es übliche Praxis sei, zunächst pragmatisch ohne großen Rechenaufwand an den Ausgleichsanspruch heranzugehen. Hierzu werde vom Höchstbetrag, der sich aus dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre errechne, prozentuale Abschläge pauschal vorgenommen. Mit diesem Angebot könnten dann häufig gute Lösung gefunden werden.
(v.l.o.n.r.u.) Teilnehmer im Pausengespräch: Jürgen Beck und Dieter Schneider sowie Bernd Christian und Jochen Röhrer
Abschließend stellte Dr. Wurdack die Voraussetzungen für eine Einstandsvereinbarung dar und erläuterte die konkreten Anforderungen der Rechtsprechung hierzu.
Nathan Binkowski
Recht + Steuern 9
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Termin vormerken
Personalleiterkreis 20. Mai 2014, Le Méridien Stuttgart
Foto: © GTeam – Fotolia.com
Themen • Anspruch auf Elternzeit • Beschäftigung während der Elternzeit • Rückkehr aus der Elternzeit • Vorstellung des neuen Tarifvertrags Einstieg Textil • Aktuelle Rechtsprechung und Gesetzgebung Im Anschluss an die Veranstaltung folgt eine Führung durch die Ausstellung Kunst & Textil in der Staatsgalerie Stuttgart.
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Die Frage der Eingruppierung Will ein Arbeitnehmer geltend machen, dass er fehlerhaft zu niedrig eingruppiert worden ist, so kann er dies bei entsprechender Tarifbindung bzw. Tarifbezug im Arbeitsvertrag auf dem Klagewege feststellen lassen. Für die Richtigkeit der von ihm erstrebten Vergütungsgruppe trägt allerdings der Arbeitnehmer im Prozess die volle Darlegungs- und Beweislast. In einem aktuellen Streitfall verlangte ein als „Shipping-Operator“ bei einem Automobilzulieferer eingesetzter Arbeitnehmer, gemäß der höchsten Gehaltsgruppe G6 vergütet zu werden. Er trug hierzu vor, dass seine Tätigkeit bei dem Sitzhersteller eine besonders hohe Verantwortung beinhalte. Ihm obliege es nämlich, den gesamten Ablauf der Sitzfertigung im Werk zu koordinieren, weshalb er jeweils selbstständig in das Produktionssystem einzugreifen habe, Sitze vorziehen bzw. zurückstellen müsse, damit die Lieferung „just-in-time“
jederzeit gewährleitet sei. Auch das Gericht verkannte in seiner Entscheidung nicht, dass die Tätigkeit des Arbeitnehmers eine besonders anspruchsvolle sei. Da unstreitig war, dass die vom Arbeitnehmer durchlaufene Ausbildung fachfremd war und die Einarbeitung in die Stelle eines Shipping-Operators maximal drei Monate dauerte, stellte die Kammer aber zum Erstaunen des Arbeitnehmers fest, dass eine Vergütung weder nach der Gehaltsgruppe G6, noch nach G5 oder sogar K4 verlangt werden könne. Diese Gehaltsgruppen setzen nämlich alle eine Berufsausbildung voraus, die auf die durchgeführte Tätigkeit bezogen sein muss. Dass eine anderweitige abgeschlossene Berufsausbildung im Rahmen der Einarbeitung dienlich sein kann, bezweifelte das Gericht nicht. Für die Eingruppierung sei dies allerdings unerheblich. Kai-Uwe Götz
Aktuelle Steuer-Nachrichten In der aktuellen Ausgabe der Steuernachrichten finden sich wieder zahlreihe Urteile zur Einkommens- und Umsatzsteuer. So auch das unterhaltsame Urteil, dass die Verpflegung von Profisportlern als steuerpflichtiger Arbeitslohn anzusehen ist. Das Finanzgericht München bestätigt den gegen einen Profifußballclub gerichteten Lohnsteuer-Nachforderungsbescheid. Die den Spielern unentgeltlich gewährte Verpflegung stelle wegen des erheblichen Eigeninteresses der Spieler an einer ihre Fitness gewährleistenden Ernährung auch dann Arbeitslohn dar, wenn sie sportmedizinisch abgestimmt und in den Arbeitsablauf der Sportmannschaft integriert sei. Wichtiger ist da schon ein Urteil des Bundesfinanzhofs, welches zur Umsatzbesteuerung von Kleinunternehmen Stellung nimmt. Auch ein Kleinunternehmer muss eine Umsatzsteuer-Jahreserklärung abgeben. Berechnet ein Kleinunternehmer in einer Umsatzsteuer-Jahreserklärung die Steuer nach den allgemeinen Vorschriften des Umsatzsteuergesetzes, ist darin grundsätzlich ein Verzicht auf die Besteuerung als Kleinunternehmer zu sehen. In Zweifelsfällen muss das Finanzamt den Kleinunternehmer fragen, welcher Besteuerungsform er seine Umsätzen unterwerfen will. Verbleiben Zweifel, kann eine Option zur Regelbesteuerung nicht angenommen werden. Die aktuelle Ausgabe der Steuernachrichten kann als pdf-Datei im Mitgliederbereich von Südwesttextil heruntergeladen werden.
10 Technik + Umwelt
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Der Wandel in Asien
Termine
Vortragsveranstaltung in der Gatex Mitte April veranstaltete der Förderverein der Gatex und der Verein Deutscher Textilfachleute VDTF Regionalgruppe Südbaden einen Vortragsabend und rund 40 Gäste folgten der Einladung.
rianten. Die Rotationszerstäubung eignet sich für das Aufbringen von Appretur-Chemikalien wie auch für das Färben. Wie sich die Rolle des asiatischen Marktes derzeit wandelt,
Menschen in China am unteren Ende der Einkommensskala und stellten ein Gefährdungspotenzial dar. Die Mittelschicht nähme im Durchschnitt um 4 Prozent zu, allerdings auf Kosten der Produk-
(v.l.n.r.) Rainer Tüxen und Dr. Henrique Schneider sorgten mit ihren Vorträgen für einen interessanten Abend in der Gatex.
Rainer Tüxen, Geschäftsführer der RotaSpray GmbH, präsentierte den Zuhörern in seinem Vortrag die Vorzüge der Rotationszerstäubung in der Ausrüstung und Färberei für die Textil- und Vliesstoffindustrie. Durch Rotationszerstäuber werden Auftragsmengen von 12 bis 125 Prozent erreicht, wodurch sich die durch Wärme abzuführende Menge an Wasser drastisch reduziert. Erreicht wird dies durch das Zerstäuben der Auftragsflotte in sogenannte Mikrotropfen, die dann entsprechend der Auftragsart in die Fasern eindringen oder sich an der Außenfläche anlagern oder zwischen diesen beiden Va-
erläuterte der Chefökonom im Schweizerischen Gewerbeverband, Dr. Henrique Schneider. Aus Japan kämen in den letzten 15 Jahren keine wirklichen Innovationen mehr, so der Asienexperte. Dafür würde aus der Alterspyramide eine Säule – das Resultat wäre eine Abnahme der Produktivität. Auch das Bildungssystem funktioniere im ostasiatischen Inselstaat nicht mehr richtig. In China hingegen ersetze Wohlstand die politischen Rechte. Durch vermehrte Urbanisierung würde mehr Konsum erzeugt, der durch die eigene Wirtschaft nicht mehr befriedigt werden könne. Demgegenüber stünden 300 Mio.
tivität, die geringer ausfalle und dies trotz steigender Reallöhne. Im Vergleich dazu sei in Singapur die Einkommensverteilung beim Mittelstand relativ gleichmäßig. Taiwan wiederum sei für die Ernährung der chinesischen Bevölkerung überlebenswichtig, da die Landwirtschaft im eigenen Land stagniere. Eine Sonderstellung würden die Philippinen einnehmen, da sie sich vor allem auf den Maschinen- und Anlagenbau konzentriert hätten. Beim anschließenden Imbiss nutzten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich in persönlichen Gesprächen auszutauschen. Simone Diebold
VDMD-Farbkarten zum Vorzugspreis für Südwesttextilmitglieder Der Verband deutscher Mode- und Textildesigner (VDMD) hat für seine Mitglieder eine saisonale Forecast-Color-Card entwickelt, die auch Südwesttextil-Mitglieder zu einem vergünstigten Preis beziehen können. Die 8-seitige Farbkarte im DIN A4-Format, 3-fach zum Aufklappen, ist fertig konfektioniert und enthält 4 Seiten Bildthemen mit jeweils 11 Originalfarben mit NCS-Farbkärtchen (mit Pantone-Codierung), 4 Seiten Text und eine Tasche mit Stoffmustern. Die Farbkarte Herbst/Winter 2015/16 – „Experimente“ kann zum VDMD-Mitgliederpreis von 30 Euro zzgl. MwSt. und Versandkosten bestellt werden.
Foto: Rainer Sturm – pixelio.de
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Das Bestellformular findet sich im Mitgliederbereich von www.suedwesttextil.de.
Europa – Östlicher Raum Vor den Wahlen zum Europäischen Parlament ist ein Blick auf die Bedeutung des östlichen Raums für die weitere Entwicklung Europas zu werfen. Am 13. Mai lädt die Landesvereinigung Baden-Württembergischer Arbeitgeberverbände in die Neue Staatsgalerie in Stuttgart, um mit Experten aus Politik und Wirtschaft zu diskutieren. Dabei sein werden u. a. Peter Friedrich, baden-württembergischer Minister für den Bundesrat, Europa und internationale Angelegenheiten, Günther H. Oettinger, Kommissar für Energie der Europäischen Kommission. Näheres zum Programm findet sich unter www.suedwesttextil.de Technologietag Hybrider Leichtbau Die Landesagentur für Leichtbau Baden-Württemberg veranstaltet am 14. Mai in Stuttgart den Technologietag Hybrider Leichtbau. Hier treffen sich unter dem Motto „Alles eine Frage der Form“ Fachleute aus Industrie und Forschung sowie Anwender. Mit Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid und der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Theresia Bauer, haben sich auch hochrangige Vertreter der Landespolitik angekündigt. Veranstaltungsort ist das ICS der Messe Stuttgart. Programm und Anmeldung unter www.leichtbau-bw.de/technologietag. Textil und Nachhaltigkeit Neue Technologien und Konzepte für eine umweltfreundliche und nachhaltige Produktion in der Textil- und Bekleidungsindustrie sind Voraussetzungen für den wirtschaftlichen Erfolg. Vor diesem Hintergrund organisiert Bayern Innovativ das Kooperationsforum „Textil und Nachhaltigkeit“ am 17. Juli in Nürnberg. Im Rahmen der Vorträge präsentieren Experten Unternehmensstrategien und Best-Practice-Beispiele zur Realisierung von Nachhaltigkeitszielen, Optimierungspotenziale für eine energieeffiziente Produktion, regulatorische Anforderungen und relevante Zertifizierungssysteme. Weitere Infos unter www.bayerninnovativ.de/nachhaltigkeit2014.
Technik + Umwelt 11
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Supermikrofasern auf synthetischer Polymerbasis Filament-Direktspinnverfahren mit ionischen Flüssigkeiten Supermikrofasern auf synthetischer Polymerbasis werden bislang in einem zweistufigen Prozess als Bikomponentenfasern oder durch Elektrospinnen hergestellt. Beim Bikomponentenspinnen wird das eigentliche Fasermaterial zunächst gemeinsam mit einer Matrixkomponente gesponnen, in die die Supermikrofasern eingebettet sind. In einem zweiten Prozessschritt muss die Matrix chemisch gelöst werden. Die so gefertigten Supermikrofasern liegen ungeordnet in Form loser, kurzer Faserstücke vor. Dementsprechend werden sie überwiegend zu Vliesstoffen mit ebenso zufälliger Textilstruktur verarbeitet. Mikro- bzw. supermikrofeine Fasern aus Cellulose lassen sich nach diesem Bikomponenten-Verfahren nicht herstellen. Am Institut für Textilchemieund Chemiefasern (ITCF) wurde im Rahmen eines von der BadenWürttemberg Stiftung geförderten Kooperationsprojektes mit dem Institut für Strahlwerkzeuge (IFSW) der Universität Stuttgart ein neues Direktspinnverfahren entwickelt und patentiert. In diesem Spinnverfahren konnten erstmals Mikro- bzw. Supermikrofasern im Feinheitsbereich von 0,1 – 0,5 dtex auf der Basis von Cellulose
Cellulose-2.5-acetat Spermikrofaser im Vergleich zu konventioneller Filterfaser.
und Cellulose-2.5-acetat in einem einstufigen Prozess kosteneffizient als Endlosgarn hergestellt werden. Das IFSW entwickelte hierzu superfeine lasergebohrte Nassspinndüsen. Mit ihrer Hilfe gelang es, die neue Feinheitsdimension der Fasern zu erschließen. Besonders geeignet für die Verarbeitung der Cellulose erwies sich das umweltfreundliche Direktspinnverfahren aus ionischen Flüssigkeiten. Diese speziellen, hochpolaren Lösungsmittel bestehen aus Salzen, die bei Temperaturen unter 100°C flüssig sind. Bei der Anwendung dieses besonderen
Spinnverfahrens kann im ITCF auf jahrelange Erfahrung zurückgegriffen werden. Die in einer ionischen Spinnlösung aufgelöste Cellulose wird durch die Mikrolöcher der Spinndüse gepresst und im Fällbad zur Faser koaguliert und gezogen. Die Fasern können als Stapelfasern oder als Endlosgarn erhalten und weiter verarbeitet werden. Das Besondere ist, dass sich diese superfeinen Fasern erstmals in Form eines Endlosgarnes auf Spulen wickeln lassen. Das ermöglicht die anschließende Weiterverarbeitung über Web- und Stricktechnologien.
Die besonders große Faseroberfläche der Supermikrofasern verleiht den fertigen Produkten neue Eigenschaften. Dadurch eröffnen sich ihnen vielfältige und neue industrielle Einsatzbereiche. Verwendung finden sie z.B. als Filtermaterial in Industrie und Haushalt (Teebeutel), für Spezialpapiere oder im Hygienebereich (Feuchttücher, Wattepads, Reinigungstücher). Die textil-physikalischen Fasereigenschaften können über die Prozessführung variiert und anwendungsgerecht optimiert werden. Somit sind zukünftig auch weitere Einsatzmöglichkeiten der Fasern denkbar, bei denen spezielle technische Anforderungen an das Fasermaterial erfüllt werden müssen. ITCF Denkendorf
Richtigstellung Versehentlich wurde in der Märzausgabe der Artikel „Supermikrofasern auf synthetischer Polymerbasis“ mit einem anderen Text abgedruckt. Wir bitten dies zu entschuldigen.
Newsletter Technik, Umwelt und Innovation Verband der Bayerischen Mit einem Newsletter aus dem Bereich Technik, Umwelt und Innovation baut SüdwestTextil- und Bekleidungsintextil das Serviceangebot für seine Mitgliedsunternehmen dustrie aus. Der Newsletter erscheint in unregelmäßigen Abständen und wird per E-Mail versandt. Die erste Ausgabe ging Anfang April an einen ausgewählten Adressatenkreis. Wer künftig den Newsletter bekomVerband der Südwestmen möchte, kann sich im Mitgliederbereich von Südwesttextil dafür anmelden. Interesdeutschen Textil- und sierte, die noch keine Zugangsdaten für den geschlossenen Mitgliederbereich haben, Bekleidungsindustrie können diese unter schneider@suedwesttextil.de anfordern. Gesamtverband der deutschen Maschenindustrie
Stefan Thumm Stefan Thumm Referent für Technik, Umwelt & Referent für Technik, Umwelt Innovation & Innovation Mobil: +49 151 28109045 Mobil: +49 151 281 090 45 s.thumm@vtb-bayern.de umwelt@suedwesttextil.de umwelt@suedwesttextil.de umwelt@gesamtmasche.de
12 Zu guter Letzt
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textil+mode im politischen Dialog Vor rund 80 geladenen Gästen aus Bundestag, Bundes- und Landesministerien, Textilunternehmen und -verbänden sowie textilen Forschungszentren eröffnete t+mPräsidentin Ingeborg Neumann am 2. April den ersten gemeinsamen Parlamentarischen Abend von Gesamtverband textil+mode und Forschungskuratorium Textil. Die Veranstaltung fand in unmittelbarer Nachbarschaft des Reichstages in den Räumen der Parlamentarischen Gesellschaft statt, Schirmherr war der Abgeordnete Robert Hochbaum. Ingeborg Neumann sprach in ihrer Einleitung pointiert von einer „Revolution des Bauens“ mit verbundfaserverstärktem Beton: Er ist wesentlich leichter, fester und haltbarer als Stahlbeton. Deswegen trägt er zum Energiesparen bei und ist Teil des ressourcenbewussten Umgangs mit Baumaterial. Weil Textilbeton wesentlich dünner sein kann und deswegen die Herstellung am Bau schneller geht, ist er im Ergebnis auch nicht teurer als Stahlbeton, die längere Haltbarkeit führt sogar zu einem niedrigeren volkswirtschaftlichen Gesamtpreis. Außerdem bedankte sich Ingeborg Neumann bei Parlamentariern und Verwaltungsmitarbeitern für die substanzielle und nachhaltige Forschungsförderung und gab der
Ingeborg Neumann: „Wir stehen heute vor einer Bau-Revolution mit textilen Fasern. Carbon-Fasern sind auf dem Weg zum Stahl des 21. Jahrhunderts zu werden, um damit das Geschwisterpaar Stahl und Beton abzulösen.“ Fotos: t+m
Hoffnung Ausdruck, dass diese wirkungsvolle Strukturförderung für den Mittelstand auch künftig
Technische Textilien sind Werkstoff für Innovationen in vielen Branchen erhalten oder sogar noch ausgebaut werde. Angesichts von rund 150 Milliarden Euro jährlichen Bauvolumens in Deutschland seien 50 Millionen Euro Forschungsförderung gut investiertes Geld für die Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft. Zugleich gab die t+mPräsidentin erneut ihrer Sorge Ausdruck, dass die hohen Energiepreise
schon mittelfristig zu Investitionsentscheidungen gegen den Standort Deutschland und einem damit verbundenen Rückgang industrieller Arbeitsplätze führen könnte. Sie erwarte hier eine andere Konzeption für die grundsätzlich richtige „Energiewende“. Im Anschluss präsentierten Prof. Thomas Gries (RWTH Aachen), Prof. Jan Knippers (Uni Stuttgart), Roy Thyroff (Fa. Fraas) und Prof. Manfred Curbach (TU Dresden) anschauliche Beispiele für Textiles Bauen in verschiedenen Anwendungsbereichen. Am Parlamentarischen Abend wurde auch die neue Broschüre des Forschungskuratoriums Textil vorgestellt: „Bauen mit Fasern. Textilbeton und -membranen für die
Architektur des 21. Jahrhunderts.“ Gesamtverband textil+mode
intelligent
BAUEN MIT FASERN Textilbeton und - membranen für die Architektur des 21. Jahrhunderts
Broschüre zum Download unter www. textil-mode.de
Teuerster Teppich der Welt: Fehleinschätzung ohne Folgen
Zitat
Sage und schreibe 7,2 Millionen Euro erzielte ein Teppich bei einer Versteigerung in London. Dabei hatte ein Augsburger Auktionator den Läufer vor einer Versteigerung im Oktober 2009 auf gerade einmal 900 Euro taxiert. Verkauft wurde er in Augsburg dann für 19 700 Euro. Vor einer zweiten Versteigerung wenige Monate später in London schätzte das Auktionshaus Christie's den Wert des Stücks schon auf 350 000 Euro − diese Summe wollte die ursprüngliche Besitzerin, eine ältere Dame aus dem Raum Starnberg, vom Auktionator haben. Versteigert wurde das gute Stück bei einer wahren Bieterschlacht schließlich für die Rekordsumme von umgerechnet 7,2 Millionen Euro. Trotz des erheblichen Wertunterschiedes muss der Auktionator keinen Schadenersatz an die frühere Eigentümerin zahlen. Das Oberlandesgericht (OLG) in Augsburg wies Mitte März die Berufung der Frau zurück. Der 338 mal 153 Zentimeter große Perserteppich aus dem 17. Jahrhundert galt kurzzeitig sogar als teuerster Teppich der Welt. Nach Auffassung des OLG kann dem Beklagten keine Pflichtverletzung vorgeworfen werden. Der Teppich sei vor der Versteigerung ausreichend untersucht worden. Eine Revision vor dem Bundesgerichtshof wurde nicht zugelassen.
»Am schönsten ist ein Schuss ins leere Tor.«
Quelle: Stuttgarter Nachrichten, 21. März 2014
Gerhard „Gerd“ Müller, ehemaliger deutscher Fußballspieler und Rekordtorschütze der Fußballnationalmannschaft, der Bundesliga und des FC Bayern München.
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