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Südwesttext April 2012

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SÜDWESTTEXT Nr. 55

THEMEN

Zeitung für die Textil- und Bekleidungsindustrie

April 2012

Die neuen Wutunternehmer Spinnweberei Uhingen verweigert ab sofort die Zahlung der EEG-Umlage

Die Sache mit dem Etikett Verband + Industrie, Seite 3

In Facebook gefunden Bildung + Soziales, Seite 7

Von Shitstorms und böhmischen Dörfern Recht + Steuern, Seite 8

Farbige Kabinen gegen Jetlageffekte Technik + Umwelt, Seite 10

Service Aktuelle Steuer-Nachrichten

Recht + Steuern, Seite 9

Aktuell Georg Saint-Denis ist der neue Präsident von Südwesttextil. Der Chef der Global Safety Textiles GmbH, Maulburg wurde am 24. April auf der Jahresversammlung im Meilenwerk in Böblingen einstimmig von den Mitgliedern gewählt. „Ich freue mich auf diese spannende Aufgabe“, erklärte der Südbadener seinen Wählern. Eine ausführliche Berichterstattung über die Veranstaltung gibt es in der Mai-Ausgabe.

Seit Mitte März zahlt die Spinnweberei Uhingen (SWU) keine EEG-Umlage mehr. Bereits zwei Mahnungen hat das mittelständische Unternehmen vom Energieversorger EnBW erhalten. „Wir sind bereit zu kämpfen und die Sache bis vor das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe zu bringen“, sagt Dieter Dörrmann, geschäftsführender Gesellschafter bei SWU. „In den letzten zwei Jahren war die EEG-Abgabe höher als unser Gewinn und sie steigt weiter. Energieintensive Unternehmen wie wir haben überhaupt keine Planungssicherheit mehr.“ Dabei gehe es nicht um eine Auseinandersetzung mit dem Energieversorger, betont Dörrmann. Er beruft sich auf ein

Geschäftsführer Dieter Dörrmann (r.) und kaufmännischer Leiter Anrdeas Munding (l.) wollen Zeichen setzten: „Wir sind bereit zu kämpfen und die Sache bis vor das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe zu bringen.“

Gutachten, das der Gesamtverband textil+mode beim Verfassungsrechtler Prof. Gerrit Manssen von der Universität Regensburg in Auftrag gegeben hat. Manssen stellt darin

fest, dass es sich bei der EEG-Umlage um eine unzulässige Sonderabgabe handelt und verweist auf die sogenannte Kohlepfennig-Entscheidung des Bundesverfassungs-

gerichts von 1994. Darin haben die Verfassungsrichter die Verpflichtung der Stromkunden, mit dem Strompreis eine Subvention für die Fortsetzung Seite 2

Brasilien bremst Ausland aus Regierung von Dilma Rousseff moniert „Währungsdumping“ Die brasilianischen Behörden haben ein Maßnahmenpaket zum Schutz der heimischen Industrie angekündigt, von dem die Textil- und Bekleidungsindustrie des Landes besonders profitieren soll. Begründet wird der neue Protektionismus mit dem Abflauen der Exporte: Die Wettbewerbsfähigkeit brasilianischer Firmen auf dem Weltmarkt werde durch das „Währungsdumping“ der EU, der USA und Japans beeinträchtigt, wirft die Regierung von Dilma Rousseff den Handelspartnern vor. Tatsächlich hat der immense

Zufluss ausländischen Kapitals in das boomende Schwellenland dem brasilianischen Real einen Höhenflug beschert, der Importe billig macht und die eigene Ausfuhr verteuert.

Brasilien plant höhere Importhürden Zu den geplanten Maßnahmen gehören Steuererleichterungen und günstige Kredite, aber auch die bewusste Stärkung der Importbürokratie und die Einführung spezifischer Bekleidungszölle. Auslän-

www.suedwesttextil.de

dische Lieferanten haben es ohnehin nicht leicht: Heute unterliegen textile Fertigwaren in Brasilien bereits einem Wertzoll von 35 Prozent. Spezifische Zölle legen Mindestzollbeträge pro Teil fest und richten sich vor allem gegen Billigeinfuhren. Doch parallel bereitet die brasilianische Industrie ein Schutzklauselverfahren vor. Daraus könnten Safeguards resultieren, die auf Zusatzzölle à la Türkei hinauslaufen und auch europäische Qualitäts- und Markenware empfindlich treffen. Daneben sollen bran-

chenspezifische Subventionen fließen, Sozialabgaben gekappt sowie günstige Darlehen für Innovations- und Exportvorhaben gewährt werden. Bei öffentlichen Ausschreibungen wird die heimische Bekleidungsindustrie gezielt bevorzugt. Auch die Androhung verschärfter Zollkontrollen hat es in sich. Schon seit dem vergangenen Jahr ist vorgeschrieben, dass Bekleidungseinfuhren lückenlos zu kontrollieren sind, und nicht etwa, wie sonst im internationalen Handel üblich, durch Stichproben. Silvia Jungbauer


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Verband + Industrie

April 2012

Fortsetzung von Seite 1

In Kürze

Die neuen Wutunternehmer deutsche Steinkohleförderung zu zahlen, als unzulässig eingeordnet und für verfassungswidrig erklärt. „Wir sind ein mittelständisches Unternehmen mit langer Tradition. Wir haben einen erfolgreichen Strukturwandel vom Hersteller von Schuhfutter zu Technischen Textilien gemeistert. Wir unternehmen alle Anstrengungen, um unsere Effizienz zu verbessern. Aber die EEGUmlage frisst mittlerweile die notwendigen Investitionstätigkeiten auf“, sagt Dieter Dörrmann. Weitere Unternehmen der Textilindustrie werden seinem Beispiel folgen und die Zahlung der EEG-Umlage einstellen. Unterstützung finden sie beim Gesamtverband textil+mode in Berlin. „Die Energiewende ist eine gesamtstaatliche Aufgabe und deshalb aus dem Bundeshaushalt zu finanzieren. Die Finanzverfassung des Grundgesetzes sieht vor, dass der Haushaltsgesetzgeber die finanzielle Wirkung der Förderung erneuerbarer Energien im EEGSystem verantworten muss“, sagt Hauptgeschäftsführer Dr. Wolf-

Südwesttextil organisierte in Uhingen ein Pressegespräch mit Wirtschaftsredakteuren der regionalen Tagespresse: Dieter Dörrmann, Andreas Muning und Dr. Christoph Schäfer, t+m Berlin, stellen sich den Fragen.

Rüdiger Baumann. „Wir hoffen sehr, dass sich die Bundesregierung schnell

vom EEG verabschiedet. Am besten bevor die Spinnweberei Uhingen in

Karlsruhe gewonnen hat.“ Gesamtverband textil+mode

Die neuen Stromrebellen Kommentar von Helmut Schneider, Südwest Presse 13. April 2012 Über die Aussicht der Verfassungsklage, welche Deutschlands Textilbranche gegen das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) jetzt anstrebt, kann naturgemäß nicht spekuliert werden. Allein die verschiedenen Bestandteile der Stromrechnung, ihre Ausnahmen und die Unterscheidung zwischen Privatverbraucher und Industriekunde sind kaum mehr verständlich zu vermitteln. Ob das Ganze auch noch verfassungskonform ist, können selbst Juristen nicht abschätzen. Dennoch erscheint die Parallele zwischen dem Kohlepfennig früher und dem EEG heute dem schlichten Verständnis eingängig. Das Signal, welches die neuen Stromrebellen der Textilbranche hier setzen, ist politisch ernst zu nehmen. Wer es als Interessensarbeit für die Wirtschaft abtut, gleichzeitig aber jede Klage von Gaskunden gegen ihre Stromrechnung als verbrieftes Recht des kleinen Mannes gegen die Energiekonzerne beklatscht, misst mit zweierlei Maß. Der einfache Zusammenhang ist dieser: Die Energiewende kostet viel Geld, das der Bürger zusammen mit den Betrieben aufbringen muss. Die mittelständische Textilbranche macht dies jetzt mit ihrem Boykott und der angepeilten Verfassungsklage nur öffentlichkeitswirksam deutlich. Was dem privaten Rebell Recht ist, gilt für Firmen gleichermaßen.

Die Gatex bekommt Verstärkung Matthias Rentschler ist neuer Ausbilder in der Spinnerei Seit Anfang April verstärkt Matthias Rentschler das Ausbilderteam der Gatex, das überbetriebliche Aus- und Weiterbildungszentrum der Textilindustrie in Bad Säckingen. Der gebürtige Nagolder blickt auf eine klassische Textilausbildung und Berufskarriere zurück: Nach seiner Ausbildung zum Textilmechaniker und ersten Jahren der Berufserfahrung

Das neue Gesicht in der Gatex: Matthias Rentschler

Südwesttext

bei der Calwer Deckenund Tuchfabrik in Nagold machte der heute 42-jährige seine Technikerausbildung am OttoJohannsen-Technikum in Reutlingen. Parallel dazu absolvierte Matthias Rentschler auch die Ausbildereignungsprüfung bei der IHK Reutlingen. Im Anschluss führte ihn seine Arbeit nach Thüringen zur Kammgarnspinnerei an der

Werra und dann weiter Richtung Norden ins niedersächsische Wagenfeld zu der dort ansässigen gleichnamigen Spinnerei. Jetzt kehrt der Spinnereifachmann wieder zurück in den Südwesten der Republik, wo seine Aufgaben in der Ausbildung der Jugendlichen und im Seminarbetrieb der Gatex liegen werden. Christine Schneider

In der Leitung der Hochschule Reutlingen steht ein Stabwechsel bevor: Präsident Professor Dr. Peter Nieß geht Ende August mit 66 Jahren in den Ruhestand. Sein Nachfolger steht bereits fest: Der bisherige Vizepräsident Professor Dr. Hendrik Brumme rückt auf. Der 52-Jährige wurde von Hochschulrat im Oktober 2011 gewählt und anschließend von Senat bestätigt. Er tritt sein Amt am 1. September an. Brumme gehört der Hochschule seit 2004 an, zuerst als Professor der damaligen Fakultät Produktionsmanagement und seit 2006 als Prodekan. Seit 2007 ist er Vizepräsident und damit bereits Mitglied der Hochschulleitung. Ab Juli werden die letzten Aufrufe im 7. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Kommission veröffentlicht. Dies ist vorerst die letzte Chance für Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen, Anträge einzureichen und EU-Fördergelder für Forschungs- und Innovationsprojekte abzurufen. Mit der nächsten Runde ist erst ab dem Jahr 2014 zu rechnen. Im Rahmen der Europawoche bietet das SteinbeisEuropa-Zentrum vom 07. bis 11. Mai kostenfreie Intensivberatungen für Antragstellende aus Baden-Württemberg an. Interessierte Antragsteller sind aufgefordert, im Vorfeld einen Termin für eine Beratung zu vereinbaren. (Kontakt: Heike Fischer, fischer@steinbeis-europa. de). Wer seinen Antrag in Brüssel direkt einreichen möchte, ist eingeladen, an der Reise zur Landesvertretung Baden-Württemberg in Brüssel vom 28. bis 29. Juni teilzunehmen.


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Verband + Industrie

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Die Sache mit dem Etikett Workshop zur Textilkennzeichnung stößt auf große Resonanz Ab dem 8. Mai 2012 gilt die EU-Textilkennzeichnungsverordnung. Seit ihrer Veröffentlichung im vergangenen Herbst werden die neuen Bestimmungen in der Branche heiß diskutiert. Vierzig Unernehmensvertreter kamen am 19. April ins Stuttgarter Haus der Wirtschaft, um sich beim Workshop Textilkennzeichnung von Südwesttextil und Gesamtmasche vor Fristablauf nochmals umfassend zu informieren und auszutauschen. Die Änderungen, die sich gegenüber dem bisher gültigen Textilkennzeichnungsgesetz ergeben, sind in ihrer Zahl überschaubar. Wer nicht genau hinschaut, könnte sie für Belanglosigkeiten halten. „Doch der Teufel steckt im Detail“, meint Silvia Jungbauer, die beim Workshop die wichtigsten Neuerungen präsentierte. „Mit dem Ausbau des Online-Geschäfts wird das Internet dabei zunehmend zur Abmahn-Falle – selbst bei scheinbar lässlichen Sünden.“ Für Unmut sorgt unter anderem die Verpflichtung, stets mit einem umständlichen Satz auf Materialien tierischen Ursprungs hinzuweisen. Gemeint sind damit keineswegs nur Pelz und Leder, sondern auch Perlmutt, Horn oder Federn. Außerdem sorgen sich viele Hersteller wegen Vorgaben ihrer Kunden zur Vielsprachigkeit und zur Anbringung des Etiketts. Die EU-Verordnung stellt zwar gleichartige Anforderungen wie bisher. Doch durch das kurzfristige Aufflammen strenger Interpretationen sind viele Händler vorsichtig geworden. Daher werden häufig Angaben in allen EU-Sprachen

Rechtsanwältin Gabriele Bernhardt warnt vor Abmahnungen: „Durch den zunehmenden Online-Handel wird alles schnell und einfach überprüfbar“.

verlangt, selbst wenn letzten Endes nur in ausgewählte Länder geliefert wird. Man kann sich vorstellen, dass ein oder auch zwei Etiketten dafür nicht ausreichen. Darüber hinaus bestehen viele Kunden seit Neuestem darauf, dass das vielsprachige Etikettenbündel angenäht wird, obwohl es andere, oft praktischere Arten der sicheren Anbringung gibt. Besonders skeptisch sieht das die BodywearBranche: Hier werden zarte Dessous und Wohlfühl-Produkte, die direkt auf der Haut getragen werden, durch die Etikettierungswut optisch verunstaltet, Stoff und Funktion beschädigt. Dabei entstehen auch noch

erhebliche Mehrkosten pro Teil, die niemandem einen Vorteil bringen. Der Endkunde soll sich seinerseits mit unschön verdickten, kratzenden Nähten abfinden und wird den lästigen Schilderwald kurzerhand abschneiden. Rechtsanwältin Gabriele Bernhardt, Mitglied der Geschäftsführung bei der Wettbewerbszentrale Stuttgart, klärte über die möglichen Rechtsfolgen fehlerhafter Kennzeichnung auf und wies auf die wachsende Gefahr von Abmahnungen hin: „Durch den zunehmenden Online-Handel wird alles schnell und einfach überprüfbar“, mahnt die erfahrene Juristin, die

auch vor Verharmlosung warnt: „Laut UWG ist jeder Verstoß gegen die einschlägige europäische Verordnung als wesent-

lich anzusehen. Dadurch werden auch geringfügige Fehler gefährlich“. Die Betreiber von OnlineShops wies sie außerdem auf die neue „Button-Lösung“ hin: Schaltflächen für Bestellungen müssen künftig mit einem klaren Hinweis zur Zahlungsverpflichtung versehen werden. Außerdem müssen wesentliche Informationen – zu denen auch die Textilkennzeichnung gehört – vor Abgabe der Bestellung für den Verbraucher nochmals zur Verfügung gestellt werden.

Silvia Jungbauer

Referentin Silvia Jungbauer überreicht der Gastreferentin das traditionelle Südwesttextilhandtuch und einen guten Württemberger Tropfen.


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Verband + Industrie

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Südwesttext

Geplante Steuerbürokratie wird zurückgestutzt Kompromiss bei umstrittener „Gelangensbestätigung“ für EU-Lieferungen in Sicht

Foto: © WoGi - Fotolia.com

Seit Ende 2011 sorgen Pläne des Bundesfinanzministeriums (BMF) für Aufregung: Die Umsatzsteuerbefreiung von Lieferungen ins EU-Ausland soll nur noch bei Vorlage einer so genannten Gelangensbestätigung gewährt werden. Nach heftigen Protesten der Wirtschaft

hat das BMF zunächst eine Schonfrist bis Ende Juni eingeräumt und Ende März neue Vorschläge unterbreitet. Die ursprüngliche Planung sah vor, dass sich deutsche Exporteure künftig jede Lieferung vom Kunden im EUAusland quittieren lassen müssen – mit Originalunterschrift und auf Papier. Das BMF ist bereits soweit zurückgerudert, eine Steuerbefreiung auch aufgrund der „objektiven Beweislage“ zu gestatten, also mittels der bislang üblichen Belege. Diese Lockerung würde allerdings nicht ohne weiteres bei Abholung durch den Kunden funktionieren.

Vor allem gibt es bei dieser Variante ein entscheidenden Unterschied zur alten Rechtslage: Die Gelangensbestätigung bliebe der grundsätzlich geforderte Standardnachweis, alles andere wäre also nur ein Ersatz. Bei Prüfungen der Finanzbehörden bestände dabei ein höheres Risiko, dass Belege nicht anerkannt werden, denn die Anwendungsvorschriften des BMF-Entwurfs werden kaum mehr vom strengen Wortlaut der Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung gedeckt. Wegen derlei Rechtsunsicherheit helfen auch die weiteren Schritte des Entgegenkommens kaum weiter. So hat das BMF

vorgeschlagen, dass auch quartalsweise Sammelanmeldungen abgegeben werden können. Zudem soll die elektronische Übermittlung ohne Unterschrift gestattet sein, außerdem ein vereinfachter Nachweis bei Post- und Kuriersendungen. Der einzig sinnvolle Weg aus der Misere bleibt daher die Änderung der Durchführungsverordnung selbst. Die Bundesfinanzverwaltung hat bereits signalisiert, dass dies im Rahmen einer Mantelverordnung zum 1. Januar 2013 geschehen könnte. Entsprechend müsste die Übergangsfrist für die Wirtschaft um ein halbes Jahr ausgedehnt werden.

In der Praxis würde sich dann am Status quo kaum etwas ändern. Bei einer Bund-Länder-Sitzung zu Umsatzsteuerfragen Mitte Mai sollen die Möglichkeit einer Gesetzesänderung und einer Verlängerung der Schonfrist erörtert werden. Es besteht also noch Hoffnung, dass die Gelangensbestätigung im Jahresrückblick 2012 womöglich nicht mehr sein wird als viel Lärm um nichts. Kommt sie doch in der geplanten Form, wäre dies ein immenser finanzieller Schaden für die betroffenen Unternehmen ohne erkennbare Vorteile für den Fiskus. Silvia Jungbauer

Jetzt digital – Geschäftsklimaindex umgestellt Mit der aktuellen Befragung hat Südwesttextil die Online-Umfrage zum Geschäftsklimaindex nun vollständig digitalisiert. Künftig werden die Mitgliedsunternehmen vierteljährlich mit einem personalisierten E-Mail-Anschreiben auf die Umfrage aufmerksam gemacht. Damit die wirtschaftliche Entwicklung der Branche mit repräsentativen Zahlen dargestellt werden kann, ist eine rege Teilnahme erforderlich. Um die Erhebung der Daten einfach und unkompliziert zu gestalten, kann die E-Mail an einen zuständigen Mitarbeiter weitergeleitet werden. Dieser erhält von Südwesttextil einen eigenen Zugang. Kontakt: Christine Schneider, schneider@suedwesttextil.de.

Geschäftsklimaindex Online Befragung

Hinweis

Sehr geehrte Damen und Herren, wieder möchten wir Sie bitten, sich an unserer Online-Befragung zum Geschäftsklimaindex zu beteiligen. Die aktuelle Erhebung wurde um Fragen zur Zertifizierung der Produkte und den Einsatz Ganztagesmodule können unabhängig von Managementsystemen erweitert. voneinander

Foto: © Schlierner – Fotolia.com

Die drei besucht werden.

Arbeitsrecht am Praxisfall 21. Mai (Modul 1), 12. Juni (Modul 2), 03. Juli (Modul 3)

Gleichzeitig werden wir die vierteljährliche Bitte zur Teilnahme zukünftig nur noch in elektronischer Form versenden.

Modul 1 21. Mai

Arbeitsvertragsgestaltung, Teilzeit- und Befristungsrecht, Sollten Sie Ihre Zugangsdaten für die geschlossenen Elterngeld-Elternzeit, Mitgliederbereiche von Südwesttextil oder Gesamtmasche nicht zur Hand haben, so können Sie mit dem untenstehenden Link Arbeitszeitgesetz umgehend neue beantragen und mit der Umfrage fortfahren.

Modul 2 12. Juni

Beendigung von Arbeitsverhältnissen

Modul 3 03. Juli

Fragen zum Urlaub, Entgeltfortzahlungsgesetz, Bei weiteren Fragen stehe ich Ihnen (schneider@suedwesttextil.de) Schwerbehindertenschutz, gerne zur Verfügung. Betriebsverfassungsrecht

zur Online-Befragung beteiligen

Vielen Dank für Ihre Mitwirkung.

Fachvereinigung Wirkerei-Strickerei

Freundliche Grüße

Anmeldung: www.suedwesttextil.de/veranstaltungen


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Verband + Industrie

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Flexible Modelle der Beschäftigung Aus unterschiedlichsten Gründen müssen sich Unternehmen bei ihrer Personalplanung ein gesundes Maß an Flexibilität und Entscheidungsspielraum erhalten. Personalentscheider sind immer wieder auf der Suche nach geeigneten Beschäftigungsmodellen, die einerseits kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in das eigene Unternehmen integrieren und dort halten, die ihnen andererseits jedoch auch eine gewisse Flexibilität gewähren. Ob zum Ausgleich konjunktureller Zyklen, zur Unterstützung des Beschäftigungsaufbaus oder anstehender Restrukturierungsprozesse: Viele verschiedene Faktoren sprechen für flexible Beschäftigungsmodelle. Für diese Belange bietet die Apontis GmbH, ein Tochterunternehmen des Bildungswerks der Baden-Württembergischen Wirtschaft e. V., Modelle der Arbeitnehmerüberlassung an, die für befristete Beschäftigungen und Neueinstellungen gleichermaßen geeignet sind. Diese Beschäftigungsmodelle orientieren sich an den Belangen von Unternehmen, die sich mit auslaufenden Befristungen und/oder Neueinstellungen, aber auch Veränderungsprozessen wie Werksschließungen oder Geschäftsübernahmen auseinandersetzen müssen.

Leistungen: Leistungen: Apontis übernimmt die befristet Beschäftigten oder die zur Neubeschäftigung vorgesehenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in

Apontis übernimmt oder diedem zur Neubeschäftigung vorgesehenen verpflichtet Mitarbeiterinnen undstellt Mitarbeiter ein Arbeitsverhältnis auf die der befristet Basis desBeschäftigten iGZ/DGB-Tarifwerks, Apontis als Personaldienstleister ist, und sie dem in ein Arbeitsverhältnis auf der Basis des iGZ/DGB-Tarifwerks, dem Apontis als Personaldienstleister verpflichtet ist, und Unternehmen im Rahmen eines Arbeitnehmerüberlassungsvertrags zur Verfügung. Die Einsatzkonditionen einschließlich derstellt VergüUnternehmenwerden im Rahmen eines Arbeitnehmerüberlassungsvertrags zur Verfügung. Die und Einsatzkonditionen einschließ tungsie desdem Mitarbeitenden eng mit dem Unternehmen abgestimmt. Die Gehaltsabrechnung -auszahlung erfolgt durch lich der Vergütung des Mitarbeitenden werden eng mit dem Unternehmen abgestimmt. Die Gehaltsabrechnung und -auszah Apontis. lung erfolgt durch Apontis.

Vorteile für Unternehmen: Die Beschäftigungsmodelle ermöglichen eine mittelfristige, bedarfsgerechte Personalplanung. Im Rahmen der tarifrechtlichen VorgaVorteile für Unternehmen:

ben bietet das Modell folgende Abrechnungsmodalitäten an: bedarfsgerechte Personalplanung. Im Rahmen der tarifrechtlichen Die Beschäftigungsmodelle ermöglichen eine mittelfristige, Vorgaben bietet das Modell folgende Abrechnungsmodalitäten an: • Kontinuierliche Gehaltszahlung mit moderater Verwaltungspauschale, wobei Fehlzeiten wie Urlaub, Krankheit und Feiertage vom Kundenunternehmen getragen werden; die Zeiterfassung bleibt aus Gründen der Transparenz und Integration der Mitarbeitenden • Kontinuierliche Gehaltszahlung mit moderater Verwaltungspauschale, wobei Fehlzeiten wie Urlaub, Krankheit und Feiertage im Kundenbetrieb. vom Kundenunternehmen getragen werden; die Zeiterfassung bleibt aus Gründen der Transparenz und Integration der Mitar beitenden im Kundenbetrieb. • Stundenweise Abrechnung der erbrachten Arbeitsleistung zu einem im Vorfeld vereinbarten Verrechnungssatz, wobei dem Kundenunternehmen ausschließlich die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden zzgl. eventueller freiwilliger betrieblicher Leistungen in • Stundenweise Abrechnung der erbrachten Arbeitsleistung zu einem im Vorfeld vereinbarten Verrechnungssatz, wobei dem Rechnung gestellt werden. Kundenunternehmen ausschließlich die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden zzgl. eventueller freiwilliger betrieblicher Leistun gen Rechnung werden. Darüberinhinaus bietetgestellt Apontis bedarfsgerechte Beschäftigungsmodelle für spezielle Personengruppen, mit dem Ziel, Unternehmen

bei der Fachkräftesicherung nachhaltig zu unterstützen, z. B.: Darüber hinaus bietet Apontis bedarfsgerechte Beschäftigungsmodelle für spezielle Personengruppen, mit dem Ziel, Unterneh men bei der Fachkräftesicherung nachhaltig zu unterstützen, z. B.: - Studierende in praxisintegrierten Studiengängen • - Trainees Studierende in praxisintegrierten Studiengängen • - Senior Trainees Experts • Senior Experts Unternehmen verschiedener Branchen nutzen bereits das Flexibilisierungsangebot von Apontis entsprechend ihren spezifischen betrieblichen Erfordernissen. Flexibilität und Handlungsspielraum bleiben erhalten, auf Marktveränderungen kann zeitnah und effizient reagiert werden.

Kontakt: Isabelle Schiller Projektleitung I Apontis GmbH I Telefon 07131 20391-81 I schiller.isabelle@apontis.de I Weitere Informationen unter www.apontis.de


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Bildung + Soziales

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s w Ne

Südwesttext

Ausgabe 2 / Mai 2012

CHECKLISTE FüR AUSBILDUNGSMARKETING 2.0

Die Bewerberzahlen bei Auszubildenden sinken. Der Wettbewerb wird schärfer. Was müssen Unternehmen also heute bedenken, damit Sie morgen noch gute Fachkräfte haben?

Zielgruppe: Auf welcher Plattform bewegt sich die Zielgruppe, und welche soll genutzt werden? Es gilt zu bedenken: „Die“ Jugend gibt es nicht. Sprache, Bilder und Musik sind milieuspezifisch völlig unterschiedlich.

1) Differenzierte Ansprache der Jugendlichen Leistungsschwächere Jugendliche noch stärker fördern und die betriebliche Ausbildung für Abiturienten noch attraktiver gestalten. Individuelle Förderung anbieten z.B. Nachhilfeunterricht für Leistungsschwächere. Leistungsstarke Jugendliche entscheiden sich eher für eine betriebliche Berufsausbildung, wenn die Firma ihnen Zusatzqualifikationen ermöglicht.

Inhalte: Nicht drauf los schreiben, sondern überlegt. Dabei sind folgende Punkte zu beachten: • Authenzität • Regelmäßigkeit – Status Updates • Erfolge teilen • Nutzerkommentare beantworten • Bilder und Filme posten • Interessante und aktuelle Infos liefern

2) Social Media Unabhängig von der persönlichen Meinung zu Sozialen Netzen oder Web 2.0 − die Jugendlichen kommunizieren darüber. 84 Prozent der 15 bis 24-Jährigen haben ein eigenes Profil in einem Sozialen Netzwerk, d.h. wer die Jugendlichen erreichen will, sollte über einen Einstieg nachdenken. Folgende Fragen sollten Unternehmen vor einem Einstieg klären: Ziel: Was soll erreicht werden? Organisation: Wer ist für den Bereich Social Media verantwortlich und wer steuert die Aktivitäten?

Richtlinien: Mitarbeitern Hilfestellungen an die Hand geben, wie sie sich bezüglich Social Media verhalten sollen. Es gibt nichts umsonst: Ein Engagement in Sozialen Netzen kostet Geld. Der Dialog auf Twitter, Facebook, Xing und Co. beanprucht viel Zeit und damit personelle und finanzielle Ressourcen. 3) Go Textile! Die Nachwuchskampagne des Gesamtverbands textil+mode hat das Ziel, die Attraktivität der Branche nach außen zu tragen, um so das Interesse von Schulabgängern zu wecken. Dies erfolgt über die moderne Internetplattform www.go-textile.de, auf der jedes Unternehmen kostenlos ein eigenes Profil anlegen und

von der Verlinkung der Kampagne profitieren kann. Die Internetseite wird so zur zentralen Anlaufstelle für die Ausbildung in der Textilund Bekleidungsindustrie. Go Textile! vernetzt: virtuell durch Facebook, YouTube, Flickr usw., real durch Aktionen, Gewinnspiele und Veranstaltungen. 4) Mund-zu-Mund-Propaganda bedenken Mitarbeiter und Auszubildende reden auch im Bekanntenkreis und in der Freizeit über ihre Arbeit. Deshalb sollten Unternehmen sich immer von ihrer besten Seite zeigen, denn der Erfolg einer Empfehlung Mund-zu-Mund ist nicht zu unterschätzen. Außerdem findet diese Kommunikation auch im Netz statt, z. B. auf Seiten wie „kununu – Arbeitgeber anonym bewertet durch Arbeitnehmer, Azubis und Bewerber“ (www.kununu.de). 5) Bewährtes fortsetzten Erfolgreich umgesetzte Konzepte und Aktionen sollten beibehalten werden, wie z.B. der Besuch von lokalen Azubimessen oder Ausbildungstagen. Außerdem sollten regelmäßig Praktika angeboten und Kooperationen mit den Schulen vor Ort gepflegt werden. Ein Engagement bei Veranstaltungen wie Girls Day (www.girls-day. de) oder die Mitarbeit in den lokalen Arbeitskreisen von SCHULEWIRTSCHAFT (www.schulewirtschaft.de) lohnt sich.

www.go-textile.de 7.000

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Zugriffe auf www.go-textile.de seit Kampagnenstart Quelle: Google Analytics

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Bildung + Soziales

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In Facebook gefunden Deutsche Schüler suchen ihren Ausbildungsplatz immer häufiger über Social Media Social-Media-Plattformen werden zu einem wichtigen Faktor für die Unternehmen bei der Azubisuche. Dies zeigt eine Studie von Kienbaum Communications. Hier wurden rund 1 200 Schüler aus unterschiedlichen Schultypen zwischen 12 und 14 Jahren befragt, ob und wie sie die sozialen Netzwerke zur Ausbildungsplatzsuche nutzen. Dabei haben bereits 60 Prozent der Schüler eine Karrierepage eines Unternehmens in einem sozialen Netzwerk besucht. Als nützlich und hilfreich empfinden zwei Drittel solche Seiten. Hauptsächlich die direkte Ansprache und die Schnelligkeit des Mediums machen den Vorteil für die Jugendlichen aus. So versprechen sich 73 Prozent der Nutzer eine schnelle Kontaktaufnahme mit dem Unternehmen. 69 Prozent sehen den Vorteil in den direkten Informationen, die sie erhalten.

Ein weiterer interessanter Punkt der Studie ist, dass die Mehrzahl der Jugendlichen Erfahrungs-

Online-Kommunikationskanäle zur Information über potenzielle Berufsfelder und Arbeitgeber:

Bereits 60 Prozent der Schüler besuchen eine Karrierepage eines Unternehmens in einem sozialen Netzwerk. Foto: © shootingankauf - Fotolia.com

berichte von Auszubildenden in Chats, Blogs oder Foren lesen. Trotz der wachsenden Beliebtheit von Social Media nutzen die Schüler hauptsächlich klassische

Von den fast 90 Prozent der Jugendlichen, die sich im Internet über einen Ausbildungsplatz oder ein Duales Studium informieren, nutzen 80 Prozent Suchmaschinen. 55

Innovationskraft gefährdet Studie zeigt Fachkräfteengpass in vielen Unternehmen Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) hat Ende März eine vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln erarbeitete Studie vorgelegt, wonach am Arbeitsmarkt nicht nur Hochqualifizierte fehlen, sondern auch viele Engpässe in gewerblichtechnischen Berufen bestehen. Die Studie zeigt, dass die Schwierigkeiten bei den beruflich Qualifizierten liegen, und zwar in 46 Berufsfeldern, die eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzen. Im akademischen Bereich gibt es Mangelsituationen in acht Berufen,

Prozent informieren sich direkt auf der Website des Unternehmens und 44 Prozent suchen in Job-

vor allem in gewerblichtechnischen Berufen wie z. B. Elektroinstallateur und -monteur.

Fachkräfte sichern Engpassanalyse

Die Studie zeigt darüber hinaus, dass kleine und mittlere Unternehmen von dieser Situation bei beruflich Qualifizierten besonders

betroffen sind, da hier die Mehrzahl der Beschäftigten in den gewerblichtechnischen Engpassberufen tätig ist. Um vor allem KMU Unterstützung zur Lösung der aktuellen Probleme insbesondere bei der Entwicklung einer bedarfsgerechten strategischen Personalpolitik anzubieten, hat das BMWi das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung eingerichtet (www.kompetenzzentrum-fachkraeftesicherung.de). Heruntergeladen werden kann die Studie auf www.suedwesttextil.de Christine Schneider

börsen nach geeigneten Stellenangeboten. Als zweitwichtigste Informationsquelle nach dem Internet nennen die befragten Schüler ihre Freunde gefolgt von der Familie.

Eine von Microsoft und Unicum bei über 1 000 Studenten und Hochschulabsolventen durchgeführte Umfrage kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Viele Nachwuchstalente nutzen Soziale Netzwerke nicht nur ausschließlich für private Zwecke, sondern setzen Social-Media-Kanäle gezielt als Sprungbrett ein. Demnach nutzen 73 Prozent der Befragten das Internet, um sich über mögliche Arbeitgeber zu informieren. Bewerber suchen auf Plattformen wie Facebook oder Bewertungsportalen gezielt nach Erfahrungsberichten (58 Prozent) und Informationen zum Arbeitsklima (32 Prozent). Die Mehrheit der Befragten (62 Prozent) vernetzt sich über Online-Netzwerke bereits bei der Arbeitgebersuche aktiv mit den Unternehmen.

Christine Schneider

Seminare Bildungswerk Seminarangebot der Akademie für Personal- und Organisationsentwicklung im Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft in Kooperation mit Südwesttextil Basistraining Verhandlungsführung Termin: 15. und 16. Mai 2012 Ort: Haus Steinheim Kompetenzmanagement Termin: 24. bis 26. Mai 2012 Ort: Haus Steinheim Einstellungsinterviews professionell führen Termin: 11. bis 12. Juni 2012 Ort: Haus Bleibach Weitere Informationen unter www.biwe-akademie.de


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Recht + Steuern

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Von Shitstorms und böhmischen Dörfern Personalleiterkreis von Südwesttextil zu Social Media Facebook, Xing und Twitter – was für die einen bereits zum festen Bestandteil des privaten und beruflichen Lebens geworden ist, klingt für andere nur nach böhmischen Dörfern. Der Personalleiterkreis von Südwesttextil widmete sich am 17. April der Frage, welche Bedeutung soziale Netzwerke für moderne Unternehmen haben können. Mit Unterstützung der Stuttgarter Kreativagentur die wegmeister wurden Praxisbeispiele von Großkonzernen erörtert, um so von den Großen zu lernen. Nach aktuellen Studien sind momentan bereits 100 Prozent der Jugendlichen im Internet präsent. Insbesondere in der Altersstufe zwischen 40 und 60 Jahren erfahren das Internet sowie die sozialen Netzwerke gerade die größten Zuwächse. Vor diesem Hintergrund wurde das Fazit gezogen, dass soziale Netzwerke ein wichtiger Kanal sein können, den es zu bespielen gilt, um Unternehmen zu präsentieren und insbesondere Personal zu rekrutieren. Ebenfalls an prominenten Beispielen wird jedoch deutlich, dass es bei weitem nicht damit getan ist, einen Einstieg in diese Medien zu finden. Es ist vielmehr absolut notwendig, Verantwortlichkeiten im Unternehmen zu schaffen und dadurch zu gewährleisten, dass sich Auftritte in sozialen Netzwerken nicht verselbständigen können. Gerade die große Chance, unmittelbar eine unüberschaubare Menge an Usern zu erreichen, stellt auch gleichzeitig das größte Risiko dar. Nicht umsonst wird mit Shitstorm, dem Anglizismus des Jahres 2011, ein Phänomen bezeichnet, wonach eine völlig unerwartete und plötzliche Flut

an unerwünschten Beiträgen und Kommentaren über eine Seite und damit ihren Betreiber hereinbricht. Nur wer hier mit

der nötigen Vernunft und Professionalität reagiert, kann tatsächlich von der Öffentlichkeit profitieren und größeren Schaden von

sich und seinem Unternehmen abwenden. Auch aus arbeitsrechtlicher Sicht empfiehlt es sich, Guidelines im Unterneh-

men zu erlassen, die die Spielregeln für die Benutzung sozialer Netzwerke in beherrschbare Bahnen lenken.

Der Personalleiterkreis – wie immer gut besucht.

Social Media leicht gemacht: Die Wegmeister Oliver Woye und Markus Brendel geben wertvolle Tipps.

Erfahrungsaustausch in der Pause: Jörg Melchert, Ferdinand Gröber Tübingen, mit Henry Wurm, Johnson Controls Rastatt, und Dietmar Heck, zue Zwirnerei Untereggingen, mit Südwesttextil-Rechtsanwalt Emil Schelb.

Daneben tauschten sich die Personalleiter in gewohnter und geschätzter Manier unter Anleitung der Referenten von Südwesttextil über praxisrelevante Neuerungen im Befristungsrecht und aktuelle Entwicklungen in Rechtsprechung und Gesetzgebung aus. Die abschließend von Rechtsanwältin Susanne Wicht, Gesamtverband textil+mode, Berlin vorgestellte Ausgleichsvereinigung zur Künstlersozialabgabe stellt für viele Unternehmen sicherlich eine sinnvolle Institution zur Verminderung des bürokratischen Aufwands und damit zur Kostenreduzierung dar. Alle Unterlagen zum Personalleiterkreis stehen wie gewohnt im Mitgliederbereich von www. suedwesttextil.de zum Download zur Verfügung.

Boris Behringer


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Recht + Steuern

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Demographie-Workshop I Vom Erdbeerensammeln und der Mülleimeranalyse An innovativen Ideen zum Thema „demografischer Wandel“ mangelt es den Firmen nicht. Auch ein Gesundheitstag kann attraktiv verpackt werden: Man stelle Bierbänke und antialkoholische Getränke, miete zwei Erdbeerfelder und teile an die Belegschaft leere 5 kg-Eimer zusammen mit einem Gutschein zum Erdbeersammeln aus. Die Firma Gienanth GmbH konnte damit fast die gesamte Belegschaft zusammen mit Ehegatten und Kindern auf den Acker locken − und das am Wochenende! Die Begeisterung der Belegschaft an dieser Aktion hat sich zudem auf sämtliche an diesem Tag durchgeführten Gesundheitsangebote der BKK als auch der langfristigen Teilnahme an Sportgruppen übertragen. Solche und ähnliche Erfahrungsberichte zum Thema Demografie konnten Unternehmensvertreter und Betriebsratsmitglieder in der von den Tarifvertragsparteien gemeinsam organisierten Veranstaltung „Zukunft oder Kollaps – Die textilen Branchen im Wandel“ austauschen. Schon in der Eröffnungsrede wiesen der stellvertretende Geschäftsführer des Gesamtverbandes textil+mode, Hans-Joachim Blömeke, und der Tarifsekretär der IG Metall, Michael Jung, darauf hin, dass das Thema als „Langstreckenlauf“ bearbeitet werden müsse und einen strategischen Ansatz erfordere. Die Grundlagen zu den Schwerpunktthemen Alter, Qualifizierung und Gefährdungen wurden praxisnah vermittelt. In einem ersten Workshop machte Verbandsingenieur Michael Zimmermann als Basis einer jeden demografiebewussten Personal-

arbeit das Wissen um die tatsächlichen Altersstrukturen und Qualifikationen im Betrieb aus. Demografie dürfe für Unternehmen nicht nur eine Worthülse sein. Die in den nächsten 20 Jahren altershalber

gentliche Arbeit erst an: So müsse festgestellt werden, welche Qualifizierungen und Zertifizierungen zu ersetzen seien und durch welche Maßnahmen das geschehen könne. In der abschließenden Diskussi-

ausscheidenden Mitarbeiter könnten schon heute ermittelt werden. Auch der Nachwuchs der nächsten 20 Jahre sei schon auf der Welt, so dass Unternehmen unter Berücksichtigung der regionalen Gegebenheiten Aussagen über die Bedarfsdeckung

Analyse: Altersstrukturen und Qualifikationen im Betrieb treffen könnten, betonte der Verbandsingenieur. Tools zur Altersstrukturanalyse unterstützten die Personalarbeit wesentlich, vorausgesetzt, sie ermöglichen eine jährliche, abteilungsbezoge, auf Kostenstellen und einzelnen Mitarbeiter heruntergebroche Simulation. Die Fluktuationsquote im Unternehmen solle dabei mit einbezogen werden. Nach der Entscheidung welche Mitarbeiter wann ausscheiden, fange die ei-

on waren sich die Teilnehmer einig − immer mehr Mitarbeiter müssten im eigenen Haus nachqualifiziert werden, da sie von außerhalb immer schwerer zu bekommen seien. Auch die Arbeitskraft der älteren Arbeitnehmer muss länger als bisher für den Betrieb nutzbar gemacht werden. Wie alternsgerechtes Arbeiten umgesetzt werden kann, stellten Hans Szymanski vom Berufsforschungsund Beratungsinstitut für interdisziplinäre Technikgestaltung und der Betriebsratsvorsitzende der Spinnerei Neuhof GmbH & Co. KG vor. Aufgrund einer dort erstellten ausführlichen Gefährdungsanalyse, die unter Inanspruchnahme von ESF-Fördergeldern finanziert wurde, konnten viele technische Möglichkeiten gefunden werden, Arbeiten belastungsfreier zu gestalten. Diese wurden in jeder Abteilung in Steuerkreisen erarbeitet, die sich aus Technikern,

Betriebsleitern, Meistern, Betriebsratsvorsitzenden, Sicherheitsfachkräften und Arbeitsmedizinern zusammensetzten. In Bereichen, in denen Belastungen nicht vermeidbar waren, wurden

Foto: © Cpro - Fotolia.com

Rotationsmaßnahmen, Belastungswechsel und zeitliche Begrenzungen eingeführt. Komplizierter in der Umsetzung der Maßnahmen waren gera-

de die belasteten älteren Mitarbeiter. Sie mussten in vielen Gesprächen überzeugt werden, dass es für ihre Gesundheit und Erhaltung der Arbeitskraft notwendig ist, „ihre Maschine“ zu verlassen, um sich an anderen Maschinen einzuarbeiten. Aufgrund der vielen Erfahrungsberichte aus überwiegend textilen Betrieben des Mittelstandes konnten die Teilnehmer vielfältige, sofort einleitbare Anregungen für das eigene Unternehmen gewinnen. Auch wenn das Thema Arbeit und Gesundheit erst im nächsten Workshop der Tarifvertragsparteien am 27. Juni vertieft behandelt wird, gab ein Betriebsrat schon Auskunft darüber, wie man Suchtprobleme im Betrieb einfach erkennen könne: „Da mach ich nach Schichtende einfach eine Mülleimeranalyse − dann kenn ich die Probleme im Betrieb“. Kai-Uwe Götz

Aktuelle Steuer-Nachrichten Der Bundesfinanzhof hat im Februar diesen Jahres entschieden, dass eine Holdinggesellschaft, deren Hauptzweck das Halten von Beteiligungen ist und die entgeltliche- Leistungen nur als Nebenzweck erbringt, höchstens zum hälftigen Vorsteuerabzug aus den Gemeinkosten berechtigt sein kann. Neben diesem Urteil zur Umsatzsteuer findet sich in der aktuellen Ausgabe der Steuernachrichten eine Übersicht zum Stand geplanter Steuergesetze. So wird damit gerechnet, dass der Entwurf eines Gesetzes zum Abbau der kalten Progression erst 2013 oder 2014 Inkrafttreten wird. Das Gesetz zur steuerlichen Förderung von energetischen Sanierungsmaßnahmen an Wohngebäuden hängt derzeit noch im Vermittlungsausschuss fest, wohingegen das Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen verkündet ist und in diesem oder im nächsten Jahr Inkrafttreten wird. Die Aprilausgabe findet sich im geschlossenen Mitgliederbereich der Internetseite von Südwesttextil und kann dort als pdf-Datei heruntergeladen werden.


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Farbige Kabinen gegen Jetlageffekte AFBW-Anwenderforum Mobilitätstextilien zu Besuch bei Ettlin Insbesondere im Bereich der Mobilität sind erhebliche Potenziale für den Einsatz von Textilien nicht ausgeschöpft – das ist das Fazit des Anwenderforums Mobilitätstextilien. Am 22. März veranstaltete die Südwesttextilmitgliedsfirma Ettlin dieses Treffen zusammen mit der AFBW und bereitete den Teilnehmern in Ettlingen einen gebührenden Empfang: Das großflächig angebrachte ETTLIN lux® Effektgewebe erzeugte durch hinterlegtes LED Licht in der umgebauten Lagerhalle dreidimensionale Raumstrukturen und Wirkungen. Dass das Gewebe nicht nur im Mobilitätsbereich eingesetzt werden kann sondern auch als Verbundmaterial, davon ist Dr. Frauke Hänsch, Leitung Entwicklung / QS des Unternehmens, überzeugt. Einblicke an den Anspruch von Mobilitätstextilien im Bereich des Flugzeug- und Automobilbaus gaben die Referenten direkt aus der Praxis. Dr. Dietmar Völkle, Head of Innovation bei Diehl Aircabin GmbH, präsentierte die Anforderungen, die an eine Flugzeugkabine gestellt werden: Sicherheit, Ökologie und Komfort. Er zeichnete auf, dass jedes Kilogramm, das beim Flugzeugbau eingespart werden kann, etliche Liter Kerosin einspart. Hier könnten in Zukunft Textilien eine noch größere Rolle spielen, denn sie passten ins Anforderungsprofil. Interessant sei die Überlegung, Jetlageffekte durch unterschiedliche Farbegestaltungen in der Kabine zu beeinflussen. So könne man z. B. die Passagiere durch ein modifiziertes Licht, nach und nach aufwachen lassen, um einen reibungsloseren Ablauf des Services zu garantieren. Zu Funktions-

integration und Leichtbau meinte der Flugzeugexperte: „Schön wäre es, wenn noch mehr Materialvielfalt da wäre.“

Automobilbau verändern werden. Schlüsselbegriffe seien die Themen Licht, textile Bewegungsdeduktoren im Sitz oder die

Referenten aus der Praxis: Dr. Dietmar Völkle, Head of Innovation bei Diehl Aircabin GmbH und Holger H. Meinel von der Daimler AG. Fotos: AFBW/Ettlin

„Warum betrachten Autobauer eigentlich Smart Textiles?“ Diese Frage stellte Holger H. Meinel von der Daimler AG und antwortete mit der Präsentation von Automotive Trends und Zukunftsentwicklungen, die den

aktive Insassensicherheit durch intelligente technische Textilien. Und interessant sei die Heizungsproblematik, die zukünftig vielleicht nicht nur textilintegriert, sondern direkt in 3-D Webtechnik, inklusive Physiologie

gelöst werden könne. Ein wichtiger Aspekt bei allen Smart Textiles: Vieles könne miteinander kombiniert werden. Über die Bedeutung von Textilien beim Thema Mobilität referierte Christoph Riethmüller vom ITV Denkendorf und wies im schienengebundenen Verkehr auf die Megacities der Zukunft hin. Aber auch die E-Mobilität oder die Kabinen der LKWFahrer – die fahrenden Wohnzimmer – böten Potenziale, so Riethmüller. Energieeffizienz müsse ganz weit oben angesetzt werden und neue unterschiedliche Gestaltungskonzepte für Fahrer und Passagiere – der eine wünsche Einblendung, der andere Komfort – entwickelt werden. Die Fahrzeuge der Zukunft würden kleiner, ohne an optischer Größe zu verlieren, denn diese könne durch Lichtstrukturen erzeugt werden. Und warum nicht gleich Wolle oder Wollmischungen im Innenraum? Wolle sei die Hightech Faser schlechthin: perfekter Temperaturausgleich, sehr gutes Feuchtigkeitsmanagement, sie verhindere Geruchsbildung, reguliere das Körperklima perfekt, sei umweltfreundlich und selbstreinigend, so Kurt Haselwander, CEO der Schoeller-Spinnereigruppe, in der Vorstellung seines Konzepts. Sein Ziel – Wolle wieder „salonfähig“ machen. Erste Umsetzungen sind bereits da: iChange und Bamboo − Symbole für den fundamentalen Umbruch, in dem sich die Automobilindustrie weltweit befinde. „Mit innovativen Konzepten wollen wir den Anforderungen der neuen automobilen Zeit begegnen“, so der Experte. Simone Diebold

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Termine Denkendorfer Maschenkolloquium Am 24. Mai veranstaltet das ITV Denkendorf ein Maschenkolloquium mit dem Leitthema „Neue Verfahren, Strukturen und Materialien in der Maschentechnologie“. Namhafte Referenten aus Forschung und Industrie geben einen Überblick über laufende Entwicklungen und präsentieren verfahrenstechnische Lösungen und Fertigungstechnologien wie z. B. das neue Strickverfahren Spinnstricken. Vorgestellt werden auch neue Materialien. Programm und Anmeldung unter www. itv-denkendorf.de/maschenkolloquium. 5. Hohenstein Inovationsbörse Am 20. und 21. Juni 2012 findet zum fünften Mal die Hohenstein Innovationsbörse statt. In Tandemvorträgen der Forscher und Entwickler werden die Synergien aus Forschung und Praxis eindrucksvoll vorgestellt. Zudem erhalten Unternehmen die Möglichkeit, erste aktuelle Produktentwicklungen einem breiten Publikum bekannt zu machen. Weitere Informationen sowie die Anmeldung unter www.hohenstein.de Bildungskonferenz Wie bringt man Hochschule und Wirtschaft erfolgreich zusammen? Das ist eine der Fragen, die am 11. Juni in der Konferenz „Quartäre Bildung – Hochschulen als Weiterbildungspartner der Wirtschaft“ im MövenpickHotel Stuttgart-Flughafen untersucht werden. Veranstaltet wird das Treffen von Südwestmetall und dem Bildungswerk in Kooperation mit dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst und dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft.


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Nur nicht frieren Innovative Kälteschutzanzüge bieten hervorragende Wärmeisolation bei reduziertem Gewicht Wissenschaftler der Hohenstein Institute in Bönnigheim haben in Kooperation mit dem Schutzbekleidungsspezialisten und Südwesttextilmitglied Tempex GmbH aus Heidenheim innovative Lösungen für Kälteschutzkleidung erarbeitet. Die sogenannten Vollschutzsysteme, bestehenden aus Jacke und Hose, bieten bei deutlich vermindertem Gewicht eine optimale Wärmeisolation für tiefe Temperaturen. Etwa 15 000 Menschen arbeiten allein in Deutschland bei kalten Temperaturbedingungen in Kühl- und Tiefkühlhäusern. Acht Stunden am Tag, das ganze Jahr über, bei bis zu -28°C bedeuten harte Arbeitsbedingungen und gesundheitliche Belastung der Mitarbeiter. In einer solchen Arbeitsumgebung ist eine leistungsfähige, leichte und somit komfortable Kälteschutzkleidung mit hervorragender Wärmeisolation unentbehrlich. Kälte fühlt sich nicht nur unangenehm an,

sondern führt auf Dauer zu Unterkühlungen und Gesundheitsschäden mit vielfältigen negativen Konsequenzen. Die Abnahme

nische Erkrankungen von Atemwegen, Harnorganen oder Gefäßsystemen. Das beträchtliche Gewicht der Schutzkleidung

Ergänzend zu den Laboruntersuchungen kommen in den Klimakammern auch fallweise Probanden zum Einsatz. Foto: Hohenstein Institute

des Reaktionsvermögens sowie der Aufmerksamkeit erhöhen das Unfallrisiko bei der Arbeit beträchtlich. Zu den langfristigen Folgen der Kältebelastung gehören Rheuma sowie chro-

schränkt die Beweglichkeit des Trägers ein und fördert die Schweißbildung, was zu einem unangenehmen Tragegefühl führt. Auch bei tiefen Temperaturen wird infolge der körperlichen

Neue Oeko-Tex-Prüfkriterien in Kraft Nach Ablauf der dreimonatigen Übergangsfrist sind die von der Oeko-Tex-Gemeinschaft Anfang Januar veröffentlichten Kriterien und Grenzwerte für die textilen Schadstoffprüfungen nach OekoTex-Standard 100 am 1. April nun für alle Zertifizierungsvorgänge endgültig in Kraft getreten. In den neuen Prüfungsanforderungen sind auch alle für die Textilproduktion relevanten Substanzen der ECHA-Kandidatenliste mit besonders besorgniserregenden Stoffen aufgenommen.

Anstrengung pro Stunde etwa 200 bis 220 g Schweiß produziert. Verschwitzte Kleidung ruft nicht nur ein unangenehmes Nässegefühl hervor und reduziert das Wohlempfinden des Trägers erheblich. Durch Schweiß und Kondenswasser, das sich an der kühlen Oberfläche der Kleidung infolge von Temperaturunterschieden bildet, verringern sich insbesondere die Isolationseigenschaften der Schutzkleidung und der Körper verliert an Wärme. Das Gewicht des neu entwickelten Kälteschutzanzugs, bestehend aus Latzhose und Jacke wurde bei gleich bleibender Wärmeisolation um 25 Prozent reduziert. Des Weiteren sorgt eine hohe Atmungsaktivität der Kleidung, insbesondere an Körperstellen mit vielen Schweißporen wie Brust, Rücken-, Oberoder Unterarmen für eine konkurrenzlos niedrige Schwitzrate. Die Schweißproduktion der Testpersonen reduzierte sich hier um etwa 50 Prozent auf unter 100 Gramm pro Stunde.

Nähere Informationen unter www.oekotex.com/institute

www.hohenstein.de

Nano-Dokumentation Am 1. Dezember 2011 fand im Rahmen des NanoDialogs Baden-Württemberg der Kongress „Kleine Teilchen, große Fragen! Verbraucheraspekte im Umgang mit Nanotechnologien“ in Stuttgart-Bad Cannstatt statt. Rund 200 Teilnehmer sind der Einladung gefolgt. Jetzt gibt es die Dokumentation zum Kongress mit kurzen Zusammenfassungen der Vorträge und der Workshops zum Download unter www.nanoportal-bw.de. FAIRNESS

Neu geregelt sind u. a. die Prüfung von n-Methyl-pyrrolidon und Dimethylacetat, die in synthetischen Fasern vorkommen können. Beide Substanzen dürfen einen Grenzwert von 0,1 Masseprozent nicht überschreiten. Relevante Prüfmuster wie beschichtete Artikel, Plastisoldrucke, flexible Schaumstoffe und Zubehörteile aus Kunststoff werden auf vier neue Weichmacher überprüft. Der Grenzwert für extrahierbares Chrom wird für Lederprodukte der Klasse IV auf 10 mg/kg festgelegt. Darüber hinaus wird der Umfang der weltweit durchgeführten Kontrollprüfungen von Öko-Tex zertifizierten Produkten von bisher mindestens 15 Prozent aller jährlich ausgestellten Zertifikate auf 20 Prozent ausgeweitet.

Die Verbesserung gegenüber der „alten“ Konstruktion wurde durch den Einsatz eines speziellen, waschbaren Isolationsvlieses erreicht. Dieses Vlies wurde zusammen mit weiteren Konstruktionselementen je nach Körperzone ein- oder mehrlagig in die Kleidung eingearbeitet. Dieser variable und bedarfsgerechte Einsatz ermöglicht eine Verbesserung des Tragekomforts bei gleichzeitig guter Wärmeisolation und Luftdurchlässigkeit. Durch das reduzierte Gewicht, die angepasste Wärmeisolation und optimierte Atmungsaktivität erhöhen sich Schutzfunktion und Tragekomfort des neuen innovativen Kälteschutzanzugs bedeutend. Die im Projekt erzielten Ergebnisse ermöglichen die Entwicklung neuer innovativer Produkte, welche das Wohlbefinden der Träger und den Tragekomfort deutlich verbessern und am Markt einen entsprechenden Zuspruch erwarten lassen.

TRANSPARENZ

VERTRAUEN

Nano-Dialog Baden-Württemberg – kleine Teilchen, große Fragen! Verbraucheraspekte im Umgang mit Nanotechnologien

DOKUMENTATION Kongress am 1. Dezember 2011 im SpOrt, Stuttgart-Bad Cannstatt


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Zu guter Letzt

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Hugo Boss Fashion Award 2012 Kreative Kollektionen zum Thema „modern traveller“ überzeugen Die drei besten Kollektionen des diesjährigen Hugo Boss Fashion Awards Kollektionen wurden von Kevin Lobo, Brand & Creative Director, Boss Black Menswear & Selection, ausgewählt und am 29. März im Design Center Stuttgart mit Geldpreisen und Praktika ausgezeichnet. Die Aufgabenstellung für die 21 Studierenden der Staatlichen Modeschule Stuttgart war die Ausarbeitung einer Kollektion mit kommerziellem Aspekt für das Label Boss Black – Thema „modern traveller“. Nadine Ladig aus Stuttgart hat mit ihrer Kollektion „Coordinates New York City“ den ersten Preis gewonnen und erhielt 1 500 Euro und ein zwölfmonatiges Praktikum bei Hugo Boss. Die Zweitplatzierte Kristina Herter aus Ellwangen wurde für ihre Arbeit „Travelling to Tokyo“ mit 1 000 Euro sowie einem sechsmonatigem Praktikum ausgezeichnet. Den dritten Platz mit 500 Euro und einem viermo-

Impressum © Alle Rechte vorbehalten. Keine Vervielfältigung ohne schriftliche Genehmigung des Herausgebers. Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie – Südwesttextil e.V. Kernerstraße 59 70182 Stuttgart Postfach 10 50 22 70044 Stuttgart Telefon: +49 711 21050-0 Telefax: +49 711 233718 Internet: www.suedwesttextil.de Präsident Georg Saint-Denis Hauptgeschäftsführer Dr. Markus H. Ostrop Verantwortlich für Inhalt und Layout: Simone Diebold Gestaltung: www.die-wegmeister.com Druck: Gress-Druck GmbH, Fellbach Auflage: 900

Die Preisträgerinnen: Leonie Stetter, Nadine Ladig und Kristina Herter (v. l.)

natigen Praktikum belegte Leonie Stetter aus Stuttgart mit ihrer Kollektion „Zöri“. Die Auszeichnung beschert den drei jungen Produktentwicklerinnen (Mode) super Berufsaussichten und verhilft ihnen

zu ersten Praxiserfahrungen und Referenzen – inklusive der Option, sich in dem erfolgreichen Modeunternehmen direkt im Anschluss an das Praktikum zu etablieren. Kevin Lobo freut sich auf die kreative Verstärkung im Hause Boss. Fotos: Staatliche Modeschule Stuttgart

Simone Diebold

Lady in Red Eine Frau in Rot bringt einen Mann in Wallung. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie aus Frankreich, die jüngst Eingang in das renommierte Journal of Social Psychology gefunden hat. Nicolas Guéguen, Verfasser des Aufsatzes und Professor für Verhaltenspsychologie an der Université de Bretagne-Sud will herausgefunden haben, dass Männer rote Kleidung bei einer Frau als Einladung zum Sex verstehen. 120 Studenten zwischen 18 und 21 Jahren nahmen an der Untersuchung teil. Die Probanden wurden in vier Gruppen eingeteilt und gebeten, sich das Foto ein und derselben Frau anzugucken – die allerdings viermal ein anderes T-Shirt trug: in Rot, Blau, Grün und Weiß. Anschließend mussten die jungen Männer einen Fragebogen ausfüllen, in dem sie unter anderem die Attraktivität und vermutete sexuelle Bereitschaft der Dame beim ersten Date einschätzen sollten. Ergebnis: Die Laborratte in Red bekam durchweg die höchsten Werte. Wenn Guéguens Ergebnis Bestand hätte, man müsste das Ende von Teilen der Bekleidungsindustrie befürchten. Denn warum sollte Frau noch Geld für teure wie unbequeme Dessous ausgeben, wenn es auch ein Schlabbershirt in Signalfarbe tut? Aber auch Frauen fühlen sich zu rotgekleideten Männern hingezogen, weil sie diesen einen höheren Status zuordnen. Das wiederum dürfte zumindest einen Zweig der Bekleidungsindustrie freuen: die Hersteller von Weihnachtsmann-Kostümen.

Quelle: www.sueddeutsche.de 24.04.2012

Zitat „Ungerecht ist auch, wenn ich Ungleiches gleich behandle.“ Prof. Dr. Kurt Biedenkopf in seiner Rede zur Jahresversammlung von Südwesttextil über den Umstand, dass in allen Bundesländern die gleichen Hartz IV Leistungen bezahlt werden.


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