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Südwesttext Januar 2012

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SÜDWESTTEXT Nr. 52

THEMEN Positive Bilanz auf der Heimtextil Verband + Industrie, Seite 3

Lernen in der Gatex Bildung + Soziales, Seite 7

Kandidatengoogeln erlaubt Recht + Steuern, Seite 8

Helle Jeans dank Ozon Technik + Umwelt, Seite 11

SWT-Index Aktuelles Geschäftsklima

Verband + Industrie, Seite 5

Aktuell Das Datenportal – die statistische Web 2.0.Mitgliederdienstleistung von Gesamtmasche und Südwesttextil – wurde um weiteres Zahlenmaterial erweitert: Ab sofort findet der Nutzer hier die Importund Exportbilanz für die Bereiche Heimtextilien, Garne und Gewebe. Mitglieder erhalten ihre Zugangsdaten zum Statistikservice www. das-datenportal.de bei Südwesttextil.

Zeitung für die Textil- und Bekleidungsindustrie

Januar 2012

Bundesbanker will mehr Biss Rudolf Böhmler zeigt sich beim Talk im Turm vorsichtig optimistisch Buchstäblich auf hohem Niveau bewegte sich Rudolf Böhmler, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, am 26. Januar in Stuttgart. Auf Einladung von Südwesttextil und der Allianz Faserbasierte Werkstoffe BadenWürttemberg (AFBW) referierte er vor einer illustren Zuhörerschaft auf 144 Meter Höhe auf dem Stuttgarter Fernsehturm. Wie die atemberaubend klare Sicht auf die nächtlich beleuchtete Landeshauptstadt war auch die Perspektive des obersten Währungshüters unverstellt und spannend. „Der Euro hat Zukunft“, so seine aus tiefer Überzeugung und großem Sachverstand geprägte Botschaft. Aber: Zur Bewältigung der Krise brau-

Das Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, Rudolf Böhmler ist überzeugt: „Der Euro hat Zukunft“.

che es mehr Biss. Und Böhmler hat die Rezepte parat. Die Schuldenkrise im Euro-Raum habe die Europäische Währungsunion zweifellos vor ihre größte Bewährungsprobe

gestellt. Eine Überwindung könne nur gelingen, wenn die Politik ihrer Verantwortung gerecht werde. „Wir haben keine Krise des Euro, wir haben eine Krise der Hand-

lungsfähigkeit der Politik“, zitierte der Bundesbanker Altkanzler Schmidt. Die Politik müsse eine verlässliche Perspektive für solide Staatsfinanzen entwickeln. Fortsetzung Seite 2

Aufregung über „Made in“ Die Harmonisierungsbestrebungen gehen in die nächste Runde Der DIHK schlägt Alarm: Die Brüsseler Reform der handelspolitischen Ursprungsregeln bedeute das Aus für „Made in Germany“ in der heutigen Form. Die EU-Kommission führt die Aufregung auf eine Verwechslung zurück. Doch so einfach ist es nicht. Tatsächlich handelt es sich beim nicht-präferenziellen Ursprung und bei der „Made in“-Kennzeichnung um getrennte Rechtsbereiche: Während die Ursprungsregeln im Zollkodex verankert sind, ergeben sich die Bestimmung des „Made

in“ in Deutschland unter anderem aus dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb. Maßgebend ist dabei die Auffassung des Verbrauchers.

„Made in“ ist nicht gleich „Made in“. Doch in einigen anderen Ländern dürfen Produkte nur die Aufschrift „Made in Germany“ tragen, wenn ihr Ursprung auch gemäß Zollkodex in Deutschland liegt. Der Verbraucherauffassung entspricht dieser Zollur-

www.suedwesttextil.de

sprung nicht immer. Daher ist bei Textilwaren Vorsicht angebracht, wenn man ein Produkt, das nach deutschem Recht „Made in Germany“ ist, auch anderswo mit dieser Kennzeichnung vertreiben möchte. Brüssel will deshalb für Harmonisierung sorgen: Der Einfachheit halber soll europaweit der Zollursprung zur Bestimmung des „Made in“ herangezogen werden. Die Meinung des Verbrauchers wäre dann irrelevant. Aber es kommt noch besser: Gleichzeitig bemühen sich die Kommissi-

onsbeamten nach Kräften, die nicht-präferenziellen Ursprungsregeln zu „verfeinern“. Während heute meist das Prinzip der „letzten wesentlichen Ver- oder Bearbeitung“ zum Tragen kommt und der Einzelfall bewertet wird, will man künftig mit produktspezifischen Anforderungen und Wertschöpfungsregeln arbeiten. Wie unsinnig das ist, weiß die Textilbranche längst: Wie so oft, gelten für sie auch beim nicht-präferenziellen Warenursprung strengere Regeln als für den Rest der Wirtschaft. Silvia Jungbauer


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Verband + Industrie

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Fortsetzung von Seite 1

In Kürze

Bundesbanker will mehr Biss Und das bedeute, dass übermäßige Verschuldung und mangelnde Wettbewerbsfähigkeit einiger Länder beseitigt werden müssten. Zweifel hegte der aus Schwäbisch Gmünd stammende Währungshüter an der Wirksamkeit der bislang eingeleiteten Reformansätze. Die vorgenommenen Änderungen des fiskalischen Rahmenwerks reichten nicht aus, um die Stabilität der Währungsunion auch in Zukunft zu sichern. Nötig seien echte Durchgriffsrechte bei Verstößen einzelner Länder gegen die Haushaltsregeln. Andernfalls dürften keine weiteren Finanzhilfen ausgezahlt werden. Ein Umschiffen der Regeln und eine Verschiebung der Konsolidierung in die Zukunft müsse verhindert werden. Zwei Optionen bot Böhmler hierzu an. Die eine: „Zurück nach Maas-

tricht, dann aber richtig“, was bedeutet, dass es einen Stabilitätspakt mit automatischen Sanktionen

reitschaft hierzu sei jedoch nur gering ausgeprägt. Südwesttextil-Präsident Dr. Axel Nickel hatte

Christoph Larsen Mattes, Dr. Axel Nickel, Dr. h. c. Rudolf Böhmler und Dr. Markus H. Ostrop (v. l.)

geben müsse. Oder man ändere den MaastrichtVertrag zugunsten einer stärkeren Gemeinschaftshaftung für die Schulden. Dann aber müssten die Mitgliedsstaaten auch Souveränitätsrechte an Brüssel abtreten. Die Be-

bei der Eröffnung des außergewöhnlichen Abends auf die Apokalyptiker hingewiesen, die für 2012 den Untergang des Abendlandes prophezeit hätten. Die anhaltende Eurokrise gäbe für dieses Szenario ja ausreichend Nahrung. So-

weit wollte Rudolf Böhmler dann aber nicht gehen. Die Krise sei zweifellos die größte Herausforderung für die europäische Einigung. Wenn sich aber alle Länder ein bisschen mehr an den deutschen Reformerfolgen orientieren würden, dann sei er optimistisch. Diesen Optimismus wollte Christoph Larsen Mattes, Vorsitzender der Clusterinitiative AFBW und gekonnter Moderator der lebhaften Diskussion, nicht ganz teilen. Einem schwäbischen Unternehmer wie ihm sei es unverständlich, dass man sich überhaupt dermaßen schamlos verschulden könne wie es die Euro-Staaten täten. Doch Böhmler blieb pragmatisch: „Unter der Führung Deutschlands wird alles zu einem guten Ergebnis kommen.“ Markus H. Ostrop

Hart, fair aber flüchtig Baumann nimmt die deutsche Textilindustrie in Schutz Hart aber fair – aber auch flüchtig und fahrig war die ARD-Talksendung von Frank Plasberg am 23. Januar. Zum Thema „Wer zahlt den Preis für Billig-Mode?“ wurde der Handelskonzern H&M für Kinderarbeit und Sozialdumping an den Pranger gestellt. Tenor: Mit dem Klamottenkauf hierzulande unterstützt der Kunde die Ausbeutung in Asien. Sachargumente haben gegen mitleiderregende Bilder einer im Slum lebenden 12-jährigen Näherin bekanntlich keine Chance (O-Ton: „Unsere Träume sind zerschmettert“). Verstärkt durch eine engagierte Umweltaktivistin, die der Industrie charmant unterstellt, sie gehe nach Asien, „weil die Arbeitskräfte dort

billig sind und man den Umweltschutz mit Füßen treten kann.“ Vieles in der Sendung wurde suggeriert und angedeutet, solide Recherche und verständliche Erklärung waren Mangelware.

Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands textil+mode wies in der Sendung darauf hin, dass es hiesige Unternehmen seien, die durch ihre Auslandsfertigung auch höchste Qualitätsstan-

Vertrat bei Plasberg die Textilindustrie: Wolf-Rüdiger Baumann. Foto: t+m

Es war das Verdienst von Wolf-Rüdiger Baumann, die deutsche Textilindustrie gegen die Verallgemeinerung der Kritik in Schutz zu nehmen. Der

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dards exportieren würden. „Eine große Zahl von mittelständischen deutschen Bekleidungsherstellern achtet sehr darauf, dass nach bestimmten Werten

und ethischen Maßstäben produziert wird“, so Baumann. Und auf die Frage des Moderators, wer es in der Hand habe für bessere Lebensbedingungen in den Entwicklungsländern zu sorgen, verwies der Verbandsgeschäftsführer klug auf die Errungenschaften der Globalisierung: Mit ihren Investitionen in diesen Ländern trügen die Firmen auch dazu bei, den Menschen Arbeit zu geben und sie in Lohn und Brot zu setzen. Fortschritt und Wachstum würden so vorangetrieben und ein gesunder Mittelstand geschaffen. Die Sendung kann unter www.wdr.de/tv/ hartaberfair nachgesehen werden. Markus H. Ostrop

Eine „Agenda 2020 für eine kluge deutsche Energiepolitik im europäischen Verbund“, das ist die Forderung von EU-Kommissar Günther Oettinger. Auf dem Neujahrsempfang der IHK Ludwigsburg am 18. Januar unterstrich er seine Bedenken gegen die im Alleingang eingeleitete Energiewende in Deutschland. Ohne die Partnerländer könne das nicht gelingen, so Oettinger. Er warb dafür, Solarund Windenergieanlagen in den Regionen zu errichten, in denen auch ausreichend Sonne und Wind vorhanden seien. Im sonnigen Griechenland mache deshalb eine Solaranlage mehr Sinn als auf dem Dach eines Schwarzwaldhofes. Mit klaren Worten kritisierte Oettinger auch die Energiepreise in Deutschland. Der Anteil der staatlich verursachten Abgaben an den Energiekosten sei im europäischen Vergleich viel zu hoch und gebe Anlass zur Sorge, dass die Industrie diese Preise auf Dauer nicht bezahlen könne. Bezahlbare Energie sei das entscheidende Kriterium für Wachstum und Wohlstand am Standort Deutschland. Am 7. Februar laden der Gesamtverband t+m, das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie sowie der AUMA zu einem Russlandseminar nach Frankfurt ein. Die kostenfreie Veranstaltung zur Vorbereitung der „High-Tex from Germany“ steht allen am russischen Markt interessierten Textil- und Bekleidungsunternehmen offen. Themenschwerpunkte sind Marktentwicklung und Marktzugangsfragen speziell mit Blick auf technische Textilien. Programm und Anmeldung über www. suedwesttextil.de/veranstaltungen.


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Positive Bilanz auf der Heimtextil Zufriedene Aussteller trotz rückläufiger Besucherzahl Zur Heimtextil, der Leitmesse für Wohn- und Objekttextilien in Frankfurt, kamen vom 11. bis 14. Januar rund 70 000 Besucher – 4 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Aussteller zeigten sich dennoch mit der Messe zufrieden. Insbesondere wurden die Qualität der Besucher und die Möglichkeit zu neuen Kontakten gelobt. Einfallsreiche Standarchitektur und stilvolle Dekorationsbeispiele der Firmen sind dabei nicht nur Anziehungspunkte, sondern ein hilfreicher Ideenpool für den Handel. Auch auf den Ständen der Mitgliedsfirmen von Südwesttextil ging es lebendig zu. Ottmar Ihling, Geschäftsführer der Firma Apelt Stoffe aus Oberkirch, zeigte sich erfreut über die erfolgreichen Gespräche mit wichtigen Kunden und die Frequenz auf dem neuen Apelt-Stand. Und Dr. Thomas Wagner, Chef des Laichinger Tischwäscheherstellers Pichler, fühlt sich inzwischen in der noch jungen Halle 11 gut etabliert und richtig aufgehoben. Laut Veranstalter Messe Frankfurt bewerteten 84 Prozent der Aussteller ihre Messeteilnahme als erfolgreich. Das sind 9 Prozent mehr als noch 2011. Insgesamt präsentierten 2 634 Firmen aus 61 Ländern ihre Neuheiten, davon kamen 344 aus Deutschland. Martin Auerbach, Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen HeimtextilienIndustrie, bestätigt den qualitativen Zugewinn der Leitmesse: „Die Heimtextil 2012 ist eine rundum überzeugende Veranstaltung gewesen. Das wird uns in diesem Jahr nachdrücklich motivieren.“ Den Besucherrückgang führt Messe-Ge-

schäftsführer Detlef Braun vor allem auf die konjunkturelle Verunsicherung in den EU-Ländern zurück. Weniger Fachbesucher kamen insbesondere aus Italien, Spanien, Griechenland, Frankreich und auch aus den Niederlanden. Dagegen haben die Besucherzahlen aus Russland, der Türkei sowie aus Mittel- und Fernost deutlich zugelegt. Vor allem die inländischen Aussteller und Besucher gaben gute Einschätzungen für die Branchenkonjunktur ab. Nur 8 Prozent gehen von einer Lageverschlechterung aus. Hingegen blickt über ein Viertel der ausländischen Aussteller eher pessimistisch in die Zukunft. Auch aus dem Inland kamen trotz wirtschaftlicher Unwägbarkeiten für das angelaufene Jahr eher positive Signale. Im Vorjahr konnte die deut-

sche Heimtextilbranche ein Umsatzplus von 4,6 Prozent verbuchen. Der erfreuliche Trend soll sich nach Ansicht der Marktforscher auch 2012 fortsetzen: Offenbar ist seit der Finanzkrise der Bedarf an Bett-, Bad- und Tischwäsche sowie an Bodenbelägen, Gardinen und Dekostoffen spürbar gestiegen. Das Kölner Marktforschungsinstitut IFH Retail Consultants prognostiziert, dass deutsche Haushalte in diesem Jahr Wohntextilien im Wert von durchschnittlich 224 Euro kaufen werden. Das wäre eine Steigerung von 8 Prozent gegenüber den entsprechenden Ausgaben 2010 – und mehr, als sie mit 212 Euro pro Jahr für die beliebte Unterhaltungselektronik aufwenden. Silvia Jungbauer

Neue Produkte und gute Kontakte zur textilen Auftaktmesse 2012: Auch in diesem Jahr präsentieren Südwestextilmitglieder dem internationalen Fachpublikum ihre Kollektionen. Dr. Thomas Wagner, Donata Apelt-Ihling und Ottmar Ihling freuten sich über den Verbandsbesuch.


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Verband + Industrie

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Steuerbürokratie treibt weiter Blüten Neue Nachweispflichten für umsatzsteuerfreie Lieferungen ins europäische Ausland „Gelangensbestätigung“ heißt die jüngste Erfindung der Umsatzsteuerjäger beim Bundesfinanzministerium. Der antiquierte Name ist Programm: Deutsche Exporteure sollen sich künftig den Warenempfang von ihren EUKunden quittieren lassen – mit der Originalunterschrift des Abnehmers, auf Papier, versteht sich. Andere Nachweisarten als die Gelangensbestätigung in Verbindung mit dem Rechnungsdoppel will der Gesetzgeber abschaffen. Die Regelung sollte bereits ab 1. Januar gelten. Wegen großer Umsetzungsschwierigkeiten

hat das Ministerium nun einen dreimonatigen Aufschub gewährt. Die mittelständisch geprägte Maschenindustrie ist von der Neuerung besonders betroffen: Mehr als Dreiviertel ihrer Exporte gehen in die benachbarten EU-Länder. Was in den Ohren der Steuerbeamten nach Vereinheitlichung klingt, ist für die Wirtschaft ein bürokratisches Monster: Im Zeitalter des elektronischen Datenaustauschs ist die Bestätigung auf Papier ein unverständlicher Rückschritt. Die Nachweisführung im Binnenmarkt wird dadurch

Jahresversammlung 2012

komplizierter und weitaus unmoderner als bei Ausfuhrlieferungen in die entlegensten Winkel der Welt. Im EU-Ausland kennt das Papier kein Mensch. In der Praxis dürfte es daher aufwendig sein, den unterschriebenen Nachweis zu erhalten. Bisher sind nur Fassungen in deutscher, englischer und französischer Sprache vorgesehen. Ob aber Abnehmer in Tschechien oder Bulgarien eine ihnen unbekannte Bescheinigung in einer dieser Sprachen unterschreiben werden, ist ungewiss. Auch dürfte die Unterschrift des Mit-

arbeiters an der Entladerampe nicht ausreichen – es sei denn, er ist vom Arbeitgeber bevollmächtigt. Bei Beauftragung von ausländischen Subunternehmern durch den heimischen Spediteur wird es noch schwieriger, an den Beleg heranzukommen. Und bei Abholung durch einen vom Kunden beauftragten Spediteur können Lieferanten bei Übergabe der Ware nicht mehr endgültig fakturieren. Sinn und Zweck des Vorhabens kann das Bundesfinanzministerium nicht stichhaltig erklären. Mehr Steuerehrlichkeit wird das Formular mit

dem altertümlich anmutenden Namen kaum bewirken. Wer die kriminelle Energie zu Karussellgeschäften aufbringt, der wird sich durch das Papier kaum schrecken lassen. Mit Arbeitsersparnis bei den Behörden durch Vereinheitlichung ist auch nicht zu rechnen: Das Ministerium selbst spricht von einem „nicht bezifferbaren Minderaufwand bei den Finanzämtern“. Für die Wirtschaft entstehen nach Meinung des BMF keine Kosten.

Silvia Jungbauer

Termin vormerken!

Festredner Kurt Biedenkopf Der frühere sächsische Ministerpräsident Prof. Dr. Kurt Biedenkopf hat eine wichtige Debatte ausgelöst: Entgegen der Absicht der Bundesregierung, allenfalls die Neuverschuldung zu bremsen, legte er zur Jahreswende einen Plan vor, die Staatsschulden in Höhe von zwei Billionen Euro innerhalb einer Generation zu tilgen. Dem Vor- und gelegentlichen Querdenker Biedenkopf geht es dabei im weitesten Sinne um die „Enkeltauglichkeit“ der Politik. „Wir brauchen einen Paradigmenwechsel“, sagte er dem Handelsblatt und erklärt, wie es möglich sein kann, die angehäuften Lasten nicht nachfolgenden Generationen aufzubürden. Angesichts der vielfältigen Probleme unserer Zeit – neben der immensen Staatsverschuldung sind es auch der zunehmende Vertrauensverlust in Staat und seine Institutionen sowie die erkennbaren Grenzen eines rein quantitativen Wachstums – ist eine unbefangene Standortbestimmung angebracht. Hierfür konnten Südwesttextil und Gesamtmasche den prominenten „elder statesman“ gewinnen. Die Teilnehmer der Jahresversammlung erwartet eine hochkarätige und unterhaltsame Analyse mit einem beherzten Plädoyer für die Rückkehr zur Vernunft.

Zu diesem Erlebnis laden Südwesttextil und Gesamtmasche Sie herzlich im Rahmen der Jahresversammlung 2012 am 24. April 2012 in das Meilenwerk in Böblingen ein.


Verband + Industrie

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Besser als erwartet Der SWT-Geschäftsklimaindex beendet das 4. Quartal deutlich positiv Das Ergebnis der aktuellen Umfrage zum Geschäftsklima: Die Branche ist derzeit von einer Winterdepression weit entfernt. Der Südwesttextil-Geschäftsklimaindex ist im vierten Quartal auf einen eindeutig positiven Wert von 10,51 geklettert. Zum Vergleich: Das dritte Quartal schloss mit einem negativen Wert von -6,77. Grund für dieses erfreuliche Ergebnis ist vor allen Dingen die Beurteilung der aktuellen Lage. Waren die Unternehmen im dritten Quartal eher skeptisch, was die Zukunft bringen würde, so sind sie momentan mit der wirtschaftlichen Situation zufrieden. Dokumentiert wird diese Einschätzung durch

die steigende Zahl der Firmen, die ihre Auslandsumsätze als gut beGeschäftsklimaindex

Prozent der Unternehmen mit ihren Auslandsumsätzen zufrieden. Aktuelle Beurteilung

finden sie gut. Im Vergleich zum 3. Quartal ist das eine Steigerung um 14 Prozent.

Erwartungen

30 20 10 0 -10 -20 -30 -40 -50

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02/2009

03/2009

04/2009

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03/2011

04/2011

Der Südwesttextil-Geschäftsklimaindex klettert wieder deutlich über die Null-Marke.

urteilen. Waren dies bei der letzten Befragung noch 12 Prozent so sind es jetzt mit 24 Prozent doppelt so viele. Insgesamt sind 80

Ein weiterer Indikator für eine gute Stimmung ist die Beurteilung der Auftragseingangslage: 32 Prozent der Unternehmen

Auch die nächsten sechs Monat werden nicht mehr ganz so düster betrachtet. Mit einem Wert von 5,46 liegt dieser

Index deutlich über der Null-Marke. Gingen im Oktober nur 6 Prozent der Hersteller von steigenden Kapazitätsauslastungen aus, so sind dies zum Anfang des Jahres 26,5 Prozent. Noch deutlicher wird die positive Erwartung bei den Auftragseingängen: Hier sagen 44 Prozent der Befragten, dass diese im nächsten halben Jahr steigen werden. Das ist ein Plus von 29 Prozent. Ebenfalls erfreulich ist, dass der Großteil der Befragten ihre Belegschaft nicht verringern wird. Knapp 82 Prozent gehen von gleichbleibenden oder steigenden Mitarbeiterzahlen in ihren Unternehmen aus. Christine Schneider

Leserreaktion zum Artikel „Kreditversicherer in der Pflicht“ (November 2011) An die Südwesttext-Redaktion, wir beziehen uns auf den Artikel „Kreditversicherer in der Pflicht“ Südwesttext Ausgabe Nr. 50 11 / 2011 und möchten den Lesern Ihrer Verbandszeitung unsere Erfahrungen mit dem Kreditversicherer Atradius wie folgt schildern: 1. Kündigung unseres Vertrages Atradius hat am 07.05.2009 unseren WKV Vertrag nach 30 Jahren komplett zum 31.07.2009 gekündigt. Begründung:„Hintergrund sind die sich dramatisch verschlechternden ökonomischen Rahmenbedingungen und die daraus zu erwartende Erhöhung der Insolvenzen sowie die individuelle Schadens­situation Ihrer o.  g. Kreditversicherungverträge.“ 2. Aushaftung Die Aushaftung war ausgeschlossen. Dadurch wurde auch die Deckung für Forderungen und abgeschlossene Aufträge gestrichen, die zum Zeitpunkt der Kündigung versichert waren. Risiken in Millionenhöhe, die bis dahin von Atradius versichert waren, waren plötzlich ohne Deckung. Wenn man in Betracht zieht, wie lange man im Textilsektor braucht, um einen Auftrag von der Produktion bis zur endgültigen Bezahlung durch den Kunden zu realisieren, kann man sich vorstellen, welche Probleme dieses kurzfristige Aussteigen gebracht hat. 3. Keine Kooperation Schließlich wurde nicht einmal die Versicherungsentschädigung für einen Kunden geleistet, a) dessen Kaufpreisschuld schon zum Zeitpunkt der Kündigung bestand und b) der vor Vertragsende Insolvenz angemeldet hat, c) dessen Konkursverfahren aber erst einige Zeit nach Vertragsende eröffnet wurde. Nichtzahlungsavis und Protected Default wurden korrekt von uns eingeleitet. 4. Kurz gesagt Atradius hat im Moment, als das Haus lichterloh brannte, die Versicherung gekündigt und eine Aushaftung selbst für absehbare Schäden abgelehnt. Die Firma Koppermann & Co. GmbH, Baierbrunn, führt derzeit am Landgericht Köln einen gegen Atradius anhängigen Prozess wegen „Regenschirmentzugs“ im Krisenjahr 2009.

Peter Koppermann, Geschäftsführer der Koppermann & Co. GmbH, Baierbrunn, 20. Dezember 2011 Mitglied beim Verband der Bayerischen Textil- und Bekleidungsindustrie (VTB)


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Bildung + Soziales

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Nachwuchskampagne setzt Standards Go Textile! weiter erfolgreich Die Nachwuchskampagne der Textil- und Bekleidungsindustrie Go Textile! geht mit neuen Rekordzahlen in das dritte Jahr: Besuchten im Dezember 2009 noch 1 251 Personen die Seite www. go-textile.de, waren es ein Jahr später schon 2 223. Durch die Aufwertung des PageRank in Google im Januar 2011 verdoppelte sich die Besucherzahl auf 4 008. Zum Ende des Jahres machten die Zugriffszahlen dann nochmal einen Sprung: Mit 6 343 Besuchern wurde ein neuer Rekord erzielt. Dieser positive Trend hält an, so dass die Kampagne im Januar 2012 die 7 000erMarke knacken wird. Ein Grund für diese Entwicklung ist die verstärkte Einbindung der Sozialen Netzwerke wie Facebook. Zum Beginn der Kampagne wurden lediglich interessante textile Nachrichten gepostet. Der richtige Erfolg wurde durch das Schalten von attraktiven Werbeanzeigen in Facebook erreicht. Mit diesem Instrument kann

die primäre Zielgruppe der 13- bis 18-Jährigen effektiv angesprochen werden. Im Dezember letzten Jahres erfolgte dann eine weitere Phase der Verlinkung von Internet mit Facebook: Über

Zugriffszahlen hat Go Textile! nun 253 Freunde und damit 172 mehr als vor der Aktion. Betrachtet man die demografische Verteilung, gefällt 64 Prozent der Jugendlichen zwischen 13

Go Textile auf Facebook

merksam verfolgt, welche Auswirkungen sich für den Bekanntheitsgrad der Ausbildungsberufe in der Branche ergeben. Neben den Ausbildungsberufen nimmt in der Nachwuchkampagne

Generell – einstellen hilft: Jedes Mitgliedsunternehmen von Südwesttextil hat die Möglichkeit sich auf Go Textile! kostenlos ein eigenes Profil anzulegen und profitiert so von der Verlinkung

Verlinkungen der Unternehmen auf www.go-textile.de

www.go-textile.de und die Facebookseite wurde ein Gewinnspiel durchgeführt. Mit der Aussage „dieser Ausbildungsberuf gefällt mir“ konnten die Jugendlichen an der Verlosung von drei PlayStation3 teilnehmen. Neben der erfolgreichen Entwicklung der

und 17 Jahren die Go Textile!-Seite in Facebook. Das ist genau die Zielgruppe, die die Nachwuchskampagne erreichen will. Seit Anfang des Jahres findet sich nun auch das Go Textile!-Labyrinth, das schon auf www.go-textile. de geschaltet war, in Facebook. Auch hier wird auf-

auch die Weiterbildung in der Textil- und Bekleidungsindustrie einen großen Raum ein. Dieses Angebot wurde jetzt um die Meisterweiterbildung in der Textilindustrie erweitert. Unternehmen können ab sofort die Verlinkung in ihr Profil mit aufnehmen.

der Kampagne. Außerdem stehen den Firmen im Login-Bereich diverse Werbemittel für Berufsinfotage und weitere Marketingzwecke zur Verfügung. Go Textile! hilft bei der Nachwuchswerbung. Christine Schneider

Zugriffe insgesamt auf www.go-textile.de 1.251

2.223

6.343

7.000

3.500

Dez 09

Apr 09

Aug 10

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www.go-textile.de

Apr 10

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Bildung + Soziales

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Lernen in der Gatex Zahlreiche Aus- und Weiterbildungsangebote im neuen Seminarprogramm In frischem Look, handlichem Format und mit bewährten Seminaren sowie neuen attraktiven Weiterbildungsangeboten möchte das GatexSeminarprogramm 2012 Auszubildende, Fachkräfte, Führungskräfte und den Führungsnachwuchs zum Lernen animieren. Gestartet wird vom 26. bis 30. März mit dem beliebten Seminarklassiker „Textiles Grundwissen für Kaufleute bzw. Auszubildende“. Dieses 5-tägige Seminar richtet sich an Mitarbeiter in der Textilund Bekleidungsindustrie, die nicht in der Produk-

Seminarprogramm

2012

tion tätig sind, die aber für ihren Arbeitsbereich über ein textiles Grundwissen verfügen müssen. Und wer nach Abschluss dieses Kurses noch mehr wissen möchte, kann vom 20. bis 22. November das neue 3-tägige Aufbauseminar „Vertiefung Textiles Grundwissen“ besuchen. Neu im Angebot ist auch das Seminar „Workflow from Fiber to Garment“. Die in englischer Sprache durchgeführte Schulung richtet sich an Mitarbeiter aus den Bereichen Einkauf, Labor und Qualitätssicherung und soll die Kennt-

nisse der spezifischen Fachbegriffe sowie das technische Verständnis für den Ablauf verbessern. Erstmalig angeboten werden das Seminar „Faserstoffe“ in Deutsch und Englisch und der Workshop „Gewebeanalyse“ für Mitarbeiter aus den Bereichen Labor, Qualitätssicherung und Einkauf. Individuelle Firmenseminare gibt es unter dem neuen Titel „iTex-Seminar“. Das Programm steht zum Download unter www.die-gatex.de Simone Diebold

Lehrgang zum Techniker an der STF neu aufgelegt Nach zwei Jahren Pause startet die Schweizer Textilfachschule (STF) im August 2012 wieder den Lehrgang zum Techniker und zwar mit einem neuen Konzept: Erstmals können Quereinsteiger mit einer branchenfremden Vorbildung teilnehmen, da sie sich die nötigen Branchenkenntnisse durch parallel zum Basisstudium geführt Zusatzmodule erarbeitet werden können. Die praxisorientierte Ausbildung dauert berufsbegleitend 6 Semester (3 Jahre). Im Vordergrund der Ausbildung und der späteren Tätigkeit stehen Produktentwicklung, Produktion, Führung und Prozesstechnik. Aufgrund der internationalen Ausrichtung der Ausbildung sind Grundkenntnisse in Englisch erforderlich. Um sich auf die Ausbildung vorzubereiten, bietet die STF vom 11. bis 16. Juni, jeweils jeden zweiten Samstag, einen Vorbereitungskurs in Mathematik und Chemie an. Nähere Informationen und Anmeldeformulare finden sich auf der Internetseite der STF – www.textilfachschule.ch

Hugo Boss Fashion Award 2011 „Modern Traveller“ lautet das von Kreativen des Unternehmens Hugo Boss formulierte Wettbewerbs-Thema. Studierende der Staatlichen Modeschule Stuttgart entwickeln daraus eine Kollektionsidee und realisieren individuelle Fashion-Konzepte für Women und Men. Der Fokus liegt dabei auf dem Boss Black Kunden. Contemporary moderne Eleganz kennzeichnen seinen Look. Funktionalität der Styles und Umsetzbarkeit der Modelle sind wichtige Aspekte. Insgesamt 21 Studierende reichen Entwurfsmappen ein. Hugo Boss juriert und prämiert die besten Kollektionen mit Preisgeldern und Praktika. Die Arbeiten sind im Design Center Stuttgart, Haus der Wirtschaft, in der Veranstaltungsreihe „Design – made in BaWü“ im Rahmen des Landesjubiläums 2012 vom 30. März bis zum 22. April zu sehen. Die Preisverleihung und Vernissage mit Kevin Lobo, Brand & Creative Director, BOSS Black Menswear & Selection, ist am 29. März um 19 Uhr im Design Center Stuttgart. Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt ist frei.

Seminare Bildungswerk Seminarangebot der Akademie für Personal- und Organisationsentwicklung im Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft in Kooperation mit Südwesttextil Zeitmanagement und Selbstorganisation Termin: 1. März 2012 Ort: Haus Bleibach Internationale Projektteams führen Termin: 19. bis 20. März 2012 Ort: Haus Reutlingen Beziehungsmanagement: Wie binde ich potenzielle Auszubildende an mein Unternehmen? Termin: 20. und 21. März 2012 Ort: Haus Steinheim Weitere Informationen unter www.biwe-akademie.de


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Recht + Steuern

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Kandidatengoogeln erlaubt Recherchen über Stellenbewerber in Facebook, Xing, Twitter & Co. Die im Oktober 2011 veröffentlichte BITKOMUmfrage lässt aufhorchen: Mehr als die Hälfte aller Unternehmen informieren sich im Internet über ihre Bewerber. So weit, so gut. Dass der Personalaufbau unter Nutzung von Employer Branding und Social Media Recruiting im letzten Jahr deutlich an Gewicht gewonnen hat, ist bereits durch viele Studien bestätigt worden. Das Institute for Competitive Recruiting (ICR) hatte in seinem Report vom Frühjahr sogar festgestellt, dass Social Media Recruiting in den Unternehmen auf Platz 1 der wichtigen Personalthemen geklettert ist. Überraschend ist jedoch ein Ergebnis der BITKOM-Umfrage: 21 Prozent der Unternehmen recherchieren in sozialen Online-Netzwerken mit beruflichem Schwerpunkt wie Xing oder LinkedIn

19 Prozent der Firmen durchsuchen private Netzwerke und 19 Prozent durchsuchen auch schon privat genutzte Netzwerke wie Facebook oder StudiVZ. Sind solche Recherchen bis in freizeitorientierte Netzwerke aber mit geltendem Recht überhaupt vereinbar? Auch wenn gerichtliche Entscheidungen zu dieser Thematik nur vereinzelt bekannt sind, dürfte grundsätzlich anerkannt sein, dass in der Regel ein „Bewerbergoogeln“ gestattet ist. Rechtlich lässt sich allerdings schon dies nicht ganz einfach begründen. Da das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) im Grundsatz von einem Datenerhebungs-

verbot des privaten Arbeitgebers ausgeht, muss auch für den Fall einer Online-Recherche eine besondere Ermächtigung vorliegen.

einsehbar sind, ändert sich die rechtliche Beurteilung. Bei freizeitorientierten Netzwerken enthalten meist die einschlägigen Allgemeinen

auch die Richtigkeit seiner Angaben zu überprüfen, wird die Zulässigkeit einer solchen Recherche meist nach § 32 Abs. 1 Satz 1 BDSG bejaht.

Rechtsanwalt Kai-Uwe Götz: „Recherchen sind in freizeitorientierten Netzwerken einfach möglich und kaum kontrollierbar.“ Foto: © Delphimages - Fotolia.com

Eine (konkludente) Einwilligung des Bewerbers als Ermächtigung scheitert schon daran, dass hierfür zunächst Hinweispflichten des Arbeitgebers auf den Zweck der Datenerhebung zu erfüllen wäre. Deshalb wird auf § 28 Abs. 1 Satz 1 Ziff. 3 BDSG zurückgegriffen. Danach ist die Datenerhebung allgemein zugängiger Daten erlaubt, es sei denn, dass im Einzelfall das schutzwürdige Interesse des Betroffenen überwiegen würde. Soweit ein Bewerber die Daten jedenfalls selbst ins Internet eingestellt und damit auch für die Recherche in Suchmaschinen freigegeben hat, wird in der Regel kein schutzwürdiges Interesse des Arbeitnehmers einer Recherche des Arbeitgebers entgegenstehen. Soweit es sich um soziale Netzwerke handelt, die nur für Mitglieder

Geschäftsbedingungen (AGB) der Netzwerkbetreiber erste Schranken. Soweit hier der Zugang ausschließlich auf private Zwecke begrenzt ist, ist damit die Verwendung für gewerbliche, geschäftliche oder kommerzielle Zwecke ohne ausdrückliche Einwilligung des Arbeitnehmers nicht möglich.

AGBs der Netzwerkbetreiber setzen Schranken Anders ist dies allerdings bei berufsorientierten Netzwerken zu beurteilen. Diese wollen gerade eine Plattform für geschäftliche Zwecke bieten, weshalb auch AGBs nicht entgegenstehen. Da eine Internetrecherche dazu dient, sich ein Gesamtbild von einem Bewerber zu machen und

Der Gesetzgeber hat seit langem bemerkt, dass das heutige BDSG nicht mehr ausreicht, um die Realität abzubilden. Bereits 2010 wurde deshalb ein entsprechender Regierungsentwurf (BDSGE) beschlossen. Das Bundesinnenministerium hat allerdings im September 2011 erhebliche Änderungen und Formulierungen vorgeschlagen, so dass das Gesetz bislang noch nicht verabschiedet werden konnte. Nach heutigem Stand soll die Information aus allgemein zugänglichen Quellen weiterhin zulässig sein. Dabei ist noch unklar, ob dies nur für den Fall gilt, dass der Arbeitgeber in seiner Stellenanzeige auf eine mögliche Online-Recherche hingewiesen hat. Hintergrund ist dabei, dass einem Bewerber so nochmal ausdrücklich die Möglichkeit eingeräumt werden soll,

seine Internetdaten zu bereinigen. Die Recherche in berufsorientierten sozialen Netzwerken soll ausdrücklich zulässig werden im Gegensatz zur Recherche in freizeitorientierten Netzwerken. Für Blogs und Foren sind bislang keine gesonderten Regelungen vorgesehen. Mit den zu erwartenden Änderungen wird sicherlich mehr Rechtsklarheit geschaffen. Ob diese Regelungen nicht trotzdem an der tatsächlichen Praxis vorbei gehen bzw. vorbei gehen werden, bleibt abzuwarten. Da Recherchen in freizeitorientierten Netzwerken einfach möglich und kaum kontrollierbar sind, wird sich zeigen, was ein Verbot in diesem Bereich überhaupt bewirken kann. Soweit sich ein Arbeitgeber tatsächlich entschließt, Bewerber mittels einer Recherche in sozialen Netzwerken zu überprüfen, müsste er bereits nach heute gel-

Datenschutzbeauftragter muss informiert werden tendem Recht gemäß § 4 g Abs. 1 Nr. 1 BDSG den Datenschutzbeauftragten hierüber vorher informieren. Dem Betriebsrat müssten die Ergebnisse einer Internetrecherche bei einer späteren Einstellung nach § 99 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) im Rahmen der ordnungsgemäßen Vorlage der Bewerbungsunterlagen überlassen werden.

Kai-Uwe Götz


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Recht + Steuern

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Kein Pardon bei sexueller Belästigung Anzügliche Bemerkungen am Arbeitsplatz können eine Kündigung rechtfertigen Einhellig geht die Rechtsprechung davon aus, dass eine sexuelle Belästigung an sich einen wichtigen Grund für eine fristlose Kündigung darstellt. Im konkreten Einzelfall ist jedoch im Rahmen einer Interessenabwägung zu überprüfen, inwiefern dem Arbeitgeber die Weiterbeschäftigung, bis zum Ende der Kündigungsfrist oder darüber hinaus, zumutbar ist. Im Rahmen einer aktuellen Entscheidung hatte sich das Bundesarbeitsgericht (BAG) mit einem Fall auseinander zu setzen, in dem ein Produktmanager gegenüber einer Mitarbeiterin bei vier verschiedenen Gelegenheiten Bemerkungen sexuellen Inhalts gemacht hatte. In diesem Zusammenhang hat das Gericht die Definition einer sexuellen Belästigung weiter konkretisiert. Angelehnt an die Regelungen über die Diskriminierung im All-

gemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) liegt eine sexuelle Belästigung

lich „necken“ wollen oder er habe sich im Irrtum über die Wirkung seiner

Keine Verharmlosung verbaler Belästigung. Foto: © mischu11 - Fotolia.com

dann vor, wenn ein unerwünschtes, sexuell bestimmtes Verhalten bezweckt oder bewirkt, dass die Würde der betroffenen Person verletzt wird. Es kommt hierbei entweder auf die Absicht des Schädigers oder auf das Ergebnis an. Ist die Belästigung tatsächlich eingetreten, spielen die gängigen Ausreden, der beschuldigte Arbeitnehmer habe sein Opfer ledig-

Handlungen befunden, grundsätzlich keine Rolle. Die Richter stellten außerdem klar, dass verbale Belästigungen nicht grundsätzlich dem weniger gravierenden Bereich zuzuordnen seien. Insbesondere bei fortgesetzter und hartnäckiger verbaler Belästigung komme eine außerordentliche Kündigung in Betracht. Im Rahmen der Interessenabwägung stellte das Gericht

Klare Vorgaben des LAG Urlaub verfällt bei durchgehender Arbeitsunfähigkeit Das Landesarbeitsgericht (LAG) Baden-Württemberg hat am 21. Dezember 2011 entschieden, dass gesetzliche Urlaubsansprüche 15 Monate nach dem Ende des Urlaubsjahres verfallen, ohne dass eine tarifvertragliche Begrenzung erforderlich ist. Zwar hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) bereits einen Monat zuvor festgestellt, dass eine tarifvertragliche Begrenzung des Übertragungszeitraums auf 15 Monate nicht zu beanstanden sei, weil sich Urlaubsansprüche im Krankheitsfall nicht unbegrenzt aufsummieren dürfen. Allerdings bedurfte es

nach dieser Entscheidung einer ausdrücklichen tarifvertraglichen Begrenzung. Diese arbeitgeberfreundliche Entscheidung konnte nicht in die alltägliche Praxis umgesetzt werden, weil Tarif- bzw. Arbeitsverträge in der Regel keine Begrenzungen des Übertragungszeitraumes enthalten. Diese Problematik löst die neue Entscheidung des LAG, in der festgestellt wird, dass es einer ausdrücklichen Begrenzung gar nicht bedarf. Begründet wird dieser Richtungswechsel mit der Tatsache, dass der EuGH gerade festgestellt habe, dass ein

Übertragungszeitraum von 15 Monaten nicht zu beanstanden sei. Dann könne aber die gesetzliche Regelung auch dementsprechend richtlinienkonform ausgelegt werden. Es kann also zukünftig davon ausgegangen werden, dass bei langzeiterkrankten Mitarbeitern auch die gesetzlichen Urlaubsansprüche 15 Monate nach dem Ende des Urlaubsjahres verfallen, auch wenn eine Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts noch aussteht. Dieser LAG-Entscheid hilft unmittelbar in der Praxis. Nathan Binkowski

darauf ab, dass der Arbeitgeber nach § 12 Abs. 3 AGG sogar verpflichtet sei, angemessene und effektive Maßnahmen zur Unterbindung von Diskriminierungen im Betrieb zu ergreifen. Es bestehe die Pflicht, das Personal effektiv vor weiteren sexuellen Angriffen zu schützen. Geeignet seien nur solche Maßnahmen, von denen der Arbeitgeber annehmen darf, dass sie die Benachteiligung für die Zukunft abstellen, d.h. eine Wiederholung ausschließen. In diesem Zusammenhang sahen die Rich-

ter das Auswahlermessen des Arbeitgebers in Bezug auf die ihm zur Verfügung stehenden arbeitsrechtlichen Mittel, wie Abmahnung oder außerordentliche und ordentliche Kündigung, derart eingeschränkt, dass nur eine außerordentliche Kündigung in Betracht komme. Dies wurde damit begründet, dass der Arbeitnehmer bereits einschlägig abgemahnt sei. Da er sich über diese Abmahnung hinweg gesetzt habe, sei auch in Zukunft von weiteren Verstößen auszugehen. Boris Behringer

Save the date Für Südwesttextil-Mitgliedsunternehmen werden im Rahmen der Demografie-Veranstaltungsreihe der beiden Sozialpartner Gesamtverband textil+mode und IG Metall zwei kostenlose Workshops angeboten: • 21. März Workshop I „Alter – Qualifizierung – Gefährdung“ • 27. Juni Workshop II „Arbeit und Gesundheit“ Mehr unter www.textil-mode.de/demografie

Aktuelle Steuer-Nachrichten Bei Änderungen bereits offengelegter Jahresabschlüsse müssen nach § 325 Abs. 1 Satz 6 HGB auch diese Änderungen beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers nachgereicht und im elektronischen Bundesanzeiger bekanntgemacht werden. Diese Vorschrift ist entsprechend auf rückwirkende Änderungen der Handelsbilanz nach einer Bilanzprüfung anzuwenden. Für eine wirksame Änderung der Handelsbilanz ist eine Offenlegung jedoch nicht erforderlich, so dass auch eine nicht offengelegte geänderte Bilanz der Besteuerung gemäß Einkommensteuergesetz zugrunde gelegt werden kann. Neben dieser Information zur Einkommensteuer finden sich noch zahlreiche weitere Berichte zum Thema in der aktuellen Ausgabe der Steuernachrichten. Außerdem werden interessante Entscheidungen zur Körperschaft- und Umsatzsteuer beleuchtet. Die Januarausgabe befindet sich im geschlossenen Mitgliederbereich der Internetseite von Südwesttextil und kann dort als pdf-Datei heruntergeladen werden.


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Technik + Umwelt

Ein Blick in Julius Caesar‘s Kleiderschrank Ausstellung gibt Aufschluss über die Textilien der alten Römer Am 1. Oktober 2007 fiel der Startschuss für das europaweit vernetzte Forschungs- und Ausstellungsprojekt zur Untersuchung römerzeitlicher Textilien – „Clothing and Identities – New Perspectives on Textiles in the Roman Empire (DressID)“. Mit einem Betrag von 2,45 Millionen Euro wird das Projekt vom Kulturprogramm der Europäischen Union (EACEA) unterstützt. Auch Südwesttextil beteiligt sich mit 5 000 Euro an der Finanzierung. Archäologen, Historiker, Papyrologen, Textilforscher, Chemiker, Physiker, Archäozoologen, Textilrestauratoren und Vertreter zahlreicher anderer Wissenschaftszweige widmen sich gemeinsam der Erforschung

von römerzeitlichen archäologischen Textilfunden. Sie identifizieren und benennen Bekleidungselemente, analysieren Materialien und Techniken, erproben antike Angaben und antikes Gerät im Experiment, untersuchen Materialqualitäten auf der Basis von Rohstoffen und Verarbeitungsformen, be-

stimmen mit chemischen Analysen Färbemittel und nehmen mit der physikalischen 14C-Analyse Datierungen vor. Um die vielfältigen Forschungsansätze zu kanalisieren, hat DressID eine einzigartige interdisziplinäre Infrastruktur zur Kooperation geschaffen: Insgesamt elf Arbeitsgruppen erforschen das Selbstverständnis antiker Besitzer und spüren Dress-Codes auf, die Ausdruck von ethnischem, regionalem, religiösem, standes- und altersgeprägtem Selbstbewusstsein waren. Sämtliche Ergebnisse des Forschungsprojektes werden in zahlreichen Publikationen veröffentlicht, auf Tagungen bekannt gegeben und fließen schließ-

lich in der Ausstellung zusammen, die vom 18. März bis zum 29. Juli 2012 an den Reiss-EngelhornMuseen in Mannheim und im Anschluss vom 16. September bis zum 13. Januar 2013 am Naturhistorischen Museum in Wien gezeigt wird. „Unser vordingliches Interesse ist es, Prozesse der wechselseitigen Beeinflussung von Rom – dem Zentrum eines antiken Weltreiches – und den neu hinzu gewonnenen Regionen nachzuvollziehen“, erklärt der Leiter der Kooperation Dr. phil. habil. Michael Tellenbach, Direktor der Reiss-Engelhorn-Museen, Archäologie und Weltkulturen.

Simone Diebold

Neue High-Tech Innovationsgutscheine im Januar gestartet Das bestehende Modellvorhaben „Innovationsgutscheine für kleine und mittlere Unternehmen“ wird vom Land auch in diesem Jahr fortgeführt. Anträge für die erste Ausschreibung können bis zum 10. Februar 2012 eingereicht werden. Die erste Präsentation der Vorhaben vor dem Innovationsausschuss findet dann am 2. und 3. März 2012 statt. Weitere Aufrufe werden im Jahr 2012 quartalsweise – voraussichtlich April, Juli und November folgen. Antragsformulare finden sich im Internet unter www.innovationsgutscheine.de

Hinweis

Umweltaussprache 13. März 2012, Stuttgart Airport

IVGT VGT Anmeldung: www.suedwesttextil.de/veranstaltungen

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Termine Cluster-Forum 2012 Das fünfte baden-württembergische ClusterForum widmet sich am 1. März im Haus der Wirtschaft in Stuttgart den Herausforderungen für Cluster und Netzwerke, die sich aus den dynamischen Innovationsprozessen in Asien ergeben und steht unter dem Motto „Innovation à la Asien – Herausforderungen für Cluster und Netzwerke?!“. Im Rahmen von Fachforen werden Erfolgsfaktoren, Stärken und Möglichkeiten aufgegriffen wie auf diese Herausforderungen eingegangen werden kann. Anmeldung und Programm finden sich untern www.rkwbw.de/aktuelles/201112-09clusterforum.php. Fachkongress Composite Simulation Am 23. Februar 2012 veranstalten die Netzwerke AFBW und VDC in der Musikhalle Ludwigsburg den Fachkongress Composite Simulation. Namhafte Referenten berichten über Material-, Prozess- und Struktursimulation sowie Crash und Impakt und informieren über technologische Herausforderungen und Methoden der Simulation von Faserverbundwerkstoffen. Weitere Details sind unter www.afbw. eu aufgeführt. CEP® Clean Energy Vom 29. bis 31. März findet zum 5. Mal die CEP® Clean Energy & Passivehouse in der Landesmesse Stuttgart statt. Die internationale Fachmesse mit Kongress hat sich als die Leitmesse für Erneuerbare Energien und Effiziente Gebäude weit über Baden-Württemberg hinaus etabliert. Der Fokus der diesjährigen Veranstaltung liegt auf dem Thema Große Gebäude. Nähere Informationen unter www. cep-expo.de


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Technik + Umwelt

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Helle Jeans dank Ozon Joker-Jeans produziert mit neuem Bleichverfahren Damit das Indigo-Blau von Jeans auch schön hell wird, sind allein für die Bleiche von 1 000 Jeans 25  000 Liter Wasser notwendig. Oder anders gesagt: rund 140 gefüllte Badewannen oder 2 500 Eimer Wasser. In Bönnigheim bei Joker-Jeans ist das allerdings kein Thema mehr. Ein neues Bleichverfahren kommt dort bei der Produktion zum Einsatz: Die Jeans werden mit Sauerstoff gebleicht – ganz ohne Wasser. Damit ist das Bönnigheimer Unternehmen Vorreiter in Deutschland. „Bei der Bleiche verzichten wir nicht nur auf Wasser, sondern auch auf Chemikalien, die im herkömmlichen Verfahren noch verwendet werden“, sagt Mike Scherer, Betriebsleiter Färberei und Wäscherei bei Joker-Jeans. In der Bönnigheimer Produktionshalle fühlt man sich wie in einer übergroßen Waschküche, denn rie-

Jeansproduktion der Marke Joker in Bönnigheim.

sige Waschmaschinen bilden das Herz des neuen Bleichverfahrens. „Das Geheimnis dieser Entwicklung ist ganz einfach: Wir erzeugen aus reinem Sauerstoff Ozon und leiten es in die Maschine ein“, beschreibt Scherer die neue Technik. Dann wird der Bleichprozess in Gang gesetzt. „Im Klartext heißt das: Unsere Jeanshosen erhalten

praktisch eine SauerstoffDusche.“ Der Bleichvorgang der Hosen dauert 40 bis 50 Minuten, je nachdem wie hell die Farbe der Jeans sein soll. Der Begriff „Ozon“ ist negativ besetzt. Dabei wird Ozon nicht nur künstlich gewonnen. Auch in der Natur entsteht das Gas, zum Beispiel durch einen Blitzeinschlag oder bei einem Wasserfall. Im Falle

der Bleiche der Jeanshosen im Bönnigheimer Unternehmen ist der Prozess der Ozongewinnung nicht nur ungefährlich, sondern vor allem auch umweltschonend. „Unser Bleichprozess verläuft nach den höchsten ökologischen Maßstäben, denn das Ozon wird anschließend mit Hilfe eines Katalysators wieder in Sauerstoff umgewandelt. Es löst sich quasi in Luft auf“, so Scherer. „Unsere Maschinen sind hermetisch abgeriegelt. Das Ozon kann also nicht nach außen treten. Es bleiben auch keine Rückstände zurück, die die Umwelt belasten könnten.“ Gerade der Aspekt der Umweltschonung sei ein gewaltiger Fortschritt im Gegensatz zu den herkömmlichen Bleichverfahren. Zum hohen Wasserverbrauch kommen normalerweise noch Chemikalien und viel Energie. „Wir verwenden Ozon bei Joker schon seit 20

Jahren zur Abwasserentfärbung und haben das nun auf die Produktion übertragen“, sagt Dr. Ingenieur Werner Maier vom Stuttgarter Ingenieurbüro IAT. Für den Ingenieur ist die Ozonbleiche ein Meilenstein der Technik. „Früher wurde Chlorbleichlauge verwendet. Bei den im Ausland produzierten Jeanshosen ist das meistens immer noch der Fall.“ Das Unternehmen Joker-Jeans ist stolz darauf, die Sauerstoff-Bleiche nun einsetzen zu können, denn es entspricht genau der Produktphilosophie. „Für uns war es eine Verpflichtung, Wege zu suchen, weiterhin produktiv zu sein, ohne die Umwelt außer Acht lassen. Das ist uns mit der Sauerstoff-Bleiche perfekt gelungen“, sagt Jürgen Bernlöhr, Gründer und Geschäftsführer des Jeans-Unternehmens. Quelle: Bietigheimer Zeitung vom 12.01.2012

Neuer Service im Mitgliederbereich Integration der Wissensdatenbank TEMA® Mit mehr als vier Millionen Literaturnachweisen gehört die Wissens-Datenbank TEMA® – Technik und Management zu den bedeutendsten Literaturquellen für Ingenieure, Techniker und Wissenschaftler. Dank intellektueller Aufbereitung liefert die TEMA® hochwertige Inhalte für kluge und kreative Entscheidungen. Mächtige Suchwerkzeuge und Analysefunktionen führen zielsicher zu den Informationen, die z.B. bei der Umsetzung von Projekte gebraucht werden. TEMA ist eine Literaturdatenbank mit Biblio-

graphie, Abstract und Schlagwörtern für Technik und Management. Die Datenbank bündelt Informationen aus der deutschen und internationalen wissenschaftlichen und angewandten Fachliteratur wie Zeitschriften, Konferenzberichten, Forschungsberichten und Dissertationen, sowie anderer schwer zugänglicher Literatur. Sie umfasst neben den Fachdatenbanken Textil und Werkstoffe/ Materials auch die für den Maschinen- und Anlagenbau, die Elektrotechnik und Elektronik sowie die Informations- und Energietechnik. Die TEMA be-

inhaltet deutsch- und englischsprachige Abstracts. Gesucht werden kann in diesen beiden Sprachen. In der Fachdatenbank für Textiltechnologie werden folgende Bereiche abgedeckt: Textilherstellung, Konfektion, Textilchemie, Fasern, Faserherstellung, Funktionstextilien, technische Textilien, Bekleidung. Südwesttextil verlinkt im Mitgliederbereich zu dieser Datenbank. Die Registrierung ist kostenfrei, für die Recherche erhalten Verbandsmitglieder 10 Prozent Rabatt auf den Rechnungsbetrag. Christine Schneider


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Zu guter Letzt

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Sexyness wird komfortabel Nahezu unsichtbare Teile mit Spitze und Verzierung unterstützen und formen Wäscheträume in Paris: Auf dem Salon International de la Lingerie präsentierten 565 Marken ihre Kollektionen für den nächsten Winter, 156 Aussteller kamen zur Stoffmesse Interfilière. Glamour und Komfort standen gleichermaßen auf der Agenda. Taillen-Höschen, Bodys und VintageHüftgürtel prägten zwar schon vor einem Jahr das Bild auf der Leitmesse für Dessous, Wäsche und Loungewear, doch ihr Auftritt ist raffinierter – und komfortabler. Neben mehr Spitze und Verzierung unterstützen und formen viele Teile beinahe unsichtbar und ohne einzuengen. Body Shaping, der Renner 2011, ist inzwischen bei praktisch allen Herstellern präsent. Die modernen Mieder sind mal mehr, mal weniger stark formend, mit immer ausgereifteren Stoffen und anspruchsvollen Designs. Der fulminante Auftritt galt bei dieser SILAusgabe eher für die Damen: Die Neuheiten für die Herren der Schöpfung nahmen sich weniger

Impressum © Alle Rechte vorbehalten. Keine Vervielfältigung ohne schriftliche Genehmigung des Herausgebers. Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie – Südwesttextil e.V. Kernerstraße 59 70182 Stuttgart Postfach 10 50 22 70044 Stuttgart Telefon: +49 711 21050-0 Telefax: +49 711 233718 Internet: www.suedwesttextil.de Präsident Dr. Axel Nickel Hauptgeschäftsführer Dr. Markus H. Ostrop Verantwortlich für Inhalt und Layout: Simone Diebold Gestaltung: www.die-wegmeister.com Druck: Gress-Druck GmbH, Fellbach Auflage: 900

Felina-Chef Jürgen Wollenschläger ist von sexy Shapewear überzeugt.

Triumph-Vorstand Ralf Boje freut sich über den Erfolg von Valisere.

spektakulär aus. Aber auch hier war Komfort das Stichwort: Die Priorität bei der Herrenwäsche lag klar auf dem Thema Lounging. Ob die Konsumenten künftig so viel „loungen“ möchten, wie die Messeveranstalter sich das vorgestellt haben, sei dahingestellt. Jedenfalls

nutzen zahlreiche Händler gerne das breite Informationsangebot. Neben Produktneuheiten boten viele Hersteller ihren Besuchern attraktive Standbauten mit zahlreichen Anregungen für das Visual Merchandising und die konzeptionelle Gestaltung am Point of Sale.

Und das Angebot kam an: Über 30 000 Besucher kamen nach Porte de Versailles, rund 18 600 zur Wäschemesse SIL. Entsprechend zufrieden zeigten sich die Aussteller. Angesichts der konjunkturellen Unsicherheit für das Jahr 2012 waren viele mit gemischten Gefühlen nach Paris gekommen – und angenehm überrascht worden. Ein „Salon anti-crise“ sei es gewesen, jubelt Eurovet im After Show Report. Die Besucherfrequenz auf den Ständen, die Qualität der Fachbesucher, die wachsende Internationalität der beiden Messen und bis auf den letzten Platz besetzte Fashion Shows sprechen ihre eigene Sprache. Am Messesamstag baten Gesamtmasche

Silvia Jungbauer

Runder Geburtstag auf der Messe: Dr. Markus H. Ostrop gratuliert SusaGeschäftsführer Andreas Höschele zum 50sten.

Zitat

Büstenhalter ist im Büro Pflicht Ein Büstenhalter ist für weibliche Arbeitnehmerinnen im Büro Pflicht. „Das gehört einfach zu einer vollständigen Kleidung dazu“, sagt die Karriereberaterin Carolin Lüdemann aus Stuttgart. „Man geht schließlich auch nicht mit nur einem Schuh oder einer Socke ins Büro.“ Ein Outfit sei nicht komplett, wenn ein Teil der Unterwäsche wie der BH fehle. Außerdem achten Frauen und Männer besser darauf, dass Unterwäsche sich unter der Bürokleidung nicht abzeichnet. „Beim Mann sieht es zum Beispiel nicht gut aus, wenn sich unter einem weißen Hemd ein T-Shirt oder Unterhemd abzeichnet“, so die Expertin, die Mitglied im Deutschen Knigge-Rat ist.

und BTE gemeinsam zum abendlichen „BrancheApéritif Deutschland“. Beim angeregten Austausch zwischen Händlern und Austellern im VIPClub des SIL war auch die französische Messe- und Verbandsprominenz vertreten. Eurovet möchte deutschen Ausstellern und Besuchern mehr Anreize geben, nach Paris zu kommen und will regelmäßig ein über die Verbände angebotenes Besuchspaket organisieren. Dazu gehören neben kostenlosen Messetickets und einem deutschsprachigen Betreuungsservice die Unterstützung bei der Reiseplanung und ein geführter „Storecheck Paris“.

„Ein Banker sollte immer über etwas Liquidität verfügen“. Dank von Bundesbankvorstand Rudolf Böhmler für das Weinpräsent beim Talk im Turm am 26. Januar.

Quelle: Wertheimer Zeitung 14.01.2012

Raffiniertes für unten drunter von Valisere.


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