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Südwesttext November 2011

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SÜDWESTTEXT Nr. 50

THEMEN Innovation und Marktgespür Verband + Industrie, Seite 3

Finden – Binden – Entwickeln Bildung + Soziales, Seite 6

Standardisierte Einund Verkaufsbedingungen Recht + Steuern, Seite 8

Wie praktisch – immer erreichbar Technik + Umwelt, Seite 11

Service Aktuelle Steuer-Nachrichten

Recht + Steuern, Seite 9

Aktuell Am 26. Januar 2012 veranstalten Südwesttextil und die AFBW im Fernsehturm Stuttgart einen politischen „Talk im Turm“. Dr. h. c. Rudolf Böhmler, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank, referiert zum Thema „Zukunft des Euro-Raums“ und diskutiert im Anschluss mit den Teilnehmern. Erwartet wird außerdem ein Mitglied der Landesregierung. Termin bitte vormerken.

Zeitung für die Textil- und Bekleidungsindustrie

November 2011

Kreditversicherer in der Pflicht Südwesttextil-Vorstand fordert Taten statt Worte Die Vorstandssitzung von Südwesttextil am 21. November wurde durch einen Vortrag zur aktuellen Entwicklung beim Thema Kreditversicherung bereichert: Ulrike Stahl, Senior Sales Manager des Marktführers Atradius, und ihre Kolleginnen Nicole Bludau und Sabine Weesbach präsentierten Funktionsweise und aktuelle Bewertungsmechanismen im Kreditversicherungsmarkt. Insbesondere stellten sie die Maßnahmen vor, die Atradius zur Verbesserung des Versicherungsschutzes ergriffen hat. Durch intensiveren Kundenkontakt, mit mehr Information und Transparenz will Atradius eine größere Krisenfestigkeit zum Wohle aller

In der Hochphase der Finanz- und Wirtschaftskrise kürzten die Versicherer meist ohne Vorlauf Deckungssummen und erhöhten ihre Prämien.

Beteiligten erzielen. Unter anderem hält sich Atradius heute an eine Kündigungsfrist von 30 Tagen, bevor Limits zurückgestutzt oder gestrichen werden – es sei denn,

ein Versicherungsunternehmer befindet sich aus Sicht des Versicherers in „Insolvenzgefahr“. Ein modulares Konzept soll für einen verbesserten Deckungsschutz sorgen.

Den Textilunternehmern geht das längst nicht weit genug. So regte Georg Saint-Denis, Geschäftsführer von Global Safety Textiles und VorstandsFortsetzung Seite 2

Klares Votum für den Fortschritt Arbeitgeber begrüßen Entscheidung zu Stuttgart 21 „Baden-Württemberg ist Tradition und Innovation, Wirtschaftskraft und Arbeitskraft, Schaffenskraft und Leidenschaft.“ Mit diesen Attributen hat die Landesvereinigung der Arbeitgeberverbände in einem pfiffigen Kinospot vor der Volksabstimmung für das Bahnprojekt Stuttgart 21 geworben. Auch Südwesttextil hat die Aktion unterstützt. Jetzt freuen sich die Arbeitgeber, dass „die Menschen in Baden-Württemberg die Fortführung von Stuttgart 21 klar befürworten“, sagte der Präsident der Landesvereinigung, Prof.

Dr. Dieter Hundt, kurz nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses.

Stuttgart 21 wird gebaut. „Die Landesregierung hat nun den eindeutigen Auftrag, die mit der Bahn und den anderen Projektpartnern geschlossenen Verträge zu erfüllen und den Bau von Stuttgart 21 sowie der Hochgeschwindigkeitstrasse Wendlingen–Ulm uneingeschränkt zu unterstützen“, sagte Hundt. Ministerpräsident

www.suedwesttextil.de

Winfried Kretschmann schätze er als guten, verantwortungsbewussten Demokraten, der das Abstimmungsvotum – wie von ihm selbst angekündigt – respektiere und nun entsprechend handle. „Ich erwarte auch von den Gegnern“, betonte Hundt, „dass sie den Wahlausgang akzeptieren und den Widerstand gegen Stuttgart 21 aufgeben.“ Nur so sei es möglich, das im Koalitionsvertrag der grün-roten Landesregierung formulierte Ziel zu erreichen, mit der Volksabstimmung „zu einem abschließenden und befriedenden Urteil über

Stuttgart 21 zu gelangen“. Das Wichtigste am Wahlausgang sei jedoch das eindeutig positive Zeichen, „dass die Menschen im Land auf Vertragstreue, Kontinuität, Zuverlässigkeit, Fortschritt und zukunftsweisende Lösungen setzen“, sagte Hundt. Um solche grundsätzlichen Differenzen bei der Planung von Großprojekten zu vermeiden, sei es in Zukunft wichtig, die betroffenen Bürger frühzeitig einzubinden sowie die Genehmigungsverfahren zu vereinfachen und zu beschleunigen. Markus H. Ostrop


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Verband + Industrie

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Fortsetzung von Seite 1

In Kürze

Kreditversicherer in der Pflicht mitglied bei Südwesttextil, Atradius möge neben einer offiziellen Entschuldigung auch die Rückzahlung von Prämien wegen vorenthaltener Leistungen vornehmen. „Jahrelang haben Textil- und Bekleidungsunternehmen ihre Prämien entrichtet, um im Ernstfall abgesichert zu sein. Aber als es wirklich darauf ankam, haben Atradius und die anderen Kreditversicherer die Regenschirme eingezogen. Unter ehrbaren Kaufleuten ist das so: Wo keine Gegenleistung da ist, muss der Kaufpreis zurückerstattet werden.“ Auch anderen Vorstandsmitgliedern ist das

Verhalten der Kreditversicherer in vielen Unternehmen noch lebhaft in

und erhöhten ihre Prämien. „Obwohl Textil- und Bekleidungslieferanten bei

Ulrike Stahl nimmt die Forderungen des Verbandes mit nach Hause.

Erinnerung. In der Hochphase der Finanz- und Wirtschaftskrise kürzten die Versicherer meist ohne Vorlauf Deckungssummen

ihren Fachhandelskunden kaum Forderungsausfälle verzeichneten, wurde deren Bonitätsbewertung radikal nach unten ge-

schraubt“, kritisiert Dr. Thomas Wagner vom Tischwäschehersteller Pichler. Tatsächlich wurden manche Kunden überhaupt nicht mehr versichert. Der Mangel an Versicherungsschutz habe die Krise weiter verschärft, so der Vorwurf der Unternehmerschaft. Die Ertragslage von Atradius entwickelt sich indessen stabil. Nachdem der Versicherer, der zur spanischen Grupo Catalana Occidente gehört, 2009 aufgrund umfassender Prämienausfälle in die Verlustzone gerutscht war, lag sein Gewinn 2010 immerhin bei knapp 125 Millionen Euro. Silvia Jungbauer

Südwesttextil in Google+ Seit dem 15. November ist Südwesttextil in Google+ aktiv. Google+ ist ein neues soziales Netzwerk, in dem sich jeder registrieren kann. Google+ steht in direkter Konkurrenz zu Facebook. 88 Tage nach der Veröffentlichung zählte Google+ bereits 40 Mio. registrierte User. Ein essenzieller Unterschied zu den meisten anderen sozialen Netzwerken ist, dass Freundschaftsbeziehungen bei Google+ einseitig sein können und in so genannte Kreise eingeteilt werden. Am 7. November startete Google+ Profile für Unternehmen und Organisationen. Firmen können User in Kreise einteilen oder Videokonferenzen über die Funktion Hangouts führen. Derzeit hat Google+ noch keine Vanity-URL – eine „schöne“ Adresse zum eigenen Profil, wie es sie in Facebook gibt. In Google+ muss man derzeit noch mit Zahlenkolonnen vorlieb nehmen. https://plus.google.com/b/110787841207152639338/

Hinweis

Foto: © Fineas – Fotolia.com

Südwesttext

Allgemeine Ein- und Verkaufsbedingungen 15. Dezember 2011, Filharmonie Filderstadt

Anmeldung: www.suedwesttextil.de/veranstaltungen

Die BDA hat zwei Leitfäden für die Unternehmen neu aufgelegt bzw. überarbeitet. Hierbei handelt es sich zum einen um die Broschüre „Internationale Aspekte von Corporate Social Responsibility (CSR)“ und zum anderen um „Neue Herausforderungen für globale industrielle Beziehungen: International Framework Agreements (IFAs) und Global Campaigning“. Beide Veröffentlichungen können im Mitgliederbereich von Südwesttextil heruntergeladen werden. http://intern.suedwesttextil.de Die Euro-Untergrenze von 1,20 Franken reicht laut dem Textilverband Schweiz nicht aus, um die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu erhalten. Die Schweizerische Nationalbank wird gefordert, den Mindestkurs auf 1,35 Franken zu erhöhen. In einem Kommuniqué erklärte der Textilverband Schweiz – durch den starken Franken verteuerten sich die Produkte der Schweizer Produzenten gegenüber der ausländischen Konkurrenz. Zum Vorjahr seien die Exporterlöse der Branche im dritten Quartal um acht Prozent gesunken. Die Währungsentwicklung drücke zudem auf die Gewinnmargen der Unternehmen. Deshalb seien allein in den letzten eineinhalb Monaten 200 Arbeitsplätze abgebaut worden. Aufgrund der zum 1. Dezember in Kraft tretenden umfassenden Änderungen des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes war eine Überarbeitung der entsprechenden Geschäftsanweisung durch die Bundesarbeitsagentur erforderlich. Die aktualisierte Geschäftsanweisung ist veröffentlicht unter www.arbeitsagentur.de


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Verband + Industrie

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Erfolgreich durch Innovation und Marktgespür CMC Consumer Medical Care blickt optimistisch in die Zukunft Gerade ein Jahr ist es her, dass die Consumer Medical Care GmbH ihre neuen Geschäftsräume in Sontheim an der Brenz bezogen hat. Der Hersteller von Cosmetic, Medical, Baby und Home Care befindet sich nach der Krise wieder auf Expansionskurs. „Wir profitieren von über 150 Jahren Erfahrung und Know-how bei Medizin- und Pflegeprodukten“, beschreibt Geschäftsführer Dr. Rainer Mangold den Ausgangspunkt des Markterfolges. Im Auftrag großer Handelsunternehmen fertigt das Mitgliedsunternehmen von Südwesttextil neben Kosmetikpads und Wattestäbchen auch Pflaster, Binden, Bandagen und Produkte für die häusliche Pflege. In Frankreich und der Türkei ist das Unternehmen mit eigenen Gesellschaften vertreten. Neben konventionellen Artikeln wie Wattepads setzt CMC allerdings zunehmend auf Spezialitäten: „Wir wollen den Mehrwert unserer Produkte durch pfiffige Ideen steigern. ConvenienceProdukte, die Multifunktionalität und einfache Handhabung vereinen, sind ein Megatrend“, erklärt Mangold. Gemeint sind damit so genannte „2-in-1-Produkte“ wie lotionsgetränkte Kosmetik- oder Abschminkpads. Außerdem profitiert CMC von der demographischen Entwicklung und der Verbreiterung klassischer Vertriebskanäle: Was früher Apotheken vorbehalten waren, ist heute bereits häufig in Drogerien zu haben. Pfiffig – das war die CMC Group auch während des Preis-Booms bei der Baumwolle, die den Großteil des Faserverbrauchs bei der Produktion von Wattepads

Geschäftsführer Dr. Rainer Mangold: „Wir wollen den Mehrwert unserer Produkte durch pfiffige Ideen steigern. Dazu gehören auch Pflaster, die sich mit einer Hand aus der sterilen Verpackung nehmen lassen“. (Von oben: Messepräsentationen in Las Vegas und Bologna und Pad-Produktion in Düren) Fotos: CMC und Südwesttextil

ausmacht. Schnell entwickelte das Unternehmen die „Pureplus-Pads“ mit einem höheren Mikrofaseranteil. Dadurch bekam man nicht nur die Kostensteigerungen im Einkauf in den Griff, sondern erhielt gleichzeitig ein Produkt mit höherer Reinigungsleistung. Für die Weiterentwicklung des Bereichs der Kosmetik- und Pflegeprodukte wurden am neuen Sontheimer Standort spezielle Prüf- und Entwicklungsräume eingerichtet. Textilien und Kosmetik gehören

bei CMC also nicht nur in eine gemeinsame Schublade, sondern in ein und dieselbe Verpackung. „Wir arbeiten ständig unter Berücksichtigung neuester Markttrends und setzen mit unseren Innovationen

oftmals Maßstäbe“, betont Mangold die Zukunftsorientierung des Unternehmens. Er prognostiziert für CMC auf dieser Basis ein Umsatzwachstum innerhalb der nächsten Jahre von rund 30 Prozent.

Gleichzeitig sollen in den kommenden zehn Jahren Investitionen in Höhe von 8 bis 10 Millionen in moderne Fertigungstechnologien fließen. Silvia Jungbauer

Die Consumer Medical Care GmbH erwirtschaftet mit über 300 Mitarbeitern an den Standorten in Düren, Sontheim, Châtenois (Frankreich) und Mersin (Türkei) einen Jahresumsatz von ca. 75 Millionen Euro. Das Tochterunternehmen der Paul Hartmann AG entwickelt, fertigt und vertreibt Brand und Private Label Produkte in den Bereichen Cosmetic, Medical, Baby und Home Care und gehört zu den führenden europäischen Anbietern von Private Label-Lösungen in diesen Produktfeldern. Kunden von CMC sind fast alle wichtigen Handelsunternehmen in Europa sowie namhafte Hersteller aus der Kosmetikindustrie.


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Verband + Industrie

Südwesttext

Ausufernde Zollbürokratie Passiver Veredelung droht altertümliche Dienstvorschrift Da sich in der Zollsoftware ATLAS durch die Umsetzung eines neuen Release umfangreiche Änderungen im Bereich der passiven Veredelung ergeben, will das Bundesfinanzministerium die entsprechende Dienstvorschrift neu fassen und bereits ab dem 27. April 2012 neue Regeln umsetzen. Im Zeitalter des elektronischen Datenverkehrs soll dabei wieder auf Papier zurückgegriffen werden: Geplant ist, dass die Ausfuhrzollstelle ein Informationsblatt INF2 ausstellt und abstempelt, das dann bei der Wiedereinfuhr vorgelegt werden muss. Die verstaubt anmutende Idee stößt auf wenig Gegenliebe: „Ein Rückfall ins Mittelalter“,

kritisiert Bernd Stadtler, Head of Customs bei Hugo Boss, das Vorhaben der Zollverwaltung. Un-

Neun von CCIT mahnt: „Stempel und Papier haben mit automatisierten Verfahren und moderner

Die Zukunft? Die Ausfuhrzollstelle stellt ein Informationsblatt INF2 aus, das abgestempelt bei der Wiedereinfuhr vorgelegt werden muss. Foto: Fotolia

praktikabel und anachronistisch sei die physische Vorlage von Unterlagen bei der Wiedereinfuhr. Auch Zollexperte Harald

Logistik nichts zu tun.“ Die geplante Dienstanweisung PV, so urteilen die Experten, ist nicht nur unzeitgemäß, sondern

auch für Spezialisten mit langjähriger Erfahrung kaum noch verständlich. Mittelstandsfreundlichkeit sehe anders aus. Ein weiterer Stein des Anstoßes: Zugelassene Ausführer können ihre Zollanmeldungen zur Überführung von Waren in die PV nicht mehr im vereinfachten Verfahren – also per Anschreibung in der Buchführung – erledigen. ZA-Bewilligungen, die nur zu diesem Zweck erteilt wurden, will die Verwaltung widerrufen. Die Textil- und Bekleidungsindustrie ist von den Plänen besonders betroffen, da sie häufig mit Lohnveredelungsverkehren arbeitet. Sofern dabei die EU-Außengrenzen überschritten und die

Warenverkehre nicht im Rahmen von Freihandelsabkommen abgewickelt werden, sind die Sendungen zur passiven Veredelung anzumelden und zu verzollen. Jedes Jahr lässt die Branche Waren im Wert von weit über 2 Mrd. über Lohnveredelungsverkehre im Ausland fertigen. Rund ein Drittel der Lohnveredelungsverkehre – ein Handelsvolumen von ca. 750 Millionen Euro jährlich – fällt unter die zollamtlich zu bewilligende PV. Damit ist die PV eine wesentliche Säule der regional ausgerichteten Beschaffungs- und Fertigungsstruktur vor allem mittelständischer Textil- und Bekleidungsunternehmen. Silvia Jungbauer

Foto: © ETIEN – Fotolia.com

Termin vormerken!

Zoll-Update 2012 26. Januar 2012, Filharmonie Filderstadt

Ob AEO oder ATLAS, Außenprüfungen oder Einreihung im Zolltarif – was im Jahr 2012 in punkto Zoll an Neuerungen auf alle zukommt, die im Außenhandel aktiv sind, vermittelt das Südwesttextil-Seminar „Zoll-Update 2012“ am 26. Januar 2012 in Filderstadt. Neben dem aktuellen Stand der Dinge zum Thema Zugelassener Wirtschaftsbeteiligter und Releasewechseln bei ATLAS-Ausfuhr und -Einfuhr behandelt die Veranstaltung

auch die neue Außenhandelsnomenklatur und ihre Auswirkungen auf die Tarifi erung und den Warenursprung. Außerdem stehen angesichts der Regelungsdichte im Bereich Terrorismusbekämpfung und politischer Sanktionen die Themen Compliance und Länderembargos auf der Agenda. Referent ist Zoll-Experte Harald Neun, der den Teilnehmern fundiertes Praxiswissen vermitteln und eigene Erfahrungen weitergeben wird. Einladungen und das offizielle Programm werden Ende Dezember verschickt.

Anmeldung unter www.suedwesttextil.de/veranstaltungen oder www.gesamtmasche.de/veranstaltungen


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Verband + Industrie

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Wachstumsmarkt Asien im Fokus des Mittelstands Bodo Th. Bölzle in der Reihe „Unternehmer im Dialog“ Im Frühjahr startete Südwesttextil die Vortragsreihe „Unternehmer im Dialog“, die für Unternehmer und ihre Führungskräfte immer im Anschluss an die Vorstandssitzung stattfindet. Mit dieser Veranstaltung möchte der Verband den Erfahrungsaustausch in der Branche befördern. Aus der Praxis berichten Führungsverantwortliche aus den Mitgliedsunternehmen über ihre eigenen Erfahrungen in verschiedenen Bereichen und stellen sich der Diskussion mit Kolleginnen und Kollegen. Am 21. November berichtete Dipl.-Kfm. Bodo Th. Bölzle, Präsidiumsmitglied von Südwesttextil und Sprecher der Geschäftsführung der Amann & Söhne GmbH & Co. KG in Bönnigheim, über seine intensiven Erfahrungen und Erlebnisse bei der Markterschließung in China und Indien. Der lange Weg nach Asien begann im Sommer

2005 mit der Entscheidung, einen neuen Färberei-Standort in China zu

Standortwechseln, trotz geschlossener Verträge, wurde dieses Projekt im

Trotz Widrigkeiten will Bodo Th. Bölzle das Asien-Engagement ausbauen.

installieren. Nach einer eingehenden Marktstudie und dem Besuch von neun potentiellen JointVenture-Partnern, entschied man sich Ende Juli 2006 ein eigenes Werk zu bauen. Nach mehreren

Februar 2009 aufgrund der Weltwirtschaftskrise gestoppt. Statt dessen verlagerte man die noch verbliebene Zwirnerei von Irland nach Yancheng, China. Hier konnte die Produktion im Ok-

tober 2009 anlaufen. Im November 2009 erfolgte der Beschluss zur Fortführung des eigentlichen Projektes „Neubau Färberei und Aufmachung“. Die Produktion startete im Januar 2011. Generell rät Bölzle den Schulungsbedarf chinesischer Mitarbeiter nicht zu unterschätzen. Deshalb erfordere ein erfolgreiches Engagement in China erhebliche Mitarbeiterressourcen aus dem Stammhaus. Darüber hinaus sei es unerlässlich, sich auf die chinesische Kultur einzulassen. Einen weiteren Produktionsstandort plante Amann zur gleichen Zeit in Indien. Auch hier gestaltete sich die Suche nach geeigneten lokalen Partnern schwierig. Nach zwei Jahren entschied sich deshalb das Unternehmen zum eigenen Bau. Aktueller Stand: Seit Mai 2009 besitzt Amann ein Grundstück mit 50 000 m².

Bölzle rät: „In Indien ist ein einheimischer Berater zwingend erforderlich.“ Große Entfernungen und eine mangelhafte Infrastruktur seien bei der Standortwahl unbedingt zu berücksichtigen. Außerdem sei das Kastensystem für Europäer ungewohnt und nicht zu unterschätzen. Das 1854 gegründete Unternehmen gehört heute zu den drei größten global agierenden Herstellern von Nähgarnen weltweit. Bei einer Produktionsmenge von 6 200 t und einem Konzernumsatz von ca. 141 Mill. Euro beschäftigt die Amann Group 1 533 Mitarbeiter weltweit und verfügt über Vertriebsorganisationen in mehr als 100 Ländern. Die Präsentation steht im Mitgliederbereich von Südwesttextil zum Download bereit. Simone Diebold

ELStAM kommt später Start der Elektronischen Lohnsteuerkarte verschiebt sich aus technischen Gründen Nach den Plänen sollte die bisherige Lohnsteuerkarte und das damit verbundene Verfahren ab 1. Januar 2012 vollständig durch ein neues, papierloses Verfahren mit elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen (ELStAM) ersetzt werden. Wie sich in den letzten Wochen bereits angedeutet hatte, wird die Finanzverwaltung den ursprünglich vorgesehenen Starttermin aufgrund technischer Probleme nicht einhalten können. Ein neuer Termin steht jedoch noch nicht fest. Es ist aber zu erwarten, dass das Verfahren erst im 2. Quartal 2012 starten wird.

Die meisten Steuerpflichtigen haben in den

letzten Wochen ein Informationsschreiben der Fi-

Das elektronische Verfahren startet frühestens im 2. Quartal 2012 Foto: © N-Media-Images - Fotolia.com

nanzverwaltung erhalten, in welchem sie über ihre gespeicherten elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale informiert wurden. Das Schreiben enthielt zudem den Hinweis, dass die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale ab dem 1. Januar für die Arbeitgeber zum elektronischen Abruf bereitstehen würden. Derzeit finden Gespräche statt, in denen das Bundesfinanzministerium und die Länder-Finanzverwaltungen das weitere Vorgehen abstimmen. Von Seiten der Arbeitgeberverbände setzt man sich dafür ein, dass alle

Arbeitnehmer in einem weiteren Schreiben der Finanzverwaltung über die Verschiebung, den neuen Starttermin und die Vorgehensweise während der Übergangsphase – insbesondere mit Blick auf Veränderungen von Freibeträgen und Steuerklassenwechseln –informiert werden. Bislang sind mögliche Änderungen nur in der ELStAM-Datenbank gespeichert. Es müssen vor allem für die Arbeitgeber praxistaugliche Lösungen gefunden und Rückrechnungen in der Entgeltabrechnung vermieden werden. Christine Schneider


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Bildung + Soziales

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Finden – Binden – Entwickeln Demografie-Kongress und Jubiläumsveranstaltung zum 40-jährigen Bestehen des Bildungswerks „Der Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg muss attraktiv für die besten Köpfe sein, um dauerhaft im weltweiten Wettbewerb erfolgreich bestehen zu können.“ Das erklärte der Präsident der Landesvereinigung BadenWürttembergischer Arbeitgeberverbände, Prof. Dr. Dieter Hundt, Mitte November bei der Jubiläumsveranstaltung zum 40-jährigen Bestehen des Bildungswerks der BadenWürttembergischen Wirtschaft in Stuttgart. „Der demografische Wandel auf dem Arbeitsmarkt im Südwesten ist bereits deutlich spürbar und wird sich in den nächsten Jahren weiter verstärken“, sagte Hundt. Bereits heute seien in den sogenannten MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) 43 000 Stellen in BadenWürttemberg unbesetzt. Das habe eine Studie der IW Consult GmbH (Köln) ergeben. Damit der Fachkräftemangel nicht zur Wachstumsbremse werde, „bedarf es des gemeinsamen Engagements von Politik und Wirtschaft“. Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer verwies bei der Veranstaltung auf die Vorhaben der Landesregierung im Bildungsbereich: „Wir wollen es mit einer verstärkten individuellen Förderung erreichen, dass die Stärken und Schwächen jeder einzelnen Schülerin und jedes einzelnen Schülers in allen Schularten gezielt angegangen werden.“ Alle Mädchen und Jungen sollen den individuell bestmöglichen Schulabschluss und einen optimalen Start ins Berufsleben schaffen können. Darüber hinaus will die Landesregierung die Schullandschaft auch durch die Möglichkeit der Schaffung von Gemein-

Karl Schäuble, Vorstandsvorsitzender des Bildungswerks, Prof. Dr. Dieter Hundt und Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer begrüßten die Gäste. Der Festredner des Abends, Prof. Dr. Paul Kirchhof, begeisterte das Publikum. Moderator Markus Brock im Gespräch mit „40 Jahre Bildungswerk-Sachverstand“. Fotos: Frank Eppler

schaftsschulen gezielt auf die Herausforderungen durch den demografischen Wandel vorbereiten. Angesichts der neuen Herausforderungen begrüßten die Arbeitgeber, so Hundt, die geplante Fachkräfteallianz der Landesregierung. Die Unternehmen versprächen sich hiervon

unter anderem Impulse für die weitere Steigerung der Beschäftigungsquote qualifizierter Frauen, den beschleunigten Ausbau der Infrastruktur zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf und eine moderne Zuwanderungspolitik. Für den Erfolg einer solchen Allianz werde es entschei-

Das Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft e. V. ist seit 40 Jahren kompetenter Partner für Unternehmen und ihre Verbände, für Schulen und Hochschulen, für Politik und Verwaltung. Es wird getragen von Verbänden und Unternehmen der Wirtschaft und bietet Seminare, Beratung, Projekte, Programme und Dienstleistungen im Bereich Bildung und Qualifizierung in drei Bildungszentren und 51 Niederlassungen in ganz BadenWürttemberg an. www.biwe.de

dend darauf ankommen, dass sich die beteiligten Partner gemeinsam an konkreten Maßnahmen und Zielen messen ließen. „Ein gutes Beispiel, wie so etwas erfolgreich ausgestaltet werden kann, ist das Ausbildungsbündnis in Baden-Württemberg“, sagte Hundt. Ein wichtiges Element der Fachkräfteallianz sei zudem die erleichterte Qualifizierung während des Berufslebens. „Das Bildungswerk hat sich hier als verlässlicher Partner der Unternehmen etabliert“, betonte Hundt. Durch die Einbindung von Experten aus den Betrieben orientierten sich die Wei-

terbildungs- und Qualifizierungsangebote eng an den Bedürfnissen der Unternehmen. Zugleich sei das Bildungswerk aber auch ein „gesellschaftspolitischer Seismograf“ für Politik und Arbeitsverwaltung und stoße durch seine Arbeit neue bildungs- und arbeitsmarktpolitische Projekte im Land an. Wie wichtig die Bildung für die Grundlage unseres Staates ist, zeigte der Festredner, der ehemalige Bundesverfassungsrichter Prof. Dr. Paul Kirchhof. Er machte deutlich, dass gemeinsame Werte und das Erlernen dieser Werte die Voraussetzung für das Funktionieren unseres freiheitlichen, demokratischen Rechtsstaats sind. Musikalisch beleitet wurde der Festabend von der Groovin‘ High Big Band, Städtische Musikschule Esslingen. Bereits am Vormittag befassten sich rund 350 Teilnehmer des Kongresses „Baden-Württemberg attraktiv für die besten Köpfe machen“ in der Stuttgarter Liederhalle mit konkreten Fragen der Fachkräftesicherung im betrieblichen Kontext. Im Mittelpunkt dieser Veranstaltung des Bildungswerks der Baden-Württembergischen Wirtschaft standen die drei Foren „Finden“, „Binden“ und „Entwickeln“. Hier informierten Praxisbeispiele und Fachvorträge u. a. über neue Ansätze des Ausbildungs- und Personalmarketings, innovative Weiterbildungsstrategien für jüngere und ältere Mitarbeiter sowie neue Bindungsmodelle. Die Vorträge und Praxisbeispiele können im Mitgliederbereich von Südwesttextil nachgelesen werden. Christine Schneider


Bildung + Soziales

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Berufsbilder an der Zukunft ausrichten Ausbildung zum Modenäher und Modeschneider sollen neu konzeptioniert werden Die Berufsausbildung in der Bekleidungsindustrie mit dem zweijährigen Ausbildungsberuf Modenäher und dem dreijährigen Ausbildungsberuf Modeschneider stammen aus dem Jahre 1997 und wurden als Stufenausbildung konzipiert. Neben technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen in der Branche haben sich in den letzten Jahren zusätzlich erhebliche strukturelle und organisatorische Veränderungen in den Betrieben ergeben, die sich auch auf die beruflichen Anforde-

rungen und Tätigkeiten der Beschäftigten auswirken. Die Entwicklung der Ausbildungszahlen zeigt einen dramatischen Rückgang: Gab es im Jahr 2000 noch 2 025 Ausbildungsverhältnisse für Modenäher, waren es 2009 nur noch 489. Die Anzahl bei den Modeschneidern ging im gleichen Zeitraum von 687 auf 324 zurück. Dies hat dazu geführt, dass die Sozialpartner, der Gesamtverband textil+mode und die IG Metall, die Durchführung eines Vorprojekts beim Bundeswirtschaftsministerium beantragt haben,

um so die Neukonzeption der Berufsbildung in der Bekleidungsindustrie vorzubereiten. Das Vorverfahren sowie die spätere Ausarbeitung der

Das Vorprojekt hat begonnen. Eckwerte werden vom Bundesinstitut für Berufliche Bildung (BiBB) in Bonn geleitet. Im Vorprojekt gilt es folgende Fragen zu untersuchen: • Werden die Aus-

bildungsinhalte der bestehenden Ausbildungsordnungen vom Arbeitsmarkt noch nachgefragt? • Entsprechen die bestehenden Berufsbilder noch den veränderten Anforderungen? • Ist ein neues Anforderungsprofil notwendig? Bedarf es weiterhin einer gestuften Ausbildungskonzeption oder ist eine andere Ausbildungsstruktur notwendig, um die Bedürfnisse dieses Berufsbereiches besser abzubilden und zukunftsfähig zu machen? • Wie wirkt sich die internationale Arbeits-

teilung in der Branche auf die Fachkräfteebene aus? Anfang Dezember wird das BiBB hierzu eine schriftliche Befragung bei ausbildenden Unternehmen und berufsbildenden Schulen in der Bekleidungsindustrie durchführen. Die Auswertung soll im März 2012 abgeschlossen sein. Daran schließt sich das eigentliche Neuordnungsverfahren an. Voraussichtlich werden die neuen Ausbildungsordnungen der Bekleidungsindustrie am 1. August 2013 Inkrafttreten. Christine Schneider

Stellengesuche Gelernte Kauffrau im Groß- und Außenhandel Fachrichtung Textil, war über 12 Jahre im In- und Ausland in verschiedenen Positionen für gehobene Marken der Textilbranche tätig (Einkäuferin/Produktmanagement DOB, Merchandising Manager in Beijing, China, Office Managerin eines Einkaufsbüros). Nach der Elternzeit sucht sie eine neue Herausforderung. Sie beherrscht Englisch in Wort und Schrift, verfügt über gute Sprachkenntnisse in Rumänisch und hat Basiswissen in Ungarisch. Selbstständige Fachjournalistin mit großem Erfahrungsschatz in der Textil- und Modebranche sucht eine neue Herausforderung im Bereich Kommunikation. Die studierte Modedesignerin mit mehrjähriger Erfahrung als selbstständige Redakteurin bei führenden Textilfachzeitschriften bietet Textil- und Bekleidungsunternehmen wirkungsvolle Öffentlichkeitsarbeit mit journalistisch fundierten Pressetexten. Gute Englisch- und Französischkenntnisse. Bei Interesse erfolgt die Kontaktaufnahme über Südwesttextil (Christine Schneider, Telefon +49 711 21050-25).

Go Textile!-Aktion zum Jahresende Zum Einstieg ins soziale Netzwerk testete Go Textile! auf Facebook eine Werbeanzeige. Sie wurde für die Dauer von einem Monat für eine eng eingegrenzte Zielgruppe für Schüler im Alter von 15 bis 18 Jahren in Deutschland geschaltet. Das Ergebnis: Prüfung bestanden − laut Facebook erzielte die Anzeige über 11 Millionen Impressionen und insgesamt 2 353 Klicks! Und weil Go Textile! auf Facebook so erfolgreich war, legt die Nachwuchskampagne mit einer neuen Aktion verbunden mit einem Gewinnspiel nach. Die Werbung für die Ausbildungsberufe auf Facebook und das Gewinnspiel auf der www.go-textile.de werden sich optimal ergänzen, umso die nötige Aufmerksamkeit für die Internetplattform zu erreichen. Los geht die Aktion am 1. Dezember und dauert bis zum 15. Januar 2012. www.go-textile.de/facebook

Seminare Bildungswerk Seminarangebot der Akademie für Personal- und Organisationsentwicklung im Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft in Kooperation mit Südwesttextil Reisekosten Termin: 6. Februar 2012 Ort: Haus Bleibach Erfolgreich führen ohne Weisungsbefugnis Termin: 13. bis 14. Februar 2012 Ort: Haus Reutlingen Internationale Mitarbeitereinsätze – arbeitsund sozialversicherungsrechtliche Aspekte Termin: 29. Februar 2012 Ort: Haus Steinheim Weitere Informationen unter www.biwe.de


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Recht + Steuern

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Standardisierte Ein- und Verkaufsbedingungen Ein unverzichtbares Hilfsmittel im nationalen und internationalen Geschäftsverkehr Der Sinn und Zweck der Verwendung von Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) lässt sich am prägnantesten durch folgende drei Schlagworte beschreiben: individuelle Rechtssicherheit, Vereinheitlichung und Kostenreduktion. AGB dienen in erster Linie dazu, die Interessen der Wirtschaft an Abweichungen vom Gesetz durch ein standardisiertes Vertragswerk zu gewährleisten. Diese Interessen begründen sich in der Regel aus der Intention der Unternehmen, geänderten Marktsituationen zu entsprechen, eine Standardisierung der Vertriebs- und Einkaufsabläufe zu erreichen und damit das eigene wirtschaftliche Risiko zu minimieren. Unabhängig von der Frage, ob AGB im nationalen oder internationalen Bereich eingesetzt werden, können sie, wenn

Kostenreduzierung durch individuelle AGB sie individuell angepasst werden, einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass die Kostenstelle „Gewährleistung“ in erheblichem Maße reduziert wird. Diese betriebswirtschaftlichen Vorteile Allgemeiner Ein- und Verkaufsbedingungen werden leider noch von zu vielen produzierenden und vertreibenden Unternehmen unterschätzt. Aufgrund der dynamischen Rechtsprechung zu AGB bestehen erhebliche Risiken bei deren Handhabung. Neben der grundsätzlichen Frage, welche Regelungen durch AGB getroffen werden können, finden sich im-

mer wieder Fehlerquellen bei der Einbeziehung derartiger Klauselwerke in neue oder bereits bestehende Geschäftsbeziehungen. In diesem Zusammenhang ist zu

Pflicht zum Handeln hat, wenn er den Vertragstext einsehen möchte (sog. Kenntnisbeschaffungsobliegenheit). Für den internationalen Rechtsverkehr ist der reine Ver-

erklärt wird. Die entstehende Lücke wird durch die Anwendung der gesetzlich vorgesehenen Regelungen zur Gewährleistung gefüllt. Dies bedeutet für den Verkäufer

Rechtsanwalt Steffen Gaber: „AGB dienen in erster Linie dazu, die Interessen der Wirtschaft an Abweichungen vom Gesetz durch ein standardisiertes Vertragswerk zu gewährleisten.“

beobachten, dass Unternehmen ihre Verkaufsbedingungen häufig auf der Rückseite ihrer Rechnung abdrucken, ohne zuvor auf diese hingewiesen zu haben. In einem solchen Falle sind die AGB nicht wirksam einbezogen. Vielmehr verlangen die Gerichte, dass auf die AGB vor Vertragsschluss hingewiesen werden muss, um sie zum wirksamen Vertragsbestandteil werden zu lassen. Kommt der AGB-Verwender dieser Voraussetzung nach, indem er z.B. bei seinem Angebot auf die AGB hingewiesen hat, so ist in einem zweiten Schritt zu berücksichtigen, ob es sich um ein nationales oder internationales Rechtsgeschäft handelt. Im Falle eines nationalen Rechtsgeschäftes ist der reine Verweis auf die eigenen AGB ausreichend, da der unternehmerische Vertragspartner eine

weis jedoch nicht ausreichend. Innerhalb eines solchen Geschäftes ist der Verwender verpflichtet, die AGB dem Vertragspartner zu „übergeben“ (sog. Kenntnisverschaffungsobliegenheit). Ob eine Übergabe durch das Internet erfolgen kann, ist umstritten und hängt von dem jeweiligen Einzelfall ab.

Übergabepflicht bei internationalen Rechtsbeziehungen Vertreibende Unternehmen haben auch regelmäßig ein Interesse an der Minimierung ihrer Gewährleistungspflichten. Hierbei zeigen sich ebenfalls zahlreiche inhaltliche Fehlerquellen, die von den Gerichten regelmäßig abgestraft werden, indem die gesamte Klausel für unwirksam

häufig den ungünstigsten Fall. Daher ist bei der Erstellung von AGB immer zu berücksichtigen, dass ein vollständiger Ausschluss von Gewährleistungsrechten regelmäßig unwirksam ist. Dies gilt auch für unwesentliche Mängel. Es gibt aber Gestaltungsmöglichkeiten, die eine Abwicklung unwesentlicher Mängel kostengünstig ermöglichen. Beispielsweise empfiehlt es sich, das Recht auf Nachbesserung und Ersatzlieferung auszuschließen. Dies hat bei der Anwendung deutschen Rechts zur Folge, dass für den Käufer lediglich die Minderung des Kaufpreises in Betracht kommt. Mögliche Arbeitsaufwände, weitere Transportkosten etc. fallen folglich nicht an. Bei internationalen Rechtsgeschäften besteht immer das Problem der Rechtswahl. Bei-

spielsweise stellt sich die Frage, welches Recht auf den Vertrag angewandt werden soll, wenn der Verkäufer in Deutschland, der Käufer aber in der Türkei ansässig ist. Oft findet man Verträge, die das Recht der Schweiz als Vertragsstatut bestimmen. Das hört sich sicherlich gut an, aber die Vertragsparteien sind mit dem schweizerischen Obligationenrecht meist nicht ausreichend vertraut, mit der Folge, dass unter einem unbekannten Recht ein Vertrag geschlossen wird. Die durch AGB gewünschte Rechtssicherheit ist somit nicht mehr gegeben. Eine angemessene Lösung lässt sich jedoch unproblematisch und für beide Vertragsparteien interessengerecht erreichen. In einem solchen Fall ist zu empfehlen, die Rechtswahl zugunsten des UN-Kaufrechts (CISG) auszuüben. Dabei handelt es sich um ein internationales Kaufrecht, das in mittlerweile 77 Staaten Anwendung findet und innerhalb aller Mitgliedsstaaten als

UN-Kaufrecht bietet erhebliche Regelungsvorteile nationales Recht gewertet wird – das ist weltweit einmalig! Darüber hinaus hat das UN-Kaufrecht erhebliche Regelungsvorteile gegenüber dem deutschen Recht. So sind insbesondere weitergehende Regelungen zum Schadensersatz und zur Warenuntersuchungspflicht des Käufers möglich. Gastbeitrag von RA Steffen Gaber, LL.M., Schaudt Rechtsanwälte, Stuttgart


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Etappensieg beim Urlaub Neue Entscheidung des EuGH Die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zum unbegrenzten Erhalt von Urlaubsansprüchen bei Langzeiterkrankten hat die Betriebe in der Vergangenheit hart getroffen. Nunmehr scheint der EuGH ein Einsehen zu zeigen. In einer aktuellen Entscheidung vom 22. November wird eine tarifvertragliche Begrenzung von Urlaubsansprüchen auf einen Übertragungszeitraum von 15 Monate nach dem Ende des Urlaubsjahres als unionsrechtskonform bestätigt. Soweit ein solcher Übertragungszeitraum eingeräumt wird, ist nach Ansicht des EuGH die „positive Wirkung für den Arbeitnehmer als Erholungszeit gewährleistet“. Der EuGH hat somit klar zu Papier gebracht, dass ein Arbeitnehmer nach zehnjähriger Krankheit eigentlich kein bezahltes Erholungsjahr benötigt und ein derar-

tiges Ansammeln von Urlaubsansprüchen nach dem Unionsrecht nicht geboten ist. Auch wenn sich das Urteil des EuGH zunächst nur auf einzelstaatliche Rechtsvorschriften oder Gepflogenheiten wie etwa Tarifverträgen bezieht, dürfte auch der Weg für vertragliche Begrenzungen des Urlaubsübertragungszeitraums bei Langzeiterkrankten geöffnet worden sein.

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Die positive Wirkung des Urlaubs als Erholungszeit für den Arbeitnehmer bei einer Übertragungszeit von 15 Monaten ist jedenfalls unabhängig von der Rechtsgrundlage gewährleistet. Es empfiehlt sich demnach zunächst in die Arbeitsverträge ohne Tarifbindung (OT bzw. AT) mit aufzunehmen, dass der bezahlte Jahresurlaub, der wegen einer Erkrankung nicht genommen werden konn-

Zeugnisformulierung Kläger als sehr interessierten und hochmotivierten Mitarbeiter kennengelernt, …“ bewerten. Der Arbeitnehmer vertrat in der Revisionsinstanz die Meinung, dass die Formulierung „kennengelernt“ in der Berufswelt überwiegend negativ verstanden werde. Der Arbeitgeber würde mit dieser Formulierung tatsächlich zum Ausdruck bringen wollen, dass der Arbeitnehmer in Wahrheit Desinteresse und fehlende Motivation an den Tag gelegt habe. Dem folgte das BAG nicht. Ausdrücklich erklärte der Neunte Senat, dass sämtliche Formulierungen

Urlaub: Übertragungszeit auf 15 Monate begrenzt kassiert hatte, hatte das BAG das Bundesurlaubsgesetz insoweit europarechtskonform ausgelegt. Vielleicht kann diese Auslegung durch das BAG auch wieder europa-

rechtskonform begrenzt werden, indem der Verfall von Urlaubsansprüchen bei Langzeiterkrankten zumindest nach 15 Monaten angenommen wird. Das LAG BadenWürttemberg hatte bereits mit Urteil vom 9. Juni dieses Jahres noch einen anderen arbeitgeberfreundlichen Ansatz gefunden: In der Entscheidung wurde festgestellt, dass bei einem ruhenden Arbeitsverhältnis keine Urlaubsansprüche mehr entstehen können. Im Ergebnis waren danach dem Arbeitnehmer nach Aussteuerung aus dem Krankengeldbezug und Beginn des Arbeitslosengeldbezuges keine weiteren Urlaubsansprüche entstanden. Langzeiterkrankten kann also nunmehr nach einer erfolgten Aussteuerung die nachträgliche Urlaubsgewährung mit guten Gründen verweigert werden. Nathan Binkowski

Aktuelle Steuer-Nachrichten

Wie erkennt man Verschlüsselungen? Immer wieder müssen Zeugnisformulierungen von Arbeitsgerichten daraufhin überprüft werden, ob sie tatsächlich „wohlwollend“ sind. Dabei ist schon lange nicht mehr der tatsächliche Wortlaut entscheidend. Vielmehr wird bei vielen Formulierungen darüber gestritten, ob es sich nicht um Verschlüsselungen handelt. Aber woran erkennt man, ob eine Aussage wirklich so gemeint ist oder das Gegenteil bedeutet? Das Bundesarbeitsgericht (BAG) durfte in einem aktuellen Urteil vom 15. November den Halbsatz „Wir haben den

te, jedenfalls nach einer Übertragungsfrist von 15 Monaten nach dem Ende des Urlaubsjahres verfällt. Die Tarifvertragsparteien werden nach diesem Urteil ebenfalls in der Pflicht sein, die entsprechenden Tarifverträge anzupassen. Mit Interesse wird weiter verfolgt werden dürfen, wie das Bundesarbeitsgericht (BAG) auf diese neue Rechtsprechung reagiert. Nachdem der EuGH den Verfall von Urlaubsansprüchen bei Langzeiterkrankten nach Ende des Urlaubsjahres

aus Sicht eines objektiven Empfängerhorizonts zu bewerten seien. Danach konnte keine negative Beurteilung in dieser Formulierung erkannt werden. Sicherlich ist der Arbeitgeber gut beraten, wenn er weiterhin bei der Leistungs- und Verhaltensbeurteilung die übliche Zeugnissprache berücksichtigt. Auch auf die Schlussformel ist ein besonderes Augenmerk zu legen. Für die weiteren Umschreibungen scheint der normale Menschenverstand auszureichen, weshalb das Urteil ausdrücklich zu begrüßen ist. Kai-Uwe Götz

Die aktuelle Ausgabe der Steuernachrichten gibt einen umfassenden Überblick über die noch bis zum Jahresende anstehenden Gesetzesvorhaben und ihren derzeitigen Stand. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um das Steuervereinfachungsgesetz 2011. Außerdem hat die EU-Kommission Deutschland förmlich aufgefordert, seine Regelungen zur Übertragung stiller Reserven zwischen Wirtschaftsgütern (§ 6b EStG) zu ändern, da sie den darin enthaltenen Inlandsbezug als eine diskriminierende steuerliche Behandlung und mit den EU-Vorschriften nicht vereinbar hält. Sie ist der Auffassung, dass die territoriale Beschränkung gegen die grundlegenden Regeln des Binnenmarktes, namentlich gegen die Niederlassungsfreiheit, verstößt. Sollte Deutschland dieser Aufforderung nicht nachkommen, kann die EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren vor dem EuGH eröffnen. Weiter Nachrichten zur Einkommen- und Umsatzsteuer können in der Novemberausgabe nachgelesen werden, die im geschlossenen Mitgliederbereich der Internetseite von Südwesttextil als pdf-Datei heruntergeladen werden kann.


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Technik + Umwelt

November 2011

Neues von der ITMA

Termine

Vortragsveranstaltung in der Gatex Die ITMA, die Leitmesse für Textilmaschinen, hatte in Barcelona gerade ihre Tore geschlossen, und schon wurde man in Bad Säckingen bei der Gatex über die neusten Entwicklungen informiert. Im gut gefüllten Foyer der Ausbildungsstätte referierten Sören Klein, Geschäftsführer der Elmatex GmbH, und Siegfried Sachs, Lindauer Dornier, Ende Oktober über ihre Eindrücke von der Messe. Über die neuesten Entwicklungen aus dem Bereich Textilveredlung berichtete Sören Klein. Ein großer Trend sei die Nachfrage nach energieeffizienteren, „grünen Produkten“. Die Gründe hierfür seien die weltweit wachsende Nachfrage nach Textilien, die stetig steigenden Energiekosten und die in den letzten Jahren deutlich verschärften staatlichen Auflagen. Zudem steige das Umweltbewusstsein in vielen Ländern. Besonders zu beachten sei die Entwicklung einer umweltfreundlichen Trocknergeneration, die bei gesteigertem Produktionsoutput deutlich weniger Heizenergie benötige. Der Trockner sei mit

einem zentralen Heizsystem, einem völlig neuartigen Luftführungssystem, sowie einer ausgeklügelten Temperaturregelung ausgestattet. Im Vergleich zu

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einem herkömmlichen Spannrahmen mit Wärmerückgewinnung spare dieser innovative Trockner nochmals um bis zu 30 Prozent Energie ein.

Sören Klein und Siegfried Sachs berichteten über die Neuheiten der ITMA. Das ORW-Multiaxialgewebe von Dornier ist nur ein Beispiel.

FKT-Broschüre „Textile Chancen“ erschienen Die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) hat als eines der ältesten Förderprogramme des Bundes einen nicht zu unterschätzenden Anteil am gelungenen Strukturwandel der deutschen Textilindustrie. Das belegt die jetzt vom FKT Forschungskuratorium Textil herausgegebene Broschüre „Textile Chancen – IGF-Förderung hilft dem Mittelstand“. Das Heft stellt auf 48 Seiten weit über 20 Beispiele für gelungenen Forschungsvorlauf im Interesse des Mittelstandes vor. Zum Themenspektrum gehören Leuchttextilien und Lotosmarkisen ebenso wie Sensor-Seile, explosionssichere Gepäcksäcke, Schwebefassaden, Hohlfasern, Nervenleitschienen und Organofolie. Sie zeigen, wie die Forschung mit Hilfe des Erfolgsprogramms aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie Impulse und Ideen aus der Industrie aufgreift und industrienahe Lösungen entwickelt – Grundlage für neue innovative Produkte und Verfahren mit großem Umsatzpotenzial. Die Broschüre wird über das Forschungskuratorium Textil versandt. Bestellungen: dmeier@textilforschung.de

Siegfried Sachs stellte den interessierten Teilnehmern die neue Webtechnologie, das Open Reed Weaving (ORW) vor, eine Kombination aus Weben und Sticken. Die Entwicklung gehe auf die Technologie des Broschierens zurück. Das Webblatt werde nach oben geöffnet und erzeuge dabei mit den Kettfäden eine Schussmusterung. Das ergäbe völlig neue Mustermöglichkeiten für verschiedene Anwendungsbereiche wie z. B. Stickschussmusterung bei Bekleidungs- und Dekorationsstoffen oder, gezielt eingesetzt, bei partiellen Verstärkungen in technischen Geweben. Für diese Technologie wurde das Entwicklungsteam der Lindauer Dornier auf der Techtextil mit dem Innovationspreis 2011 ausgezeichnet. Die ITMA-Nachlese war eine Veranstaltung, zu der der Förderverein der Gatex und der Verein Deutscher Textilveredlungsfachleute Regionalgruppe Südbaden gemeinsam eingeladen hatten.

Christine Schneider

AFBW Anwenderforum Am 8. Dezember veranstaltet die Allianz Faserbasierte Werkstoffe Baden-Württemberg im Hohenstein Institute Bönnigheim ein Anwenderforum zum Thema „Smart Textiles – Material, Chemie & Veredlung“. Die Anwendungsbereiche von Textilien mit speziellen funktionellen Eigenschaften erstrecken sich von Schutzbekleidung über Sport- und Freizeitbekleidung bis hin zur Architektur mit textilen Strukturen. Die Veranstaltung möchte mit den Teilnehmern über den textilen Tellerrand hinausblicken und ihnen neue Impulse und Ideen geben. Weitere Infos unter www.afbw.eu. Textil Innovativ Am 9. Februar 2012 veranstaltet Bayern Innovativ in Fürth das internationale Symposium „Textil Innovativ“. Die Veranstaltung mit angeschlossener Fachausstellung ist eine ideale Plattform, um Kontakt zu Experten, Kunden und potenziellen Kooperationspartner für die Entwicklung neuer funktioneller Textilien zu knüpfen. Programm und Anmeldung unter www. bayern-innovativ.de Gatex Am 19. März 2012 findet in der Gatex, Bad Säckingen, das Seminar „Textiles Grundwissen für Kaufleute“ statt. Der fünftägige GrundlagenKurs richtet sich an die kaufmännischen Mitarbeiter der Textil- und Bekleidungsindustrie, des Textilmaschinenbaus sowie an die Zulieferindustrie. Die Teilnehmer erhalten einen Überblick über die Entstehung von Textilien und können so deren Qualität besser bewerten. Mehr unter www. die-gatex.de


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Technik + Umwelt

November 2011

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Wie praktisch – immer erreichbar Digel präsentiert seinen neuen Smart-Textile-Business-Anzug Anfang Februar ist es soweit − dann kommt der iSuit von Digel auf den Markt. Dieser innovative, modische Anzug des Nagolder Herrenmodeherstellers ist nichts für schwache Männer, sondern für schwache Akkus. Das Sakko ist mit einer mobilen Lade-Station ausgestattet, die mit verschiedenen Smartphones kompatibel ist. Sie ist so klein, dass sie problemlos in der Innentasche mitgetragen werden kann, ohne dass „Mann“ sie spürt bzw. in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist. Bei akutem Bedarf werden

Ein schwacher Akku hat hier keine Chance: Mit Hilfe des mitgelieferten mobilen Ladegerätes kann er jederzeit aufgeladen werden. Fotos: Digel

Mobiltelefon und Ladevorrichtung einfach durch ein Kabel verbunden und bis zum gewünschten Ladegrad aufgeladen. Auch an die Sicherheit des Mannes ist gedacht: Die Innentasche verfügt über einen speziellen Strahlenschutz. Damit der iSuit auch auf Reisen

eine gute Figur macht, ist er durch einen hohen Stretch-Anteil extrem knitterunempfindlich. Jetzt muss Mann sich eine andere Ausrede einfallen lassen, denn „Schatz, mein Akku war leer“ funktioniert künftig nicht mehr. Simone Diebold

Technische Textilien für innovative Anwendungen und Produkte – NanoMatTextil Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) beabsichtigt auf der Grundlage des Rahmenprogramms „Werkstoffinnovationen für Industrie und Gesellschaft – WING“ FuE-Projekte zum Thema „Technische Textilien für innovative Anwendungen und Produkte – NanoMatTextil“ zu fördern. Gefördert werden risikoreiche und anwendungsorientierte industrielle Verbundprojekte, die ein arbeitsteiliges und multidisziplinäres Zusammenwirken von Unternehmen mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen erfordern. Die Vorhaben sollen dabei die gesamte Wertschöpfungskette von der Werkstoffherstellung über -verarbeitung bis zur Anwendung abdecken. Vorzugsweise sollten anwendungsübergreifende Entwicklungen verfolgt werden, um einen besseren Erfahrungsaustausch bzw. Wissenstransfer zu erreichen. Thematische Schwerpunkte sind: 1. Neue Faserentwicklungen 2. Ausrüstung und Oberflächenfunktionalisierung 3. Entwicklung neuer Textilstrukturen Die Zuwendungen können als nicht rückzahlbare Zuschüsse gewährt werden. Mit der Abwicklung der Fördermaßnahme hat das BMBF das Forschungszentrum Jülich beauftragt. In der ersten Verfahrensstufe sind dem Projektträger bis spätestens 15. März 2012 Projektskizzen vorzulegen. Die Förderrichtlinie kann unter http://www.bmbf.de/foerderungen/17318.php heruntergeladen werden.

Aus GPSG wird ProdSG Neues Produktsicherheitsgesetz stärkt die Marktüberwachung Am 1. Dezember tritt das neue Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) in Kraft und löst das Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (GPSG) ab. Neu gefasst werden auch die an das Gesetz angebundenen Verordnungen wie die Bereitstellung von persönlichen Schutzausrüstungen auf dem Markt. Die bisherige Unterteilung in „Verbraucherprodukte“ und „technische Arbeitsmittel“ entfällt. Für

die Gruppe der Verbraucherprodukte werden in § 6 ProdSG allerdings zusätzliche, bereits im GPSG gültige Anforderungen aufgestellt. Für die Textilund Bekleidungsindustrie zählt dazu insbesondere die Kennzeichnungspflicht. Schon das GPSG forderte die Angabe von Name und Adresse des Herstellers oder Einführers auf dem Produkt bzw. der Verpackung, wobei die

bloße Angabe einer Internet- oder E-Mail-Adresse nicht ausreichte. Das ProdSG schafft hier durch den Begriff der „Kontaktanschrift“ Klarheit. Außerdem sieht es die Herstellerangabe am Produkt als Normalfall vor. Die Angabe auf der Verpackung soll nur in Frage kommen, wenn die Etikettierung des Produktes nicht möglich ist oder einen unverhältnismäßigen Aufwand bedeutet. Folglich ist immer

die Anbringung an der Ware selbst zu bevorzugen. Das neue ProdSG vereinheitlicht und verschärft die Marktüberwachung durch genaue Vorgaben für die Zahl der Stichprobenkontrollen. Bisher gab es große Unterschiede zwischen den EU-Ländern. Nach § 26 ProdSG ist je Land von einem Richtwert von 0,5 Stichproben pro 1 000 Einwohner auszugehen. Für Deutschland bedeutet dies also eine jähr-

liche Kontrollzahl von fast 41 000. Eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Gewerbeaufsichtsämtern und Zoll soll helfen, gefährliche Produkte möglichst frühzeitig aufspüren. Bei Verstößen ist künftig mit einem Bußgeld von bis zu 10 000 Euro zu rechnen. Bisher waren es nur bis zu 3 000 Euro. Das ProdSG steht unter www.suedwesttextil.de zum Download bereit Silvia Jungbauer


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November 2011

Zu guter Letzt

Südwesttext

Wenn Eier vom Himmel fallen Kreative Highlights im Rahmen der Reutlinger Wissenswoche 2011 Am 19. November ließ Prodekan Michael Goretzky aus über 20m Höhe, phantasievoll gestalteten Flugobjekte vom Himmel fallen. An Bord: rohe Eier, die möglichst unbeschadet landen sollten. Und die Studierenden des Erstsemesters Transportation Interior Design der Hochschule Reutlingen fieberten mit, ob die eigene Konstruktion dem freien Fall in die Tiefe standhalten würde. Dieser „Egg-Check“ war einer der Höhepunkte der Werkschau Design am Tag der offenen Tür. Studierende der unterschiedlichen Design-Schwerpunkte präsentierten hier ihre Studien- und Abschlussarbeiten. Ein weiterer Anziehungspunkt war das Projekt „Crazy Interior“, das speziell für die diesjährige Werkschau initiiert wurde. Das erste Semester des Studienganges Transportation Interior Design hatte die Aufgabe bekommen, ein Interieur nicht im klassischen, sondern im künstlerischen Sinne zu gestalten. Entstanden ist

dabei ‚Der Komposter‘ − ein futuristisch wirkendes Interieur, bestehend u. a. aus Pappbechern, leeren Mehrwegflaschen und pinkfarbenem Plüsch. Die faszinierende Vielfalt der Pflanzenwelt inspirierte die TextilDesignerinnen zu experimentellen Stoffstrukturen und -gestaltungen. Entstehende Kontraste durch Kombinationen von Lochmustern und Überlagerungen konnten von den zahlreichen Besuchern bewundert werden. Simone Diebold

Impressum © Alle Rechte vorbehalten. Keine Vervielfältigung ohne schriftliche Genehmigung des Herausgebers. Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie – Südwesttextil e.V. Kernerstraße 59 70182 Stuttgart Postfach 10 50 22 70044 Stuttgart Telefon: +49 711 21050-0 Telefax: +49 711 233718 Internet: www.suedwesttextil.de Präsident Dr. Axel Nickel Hauptgeschäftsführer Dr. Markus H. Ostrop Verantwortlich für Inhalt und Layout: Simone Diebold Gestaltung: www.die-wegmeister.com Druck: Gress-Druck GmbH, Fellbach Auflage: 900

Die Wahrheit in deutschen Betten Die Fachzeitschrift TextilWirtschaft hat die Ergebnisse des TW-Kundenmonitors „Nachtwäsche“, einer repräsentativen Befragung von mehr als 8 900 Konsumenten, vorgestellt. Durchgeführt wurde die Umfrage in ihrem Auftrag von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), Nürnberg, die im November 2011 das Trage- und Kaufverhalten von Nachtwäsche auf den Prüfstand stellte. Auf Basis einer Vergleichsstudie aus dem Jahr 2001 lässt sich zurückverfolgen, was sich in den vergangenen zehn Jahren im deutschen Schlafzimmer getan hat. Deutlich zeigt sich, dass Nachtwäsche kaufen und tragen nicht mehr so einen hohen Stellenwert hat wie noch Anfang des Jahrtausends. Damals hatte fast jeder Zweite angegeben, einen Schlafanzug, Pyjama oder ein Nachthemd in den vergangenen zwölf Monaten gekauft zu haben. Heute tut das nur knapp jeder Dritte – darunter tendenziell mehr Personen über 50 Jahre. Aber nicht nur das Kaufen von klassischer Nachtwäsche ist rückläufig – auch das Tragen selbst. So gaben 2001 noch 56 Prozent der Befragten an, „nachts normalerweise einen Schlafanzug oder Pyjama“ zu tragen, heute sind es nur 50 Prozent. Auch das Nachthemd verliert seine Anziehungskraft. Zog sich vor zehn Jahren noch etwa jede zweite Frau ein Nachtkleid über, so ist es heute nur noch jede Dritte. Einzig diejenigen, die ihre Nächte in T-Shirts & Co verbringen, werden mehr. Quelle: Textilwirtschaft

Fotos: Hochschule Reutlingen

Zitat „Wer einen Engel sucht und nur auf die Flügel schaut, könnte eine Gans nach Hause bringen.“ Georg Christoph Lichtenberg (17421799), zitiert von Johannes Krumme, Referent des Bildungswerks, in seiner Eröffnungsrede zum Vortrag „Wie tickt die Jugend heute“.


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Südwesttext November 2011 by Südwesttextil - Issuu