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Südwesttext Mai 2019 Nr.118

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SÜDWESTTEXT Zeitung für die Textil- und Bekleidungsindustrie HERAUSGEGEBEN VON SÜDWESTTEXTIL

WWW.SUEDWESTTEXTIL.DE

MAI 2019 | NR. 118

Themen Verband + Industrie Nachhaltigkeit liegt in der Luft Seite 4 Verband + Industrie Ein Auge für Farbe, ein Gefühl für Textil Seite 10

Bildung & Kulinarisches in Stuttgart

Der Präsident bittet zu Tisch Seite 3

Südwesttextil ist umgezogen

Neue Räumlichkeiten, neue Adresse – wie immer für Sie da! Endlich ist es soweit: Südwesttextil e.V. und die Südwesttextil Service GmbH sind in der Kalenderwoche 16 in ein neues, modernes Verbandshaus umgezogen – vielleicht das derzeit attraktivste Bürogebäude der Landeshauptstadt. Nach dem großen Transfer haben wir dann in den neuen Geschäftsräumen in der Türlenstraße 6, 70191 Stuttgart

Das Look 21 an der Türlenstraße.

unseren Betrieb wieder aufgenommen. Unsere Kontaktdaten (Telefon, Telefax, Durchwahlen, Mailadressen) bleiben unverändert. Bitte ändern Sie entsprechend auch unsere Angaben in Ihrem Adressverteiler. Die neuen Geschäftsräume befinden sich im „Look21“. Der Neubau steht an der Ecke Türlenstraße/Heilbronner Straße (gegenüber Stadtbibliothek und Einkaufszentrum Milaneo).

Textilindustrie für ein starkes Europa Mit Blick auf die Wahl zum Europäischen Parlament am einem starken Europa werden wir unsere internationale 26. Mai melden sich Unternehmer und Verbandsvertreter Wettbewerbsfähigkeit als mittelständische Industrie weiter der Branche zu Wort, warum Europa für sie wichtig ist. sichern können, auch wenn es darum geht, bei Digitalisierung und künstlicher So auch Ingeborg Neumann, Präsidentin des Gesamtverbandes »Ein starkes Europa ist für Intelligenz an der Spitze textil+mode: „Die deutsche Texzu sein“. Die Exportquote die deutsche Textil- und Mo- von mehr als 40 Prozent til- und Bekleidungsindustrie ist spiegelt die Wertschäteine international aufgestellte deindustrie die Grundlage Branche, die viele Länder auf der Branche auf den wirtschaftlichen Handelns.« zung der Welt mit hochspezialisierinternationalen Märkten Alle Videos unter www.textil-mode.de ten Textilien beliefert. Vom wider und unterstreicht feuerfesten Spezialgarn über die Wettbewerbsfähigkeit Medizinprodukte bis zu Funktionstextilien – deutsche der deutschen Unternehmen. 1 400 zumeist mittelstänTextilunternehmen liefern in die ganze Welt. Bei tech- dische Unternehmen erwirtschaften mit rund 135 000 nischen Textilien sind wir sogar Weltmarktführer. Nur mit Mitarbeitern rund 32 Milliarden Euro Jahresumsatz.

Recht + Steuern Thema Aufhebungsvertrag Seite 16

Zahl des Monats Wirtschaftsberater haben sich einem besonders exportstarken Industrietypus gewidmet: den Hidden Champions. Im weltweiten Vergleich ist Deutschland hier führend, denn von den weltweit gut 2 700 Hidden Champions kommen mehr als 1 300 aus Deutschland. Bei der regionalen Verteilung liegt Baden-Württemberg mit 302 direkt hinter Nordrhein-Westfalen. Bei der Berücksichtigung der Bevölkerung steht Baden-Württemberg mit 28 Unternehmen / 1 Million Einwohner sogar ganz oben. Auffällig ist das zunehmende Interesse ausländischer Investoren in die oft mittelständischen Unternehmen. Seit 2010 haben chinesische Investoren alleine in Baden-Württemberg 58 Hidden Champions und andere Unternehmen übernommen.

302

Quelle: Statistisches Bundesamt, IW Medien, Hermann Simon, Jörn Block

Aktuell Als Hauptsponsor des Organic Textile Forums laden wir Sie vom 7. bis zum 9. Mai 2019 nach Konstanz ein. Im Fokus steht die nachhaltige Beschaffung in der textilen Wertschöpfungskette mit zahlreichen Vorträgen und Workshops. Als Mitgliedsunternehmen erhalten Sie 10 Prozent Rabatt. Weitere Infos und Anmeldung unter www.it-fits. de/organic-textile-forum.


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Verband + Industrie

EU-Bürger befürworten Freihandel und Abschottung

Nachdruck aus dem Informationsdienst iwd des Instituts der deutschen Wirtschaft.

Spätestens seit US-Präsident Donald Trump auf Konfrontationskurs mit den Handelspartnern der USA ging und die Briten für den Brexit stimmten, ist das Thema Protektionismus in den öffentlichen Debatten wieder sehr präsent. Auch mit Blick auf die kommende Europawahl ist es relevant, schließlich setzen viele der aufstrebenden populistischen Parteien quer durch die EU eher auf Abschottung denn auf offene Grenzen. Daher stellt sich die Frage, welche Positionen die EU-Bürger in Sachen Handelspolitik vertreten – wollen sie europa- oder sogar weltweit freien Güteraustausch, weil sie als Konsumenten davon profitieren? Oder befürworten sie eine protektionistische Politik, zum Beispiel weil sie durch den freien Wettbewerb ihren Arbeitsplatz bedroht sehen? Die Antwort lautet erstaunlich oft: sowohl als auch. Dies geht aus Befragungen von rund 28 000 EU-Bürgern ab 15 Jahren im Rahmen des Eurobarometers hervor. So gaben im Frühjahr 2018

knapp drei Viertel der Europäer an, mit dem Begriff Freihandel etwas Positives zu verbinden. Zugleich hatten aber auch etwa 40 Prozent eine positive Einstellung zum Protektionismus. In Zypern, Spanien, Rumänien und Griechenland war die Zustimmung zum Protektionismus mit rund 60 bis knapp 70 Prozent sogar fast ebenso hoch wie zum Freihandel. Individualdaten des Eurobarometers vom Herbst 2017, die das Institut der deutschen Wirtschaft ausgewertet hat, belegen, dass fast jeder dritte EU-Bürger eine positive Einstellung sowohl zum Freihandel als auch zum Protektionismus hat. Ebenso wenig mit ökonomischen Grundsätzen vereinbar ist die Haltung von weiteren 15 Prozent der Befragten, die sowohl den freien Handel als auch protektionistische Maßnahmen ablehnen. Mithilfe der EurobarometerDaten lassen sich aber auch einige Faktoren ermitteln, die die Einstellungen der Befragten maßgeblich

beeinflussen. Einer davon ist der Arbeitsmarktstatus. So äußern sich arbeitslose EU-Bürger häufiger sowohl pro Freihandel als auch pro Protektionismus als die übrigen Befragten. Ebenso spielt die allgemeine wirtschaftliche Lage im jeweiligen Land eine Rolle: Wird diese positiv bewertet, fallen die Bewertungen von Freihandel und Protektionismus seltener inkonsistent aus. Eine große Rolle spielt aber auch der Faktor Bildung: Je niedriger das Bildungsniveau der Befragten in der EU ist, desto häufiger befürworten sie sowohl den freien Handel als auch eine Politik der Handelshemmnisse. Zugleich werden solche widersprüchlichen Positionen eher selten von jenen EU-Bürgern vertreten, die oft mit Freunden oder Bekannten über politische Themen diskutieren. Nicht zuletzt fallen die Antworten umso konsistenter aus, je mehr die Befragten speziell über die EU wissen. Die widersprüchlichen Aussagen zum Freihandel beziehungsweise Protektionismus lassen sich also zumindest teilweise auf fehlende Kenntnisse über politische und wirtschaftliche Zusammenhänge zurückführen. Um den Wissensstand zu verbessern und die Europäer für die Gefahren protektionistischer Tendenzen zu sensibilisieren, muss dieses komplexe Thema intensiver öffentlich diskutiert werden. Damit die Debatten möglichst viele Bürger erreichen, sollte die EU eine breit angelegte Informationsstrategie konzipieren, die alle relevanten Medien abdeckt.

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In Kürze Jan Sebastian Ahlers übernimmt zum 1. April 2019 die Leitung des Vertriebs Central Area (D/A/CH) der Division Vera Mont. Ahlers war zuletzt bei BRÜHL im Business Development und zuvor mehrere Jahre bei BRAX im Vertrieb tätig. Die Division Vera Mont umfasst neben der Hauptlinie die Marken VM by Vera Mont, Robe Légère by Vera Mont und Suddenly Princess.

Jan Ahlers Foto: Betty Barclay

Bernd Brodrick übernimmt zum 1. April 2019 die Leitung des Vertriebs der Marke PUBLIC. Mit diesem Schritt soll die Expansion des Labels vorangetrieben werden. Das neue Konzept zur Order via App der jüngsten Brand der Betty Barclay Group wurde erst im Januar 2019 auf der Panorama Messe in Berlin vorgestellt. Zuvor wurde PUBLIC bereits rund eineinhalb Jahre bei Karstadt getestet. Brodrick verfügt über langjährige Erfahrung in der Textilbranche und bringt über Stationen wie Gerry Weber International AG, Gelco sowie Biba seinen breiten Erfahrungsschatz ein.

https://spektor.iwmedien.de

Nachruf Der Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie - Südwesttextil e. V. trauert um seinen ehemaligen Hauptgeschäftsführer

Dr. Rolf Gaber Zwei Jahrzehnte, von 1980 bis 2000, war er hauptamtlicher Lenker und Vordenker unseres Vorgängerverbands der baden-württembergischen Textilindustrie. Als solcher hat er die Verbandsszene in Land und Bund wesentlich geprägt und zeigte sich über seine Ehrenämter in zahlreichen Institutionen als engagierter Staatsbürger. Bis zuletzt fühlte er sich als Teil des Verbands und war ein hochgeschätzter Gesprächspartner. Er wird uns immer ein Vorbild sein. Unsere Gedanken sind bei seinen Angehörigen. Seine Persönlichkeit und sein Wirken wird der Verband stets in ehrender Erinnerung behalten. Präsident Bodo Th. Bölzle

Hauptgeschäftsführer Peter Haas

Bernd Brodrick Foto: Betty Barclay

Ebenfalls personelle Unterstützung bekommt die vertikale Marke Cartoon der Betty Barclay Group. Zum Spätsommer wird Frauke Stein die Gesamtverantwortung für das Produkt bei Cartoon übernehmen. Unterstützt wird sie durch Anja Heimbücher, Head of Design.


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Zwischen Handwerker-Semmel oder „Sphären“ vom Lachs Südwesttextil lud Mitglieder zum dritten President’s Dinner Deutschlands duale Berufsausbildung wird von allen gelobt und ist für Experten der Grund unserer geringen Jugendarbeitslosigkeit. Umgekehrt blieben nie so viele Lehrstellen offen wie im letzten Jahr, während der Drang zum Abitur und an die Hochschulen immer größer wird. Stimmt es, dass Deutschland dem „Akademisierungswahn“ verfallen ist? Julian Nida-Rümelin, renommierter Philosophie-Professor in München und Ende der 1990er Kulturstaatsminister unter Kanzler Schröder, hat mit diesem Begriff und dem dazugehörigen Buch eine seit mehreren Jahren geführte Debatte ausgelöst. Unter den Teilnehmern des dritten „President’s Dinner“ von Südwesttextil, die es durch rechtzeitige Anmeldung auf die Gästeliste geschafft hatten, bekam Nida-Rüdelin als DinnerSpeaker viel Zustimmung. Er plädierte für mehr Wertschätzung für

Ausbildungsberufe und dabei ging es ihm nicht nur um die Fachkräftebedarfe der Wirtschaft, sondern um das Menschenbild insgesamt. Der Gourmetkoch Markus Bischoff nahm die Rede zum Anlass, um für die Gäste wieder ein originelles Menü in seinem „Bischoffs Club“ in Stuttgart-Vaihingen zu zaubern, das mit den Themen „Handwerker“ und „Akademiker“ spielte und mit einem (zugegeben: feinen) Leberkässemmel begann und mit „Sphären“ von Schokolade endete.

60 Unternehmer und Führungskräfte aus dem Kreis der Mitglieder und befreundeten Organisationen waren diesmal dabei. Eine vierte

Auflage wurde vom Gastgeber, Verbandspräsident Bodo Th. Bölzle, bereits in Aussicht gestellt. Peter Haas

Referent Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin und Winzer Rainer Schnaithmann begeisterten die Gäste beim dritten President's Dinner (v.l.n.r.): Südwesttextil-Präsident Bodo Th. Bölzle, Dr. Manfred Kroneberg, Sylvia Dommer-Kroneberg, Martina Eggle, Tara Veit, Marcus Veit, Natascha Schumann, Prof. Dr. Stefan Mecheels, Hans Digel, Dr. Frank Kirchner, Walter Michael Leuthe, Jürgen Leuthe, Henrike Weidmann, Michael Rapp, Dr. Oliver Maetschke, Mathias Eggle, Christian Planck, Prof. Dr. Heinrich Planck, Christoph Larsen-Mattes, Peter Haas, Sandra Haas, Elmar Sauter, Renate Höchst-Sauter, Nathan Binkowski, Dr. Steffen Reinsch, Patrick Bölzle, Christiane Bölzle und Bodo Th. Bölzle. Fotos: Südwesttextil


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Nachhaltigkeit liegt in der Luft Im Rahmen des Netzwerkfrühstücks „Make it sustainable!“ stellten sich am 4. April 2019 acht Start-ups mit ihren Konzepten vor und tauschten sich mit etablierten Unternehmen aus dem Südwesttextil-Netzwerk aus

Bei gemütlicher Stimmung konnten es sich die Teilnehmer des Netzwerkfrühstücks gut gehen lassen und einander besser kennenlernen. So nutzten Vanessa Frank, Sara Stichnote, Peter Haas und Oguzhan Deniz bereits am Buffet die Möglichkeit zum Austausch (v.l.n.r.). Fotos: Südwesttextil

In der alten Apotheke am Eugensplatz, die Gastronom Lutz Neumann in eine der beliebtesten Treffpunkte der Stuttgarter Kreativszene verwandelt hat, tummelte sich an einem trüben Aprilmorgen die Textilerszene. Gemeinsam mit dem Startup-Netzwerk „texstarted“ des Gesamtverbandes textil+mode hatte Südwesttextil junge und etablierte Unternehmen eingeladen, um nachhaltigen Konzepten eine Plattform zu bieten. Das Programm der Veranstaltung lag in den Händen der Start-ups und so startete die Runde bei Sarah Kürten (unten), Mitgründerin des Stuttgarter Modelabels Wiederbelebt. Sie erzählte, wie sie gemeinsam mit ihrem Partner Oguzhan Deniz aus dem Modeword „upcycling“ ein Geschäftsmodell entwickelt hat. Im Atelier in der Esslinger

Kindes, ein eigenes Label für Kinderheimtextilien zu gründen. Wie bei vielen Start-ups fanden die ersten Schritte in den eigenen vier Wänden statt. So erzählte der junge Unternehmer lachend von der ersten Zeit und berichtete stolz, dass sie mittlerweile in eine feste, kleine Unternehmenszentrale in Kirchheim unter Teck umgezogen sind.

»Von der klasse Location und Gesellschaft abgesehen war es eine echte Bereicherung sich mit anderen Textilern auszutauschen zu können.« Frank Brühöfner, die quschel company

Weiter ging es mit einem „etablierten“ Startup: COCO-MAT wurde vor über dreißig Jahren in Griechenland gegründet und ist erst seit fünf Jahren in Deutschland zu finden. Teresa Vogt (unten links) zeigte, mit welchen Materialien die Bettwaren befüllt werden und lud alle Teilnehmer zu einem Powernap in ihre Filiale in Stuttgart ein. Das Label engagiert sich hier stark für die Nachhaltigkeitsszene. Im Anschluss präsentierte sich Sara Stichnote (unten rechts) mit Goodgive. Ursprünglich Werbefilmerin bekümmerte sie der hohe Verbrauch von Geschenkpapier und der damit verbundene Abfall. Ihre textile Geschenkverpackung soll genau dieses Problem lösen und ist aktuell noch im Patentverfahren. Die Kölner Gründerin freute sich im Anschluss über das vielfältige Feedback.

»Für mich waren alle Beiträge der unterschiedlichen Start-ups äußerst inspirierend und ich bin sehr dankbar, dass ich wertvolle Kontakte knüpfen konnte. « Melanie Müller, Rökona Textilwerke

Straße werden so ausschließlich Materialien aus Überproduktionen und Restwaren der badenwürttembergischen Textilindustrie verarbeitet. Designed und geschneidert werden die Teile der limitierten Kollektionen ausschließlich in der offenen Produktion im hinteren Teil ihres Ladens. Viel zu erzählen hatte auch Frank Brühöfner (oben rechts). Gemeinsam mit seiner Frau Neziha gegründete er vor drei Jahren die quschel company. Trotz eines nichttextilen beruflichen Hintergrunds inspirierte sie die Geburt ihres ersten


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Eine ungewöhnliche Geschichte präsentierte Dennis Dean Fischer (unten), denn der junge Gründer übernahm 2015 zunächst eine Näherei in Pfullingen und nimmt seitdem Lohnaufträge

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nes Label zu gründen, beschreibt sie damit, dass sie ein Zeichen für gute Qualität, Wertschätzung und Nachhaltigkeit setzen möchte. Sabrina Palz-Güclü (unten) zeigte mit ihrem

versorgen und in anschließenden Gesprächen mehr über die anderen Unternehmen zu erfahren. So gab es ein großes Hallo bei einigen, die sich bereits kannten und viele neugierige, erste

»Ich fand die entspannte Atmosphäre toll, so macht „Textil” Spaß « Franziska Kaiser, Atelier Franziska Kaiser

von Textilunternehmen aus der Gegend an. 2017 kam ihm dann die Idee eine eigene Linie für Wohnaccessoires zu entwickeln. Inspiriert von den Metropolen dieser Welt werden diese mit hoher Handwerkskunst, Qualität und Liebe in der Manufaktur genäht. Made in Germany könne ja jeder, aber Made in Pfullingen kann nur DEANLIVING.

Label The Mini Peace, dass der Weg auch andersherum gehen kann. Nach langjähriger Erfahrung als Modedesignerin in der Industrie suchte sie als frischgebackene Mutter vergeblich nach ökologischen und ansprechenden Baby-Accessoires. Die liebevoll selbst gefertigten Stillkissen und weiteren Produkte kamen bei Bekannten und Familie so gut an, dass die Designerin 2017 aus ihrer Idee ein Label gründete. Aus einer ähnlichen Erfahrung heraus wurde Darling Little Place ins Leben gerufen. So berichtete Vanessa Frank (oben rechts), wie sie gemeinsam mit ihrer Mutter ein nachhaltiges Bodenkissen für Hunde entwickelt hat, das funk-

Mit Handwerkskunst und hochwertigen Materialien ging es dann auch weiter, denn im Anschluss übernahm Designerin Franziska Kaiser (oben) das Mikrofon. Nach ihrem Studium im Bereich Accessoiredesign an der Hochschule Pforzheim fertigt sie in ihrem eigenen Atelier in Stuttgart-Wangen Handtaschen aus Resten der Lederwarenindustrie. Ihre Motiviation, ein eige-

tional, ästhetisch und nachhaltig ist. Dabei liegt das Geheimnis in der stylischen, aber strapazierfähigen Kissenhülle, denn durch ein modulares System kann das Kissen für jede Situation angepasst werden und kann selbst in der größten Größe vollständig in die Waschmaschine. Im Anschluss hatten alle die Möglichkeit, sich an dem reichhaltigen Buffet kulinarisch zu

»Zum ersten Mal habe ich das Gefühl, dass Industrie und Nachhaltigkeit zusammenwachsen.« Roland Stelzer, Gebr. Elmer & Zweifel

Gespräche bei anderen. Visitenkarten wurden ausgetauscht und viele neue Kontakte geknüpft. Insgesamt zogen alle ein positives Resumee und freuen sich auf die nächste Netzwerkaktivität von Südwesttextil!

Rebekka Rüth

Hannah Kussel, Das Gerber, und Susanne Wirz, Pellens & Loick GmbH, bewundern eine Tasche aus der Ledermanufaktur von Franziska Kaiser. Anja Barth, Gesamtmasche e.V., Stefan Niethammer, 3FREUNDE und Frank Brühöfner, die quschel company, beim angeregten Austausch über die Entwicklungen in der Branche.


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Verband + Industrie

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Neue Mitglieder bei Südwesttextil

Starke Kurven liegen im Trend – die Spezialistinnen bieten die Lösung für Produktentwicklung und Produktion von BHs in großen Größen. Fotos: Bodyfashion Asia GmbH

Die Accessoire-Designerin legt großen Wert auf hochwertige Materialien, Nachhaltigkeit und einen exklusiven Stil. Fotos: Franziska Kaiser

Bodyfashion Asia GmbH Bodyfashion Asia ist „stark in Kurven“! 20 Jahre Erfahrung im Dessous Bereich und der Zufall, dass die Firma 2013 den beiden Textilspezialistinnen Silvia Baumann und Ingrid Heinz-Leibfritz zum Kauf angeboten wurde, nutzten sie als Chance in die Selbstständigkeit. Ihre Geschäftsphilosophie ist: Frauen, die Schwierigkeiten haben, den passenden BH zu finden, glücklich zu machen. Sie fertigen Dessous und Bademoden in großen Cup Größen bis I Cup und unterstützen ihre Kunden bei individuellen Produkten. Diese werden exklusiv auf Kundenwunsch und mit deren Label gefertigt. Angeboten werden Einzelleistungen wie Passformprüfung, Erstellung bzw. Optimierung von Schnitten oder die Betreuung der Kollektion.

Franziska Kaiser Den Kunden wieder für gute Qualität, echtes Handwerk und einen nachhaltigen Umgang mit Produkten zu sensibilisieren – dieses Ziel hat sich die Stuttgarter Designerin Franziska Kaiser gesetzt. In ihrem gleichnamigen Lederatelier produziert sie seit 2016 handgefertigte Designerstücke in limitierter Auflage. Limitiert sind ihre Kreation aus einem simplen Grund: Alle Handtaschen werden aus Lederresten und -beständen hergestellt. Jedes Modell wird daher nur so oft produziert, wie Material für selbiges vorhanden ist. Die Wertschätzung und das Trageverhalten sowie die Beziehung zwischen Kunde und Produkt werden hierdurch in einem nachhaltigen Kontext positiv beeinflusst.

Am Standort in Helmstadt-Bargen veredelt die Rajakov GmbH für Fußballvereine aus dem Amateur- und Profbereich. Foto: Rajakov GmbH

Das Leonberger Familienunternehmen bietet einen besonderen Blickfang für den Eingangsbereich. Foto: Trautmann Matten Service

Rajakov GmbH Seit 2016 gehört der einstige Familienbetrieb zur 11 teamsports Gruppe, dem größten Online-Shop für Fußball und Teamsport im deutschsprachigen Raum. Mit aktuell 52 Mitarbeitern liefert das Unternehmen seine Veredelung an die unterschiedlichsten Amateur- und Profivereine. Dabei arbeiten sie mit weltweit führenden Sportartikel-Herstellern zusammen. So ist Geschäftsführer Dalibor Rajakov davon überzeugt, dass es nur wenige Betriebe gibt, die vergleichbare Services anbieten. Denn das Team in Helmstadt-Bargen kümmert sich um jeden Schritt – von der ersten Idee bis zur Produktion und gewinnt damit das Vertrauen ihrer Kunden.

Trautwein Mattenservice Als erfahrene Profis rund um professionelle Schmutzfangmatten und Hygiene bietet das Unternehmen aus Leonberg seit über 25 Jahren zuverlässige Lösungen und Service, der funktioniert! Das Produktportfolio umfasst speziell an Räumlichkeiten angepasste Matten – inkl. Tauschservice, Hygieneartikel für sanitäre Anlagen oder den Reinigungsservice von Arbeitskleidung. Dabei berät Sie das Unternehmen, denn für jeden Zweck gibt es die richtige Matte. Die Leistungen werden seit Jahren von Unternehmen verschiedenster Branchen aus Süddeutschland – vor allem aus dem Raum Stuttgart, Calw, Esslingen, Leonberg sowie Ludwigsburg – gerne genutzt.


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Neue Mitglieder bei Südwesttextil

Die Carpet Couture von GERMAN RUGS sorgt für ein stilvolles und individuelles Ambiente in jedem Raum. Fotos: German Rugs GmbH

Bei dem Logistikspezialisten ist Bekleidung in den besten Händen und wird perfekt für den Vertrieb vorbereitet. Foto: Kunzelmann Logistik GmbH

German Rugs GmbH Aus der GERMAN RUGS-Manufaktur, dem Spezialisten für ästhetische Bodenlösungen, kommt kein Teppich wie jeder andere: es gilt, originelle und entspannte, verführerische und praktische Unikate zu schaffen und sich den Themen Akustik, Ästhetik und Wohlbefinden zu widmen. Das Produktportfolio umfasst 22 Bodenbelags-Qualitäten – von Wolle über Textil bis Leder, in den Formen frei und bei den Einfassungen variabel. Alle Qualitäten sind hoch strapazierfähig und damit objekttauglich. Kunden kommen aus den Bereichen Ladenbau, Büro und Hotel sowie Privathaushalte.

Kunzelmann Logistik GmbH Seit über 40 Jahren ist die Kunzelmann Logistik GmbH in den Bereichen Transport und Logistik tätig und ein zuverlässiger Partner in der textilen Lagerlogistik und Aufbereitung. Führende Bekleidungshersteller setzen auf die professionelle Aufbereitung und Distributionslogistik. Das umfassende Leistungsspektrum setzt in Sachen Qualität und Effizienz neue Maßstäbe. Parallel ist die Kunzelmann Logistik GmbH auch kompetenter Partner der Automobilzulieferindustrie. Aus diesen beiden Bereichen ergeben sich Synergien, welche zukunftsweisend im gesamten Textilmarkt eingesetzt werden können.

Neues aus dem Südwesttextil-Team Für unser Juristenteam konnten wir einen erfahrenen Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht gewinnen. Der 41-jährige Alexander Stöhr übernimmt seit Mitte März die Aufgabe des Teamleiters Arbeitsrecht bei Südwesttextil. Der Jurist wurde am Bodensee geboren, ist in Esslingen aufgewachsen und hat in Tübingen Rechtswissenschaft studiert. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Nach ersten Stationen in Kanzleien wirkte er 10 Jahre lang als Assessor bei den Arbeitgeberverbänden Druck und Medien Baden-Württemberg sowie Papier, Pappe und Kunststoff verarbeitende Industrie Baden-Württemberg. Seit 2009 ist er Fachanwalt für Arbeitsrecht und auch als Dozent auf diesem Feld aktiv. Unmittelbar zuvor war er als Arbeitsrechts-Syndikus bei der HUGO BOSS AG in Metzingen tätig und konnte über diese Funktion auch bereits unsere Branche kennenlernen. Alexander Stöhr

Jasmin Frigan und ihr Ehemann bei der Trauung im Winter.

Jasmin Frigan, Assistentin der Geschäftsführung und zuständig für den Bereich Mitgliedermanagement bei Südwesttextil, hat im Winter ihren Lebensgefährten Toni standesamtlich geheiratet. Eine große Feier mit kirchlicher Trauung ist für 2020 geplant. Wir wünschen Jasmin Frigan und Ihrem Mann alles Gute für die Zukunft und freuen uns mit Ihnen!

Alexander Stöhr freut sich über seine Rückkehr in die Verbandswelt und die Möglichkeit, sich wieder an der „Beratungsfront“ zu engagieren. Als Teamleiter obliegt ihm die fachliche Führung und Arbeitsorganisation des Bereichs Arbeits- und Sozialrecht mit unseren Anwälten und Assistentinnen im Bereich Recht + Betriebspraxis sowie die Koordination mit der Außenstelle Lörrach.


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PH-Werte: Die Kolumne von Südwesttextil-Hauptgeschäftsführer Peter Haas

Einfach mal zuhause bleiben »Ein Vorschlag, der die Belegschaften spalten würde.«

Wovon träumt ein Sozialdemokrat in Vollmondnächten? Lassen Sie mich raten: Vermutlich von einer Luftwebmaschine direkt neben dem Fernsehsessel. Oder von einem Spannrahmen hinter der Küchentheke. So sieht sie aus, die Welt mit einem Recht auf Homeoffice… Ach so, stimmt ja, dieses Grundrecht soll zwar für alle gelten, aber nur für die, bei denen es auch funktioniert, ne? Ausgerechnet die Partei, die für sich in Anspruch nimmt, die Erfinderin der Gerechtigkeitspolitik zu sein,

macht mit dem „Recht auf Homeoffice“ einen Vorschlag, der die Belegschaften in ihren Ansprüchen spalten würde: Die einen könnten ihren Job an flexiblen Orten erledigen, die anderen nicht. Sieht so eine gerechte „neue Arbeitswelt“ aus? Aber auch bei jenen, die dem Betrieb dann immer öfter fernblieben, kommt es zu Problemen, siehe Ansprechbarkeit oder Arbeitsschutz. Um es klarzustellen: Ich bin nicht gegen mobile Arbeit oder solche von zuhause. Im Gegenteil,

auch wir bei Südwesttextil gewähren es unseren Mitarbeitern dort, wo es geht. Aber bei Anwälten ist dies beispielsweise sehr viel einfacher zu realisieren als im Assistenzbereich. Ein gesetzliches Recht aber…? Die SPD, ihr Bundesarbeitsminister und die ganze Bundesregierung sollten sich mehr denn je daranhalten, als Schuster bei seinen Leisten zu bleiben. Betriebsparteien und Sozialpartner können die Praxis im Unternehmen immer noch besser regeln als Politiker, die oft selbst nicht einen Tag in der Industrie tätig waren. Von der Uni über die Parteizentrale ins Ministerium – da endet die Vorstellungskraft von „Arbeitswelt“ tatsächlich an Bürotüren und blendet viele Jobs aus, die zu unser aller Wohlstand beitragen. Es ist erstaunlich, was sich das politische Berlin jeden Tag an neuen Fesseln für unsere Wirtschaft ausdenkt. Und das in Zeiten, in denen es eher da-

rum ginge, die Kräfte der Industrie neu zu „ent“-fesseln. Stattdessen werden wöchentlich neue Umweltund Sozialstandards diskutiert. Metaphorisch ausgedrückt: Der zugefrorene See ist wirklich voller Esel. Man konnte der Präsidentin unseres Dachverbands textil + mode, Ingeborg Neumann, nur beipflichten, als sie kürzlich im Handelsblatt schrieb: „Frei nach der Devise, wer hat noch nicht, wer will noch mal, erdulden wir, die Wirtschaft, ein Konzept nach dem anderen. Für uns ist es deshalb wirklich Zeit, (…) die Bundesregierung zu fragen, ob sie noch zu retten ist?“ Ich habe noch einen anderen Vorschlag: Dem Bundesarbeitsminister ein individuelles Recht auf Homeoffice einzuräumen – einfach mal zuhause bleiben, lieber Herr Heil, und am besten einfach nichts tun in der Zeit.

Vom Webstuhl zur Textilindustrie 4.0 Im Videointerview zur Serie „Leben und Arbeiten in der Zukunft“ skizziert Südwesttextil-Hauptgeschäftsführer Peter Haas den Wandel der Textilwirtschaft zur Industrie 4.0. Für das IAB-Forum, das Magazin des Institus für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, schildert er die Herausforderungen, vor denen oft die kleinen Unternehmen der Stoff- und Bekleidungsbranche hierzulande stehen. Die Textil- und Bekleidungsindustrie ist Deutschlands zweitgrößte Konsumgüterindustrie und Weltmarktführer für technische Textilien. Die Digitalisierung stellt die Branche vor große Herausforderungen. Die Aufgaben reichen von der Umstellung materieller Stoffmuster auf eine digitale Form bis hin zu immer kürzer werdenden Produktzyklen. Das neue Arbeits- und Selbstverständnis der Generation Y spielt bei der Neuausrichtung der Branche ebenso eine Rolle wie die sich schnell wandelnden und hohen qualifikatorischen Anforderungen an eine alternde Belegschaft. Peter Haas macht im Videointerview für das IAB-Forum außerdem deutlich, wie der Wirtschafts- und Arbeitgeberverband sich als Organisation auch selber an den digitalen Wandel anpasst. Das Interview wurde am Rande der Konferenz „Wissenschaft trifft Praxis: Wandel der Arbeitswelt“ geführt.

Der QR-Code zum Interview:

Der Link zum Interview: www.iab-forum.de/vom-webstuhl-zur-textilindustrie-4-0/ Foto: IAB-Forum


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Futuristische Faserkraft auf der Bundesgartenschau Basierend auf sechs Jahren Forschung an der Universität Stuttgart hebt unser Mitglied FibR GmbH Faserverbundstrukturen auf ein neues Level und fertigt in ihrem neuesten Projekt einen Faserpavillon mit Robotern

Der fertige Faserpavillon auf der Sommerinsel der BUGA Heilbronn und der Weg dorthin. Fotos: FibR GmbH

Textiles Bauen ist nicht zuletzt durch die Internationale Bauausstellung (IBA) 2027 in aller Munde. Das Institut für Tragkonstruktionen und konstruktives Entwerfen (ITKE) und das Institut für Computerbasiertes Entwerfen (ICD) der Universität Stuttgart kombinieren dabei die Vorteile der Leichtbautechnologie mit einer komplett digitalisierten Produktion. Das Ergebnis ist die Bauweise der Zukunft: leistungsfähig, materialeffizient und ästhetisch. Die FibR GmbH setzt eben diese Erkenntnisse in der Entwicklung und Konstuktion von Faserverbundteilen für die Architektur um. Das Konzept des jungen Unternehmens überträgt Strukturprinzipien natür-

licher Leichtbaustrukturen auf technische Anwendungen. Verschiedene Projekte glänzten bereits mit der Kombination aus Leichtigkeit und besonderer Ästhetik.

»Es ist verblüffend, wie so ein feines Gespinst ein sehr robustes Tragwerk ausformen kann.« Moritz Dörstelmann, FibR GmbH

Für die Bundesgartenschau (BUGA) 2019 in Heilbronn hat das Unternehmen gemeinsam mit der Universität Stuttgart und den Insti-

tuten ICD und ITKE die Konstruktion eines Faserpavillons entwickelt und komplett digital produziert. Das Projekt ist eines von zwei Pavillonbauten, die vom Land Baden-Württemberg für die BUGA finanziert wurden. Mitten auf der Sommerinsel, welche zentral zwischen den zwei neu angelegten Seen eine Erholungslandschaft darstellt, sind die Pavillons eines der Highlights der großen Parkanlage. Im Faserpavillon erreichen die an der Universität Stuttgart entwickelten Leichtbauprinzipien Perfektion. Die Tragstruktur der Konstruktion besteht nur aus Faserverbundkomponenten, die von FibR aus Kohlestoff- und Glasfasern produziert wurden. Der robotische Wickel-

prozess macht die Bauteile durch abfallfreie additive Fertigung sowie lastgerechte Faserablage in doppelter Hinsicht ressourceneffizient. Dabei wurden die Einzelteile des Faserpavillons so individuell gefertigt, dass die Anordnung der Fasern bei den insgesamt 60 Bauteilen perfekt angepasst werden konnte. Der Pavillon wurde mit der Bundesgartenschau am 17. April 2019 in Heilbronn eröffnet und eingeweiht. Mit dem vom Land unterstützen Projekt wagt sich die Bundesgartenschau auf ein neues Terrain, denn Heilbronn ist der erste Standort, der neben dem Gartenbau auch den Aspekt der Städteentwicklung miteinbezieht. www.fibr.tech


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Ein Auge für Farbe, ein Gefühl für Textil

Die Textilveredelung Kraus investitiert in die Zukunft – mit einem neuen Spannrahmen und Mitarbeitern

Das Mittelstandsunternehmen investiert in die Zukunft: Vater Elmar Kraus (r.) und Sohn Julian (l.) sind stolz auf ihren neuen Hochleistungsspannrahmen. Die neue Maschine veredelt hunderte Kilo Textilien am Tag. Fotos: Südwesttextil

Nur unweit der Altstadt, direkt am Neckar in Rottenburg, liegt die Textilveredelung Kraus. Mitte März bei sonnigem Wetter begrüßte Elmar Kraus, Geschäftsführer und Inhaber des Unternehmens, einige Vertreter der Agentur für Arbeit und Südwesttextil in dem Gebäude, welches 1959 als zweite Filiale der Artur Kroll GmbH & Co. KG errichtet wurde. Im Mittelpunkt des Gesprächs und des anschließenden Rundgangs stand das Thema Fachkräfte und die aktuelle Situation des Unternehmens. In Rottenburg wird die Rohware auf die Konfektion vorbereitet. Unter dem gravierenden Strukturwandel der Textilindustrie hat sich auch der Schwerpunkt der Kunden verändert und so werden vor allem gestrickte Textilien oftmals mit einem hohen Elastananteil veredelt und gefärbt. Dazu gehört sowohl Rohware für Oberbekleidung sowie ein großer Teil für Wäsche. Denn hier haben sich einige Hersteller aus der Gegend spezialisiert, in dem sie direkt auf Leibweite stricken und so nahtlose Produkte mit besonderem Komfort produzieren. Schwierig sind für Textilveredler in der Umgebung besonders die

schwankenden Preise für Öl und Energie und EU-Richtlinien für Chemikalien. So muss der Unternehmenschef sehr gut kalkulieren und beobachtet, wie immer weniger seiner Kollegen und Mitbewerber diesem Kostendruck standhalten. Doch die Branche hat Zukunft und der moderne Veredlungsbetrieb sucht Fachkräfte. Für Ausbildungssuchende gibt es bei dem Ausrüster die Möglichkeit des dreijährigen Ausbildungsberufs Produktveredler/Produktveredlerin. Zunächst lernen die Schützlinge bei Kraus, alle Maschinen zu bedienen, denn auch hier ist mittlerweile alles computergesteuert und jede Prozessstufe hat ihre eigenen Tücken. Im Anschluss folgt dann die Ausbildung in der Färberei, eine Disziplin, für die ein Gefühl für Textil besonders wichtig ist. Neben vielen chemischen Grundlagen wird hier vor allem das Auge geschult, denn bei der Abmusterung der Farben kommt es auf kleine Nuancen an, damit der gewünschte Farbton des Kunden getroffen wird. Das ist die Königsklasse der Ausbildung und auch das Herzstück des Unternehmens. In den Büros mit Blick auf den Maschinenpark wird an Farb-

nuancen getüftelt, die chemische Zusammensetzung überlegt und die Farbe dann immer wieder unter genormtem Licht geprüft. Der Firmeninhaber sucht stets nach langfristigen Beschäftigungsverhältnissen. Er selbst ist seit 33 Jahren im Unternehmen und hat einige Mitarbeiter in den Ruhestand verabschiedet, deren Kinder heute nach wie vor an den Maschinen arbeiten. Auszubildenden garantiert

er nach erfolgreichem Abschlusseine eine Festanstellung. Mit einem neuen Hochleistungsspannrahmen investiert die Textilveredlung massiv in die Zukunft und damit auch in seine 25 Mitarbeiter. Bei der rund 24 Meter langen Maschine liegt der größte Engpass im Prozess der Veredelung, denn hier wird der Stoff gespannt – faltenfrei und auf eine exakte Breite. Die Neuanschaffung

Zufriedene Mitarbeiter, die auf der Suche nach einer Perspektive in Deutschland Arbeit in dem Familienunternehmen gefunden haben.


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bringt den Mittelständler auf den neuesten Stand der Technik. Mit einer Wärmerückgewinnungsanlage wird die heiße Abluft gefiltert und wiederum zur Erhitzung des Färbewassers genutzt. Somit kann der Unternehmer seine hohen Energiekosten senken. Damit stärkt Elmar Kraus die Wettbewerbsfähigkeit seines Familienunternehmens und investiert in Qualität, Modernität und Nachhaltigkeit. Mit dieser großen Investition signalisiert der Vollbluttextiler seinen Kunden, dass sein Unternehmen fortbesteht. Nachdem sein Geschäftspartner Matthias Kroll das Unternehmen 2010 verlassen hatte, sieht er durch den Eintritt seines Sohns Julian im Jahr 2014 eine Perspektive für die Weiterführung der Färber- und Veredlertradition. Auch sonst ist die Textilveredelung ein echtes Familienunternehmen, denn auch die Ehefrau – eine gelernte Hotelfachfrau mit gutem Auge – und Hund Ivy – ein Beagle mit guter Nase und kreativen Ausbrüchen im Büro des Geschäftsführers – sind mit an Bord. Für seine Mitarbeiter hat der Firmenchef stets ein offenes Ohr und unterstützt sie in allen Lebenslagen. So kommt es schon mal vor, dass er nach Feierabend mit dem Auszubildenden Prozentrechnen paukt und für seinen neuesten Schützling pakistanischer Herkunft ein Häuschen in der Umgebung sucht. Für seine unterschiedlichen Mitarbeiter hat er stets einige Redewendungen auf Russisch, Polnisch oder Portugiesisch parat und sorgt damit immer wieder für gute Laune im Betrieb. Das ist gelebte Integration gepaart mit textiler Leidenschaft. Rebekka Rüth

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Die Mitarbeiter der Agentur für Arbeit waren sehr beeindruckt von der Vielfältigkeit und den hohen Anforderungen, die eine Textilveredlung und -färberei an ihre Mitarbeiter stellt. Dieser Unternehmensbesuch hat ihnen wertvolle Informationen für ihre Berufsberatung gegeben und ihnen bewusst gemacht: Textil kann viel.


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Bunte Textillandschaft für Nachwuchskräfte Am 2. April war Südwesttextil wieder auf der Firmenkontaktmesse für die Textil- und Bekleidungsindustrie, ConTexMe, der Hochschule Reutlingen aktiv. Am Stand des Arbeitgeberverbands konnten sich die Studierenden unter anderem über die neu geschaffene Innovations-

plattform Place2Tex informieren, auf der Innovationsthemen, Unternehmen und Nachwuchskräfte zueinander finden sollen. Christine Schneider, Leiterin Fachkräfte + Märkte bei Südwesttextil, nutzte die Gelegenheit, mit zahlreichen Mitgliedsunterneh-

men in Kontakt zu treten. So waren ConTexMe-Stammgäste wie die Gruschwitz Textilwerke, W. Zimmermann oder die Mustang GmbH vertreten, aber auch Neuankömmlinge wie die Gustav Gerster GmbH und die Fritz Moll GmbH. Alle fühlten sich auf der Messe wohl

und begeisterten die interessierten Studierenden mit tollen Produktbeispielen. Neben Personalern waren auch Vertreter der Fachabteilungen auf der Karrieremesse, um Einblicke in ihre spannenden Tätigkeiten zu geben. Rebekka Rüth

Am Südwesttextil-Stand konnten die Studierenden die neue Innovationsplattform Place2Tex kennenlernen. Christine Schneider nutzte die Chance, um sich mit den Personalern der Gustav Gerster GmbH auszutauschen, die in unmittelbarer Nachbarschaft sowohl Angebote in der Heimtextil- als auch in der Techtexsparte im Gepäck hatten.

Fröhliche Gesichter am Stand von Mustang: Hannah Franzke (Mitte) in Begleitung ihrer Kolleginnen Isabelle Keck (r.) und Felicitas Gutjahr (l.). Mit kreativen und gemeinsam entwickelten Ideen begeisterte das Recruiting-Team in den sozialen Medien. Das Motiv zum Slogan „Zäum das Pferd von hinten auf“ stammt von einer begabten Auszubildenden.

Neu auf der ConTexMe mit dabei ist die Firma Fritz Moll mit ihren vielfältigen Möglichkeiten in der Produktgruppe textiler Bänder. Produktmanagerin Thu Trang Nguyen (l.) erklärte, wie sie durch ihre Bachelorthesis über eine Faserverbundanwendung im Schiffsbau von der Hochschule Reutlingen zum Unternehmen kam.

Auch Zimmermann, Gruschwitz und die DITF glänzten mit Beispielen für #Textilkannviel und beeindruckten die Studierenden mit den Möglichkeiten, in diesem Bereich zu arbeiten. Dabei durfte auch der Spaß nicht zu kurz kommen: So demonstrierten Prof. Dr. Ulrich Scholze (l.), Ditmar Schultschik (r.) die Funktionalität der textilen Kette. Fotos: Südwesttextil


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Das Innovationsnetzwerk der Textil- und Bekleidungsindustrie Melden Sie sich unter

www.place2tex.com für unseren Newsletter an!

Beim ersten „Querdenkerabend“ tauschten sich Unternehmerinnen und Unternehmer der Branche über das Projekt aus und definierten Anforderungen an die Innovationsplattform. Für die Unternehmen steht fest: Nur wer in Zukunft über den eigenen Tellerrand hinausschaut und sich gegenüber Impulsen aus der Umwelt öffnet, wird zukunftsfähig und innovativ sein. Die Plattform unterstützt die Unternehmen dabei, dass Innovationen nicht mehr dem Zufall überlassen, sondern systematisch und reproduzierbar werden. Dabei soll die Plattform nach außen als Anlaufstelle für textile Themen stehen und für die Unternehmen der Branche die unterschiedlichsten Möglichkeiten bieten, Zugang zu dem Thema Innovationsmanagement zu finden.

FRAGEN SIE SICH DAS AUCH: WIE sieht die Zukunft für mein Unternehmen aus? WAS produziere ich in 10 Jahren? WELCHE Märkte werde ich bedienen? WIE wird sich mein Geschäftsmodell verändern? WER wird diese Produkte entwickeln? WELCHE digitalen Maßnahmen soll ich ergreifen? WIE wird mein Unternehmen zukunftsfähig? Unsere Branche muss in Zeiten von Digitalisierung und Globalisierung immer wieder ihre Zukunftsfähigkeit beweisen – das neue Innovationsnetzwerk place2tex öffnet Ihnen die Türen in ein neues Netzwerk und gibt Ihnen die Extrapower, damit Sie über sich hinaus wachsen können. INNOVATIONSTOOLS. FACHKRÄFTEMATCHING. FORSCHUNGSTRANSFER. NEUE EVENTFORMATE. SERVICES.


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Bildung + Soziales

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Fachkräftegewinnung: Verschiedene Wege zum Erfolg Die meistgenutzten Strategien zur Personalgewinnung – und was sie bringen Die Zeiten, in denen Unternehmen nach einer Stellenausschreibung waschkörbeweise Bewerbungen erhielten, sind vorbei. Heute müssen die Firmen kreativ werden, um neue Mitarbeiter zu finden. Denn qualifiziertes Personal ist rar, wie eine Befragung von Personalverantwortlichen aus 420 Unternehmen zeigt: In neun von zehn Unternehmen ist der Fachkräftemangel ein relevantes Thema, gut 40 Prozent sehen ihn als dringliches oder sogar existenzielles Problem. Um dennoch möglichst viel qualifiziertes Personal zu finden, müssen Unternehmen neue Wege gehen. Zwar sind kostenpflichtige Online-Stellenanzeigen noch die meistgenutzte Strategie, um neue Mitarbeiter zu finden – und immerhin knapp jedes zweite Unternehmen verzeichnet damit gute Erfolge. Doch häufig ist es für die Firmen auch sinnvoll, aktiv auf die begehrten Fachkräfte zuzugehen. Sechs von zehn Unternehmen besuchen oder beteiligen sich an Jobmessen und ähnlichen Veranstaltungen – mehr als jedes zweite findet auf diese Weise das gesuchte Personal. Auch die Kooperation mit Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen, durch die sich Betrieb und potenzielle Kandidaten frühzeitig kennenlernen, führt

zu guten Erfolgen. Unser Projekt „Fachkräftemangel vorsorgen – Fachkräfteanwerbung aus der EU“ geht nochmals einen anderen Weg.

unterstützen. Die Firmen hatten und haben die Möglichkeit, in enger Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit Mitarbeiter für die

Im letzten Dezember hatten wir in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit und dem Gesamtverband textil+mode das Projekt angestoßen, um interessierte Mitgliedsunternehmen zu

Berufe „Maschinen- und Anlagenführer/in“, „Produktionsmechaniker/in Textil“ und „Produktveredler/ in Textil“ aus dem EU-Ausland für die Branche anzuwerben. Dazu haben bereits 30 Textilunternehmen

aus ganz Deutschland ein verbindliches Stellengesuch formuliert. Die Bundesagentur für Arbeit und die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung haben seit Februar mit der Analyse der Anfragen und der ersten Sichtung von ausländischen Fachkräften begonnen. Nun steht die Phase des „Matching“ von Fachkräften und Unternehmen auf der Agenda. Um im persönlichen Austausch den genauen Stand und die Fortschritte des Projektes zu beleuchten und auch weiteren Firmen die Gelegenheit zum Einstieg ins Projekt zu geben, findet am 21. Mai ein Arbeitstreffen in der Zentrale der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg statt. Wie erfolgreiches FachkräfteRecruiting im Ausland aussehen kann, ist ein weiterer Punkt im Programm der Veranstaltung, die damit nicht nur für die Projektteilnehmen von Interesse ist. Mehr zur Veranstaltung findet sich unter www.suedwesttextil.de/ veranstaltungen/fachkraefte-euausland-20190521 Fragen an: Dipl.-Ökonomin Christine Schneider Tel.: +49 711 21050-25 schneider@suedwesttextil.de

And the winner is... Die Hugo Boss AG zeichnet im Rahmen des Hugo Boss Fashion Awards die besten Kollektionen von Absolventen und Absolventinnen der Staatlichen Modeschule Stuttgart aus. Das Creative Management schreibt hierfür jährlich exklusiv ein Wettbewerbsthema für die jungen Designer der Staatlichen Modeschule Stuttgart aus. Für die Ausgabe 2019 lautete dieses „BOSS CURATED *The Art of Dressing* Menswear FW19“. Am 14. März 2019 war es dann endlich soweit und in der Staatlichen Modeschule Stuttgart wurden die drei Gewinner mit Preisen ausgezeichnet.

Foto: (v.l.n.r.) Jennifer Esson (Hugo Boss), Robert Herzog und Sabine Dirlewanger (Modeschule Stuttgart), Charlotta Selkee (Hugo Boss) und die Preisträger: 1. Preis Lina Brutscher, 2. Preis Chirawat Singhan, 3. Preis Helena Berkel

Den 3. Preis mit 500 Euro Preisgeld der Hugo Boss AG erhielt Helena Berkel aus Fulda für ihre von skandinavischem Lifestyle und Design geprägte Kollektion. Der 2. Preis und 1 000 Euro gingen an Chirawat Singhan aus Wuppertal (geb. in Thailand) für seine Looks, inspiriert von der Vielfalt, Widersprüchlichkeit und Schönheit der Metropole Chicago. Den 1. Preis, dotiert mit 1 500 Euro bekam Lina Brutscher aus Überlingen/Ried, die in ihrer Kollektion Einflüsse der Architektur des Centre Pompidou und der Kunst von Willem de Koonig und Joan Mitchell verbindet.


Bildung + Soziales 15

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Erfolgreicher Start für Kaufleute im E-Commerce Rangliste der Ausbildungsberufe 2018 veröffentlicht Das nennt man einen gelungenen Start: In dem zum 1. August 2018 eingeführten Ausbildungsberuf „Kaufmann/Kauffrau im E-Commerce“ sind auf Anhieb rund 1 300 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen worden. Davon entfielen 62 Prozent auf Männer und 38 Prozent auf Frauen. In der Rangliste 2018 der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge landete der neue Beruf damit auf Anhieb auf Platz 78 von derzeit insgesamt 326 dualen Ausbildungsberufen. Spitzenreiter in dieser Rangliste ist auch 2018 der Ausbildungsberuf „Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement“, gefolgt von den Kaufleuten im Einzelhandel und den Kfz-Mechatronikerinnen und Kfz-Mechatronikern. Dies zeigt die Einzelauswertung auf Berufsebene der Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge zum 30. September 2018. Über ein Drittel aller neuen Ausbildungsverträge wurde auch 2018 in nur zehn Berufen abgeschlossen. Dabei ist der Beruf Fachinformatiker/-in auf Platz 7 der TOP 10 geklettert. Der kontinuierliche Anstieg der Neuabschlusszahlen in diesem Ausbildungsberuf hat sich fortgesetzt. Dies unterstreicht den Bedarf der Wirtschaft an gut ausgebildeten IT-Fachleuten

Beim Girls' Day in der Gatex konnte eine Gruppe junger Mädchen textile Luft schnupperen. Foto: Gatex

vor dem Hintergrund der Digitalisierung der Arbeitswelt. Unverändert haben sich weit überwiegend Männer für diese Ausbildung entschieden, der Anteil der Frauen liegt bei unter 8 Prozent. Bei den weiblichen Auszubildenden wurden 2018 die meisten Ausbildungsverträge wieder im Beruf Kauffrau für Büromanagement abgeschlossen. Auf Rang 2 und 3 sind wie im Vorjahr die Berufe Medizinische Fachangestellte und Zahnmedizinische Fachangestellte; hier liegt der Männeranteil nach wie vor jeweils bei unter 3 Prozent. Bei den Männern

war erneut der Kfz-Mechatroniker vorn, gefolgt vom Elektroniker und Fachinformatiker. Vor diesem Hintergrund wird die Durchführung des Girls' und Boys' Day nochmals wichtiger. Auch in der Gatex wurde in diesem Jahr wieder einer Gruppe von jungen Mädchen die textilen Ausbildungsberufe durch praktisches Tun nähergebracht. Fragen an: Dipl.-Ökonomin Christine Schneider Tel.: +49 711 21050-25 schneider@suedwesttextil.de

Neue Go Textile!-Story: Die Forschung für die Praxis

Save the date: Jungtextilerkongress Ein Ereignis jagt das andere: Ein Tag nach der Jahrestagung von Südwesttextil findet bereits der 8. Internationale Jungtextiler Kongress statt. Am 27. Juni 2019 treffen sich die Auszubildenden im Weiterbildungszentrum der Universität St. Gallen. Dieses Jahr wird die Veranstaltung unter der Federführung vom Schweizer Textilverband in Zusammenarbeit mit Südwesttextil, der Wirtschaftskammer Vorarlberg und dem bayerischen Verband der Textil- und Bekleidungsindustrie organisiert. Die Highlights der Tagung werden die verschiedenen Besichtigungsmöglichkeiten sein, aus denen die Teilnehmer auswählen können. Zur Wahl stehen eine Führung bei der EMPA, Forster Rohner AG, im Textilmuseum oder eine Stadtführungen durch St. Gallen. Die Einladung wird in den nächsten Wochen an die Mitglieder versendet.

Seminare Bildungswerk Seminarangebot der Akademie für Personal- und Organisationsentwicklung im Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft in Kooperation mit Südwesttextil.

Beim Denkendorfer Innovationstag der Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung (DITF) bewegte sich der Go Textile!Botschafter Makai Phitnok zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Das Institut lud im Rahmen der Veranstaltung Ende März nicht nur zum Dialog, sondern schaffte gleichzeitig Anregungen für textile Produktentwicklungen und neue Fertigungsverfahren. Dank Vorträgen über aktuelle Forschungsprojekte und einem Rundgang durch die Technika und Laboratorien erhielt Makai spannende Einblicke in das breite Themenspektrum des DITF. Vom Molekül zum Material und vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt.

Change: Führung und Gesundheit in Veränderungsprozessen 13. Mai 2019, Haus Gutach-Bleibach

Als gelernter Produktionsmechaniker im Bereich Textil beeindrucken Makai Phitnok vor allem die Vielseitigkeit und Innovationskraft der Textilindustrie. Seit September 2018 berichtet er in den Sozialen Medien über den Alltag in seiner Weiterbildung zum staatlich geprüften Textiltechniker in Fachrichtung Prüftechnik an der Fachschule Münchberg.

Erfolgreich arbeiten für mehrere Vorgesetzte 16. Mai 2019, Haus Gutach-Bleibach

New Work – Gesunde Führung in unsicheren Zeiten 13. Mai 2019, Haus Gutach-Bleibach

Jetzt die Story anschauen unter: www.go-textile.de/story-textiles-outside-the-box

www.biwe-akademie.de


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Recht + Steuern

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Kein Widerrufsrecht bei Aufhebungsvertrag Bundesarbeitsgericht (BAG) sorgt für mehr Rechtssicherheit

nehmerin behauptete jedenfalls, am Tage des Vertragsschlusses erkrankt gewesen zu sein und der Arbeitgeber habe diese Schwäche bewusst ausgenutzt. Das BAG sorgt mit diesem Urteil zumindest teilweise für Rechtssicherheit. Nach mehreren Änderungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs war unklar und rechtlich umstritten gewesen, ob Aufhebungsverträge, die außerhalb des Betriebsgeländes geschlossen wurden, widerrufbar sind. Allein der Umstand des Ortes eines Vertragsschlusses führt nach dieser Entscheidung nun nicht zur Widerrufbarkeit des Vertrags. Der einmal geschlossene Aufhebungsvertrag kann nur bei Hinzutreten besonderer – vom Arbeitnehmer

Alexander Stöhr Rechtsanwalt (Syndikusrechtsanwalt) – Fachanwalt für Arbeitsrecht Tel.: +49 711 21050-22 stoehr@suedwesttextil.de

Im Arbeitsrecht besteht kein gesetzliches Widerrufsrecht bei Abschluss eines Aufhebungsvertrags. Dies gilt unabhängig davon, ob der Aufhebungsvertrag innerhalb der Geschäftsräume des Arbeitgebers abgeschlossen wurde oder außerhalb, beispielsweise in der Wohnung des Arbeitnehmers. Dies hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) entschieden (Urteil vom 7. Februar 2019). Das sonst bekannte gesetzliche Widerrufsrecht bei Verträgen, die ein Verbraucher außerhalb von Geschäftsräumen schließt (sog. Haustür-Widerruf), besteht nicht im Arbeitsrecht. Es erstreckt sich insbesondere auch nicht auf Aufhebungsverträge, die ein Arbeitnehmer in seiner Wohnung mit dem Arbeitgeber schließt. Allerdings kann es gegen das sog. Gebot des fairen Verhandelns verstoßen, wenn

Foto: iStock.com/Stadtratte

der Arbeitgeber bewusst eine psychische Drucksituation des Arbeitnehmers ausnutzt. In einem solchen Fall wäre der Aufhebungsvertrag wieder rückgängig zu machen und der Arbeitnehmer müsste weiter beschäftigt werden. Dem Urteil des BAG lag ein etwas suspekt anmutender Fall zugrunde, wonach es zu einem Abschluss eines Aufhebungsvertrages innerhalb der Wohnung einer Arbeitnehmerin gekommen war, wobei die näheren Umstände des Vertragsschlusses weitestgehend zwischen den Parteien umstritten und ungeklärt blieben. Die Arbeit-

Recht kompakt Arbeitsrecht Frage: Kann der Arbeitgeber Beginn und Ende der Arbeitszeit einseitig ändern? Antwort: Sofern der Arbeitgeber Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit nicht im Arbeitsvertrag ausdrücklich vereinbart hat, kann er die Lage der Arbeitszeit ohne Zustimmung des Arbeitnehmers ändern. Hierbei ist die Grenze des „billigen Ermessens“ zu beachten. In Betrieben mit Betriebsrat ist die Zustimmung des Betriebsrats einzuholen. Die Dauer der wöchentlichen Arbeitszeit kann hingegen nur mit Zustimmung des Arbeitnehmers geändert werden.

Termin unbedingt vormerken und gleich anmelden! / „HR meets SWT“ – Personalleitertagung

6. – 7. Juni 2019, Mey GmbH & Co. KG, Albstadt

Jetzt anmelden unter www.suedwesttextil.de/veranstaltungen, clauss@suedwesttextil.de oder +49 711 21050 - 14

zu beweisender – Umstände wieder „rückgängig“ gemacht werden. Neu ist hierbei die rechtliche Argumentation des BAG, welche auf das sog. Gebot des fairen Verhandelns als quasi „übergesetzlichem Rechtsgrundsatz“ abhebt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Rechtspraxis auf dieses Novum einstellen wird. Neben dem Einwand des Verstoßes gegen das Gebot des fairen Verhandelns ist ein Aufhebungsvertrag nur bei widerrechtlicher Drohung oder arglistiger Täuschung anfechtbar und kann ansonsten nicht rückgängig gemacht werden.

Alexander Stöhr


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Erben haben Anspruch auf Urlaubsabgeltung Bundesarbeitsgericht (BAG) gibt seine bisherige Rechtsprechung auf

Lydia Knapp Rechtsanwältin (Syndikusrechtsanwältin) – Fachanwältin für Arbeitsrecht Tel.: +49 711 21050-15 stoehr@suedwesttextil.de

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat am 22.01.2019 entschieden, dass Erben Anspruch auf Abgeltung des von dem Erblasser nicht genommenen Urlaubs haben. Der Entscheidung liegt folgender Sachverhalt zugrunde: Die Klägerin ist Alleinerbin ihres am 20.12.2010 verstorbenen Ehemanns (Erblasser), dessen Arbeitsverhältnis mit der Beklagten durch seinen Tod endete. Tarifvertraglich standen dem Erblasser in jedem Kalenderjahr 30 Arbeitstage Urlaub zu. Der Erblasser wurde mit Wirkung vom 18.08.2010 als schwerbehinderter Mensch anerkannt, er hatte somit für das Jahr 2010 Anspruch auf anteiligen Zusatzurlaub von zwei Arbeitstagen. Die Klägerin verlangt die Abgeltung des Resturlaubs von insgesamt 25 Arbeitstagen, der ihrem verstorbenen Ehemann zum

Foto: iStock.com/Stadtratte

Zeitpunkt seines Todes für das Jahr 2010 noch zustand. Das BAG gab der Klage in vollem Umfang statt. Die beklagte Arbeitgeberin hat den nicht gewährten Urlaub des Erblassers abzugelten. Urlaub, der wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht genommen werden kann, sei nach dem europäischen Unionsrecht gemäß § 7 Abs. 4 BUrlG auch dann abzugelten, wenn das Arbeitsverhältnis durch den Tod des Arbeitnehmers endet. Die Vergütungskomponente des Anspruchs auf den vor dem Tod nicht mehr genommenen Jahresurlaub werde als Bestandteil des Vermögens Teil der Erbmasse.

Der Europäische Gerichtshof hat im November 2018 entschieden, dass der durch die Arbeitszeitrichtlinie gewährleistete Anspruch auf bezahlten Mindestjahresurlaub nicht mit dem Tod des Arbeitnehmers im laufenden Arbeitsverhältnis untergehen dürfe, ohne dass ein Anspruch auf finanzielle Vergütung für diesen Urlaub bestehe, der im Wege der Erbfolge auf den Rechtsnachfolger des Arbeitnehmers überzugehen habe. Damit musste das BAG seine jahrzehntelange Rechtsprechung zum Urlaubsanspruch bei Tod des Arbeitnehmers aufgeben. Lydia Knapp

Termin unbedingt vormerken und gleich anmelden! / Update Urlaubsrecht

14. Mai 2019, Filharmonie Filderstadt

Recht + Steuern

Kein allgemeines Anwesenheitsrecht des Betriebsrats bei Personalgesprächen Arbeitnehmer haben kein allgemeines Recht, ein Betriebsratsmitglied zu einem Personalgespräch hinzuzuziehen. Das Recht auf Hinzuziehung eines Betriebsratsmitglieds besteht lediglich in den gesetzlich genannten Fällen. Insbesondere hat der Arbeitnehmer gem. § 83 Abs. 1 S. 2 BetrVG das Recht, zur Einsicht in seine Personalakte ein Betriebsratsmitglied hinzuziehen. Ein weiterer Beispielsfall ist in § 82 Abs. 2 BetrVG geregelt, wonach der Arbeitnehmer verlangen kann, dass ihm die Berechnung und Zusammensetzung seines Arbeitsentgelts oder die Beurteilung seiner Leistungen und die Möglichkeiten seiner beruflichen Entwicklung erläutert werden. Auch hierzu kann er ein Mitglied des Betriebsrats seiner Wahl hinzuziehen. Darüber hinaus besteht jedoch keinerlei Verpflichtung des Arbeitgebers, die Hinzuziehung eines Betriebsratsmitglieds zu einem Personalgespräch zu dulden. Dies hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) nunmehr anhand eines Falles entschieden, in welchem eine Betriebsvereinbarung vorsah, dass der Arbeitgeber zu allen Personalgesprächen, in denen es um disziplinarische Maßnahmen ging, ein Betriebsratsmitglied einladen mußte (Urteil vom 11.12.2018, 1 ABR 12/17). Das BAG sah in dieser Regelung einen Verstoß gegen das allgemeine Persönlichkeitsrecht des Arbeitnehmers, welches auch der Betriebsrat gem. § 75 Abs. 2 BetrVG beachten müsse. Hiernach setzt eine Hinzuziehung eines Betriebsratsmitglieds stets voraus, dass das Betriebsratsmitglied zur Verschwiegenheit verpflichtet ist und insbesondere über den Inhalt des Gesprächs Stillschweigen zu bewahren hat. Dies ist in den oben genannten gesetzlichen Vorschriften auch explizit geregelt. Dadurch wird letztlich der Arbeitnehmer in seinem Persönlichkeitsrecht geschützt. Alexander Stöhr

Jetzt anmelden unter www.suedwesttextil.de/veranstaltungen, clauss@suedwesttextil.de oder +49 711 21050 - 14

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Technik + Umwelt

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Termine

AFBW feiert 10-jähriges Jubiläum

New Workspace I New Inspiration

SAVE THE DATE: Mitgliederversammlung AFBW 17. Juli 2019 � 15:30 bis 19:00 Uhr � Mit anschließendem Abendevent Wir laden ein in unsere neue Geschäftsstelle

Save the date: AFBW Mitgliederversammlung Das 10-jährige Jubiläum der AFBW und der Umzug in neue Verbandsräume wollen gefeiert werden! Daher sind Sie herzlich zur Mitgliederversammlung am 17. Juli 2019 eingeladen! Leidenschaft und viel Motivation waren schon immer bei der AFBW zu spüren – die neuen Büroräume inspirieren aber einmal mehr zu neuen Projekten und Ideen zum aktiven Netzwerken und zum weiteren Ausbau der AFBW. 10 Jahre sind aber auch ein guter Zeitpunkt, um kurz inne zu halten und die Erfolge und Aufgaben des Netzwerkes in den Blick zu nehmen. Die AFBW freut sich auf alle Mitglieder, Partner, Freunde, Unterstützer, Wegbereiter und Wegbegleiter – und möchte beim Abendevent bei molekularen Cocktails und Musik mit Ihnen anstoßen! Die Anmeldung erfolgt wie üblich über die Website der AFBW unter www.afbw.eu/veranstaltungen. Melden Sie sich jetzt schon an!

Spitzenausgleich Ökosteuer: Mitgliedervorteile bei Nachweisen Unser Dachverband textil+mode hat seine Kooperation mit dem Dienstleister DQS verlängert. Er hilft beim Nachweis der Voraussetzungen für den Spitzenausgleich bei der „Ökosteuer“ und beim Nachweis eines Systems zur Verbesserung der Energieeffizienz. Auch in Zukunft erhalten unsere Mitgliedern einen pauschalen Rabatt von 150 Euro auf den üblichen Tagessatz und das jeweils gewählte System. Mehr über das mit der DQS vereinbarte Verfahren für die Durchführung der notwendigen Audits und Details zur Kooperation finden Sie unter www.suedwesttextil. Foto: istock.com/Pogonici de/nachrichten/spitzenausgleich-oekosteuer.

NEUER SERVICE: Normenübersicht DIN/CEN/ISO Für Mitglieder stellen wir die monatliche Auswahl der Normungsprojekte von DIN, CEN und ISO mit laufender Einspruchsfrist bzw. beabsichtigte Zurückziehungen von bestehenden Normen zur Verfügung. Nicht immer ist eine Mitarbeit in allen Normenausschüssen möglich, jedoch tangieren Normen in vielfältiger Weise die Textilwirtschaft (organisatorisch, technisch und fachlich). In unserem Mitgliederbereich stellen wir Ihnen zukünftig die monatliche Auswahl der Normungsprojekte zur Verfügung.

Foto: istock.com/relif

Die Übersichten finden Sie unter www.suedwesttextil.de/ mitgliederbereich#normung-aktuell.

Einführung in den textilen Prozess Das von der Gatex am 14. Mai 2019 veranstaltete Seminar ermöglicht einen kurzen Einblick in die Abläufe der Flächenerstellung in der Textilindustrie sowie die Erklärung der Abläufe in den einzelnen Produktionsphasen, beginnend mit der Faserherstellung über Spinnen, Weben, Stricken und Veredlung. Das Seminar stellt auch Menschen ohne einen textilen Hintergrund die Wichtigkeit Ihrer Tätigkeit im Gesamtablauf dar. Mehr unter www.die-gatex.de. Techtextil 2019 Unter dem Motto „Space for Innovation“ zeigt die Techtextil, internationale Leitmesse für Technische Textilien und Vliesstoffe, vom 14. bis 17. Mai 2019 das gesamte Spektrum technischer Textilien.Auch 2019 ist Südwesttextil wieder mit einem Gemeinschaftsstand vertreten. Diese Messebeteiligung wird von Baden-Württemberg International in Kooperation mit Südwesttextil und der AFBW organisiert. 6. Technologietag Hybrider Leichtbau Am 20. und 21. Mai 2019 findet der sechste Technologietag Hybrider Leichtbau in der Filderhalle in Leinfelden-Echterdingen statt. Beim wichtigsten Fachkongress zum Leichtbau im Südwesten treffen sich auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Branchenkenner, Fachleute, Entscheider sowie Trendsetter und bieten somit eine einmalige Möglichkeit, sich in kürzester Zeit mit der breiten Community zu vernetzen. Südwesttextil-Mitglieder erhalten mit einem exklusiven Code 10% Rabatt. Mehr unter www. suedwesttextil.de/veranstaltungen. MedTech Summit 2019 Vom 21. bis 23. Mai 2019 liefert der MedTech Summit im Verbund mit der Fachmesse MedtecLIVE und der Röntgenkonferenz CARAT ein Komplettpaket zum Informieren und Netzwerken rund um die Medizintechnik. Der internationale Kongress MedTech Summit ist einer der bedeutendsten Treffs der Gesundheitsbranche. Mehr unter www.medtech-summit.de.


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Technik + Umwelt

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Digitale Kollektionserstellung bei Rösch Fashion Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum „Textil vernetzt“ begleitet insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) der Textilund Bekleidungsindustrie bei den aufkommenden Veränderungen im Bereich der Digitalisierung. Bereits im ersten Jahr des Bestehens nutzten rund 600 KMU mit mehr als 800 Mitarbeitern die Angebote des Kompetenzzentrums. Die Leitung des Kompetenzzentrums liegt beim Gesamtverband textil+mode, unterstützt wird die Ausführung durch die Forschungsinstitute in Aachen (ITA), Denkendorf (DITF) und Chemnitz (STFI) sowie der HahnSchickard-Gesellschaft in Stuttgart. Welche Potenziale bringt eine digitale Kollektionserstellung mit sich? Dieser Herausforderung stellten sich der Damenmodehersteller Rösch Fashion GmbH und der Textil vernetzt-Partner DITF in einem gemeinsamen Projekt, das nun erfolgreich abgeschlossen wurde. Bei der Untersuchung des Status Quo ergaben sich zahlreiche Herausforderungen. Die Traditionsmarke Rösch Fashion steht für hochwertige Nachtwäsche. Bislang ist die Kollektionserstellung zeitaufwändig und ressourcenintensiv, die Segmentierung kleinteilig. Prozesse erfolgen im Wesentlichen papierbasiert. Da ein direkter Austausch mit der Produktionsstelle in Ungarn nötig ist, waren auch diese Entscheidungsprozesse zum Teil länger. Zudem erfolgte die Präsentation der Kollektionen durch Abfotografieren

jedes Kleidungsstückes. Ziel der Zusammenarbeit mit den DITF war die Verschlankung der Prozesse und Verkürzung von Entscheidungswegen durch Erstellung eines Konzeptes einer agilen, digitalen Kollektionsentwicklung. Die Kollegen der DITF erarbeiten hierfür ein entsprechendes Konzept. Die DITF standen dem Unternehmen auch bei der Auswahl geeigneter Software-Werkzeuge unterstützend zur Seite und zeigten neue Chancen und Möglichkeiten der Digitalisierung in Produktion, Marketing und Vertrieb auf. Hierzu führten die Denkendorfer Kollegen mehrere Workshops durch, um Prozesse und Herausforderungen zu analysieren und entsprechende Handlungsfelder zu identifizieren. Ebenso wichtig waren die Gespräche mit den Mitarbeitern, um ein authentisches Bild hinsichtlich der verwendeten Technologien und Arbeitsprozesse bei Rösch Fashion gewinnen zu können. Zuletzt stellten die DITF den Geschäftsführern und Mitarbeitern aus Bereichen wie Design oder Produktentwicklung die Ergebnisse sowie potenzielle Szenarien vor, die daraufhin gemeinsam priorisiert wurden. Rösch Fashion plant nun die Einführung eines geeigneten Tools und will auf dessen Basis eine vertiefende Kollektionsanalyse mit den DITF vornehmen. Die DITF standen dem Unternehmen auch bei der Auswahl geeigneter Software-Werkzeuge unterstützend zur Seite. Sarah Maisch testete die Technik. Fotos: Textil vernetzt

„Textil vernetzt“ – Ihre Brücke in die Digitalisierung

Digitale Roadmap

Der erste Imagefilm des Projekts „Textil vernetzt“ zeigt Ihnen, wie Sie Ihr Unternehmen zukunftssicher durch das weite Feld der Digitalisierung manövrieren. In zweieinhalb Minuten erfahren Sie mehr über die Angebote und Expertise des Kompetenzzentrums. Neben Unternehmern aus der Textil- und Bekleidungsindustrie, die bereits an einzelnen Projekten arbeiten, geben die Projektpartner einen ersten Einblick in ihre Schaufenster.

Zum Abschluss des erfolgreichen Projektes mit der Gruschwitz Textilwerke AG präsentiert das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum „Textil vernetzt“ die Ergebnisse in einem Projektflyer. Dieser beschreibt den Prozess bis hin zum Ergebnis: einer digitalen Roadmap, die für den Spezialisten für technische Zwirne von den Experten der DITF entwickelt wurde. Laden Sie sich den Projektflyer unter www.textil-vernetzt.de herunter und erhalten Sie die komplette Erfolgsgeschichte auf einem Blick.

Jetzt anschauen unter http://bit.ly/imagefilmtextilvernetzt

www.textil-vernetzt.de

Pilotprojekt

Entwicklung einer digitalen Roadmap

„Wir sind mit dem Ergebnis der Roadmap mehr als zufrieden. Ziel ist es, immer ein bisschen schneller als die anderen zu sein.“ Ditmar Schultschik | CEO Gruschwitz Textilwerke AG

Das Unternehmen Die Firma Gruschwitz Textilwerke AG aus Leutkirch im Allgäu produziert technische Zwirne für unterschiedlichste Anwendungen, in aller Regel im Bereich der technischen Textilien. Dazu steht am Standort in Leutkirch ein großer Maschinenpark mit etwa 100 Maschinen unterschiedlichster Hersteller zur Verfügung. Mit seinem Spektrum an Maschinen deckt das Unternehmen die Prozessschritte Zwirnen, Spulen, Beschichten, Fachen und Flechten ab. Herausforderung In den vergangenen Jahren hat das Unternehmen bereits erste Schritte hinsichtlich der Modernisierung seiner Produktion getätigt. Schwerpunkt war die Umsetzung eines Lean-Management-Systems. Die Digitalisierung der Produktion ist der nächste Schritt und wurde als strategisches Ziel festgelegt. Lösung Die Digitalisierung der Produktion ist gemeinsam mit allen vier Textil vernetzt-Projektpartnern Deutsche Institute für Textil- und Faserforschung (DITF), Hahn-Schickard, Institut für Textiltechnik (ITA) und Sächsisches Textilforschungsinstitut (STFI) erfolgt. Hierfür wurde die Einführung digitaler Lösungen beschlossen, die die Themen digitales Engineering, smarte Sensortechnik, Qualifikation und Weiterbildung der Mitarbeiter sowie vernetzte Produktion umfassen.


20  Zu guter Letzt

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Ein Leben lang nachhaltige Freude Ab der Herbst-/Winterkollektion 2019 ist die Steiff-Bekleidung GOTS zertifiziert

Wer ein Produkt aus dem Hause Steiff kauft, erwartet, dass er ein Leben lang Freude daran haben wird. Diesen Anspruch an die Langlebigkeit des Produktes stellt die Margarete Steiff GmbH auch an ihre Fashion-Kollektion. Die getroffenen Maßnahmen zur Nachhaltigkeit der Kindermodenkollektion wurden nun offiziell mit dem GOTS (Global Organic Textile Standard) zertifiziert. Diese von unabhängigen Dritten vorgenommene Zertifizierung und das GOTS- Logo als Nachweis am fer-

tigen Produkt steht sinnbildlich für das Motto der Unternehmensgründerin, dass nur das Beste für Kinder gut genug sei. Ein Anspruch, den die Margarete Steiff GmbH bis heute verfolgt. Steiff verpflichtet sich durch die GOTS-Zertifizierung zur Einhaltung weltweit gültiger Standards, die die Herstellung, Konfektion, Verpackung, Kennzeichnung, etc. aller Textilien abdecken. Für die Faserproduktion bedeutet dies beispielsweise eine Bio-Zertifizierung der Fasern auf Grundlage

Wirtschaftszitat

»Für eine entsprechende Ausrichtung der Produktion braucht man kein staatliches Meta-Siegel. Der Wandel muss über den Kunden laufen. Besser als der Grüne Knopf ist der Kauf mit dem Kopf. « Kommentator Manfred Schäfers am 9. April 2019 in der FAZ

anerkannter internationaler und nationaler Bioanbaustandards. Durch die weltweite Verbreitung des GOTS erhalten die Konsumenten eine global gültige Garantie für ökologisch und sozialverträgliche Produkte, deren Produktionsketten sich vom Feld bis in den Einzelhandel nachverfolgen lassen. Die Margarete Steiff GmbH ist stolz darauf, sich durch die GOTS-Kennzeichnung zu den Marken zählen zu dürfen, die sich klar zur Nachhaltigkeit bekennen. Das Familienunternehmen reiht

sich mit diesem Schritt in eine ausgewählte Riege von Marken wie HAKRO, Gerry Weber, Ernstings Family, Melawear oder Mey. Durch diese Entscheidung unternimmt Steiff Maßnahmen, um den eigenen ökologischen Fußabdruck auf der Welt zu verbessern und Kunden weltweit umweltunbedenkliche Kleidungsstücke zur Verfügung zu stellen, an denen sie lange Freude haben können.

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Hauptgeschäftsführer Peter Haas

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Druck DCC Kästl e.K. Ostfildern-Kemnat Auflage 1 500 Exemplare Erscheinungsweise zweimonatlich


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Südwesttext Mai 2019 Nr.118 by Südwesttextil - Issuu