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Südwesttext Juli/August 2017

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SÜDWESTTEXT Zeitung für die Textil- und Bekleidungsindustrie Herausgegeben von Südwesttextil

www.suedwesttextil.de

Juli / August 2017 | Nr. 110

Themen Verband + Industrie Techtextil 2017 – Nachbericht Seite 6-7 Bildung + Soziales Südwesttextil-Mitglieder auf der ConTexMe Seite 10

Jahrespressegespräch 2017

Recht + Steuern Unternehmensnachfolge Seite 16

Medienecho Seite 3

„Gemischtwaren-Gefühle“ in der Branche Optimismus-Bremse nach bester Lage seit über zehn Jahren

Südwesttextil-Präsident Bodo Th. Bölzle

„Gebremst optimistisch“ bewertet die baden-württembergische Textil- und Bekleidungsindustrie

durchschnittlich die aktuelle Geschäftslage zum ersten Halbjahr 2017. Sie ist nach einem Zehn-Jahres-Hoch von 26 Punkten im April auf ein mittleres positives Maß von 15 Punkten zurückgegangen. Und – die Auftragseingangs-Indizes gehen bei Textil nach oben, bei Bekleidung nach unten. Das geht aus dem aktuellen Geschäftsklimaindex des Wirtschafts- und Arbeitgeberverbands Südwesttextil hervor, der von Verbandspräsident Bodo Th. Bölzle beim Jahrespressgespräch

am 6. Juli in Stuttgart vorgestellt wurde. Zu den befragten Unternehmen gehört die gesamte textile Kette: Spinnereien, Webereien, Veredlungsbetriebe ebenso wie Hersteller von Vorprodukten für die Automobil- oder Bauindustrie, von Medizinischen Textilien, Bekleidung, Heimtextilien oder auch Bettwaren. Nach einem guten 1. Quartal 2017 mit einem Index von 21 Punkten hat sich das Geschäftsklima in der baden-württembergischen Textil- und Fortsetzung Seite 2

Myanmar in den Startlöchern Mit günstigen Arbeitskräften und vorteilhaften Zoll- ca. 400 Textilunternehmen mit mehr als 350 000 Arbestimmungen ist Myanmar seit der politischen Öff- beiternehmern in Myanmar aktiv, und aktuelle Schätnung im Jahr 2012 in den Fokus der Aufmerksamkeit zungen gehen von einem Anstieg auf 1,5 Millionen Argerückt. Bereits im Jahr 2014 beitnehmer bis 2024 aus. Diese »Rechtliche Vorschriften Entwicklung ist nicht zuletzt hatte sich die Gesamtausfuhr von Textilien mit einem Wert westliche Unternehmen sowie internationale Stan- auf von 720 Millionen Euro gezurückzuführen, die Myanmar genüber dem Jahr 2010 ver- dards werden eingehalten.« als Alternative zu Bangladesch dreifacht. 2015 betrug das Dr. Steffen Gaber, LL.M. (Sydney), Rechtsanwalt u. Partner Luther und China entdecken. Die LuAusfuhrvolumen nach Anther Rechtsanwaltsgesellschaft gaben der Myanmar Garment Manufacturers Associ- ist seit 2012 mit einer Niederlassung in Rangun vertreation (MGMA) bereits 1,32 Milliarden Euro, was ca. ten und berät vornehmlich europäische Textilunterneh10 Prozent der gesamten Exporteinnahmen Myanmars men mit mehr als 100 Zuliefer-Herstellungsbetrieben entspricht. Die Europäische Union (EU) ist hierbei der zu Fragen des lokalen Arbeits-, Gesellschafts- und am schnellsten wachsende Exportmarkt. Aktuell sind Steuerrechts. Mehr unter www.suedwesttextil.de.

Zahl des Monats Nicht einmal jeder fünfte Arbeitnehmer ist in Deutschland noch Mitglied einer Gewerkschaft. Dies zeigt eine neue IW-Studie. Der Nettoorganisationsgrad der Gewerkschaften, also ohne Berücksichtigung der Arbeitslosen und Rentner, betrug demnach 18,9 Prozent. Die Daten stützen sich auf das Sozio-oekonomische Panel (SOEP), für das im Jahr 2015 12 000 Haushalte zu ihren Lebensumständen befragt wurden. Im Westen war demnach der Organisationsgrad mit 19,4 Prozent etwas höher als im Osten mit 16,5 Prozent. Im Ländervergleich sind die Arbeitnehmer im Saarland mit 30,7 Prozent am stärksten organisiert. Schlusslicht ist Bremen mit 10,9 Prozent. BadenWürttemberg liegt mit 16 Prozent auf Platz 12 hinter Thüringen und Bayern mit 16,4 Prozent.

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Aktuell Am 28. September veranstaltet Südwesttextil im Verbandshaus in Stuttgart einen Ganztages-Englisch-Intensivkurs – „Business-Correspondence in der Textil- und Bekleidungsindustrie“. Durch das Seminar führt die Legal English Trainerin und Geschäftsführerin der Treuhandgemeinschaft für Textilindustrie Bernadette Long. Anmeldung bis zum 13. September (max. 12 Teilnehmer) unter www. suedwestextil.de.


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Fortsetzung von Seite 1

„Gemischtwaren-Gefühle“ in der Branche Bekleidungsindustrie in den Monaten April, Mai und Juni mit 16 Punkten solide gehalten. Das drückt sich auch in der Einschätzung der aktuellen Lage aus. 69 Prozent der

Nach einem guten 1. Quartal mit einem Index von 21 Punkten hat sich das Geschäftsklima im 2. Quartal mit 16 Punkten solide gehalten.

befragten Unternehmen beurteilen ihre Kapazitätsauslastung als gut. Das sind 10 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des letzten Jahres. Nachgegeben haben dagegen die Inlandsumsätze. Im 1. Quartal beurteilten noch 47 Prozent der Befragten diese mit „gut“, im 2. Quartal jedoch nur noch 40 Prozent. Eklatant ist die Veränderung derer, die ihren Inlandsumsatz mit „schlecht“ bewerten: Waren im 1. Quartal nur 2,5 Prozent unzufrieden, sind es jetzt 20 Prozent. Das zeigt ein nahezu identisches Bild zum Vorjahreszeitraum. Die Unternehmen spüren die angespannte internationale politische Lage: Waren im letzten Quartal nur bei 5 Prozent der Befragten ihre im Ausland getätigten Umsätze rückläufig, so sind es jetzt 13 Prozent. Ebenso Grund zur Sorge bereitet die Ertragslage: Waren im 1. Quartal noch insgesamt 92 Prozent mit ihr zufrieden, 17 Prozent bewerteten sie sogar als „gut“, sind es jetzt nur noch 72 Prozent. Das sind 10 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des letzten Jahres. Doch die Prognose für das zweite Halbjahr ist positiv. So rechnen die Unternehmen mit steigenden Inlandsumsätzen sowie mit weiteren Aufträgen. Erwarteten 2016 nur 30 Prozent eine Zunahme der Auftragsbestände, so sind es in diesem Jahr 40 Prozent. „Die Textil- und Bekleidungsindustrie befindet sich in einem weiteren revolutionären Wandel – quasi im Sturm von Textil 4.0.“,

so Bölzle. „Die Bekleidungssparte muss sich auf massive Konsumveränderungen einstellen. Zwei Drittel der Deutschen kaufen ihre Kleidung mittlerweile online, das spürt der stationäre Handel. Starke Marken sind aber nach wie vor gut aufgestellt. Riesige Chancen bieten sich den technischen Textilien. Egal um welche großen Themen es geht – Digitalisierung, E-Mobilität, Umweltschutz, Gebäude und Straßen von morgen, demografischer Wandel und Gesundheit einer alternden Gesellschaft – Textil hat auf all diese Herausforderungen Antworten. Wir sind hier einer der

anfertigen lassen, haben deutsche Unternehmen 2015 mit faserbasierten Werkstoffen und technischen Textilien rund 23,5 Mrd. Euro umgesetzt, 4,2 Mrd. Euro davon gingen auf das Konto von Unternehmen aus Baden-Württemberg. „Der Erfolg wird einem nicht geschenkt. Bei allen Chancen sehen wir auch Risiken. So zeigt sich: Einzelhandels- und endkundenorientierte Hersteller bewerten die Lage schwieriger als jene, die Industriezulieferer sind. Und: Die multiplen internationalen Krisenherde dämpfen die Stimmung im Außenhandel. Darüber hinaus

In Kürze

Am 6. April 2017 um 13.19 Uhr kam Ghael Binkowski pünktlich zum errechneten Termin mit einem Gewicht von 3 200 Gramm auf die Welt. Die Eltern, Südwesttextil-Jurist Nathan Binkowski und seine Frau Vanesa González Taboada, freuen sich sehr über das zweite Kind, auch wenn die Nächte erst einmal wieder kürzer werden. Der digitale Wandel bestimmt unsere Zukunft. Er hat Auswirkungen auf die private und berufliche Welt, auf soziale, politische und wirtschaftliche Entwicklungen. Konkret bedeutet dies: Arbeitsplätze, Berufe, Bildung aber auch Arbeits- und Tarifrecht werden sich wandeln. Dazu hat die Landesvereinigung der badenwürttembergischen Arbeitgeberverbände ein Webspecial: „Lernen und Arbeiten in der Welt 4.0“ erstellt. Dieses zeigt auf, welche Herausforderungen die digitale Transformation überwinden muss und wie sie heute schon aussieht. www.arbeitswelt-digital.de

Nach dem ausführlichen Pressegespräch, gab Südwesttextil-Präsident Bodo Th. Bölzle der SWR-Redakteurin Heike Scherbel noch ein Interview. Fotos: Südwesttextil

beiden Weltmarktführer, auf Platz 2 hinter China.“ Der Weltmarkt für faserbasierte Werkstoffe und technische Textilien hat ein Volumen von 163 Mrd. USDollar. Laut einer Prognos-Studie, die Südwesttextil im Frühjahr hat

macht unser Erfolg andere Regionen neugierig und ebenso erfinderisch. Wirtschaft und Politik müssen daher erkennen: Die Förderung textiler Technologien ist die Förderung einer Perle,“ appellierte der Südwesttextil-Präsident.

Die Messe Composite Europe findet vom 19. bis 21. September wieder in Stuttgart statt. Sie ist die Top-Messe in Europa und zeigt alle zwei Jahre in Stuttgart die gesamte Wertschöpfungskette dieser Branche. Hier treffen internationale Forscher, Entwickler und Entscheider auf Anwender von Composites. Der Baden-Württembergische-Stand wird organisiert von dem starken Leichtbau-Bündnis im Land: AFBW, CCBW, LBZ und der Leichtbau BW GmbH. Nähere Einzelheiten sowie Unterlagen für die Beteiligung am Baden-Württemberg-Stand finden sich unter www.afbw.eu. Jürgen H. Winter, der seit über 40 Jahren die Betty Barclay Group als Unternehmer, Hauptgesellschafter und Geschäftsführer geprägt und geführt hat, ist in den Beirat der Winter Holding GmbH & Co. KG gewechselt und nun dessen Vorsitzender.


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Medienecho Jahrespressegespräch Auszüge aus TV und den Reaktionen der regionalen Tagespresse

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ie Stimmung in den 200 Unternehmen der baden-württembergischen Textilindustrie ist gedämpft. Das teilte der Branchenverband Südwesttextil heute mit. Besonders schwierig sei die Situation der Bekleidungshersteller. Besser gehe es den Produzenten sogenannter Technischer Textilien, sie stellen unter anderem Stoffe für die Automobilindustrie her. (mehr unter www.suedwesttextil.de)

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ie Textilindustrie im Land setzt zunehmend auf den Einsatz technischer Fasern. „Textil ist das neue Metall“, erklärte der Südwesttextil-Hauptgeschäftsführer Peter Haas am Donnerstag in Stuttgart. Schon heute würden technische Textilien in vielen Bereichen schwerere Bestandteile aus Metall ersetzen. Als Beispiele nannte Haas die Schaufeln einer Flugzeugturbine, die mittlerweile aus Carbonfasern hergestellt werden können, die mit einer Schicht Harz überzogen werden. Auch beim Brückenbau kämen vermehrt HighTech-Fasern zum Einsatz: „Textilien rosten nicht und halten länger“, sagte Haas. „Wir sind eine Schlüsseltechnologie für zahlreiche andere Branchen“, ergänzte der Verbandspräsident Bodo Bölzle. Man entwickle Ideen für Autos, Flugzeuge, Gebäude, Brücken, Operationssäle für mehr Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Komfort im Alltag. „Egal um welche großen Themen es geht – Digitalisierung, E-Mobilität, Umweltschutz, Gebäude und Straßen von morgen und Gesundheit einer alternden Gesellschaft – Textil hat auf all diese Herausforderungen Antworten“, so Bölzle.

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ie Textil- und Bekleidungsindustrie im Südwesten stehe nach der globalisierten Industrialisierung vor einem weiteren revolutionären Wandel, sagte Bodo Bölzle, Präsident des Verbandes Südwesttextil auf der Jahrespressekonferenz in Stuttgart: „Quasi der Sturm von Textil 4.0“. Dennoch gehe es den meisten der rund 200 Unternehmen im Verband „gut“. Das größte Entwicklungspotenzial sieht der Verbandspräsident bei innovativen Ideen. Die Bekleidungsund Textilindustrie sei nicht eingestaubt. „Wir dürfen uns nicht die Butter vom Brot nehmen lassen“, sagte Bölzle: „Textil ist das neue Metall.“ Die Geschäftslage zum ersten Halbjahr 2017 sei laut Bölzle „gebremst optimistisch“. Nach einem Zehn-Jahres-Hoch von 26 Punkten im April ging sie wieder zurück auf ein „positives Mittelmaß“ von 15 Punkten. Der Gesamtumsatz von Südwesttextil im Jahr 2016 nahm im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Prozent ab, beläuft sich auf 7,33 Milliarden Euro.

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rotzdem ist das Thema Mode ein beherrschendes bei der Vorlage einer Zwischenbilanz zur Lage der heimischen Textilindustrie gestern in Stuttgart. Schließlich stünden vor allem die Bekleidungshersteller vor einem Strukturwandel. Der Online-Handel verändert den Markt und die Vertriebskanäle. „Zwei Drittel der Deutschen kaufen ihre Kleidung mittlerweile online", sagt Bölzle und spricht sogar von „einem Niedergang des stationären Handels“. Allein von Januar bis Mai ist der Umsatz dort um neun Prozent gesunken. Zeitgleich verbuchte der sogenannte E Commerce ein Plus von 2,7 Prozent. Der Konsumwandel bedeutet für die Modehersteller, dass sich ,,die Lieferkette, die Logistik, die Beschaffung ändert. Sie müssen schneller produzieren“, erläutert Hauptgeschäftsführer Peter Haas.

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iesige Chancen bieten laut Bölzle indes die technischen Textilien. Der Weltmarkt für faserbasierte Werkstoffe und technische Textilien hat nach seinen Worten ein Volumen von 163 Mrd. US-Dollar. Laut einer Prognos-Studie, die Südwesttextil im Frühjahr hat anfertigen lassen, haben deutsche Unternehmen 2015 rund 23,5 Mrd. Euro umgesetzt, 4,2 Mrd. Euro davon gingen auf das Konto von Unternehmen aus Baden-Württemberg. Deutsche Unternehmen und die Konkurrenz aus China sind laut Bölzle führend und haben noch erhebliches Wachstumspotenzial. Die Anbieter technischer Textilien hätten sich in der Vergangenheit neu erfunden und stellten mittlerweile für andere Branchen eine Schlüsseltechnologie zur Verfügung. dabei kommen „smarte Fäden“ zum Einsatz. So laufen derzeit beispielsweise Entwicklungen, dass Sitzheizungen – angesichts des steigenden Energieverbrauchs von Autos – nicht mehr die Batterien belasten, sondern die Körperwärme der Fahrzeuginsassen nutzen. (...) In Autos seien viele Teile gewebt, gestrickt oder gewirkt und dann mit Harz ausgehärtet. Das mache die Teile leicht und robust. „Textil“, so betont Bölzle, „ist das neue Metall“.

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ölzle selbst ist Geschäftsführer der Amann-Gruppe, einem 1854 gegründeten Hersteller für Nähfäden und Stickgarne aus Bönnigheim (Kreis Ludwigsburg). Sein Unternehmen habe ein silber-beschichtetes Polyester-Garn entwickelt, das Stickereien zum Leuchten bringen kann, etwa als Schriftzüge auf Feuerwehranzügen. Dem Bettdecken- und Kissenhersteller Centa-Star gelinge es ohne den Einsatz von Bioziden, nur durch negative Aufladung, Allergene wie ein Magnet aus Decken anzuziehen und unkompliziert herauszuwaschen.


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PH-Werte: Die Kolumne von Südwesttextil-Hauptgeschäftsführer Peter Haas

Generalverantwortlich?

»Bekleider sollen sich für Hafenarbeiter einsetzen.«

Textil- und Bekleidungshersteller waren oft die Ersten: Die erste industrialisierte Branche, die erste globalisierte Industrie, und vor einigen Jahren wurde unsere Branche als erste ausgeguckt, um an ihr zu testen, inwiefern westliche Hersteller für die Arbeits- und Umweltbedingungen in der weltweiten Wertschöpfungskette verantwortlich gemacht werden können. Nicht immer macht es Spaß, die Nummer 1 zu sein … Dass es nicht immer und überall so zugeht wie in Deutschland – sei

es bei der Bezahlung und Behandlung von Arbeitnehmern, sei es im Umgang mit der Umwelt – ist unstrittig. In diesen Themen beweisen Verbände und Unternehmen zunehmend Dialogbereitschaft und Engagement. Eine Generalverantwortung für die gesamte Lieferkette ist jedoch abzulehnen. Hintergrund dieser Feststellung: Die internationale Transportarbeiter-Förderation hat kürzlich Bekleidungshersteller aufgefordert, sich auch für die Hafenarbeiter einzusetzen, die die Schiffe be- und entladen, dabei na-

türlich auch mit Containern voller Kleidungsstücke zu tun haben und somit auch Teil der textilen Wertschöpfung wären. Man kann den Gedanken ruhig weiterspinnen: Was ist mit den Schiffsbesatzungen? Warum garantiert Modelabel XY nicht, dass die chinesische Reederei bei der philippinischen Crew eines panamesischen Frachters auf die Einhaltung mitteleuropäisch akzeptierter Arbeitszeiten achtet? Und wer kennt die Arbeitsbedingungen der LKW-Fahrer, die die Container am Hafen laden? Oder wer sichert den Tankstellen-Kassierern entlang der Fahrtstrecken ihren Mindestlohn? Der deutsche Bekleidungsfabrikant? Ich möchte den Schwarzen Peter gar nicht weiterschieben, gar nicht die Verantwortung auch anderer Branchen für verbesserungswürdige Zustände debattieren, beispielsweise die der Nahrungsmittelindustrie für die

Lage in Afrika und so weiter. Fakt ist aber: Alle Missstände einer Branche anzulasten und ihr die Lösung abzuverlangen, ist mindestens so unverantwortlich, wie nichts zu tun. Die Lieferketten transparenter, nachhaltiger und fairer zu machen, muss sein – es geht aber nicht, ohne dabei eine internationale und branchenübergreifende Lastenverteilung zu gewährleisten, die Politik an ihre Gestaltungsmöglichkeiten zu erinnern und gerade Mittelständler nicht mit weiterer Bürokratie zu knechten – das ist kompliziert, es dauert, aber es kann nur so gehen. Und zu guter Letzt muss der Verbraucher mitmachen. Zwischen Gewissensfrage und Kaufentscheidung liegen immer noch Welten. Das ist bei Textilien nicht anders als bei Lebensmitteln: Jeder vierte Deutsche glaubt tatsächlich, häufig Bioprodukte zu kaufen. Tatsächlich liegt der Marktanteil von Öko-Lebensmitteln bei nur fünf Prozent.

Neues aus dem Südwesttextil–Juristen–Team

Südwesttextil hat eine gute Lösung für das Modell „Vereinbarkeit Beruf und Familie“ gefunden: Rechtsanwältin (Syndikusrechtsanwältin) Lydia Knapp, LL.M. aus dem Team Recht + Betriebspraxis ist Ende Juni in Elternzeit gegangen und wird im September 2018 wiederkommen. In dieser Zeit wird sie ab 1. Juli von Frau Alexandra Schulte qualifiziert vertreten.

Alexandra Schulte hat erfolgreich an der Uni Düsseldorf Rechtswissenschaften studiert, verfügt über eine Zusatzqualifikation in Mediation, ist Fachanwältin für Arbeitsrecht und war bislang als Rechtsanwältin (Syndikusrechtsanwältin) beim Unternehmensverband Ratingen tätig, der als gemischter Branchenverband 125 Unternehmen in der Region vor den Toren Düsseldorfs vertritt.

Lydia Knapp

Rechtsanwältin (Syndikusrechtsanwältin) Hannah Bussmann wird nach drei Jahren Ende Juli Südwesttextil verlassen, um bei der Firma Boehringer Ingelheim am Standort Biberach den Bereich Arbeitsrecht zu übernehmen. Den Südwesttextil-Mitgliedern steht die kammergeprüfte Mediatorin künftig in diesem neuen Beratungsgebiet des Verbands zur Verfügung. Auf sie folgt Robert Marx.

Hannah Bussmann

Alexandra Schulte

Robert Marx ist 28 Jahre alt, hat an der Uni Mannheim erfolgreich Rechtswissenschaften studiert und ist seit April dieses Jahres Assessor. Sein Schwerpunkt war das Arbeitsrecht, aber auch im Wirtschaftsrecht hat er erste Erfahrungen gesammelt. Derzeit absolviert er den Fachanwaltslehrgang im Arbeitsrecht und studiert parallel Wirtschaftswissenschaften. Praktische Erfahrungen sammelte er in mehreren Justiziariaten.

Robert Marx


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Neue Mitglieder bei Südwesttextil

Geschäftsführer und Inhaber Rafy Ahmed (r.) und Werner Strauch (l.) auf Stippvisite im Verbandshaus. Aus der aktuellen Kollektion. Fotos: Südwesttextil und www.morotai.de

Geschäftsführer Steffen Herr führt Peter Haas durch die Bandweberei und Druckerei. Fotos: Südwesttextil und www.bauer-bandweberei.de

Morotai GmbH Morotai ist ein junges, deutsches Sportlabel mit unverkennbarem Design – klar, puristisch, ausdrucksstark. Nach erfolgreichem Modestudium war die Vision von Gründer und Chefdesigner Rafy Ahmed, selbst Sportler durch und durch, eine Sportmarke zu entwickeln, die die optimale Balance zwischen Stil und Qualität bei maximaler Funktion vereint. Die Geradlinigkeit architektonischer Linienführung sowie die Historie des japanischen Kriegers Nakamura, der im Alleingang die indonesische Insel Morotai verteidigte, waren Inspirationsgrundlage und kreative Quellen für das Entstehen einer Sportmarke voller Energie auf das Wesentliche. Stylisch, funktional, hochwertig.

Bauer GmbH Bandweberei 84 Jahre Geschenkbänder, das war das Geschäft des 1924 ursprünglich als reinen Bastbandvertrieb gegründeten Unternehmens. Heute webt und bedruckt das in dritter Generation von Steffen Herr geführte Unternehmen Bänder jeglicher Art: z. B. dreidimensional bedruckte Schlüsselbänder, VIP-Armbänder für Veranstaltungen wie Rock am Ring und den Weltgebetstag, Geschenkbänder mit Logo-Druck für Verpackungen der Süßwarenindustrie sowie Filter für die Zahnmedizin. Auch im zukunftsweisenden Bereich der smarten Textilien ist das Unternehmen tätig. In Kooperation mit dem DITF wird derzeit an einem Prototyp für eine Living-Wall zur vertikalen Raumbegrünung gearbeitet.

Faire Mode für Sie und Ihn ist das erklärte Ziel von Organication. Die Produktion erfolgt ausschließlich mit zertifizierten Stoffen. Fotos: www.organication.de

Texaid schenkt gebrauchter Kleidung ein zweites Leben. In der Sortierstraße werden die Kleidungsstücke für ihre weitere Verwendung sortiert. Fotos: www.texaid.de

Organication Europe GmbH Organication ist eine faire Modemarke, die für nachhaltige, umweltfreundliche, modische und qualitativ hochwertige Kleidung steht und für vieles mehr. Organication ist ein Lebensstil, eine Philosophie mit der Leidenschaft, die Mutter Natur zu schützen, etwas zu schaffen und dabei gut auszusehen. Das Unternehmen bezieht seine Baumwolle ausschließlich von prämierten Baumwollfeldern in der Ägais, auf denen die Baumwolle umweltverträglich angebaut wird. Auch aus diesem Grund ist das Unternehmen mit dem GOTS-Zertifikat (Global Organic Textile Standard) ausgezeichnet. Geschäftsführer Cem Kücük legt Wert darauf, dass sich die Kleidung seines Unternehmens auf alle Menschen, vom Baumwollpflücker bis hin zum Endverbraucher, positiv auswirkt.

Texaid Deutschland GmbH Texaid wurde 1978 als Charity-Private-Partnership von sechs namhaften Schweizer Hilfswerken gemeinsam mit einem Unternehmer gegründet. Mit Hauptsitz im Schweizer Kanton Uri und Niederlassungen in Deutschland, Österreich, Bulgarien, Ungarn und Marokko zählt das Unternehmen zu den führenden Dienstleistern für Textilrecycling in Europa. „Texaid und Südwesttextil setzen sich seit Jahren für die Verbesserung der ökologischen und sozialen Standards in der Textilwirtschaft ein. Mit dem Beitritt möchten wir unser Know-how aus dem Bereich der ökologischen Erfassung und Verwertung von gebrauchten Textilien einbringen und zur Förderung technologischer Innovationen, insbesondere des Textilrecyclings, beitragen“, sagt Martin Böschen, CEO der Texaid-Gruppe.


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Geballte textile Kraft aus Baden-Württemberg

Auf der Techtextil in Frankfurt präsentierten 16 Aussteller auf dem Gemeinschaftsstand ihr Know-how Nach zwei Jahren war es wieder soweit: Unter dem Motto „Connecting the Future“ präsentierten in Frankfurt vom 9. bis 12. Mai auf der Techtextil, der internationalen Leitmesse für technische Textilien und Vliesstoffe, 1 477 Aussteller aus 55 Ländern das gesamte Spektrum der Einsatzmöglichkeiten textiler Materialien und Technologien. Mit dabei: die textile Industrie aus Baden-Württemberg. Auf einem großen Gemeinschaftsstand, organisiert und durchgeführt von Baden-Württemberg International (bw-i) gemeinsam mit der Allianz Faserbasierte Werkstoffe Baden-Württemberg (AFBW) und Südwesttextil, zeigte sie den Fachbesuchern ihre textilen Produktneuheiten. Ein echter Eyecatcher der Standarchitektur war die Theke: In den Landesfarben schwarz und gelb leuchtete der Meeting Point aus Ettlin-Lux®-Gewebe des Südwesttextil-Mitglieds Ettlin in dreidimensionalen Lichtstrukturen und war nur ein Beispiel für die innovative Vielfalt aus Baden-Württemberg. Insgesamt 16 Aussteller präsentierten ihre kreativen Produkte: neueste Elastic- und Umwindegarne bis zu einer Feinheit von 5 dtex von Lederer Elastic-Garne aus Amstetten, Verbindungstechniken mit thermischen Fügeverfahren und Automatisierungstechnik von bielomatik Leuze aus Neuffen sowie 3D-Faser-Formteile, hergestellt mit der zukunftsweisenden Faser-Einblastechnik von Fiber Engineering aus Karlsruhe. Mit dem Slogan „Wir weben Zukunft“ präsentierte die Bauer Bandweberei aus Mainhardt Filter-, Gurt- und Wickelbänder und die Technische Textilien Lörrach hatte ein vielfältiges Programm an Spezialvliesen, wie z. B. Filtertextilien für die Rauchgasreinigung und den „Fire-Blocker“ als Schutztextilie für den Flugzeugsitzbau. Die Firma SWU Technical Fabrics stellte ein Spezialgewebe vor, an dem die Wasserdampf- und Wassersperre individuell eingestellt werden, und die Gebrüder Otto GmbH & Co. KG bewies ihre nachhaltige Produktion mit einer breiten Palette an Garnen und Zwirnen aus Fasermischungen, Naturfasern und recycelten Fasern sowie einer Auswahl an Chemie- und

Wirtschaftsstaatssekretärin Katrin Schütz auf der Techtextil in Frankfurt beim Südwesttextil-Mitgliedsunternehmen Technische Textilien Lörrach, die z. B. Nadelfilze als FireBlocker für Flugzeugsitze herstellen. Auch das ist Textil. Fotos: Südwesttextil

Südwesttextil-Präsident Bodo Th. Bölzle: „Technische Textilien sind aufgrund ihrer Materialeigenschaften und vielfältigen Einsatzmöglichkeiten zukunftsweisend.“

Prof. Dr.-Ing. Götz T. Gresser und Prof. Dr. rer. pol. Dipl.-Ing. Meike Tilebein vom DITF freuten sich über den Besuch von Wirtschaftsstaatssekretärin Katrin Schütz.

Ein echter Eyecatcher: In den Landesfarben schwarz und gelb leuchtete der Meeting Point aus Ettlin-Lux®-Gewebe der Firma Ettlin in dreidimensionalen Lichtstrukturen.

Hightech-Fasern. Aus dem Strickbereich präsentierten die Maschentex GmbH innovative doppelflächige Rundstrickwaren mit Hybridfunktion – Spacerknits, dreidimensionale Strukturen und Bi-Elastizität und die roma-Strickstoff-Fabrik zusammen mit Essedea ein Wandelement aus Abstandsgestrick mit der entsprechenden Dämmung sowie eine Dekorgestrickbespannung mit Heizelementen. Mit neuen Farben und einem neuen gemeinsamen Logo zeigten sich die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung DITF und demonstrierten damit die intensivere Verbindung der bisher unter eigenem Logo aufgetretenen Institute ITV, ITCF sowie der Abteilung DITFMR. Eine Vielzahl von Exponaten auf dem Messestand unterstrichen die profunde Kompetenz des größten Textilforschungszentrums Europas. Von dieser geballten textilen Kraft überzeugte sich am 11. Mai Staatssekretärin Katrin Schütz vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg persönlich bei einem Rundgang über den Gemeinschaftsstand. „Faserbasierte Werkstoffe und technische Textilien sind als Querschnittsbranche in ihrer wirtschaftlichen Bedeutung nicht zu unterschätzen und bergen ein hohes Innovationspotenzial, nicht zuletzt durch den Trend zur Digitalisierung. Gerade technische Textilien sind aufgrund ihrer Materialeigenschaften und vielfältigen Einsatzmöglichkeiten zukunftsweisend“, sagte sie beim anschließenden gemeinsamen Empfang mit SüdwesttextilPräsident Bodo Th. Bölzle. Darüber hinaus lobte sie die Techtextil und die Texprocess als die wichtigsten internationalen Leitmessen für technische Textilien, Vliesstoffe sowie für die Verarbeitung von textilen und flexiblen Materialien. Dass die baden-württembergischen Textilund Bekleidungsunternehmen die Potenziale und Chancen technischer Textilien erkannt hätten, sehe man daran, dass knapp ein Fünftel aller deutschen Aussteller aus BadenWürttemberg stammten. www.suedwesttextil.de


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Spannender Messebesuch

Die Auszubildenden der Gatex besuchten die Techtextil in Frankfurt Wie schon vor zwei Jahren besuchten die Ausbilder der Gatex mit den Azubis des 1. Ausbildungsjahres die Techtextil in Frankfurt. Interessant und aufregend, denn für den einen oder anderen war es der erste Messebesuch überhaupt. Und so musste man sich zuerst einmal zurechtfinden. Das riesige Messegelände mit den verschiedenen Messehallen und vielen Messeständen – und dann auch noch die Menge an Publikum – schon der erste Eindruck war überwältigend. Unterwegs waren die Jugendlichen in zwei Gruppen: die Weber und Spinner und die Laboranten und Veredler. Jeder Teilnehmer hatte eine vorher definierte Aufgabe zu erfüllen. Es ging darum, spezielle Textilthemen zu erarbeiten, sich dafür ganz gezielt auf der Messe zu informieren, um dann später im Unterricht darüber zu berichten. Und die Azubis gingen mit viel Engagement ans Werk.

Erkundeten mit den Azubis des 1. Ausbildungsjahres die Techtextil in Frankfurt: GatexAusbildungsleiter Matthias Rentschler (o.r.) und die Ausbilder Uwe Rummler, Henrik Piwatz und Manuel Kleppke (u.v.l.n.r.). Fotos: Gatex

Azubis der A & E Gütermann auf der Texprocess

Natürlich wurden auch die Messestände der Ausbildungsbetriebe besucht, soweit sie Aussteller waren, sowie der Gemeinschaftsstand von Baden-Württemberg. Die Rückreise nach Bad Säckingen gestaltete sich sehr ruhig. So ein Messetag mit einer sehr frühen Abreise war dann doch sehr anstrengend und ermüdend, so dass die meisten auf der Rückfahrt schliefen. Trotzdem, dieser Messebesuch war für alle ein sehr beeindruckender Tag, der auch die Vielfalt der textilen Produkte und Möglichkeiten aufzeigte. Die Reise wurde, wie auch in den vergangenen Jahren, wieder von der Messe Frankfurt unterstützt: Sie sponserte die Eintrittskarten. Herzlichen Dank dafür! Die nächste Techtextil ist in zwei Jahren. Die Gatex wird bestimmt wieder mit dabei sein. www.die-gatex.de

Der Techtextil Innovation Award 2017 geht an die DITF Mit dem Verbundwerkstoff „PURCELL“ konnte die DITF die Jury des „Techtextil Innovation Award“ überzeugen. Sie holte den Preis in der Kategorie „new material“ nach Denkendorf. PURCELL ist ein neuartiger Werkstoff aus reiner Cellulose. Sowohl die Verstärkungsfaser wie auch die Matrixkomponente bestehen aus diesem Naturstoff. Das Material zeigt nicht nur technisch gute mechanische Kennwerte, die für die Verwendung in Produkten wichtig sind. Auch das besonders umweltschonende Produktionsverfahren, wie die vollständige Rezyklierbarkeit des natürlichen Materials, öffnen dem Werkstoff die Tür für vielfältige Anwendungsmöglichkeiten in technischen und alltäglichen Produkten. „Textile Innovationen verschieben immer wieder die Grenzen des Machbaren“, erklärte Staatssekretär Dirk Wiese in der Eröffnungsrede zur Preisverleihung und wies damit auf das enorme Innovationspotential der Textil- und Faserbranche hin. Das Forscherteam des DITF um Prof. Dr. Michael R. Buchmeiser, Dr. Frank Hermanutz, Dr. Johanna Spörl und Dr. Simon Küppers fühlte sich mit diesen Worten in den Ergebnissen seiner Arbeit bestätigt.

Es ist eine schöne Tradition: Chauffiert vom Betriebsratsvorsitzenden Dieter Ohnemus (2.v.l.) und der Personalleiterin Martina Kaltenbach (1.v.r.) in zwei Kleinbussen, besuchten die Auszubildenden der A & E Gütermann gemeinsam mit der Ausbildungsleiterin Verena Burger (1.v.l.) die Texprocess in Frankfurt. Eine tolle und unkomplizierte Möglichkeit, die große Welt der Bekleidungs- und textilverarbeitenden Industrie kennenzulernen. Und es war eine große Freude, die Fäden von A & E Gütermann auf so vielen Nähmaschinen im Einsatz zu sehen.

Die Preisträger am Exponatstand. Fotos: DITF


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Leuchtturm Cotonea

Event im Rahmen der Industriewoche Baden-Württemberg: Textilproduktion geht auch anders Im Rahmen der Industriewoche Baden-Württemberg hat das Familienunternehmen Gebr. Elmer & Zweifel am 22. Juni die Türen seiner Markthalle Vivena in Bempflingen geöffnet. Bei Markthalle denken zwar viele an Gemüse, doch vor allem der Gedanke des Austauschs steckt für Geschäftsführer Roland Stelzer dahinter. So öffnet die Markthalle nicht nur die Tür zu den Produkten der Marke Cotonea, sondern auch zu vielen anderen nachhaltigen Produkten. In einem Bildervortag stellte der Unternehmenschef selbst die Philosophie von Cotonea vor: Die Produkte des Familienbetriebs in sechster Generation stehen für gesunde Baumwolle und eine konsequente Kontrolle aller Produktionsstufen – vom Baumwollfeld bis hin zum Endkunden. Bereits im ersten Teil des Vortrags wird den Zuhören klar, dass das Thema Nachhaltigkeit viele Herausforderungen beinhaltet, wie z. B. die Ausrichtung des Produkts für den Kunden, die Herausforderungen der Zertifizierung sowie der Umgang mit dem „LabelDschungel“ und vieles mehr. Wie geht Cotonea mit diesen Herausforderungen um? Von den zwei Projekten in Uganda und Kirgistan stellte Roland Stelzer die Region rund um Gulu in Uganda und die

In der Markthalle Vivena in Bempflingen stellte der Unternehmenschef Roland Stelzer mit einem Bildervortag die Philosophie von Cotonea vor.

dortige Zusammenarbeit mit der Gulu Agricultural Development Company vor. Die bunten Bilder des Landes zeigen neben Bauern auf den Biobaumwollfeldern, Trainerschulungen und Lagerhäusern vor allem Menschen, die das Projekt ausmachen. Cotonea will für alle ein Gewinn sein und setzt

deshalb vor Ort auf Hilfe für Selbsthilfe und möchte durch Schulungen ermöglichen, dass die Menschen vom Anbau auf ihrem Land leben können. Hohe Korruption, Schädlinge, die zunehmende Kommerzialisierung und Genmanipulation von Saatgut und die Berücksichtigung von Fruchtfolgen wie Sesam oder

Exklusiv für Mitglieder: Plakette Chancen-Stifter Südwesttextil-Mitgliedsunternehmen sind jetzt automatisch – als Inklusivleistung ihrer Mitgliedschaft – Nachwuchsförderer. Durch die Unterstützung des Verbands für die „Stiftung der deutschen Wirtschaft“ können die Unternehmen sich selbst als Unterstützer der Aktion „Chancen-Euro“ und damit Diese Plakette können sich Südwesttexals Förderer der Bildung werben. til-Mitglieder im Mitgliederbereich von „Tue Gutes und rede darüber“, www.suedwesttextil.de unter der Rubheißt es. Südwesttextil gibt seinen rik „Chancen-Stifter“ für die Werbung Mitgliedern so die Möglichkeit, auf ihrer Website und in ihren E-Mailsich als engagiertes Unternehmen Signaturen herunterladen. und guter Arbeitgeber zu präsentieren, der gesellschaftliche Verantwortung übernimmt und sich für den Nachwuchs einsetzt.

Monatliche Rohstoffpreisentwicklung

Chili stellen die Projekte allerdings vor große Aufgaben. Durch die Zusammenarbeit mit erfahrenen Landwirten und das Bilden von neuen Finanzierungsmodellen und Interessensgemeinschaften vor Ort kann allerdings eine faire Entwicklung gewährleistet werden. Nach dem Bericht aus Uganda, zeichnete eine Bilderfolge die Reise der Biobaumwolle in die Spinnereien nach Istanbul und zur Konfektion in die tschechischen Werke nach. Cotonea ist größtenteils mit „IVN Best“ zertifiziert und deckt damit die gesamte Herstellungskette ab. Neben attraktivem Design, hoher Langlebigkeit, Fairness, ökologisch optimierter Herstellung sowie schöner Haptik und Gebrauchseigenschaften ist vor allem die Transparenz relevant. Um dies an den Kunden zu kommunizieren ist jedem Produkt ein Produktpass beigefügt, der alle relevanten Informationen zum Produkt zusammenfasst. Am Ende des informativen Abends sind die Fragen nach dem „Wie und Warum?“ hinter der Marke Cotonea geklärt und es bleibt ein Ausblick in die Zukunft: Im nächsten Jahr will das Unternehmen in die Luxusqualitäten von Baumwolle investieren und strebt im Produktbereich die Entwicklung von Arbeitskleidung an. Rebekka Rüth

Unser neuer Service für Mitglieder

Foto: iStock.com/ipopba

Um unseren Mitgliedern einen besseren Überblick über die Preisentwicklungen bei Rohstoffen zu geben, stellt der Gesamtverband textil+mode auf Anregung und unter maßgeblicher Beteiligung von Südwesttextil jeden Monat die aktuellen Preise der wichtigsten Rohstoffe für die Branche zusammen. Diese Übersicht steht Ihnen ab sofort monatlich im Mitgliederbereich von www.suedwesttextil.de unter Die Branche in Zahlen – Rohstoffpreise als PDF-Datei zum Download zur Verfügung.


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Verband + Industrie  9

Interview: „Dietenheim zieht an“ Die Go Textile!-Posterin Rebekka Rüth im Gespräch mit Gebrüder Otto-Geschäftsführer Andreas Merkel Sie führen seit 1998 das Familienunternehmen Gebrüder Otto und sind mittlerweile für Ihr Engagement im Bereich Nachhaltigkeit mit zahlreichen Zertifizierungen belohnt worden. Warum ist Nachhaltigkeit so wichtig für Sie, und wie leben Sie Nachhaltigkeit in Ihrem Unternehmen?

Bereich der technischen Textilien eine Chance haben und auch da spielt Nachhaltigkeit immer mehr eine Rolle.

Nachhaltigkeit machen wir nicht erst seit dieser Modebegriff kreiert wurde, sondern der Gedanke ist quasi in der DNA von Familienunternehmen. Unser Ziel ist eben nicht nur kurzfristig Gewinn zu erwirtschaften, sondern wir denken mehr von Generation zu Generation und versuchen anständig und sinnvoll mit unseren Mitarbeitern und Ressourcen umzugehen. Früher hat es keine Zertifikate gegeben, heute sind wir nach allen Regeln der Kunst zertifiziert. Diese „Philosophy of Sustainable Development“ hat es damals zwar offiziell noch nicht gegeben, aber für uns ist das eine Grundphilosophie der Werte die unser Unternehmen prägen, und deswegen ist es auch relativ leicht für uns, in diesem Bereich weiterzuschauen.

Wir haben mit beiden Events eine überraschend positive Resonanz von den Konsumenten erhalten. Das Event war beim letzten Mal noch gelinkt mit einer Stadtveranstaltung, sodass man nicht klar differenzieren konnte, wer aufgrund der Textilien gekommen war. Aber trotz meiner Befürchtungen und anderer Veranstaltungen in der Umgebung, haben wir bereits drei Stunden nach Beginn tausend Besucher gezählt. Insofern bin ich positiv überrascht, wie groß das

Dietenheim ist eine Stadt mit vielen Projekten rund um nachhaltige Textilien. Wie ist die Idee für „Dietenheim zieht an“ bei Ihnen entstanden? Ich bin jetzt schon recht lange im Bereich Nachhaltigkeit tätig und unser Unternehmen ist ja auch bekannt dafür, dass wir hier führend sind. Dadurch ist es zwangsläufig so, dass viele Bekannte, Freunde, aber auch Kunden und Geschäftspartner mir Fragen zum Bereich Nachhaltigkeit stellen. Dabei waren drei Kernfragen ausschlaggebend für die Idee des Projekts: / W as bedeutet eigentlich Nach-

haltigkeit bei einem Textil, und ist Nachhaltigkeit nicht nur ein Trend, der irgendwann wieder verschwindet?

/ W arum soll ich eigentlich

mehr Geld für ein nachhaltiges Textil bezahlen, welchen Nutzen habe ich davon?

„Dietenheim zieht an“ findet nun bereits zum zweiten Mal in dieser Form statt, was sind Ihre Pläne und Wünsche für die Zukunft?

Andreas Merkel (2.v.re.) mit seinen Mitarbeitern auf den Otto-Stand in Dietenheim.

/ W elchen Marken kann ich

denn vertrauen und woran kann ich denn erkennen, dass ein Textil nachhaltig hergestellt worden ist und vor allem: Wo kann ich es dann kaufen?

Unser Ziel war es, den Konsumenten zu erklären, warum ein bestimmtes Textil nachhaltig ist, den Konsumenten die Wertschöpfungskette transparent zu machen, den Mehrwert von Biotextilien und nachhaltigen Textilien aufzuzeigen und am Ende des Tages hier die Produkte anzubieten. Heute waren viele verschiedene Unternehmen hier vor Ort vertreten, und alles dreht sich rund um Nachhaltigkeit. Was erhoffen Sie sich von der Veranstaltung und der Zusammenarbeit mit der Forschung? Wir haben nur dann eine Überlebenschance, wenn es unsere Kunden auch noch gibt. Durch den Strukturwandel im Einzelhandel brechen unseren Kunden zunehmend die Endkunden weg. Wir versuchen mit dem Projekt einen neuen Distributionskanal für unsere Kunden zu entwickeln. Das heißt einen Direktvertrieb zu den Konsumenten, wobei wir gleichzeitig versuchen, die emotionalen Werte und den Mehrwert eines Textils zu vermitteln. Die Forschung brauchen wir, um als Firma Otto im Bereich Nachhaltigkeit das führende Unternehmen in der Branche zu sein. In der engen Zusammenarbeit mit der Forschung können wir frühzei-

tig die neuesten Trends sehen und Möglichkeiten diskutieren, in welche Richtung uns das führen kann. Meine Anfangsvision des Projekts ist durch die Forschungsergebnisse teilweise korrigiert worden. Zu Beginn war meine Idee beispielsweise, die leerstehenden Läden in Dietenheim wiederzubeleben, aber die Forschungsergebnisse haben dann gezeigt, dass es neuartige Angebotskonzepte braucht, weil weit verstreute Läden für die Konsumenten einfach nicht mehr attraktiv sind. In den Podiumsdiskussionen wurde insbesondere das Thema „Made in Germany“ besprochen. Wie sehen Sie die Zukunft der Textilbranche in Deutschland, und welche Rolle spielt das Thema Nachhaltigkeit in diesem Zusammenhang? Die Textilindustrie hat in Deutschland in den letzten Jahren vor allem den Rückwärtsgang eingelegt, weil die Bekleidungstextilien einfach in anderen Ländern billiger hergestellt werden können. Ergebnisse aus der Forschung zeigen, dass nachhaltige Produkte Interesse wecken und eine gewisse Käuferschicht dafür bereit ist, mehr Geld auszugeben. Ich sehe in der Herstellung nachhaltiger Textilien eine gewisse Nische, die wir bzw. unsere Kunden ausfüllen können und in der wir uns auch behaupten können. Aber, dass wir in Zukunft eine textile Massenproduktion wieder nach Deutschland zurückholen können nur unter der Flagge Nachhaltigkeit, das halte ich nicht für realistisch. Deutschland wird allerdings weiterhin im

Rebekka Rüth

Interesse der Leute ist. Was mich auch freut ist, dass neben dem Bereich Textilien auch andere regionale Produkte hier vertreten sind und sehr gut angenommen werden. Die Resonanz und das Interesse der Besucher stimmen mich sehr positiv, und nach abschließender Bewertung könnte ich mir hier vor Ort durchaus die Etablierung eines Direktvertriebes der Hersteller vorstellen. Unser Wunsch wäre dann, dass unsere Kunden und der Ort davon profitieren. Das Projekt ist mit Textilien gestartet, aber wir versuchen auch Nachhaltigkeit in anderen Bereichen zu verankern, zum Beispiel wird unsere Schule demnächst eine Fair Trade Schule sein.

Rebekka Rüth


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Mitgliedsunternehmen auf der Ausbildungsmesse ConTexMe an der Hochschule Reutlingen Die Go Textile!-Posterin Rebekka Rüth war vor Ort und hat sie für Südwesttext interviewt

Die Amann Group in Bönnigheim ist seit mehr als 160 Jahren eines der international führenden Unternehmen für hochwertige Nähfäden und Stickgarne. Auf der ConTexMe waren zwei Mitarbeiterinnen der Personalabteilung, eine aus dem Produktmarketing und eine Auszubildende, um die Studenten für das Unternehmen zu begeistern

Waren Sie schon einmal auf der ConTexMe und wie sind Ihre Erfahrungen? Das ist bereits unser dritter Besuch und wir kommen jedes Jahr wieder gerne her. Wir haben super Erfahrungen mit dem Service der Studenten gemacht und finden die Betreuung vom Standaufbau bis zum gemeinsamen Mittagessen klasse. Außerdem liegt Reutlingen in der Nähe zu unseren Standorten Bönnigheim und Erligheim im Landkreis Ludwigsburg. Deshalb treffen wir hier genau auf unsere Zielgruppe. Haben Sie das Gefühl, dass Sie hier näher an den künftigen Fachkräften dran sind, als über ein Onlineportal? Auf jeden Fall. Im persönlichen Gespräch können wir gezielter auf die

Cartoon für modische Kompetenz, Niveau, Zeitgeist und Souveränität. Neben Vertreterinnen des Personalwesens war auch der Fachbereich Retail Management auf der Messe.

Die Betty Barclay Group aus Nußloch steht mit ihren Marken Betty Barclay, Betty & Co, Gil Bret, Vera Mont und

Waren Sie zuvor schon einmal auf der ConTexMe und mit welchen Erwartungen sind Sie hierher gekommen? Wir waren 2016 zum ersten Mal hier und freuen uns jetzt sehr auf den Austausch mit den Studenten und hoffen auf viele interessante Bewerbungen.

Produktentwicklerin Cathrin Hollmann und die Personalerin Ramona Bayerschen betreuten in diesem Jahr den Stand auf der ConTexMe.

Die Paul Hartmann AG mit Sitz in Heidenheim zählt zu den führenden Anbietern von Medizin- und Hygieneprodukten in Europa. Die

Waren Sie schon einmal auf der ConTexMe? Wir waren schon vor zwei Jahren hier. Die Resonanz in diesem Jahr ist gut – wir hatten viele gute Gespräche. Viele Studenten interessieren sich für ein Praktikum, Bachelorarbeiten oder Masterarbeiten. Was bieten Sie ganz konkret diesen Bereichen an?

Fragen eingehen und unseren Unternehmen anschaulich präsentieren. Zum einen geht es uns natürlich um die Fachkräfte, gerade die Textillaboranten, die wir in unseren Bereichen in Augsburg einsetzen. Zum anderen ist es wichtig, dass wir auf uns aufmerksam machen und bekannter bei den Studenten werden, um als Arbeitgeber und als Marke mehr wahrgenommen zu werden. Was macht Sie denn als Arbeitgeber für Studenten der Hochschule Reutlingen besonders interessant? Wir haben sehr vielseitige Stellen in allen BWL- und textilnahen Bereichen. Besonders in Augsburg haben wir beispielsweise in der Qualitätssicherung, Forschung oder Entwicklung viele Einsatzmöglichkeiten. Außerdem wird bei Amann viel Wert auf die

Mitarbeiterzufriedenheit gelegt. So finden im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements diverse Sportveranstaltungen, Vorträge und gesundheitsfördernde Maßnahmen statt. Auch auf die Einarbeitung neuer Mitarbeiter wird großen Wert gelegt, z. B. mit einer zweitägigen Einführungsveranstaltung und einem strukturierten Einarbeitungsplan. Und wie ist ihr Eindruck heute – kommen viele interessierte Studenten auf Sie zu? Ja absolut! Bisher kamen wir vor allem mit Textiltechnologen ins Gespräch, das entspricht genau unserer Zielgruppe. Die Studenten sprechen uns direkt an und fragen nach diversen Einstiegsmöglichkeiten bei uns im Hause. Es ist schön, dass wir als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen werden.

Welche Angebote haben sie für Studenten und wie wichtig ist Ihnen der persönliche Kontakt? Aktuell steht bei uns die Rekrutierung und Besetzung unserer 20 Praktikantenplätze an. Ob Pflichtpraktikum, Abschlussarbeit oder ein freiwilliges Praktikum – bei uns haben die Studenten alle Möglichkeiten. Die Betty Barclay Group bietet Praktikumsplätze unter anderem in den Bereichen Vertrieb, Marketing, Retailmanagement, Retail Buying sowie Modedesign und Textildesign an. Der persönliche Kontakt mit den

Studenten ist für uns sehr wichtig. Hierfür bietet uns die ConTexMe eine optimale Plattform.

Wir bieten hauptsächlich Praktika und Bachelor- oder allgemeine Abschlussarbeiten für den Bereich Textiltechnologie an – je nach Bedarf für unsere drei Textilbereiche im Unternehmen: OP Management, Inkontinenz Management und traditionelle Wunde.

selbstständig arbeiten, z. B. im Labor.

Wo werden die Studenten in Ihrem Praktikum eingesetzt? Die Studenten werden direkt in der Produktentwicklung eingesetzt. Sie arbeiten dort den Produktentwicklern komplett zu und übernehmen auch teilweise Aufgaben ähnlich der Entwicklung. Sie dürfen damit recht

Wie läuft der Bewerbungsprozess bei Betty Barclay ab? Die Studenten können sich auf unserem Job-Portal unter www. bettybarclay.com/karriere bewerben. Ende Mai veranstalten wir dann einen Bewerbervormittag in unserer Zentrale. An diesem Vormittag haben die Bewerber die Möglichkeit die Betty Barclay Group sowie unsere Mitarbeiter persönlich kennenzulernen.

Wie wichtig ist Ihnen der direkte Kontakt mit den Studenten? Sehr wichtig! Es ist einfach immer gut, wenn man mit den Studenten persönlich gesprochen hat. So können wir besser beurteilen, ob der oder die Bewerberin ins Team passt. Wenn man sich hier auf der ConTexMe umschaut, zählen wir nicht unbedingt zu den Unternehmen, die typischerweise mit Textilien in Verbindung gebracht werden. Daher ist es für uns besonders wichtig, auf Messen präsent zu sein.


Bildung + Soziales  11

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Im Ausbildungsvertrag beachten Neuerung bei Führung von Ausbildungsnachweisen Das Gesetz zum Abbau verzichtbarer Anordnungen der Schriftform im Verwaltungsrecht des Bundes ist am 4. April 2017 im Bundesgesetzblatt verkündet worden und am 5. April 2017 in Kraft getreten. Das Gesetz enthält u. a. eine Änderung in der Handwerksordnung und im Berufsbildungsgesetz bzgl. der Form des Ausbildungsnachweises. Der Ausbildungsnachweis (Berichtsheft) muss zukünftig entweder schriftlich oder elektronisch geführt werden (§ 13 Satz 2 Nr. 7 BBiG). In diesem Zuge gab es eine weitere Gesetzesänderung, wonach die ausgewählte Form des Ausbildungsnachweises ab dem 1. Oktober 2017 zwingend im Ausbildungsvertrag festzuhalten ist (§ 11 Nr. 10 BBiG). Der gesamte Ausbildungsnachweis muss bei Anmeldung zur Prüfung seitens des Auszubildenden und des Ausbilders persönlich unterschrieben werden bzw. mit einer elektronischen Signatur versehen werden. Ausbildende sind zudem gemäß § 14 Abs. 2 BBiG

angehalten, die Ausbildungsnachweise regelmäßig durchzusehen. Den Auszug aus dem Bundesge-

Verträge müssen demnach nicht geändert werden. Ausbildungsverträge, die ab dem 1. Oktober

Gatex-Seminare 2. Halbjahr Die Gatex hat für das 2. Halbjahr neue Seminar und Workshops für die textile Weiterbildung aufgelegt. Beginnend mit der Sommerakademie Anfang September werden bis Dezember erneut Seminare und Workshops rund um die Textiltechnik und der Prüfung von Textilien angeboten. Von fünftägigen Seminaren über zweitätige Workshops bis hin zur Eintagesveranstaltung ist für jeden etwas dabei. Nähere Infos finden sich unter www.die-gatex.de unter der Rubrik „Weiterbildung“. Einen Überblick bietet auch ein Flyer, der unter www.suedwesttextil.de heruntergeladen werden kann.

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setzblatt können Sie dem kostenlosen Bürgerzugang entnehmen oder auf unserer Homepage einsehen. Die BDA konnte einen Bestandsschutz für die bestehenden Ausbildungsverträge sowie eine Übergangsfrist bis zum 30. September 2017 erreichen. Bereits laufende und bis dahin abgeschlossene

Online-Plattform für Schülerpraktika Das Berliner Sozialunternehmen „Schule-plus“ermöglicht Schülerinnen und Schülern deutschlandweit, mit seiner Plattform selbständig ein Schülerpraktikum zu finden. Der niedrigschwellige Einstieg hilft Jugendlichen, online einen nach eigenen Interessen passenden Schülerpraktikumsplatz in der Region zu suchen und sich zu bewerben. Partner der Seite sind unter anderem die Kultus-

Foto: © iStock.com/monkeybusinessimages

ministerkonferenz und das Bundeswirtschaftsministerium. Mehr als 80 000 Schülerinnen und Schüler suchen hier pro Monat einen Praktikumsplatz; 8 000 Praktikumsplätze stehen zur Verfügung. Der Anbieter ist daher interessiert, mehr Unternehmen zu gewinnen und zu motivieren, mögliche Praktikumsplätze für Schülerinnen und Schüler online anzubieten.Wenn Sie Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geben möchten, ihr Unternehmen kennenzulernen, dann inserieren Sie Ihre Praktikumsplätze unter www.schülerpraktium.de.

2017 geschlossen werden, müssen zwingend um die Form des Ausbildungsnachweises (schriftlich oder elektronisch) ergänzt werden. Fragen an: Dipl.-Ökonomin Christine Schneider

Das Aus- und Weiterbildungszentrum der baden-württembergischen Textil- und Bekleidungsindustrie

Seminare Workshops 2017

Tel.: +49 711 21050-25 schneider@suedwesttextil.de

Go Textile! auf Bildungsmesse in Ulm Vom 22. bis 24. Februar 2018 findet in Ulm die 9. Bildungsmesse statt. Zum zweiten Mal dabei sein wird der von Südwesttextil organisierte Go-Textile!-Gemeinschaftsstand. An den drei Tagen werden auf dem Messegelände in den sechs Hallen wieder 45 000 Besucher

erwartet. Jetzt schon mit dabei sind das Dietenheimer Unternehmen Gebrüder Otto sowie die Gatex. Gerne können sich noch weitere Unternehmen an dem Gemeinschaftstand beteiligen. Bei Interesse bitte an Christine Schneider (schneider@suedwesttextil.de) wenden.

Seminare Bildungswerk Seminarangebot der Akademie für Personal- und Organisationsentwicklung im Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft in Kooperation mit Südwesttextil. Agilität im Unternehmen? Oder: Welche Potenziale bietet eine agile Organisation? 13. September 2017, Haus Reutlingen Webinarreihe: Weiterbildung 4.0 – Learning Next 15. September 2017, Haus Steinheim Klartext Führung – Ihre vertrauliche Fall-Werkstatt 18. bis 19. September 2017, Haus Reutlingen www.biwe-akademie.de


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Ausgabe 2 / Juni 2017

Großer Auftritt für den Nachwuchs MG ZIEHT AN: Wir feiern zehn! Die größte textile Nachwuchsmesse im deutschsprachigen Raum feierte dieses Jahr Jubiläum: Bereits zum zehnten Mal fand die MG ZIEHT AN am 18. und 19. Mai 2017 auf dem Campus der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach statt. Studentinnen und Studenten sowie Schulklassen konnten sich an den Ständen von rund 100 Unternehmen über Einstiegsmöglichkeiten in die Textil- und Bekleidungsindustrie informieren. Zum weiteren Programm der Messe gehörten Matchinggespräche zwischen Studierenden und Unternehmen, Bewerbungsfoto-Shootings, MappenChecks für Studierende, Workshops sowie Unternehmensvorträge. Eine Modenschau war an allen Veranstaltungstagen der Höhepunkt. Die 20-minütige Show zeigte die Kollektionen von Studierenden des Fachbereichs Textil- und Bekleidungstechnik und begeisterte das Publikum. Der Gesamtverband textil+mode war mit einem eigenen Messestand vertreten und informierte über die vielseitigen Berufsbilder in der Branche. Jan, Mitglied im Team Go Textile!, war ebenfalls vor Ort und berichtete live in seinen sozialen Netzwerken über die Messe. www.go-textile.de/story-mg-zieht-an

Teilnehmer des Jungtextiler Kongress vor der Seebühne in Bregenz

Ingeborg Neumann, betonte: „Deutschland ist Innovationsführer mit Technischen Textilien, und Modemarken aus Deutschland sind bekannt in aller Welt.“ Im Rahmen des Pre-Openings wurde der Preis des Verbandes der Rheinischen Textil- und Bekleidungsindustrie e. V. an zwei Studierende für ihre hervorragenden Abschlussarbeiten verliehen. Prof. Dr. Wolfgang Kleinebrink, Honorarprofessor des Fachbereichs Textil- und Bekleidungstechnik, überreichte den Preis an Nora Brinkert für ihre Bachelorarbeit mit dem Thema: „Experimentelle Evaluation der Funktionalität einer neuartigen Zierstich-Nähmaschine sowie 3D-Modellierung der Stichvariationen mit der Software TexGen“ sowie an Theresa Brinkmann für ihre hervorragende Masterarbeit „ECOPOLIS - Nachhaltige Designstrategien in Mode- und Textildesign für das Leben in der Stadt von morgen“.

Modenschau als Veranstaltungshöhepunkt

Bereits am Vorabend hatte das Pre-Opening erstmals bei dem Textilmaschinenhersteller Trützschler in Mönchengladbach die Branche auf das Event eingestimmt. Dort diskutierten Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft über die Zukunft der Textilindustrie am Niederrhein. Die Präsidentin des Gesamtverbandes textil+mode,

»DEUTSCHLAND IST INNOVATIONSFÜHRER MIT TECHNISCHEN TEXTILIEN.«

Die jungen Wilden Am 30. Mai fand in Bregenz der 7. Internationale Jungtextilerkongress statt. Unter dem Motto „Die jungen Wilden – die Kunst, Textil neu zu denken“ luden die Verbände Swisstextiles, der Voralberger Textil- und Bekleidungsindustrie (VTEX), Südwesttextil und der VTB die Auszubildenden der Branche und junggebliebenen Textiler ins Festspielhaus nach Österreich ein. Auch mit von der Partie war „Beka“, Rebekka Rüth, vom Team Go Textile!. Sie nahm die Gelegenheit war und postete kräftig fürs Netzwerk. Die über 220 Teilnehmer erfuhren von Sabina Brägger wie sie aus bisher ungenutzten Materialien hochwertige Produkte fertigt. „Von Abfall zu Lifestyle“ lautete ihr Vortrag. Hier zeigte sie wie auch aus Bisonfell oder Fischhaut tolle Must-haves werden können. Seit Januar 2016 ist die Schweizerin selbstständige Designerin und Materialscout und arbeitet sowohl an eigenen Kollektionen als auch direkt mit den unterschiedlichsten Auftraggebern. Ebenfalls um Design ging es bei „Design mit Herz“ von Julian Zigerli. Der Schweizer startet mit Männermode voll durch. Seine Shows waren bereits in den großen Modemetropolen dieser Welt zu sehen.

www.go-textile.de


Bildung + Soziales  13

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Ausgabe 2 / Juni 2017

Großer Auftritt für den Nachwuchs

»DIE JUNGEN WILDEN – DIE KUNST, TEXTIL NEU ZU DENKEN.« Die kleine und junge Texible GmbH aus Österreich stellte dem Fachkräftenachwuchs ein ganz anderes textiles Einsatzgebiet vor: „Die Betteinlage, die Nässe erkennt“. Dieses ganz neue Produkt, genannt „Textible Wisbi“, ist seit April auf dem Markt und zukunftsweisend für die Pflegeversorgung bei Inkontinenz. Im Anschluss wurden bei einem aktiven Theaterrundgang die Seebühne sowie die Kostümabteilung der Bregenzer Festspiele besichtigt. Dabei bekamen die Jugendlichen Einblicke in die Organisation der anstehenden Festspielsaison. Mit der Inszenierung von „Carmen“ wurde hauptsächlich die Kostümabteilung vor eine nicht ganz einfache Aufgabe gestellt – eine weitere textile Herausforderung. Wem nach all diesen Eindrücken noch die passenden Ideen fehlten, der konnte sich mit Mark Riklin, Lehrbeauftragter an der FHS St. Gallen, auf den Weg zur Ideenfindung machen. Das Geheimnis: Einmal nichts tun. Video anschauen auf https://www.youtube.com/ watch?v=sIC9Yy0heUs

JETZT ONLINE GEHEN AUF GO-TEXTILE.DE

Eltern-Rubrik Das Internetangebot der Nachwuchskampagne Go Textile! wurde weiter ausgebaut und um eine Rubrik speziell für Eltern sowie um ein neues Story-Format ergänzt. Die neue Unterseite ist ein Angebot sowohl für Eltern, die sich über zukünftige Karrieremöglichkeiten ihres Kindes informieren möchten, als auch für andere Personen aus dem direkten Umfeld (z. B. Lehrer), die als Berater oder Unterstützer Einfluss auf die Berufswahl haben. Die Rubrik bietet konkrete Daten und Fakten zur Branche und ihren Berufsfeldern, informiert über wirtschaftliche Potentiale der Textil- und Modeindustrie, die zugehörigen Betriebe und deren geografische Verortung. Die verschiedenen Einstiegs- und Karrierewege, finanzielle Perspektiven, späteren Aufstiegschancen und Bewerbungsmöglichkeiten werden ebenfalls aufgezeigt. Verschiedene Anzeigen für Eltern und Lehrer wurden für Facebook erstellt. Die getesteten Anzeigen wurden ausgewertet, optimiert und werden in der Zwischenzeit gezielt geschaltet. Der neue Eltern-Menüpunkt wurde seit dem Start am 10. April bereits mehr als 4 000 Mal aufgerufen.

Story-Format Die Homepage der Nachwuchskampagne enthält nun auch so genannte Stories der Go Textile!-Poster. Das Prinzip, durch eine Aneinanderreihung von einzelnen Bildern und Videos eine Geschichte zu erzählen, wie es in Snapchat-, Instagram- und Facebook-Stories möglich ist, wurde als neuer Baustein gleich auf der Startseite der Go Textile!-Webseite eingefügt. Die Stories präsentieren die vom Team Go Textile! produzierten Inhalten in einem für die Jugendlichen gewohnten Format. Sie beinhalten Bilder und Videos, die von den Go Textile!Postern zu besonderen Ereignissen wie der Techtextil oder MG ZIEHT AN aufgenommen und bereitgestellt werden. Die Agentur die wegmeister bereitet die Inhalte auf und stellt sie auf der Startseite ein. Weitere Stories sind bis Ende des Jahres geplant und ergänzen das Feature nach und nach. Folgen Sie dem Team Go Textile! auf www.go-textile.de/team

Entdecken Sie die neue Eltern-Rubrik auf www.go-textile.de/eltern

www.go-textile.de


14  Recht + Steuern

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Hinter den Kulissen der Arbeitswelt von morgen Großer Personalleiterkreis zu Gast bei den Zukunftsforschern Auf dem futuristischen Campus in Stuttgart-Vaihingen fand Ende April der große Südwesttextil-Personalleiterkreis im Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation statt. Gleich zu Beginn stellte Herr Dr. Ing. Jörg Kelter in einem Impulsvortrag die Trends und Herausforderungen der Büroarbeit der Zukunft – der Arbeits-/ Bürowelten 4.0 vor. Vorgestellt oder vielmehr in Erinnerung gerufen wurden die Anforderungen, die sich an eine immer höhere Agilität im Rahmen der Kundenbeziehungen stellen sowie die Anforderungen, die die vom Unternehmen gewünschten Bewerber an das Unternehmen stellen. Weiter wurde ein Einblick in die digitale Gesellschaft in Deutschland gegeben und daraus ein Bild der digitalen Zukunft gezeichnet. Eindringlich erläutert wurde die fortschreitende Entwicklung mit immer höherem Tempo und damit gleichzeitig das Erfordernis, sich immer schneller auf die anstehenden Veränderungen einstellen zu müssen. Auch wurden verschiedene Modelle der Bürogestaltung der Zukunft vorgestellt. Mit Praxisbezug konnten die Teilnehmer die Auswirkungen der Lichtgestaltung auf sich selbst ausprobieren – im Vortragsraum selbst dominierte ein blaues Licht in der Deckengestaltung. Damit soll die Konzentrationsfähigkeit erhöht werden. Anschließend erfolgte sogleich eine Führung durch das Institut, in welchem die soeben gehörten Gestaltungsmöglichkeiten hinsichtlich moderner Arbeitsmaterialien wie dem Einsatz von VR-Brillen oder neuen digitalen Oberflächen in der Praxis getestet werden konnten. Auch wurden verschiedene Arbeitsplatzgestaltungen vorgestellt, die teils Lounge-Charakter haben oder Besprechungen in offenen, aber doch geräuschgeschützten Sitzecken ermöglichen sollen. Es wurde dabei ein Konzept vorgestellt, wie die Mitarbeiter in möglichst angenehmer und für sie individualisierbarer Atmosphäre möglichst effektiv arbeiten können. Im nachfolgenden juristischen Teil nutzten die Personalverantwortlichen dann die Gelegenheit,

sich zu aktuellen Fragestellungen zu informieren. Zunächst erfolgte aus aktuellem Anlass die Vorstel-

berechtigt und in welcher Form?). Nach diesen grundsätzlichen Ausführungen folgte ein Rundum-

wurden Alternativen zum Freiwilligkeitsvorbehalt und deren Gestaltungsspielraum erörtert.

Arbeits- und Bürowelten 4.0: Dr.-Ing. Jörg Kelter (oben) vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in Stuttgart stellte den Personalern die Trends und Herausforderungen der Zukunft vor. Im Anschluss berichteten die Südwesttextil-Juristen über aktuelle Themen aus dem Arbeitsrecht – im Bild Patrick Krauß und Lydia Knapp. Fotos: Südwesttextil

lung des Ergebnisses der Tarifrunde 2017. Weiter stellte der Verband die neue Service-Leistung des Datenschutzbeauftragten vor. Anschließend folgten die Teilnehmer mit großem Interesse den Ausführungen zur Reform des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes und nahmen die Hinweise zur praktischen Handhabe der in Kraft getretenen Änderungen entgegen. Ein weiterer großer Block der Veranstaltung stellte die Frage nach den wichtigsten Fristen und Formalien in der täglichen Personalarbeit dar. Dabei wurden die häufigsten Fehler insbesondere beim Ausspruch von Kündigungen oder sonstigen einseitigen Willenserklärungen (Was bedeutet Schriftform?) besprochen (Wer ist überhaupt zur Abgabe der Erklärung/ dem Ausspruch der Kündigung

schlag quer durch die Themen, die im Rahmen der täglichen Personalarbeit anfallen – von der Begründung des Arbeitsverhältnisses über besondere Arbeitsverhältnisses wie Befristungen bis hin zur Beendigung sowie der Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats. Es wurden ausführlich die Folgen eines Verstoßes gegen die Formerfordernisse erläutert, z.B. die Fiktion der reduzierten Arbeitszeit bei einem nicht rechtzeitig und nicht formgemäß abgelehnten Teilzeitantrag. Anschließend wurde erörtert, ob die Vereinbarung einer freiwilligen Leistung und der Ausschluss der betrieblichen Übung überhaupt noch möglich ist. Dabei wurde im Einzelnen auf die sich hierbei stetig ändernde Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts eingegangen und Lösungsansätze vorgestellt. Weiter

Natürlich durften auch in diesem Jahr wieder der Blick in die aktuelle Gesetzgebung und Rechtsprechung nicht fehlen. Insbesondere die Fragen zum Mitbestimmungsrecht des Betriebsrats und der derzeitige Stand der Gesetzgebung zum Thema Bundesteilhabegesetz und Entgelttransparenzgesetz stießen auf großes Interesse. Nicht zu vergessen ist der Hinweis auf die kommenden Veranstaltungen. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden im regen Erfahrungsaustausch zwischen den Personalverantwortlichen erneut erörtert. Die Unterlagen der Personalleiterkreise stehen im Mitgliederbereich unter www.suedwesttextil.de zum Download bereit. Lydia Knapp


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Recht + Steuern  15

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Datenschutz: Sind Sie vorbereitet? Am 16. Mai hat Südwesttextil für seine Mitglieder in Ludwigsburg ein Seminar zum immer wichtiger werdenden Thema Datenschutz veranstaltet. Im ersten Teil ging es um die anstehenden Neuregelungen im Jahr 2018 und die damit verbundenen drastischen Erhöhungen der Bußgelder, die eine Datenschutzkonformität notwendig machen. Allerdings bauen die Neuregelungen glücklicherweise auf dem Bestand auf, so dass in vielen Bereichen Anpassungen der bisherigen Struktur erfolgen können und lediglich in einigen Themen komplette Neuerungen notwendig sind. In angeregten Diskussionen wurden dann die Voraussetzungen im Beschäftigungsdatenschutz erörtert. Dabei spielten wichtige Themen wie die Grenzen und Möglichkeiten der Überwachung von Mitarbeitern eine große Rolle. Intensiv besprochen wurde auch die Notwendigkeit betrieblicher Regelungen zu Internet und E-Mail-Nutzung. Abgeschlossen wurde der rechtliche Teil dann durch die rechtskonforme Ausgestaltung der Datenübertragung in-

Nathan Binkowski (oben) informierte über die rechtlichen Themen zum Datenschutz. Christoph Ritter (unten) verblüffte die Teilnehmer mit seiner Live-Hacking-Präsentation. Fotos: Südwesttextil

nerhalb von Konzernen und über die Ländergrenzen hinweg. Präsentiert wurde auch der neue Service der Südwesttextil Service GmbH als „Externer Datenschutzbeauftragter“. Zu dieser Serviceleistung informieren wir Sie gerne. Im zweiten Teil der Veranstaltung stellte Christoph Ritter von der SYSS GmbH plastisch dar, wie einfach Hacker auf Smartphones oder ungeschützte Websites zugreifen können. Dabei wurde ein konkreter Angriff auf einen Internetshop in Echtzeit durchgeführt. Außerdem wurde gezeigt, wie einfach sich mit einer falschen App Zugang zu einem Smartphone verschafft werden kann und wie weitreichend dann sämtliche Funktionen verwendet werden können. Insbesondere bei Banking-Apps entsteht hier schnell ein mulmiges Gefühl. Somit konnten die Teilnehmer anhand dieser Live-Hacking-Präsentation erkennen, welche Folgen ein sorgloser Umgang mit Daten haben kann und wie einfach Hacker auf die gesamte Software Einfluss nehmen können. Nathan Binkowski

Großes Interesse an „Arbeitsrecht Basics A-Z“ Am 20. und 29. Juni fanden die beiden Termine des jeweils ganztägigen Südwesttextil-Arbeitsrechtseminars „Basics von A – Z Teil 1 und 2“ in der Filharmonie in Filderstadt statt. Zunächst wurden die Grundlagen und Grundsätze des Arbeitsrechts erörtert, um die Struktur der unterschiedlichen arbeitsrechtlichen Regelungen in ihrem Zusammenspiel untereinander und damit auch das Verhältnis der unterschiedlichen Parteien im Arbeitsrecht verständlich zu machen. Schließlich sollen die Teilnehmer bei einem Grundlagenseminar vor allem einen guten Überblick gewinnen. Nach diesem Einblick in das grundsätzliche Gefüge des Arbeitsrechts wurde die Anbahnung des Arbeitsverhältnisses (Risiken bei der Formulierung einer Stellenanzeige, Verhalten bei Vorstellungsgesprächen, Gleichbehandlung usw.) erörtert. An praktischen Fällen konnten die Seminarteilnehmer gemeinsam mit den Referenten diskutieren, inwieweit sich die jeweiligen

Patrick Krauß und Nathan Binkowski gaben in dem zweiteiligen Grundlagenseminar wertvolle Tipps für die Praxis. Fotos: Südwesttextil

Arbeitgeber in den Beispielsfällen „auf dünnes Eis“ begeben haben. Im Anschluss hieran wurde das Weisungsrecht des Arbeitgebers besprochen, der den Inhalt des Arbeitsvertrags konkretisiert unter Beachtung der weiteren einschlägigen Vorschriften, z. B. zur Arbeitszeit. Neben Themen wie Arbeitsunfähigkeit und Entgeltfortzahlung waren weitere Themenbereiche die Teilzeit, Elternzeit und Elternteilzeit sowie die Befristung des Arbeitsverhältnisses und die dabei zu beachtenden Spielregeln. Der zweite Teil des Seminars widmete sich dann im Schwerpunkt der Beendigung des Arbeitsverhältnisses und dem Betriebsverfassungsrecht. Die rege Beteiligung der Seminarteilnehmer ermöglichte es den Referenten auf Nachfragen individuell einzugehen, so dass eine belebte Diskussion zwischen Teilnehmern und Referenten stattfinden konnte und so gute Erkenntnisse für die Praxis gewonnen werden konnten. Lydia Knapp


16  Recht + Steuern

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Haben Sie einen Notfallplan?

Unternehmensnachfolge: Sicherung betrieblicher Abläufe bei akutem Ausfall von Schlüsselpersonen Ein Autounfall, ein Schlaganfall oder ein Herzinfarkt…solche Ereignisse stellen nicht nur persönliche Schicksalsschläge dar. Auch im unternehmerischen Bereich können fatale Wirkungen eintreten, wenn Schlüsselpersonen des Unternehmens betroffen sind. Wer kümmert sich um den laufenden Betrieb? Wer begleicht fällige Rechnungen? Wer zahlt fristgerecht Löhne und Sozialabgaben? Werden diese und ähnliche Fragen im Notfall nicht zeitnah beantwortet, können unter Umständen die Fortführung des Unternehmens und die damit verbundenen Arbeitsplätze gefährdet sein. Auf derartige Ereignisse, die ohne Ankündigung eintreten, sind viele Unternehmen und deren Inhaber nicht oder nur schlecht vorbereitet. Das ist einerseits verständlich; häufig setzt hier der Verdrängungsmechanismus der menschlichen Psyche ein. Andererseits sind die möglichen Folgen für den gewissenhaften Unternehmenslenker zu bedeutsam, um sie ignorieren zu können. Daher sollten Notfallentscheidungen auf betrieblicher Ebene antizipiert werden. Bei inhabergeführten Unternehmen sind flankierende Maßnahmen auf privater Ebene zu treffen, um die Fortführung des Unternehmens nicht durch fehlerhafte familiäre oder außerfamiliäre Einflüsse zu gefährden. Notfallentscheidungen auf betrieblicher Ebene Managemententscheidungen im Notfall benötigen zunächst einmal eines: vollständige Information. Die Sicherung der Informationsgrundlage sollte daher an erster Stelle eines betrieblichen Notfallplans stehen. Das klingt banal, ist aber eine in der Praxis häufig vernachlässigte Obliegenheit. Wichtige Informationen sind vor allem vertragliche und andere rechtliche Regelungen, Kontodaten, Versicherungsbedingungen, Kontaktdaten (Adresslisten). Hilfreich in diesem Zusammenhang sind im Vorfeld angefertigte Übersichten, die eine Aufstellung der für das Unternehmen wesentlichen Informationen enthalten. Auch ist daran zu den-

ken, den Zugang zu den benötigten Informationen sicherzustellen. Dieser Zugang kann materielle oder immaterielle Hilfsmittel erfordern, z. B. Schlüssel oder Pass-

Flankierende Maßnahmen auf privater Ebene Gerade bei inhabergeführten Unternehmen sollte sinnvollerweise auch daran gedacht werden, die be-

Managemententscheidungen im Notfall benötigen zunächst einmal eines: vollständige Information. Foto: © iStock.com/Nafanja

wörter. Hier mag es sich anbieten, die angesprochenen Listen und Zugangshilfen bei einer Person des Vertrauens zu hinterlegen, verbunden mit der strikten Anweisung, die Unterlagen und sonstigen Gegenstände nur im – zuvor definierten – Notfall herauszugeben. Darüber hinaus sind Entscheidungskompetenzen für den Notfall festzulegen. Übergreifend oder differenzierend nach bestimmten Sachverhalten sollte geregelt und dokumentiert sein, wer in welchen Fällen welche Entscheidungen treffen darf (nach innen) und auch rechtswirksam treffen kann (nach außen). Praxisrelevant ist vor allem die Zeichnungsberechtigung bei den für das Unternehmen geführten Bankkonten. Die Festlegung von Entscheidungskompetenzen erfährt mehrere Ausprägungen: (i) geeignete Personen sind auszuwählen; (ii) Verantwortungsträger sind zu informieren; (iii) wichtige Vertragspartner sind ggf. vorab zu informieren; (iv) Vollmachten sind auszustellen. Stets ist darauf zu achten, rechtliche Vorgaben, insbesondere Formvorschriften, einzuhalten.

trieblichen Notfallenscheidungen mit flankierenden Maßnahmen auf der privaten Ebene zu verbinden. Hier ist zwischen dem krankheitsbedingtem Ausfall und dem Todesfall zu differenzieren. Im Krankheitsfall stellt sich erneut die Frage, wem Entscheidungskompetenzen während der Ausfallzeit zustehen sollen. Ist hier nichts geregelt, wird unter Umständen ein familienfremder Betreuer gerichtlich bestellt – ein Szenario, das häufig nicht im Interesse der beteiligten Personen ist. Hiergegen schützt man sich üblicherweise mit einer umfassenden Generalvollmacht, die zugleich Elemente einer Betreuungsvollmacht enthält und einer gerichtlichen Anordnung der Betreuung vorgeht. Welche Maßnahmen im Krankheitsfall von der betreffenden Person gewünscht oder abgelehnt werden, kann in einer zuvor verfassten Patientenverfügung niedergelegt werden, so dass auch bei fehlender Kommunikationsmöglichkeit der Wille des Patienten erkennbar bleibt. Im Todesfall stehen vermögensrechtliche Fragen im Vordergrund, die über letztwillige Verfügungen geregelt

werden sollten. Zentral ist dabei die Entscheidung, wer die unternehmerische Beteiligung erbt. Wichtig ist hier die Abstimmung mit den geltenden gesellschaftsvertraglichen Regelungen. Der Notfallkoffer In der Praxis hat es sich bewährt, die betriebliche Notfallplanung dadurch umzusetzen, dass unter professioneller Anleitung ein sog. Notfallkoffer oder Notfallordner zusammengestellt wird. Ähnlich der Due Diligence-Prüfung im Vorfeld einer Unternehmenstransaktion werden anhand vorgefasster Checklisten die notwendigen Informationen eingeholt und gesichert. Auf dieser Grundlage erarbeitet und dokumentiert der Unternehmenslenker gemeinsam mit seinen Beratern die im Notfall abzulaufenden Prozesse. Schließlich werden erforderliche Beschlussvorlagen und Vollmachten erstellt und ebenfalls im Notfallkoffer abgelegt sowie um private Unterlagen ergänzt (Generalvollmacht, Patientenverfügung, Testament). Der Notfallkoffer wird üblicherweise bei einer externen Person hinterlegt; er sollte regelmäßig, mindestens einmal im Jahr, überprüft und ggf. aktualisiert werden. Fazit Unfälle oder akute und schwere Krankheiten können zum plötzlichen Ausfall von Schlüsselpersonen im Unternehmen führen. Die professionelle Notfallplanung sichert in diesen Fällen die unternehmerische Handlungsfähigkeit. Darüber hinaus wird ein weiterer positiver Effekt erzielt, denn wer für den Notfall gut gerüstet ist, hat bereits einen wesentlichen Beitrag zur geordneten Nachfolgeplanung geleistet.

Autor Dr. Axel Mühl, Fachanwalt für Steuerrecht sowie für Handels- und Gesellschaftsrecht, Partner der Luther Rechtsanwaltsgesellschaft


Recht + Steuern  17

SÜDWESTTEXT

Juli / August 2017 I Nr. 110

Änderung bei der Sperrzeitregelung Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat ihre Geschäftsanweisung für die Sperrzeit beim Bezug von Arbeitslosengeld nach § 159 Drittes Buch Sozialgesetzbuch (SGB III) geändert. Bislang war der Abschluss eines Aufhebungsvertrages sperrzeitneutral, wenn eine Kündigung durch den Arbeitgeber mit Bestimmtheit in Aussicht gestellt wurde, die drohende Arbeitgeberkündigung auf betriebliche Gründe gestützt wurde, das Beschäftigungsverhältnis nicht früher endete als bei fristgerechter Kündigung und dem Arbeitnehmer eine Abfindung in Höhe von 0,25 bis 0,5 Monatsgehältern pro Beschäftigungsjahr gezahlt wurde. Nun kann auch die drohende personenbedingte Kündigung den Abschluss eines Aufhebungsvertrages rechtfertigen. Des Weiteren ist die Mindestuntergrenze der Abfindungshöhe von mindestens 0,25 Bruttomonatsgehältern weggefallen. Bis zuw einer Abfindungshöhe von 0,5

/ d as

Beschäftigungsverhältnis nicht früher beendet wird als bei einer fristgerechten Arbeitgeberkündigung;

/ d er Arbeitnehmer nicht unkünd-

bar ist;

/ e ine Abfindung von bis zu 0,5

Bruttomonatsgehältern für jedes Jahr des Arbeitsverhältnisses gezahlt wird.

Foto: © iStock.com/filmfoto

Bruttomonatsgehältern findet keine Rechtmäßigkeitsprüfung durch die BA statt. Zudem wird in der neuen Geschäftsanweisung klargestellt, dass ein wichtiger Grund auch dann vorliegen kann, wenn die Beschäftigungsaufgabe erfolgen muss, weil objektiv nur noch eine geringere Arbeitszeit möglich ist und die Tätigkeit in der verkürzten Zeit nicht fortgeführt werden kann. Bei einem Aufhebungsvertrag bzw. einer

Eigenkündigung des Arbeitnehmers tritt eine Sperrzeit demnach nicht ein, wenn: / d ie Kündigung des Arbeitgebers

mit Bestimmtheit in Aussicht gestellt wurde;

/ d ie drohende Arbeitgeberkündi-

gung auf betriebliche oder personenbezogene Gründe (nicht verhaltensbezogene) gestützt wird;

Die Aktualisierung der Geschäftsanweisung wird zudem eine Aktualisierung der Arbeitsbescheinigungen (§ 312 SGB III) mit sich bringen. Ein arbeitsgerichtlicher Vergleich bleibt weiterhin nicht sperrzeitrelevant (ohne vorausgegangenes versicherungswidriges/arbeitsvertragswidriges Verhalten). Fragen an: Nathan Binkowski Tel.: +49 711 21050-21 binkowski@suedwesttextil.de

Neuerungen bei der Langzeit-Lieferantenerklärung Durchführungsverordnung findet seit dem 14. Juni Anwendung Mit der Durchführungsverordnung (EU) 2017/989 vom 8. Juni 2017 wurden präferenzrechtliche Vorgaben für die Ausstellung von Langzeit-Lieferantenerklärungen geändert. Diese finden ab dem 14. Juni 2017 Anwendung. Demnach kann eine einzige Langzeit-Lieferantenerklärung künftig sowohl für bereits gelieferte Warensendungen als auch für zukünftige Warensendungen ausgestellt werden. Die Neuerung stellt eine wichtige Flexibilisierung für die Unternehmen der deutschen Textil- und Bekleidungsindustrie in der Praxis dar. Im Rahmen von Warensendungen innerhalb der Europäischen Union können Lieferanten mittels der sogenannten Lieferantenerklärung Angaben über die präferenziellen Ursprungseigenschaften der gelieferten Waren machen. Langzeit-Lieferantenerklärungen (LLE) stellen hierbei einmalige Erklärungen dar, die für Lieferungen von Waren über einen längeren Zeitraum hinweg Gültigkeit haben. Im Zuge der Umstellung auf den Unionszollkodex und seine ergän-

Foto: © iStock.com/Tryaging

zenden Rechtsakte am 1. Mai 2016 ergaben sich auch Änderungen in Bezug auf LLEs, die auf erhebliche Kritik seitens der Unternehmen und ihrer Verbände stießen. Nach bisheriger Regelung des Artikels 62 der Durchführungsverordnung zum UZK (UZK-IA) konnten Wirtschaftsbeteiligte LLEs entweder für zukünftige Warensendungen oder rückwirkend für bereits gelieferte Waren ausfertigen. Mit der Durchführungsverordnung (EU) 2017/989 vom 8. Juni 2017 wurde der Artikel 62 des UZKIA nun geändert. Die entsprechende Veröffentlichung Nr. L 149/19 vom 13. Juni 2017 im Amtsblatt der

EU gibt es unter www.suedwesttextil.de zum Download.. Die Neuerungen beziehen sich primär auf die Geltungsdauer von LLEs und die Ausfertigung von Ersatz-Ursprungserklärungen. Demnach ist es seit dem 14. Juni 2017 zulässig, dass eine einzige LLE sowohl für bereits gelieferte Warensendungen (vor Ausstellungsdatum der LLE), als auch für zukünftige Warensendungen ausgestellt wird. LLEs müssen Angaben zum Datum der Ausstellung der Erklärung (Ausfertigungsdatum), ihren Gültigkeitsbeginn (Anfangsdatum) sowie ihr Gültigkeitsende (Ablaufdatum) enthalten. Die Geltungs-

dauer der LLE beträgt ab Anfangsdatum nach wie vor maximal 24 Monate. Maßgebend für den Beginn der Geltungsdauer ist das Datum der Ausfertigung. Das Anfangsdatum darf hierbei nicht länger als zwölf Monate vor oder sechs Monate nach dem Ausfertigungsdatum liegen. Innerhalb dieses Zeitfensters ist es jedoch frei wählbar. Wird beispielsweise als Ausfertigungsdatum der 10. November 2017 angegeben, dann ist als Anfangsdatum jeder Tag vom 10. November 2016 (= minus zwölf Monate rückwirkend) bis 10. Mai 2018 (= plus sechs Monate in der Zukunft) zulässig. Für die Ausstellung einer LLE ist der vorgegebene Wortlaut zwingend einzuhalten, d. h. ohne Änderungen oder Ausschlussklauseln. Einen entsprechenden Überblick der Wortlaute für Waren mit bzw. ohne Präferenzursprung finden Sie auf www.zoll.de. Die LLE gilt für alle gelieferten Waren innerhalb des angegebenen Zeitraums, sofern sich ihr Ursprungsstatus nicht ändert. www.suedwesttextil.de


18  Technik + Umwelt

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Juli / August 2017 I Nr. 110

Termine Titandioxid – die Industrie im REACH/CLP Dauerstress Welche Auswirkungen die REACH/CLP Einstufung von Stoffen haben kann, hat sich bereits im Jahr 2014 am Beispiel Formaldehyd als krebserregend (Kathegorie 1B) gezeigt. Hier zeigten sich nach dieser Entscheidung gravierende Auswirkungen für die Biogasanlagen, Nahrungsmittelindustrie etc., die unter anderem durch nationale Rechtsfolgen bei der TA-Luft herrührten. Nur unter massivem Einsatz der Verbände, Wirtschaftsministerien usw., konnte diese Rechtfolge, die unter anderem einen weitgehenden nationalen Produktionsstopp von Energie, Nahrungsmitteln und Industrieprodukten bedeutet hätte, in Deutschland noch abgefedert werden (wir berichteten darüber). Foto: © iStock.com/welcomia Im Rahmen der Sitzung des AK-Stoffpolitik wurde beschlossen, dass der BDI ein Positionspapier zum Vorschlag zur harmonisierten Einstufung und Kennzeichnung von Titandioxid erarbeitet. Die textilen Verbände, allen voran Südwesttextil, die AFBW, der VTB und der Gesamtverband textil+mode, beteiligten sich an der Erarbeitung des BDI-Positionspapiers zum Vorschlag der harmonisierten Einstufung und Kennzeichnung von Titandioxid. Das BDI-Positionspapier, das gemeinsam von Vertretern besonders betroffener Branchen erarbeitet wurde, finden Sie unter www.suedwesttextil.de. Nun gibt es eine neue Diskussion: Der Ausschuss für Risikobeurteilung (RAC) der Europäischen Chemikalienagentur ECHA hat nun empfohlen, das Weißpigment Titandioxid als „einen Stoff mit Verdacht auf krebserzeugende Wirkung beim Menschen“ durch Einatmen einzustufen. Wir berichteten im Vorfeld bereits darüber. Auch wenn nun abgeschwächt, halten die deutschen Textilverbände diese Empfehlung aus toxikologischer Sicht für nicht nachvollziehbar und beklagen eine ungerechtfertigte Stigmatisierung dieses auch für die Textilindustrie sehr wichtigen Industrierohstoffes. Spezifischer Hintergrund ist, dass auf Vorschlag Frankreichs bei der ECHA eine EU-weit harmonisierte Einstufung von Titandioxid als krebserzeugend angeregt wurde. Der französische Vorschlag stützt sich dabei auf Studien an Ratten, denen extrem hohe Konzentrationen an Titandioxid-Staub inhalativ verabreicht wurden. Dies führt zu sogenannten Lungenüberladungen (lung overload) durch das Einatmen von Staubpartikeln. Alle relevanten Leitlinien der ECHA, der OECD und des Europäischen Zentrums für Toxizität und Ökotoxizität stellen jedoch übereinstimmend fest, dass Ergebnisse aus derartigen Lung-overload-Studien an Ratten nicht auf den Menschen übertragbar sind.

REACH: EU-Regelung zur PFOA

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Am 14. Juni 2017 wurde die Beschränkung der Europäischen Union auf Perfluoroctansäure (PFOA) (CAS Nr. 335-67-1), ihre Salze und PFOA-verwandten Stoffe im Amtsblatt als Verordnung (EU) Nr. 2017/1000 veröffentlicht und in den Anhang XVII der REACH-Verordnung als Eintrag 68 hinzugefügt. Wie von uns vorab berichtet, wurden die textilen Ausnahmen von dieser Regulierung bei der C8-Chemie bis zum 4. Juli 2023 nun bestätigt. Den Gesetzestext gibt es unter www. suedwesttextil.de.

Kühlende Textilien

Neue Leitung beim WKI

Die Anforderungen an die Eigenschaften von Textilien sind in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Um einen kühlenden Effekt zu erzielen, werden spezielle Textilkonstruktionen entwickelt, durch die die Schweißverdunstung und damit die körpereigene Kühlung erhöht werden. Wie jedoch lässt sich die kühlende Wirkung von Textilien messen? Das Hohenstein Institut für Textilinnovation (HIT) hat deshalb mit dem Wärmeabgabetester (WATson) eine neue physikalische Messmethode für die Bestimmung der Kühlleistung von Textilien entwickelt.

Das William-Küster-Institut (WKI) für Hygiene, Umwelt und Medizin – bekannt als Fachbereich »Life Science« innerhalb des Forschungsund Dienstleistungszentrums Hohenstein – steht seit dem 1. April 2017 unter neuer Leitung:

Foto: © iStock.com/blhowe

Mit Dr. Timo Hammer übernimmt ein Naturwissenschaftler und Betriebswirt in Personalunion die Spitze des Instituts. Zudem wurde auch die Geschäftsleitung der Hohenstein Gruppe um seine Person erweitert.

Sommerakademie Die Sommerakademie in der Gatex vom 4. bis 8. September richtet sich an Mitarbeiter und Auszubildende der kaufmännischen Abteilungen von Unternehmen der Textil- und Bekleidungsbranche, des Textilmaschinenbaus, der Zulieferindustrie und des Einzelhandels. Die Teilnehmer erhalten einen umfassenden Überblick über die Entstehung von Textilien entlang der gesamten textilen Produktionskette. Sie erlernen Kenntnisse, die ihnen bei ihrer täglichen Arbeit helfen, die textilen Produkte in ihrer Zusammensetzung, Eigenschaft und Qualität besser zu bewerten und befähigen sie, bei Bedarf fachkundiger zu beraten. Mit auf dem Programm steht die Besichtigung eines Textilunternehmens. Mehr unter www.die-gatex. de/weiterbildung. Innovation Day 2017 Am 24. August findet an der EmpaAkademie in Dübendorf, Schweiz, der nächste Innovation Day statt. Es ist seit über 10 Jahren fixer Bestandteil der Swiss-Textiles-Veranstaltungsagenda. In Fachvorträgen berichten namhafte Referenten und Unternehmer aus dem textilen und textilnahen Umfeld über ihre Innovationstätigkeiten und -erfolge, präsentieren Trends und schaffen dadurch neue Impulse. Weitere Info zum Programm und Anmeldung unter http://www.swisstextiles.ch/ de/veranstaltungen/veranstaltungen/ innovation-day-2017.html. Prepregs – AFBW-Arbeitsgruppe Zusammen mit Plastics InnoCentre veranstaltet die AFBW eine Arbeitsgruppe zum Thema Prepregs. Hier wird die Schnittstelle zwischen „Fasern“ und „Kunststoff“ dargestellt. Die Möglichkeiten und Chancen durch Hinterspritzen von thermoplastischen Prepegs sollen dabei erarbeitet werden und zu künftigen Kooperationen unter den Akteuren führen. Der Kick-OffTermin ist am 5. Oktober bei Plastics InnoCentre in Horb am Neckar. Näheres unter http://www.afbw. eu/de/index/afbw/veranstaltungen/ details/afbw-prepregs-durch-hinterspritzen-mit-kunststoff-kuenftigerwirtschaftlicher-werkstoff-save-thedate-5-10-2017-77.html


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Juli / August 2017 I Nr. 110

Technik + Umwelt  19

REACH: Der Countdown läuft unerbittlich Farbstoffkompetenznetzwerk soll wieder zusammenkommen Am 31. Mai 2018 läuft die REACHRegistrierungsfrist für Chemikalien ab. Dann gilt für Stoffe, die in mehr als einer Tonne pro Jahr in der EU in Verkehr gebracht werden sollen, der REACH-Slogan „No Data – no Market“. Sind Stoffe bis zu diesem Stichtag bei der ECHA von der chemischen Industrie nicht registriert worden, dann sind Sie für die in der EU produzierenden Unternehmen bzw. Wertschöpfungsketten nicht mehr verfügbar und die Unternehmen müssen dann ggf. wegen Rohstoffmangels ihre EU-Produktion schließen bzw. ins Nicht-EUAusland verlagern. Höchste Zeit für eine Bestandsaufnahme und Systemanalyse in Sachen REACH, denn die Anzeichen deuten darauf hin, dass sich nicht nur die RohstoffVersorgungssicherheit für die EUIndustrie in einer massiven Schieflage befindet. Für die REACH-Registrierung schreibt die ECHA (Europäische Chemikalienbehörde) spezielle Registrierkonsortien vor, wenn verschiedene Hersteller und Importeure den gleichen Stoff verwenden, denn zwei oder mehrere getrennte Registrierdossiers für den gleichen Stoff sind nicht erlaubt. Gleiches betrifft Preisabsprachen etc. zwischen den Herstellern. Sie sind im genehmigten Registrierkartell weiterhin nicht zulässig. Ist ein Hersteller bzw. Importeur alleiniger REACH-Registrierer eines Stoffes, hat er zukünftig das EU-Monopol für den Verkauf dieses Stoffes, solange keine weiteren Anbieter diesen Stoff co-registrieren. Gut für den Monopolisten, schlecht für den Markt. Die teure REACH-Registrierung ist für viele mittelständische Chemiefirmen ein großes Problem und prinzipiell ein Vorteil für kapitalstarke Unternehmen. Geld ist maßgebend – Innovation, neue Ideen und auch Stoffe sowie Start-Ups scheitern oft an fehlendem Kapital und am REACHSystem. Vor allem bei der Registrierung von Spezialrohstoffen haben KMU-Chemieunternehmen große Schwierigkeiten, die Geldmittel aufzubringen. Aus diesem Grund könnten viele Spezialrohstoffe vom EU-Markt verschwinden. Aktu-

ell wenden sich deshalb vermehrt KMU-Chemie-Unternehmen an ihre EU-Kunden, um diese zur Beteiligung an den Registrierkosten zu bewegen. Die Zeit läuft offensichtlich allen davon!

Foto: © iStock.com/serggn

Bei der ECHA ist aktuell eine Positivliste mit ca. 11.000 registrierten Stoffen bzw. chemischen Zwischenprodukten verfügbar. Aus dieser Liste lassen sich für das geübte Auge bei den registrierten Zwischenprodukten auch die Haupt-Syntheserouten von strategischen Hauptprodukten einzelner EU-Chemikalien-Hersteller ableiten – das legt Know-how in weiten Teilen offen. REACH ist damit leider so etwas wie eine transparente Plattform für den Export von EU-Knowhow geworden. Was fehlt ist eine Negativliste der derzeit Nicht-REACH-registrierten-Stoffe. Das Problem der Nicht-Registrierung wurde von der ECHA und der EU-Kommission nicht ausreichend bedacht. So ergibt sich generell für alle Wertschöpfungsketten der Industrie ein unkalkulierbares „BlackBox-Risiko“ – selbst wenn die Voraussetzung erfüllt wäre, dass ein Erzeugnis-Hersteller alle chemisch vorgelagerten Prozesse der Materialien der Zulieferer, die er einsetzt, komplett durchdringen könnte, um so eine Stückliste der eingesetzten Chemikalien für sein Endprodukt zu erstellen. Hier dürfte nicht nur der Hersteller des Airbus A 380 mit mehr als 4 000 000 Einzelteilen bzw. Baugruppen an seine Grenzen

stoßen. Die Black Box öffnet sich ab dem 1. Juni 2018 Stück für Stück. So funktioniert REACH, aber: so funktioniert die Industrie in der EU nicht. Niemand kann dem abermaligen REACH-Stresstest noch etwas abgewinnen, außer man wäre vielleicht Produzent für Überraschungseier. Nicht nur die Textiler wissen um diese Probleme, auch die ACEA-REACH-Taskforce der europäischen Automobilindustrie nimmt sich dieses Themas an. Sie fordert von der ECHA eine Negativliste, um mit Hilfe ihres IT-Systems IMDS (International Material Data System) die strategischen, nicht registrierten Stoffe identifizieren zu können. Diese sollen dann die Chemiehersteller, natürlich mit dem nötigen Druck, noch bis zum Stichtag registrieren. Doch auch das IMDS erkennt nicht alle Problembereiche, es ist aber weitaus besser als die Systeme der restlichen Industriezweige, falls überhaupt vorhanden. Die Thematik geht aber noch viel tiefer, denn das REACH-System ist gerne autistisch und blendet nicht selten den Kontext einer globalen Weltwirtschaft völlig aus – nach dem Motto „Europa allein zu Hause“. In der Regel erkennen nur Experten und global denkende Strategen die gewichtigen Details, die sonst kaum einer überblicken bzw. bemerken kann. Ein Beispiel dafür sind in der textilen Wertschöpfungskette die hochheißlichtechten Spezialfarbstoffe für die Automobilindustrie. Diese meist auf der Chemikalie „Anthrachinon“ basierenden Spezial-Farbstoffe werden heute – nach deren völligen Verlagerung im vergangenen Jahrzehnt aus der EU – nur noch in Asien produziert. Bei der AnthrachinonSynthese selbst gibt es nach den vorliegenden Informationen nur noch zwei Hersteller in Asien. Damit sind diese Farbstoffe zu einem äußerst strategischen Rohstoff für die ganze weltweit operierende Automobilindustrie geworden, ohne dass diese das selbst bisher mitbekommen hat. Und das ist kein Einzelfall. Darüber hinaus setzt die EU mit der REACH-Registrierung und ihren Restriktionen im Farbstoffbe-

reich für die noch verbliebene Farbstoffherstellung und Verwendung eine enorme EU-Markteintrittsbarriere für die heimischen Farbstoffhersteller und Importeure, für Textilveredler und Automobilhersteller. Denn die Registrier-Problematik gilt generell für viele Farbstoffe, die jetzt im unteren Mengenband von 1 bis 100 Tonnen bis zum 31. Mai 2018 registriert werden müssten. Hier drohen den EU-Textilern u.a. auch Vertragsstrafen, wenn Farbstoffe ab Mitte 2018 nicht mehr für die Textilveredler verfügbar wären, denn in der Mode werden die Farben einer Saison schon Jahre im Voraus festgelegt und Verträge auf dieser Basis beschlossen. Was tun, wenn auch REACH-RegistrierungsNegativlisten etc. nicht weiterhelfen können? Die Produktion ins NichtEU-Ausland verlagern und die Ware dann in die EU-importieren? Ist das die einzig verbleibende Alternative? Das 2014 von Südwesttextil und dem bayrischen Schwesterverband VTB gegründete „Farbstoffkompetenznetzwerk“ hat sich gemeinsam mit den unter dem Dach des Gesamtverbands textil+mode organisierten Verbänden und Euratex dieser Thematik in den letzten Jahren intensiv angenommen, um nach Lösungen zu suchen. Es geht nur gemeinsam mit den Farbstoffherstellern bzw. Farbstoffanbietern. Das zeigen pragmatische Lösungsansätze, die sich aus bereits geführten Einzelgesprächen mit der Firma Textilcolor (Sevelen/Schweiz) sowie mit der Firma Dystar (Frankfurt) ergeben haben. Der Wille zur Kooperation und Hilfe ist bei diesen Firmen äußerst bemerkenswert. Man sucht den Schulterschluss mit den Textilern. Im Spätherbst 2017 soll das Farbstoffkompetenznetzwerk wieder zusammenkommen. Der Weg des Dialogs und der Kooperation wird bis dahin weiter mit den Farbstoffherstellern bzw. auch den Textilhilfsmittellieferanten fortgesetzt, denn bei der Registrierung sind noch zu viele Fragen offen. Fragen an: Dipl.-Ing.(FH) Stefan Thumm Tel.: +49 151 281 090 45 umwelt@suedwesttextil.de


20  Zu guter Letzt

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Der Mann im Olymp trägt „Signature“ Trotz schwieriger Marktbedingungen konnte der Hemdenhersteller aus Bietigheim-Bissingen im 1. Halbjahr 2017 seinen Umsatz um 2,1 Prozent auf 124,2 Millionen Euro steigern. „Dass uns das gelungen ist, spricht für uns“, sagte Firmenchef Mark Bezner im Rahmen der Pressekonferenz am 29. Juni. Denn die Modefirmen gerieten immer mehr unter Druck, z. B. durch preis­aggressive Anbieter wie Primark oder Saks Off 5th. Einige von ihnen mussten sogar Insolvenz anmelden. „Trotz der bisher guten Zahlen lässt sich heute aber noch kein zu erwartendes Jahresendergebnis abschätzen. Die volatilen Märkte und das damit eng verknüpfte Nachordergeschäft sind schwieriger denn je kalkulierbar. Außerdem haben die Auswirkungen von politischen und ökonomischen Ereignissen wie die andauernde Ukraine-RusslandKrise, der zukünftige Brexit oder die zurückliegenden Präsidentschaftswahlen in Frankreich das Konsumklima in diesen wichtigen Exportmärkten negativ beeinflusst.“ Bislang habe Olymp die Einbrüche in den dortigen Märkten durch Zuwächse in Deutschland, Österreich, den skandinavischen Ländern und vor allem in den Niederlanden, dem wichtigsten Exportmarkt, auffangen können. Um die Marktführerschaft noch weiter auszubauen, wagt Olymp mit der Einführung der neuen Premium-Linie Olymp Signature jetzt den Vorstoß in das gehobene Marktsegment. Verantwortlich für dieses im siebenstelligen Kostenbereich liegende Projekt ist Dirk Röhlke. Er kam im Februar 2016 vom Mitbewerber van Laack, wo er 19 Jahre lang tätig war.

Hollywood-Star Gerard Butler ist Markenbotschafter für Olymp Signature (oben). Head of Olymp Signature Dirk Röhlke erklärte den zahlreichen Journalisten die Vorzüge des neuen Produkts. Jede einzelne Größe wird nach individuellen Maßen gesondert geschnitten – ein Hemd wie maßgeschneidert. Fotos: Olymp und Südwesttextil

Für Olymp Signature werden ausschließlich auserlesene Materialien verwendet und aufwendig verarbeitet: z. B. hochwertige Vollzwirngewebe, Knöpfe aus echtem Perlmutt, die gemäß der neapolitanischen Tradition per Hahnentrittstich auf Stiel angenäht und umwickelt werden, feinste Handkappnähte, herausnehmbare Kragenstäbchen sowie eine Tailoredfit-Schnittform mit differenziertem Größenspiegel. Als Testimonial konnte Olymp den schottischen Hollywood-Star Gerard Butler gewinnen, der mit Filmen wie „London has fallen“

»Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen.« Kurt Tucholsky – zitiert von Stefan Schorn, Verhandlungs-Coach im Südwesttextil-Texklusiv-Seminar „Vom Dialog zum Deal: Überzeugend und souverän Verhandlungen führen“, 3. und 4. Juli 2017 in Haigerloch.

oder „Gods of Egypt“, bekannt geworden ist. „Er passt perfekt zu unserer Marke und den Werten des neuen Produkts“, schwärmt der Firmenchef. „Er hat genau die richtige Statur, den Stil und die Ausstrahlung für Olymp Signature – er ist einfach die Idealbesetzung für diese Modelrolle.“ „Der gehobene Bekleidungsfachhandel hat unser Premiumhemd sehr gut angenommen“, so Bezner. Die Kollektion wird zum Herbst 2017 mit einer Preislage zwischen 89 und 119 Euro bei ausgewählten Olymp-Kunden erhältlich sein. Simone Diebold

Olymp-Chef Mark Bezner

Impressum © Alle Rechte vorbehalten. Keine Vervielfältigung ohne schriftliche Genehmigung des Herausgebers. Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie Südwesttextil e. V. Kernerstraße 59 70182 Stuttgart

Präsident Bodo Th. Bölzle

Telefon +49 711 21050-0 Telefax +49 711 233718 Internet www.suedwesttextil.de

Verantwortlich für Inhalt und Layout Simone Diebold

Hauptgeschäftsführer Peter Haas

Der Bezug der Südwesttext ist im Mitgliedsbeitrag enthalten.

Druck Gress-Druck GmbH Fellbach Auflage 1 350 Exemplare Erscheinungsweise zweimonatlich


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