SÜDWESTTEXT Zeitung für die Textil- und Bekleidungsindustrie Herausgegeben von Südwesttextil
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Dezember 2016 | Nr. 107
Themen
Foto: newNewFestival
Redesign
Verband + Industrie „Bündnis pro textile Vielfalt“ Seite 5 Bildung + Soziales Südwesttextil vergibt Deutschlandstipendium Seite 7
Südwesttextil
Recht + Steuern Zwirnen, löschen, molden Seite 8
Im neuen Design Seite 3
Die US-Wahl – vom Kenner erklärt Südwesttextil lud Mitglieder zum ersten President’s Dinner
Bodo Th. Bölzle begrüßte seine Gäste
Das gab’s noch nie: Ein schillernder Unternehmer, zeitweise pleite, anfangs von keinem ernst genommen,
der dann den härtesten Wahlkampf aller Zeiten übersteht und daraus siegreich als nächster Präsident der USA hervorging. Die Wahl Donald Trumps hat die Welt für ein paar Tage in Schockstarre, mindestens in Ungläubigkeit versetzt. Ein spannendes Thema also für eine Premiere im Verbandskalender: Erstmals lud Südwesttextil seine Vorstände, Führungskräfte seiner Mitgliedsunternehmen und weitere eng verbundene Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft zum „President’s
Dinner“, einem präsidialen Abendessen im doppelten Sinne. Denn Gastgeber war Verbandspräsident Bodo Th. Bölzle – und es ging um den nächsten Präsidenten der USA. Dazu hatte Hauptgeschäftsführer Peter Haas den langjährigen Amerika-Korrespondenten des Berliner Tagesspiegel, Christoph von Marschall, als Dinner-Speaker gewonnen. Ab 2005 war der gebürtige Freiburger für seine Zeitung in Washington und als solcher Fortsetzung Seite 2
Trendstudie „Textilkunde 2026“ Gemeinsam mit s.Oliver untersuchten die Trendforscher densegmenten zusammen und gibt konkrete Handlungsdes Trendforschungsinstituts 2b AHEAD ThinkTank in empfehlungen für die Zukunftsmodelle der Branche in den vergangenen Monaten, wie die Digitalisierung die Pre-Sales, Sales und After-Sales. 2b AHEAD ThinkTank Wertschöpfungsketten der Textilbranche verändert: Von ist eines der modernsten Zukunftsforschungsinstitute in den Herstellern und ihren Deutschland und analysiert in Produkten über den Point of »Der Textilkunde der Zukunft wissenschaftlichen TrendstuSale und Kundendialog bis die Chancen und Risiken kauft keine Textilien, er kauft dien zu den Kundensegmenten der Trendentwicklungen kunTechnologie.« und ihren Bedürfnissen. Die denindividuell – über BranErgebnisse präsentieren sie chengrenzen hinaus – alle Trendstudie „Textilkunde 2026“ , 2b AHEAD ThinkTank in ihrer Trendstudie „TextilAkteure, die die Zukunft des kunde 2026 – Wie die Textilbranche die Bedürfnisse di- jeweiligen Geschäftsmodells prägen. Die Trendstudie gitaler Kunden erfolgreich adressieren kann“ und zeigen steht im Mitgliederbereich auf suedwesttextil.de zum erstmals die Kundenpyramide der Zukunft für die Tex- kostenlosen Download zur Verfügung. tilbranche. Diese setzt sich aus neun verschiedenen Kun- Christine Schneider
Zahl des Monats Unternehmen 4.0 versus Unternehmen 3.0: Jederzeit erreichbar und von unterwegs arbeiten – E-Mails checken, Präsentationen vorbereiten oder mit Kunden sprechen, so sieht der Alltag von ca. 57 Prozent der Deutschen aus. Bei einer Umfrage des IW-Köln wurden 1 395 Unternehmen befragt. Davon waren 29 Prozent stark digitalisierte Unternehmen, auch Unternehmen 4.0 genannt, die auf individuell vereinbarte Arbeitszeiten, ortsunabhängiges Arbeiten und auf Vertrauensarbeitszeit setzen. Rund 75 Prozent der mobil arbeitenden Arbeitnehmer sind mit dieser Unternehmenskultur zufrieden. 39 Prozent der befragten Betriebe sind weniger digitalisiert, d. h. Unternehmen 3.0. Hier ist die Zufriedenheit der Mitarbeiter in Bezug auf familienfreundliche Maßnahmen deutlich geringer.
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Aktuell Die Verbände Heimtex und Südwesttextil laden am 11. Januar von 18.20 – 19.00 Uhr auf der Heimtextil zu einem exklusiven Erlebnis der textilen Zukunft: In Halle 6.0 präsentiert die Messe Frankfurt in Zusammenarbeit mit den Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung (DITF Denkendorf) erstmals eine digitale „Micro Factory“. Sie inszeniert im Live-Betrieb eine digitale Produktionskette.
2 Verband + Industrie
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Fortsetzung von Seite 1 In Kürze
Die US-Wahl – vom Kenner erklärt einziger deutscher Zeitungsvertreter mit einem Presseausweis fürs Weiße Haus. Auch in diesem Jahr war von Marschall immer wieder in den USA unterwegs und hat den Wahlkampf, die Parteitage und zuletzt die Wahlnacht live vor Ort erlebt. Er musste zugeben, dass er diesen Wahlausgang nicht geahnt hätte, legte dann aber in einem hervorragend analytischen wie unterhaltsamen Vortrag – gespickt mit vielen selbstgemachten Fotos aus dem Wahlkampf – dar, wie es zu dieser Fehleinschätzung der Meinungsforscher kommen konnte. Sie hätten die Zahl der Wechselwähler in den traditionell demokratisch wählenden Staaten unterschätzt, so von Marschall: Menschen in ehemaligen Industriegebieten, die sich als Verlierer der Globalisierung betrachten und in Trumps Versprechen, Amerika wieder groß zu machen, die Lösung ihrer persönlichen Probleme sahen. Mit ihrer Hilfe habe Trump die Wahl gewonnen. Südwesttextil-Präsident Bölzle und die gut 40 Gäste waren begeistert vom Vortrag und dem aufs Thema abgestellten „amerikanischen Menü“ (mit Burger und PopcornEis): „Wir finden, dass sich die Verbandsmitgliedschaft nicht nur durch die tägliche, hervorragende Betreuung und Beratung durch das hauptamtliche Team in der Verbandsgeschäftsstelle auszeichnen sollte“, so Bölzle: „Es geht auch um das Netzwerken und um gemeinsame Horizonterweiterung.
Verband kommt von Verbinden – und das ist heute Abend gelungen.“ Die auch von der Größe des Restaurants („Hegel Eins“ in Stuttgart) limitierte Teilnehmerzahl war nach
der Einladung an alle Mitglieder schnell erreicht. Doch 2017 wird es eine Wiederholung geben – natürlich mit einem neuen Thema. Peter Haas
Nach rund 10 Jahren als Vorstand für Verwaltung und zentrale Dienste hat sich DITF-Vorstand Andreas Bisinger aus persönlichen Gründen entschieden, seine Aufgaben bei den DITF niederzulegen und sich beruflich neu zu orientieren. Er übergibt diese Aufgaben auf eigenen Wunsch zum Ende des Geschäftsjahres 2016 an seinen bisherigen Stellvertreter Peter Steiger. Dieser begann 1999 als Verwaltungsleiter bei den DITF, ist seit Mai 2006 stellvertretendes Vorstandsmitglied und erhielt 2010 Prokura. Seine hohe Fachkompetenz hat er in den vergangenen Jahren immer wieder unter Beweis gestellt. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles hat Südwesttextil-Hauptgeschäftsführer Peter Haas als stellvertretendes Mitglied in den Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit berufen. Damit zieht erstmals ein Textilvertreter in dieses höchste Gremium der deutschen Arbeitsverwaltung ein. Auch Stellvertreter können an allen Sitzungen teilnehmen.
Christoph von Marschall plauderte aus dem Präsidentennähkästchen. Bodo Th. Bölzle begrüßte persönlich die Gäste, darunter Frau Diels und Dr. Oliver Maetschke (v.l.n.r.), Frau Bölzle, Marion Johannsen, Christoph von Marschall, Dr. Uwe Mazura, Peter Haas, Dietmar Axt, Prof. Dr. Michael Buchmeiser, Ehepaar Dommer-Kroneberg, Prof. Dr. Harald Dallmann und Ehepaar Steidel. Fotos: Südwesttextil
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Mitte November wurde auf der Mitgliederversammlung des Bildungswerks der baden-württembergischen Wirtschaft der Vorstand neu gewählt. Neu dabei ist Oskar Vogel, Hauptgeschäftsführer BadenWürttembergischer Handwerkstag. Die Textilindustrie ist im Vorstand des Bildungswerks durch Christine Schneider, Leiterin Fachkräfte + Märkte bei Südwesttextil, vertreten. Sie wurde für weitere zwei Jahre als stellvertretende Vorsitzende im Amt bestätigt. Vorsitzender des Vorstands ist Karl Schäuble, Geschäftsführer der Illig Maschinenbau GmbH & Co. KG in Heilbronn. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat eine Kompetenzkarte zu Werkstofftechnologien initiiert. Sie ermöglicht es, Akteure aus den Bereichen Industrie, Forschung sowie Technologietransfer nach Regionen, Anwendungs- und Technologiefeldern zu recherchieren. Weitere Informationen unter www. werkstofftechnologien.de/kompetenzkarten.
Verband + Industrie 3
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/ Südwesttextil im neuen Design Sich immer wieder neu zu erfinden, ist ein Wesensmerkmal der Textil- und Bekleidungsindustrie. Nicht umsonst ist diese faszinierende und stolze Branche nach Jahrzehnten des Strukturwandels hellwach und innovativ. Und das vor allem in Baden-Württemberg – dem stärksten Textilstandort Deutschlands. Redesign
Diese Dynamik möchte auch Südwesttextil, der Wirtschafts- und Arbeitgeberverband der Branche im Land, widerspiegeln: mit einem neuen Logo und einer modernen Organisation.
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///// Wir wenden uns ab vom Grau und präsentieren uns mit neuer Schrift in den frischen Farben Kiwi und Petrol. Unser Symbol ist der „Faserstern“! Er zeigt eine textile Struktur, die im Ursprung eine Stilisierung der Fläche Baden-Württembergs darstellt. Somit steht unsere neue Bildmarke für regionale Verankerung, aber auch für eine Vielfalt der Branche, für die Bandbreite unserer Verbandsservices und hält zwei Botschaften bereit: Südwesttextil denkt in alle Richtungen vor und hält die Fäden zusammen.
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/ Unser Land
/ Unsere Kompetenz
/ Unser Verband
Zum „Neu erfinden“ gehört eine neue Organisationsstruktur, die das Mitglied in den Mittelpunkt stellt, und Texperten, die präsent, professionell und kompetent Services erbringen. Unter www.suedwesttextil.de/verband gibt es das neue Organigramm mit Ansprechpartnern zum Download.
RECHT + BETRIEBSPRAXIS
LOBBY + NETZWERK
FACHKRÄFTE + MÄRKTE
KOMMUNIKATION + EVENT
UMWELT + PRODUKTE
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PH-Werte: Die Kolumne von Südwesttextil-Hauptgeschäftsführer Peter Haas
Vergiftete Geschenke?
»Eine Zwei-KlassenGesetzgebung passt nicht in die Zeit.«
„Glotzt nicht so romantisch“ hat Bertolt Brecht seinen Zuschauern mal empfohlen. Und, auch wenn Glühwein und Kerzenlicht den Blick etwas glasig machen, sollte man doch genau hinschauen, was einem zu dieser Jahreszeit für Geschenke zuteil werden. Auch Andrea Nahles will uns etwas unter den Baum legen. „Experimentierräume“ nennt die Bundesarbeitsministerin ihr Präsent – und es ist nichts weniger als die angekündigte Möglichkeit für Unternehmen, das
Arbeitszeitgesetz einfach mal auszusetzen und etwas Anderes auszuprobieren – beispielsweise das Abweichen von der Ruhezeiten-Regel. Hintergrund ist die sich wandelnde Arbeitswelt, die Arbeit 4.0. Frau Nahles sagt: „Der Staat reagiert darauf wie ein Tanker, die Betriebe wie ein Schnellboot.“ Eine bemerkenswert wirtschaftsnahe Aussage. Sie habe verstanden, sagt Nahles, dass nicht nur Arbeitgeber immer mehr Flexibilität wollten, sondern auch Arbeitnehmer es spannend
Aus den Mitgliedsunternehmen
Angora-Moden-Chef Ulrich Bauer und Peter Haas vor einer „treuen“ Strickmaschine.
„100 % made in Germany“ – was bei Bekleidung mittlerweile höchst selten ist, wirkt bei Ulrich Bauers Produkten als ein wesentliches Verkaufsargument. „Bei uns kann sich jeder Kunde die Produktion vor Ort anschauen.“ Seine Angora-Moden in Deizisau fertigen so gut wie alles aus Angora-Kaninchenhaaren: Unterwäsche, Nieren- und Schulterwärmer, Overalls, Socken, Bettwäsche sowie wärmende Bekleidungsstücke für Kinder und Handwerker. Auch die Wolle kommt von Züchtern aus Deutschland. Südwesttextil-Hauptgeschäftsführer Peter Haas war angetan, wie agil der kleine Familienbetrieb sich seit Jahrzehnten im Markt behauptet und immer neue Zielgruppen erobert: „Mit farbiger Ware haben wir jüngere Käufer gewonnen.“ Die schätzen Angora beim Skifahren, Segeln oder Tauchen. Beim Vertrieb setzen er und seine Frau Ines auf Messen, den eigenen Katalog und Webshop, Werksverkauf und Amazon. „Wir machen sehr gute Erfahrungen mit dem Internet“, berichtet Ines Bauer. Und in der Tat: Manche Käuferbewertung dort liest sich wie eine Liebeserklärung.
fänden, ihre Kinder am Feierabend noch zu sehen und erst nach der Gute-Nacht-Geschichte weiterzuarbeiten. Respekt! Doch Obacht: Das „Experimentieren“ soll – und das ist der Haken an der guten Gabe – nicht für alle Unternehmen möglich sein. Andrea Nahles nennt Bedingungen: zwei Jahre befristet (ok …), wissenschaftlich begleitet (nun denn …) und tarifvertraglich abgesichert (aha!). Die Ministerin ist überzeugt, dass Tarifbindung mit politischen Druckmitteln erhöht werden kann. Ähnliche Beispiele liefern ja bereits die Gesetze zu Zeitarbeit und Werkverträgen (mit Ausnahmen für Tarifgebundene) oder die neuen Vorschläge für die betriebliche Altersvorsorge (mit Vorteilen für Tarifgebundene). Auf die Frage, ob sie bewusst Schützenhilfe für Tarifparteien leiste, sagte Nahles kürzlich in
der FAZ: „Ja, das werden Sie als Handschrift aus meinem Haus in allen Gesetzen wiederfinden.“ Um eines klarzustellen: Südwesttextil bekennt sich als Arbeitgeberverband auch von tarifgebundenen Unternehmen ausdrücklich zur Tarifautonomie. Dabei nehmen wir den Begriff der Autonomie jedoch wörtlich: im Sinne des altgriechischen „autonomía“ für Eigengesetzlichkeit. Sie wird vom Grundgesetz garantiert und nicht vom Gesetzgeber gegönnt. Eine Zwei-Klassen-Gesetzgebung mit Privilegien für Firmen in einem Flächentarifvertrag passt genauso wenig in die Zeit wie manche Arbeitszeitregel. Nicht wenige werden das Geschenk „Experimentierräume“ als Mogelpackung auf dem Gabentisch betrachten und grummeln: „Früher war irgendwie mehr Lametta … äh, Marktwirtschaft.“
Dietenheim zieht an Mit der Veranstaltung „Dietenheim zieht an” wurde die Stadt Dietenheim Mitte Oktober zur Plattform für neue und nachhaltige Konzepte in der Bekleidungswirtschaft. Etablierte Unternehmen stellten sich und ihre Produkte genauso vor wie Start-Ups, deren Konzepte noch in der Probephase sind. Auf 400 Quadratmetern Ausstellungsfläche in der Stadthalle präsentierten 16 ausgewählte Textilhersteller nachhaltig produzierte Bekleidungsstücke. Begeistert zeigten sich nicht nur die zahlreichen Besucher, sondern auch viele Aussteller selbst, die das große Otto Garne präsentierte sich in Dietenheim. Interesse der Bevölkerung an ökologisch und fair produzierter Bekleidung positiv überraschte. Dazu gehörte beispielsweise Andreas Merkel vom Südwesttextil-Mitglied Otto Garne, der nicht nur einen Großteil der Aussteller in die vormalige Textilstadt holte, sondern gemeinsam mit Wissenschaftlern der Uni Ulm, der Hochschule Reutlingen und der Stadt Dietenheim das „Reallabor für eine nachhaltige Transformation der Textilwirtschaft“ mit auf den Weg gebracht hat. Aus diesem Großprojekt ging übrigens die Idee für die Nachhaltigkeitsmesse hervor.
Verband + Industrie 5
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„5 vor 12“: Idee für ein „Bündnis pro textile Vielfalt“ Erster Runder Tisch von Textileinzelhändlern und Bekleidungsherstellern in Baden-Württemberg „Die Mode erlebt den größten Wandel unserer Generation.“ – „Ich habe niemals erlebt, dass sich unsere Branche so schnell verändert.“ – „Wenn wir die Situation jetzt nicht drehen, ist es in zwei oder drei Jahren zu spät.“ – drei von vielen Aussagen, die Textilunternehmer beim ersten „TexTable“ in Stuttgart machten. Dieser vom Handelsverband Baden-Württemberg und dem Industrieverband Südwesttextil initiierten Austausch von mittelständischen Markenherstellern und mittelständischen Einzelhändlern sollte ein erster Schritt zur gemeinsamen Lösungssuche sein. „Mittelständische Hersteller und Händler sitzen nicht in getrennten Gräben, sondern in einem Boot. Wenn sie im Wettbewerb zwischen Vertikalen und Digitalen zerrieben werden, ist das ein Verlust vor allem für die Verbraucher. Angebotsvielfalt, Qualität, Service und Shoppingerlebnis stehen auf dem Spiel“, so Peter Haas, Hauptgeschäftsführer
von Südwesttextil, der ein Bündnis von Händlern und Herstellern „pro textile Vielfalt“ hilfreich fände.
mit dem Online-Geschäft. Dabei zeigten sich auch neue Ansätze für ganz konkretes gemeinsames
(v.l.n.r.) Sabine Hagmann, Klaus Munding (Überlingens Modehaus), Horst Lenk (Mode Lenk und Ehrenpräsident Handelsverband BW), Oliver Streich (Geschäftsführer Doris Streich), Peter Haas, Steffen Jost (Jakob Jost GmbH und Präsident Bundesverband Textileinzelhandel BTE), Jürgen Leuthe (Geschäftsführer Ferd. Hauber / Luisa Cerano). Foto: Südwesttextil
Das mehrstündige Gespräch zwischen Inhaber-Unternehmern beider Seiten bediente die ganze Bandbreite der Diskussion: von der Saison-Debatte über die Lieferzeitpunkte bis hin zum Umgang
Handeln, beispielsweise bei der Versorgung der Handelsunternehmen mit Modefotografie durch die Industrie direkt oder über Plattformen, die auch den Herstellern einen urheberrechtssicheren Um-
gang mit dem Content garantieren. Ebenso wurde diskutiert, wie der Online-Shop eines Herstellers eher als Marketingunterstützung denn als Konkurrenz für den stationären Handel wirken kann und das Dilemma zwischen B2C- und B2BBedarfen lösen kann. „Die Botschaft aus Stuttgart ist klar: Der Mittelstand im Handel und bei den Bekleidungsherstellern kann und muss seine Stärken gemeinsam stärken. Dies kann nur gelingen, wenn wir den Dialog miteinander jetzt führen und intensivieren und das nicht nur regional, sondern bundesweit und am Ende vor allem mit konkreten Ergebnissen.“, so Sabine Hagmann, Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbands Baden-Württemberg. „Wir wissen, es ist fünf vor zwölf und daher stehen unsere Organisationen für die Moderation dieser Gespräche jederzeit zur Verfügung“. Peter Haas
Südwesttextil besuchte den Parteitag BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Unter dem Motto „Lasst uns zusammen wachsen“fand am 19. und 20. November der Landesparteitag Bündnis 90/Die Grünen in Schwäbisch Gmünd statt. Südwesttextil war dabei – mit neuem Messestand im frischen Look. Alle wichtigen Spitzenpolitiker kamen zu einem Gespräch und informierten sich über die neusten Entwicklungen der Branche. Eine gute Gelegenheit, die Textil- und Bekleidungsindustrie bei einer der beiden Regierungsparteien in Baden-Württemberg in den Fokus zu rücken.
Wissenschaftsministerin Theresia Bauer mit der Südwesttextil-Standbesetzung (v.l.n.r.) Simone Diebold, Christine Schneider und Peter Haas.
Ministerpräsident Winfried Kretschmann zeigte sich im Gespräch mit Peter Haas interessiert und offen für die Belange der Branche.
Ministerin für Finanzen Edith Sitzmann stellte ihre Rechenkünste unter Beweis und schätzte die Lauflänge der Garnspule von Amann.
Andrea Lindlohr, stv. Fraktionsvorsitzende und wirtschaftspolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, kennt die Textilforschung in Denkendorf gut.
Mitglied des europäischen Parlaments, Reinhard Bütikofer, nahm im Gespräch mit Peter Haas einige Anregungen mit nach Brüssel.
Bundesvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen, Cem Özdemir, plauderte aus dem Nähkästchen: Sein Vater arbeitete in einer Spinnerei in Bad Urach.
6 Bildung + Soziales
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Lust auf Zukunft Azubi-Tag 2016 – mit Südwesttextil beim DITF in Denkendorf Am 25. Oktober veranstaltete Südwesttextil den zweiten „Azubi-Tag“ und lud dazu alle Auszubildenden der Mitgliedsunternehmen zur eintägigen Exkursion an das ITV Denkendorf ein. 140 Azubis aus den Mitgliedsunternehmen von Südwesttextil bekamen die Chance, sich an Europas größtem Textilforschungsinstitut über das breite Spektrum textiler Forschung zu informieren. So gab es ein breit gefächertes Teilnehmerfeld vom Produktionsmechaniker über den Produktveredler, den Industriekaufmann und DHBWStudenten bis hin zum Textil- und Modeschneider. Bei seiner Begrüßung brachte Hausherr Prof. Dr. Götz Gresser seine Freude über die große Resonanz zum Ausdruck. „Es ist schön, so viele junge Menschen zu sehen, die sich für die Textile Welt interessieren.“ Südwesttextil-Hauptgeschäftsführer Peter Haas betonte zu Beginn der Veranstaltung die große Innovationsfähigkeit der Branche und die Chancen, die sich den Jugendlichen dadurch bieten. Mit einem Einführungsvortrag „Textilforschung in Denkendorf“ nahm Prof. Dr. Michael Doser die Besucher schon auf den ersten virtuellen Rundgang mit. Anschließend wurden vier Forschungsprojekte vorgestellt, die von Freiwilligen im Plenum vorgestellt wurden. Die Institutsbesichtigung mit insgesamt sieben Forschungsstationen tat am Nachmittag ihr übriges, um die Teilnehmer von der Zukunftsfähigkeit und Innovationskraft ihrer Branche zu überzeugen. Der Rundgang führte sie unter anderem durch das Lichtlabor, das Eisbärhaus, das Vliestechnikum und das Faserverbundtechnikum, in dem die Großflechtmaschine bestaunt werden konnte. Alle waren sich einig: Die Veranstaltung war ein voller Erfolg. Um den anspruchsvollen Anforderungen der Zukunft gerecht zu werden, braucht die Branche mehr denn je gut ausgebildete Nachwuchskräfte. Der Azubi-Tag von Südwesttextil ist ein Baustein dazu. Christine Schneider
Über 140 Azubis aus Mitgliedsunternehmen von Südwesttextil waren beim Azubi-Tag beim DITF in Denkendorf, dem größtem Textilforschungsinstitut in Europa. Fotos: Südwesttextil
Bildung + Soziales 7
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Südwesttextil vergibt Deutschlandstipendium Die Stipendiatin Nina Brandt stellt sich vor Zum ersten Mal beteiligt sich Südwesttextil an der Vergabe eines Deutschlandstipendiums. Gefördert wird dabei eine besonders talentierte Studentin oder Student der Hochschule Reutlingen im Fach Textiltechnologie-Textilmanagement. Ende Oktober war die Vergabefeier. Nina Brandt ist die Kandidatin von Südwesttextil. Sie wird von September 2016 bis August 2017 vom Verband gefördert. Liebe Frau Brandt, Sie haben das erste Deutschlandstipendium erhalten, das Südwesttextil vergeben hat. Erzählen Sie uns doch ein bisschen über sich. Ich studiere seit 2014 „Textiltechnologie-Textilmanagement“ an der Hochschule Reutlingen und bin gerade im 5. Semester, dem Praxissemester, das ich bei der Paul Hartmann AG in Heidenheim absolviere. Da ich mich im Laufe meines Studiums immer mehr für Medizintextilien begeistert habe, wollte ich hier gerne mein Praktikum machen. Im letzten Sommersemester 2016 verbrachte ich mein 4. Semester als Auslandssemester an der Saxion, University of Applied Sciences in Enschede, Niederlande. Dort konnte ich nicht nur viele neue Erfahrungen und Wissen für mein Studium sammeln, sondern auch die Sprache Niederländisch und Studenten aus vielen Ländern kennenlernen. In den Sommersemesterferien 2015 absolvierte ich ein dreiwöchiges Praktikum bei der Firma P-D Interglas Technologies GmbH in Erbach. Im Mittelpunkt standen hier die technische Textilien, wie z. B. die Glasfasergewebeproduktion. Im gleichen Sommer habe ich während einer dreiwöchigen Ferienarbeit bei der Firma Glaeser Textil GmbH in Ulm Einblicke in den Verkauf und den Umgang mit Stoffen erhalten. Gebürtig komme ich aus Erbach, im Alb-Donau-Kreis, wo meine Eltern immer noch wohnen. Meine ältere Schwester studiert Medizin und meine jüngere hat ihr Abitur gemacht. Neben dem Studium treibe ich gerne als Ausgleich Sport, engagiere mich an der Hochschule und nähe gerne.
Christine Schneider übergab der glücklichen Stipendiatin Nina Brandt die Urkunde. Foto: Hochschule Reutlingen
Wie sind Sie auf die Idee gekommen, sich für dieses Studium zu interessieren? Ich habe bereits neben der Schule diverse Nähkurse gemacht und damit war das Interesse an Textilien geweckt. Da mir zusätzlich in der Schule naturwissenschaftliche Fächer wie Physik, Mathe und Chemie sehr viel Spaß gemacht haben, kam ich über den Tag der offenen Tür der Hochschule Reutlingen schließlich auf den Ingenieursstudiengang „Textiltechnologie-Textilmanagement“. Dieses Studium verbindet meine beiden Interessen perfekt. Mit dem praktischen Bezug zur Textilherstellung an der Hochschule und durch die zahlreichen Textilmaschinen gewinnt man nicht nur an technischem Verständnis über die Textilherstellung, sondern kann auch viel ausprobieren.
Welche Erfahrungen sammeln Sie in der Unternehmenspraxis und macht es Ihnen Spaß? Es liefert einem viele neue Einblicke, wenn man in ein Unternehmen reinschnuppern und mitarbeiten kann. Man lernt, seine theoretischen Studieninhalte anzuwenden und erfährt viel über das tägliche Arbeitsleben und die dort anstehenden Fragestellungen. Es macht mir sehr viel Spaß, mein gelerntes Studiumwissen in der Praxis anzuwenden und noch dazu in einem so angenehmen Arbeitsklima, wie bei Hartmann. Ich kann selbstständig verantwortungsvolle Aufgaben bearbeiten und bei Fragen habe ich immer einen Ansprechpartner. Dadurch fühle ich mich in das Arbeitsleben integriert und nicht nur als einfache Praktikantin, die mal kurz reinschnuppern darf.
Sie sind gerade im Praktikum bei der Paul Hartmann AG. War es schwer diesen Platz zu bekommen? Da Paul Hartmann immer viele interessante Praktikantenstellen in allen möglichen Bereichen ausschreibt, ist die Firma bei Studenten sehr beliebt für Praktika. Das Unternehmen bietet seinen Praktikanten viele Einsatzmöglichkeiten und steht mit einer sehr guten Betreuung unterstützend zur Seite. Ich denke, dass sich viele auf die Stellen bei Hartmann bewerben. Die Konkurrenz ist also groß und das Unternehmen kann sich die geeignetsten Praktikanten aussuchen.
Welche Berufsziele haben Sie nach dem Studium? Zunächst möchte ich gerne nach meinem Bachelor noch einen Masterstudiengang absolvieren und anschließend gerne in der Produktentwicklung oder Forschung von neuen und innovativen Textilien, insbesondere Smart Textiles oder Medizintextilien, tätig sein. Einfach Produkte entwickeln und erforschen, die den Menschen das tägliche Leben erleichtern. Fragen an: Dipl.-Ökonomin Christine Schneider Tel.: +49 711 21050-25 schneider@suedwesttextil.de
Deutschlandstipendium Stipendien sind ein beliebtes und bewährtes Mittel der Talentförderung. Mit dem Deutschlandstipendium beschreitet die Bundesregierung einen Weg, um Stipendien für Mittelgeber und Hochschulen noch attraktiver zu machen. Das Prinzip: Jeder Euro, den eine Hochschule für die Einrichtung von Stipendien von privater Seite erhält, wird vom Staat durch einen zusätzlichen Euro ergänzt. Die Studienförderung erfordert einen moderaten finanziellen Einsatz. Bereits mit 1 800 Euro jährlich können Unternehmen ein mit 300 Euro monatlich dotiertes Stipendium einrichten. Die Förderung kommt den Stipendiaten ungeschmälert zugute. Und nicht nur die Stipendiaten profitieren, sondern auch die Unternehmen durch den frühzeitigen Kontakt zu talentierten Nachwuchskräften sowie die Hochschulen durch eine stärkere Vernetzung mit der Wirtschaft. Weitere Infos unter www.deutschlandstipendium.de.
Seminare Bildungswerk Seminarangebot der Akademie für Personal- und Organisationsentwicklung im Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft in Kooperation mit Südwesttextil. Reisekosten 2017 steuerlich richtig abrechnen 30. Januar 2017, Haus Steinheim Professionelle Arbeits- und Büroorganisation 6. bis 7. März 2017, Haus Bleibach Events perfekt organisieren – Projektmanagement für die Assistenz 13. und 14. März 2017, Haus Steinheim www.biwe-akademie.de
8 Recht + Steuern
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Zwirnen, löschen, molden
Personalverantwortliche der Südwesttextil-Mitgliedsunternehmen trafen sich zum jährlichen Austausch Auch in diesem Jahr kamen die Personalleiter durch das große Engagement von drei gastgebenden Unternehmen, der Zwirnerei Untereggingen in Eggingen, der Feuerwehrgerätefabrik und Schlauchweberei Ziegler in Giengen und dem Miederunternehmen SUSA in Heubach, zu den kleinen Personalleiterkreisen zusammen, um in einem persönlichen Rahmen aktuelle Themen zu diskutieren. Die Arbeitswissenschaftler Kai Schweppe und Katharina Hannemann informierten die Teilnehmer zunächst über das Betriebliche Gesundheitsmanagement. Vorgestellt wurden die Funktionsweise und die notwendigen sowie freiwilligen Bestandteile. Weiter wurde auf die Beweggründe eingegangen, die für die Einführung eines solchen Gesundheitsmanagements sprechen. Erörtert wurde schließlich der Ablauf einer Gefährdungsbeurteilung nach § 5 Arbeitsschutzgesetz, der für alle Arbeitgeber gilt. Schließlich wurde die Betriebliche Gesundheitsförderung einschließlich deren Chancen und Nutzen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer besprochen. Die Verbandsjuristen Hannah Bussmann und Nathan Binkowski thematisierten anschließend das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM). Ausführlich erörtert wurden die Anforderungen und Ziele des BEM als „unverstellten, verlaufs- und ergebnisoffenen Suchprozess“ sowie die Folgen für den Ausspruch einer personen- bzw. krankheitsbedingten Kündigung, wenn ein solches nicht ordnungsgemäß durchgeführt wird. Ein BEM ist stets dann und von jedem Arbeitgeber durchzuführen, wenn bei einem Mitarbeiter Krankheitszeiten über 6 Wochen innerhalb der zurückliegenden 12 Monate vorliegen. Ein formelles Verfahren ist zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, allerdings muss ein ordnungsgemäßes BEM regelkonform durchgeführt werden, d. h. es sind gewisse gesetzliche Mindeststandards einzuhalten. Dies bedeutet, dass ein Einladungsschreiben übergeben wird, dass die erforderlichen Stellen einbezogen werden und eine sachliche Erörterung der eingebrachten Vorschläge erfolgt.
Gut besuchte Personalleiterkreise zu Gast bei der Zwirnerei Untereggingen in Eggingen, der Feuerwehrgerätefabrik und Schlauchweberei Ziegler in Giengen und dem Miederunternehmen SUSA in Heubach (v.o.n.u.).
Weiter muss der Mitarbeiter vor Durchführung über die Ziele des BEM und die erhobenen Daten informiert werden. Es ist die Einwilligung des Mitarbeiters einzuholen. Unterbleiben diese Informationen, wurde kein ordnungsgemäßes BEM durchgeführt. Das kann erhebliche Auswirkungen auf die Erfolgsaussichten einer krankheitsbedingten Kündigung haben. Anschließend stellten Ulrike Kayser und Ulrich Römer die Unterstützungsmöglichkeiten durch das Integrationsamt (KVJS) beim BEM vor und Nathan Binkowski kam auf die Stimmungsabfrage zur Tarifrunde 2016/2017 zu sprechen. Zu guter Letzt gab die Verbandsjuristin Lydia Knapp einen
Überblick über die neuesten Entwicklungen in der Rechtsprechung hinsichtlich der Beweislast und den Beweiserhebungsmöglichkeiten des Arbeitgebers im Zusammenhang mit dem Ausspruch einer außerordentlichen Kündigung. Neben den Rechtsthemen informierte Südwesttextil-Hauptgeschäftsführer Peter Haas über die neuen Services von Südwesttextil, insbesondere bei Fragen zum Datenschutz, im Bereich der Arbeitswissenschaft und im Wirtschaftsrecht. Darüber hinaus sind die „Texperten“ von Südwesttextil in den Bereichen Recht und Betriebspraxis, Fachkräfte und Märkte, Umwelt und Produkte, Kommunikation und Event und Lobby und
Netzwerk die Ansprechpartner und bieten mit ihrer Kompetenz den Mitgliedern ein Mehrwert-Paket. Die Highlights waren auch in diesem Jahr die Unternehmensführungen. So konnten die Teilnehmer erfahren, wie bei Ziegler ein Feuerwehrfahrzeug gefertigt wird und wie in der Vergangenheit das Löschen eines Brandes erfolgte, wie aus Glattgarnen elastische gekräuselte Garne werden (ZUE) und wie aufwändig doch die Fertigung von Unterwäsche und Miederwaren ist (SUSA). Die Unterlagen der Personalleiterkreise stehen im Mitgliederbereich unter www.suedwesttextil. de zum Download bereit. Lydia Knapp
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Auftakt der Tarifverhandlungen Arbeitgeber wollen angemessene Tarifentwicklung Mit der traditionellen Wirtschaftsdebatte starteten am 6. Dezember in Ingolstadt die Tarifverhandlungen für die rund 100 000 Beschäftigten der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie. Die Arbeitgeber wiesen die Forderung der IG Metall nach einer Entgelterhöhung von 4,5 Prozent und der Fortführung der verpflichtenden Altersteilzeit mit verbesserten Konditionen als unrealistisch zurück. Eine sinkende Produktivität, demgegenüber stark steigende Lohnstückkosten und effektive Reallohnsteigerungen aufgrund der historisch niedrigen Inflation sind die Parameter, an denen sich ein möglicher Verteilungsspielraum orientieren muss. Die Kosten für die Altersteilzeit entsprechen schon heute den Kosten einer Tariferhöhung von mindestens 0,4 Prozent. „Wir fordern die IG Metall auf, diese Fakten ernst zu nehmen“, erklärt Wolfgang Brinkmann, CEO bugatti und Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite. „Wir setzen uns selbstverständlich für angemessene Tarifsteigerungen ein. Allerdings brauchen wir einen tarifvertraglichen Rahmen, der den Standort und damit Arbeitsplätze sichert. Dazu gehören vor allem Regelungen, die der unterschied-
lichen Ausgangslage der Unternehmen in unserer Branche Rechnung tragen.“ Vor allem die seit Monaten schlechte Entwicklung in der kompletten Modebranche macht Brinkmann erhebliche Sorgen. Der Umsatz in der Bekleidungsindustrie ist seit Januar um 4,8 Prozent gesunken. „Die Branche steht vor einem gewaltigen Umbruch. Der massive Einbruch des Russlandgeschäfts und das veränderte Konsumverhalten sind enorme Herausforderungen, die die Branche bewältigen muss“, erklärt Bekleider Brinkmann. Nicht nachvollziehbar ist für die Arbeitgeber die Forderung der IG Metall nach der Fortführung der verpflichtenden Regelung der Altersteilzeit. Aus verschiedenen Studien seien die alterszentrierten Belegschaften der Textil- und Bekleidungsindustrie bekannt. Es sei der vollkommen falsche Weg, die dringend benötigten und wertvollen Fachkräfte in Zeiten des demografischen Wandels frühzeitig und darüber hinaus subventioniert aus den Betrieben zu nehmen. Die Arbeitgeber fordern die IG Metall auf, mit Augenmaß zu verhandeln. Die nächste Verhandlungsrunde findet am 17. Januar 2017 in Bielefeld statt.
SÜDWESTTELEGRAMM Tarif
Mit unserem neuen „Südwesttelegramm Tarif“ informieren wir Sie zeitnah über die aktuellsten Entwicklungen der Tarifrunde 2017. Außerdem finden Sie unter www.suedwesttextil.de den Link zum Videocast mit Arbeitgeber-Verhandlungsführer Wolfgang Brinkmann. Interesse am Südwesttelegramm? Eine kurze E-Mail an telegramm@suedwesttextil.de genügt.
Unser neuer Service für Mitglieder Fragen an: Nathan Binkowski Tel.: +49 711 21050-21 binkowski@suedwesttextil.de
Wann ist eine Versetzung wirksam?
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Ein Arbeitnehmer erhob Klage gegen die vom Arbeitgeber ausgesprochene Versetzung. Mit Urteil vom 24. Februar dieses Jahres entschied das Landesarbeitsgericht (LAG) Baden-Württemberg, dass dem Arbeitgeber kein Versetzungs-
recht zustehe – die Rechtsprechung ist hier jedoch unterschiedlicher Meinung. Im Arbeitsvertrag war geregelt, dass sich der Arbeitnehmer verpflichtet „auch andere zumutbare Arbeiten auszuführen – auch an einem anderen Ort – die seinen Vorkenntnissen und Fähigkeiten entsprechen“. Der Arbeitnehmer hielt die Versetzung von dem Bereich „Helpdesk“ in den Bereich „Back Office“ für eine wesentliche Herabstufung und erhob Klage. Der Arbeitgeber berief sich auf betriebliche Gründe und hielt die Tätigkeiten für gleichwertig. Das Arbeitsgericht gab der Klage statt. Es hielt die Versetzung für unwirksam, da die Tätigkeiten im Bereich Back Office gering-
wertiger seien. Das LAG BW wies die Berufung des Arbeitgebers mit der Begründung zurück, dass die vereinbarte Versetzungsklausel gem. § 307 Abs. 1 S. 1 BGB unangemessen und unwirksam sei. Die fehlende Gleichwertigkeit könne auch nicht in das vereinbarte Zumutbarkeitskriterium hineingelesen werden. Zumutbar und gleichwertig sind zwei Paar Schuhe. Das LAG Hamm bezog sich dagegen auf die Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts (BAG) vom 13. März 2007 (9 AZR 433/06, DB 2007 S. 1985) und erachtete eine vergleichbare Versetzungsklausel für wirksam. Durch die Beschränkung auf Tätigkeiten, die den Kenntnissen und Fähigkeiten des Arbeitnehmers entsprechen, werde
sichergestellt, dass nur gleichwertige Aufgaben zugewiesen werden könnten. Die Folge: Eine erhebliche Rechtsunsicherheit für die Praxis. Es wird daher empfohlen, eine Versetzungsklausel, mit der nur gleichwertige Tätigkeiten zugewiesen werden können, zu formulieren. Das BAG weist darauf hin, dass sich im Fall betriebsbedingter Kündigungen durch Versetzungsklauseln der Kreis der Sozialauswahl erweitert und Arbeitnehmer eine stärkere Sicherung ihrer Arbeitsplätze erhalten. Fragen an: Lydia Knapp Tel.: +49 711 21050-15 knapp@suedwesttextil.de
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Kostenexplosion bei den Netzentgelten Energie-Tag: Viele Unternehmen fürchten den finanziellen „Blackout“ Anfang November veranstalteten die beiden Textil- und Bekleidungsverbände VTB und Südwesttextil in Kooperation mit der AFBW und den Papierverbänden VPI aus Baden-Württemberg und BayPapier aus Bayern in Ulm den Energietag. Die Veranstaltung war mit herausragenden Referenten und Vorträgen gespickt. Und gleich eine Bemerkung vorweg: Das Thema Energiekosten ist und wird für immer mehr Unternehmen existentiell bedeutend. Zum Auftakt navigierte Jörg Scheyhing, Geschäftsführer der Energie Consulting GmbH (ECG), die Teilnehmer durch die vielen gesetzlichen Änderungen der besonderen Ausgleichsregelungen des EEG und insbesondere durch den Dschungel bezüglich der EEGUmlageregelungen bei Eigenstromversorgung. In diesem Bereich wird sich mit dem EEG 2017 so einiges ändern. Beispiel: Wer seine KWK Altanlage erweitert oder modernisiert, muss als Unternehmen dringend die Neuerungen und Fristen prüfen, um nicht in einige teure EEG-Fallen zu steuern. Die Diskussion unter den Teilnehmern zeigte, dass neben der auf 7 Cent/kWh zusteuernden EEG-Umlage die Netzentgelte ein weiterer wahrer KostenexplosionsMotor im Strommarkt geworden sind. Zum einen hat der Übertragungsnetzbetreiber Tennet die Preise um ca. 70 Prozent erhöht, zum anderen werden in industrieschwachen Regionen die Unternehmen von den Versorgungsnetzdienstleistern nun mit extremen Kosten belegt. So führte Manfred Brückel, Geschäftsführer der Papierfabrik Pfleiderer in Teisnach, in seinem Vortrag aus, dass das Unternehmen zukünftig allein 225 000 Euro mehr Netzentgelt im Jahr zu bezahlen hat. Bei einem Umsatzvolumen von 48 Millionen Euro und härtestem Preiswettbewerb geht es in diesem Unternehmen sprichwörtlich ans „Eingemachte“, und das ist kein Einzelfall. Stefan Thumm, Südwesttextilund VTB-Umwelt-Koordinator, merkte in der Diskussion an, dass eine Entlastung bei den Netzentgelten wohl überhaupt nicht in
Sicht ist, da auch die sogenannten Redispatch-Kosten (unter Redispatch sind Eingriffe in die Erzeugungsleistung von Kraftwerken zu verstehen, um Leitungsabschnitte
von der Bundesregierung angestoßenen Energienetzwerkinitiativen. Vor allem die Idee, Auszubildende als Energiescouts in den Betrieben einzusetzen und neben Energieein-
Michael Engelhardt referierte über die politischen Aktivitäten des Gesamtverbands t+m und des BDI in Berlin. Foto: Südwesttextil
vor einer Überlastung zu schützen) für die Stromnetzstabilisierung mit einer Steigerung von ca. 250 Prozent von 2014 auf 2015 völlig aus dem Ruder laufen. Absehbar bewegen sich diese Redispatch-Kosten, wie Michael Engelhardt, Energiereferent des Gesamtverband t+m, Berlin, berichtete auf 5 Mrd. Euro pro Jahr zu. Engelhardt referierte über die politischen Aktivitäten des Gesamtverbands und des BDI in Berlin. Ein kleiner Lichtblick sind die zukünftigen Härtefallregelungen für einige Unternehmen, deren Stromintensität zwischen 14 und 17 Prozent Bruttowertschöpfung liegt. Derzeit seien nur 4 Prozent der Unternehmen EEG-befreit und man arbeite auf allen Ebenen, dass die Finanzierung der Energiewende, deren Kosten sich mittlerweile auf 30 Mrd. Euro jährlich zubewegen, nicht zum existentiellen Fiasko für den Standort Deutschland werde, so Engelhardt. Wird die EEG-Umlage weiter steigen und ein von Engelhardt prognostiziertes Szenario von 9-10 Cent/kWh EEGUmlage in 2025 wahr, wäre dies für Niemanden mehr tragbar. Positives berichteten Björn Athmer, Energiereferent an der IHK München, und Dr. Serfain von Roon, Forschungsstelle für Energiewirtschaft, in ihren Referaten von den Erfahrungen in den
sparung auch gleichzeitig eigenverantwortliches Handeln zu trainieren bzw. auch die Bindung an das Unternehmen zu erhöhen, besticht. Konterkariert werden diese Aktivitäten, wie Energie-Experten aus unserem Mitgliederbereich bemerkten, wenn durch diese Einsparungen sich Unternehmen aus dem Bereich der EEG-Befreiung befördern. Dies könne nicht im Sinne des Erfinders sein. Wer seine Hausaufgaben macht, dürfe nicht bestraft werden, so die einhellige Meinung der Teilnehmer. Der jetzige Ansatz, die Energiewende zu bewältigen, ist voll von Zielkonflikten, und die Energiewende verfehlt immer mehr ihre Ziele, wie kürzlich auch „Die Welt“ titelte. Wie seit langer Zeit maßgeblich von den Textilern gefordert, ist es die Aufgabe der Politik, die Energiewende endlich auf eine grundsätzlich andere Finanzierungs- und Systemplattform zu heben, um die wirtschaftliche Überforderung aller Bürger und Bürgerinnen und der Unternehmen noch abzuwenden, auf die wir mit dem jetzigen System trotz aller bisherigen Korrekturen weiter zusteuern. Fragen an: Dipl.-Ing.(FH) Stefan Thumm Tel.: +49 151 281 090 45 umwelt@suedwesttextil.de
Termine Forum Funktionalisierung Am 25. Januar veranstaltet das ITV Denkendorf das Forum Funktionalisierung von Textilien. Dazu zählen insbesondere innovative Materialien und Technologien bei der Produktion von funktionellen Fasern, ausgerüsteten Flächengebilden sowie technischen Systemen. Auch aktuelle Forschungsergebnisse, Prüfsysteme, Trendanalysen und neue Anwendungsgebiete sowie Marketingaspekte werden behandelt. Anmeldung unter www.itvdenkendorf.de/funktionalisierung. Denkendorfer Innovationstag Am 15. Februar laden die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung DITF zum Dialog ein und bieten mit dem Innovationstag Anregungen für textile Produktentwicklungen und neue Fertigungsverfahren. Mit Vorträgen über aktuelle Forschungsprojekte und einem Rundgang durch die Technika und Laboratorien informieren die Wissenschaftler der drei Forschungseinrichtungen der DITF über ein breites Themenspektrum vom Molekül zum Material und vom Rohstoff bis zum Endprodukt. Mehr unter www.ditf-denkendorf. de/veranstaltungen.html. 6. Fachkongress Composite Simulation Am 22. und 23. Februar findet der Fachkongress Composite Simulation in der Schwabenlandhalle in Fellbach statt. Faserbasierte Werkstoffinnovationen sind sehr vielversprechend. Die Themen reichen von der Prozesssimulation bei der Verarbeitung der Bauteile und Komponenten bis zur Simulation des Bauteil- und Faserverhaltens bei unterschiedlichen Belastungsfällen. Anmeldung unter www.afbw.eu Composite Recycling 2017 Am 9. März veranstaltet die AFBW zusammen mit CC Baden-Württemberg den zweiten Kongress „Composite Recycling“ mit den Themenschwerpunkten neue Methoden und Tools, Datenquellen, Faser-Qualitäten und Verfügbarkeit, Herstellverfahren und Anwendungen, Ökobilanzierung und Wirtschaftlichkeit, Visionen. Mehr unter www.afbw.eu
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Biozid-Workshop in Denkendorf Ist der textile Infektionsschutz für die EU-Bevölkerung durch die EU-Biozid-Verordnung in Gefahr?
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Textilien sind im Bereich des Infektionsschutzes unverzichtbare Barrieren für die Bevölkerung sowie bestimmte Risikogruppen. Hier ist die Bandbreite groß: von textilen Infektionsschutzausrüstungen gegen krankheitsübertragende Insekten, wie z. B. Zecken, über aseptisch wirkende Wundauflagen bis hin zu keimfreier Operationsschutzkleidung und hygienisch einwandfreier Krankenhauswäsche. Der Einsatz von bioziden Wirkstoffen ist dabei zur Erreichung der Schutzniveaus oftmals unverzichtbar. Dies war auch eines der Kernthemen des
Workshops Biozid, den Südwesttextil am 11. Oktober in Kooperation mit der AFBW beim ITV in Denkendorf veranstaltete. Seit September 2013 ist nun die EU-Biozid-Verordnung Nr. 528/2012 in Kraft und die Verordnung hält für Textiler neben den Kennzeichnungs- und Informationspflichten noch ganz andere Hürden bereit. Besonders im Bereich der Forschung und Entwicklung hat es die Branche mit der EU-Biozid-Verordnung nicht gerade einfach. Hier stellt sich den Forschern u. a. die Frage, welcher Biozid-Wirkstoff überhaupt noch für eine Neuentwicklung in der EU zukunftsfähig ist. Hohe Registrierungskosten oder die Verweigerung der Zulassung eines Wirkstoffes in der benötigten Produktklasse bei der ECHA lassen die Verfügbarkeit erheblich schrumpfen. „Da noch viele Alt-Wirkstoffe in der Zulassung stecken, verlangt die Verordnung auch bei nachgehender Nicht-Genehmigung bei der ECHA, dass wir Textiler – übertragen auf Rennsport – bei Tempo 250 km/h noch kurz auf vor dem Ziel die Reifen wechseln sollen. Das ge-
lingt nicht einmal den Kollegen bei der Formel 1“, so Stefan Thumm, Südwesttextil-Koordinator für Umwelt, Technik und Innovation, der den Workshop leitete. Beispiele, bei denen mit viel Aufwand erforschte Textilinnovationen bildlich gesprochen nur noch auf der Felge daherkommen, sprich nicht verkehrsfähig sind, gibt es leider auch schon. Hier zeigte der Workshop Wege, diese Problematik weitestgehend im Vorfeld auszuschalten. Prof. Dr. Michael Doser, stellvertretender Institutsleiter des ITV-Denkendorf und Leiter der Entwicklung Biomedizintechnik, zeigte in seinem Vortrag die wichtigen Forschungsthemen, die u. a. den noch immer viel zu hohen Ansteckungsraten in deutschen Krankenhäusern durch MRSA & Co zu Leibe rücken sollen. Auch hier spielen hygienisch einwandfreie Textilien eine Schlüsselrolle. Im speziellen Bereich der textilen Medizinprodukte, die in der Regel nicht unter den Rechtsakt der EU-Biozid-Verordnung fallen, sind die Innovations-Problematiken mit den hohen Zulassungs- bzw. Registrierungskosten, laut Prof. Doser, oft sehr gleich.
Ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung waren Werbeaussagen zu Textilien. Sie können nicht nur Kennzeichnungs- und Informationspflichten auslösen, sondern auch gegebenenfalls zur Folge haben, dass das ausgerüstete Textil selbst als Biozid-Produkt für 80 000 Euro und mehr registrierungspflichtig wird. Im Bereich der sogenannten primären BiozidWirkung von Textilien stellt man seit geraumer Zeit von Seiten der Behörden eine Verengung der Sichtweise fest. Dies trifft vor allem die innovativen Technologien von KMUs und Start-ups, die über solche Finanzmittel nicht verfügen. Die derzeitigen Biozid-Rechtsentwicklungen stellen das bisher gekannte textile EU-Infektionsschutzniveau in wichtigen Bereichen in Frage – ein Thema, das zum Schutz der EU-Bevölkerung vor Infektionskrankheiten differenzierter betrachtet werden muss. Fragen an: Dipl.-Ing.(FH) Stefan Thumm Tel.: +49 151 281 090 45 umwelt@suedwesttextil.de
Textilhilfsmittel und Anomalien in der Warenbahn Mitte November veranstaltete der Förderverein der Gatex und der Verein Deutscher Textilfachleute VDTF Regionalgruppe Südbaden einen Vortragsabend. Rund 35 Gäste folgten der Einladung. Wolfgang Höhn von der DyStar Colours Distribution GmbH stellte zwei in seinem Hause entwickelte Textilhilfsmittel (THM) auf Silikonbasis vor. Der Grundbaustoff dieser THM wird aus Betonite gewonnen. Diese Produkte können vorwiegend in der Vorbehandlung und in der Färberei eingesetzt werden. In der Textilveredlungsindustrie kann das Niedrigviskose-Produkt (Sera FIL SBS) aus nativem Schichtsilikat laut DyStar z. B. als Stabilisator in der H₂O₂-Bleiche sowie zum Binden von ölhaltigen Substanzen, Ablösen von Hydrolysaten in der Reaktivfärberei und als Sequestiermittel eingesetzt werden. Das Produkt aus synthe-
Wolfgang Höhn und Christian Reidler präsentierten den Gästen in der Gatex innovative Produkte aus ihren Unternehmen (v.l.n.r.). Fotos: Gatex
tischem Schichtsilikat kann z. B. die Bildung von Oligomeren bei
der PES-Färbung erheblich mindern. Abwassertechnisch stellten
diese Produkte kein Problem dar, betonte Höhn. Ein Produkt aus dem Hause der Firma Dr. Schenk GmbH Industriemesstechnik präsentierte Christian Reidler. Es erfasst optisch die Oberflächen von textilen Flächen an laufender Maschine und stellt Anomalien in der Warenbahn fest und dokumentiert sie. Das Besondere an diesem System ist, dass die Warenbahn auf einer Linie aus zwei Winkeln und ggf. auch mit unterschiedlichen Lichtwellen gescannt werden kann. Somit werden auch Schattierungen und ggf. auch Farbtöne in der Warenbahn erfasst und Abweichungen vom Soll-Wert dokumentiert. Diese optische Inspektion von Textilien kann bei der Entscheidung helfen, ob eine Anomalie in der Warenbahn als kritisch für den Produktionsprozess eingestuft werden muss. Uwe Rummler
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Fröhliche Weihnachten
Südwesttextil wünscht allen Leserinnen und Lesern ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gesundes, glückliches Jahr 2017.
»Wenn Sie mit einem KfW-Kredit starten und irgendwo drei Bildschirme aufstellen, kommt garantiert ein Minister zur Eröffnung. Es ist ungesund, wenn traditionelle mittelständische Strukturen für weniger wertvoll gehalten werden als viel riskantere Start-ups.« Daniel Terberger, Vorstandsvorsitzender der Handelsgruppe Katag AG (in „Der Handel“ vom dfv, Ausgabe Nov. 16)
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