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Da haben wir den salat! S A l A t u n d K r ä u t e r A u S d e r F l A S C H e / / Ein Unternehmen aus Dresden hat das kleinste hydroponische Urban-Farming-System der Welt entwickelt. Damit lassen sich verschiedene Kräuter und Salate nachhaltig und auf kleinstem Platz in der Flasche züchten.

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er nicht gerade mit einem grünen daumen gesegnet ist, aber trotzdem Wert auf nachhaltigkeit und pestizidfreies essen legt, kann seinen Salat ganz einfach auf der Fensterbank züchten. ein dresdener unternehmen ermöglicht es jedem, Pflanzen aufzuziehen, ohne sich darum kümmern zu müssen – einmal angesetzt und an einem sonnigen ort platziert, ist kein Gießen oder weitere Pflege nötig. bottleCrop wurde 2014 gegründet und bietet viele Vorteile für die umwelt, wie die entwickler Daniel brohm und nico Domurath betonen. »ein Salat, der auf dem Feld groß wird, benötigt rund 120 liter Wasser, wobei der Großteil davon versickert oder verdunstet. ein in der Flasche gezogener Salat braucht nicht mehr als das ihm zur Verfügung gestellte Wasser – also maximal zwei liter. daraus ergibt sich eine einsparung von bis zu 98 Prozent.« ähnlich verhalte es sich den Herstellern zufolge bei den nährstoffen. »Im offenen Anbau wird nicht die Pflanze gedüngt, sondern der boden. Viele nährstoffe werden einfach ausgewaschen und gelangen im schlechtesten Fall ins trinkwasser oder Gewässer, mit den bekannten Folgen. Gentechnische Manipulationen von pflanzlichem erbgut werden in den meisten europäischen ländern von der bevölkerung abgelehnt.« bottleCrop möchte mit dem Produkt dem bedürfnis nach klassischen, nichtmanipulativen Züchtungsmethoden nachkommen. deshalb verzichte man auch beim Saatgut auf gentechnisch veränderte Produkte. ein weiterer positiver Aspekt für Mensch und umwelt: da die Pflanzen in der Wohnung oder im büro wachsen, müssen für bottleCrop keine biozide oder andere Gifte eingesetzt werden. »Schnecken, Schmutz und unkraut haben hier keine Chance. es entsteht ein absolut sauberes Produkt.« Nachhaltige Forschung Daniel Brohm und Nico Domurath sind Gartenbauingenieure und beschäftigen sich seit vielen Jahren mit dem gewerblichen Anbau von Obst und Gemüse in geschlossenen, hydroponischen Systemen. Neben ihrer Arbeit als Forscher an der HTW Dresden betreiben sie seit 2010 »INTEGAR - Institut für Technologien im Gartenbau«. Hier beraten sie Unternehmen des Gartenbaus in verschiedenen Angelegenheiten, insbesondere in der Innovationsförderung.

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LebensstiL M u n d A r t

bottle CroP

KOMPASS Stadtmagazin Ausgabe 1 & 2 | 18  

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