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LEIDENSCHAFT & UNTERNEHMERTUM Interview DIE ERNÄHRUNG SPRACH MIT MAG. ERWIN KOTÁNYI, GESCHÄFTSFÜHRER DES GLEICHNAMIGEN FAMILIENUNTERNEHMENS, ÜBER ERFOLGSFAKTOREN, EXPORT, INNOVATION ALS „LEBENSELIXIER“ UND DIE VIER WERTE, DIE DAS ­UNTERNEHMEN ZU EINEM INTERNATIONALEN TOP-PLAYER GEMACHT HABEN. OSKAR WAWSCHINEK

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wir in all den Jahren gute Verbindungen zu großen internationalen Handelsunter­ nehmen aufgebaut, was uns den Einstieg in neue Märkte erleichtert und unseren Produkten die benötigte Regalfläche und gute Logistik bietet.

Was haben Sie im Jahr 2017 geplant? Kotányi: Wir wollen auch 2017 wei­ ter wachsen und unsere Position interna­ tional weiter ausbauen. Großes Potenzi­ al sehen wir nach wie vor in Russland. Natürlich wollen wir unseren hohen Marktanteil in Österreich halten, aber Wachstum kann nur mehr über Innova­ tion, territorial und über Distributions­ ausweitung gehen. Eine möglichst stabile politische Situation in neuen Zielmärk­ ten ist sehr wichtig. Zum Glück haben

Welche Bedeutung hat der Export in Ihrem Unternehmen? Wie hoch ist der Exportanteil? Kotányi: Der liegt bei rund 70 %. Unser Erfolg war auch darin begründet, dass wir viele Märkte schon sehr früh zu bearbeiten begonnen haben. Als dann die großen Handelsunternehmen in diese Märkte kamen, waren wir schon da und konnten unsere Erfahrungen einbringen und durch dieses Detailwissen gemein­ sam den Markt weiter erschließen. Und gerade in Osteuropa wird es von vielen Kunden sehr geschätzt, dass ich als Ei­ gentümer sehr oft persönlich den Kon­ takt suche und die Kunden ­treffe. Generell braucht es im Geschäft mit Osteuropa eine hohe Flexibilität, die wir entwickelt haben. So konnten wir im Lauf der Zeit auch mit den Sanktionen in Russland umgehen und Lösungen fin­ den. Zum Beispiel muss dann eben das

ie Ernährung: Wie ist Ihr Unternehmen aufgebaut und wie auf die Zukunft ausgerichtet? Welche Schwerpunkte setzen Sie? Erwin Kotányi: Unser Familienun­ ternehmen besteht seit mittlerweile 135 Jahren. Von der Zentrale in Wolkersdorf in Niederösterreich aus beliefern wir 20 Länder, vor allem in Zentral- und Ost­ europa. In den Top-Ländern haben wir eigene Niederlassungen, wie in Russ­ land, unserem wichtigsten Markt, wo 100 Mitarbeiter tätig sind. In anderen Ländern sind wir über Distributeure ver­ treten.

ERNÄHRUNG | NUTRITION  volume 41 | 01. 2017

Salz in Gewürzmischungen aus Ländern der Nicht-EU kommen. In anderen Ländern wie Brasilien oder Thailand beginnen wir oft nur mit unse­ rer Mühle, die quasi als Door Opener für den Markt fungiert. Das war die stärkste Innovation der letzten Jahre und hat uns viele Möglichkeiten eröffnet. Wie sehen Sie die Situation und Marktmacht im österreichischen Handel – wie gehen Sie damit um? Kotányi: Wir haben gelernt, mit die­ ser hohen Konzentration im Lebensmit­ teleinzelhandel zu leben. Wir sind den Weg gegangen, unsere eigene Marke zu stärken und so stark wie nur möglich zu machen. Dabei spielt Innovation eine große Rolle. Wenn wir „Innova­ tions-Leader“ bleiben, werden es andere Marken schwerer haben. Wie sehen Sie die Eigenmarkenentwicklung des Lebensmitteleinzelhandels? Ist das eine Gefahr für Markenartikel? Kotányi: Die Eigenmarken haben aus meiner Sicht die Zeit des größten Wachstums hinter sich und sind die letz­ ten zwei bis drei Jahre eher stabil geblie­

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DIE ERNÄHRUNG VOLUME 41 | 01. 2017  

Österreichische Zeitschrift für Wissenschaft, Recht, Technik und Wirtschaft

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