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­WIRTSCHAFTS SPIEGEL Das Wirtschaftsmagazin für Sachsen-Anhalt www.wirtschaftsspiegel.com 12/2010 · 18. Jahrgang · 20401 4,90 EURO

Im Interview: Wulf Gallert

Heißer Wahlkampf

vergeben

vergangen

verbessert

Innovationspreise in Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt 2010 im Rückblick

Spitzenstandort im Digital Engineering


Fragen beantworten und gewinnen! 1. Über wie viele Zimmer verfügt das „Historische Herrenkrug Parkhotel“? 2. Was kostet ein Wirtschaftsspiegel-Abo im Jahr? 3. Wie oft erscheint der Wirtschaftsspiegel im Jahr?

Wirtschaftsspiegel und Herrenkrug Parkhotel verlosen: 1 x Gutschein für ein Wochenende „Schokoladenträumerei“ • 1 x behaglich im Doppelzimmer übernachten • 1 x Frühstücksschlemmerei vom Herrenkrug-Buffet • zusammenkuscheln, den Film „Chocolat“ anschauen, zartschmelzende Pralinchen & prickelnden Prosecco „naschen“ • ein pflegender Hauch von Luxus auf der Haut mit je einer streichelzarten Schokoladengesichtsbehandlung (Reinigung, Massage & Maske ca. 45 min) mit Rêve de Cacao • 1 x Kerzenschimmer-Dinner mit Schokolade zum Dessert (4-Gang Menü) fast grenzenlos den Wellness- & Spa-Bereich genießen

1 x Gutschein das Wellness-Arrangement „Auf Entspannungskurs“ für 2 Personen

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... und ab die Post ... an: Wirtschaftsspiegel Verlag Sachsen-Anhalt UG Große Diesdorfer Str. 52 39110 Magdeburg E-Mail: info@wirtschaftsspiegel.com Telefax: 0391-7280918

Alle Fragen sind mit einigen Blicken in den Wirtschaftsspiegel und auf die Internetseite www.herrenkrug.de leicht zu beantworten. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mitarbeiter des Wirtschaftsspiegelverlages und des Herrenkrug Parkhotels dürfen nicht am Gewinnspiel teilnehmen.


Editorial

Gert Hohlwein Geschäftsführer Wirtschaftsspiegel

Wir wünschen allen Geschäftsfreunden

besinnliche Weihnachtstage glückliches und erfolgreiches

Jahr

In dubio pro reo! Der Grundsatz „In dubio pro reo“ (lateinisch: Im Zweifel für den Angeklagten), von der Gesellschaft oft als Phrase genutzt, ohne den Inhalt zu akzeptieren. Dabei war dieser Satz schon vor mehr als 2.300 Jahren Bestandteil der griechischen Rechtsauffassung und prägte das römische Recht. Im Zweifel für den Angeklagten ist keine Beweisregel, sondern eine Entscheidungsregel. Der Satz sagt nicht, wann man Zweifel haben muss, sondern nur, wie Entscheidungen zu fällen sind, wenn Zweifel vorliegen. Dabei ist jeder Mensch - gleich welchen Standes - der einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, solange als unschuldig anzusehen, bis seine Schuld in einem öffentlichen Verfahren, in dem alle für seine Verteidigung nötigen Voraussetzungen gewährleistet waren, gemäß dem Gesetz nachgewiesen ist. So geschrieben im Paragraphen 11, Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen von 1948 und zusätzlich im Paragraphen 6, Absatz 2 der Europäischen Menschenrechtskonventionen: „Jede Person, die einer Straftat angeklagt ist, gilt bis zum gesetzlichen Beweis ihrer Schuld als unschuldig". Auch der Rechtsexperte der ARD, Klaus Dieter Möller oder der CDU-Landtagsabgeordnete Detlef Gürth sehen in der medialen Vorverurteilung riesige Gefahren. Zitat Möller: „Medien steigen in Ermittlungsgefahren ein, so dass die Unschuldsvermutung zwar noch im Munde geführt wird, aber nicht mehr eingehalten werden kann. Das geht medial in die falsche Richtung und die Justiz reagiert dann falsch“. Beispiele der jüngsten Zeit: Jörg Kachelmann, aber auch Erich Wasserthal, Lothar Finzelberg oder Manfred Maas. Was nützt es dann, wenn nach der Unschuld ein kleiner Hinweis zwischen Wetterbericht und Impressum in den Zeitungen steht, die Wochen vorher einen Verdachtsfall zum Titelthema auf Seite 1 deklarierten....

und ein

Magdeburg

Das Jahr neigt sich dem Ende. Grund genug allen Lesern und Geschäftsfreunden ein ruhiges und besinnliches Weihnachtsfest und ein glückliches, neues Jahr 2011 zu wünschen. Wir werden Sie auch im Jahr 2011 mit sechs Wirtschaftsspiegel-Ausgaben über die Wirtschaft und Politik in Sachsen-Anhalt informieren. Herzlichst Ihr

Gert Hohlwein Geschäftsführer 12/2010 | Wirtschaftsspiegel für Sachsen-Anhalt

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Aus dem Inhalt

Titel Interview Rückblick 2010

12 28

Wirtschaft Aktuell VORREiTER Neuer Gesellschafter Trends für Morgen Innovationspreis Biobranche auf dem Holzweg? Bäcker im Test Preise für Dynamik Kontra für Elbe-Saale-Kanal GenoPortal-Award für KITU

05 11 16 18 19 22 23 24 27

18

Blick über die Grenzen US-Botschafter Besuch Solarstandort Halle (Saale)

34 35

Kultur Roxette rockt Der Eiserne Harz Die Wildnis ruft

37 38 39

Hotel | Gastronomie Gans ganz lecker

40 22

Rubriken Editorial Gastkommentar Personalien Index Web@aktuell Geschäftskontakte Steuern Recht Steuerrecht Glosse | Cartoon Impressum

28

03 05 08-10 10 41 42 45 46 48 49 50 34

39 4

40


Gastkommentar

„VORREiTER 2010“: (von rechts beginnend) Lothar und Ilona Schmidt (Inhaber Hotel Erbprinzenpalais Wernigerode) Minister Reiner Haseloff, Mandy Hodum (Tourismusverband Altmark, Tobias Süßenbach (Reederei Süßenbach) und Dr. Carlhans Uhle (Geschäftsführer der IMG Sachsen-Anhalt mbH).

VORREiTER 2010 gekürt Das Hotel Erbprinzenpalais Wernigerode und der Tourismusverband Altmark e.V. sind die Gewinner im Wettbewerb um den Tourismuspreis Sachsen-Anhalt 2010. Sie erhielten auf dem Tourismustag Sachsen-Anhalt in Stolberg (Harz) die Auszeichnung „VORREiTER“. Dr. Reiner Haseloff, Sachsen-Anhalts Minister für Wirtschaft und Arbeit und Schirmherr des Wettbewerbs, überreicht die Pokale und zeichnet darüber hinaus die Reederei Süßenbach aus Schönebeck (Elbe) mit einem Sonderpreis aus. „Beim Wettbewerb um den Tourismuspreis wird jedes Jahr aufs Neue der Beweis angetreten, dass die Gastgeber und Touristiker des Landes mit Kreativität am Tourismusmarkt agieren. Das ist eine gute Basis für eine erfolgreiche Entwicklung der Tourismuswirtschaft. Ich beglückwünsche die Preisträger und wünsche ihren VORREiTER-Projekten viele Nachahmer“, so Wirtschaftsminister Haseloff. Der VORREiTER für 2010 wird in den Kategorien "Touristischer Betrieb" und „Touristische Destination“ verliehen. Die Jury wählte die Preisträger aus insgesamt 14 Wettbewerbsbeiträgen aus. In der Kategorie „Touristischer Betrieb“ konnte das Hotel Erbprinzenpalais Wernigerode am meisten punkten und überzeugte die Juroren als „1. Biohotel in Sachsen-Anhalt“ mit der konsequenten Ausrichtung auf Bio-Produkte, Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit. In der Kategorie „Touristische Destination“ geht der VORREiTER an den Tourismusverband Altmark e.V.. Der Preis honoriert das Engagement der am Projekt „Gartenlandschaft Altmark“ beteiligten Partner, die private Gärten für Besucher öffnen und das Landesprojekt „Gartenträume“ wirkungsvoll ergänzen. Die Gewinner des VORREi-

TERs erhalten Pokal, Urkunde sowie Hausschild und können zudem von zusätzlichen Werbemaßnahmen im Wert von je 10.000 Euro profitieren. Über die Zuerkennung eines Sonderpreises für das „Theaterschiff Magdeburg“ kann sich die Reederei Süßenbach aus Schönebeck (Elbe) freuen. Der Sonderpreis würdigt die mit dem Theaterschiff gelungene Vernetzung wassertouristischer Angebote des „Blauen Bandes“ mit Kulturerlebnissen. Anlässlich der Preisverleihung 2010 wirbt der Minister für die rege Beteiligung an der Neuauflage des Wettbewerbs, der künftig alle zwei Jahre stattfinden wird. „Ich freue mich, dass die Veranstalter AMEROPA, REWE Touristik und TUI ab 2012 mit uns gemeinsam alle zwei Jahre den VORREiTER ausloben und die künftigen Preisträger mit Kataloganzeigen unterstützen werden. Das wird die Attraktivität des Wettbewerbs weiter erhöhen“, so der Minister. AMEROPA, REWE Touristik und TUI wirken seit Jahren in der Jury mit und bringen sich in die Weiterentwicklung des Wettbewerbs ein. „Wir sehen in der gemeinsamen Auslobung des Tourismuspreises gute Chancen, die Gastgeber zu mehr Kreativität im Hinblick auf die Angebotsgestaltung für Reisebürokunden zu motivieren“, schätzt Jurymitglied Gerald Schmidt von der TUI Deutschland GmbH ein. Seit 2001 schreibt die Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH den Wettbewerb um den Tourismuspreis Sachsen-Anhalt aus und leistet damit einen Beitrag zur Qualitätsoffensive, die für noch mehr Angebots- und Servicequalität im Sachsen-Anhalt-Tourismus sorgen soll.

Die Feiern zum 20. Jahrestag der Einheit sind gerade vorüber, da steht im Kalender der Bürgschaftsbank Sachsen-Anhalt beim Datum 10. Dezember erneut eine „20“. Es ist kein Zufall, dass unser Förderinstitut nur wenige Wochen nach der deutschen Vereinigung gegründet wurde. Wie in der alten Bundesrepublik wurden nun auch in den neuen Ländern Bürgschaftsbanken aufgebaut, die sich „im Westen“ als Selbsthilfeeinrichtungen der mittelständischen Wirtschaft zur besseren Kreditversorgung längst bewährt hatten. Gut dass es so schnell und unbürokratisch ging, denn der Bedarf war sofort da. Mit der „D-Mark“ begann ein regelrechter Gründerboom. Jungunternehmer, manche an Lebensjahren gar nicht mehr so jung, erfüllten sich endlich ihren Traum von der beruflichen Selbstständigkeit und wagten sich mit ihrer Idee oder Erfindung an den Markt. Wieder andere übernahmen den Betrieb, in dem sie bis dahin angestellt gewesen waren, um ihn vor der Schließung zu bewahren und damit nicht nur den eigenen Arbeitsplatz zu retten. Fast alle diese mutigen Repräsentanten des neuen ostdeutschen Mittelstands hatten jedoch ein gemeinsames Problem: ausreichend Startkapital fehlte ihnen. Wie oft saßen unsere Mitarbeiter einem klugen „Kopf“ mit exzellenter Geschäftsidee gegenüber, der jedoch für den benötigten Bankkredit nicht einmal Omas Häuschen als Sicherheit bieten konnte. Für fast 6.000 Handwerker und Gewerbetreibende, mittelständische Industriebetriebe sowie Freiberufler in Sachsen-Anhalt hat die Bürgschaftsbank seit 1990 den Weg freigemacht. Viele durften wir auch später beim Wachsen begleiten, manche bis heute. 20 Unternehmensgeschichten aus 20 Jahren haben wir aufgeschrieben und in einem Bildband veröffentlicht: „Mit Erfolg verbürgt“ – das ist unsere persönliche, etwas andere Bilanz zur deutschen Einheit.

Christian Koeppel, Sprecher der Geschäftsführung der Bürgschaftsbank Sachsen-Anhalt 12/2010 | Wirtschaftsspiegel für Sachsen-Anhalt

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FOTO: FOTOLIA© RENEHAASE

Die Stimmung in der Tourismusbranche Sachsen-Anhalts hat sich aufgehellt - der Tourismus gewinnt als Wirtschaftsfaktor zunehmend an Bedeutung. Zum Vorjahresvergleich stiegen sowohl die Geschäftslageeinschätzungen als auch die Erwartungen an die Sommersaison 2010 überdurchschnittlich. Das geht aus der aktuellen Saisonumfrage der Landesarbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern in Sachsen-Anhalt (LAG), an der sich mehr als 200 Gastronomen, Hoteliers und Reisebüros im Land beteiligt hatten, hervor. Mit 2,6 Millionen Übernachtungen steht der Harz immer noch deutlich auf Platz eins der Beliebtheitsskala aller sachsen-anhaltischen Reiseregionen vor Magdeburg, Elbe-Börde-Heide und Halle, Saale-Unstrut. Beliebtestes Ziel der Touristen ist und bleibt der Brocken – höchster Berg im Harz. Mehr als zwei Millionen Besucher im Jahr erklimmen den Gipfel, der 1.141 Meter über dem Meeresspiegel liegt und damit bereits knapp oberhalb der Baumgrenze. Das gesamte Gebiet rund um den Brocken bekam 1990 den Titel Nationalpark.


Personalien

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DR. IGOR MERFERT verstärkt um Wintersemester 2010/11 das Professorenteam am Fachbereich Elektrotechnik, Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen der Hochschule Anhalt. Er wurde vom Kultus-

ministerium Sachsen-Anhalt zum Professor für Elektrische Maschinen und Antriebe berufen und wird ab Oktober 2010 an der Hochschule Anhalt lehren. Dr. Merfert studierte an der Technischen Hochschule Ilmenau Elektrotechnik und schloss sein Studium nach einem Auslandsteilstudium am Energetischen Institut Moskau ab. Als Forschungsstudent wechselte er an die Otto-von-Gueri cke-Universität Magdeburg, um 1991 eine Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter in mehreren Projekten aufzunehmen.

WITO REINHARDT übernimmt ab dem 01. Januar 2011 die alleinige Geschäftsführung der Mull und Partner Ingenieurgesellschaft mbH des Standortes Magdeburg und Leipzig / Markkleeberg. Mit dem Aus-

scheiden des Geschäftsführers Willi Neumann, der Aufgaben der MuP Ingenieurgesellschaft Holding GmbH & Co. KG wahrnimmt, übernimmt Reinhardt dessen Aufgaben. Er wurde in Halle / Saale geboren, studierte in Freiberg und Karlsruhe und ist seit 1994 in der Altlastenbranche tätig. Seit seinem Eintritt 2002 bei der Mull und Partner Ingenieurgesellschaft mbH baute er den Standort Leipzig Markkleeberg zu einem der führenden Ingenieurbüros in der Region Halle / Leipzig aus.

FOTO: MERCEDES BENZ

THORALF BECKER ist seit Oktober 2010 neuer Verkaufsleiter für Nutzfahrzeuge in der MercedesBenz Niederlassung am Großen Silberberg in Magdeburg. Der aus Schönebeck stammende Sachsen-

Anhalter erlernte den Beruf eines Kfz-Schlosser. Anschließend wechselte er zur Mercedes Benz Niederlassung in Magdeburg und absolvierte hier eine Verkaufsausbildung und erwarb berufliche Erfahrungen im Bereich Nutzfahrzeugeverkauf. Von 2003 bis 2008 wechselte er in die Teamleitung NutzfahrzeugVerkauf in die Niederlassung Wuppertal, von 2008 bis 2010 war er als Teamleiter LKW in der Niederlassung Hamburg angestellt. Thoralf Becker ist verheiratet und hat zwei Kinder.

NORBERT DAUTZENBERG ist seit Juli 2010 neuer Serviceleiter in der Mercedes-Benz Niederlassung am Großen Silberberg in Magdeburg. Der gebürtige Rheinländer absolvierte seine Ausbil-

dung zum Kfz- Schlosser bei Mercedes Benz in der Aachener Niederlassung. 1991 und 1993 folgten die Meisterprüfungen im KFZ-Mechniker- sowie im KFZ- Elektrikerhandwerk. Nach verschiedenen Tätigkeiten in der Leitungsebene im Service für PKW und NFZ in Aachen und Frankfurt wechselte Norbert Dautzenberg in die Geschäftsleitung der Magdeburger Niederlassung um hier als Serviceleiter neue Herausforderungen zu meistern.

FOTO: MULL UND PARTNER

JOCHEN MÜLLER ist neuer Leiter Unternehmenskommunikation des BMW Werkes Leipzig und übernimmt die Funktion und damit auch die Aufgabe als Pressesprecher des Werkes von Michael Janßen. Jochen

Müller ist seit 1999 bei der BMW Group beschäftigt. Seitdem war er in mehreren Funktionen der Konzernkommunikation und Politik in der Konzernzentrale tätig sowie als Leiter der Werkskommunikation des Werkes München. Michael Janßen wird in Zukunft eine neue Funktion innerhalb der BMW Group in München übernehmen. Das Werk Leipzig fertigt aktuell den BMW 1er Dreitürer, das BMW 1er Coupé und Cabrio sowie seit September 2009 den BMW X1. Bis zu 740 Fahrzeuge rollen pro Tag vom Band.

FOTO: MHKW

GUIDO LÜCKER ist neuer Geschäftsführ in der technischen Geschäftsführung der Müllheizkraftwerk Rothensee GmbH. Er tritt die Nachfolge von Lutz Strumpf an, der sich neuen Aufgaben widmet.

Der 45 jährige Lücker war zuvor als Geschäftsführer in verschiedenen Unternehmen der Sonderabfallwirtschaft und thermischen Rückstandsverwertung – u.a. der RWE Umwelt AG – tätig. Seine umfassenden Kenntnisse und Erfahrungen kommen jetzt dem MHKW Rothensee zugute. Gemeinsam mit Rolf Oesterhoff – kaufmännischer Geschäftsführer – wird er die Geschicke der thermisch größten deutschen Müllverbrennungsanlage leiten.


PROF. ALAIN TISSIER hat die Leitung der Abteilung Sekundärstoffwechsel des Leibniz-Institutes für Pflanzenbiochemie in Halle (Saale) übernommen. Der gebürtige Franzose tritt damit die Nachfolge von Dieter Strack an, der am 1. Oktober 2010 in den Ruhestand ging. Alain Tissier, 1964 in Suresnes geboren, studierte Biochemie sowie Molekular- und Zellbiologie der Pflanzen in Paris. Mehrere zum Teil hoch dotierte Preise, darunter den Innovationspreis des französischen Forschungsministeriums, erhielt Tissier für seinen Wissenstransfer aus der Forschung in die Wirtschaft. 2009 erhielt der dreifache Familienvater einen Ruf an den Lehrstuhl für Pflanzenbiochemie der Universität (II) in Montpellier. Die laufenden Forschungsprojekte der Abteilung Sekundärstoffwechsel, wird Alain Tissier mit seinen Arbeiten zur Stoffgruppe der Terpenoide bereichern.

FOTO: VERBIO VEREINIGTE BIOENERGIE AG

FOTO: MIKULAS

FOTO: LEIBNIZ INSTITUIT

Personalien

MATTHIAS UTERMARK, Maco Möbel Geschäftsfüher Magdeburg, konnte mit vielen Gästen aus Wirtschaft, Handel, Politik und Sport das 20jährige Bestehen des Möbelhauses in Sachsen-Anhalt feiern. Vor zwei Jahrzehnten startete Maco Möbel als Möbeldiscounter in Altenweddingen bei Magdeburg. Durch den Umzug im Oktober 1994 nach Magdeburg, in einen Neubau mit größerer Ausstellungsfläche, wagte das Unternehmen den wichtigen Schritt weg vom Sonderposten- und 2. Wahl-Image hin zum serviceorientierten Wohnausstatter mit hoher Kompetenz. Heute begeistern einmalig gestaltete Wohn-, Küchen- & Baderlebniswelten die Kunden bei jedem Einkauf. Zum gratulieren kam auch der SESBoxweltmeister Robert Stieglitz. Als Präsent brachte der 29-Jährige einen knallgelben Boxhandschuh in Übergröße mit, auf dem sämtliche SESSportler unterschrieben haben.

FRANK STRÜMPFEL hat die Leitung des Bereichs Public Relations der VERBIO Vereinigte BioEnergie AG übernommen und wird in der Funktion als Pressesprecher die gesamte PR-Arbeit betreuen. Der 33-jährige Diplom-Medienwissenschaftler studierte an der Technischen Universität Ilmenau Medienwissenschaften und verfügt über sieben Jahre Erfahrung sowohl in der internen als auch externen Unternehmenskommunikation. Zuletzt war er bereits im Bereich der Erneuerbaren Energien beim Photovoltaik-Unternehmen QCells SE als stellvertretender Pressesprecher tätig und steuerte die interne Kommunikation des Konzerns. Zuvor leitete er zwei Jahre den Bereich PR und Marketing bei der KLEIBER Infrared GmbH. Darüber hinaus sammelte er im In- und Ausland umfangreiche Erfahrungen in der Projektkommunikation des Automobilherstellers BMW. Anzeige

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Index | Personalien

Index für Oktober

Wer im altertümlichen Irland einen Haselstrauch oder einen Apfelbaum fällte, wurde mit dem Tode bestraft. Diese Gewächse galten als heilig. In Singapur kann mit 500 EUR Strafe belegt werden, wer nach der Benutzung vergißt, die Toilettenspülung zu betätigen. Polizisten in Zivil überprüfen regelmäßig die öffentlichen Toiletten. Betrunkene Eigentümer einer Kuh können in Schottland verhaftet werden. Einem alten russischen Gesetz zufolge muß ein Zug anhalten, wenn sich entlang der Trasse ein schlafender Mensch befindet und solange warten, bis dieser sein Nickerchen beendet hat. In Großbritannien ist es Jungen unter 10 Jahren verboten, eine nackte Schaufensterpuppe zu betrachten. Bernd Ottovordemgentschenfelde hat den längsten Nachnamen Deutschlands und wird nun in die Rekordbücher aufgenommen. Frauen in Großbritannien ist es verboten, in öffentlichen Verkehrsmitteln Schokolade zu essen.

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HEINRICH VON NATHUSIUS vom Automobilzulieferer IFA aus Haldensleben erhält am 8. Dezember den Unternehmerpreis des Business Clubs AachenMaastricht 2010. Die Laudatio hält der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Wolfgang Böhmer. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Mit dem Preis werden erfolgreiche Unternehmer ausgezeichnet, die sich auch nachhaltig für soziale, sportliche, kulturelle, humanitäre oder sonstige edle Ziele, wie auch Förderung der Wissenschaften, engagieren. Nathusius wurde nach der Wende Geschäftsführer der Firma IFA, die er in rund 20 Jahren zum europäischen Marktführer für die Herstellung von Gelenkwellen machte.

FOTO: UNI HALLE (SAALE)

SANDRA PELZ, Doktorandin der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, erhielt ein Forschungsstipendium in Höhe von 50.000 Euro. Die von der Talecris Biotherapeutics GmbH gestifteten, jährlich vergebenen Preise für Forschung auf dem Gebiet des Alpha1-Antitrypsin-Mangels gehen diese Jahr an zwei junge Wissenschaftlerinnen aus Europa. Beim Alpha-1-Antitrypsin-Mangel handelt es sich um eine seltene, genetisch bedingte Stoffwechselerkrankung, die zu Emphysem und Lebererkrankung führen kann. Die diplomierte Ernährungswissenschaftlerin Pelz beschäftigt sich mit neuen Therapien zur Behandlung des Alpha-1Antitrypsin-Mangels.

FOTO: FLOUM

Es ist in Tennessee illegal, aus einen fahrenden Auto heraus Jagd auf Wild zu machen. Aber keine Regel ohne Ausnahme: Auf Wale darf man trotzdem feuern (falls man ihnen begegnen sollte.)

DR. STEFAN SCHÜNEMANN, Geschäftsführer von IKAM, studierte Informationstechnik an der Technischen Universität Ilmenau. Er arbeitete zunächst in einem wissenschaftlichen Großprojekt für eine Mars-Mission am Institut für Weltraumsensorik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. 1995 wechselte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und promovierte an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik. Seit 2007 war er Geschäftsführer einer Technologietransferagentur, die als Dienstleister von Universitäten, Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Sachsen-Anhalt Wissens- und Technologietransfer von der Wissenschaft in die Wirtschaft betreibt.

FOTO: BUSINESS CLUB AACHEN

Ein Berliner Pärchen musste wegen seines Sexuallebens vor Gericht. Zehn Anzeigen der Nachbarn setzten Polizeistreifen in Bewegung. „Fahrlässige Störung der Nachtruhe durch rhythmisch klopfende Geräusche“ heißt es korrekterweise im Amtsdeutsch des Gericht. Urteil: Freispruch - die anzeigewütigen Nachbarn kamen nicht zur Verhandlung.

FOTO: FLOUM

Aufgrund eines Gesetzes darf in Pennsylvania kein Mann ohne die schriftlichen Genehmigung seiner Frau Alkohol kaufen.

DR. KARL GERHOLD, Gründer der GETEC-Gruppe und Vorstand der GETEC AG, wurde beim Wettbewerb „Entrepreneur des Jahres 2010“ als Finalist geehrt. Die Preisverleihung fand am 12. November 2010 in der Alten Oper Frankfurt statt. Insgesamt 15 Unternehmen hatten in fünf Kategorien den Einzug in die Finalrunde geschafft. Gerhold war mit der GETEC-Gruppe unter den letzten drei Finalisten in der Kategorie „Dienstleistung“. Fünf Entrepreneure (Unternehmer) erhielten den begehrten Preis. Die GETEC AG - 1993 in Magdeburg gegründet - ist einer der Marktführer im Contracting, der Übernahme von Energiedienst- und Versorgungsleistungen.


ÖSA Feuerversicherung neuer Gesellschafter Die Öffentliche Feuerversicherung Sachsen-Anhalt ist der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Sachsen-Anhalt mbH (MBG) als Gesellschafter beigetreten. Das teilten die MBG und das einheimische Versicherungsunternehmen jetzt in Magdeburg mit.

Die ÖSA Feuer soll in dem von der Gesellschafterversammlung zu berufenden Aufsichtsrat der MBG durch den Vorstandsvorsitzenden der ÖSA Versicherungen Peter Ahlgrim vertreten werden. „Die ÖSA Versicherungen sind mittlerweile im 19. Jahr erfolgreich am sachsen-anhaltischen Markt tätig“, erklärte Peter Ahlgrim. „Das Engagement der MBG - wie im übrigen auch das der Schwestergesellschaft Bürgschaftsbank, bei der die ÖSA Feuer seit 2008 ebenfalls Gesellschafter ist - trifft sich mit einem unserer grundsätzlichen Ziele: mittelständischen Firmen im Lande zu helfen, Investitionen sicher auf den Weg zu bringen, Marktpositionen zu stärken und Arbeitsplätze zu schaffen. Als sachsen-anhaltisches Unternehmen kennen wir uns im ,eigenen Hause‘ gut aus und wollen der einheimischen Wirtschaft auch über die Mitarbeit in der MBG ein kompetenter und fairer Partner sein.“ „Wir freuen uns, dass wir mit den ÖSA

Versicherungen einen regional verwurzelten und leistungsstarken Partner gewinnen konnten“, sagte Christian Koeppel, Sprecher der Geschäftsführung der MBG. „ÖSA und MBG verfolgen das gleiche Ziel, nämlich die mittelständische Wirtschaft in Sachsen-Anhalt voranzubringen.“ Als Unternehmen der Sparkassen-Finanzgruppe vertrete die ÖSA einen auch für die MBG und ihre Kunden sehr wichtigen Finanzierungspartner, ergänzte MBGGeschäftsführer Wolf-Dieter Schwab.

die über 90 ÖSA-Agenturen. Satzungsgemäß engagieren die ÖSA Versicherungen sich zum „gemeinen Nutzen" des Landes, vor allem für die Schadenverhütung. Die Brutto-Beitragseinnahmen im Geschäftsjahr 2009 stiegen um 10,1 Prozent auf 186,1 Millionen Euro (ÖSA Feuer 87,2 Millionen, ÖSA Leben 98,9 Millionen). Kapitalträger der ÖSA Versicherungen sind der Sparkassenbeteiligungsverband Sachsen-Anhalt (50 Prozent), die Landschaftliche Brandkasse Hannover (35) und die Öffentliche Sachversicherung Braunschweig (15). Der Direktionssitz (Foto) befindet sich in Magdeburg.

Die zur Sparkassen-Finanzgruppe gehörenden Öffentlichen Versicherungen Sachsen-Anhalt (ÖSA Feuer und ÖSA Leben) wurden 1991 per Landtagsbeschluss als Anstalten des öffentlichen Rechts gegründet. Anfang 1992 nahmen sie den Geschäftsbetrieb in Sachsen-Anhalt auf. Sie haben rund 500 Arbeitsplätze im Lande geschaffen. Vertrieb und Service laufen über die 13 sachsen-anhaltischen Sparkassen und

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Titel

„Es wird heiß mit den Linken“ Sachsen-Anhalts Fraktionschef Wulf Gallert will mit seiner Partei DIE LINKE einen Paukenschlag in der noch jungen Geschichte Sachsen-Anhalt landen. Der 47-jährige Diplom-Pädagoge aus Sachsen-Anhalt ist Spitzenkandidat seiner Partei für den Posten des Ministerpräsidenten: DIE LINKE will Sachsen-Anhalt gerechter und sozialer gestalten, das Lohnniveau anheben, die Schulpolitik reformieren. Fragen zur aktuellen Politik und zum Wahlkampf beantwortet Wulf Gallert in einem Interview mit dem Wirtschaftsspiegel Sachsen-Anhalt.

FOTOS: FLOUM

WS: Der Wahlkampf zur Landtagswahl rückt zum Tagesgeschäft auf. Wie ist Ihre Partei aufgestellt?

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hungsweise lediglich mit Hauptschulabschluss. Diese Schüler können die Qualifizierungsansprüche des Arbeitsmarktes zu oft nicht erfüllen – da entsteht ein Wulf Gallert: Die Vorbereitungen sind Niedriglohnpotenzial, das ist prekär für erfolgreich abgeschlossen. Es wird heiß die Generation von morgen. Und noch mit den Linken, aber nicht bei den Lineins: In keinem Land der OECD hängen ken. Der Wahlprogrammparteitag brachdie Bildungs-, Qualifizierungs- und Aufte mit politischer stiegschancen so Was die 30 Prozent und darüber hinaus Souveränität Klarstark vom Status der angeht: Wir kämpfen bis zur Landtagsheit, inhaltliche und Eltern ab, wie in wahl am 20. März für strategische LeitliniDeutschland. Dies en wurden beschlos- unsere Ziele, die ganz offensichtlich den ist hier besonders Nerv der Menschen treffen – das zeigen sen und Kontroverdramatisch, weil 30 die Umfrageergebnisse. sen beendet. Die ParProzent der Kinder tei steht geschlossen in Sachsen-Anhalt in hinter den Personen, die im Rampenlicht Harz IV-Familien aufwachsen. Das birgt stehen und auch hinter dem Programm sozialen Sprengstoff - ein gesellschaftlizur Landtagswahl 2011. ches Problem, das unbedingt gelöst werden muss. Dazu gehören u.a. KindertaWS: 30 Prozent bei den letzten Umfragen gesstätten mit Ganztagsangeboten für algeht da noch was? le, Mittagessen für alle, Angebote zur Förderung für alle. Wulf Gallert: Sachsen-Anhalt hat VerWas die 30 Prozent und darüber hinaus änderungsbedarf - das merken auch die angeht: Wir kämpfen bis zur LandtagsMenschen im Land. Wir brauchen eine wahl am 20. März für unsere Ziele, die neue Arbeitsmarktpolitik: Teilzeitarbeitsganz offensichtlich den Nerv der Menverhältnisse, befristete Anstellungen und schen treffen - das zeigen die UmfrageerBeschäftigungen ohne Sozialversichegebnisse. rungspflicht - das schürt Unbehagen bei den Menschen. Wir müssen daher ihre WS: Bei einem Wahlsieg 2011wären Koalireale Lebenssituation, ihre Ängste und tionspartner... ihre Hoffnungen zum Ausgangspunkt unserer Überlegungen machen. Was die Wulf Gallert: Alles Spekulationen - dieWähler brauchen, ist ein überzeugendes se Frage kann erst nach der Wahl am 20 Angebot, mit dem DIE LINKE in der LaMärz 2011 wirklich beantwortet werden. ge ist, zusammen mit den Menschen hier Bis dahin kämpfen wir um den Titel die Potenziale dieses Landes zu erschlie„Stärkste Partei“... Dennoch verbinden ßen und die Probleme zu lösen. Auch meine Partei und die Sozialdemokraten muss das Bildungswesen auf Vorderdes Landes Sachsen-Anhalt viele Punkte mann gebracht werden. Sachsen-Anhalt in den Wahlprogrammen - Mindestlohn, hat ein Ausleseschulsystem, bei dem die Chancengleichheit für Kinder oder besDurchlässigkeit zwischen den verschiesere Schulbildung. Eine rot-rote Koalitidenen Bildungswegen fast nur nach unon mit der SPD wäre deshalb möglich. ten funktioniert. Auch haben wir im GeDie eigentliche Frage lautet doch aber: gensatz zu dem, was der Arbeitsmarkt Nimmt die SPD ihre Wahlkampfziele braucht, einen viel zu hohen Anteil von wirklich ernst? Wenn ja, müsste sie allerSchülern ohne Schulabschluss, beziedings eine Koalition mit der CDU aus-


schließen. Die derzeitigen Aussagen aus den Reihen der SPD deuten jedoch darauf hin, dass die Sozialdemokraten Juniorpartner der CDU bleiben wollen. Das bedeutet aber, dass sie ihre zentralen Wahlkampfaussagen nicht ernst meinen, und damit haben sie ein gewaltiges Glaubwürdigkeitsproblem bei den Wählern. Letztlich entscheiden Mehrheiten die Wahlen - wir nehmen die Stimmen der Wähler sehr ernst und werden, sofern es die Menschen wollen, unsere Strategie und unseren Kurs in einer Regierung umsetzen. WS: Sie schließen eine Koalition mit der CDU aus? Wulf Gallert: Die schließe ich klar aus. Etwas salopp gesagt: Das sollten wir uns gegenseitig nicht antun. Beide Parteien kommen inhaltlich nicht zusammen hier liegen die Vorstellungen zu weit auseinander. Politisch sind wir einfach zu verschieden. WS: Das Thema Bildungspolitik liegt Ihnen sehr am Herzen - kommt hier der ehemalige Lehrer durch? Wulf Gallert: Ein „Weiter so!“ in der Bildungspolitik darf es nicht geben. Umstrukturierungen im Bereich der Schule sind schwierig, da erwarte ich Widerstand vor allem von Konservativen und Anhängern von Bildungsprivilegien. Die CDU hat eine klare Ansage gemacht: Im Bildungssystem darf es keinerlei Veränderungen geben, sie will die Entwicklung häufig der Bildungswunsch der Eltern ohne jede Perspektive für unser Land viel stärker zu Buche, als die späteren fortschreiben. Dabei ist der Anteil der Entwicklungsmöglichkeiten der Kinder. Kinder, die die Schule mit weniger als einem Realschulabschluss verlassen, in dieWS: DIe LInKe fordert eine Schule für alsem Jahr erstmals größer, als der Anteil le Kinder – integrativ übergreifend. der Abiturienten. Und das, obwohl Sachsen-Anhalt einen erheblichen Teil seiner Wulf Gallert: Unser Konzept sieht vor, Ressourcen für Schule aufwendet. Seit in der nächsten Legislaturperiode die Se2002 höre ich, dass die Sekundarschulen kundarschulen und Gymnasien zu belasaufgewertet werden müssen, aber es passen, sie aber so umzugestalten, dass besiert nichts. Denn es gibt hier eine unginnend mit der Klasse 5 an den Sekunumstrittene gesellschaftliche Erfahrung: darschulen Angebote unterbreitet werJe höher der Schulabden, die es den KinEine Koalition mit der CDU schließe schluss ist, desto grödern im Gegensatz ich klar aus. Etwas salopp gesagt: Das ßer sind die Chancen zur derzeitigen Situasollten wir uns gegenseitig nicht anfür die weitere persöntion tatsächlich erliche Entwicklung. tun. Beide Parteien kommen inhaltlich möglichen, nach der nicht zusammen - hier liegen die VorDass deshalb mög9. Klasse gleichbestellungen zu weit auseinander. Polilichst viele Eltern ihre rechtigt in die gymtisch sind wir einfach zu verschieden. Kinder zum Gymnasinasiale Oberstufe zu um schicken wollen, wechseln. Im Gymist doch absolut verständlich. Das Pronasium sollen auch jene Schüler, die das blem aber besteht nun darin, dass eine Abitur nicht schaffen, einen entspresolche Entscheidung für ein 10-jähriges chenden Abschluss erwerben können, Kind viel zu früh fällt. Da schlägt dann dies wird in der Regel ein Realschulab-

schluss sein. Wenn diese Entwicklung erfolgreich verläuft und Akzeptanz findet, können wir in der übernächsten Legislaturperiode die Gemeinschaftsschule bis zur Klasse 9 einführen – das wäre in letzter Konsequenz dann die Aufhebung des zutiefst unsozialen und uneffektiven dreigliedrigen Schulsystems. WS: Ist die Situation der eltern bei der Bildung der Kinder ein Problem? Wulf Gallert: Das trifft zum Teil zu. Familien, die schon seit vielen Jahren unter dem Einfluss von Arbeits- und Perspektivlosigkeit Einfluss stehen, sind unabhängig vom eigenen Wollen nicht immer unbedingt Motivatoren für eine heranwachsende neue Generation. Die fragt sich: „Warum soll ich mich auf der Schulbank anstrengen? Es lohnt sich ja doch nicht.“ Hier setzt DIE LINKE auch mit neuen Arbeitsmarktinstrumenten an. Wir müssen den Elternhäusern wieder Perspektiven geben und wollen dafür sorgen, dass sich Leistung wieder lohnt – für 12/2010 | Wirtschaftsspiegel für Sachsen-Anhalt

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Titel

jeden abhängig Beschäftigten. Damit geben wir auch Familien wieder die Würde, in der Gesellschaft ohne Scham zu leben. Und so auch den Kindern die Chance, ohne gesenkten Kopf für die eigene, bessere Zukunft in der Schule zu lernen. WS: Arbeitsmarkt und Beschäftigungspolitik - dies sind Schlagworte aller großen Parteien im Wahlkampf. Wulf Gallert: Natürlich – es sind ja auch die brennenden Fragen der Wähler, wie es da weiter geht. DIE LINKE geht mit ihrem Wahlprogramm neue Wege in der Beschäftigungspolitik. Sachsen-Anhalt hat zwar bei der Arbeitsproduktivität den ersten Platz unter den ostdeutschen Ländern, bei der Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse und bei den Arbeitseinkommen haben wir jedoch seit 2002 das schlechteste Ergebnis in diesem Vergleich. Wichtigstes Anliegen wird es deshalb sein, Dumpinglöhne zu bekämpfen. Die konsequente Niedriglohnstrategie der bisherigen Landesregierung muss ein Ende haben. Dazu bedarf es u.a. eines Vergabegesetzes, mit dem es auch möglich ist, für die Bereiche, in denen keine oder extrem

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niedrig Tarife gelten, eine Untergrenze Interessen der Menschen umzusetzen. von 8,50 Euro festzulegen. Die gilt auch Wirtschaft ist ein Mittel, diese Interessen bei einer Fördermittelvergabe oder für zu realisieren. Der Mensch ist nicht im den öffentlich geförderten BeschäftiInteresse der Wirtschaft da, sonder die gungssektor. Darüber Wirtschaft im InterDabei müssen wir aber den Realitähinaus können Förderesse der Menschen. mittelvergaben an die ten ins Auge schauen und signalisie- Sie muss die Bedürfren, dass wir mit beiden Beinen fest Tarifbindung von Arnisse der Menschen auf dem Boden der Realität stehen beitsplätzen geknüpft befriedigen, sie muss und auch die schwierigen Rahmenwerden. Ziel muss soökologisch nachhaltig bedingungen hier in Sachsen-Angar sein, mittelfristig wirken, sie muss inhalt kennen und berücksichtigen. bundesweit einen genovativ auf neue Hersetzlichen Mindestausforderungen realohn von zehn Euro einzuführen. Dabei gieren und die gesellschaftlichen Ressourmüssen wir aber den Realitäten ins Auge cen sparsam einsetzen. Insofern ist es schauen und signalisieren, dass wir mit unsrer Aufgabe, die Rahmenbedingungen beiden Beinen fest auf dem Boden der für die Unternehmensgewinne durch die Realität stehen und auch die schwierigen Politik so zu setzen, dass sie im Einklang Rahmenbedingungen hier in Sachsenmit den Entfaltungsmöglichkeiten der ArAnhalt kennen und berücksichtigen. beitnehmer stehen. Natürlich gibt es dabei immer ein Spannungsverhältnis - dem WS: eine Wirtschaftspolitik, die dem Menkönnen wir uns nicht verschließen. schen dient, nicht dem Profit. Was sagen dazu die Unternehmer? WS: Welche Rolle spielt dabei der Mittelstand? Wulf Gallert: Sachsen-Anhalt braucht eine Wirtschaft, die den Menschen und Wulf Gallert: Die Förderung des Handnicht vorrangig dem Profit dient. Natürwerks und des Mittelstandes ist eine malich müssen Unternehmen Gewinn makroökonomische Aufgabe. Wir brauchen chen - sonst würden sie aufhören zu exifür diesen Bereich eine stärkere Binnenstieren. Aufgabe der Politik ist es aber, die marktorientierung. Das geht nur über die


Titel

Einkommensentwicklung in der BevölkeWS: Dies beinhaltet laut Wahlprogramm rung, und hier haben wir das größte Proauch eine neuausrichtung der Förderpolitik. blem: In den letzten 15 Jahren ist die Bundesrepublik ein Land, in dem sich die Wulf Gallert: Künftig stehen dem Land Arbeitseinkommen im Verhältnis zur Proweniger Fördermittel zur Verfügung. Für duktivitätsentwicklung schlecht entwikuns steht daher im Mittelpunkt der staatkelt haben. Tatsächlich hat sich das Arlichen Fördermittelvergabe die Stärkung beitseinkommen von der Bruttoinlandsdes Standorts Sachsen-Anhalt, nicht die produktion und von der ArbeitsprodukStärkung der Wettbewerbsfähigkeit der tivität abgekoppelt. Fazit: Zu viele Meneinzelnen Unternehmen. „Leuchttürme“ schen können sich die sind für uns nicht Wer nicht weiß, ob er in drei Monaten in Deutschland prodie einzelnen Unnoch Arbeit hat, baut sich kein Haus. duzierten Waren soternehmen, es sollDer kauft sich auch kein neues Auto wie die angebotenen ten die gut aufgeoder tätigt teure Anschaffungen. Dienstleistungen stellten Standorte Die fatale Arbeitsmarktentwicklung nicht mehr leisten. sein. Die Fördermitmit Mini-Jobs und geringfügigen Daher brauchen wir telvergabe erfolgt Beschäftigungen sowie die damit verdringend eine neue demnach nicht bundene Unsicherheit muss korrigiert Binnenmarktpolitik, mehr allein mit bzw. überwunden werden, vor allem im eine Politik für höhere Blick auf betriebsInteresse des Mittelstandes. Einkommen. Wer wirtschaftliche Efnicht weiß, ob er in fekte eines Unterdrei Monaten noch Arbeit hat, baut sich nehmens, sondern auf den volkswirtkein Haus. Der kauft sich auch kein neuschaftlichen Effekt für Sachsen-Anhalt. es Auto oder tätigt teure Anschaffungen. Die fatale Arbeitsmarktentwicklung mit WS: Welche Schlagzeile möchten Sie in zehn Mini-Jobs und geringfügigen BeschäftiJahren in der Tageszeitung lesen? gungen sowie die damit verbundene Unsicherheit muss korrigiert bzw. überwunWulf Gallert: „Sachsen-Anhalt hat erden werden, vor allem im Interesse des folgreich seinen eigenen Weg gefunden“ Mittelstandes.

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Fotos: Floum

Wirtschaft

Das Kompetenzinstitut IKAM eröffneten Dr. Jürgen Ude (Cluster-Sprecher von MAHREG Automotive, Prof. Dr. Helmut Tschöke (Otto-von-Guericke-Universität und Projektleiter zur Errichtung des IKAM), Dr. Stefan Schünemann (IKAM-Geschäftsführer), Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Dr. Reiner Haseloff, Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann (Rektor der Otto-von-Guericke-Universität) und der Präsident der Industrie- und Handelskammer Magdeburg Klaus Olbricht (von links beginnend)

IKAM setzt Trends für Autos von morgen

IKAM – das steht für „Institut für Kompetenz in AutoMobilität“. Hier sollen die Unternehmen der Automobil- und Zulieferbranche gemeinsam mit der Wissenschaft an Fahrzeugen der Zukunft und deren innovativen Fertigung forschen und entwickeln. Nach dem offiziellen Startschuss zum Aufbau vor einem Jahr erfolgte am 10. November die Einweihung. „Im heute eröffneten Forschungsinstitut IKAM wird die Entwicklung zukünftiger Automobilität mit gestaltet. Als leistungsfähiger Forschungspartner soll es den vielen mittelständischen Zulieferern in Sachsen-Anhalt eigene Forschungsprojekte ermöglichen und damit die Innovationskraft der gesamten Branche stärken. Dabei wirkt die enge Verzahnung von Forschern und Produzenten als Katalysator für einen umfangreichen Wissens- und Technologietransfer. Ziel ist es, Trends für das Auto von morgen zu setzen. Dadurch wird das Institut auch die Attraktivität unseres Bundeslandes als Wirtschafts- und Wissen-

Vier der 12 geplanten Labore nahmen im IKAM den Betrieb auf.

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schaftsstandort insgesamt erhöhen“, so Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Dr. Reiner Haseloff bei der Eröffnung des IKAM im Rahmen des 10. Innovationsforums des Automobilzulieferernetzwerkes MAHREG Automotive in Barleben (Landkreis Börde). Hier forschen und entwickeln Unternehmen der Automobil- und Zuliefererbranche gemeinsam mit Experten aus der Wissenschaft. Zentraler Wissenschaftspartner ist die Otto-von-Guericke- Universität Magdeburg. Das IKAM soll mit seinen fachlichen Inhalten - Entwicklungsprojekte, Auftragsforschung und Dienstleistungen - leben, die Unternehmen und ihre Mitarbeiter gemeinsam mit Wissenschaftlern in Konsortien ausgestalten. IKAM-Geschäftsführer Dr. Stefan Schünemann betonte: „Unsere künftigen Arbeitsgebiete werden von den Zukunftsthemen der Automobilbranche wie umweltschonende Antriebstechnik, Leichtbau sowie Elektromobilität geprägt. Wir werden uns dabei in unserem Institutsteil in Barleben insbesondere mit Technologien für Hochleistungswerkstoffe, mit Mess- und Prüftechnologien für Qualitätssicherungspro-

zesse sowie mit modernen Produktionstechniken befassen“. Im Innovations- und Gründerzentrum (IGZ) konnten im 1. Bauabschnitt und damit vier der insgesamt zwölf modernen Entwicklungslabore offiziell den Betrieb aufnehmen. Mit der ersten Betriebseröffnung ist der Aufbau des IKAM keineswegs abgeschlossen. Am Standort Barleben wächst das Institut in den kommenden Monaten noch um ein Technikum. Parallel dazu entsteht ein weiteres Forschungsgebäude mit exzellent ausgestatteten Laboren für angewandte und Grundlagenforschung auf dem Campus der OvGU. Somit wird das Institut für Kompetenz in AutoMobilität an zwei Standorten der Region seine Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten erbringen. Die volle Inbetriebnahme des IKAM ist für Anfang 2012 geplant. In das Leuchtturmprojekt zur Entwicklung zukunftsfähiger Automobiltechnologien fließen insgesamt 34,5 Millionen Euro. 24,5 Millionen Euro stammen dabei aus dem Haushalt des Wirtschaftsministeriums, 10 Millionen Euro aus Mitteln des Konjunkturpakets II. Als Gesellschafter fungieren je zur Hälfte die Otto-von-Guericke-Universität und die Industrie- und Handelskammer Magdeburg. www.ikam-md.de


Wirtschaft

Das „Auto-Wunder“ in Sachsen-Anhalt

Als der MAHREG-Verbund im Herbst 2000 im Rahmen des Innoregio-Wettbewerbs vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) an den Start ging, ernteten viele Beteiligte oft nur ein mitleidiges Lächeln. Zu abgehoben erschien ihre Vision, in einem Bundesland ohne Automobilhersteller eine hochspezialisierte Zulieferindustrie aufzubauen. Doch die MAHREG-Gründer wussten um das besondere Know-how der Ingenieure, der Maschinen- und Anlagenbauer in der Region. Sowohl in den Unternehmen als auch in wissenschaftlichen Einrichtungen, wie zum Beispiel an der Magdeburger Ottovon.Guericke-Universität. Und sie wussten: mit der konsequenten Kombination aus vorausschauendem wirtschaftlichen Denken und dem mutigen Einsatz aller zur Verfügung stehenden Ressourcen bei Unternehmern und Forschern sowie Experten aus Industrie und Administration hatten sie eine Chance. Das Bundesforschungsministerium unterstützte diese Vision durch langfristige Investitionen innerhalb der BMBF-In-

novationsinitiative für die neuen Länder UNTERNEHMEN REGION. Zehn Jahre nach dem MAHREG-Start ist aus der Vision Realität geworden. Das „AutoWunder“ in Sachsen-Anhalt ist tatsächlich eingetreten. Mit dem MAHREG-Erfolgsrezept „Durch Information und Kooperation zu mehr Innovation“ hat das Bündnis den Markenkern der UNTERNEHMEN REGION-Initiative auf den Punkt gebracht. Zusammenarbeit und Vernetzung haben den Weg zur Bildung eines künftigen Clusters Sachsen-Anhalt Automotive frei gemacht. Die Innovations- und Leistungskraft der rund 250 MAHREG-Partner in Wirtschaft und Wissenschaft wurde deutlich gestärkt. Eine ganze Region profitiert davon. Die vom Automobilcluster Ostdeutschland (ACOD) übertragene Technologieführerschaft an MAHREG für den Forschungsbereich Aluminiumguss und Legierungen sind eine besondere Auszeichnung. Das jetzt am Innovations- und Gründerzentrum Magdeburg-Barleben eröffnete Institut für Kompetenz in AutoMobilität IKAM ist ein nächster zukunftswei-

HANS-PETER HIEPE, Referatsleiter Regionale Innovationsinitiativen Neue Länder im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zur Eröffnung des Instituts für Kompetenz in AutoMobilität IKAM

sender Schritt. Die dadurch intensivierte Kooperation von Wirtschaft und Wissenschaft wird besonders die Innovationskraft der kleinen und mittelständischen Unternehmen stärken. Oder anders gesagt – schon bei Autos kann wenig Bewegung schädlich sein, für das MAHREG-Bündnis gilt dies umso mehr.

115: Die schnelle Nummer zur Verwaltung Am 1. Dezember 2010 ist es soweit. Die erfolgreiche Behörden-Rufnummer 115 wird erstmals in Deutschland frei geschaltet. Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Hövelmann und Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper geben den Startschuss. Die einheitliche Rufnummer 115 bietet Bürgern und Unternehmen die Möglichkeit, schnell und unkompliziert telefonisch behördliche Auskünfte zu bekommen. KIDGeschäftsführer Dr. Michael Wandersleb und Bereichsleiter Marco Hauffe erläutern die Vorzüge. Seit zwei Jahren laufen in deutschen Kommunen Pilotprojekte zur Einführung der einheitlichen Behördenrufnummer. Alles staatliche Handeln sollte auf die Bürger ausgerichtet sein - dies setzt eine neue Philosophie und Logik in der Denkweise der Verwaltungen voraus. Mit der einheitlichen Rufnummer 115 wird es

durchgesetzt. Bei der Realisierung dieses Projektes in Magdeburg gehen Kommune und Land ge-meinsame Wege. Mit einem leistungsfähigen Telefonzugang, der die existierenden Strukturen nutzt, entstand so in der Landeshauptstadt ein starkes Instrument eines Bürger- und Unternehmensservice. Die Besonderheit des Magdeburger Projektes ergibt sich aus den engen Kooperati-onsbeziehungen von Stadt und Land. Bisher erteilen von Kommunen betriebene D115Service Center nur Auskünfte zu Leistungen und Angeboten von Kommunen, Bund und Länder. In Magdeburg soll künftig darüber hinaus auch der Vermittlungs-service des Landes übernommen werden. Das heißt, auch wer künftig die 56701 wählt, landet im gemeinsamen Service Center und erhält dort die gewünschte Information oder wird an den kompe-

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tenten Mitarbeiter des Landes weitergeleitet. Möglich wird dies durch ein gemeinsam entwickeltes Wissenssystem, aus dem die Mitarbeiter am Telefon die vom jeweiligen Anrufer gewünschten Informationen entnehmen können. Die Kommunale Informationsdienste Magdeburg GmbH (KID) leistet dabei im Hintergrund die notwendige Unterstützung. Die technischen Hilfestellungen und das Wissensmanagement für das „Telefonische Bürger Service Center“ werden über die ITStrukturen und Fachkräfte der KID realisiert. Stillstand? Keine Spur: So soll per-spektivisch die individuelle Bearbeitung von Anfragen mit Hilfe der Identifizierung über den neuen Personalausweis möglich sein und der Postverkehr über die neue DE-Mail einen weiteren sicheren Kommunikationsweg erschließen. Die KID unterstützt die Kommunen bei der Umsetzung der Projekte aus EU, Bund und Land. Kontakt KID Magdeburg GmbH Alter Markt 15 39104 Magdeburg www.kid-magdeburg.de 12/2010 | Wirtschaftsspiegel für Sachsen-Anhalt

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FOTOS: ANDRES LANDER

Wirtschaft

Innovationspreise vergeben Mut und Engagement in Innovation zu investieren und innovative Produkte oder Dienstleistungen auf den Markt bringen - dies sind die Kriterien für die Vergabe des Hugo-Junkers-Innovationspreises. Das Ministerium für Wirtschaft und Arbeit Sachsen-Anhalt zeichnet aller zwei Jahre Unternehmen aus, die von einer hochkarätig besetzten Jury aus 65 Bewerbungen auserwählt werden. Der 10. Hugo-Junkers-Innovationspreis Sachsen-Anhalt geht in diesem Jahr an Unternehmen aus Magdeburg, Barleben und Gardelegen. Bei einer festlichen Gala in den historischen Hallen des Technikmuseums „Hugo Junkers“ Dessau zeichnete der Minister für Wirtschaft und Arbeit des Landes, Dr. Reiner Haseloff, die LAGOTEC GmbH, MAHREG Automotive und die WIPAG Nord GmbH für ihre herausragenden Leistungen in drei Kategorien aus. Erstmalig vergeben wurde der Sonderpreis für das Lebenswerk, der an den Universitätsprofessor Lothar Mörl ging. Insgesamt war der diesjährige Hugo-Junkers-Innovationspreis mit 40.000 Euro dotiert. „Forschung und Innovationskultur haben in Sachsen-Anhalt eine lange Tradition. Das belegen die vielen Erfolgs18

geschichten von Unternehmen, die sich zukunftsorientiert ausgerichtet und damit der Wirtschaft des Landes kräftigen Schub gegeben haben. Der Innovationspreis unterstreicht die Zukunftsfähigkeit und Innovationskraft von Sachsen-Anhalt. Wir haben in den vergangenen Jahren innovationsfreundliche Rahmenbedingungen für Unternehmen geschaffen und eine leistungsfähige Forschungsinfrastruktur geschaffen. Besonders erfreulich ist, dass die gute Vernetzung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zunehmend Früchte trägt“, betonte Wirtschaftsminister Haseloff.

wasserführenden Industrie-Leitungssystemen. Im Bereich „Innovativste Allianz“ wurde das Cluster MAHREG Automotive (Barleben) für die besondere Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft ausgezeichnet. Als besondere Leistung würdigte der Preis u. a. das Engagement der MAHREG Automotive bei der Realisierung des vergangene Woche eröffneten Instituts für Kompetenz in Automobilität (IKAM). Die Forschungseinrichtung gilt als bundesweit einmaliges Leuchtturmprojekt zur Entwicklung des Automobils der Zukunft. In der Kategorie „Innovativster Regelbruch“ siegte die WIPAG Nord GmbH (Gardelegen), die ein Recycling-Verfahren für Stoßfänger entwickelte. Die bis dato geltende Verordnung hatte kein Recycling von Stoßstangen vorgesehen und wurde daraufhin ergänzt.

Die Kategorie „Innovativste Produktentwicklung“ gewann die LAGOTEC GmbH (Magdeburg) für die Entwicklung der DEPOSENS Sensortechnik, eines ökonomischen Messsystems zur Überwachung von Ablagerungen in

Den Sonderpreis für das Lebenswerk nahm Prof. Dr. Lothar Mörl entgegen. Der Wissenschaftler und langjährige Lehrstuhlinhaber an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg leistete mit zahlreichen wissenschaftlichen Ver-


Wirtschaft

Biomasse-Branche auf dem Holzweg?

öffentlichungen einen bedeutenden Beitrag in der Wirbelschichttechnologie, was ihm den Beinamen „Wirbelschichtpapst“ einbrachte. Er setzte sich zukunftsweisend dafür ein, Forschungsergebnisse in marktfähige Produkte umzusetzen und die Anwendung neuer industrieller Verfahren zu realisieren. Dazu gehörte u.a. ein Röst- und Kandierverfahren für Kaffeebohnen, das z. B. bei Röstfein eingesetzt wird. Das Finale des Wettbewerbs gab einen Einblick in die hohe Innovationskraft des Landes. In Sachsen-Anhalt haben sich eine Menge innovativer Unternehmen mit großem Kreativpotential entwickelt, aber auch eine Universitätsund Institutslandschaft, die besonders jungen Unternehmen und Startups bei der Umsetzung von neuen Ideen kooperativ zur Seite steht“, so Prof. Dr. Karlheinz Brandenburg. Der Leiter des Fraunhofer Instituts für Digitale Medientechnologie IDMT Ilmenau und Erfinder des MP3-Formats war 2010 Vorsitzender der Jury.

Die Tatsache, dass immer mehr sinnvoll nutzbares Holz vorschnell zum Verbrennen in die Öfen wandert, versetzt die Holzindustrie in ganz Europa in Aufruhr. „Schluss mit der Vernichtung von Werten, Schluss mit der einseitigen Förderung der Bioenergie“, fordert auch die VARIOBOARD GmbH in Magdeburg und schließt sich damit dem Protest von Herstellern aus ganz Europa an. Organisiert im Europäischen Holzwerkstoffverband EPF (European Panel Federation), haben die Unternehmen den 29. Oktober zum Internationalen Aktionstag erklärt. An diesem Tag stoppten die protestierenden Unternehmen demonstrativ ihre Produktion. Die enormen Ausfälle von bis zu 10.000 Euro nehmen sie in Kauf, um ein Zeichen zu setzen. Auch bei VARIOBOARD ließen die Maschinen still stehen. Bei dem Aktionstag zogen Management und Belegschaft an einem Strang. „Es geht um die Verhinderung einer dramatischen Unterversorgung von europaweit 430 Millionen Kubikmeter Holz jährlich ab 2010“, erklärt Wilhelm Taubert, Geschäftsführer der VARIOBOARD GmbH, und fügt hinzu: „Gerät die Versorgung der Werke ins Stocken, stehen vielerorts innovative, kerngesunde Produktionsstandorte und Hunderttausende von Arbeitsplätzen auf dem Spiel.“ Die europäische Holzindustrie sichert aktuell mehr als 2,7 Millionen Arbeitsplätze. Die deutsche Holzindustrie beschäftigt davon mehr als 500.000 Menschen. Zum Vergleich: Die Bioenergiebranche zählt hierzulande 109.000 Arbeitsplätze – davon nur 65.000 im Zusammenhang mit fester Biomasse, also Holz. Ei-

nem Bioenergie-Branchenumsatz von 11,4 Milliarden Euro stehen seitens der stofflichen Nutzung von Holz rund 70 Milliarden Euro in Deutschland zu Buche. „Unsere Mitarbeiter sehen nicht ein, dass der Holzenergiesektor durch Subventionen und Steuergeschenke begünstigt wird, und ihre eigenen Arbeitsplätze dadurch unsicher werden“, so Taubert. VARIOBOARD beschäftigt 179 Mitarbeiter und bildet 16 Jugendliche aus. Nach einer Studie des nova-Instituts von 2010 liegt das Potenzial der stofflichen Nutzung von Holz für Beschäftigung und Wertschöpfung signifikant höher als bei der „vom Staat mit diversen Förderinstrumenten gepäppelten Biomasse-Branche“ (Zitat aus DIE ZEIT vom 30.09.2010). Es ergibt sich etwa der Faktor 5 bis 10 (bei den direkten Bruttoarbeitsplätzen), bzw. 4 bis 9 (bei der Wertschöpfung) – bezogen auf denselben Stoffstrom (Masse) bzw. dieselbe Anbaufläche. „Der Grund hierfür liegt in den deutlich komplexeren und längeren Wertschöpfungsketten der stofflichen Nutzung“, weiß Wilhelm Taubert, Geschäftsführer der VARIOBOARD GmbH. „Holz und Holzabfälle sollten über möglichst viele Verwertungsstufen stofflich genutzt werden, also eine Nutzungskaskade bilden“, erläutert der Geschäftsführer, und fährt fort: Diese Nutzungskaskade ist die einzig richtige Antwort auf die Fragen des Klimaschutzes und der Ressourceneffizienz. Die VARIOBOARD GmbH engagiert sich vor diesem Hintergrund aktiv in der bundesweiten Initiative „Holz verantwortungsvoll nutzen“.

www.innovationspreis-sachsen-anhalt-2010.de

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Wirtschaft

Hochflexible Lichtleitfasern aus Quarzglas Einen Sieg konnte der Geschäftsbereich Quarzglas beim 8. Heraeus Innovationspreis 2010 feiern, der Mitte November in Hanau verliehen wurde. Dr. Martin Trommer, Entwicklungsleiter Synthetisches Quarzglas bei Heraeus Quarzglas in Bitterfeld, erreichte den 1. Platz in der Kategorie Produktinnovationen für die Entwicklung von fluordotierten Quarzglasrohren, die eine besonders effiziente Herstellung von hoch biegsamen optischen Quarzglasfasern ermöglichen. Diese Fasern könnte man sogar verknoten, ohne dass sie Licht verlieren. Heraeus stellt seit über 110 Jahren Quarzglas her und hat viel zum Verständnis dieses außergewöhnlichen Ma-

terials beigetragen. Heute ist hochreines Quarzglas für die Herstellung von Mikrochips und von Solarzellen unentbehrlich. Und ohne Quarzglas gäbe es kein Internet.Dass sich selbst solch ein ausgefeiltes Produkt noch weiter verbessern lässt, beweist Dr. Martin Trommer, Entwicklungsleiter Synthetisches Quarzglas bei Heraeus Quarzglas. Die bisherigen Lichtleitfasern haben nur einen begrenzten Biegeradius. Wird dieser unterschritten, verlieren diese Licht, was letztendlich zu Datenverlust bei der Informationsübertragung führt. Damit die superfeinen Glasfasern bei Fiber-tothe-Home-Anwendungen noch besser in und um die kleinste Ecke verlegt wer-

den können, ohne Daten zu verlieren, fordern die Kunden eine absolut biegsame Faser. Diese lassen sich derzeit nur vergleichsweise aufwändig und in kleinen Batchgrößen herstellen. Mit der Entwicklung von maßgeschneiderten fluordotierten Quarzglasrohren gelang es den Entwicklern gemeinsam mit den Kunden, nun eine besonders effiziente Herstellung der biegsamen Fasern im großen Maßstab zu ermöglichen. „Durch unsere Innovation setzen wir einen neuen Benchmark zur großtechnischen Herstellung von biegeunempfindlichen optischen Fasern“, beschreibt Preisträger Dr. Martin Trommer.

Erfolg wächst! Businessplanwettbewerb gestartet

Zur Auftaktveranstaltung und gleichzeitig offiziellem Start des landesweiten Businessplanwettbewerbs (BPW) im Oktober waren zahlreiche Sponsoren sowie junge Unternehmer geladen. Der Wettbewerb wird von der Landesinitiative ego.-BUSINESS begleitet, das unter dem Dach der Investitionsbank SachsenAnhalt agiert und somit vielfältige Synergien nutzen kann. Insgesamt war die Veranstaltung im Alten Theater mit über 200 Gästen gut besucht. Im anschließenden Zusammentreffen wurden offene Fragen geklärt, Ideen und Informationen ausgetauscht und angeregt diskutiert. Mit der Durchführung des neuen BPW möchte ego.-BUSINESS kreativen Menschen eine Chance geben, ihre Geschäftsidee zu verwirklichen und auch mit Experten besprechen und qualifizieren zu können. 20

Der BPW gliedert sich in drei Phasen: 1. Geschäftsidee, 2. Geschäfts- und Marketingstrategie, 3. bankreifer Businessplan. In jeder Wettbewerbsphase werden Geschäftsideen und Businesspläne in fünf Kategorien ausgezeichnet: Technologie, Wissenschaft, Service, Soziales und erstmalig auch Kreatives. ego.-BUSINESS steht den Teilnehmern in allen Themen als kompetenter Partner zur Seite. Schritt für Schritt erhalten sie in allen drei Phasen optimale und eigens zugeschnittene Hilfe, unter anderem mit Seminarprogrammen, einem hilfreichen ego.-businessplaner und einem

landesweiten Investorennetzwerk. Die Leistungen und die Mitwirkung von ego.-BUSINESS sind für die Existenzgründer und junge Unternehmen, die sich innerhalb der vergangenen drei Jahre in Sachsen-Anhalt gegründet haben, kostenlos. www.egobusiness.de


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„REFA Landesverband Sachsen-Anhalt e.V., Schiess GmbH und TechniSat Teledigital GmbH sind die Beispiele, wenn es um die erfolgreiche Zusammenarbeit des Berufsförderungswerkes (Bfw) Sachsen-Anhalt mit Unternehmen im Jahr 2010 geht.“ resümiert Geschäftsführer Frank Memmler. Von der Kooperation profitieren beide Seiten: Unternehmen mit Personalbedarf finden im Bfw geeignete Praktikanten und Absolventen. Auszubildende bereiten sich intensiv auf ihre Abschlussprüfungen vor und Mitarbeiter bilden sich im kaufmännischen oder gewerblichtechnischen Bereich weiter. Gabriele Rotter-Kiel; Personalverantwortliche der Schiess GmbH in Aschersleben, bewertet die langjährige Zusammenarbeit sehr positiv. „Das Bfw ist ein Partner mit hervorragenden und wirtschaftsnahen Bedingungen.“ Seit 2010 managt ein erfahrenes Team gemeinsam mit dem Bfw-Arbeitmarktexperten Michael Küchler die Rückkehr der Teilnehmer in Arbeit. Eine Veranstaltungsreihe, in der kooperierende Arbeitgeber den Bfw-Teilnehmern über mögliche Einsatzgebiete und Erwartun-

FOTO: BFW

Netzwerk Wirtschaft-Bfw wächst stetig

gen an die Mitarbeiter von morgen berichten, bekräftigt das Ziel des neuen Teams. Ein weiterer Schritt ist die Projektarbeit in der Qualifizierung. Hier planen die Bfw-Verantwortlichen aktuell eine multidisziplinäre Zusammenarbeit mit der TechniSat Teledigital GmbH, Staßfurt. Für das Berufsförderungswerk bringt die Vernetzung mit der Wirtschaft vor allem mehr Praxis in der Qualifizierung und damit verbesserte Integrationschancen für Absolventen. Auch in 2011 gehen die Aktivitäten weiter: Erstmals wird im Bfw Sachsen-An-

halt eine Job-Messe für Menschen mit Behinderung stattfinden. Sie erhalten damit eine eigene Plattform, um mit potenziellen Arbeitgebern ins Gespräch zu kommen. Interessierte Unternehmen sind herzlich eingeladen. Kontakt Bfw Sachsen-Anhalt Anja Kuhrt Tel.: 03925-22-1029 kuhrt@bfw-sachsen-anhalt.de www.bfw-sachsen-anhalt.de

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FOTO: FOTOLIA.COM/ ERIK SCHUMANN

Wirtschaft

Sachsen-Anhalts Stollen mit Bestnoten Ein Stück Stollen zur Tasse Kaffee ist in der Weihnachtszeit auch ein Stück Besinnlichkeit zum Fest. Das nicht ohne Grund, denn der Stollen zur Weihnachtszeit hat in Sachsen-Anhalt seinen Ursprung. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1329 in Naumburg an der Saale. Aus dem ehemals sehr mageren Backwerk zum Adventsfasten ist allerdings ein gepflegtes traditionelles Produkt, ein Festtagsgebäck, geworden.

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lenfans und waren von den Kostproben überzeugt. „Wir freuen uns, dass die Stollenprüfung bei unseren Betrieben wie auch von unseren Gästen gut angenommen wird. Wir führen diese Veranstaltung in diesem Jahr zum vierten Mal durch, und konnten jährlich steigenden Teilnehmerzahlen feststellen“, so Landesinnungsmeister Manfred Stelmecke. Insgesamt nahmen 25 Betriebe aus ganz Sachsen-Anhalt mit

FOTOS: FLOUM

Stollen werden in der Region mit weitgehend heimischen Rohstoffen von den Betrieben des örtlichen Bäckerhandwerks in einer großen individuellen Vielfalt angeboten. Das hat auch den Vorteil kurzer Transportwege – auch ein guter Beitrag zur Verminderung der CO2Emissionen. Viele Bäcker haben auch „Ihren" Stollen als ganz besondere Empfehlung für die Kundschaft. Die Traditionssorten Butterstollen, Rosinenstollen, Mandelstollen oder Quarkstollen sind bei vielen der Innungsbetriebe des Bäckerhandwerks oftmals nach jahrzehntealten, in der Familie überlieferten Rezepturen erhältlich. Neue Rezepturen sind der Dinkelvollkornstollen, der Cranberry-Stollen, der Pflaumen-Zimtstollen, der Kirschstollen oder der Vollkorn-Früchtestollen. Die Innungsbäcker wollten wissen, wer in der Gunst der Sachsen-Anhalter vorn liegt und den besten Weihnachtskuchen bäckt. Zum öffentlichen Stollentest traten 13 Bäckereibetriebe im AlleeCenter Magdeburg und 12 Bäckereibetriebe in der Hauptgeschäftsstelle der Dessauer Stadtsparkasse an. Ein sachkundigerer Qualitätsprüfer bewertete die Backwaren nach einem genau festgelegten Schema. Zu diesem Test kam auch Sachsen-Anhalt Landwirtschaftsminister Dr. Hermann Onko Aikens und Wirtschaftsminister Reiner Haseloff. Beide outeten sich als bekennende Stol-

50 Stollen an dem Leistungswettbewerb teil. Das Ergebnis der Tester: Von 50 vorgestellten Produkten bekamen 41 Stollen das Prädikat „sehr gut“, fünf schafften ein „gut“, lediglich drei Stollen bekamen nur ein Prädikat „zufrieden stellend“. Für die teilnehmenden Betriebe bedeutet das auch einen Höhepunkt besonderer Art. Sicher, ihr Handwerk verstehen die Bäckermeister, aber hinter der Suche nach etwas Neuem steht immer die Frage, ob man den Trend der Kunden auch trifft. Der Stollen ist etwas Besonderes unter den Gebäcken, so dass diesem auch eine große Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Bäckermeister Ulrich Rode, Landwirtschaftsminister Dr. Hermann Onko Aikens und Wirtschaftsminister Reiner Haseloff beim Stollentest.


Wirtschaft

Unternehmerpreise für Dynamik des Ostens

Der Unternehmer-Preis des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV) steht für die Dynamik der neuen Länder. Er spiegelt viele große und kleine Erfolgsgeschichten ostdeutscher Unternehmen, Kommunen und Vereine wieder. Ende November wurde der renommierte Preis zum 14. Mal vergeben. Der Geschäftsführende Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes, Claus Friedrich Holtmann, ehrte für Sachsen-Anhalt die Kiebitzberg-Gruppe, der Förderverein „Technikmuseum „Hugo Junkers“ Dessau e.V.“ und die Gemeinde Weddersleben. Die Auszeichnung „Unternehmer des Jahres“ würdigt Unternehmen, die sich mit einem modernen Marketing und einem kreativen Potenzial am Markt behaupten und durch stabiles Wachstum dauerhafte Arbeitsplätze schaffen. Besondere Wünsche erfüllen kann der Unternehmer des Jahres aus Sachsen-Anhalt die Kiebitzberg Gruppe. Das Unternehmen mit Sitz in Havelberg ist im holz- und metallverarbeitenden Gewerbe tätig. Reichhaltig ist das Angebot im Möbel- und Innenausbau. Die Kiebitzberg Gruppe gestaltet Küchen, Arztpraxen und Büros, aber auch Wohnungen und Häuser. Ihr Ruf als Yachtausstatter und Schiffsbauer hat sich weltweit herumgesprochen. Ein Mississippidampfer auf der Ostsee ist

ebenso ein Produkt aus Havelberg wie so manche Hochseeyacht. Neuestes Projekt ist ein Seminarhotel. Die Gruppe beschäftigt 63 Mitarbeiter. Die Kategorie „Verein des Jahres“ richtet sich an Vereine, deren Mitglieder besondere Leistungen mit hoher gesellschaftlicher und regionaler Bedeutung vorweisen können. Bewerben konnten sich auch in diesem Jahr Vereine aus den Bereichen Soziales, Kultur, Sport und Wirtschaft. Die Geschichte der Luftfahrt und der Heiztechnik pflegt der Verein des Jahres, der „Förderverein Technikmuseum Hugo Junkers“ aus Dessau. Er unterstützt seit 1992 den Auf- und Ausbau des Museums als Begegnungsstätte für alle technisch und geschichtlich interessierten Menschen.

Die 184 Vereinsmitglieder restaurieren Flugzeug-Oldtimer und bauen alte Modelle nach. Sie führen wissenschaftliche Veranstaltungen und Festwochen durch. 20.000 Besucher jährlich danken es ihnen. Mit Hilfe ihres Engagements ist die Bauhausstadt Dessau um ein touristisches Highlight reicher. Teilnehmen am Wettbewerb „Kommune des Jahres“ konnten Kommunen, die durch ihre kommunale Wirtschaftsförderung ihre Standortattraktivität gesteigert und die Ansiedlung von Unternehmen gefördert haben. Die Gemeinde Weddersleben, ein Ortsteil von Thale (Landkreis Harz) pflegt öffentlichkeitswirksam ihre regionalen Traditionen. So hat die kleine Gemeinde (1.017 Einwohner) den überregionalen Teufelsmauerstieg als attraktiven Wanderweg mitinitiiert. Weddersleben setzt jedoch auch auf moderne Technik. Zur Verhinderung „weißer Flecken“ wurde frühzeitig die Breitbandversorgung durch ein Joint Venture mit der Deutschen Telekom geschlossen. Anzeige

In zwei Jahrzehnten sicher am Markt behauptet

Ein zuverlässiger und leistungsstarker Partner für Fenster, Türen, Tore, Wintergärten, Vordächer, Markisen, Rollläden, Schließanlagen und Fensterbänke ist das in Magdeburg ansässige UnternehmenMagdeburger fenster- und Türenwerk GmbH. Seit 1990 bearbeiten die Mitarbeiter auf einer Fläche von ca. 10.000 Quadratmetern die Werkstoffe Holz, Aluminium und Kunsstoff Dank modernster Produktionsanlagen auf absolut höchstem technischen Niveau. Ausdruck des hohen Qualitätsanspruches sind aktive Partnerschaften mit der Schüco- International AG, die über langjährige Erfahrung mit Fenstern, Türen und Fassadensystemen verfügt sowie mit der Firma VEKA, einem weltweit führenden Systemgeber und Hersteller von Kunststoffprofilen für Fenster, Türen und Rollläden. Profile und Bauteile werden auf Bedarf zugeliefert und im Fen-

ster- und Türenwerk entsprechend des Kundenbedarfs individuell in Größe, Farbe und Ausstattung montiert. Für die Herstellung von Holzfenstern und -türen verfügt das Unternehmen darüber hinaus über eine eigene Schreinerei sowie eine Lackiererei. Ein breites Sortiment, kompetente Beratung, eigene Produktion sowie gut ausgebildete Montageteams machen die Fenster- und Türenbauer zum idealen Partner für die Bauindustrie in Sachsen-Anhalt, Sachsen, Niedersachsen, Brandenburg und Thüringen. Um sich den ständig wachsenden Erfordernissen anzupassen, erfolgen weitere Investitionen, um eine der heutigen Zeit angemessene Dienstleistung auf dem Sektor Fenster- und Türenbau sowie angeschlossener Produkte zu bieten. Die Finanzierung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit der Stadtsparkasse Magdeburg. Gemeinsam mit der Sparkassen-

Firmenkundenbetreuung setzt die Magdeburger Fenster- und Türenwerke GmbH ihre Konzepte um. Die Firmenkundenbetreuung der Stadtsparkasse Magdeburg arbeitet nach Angaben des Inhaber Michael Stegemann vorbildlich - die auf seine Projekte exakt abgestimmte Finanzierung funktionierte reibungslos. Nur so können die regionalen Handwerker, Lieferanten und Betriebe, die bei der Umsetzung der neuen Projekte beteiligt sind, ihre erbrachten Leistungen schnell bezahlt bekommen. Kontakt Magdeburger Fensterund Türenwerk GmbH Hohendodeleber Straße 8 39110 Magdeburg Telefon: 0391 7393-0 www.mdftw.de

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Wirtschaft

Biogas gegen Biodiversität

Schon mal etwas von „Biodiversität“ gehört? Das ist nichts Unanständiges, sondern im Gegenteil ein höchst schützenswertes Gut. Es geht schlicht um die biologische Vielfalt und deren Erhaltung. Weil das Thema von globaler Bedeutung ist, wurde das Jahr 2010 von den Vereinten Nationen zum Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt erklärt. Ziel ist es, die Bedeutung der biologischen Vielfalt und die Folgen ihres Verlustes stärker in das öffentliche Bewusstsein zu rücken. Bund, Länder, Verbände, Kommunen und viele weitere Akteure unterstützen mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen dieses Ziel. Der Erhalt typischer Lebensräume und Arten in ihrem natürlichen Umfeld ist nicht nur auf den Schutz des tropischen Regenwaldes und seiner Bewohner begrenzt. Biodiversität muss ebenso in den Regionen Sachsen-Anhalts erhalten werden, so das erklärte Ziel der Landesregierung. Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt in Magdeburg hat dazu eine Strategie erarbeitet. Doch es geht nicht nur um den Erhalt der Vielfalt wild lebender Pflanzen und Tiere. Eine besondere Verantwortung zum Erhalt der Biodiversität kommt der Landwirtschaft zu. Über die Hälfte der Landfläche Sachsen-Anhalts wird als Ackerund Dauergrünland genutzt. Auf 58 Prozent des Ackerlandes wird Getreide mit der Hauptgetreideart Weizen ange-

baut. Die vorherrschende Kultur im Ölsaatenanbau ist der Winterraps. Naturschützer laufen insbesondere gegen den zunehmenden Maisanbau Sturm. „Der in den letzten Jahren vollzogene betriebliche und regionale Strukturwandel in der Milchproduktion und der Boom an Biogas-Anlagen haben zu einer drastischen Änderung der Flächennutzung geführt. Gegenwärtig gibt es eine Entwicklung zu einer wachsenden Mais-Monokultur mit all ihren dramatischen Folgen für Natur und Landschaft“, warnt der Naturschutzbund (Nabu). Dadurch werde bestimmten Tierarten die Nahrungsgrundlage entzogen. Von 2005 bis 2009 stieg die Maisanbaufläche in Sachsen-Anhalt, laut Nabu, um 21,8 Prozent (bundesweit um 23,8 Prozent). Ein Patentrezept zur Erhaltung der Artenvielfalt gibt es nicht. Über Lösungsansätze wird zwischen Naturschützern, Landwirten und Politikern oft gestritten. Das Stichwort heißt: Nachhaltigkeit. Als „nachhaltig“ wird eine Entwicklung bezeichnet, die die Bedürfnisse der Ge-

genwart befriedigt, ohne die Erfüllung der Bedürfnisse zukünftiger Generationen zu gefährden. Dieses Prinzip umfasst dabei nicht nur ökologische Aspekte, sondern gleichrangig auch ökonomische und soziale Gesichtspunkte. Dies gilt vor allem auch beim Verhältnis von Landwirtschaft und Naturschutz. Das Land Sachsen-Anhalt unterstützt die Landwirte in ihrem Engagement zur Erhaltung der biologischen Vielfalt durch spezielle Agrarumweltmaßnahmen, Ausgleichzahlungen für Nutzungseinschränkungen und Förderung der Erhaltung der genetischen Vielfalt der Kulturpflanzen und Nutztierrassen. Diese Maßnahmen sind teilweise EU-kofinanziert. Gefördert werden soll auch die Ausweitung des Ökolandbaus. Während im Jahr 1992 nur 31 landwirtschaftliche Unternehmen auf 3 700 Hektar nach ökologischen Grundsätzen wirtschafteten, ist deren Zahl, laut Landwirtschaftsministerium, auf 324 landwirtschaftlichen Unternehmen im vergangenen Jahr angestiegen. Heute gibt es auf fast 50 000 Hektar ökologischen Landbau bei einer Durchschnittsgröße von 150 Hektar je Betrieb. Jedes 15. landwirtschaftliche Unternehmen in Sachsen-Anhalt wirtschaftet nach ökologischen Grundsätzen.

Ein Kontra dem Elbe-Saale-Kanal

Sachsen und Niedersachsen lehnen parteiübergeifend ein Elbe-Ausbau ab, CDU und FDP in Sachsen-Anhalt halten an den Plänen für den Wasserstraßenausbau an Elbe und Saale fest. Während die SPD die Baumaßnahmen prüft, lehnen Grüne und die Die Linke die Planung und den Bau des Kanals ab. Laut Bürgerinitiative „Pro Elbe“ ist der Bau des Elbe-Saale-Kanals eine unsinnige Fehlinvestition. Der Kanal soll den Schiffsverkehr nicht nennenswert beleben, denn die Schiffe müssen auch durch die vom Wasserstand abhängige Elbe. Klimaprognosen sagen mehr extreme Zustände - Niedrigwasser und Hochwasser - voraus. Laut Dr. Angela Stephan von der Bürgerinitiative „Pro Elbe“ Magdeburg fordert die Lan-

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desregierung diesen Kanal trotzdem und nimmt die Fehlinvestition von bis zu 150 Millionen Euro Steuergeldern in Kauf. Dabei ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis strittig. Zudem bedeutet das Kanalprojekt Verlust von 100 Hektar kostbarer landwirtschaftlicher Fläche. Laut der Bürgerinitiative forciert die Planung des Elbe-Saale-Kanal letztendlich den radikalen Ausbau der Elbe. Seit mehr als 20 Jahren gibt der Bund zwischen 36 und 44 Millionen Euro jährlich für die Ertüchtigung der Elbe und ihrer Häfen aus, ohne dass nennenswerte Transportmengen erreicht wurden. Die Bürgerinitiative fordert die Politik auf, für Elbe und Saale neue Ziele festzulegen. Die Elbe sollte als naturnahe Flusslandschaft und als Lebensraum für Pflanzen

und Tiere bewahrt werden. Der Fluss Elbe soll stärker als bisher als kultureller und ökonomischer Anziehungspunkt in die Stadtentwicklung einbezogen werden. Ziele der Bürgerinitiative sind die Rettung des Domfelsen in seiner ursprünglichen Lage, eine ökologisch vertretbare ökonomische Nutzung des Flusses sowie die Nutzung der Elbe sowie in den Elbauen zu Tourismuszwecken. Aus diesem Grund hatte die Bürgerinitiative am Mittwochabend in die Fachhochschule Magdeburg Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten im Wahlkampf zu einer Podiumsdiskussion eingeladen. Neben Fachvorträgen zum Thema „Ökologieverträgliche Verkehrsträger im Güterverkehr“ und „Können wir uns eine wirtschaftliche Binnenschifffahrt auf Elbe und Saale leisten“ stellten sich die Spitzenkandidaten der politischen Parteien zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und deren Vertreter aus den Fraktionen und Ministerien den Fragen der mehr als 80 Zuhörern dieser Podiumsdebatte.


Wirtschaft

„Ausbildungs-Ass 2010“ausgezeichnet nehmen hatten sich beworben, um in der Repräsentanz der Bertelsmann AG in Berlin als bester Ausbildungsbetrieb ausgezeichnet zu werden. Die Stendaler Landbäckerei GmbH konnte die Jury mit ihrem Projekt einer eigenen „Landbäcker-Azubi-Website“ überzeugen und wurde mit dem Silbernen „Ausbildungs-Ass 2010“ belohnt. Ge-

FOTO: IHR LANDBäCKER

Das „Ausbildungs-Ass“ ist eine begehrte Auszeichnung, die zum 14. Mal unter der Schirmherrschaft von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle vergeben wurde. Dieser Preis würdigt das Engagement von Unternehmen und Initiativen, deren besonderes Augenmerk auf der Qualität und Quantität von Ausbildungsaktivitäten liegt. Über 200 Unter-

Die Stendaler Landbäckerei bekam die Auszeichnung „Ausbildungs-Ass 2010“ in Silber.

schäftsführer Andreas Bosse: „Eine Auszeichnung, die uns mit großem Stolz erfüllt und die wir vor allem dem Engagement und Einsatz unserer Ausbilder und vor allem unserer Azubis verdanken, denn sie sind es, die die Azubi-Website ins Leben gerufen haben und ständig betreuen“. Potenzielle Bewerber finden auf der Seite alles, was sie rund um den Bäckerberuf und die Bewerbung wissen müssen und darüber hinaus werden sie über Aktivitäten der Landbäckerazubis informiert und erhalten Freizeittipps rund um Stendal und Magdeburg. Die Auszeichnung als „Ausbildungs-Ass 2010“ ist eine hohe Anerkennung der Ausbildungsqualität der Landbäcker. Sie haben rechtzeitig erkannt, dass der Wettbewerb um gut ausgebildete Schulabgänger entbrannt ist und es nicht nur darum geht, neue Ausbildungsplätze zu schaffen. Wieder einmal mehr konnten sie davon überzeugen, dass sie nicht nur auf ihre Tradition und das handwerkliche Geschick vertrauen, sondern sich als ein modernes und innovatives Unternehmen etabliert haben. Anzeige

Gummiwerk KRAIBURG RELASTEC 2010 Noch vor gut einem Jahr hieß es von unseren Wirtschaftsweisen, dass in 2010 die Katastrophe zwar ausbleibe, die Lage aber sehr angespannt bleibe. Man sprach davon, dass ein Abbau von Arbeitsplätzen unumgänglich sei, da der „Produktionsmantel der deutschen Industrie zu weit geschneidert wäre“, die Wachstumsraten in 2010 von Quartal zu Quartal äußerst moderat ausfallen werden, eine Trendwende nicht abzusehen sei und die EU erwartete in Deutschland sogar eine Rezession. Heute dagegen können wir fast von einem kleinen Wunder auf dem Wirtschaftsund Arbeitsmarkt sprechen, denn Deutschland hat sich überdurchschnittlich stark von der Krise erholt. Für dieses Jahr wird mit einem Wachstum des BIP von 3,7 Prozent gerechnet. Auch die Gummiwerk KRAIBURG RELASTEC hat nach dem Jahr der Finanzkrise (2008) das Jahr der Konjunkturkrise (2009) gut gemeistert. Und trotz aller Widrigkeiten und Unkenrufe haben wir auch 2010 hervorragend gemeistert und unseren Umsatz erneut gesteigert.

Diesen Erfolg verdankt die RELASTEC nicht zuletzt ihrer Unternehmensidee: • 15 Prozent unserer Mitarbeiter sind in der Forschung, Entwicklung und Qualitätssicherung tätig. Wir bauen nicht nur für die Zukunft vor, sondern sind ständig bestrebt, unsere Spitzenposition zu behaupten und auszubauen • Wir fokussieren unsere Energien auf das Wesentliche: Hochwertige Produkte, dauerhafte Zufriedenheit unserer Kunden, erstklassiger Service, Erforschung zukünftiger Technologien • Wir haben hochqualifizierte, motivierte und flexible Mitarbeiter, einen moderen Maschinenpark, überlegene Technik und hervorragende Produktqualität • Und nicht zuletzt ist es ein wichtiger Teil unserer Unternehmensidee stets gut gewappnet für eine eventuelle Krise zu sein. Finanziell gut aufgestellt (mit einer gesunden Eigenkapitalquote) konnten wir flexibel auf die schwächere Nachfrage, besonders aus den Exportmärkten, reagieren, ohne unsere geplanten Investitonen oder wichtige Zukunftsprojekte zu stoppen. So konnte die KRAIBURG RELASTEC auch in 2010 den Umsatz nicht nur stei-

gern, sondern in zusätzliches Personal investieren und so die vorhandenen Kernkompetenzen im Unternehmen halten und weiter ausbauen. Unsere Unternehmensformel Qualität, Kompetenz, Kundennähe hat sich bezahlt gemacht. In 2010 haben wir wieder viele Projekte mit unseren Partnern realisiert und begonnen. Diese wollen wir in 2011 weiter ausbauen oder zu Ende führen. Aufgrund unserer wettbewerbsfähigen Produktpalette blicken wir im Exportbereich besonders optimistisch auf 2011 und erwarten deutlichen Umsatzzuwachs. Besinnliche Feiertage und ein gutes neues Jahr wünscht Ihnen das gesamte Team der KRAIBURG RELASTEC aus Salzwedel.

Kontakt Gummiwerk KRAIBURG RELASTEC GmbH

Fuchsberger Straße 4 29410 Salzwedel Tel. 03901-8404 0 www.kraiburg-relastec.com

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Wirtschaft

Unternehmensbörse

Ein Service der Handwerkskammer Halle/Saale

A 094

Altershalber Installateur- und Heizungsbaubetrieb mit Grundstück und Geschäftshaus im Landkreis Merseburg/ Querfurt abzugeben (Verkauf, Vermietung oder Verpachtung möglich). Preis ist Verhandlungssache. A 229 Suche Nachfolger für gepflegten, langjährig bestehenden Friseursalon in Halle. Es besteht der Wunsch der Inhaberin noch 4 Jahre im Unternehmen mitzuarbeiten. A 239 Unternehmen im Raumausstatterhandwerk altershalber abzugeben. Auch branchenfremde Nutzung möglich. A 252 Gutgehendes Kosmetikinstitut im Raum Wittenberg wegen Schwangerschaft zu verkaufen. Angebotene Dienstleistungen sind Fußpflege, Kosmetik, Nagelmodellage, Massagen sowie Verkauf. A 270 Nachfolger für gut laufende Bäckerei in der Region Bitterfeld-Wolfen gesucht. A 271 Suche Nachfolger für ein Metallbauunternehmen im südlichen S.-A. Das Objekt liegt in einem Gewerbegebiet. Zur Firma gehören neben Werkstatt, Büro und Aufenthaltsraum auch Lagerflächen und eine Wohnung. N 022 Unternehmer sucht Abschleppdienst oder Autohaus zur Übernahme. N 031 Suche Fleischereibetrieb in den Landkreisen Halle, Mansfelder Land oder Sangerhausen zur Übernahme. Abschluss als Fleischermeister ist vorhanden. N 053 Suche zur Übernahme eine Firma im Bereich Heizung/Sanitär oder Kälte- und Klimatechnik im Raum Halle/Leipzig und Umgebung. Es sollte eine langjährig am Markt bestehende Firma sein mit festem Kundenstamm. Eine Einarbeitung über einen längeren Zeitraum sollte gegeben sein.

www.hwkhalle.de 26

Jung übt sich...

Rund 100 Schülerfirmen sind in Sachsen-Anhalt im Rahmen des Projektes GRÜNDERKIDS entstanden. Für Ministerpräsident Prof. Dr. Wolfgang Böhmer sind diese moderne Lernorte: „Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, eigene Geschäftsmodelle zu entwickeln, Firmen zu gründen, eigene Erfahrungen im Hinblick auf wirtschaftliche Leistung und Wettbewerb zu sammeln und die Wirkungen von Erfolg und Misserfolg zu erleben. Natürlich kommt dabei das Erproben des Schulwissens nicht zu kurz, denn auch Schülerfirmen müssen sich rechnen, außerdem verlangt wirtschaftlicher Erfolg immer auch soziale Kompetenz. Verschiedene Menschen müssen gemeinsam ein Ziel anstreben und dafür Aufgaben verteilen und abgestimmt zusammenarbeiten,“ betonte der Ministerpräsident in seiner aktuellen Videobotschaft. „Entscheidend ist es, dass den einzelnen Firmen, wo nötig, auch Kontakte und Partnerschaften zur regionalen Wirtschaft vermittelt werden. Das eröffnet den Schülerinnen und Schülern zusätz-

lich die Möglichkeit, Unternehmen der Region besser kennen zu lernen, ihre ökonomischen Grundlagen zu erfassen und sie auch als soziale Systeme zu verstehen. Diese Zusammenarbeit eröffnet aber auch Unternehmen die Chance, junge Menschen bei der Berufsorientierung zu unterstützen und sie zur Selbständigkeit zu ermutigen. Die Schülerinnen und Schüler können sich dadurch nicht nur besser auf das eigene Berufsleben vorbereiten, sie lernen dabei auch die Grundbegriffe eigener wirtschaftlicher Selbständigkeit. Diese sind bei uns durchaus noch kein Allgemeingut“, unterstrich Böhmer. „Gründerkids“ ist ein Projekt der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung unter Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten, das aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes SachsenAnhalt gefördert wird. Das Projekt läuft in der Zeit bis zum 31. Januar.2012 und wird mit einem Zuschuss von insgesamt 749.995,00 Euro unterstützt. Gegenwärtig gibt es 100 Schülerfirmen in Sachsen-Anhalt.

Ausstieg

Berufsausbildung

Landwirtschaftsminister Dr. Hermann Onko Aeikens sieht Sachsen-Anhalts Milchwirtschaft für die Zukunft gut aufgestellt – die Milcherzeugung in Sachsen-Anhalt habe effiziente Strukturen. Auch die Molkereien zeigten sich wettbewerbsfähig. Aeikens: „Der für 2015 von der EU geplante Ausstieg aus der Quote ist bei den Milchbauern angekommen. Sie bereiten sich bereits jetzt auf die Zeit nach der Milchquote vor. Die schweren Turbulenzen am Milchmarkt, die wir im vergangen Jahr beobachten mussten, sind überstanden“. Das zeige der in Sachsen-Anhalt im September durchschnittlich gezahlte Auszahlungspreis, der mittlerweile auf 31,7 Cent/Liter gestiegen ist. Auch die Exportwerte der Milchwirtschaft sind seit 2009 deutlich gestiegen, zurück zu führen vor allem auf größere Mengen und höhere Preise bei Käse und Butter. Aeikens hält Mechanismen, die bei Marktverwerfungen Notlagen der Milchbauern abfederten, trotzdem für unverzichtbar. Dies müsse Brüssel auch künftig berücksichtigen. Was bislang aus der EU-Kommission zur weiteren Politik nach dem Quotenausstieg bekannt geworden sei, könne SachsenAnhalt grundsätzlich mit tragen.

Die Halloren Schokoladenfabrik AG bietet Jugendlichen Jahr für Jahr vielfältige Möglichkeiten, eine umfassende Ausbildung in Deutschlands ältester Schokoladenfabrik zu absolvieren. Neben Fachkraft für Süßwarentechnik, Mechatroniker,Industriekaufmann/frau, Fachkraft für Lagerlogistik werden auch Verkäufer/innen bis hin zum/zur Einzelhandelskaufmann/frau ausgebildet. Mit einer Ausbildungsquote von 9 % liegt Halloren deutlich über dem Bundesdurchschnitt. „Verantwortung für die Ausbildung Jugendlicher zu übernehmen, hat bei Halloren lange Tradition und ist fest in der Unternehmensphilosophie verankert. Gut ausgebildete Mitarbeiter sind die Basis für ein erfolgreiches Unternehmenswachstum. Die verliehene Urkunde bestätigt uns in unseren dahin gehenden Bestrebungen“, erklärt Klaus Lellé, Vorstandsvorsitzender der Halloren Schokoladenfabrik AG. Für dieses langjährige und besondere Engagement als Ausbildungsbetrieb und damit in Anerkennung für besondere Verdienste in der Berufausbildung würdigt die Industrie- und Handelskammer HalleDessau die Halloren Schokoladenfabrik AG mit der Verleihung der Urkunde für besondere Verdienste.


Wirtschaft

KITU erhält GenoPortal-AWARD 2010

Die Kommunale IT-UNION (KITU) wurde als bundesweit erste Gründung einer kommunalen IT-Genossenschaft mit dem GenoPortal-AWARD 2010 Kommunale Kooperation ausgezeichnet. Sie ist ein Zusammenschluss von Kommunen, um sich im Sinne der interkommunalen Zusammenarbeit gemeinsam den Herausforderungen der modernen Informationstechnologie zu stellen. Obwohl erst seit sechs Monaten aktiv, gehören bereits die Gemeinden und Städte Barleben, Magdeburg, Zeitz, Halberstadt, Blankenburg, Huy und der Saalekreis der KITU an. Der 1. Internationalen Fachkongress „Kommunale Kooperation“ in Gießen, der unter dem Motto stand „Kooperative Ökonomie - Es geht nur gemeinsam“ begrüßte 300 Gäste sowie 80 Bürgermeister aus ganz Deutschland. Der Kongress zeigte Beispiele bundesweiter (Neu-) Gründungen von Genossenschaften. Für vorbildliche kooperative Projekt-Ideen und deren Umsetzung wurden 14 Initiativen ausgezeichnet. Den Preis für die noch junge Kommunale IT-UNION eG nahm der Vorstand, Dr. Michael Wandersleb, in Begleitung des

Holger Platz, Beigeordneter für Kommunales, Umwelt und Allgemeine Verwaltung der Landeshauptstadt Magdeburg, Dr. Michael Wandersleb, Vorstand der Kommunalen ITUNION eG und Martin Bonow, Mitglied des Vorstands Genossenschaftsverband (v. re.).

Beigeordneten für Kommunales, Umwelt und Allgemeine Verwaltung Magdeburgs, Holger Platz, entgegen. „Dieser AWARD bestätigt einmal mehr den Zulauf bei den Kommunen. Bis zum Jahresende werden sich insgesamt 16 Kommunen für uns entschieden haben“, so Dr. Michael Wandersleb. „Die Auszeichnung der KITU macht deutlich, dass wir mit ihr nicht nur

einen erfolgversprechenden, sondern auch einen sehr innovativen Weg beschritten haben. Aus Sicht der Landeshauptstadt Magdeburg bildet die Genossenschaft eine hervorragende Plattform weitergehender interkommunaler Kooperationen“, so sieht es Holger Platz. www.kitu-genossenschaft.de

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Rückblick

Branchenprimus Ernährung

Ottos für die Magdeburger Unter dem Motto „Otto hebt ab“ startete in Magdeburg die neue Dachmarkenkampagne der Landeshauptstadt und präsentierte der Öffentlichkeit, wie sich in den kommenden Monaten und Jahren Magdeburg als Ottostadt präsentieren wird. Mit Plakaten, Großpostern und einem neuen Logo besinnt sich die Elbestadt auf ihr historisches Erbe. Die Kampagne setzt gezielt auf Persönlichkeiten und Traditionen, die Magdeburg bis heute prägen. Im 10. Jahrhundert machte Otto der Große die Stadt zu seiner Hauptstadt und regierte unter anderem von Magdeburg aus sein Heiliges Römisches Reich. Der Name Ottostadt spielt aber nicht nur auf den Herrscher an, sondern greift auch auf eine zweite wichtige historische Figur zurück: Otto von Guericke war Bürgermeister der Stadt und prägte im 17. Jahrhundert von Magdeburg aus die Wissenschaft. Kurz: die beiden Ottos verleihen Magdeburg ein Stück Einzigartigkeit und Alleinstellung im Konkurrenzkampf der deutschen Städte um die Aufmerksamkeit von Investoren und Touristen. Und die Magdeburger sollen sich noch stärker mit ihrer Stadt identifizieren. Die Einführung der neuen Dachmarke lässt sich Magdeburg auch etwas kosten: mehr als 1,5 Millionen Euro muss für die Kampagne aufgebracht werden, die in drei Phasen bis 2013 laufen soll.

Die „Länderhalle: Deutschland“ war wieder einer der Publikumsmagneten der weltweit größten Agrarmesse und der Länderstand Sachsen-Anhalts verzeichnete regen Absatz. „Die Grüne Woche 2010 ist eine Messe der Rekorde und der Jubiläen“, sagte Sachsen-Anhalts Landwirtschaft Herman Onko Aeikens. So feiert die weltgrößte Fachmesse der Ernährungsgüterwirtschaft nicht nur ihre 75. Auflage, Sachsen-Anhalt ist auch zum 20. Mal unter dem Berliner Funkturm vertreten. Die Grüne Woche ist traditionell Konjunkturbarometer für die Ernährungsbranche, das Rückgrat der Wirtschaft in Sachsen-AnHeiße Sache: Ministerpräsident halt. Wie Aeikens inWolfgang Böhmer bei den „Landformierte, habe sich bäckern“ die Branche nach den bisher vorliegenden Bilanzen auch 2009 positiv entwickelt. Auf ihrem gemeinsamen Rundgang ließen sich Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer, Landwirtschaftsminister Aeikens und Vizeregierungschef Jens Bullerjahn (SPD) das ein oder andere Produkt aus der Region schmecken. FOTO: WOLFGANG BENNDORF

FOTO: FLOUM

Sachsen-Anhalt schmeckt. Davon konnten sich die Besucher der 75. Internationalen Grünen Woche in Berlin überzeugen. 88 Aussteller aus Ernährungswirtschaft und Tourismus des Landes beteiligen sich 2010 an der größten deutschen Verbrauchermesse.

Vom Elberadweg geht Schwung aus Auf der Internationalen Tourismusbörse präsentierte sich Sachsen-Anhalt in Berlin mit seinen vielfältigen Reizen. Beispiel: Die Altmark wurde als Mekka für die Naturfreunde gepriesen. Vom klassischen Landurlaub, über Reiterferien, bis zu Bootsfahrten auf dem Arendsee. Voll im Trend ist das Thema Radwandern. Der neue Vier-LänderRadkurs entlang der früheren innerdeutschen Grenze wurde im vergangenen Jahr gut angenommen. Hauptmagnet bleibt der Elberadweg, der 2009 zum fünften Mal in Folge zum beliebtesten Fernradweg Deutschlands gekürt wurde. Die Radtouristen nutzen den Elberadweg nicht nur als Transitstrecken. Die meisten Radler unternehmen Abstecher in die nahe gelegenen Städte. Viele kommen wieder, um sich gezielt umzusehen. Die engere Anbindung des Altmarkrundkurses an den Elberadweg ist für Mandy Hodum, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Altmark, daher 28

ein wichtiges Anliegen. Die neue Broschüre „Der Altmarkrundkurs – 500 Kilometer aktive Erholung auf SachsenAnhalts längstem Radrundweg“ spielt in der Marketingstrategie eine wichtige Rolle. Berlin und Umland sind der traditionelle „Quellmarkt“ der altmärkischen Tourismuswirtschaft. Die ITB ist daher das beste Podium, um unsere Region einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Sachsen-Anhalts schöne Städte standen in diesem Jahr anlässlich der Internationalen Bauausstellung Stadtumbau Sachsen-Anhalt 2010 (IBA) im Mittelpunkt der Landespräsentation auf der ITB. Mit vielen traumhaften Reiseangeboten, die unter dem Motto „Herzensbrecher...Rendezvous mit Kultur. Sachsen-Anhalts schöne Städte“ stehen, wollen sie Lust auf Stadtausflüge machen. Mehr als 30 Anbieter aus den Städten und Regionen Sachsen-Anhalt waren auf der ITB vertreten.


Rückblick

Airport Cochstedt in der Warteschleife

Die Verträge waren gemacht: Das Land Sachsen-Anhalt hat den Verkehrsflughafen Magdeburg/Cochstedt an die dänische Airport Development A/S verkauft. Damit sollte ein unrühmliches Kapitel um den defizitären Regionalflughafen Magdeburg/Cochstedt enden. 30 Jahren sehr erfolgreich indische Firmen bei deren Markteinstieg in Europa. Der erste Start vom Börde-Airport lässt allerdings weiter auf sich warten. Ungeachtet dessen soll das Areal um den Airport schnell eine gewinnbringende Nutzung bringen. Eine geplante Namensänderung in „Magdeburg-Berlin Interna-

FOTO: WOLFGANG BENNDORF

Als neue Geschäftsführer der Flughafengesellschaft Magdeburg/Cochstedt wurden Michael Agerled und Uwe Hädicke eingesetzt. Die Airport Development A/S ist eine Aktiengesellschaft aus Kopenhagen, die bereits im Luftverkehrsgeschäft tätig ist. Sie betreibt bereits Standorte in Deutschland und verfügt in den ostdeutschen Bundesländern über ca. fünf Millionen Quadratmetern vor allem flugaffiner Gewerbeflächen nebst 1.000 Wohnungen. Eigentümer der dänischen Aktiengesellschaft sind die Unternehmer Peter Sølbeck und Michael Agerled aus Dänemark. Peter Sølbeck ist sowohl in Dänemark und Deutschland als auch weltweit in der TV- und Immobilienbranche tätig. Michael Agerled ist u.a. Miteigentümer diverser Immobiliengesellschaften, z.B. von 4.100 Wohnungen in Berlin, und Hauptgesellschafter einer Unternehmensberatung in Kopenhagen. Dieses Unternehmen begleitet seit mehr als

tional“ brachte Ärger ein: Die Berliner Flughäfen setzten eine sofortige einstweilige Verfügung gegen die Umbenennung des Flughafens Cochstedt durch. Der Name des Flughafen Cochstedt täusche eine nicht vorhandene Größe sowie Internationalität des Flugplatzes und Flugangebotes vor. Und auch der Flugbetrieb konnte nicht wie geplant Ende Oktober beginnen. Stattdessen sollen nun die ersten Maschinen mit Urlaubern im Frühjahr abheben. Destination: unbekannt.

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Immobilienbanking der Volksbank Magdeburg eG zur aktuellen Immobilienmarktsituation Die Volksbank Magdeburg eG bietet Ihnen mit Immobilienbanking neben dem Bankgeschäft auch in allen Angelegenheiten rund um die Immobilie einen qualifizierten Service. Das bevorstehende Jahresende nehmen wir zum Anlass, das vergangene Jahr Revue passieren zulassen und verbinden diese Betrachtung über das im Jahr 2010 Erreichte wie immer mit einem Ausblick auf 2011. In diesem Jahr wurden durch unseren Immobilienbereich hauptsächlich Renditeimmobilien (Wohn- und Geschäftshäuser sowie Mehrfamilienhäuser) und selbstgenutzte Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften, Reihenhäuser, Stadtvillen und Baugrundstücke in sehr guten Wohnlagen vermittelt. Daneben haben wir mehrere Immobiliengutachten im Kundenauftrag erstellt und Interessenten beim Erwerb in Zwangsversteigerungen beraten. Auch in diesem Bereich konnten wir in 2010 sehr gute Ergebnisse erzielen. Der Erfolg unserer Arbeit ist dabei nicht auf die Art der Immobilie zurückzuführen, sondern

auf die konsequente Umsetzung der Geschäftsphilosophie, Immobilien nur zu marktfähigen Preisen zu vermitteln. Der Trend zur Konzentration auf Lageaspekte hat sich in 2010 fortgesetzt. Häuser und Grundstücke in Magdeburg sind deutlich mehr gefragt als Objekte in ländlichen Regionen. Gründe hierfür liegen eindeutig in der städtischen Infrastruktur. Die Nachfrage nach Renditeobjekten in der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt wird überwiegend durch regionale Investoren bestimmt. Verkäufe an überregionale und ausländische Marktteilnehmer sind deutlich seltener geworden. Wir gehen aber aufgrund der im Vergleich zu anderen Städten nach wie vor attraktiven Renditen in Magdeburg davon aus, dass die Nachfrage nach vermieteten Mehrfamilienhäusern mittelfristig wieder zunimmt. Gern steht Ihnen Immobilienbanking der Volksbank Magdeburg eG auch in Zukunft bei allen Fragen rund um die Immobilie zur Verfügung.

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Rückblick

Ein „Ruck“ ging durch Aschersleben Gartenkunst verzauberte auf der Landesgartenschau (LaGa) in Aschersleben. Unter dem Motto „Natur findet Stadt“ lud die 3. Gartenschau Sachsen-Anhalts bis zum 10. Oktober die Gäste in die älteste Stadt des Landes ein. In fünf innerstädtischen Parks waren zigtausende Bäume, Stauden, Sträucher, Blumen und so manches architektonische Kleinod zu bewundern. Für 40 Millionen Euro entstand ein blühendes Paradies. wie einen „Ruck“ durch die städtische Gesellschaft gehen zu lassen - sich aus der Erstarrung lösen und für eine lebenswerte

FOTO: WOLFGANG BENNDORF

170 Tage lang spürte man es, das wahre, das ultimative Gartenschaufeeling, in einer Stadt, die ansonsten nur als graue Durchfahrtsstadt wahrgenommen wurde. 40 Themengärten waren Treffpunkte für Fachleute aus dem floralen, gärtnerischen und landschaftsarchitektonischen Genre. Hier präsentierten sie ihr Wissen und ihre Kunstfertigkeit. Die Besucher konnten staunend wahrnehmen, was heutzutage an innovativen Gestaltungsideen gezaubert wurde. In Aschersleben wurden innerstädtische Grünflächen modernisiert, Industrieruinen abgebrochen und Neues gestaltet. Ziel der städtebaulichen Maßnahmen war es, Menschen hier zu halten, die Innenstadt aufzuwerten und so etwas

Zukunft sorgen. Das Veranstaltungsprogramm auf den verschiedenen Bühnen bot die ganze Saison einen bunten Querschnitt. Auch nach der LaGa möchte die Stadt Aschersleben mit ihren gepflegten Parkanlagen und Events Gäste aus Nah und Fern anziehen. Es wird kein zurück zum „Graue-MausImage“ geben. Das Motto „Natur findet Stadt“ gilt auch weiterhin.

Welche Chancen hat die Altmark? Die Altmark-Konferenz ist Geschichte. Ob sie die erhofften Impulse gebracht hat, muss sich erweisen. Welche Besonderheiten die Altmark im Vergleich zu anderen Regionen auszeichnen und welche Entwicklungstendenzen es gibt, nahm Alexander Kubis, Demografie- und Ostdeutschlandexperte am Institut für Wirtschaftsforschung Halle (iwh), unter die Lupe. Alexander Kubis, Demografie- und Ostdeutschlandexperte am Institut für Wirtschaftsforschung Halle (iwh), hat die ökonomischen Situation der Region unter die Lupe genommen. „Meine Erwartung an die Konferenz ist, dass bezüglich des demographischen Wandels das Bewusstsein für die kommenden Herausforderungen geweckt wird, über `BestPractise´ bei der Bewältigung der demographischen Herausforderungen berichtet wird, so dass trotz knapper werdenden Kassen, auf die anstehende Entwicklung angemessen reagiert werden kann“. Seit 20

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Jahren verließen gerade familiär nicht gebundene Jugendliche die Region, so dass bereits heute eine ganze Generation neuer Mütter und Väter fehle, weiß der Wissenschaftler. Die demographische Entwicklung äußere sich heute in einer rapiden Alterung der Gesellschaft. Aber: „Nicht die Abwanderung, sondern die daraus resultierenden fehlenden Geburten stellen sich als schwer zu beseitigendes Strukturmerkmal heraus, das zu einer zweiten Schrumpfungswelle bei den Schulstandorten führen wird. Dennoch sehe ich die Region, gerade auf Grund der

leistungsfähigen Landwirtschaft, nicht als chancenlos an. Sie wird sich, wenn auch auf einem niedrigeren Bevölkerungsniveau, konsolidieren“, so Kubis. Chancen für eine stabile, sich selbst tragende Entwicklung der Altmark, sieht er auch in einer verstärkten die Vernetzung der lokalen Zentren, so dass diese als gestärkte „Ankerpunkte“ die Abwanderung der Jugend bremsen. Der dünn besiedelte Raum stelle die Politik vor die besondere Herausforderung, über eine Mindest-Daseinsvorsorge hinaus, Lebensqualität in der Region zu ermöglichen. Allerdings richteten sich nicht nur an die Politik, sondern auch an ein verstärktes bürgerschaftliches Engagement der Altmärker selbst. Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) sieht es auch: Eine der nach wie vor strukturschwächeren Regionen Sachsen-Anhalts brauche Perspektiven. Das betreffe auch den Ausbau der Verkehrswege. Nur damit könne es zur Neuansiedlung von Unternehmen im Norden Sachsen-Anhalts kommen. Ein gemeinsames Vorgehen von Kommunal- und Landespolitik zur Entwicklung der Altmark ist unverzichtbar. Die Konferenz wird zu einer Initialzündung dafür. Eine solche Chance sollte genutzt werden und zeige Beispielwirkung.


Rückblick

IBA 2010: Gebaute Wirklichkeit in Sachsen-Anhalt Große Ziele: Das Land Sachsen-Anhalt hatte im Jahr 2002 die Stiftung Bauhaus Dessau und die SALEG Sachsen-Anhaltinische Landesentwicklungsgesellschaft mbH mit der Vorbereitung und Durchführung der Internationalen Bauausstellung Stadtumbau Sachsen-Anhalt 2010 beauftragt. Mit der IBA 2010 ist erstmals ein ganzes Bundesland Thema einer Internationalen Bauausstellung - die Objekte einer IBA sind oder werden gebaute Wirklichkeit.

FOTO: IBA-BÜRO GBR/TORE DOBBERSTEIN, COMPLIZEN

kulturelle und konfessionelle Institutionen. Ziel des IBA-Vorhabens war es, durch die Vernetzung dieser Institutionen einen außeruniversitären Campus zu gestalten. Verschiedene Bauprojekte unterstreichen den zukunftsweisenden Charakter des Campus. Der Arsenalplatz wird zum zentralen Ort, das Stadthaus hat sich als Tagungszentrum etabliert. Wittenberg hat seinen Beitrag zur IBA als wichtigen Baustein für die Vorbereitung des 500-jährigen Reformationsjubiläums 2017 genutzt. Beispiel Magdeburg: Magdeburg integrierte die Elbe als Kultur- und Lebensraum in den Stadtraum. Die gesamte Achse des IBA-Gebiets entlang der Elbe steht für die allgemeiner von Gleichzeitigkeit Schrumpfung und sektoralem Wachstum. Beispiel Halle: Zur größten Stadt Sachsen-Anhalts entwickelte sich Halle erst im Jahre 1990 durch den Zusammenschluss mit dem bis dahin selbstständigen Halle-

Zentrum Halle-Neustadt.

FOTO: FLOUM

2010 hieß es, die Karten auf den Tisch zu legen. Im Präsentationsjahr der IBA Stadtumbau 2010 stellen die 19 beteiligten Städte in Sachsen-Anhalt vor Ort die Ergebnisse der Umbauprozesse der vergangenen Jahre vor. Die Städte, die an der IBA mitwirken, erarbeiteten sich zu Beginn ein erkennbares Profil, das auf die Stärkung und Nutzung ihrer originären wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Potenziale setzt und das gleichzeitig als Leitlinie der künftigen baulich-räumlichen Entwicklung dienen kann. Vor diesem Hintergrund bearbeitet jede IBA-Stadt ein Thema des Stadtumbaus, das für den Gesamtprozess relevant sein muss und dessen Ergebnisse auf andere Städte übertragbar sein sollen. Beispiel Wittenberg: Die Lutherstadt Wittenberg ist geprägt durch die Altstadt mit ihren UNESCO-Welterbestätten und durch zahlreiche in der Stadt ansässige

Neustadt. Die 1.200-jährige traditionsreiche Universitätsstadt Halle und HalleNeustadt, das 2004 auf den 40. Jahrestag der Grundsteinlegung für die „Chemiearbeiterstadt Halle-West“ zurückblickte, scheinen sich ambivalent gegenüberzustehen. Der Charakter Halles ist gerade wegen dieses „Doppelgesichts“ unverwechselbar. Zugleich durchdringen sich die historisch gewachsene Stadt und die Stadt der städtebaulichen Moderne im Zuge der „Magistrale“, die beide Stadthälften verbindet. Das Nebeneinander und die Durchdringung verursachen Brüche und bergen eine Reihe von gravierenden Konflikten. Ziel des IBA-Projektes war es, hier langfristig zu einer Balance zu gelangen. Besondere Relevanz hat die aus Magistrale und Hochstraße. Entlang dieser Achse sind Projekte entstanden, die eine besondere Bedeutung für den Balanceakt haben und damit maßgeblich die zwei gegensätzlichen Stadträume „mental“, aber auch baulich-räumlich vernetzen.

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Rückblick

Das dürfte das bisher heißeste Landesfest gewesen sein. Und das nicht nur wegen der tollen Stimmung. Über 250.000 Besucher und Temperaturen um die 30 Grad machten den 14. Sachsen-Anhalt-Tag in Weißenfels rekordverdächtig. Er stand unter dem Motto: „Weils uns freut“. Höhepunkt des diesjährigen Landesfestes war der Festumzug mit über 4.000 Teilnehmern durch die Weißenfelser Innenstadt. Jede GastgeberStadt solle dem Sachsen-Anhalt-Tag eine ganz besondere, individuelle Note verleihen. In Weißenfels boten Schloss und historische Altstadt ein einmaliges Ambiente. Ins Landesfest eingebettet waren die Feierlichkeiten zum 825. Stadtjubiläum Hochprozentiges verteilte Gardeleund das Schlossfest der gens Original Otto Reutter an OberStadt Weißenfels. Der bürgermeister Robby Risch (li.) Sachsen-Anhalt-Tag 2010 stand außerdem im Zeichen der Jubiläen „20 Jahre Deutsche Einheit“ sowie „20 Jahre Land Sachsen-Anhalt“. Ende Juni 2011 wird dann in der Altmark gefeiert: Gardelegen ist Schauplatz des 15. Sachsen Anhalt Tages. FOTO: WOLFGANG BENNDORF

DesignHausHalle öffnet In Sachsen-Anhalt gibt es ein neues Zuhause für Existenzgründer in Kreativberufen. Am 4. Mai 2010 eröffnete die Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle mit einem großen Festprogramm das DesignHausHalle. „Endlich kann das kreative Potential, das hier an der Burg Giebichenstein ausgebildet wird, mit optimalen Gründungsbedingungen in Halle gehalten werden“, so die Leiterin des DesignHausHalle Doris Sossenheimer. Das DesignHausHalle verbindet Design und Wirtschaft, Kunst und Markt, Lehre und Beruf. Seine Aufgabe ist, den Übergang zwischen künstlerisch-gestalterischer Ausbildung und Berufsleben zu begleiten und als Interessenvertreter dieser Berufsgruppen in der Öffentlichkeit zu wirken. Das Haus ist ein Veranstaltungsforum für die Kreativwirtschaft und ihre Partner, unterstützt Studierende und Absolventen der Kunsthochschule mit einem Career Service und vermittelt in Form von Weiterbildungsveranstaltungen berufsbezogenes Know-how. Das DesignHausHalle ist eine Institution der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle und wird geleitet durch das Transferzentrum. Es ist „Ausgewählter Ort 2010“ im Land der Ideen.

Foto: Matthias Ritzmann

Heißes Landesfest

Nach 1994 hat Sachsen-Anhalt seit 01. Oktober 2010 erneut den Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz inne. Ministerpräsident Prof. Dr. Wolfgang Böhmer hat den turnusmäßig wechselnden Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz von seinem Amtskollegen aus Rheinland-Pfalz, Ministerpräsident Kurt Beck, übernommen. Offizieller Auftakt war ein Treffen der 16 Ministerpräsidenten am 21. und 22. Oktober in Magdeburg. Dabei ging es unter anderem um die weitere Entwicklung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland, insbesondere um die Neuorganisation der Gebühren. Die Ministerpräsidenten einigten sich auf ihrer Jahrestagung im Magdeburger Herrenkrug-Hotel, dass im neuen Rundfunkstaatsvertrag neben einer neuen Finanzierungsgrundlage die Sportwerbung in den öffentlich- rechtlichen Sendern ab 20 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen verboten wird. Zur Diskussion stand auch das staatliche Lotteriemonopol. An dem wollen die Regierungschefs der Länder festhalten. Gleichzeitig soll aber geprüft werden, in wie weit private Anbie32

FOTO: FLOUM

Spitzentreffen der Länderchefs

Domkustus Thomas Labusiak erläutert im Halberstädter Dom während des Begleitprogrammes zur Ministerpräsidentenkonferenz den Domschatz.

ter im Bereich der Sportwetten zugelassen werden könnten. Während die Ministerpräsidentenkonferenz das Programm der Jahrestagung absolvierten, besuchten die Lebenspartner der Regierungschefs und Chefs der Staatskanzleien das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung Gaters-

leben, das Kloster Michaelstein in Blankenburg und bewunderten unter anderem den weltberühmten Domschatz im Halberstädter Dom. Auch das Virtual Development and Training Centre VDTC des Fraunhofer IFF und der Jahrtausendturm im Elbauenpark standen auf dem Besichtigungsprogramm.


Rückblick

Mit einem Festakt in Anwesenheit von Bundespräsident Christian Wulff (CDU) feierte der Landtag im Oktober 2010 den 20. Jahrestag seines Bestehens. Es war eine bewegende Stunde für 106 Abgeordnete, als sie sich am 28. Oktober 1990 zur ersten Landtagssitzung des neu gebildeten Landes Sachsen-Anhalt versammelten und der Alterspräsident Heinz Hildebrand die Sitzung eröffnete. Rasante Entwicklungen hatten die Wendezeit zuvor geprägt. Seit dem Mauerfall war noch nicht mal ein Jahr vergangen, doch die DDR gab es seit 3. Oktober nicht mehr. Am 22. Juli hatte die erste und einzige frei gewählte Volkskammer die Wiedereinführung der Länder beschlossen. Das Land SachsenAnhalt sollte im Wesentlichen aus den Bezirken Halle und Magdeburg (wieder) entstehen. Mit den Landtagswahlen am 14. Oktober schlug seine demokratische Geburtsstunde. Die CDU war aus der Landtagswahl mit 39 Prozent der Stimmen als Sieger hervorgegangen und bildete eine Koalition mit der FDP, der Stendaler Christdemokraten Gerd Gies wurde Ministerpräsidenten. Die Oppositionsrolle nahmen die SPD, die PDS und die Grünen Liste/Neues Forum ein. Die ersten Mona-

FOTO: ARCHIV FLOUM

Vor 20 Jahren konstituierte sich der erste Landtag

Die konstituierende Landtagssitzung am 28. Oktober 1990 in Dessau.

te verliefen turbulent. Die Abgeordneten sahen sich nur mit bisher nicht gekannten Aufgaben, sondern auch mit handfesten Affären und knallharten Auseinandersetzungen konfrontiert. Ein solche hatten sie gleich in ihrer ersten Sitzung zu bewältigen. Zwischen Magdeburg und Halle tobte ein heftiger Hauptstadtstreit. Zunächst tagte das Parlament daher quasi auf neutralem Boden, in einer früheren NVAKaserne in Dessau. Da vor der Landesgründung keine Einigung erzielt werden

konnte, blieb den Parlamentariern die Entscheidung überlassen. Nach emotionsgeladener Debatte entschieden sich die Abgeordneten in freier Abstimmung mit 57 Stimmen schließlich mehrheitlich für Magdeburg. Die Elbestadt war fortan politisches Zentrum mit Sitz von Parlament, Regierung und zahlreicher Landesbehörden. Zudem wurde Sachsen-Anhalt in die drei Regfierungsbezirke Magdeburg, Halle und Dessau gegliedert. Seit deren Auflösung im Jahr 1998, ist Halle Sitz des Landesverwaltungsamtes.

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Sachsen-Anhalt | International

Logistikzentrum für Lebensmittel

US-Botschafter zu Besuch bei der Dow Olefinverbund GmbH „Ich bin tief beeindruckt von dem Engagement der Dow Mitarbeiter und der Leistungsund Ausstrahlungskraft der modernen Chemie in dieser Region“ - mit diesen Worten verabschiedete sich US-Botschafter Philip D. Murphy nach einem Informationsbesuch am Chemiestandort Schkopau von Ralf Brinkmann, Präsident von Dow in Deutschland und den Mitgliedern der Geschäftsführung der Dow Olefinverbund GmbH, Rudolf Lamm und Ruth Kretschmer. rend einer anschließenden Besichtigung in einem Produktionsbereich überzeugen. Der Botschafter zeigte sich begeistert von den Leistungen der Belegschaft und der Ausstrahlungskraft des Standortes mit seinen modernen und umweltschonenden Produktionstechnologien. „Die Entscheidung von Dow, in den 90er Jahren hier zu investieren, war eine richtige – für die Menschen, die hier arbeiten und für die ganze Region,“ so Murphy. Philip D. Murphy wurde am 7. August 2009 vom US-Senat als designierter Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika in der Bundesrepublik Deutschland bestätigt und am 3. September 2009 akkreditiert. Er und seine Familie leben seit August 2009 in Berlin. Murphy wurde 1957 in der Nähe von Boston (Massachusetts) geboren. Er machte 1979 an der Harvard University einen Abschluss in Wirtschaftswissenschaften (A.B. in Economics) und 1983 an der Wharton School der University of Pennsylvania einen MBA. Seine Frau Tammy und er haben vier Kinder, Josh, Emma, Charlie und Sam.

FOTO: DOW

Das Interesse des US-Botschafters galt insbesondere der Historie der mitteldeutschen Chemieregion sowie der aktuellen Entwicklung am Dow Standort. Über die Anfänge der chemischen Industrie in der Region bis hin zu den enormen Herausforderungen, vor denen die Mitarbeiter an den Standorten in den 90er Jahren standen, berichtete Rudolf Lamm, Vorsitzender der Geschäftsführung der Dow Olefinverbund GmbH. In einem Exkurs erläuterte er, wie sich die Chemiestandorte in Schkopau, Böhlen, Leuna und Teutschenthal über die vergangenen knapp 100 Jahre entwickelt haben und berichtete über die enormen Herausforderungen des technologischen und kulturellen Wandels, vor denen die Mitarbeiter und Dow in den 90er Jahren standen. „In den 90er Jahren haben wir den Grundstein dafür gelegt, dass die mitteldeutschen Standorte zu den leistungsfähigsten und modernsten Chemiestandorten der Dow weltweit gehören. Dies ist eine gute Ausgangsbasis für die künftige Weiterentwicklung, so Lamm. Davon konnten sich die Gäste in weiteren Gesprächen wäh-

US-Botschafter Philip D. Murphy und Ehefrau Tammy beim Rundgang am Chemiestandort Schkopau mit dem Präsidenten von Dow in Deutschland, Ralf Brinkmann (von rechts).

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Die Gunz Warenhandels GmbH mit Sitz im österreichischen Mäder wird in Magdeburg ein Distributionszentrum für Lebensmittel errichten. Das familiengeführte Unternehmen investiert im Gewerbegebiet Magdeburg-Rothensee rund 17 Millionen Euro und schafft mehr als 100 Arbeitsplätze. Aus dem neuen Logistikzentrum sollen Kunden in Deutschland, Nordeuropa sowie den BeneluxStaaten beliefert werden. Zudem will das Unternehmen über den Hafen Magdeburg den gesamten Übersee-Export im Containergeschäft abwickeln. Die wichtigsten Überseemärkte sind derzeit Kanada, Israel und Australien. Das neue Logistikzentrum mit Verpackungs- und Etikettierungsstraßen, Verwaltung und Sozialräumen wird in einer 135 mal 114 Meter großen und 16 Meter hohen Halle errichtet. Es verfügt über 22.500 Paletten-Stellplätze und soll über 26 Verladerampen. Wirtschaftsminister Dr. Reiner Haseloff kommentierte die Standortwahl: „Zentrale Lage und hervorragende Verkehrsinfrastruktur machen Sachsen-Anhalt zu einem Top-Standort für Logistikunternehmen. Die Verkehrsträger in SachsenAnhalt sind optimal miteinander verknüpft, es gibt genügend Ansiedlungsflächen. Darüber hinaus bietet das Land eine erstklassige Förderkulisse. Diese Standortvorteile haben auch die Gunz Warenhandels GmbH überzeugt“. Dies unterstrichen die Geschäftsführer Helmut und Werner Gunz: „Das neue Distributionszentrum ist die bislang größte Investition unseres Unternehmens. Gegenüber heute bedeutet dies eine große Einsparung an LKW-Fahrten. Für Magdeburg sprach insbesondere der Hansehafen, der sich als größter Binnenhafen Ostdeutschlands zunehmend als Hinterlanddrehscheibe der deutschen Seehäfen etabliert. Besonders wichtig ist uns dabei der Wasserverkehrsweg nach Hamburg“. Dies betonte auch Rainer Nitsche, Beigeordneter für Wirtschaft, Tourismus und regionale Zusammenarbeit der Stadt Magdeburg: „Die Investition der Firma Gunz beweist, dass das Industrie- und Logistikzentrum Rothensee sich mit optimaler Wasser-, Bahn- und Straßenanbindung auch im internationalen Standortwettbewerb durchsetzen kann. So wird die Landeshauptstadt ihr internationales Standortmarketing in den kommenden Jahren noch verstärken“.


Sachsen-Anhalt | International

Norwegische Solarfabrik baut in Halle/Saale

Die norwegische Innotech Solar legte in Halle/Saale den Grundstein für ihren zweiten europäischen Produktionsstandort. Das Solarunternehmen investiert in der ersten Ausbaustufemehr als 20 Millionen Euro und schafft 80 neue Arbeitsplätze. Weitere 50 Arbeitsplätze sollen mit zukünftigen Ausbaustufen hinzukommen. Die Fläche der Produktionsstätte beträgt insgesamt 7.000 Quadratmeter. In der Fabrik verarbeiten die Mitarbeiter pro Stunde zunächst 20.000 Solarzellen verschiedener Hersteller. Dabei werden Verunreinigungen der Zellen isoliert oder entfernt und erhalten ihre volle Leistungsfähigkeit zurück. Dieser Prozess minimiert den Energie- und Rohstoffbedarf für hochwertige Solarzellen. Innotech Solar ist weltweit das einzige Unternehmen, das sich auf derartige Verfahren spezialisiert hat und arbeitet mit namhaften Herstellern wie Q-Cells und Bosch zusammen. Sachsen-Anhalta Wirtschaftsminister Dr. Reiner Haseloff legte gemeinsam mit Halles Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados sowie dem Innotech Solar Management den Grundstein für das neue Werk. „Die Ansiedlung von Innotech

Solar ist ein weiterer Beleg für die Attraktivität Sachsen-Anhalts als Investitionsstandort im Photovoltaik-Bereich“, so Reiner Haseloff. Dagmar Szabados kommentierte die Grundsteinlegung aus Sicht der Stadt: „In Halle haben neue Techniken traditionell immer eine große Rolle gespielt und Erneuerbare Energien sind eine Schlüsseltechnologie dieses Jahrhunderts. Innotech Solar verbindet mit seiner Ansiedlung Tradition mit Innovation und schlägt ein neues Kapitel in der industriellen Geschichte Halles auf“. Der Vorstandsvorsitzende

von Innotech Solar, Thor Christian Tuv, begründete die Wahl des Standorts Halle: „Entscheidend waren für uns die Infrastruktur wie etwa die unmittelbare Autobahn-Anbindung, die Unterstützung durch das Land und die Stadt, die Verfügbarkeit gut ausgebildeten Personals und das leistungsfähige solare Kompetenznetzwerk in der Region.“ Innotech Solar hat für den Bau der neuen Produktion bevorzugt Unternehmen aus Ostdeutschland beauftragt und setzt auch bei der Personalpolitik auf Mitarbeiter aus der Region.

Eine Computersimulation des neuen Innotech-Solarwerkes in Halle/Saale.

Leipziger Fachmesseverbund aus intec und Z Vom 1. bis 4. März 2011 laden die Maschinenbaumesse intec und die Zuliefermesse Z die metallbe- und verarbeitende Industrie nach Leipzig ein. Für das Messe-Doppel werden erneut 1.300 Aussteller aus dem In- und Ausland erwartet. Traditionell wird die Ausstellung von einem

Fachprogramm begleitet, das sich aktuellen Fragen im Fahrzeug- und im Maschinenbau widmet. Auf der intec dreht sich alles um Fertigungstechnik für die Metallbearbeitung, sowie den Werkzeugmaschinen- und Sondermaschinenbau. Das Angebot der Zuliefermesse Z umfasst Komponenten, Module und Technologien für den Fahrzeug- und den Maschinenbau sowie für weitere industrielle Einsatzfelder. Mit dieser Kombination hat sich Leipzig eine Alleinstellung im deutschen Messemarkt geschaffen. An der Vorveranstaltung 2009 hatten sich insgesamt 1.320 Aussteller beteiligt (14 Prozent mehr als 2008), und es kamen rund 20.200 Fachbesucher. Das Automobil-Zulieferernetzwerk MAHREG nimmt 2011 zum zehnten Mal an der Zuliefermesse teil. Unter dem Dach des Automobilclusters Ostdeutschland (ACOD) stellen Zulieferer aus Sachsen-Anhalt Leichtbaulösungen vor – sowohl unter Einsatz von Leichtmetallen als auch von Kunststoffen. Das Netzwerk MAHREG wurde im Jahr 2000 gegründet und zählt inzwischen 120 aktive Mitglieder.

Z und intec werden von einem Fachprogramm begleitet, das sich mit einer ganzen Palette an Veranstaltungen aktuellen Branchenfragen widmet. Den Auftakt macht die Jahreskonferenz des Automobil Clusters Ostdeutschland (ACOD) am Messevortag, wo es um konkrete Projekte zur Stärkung der ostdeutschen Automobilindustrie und ihrer Zulieferer geht. Weiterhin im Programm: der international besetzte Kongress „MicroCar“, die Tagung „Ressourceneffiziente Produktion“ des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik, eine Zuliefertagung zu Kooperationsmöglichkeiten mit mittel- und osteuropäischen Automobilzulieferern sowie die Jahreskonferenz des EU-Projektes AutoNet. Im Rahmen von intec und Z finden außerdem wieder die EINKÄUFERTAGE und die Businessmeetings CONTACT statt.

Kontakt www.leipziger-messe.de www.messe-intec.de www.zuliefermesse.de

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Innovationen

Teile des Innovationsmanagements

Das betriebliche Informationsmanagement hilft Markt-, Technologie-, Know-how-veränderungen und Kundenbedürfnisse systematisch und quellenbezogen zu erfassen, zu verfolgen und zu analysieren. Das betriebliche Informationsmanagement hilft Impulse für Lernprozesse, neue Produkte und Leistungen sowie Verfahren zu gewinnen.

Als Voraussetzungen für das Informationsmanagement für ein effizientes und integratives Informationsmanagement können benannt werden:

Um einen nicht zu bewältigenden Informationsüberfluss zu vermeiden, bedarf es einer betrieblichen Festlegung welche Informationen im Rahmen des Innovationsmanagement im Unternehmen führungsrelevant sind. Führungsrelevante Informationen sind Informationen, die sich an den Bedürfnissen der Führungsebene orientieren. Sie umfassen einen aussagekräftigen Überblick über Zustände, hoch aggregierte Informationen und notwendige Detailinformationen zur Vorbereitung und Unterstützung von Entscheidungen und Darstellung von Entscheidungsalternativen einschließlich ihrer Konsequenzen. Als Quellen der Informationssicherstellung können definiert werden, die personenbasierte Informationserfassung, die technische Informationserfassung, die Informationserfassung aus offenen Quellen. Einer Doppelfunktion von Quelle und Strukturelement kann die Verwaltung der Informationserfassung zugeordnet werden. Die personenbasierte Informationserfassung erfolgt durch das Sammeln von Informationen, die für die gegenwärtige und perspektivische Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens wichtig erscheinen, über alle Formen des Dialoges, der Beobachtung und des Zuhörens. Als Informationsträger sind Spezialisten, Kenntnisträger, Geschäftspartner und Kunden zu nennen. Im Rahmen von Messen und Ausstellungen, Verhandlungen, Meetings, Workshops und Konferenzen können Informationen durch Gespräche und Kontakte, Vorträge und Befragungen erlangt werden. Die technische Informationserfassung erfolgt über den Einsatz technischer Geräte zur Aufnahme und Bearbeitung von Bild- und Tonmaterialien durch filmen, fotografieren, recording sowie über die Wiedergabe wesentlicher Inhalte und Formen durch skizzieren, zeichnen und vermessen (auch audiovisuelle Information). Der Erwerb von Mustern und der dazugehörigen technischen Dokumentationen ergänzt das Verfahren. Die Informationserfassung aus offenen Quellen ist die am breitesten angewendete Art der Erfassung. Sie ist besonders effizient und effektiv, weil sie auf öffentlich zugänglichen Quellen aufgebaut werden kann, die für alle interessierten Nutzer leicht zu erhalten sind. Zu diesen Quellen gehören Publikationen von Instituten, betrieblichen Forschungseinrichtungen oder auch der öffentlichen Hand wie z.B. Studien, Statistiken, Berichte, Brancheninformationen, Fachliteratur und -artikel, Fachsendungen in Rundfunk und Fernsehen, Internet u.a.. Einen nicht zu unterschätzenden Informationswert besitzen technische Sammlungen von Firmen 36

Mit seiner internationalen Ausbildung in Deutschland, Russland und den USA sammelte Peter Prötzig (MBA-USA) mehrere Jahre Erfahrung als Mitarbeiter in Wirtschafts- und Forschungsunternehmen sowie in Führungspositionen von nationalen und internationalen Bildungsunternehmen. Zum Tätigkeitsfeld gehören heute Beratung von Unternehmen in der POE, Führung von Unternehmen, Innovationsmanagement in KMU. Er ist freiberuflicher Dozent an der FH Magdeburg, Coach und Inhaber der Firma PSC in Magdeburg. Berater im Beratungshilfeprogramm der KfW und der IB in Sachsen-Anhalt.

und Museen, Archive und Karteien, Auskunftseinrichtungen aller Art. Ausschreibungen der öffentlichen Hand bieten einen Ansatz Entwicklungstrends zu erkennen. Die internen Quellen wie, die eigenen Mitarbeiter, die eigene F&E, das QMS, das BVW, der Vertrieb sind Ideenquellen konsequent zu nutzen. Die Verwaltung der Informationserfassung basiert auf moderner, leistungsstarker EDV mit geeigneter Software. Sie bildet einen nicht mehr weg zu denkenden Teil der Erfassung von Informationen, der digitalen Speicherung von Daten, um diese im weiteren zu verknüpfen, zu verarbeiten, um die Ergebnisse wieder abzuspeichern oder dem Benutzer in geeigneter Form zur Verfügung zu stellen. Aufgaben sind der integrierte Informationsschutz, die Gewährleistung der Sicherheit der eingesetzten Informationsmittel sowie die Absicherung der Interoperabilität. Bausteine eines Informationsmanagementsystems Zweckmäßigerweise sollte ein Informationsmanagementsystem aus folgenden Bausteinen bestehen:

www.proetzig.de


Kultur

Roxette rockt 2011 in Mitteldeutschland

Das schwedische Duo Roxette gehört zu den herausragendsten Pop-Formationen Europas. In zweieinhalb Jahrzehnten haben der Sänger und Gitarrist Per Gessle und die Vokalistin Marie Fredriksson

zahllose Charterfolge gefeiert, die heute zu den Klassikern des Pop-Repertoires zählen. Jedes ihrer bislang sieben Studioalben erreichte weltweit Gold- und Platin-Status. Insgesamt 70 Millionen Tonträger unterstreichen eine einzigartige Karriere. Jetzt sind Roxette zurück mit allen Hits auf Tour und kommen im Juni auch nach Deutschland, wo das Konzert am Leipziger Völkerschlachtdenkmal die einzige Station in ganz Mitteldeutschland ist. Ein neues Studioalbum, das erste seit 2001, haben sie dann ebenfalls im Gepäck. Per Gessle und Marie Fredriksson blikken zurück auf eine Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen sucht. Vom ersten Tag an stimmte die Chemie zwischen den beiden. Mit sicherem Gespür schufen sie einen grandiosen Mix aus Pop- und Rockmusik, der sich in Welthits wie „The Look“, „Joyride“ oder „Sleeping In My Car“ dokumentiert. Erst kürzlich erhielten die Singles „It Must Have Been Love“ und „Listen To Your Heart“ den BMI-Award, eine seltene Ehre für jeweils vier Millionen Radioeinsätze. Roxette erzielten Nummer-1-Hits in allen europäischen Ländern sowie in den USA, Kanada, Australien, Südafrika und in Asien. Fast wie ein modernes Märchen mutet

Plastiken des 20. Jahrhunderts

Bis 27. Februar 2011 zeigen der Kunstverein „Talstrasse“ e.V. und das Kunstforum der Saalesparkasse erstmals in Halle (Saale) eine Ausstellung, die sich anhand von kleinplastischen Arbeiten, der Entwicklung der halleschen Bildhauerschule des 20. Jahrhunderts widmet. Das Projekt wurde von Christin Müller-Wenzel und Matthias Rataiczyk vom Kunstverein „Talstrasse“e.V. kuratiert. In seinen Räumen gibt der Kunstverein einen historischen Abriss u.a. mit Plastiken von Gisela Bachmann, Hermann Blumenthal, Wilfried Fitzenreiter, August Gaul, Gerhard Geyer, Bernd Göbel, Waldemar Grzimek, Richard Horn, Johanna Jura, Mareile Kitzel, Wilhelm Lehmbruck, Gerhard Lichtenfeld, Aristide Maillol, Gerhard Marcks, Karl Müller, Marianne Traub, Heidi Wagner-Kerkof, Gustav Weidanz und Martin Wetzel. Parallel zeigt das Kunstforum der Saalesparkasse die zeitgenössischen, aktiven, von der Burg Giebichenstein geprägten Bildhauer, wie u.a. Steffen Ahrens, Esther Brockhaus, Adelheid Fuss, Marc Fromm, Marcus Golter, Maya Graber, Anne Karen Hentschel, Bernd Kleffel, Sebastian Pless, Martin Rödel, Petra Schwenzfeier, Carsten Theumer, Jan Thomas und Stefan Voigtländer. Die Ausstellung wird exklusiv von der Saalesparkasse, der Lotto Toto GmbH Sachsen-Anhalt und der Friedrich Vorwerk Rohrleitungsbau und Co. KG unterstützt.

ihr Start in den Vereinigten Staaten an. Dort erschien ihre erste Single „The Look“ erst, nachdem ein Student den Song aus dem Urlaub mitbrachte und an eine lokale Radiostation schickte. Diese spielte die Single so häufig, dass andere Sender auch darauf aufmerksam wurden, bis der Song schließlich auf Platz 1 der Billboard Charts landete. Bereits Ende der 70er Jahre waren sich die beiden im schwedischen Halmstad begegnet, bevor Roxette 1986 offiziell aus der Taufe gehoben wurden. In den 80er und 90er Jahren avancieren Roxette zu absoluten Superstars. Anfang 2002 dann die schwerste Prüfung ihres Lebens. Bei Marie wurde ein Gehirntumor diagnostiziert, der eine radikale Pause erzwang. 2008 ist sie restlos genesen, und damit war der Weg frei für die Fortsetzung einer beispiellosen Karriere. Karten sind erhältlich bei allen bekannten Vorverkaufsstellen, telefonisch unter der Hotline 0341.98 000 98 oder im Internet: www.mawiconcert.de.


Kultur

Der Eiserne Harz Im Rahmen eines Kooperationsprojektes entstand das Landesgrenzen überschreitende dezentrale Ausstellungsprojekt „Der Eiserne Harz“. Die Sonderausstellung im Oberharzer Bergwerksmuseum in Clausthal-Zellerfeld, auf Schloß Wernigerode, im Südharzer Eisenhüttenmuseum auf der Königshütte in Bad Lauterberg und im Hütten- und Technikmuseum Ilsenburg ist noch bis

zum 9. Januar 2011 zu sehen. Jeder der vier Ausstellungsorte behandelt dabei einen speziellen Schwerpunkt zur Geschichte des Eisenkunstgusses im Harz. Erstmalig konnte im Rahmen dieser Sonderausstellung, von der internationalen Fachwelt viel beachtet, eine derart große Bandbreite an Exponaten höchster Qualität präsentiert werden, wodurch diese bisher weitgehend unterschätzte Sparte der Harzer Eisenhütten neu bewertet werden mußte. Bis zum 9. Januar 2011 besteht nun noch die Möglichkeit, ein beinahe vergessenes Territorium des Harzer Kunsthandwerks höchster Qualität neu zu entdecken. Im Schloß Wernigerode konnten bisher über 53.800 Besucher in dieser Sonderausstellung begrüßt werden. Dank der großzügigen Förderung durch die Stiftung Niedersachsen sowie durch die Bundesländer Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, deren Ministerpräsidenten zudem die Schirmherrschaft für dieses Projekt übernommen haben, konnte darüberhinaus ein fundierter Katalog herausgegeben werden, der an den Ausstellungsorten und im Buchhandel erhältlich ist.

Der Walzerkönig auf Tournee André Rieu, der niederländische Geiger und Orchesterleiter hat bislang weltweit mehr als 30 Millionen Alben verkauft. Gemeinsam mit seinem 50-köpfigen Johann-Strauß-Orchester tritt er auf seinen Tourneen in 5 Kontinenten auf. Jedes Jahr erleben mehr als 700.000 Zuschauer seine großartigen Konzerte – er ist damit einer der Top Ten TourneeKünstler. In den USA wurde er zur Nr. 1 der klassischen Künstler gekrönt, in Australien erhielt er mehr als 100 Mal Platin für seine Tonträger und DVDs. Weltstar André Rieu, der sich während seiner Sommerferien einen Virus zugezogen hatte, der sein Gleichgewichtsorgan befiel, ist zum Glück wieder auf dem Weg der Besserung. Der Niederländische Geiger sah sich vor einigen Wochen leider gezwungen, einige Konzerte in den Niederlanden und auch zwei Konzerttourneen, nach England und Australien, abzusagen. Inzwischen trat er aber schon wieder in London in der britischen TV Show „The Michael Ball Show“ auf und drehte mit seinem Orchester auf der Insel Mainau noch einige extra Aufnahmen zu seinem 38

diesjährigen Herbstspecial „Rosen aus dem Süden, André Rieu auf der Blumeninsel Mainau“. Am 14. Januar 2011 um 20.00 Uhr verzeubert er die Leipzig / Arena mit einem bunten Melodienreigen am 21. Januar 2011 um 20 Uhr tritt er und sein Ensemble in 20.00 Uhr in der Magdeburger Bördelandhalle auf. Tickets dazu gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen oder im Internet: www.kaenguruh.de

Die Wende in 90 Minuten Über 100.000 Zuschauer haben die Theater-Show „Die Wende in 90 Minuten“ bereits gesehen. Mit rund 16 Millionen täglichen Hörern sind sie die bekannteste Radiocomedy Deutschlands. Und mit 16 Dienstjahren die Erfolgreichste dazu. Jetzt veröffentlichen Baumann & Clausen bundesweit ihre erste Live-DVD. Eine echte Ossi-trifft-Wessi- DVD! Der eine ist Ossi und kommt aus Brumkow: Alfred Clausen. Der andere ist Wessi und kommt aus Neddelhastedtfeld: Hans Werner Baumann. Zufällig stolpern die beiden Vollblutbeamten ein Jahr vor dem Mauerfall in einer DDR Amtsstube übereinander. Eine folgenschwere Begegnung: Nach anfänglichem argwöhnischem Beschnuppern der irgendwie fremden und doch so vertrauten Spezies werden aus den beiden Käffchentrinkern Freunde fürs Leben ... In ihrer erfolgreichen Bühnenshow erzählen Jens Lehrich alias Hans Werner Baumann und Frank Bremser alias Oberamtsrat Alfred Clausen endlich die Kennenlerngeschichte Deutschlands beliebtester Bürokraten, die in der gleichnamigen Radio-ComedyShow seit 1994 die Hörer begeistern. So lustig kann Wiedervereinigung sein.


Kultur

Die Wildnis ruft: Yukon Bay

Seit 14 Jahren schreibt der Erlebnis-Zoo Hannover Zoogeschichte: Als erster Zoo bundesweit verabschiedete er sich konsequent von der Käfighaltung und präsentierte die Tiere in naturnahen Landschaften – in den Themenwelten Sambesi, Dschungelpalast, Meyers Hof, Gorillaberg, Mullewapp und Outback. Mit Beginn des Umbaus stiegen die Besucherzahl um 96 Prozent auf über 1,2 Millionen pro Jahr. Zoos weltweit kopieren heute das Konzept. 2010 eröffnete der Zoo die siebte Themenwelt – Yukon Bay – mit unvergesslichen Tierbegegnungen und vollendet sein Konzept „Zoo der Zukunft“. 22.000 Quadratmeter misst diese einzigartige Landschaft mit Flusslauf, Meeresbucht und vor allem der faszinierenden Unterwasserwelt: Hier sind Eisbären unter Wasser zu erleben. Weltweit bieten nur eine Hand voll Zoos ihren Gästen solche Einblicke... Diese Themenwelt ist die neue Heimat von Eisbären, Karibus, Pinguinen, Timberwölfen, Bisons, und Seebären. Zusätzlich sorgt die perfekt thematisierte Erlebnis-Gastronomie für das leibliche Wohl – Kanada pur.

Hier lauern Wölfe mit bernsteinfarbenen Augen am Ufer des Yukon. Eine Herde Karibus zieht vorbei, Bisons heben kurz den Kopf und grasen weiter. Alte Minen ziehen sich wie ein Flechtwerk durch die Berge in Richtung Hafenstadt. Die präsentiert sich kanadisch-bunt mit Holzhäusern und der alten Bergbahn „Duchess“, die schon Ende des 19. Jahrhundert Passagiere auf der Taku-Tram-Strecke

durch das Yukon Territory beförderte. Der Weg durch Yukon Bay ist eine Reise durch die raue Wildnis, bei der längst vergangene Goldgräberromantik wieder aufkommt und Abenteuer locken. Ähnlich wie die Goldgräber des 19. Jahrhunderts durchwandern die Zoobesucher Wildnis und felsige Landschaften, Schluchten und Höhlen, bis sie schließlich in den Hafen von Yukon Bay gelangen.

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Hotel | Gastronomie

Kulinarisches aus Sachsen-Anhalt Heinz Uhde - Küchenchef Flair Altmark Hotel „Deutsches Haus“ Arendsee/Altmark

Braten zu den Feiertagen: Gefüllte Gans nach Art des Hauses Ihre Einkaufsliste (5 Personen):

Die Zubereitung

Gefüllte Gans

Zuerst die Füllung für die Gans vorbereiten. Die Äpfel entkernen und in die entstandenen Löcher je 3 Esskastanien drücken.

1 junge Gans, etwa 5 bis 6 kg Gewicht Salz Pfeffer Whisky Honig Waldblüte Für die Füllung der Gans: 2 äpfel der Sorte Boskop 6 Esskastanien

Dieses Rezept für eine gefüllte Gans ist für mindestens 5 Personen ausreichend.

Die ausgenommene Gans innen säubern und sowohl innen als auch außen salzen und pfeffern. Danach die Gans mit den vorbereiteten Äpfeln füllen. Die gefüllte Gans mit Bratenband zunähen. Die Flügel und Keulen der Gans so festbinden, dass sie beim späteren Braten nicht abstehen, dadurch wird verhindert, dass die hoch stehenden Teile, nicht verbrennen können. Die so vorbereitete Gans in einen großen Bräter, mit der Gänsebrust nach oben einlegen und etwa 400 ml Wasser einfüllen. Jetzt sollte man die Gans in aller Ruhe bei etwa 130 - 150 ° C, etwa 5 Stunden braten lassen, dabei die Gans immer wieder mit der Bratenflüssigkeit übergießen. Bei Bedarf den Bratenfond mit etwas Wasser nachfüllen, so dass die Gans immer wenigsten zu einem Drittel mit Flüssigkeit bedeckt ist. Das sich absondernde Fett abschöpfen um daraus Gänseschmalz z. Bsp. für den Rotkohl zu haben. Nun, je nach Alter oder Gewicht der Gans, prüfen, ob die Gans auch innen gut durchgegart ist. In einer Tasse Honig und etwas Whisky verrühren und die Gans ringsherum damit einpinseln. Danach sollte die Gans noch einmal für ca. 15 min im Ofen bräunen. Auf den Rost legen und je nach gewünschter Bräune und Knusprigkeit bei etwa 200 °C knusprig braten. Die Soße ja nach Geschmack zusätzlich mit Orangensaft, Salz und Pfeffer kräftig würzen und mit etwas angerührter Speisestärke andicken. Mit einem sehr scharfen Messer zuerst die Gänseschenkel ringsum einschneiden und die Keulen herausdrehen und abtrennen, danach die Gänsebrust in der Mitte durchschneiden, sowie den Rest der gefüllten Gans in Portionen aufschneiden. Traditionell serviert man zur gebratenen Gans, die leckere Füllung mit Soße, Rotkraut und Kartoffelknödel.

FOTO: FOTOLIA.COM/SVENJA98

Tipp: Die Zeitangaben beim Braten der Gefüllten Gans im Backofen sind nur Anhaltspunkte.Es kommt einfach auf das Alter und das Gewicht vom Geflügel an. Bei zu langer Bratzeit, kann es gut möglich sein, dass das Gänsefleisch leicht trocken wird.

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IT | Web

Einkaufen im Internet

Web@ktuell

Aktuelle Zahlen der Europäischen Kommission Eurostat belegen, dass die Akzeptanz in der Bevölkerung wächst, Waren und Dienstleistungen im Internet zu bestellen. Deutschland wurde im letzten Jahr vom statistischen Platz 5 durch Luxemburg verdrängt. Dänemark konnte seinen zweiten Platz nicht halten und stark aufgeholt hat Malta. Allerdings gibt es auch Länder, in denen der Onlineeinkauf stagniert, wie zum Beispiel Island. Fazit: Immer mehr private Kunden kaufen online

Holger Dülken Geschäftsführer DV-KONTOR GmbH Gustav-Ricker-Str. 62, 39120 Magdeburg Telefon 0391 62 69-770 www.dv-kontor.com

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Geschäftskontakte

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Fraunhofer

„Wir sind der Spitzenstandort“ In der modernen technologischen Prozessentwicklung erobern digitale Welten die Konstruktionsbüros. Das Reißbrett ist abgelöst durch Rechnersimulationen und 3DWiedergabetechnologien. Durch deren richtigen Einsatz lassen sich Entwicklungszeiten und -risiken von Projekten und Prozessen deutlich reduzieren. Der Institutsleiter des Fraunhoffer IFF Magdeburg, Prof. Dr. Michael Schenk , gibt Auskunft zum Thema Digital Engeneering.

FOTO: FLOUM

schung der Komplexität. Maschinen und Anlagen, Automobile oder Flugzeuge - diese technischen Systeme entwickeln sich mit fortschreitenden Innovationen immer komplexer. Nur wer versteht, eine interdisziplinäre Entwicklung dieser Produkte in virtuellen Welten zu schaffen, kann schneller

Prof. Dr. Michael Schenk

und flexibler am Weltmarkt agieren ein Prozess, der heute als klarer Standortvorteil wiegt. Doch Rechnersimulationen können nicht die Menschen ersetzen. Mehr als 50 Prozent der methodischen Abläufe sind in digitalen Modellen simulierbar - den Rest steu-

www.iff.fraunhofer.de

FOTO: DIRK MAHLER/ FRAUNHOFER IFF

Digital Engineering - das Planen, das Testen und auch das Lernen an digitalisierten Maschinen und Anlagen verändert unsere Welt. Dabei werden hinter dreidimensionalen Modellen auch noch Funktionsparameter - Elektrik, Elektronik, Hydraulik oder Mechanik - hinterlegt. Technologische Prozesse sind so nicht nur optisch visualisiert, mit Digital Engineering fließt auch Haptik in die Funktionsmodelle ein. Verstehen und Wahrnehmen von Prozessabläufen, ohne die Konstruktion oder die Anlage in realer Dimension zu erstellen. Eine effiziente Art, mit existierenden Technologien schon heute bei der Planung in Prozesse einzugreifen, die erst morgen Realität sind. Digital Engineering bezieht sich somit auf den gesamten Lebensprozess einer Anlage oder Konstruktion - von der Idee, Umsetzung, Betrieb, Wartung und einer Modifizierungen auf Grund technischer Weiterentwicklung und verkürzt die Entwicklungsarbeit rapide. Deutsche Ingenieurskunst ist geradezu weltmeisterlich in der Beherr-

ert der Mensch zu. Seine Erfahrungen und sein Wissen um gewisse Prozessabläufe ist nicht ersetzbar - in der Abschöpfung dieser liegt der Vorsprung beim Digital Engineering. Das Fraunhofer IFF ist, in Verbindung mit seinen hier ansässigen Forschungspartnern, der Spitzenstandort in Deutschland beim Digital Engineering. Durch seine Nähe zu den Forschungseinrichtungen und zu den Unternehmen in der Region können unterschiedlichste Fach- und Studienbereiche ihre Kompetenz in Planungen von Maschinenanlagen einfließen lassen. Die Wertschöpfungskette in der Prozessindustrie gestaltet sich so effizienter. Diese Fähigkeiten werden mit Center for Digital Engineering (CDE) der Otto-von-Guericke- Universität Magdeburg weiter ausgebaut. Es ist eine Plattform des wissenschaftlichen Austausches des wissenschaftlichen Austausches unterschiedlicher Fachgebiete, in denen Digital Engineering sich zunehmend als wichtige Disziplin etabliert. Mit einem Masterstudiengang in Digital Engineering beschreitet die Magdeburger Universität in Deutschland neue Wege.

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MAHREG aktuell

MWG-Gruppe auf Erfolgskurs

Die MWG-Gruppe in Wernigerode kann auf ein erfolgreiches Jahr 2010 zurückblicken. Geschäftsführer Daniel Trutwin berichtet, dass in der gesamten MWG-Gruppe heute wieder 160 qualifizierte Mitarbeiter beschäftigt und darüber hinaus Leiharbeiter zur Absicherung von Produktionsspitzen einsetzt werden. Die Gruppe umfasst die MWG Oberflächenveredlung GmbH, die neben der Holding-Funktion verschiedene kaufmännische und technische Dienstleistungen wahrnimmt, und die drei operativen Tochtergesellschaften MWG Eloxal GmbH, MWG Pulverbeschichtung GmbH sowie die MWG Galvanotec GmbH als neue Gesellschaft. Im März 2010 bekam die MWG Pulverbeschichtung GmbH durch den Wirtschaftsminister des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff, die Auszeichnung „Unternehmen des Monats“ anlässlich der feierlichen Inbetriebnahme einer modernen und umweltschonenden Heißbeschichtungsanlage in Wernigerode. Die klare Strategie, mit der im Jahr 2009 eine schwierige Unternehmenssituation gemeistert wurde, und die Weitsicht, auch in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld in moderne Technologien für bestehende und neue Märkte zu investieren, führten zu dieser Ehrung. Nach einem halben Jahr fällt die erste Zwischenbilanz der MWG Pulverbeschichtung GmbH durchweg positiv aus. Durch den Einsatz der neuen Technologie und die Erweiterung der Kapazitäten verbesserte sich insbesondere die Zusammenarbeit mit dem Endkunden BMW deutlich. In der neuen Heißbeschichtungsanlage werden hochwertige Oberflächenveredlungen realisiert, die sowohl höchste Ansprüche an die Funktionalität als auch an das Design erfüllen u.a. in verschiedenen Sichtteilen für BMWMotorräder. Insbesondere durch die Kombination von verschiedenen Vorbehandlungsverfahren, wie z.B. dem Aluminiumstrahlen und dem Grünchromatieren, und der eigentlichen Pulverbeschichtung ist das Unternehmen in der Lage, sich einen klaren Wettbewerbsvorteil durch günstige Preise, hohe Flexibilität und ein hervorragendes Qualitätsniveau zu ver-

Heißpulverbeschichtungsanlage investiert werden kann. Einen weiteren Grund zum Feiern hatte die MWGGruppe Mitte Oktober 2010 mit der Einweihung des neuen Standorts der MWG Galvanotec GmbH in Osterwieck (vormals FMD GmbH) als aktivenTeil der wachsenden MWG-Gruppe. Im Rahmen der erfolgten Neuausrichtung der MWG-Gruppe konzentrieren sich am Standort Osterwieck die Aktivitäten für die spezielle Veredlung metallischer Oberflächen, wie Hartverchromen,

schaffen. Neben der Zusammenarbeit mit der ebenfalls in Wernigerode ansässigen Firma PSFU erhielt die MWG Pulverbeschichtung GmbH seitens BMW zusätzliche Anfragen. Derzeit laufen erste Serien für die Pulverbeschichtung von Zylinderkopfhauben aus Magnesium für Motorräder, einem in der Bearbeitung und Oberflächenbeschichtung sehr anspruchsvollen Trägermaterial. Auszeichnung als Unternehmen des Monats. Ausgebaut werden konnte auch die Zusammenarbeit mit der Firma WilHartanodisieren und optisch hochwertike/ Ficosa. Zusätzlich zu der Pulverbege Oberflächenverfahren. Hier erfolgten schichtung von Teilen für Spiegelsystein den vergangenen Monaten umfangreime aus dem Nutzfahrzeugbereich hat che Investitionen in die Modernisierung die MWG Pulverbeschichtung GmbH in und Automatisierung der Produktionsden vergangenen Jahren für ihren Partanlagen. Eine umweltfreundliche Verner Wilke/ Ficosa die anspruchsvolle dampferanlage wurde installiert, ein neuAufgabe der Systemverantwortung überes, modernes Logistikkonzept ist in der nommen. Bis Ende Oktober 2010 kaUmsetzung. Die Mitarbeiter werden inmen im laufenden Jahr allein für Ficosa tensiv geschult und qualifiziert. mehr als 500.000 Teile zur Bearbeitung. Bei der offiziellen Einweihung in OsterInsgesamt konnte die MWG Pulverbewieck würdigte Wirtschaftsminister Haschichtung GmbH bereits Ende August seloff den neuen Standort und betonte, den Gesamtumsatz des Vorjahres überwie sinnvoll es ist, dass sich einzelne Untreffen und steuert auf einen neuen Umternehmen in Sachsen-Anhalt zu Netzsatzrekord zu. Derzeit wird bereits gewerken zusammenschließen, um damit prüft, wie und wann in eine weitere insgesamt noch schlagkräftiger zu werden. Das Cluster MAHREG Automotive als Zusammenschluss der Automobilzulieferer in Sachsen-Anhalt ist eine solche Plattform. Für das Jahr 2011 hat sich die MWGGruppe schon jetzt einiges vorgenommen. Bestehende Marktkontakte sollen vertieft und neue Marktbereiche für die Oberflächenveredlung gewonnen werden. Ziel ist es, durch weitere Investitionen neue Arbeitsplätze zu schaffen. www.mwg-gruppe.de

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Steuern

Handwerkerleistungen, Kinder, Investitionsabzugsbetrag, Degressive Abschreibung 1.Handwerkerleistungen Planen Sie Ihre Ausgaben richtig und holen Sie sich zusätzliche Ersparnis heraus! Haben Sie jetzt zum Jahreswechsel Ausgaben für Umzug, Renovierung oder Ähnliches welche die Höchstbeträge wahrscheinlich überschreiten werden, planen Sie diese Arbeiten richtig! Dann können Sie in Absprache mit den Auftragnehmern die Arbeiten (bzw. auch nur die Bezahlung der Arbeiten) so legen, dass sie zum Teil noch im Jahr 2010 und zum Teil im Jahr 2011 erfolgen. So können Sie die Höchstbeträge von 2 Jahren voll ausschöpfen. Beispielrechnung: So können Sie die Höchstbeträge geschickt ausnutzen: Ausgangslage: Sie planen einen Umzug und müssen die alte Wohnung renovieren und modernisieren auch noch zusätzlich die neue Wohnung. Es entstehen Ihnen dadurch Gesamtkosten für den Arbeitslohn in Höhe von 10.000 EUR. Lösung 1: Ungünstige Planung Sie lassen alle Arbeiten im Jahr 2010 erledigen und zahlen auch alle Rechnungen bereits im Jahr 2010. Damit fallen die Gesamtkosten für den Arbeitslohn in Höhe von 10.000 EUR in das Jahr 2010. Davon können Sie 20 % (entspricht 2.000 EUR) aber maximal 1.200 EUR als Vorteil ansetzen. Ergebnis: Sie haben im Jahr 2010 lediglich einen Steuervorteil in Höhe von 1.200 EUR, die restliche 800 EUR verpuffen. Lösung 2: Günstigere Planung Sie lassen die Arbeiten um den Jahreswechsel 2010/2011 erledigen und vereinbaren mit dem Handwerksunternehmen, dass Sie die eine Hälfte noch in 2010 und die andere in 2011 zahlen. Damit fallen im Jahr 2010 Gesamtkosten für den Arbeitslohn in Hö-

he von 5.000 EUR an. Davon können Sie 20 % (entspricht 1.000 EUR) aber maximal 1.200 EUR als Vorteil ansetzen. Im Jahr 2010 fallen weitere 5.000 EUR an, von denen Sie wieder 20 % (entspricht 1.000 EUR) aber maximal 1.200 EUR als Vorteil ansetzen Ergebnis: Bei exakt den gleichen Ausgaben wie im ersten Fall, können Sie insgesamt 2.000 € von Ihrer Steuer abziehen!

2. Kinder Haben Sie Kinder, die über 18 Jahre alt sind und befinden sich diese bereits in einer Ausbildung oder arbeiten bereits? Dann prüfen Sie deren Einkommensgrenze um auch weiterhin ein Anrecht auf Kindergeld zu haben. Liegt das Einkommen Ihres Kindes voraussichtlich nur geringfügig über der Einkommensgrenze von 8.004,00 EUR prüfen Sie ob noch Werbungskosten generiert werden können, z.B. durch Kauf von Fachliteratur um damit unter die Einkommensgrenze zu kommen und das Anrecht auf Kindergeld zu behalten.

3. Investitionsabzugsbetrag und degressive Abschreibung

KARIN FRANEK

ist Steuerberaterin und Geschäftsführende Gesellschafterin der GSP Steuerberatungsgesellschaft Magdeburg GmbH. Im Wirtschaftsspiegel schreibt sie Beiträge zu steuerrechtlichen Problemen. Sie erreichen sie telefonisch unter 03 91 56 85 70. E-Mail: info@gsp-magdeburg.de

Investitionsabzugsbetrag Bis 31.12.2010 gelten letztmalig die erhöhten Grenzen für den Investitionsabzugsbetrag und für die Sonderabschreibung nach § 7g Abs. 5 EStG in Höhe von 20 %: - Schwellenwert beim Betriebsvermögen auf 335.000 EUR - Wirtschaftswert in der Land- und Forstwirtschaft auf 175.000 EUR - Gewinn aus der Einnahmen-Überschuss-Rechnung auf 200.000 EUR.

Also hier gegebenenfalls durch Einnahmen-, Ausgabensteuerung zum Jahreswechsel zu versuchen unter den erhöhten Grenzen zu bleiben, um dies noch in Anspruch nehmen zu können.

Für den Investitionsabzugsbetrag gelten die Grenzen bis zum 31.12.2010. Für die Sonderabschreibung nach §7g Abs. 5 EStG gelten die erhöhten Grenzen noch für in 2011 angeschaffte Wirtschaftsgüter. Das heißt wenn man zum 31.12.2010 unter den erhöhten Grenzen liegt, kann man für Anschaf-

Degressive Abschreibung Zum 31.12.2010 läuft die degressive Abschreibung in Höhe von 25 % aber höchstens das Zweieinhalbfache der linearen Abschreibung aus. Für alle bis zum 31.12.2010 angeschafften Wirtschaftsgüter ist letztmalig die steuerlich degressive Abschreibung möglich.

fungen im Jahr 2011 noch die Sonderabschreibung gem. § 7g Abs. 5 EStG nehmen.

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Recht

Privat versus Gesetzlich: Krankenversicherung Mit dem am 12.11.2010 vom Bundestag verabschiedeten GKV-Finanzierungsgesetz (GKV-FinG) wird unter anderem das Dreijahresmoratorium beim Wechsel von der GKV in die PKV wieder abgeschafft. Voraussetzung: Das Gehalt des Wechslers übersteigt im Jahr 2010 die Jahresarbeitsentgelt-Grenze von 49.950 Euro. Weitere Neuregelungen betreffen unter anderem privatversicherte Eltern und Pflegende, den Höchstbeitragssatz im Basistarif und die Bindungsfrist in bestimmten GKV-Wahltarifen. Die dreijährige Wechselfrist fällt zum Jahresende Für die private Krankenversicherung ist beim GKV-FinG vor allem die Wiederherstellung der alten Wechselmöglichkeiten von der GKV in die PKV von Bedeutung. Mit dem GKV-FinG wird die alte Rechtslage wieder eingeführt, wie sie vor der letzten Gesundheitsreform im Jahr 2007 galt. Angestellte werden mit Ablauf des Jahres versicherungsfrei, in dem ihr Gehalt die JahresarbeitsentgeltGrenze übersteigt, sofern ihr Gehalt voraussichtlich auch im Folgejahr oberhalb der Jahresarbeitsentgelt-Grenze liegen wird. Weil die neuen Regelungen bereits am 31. Dezember 2010 in Kraft treten, scheiden Ende dieses Jahres auch Arbeitnehmer aus der Versicherungspflicht aus, deren Gehalt diese Verdienstgrenze erstmalig in diesem Jahr überschritten hat. Diese Jahresarbeitsentgelt-Grenze liegt im Jahr 2010 bei 49.950 Euro und wird ab 2011 leicht auf 49.500 Euro gesenkt. Nur regelmäßige Gehaltsbestandsteile zählen Auch nach der neuen Rechtslage gilt nach Angaben des PKV-Verbands, dass nur regelmäßige Gehaltsbestandteile, also etwa neben dem Grundgehalt auch regelmäßige Zahlungen von Weihnachtsund Urlaubsgeld, vermögenswirksame Leistungen oder regelmäßig gezahlte Zulagen berücksichtigungsfähig sind, während Bo-nuszahlungen oder einmalige Sonder-zahlungen nicht auf die Jahresarbeitsentgelt-Grenze anzurechnen sind. Nicht erforderlich ist, dass der Arbeitnehmer in dem Jahr, in dem sein regelmäßiges Gehalt die JahresarbeitsentgeltGrenze übersteigt, tatsächlich ein Gehalt dieser Höhe erzielt hat. Ausreichend ist vielmehr, dass sein Jahresgehalt im Laufe eines Jahres die JahresarbeitsentgeltGrenze überschreitet. 46

Ein Beispiel: Ein Arbeitnehmer bezieht von Januar bis November 2010 ein regelmäßiges Jahresgehalt in Höhe von 45.000 Euro, verdient also in diesem Zeitraum 41.250 Euro. Ab Dezember 2010 erhöht sich sein regelmäßiges Jahresgehalt auf 50.100 Euro und er verdient in diesem Monat 4.175 Euro. Insgesamt hat der Arbeitnehmer in diesem Jahr 45.425 Euro verdient, sein regelmäßiges Gehalt liegt also unterhalb der Jahresarbeitsentgelt-Grenze von 49.950 Euro. Weil er allerdings ab Dezember 2010 ein regelmäßiges Jahresgehalt oberhalb der Jahresarbeitsentgelt-Grenze bezieht und auch im nächsten Jahr voraussichtlich beziehen wird, ist er ab dem 1. Januar 2011 versicherungsfrei und kann in die private Krankenversicherung wechseln. Für Selbstständige und Beamte bleibt alles beim Alten Selbstständige und Beamte sind auch nach den neuen Regelungen weiterhin generell von der Versicherungspflicht in der GKV befreit und können sich daher jederzeit privat versichern. Berufsanfänger sowie Personen, die erstmals in Deutschland eine Beschäftigung aufnehmen und deren Gehalt oberhalb der Jahresarbeitsentgelt-Grenze liegt, unterliegen nicht der Versicherungspflicht in der GKV. Sie können sich also sofort und nicht erst zu Beginn des nächsten Jahres privat versichern. Auch insoweit wird die vor der letzten Gesundheitsreform geltende Rechtslage wieder eingeführt. Erleichterungen für privat versicherte Eltern und Pflegende Privat versicherte Arbeitnehmer, die während der Elternzeit Teilzeit arbeiten und ein Gehalt unterhalb der Jahresarbeitsentgelt-Grenze beziehen, haben die Möglichkeit, sich von der Versicherungspflicht in der GKV innerhalb einer Frist von drei Monaten befreien zu lassen. Der Antrag ist nach Angaben des PKV-Verbands bei der Krankenkasse zu stellen, an die die Sozialversicherungs-Beiträge abgeführt werden. Ein Beispiel: Ein privat versicherter Arbeitnehmer ist seit dem 1. Januar 2007 wegen Überschreitens der Jahresarbeitsent-gelt-Grenze versicherungsfrei. In der Zeit vom 1. Juli 2008 bis 30. Juni 2011 nimmt er Elternzeit, ohne einer Beschäftigung nachzugehen. Im Anschluss an die Elternzeit nimmt er eine Teilzeittätigkeit mit einem

RONALD TÜBKE

ist Vertreter der ABP Service Ltd. Das ABP-Kompetenz-Zentrum koordiniert mit Banken, Versicherungen, Steuerberatern, Rechtsanwälten, Unternehmensberatern und Finanzdienstleistern die fachübergreifende Arbeit. Leser unseres Magazins erreichen Ronald Tübke in 39108 Magdeburg Maxim-Gorki-Str. 10 Telefon 0391 2 44 75 10 Telefax 0391 2 44 75 14 Umfang von 20 Stunden pro Woche und einem Jahresgehalt in Höhe von 25.000 Euro auf. Vergleichbare Vollbeschäftigte arbeiten 40 Stunden in der Woche. Der Arbeitnehmer kann sich innerhalb von drei Monaten nach Aufnahme der Teilzeittätigkeit von der Versicherungspflicht befreien lassen und privat versichert bleiben. Weiterhin können sich privat versicherte Arbeitnehmer von der Versicherungspflicht in der GKV befreien lassen, wenn ihre Arbeitszeit auf maximal die Hälfte vergleichbarer Vollbeschäftigte herabgesetzt wird, sofern sie bereits seit fünf Jahren wegen Überschreitens der Jahresarbeitsentgelt-Grenze versicherungsfrei sind. Kürzere Bindungsfristen bei GKV-Wahltarifen Freiwillig gesetzlich Versicherte, die einen Wahltarif bei ihrer Krankenkasse (etwa Versicherungsschutz mit Selbstbehalt,


Recht | Wirtschaft

Beitragsrückerstattung) abgeschlossen haben, unterliegen derzeit einer dreijährigen Mindestbindungsfrist. Diese Mindestbindungsfrist wird durch das GKVFinG teilweise auf ein Jahr verkürzt, Das gilt für Wahltarife, die Versicherungsschutz mit Beitragsrückerstattung, Kostenerstattung oder die Übernahme der Kosten für Arzneimittel der besonderen Therapierichtungen vorsehen. Neue Regeln für den Höchstbeitragssatz im Basistarif Ebenfalls neu geregelt wurde die Festsetzung des Höchstbeitrags im Basistarif. Er ergibt sich zukünftig aus der Multiplikation des allgemeinen Beitragssatzes (ab 1. Januar 2011: 15,5 Prozent) mit der jeweils geltenden BeitragsbemessungsGrenze (2011: 3.712,50 Euro monatlich). Hinzugerechnet wird der neu definierte, durchschnittliche Zusatzbeitrag in der GKV. Die Höhe des durchschnittlichen Zusatzbeitrags für das Jahr 2011 gibt das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) im Einvernehmen mit dem Bundesministerium der Finanzen am 3. Januar 2011 im Bundesanzeiger bekannt. Der Höchstbetrag im Basistarif hat ab dem 1. Januar 2011 mindestens eine Höhe von 575,44 Euro. Wird ein durchschnittlicher Zusatzbeitrag im Bereich der GKV erhoben, erhöht sich der Höchstbeitrag in Höhe des durchschnittlichen Zusatzbeitrags rückwirkend zum 1. Januar 2011. Kapitalanlagen Fonds Die Zeit der Schiffskrise scheint vorbei - Positive Marktstimmung im Containerbereich Nicht nur im Bereich der Wertpapierfonds herrscht eine positive Stimmung durch die Erholung des Welthandels. Auch die geschlossenen Fonds wie zum Beispiel Schiffsbeteiligungen erholen sich. Denn verpackt werden große Teile der weltweiten Handelsware in Containern, die somit endlich wieder häufiger nachgefragt werden. Von Mitte 2008 bis Mitte 2009 musste der Containermarkt einen deutlichen Rückgang hinnehmen, auf den die Hersteller mit Produktionskürzungen und die Betreiber mit verstärkten Verschrottungen reagierten. Seit etwa einem Jahr geht es wieder bergauf, für 2010 erwarten Marktbeobachter Steigerungen zwischen 7,5 und zehn Prozent, die Auslastung beträgt aktuell wieder bis zu 95 Prozent.

Maschinenbauer über den Berg Risikomanagement heißt Zukunftsfähigkeit Dabei geht es um die Unterstützung der Betriebe bei ihrem Bestreben Unternehmensrisiken zu erkennen und erfolgreich zu beherrschen. Nicht die Risiken zu eliminieren, sondern deren Beherrschung, ist das Thema. Ein Konzern der Nahrungsmittelindustrie, hat ein anderes Risikoprofil als ein mittelständischer Maschinenbauer. Das Risikoprofil wird individuell aufgenommen und bewertet. Nun werden weitere Instrumente zur Risikominderung betrachtet oder entsprechende Möglichkeiten geprüft. Der Maschinenbauer benötigt z.B. für seine Geschäftstätigkeit in Übersee besondere Händlerverträge, spezielle Haftungsvereinbarungen und dazu passende Versicherungsdeckungen. Abschließend wird das wiederum verbleibende Restrisiko gemessen. Es folgen Umsetzung bzw. Entscheidung und die Überwachung und Optimierung der getroffenen Maßnahmen und deren Auswirkungen. Der mittelständische Maschinenbauer: Problem: Zu wenig Aufträge Das norddeutsche Unternehmen produziert Dreh- und Frästeile für den Maschinenbau und war in eine benachbarte Stadt, in eine größere Halle, umgezogen. Aus Miete wurde Eigentum. Das erschien zunächst vernünftig. Doch dann blieben die Kunden aus. Der Kapitaldienst ging weiter, der Umsatz ging zurück. Liquidität war kaum vorhanden. Eine Steuernachzahlung konnte nicht geleistet werden. Mitarbeiter konten nicht weiterbeschäftigt werden. Der Unternehmer war erheblich psychisch unter Druck und reagierte zunehmend ungeduldig, was die Findung von Lösungsansätzen und deren Durchführug erschwerte. Zunächst wurde eine Risiko-Ist-Analyse durchgeführt. Hierzu gehörte auch das Aufstellen aktueller Maschinenstundensätze und eine verkürzte Kapazitätsplanung. Eine Maschine wurde zum Verkauf angeboten. Auf weitere Leasingverträge wurde aufgrund der längerfristigen Vertragsbindung zunächst verzichtet. Der Analyse folgte das Eindämmen von Kosten wie Energie, Einkauf, Telefon, Versicherungen Hier wurden teilweise neue Verträge abgeschlossen oder in geeignetere geändert. Bevor es zum Abbruch des Kapitaldienstes kam, wurde mit der Bank verhandelt. Es kam zu kontrollierter vorübergehender Verringerung der Zins und Tilgungszahlungen bei gleichzeitiger Vereinbarung von Sondertilgung. Wir widmeten uns der Bildung

MICHAEL THAMERUS ist zugelassener Versicherungsberater (IHK) und schreibt für den Wirtschaftsspiegel Sachsen-Anhalt zum Thema Risikomanagement von Liquidität, indem steuerfreie oder offene Rücklagen gebildet wurden. Alternativ und vorübergehend war auch eine Rückstellung für unterlassene Instandhaltung, schwebende Geschäfte, Gewährleistung, Steuernachzahlungen etc möglich. Der Maschinenpark wurde neu bewertet, die Abschreibung neu kalkuliert. Wir schauten uns die Lieferanten genauer an und suchten nach gemeinsamen Lösungen, wie z.B. nach optimaleren Lieferantenlinien. Eine telefonische Kundenbefragung wurde durchgeführt. Das brachte neue Erkenntnisse hinsichtlich von Kundenwünschen und Umgangsformen. Gleichzeitig war das Coachen des Unternehmers erforderlich. Es ist wichtig, dass der Unternehmer auch in Phasen der Anspannung proaktiv handelt, d.h. den Aufgaben nicht hinterherläuft, sondern sie voraus plant. Für die Steuerforderung haben wir Lebensversicherungen auflösen müssen, diese aber sofort mit moderneren Produkten, wie Rürup-Verträgen ersetzt. In diesen 2 Jahren der intensiven Zusamenarbeit, war es sogar möglich, bauliche Veränderungen an dem Hallenbau vorzunehmen und so das Umfeld zu verschönern. Die Aufstockung mit drei Mietwohnungen wurde in der Zukunft erwogen. Ein Imbiß-Geschäft mietete einen Teil des Grundstücks. Die Kunden gewannen wieder Vertrauen zu dem Unternehmen und gewöhnten sich dann auch an den neuen Standort. Ein Auszubildender wurde eingestellt und Fertigung und Büro bekamen wieder Verstärkung. Das Unternehmen ist abschließend stabilisiert aus der Zusammenarbeit hervorgegangen, muss aber wachsam bleiben.

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Recht

Die Selbstanzeige im Steuerrecht Die Selbstanzeige gemäß § 371 Abgabenordnung (AO) hat derzeit Hochkonjunktur. Nicht zuletzt dadurch, dass der vom Staat gebilligte Ankauf gestohlener CD’s durch deutsche Steuerbehörden mit Informationen zu Steuerdaten zu Kapitalanlegern in der Schweiz tausende von Selbstanzeigen ausgelöst hat und daher die Öffentlichkeit beschäftigt. Viele Steuerberater – respektive Strafverteidiger – sehen sich daher einmal mehr damit konfrontiert, über § 371 AO Straffreiheit für ihre Mandanten zu erlangen. Bedeutung der Selbstanzeige Bei der Selbstanzeige handelt es sich um einen persönlichen Strafaufhebungsgrund. Als persönlicher Strafaufhebungsgrund greift § 371 AO demnach nur für die Person, die sie erstattet. Danach wird derjenige, der die Steuerhinterziehung begangen hat, straffrei, wenn er unrichtige oder unvollständige Angaben bei der Finanzbehörde berichtigt oder ergänzt oder unterlassene Angaben nachholt und die hinterzogenen Steuern nachzahlt. Wesentlicher Grund für die hier waltende Milde des Gesetzgebers ist nicht etwa der Gedanke, dass Steuerhinterziehung eine Art Bagatelldelikt sei. Sinn und Zweck der Selbstanzeige ist es vielmehr, dem Fiskus bisher verheimlichte Geldmittel zu erschließen. Voraussetzungen der Selbstanzeige Als Anknüpfungstat für eine Selbstanzeige kommen die Steuerhinterziehung und deren Versuch in Betracht. In wenigen Ausnahmefällen sieht der Gesetzgeber darüber hinaus für weitere Delikte eine Selbstanzeige vor, wie beispielsweise für die Ordnungswidrigkeit der leichtfertigen Steuerverkürzung. Die Selbstanzeige kann jeder abgeben, der als Täter, sei er Alleintäter oder Mittäter, eine Steuerhinterziehung begangen hat. Ferner können auch Teilnehmer der Steuerhinterziehung, d. h. Anstifter oder Gehilfen, eine Selbstanzeige erstatten. Regelmäßig kann die Selbstanzeige dabei auch durch einen Bevollmächtigten abgegeben werden. Dabei ist die Selbstanzeige nur wirksam, wenn gewisse positive Voraussetzungen (Tatsachen die vorliegen müssen) vorhanden und umgekehrt gewisse negative Wirksamkeitsvoraussetzungen (Tatsa48

chen die nicht vorliegen dürfen) beachtet sind. Positive Voraussetzungen sind: Unrichtige oder unvollständige Angaben bei der Finanzbehörde müssen selbst berichtigt oder ergänzt oder unterlassene Angaben nachgeholt werden, d. h. der Steuerschuldner muss sich selbst offenbaren. Im Fall, dass eine Steuerverkürzung schon eingetreten ist, wie dies regelmäßig bei den Kapitalanlegerfällen, beispielsweise in der Schweiz, gegeben ist, muss neben der Benennung der Besteuerungsgrundlagen bei der Selbstanzeige hinzukommen, dass die zugunsten desjenigen, der Selbstanzeige erstattet hat, hinterzogenen Steuern innerhalb einer ihm bestimmten angemessenen Frist nachentrichtet werden. Negative Voraussetzungen sind: Daneben dürfen keine Ausschlussgründe vorliegen. Ein Erscheinen eines Amtsträgers der Finanzbehörde zur steuerlichen Prüfung oder zur Ermittlung einer Steuerstraftat oder einer Steuerordnungswidrigkeit schließt die Selbstanzeige aus. Die Bekanntgabe der Einleitung des Straf- oder Bußgeldverfahrens wegen der konkreten Tat an den Täter oder seinen Vertreter löst eine weitere Sperre für die Selbstanzeige aus. Regelmäßig darf die Tat zum Zeitpunkt der Selbstanzeige noch nicht entdeckt sein. Vor allem diese Frage kann in der Praxis erhebliche Abgrenzungsprobleme bereiten. Konsequenzen der wirksamen Strafanzeige Soweit die Selbstanzeige reicht und die hinterzogenen Steuern nachgezahlt werden, tritt in aller Regel Straffreiheit ein. Regelmäßig wird bei der Selbstanzeige allerdings damit zu rechnen sein, dass die Steuerfahndung eingeschaltet wird und Ermittlungen durchführt. Strafbefreiende Selbstanzeige – eine Brücke zur Steuerehrlichkeit In einem kürzlich veröffentlichten Beschluss vom 20.05.2010 fordert der Bundesgerichtshof den Steuerschuldner auf, bei der Selbstanzeige „reinen Tisch zu machen“. Der BHG fordert damit die Rückkehr zur Steuerehrlichkeit durch die Selbstanzeige. Eine Selbstanzeige erfordert demnach, dass der Steuerschuldner

DANIEL HOHMANN

ist seit 2008 Rechtsanwalt in der Kanzlei Thiele & Coll. Rechtsanwälte.

Er beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit den Rechtsgebieten Verwaltungsrecht, Straf- und Ordnungswidrigkeitenrecht, Familienrecht sowie Urheberrecht. Leser des Wirtschaftsspiegels erreichen Rechtsanwalt Hohmann unter Kanzlei Thiele & Coll. Rechtsanwälte Tel.: 0391 5974990 Fax: 0391 5974999 Kanzlei@RA-Andreas-Thiele.de nicht nur die Steuerschuld hinsichtlich der Taten offenbart, deren Aufdeckung er fürchtet, er muss vielmehr zur Steuerehrlichkeit zurückkehren und sämtliches Fehlverhalten offen legen. Die sog. Teilselbstanzeige ist also wirkungslos. Fazit In der Beratungspraxis ist den gesetzlichen Erfordernissen der Selbstanzeige größte Aufmerksamkeit zu schenken, da entsprechend nachlässiges Verhalten zum Ausschluss der Strafaufhebung führen kann. Für bisher nicht erklärte Kapitalanlagen im Ausland sollte daher bedacht werden, ob man nicht auch eine Selbstanzeige macht. Dies deshalb, da zum einen die „Steueroasen“ zunehmend mit der Bundesrepublik Abkommen hinsichtlich entsprechenden Informationsaustausches schließen. Zum anderen da durch den Ankauf der in den Medien viel diskutierten CD’s sich auch Bankmitarbeiter anderer Länder locken lassen werden, den deutschen Behörden entsprechende Datensätze anzubieten.


Karrikatur: Kai Felmy

Glosse

Festliche Grüße und einen guten Start ins Jahr 2011

12/2010 | Wirtschaftsspiegel für Sachsen-Anhalt

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Ticker | Impressum

IVD Mitte-Ost wählt Vorstand neu

Impressum

Das Wirtschaftsmagazin für Sachsen-Anhalt Große Diesdorfer Straße 52 39110 Magdeburg Telefon.: 0391-728090 E-mail: info@wirtschaftsspiegel.com Internet: www. wirtschaftsspiegel.com

Der IVD Mitte-Ost e.V., Regionalverband des Immobilienverbandes Deutschland für Sachsen und Sachsen-Anhalt, wählte in Leipzig seinen neuen Vorstand. Dabei steht Kontinuität im Vordergrund. Karl-Heinz Weiss, der den Vorstand bisher kommissarisch führte, wurde nun offiziell in diesem Amt bestätigt. Gleichfalls waren Jens Zimmermann, der auch alter und neuer Pressesprecher ist, Jutta Stricker und Dirk Radde bereits im Führungsgremium vertreten. Neu hinzu gekommen ist Rainer Hummelsheim. Der IVD Mitte-Ost will so vermehrt Akzente im Interesse der Region, seiner Mitglieder, aber auch der Mieter und Nutzer von Immobilien setzen und die Fachkompetenz der Branche noch stärker in die politischen Debatten der Regionalentwicklung und Wirtschaftsförderung einbringen. Der IVD Mitte-Ost ist die standesrechtliche Vertretung für Immobiliendienstleister, Makler, Verwalter und Sachverständige in den beiden mitteldeutschen Ländern. Bundesweit zählt der IVD, 2004 als Zusammenschluss aus den bis dahin selbständigen Traditionsverbänden Ring Deutscher Makler (RDM) und Verband Deutscher Makler (VDM) entstanden, mehr als 6.000 Mitgliedsunternehmen.

Jungfacharbeiter im Rampenlicht

Medienverbund regionaler Wirtschaftsmagazine Sachsen-Anhalt, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern Der Wirtschaftsspiegel erscheint zweimonatlich im Wirtschaftsspiegel Verlag Sachsen-Anhalt UG (haftungsbeschränkt) Geschäftsführer: Gert Hohlwein Redaktion&Satz: www.floum.de Breite Straße 36 b 39326 Glindenberg Telefon 039201 21853 Autoren dieser Ausgabe: Ronald Floum, Peter Prötzig, Holger Dülken, Karin Franek, Ronald Tübke, Daniel Hohmann, Michael Thamerus Titel: Montage floum.de Produktion und Layout: Spectrum Wirtschaftswerbung GmbH Druck: Halberstädter Druckhaus Der nächste Wirtschaftsspiegel erscheint im Februar 2011 Anzeigenschluss: 25.01.2011

Im Jagdschloss Spiegelsberge kürte der Verein Junge Wirtschaft Harz während einer feierlichen Preisverleihung die drei Finalisten des Auszubildendenwettbewerbs „spotlight“. Sebastian Feind, André Müller und Isabelle Lehmann (Foto oben) haben sich gegen ihre zahlreichen Mitbewerber durchgesetzt und dürfen sich nun „beste Auszubildenden des Landkreises Harz“ nennen. In zwei Auswahlrunden mussten sich die Gewinner gegen ihre Mitbewerber durchsetzen. Während in der ersten Runde die Abschlussnoten der IHK- und HWK-Prüfungen ausschlaggebend waren, mussten die zehn Finalisten in einer zweiten Runde ihren Ausbildungsberuf vor einer sach- und fachkundigen Jury präsentieren. Die drei Gewinner kommen aus sehr unterschiedlichen Branchen, haben aber alle ihre Erstausbildung bei einem Unternehmen mit Sitz im Landkreis Harz bzw. bei einem Mitgliedsunternehmen des Vereins abgeschlossen. 50

Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages. Der Verlag übernimmt keine Haftung für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen. Einzelpreis: 4,90 Euro Jahresabonnement: 27,00 Euro ISSN: 1860-8558


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Wirtschaftsspiegel Ausgabe 6 2010  

Ausgabe 06 2010 des Wirtschaftsspiegel Sachsen-Anhalt, Wirtschaftsmagazin

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