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DER SCHNEEHASE JAHRBUCH DES SCHWEIZERISCHEN AKADEMISCHEN SKI-CL-UBS

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INHALTSVERZEICHNIS Seite

Bd. 2, Nr. I. 1931. Schriftleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Rundschau des Jahres, Dr, B. Rüfenacht, SAS . . . . . . . . . . . . . Von den schönsten Abfahrten der Schweiz: Rund um Corviglia, Dr. H. Hoek, SAS . . . . . . . . . . . . . . Parsenn, oder die grossen Abfahrten von der Weissfluh, Dr. H. Hoek, SAS . . . Eismeer-Abfahrt, 0. Gurtner, SAS . . . . . . . . . . . . . . . Eindrücke von der Schweiz und von den Sprungschanzen des Alpenlandes, Sigm. Ruud, SAS . . . . . . . . . . . . . Vom Skifahren in Oesterreich, Dr. F. Martin Der Schnee erzählt, Dr. H. Hoek, SAS . . . . . . . . . . . . . . . Ueber den Ursprung des Ski, Graf C. G. D. Hamilton, SAS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Meine Skispitzen, Dr. H. Hoek, SAS Zweites Kilometerlanc6 auf Ski, Ing. R. Straumann . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8. Rennen England-Schweiz, W. Bonomo, SAS 7. Akademische Ski-Wettkämpfe aller Länder, W. Grob, SAS . . . . . . . . Die FIS-Rennen in Oberhof, F. Erb . . . . . . . . . . . . . . . . 2-mal Mürren, 0. Gurtner, SAS . . . . . . . . . . . . . . . . . 4. Zürcher Hochschulbecher, H. Lindlar, SAS . . . . . . . . . . . . . Thorleif Björnstad t . . . . . . . , . . . . . . . . . . . . Unsere Ehrenmitglieder : 6. Dr. Kar1 Roesen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . KlubnachrichtenundMitteilungenderSchriftleitung . . . . . . . . . . . Beilagen : Aero-Revuekarte vom Corviglia-Skigebiet Aero-Revuekarte vom Parsenn-Skigebiet

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1 2 6 18 34 38 44

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D e r Fรถhn kommt

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Dr A . oetner


Das charakteristische am fünften Bande in der Reihe der Schneehasen ist seine Frühgeburt ! Nicht etwa, dass wir damit sagen wollen, er sei zarter, schwächlicher oder gar in Missgestalt geboren. In Form und Inhalt glauben wir, dass er trotzdem seinen vier spätgeborenen Brüdern die Stange hält. Die Schriftleitung hat dieses Jahr ihre Mitarbeiter systematisch bombardiert - und der Erfolg blieb nicht aus. Immerhin möchten wir erwähnen, dass der letzte Beitrag von einem Berner, der in Zürich wohnt, « erpresst worden ist, was jedenfalls viel für Bern spricht !

))

Der SAS hat sich in diesem Skijahr wieder auf nationalem und internationalem Gebiet betätigt : Rennsportlich und organisatorisch. Über die Rennen berichten die Mitarbeiter weiter hinten ; in organisatorischer Hinsicht erwähnen wir die Mitarbeit des SAS bei der Redaktion der neuen Internationalen Wettlaufordnung für Abfahrt und Slalom sowie unsere Tätigkeit bei der Neuorganisation unseres Landesverbandes. Dass wir in beiden Fällen Mitarbeiter sind, soll für uns ein Ansporn sein, den SAS in seiner jungen Tradition weiterzusteuern. Der fünfte Hase ist gestartet! ST. MORITZ, im September 1931.


v o n Dr. Bernhard Rufenacht. Zentralprasidert des S A S Wirtscliaftsl<risen, Bankkraclie, internationale Konferenzen, politische Unruhen sind Merkmale unserer Zeit. Ist es niclit verständlicli, dass gerade unter dern Drucke solcher weltwirtschaftliclier Wirren der tatendurstige Skifahrer gerne seine Bretter ergreift und hinauszieht in die frische, reine Winterlandschaft, sei es, um sich inmitten herrlicher Natur allein an seinem skitechnischen ICönnen zu erfreuen, sei es, um im sportlichen Wettkampfe - diesem und jenem Konkurrenten neue cc Turns 1) abguckend, das Gefühl des rasenden Gleitens iiber Pulverschnee und Harst wieder erlebend, die Grenzen des Stehvermögens berührend, ja oft überschreitend, die Sicherheit und Gewandtheit der Skibeherrschung am Steilhang auf harte Probe stellend - sich zu messen mit Kameraden aus Nah und Fern und neue, die Landes- und sozialen Grenzen überbrückende Freundschaftsbande zu knüpfen? Die verfiossene Ski-Saison hat erneut mit aller Deutlichkeit gezeigt, dass die Entwicklung des Skisportes noch stark im Flusse begriffen ist, selbst durch weltwirtschaftliche Begebenheiteii niclit gehemmt werden kann, und dass ein Stationärwerden dieser Sportbewegung nicht zu befürchten ist. Mit Genugtuung darf der SAS in dieser Hinsicht auf die Entwicklung der von ihm stets propagierten und geförderten Disziplinen, des Abfalirtsund des Slalomlaufes, zurückblicken. Diese Art des alpinen Skifahrens hat sich derart eingebürgert, dass heute kaum mehr ein bedeutendes kombiniertes Skirennen zur Austragung gelangt, an welchem nicht auch zum mindesten ein Abfahrtslauf gefahren wird. Es kann der Zeitpunkt sicherlich nicht mehr ferne liegen, da die Bestrebungen des SAS in der Schweiz zum Ziele geführt haben werden, nämlich zur allgemeinen Anerkennung der Gleichberechtigung von Abfahrt und Slalom mit Langlauf und Sprunglauf. Ein Rückblick auf die zahlreichen Skiwettkämpfe des vergangenen Winters lässt leicht erkennen, dass insbesonders die Abfahrtsrennen nicht nur Anklang und Anerkennung gefunden haben, sondern sogar zur grossen Mode geworden sind. Man darf trotz der erfreulichen Entwicklung der Abfahrtsrennen sich jedocli der Einsicht nicht verschliessen, dass eine Überproduktion)) dieser Disziplin des Skisportes auch eine gewisse Gefal-ir in sich birgt, nämlich diejenige der Vernachlässigung der bisher gepflegten Disziplinen, insbesondere des Langlaufes. Abfahrt und Slalom müssen sich unbedingt als Ausdruck des alpinen Skilaufes weiterentwickeln, jedocli darf diese Entwicklung niclit auf Kosten des Langlaufes geschehen. ((


Umso erfreulicher ist es daher, lieute feststellen zu können, dass gerade der SAS, als einer der Hauptinitianten des alpinen Skilaufes in der Scliweiz, immer mehr bemüht ist, unter seinen Mitgliedern neben Abfahrt und Slalom aucli Langlauf und Sprunglauf energisch zu fördern. Dass diese Bestrebungen nicht ohne Erfolg geblieben sind, zeigt am besten die Tatsache, dass der SAS Springer allerbester Klasse - es sei nur an die Namen Sigmund Ruud und Jakob Kielland erinnert - zu seinen Mitgliedern zählen darf und dass in mehreren scharfen Langlaufkonkurrenzen SAS-ler wacker mitgekämpft und gute Ränge belegt haben. Die eifrige Renntätigkeit des SAS während der vergangenen WinterSaison wird am deutlichsten veranschaulicht durch die naclifolgende summarische Zusammenstellung, die auf den im «Sport » veröffeiitlicliten Ranglisten basiert und nur die in der Schweiz ausgetragenen Skirennen umfasst. Während der Winter-Saison 1930/31 finden wir den SAS in den Raiiglisten von 47 Rennen vertreten, wobei total 149 Ränge von SAS-lern belegt wurden. Hievon entfallen auf: L a n g 1 a u f . . . 18, wovon 2 erste Ränge, I zweiter Rang und 15 weitere Ränge, S p r U n g 1 a u f . . 48, wovon I 5 erste Ränge, I I zweite Ränge und 22 weitere Ränge, A b f a h r t . . . . 55, wovon 6 erste Ränge, 7 zweite Ränge und 42 weitere Ränge, S l a l o m . . . . 28, wovon 3 erste Ränge, 3 zweite Ränge und 22 weitere Ränge. In diese. . . . 149 Ränge teilen sich 34 Mitglieder des SAS. ---- - ..-

Für unsern Club, mit einem Bestand von 7 Ehrenmitgliedern, 81 Alten Herren und 65 Aktiven, bedeutet dies wahrlich eine schöne Leistung und legt Zeugnis ab vom Sportgeist der SAS-ler und deren Interesse an wintersportlichen Veranstaltungen. Wir können uns freuen über die schönen Resultate im Sprunglauf, die in erster Linie unsern Springern Ruud, Kielland und Loopuyt zu verdanken sind. Wir dürfen auch zufrieden sein über die Fortschritte im Langlauf, wo von 18 Rängen immerhin 2 erste durch SAS-ler belegt worden sind. Schon weniger stolz dagegen dürfen wir sein auf die Resultate der A b f a 11r t s r e n n e n . Wohl zeigt die Anzahl der in Abfalirtsrennen belegten Ränge die Beliebtheit dieser Rennen bei unsern Mitgliedern. Allein die Tatsache, dass von 55 belegten Rängen nur 6 erste und 7 zweite zu verzeichnen sind, weist darauf hin, dass das Können unserer Mitglieder den heute in solchen Rennen gestellten Anforderungen noch niclit durchwegs entspricht. Es rührt dies wohl auch daher, dass in den letzten Jahren der


Abfahrtslauf auch in andern Clubs sehr gefördert wurde, sodass diese nun imstande sind, unsern Leuten Konkurrenten von Weltruf entgegenzustellen. Ein ähnliches Bild zeigen die Ergebnisse der Slalom-Rennen, wo insgesamt nur 3 erste Ränge von SAS-lern haben erstritten werden können. Das nächsten Winter zu eröffnende Trainingsheim in Mürren wird den jungen Hasen Gelegenheit bieten, Standsicherheit und Fähigkeit in Abfahrt und Slalom zu vervollkonlninen, um hernacli als gefürchtete Konkurrenten die Farben unseres Clubs verteidigen zu können; denn wir wollen eines nicht vergessen : Der SAS-ler beherrscht gemäss alter Überlieferung Abfahrt und Slalom von Hause aus. Neben der eifrigen Renntätigkeit wurde auch das Tourenfahren nicht vernachlässigt. Gar mancher Hase und Schneehase wüsste von prachtvollen Hochgebirgstouren zu erzählen, blieben doch sogar die liöchsten Alpengipfel vom Besuche berggewandter SAS-ler nicht verschont. Nicht nur am weissen Steilhang herrschte unter den Hasen reger und munterer Betrieb, sondern auch am grünen Tische wurde einiges geboren : Eine ausserordentliche Generalversammlung fasste in erstaunlich kurzer Zeit - und sogar in Bern ! - viele Besclilüsse, änderte soeben im Drucke erschienene Statuten wieder ab, wobei insbesondere die ebenso nützliche als auch brutale Hinrichtung der Technischen Kommission Erwähnung verdient. Aber auch den Schneehasen wurde zu Leibe gerückt durch Schaffung einer « Schneehasen-Prüfung 1). Ferner soll der Beschluss der Herausgabe einer Club-Zeitschrift nicht vergessen bleiben. Aber nicht nur im Hasenstall hat der SAS den Organisations-Staubsauger auf Tourenzahl gebracht, sondern er hat sich auch mit viel Eifer beteiligt an der Aktion zur Vereinfachung der Leitung des Schweizerischen Ski-Verbandes. Wie der Neue Ski-Klub Zürich hat auch der SAS Grundlinien für eine Reorganisation des SSV aufgestellt und u m Einberufung einer ausserordentlichen Delegierten-Versammlung nachgesucht, I n der an dieser ausserordentlichen Delegierten-Versammlung bestellten StudienKommission ist der SAS vertreten. Als erfreuliches Ereignis darf noch die Tatsache gebucht werden, dass für den kommenden Winter den Mitgliedern unseres Clubs ein TrainingsChalet in Mürren zur Verfügung stehen wird, dank dem freundlichen Entgegenkommen der Palace-Hotel A. G . in Mürren und des dortigen Kurvereins. Wenn auch die stolzen Pläne der Erbauung eines eigenen Trainingshauses noch nicht haben verwirklicht werden können infolge Mangels einiger » Fünffrankenstücke, bedeutet diese provisorische Lösung doch schon einen erheblichen Schritt vorwärts in der Richtung des Sesshaftwerdens unseres Clubs. Mögen recht viele Häslein sich nächsten Winter an den steilen Pörtern in Mürren tummeln, allwo sie auch reichlich Gelegenheit finden werden, sich mit den bekanntesten Abfahrts- und SlalomKanonen Britanniens zu messen. ((


Rud. Matt, David Zogg, Hannes Schneider

Schlussendlich sei noch festgestellt, dass die ordentliche Generalversammlung im Herbst 1930 den Zürcher-Vorstand nach 3-jähriger, fleissiger und hervorragender Arbeitsleistung auf eigenes Begehren unter Verdankung der geleisteten Dienste entlassen hat. Der neue Zentralvorstand in Bern hat sicherlich insofern den in ihn gesetzten Erwartungen nicht entsprochen, als er dem rechtzeitigen Erscheinen des Jahrbuches keine erheblichen Hindernisse in den Weg gelegt hat. (DIBärner chöi o tifig sy.) Und nun liebwerte Jubilare, Schneehasen und Hasen vergesst nicht, Eure Stradivaribretter beim Herannahen der ersten Schneewolke startbereit zu machen, auf dass bald wieder über neuverschneite Hänge, durch steile Schneisen, Tobel und Mulden kauernde Gestalten jagen, durch die Lüfte kühne Springer gleiten, auf der Piste zähe Läufer stacheln, und durch Flaggenpaare sich behe~ide Hasen winden, und dass allenthalben aus voller Kehle der Ruf erschalle : H e i l SAS!


Ganz ähnlich wie die Entwicklung, wie das Wachsen des Namens Parsenn)) ist das des Namens Corviglia)). Wir erleben eine Duplizität auf beschränktem Raum ; sie ist verblüffend wie die Duplizität der seltenen Falle . . . Unsere Fälle aber entstammen offenbar denselben inneren Ursachen. Auch der Begriff « Corviglia)) hat sich gedehnt; er hat von der Bezeichnung eines kleinen, scharf umschriebenen Gebietes ausgehend, in kurzer Zeit sich ein ganzes, einstweilen noch nicht scharf umgrenztes Gebiet erobert. Namen, genau so wie alle anderen Worte auch, sind nur Gefässe für einen Begriffsinhalt. Bleiben wir im Bilde: Wird das Gefäss überfüllt in unserem bestimmten Falle : wird es mit Menschen und menschlichem Treiben überfüllt -, so kommt alsbald der Zeitpunkt, an dem der Inhalt überfliesst. Die nähere und weitere Umgebung wird durchtränkt, wird infiziert, wird gesättigt mit dem Tun und Treiben, das ursprünglich an einen kleinen Platz nur gebunden war. Und bald bekommt das ganze in Mitleidenschaft gezogene Gebiet den Namen des Ausgangspunktes der Überschwemmung 1). Der ernsteren, dunklereren, steiler aufstrebenden östlichen Talseite des mittleren Oberengadins gegenüber liegt die sonnigere, mehr gestufte und mehr heitere der westlichen. Dem wuchtigen, schweren Gipfel des Corvatsch (des (( Raben))) gegenüber liegt die sanfte, offene, lichtumflossene Alp Corviglia (der kleine Rabe, oder die ((Dohle))). Nomen est Omen... ((

Der Corvatsch ist eine grosse Skitour, nur fer zünftige Bergsteiger Corviglia ist ein lustiges, ein ideales Skigebiet für alle, ist Ubungsfeld den Anfängern, Abfahrtsbahn den Rennern, Tourengebiet den Bergsteigern. Trotzdem blieb sein Besuch lange Zeit in verhältnismässig bescheidenen Grenzen - aus sehr triftigen Gründen: Es sind 700 Meter Steigung zu überwinden, bevor man die Höhe der Corviglia erreicht hat. Der Massen-


Photo : Alhert Steiner

Corvigliabahn


besuch kam erst, als man, in richtiger und weitblickender Erkenntnis der Möglichkeiten dieses Gebietes, die Corvigliabahn erbaut hatte, die in wenigen Minuten den Skiläufer hinaufbringt, die ihn frisch und nicht ermüdet, unverbrauclit und fröhlich vor seine sportliche Tagesaufgabe stellt. Ein Massenbesuch kam, der alsbald die Grenzen des bislierigen Begriffes Corviglia sprengte. (( Corviglia)) wurde der Namen einer ganzen kleinen Bergwelt, die vom Endpunkt der Bahn aus besucht werden kann. Unter (c Corviglia im weiteren Sinn)) verstehen wir heute das Gebiet, dem wir die folgenden Grenzen geben : Im Norden die Val Bever, im Westen die Val Suvretta da Samedan, im Süden die Val Suvretta da San Murezzan, iin Osten das Inntal von Campfkr bis Bevers. Der grade Strich des siiclwest-nordost streichenden Inntales und die Bogenlinien der drei anderen Täler iirnschliessen einen fast regelmässigen Halbkreis; seine gescliwui~gene Seite fällt gegen die Sehne des Inntales in Stufen ab ; sie bricht mit Steilwäriden ab gegen Val da Samedan und Val Bever. So führen denn auch alle Abfahrten nach Osten und Süden (und nur eine noch nach Südwesten). Dem Bogen der drei genannten Täler schmiegt ein Bogen von felsigen Gipfeln sich an, von Süd über West nach Nord sind es : Piz Nair (3059 m), Piz Schlatain (3005 m), Piz Grisch (3098 m), Piz Corviglia (3031 in), Piz Glüna (3099 m), Piz Saluver (3148 m), Piz O t (3248 m), Piz Spinas (2908 m). Vorgeschoben in den nach Südosten geöffneten Halbzirkus sind einige kurze Bergrücken mit den folgenden Gipfeln : Piz Nair pitschen (2700 m), Sass Corviglia (2861m), Las Trais Fluors (2954 m) und Piz Padella (2883 m und 2870 m). Aussichtspunkte - kaum Gipfelchen zu nennen - sind dann noch der Sass Ronzöl (2448 m) und der Sass da Muottas (2368 m), unmittelbar nördlich von St. Moritz. Die Namensgebung dieses kleinen, oben umschriebenen Gebietes, liegt sehr i m ' Argen. Es herrscht ein heilloses Durcheinander und fast auf jeder Karte sind für die Pässe zwischen den Bergen verschiedene Bezeichnungen zu finden. Ich verweise daher auf die beigegebene kleine schematische Karte, die nur den Zweck hat, die Benennung irn Einzelnen so festzulegen, dass keine Missverständnisse aufkommen können. Für die Mehrzahl aller, die Corviglia 1) besuchen, liegt Reiz und Lockung in den Abfahrten, die ohne jede Gegensteigung zu machen sind, liegt in den runs )I. Diese sollen daher zunächst behandelt werden. Aber auch die nicht gerade sehr zahlreichen Wanderer auf Skiern, die die lohnenden Passübergänge (oder den einen oder anderen Gipfel) machen wollen, werden als Ausgangspunkt fast immer die Höhe der Corvigliahütte wählen. In wenigen Minuten bringen Chantarella- *undCorvigliabahn sie dahin. Siebenhundert Meter Steigung werden so eingespart. In der späten Nachsaison stellen die beiden Bahnen allerdings den Be((


Blick von der Corviglia gegen Roseq u n d Berntna

P ~ O ~ Dr O J

Frttschi


S U V Q E T A HAU5

Das Corvigliagebiet

trieb ein l) und es heisst, aus eigener Kraft diese 700 Meter unter sich bringen. Schlimm ist das nicht; ein guter Gänger kann ohne besondere Anstrengung die Corvigliahütte (beinahe auf beliebigem Wege) in anderthalb Stunden erreichen. I. DIE RUNS : Sie haben Corviglia bekannt gemacht, haben es zu einem cc Rennland)) gemacht. Da die Hänge voll Corviglia gegen St. Moritz, Suvretta-Campfhr und Celerina sozusagen überall befahrbar sind, so gibt es theoretisch eine unendliche Anzahl von Abfahrten. Ich muss mich hier selbstverständlicl~ auf die « besten I), auf die festgelegten 1) beschränken : ((

Betriebseinstellung gewöhnlich auf

I.

April. Schriftleitung.


Photo : Albert Steiner

Val Saluver, Trais Fluors vom Kilometerhang

I . Von C o r v i g l i a über A l p G i o p nach S t . M o r i t z , etwa 600 Meter. Die Fahrt geht von der Corvigliahütte zunächst nach Südwesten, biegt dann im Bogen nach Süden und führt den « Munt da St. Moritz)) hinab, biegt weiter nach links um und bringt den Läufer zu den Hütten der Alp Giop (2135 m). Diese mehr als 400 Meter kann ein erstklassiger Fahrer bei gutem Schnee ohne Schwingen hinter sich bringen. Das Gelände ist offen und frei, und der Wahl des Weges ist im Einzelnen keine Schranke gesetzt. Es gibt wenig Abfahrten, die ein derartiges Gefühl freien Schwebens, ein derartiges Gefühl des Fliegens geben, wie gerade diese Strecke von Corviglia bis Alp Giop. Nach der verhältnismässig flachen Stufe der Alp Giop kommt abermals eine rasende Schussfahrt -- ftir den, der sie wagt ! - links um die Kuppe des Signalhügels)) herum und hinab zum kleinen Stall der Alpina. Von da an wird der Boden schwierig und die Fahrt kunstvoll. Zuerst eine steile Schneise hinab, dann scharf links biegend durch gar nicht leichten Wald, hinein in die «Stadt», wo beim Haus « Monti)) die offizielle Strecke endet. Die offizielle))- denn die eben kurz umrissene Abfahrt ist gleichzeitig die klassische Rennstrecke. Wem es gelingt, in den Rekordzeiten (von 1931!) zii bleiben, der ist, bei Gott, mehr als ein sehr guter Skifahrer bloss. ((

((


Photo : Albert Steiner

In der Sonne von St. Moritz : Mittagsrast auf Corviglia

Von Corviglia bis zum Alpina-Stall ((( Ober-Alpinan) sind es 2000 Meter Entfernung, sind es 630 Meter Höhenunterschied. David Zogg hat es in 3 Minuten und oo Sekunden geschafft. Das heisst : Seine Geschwindigkeit war 40 Kl/St., und in der Minute ist er 200 Meter ((gefallen))--ohne zu fallen. Von Corviglia bis zum Hause Monti in St. Moritz sind es 3500 Meter mit 700 Meter Gefälle. Kar1 Nater brauchte dazu 4 Minuten und 28 Sekunden ; das entspricht einem Tempo von 47 KI/St. und 134 Meter Fall. 2. Von C o r V i g 1 i a zum S U V r e t t a h a U s, etwa 600 Meter. Eigentlich gibt es der Möglichkeiten unendlich viele. Denn die offenen Südhänge des Munt da St. Moritz und der Alp Giop sind überall befahrbar. Einige Routen)) aber sind schneller und erfreulicher als alle anderen. Sie haben sich daher zu runs)) entwickelt, die wohl fast immer vorgespurt sind. Zunächst folgt man der oben beschriebenen Route, bis sie nach Osten umbiegt, etwa 120 Meter oberhalb der Alp Giop. Hier wendet man sich scharf nach Südwest. Drei Bäche haben sich in den weiten Hang eingegraben und vereinigen sich zwischen Chasellas und Suvrettahaus. Entweder folgt man nun dem Rücken zwischen dem östlichsten und mittleren Bach, oder man fährt noch weiter nach Westen und nimmt die Abfahrt (unmit((


telbar südlich des Signalpunktes 2518 sich nach Südosten wendend) uber die Weiden westlich des westlichsten Baches. Eine andere Moglichkeit ist, der unter I . beschriebenen Route bis zur Alp Giop treu zu bleiben, und von hier, westlich um eine vorgelagerte Kuppe herum, direkt zum Suvrettahaus zu fahren. Wie immer man sich entscheidet : Sport und Spass sind gross... 3. Von C o r v i g l i a über die Scl-iulter des S a s s d a M u o t t a s nach L a r e t und C 11 a 11 t a r e 1 1 a , etwa 500 Meter. Von der Hütte Corviglia zunächst zurück zur Station der Balin und in gleicher Richtung weiter zur flachen Einsattlung zwischen dem Sass Ronzöl (2448 m) und der nördlich vorgelagerten Felsenkuppe. Eine entzückende Fahrt über ein treppig gestuftes Gelände ! Immer weiter ncrdlich um Sass da Muottas (2368 m) herum auf dessen östliche Schulter und ganz scharf nach Süden hinab zur Alp Laret. Die letzten IOO Meter Gefälle bis Cl~antarellasind ein Spaziergang durch schönen Wald, von einigen melir oder weniger kniffligen Stellen unterbrochen. Natürlich kann man auch, was aber meist nicht allzu leicht ist, westlich des Kopfes 2082 durch ein wenig ausgesprochenes Tälchen direkt zum Kulmhotel hinunter fahren. 4. Von C o r V i g 1 i a durch die V a 1 S a 1 U V e r nacl~C e 1 e r i 11 a, etwa 800 Meter. Von der Corvigliahütte fast genau nach Norden in prächtiger Fahrt hinab zur Sohle der Val Saluver. Hier biegt man nach Osten ab und folgt dem Tale mehr oder weniger über Margunsx bis zur Alp Saluver, wo sich die Wege trennen. Entweder dem Tale weiter folgend, aber auf seiner nördlichen Seite, bis man die offenen Wiesen oberhalb von Celerina erreicht und über diese hinab, oder : kurz unterhalb der Alp Saluver nach Süden in den Wald hinein, westlich von Signalpunkt 1944 clui-ch, bis man die Wiesen von Schlarigna vor sicli sieht, uncl über diese nach Sliclostei~ hinab nach Cresta. Auch die Abfahrten nach Chantarella und Celerina können nacli Belieben variiert werden. Wer den Wunsch hat, der kann sie so schwierig gestalten, so interessant und instruktiv)), wie nur irgend denkbar ! ((

11. D I E PASSE : 5. F U o r C 1 a S C h 1 a t a i n (2877 m), zwischen Piz Nair und Piz Sclilatain. Von der Corvigliahütte wendet man sich am besten zunächst nach Norden, um in kurzer Abfahrt den winzigen Lej Alv zu erreichen. Auf der Höhenschichtlinie um den Nordostsporn des Piz Nair Pitschen herum zu gehen, lohnt sich nicht recht. Ausserdem ist dies oft lawinengefährlich. Vom Lej Alv weiter genau nach Westen und in fast gleiclimässiger Steigung sich dem Gelände anpassend in rund I Stunden zur Passhöhe. Die Abfahrt führt entweder zurück zum Lej Alv und immer weiter nach Osten, rechts des Baches, nacli Celerina, oder (mit der entsprechenden


Photo : Albert Steine?

Salastrains, Alp Giop mit Piz Albana


kleinen Gegensteigung) zurück zur Corviglia und einen der runs 1) hinab, oder west-süd-westlich hinunter zum Suvrettapass (2618 m, scheidet die Err-Gruppe von der Corvigliagruppe). Von da aus stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung : über Suvrettahütte (2585 m) und durcli die Val Suvretta da San Murezzan nach dem Suvrettaliaus -- oder nach Campfkr wobei man sich im mittleren Teil der Abfahrt auf der Südseite des Baches hält; oder : durch die Val Suvretta da Samedan in die Val Bever. Dies ist eine gleich leichte wie grossartige Abfahrt, so recht geeignet für einen Anfänger im Tourenlauf. Sie ist durch die letzte fast eben führende Wegstunde nach der Bahnstation Spinas nicht zu teuer erkauft. 6. F u o r C 1 a G r i s C h a (2900 m), zwischen Piz Nair und Piz Schlatain. Der Aufstieg geht entweder erst zur Fuorcla Schlatain und von da ganz leicht über den Westrücken des Piz Sclilatain, oder : von Corviglia hinab in die obere Val Saluver (Richtung : Gipfel des Piz Saluver), weiter etwa 20 Minuten nach Norden aufwärts, dann scharf nacli links um den Sass Corviglia (und den nördlich vorgelagerten P. 2733 !) herum und weiter in südwestlicher Richtung bald steil, bald weniger steil, zur Passhöhe. Abfahrten : Zurück in die Val Saluver und nacli Celerina, hinüber zur Fuorcla Schlatain, oder unmittelbar hinab zum Suvrettapass - also im Grossenganzen dieselben Wege, die von der Fuorcla Sclilatain ins Tal führeii. 7. F U o r C 1 a d e 1 1 a V a 1 e t t a (2957 m), zwischen Las Trais Fluors und dem Kamm Piz Saluver-Piz Ot. Von Corviglia nach Norden hinab zum Lej Alv und immer in der gleiclien Richtung weiter zur fast stets sichtbaren Pass-Senke, etwa I Stunden. Abfahrten : Entweder zurück und nach Celerina (sehr schön bei Pulverschnee oder Frühlingsfirn), oder - länger und reizvoller - zunächst nach Nordost in die obere Valetta Samedan. Bei schlechtem Wetter lieisst es gut aufpassen, dass man diesem Tälchen nicht zu weit folgt, denn es entwässert nach Norden in die Val Bever und sein unterer Teil ist sehr steil, beinahe ungangbar. Man muss vielmehr bei Zeiten, dem Sommerweg der Karte folgend, ein wenig nach Osten ansteigen und gelangt über die letzten Ausläufer des Padella-NordostGrates auf die Samadener Seite. Nun ja niclit zu früh die steilen Hänge nach Osten hinab ! Sondern : Zuerst nach Nordost, dann ganz allmälilicli nach Ost umbiegend, immer möglichst hoch haltend in stetiger Fahrt zur Alp Muntatsch (2353 m). Von hier aus folgt man nicht dem grossen Alpweg nach Samaden, vielmehr fährt man durch offenen Wald weiter nacli Osten. Dann entweder, Crap Sasella rechts lassend, auf einem steilen Alpweg genau nach Süden hinab nach Samaden, oder : weiter nach Osten durch immer steiler und schwieriger werdenden Wald und, sobald man auf die ersten Wiesen kommt, scharf südwärts nach Samaden - oder ebenso scharf nordwärts nach Bevers. 8. F u o r C 1 a P a d e 11 a (2738 m) zwischen Las Trais Fluors und Piz Padella. Dies ist ein Parallelpass zur Fuorcla della Valetta. Aus der oberen Val Saluver biegt man nach Osten ab, geht über die geneigte Ter-


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Photu : A l b e ~ tS t e i n e ~

Firnschnee am Piz Nair


rasse oberhalb des unbedeutenden Sass Nair (2634 m) und erreicht von Süden her die Senke zwischen den oben genannten Gipfeln. Die Abfalirt geht, ganz hübscli steil, in die obere Valetta Samedan, und dann wie unter No. 7 beschrieben. Eine Abfalirt von der Fuorcla Padella direkt nach Süden hinunter - etwa zwischen Val Selin und Val Zuondra - kommt, wegen Steilheit und Lawinengefahr, überhaupt nicht in Frage. Das heisst natürlicli niclit, dass nicht gelegentlich einmal Verhältnisse vorkommen können, die eine solclie Fahrt ermöglichen...

111. GIPFEL

:

Hier kann ich mich sehr kurz fassen, denn der cc Ski-Gipfel)) sind nur zwei : Piz Nair und Piz Schlatain. P i z N a i r (3062 m) ist, als ((kombinierte Ski- und Fuss-Tour, von Corviglia aus direkt zu erreichen, indem man um den langgestreckten Grat des Piz Nair Pitschen südlich herum geht und dann die steile Gipfelpyramide von Süden und Osten her ersteigt. Ihre Hänge sind aber oft lawinengefährlich, und ausserdem muss man eine gute Stunde zu Fuss gehen ; was sich allerdings lohnt wegen der hervorragenden Aussicht dieses so leicht zu erreichenden Gipfels. Der Berg ist aber auch als reine Skitour zu machen : man fährt von der Fuorcla Schlatain etwa dreihundert Meter, Richtung Suvrettapass, ab und strebt dann von Nordwesten her durch einige nicht allzusteile Mulden dem Gipfel, der Rast, dem Lunch und der Aussicht zu. Die Rückfahrt, zuerst auf demselben Wege, und dann links abbiegend zur Suvrettaliütte, ist ausgezeichnet. P i z S C li 1 a t a i n (3008 m) ist bis zum letzten Gipfelaufbau (von der Fuorcla nach Nordost allmählich ansteigend) mit Ski zu erreichen. Als letzte Anstrengung bleiben etwa 80 Meter, die man zu Fuss inaclien inuss. Die Aussicht ist natürlicli niclit so gut wie die vom Piz Nair. Aucli der Ostgipfel des P i z P a d e 1 1 a (2860 in) kann über den Nordrucken mit Ski, je nach Schneeverliältiiisseri inehr oder weniger weit, erklommen werden. Schwieriger liege11 die Verhältnisse am Hauptaussichtspunkt der ganzen Gruppe, am steilragenden P i z 0 t (3248 m). Aus der Valetta Samedan kommt man bei gutem Schnee der felsigen Gipfelpyramide ziemlich nahe. Es bleibt aber immerhin etwa eine Stunde nicht allzuleichter Kletterei. IV. Die R U N D T O U R UM DIE CORVIGLIA-GRUPPE ist sportlich nur lohnend bei gutem, führigem Schnee. Landschaftlich ist sie stets reizvoll. Man sollte sie unbedingt nur in der Richtung von Süd nach Nord machen; also : vom Suvrettahaus der Strasse folgend in die Val Suvretta da Murezzan, dann, sobald das Tal sich weitet, geht man auf die Südseite des Baches und erreicht so nach etwa 2 bis 3 Stunden die kleine Suvrettaliütte (2585 ~n) und einige Minuten später die flache Passhöhe der F LI o r C 1 a S u v r e t t a (2618 m). Die Abfahrt durch die Val Suvretta da Samedan und die Val Bever nach Spinas wurde schon erwähnt (Siehe « Fuorcla Schlatain »).


V. RENNTECHNISCHES : Die überwiegende Mehrzahl aller Corviglia-Besuclier sind iiicht Bergsteiger uiid Touristeii - es sind ((Skifalirer Sie wolleil den Sport der Abfahrt - das heisst, sie wolleil so schnell wie sie irgend können wieder ins Tal fahren. Der ((Rekord))ist ihr Götze. N u r iii ganz seltenen Fällen wird einer von ihneii glauben, dass er deii Rekord erreichen oder sogar brechen könnte. Aber sie wollen ihm so nahe kommen, wie es ihren Kräften möglich ist. . . . Sie wollen genau wissen, wie gut (oder wie schlecht) sie fahren. Das aber sagt ihnen nur die «Zahl», sagt ihneii nur eine genaue Zeitmessuiig. Gute Zeitmessungen sind aber gar niclit leicht zu machen. Es war daher ein ebensoguter wie zeitgemässer Gedanke, dieses Bedürfnis zu befriedigen. Es geschah durcli die Gründung des CORVIGLIA T I M I N G C L U B 1). . . Der Corviglia Timing Club hat Feriispreclileitungei~gelegt von Corviglia nach Suvrettahaus und nach Oberal~ina,und hat die modernsten Zeitmessapparate einbauen lassen. Gegen eine geringe Gebühr lzaiiri in der Saison eiii Jeder mittels Loebner Chroiiograph seine Zeit bis eine fünfzigstels Sekunde geiiau feststelleii lassen. Den « Gangschein des Apparates bekommt er ausgehändigt. Und ist seine Zeit gut, so bekommt er zum ewigen Aiidenken das Corviglia badge auf dem seine Minuten uiid Sekuiideii vermerkt sind. ):.

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Auf in den Kampf . . . . Es gleisst der Schnee - es tickt die Ulir. Uiid die Dol-lleii von Corviglia schreien Beifall. Dem Küliiieri gläiizt das goldene Zeicheil auf der Brust, und holde Lippen läclielii Bewuiideruiig . . . .


Die West-Ost streichende H o C 11 W a n g-Kette (zwischen den Talschaften Schanfigg und Prättigau) und die Südwest-Nordost streichende S t r e 1 a-Kette (zwischen dem Welschtobel- cc Landschaft von Arosa )Iund Landwassertal- Landschaft Davos ») treffen sich in einem ziemlicl~ wirren Gebirgsknoten. Dieser Bergblock im Winkel zwischen Landquartfluss und Laretbach umfasst der Hauptsache nach die folgenden Gipfel : Stelli (2628 m), Weissfluh (2838 in),Schialiorn (2713 m), Scliwarzhorn (2672 m) und Casaiina (2581 m). Nach Osten geöffnet liegt zwischen Scliwarzliorn und Casanila, abfallend gegen die flache Passhöhe von Wolfgang, die Weidelandschaft Parsenn 1). Eine magere, trockene Weide in mittlerer Höhe, aber immer noch fruchtbar im Vergleich mit der trostlosen, scharfblockigen, schwarzglänzeiiden Serpentin-Oede der Totalp, die sich im Süden anschliesst. Zwischen den weissleuchtenden Dolomitklippen der Ctisanna und den giftig gleissenden Felsrippen des Scliwarzhorsies ist ein unbedeutender, flacher Pass eingesenkt, der nach Westen hiniiber führt zu den Alpen Casanna, Duraiii~aund Strassberg - der kiii-zeste W e s \lon Wolfgang nach Langwies und Arosa. Der Topograph, der zuerst die Karte dieses Gebietes zeichnete, wird es wohl gewesen sein, der dieseln kleinen Übergang den Namen der nächsten Alp gab, und der die Bezeichnung Parsenn Furl<a» einführte. Bergsteiger und Touristen beachteten dieses harmlose Pässlein nicht. Nur der einheimische Hirte und gelegentlich ein Blumenfreund und Geologe, oder einer der immer seltener zu findenden stillen Liebhaber abseitiger und unbesuchter, wenn auch harmloser Berge lenkte seine Schritte über die milden Wiesenhänge und durcli die einsamen Bergwälder, die den steileren Abbruch in das Prättigau umgrünen. Und gerade diese « Harmlosigkeit 11, die sanften Formen der Berge aus Bündner Schiefer, der den Untergrund bildet für die Uberschiebungsklippen der höheren Gipfel - gerade diese Harmlosigkeit, dieses c( sanfte Gewelle I), sollte die Parsennfurka berühmt (man darf ohne Ubertreibuilg sagen : « weltberühmt 1)) machen. Die Skiläufer entdeckten hier ein märchenhaftes Reich für iliren Sport. Vor weniger als 30 Jahren zogen die ersten in arktischer Kleidung über die Furka. Die allerersten waren : Oscar Schuster ((


Photo :Dr. H . Hoek Der Parsenngeist : F. W. Edlin F. W. Edlin hat im Winter 1929/30 die Parsenntour 118 Mal gemacht, seit 1920 im Ganzen über

700 Mal !

und Johann Engi am 3. 111. 1903 ! Heute gibt es Sonntage, an denen cs der Skiwallfahrer 2000 und mehr sind -- und ihre Kleidung ist alles andere als polhaft. Letzthin sah ich eine Dame, die trug folgendes : Ein Paar Skischuhe, ein Paar Socken, eine Hose, eine Perlkette und ein Taschentuch, das mit einer Sicherheitsnadel an der Kette und mit Zweien an der Hose befestigt war. Se non 6 ben fatto - & ver0 ! Mit der Zahl der Besucher wuchs der Inhalt des Wortes (( Parsenn)). Zunächst wurde die ganze Abfahrt nach Küblis Parsenn getauft. Dann wurde der Name Bezeichnung für alle Abfahrten in der Umgebung des Passes. Von Parsenn)) sprach alsbald, wer den höchsten aussichtsreichen Gipfel, die Weissfluh bestieg. Parsenn tönte es aus den Erzählungen aller, auch jener, die nach Fideris oder Jenaz fuhren. Das Wort ((Parsenn))


scliluckte alles auf, a7as in einem Tag von der Furka aus erreichbar ist. Parsenii heisst die Hütte des Ski-Klub Davos am Fusse der Casanna, Parsenil Iieisst die Bahn von Davos durch das Dorftäli auf die Wasserscheide, den Pass zwisclieii Weissfluh und Schiahorn. Parsenn lieisst heute - - und dies niclit nur bei den Skiläufern -- das ganze Gebiet der Königin Weissfluh, eine kleine in sich geschlossene Bergwelt, die wir also umgrenzen : Im Westen die Linie Langwies, Matlishorn, Glattwang, Jeriaz ; im Norden das Tal der Laiidquart von Jeilaz bis Klosters ; im Osten das Tälchen des Laret-Baches, die Senke von Wolfgang und der Oberlauf des Landwassers von Wolfgang bis Davos; im Süden endlich das Schiatobel, der Strelapass und das oberste Sapüii. Es ist ein fast regelmässiges Viereck, ein Gebirgsblock mit den Gipfeln : h/latlishori~(2465 m ; ein Skiberg), Glattwang (2370 m ; ein Skiberg), IZisteiistein (24.77 in ; lteii~Skiberg), Stelli (2628 m ; ein Sltiberg), Zälii~jefluh (2688 rn ; ciii Sl<ilicrg), Weissfluli (2838 m ; D E R Skiberg !), Scliwai-zhorii (2672 ni ; viellciclit. ciii Sl<i1ierg) und Casanna (2581 m ; kein Skiberg). Die Weissfluh rriit ilii-ci- \viiiitlci-volleil Aussicht ist Herrscherin. Von ihr, dem liöchsten Gipfel, str;il-dcii tlic Abl'ahi-teil, nur in einigen Fällen voll kleinen Gegensteigungeii unterlii-oclicii, ii;ich allen Riclituiigen aus. Die besten und läiigstcii voii iliiien wollen wir i m Folgenden kurz besprechen. Zwischen ihrieii siiitl Vcil,iii<liiiigen aller Art möglich. Gross ist die Anzahl der « Varianteii)), clie ciii gciilit,cr 13crg::gänger finden kann. Denn auf den unvergleiclilicheii NorclliiiiiLyeii(tlcii Siitl Iiäiigeri des Prättigaus) ist fast jeder Quadratmeter Bodens mit. Sltici.ii l,cl.;rlirb;ii-. Der Anfang aller Fahrten ist immer derselbe : Voiii (;il>Scl tlci Weissfluh nach Südosten über steile und mässig steile I-liingc, t1;ii-ii-i tliiicli eine kleine, nach Osten geöffnete Mulde und einen letzten Abbrucli Iiinnb ziis Wasserscheide. Es sind rund 250 Meter fast liinderiiisloseii C;eliiildes, die die besten Rennläufer in I % Minuten hii~unterrasen. Auf dem Pass der Wasserscheide teilen sich die Wege zum ersten Mal. W i r bleiben zunächst unserer einmal eingesclilagenei~Richtung treu, um sodann der Reihe nach, entgegen dem Uhrzeiger uns bewegend, die anderen Abfahrten zu behandeln. A . Es kommen also zunächst die drei grossen Abfahrten nach DAVOS, W O L F G A N G und L A R E T (oder KLOSTERS). ((

Von der WEISSFLUH über den M I T T E L G R A T durch das D O R F 'TÄLI nach DAVOS : Es sind 1250 Meter Abfahrt, voii nur einer kurzen Gegensteigung (etwa 10 Minuten) unterbrochen. Voll der 'Xiasserscheide wenden wir uns genau nach Osten und in unbedeutender Steigung, die lzeiiie Felle verlangt, geht es im Südeii um den Mittelgrat (2693 m) herum, oder auch über diesen weg, in die oberen Mulden des Dorftälis. Hier ist das Gelände leicht und gestattet Scl~ussfahrten von beliebiger Länge. Je nach JakresI.


Photo :Dr. H . Hoek

Davos nach Neuschnee

Zeit und Schnee wird man den Weg verschieden legen: Im Hochwinter in die Schattenhänge des Schafläger und Grünturmes - um den vor Sonne geschützten Pulverschnee zu nützen -, im Frühjahr in die Südhänge des Salezerhornes, den Firnschnee suchend. Immer erreicht man so die Ruinen der alten Dorftälihütte, die eine Staublawine 1928 zerstörte; dann wendet man sich nach Süden und über Schiap-ang und Büschalp geht die Fahrt weiter nach Davos, nach Platz oder Dorf. Dieser Teil der Abfahrt ist steil ; Baumgruppen und Büsche machen ihn abwechslungsreich. Es ist ein Slalomgelände erster Güte - für den guten Fahrer nicht allzu schwer. Von der WEISSFLUH durch das MEIERHOFER TAL1 nach WOLFGANG (oder DAVOS) : Rund 1200 Meter Abfahrt, ohne jegliche Unterbrechung! Von der Wasserscheide über ganz leichte Hänge zunächst nach Norden, dann biegen wir nach Osten ab, um die Nordkante des Mittelgrates herum, mit gewaltigem Schuss in die grosse Senke zwischen Mittelgrat und P. 2589 ( « Totalpgrat))). Die Fahrt geht weiter fast genau nach Osten, am Nordhang des Salezerhornes entlang, wobei man stetig an Höhe im Verhältnis zum 2.


Totalpbacl-i gewinnt. Sobald man das Ende des Tales erreicht und der Blick auf die Pischagruppe frei wird, stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung : Entweder nach Süden umbiegend über Salezermäder und Meierhof hinab zum Südufer des Davoser Sees (wobei ein schwieriges, aber kurzes Waldstück nicht zu umgel-iei-i ist) oder eine nordschauende, grosse, sehr steile Waldlichtung hinab zum Totalpbacll und durch den armseligen, auf durrem Serpentinboden wachsei-ic1ei-i Kieiernwald nach Wolfgang. Eine äusserst reizvolle Fahrt ! Wer sie ohne Spitzkehre oder Sturz meistert, darf sagen : Ich kann Slzilaulen ! Zu allen Zeiten - vorausgesetzt, dass genug Schnee liegt - ist diese Tour gut. Icli en-ipiel-ile sie aber besonders im Spätwinter. 3. V011 der WEISSFLUH zur PARSENNHÜTTE und über SCHWARZSEEALP nacl-i LARET (oder I<LOSTJSIIS). Es sind I IOO (oder im zweiten Falle 1400) Meter Abfahrt, ol-ine Gegensteigung, aber von einer ziemlich langen l-iorizontaler-iStrecke unterbrochen. Von der Wasserscheide zur unteren Wasserscheide (die auf keiner Karte steht), es ist die flache Senke zwischen Schwarzhorn (2672) und P. 2586 (Totalpgrat), wird auch der blutigste Anfänger ohne Sturz und ohne Schwung in einem Braus gelangen können. Kaum schwerer, wenn auch ein wenig steiler ist die Fortsetzung des Weges nach Nordosten, den Flanken des Schwarzhornes entlang über die Totalp zur Parsennhütte (2205 m). Und sind Tausende hier hinunter - immer noch findest du frischen Schnee für deine Schwünge ; so weit und offen ist das Gelände. In der Hütte genehmigen wir einen Trunk. Und weiter geht die Reise, diesmal nacl-i Osten. Einige Tälchen und Mulden listig in der Isohypse überhopsend, mit wenig Gefälle hinüber zur Schwarzseealp. Ist der Schnee hart und firnig, so schwingen wir lustig den Steilhang hinab nach Laret (scharf nach Süden !). Sonst geht es weiter nach Osten durch steilen Wald nach Ried - für den guten Fahrer ein (schnee)reines Vergnügen von einigen Minuten, für den schlechten eine anstrengende Instruktionsstunde. In wenigen Minuten führt uns eine Strasse von Spuren 1) weiter nach Klosters. ((

B. Die 8 GROSSEN ABFAHRTEN in das Prättigau. Sie beginnen alle acht auf dem Gipfel der Weissfluh mit der Abfahrt zur Wasserscheide. Sie haben ferner alle acht das Stück von der Wasserscheide bis zum Fuss des Westhanges der Parsennfurka gemeinsam. Alle acht lassen sicl-i grade so gut (wenn auch natürlich mit viel weniger Abfahrt) von der PARSENNFURKA (2436 m) machen. Etwa IOO Meter unterhalb der Furka treffen sich die Routen, sagen wir in 2300 Meter Höhe. Von der Wasserscheide sind es bis dahin 300 Meter, die man in drei gewaltigen Schüssen bewältigen kann, durch drei grosse sanft geschwungene Mulden - die aber auch ein harmloseres «Wiegen» von Seite zu Seite gestatten. Von der Furka sind es 150 Meter - 150 Meter Steilhang, die nur von den Besten bei besten Verhältnissen in gerader Linie genommen werden können.


Photo: Dr. H . Hoek

Abfahrt von der Zähnjefluh

Die Stelle, wo die Routen sich treffen (und die ins Tal sich scheiden) will ich im Folgenden (( KREUZWEG nennen. Weil so viele Spuren hier sich kreuzen - weil so manchen das Ende der ersten Schussfahrt zum Kreuze geworden.. . ))

4. Von der WEISSFLUH über WASSERSCHEIDE, (( KREUZWEG » und SERNEUSER SCHWENDI nach KLOSTERS : 1650 Meter Abfahrt mit mehreren kleinen Gegensteigungen, einigen ebenen Stellen und zum Schluss einer langen, wenig fallenden Traverse. , Die ganze Fahrt ist landschaftlich sehr schön. Bei führigem Pulverschnee - also wohl meistens im Hochwinter - ist sie sehr empfehlenswert. Als Spätwintertour ist sie, von Ausnahmetagen abgesehen, weniger geeignet.


Photo :Dr. H . Hoek

Bei Wolfgang

Vom Kreuzweg)) hält man sich gleich nach rechts und überfährt der1 sanften Rücken rechter Hand. Es folgen prachtvolle offene Hänge von wechselnder Steilheit. Die Durchschnittsrichtung ist Nord. In etwa 2070 Meter Höhe biegt inan ziemlich scharf nach Osten ab, um den Nordwestsporn des Casannamassivs herum und kommt zur Alp Casanna. Durch Wald und über einige Lichtungen weiter zur Serneuser Schwendi. Dann wieder durch Wald und einige Tobel querend zur Häusergruppe Bündi. Von da entweder in langer und wenig erfreulicher Traverse nach Klosters, oder - viel schöner - steil und meist offen hinab nach Klosters-Dörfli, dem Rücken westlich des Dross-Tobels folgend. Einziger Nachteil dieses Weges ist ein Hundert-Meter-Aufstieg vom Fluss zum Bahnhof. Manche schätzen ihn auch, weil er ihren Durst zur richtigen Vollblüte bringt ... ((


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Photo :Dr H. Hoek

Kursierender Schneepflug der Rhatischen Bahn bei Wolfgang

5. Von der WEISSFLUH über «KREUZWEG» nach SERNEUS : 1850 Meter ununterbrochener, rassiger Abfahrt. Vielleicht die schönste aller Parsennabfahrten ohne Gegenanstieg ! Der Route nach Klosters (siehe 4) folgt man, bis diese nach Osten umbiegt zur Alp Casanna. Statt dies zu tun, hält man sich, die Schwünge und Bögen dem wechselnden Gelände anpassend, nach Norden, immer rechts des Schieferbaches, dem die Spur sich allmählig nähert. Von der letzten grossen Lichtung aus, bevor der geschlossene Wald sich zeigt, wendet man sich nach Nordost und folgt einem guten, aber steilen Weg, bis er zum ersten Mal ins Freie führt. Dann eine offene Waldwiese nach Norden hinab und imnier weiter auf dem Rücken zwischen Schieferbach und Gunscheruolt-Tobel ; aber nicht ganz hinunter bis zum Fluss, sondern irgendwie


durch amüsantes Wiesengelände zum Dorfe Serneus, das man lange vorher rechter Hand liegen sieht. Durch den Mist seiner Strassen zur Brücke, über die Landquart und stöhnend hinauf zur Station und dem guten Wirtshaus. Siehe die Bemerkung über Durst)) in No. 4 ! ((

6.

Von der WEISSFLUH über KREUZ W E G , CONTERSER SCHWENDI und CONTERS nach KÜBLIS. 2020 Meter Abfahrt nur von zwei winzigen Gegensteigungen (je j bis 10 Sek.) und einer Wirtschaft bis I St.) unterbrochen. ((

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DIE RENNBAHN ! Von Walter Prager vom Gipfel cler Weissfluh bis zur Brücke bei Küblis in 19 Min. 23 Sek. durchfahren, von David Zogg von der Furka bis zum Fluss in 13 Min. 44 Sek. bewältigt. DIE ABFAHRT ! Seit Oscar Schuster und Johann Engi sie 1903 entdeckten, bis zum Ende der Saison 1930/31 von schätzungsweise rjo,ooo Skiläufern gemacht. DER RUN. Ausgebaut und ausgeholzt, beflaggt und markiert. Mit Rettungsschlitten gespickt, täglich begangen von Patrouillen, die Verlorenes sammeln, Verletzte bahnwärts bringen. Von Rennern und Hastern zur Bob-Bahn gefegt - von weinenden Anfängern löcherig zerfallen. Meist glatt wie ein Ubungshang, oft mit gefrorenen Geleisen zugedeckt. Als leicht gepriesen - als schwer verflucht; der Freuden und der Schmerzen reichste Skibahn D, die es gibt. Eine Beschreibung ist nicht nötig. Sie erschien schon vor einiger Zeit in diesem Jahrbuch - und wer die alten Nummern nicht hat, der folge der Strasse der ungezählten Spuren ... irren kann er nur in der Wahl des Schwunges - nicht des Weges. Und mancher klassisch Gebildete variierte : Wanderer kommst Du nach Küblis, so rrielde dorten Du habest Uns hier liegen gesehen, wie es der Sport uns befahl. 1) ((

7. Von der WEISSFLUH über KREUZWEG », CASANNA - PASS, GAUDERGRAT-GIPFEL, FIDERISER ALP DURANNA und CONTERS nach KUBLIS : 650 2100 Meter Abfahrt, eine GegenSteigung von noch nicht roo Meter (auf den Gipfel des Gaudergrates) und eine ebene Strecke von etwa j Minuten (hinter der Alp Duranna). Es ist dies eine grossartige und hochsportliche Abfahrt, die streckenweise durch schwierigen, aber nicht allzu schweren Wald führt. Nur gute Läufer werden sie loben. Ich kann sie zu allen Ski-Jahreszeiten empfehlen, unter der Voraussetzung, dass der Schnee den Boden im Wald genügend deckt. Vom Kreuzweg)) nach Westen, in stetiger Fahrt hinab zum unbedeutenden Casanna-Pass (2230 m) und in einer Viertelstunde über den meist

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D e r Brunnen im Januar

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o i Clenrv Hoek


Photo :Ur. H . Hoek

Stelli, Zähnjef luh, Stressberg

leicht überwächteten Kamm auf den Gipfel des Gaudergrates (2307 m). Eine bessere Warte, um den ganzen oberen Teil der « normalen)) Parsennabfahrt mit all ihrem Heldentum und all ihrem Jammer zu überblicken, gibt es nicht ! Ein nach Norden schauender Steilhang, in drei Stufen geteilt, führt in prachtvollster Fahrt hinab zu den Hütten der oberen Alp Duranna (2058 m) ; eine weitere Steilstufe von 200 Meter zur unteren. Dann halten wir uris, ob dem winterlich verlassenen Hirtendorf, nach Westen und suchen den Eintritt des Schwarzbaches in die Waldregion. Reizvoll, in mannigfachsten Krümmungen, folgen wir dem Bachbett, bis es in offenerem Gelände zur Schlucht wird. Durch die östliche Wand der Schlucht geht es wieder in den Wald und recht ((interessant» - das bedeutet für den mittelmässigen Fahrer : «zu schwer ! - ständig nach Osten abfahrend (es wird gebeten,


keinen Waldschaden anzurichten) gelangen wir nach Wiesli. Allwo die mehreren, fast verwundert über ihre noch heilen Knochen, sich mit Freude auf der bekannten, gewohnten und frequentierten Normalroute 1) finden. Ein Ausbiegen aus der erwähnten Schlucht nach Westen, hinüber zur Alp Plan da Gorz ist ebeilfalls möglich und ergibt auch eine gute, wenn auch nicht so instruktive Abfahrt. ((

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8. Von der WEISSFLUH über KREUZWEG I), CASANNAPASS, GRUNER SEE, CONTERSER ALP DURANNA und PLAN D A G O R Z nach KUBLIS : 700 I450 Meter Abfahrt. Ein Gegenanstieg zwischen den zwei grossen, ununterbrochenen Abfahrten von etwa I I O bis 120 m. Eine lierrliche Skitour zu allen Skizeiten. Die ganze Fahrt ist durchwegs steil, im Verhältnis zu ihrer Steilheit aber leicht zu nennen. Auf mehrfach schon beschriebenem Wege bis zum Casannapass, dann wer es riskiert im Schuss - die grosse Steilmulde nördlich vom kecken Felszalin des Seehornes hinab auf die ebene Fläclie des kleinen Grünsees (2140 m). Von liier genau nordwestlich haltend, etwas mehr als IOO Meter aufsteigend, auf die runde Schulter des Kistensteins (nordöstlich unterhalb des P. 2325). Weiter in fast hindernisloser Fahrt nach Norden zu den Hütten der Conterser Alp Duranna (1902 m), zunächst noch über freies Gelände in das Tal des Weissbaclies hinein und diesem auf seiner Ostseite folgend immer durch steilen, aber ganz offenen Wald nach Plan da Gorz. Hier auf das Westufer des Baches und nach Lust und Laune, den besten Schnee in dem abwechslungsreichen Gelände suchend, hinunter auf die Normalroute die man irgendwo zwischen Conters und Küblis erreicht. ((

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9. Von der WEISSFLUH uber ICRETJZWEG I), (:ASANNAIIASS, STRASSBERGER FURICA, ALP 'I'ARN \J%, I 1 0 1 1130R11 und STRAHLEGG nach lt Ü131, IS : Zwei Abfahrten voii 750 i i i ~ d14.80 Mctcr. %wischeil den beiden der langgezogene Gegeiiaiistieg tauf clie Strassberger Furka (2280 m), zoo Meter in etwa 50 Minuten. In der zweiten eine ebene Strecke von etwa 20 Minuten. Die Abfahrt über Stral-ilegg ilacli Küblis ist wohl die landschaftlich und sportlicli schönste aller bekannteren Parsenntouren. Teils ist sie leicht und bietet inärchenhafte Scliussfahrten, teils ist sie wirklich schwer und stellt grosse Anforderuiigeil an das skitechnisclie Können. Bis zum Grünsee ist uns der Weg schon bekannt (Nr. 8.) Von liier fahren wir nach Westen, einige kleine Stufen liinab, kreuzen die Route aus dem Fondei über den flachen Duraniiapass und sehen eine kleine Stunde die geschwungene 1,iiiie der Strassberger Furka (2280 in) vor uns. Endlich ist die Höhe erreicht; die Ski werden voll den Fellen befreit, und selbst befreiten Fülilens stürzen wir uns in den Kessel vor uns. In einem Saus geht es weiter nach Norden (rechts des Baches halten) liinab zur Alp ((


Photo: Dr. H . Hoek

Aufstieg nach Mattlishorn

Tarnuz. Eine lange Traverse, fast eben, bringt uns, immer nach Norden, um die Gyrenspitze herum. Durch offenen Wald geht es leicht und amüsant bis Höhbord (1683) und hier, wo wir irn Ganzen uns nun nach Nordwesten wenden, beginnt der eigentliche Spass. Bis Strahlegg haben wir 700 Meter steilster und kniffligster Abfahrt, die an der Grenze dessen steht, was ein wirklich guter Fahrer noch flüssig bewältigen kann. Es wechseln Wald und Wiese, stets neue Überraschungen tauchen auf. Von Strahlegg nach Küblis, auf der Südseite des Flusses, sind es nur noch wenige Minuten. 10.Vor, der WEISSFLUH iiber « KREUZWEG »,CASANNAPASS, STRASSBERGER FURKA, HOCHSTELL1 und HEUBERGE nach FIDERIS : Zwei grosse Abfahrten von 750 und 1530 Meter. Zwischen den beiden der Aufstieg zur Strassberger Furka. Die zweite von einer kleinen Berg-


Photo :DY.H . Hoek

Abfahrt von Parsenn (Gaudergrat)

wirtschaft angenehm geteilt - sonst beide durch nichts als einen gelegentlichen Sturz ( ?) unterbrochen. Bis zur Strassberger Furka ist uns der Weg bekannt (Nr. 8 und 9). Den Kessel nördlich von Punkt 2438 queren wir hinüber zum Hochstelli. Der Blick auf ein anderes Skigebiet (Mattlishorn, Glattwang, Hochwang) tut sich auf. In einem gewaltigen Bogen drehen wir uns allmählig nach Norden, hinab zu den Heubergen. Und stets weiter nach Norden geht die Fahrt auf der Westseite des Baches. Ein kleiner Schönheitsfehler ist der Zacken unserer Spur in die Schlucht der Val Maladers hinein und aus ihr heraus. Als Belohnung für die glatte Überwindung des bösen Pfades winkt schon von ferne die Flagge der Wirtschaft. Dann kommt eine lange und bucklige Traverse (aber stets mit Fahrt - für viele mit zu viel Fahrt !). So erreichen wir « Rütland)) (1552). Herrliche, steile Wiesen


Phofo :Dr . H . Hoek

Abfahrt von Parsenn (Gaudergrat)

bringen uns, immer nach Norden, hinab zum Wald. Mit Schläue müssen wir uns durch ihn schwindeln. Dorf Fideris lassen wir rechter Hand liegen ; über gestufte Wiesen erreichen wir die gewohnte, immer beliebte Kombination Bahnhof Wirtshaus.

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I I . Von der WEISSFLUH

über «KREUZWEG»,STRASSBERGER FURKA, HEUBERGE und GLATTWANG-SCHULTER nach JENAZ : Die längste und anstrengendste aller « Parsennfahrten)) : 750 350 1350 Meter Abfahrt. Alle drei durch keine Gegensteigung und keine nennenswerte ebene Strecke unterbrochen. Zwischen der ersten und zweiten die dreiviertel Stunden Aufstieg zur Strassberger Furka, zwischen der zweiten und dritten 40 Minuten Aufstieg zur Glattwang-Schulter (C. 2100 m).

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Die beiden ersten Abfahrten leicht und hindernislos, die dritte etwas verwickelt und schwieriger - aber nicht eigentlich « schwer)). Bis zu den Heubergen genau wie auf Route 10. Dann schnurgerade nach Nordwesten auf die Glattwang-Schulter (zwischen Alp Nova und Glattwangseeli). Man l dazu verleiten ! hüte sich hier - das Gelände kann im ~ e b e leicl-it nach Westen abzukommen. Immer nordwestlich über steile Weiden und durch offene Waldlichtungen nach Unterlarein. Noch anderthalb Icilometer in derselben Richtuilg weiter, und dann scharf nach Nordnordost hinab nach Schlegel. Und immer über steile Wiesen und durch offenen Wald, stellenweise gar nicht leicl-it, hinab nach Jenaz. C. D I E Z W E I GROSSEN ABFAHRTEN IN DAS S A P U N : Von der WEISSFLUH über ((KREUZWEG!:, CASANNAPASS und durch das F O N D E I nach LANGWIES : I500 Meter ununterbrochener, aber nicht allzu aufregender Abfahrt. Eigentlich empfehlenswert sind sie nur bei tadellosem, nicl-it zu hohem Pulverschnee oder bei bestem Firnschnee. An lawinei-igefährlichen Tagen der beste Ubergang aus der Landschaft Davos nach Arosa. Bis zum Casannapass ist uns der Weg schon bekannt. Von hier fahren wir nach Westen, südlicli unter dem Zal-in des Seehornes durch und biegen mit dem Foildeierbacl-i allmä1-ilicI-inach Südwesten um. Je nach Schnee lialten wir uns auf der rechten oder linken Bacliseite, lassen in gemächlichem Gleiten Strassberg rechts oben liegen, gewinrien so das schliicl-itartige Ende des Fondeitales, schimpfefeil weidlich riiil: deii Iiolperigcii i i i i c l eisigen Alpweg, den wir nolens-volens benützen müssen iincl lli-eeiici iiiis, wciiii wir cii(llic1i die schöne Holzbrücke kurz vor Langwies ei-I-eicht.hril7cii. 12.

13. Von der WEISSFLUH über die WASSERSCHI3IDK clurcl-i tlas HAUPTERTA1,T in das obere SAPUN und iiber deii STRELAPASS nach DAVOS (oder hinaus nach LANGWIES): Nach Davos sind dies zwei grosse Abfahrten von 750 und 800 Meter jeweils ohne jede Unterbrechung. Nacli Langwies sind es I500 Meter, deren zweiter Teil nicht besonders reizvoll ist. Fahren wir nach Davos, so liegt zwischen den beiden Abfahrten der sehr steile, aber nicht allzu lange Aufstieg auf den Strelapass (2353 m), rund 200 bis 250 Meter. An besonders sicheren Tagen kann man auch aus dem mittleren Hauptertäli den Westhang des Scl-iiahornes queren und so fast ohne nennenswerten Höhenverlust den Strelapass erreichen. Das steile, südlich geöffnete Hauptertäli bietet eine herrliche Abfahrt für sichere Läufer. Im Hochwinter ist es nicht oft ratsam, hier zu fahren. Im Frühling ist der Schnee aber mzist um so besser. Vom Strelapass folgt inan dein Rücken südlicli des Scliiatobels genau nach Osten, verlässt kurz vor der Strelaalp die Strasse der vielen, die nach dem Scl-iatzalpsaiiatorium


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Photo: Dr. H . Hoek

Abfahrt von Parsenn (Gaudergrat)

abbiegt, und mit Richtungspunkt « einsamer Baum gewinnt man den Waldrand. Der Wald ist steil und gar nicht leicht. Nach einiger Zeit kommt man dem Schiabach ganz nahe und hat dann die Wahl nach Davos-Platz oder Dorf zu fahren.

Der Kreis ist geschlossen. Von der Weissfluh sind wir strahlenförmig nach allen Richtungen abgefahren. Das Glück war uns hold, und keine Lawine hat uns erwischt. Möglich wäre es schon manchmal gewesen. Aber der Hinweis auf « Lawinengefahr 1) wurde absichtlich unterlassen. Man kann nicht bei jedem Hang sagen : Unter Umständen gefährlich ! Und unter Umständen kann fast jeder Hang gefährlich sein. Es schaue jeder wie er's treibe ! ))


von OTHMAR GURTNER, SAS, ZURICH Ich will versuchen, jene knappen Blitzlichträunie zu ordnen, es mag mir gelingen, Toms grüne Weste wieder zu sehen, noch stecken in meinem[Hosenboden Spreissel, in Bernis Hose muss dieses Stachelzeug am Bauche sitzen- mir will scheinen, unsere Eismeerabfahrt sei als Fünfakter ungefähr so wiederzugeben :

I. - T o m hat endlich den Lichtschalter gefunden und Hermanns Ski und mein Hut können sich trennen ; ehe Licht ward, schmiss uns der Tunnelabstieg immer zusammen. Das Nabelloch im Berg ist weiss verweht. Draussen stehen wir mit dem Rücken am Felsen, vor den Schuhen klafft der Bergspalt. Eine lange Planke lehnt darüber, aber das untere Ende steckt tiefer als die greifbare Kante, man muss irgendwie das steile Brücklein hinab rutschen zur Schneebrücke, von der das Gekrabbel auf die jenseitige Spaltenlippe losgehen soll. T o m macht das Kunststück gut vor. Ich bin der nächste und wie gesagt, Spreissel machen den Igel komplett. Weil man ohne Ski und Stöcke ein besserer Akrobat ist, haben wir unser Holz auf die Schneebrücke hinab Jeder Nachkommende befolgt dieses Beispiel und so haben wir auch gleich den ersten Krach : Berni hat sein Fuder Hickory auf Toms Schädel geschmissen, der flucht nun englisch. Der Unglücksrabe Beriiharcl rutscht obendrein bäuchlings über die Planke, zerstrampelt iinten die g;inze schöne Brücke und ramponiert T o m an Steuerbord. I,ii~giiistisch inacl-it. das die Situation noch interessanter. 'f-Ierin;iii~iund icli Ii;tl>ciic3ic Ski niigcbunden und faliren aus dein Bereich der Wurfgeschosse des Ijerges, wälireiid droben das Skiliolz weiter kracht. Wir stelieii jetzt clrunten auf einem Firnboden. Mann auf Mann windet sich durch knietiefes, kaltes Pulver zu uns herab - Tom, Berni, Salv, Fritz keucht unter einem höllenschweren Sack, Ernst ist da, der Amerikaner Willy wedelt mit seinen Hosenrohren wie immer. Ein Dutzend Skileute stecken noch im Berg, denn wir sind über zwanzig Stück unterwegs. Jetzt gleiten wir in grossen Abständen über Seraktrümmer und mediokere Brücken gegen das Kalliband hinüber, u m in engen Zickzacken ohne Schwung und Umsprung das trügerisch verhüllte Spalten1abyrinth zu überlisten. Das dauert eine Weile, über uns lehnen immer mehr Eistötze, ganze Münstertürme scheinen sich in den Himmel zu bohren. Das erklärt einigermassen die Eile, mit der jeder in der Tiefe angelangte Zickzackist die Flucht ergreift und im Schuss auf den flachen, gleissenden Fiescherfirn hinaus pfeift. 11. - Jeder kennt diesen Schnee : solange man mit guten] Schuss fährt, ist alles hart und schnell wie Anton ; kaum stemmt man ein bischen


Photo : Josef Dahinden

Fiescherf irn : Schreckhorn-Lauteraarhorn

ab, bricht die Kruste mit plötzlichem Knacks ein und wer nicht Munibeine hat, macht keinen Stemmbogen, sondern einen Kopfstand. Darum ist es wohl an] besten, wenn wir die Ski fest zusammen nehmen und den Fiescherfirn hinaus rasseln wie die Velobuben, die abends vor der Stadt trainieren. Die grüne Weste treibt schon weit vorn als winziger Gletscherfloh dem Schreckhorn zu. Im Rudel hageln wir nach. Der Firn scheint glatt wie Mutters Plättebrett, man sieht kein Gefälle. Aber der Wind pfeift um die Ohren und wer neben dem angehaltenen Vortrab abschwingen will, merkt plötzlich, dass er zu viel Tempo hat. Vier Kilometer Plättebrett sind allerhand. Jetzt aber laufen wir über eine Firnwelle hinaus auf den Zäsenberg. Zur Linken liegt wie Würfelzucker der zum unteren Eismeer stürzende Gletscherbruch, zur Rechten lüpft das Pfaffenstöckli den Hut vor der Fiescherwand, Auf einem sonnigen Schneedach stecken wir die Ski ein und nun triumphiert Fritzens Sack. Die leere Vichyflasche rutscht als Torpedo über die Kante. Die Abfahrt zum Grindelwald-Gletscher kann beginnen. 111. - Der Schnee hat mittlerweile Führung bekommen. So wird die Abfahrt in diesen Steilheiten zum Hochgenuss. Man muss wissen, dass der Zäsenberg wie eine Insel zwischen den Eisströmen steckt. Im Sommer ist er das Reich des Gletscherhirten, jetzt - zu Ostern - liegen seine Wänge und Runsen klaftertief im Schnee. Wir haben es gut, die Ski tragen uns weit hinaus in die Seiten, wendig werfen wir unsere Spur hin und her, stechen etwa einmal wie der Habicht in eine besonders verlockende Schnee-


Photo: W . Gabi

Die Eismeerfahrt. Rechts: Eiger

Wanne und lassen uns an der Gegensteigung zum breit hinwetzenden Stemmbogen hochheben. Es ist ein ungeregeltes Spiel wilder Leidenschaft, das Rudel gerät durcheinander. Aber wenn ich auf der letzten Felsenkanzel den Zäsenberg hinauf schaue und die Nachzügler in verwegenem Geschlängel um die Grinde herabzischen sehe, will mir der jubilierende Jauchzer nicht aus dem Ohr, den einer droben am Rastplatz ausstiess, als er mit einem Fischsprung in dieses steilbordige Abfahrtsparadies eintauchte. Unten auf der gratigen Moräne des Grindelwald Gletschers steht Ernst und doziert mit undurchdringlicher Profässermiene die Flugparabel des finsteren Josefs, der hier zum Gaudi einer hämischen Komparserie mitsamt Stativ und Filmkamera über die Kante schoss. IV. - Wir stehen nach mehr als tausend Meter Abfahrt immer noch auf zweitausend Meter Höhe auf dem breiten Rücken des Grindelwald Gletschers. Dieser Eisstrom biegt zwischen Bänisegg und Zäsenberg in das Eismeer ein und nimmt den Würfelzuckerhaufen wieder an sich, als der unser Fiescherfirn sich vom oberen zum unteren Stockwerk gekugelt hat, während wir den Zäsenberg hinab glitten. Dieses Eismeer ist heute von danteschen Gestalten erfüllt. An den wilden Gletscherwängen kocht Bisgewölk, oben teilt die Sonne den Brodem, entblösst auf Augenblicke das zackige Wildschloss, die grauen Hirelleni am Eigergrat. Wir fahren in langen, langen pfeilgeraden Schüssen immer entschiedener in diese Wildnis hinaus. Der Gletscher beginnt sich zu quälen. Er bleckt die Zähne, Moränenblöcke und Eiskanten. Die Spur der grünen Weste aber weiss immer wieder Rat. Hier taucht sie zwischen Geröllstreifen in eine Mulde,


PlioLo : W . Gnbi,

Nach der Abfahrt vom Zäsenberghorn. Im Hintergrund: Fiescherwand

dort setzt sie über sickerndes Schmelzwasser, um einen grauen, pappigen Schneestreifen zu gewinnen, der ein Stück weit glatte Bahn verspricht. Wir sind jetzt in den Engpass eingebrochen, aus dem im Sommer das Eis so blau und bädeckertreu nach Grindelwald hinab leuchtet. Steil hängt die Zunge zwischen den schwarzen Felskastellen. Als dünne Haut ist der letzte Schnee über Gand und Sumpf gespannt, unsere Reise wird mit jedem Rank komischer. Doch als Fritz hinter einen schartigen Eiskamm verschwindet und plötzlich in die zum Gletscher gedrängten Tanngrotzen des Bonerenwaldes eindringt, als wir im kranken Talschnee den letzten felsdurchsetzten Steilhang niedergleiten und, rings von zischenden Rutschen umschäumt, am Ausgang der Lütschinenschlucht den Talboden gewinnen, erst da werden wir gewahr, wie dick die Luft geworden ist. V. - Droben unterm Eigerjoch rumoren jetzt die Eistötze in der Mittagsglut. Morgen wird unsere Spur verschüttet sein. Wir heben das Bierglas an die Lippen, lassen die Kühle in uns dringen. Da lehnen unsere Ski. Die grüne Weste wirkt als Bögg. Die Gesichter brennen. Eine Horde wilder Gletscherbären ist in das Dorf eingebrochen. Salv sichtet ein Mädchenpensionat. Tom und der Amerikaner verstauen sich im Auto. Fritz und Bier. Der Osterdienstag raschelt mit Papier. Das Telefon, die Post, huhu. Heute wird gestern, morgen wird heute. Die letzte Frühlingsabfahrt hat sich in Bilder aufgelöst. Ich finde die Notiz : Eismeer 3162 m, Lütschinenbrücke 989 m, macht 2273 m Höhendifferenz bei 12 km Distanz. Beste Abfahrt der Gegend, hoffentlich nie als Rennstrecke entdeckt, wäre schade, besser nicht darüber schreiben. » ((


V O N S I G M U N D R U U D SA.S. Sigmund Ruud'ist neben seinem Bruder wohl der grösste Springer der Welt. Er hat im verflossenen Winter als SAS-ler uns Schweizern mit Nachdruck gezeigt, was eigentlich Springen ist ! Rekord fiel um Rekord - trotz Artikel 65. Olympiaschanze - St. Moritz Erzenbergschanz: - Langenbruck Bolgenschanze - Davos Freiherrenbergschanze - Einsiedeln Fröhlichseggschinze - Teufen

von von von von von

67 61 72 42 37

m auf 69 m auf 69 m auf 81,s m auf 46 m auf 46

m m m m m

Ruud ist auch für nordische Begriffe ein Springer-Ideal, ein phantastischer Könner, wie ihn bis heute nur das Mutterland des Skisportes hervorgebracht hat! Es ist daher für den mittel-europäischen Skisport von Wichtigkeit, was Sigmund Ruud über das Abfahren sagt. Schriftleitung.

Wenn ich an den vergangenen Winter zurückdenke, muss ich offen gestehen : es war fabelhaft. Denn ein Winter in der Schweiz ist für einen Norweger etwas Unvergessliches, ein Erlebnis schlechterdings. Ein schweizerischer Winter bietet einem Norweger unvergleichlich viel mehr, als der Schweizer im nordischen Winter, in der nordischen Natur finden kann. - Wohl wusste ich von meinem kurzen Schweizer Aufenthalt anlässlich der Olympiade 1928, dass der Skisport in den Alpen über gute Möglichkeiten verfügt, aber mit dem echten Schweizer Winter, so wie er tatsächlich und wirklich ist, wurde ich damals noch nicht bekannt. Nie hatte ich von diesem herrlichen, feinen Pulverschnee, von dieser unglaublich starken Sonne geträumt, die in einem Schweizer 'Winter unzertrennbar zusammengehören. Ich wusste - vom Hörensagen - um die zahlreichen grossartigen Abfahrten und Schussfahrten, hatte auch viel von den nicht minder zahlreichen grossen Sprunganlagen gehört, aber die Zeit war damals zu k n a p ~ , all das kennenzulernen. Jetzt aber bot sich mir das Glück, ein ganzes Jahr in der Schweiz zu verbringen, und dieses eine Jahr wurde mir zum Erlebnis, auf das ich immer wieder gerne zurückkomme. Was mir im Wintersportgebiet der Schweiz den vielleicht grössten Eindruck machte, waren die rassigen, für uns Norweger ;ngewohnten und oft unglaublichen Abfahrten, an denen die Schweizerberge so überreich sind. Wer einmal eine Abfahrt von tausend und mehr Metern Höhendifferenz mitgemacht hat, wer Spannung und Geschwindigkeit liebt, der muss zugeben, dass Abfahrten ein Sport, ein rassiger Sport sind. Jetzt,

-


wo ich, der Springer-Entliusiast, eine Reihe der schönsten Abfahrtsstrecken der Schweiz aus eigenem Erleben kenne, finde ich diese sausenden, kühnen Schussfahrten fast noch schöner wie das Springen selbst. Wenn wir Norweger dem Slalom und der Abfahrt gegenüber etwas skeptisch eingestellt waren, so hatte das seinen Grund darin, dass wir nicht recht wussten, was Abfahrten und Slalom überhaupt sind. Wir wussten niclit was es heisst, 2.B. die Parsennstrecke in 13 Minuten liinunterzutollen, wussten nicht, was für Anforderungen ein solches Rennen an das Können und die Kondition des Fahrers stellt. Bei uns in Norwegen ist das Gelände natürlich wesentlicli verschieden von demjenigen der Schweiz, bietet für Abfahrten niclit die gleichen Voraussetzungen. Dennoch bin ich überzeugt, dass der Abfal-irtssport auch hier mit der Zeit Fuss fassen wird. Vielleicht wird er auf andern Prinzipien aufgebaut, bestimmt aber wird er nicht das gleiche Interesse zu erwecken vermögen, wie in den Alpen, weil die Art und die Beschaffenheit unseres Landes einer solchen Popularisierung des Abfahrtssportes hinderlich im -Wege stellen. Die Sprungschanzen der Schweiz liaben Weltruf. Besonders hervorragend sind die Anlagen im Oberengadin. Die Olympiaschanze in St. Moritz ist wohl die schönste Sprunganlage, die es überhaupt gibt. Ihr Profil muss ganz nahe an das Ideal herankommen. Tatsächlicli schien es mir, als ob diese Schanze jetzt besser zu springen sei, wie es an der Olympiade der Fall war. Siclierlich war der Flug viel luftiger und ruhiger als damals. In der Berninasclianze in Poiitresina maclite icli eine erfreuliche neue Bekanntschaft. Auch sie gehört zu den besten Sprungschanzen, ist aber etwas schwerer zu springen als z. B. die Olympiaschanze, denn der schnelle Anlauf gibt einen gewaltigen Luftwiderstand während des Fluges. Für weite Sprünge ist wohl die neue Bolgensclianze in Davos am günstigsten gebaut. Allerdings - als icli die Anlage zum erstenmal sah, glaubte ich, dass hier Spruiigweiten von über 70 Metern doch nicht möglich seien, denn die Schanzenanlage erweckt nicht den Eindruck eigentlicher Grösse. Die lange, flache Ebene bis zum Knie der Schanze bedingt jedoch, dass man horizontal sehr weit springen muss, woraus dann die pliantastischen Sprunglängen auf dieser Anlage resultieren. Auf der Bolgenschanze muss man fast über 60 und 65 Meter springen, sonst hat man das Gefühl, als sei man überhaupt nicht in der Luft l). Zusammen mit der Odnässchanze in Norwegen ist die Malojasclianze die grösste, die ich kenne. Sie besitzt aber noch nicht das richtige Profil. Abgesehen davon, dass sie zu hohl ist, hat sie ein zu scharfes und zu kurzes Knie. Dadurch wird die Höheiidifferenz vom Absprung bis zum Aufsprung sehr gross, was wiederum zur Folge hat, dass z. B. ein 80 Metersprung hier viel schwerer ist als an der neuen Bolgen. 1

Sigmund Ruud hat hier bekanntlich im verflossenen Winter 81 m gestanden.

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Photo : E . Mee7.kämper

Bolgenschanze Davos : Sigmuncl Ruud. Rekord 81,s m !

Eines ist mir aufgefallen : dass drei von den vier Kurorten, in deren Gebiet die eben erwähnten Grosschanzen liegen, nicht über kleinere Übungshügel verfügen, die auch dem jüngsten Nachwuchs Gelegenheit zum Training bieten. Meiner Meinung nach liegt hier die Erklärung dafür, dass es im Engadin verhältnismässig wenig Skispringer gibt. Die beste Schanze im Berneroberland, an der ich sprang, ist die Lohnerschanze in Adelboden. Trotzdem sie sich nicht in bester Verfassung präsentierte - meine Bekanntschaft mit ihr machte ich nämlich beim schweizerischen Skirennen, das wie erinnerlich unter schlechten Schnee- und Wetterverhältnissen litt - sah man, dass sie ein sehr schönes Profil und nicht allzugrosse Ausmasse hat. Sie ähnelt sogar stark einer norwegischen Anlage und hat auch ziemlich viel Druck. Nicht zu den schönsten und besten Sprunghügeln gehört die Mettenbergschanze in Grindelwald. Sie ist sehr schmal, hohl und weist einen selten flachen und langen Anlauf auf. Indessen hat es sich oft genug gezeigt, dass just schlechtere und schwerere Schanzen die besten Springer hervorbringen. Und das trifft auch für die Mettenbergschanze zu. Nur im (( Rohzustand » sah ich die Gstaader-Schanze. Wie die Lohnerschanze erinnert auch sie stark an norwegische Sprunganlagen. Noch mit einer Reihe weiterer schweizerischer Sprungschanzen verknüpfen mich angenehme Erinnerungen. Mit Sprungschanzen, die nicht Attribute ausgesprochener Kurorte sind, sondern die in Gegenden liegen, wo das Ski-


Olympiaschanze St. Moritz : Sigmund Ruud. Rekord mit 69 m !

springen seinen reinen sportlichen Charakter noch besser und stärker bewahrt hat und wo man ihm grösste Begeisterung entgegenbringt. Ich nenne da z. B. Einsiedeln, Teufen und Langenbruck. Was war das für ein riesiges Interesse und was fand ich da für ein dankbares Publikum ! Die Sprungkonkurrenz in Teufen wartete sogar mit der grössten Zuschauermenge auf, die ich dieses Jahr bei Sprungläufen in der Schweiz sah. Ich frage mich deshalb, ob der SSV nicht gut daran täte, an diesen Orten eine intensivere Propaganda zu entfalten. Wäre es nicht angezeigt und dem Gedanken des Skisportes förderlich, wenn die Leute gerade solcher Gegenden hie und da die besten Springer und Läufer im edlen Kampf um die Meter und um die Sekunden zu sehen bekämen ? Im Übrigen darf ich hier vielleicht anregen, es möchte auch ein Augenmerk darauf verwendet werden, dass den Veranstaltern von Skirennen und -Springen auch an kleineren Orten die Möglichkeit geboten wird, sich in organisationstechnischen Fragen die nötigen Erfahrungen anzueignen. Es liegt mir durchaus fern, hier irgend jemand einen Vorwurf zu machen. Im Gegenteil ! Ich weiss aber, dass auch diese Seite des Skisportes, genau wie das Skifahren selbst, erlernt werden muss. Man hat Springer-, Läufer-, Sprungrichterkurse, warum nicht auch « Organisationskurse 1) ? Die Fröhlichseggschanze in Teufen und die Einsiedlerschanze sind die kleinsten, auf denen ich in der Schweiz Sprungkonkurrenzen bestritten habe. Gerade in diesem Zusammenhang ist jedoch die Feststellung angebracht,


Skigelände bei Kongsberg, wo im kommenden Winter ein nationales Abfahrtsrennen ausgetragen wird

dass sie in die Klasse von Sprungschanzen fallen, die nian hier oben am meisten sieht. Die Fröhlichseggschanze besitzt sogar eine gewisse Ahnlichkeit mit der Holmenkolschanze. Von der Einsiedlerschanze kann man allerdings nicht das Gleiche behaupten. A m besten würde man sie an eine andere Stelle verlegen, denn ein Umbau der jetzigen lohnt sich kaum. Weshalb aber keine Schanze in Zürich ? A m ¿itliberg habe ich recht brauchbare, ja sogar gute Stellen für einen Sprunghügel entdeckt ! Ein paar Worte noch über die Langenbrucker Schanze. Sie ist - wie übrigens so manche unter den berühmten Schweizer Sprunganlagen genau nach den Theorien von Ing. Straumann konstruiert. Was gleichbedeutend ist mit : sehr effektiv für grosse Weiten. Bei guten Verhältnissen sollten hier Sprünge bis 75 Meter herauszubringen sein. Erst in den letzten zwei Jahren hat sich Ing. Straumann mit seinen Theorien, die er I927 aufstellte, Geltung verschaffen und sich durchsetzen können. Damals lächelte man über ihn - heute wird er als bedeutendster Experte und Kenner auf dem Gebiete des Schanzenbaues anerkannt. Bevor ich zum Schluss komme, möchte ich den SAS aufrichtig zu der Kameradschaft und dem echten Skiläufeqeist beglückwünschen, die in seinen Reihen herrschen. Für mich war es eine Freude, diesem Klub angehören zu dürfen. Auch meine Konkurrenten brachten mir immer und überall Freundlichkeit und wahren Sportsgeist entgegen. Und so hoffe ich denn, dass es mir bald wieder vergönnt sein möge, die schöne Schweiz zu besuchen, um den alpinen Skisport aus eigener Anschauung und Erfahrung noch besser kennen zu lernen.


Nach eincr Zeichnung von A d . Widmer-Witt

Sigmund Ruud


Im ((Schneehasen 1) als einem literarischen Vorkämpfer des AbfahrtsSports ist ein besonderer Hinweis darauf beinahe überflüssig, dass i m obigen Titel der Ton auf dem Fahren 1) liegt. Über den Abfahrtssport soll also auch aus unserem österreichischen Gesichtswinkel ein wenig die Rede sein, wie er sich bei uns entwickelt hat, wie wir ihn auffassen und was wir von ihm erwarten. Es ist mir aber umso mehr Freude, Ehre und von Bedeutung, an dieser Stelle zu Worte zu kommen, als in der jüngeren, - wenn auch nicht in der allerjüngsten, - Vergangenheit vielleicht in ausländisclien Skisportkreisen der Eindruck entstanden ist, dass man in Osterreich die laufende Entwicklung der Skifalirerei niclit so recht mitmache. Dass dies in der Praxis nicht zutraf, bewiesen unsere roten und anderen Abfahrtsteufel aus Innsbruck, aus Salzburg und aus dem Steirerland oft und oft. In der Theorie mag an diesem Anschein wohl ein Körnchen Wahrheit hängen, wenn man weniger an die historische Entwicklung, als an die neuere Aufstellung und Ausgestaltung der sportlichen Regeln für die Abfahrtsläufe in ihrer jetzigen Form denkt. Für die hierin geleistete Vorarbeit der Schweizer Akademiker muss ebenso wie dem Britischen Skiverband mit seinem grossen Lunn an der Spitze uneingeschränkt der Dank und die volle Anerkennung von allen jenen ausgesprochen werden, welche sich zur alpenländischen Skitechnik bekennen und an ihr teilhaben wollen. Dies ist durch die Osterreicher in Mürren auch von Herzen und neidlos gerade beim Festabend, also vor dem grössten Forum, öffentlich und mit entsprechender Betonung geschehen. Denn uns österreichischen Skiläufern war Mürren ein bedeutsames Ereignis trotz aller Widerwärtigkeiten der höheren Gewalt und trotz kleinerer Durchführungsmängel, welche unseren Rennbegriffen und unserer Gewohnheit widersprachen. Alles in allem nahmen wir eben doch als bleibende Überzeugung und als ein Faktum von dort den Eindruck mit nach Hause, dass die Abfahrtsläufe sich international neben Langlauf und Sprunglauf als ebenbürtige - Ski-Disziplin endgültig durchgesetzt haben. Es ist somit ein wichtiger Abschnitt in der skisportlichen Entwicklung erreicht und ein kurzer Rückblick daher gestattet. Diese historische Über((


sicht über den Skilauf in den Alpenländern führt uns zunäclist wieder in das alte Osterreich. Da schreibt schon im Jahre 1689 der Freyherr von Valvasor in seinem Werke ((Die Ehre des Hertzogthums Grain)) im IV. Buch, 28. Kapitel, von einer raren Invention)), welche die Bauern in Krain in verschiedenen Orten kennen, wo nämlich der Bauer i m Winter, wenn der Schnee liegt, über den gähesten Berg mit zwey hültzernen Brettlein, so vorn gekrümmet und aufgebogen seynd, sich mit einem Stecken in Händen hinunterschiebt, wofür man billig schreiben sollte, er schiesst oder fleugt hinunter)). Seine Ausführungen über die Abfahrt, die nacli seiner Beschreibung stark an die Stemmbogentechnik mit einem Stocke erinnert, sind besonders interessant. Danach ((winden und krümmen sie die Abfahrt sclilangenweise, wann ihnen was Verhinderliches im Wege steht, es sey gleich ein Baum oder ein grosser Steinfels. Ist aber der Weg ganz frey und unverwaclzsen, so gleiten sie fein schnurgrad hinunter. 1) Dies ist einer der frühesten Hinweise darauf, dass schon vor Jahrhunderten das Abfahren und Bogeilfahren als alpenländische Besonderheit des Skilaufes bekannt war. Freilich scheint diese Fertigkeit bald wieder verloren gegangen zu sein, denn Schollmayer schreibt in seinem Büchlein Auf Schneeschuhen» (Klagenfurt 1893), dass es bei uns nur eine einzige Gegend gibt, in der sich der Schneeschuh ähnlich dem nordischen Ski aus sich heraus entwickelt hat. Auch er berichtet von den Bauern in Krain, welche über I m lange, vorn aufgebogene Brettchen als Schneeschuh verwenden, leider aber durch Inzwischen den Schnee stampfen, anstatt zu gleiten, was ganz gut ginge aber hatte Julius Payer von der österreicliischen Nordpolexpedition im Jahre 1874 die ersten nordischen Ski nach Wien mitgebracht und in den 8oer Jahren hören wir von verschiedenen Versuchen, die sowohl in Wien, als in Vorarlberg, auch in Innsbruck und Graz, mit Skiern gemacht wurden. Besonders der damals als Alpinist bekannte Max Kleinoscheg hatte nach einer argen Plackerei mit Schneereifen am Hochschwab die ersten Versuche mit norwegischen Skiern in der Nähe von Graz gemacht und für diesen Sport auch seinen Freund Toni Schruf in Mürzzuschlag gewonnen. Der unermüdlichen Werbearbeit beider gelang es, eine grössere Zahl von Jüngern zu sammeln und im Februar 1893 das erste Abfahrtsrennen Österreichs in Mürzzuschlag zu veranstalten, wobei der norwegische Bäckergeselle Samson siegreich blieb. Im gleichen Jahre bestieg Reisch zum ersten Male mit Ski das Kitzbühler Horn in sehr guter Zeit. In diesen Zeitraum fallen auch die ersten Skiversuche und gleichzeitig schon die ersten grösseren Touren auf Skiern sowohl in der Schweiz, als in Deutschland und in Osterreich. Es liegen so manche Berichte von der Gründung österreichisclier Skiklubs aus dieser Zeit vor, deren Mitglieder (( auf Ausflügen mehr als 2000 m hohe Berge zu überwinden vermochten)). Ebenfalls i m Jahre 1883 hat Mathias Zdarsky in Lilienfeld (Niederösterreich) seine meist auf eigenen Studien begründete skiläuferische Tätigkeit aufgenommen, die auf einer selbsterfundenen starren Metallbindung und der damit verbundenen eigenen ((

((

)).


Stock- und Fahrtechnik aufgebaut war. Und nun kamen die Jahre des Kampfes gegen diese so viel verhöhnte Alpenski-Lanzentechnik D, welcher Zdarsky mit ebenso scharfen Angriffen gegen den norwegischen Doppelstock entgegentrat. Unzweifelhaft ist aber, dass schliesslich unsere heutige alpenländische Fahrtechnik aus beiden Fahrweisen ihren Nutzen gezogen und auch aus der Zdarsky-Schule so manches übernommen hat, vornehmlich die Stemmbogen für Richtungsänderungen am Steilhang. Anderseits ist es gewiss im Naturell der Gebirgsvölker gelegen, dass sich jene Methode hier hauptsächlicl-i durchgesetzt hat, bei welcher der Läufer so recht auf die eigene Kraft und Geschicklichkeit, Kühnheit und rasche Entschlossenheit angewiesen ist und eine Unterstützung durch ein technisches Hilfsmittel verschmäht. Es blieb also auch beim norwegischen Doppelstock und bei der freien Abfahrt, die sich nicht einen Stecken unter die Achsel stellet, sich damit stark zurückhält und sich darauf lehnt und steurt )I, wie schon Valvasor von den Krainer Bauern schrieb und was man auch der Zdarskytheorie vielfach zum Vorwurf machte. Sicher ist aber das Eine, dass nun seit dem Kriege eine Entwicklung einsetzte, welche von den Norwegern und von unserem österreichischen Zdarsky die brauchbaren Momente vereinigte und eine Fahrtechnik schuf, welche dem schwierigen Gelände unserer Alpen angepasst ist und das Können der Läufer derart gesteigert hat, dass man bereits von einem gewissen Höhepunkt der Fertigkeit sprechen darf. Nur als ein Zwischenstadium der sportlichen Entwicklung ist auch jene zum Glück nicht allzulange Zeit zu erwähnen, in welcher die Arlbergtechnik oder die Mürren-Schule und wie sie nur alle hiessen, allein die richtige Fahrtechnik für sich gepachtet zu haben schien. Die Verdienste, welche durch die Arbeit an diesen Orten sicherlich geleistet wurden, sollen nicht geschmälert werden, doch weiss heute jeder Eingeweihte, dass es Unterschiede in der alpenländischen Fahrtechnik tatsächlich nicht gibt und dass diese vom Dauphin4 angefangen bis herüber zum Wienerwald in ihren Grundbegriffen einheitlich und so recht der sportliche Ausdruck der unerschrockenen Ruhe, der eisernen Kniekehlen und des Schützenauges aller Gebirgsbewohner ist, welche auf Skiern jede Geschwindigkeit zu beherrschen wissen und die erforderliche Gewandtheit und Kraft und jenen Kampfgeist aufzubringen wissen, der zum siegreichen Bestehen grösster sportlicher Wettkämpfe unter den Besten aller Nationen eine unerlässliche Voraussetzung bildet. Nach dieser geschichtlichen Entwicklung ist es nicht zu verwundern, dass gerade die Vertreter der österreichischen Skiläufer im Internationalen Ski-Verband als Erste den Antrag gestellt haben und für die Durchführung von Abfahrtsrennen i m Rahmen der FIS-Wettläufe eingetreten sind. Von einem anderen Gesichtspunkte betrachtet, führt uns dieser geschichtliche Uberblick immer wieder das Bild vor Augen von dem innigen Zusammenhang zwischen dem sportlichen Abfahren und dem Alpinismus. Jene Männer, die den Weg für unseren Abfahrtssport eröffnet und bereitet ((

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Photo: D7..H . Hveb

Schneehuhn

haben, waren beinahe ausnahmslos Alpinisten und erpro5ten den Skisport vor allem als Mittel zum Zweck, als Hilfe und Erleichterung für das winterliche Bergsteigen. Das innere Erleben in den Bergen stand ihnen weit höher als der sportliche Wettkampf. An dieser Auffassung des Abfahrtssports hat sich auch heute nicht viel geändert, wenn wir die Sache tiefer durchleuchten. Denn immer wieder konstatieren wir die Erscheinung, dass die wildesten Rennkanonen, die Sonntag für Sonntag an den Start gingen und nicht genug davon bekommen konnten, schliesslich nach den Jahren des Sturmes und Dranges zur Bergsteigerei heimfinden, welche sie beileibe


nicht als Sport bezeichnen lassen, und ihre Spuren wieder zu den einsamen winterlichen Höhen ziehen, glückselig nunmehr über die Tat an sich, zufrieden in der Freude an der Natur und im Kampfe gegen deren Gewalten, fern vom Wettstreit mit menschlichen Gegnern, aber doch voll Dankbarkeit in der Erinnerung an die Rennjahre und an die harte Schule der entbehrungsreichen Selbstüberwindung ; diese Zeiten wollen sie niclit missen, da sie sich doch bewusst sind, wieviel an technischer Fertigkeit und Gescliwindigkeit, an Schnee- und Wachserfahrung, an Entschlossenheit und festem Wollen sie in den Wettläufen gelernt haben - lauter wichtige Dinge auch für den Bergsteiger - und weil sie wissen, um wieviel genussreicher sich der SkiAlpinismus auf dieser Grundlage ausgestalten lässt. Sie haben einen gewaltigen Vorsprung vor jenen Skibergsteigern, die es versäumt haben, an Wettläufen recht eifrig teilzunehmen, wobei es keinen Unterschied macht, ob Lang-, Sprung- oder Abfahrtslauf in der Hauptsache betrieben wurde. Jedenfalls wird diese Auffassung über die Auswirkung der Wettkampftätigkeit sicli in absel-ibarer Zeit nicht viel verändern, sie gilt einmal vielfach nur als Vorbereitung für die ethisch und erzieherisch meist höher gewertete Bergsteigerei. Man könnte daraus schliessen, dass der Begriff des Sports als reiner Selbstzweck unter den alpenländischen Skiläufern nicht richtig Wurzel gefasst hat. Und doch sind wir in Osterreich auch nicht müssig und mühen uns redlich um die Förderung des sportlichen Skilaufs überhaupt und um die Pflege des Abfahrtssportes ganz besonders. Gerade von der letzteren erwarten wir einen gewaltigen Zustrom von Wettkämpfern und haben darin Recht behalten. Dies gilt besonders für die letzte Zeit seit der Aufstellung wohldurchdachter Regeln für die Durchführung und Bewertung der Abfahrtsläufe, welche so ziemlich alle Prüfungen umfassen, die in der Abfahrt zu bestehen sind. Geschwindigkeit und Standsicherheit, Geländeund Hindernisbeurteilung müssen nun richtig beherrscht werden. Vorbei ist die Zeit der blindwütigen Schussfahrten und der glücklichen Auswahl des besten Wachses. Nun kommen aber auch die Skialpinisten und beteiligen sich in stark zunehmender Zahl an Abfahrtswettkämpfen. Es wächst die Schar der sportlichen Skiläufer und das so beklagte Missverhältnis der kleinen Zahl von Wettläufern zu der grossen Menge der anderen Skiläufer in unseren Alpen bessert sicli rasch. Alles in allem lässt sich erkennen, dass eben der richtig betriebene Abfahrtssport sich als bodenständige Eigenart durchgerungen hat und dass sein hoher Wert allseits erkannt wurde. Dieser Entwicklung hat auch der Osterreichische Ski-Verband Rechnung getragen. Die veralteten Regeln für Geländeläufe sind beseitigt. Schon im vergangenen Winter hat der Verband einen grossen Abfahrtsund Slalomlauf veranstaltet, welclier seinem sportlichen Werte nach auf gleicher Höhe stand wie die Österreichische Skimeisterschaft. Erstmalig fand dieses Rennen unter grösster Teilnahme von Behörden und Publikum und bei heller Begeisterung aller Erschienenen in der Märzsonne am Schneeberg bei Wien auf idealem Gelände statt. Die Zahl der Wettkämpfer über-


Verschneites Kreuz

Photo. Dr A Defner


Photo : E . Gyger, Adelboden

Des Menschen Spur

stieg weit das Hundert. Dieses Verbandsrennen wird eine ständige Einrichtung bleiben und in verkleinertem Masse in allen österreichischen Gauen Nachahmung finden. Mit fliegenden Fahnen sind wir also in dieses neue Gebiet skisportlicher Tätigkeit übergegangen und haben die neue Form restlos angenommen, obwohl auch vorher Abfahrts- und Hindernisläufe erfolgreich gepflegt worden waren. Auch in diesem Entschlusse prägt sich die Solidarität in der alpenländischen Fahrkunst so richtig aus ; die Osterreicher wollen mit allen Nachbarn durchaus in einer Reihe arbeiten. In einem Punkte aber glauben wir voran zu sein und wollen von einer Einführung nicht abgehen, welche seit einer Reihe von Jahren immer fester zu einer Verbandseigenart geworden ist. Unsere Meisterschaft des Österreichischen Ski-Verbandes wird stets in dreiteiligem Wettkampf ausgetragen, bei welchem der Abfahrtslauf gleichwertig neben Lang- und Sprunglauf steht. Diese Einführung ist der Überzeugung entsprungen, dass nur derjenige Läufer den Meistertitel verdient, welcher alle Arten des Skilaufes am besten beherrscht. Da unserem alpenländischen Abfahrtslauf nun endlich Gerechtigkeit widerfährt und seine sportliche Gleich- und Hochwertigkeit anerkannt ist, besteht kein Grund zu einer Abänderung, welche ein Rückschritt wäre. Wir glauben vielmehr, dass es Aufgabe und Ziel der Skiläufer aller Völker sein muss, bei internationalen Wettkämpfen die höchste sportliche Ehre jenem Läufer zu geben, welcher alle Arten des Skisportes, also auch unseren alpenländischen Abfahrtslauf, am besten meistert.


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VON DR.HENRY HOEK,CA

Der Sclinee erzählt lange und kurze Geschichten ... Was er erzählt, ist letzten Endes von uns abhängig. Es ist immer eine Frage unseres Wissens, unseres Könnens. Alles, was « Natur 1) uns sagt, ist doch nur ein Spiegelbild desjenigen, was wir in sie hinein gelegt, hinein gedacht haben. Liest 1) der Fuchs die Spur eines Schneehuhns, so wird sie erst durch ihn zur Spur. Betrachte ich die Fährte eines Rehes, so wird sie erst durch mich zu einem verständlichen Geschehen. Kein Licht und kein Leuchten kann ohne Auge und Hirn zum Bilde » werden ... Keine Löclier im Schnee können ohne Auge, Hirn und Verstand zur verständlichen Spur » werden ... Der Tiere und der Menschen, der Sonne und des Windes Spuren im Schnee sagen uns umso mehr, je mehr wir gelernt haben, aus ihnen heraus zu lesen. W e r alles wüsste und alle Erfahrung hätte, wer lückenlos beobachten und fehlerlos sehen könnte, wer das Geschaute logisch einwandfrei verarbeiten könnte - er könnte selbst über die Spur einer Spur 1) einen Roman sclireiben, voll unerhörten Geschehens... Ich kann es nicht ... Kann zu meinen Bildchen nur ganz simple kleine Erzählungen liefern. Vielleicht regen sie den einen oder anderen an, sich die Spuren im Schnee » einmal anzusehen. ((

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WIESEL (Bild in Tiefdruckbeilage) Auf harte Unterlage, jedenfalls auf eine, die das Gewicht eines Wiesels tragen kann, ohne zu brechen, ist eine Neuschneeschicht von mehreren Zentimetern gefallen. Ein Wiesel zog auf Beute durch den lockeren Sclinee. Das ist gestern gewesen ... Die Sonne des Vormittags hat den Schnee oberflächlich getaut, er ist zusammengesackt, da die Kristalle der oberen Schicht teilweise geschmolzen sind und dabei kleiner wurden. Die ganze Neuschiclit liat sich um einen Zentimeter gesetzt ». Nur rund um den Eindruck jeder Pfote unseres Wiesels ist der verdrängte und leicht gepresste Schnee als erhabener Wulst stehen geblieben. I.

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EBENFALLS EIN WIESEL (siehe Seite 5 I ) Dieses Tierchen aber hat ein bestimmtes Ziel gehabt! Kilometerweit zieht sich seine Spur zielbewusst durch das weisse Land. Und ein ausgeprägter Wille stand hinter dieser Reise. Denn bequem war sie nicht. In das 2.


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Wiesel

Photo

D?. H e n r y Hoek


Wiese!

Photo :D?. H . Hoek

trockene Schneepulver ist das Wiesel tief eingesunken ; nur sprungweise konnte es sich vorwärts bewegen. Mit einiger Phantasie kann man ordentlich sehen, wie sich der schlanke geschmeidige Körper in eleganten Wellenlinien aus dem Schnee hebt und sich wieder in ihn senkt. 3. SCHNEEHUHN (siehe Seite 47) Ein hartes und genügsames Leben führt der schöne Vogel. Selbst auf mittleren Gipfeln trifft man ihn im Winter. Der Schnee ist sein Freund und sein Schutz ; gerne lässt er sich ganz warm einschneien. Und wenn er auch noch so gut fliegen kann - es macht ihm gar nichts aus, lange Strecken zu Fuss zu gehen. 50 lange ihn nichts erschreckt, zieht er diese Bewegung offenbar vor und watet lieber mühsam, ein wenig watschelnd, durch den tiefen Schnee. Im Frühjahr trennt sich das Volk, das im Winter so treu zusammen hielt ; meist findet man die Spuren eines Pärchens.


Photo :DY.H . Hoek

Erhabene Fuchsspur

4. FUCHS Verblüffend ist die Unternehmungslust des Fuchses. Bis weit über 3000 Meter habe ich seine Spuren gefunden. Diese hier stammt aus 3100 m am Piz Val Lung. Der Sturm hat den weichen Schnee weggeblasen und die gepresste Fuchsfährte schön positiv stehen lassen. Es ist eine Erscheinung, die offenbar mit dem Gewicht des Tieres und der Grösse der Fussohlen zusammenhängt. Jedenfalls habe ich schon oft Fuchsspuren (und Menschenspuren !) im Schnee «en relief )) gesehen und aufgenommen -- aber nie die anderer Tiere. 5. WIND (siehe Seite 53) Der Wind treibt vielerlei Spiele mit dem Schnee. Er benützt ihn als Baumaterial und zerstört seine eigenen Werke. Unser Bild zeigt eine Hartschneedecke, aus dem Staub zermahlener und windgetriebener Schneeflocken aufgebaut, die dann vom Wind wieder angefressen und modelliert wurde. Nur in gepacktem », getriebenem Schnee auf zweiter Lagerstätte ist eine ((


Photo :ß r . H . Hoek

Windschnee

derartige Plastik möglich. Auch die Richtung des wirkenden Windes können wir an den stehen gebliebenen härteren Teilen der Decke erkennen ; er muss (auf unserem Bilde) von links unten nach rechts oben geblasen haben. 6. MENSCH (siehe Seite 49) Kein anderes Lebewesen kann sich derartig den wechselndenVerhältnissen anpassen, wie das mit dem hypertrophierten Gehirn. Allein über die Spuren des Skiläufers kann man ein Buch schreiben. Unsere Aufnahme zeigt die Spur des schnellfahrenden Läufers im Frühling. Der Schnee war tief aufgeweicht und ist dann durch und durch gefroren. Seine oberste Schicht ist zum dritten (vielleicht zum vierten oder fünften) Male getaut, gefroren, wieder getaut. Es entstand ein richtiger halbkristallener Firn aus fast kugeligen Eisstückchen, die, sobald sie aufgetaut sind, gar keinen Zusammenhang haben. Über Mittag bildet sich ein richtiger « Sulz », der, ohne zu ballen, selbst auf wenig geneigten Hängen, von der Unterlage wegrutscht - fast könnte man sagen wegfliesst - sobald er gestört wird. ((

))


Der Ski, eines der einfaclisteii und primitivsten aller Beförderungsmittel, ist nicht auf einmal erfunden worden. Der Mensch hat beinahe ebenso lange Zeit zur Herstellung eines einwandfreien Ski gebraucht, wie er zum Erlernen des Fliegens benötigte. Wann und wo der Ski geboren ist und wie er sich bis zu seiner heutigen Form entwickelt hat, darüber wissen wir leider sehr wenig. In Finnland, Norwegen und Sch-~vedenhat man in Mooren Ski gefunden, die den wissei~schaftliclienBestimniungen nacli bis 4000 Jahre alt sind. Der erste, der über die Geschichte des Ski zu schreiben versuchte, war der berühmte iiorwegische Polarforscher Fridtjof Nansen, der in dem bekannten Werk ~ä Ski over Gronland 1890 (Auf Schneeschuhen durch Grönland) ein Kapitel über dieses Thema schrieb. 111 letzter Zeit liaben die Gelehrten, hauptsächlich in Schweden und Finnland, angefangen, über die Entstellung des Ski weiter zu forschen. LTorwegenbesitzt in seinem Skimuseum am Holmenkollen ein reiches Material von grosser historischer Bedeutung, das aber noch nicht wissenschaftlich bearbeitet ist. Auch Schweden hat zwei bedeutende Sammlungen alter Ski ; eine ältere im Nordischen Museum in Stockholm und eine jüngere im Skimuseum beim Sprunghügel des Vereins zur Förderung des Skilaufs in Schweden, Skidfrämjandet bei Fiskartorpet in der Nähe von Stockholm. Anlässlich der Gründung dieses Museums ist es ((Skidfrämjandetn gelungen, mehrere Personen für die Skiforschungen zu interessieren, insbesondere den Professor der Finniscli-Ugrischen Sprachen an der Universität Uppsalü, K. B. Wiklund. In dem Schwedischen Ski-Jalirbuch, Pa Skidor !), Jahrgänge 1926, 1928, 192.9 und 1931 hat er die Ergebnisse seiner Forschungen dargelegt, welche sich sowohl auf ethiiographische als vor allem auch auf vergleichende Sprachstudien gründen. Eine zusammerifassende Publikation der in Schweden gemachten Funde ist in Vorbereitung. Da es jeden Skiläufer interessieren muss, etwas über den Ursprung der Ski zu wissen, verweise ich im besonderen auf diese Artikel und gebe hier ein kurzes Resumee über das Resultat der Untersuchungen des Prof. Wiklund. Die Untersuchungen berühreil auch die Schneeschuhe, welche hier bei Seite gelassen werden, soweit sie nicht unmittelbar mit der Entsteliung des Ski zusammenhängen. Prof. Wiklund gibt im Jahrgang 1926 «Pa Skidor)) ein umfangreiches Literaturverzeichnis an und bringt auch in den anderen Artikeln sehr vollständige Quellennachweise. ((

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Abfahrt uber den Muraiqi Gietscher

Photo

Dr. J. F r i t s c h i


Skifahrende Lappen nach Knuud Leem

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Alle Verfasser 체ber die Geschichte des Ski scheinen dar체ber einig zu sein, dass der Schneeschuh 채lter ist als der Ski. Bei der Beantwortung der Frage, ob der Ski aus dem Schneeschuh entstanden ist, gehen dagegen die Meinungen auseinander.


Photo : Börtzells

Der arktische Ski : Obere Seite Von A. E. Nordenskiöld während der Vega-Expedition 1879 vom Ueberwinterungsplatz Pitlekay auf der Tsjuktsjer-Halbinsel mitgebracht

Von der Entstehung des Schneeschuhs sagt Dr. Hatt in Arktiske skinndragter i Eurasien og Amerika », Kopenhagen 1914(Arktische Pelzkleider in Eurasien und Amerika) : In Bezug auf den Ursprung des Schneeschuhs kann es kaum Zweifel geben, dass er aus der Sandale entstanden ist. » Die primitivsten Formen des Schneeschuhs, zu welchen zum Beispiel der Aino-Schneeschuh (Nord-Japan) gehört, sind tatsächlich als eine Art geflochtener Sandalen aufzufassen, die sehr gross gearbeitet sind, damit sie auf dem Schnee getragen werden können. Dieser Auffassung schliesst sich. auch Prof. Wiklund an, obwohl sie kaum mehr als eine Vermutung ist. In Bezug auf den Ursprung des Ski sagt Dr. Hatt im selben Kapitel : ((Wahrscheinlich hat sich der Ski aus dem Schneeschuh entwickelt, aber es muss betont werden, dass der Ski eine stark ausgeprägte und vom Schneeschuh scharf getrennte Formgruppe bildet. Nansen behauptet, dass man die langen Schneeschuhe niit Pelz Überzogen hat, um sie stärker zu machen und dass man es baldvorteilhaft gefunden hat, auf der glatten Pelzfläche vorwärtszugleiten, anstatt wie auf den gewöhnlichen Schneeschuhen die Füsse zu heben. Vom Momente an, wo die Bewegung zum Gleiten übergegangen ist, hat sich der Schneeschuh zum Ski entwickelt. Prof. Wiklund ist nicht dieser Ansicht. Er findet es bemerkenswert, dass der Ski überall bei Naturvölkern zu finden ist und bis vor nicht langer Zeit mit Pelz überzogen war und dass man verhältnismässig wenige Beispiele von pelzbezogenen Schneeschuhen kennt. Er neigt zur Auffassung, dass der pelzbezogene Ski durch Einlegen von Holzscheiben in den gewöhnlichen Winterschuh entstanden ist, weil man damit grössere Tragfähigkeit und unter Umständen Gleitfähigkeit erlangen konnte. Er ist daher parallel mit dem Schneeschuh, aber selbständig entstanden. Die Ski, die sich auf diese Weise entwickelt haben, waren beide gleich lang und natürlich pelzüberzogen. Die übliche Auffassung über den Ursprung der Ski, die auch Nansen darlegt, ist die, dass alle die jetzt bekannten Skitypen auf einen gemeinsamen ((

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))


Photo :Börtzells

Der arktische Ski : Lauf-Seite Im Ethnographischen Museum in Stockholm unter Nr. 4472. Das dünne Brett ist mit angeleimter Renntierhaut (Haut vom Schienbein des Tieres) überzogen

im Osten irgendwo in Nordrussland oder Sibirien entstandenen Urtypus zurückgehen und zwar auf den oben erwähnten gleichpaarigen pelzbezogenen Ski, der sozusagen bei allen Völkern in der subarktischen Zone der alten Welt vorgekommen ist. Dazu rechnete man auch die ursprünglichen Ski der Lappen. Bei vielen Völkern, besonders bei den letztgenannten, findet man auch Ski, die, sei es aus Sparsamkeit, sei es aus anderen Gründen, keine Pelzbekleidung bekommen haben. Das typische ist aber, dass beide Ski von derselben Länge sind und keine Rinne haben. Die Bewegung auf diesen Ski ist Gleitbewegung und sie ist für beide gleich. Nach der gewöhnlichen, oben erwähnten Auffassung sollten die Skandinavier ihre Ski von den Lappen bekommen haben oder mit anderen Worten der skandinavische Skitypus ist aus dem lappländischen Skitypus entstanden. Prof. Wiklund vertritt eine andere Ansicht. In Skandinavien und Finnland gibt es Ski von einem ganz anderen Typus. Dieser ist dadurch gekennzeichnet, dass der linke Ski sehr lang, bis 1 1 Fuss und mehr, und nicht mit Pelz bezogen, sondern mit Rinne versehen ist, während der rechte kürzer, etwa 7 Fuss lang und pelzbezogen ist. Er ist also mit permanentem Felle versehen, das die Haare nach rückwärts gerichtet hat, um das Zurückgleiten der Ski zu vermeiden. Diese Ski werden heute nicht mehr gebraucht, es gibt aber noch Leute, die früher nur solche Ski verwendet haben. U m die Kunst des Skilaufes mit diesen Ski nicht zu vergessen, hat man sie kürzlich gefilmt. Mit diesen Ski gleitet man nicht wie gewöhnlich auf beiden Füssen, sondern nur auf dem linken, nackten längeren Ski, indem man sich mit dem rechteren, kürzeren abstösst. Der kürzere ist daher immer mit Pelz überzogen, er sieht aus, wie der arktische Ski mit permanentem Fell. Jeder Skiläufer versteht, dass diese einseitige, unpraktische Art, Ski zu laufen, nicht aus dem Skilauf mit gleichlangen Ski entstehen konnte. Wie dieser Skitypus entstanden ist, davon weiss man allerdings noch nichts, Prof. Wiklund hält es aber nicht für unmöglich, dass er aus dem Spiele der Kinder, auf einer Kufe zu fahren, abzuleiten ist.


Das bezeichnende dieses Skitypus ist der lange, mit Rinne versehene linke Ski. Prof. Wiklund glaubt, dass dieser Ski eine skandinavisch-schwediscli-norwegische und nicht eine lappländische oder gar finnische Erfindung ist. Wiklund behauptet also, dass dieser Typus von den östlichen, arktischen Typen ganz zu trennen ist und dass mit ihnen nicht der geringste Zusanimenhang besteht. Die Entstehung muss aus einer selbständigen Entwicklung abgeleitet werden, welche mit aller Wahrscheinlichkeit in Skandinavien stattgefunden hat und sehr weit zurückgeht. In Russland und Finnland hat man seit langer Zeit das Vorkommen eines dritten Typus erkannt, eines Ski ohne Rinne, aber mit ausgekerbtem Fussgestell : Auf beiden Seiten des Ski sind bei der « Fussplatte aufstehende Kanten gekerbt, welche als Halt für die Zehenriemen dienten und u m den Schuhen seitwärts eine gewisse Befestigung zu geben - also ein Vorläufer unserer modernen Backen. Dieser Skitypus hat den Gelehrten viel Kopfzerbrechen verursacht. Prof. Wiklund hat ihn früher als eine versclilecl~terteVariante des arktischen Ski betrachtet. Inzwischen hat es sich gezeigt, dass dieser Typus eine so grosse Ausbreitung hat, vom Land der Syrjänen im nordcistlichen Russland bis nach Weisrussland-Polen, dass es notwendig ist, ihn bis auf weiteres als einen dritten freistehenden Typus zu behandeln, der mit Wahrscheinlichkeit aus einem Gerät vom Typus des kanuartigen Ski entstanden ist, den die koreanischen Jäger noch heute brauchen, wenn sie sich auf den Schlammbänken im Deltaland des Yatuflusses bewegen. Zum Unterschiede von den anderen Skitypen, welche nach Wiklund mit Sicherheit von Anfang an auf Schnee gebraucht wurden, kann die Entstehung dieses Typus mit dem Bedürfnis, sich auf sumpfigem Boden zu bewegen, zusainmenliängen. (Sumpfski sind in mehreren Gegeiiden der alten Welt bekannt). Später hat man dann ihre Uraiichbarkeit aui tiefein Schnee entdeckt. Prof. Wilzlund ist also der Aiiifassung, dass inan gemäss dem Resultat der heutigen Forschungen zwischen drei verschiedenen, unabhängigen Ursprungstypen von Ski unterscheiden muss. Es sind das : I . Der arktische, aus dem Osten stammende, gleichpaarige, anfangs pelzbezogene, allmählich auch unbezogene Ski ohne Rinne ;

2. Der nordische, skandinavische, mit einem langen unbezogenen mit Rinne versehenen linken Ski und einem kürzeren, gewöhnlich pelzbezogenen rechten Ski ;

3. Der südliche, gleichlange, unbezogene Ski ohne Rinne, aber mit ausgekerbtem Fussgestell. Zu nebenstehendem Bild : Nordischer Ski aus der Gemeinde Lima in Dalekarlien. In den 8oer Jahren des 19. Jahrhundert verfertigt. Im Skimuseum in Stockholm unter Nr. 4 0 3 Links: Der Fahrski, 3,23 m lang und 6 cm breit. Rechts: Der Laufski, z,41 m lang und 7,s cm breit, nach hinten auf 4,s cm verjüngt. Der Fahrski ist vorne schwerer, der Laufski ist hinten schwerer.


Der nordische Ski

Photo : B. ATorberg


Der Bärenjäger Martin Jakobsson von Tasjö, Schweden, mit Speer von Rrnntiergeweih. Büchse und Ski von nordischem Typus

Diese drei Typen haben sich im Laufe der Zeit in Skandinavien begegnet. Dabei haben wahrscheinlich die Lappen die Skirinne von den Skandinaviern in der Mitte des ersten Jahrtausends nach Christus übernommen. Von den Lappen ist sie nachher vermutlich zu den Finnen gekommen, es sei denn, dass diese sie direkt von den Schweden bekommen haben. Der nordische Skitypus ist schliesslich irgendwo in Nordskandinavien in der Gegend nördlich des Polarkreises mit dem arktischen zusammengeschmolzen. Dabei entstand vielleicht vor etwa zoo Jahren der Ski, der sich zu unserem heutigen Langlaufski entwickelt hat. In derselben Weise wäre ein gewisser Zusammenhang durch die Begegnung des südlichen mit dem nordischen Typus in Südnorwegen, sowie das Entstehen unserer modernen Abfahrtsski abzuleiten. Dieser Prototyp, der Telemarkski, stand lange als eine unerklärliche, isolierte Erscheinung da und zeigte keinen Zusammenhang mit den übrigen in Skandinavien vorhandenen Typen, erinnerte aber stark an den südlichen Typus. In den letzten Jahren hat man inzwischen an verschiedenen Orten in Südschweden bis zur norwegischen Grenze hin Ski vom südlichen Typus gefunden. Damit ist eine Brücke von Russland bis Telemarken geschlagdb worden. Prof. Wiklund möchte sogar behaupten, dass man eines Tages eine gleichartige Brücke über die 1000 km. von Grodno, wo Ski von diesem Typus gefunden worden sind, bis Auersperg in Krain, wo Valvasor im 17. Jahrhundert Ski in Gebrauch gesehen hat, schlagen


Photo : B. Norberg

Der südliche Ski Von links nach rechts mit Nummern vom Schwedischen Skimiiseum in Stockholm: 478 a und 478 b angefertigt in der Gemeinde Kölingared in Westergotland um das Jahr 1860; 2,39 m lang und I 3,s cm breit an der Aufbiegung, I 5 cm beim Zehenriemen und I 3 cm am Hinterende. 470 b und 47oa in der Gemeinde Gustav Adolf in Westergotland verfertigt. M a s ~ e :Der kürzerz Ski I , 78 m lang, der längere Ski 1,95 m lang; Breite 13,s Cm, hinten verjüngt auf 12,s cm. 477b in der G2meinde Kölingared in Westergotland am Ende der 7oer Jahre im 19. Jahrhundert verfertigt. 2 m lang und I 3,8 cm breit.


Skilaufender Lapp nach Schnfferns, 1678

wird I). Dadurch wäre bewiesen, dass ein gewisser Zusammenhang zwischen diesen von Valvasor in Die Ehre des Herzogtums Krain, 1689 » beschriebenen Ski und den Telemarkski und dadurch mit den modernen, in Südeuropa gebrauchten Abfahrtsski besteht. Der Gedanke ist gewiss interessant. Eine unstreitige Ähnlichkeit zwischen dem schlechten, früher nur in Russland gekannten südlichen Ski mit seinen ausgekerbten Backen und dem vortrefflichen modernen Bergski mit seinen aufgeschraubten Backen, darf wohl anders als eine reine Zufälligkeit gewertet werden. Die Skiforschungen sind kaum angefangeil und sie bewegen sich noch teilweise auf dem Gebiete der Erratungeil. Neue Entdeckungen werden mit Sicherheit neue Gesichtspunkte bringen und Prof. Wiklund ist bereit, seine Ansichten zu revidieren, aber er ist der Ansicht, dass sie schon heute wissenschaftlich recht gut begründet sind. ((

l) Man hat kürzlich in Erfahrung gebracht, dass in gewissen Gegenden in Kraitl Ski immer noch gebraucht werden.

62


Aufst~eg

photo

~r Henry H o e U


C

-SKI

VON DR.HENRl HOEK$AS.

des

Drei Bildcllen -- und dreimal fünfzehn Zeilen hat mir der Schriftleiter Schneehasen bewilligt.

((

))

Schade, sehr schade! Denn gerne hätte ich die Ode oder gar das Epos der Skispitzen gesungen. An Stoff gebricht es nicht. In vielen, vielen Skijahren habe ich sie wochenlang Tag um Tag vor mir gesehen. Lange Gespräche habe ich auf langeil Wegen mit ihnen geführt.., In den Arifangszeiteil unseres Skilaufs, als noch nicht alles seine letzte Norm gefundeil, da habe ich Skispitzen der verschiedensten Formen gehabt, und verscliieclen hoch standen sie über dem Blatt meiner gleitenden Ski. Und einst in jeilcii schönen entschwundenen Zeiten hat jemand mir zartklingende kleine Silberglt~clzchendaran gebunden ... Lang ist es her ; und heute geschieht so etwas nicht mehr. Meine Skispitzen iind ich : nicht inimer waren wir ein Herz, eine Seele, ein Wille und eine liichtung ! Es gab Zeiten in meinem Skileben, in denen jedes von uns dreieil eincrn anderen Ziele zustrebte. Rohe Kraft und listige Technik habe ich anweiide~~ müssen, um die Parallele zwischen ihnen, und zwischen ihnen und mir, zu erzwingen. Wir haben allmählich gelernt, uns zu vertragen. Meine Spitzen und ich, wir haben aus bitterer Erfahrung gelernt, dass es uns nicht gut tut, getrennte Wege zu laufen, dass Spitze oder Bein dabei zu Bruch kommen ... Meine Skispitzen : Wenige Dinge dieser Erde habe ich so stundenlang, so tagelang, so endlos lang vor mir gesehen. Bei ermüdendem Aufstieg, auf langer Wanderung über nordische Ebenen sind sie still beobachtet vor mir hergezogen, habe ich sie tausende und zehntausende Male sorgsam in den Schnee gesetzt. Jahrelang musste ich sie beobachten.. . Heute ist das nicht mehr nötig. Heute sagen sie mir, wie sie laufen ; heute erzählen sie mir, wie der Schnee, wie die Steile des Hanges ist. Sie wurden eine Verlängerung meiner Glieder, ein vorgeschobenes Tastorgan, das selbst in schneller Fahrt und bei völligem Dunkel mir Kunde gibt vom Untergrund.


Photo :Dr. H . Hoek

Was der Skiläufer im Aufstieg vor sich sieht

Skispitzen im leise raschelnden Kristallschnee auf der Fläche des Sees Skispitzen im aufstäubenden kalten, trockenen Pulverschnee - Skispitzen auf dem körnigen Firn eines frühlingsbesonnten Hanges, begleitet von

-


Photo :DT. H . Hoek

Was der Skifahrer in der Abfahrt vor sich sieht

meinem wechselnden, schwankenden Schatten. Wer Blick hat und Gef端hl auch f端r die Miniaturen der Berge, der kann seiner Skispitzen sich freuen, kann sich endlos mit ihnen unterhalten.


-

ST MORITZ 16. F E B R U A R 1 9 3 1

VON

I N G . R. S T R A U M A N N

Was versteht man eigentlich unter (( km-lanck auf Ski ? Es handelt sich ähnlich wie bei den km-lancks auf Auto und Motorrad um das Durchfahren einer Rennstrecke, der eine Anlaufstrecke vorgesetzt wird, so dass die Einfahrt in die eigentliche Rennstrecke mit grosser Geschwindigkeit erfolgt. Bei Auto- und Motorradrennen hat die Rennstrecke, auf der die Fahrzeit gemessen wird, I km Länge. Für das entsprechende Rennen auf Ski kommt nur eine steile Abfahrtsstrecke in Frage. Letztere sollte zur Erreichung möglichst grosser Geschwindigkeiten grosses und vor allem gleichmässiges Gefälle haben. Solche Abfahrtsstreclten finden sich aber nur auf verhältnismässig kleiner Ausdehnung, so dass Rennstrecken (ohne Anlauf) von nur 150 bis zoo m in Frage kommen. Längere Strecken könnten beim auf solcher Piste iiblichen Höllentempo kaum durchgestanden werden. Es bleibt allerdings dieser Art von Konkurrenzen vorbehalten und soll auch ihre Aufgabe sein, festzustellen, welches die Maximalgescliwiiidigkeit ist, die von einem trainierten Abfalirtsläufer cliirchgestaiicleii werden kann, tadellos ausplanierte und gleichinässig clrirchgeai-heitete I'iste vorausgesetzt. Wenn wir die bis heute gexnesseneii Gescliwiiidigkeite~ivon ca. 30 m in der Sekunde als richtig aniiehinen, so wird eine Rennstrecke von 150 m in 5 Sekunden durchfalireii. Wir Zeitmessfachleute wissen aber, dass bei Zeitmessungen mit Stoppuhren und springendem Zeiger Fehler vorkommen, die bei Handbedienung an jeder Messtelle bis 0,s Sekunden betragen können. Mit elektrischer Auslösung kann dieser Fehler auf ca. O,I Sek. reduziert werden. Vorausgesetzt, dass Stromquelle in Ordnung, Leitungs- und Kontaktwiderstände bei jeder Icontaktgebung dieselben sind, was praktisch nur selten und nur bei peinlichst sorgfältiger Installation der Geräte und Leitungen der Fall ist. Wenn wir bedenken, dass bis heute diese Zeitmessungen von Hand ausgefiihrt werden, so sehen wir auch sofort, wie sich unzulässig grosse Fehler einschleichen können, indem letztere gelegentlich bis 10 Prozent der gemessenen Zeit betragen können. Anlässlich des heurigen km lanck in St. Moritz wurde auf die Zeitmessung ganz besondere Sorgfalt verlegt. Denn es wurde nicht nur die


Photo : G . Iliebicke

Bussmann sm Start

Durchschnittsgeschwindigkeit gemessen, sondern auch die absolute Geschwindigkeit in jeder Phase der Rennstrecke. Die grosse Präzision der Zeitmessung wurde mit folgender Einrichtung erreicht : Der elektromagnetische Zeitschreiber sticht scharfe Punkte in ein mit gleichmässiger Geschwindigkeit ablaufendes Papierband. Eine mit 500 Schwingungen pro Sekunde vibrierende Feder hält die Ablaufgeschwindigkeit des Papierstreifens konstant. Auf dieses Band wird in Zeitabständen von 0,4 Sekunden durch einen Chronometer auf elektromagnetischem Wege die Zeit markiert. Wir erhalten dadurch auf dem Band einen Zeitmasstab. Die Genauigkeit der Kontaktgebung wurde im Vergleich mit den üblichen Systemen dadurch vergrössert, dass der Kontakt im Moment der Berührung des Kontaktfadens durch den Fahrer geschlossen wird (nicht erst nach Abreissen des Fadens wie bei den üblichen Systemen). Die Reaktionszeit des elektromagnetischen Schreibsystems wird dadurch stark reduziert, dass die Stromquellen mit mehrfacher Überspannung eingesetzt werden. Die erreichbare Messgenauigkeit beträgt plus oder minus 0,005 Sekunde. Dass die bei solchen Rennen erreichten Geschwindigkeiten anlässlich eines Sturzes für den Fahrer gefährlich sein können, ist selbstverständlich. Es muss deshalb nicht nur die Zeitmessung, sondern auch die Vorbereitung der Rennpiste mit ganz besonderer Sorgfalt erfolgen. Das Profil soll nur


Photo : Niedecker

Vor dem fliegenden Kilometer : Pesage

aus geraden Linien und der Geschwindigkeit entsprechenden Kreisbogen bestehen, gleichmässig hart und sorgfältig ausplaniert sein. Wenn z. B. in der Ausrundung im Ubergang in den Auslauf gut durchgestanden werden soll, so darf für eine Fahrgeschwindigkeit von 30 m/Sek. der Krümmungsradius der Ausmündung nicht kleiner sein als 150 m, was einer zusätzlichen Belastung des Fahrers durch Zentrifugaldruck von ca. 50 kg entspricht. Es dürfte für den Fahrer interessant sein, zu erfahren, auf was es bei ihm ganz besonders zur Erzielung von Maximalgeschwindigkeiten ankommt. Die Faktoren, die mitspielen, sind : I. Die Reibung auf dem Schnee der Piste. 2. Der Luftwiderstand. 3. Das Gewicht. Untersuchen wir, wo und wie sich diese Grössen auswirken : Die Reibung ist im Verhältnis zu den übrigen am Steilhang wirkenden Kräften (treibende Komponente der Schwerkraft, Luftwiderstand) derart klein, dass sie auf die erzielte Geschwindigkeit kaum von Belang sein kann. Sie kann lediglich von Einfluss sein in der ersten Phase des Anlaufes, wo die Geschwindigkeit und der Luftwiderstand klein sind. Der Luftwiderstand erreicht mit zunehmender Geschwindigkeit sehr rasch grosse Werte. Nach meiner Arbeit im Jahrbuch des S. S. V. 1927


Photo : ~Viedecker

Das Amt für Gewicht und Mass auf Corviglia

ist der Luftwiderstand des in geduckter Stellung hockenden Fahrers W = 0,046 . 0,55 V2 (V = Geschwindigkeit). So ist W bei 30 m-Sek. : V \ = 0,025 . 900 = 22,s kg. Ganz allgemein ist der Luftwiderstand W : W = 0,046 . S . V2, WO S = Widerstandsfläche des Fahrers in Quadratmeter. Der Luftwiderstand wird somit um so kleiner und die Geschwindigkeit um so grösser, je mehr sich der Fahrer auf die Skier herunterdrückt. Wenn wir betrachten, wie Gewicht und Luftwiderstand, d. h. Widerstandsfläche (gleichbedeutend mit Körpergrösse) die Geschwindigkeit gleichzeitig beeinflussen, so gibt uns der in obgenannter Arbeit entwickelte Ausdruck : V,

=

Q iE Aufschluss.

Es ist hier V, die erzielbare End-

geschwindigkeit, Q das Gewicht des Fahrers und S seine Widerstandsfläche. Wenn die Widerstandsfläche S proportional dem Gewicht Q ist, so ist die Geschwindigkeit unabhängig von Gewicht und Körpergrösse, weil sich die Einflüsse dieser Grössen auf die Geschwindigkeit gegenseitig aufheben. Aus bekannten Tabellen, die das Normalgewicht im Verhältnis zur Körpergrösse geben, lässt sich untenstehende Kurve konstruieren, wo Q = Gewicht. H = Grösse ist. Die Kurve verläuft auf der Strecke a bis b, d. h. zwischen Körpergrösse 1,4 m und 1,8 m geradlinig, d. h. für uns in Betracht fallende


Der Kilometerhang

Photo :Pedrett

Körpergrössen sind Gewicht und Widerstandsfläche proportional. Es ergibt sich dadurch die wichtige Regel : Die erreichbare maximale Geschwindigkeit ist unabhängig vom Körpergewicht des Fahrers. ' . , Zum Körpergewicht kommt aber noch das Gewicht der Skier, d. h. ein Gewicht, das im Gegensatz zum Körper des Fahrers keinen Luftwiderstand erzeugt, hingegen die treibende Kraft erhöht. Es lässt sich aus dieser Überlegung die Regel ableiten : Je grösser das Gewicht der Skier ist, um so grösser wird die erreichte Geschwindigkeit. Wir kommen so zum Schluss, dass die für die Geschwindigkeit ausschlaggebenden Faktoren sind : I . Körperhaltung des Fahrers. 2. Gewicht der Skier. Es ist deshalb vorauszusehen, dass sich ein Spezial-Ski für Rekordfahrten entwickeln wird, der länger, breiter und vor allem viel schwerer sein wird als die Sprungskier, die ganz andere Bedingungen zu erfüllen haben als der hier vorgeschlagene Ski für Rekordgeschwindigkeiten. Dass solch schwere Bretter anlässlich von stürzen gefährlich sind, ist sicher. Es ist deshalb für lose Bindung, das heisst für leicht lösbare Bindung mit dem Fuss zu sorgen, so dass sich im Sturz die Bretter von den Füssen lösen. e


Photo : P e d ~ e t t

Im Val Saluver

Auch sind die Zuschauer ausserhalb der Reichweite dieser gelegentlich allein davonsausenden schweren Bretter zu halten. Wir dürfen mit dem Ergebnis des letzten Rennens zufrieden sein, brachte es doch wichtige Erfahrungen für die Durchführung solcher Rennen und vor ullem auch die Bestimmung des Luftwiderstandsfaktors des am Hang fahrenden Skiläufers. Die Ergebnisse lassen auch einen Schluss zu über die Grösse des Reibungswinkels Ski-Piste, obschon eine genaue Bestimmung des letztern genauere Methoden voraussetzt für die Bestimmung der Widerstandsfläche gegen die Luft in voller Fahrt. Diese Fläche wurde beim ruhenden Manne so bestimmt, dass seine grösste Breite über die Schulter gemessen wurde, ferner seine Totalhöhe über den Kopf, ferner seine Höhe in Hockestellung, wie sie bei der Abfahrt vorhanden ist. Es wurde versucht, die tatsächliche Höhe in voller Fahrt zu messen durch Anbringen eines Masstabes am Arme des Mannes und durch Photographie in voller Fahrt. Die Bestimmung des Masstabes auf der Photo ist deshalb nicht ganz genau, weil sich der Masstab am Arm selten oder nie genau in der Ebene der Photo-Platte befindet und so verkürzt zur Darstellung kommt. Die nachfolgenden Angaben über Reibungsverhältnisse sind deshalb als vorläufig annähernde Feststellung aufzufassen. In geringerm Masse trifft dies auch für die Bestimmung des Luftwiderstandsfaktors des am Hang fahrenden Mannes zu. Die Hockestellung des Fahrers verändert sich stark während der Abfahrt, was auch in den gefahrenen Teilzeiten zum Ausdruck


W. Bussmann

H. von Achten

kommt. Damit erfährt aber auch die Widerstandsfläche des Fahrers erhebliche Anderungen, die sich auf die Momentangeschwindigkeit und somit auch auf die Durchschnittsgeschwindigkeit auswirken. Der von diesen Geschwindigkeiten abgeleitete Widerstandsfaktor ist deshalb als Durchschnittsergebnis von 4 ausgewerteten Fahrten aufzufassen, Dazu ist zu bemerken, dass in der Rennstrecke, die für die Klassierung massgebend ist, ein Teil der Anlaufstrecke inbegriffen ist, Auf die Anlaufphase wirken aber noch mehr Faktoren als in voller Fahrt, so z. B. Gewicht, Reibung, Körperbewegungen u.s.w., welche Abweichungen in den Geschwindigkeiten mit sich bringen. Ich erachte es als unentbehrlich, die Rennstrecke so zu dimensionieren, dass der Fahrer in voller Fahrt, d. h. mit Maximalgeschwindigkeit in die Rennstrecke einfährt. Es würde damit einTeil der Unsicherheit ausgeschaltet. Die Abfahrt wäre dann in 2 Phasen zu erfassen: I . Anfahrt mit Zeitmessung vom stehenden Start in 3 Messtellen gestaffelt bis zum Anfangspunkt der Rennstrecke. 2. Die Rennstrecke würde gesondert behandelt. Die Klassierung sollte unabhängig vom verwendeten Ski (es kommt ja hier zur Erzielung von Maximalgeschwindigkeiten nur ein Rennski in Frage), nach Zeit durchgeführt werden und zwar ein Klassement für die Anlaufphase, ein Klassement für die Rennstrecke. In der Anlaufphase kommen ausser dem Gewicht noch die Fahr- und Wachstechnik des Fahrers zur Geltung. Auf der Rennstrecke allein die Körperhaltung und das Totalgewicht. Es folgt nun die Beschreibung der durchgeführten Messungen und die Auswertung der 3 besten Resultate : ZEITMESSUNG : Der Grundstein des Rennens ist auch hier die Zeitmessung. InfoIge der kurzen Zeiten müssen letztere mit ausserordentlicher Genauigkeit gemes-


J. Wechselberger

A. Schlatter

sen werden. Wir haben deshalb dasselbe Verfahren angewendet, wie es durch die Astronomen für die Zeitmessung verwendet wird : Der Chronograph mit kontinuierlich laufendem Band. Die Geschwindigkeit des Papiervorschubes wird durch eine in Tonfrequenz schwingende Feder mittels eines phonischen Rades konstant gehalten. Dieser Ablauf wurde kontrolliert durch einen auf dem Chronographen aufgebauten Chronometer mit elektrischem Kontaktgeber. Das laufende Band erhielt so in Zeitintervallen von 0,4 Sek. eine Zeitmarke in Form eines scharfen Punktes. Der so auf dem Band markierte Zeitmasstab macht die Genauigkeit der Messung unabhängig von gelegentlich durch die tiefen Temperaturen verursachten Unregelmässigkeiten im Ablauf des Papierbandes. Uber Anordnung und Funktion der Kontakte ist eingangs schon berichtet worden. Figur I (Seite 78) zeigt die Anordnung der Kontakte auf der Rennstrecke. Kontakte befinden sich in A, B, C, D, E. Fig. 2 zeigt den Zeitmesstreifen von No. 12 (C. Chiognaj. Die auf der Reproduktion kaum sichtbaren Punkte sind durch kleineRinge umgeben. Die Zeiten sind in Sekunden eingeschrieben. Folgende Zusammenstellung gibt die Zeiten in den Messpunkten A, B, C, D, E der Abfahrtsstrecke für die besten Resultate : No

12 II I I

/

Fahrer

1

'

Chiogna. . Z o g g St011 . . . Stall . . .

Zeit in Sekunden

A o o 0 0

1

B 1.54 1.52 1.54 1.54

I

C

I

D

I

E

B-E

Differenz Ski-Ty~

2.64 262 2.65 2.66

Aus obiger Tabelle lassen sich folgende Schlüsse ziehen : In der Anlaufphase ist Zogg am besten gefahren. Es scheint, als ob hier ein grosses Gewicht


E. Testa

E. Nani

besser beschleunigt hat als bei den leichten Fahrern. Er verliert aber Zeit auf der eigentlichen Rennstrecke. Es ist dies nach meinen Beobachtungen darauf zurückzuführen, dass Zogg den grössten Teil der Rennstrecke ziemlich aufgerichtet durchfuhr. Er erhöht so seine Luftwiderstandsfläche erheblich, was durch Zeitverlust zum Ausdruck kommt. Auch Stoll scheint auf gleiche Art Zeit verloren zu haben. Der beste Fahrer war unbedingt Zogg. Mit seiner überlegenen Anfahrt hat er die kürzeste Totalzeit. Auf der reglementarischen Strecke brauchte er aber O,OI Sek. mehr als Chiogna. Wäre Zogg auch auf der Rennstrecke in tiefer Hocke gefahren, so hätte er überlegen siegen müssen. Mit Berücksichtigung der photographierten Höhen der Fahrer in der Abfahrtsstellung, der gemessenen Schulterbreiten d. h. der daraus errechneten Widerstandsfläche SI sowie des Totalgewichtes P (Fahrer Ski), so ergibt sich folgende Tabelle :

+

1 Chiosna.. Zogg . . . Stoll . . . Stoll . . .

P

1

-

s

80 Io.433 92.5 0.50 92.5 0.50 79.8 0.a

1

/

P/S

I

Vz

/

Ski-Typen

I

185 185 185 186

37.5 37.5 37.5 33

Sprungski 11

~our'Ln

Es sei ferner V2 die aus dem Zeitstreifen ermittelte Maximalgeschwindigkeit, U die Neigung des Hanges, 9 der Reibungswinkel Ski-Piste (inbegriffen die Unvollkommenheit der Piste, Durchhang der Skier U. s. W.). Ferner sei K der Luftwiderstandskoeffizient des Fahrers am Hang. Meiner Arbeit im Jahrbuch «Ski» 1927, Mechanik des Skiweitsprunges, entnehmen wir folgende Formel, die die Beziehungen obgenannter Grössen ausdrückt : Erreichbare Maximalgeschwindigkeit V2 :


und für die für die Gescliwindigkeit V notwendige Arilauflänge e :

oder

,= -1V

V,"

. 2.302 log.

VZ2-V2

2 J'

Wenn wir in diese Formeln die gemessenen Geschwindigkeiten, Gewichte und Flächen einsetzen, so können wir sie zur Berechnung beliebiger Geschwindigkeiten und Anlauflängeri benützen. BESTIMMUNG DER MAXIMALGESCHTJJINDIGKEITENAUS D E M ZEITMESSTREIFEN. Tragen wir längs der Y-Achse die den Kontaktstelleii auf der Reiiiistrecke entsprechenden Wege ein, längs der X-Achse die Zeit in Sekunden, so erhalten wir eine Kurve, die anfangs gekrümmt ist, gegen das Ende der Rennstrecke asymptotisch in eine Gerade übergeht. Legen wir in einem beliebigen Punkte der Kurve eine Tangente an, die Momentangeschwindigkeit auf so bestimmt sie durch das Verhältnis dem Punkt der Rennstrecke, der den: Berührungspunkt der Tangente an der Kurve entspricht. Die erreichte h4aximalgeschwiiidigkeit ist durch die dem Streckenpunkt E entsprecliende Tangente gegeben. So ergibt sich für die ausgewerteten Fahrten das Kurvenbild der Fig. I , aus dem die Maximalgeschwii~digkeit V, der vorhergehenden Tabelle ersiclitlicl-i ist. Diese Maximalgeschwindigkeiten sind schon ca. 50 m vor dem Endpunkt der Rennstrecke erreicht. K , der Beziehung I ist der Luftwiderstandskoeffizient, wie er für den in der Luft schwebenden Springer im Luftkanal bestimmt wurde. Es sei I< der Luftwiderstaiidskoeffizieiit des auf dem Boden gleitenden Fahrers. Nacli Formel I köniieii wir schreibe11 : P

I<

.

sin.(a-Y)

es sei V, Das 9. der Reiinstrecke war 30°, sonzit I < =P . 0,468 S V,' S

(-. = z o

-------

es ergibt sich für die ausgewerteten Läufe : No. 12

I

I I

/

PIS

1

185

1

,

V,

1

1

IS 190 Wir dürfen K als richtig annehmen mit K

K 0.062 =

0,062


Nachdem nun dieser Faktor bekannt ist und P/S = 185 als Normalwert angenommen werden kann, lassen sich die Beziehungen I ) und 2) schreiben :

I

V, = 54.6 .

--

1----

\!'

siii. ((I - !r)

I

Es ist dies die unter normalen Verhältnisueri an einem Hang von Neigung erreichbare Maximalgeschwindigkeit. variiert je nach Ski-Type zwisclieri z0 und 90. Für schwere Reni~slzi ist y = zO-30, für leichte Bretter kann y 90-100 erreiclien. Für e ergibt sich unter Berücksiclitigung obigen Normalwertes für V, : wenn 2 q = 9.81 . sin . ((.-Y) ist U

185

e = --. 2 . 3 0 2 log. 1.22

e = 3 4 9 . log.

V,%-

v,z -V2

VZ2 V,%-V2

-----

Vermittels ßeziel-iuiig 3 und 4 lässt sich die für eine gegebene Geschwin(ligkcit V iiotwc~iidige Aillaufläi~ge e bereclinen.

I",iIiiri No. i ist ~ I I ~ I V (:lt~i(~llril I Vc~rl~;llt~~issetl i i i 1 ~ 1 in clerselbeli Stellung ;iiif lcic~li~cii' l ' o t ~ ~ r ~1s l i r 1 I >I(, c,i.iiiittcltc\ M~isiii~~tlgcscliwiiidigkeit 17ctl-<igt33 11l/Sr1<,N<ICII/ ~ ~ ~ ~ ( J~ I'issi ~ I \icll ~ i i(1cr i ~Ji~~1l~iingswi1ilzC1 ~ ~ g l~~stiini-licii llllt : (L-? = 210 3o' siii ((I -- C ) = 0.364 9 = 8O3o' Dieses Beispiel zeigt, wie gross der Eii~flussder Konstruktion der Bretter ist. Es ist daraus ersichtlich, dass zur Erzielung maximaler Gescliwindigkeiten nur Ski in Frage kommen, die starr (vibrationslos) konstruiert sind, die zur Erhöhung des Wertes P/S möglichst schwer sind, die zur Reduktion von auf den möglichen Minimalwert möglichst grosse und absolut flache Auflageflächen besitzen d. 11. möglichst lang und breit gebaut sind. Wir kommen so zu dem noch zu konstruierenden Rennski. SCHLUSSFOLGERUNGEN. Forderung zur Erhöhung der erreichten Geschwindigkeiten : I ) Tiefere Hocke als bisher und Beibehaltung dieser Stellung auf der ganzen Rennstrecke. Es ist dies nur durcli Spezial-Training zu erreichen. 2) Schwerere Skier mit gleichzeitiger, möglichst grosser Belastung des Läufers (Ballast, schwerere Kleidung) zur Erhöhung des Wertes PIS.


3) Bessere Planierung der Piste zur Verminderung des Wertes Y . 4) Auf Strecken mit inbegriffener Anlaufstrecke (teilweise oder ganz) ist der schwerere Fahrer im Vorteil, weil in der Anlauf-Phase das Gewicht nicht durch den Luftwiderstand kompensiert wird. Auch ist in diesem Falle die Wachstechnik von grossem Einfluss. 5) Für die Rennstrecke von St. Moritz, deren Anlaufphase bis über die Mitte reicht, sollte die Bewertuiig in 2 ICategorieii stattfinden : I . Nach erreichter hlaximalgescliwindigkeit. 2. Nach bester Durchsclinittsgeschwi~~diglzeit vom stehenden Start zum Ziel. Die erste Prüfung verlangt tiefe Hocke, schwere Bretter, Spezialtraiiiii~g. Die zweite IClassierung ratiolielle Haltung, Waclisteclii~ik, Gewiclitskalkulation und rationelle Falirteclinik. Auf der St. Moritzer Rennstrecke könnte z.B. Zogg bei tiefster Hocke folgende Maxinialgeschwi~~digkeitenerreiclien : S = 0.368. Höhe in Ilocke 0.8 m.

-

P/S

93 = - = 260. 0.368 2 60 = 0.468 = =X -

1970.

V, = 44.4 m. Es dürfte somit die a m gegenwärtigen Reniiliang erreichbare Maximalgeschwindigkeit zirka 45 m/Sek. betragen d. h. 162 km/Std. KONTROLLE DER ZEITMESSGENAUIGICEIT M I T HANDSTOPPUHREN. Zur Feststellung der Messfel~ler, wie sie bei Stoppuhren vorkommen, wurde parallel zur automatischen Messung mit 2 Uhren gestoppt. Folgende Tabelle gibt die Zusammenstellung der registrierten Zeiten : Nnine von Achteri . . Testa . . . . . St0H . . . . . 13~1ssmann. . . Sclilattcr. . . . Chiogna. . . . Hö11 . . . . . VoriAchten . . Mathis . . . . Zogg . . . . . Schlatter . . . Nani . . . . .

Genaue Zeii 5.31 . . 9S 5.55 . . 1s 5.18 . . 4s 5.32 . . 8S 5.31 . . 12s 5.15 . . 2T 5.46 5T 5.53 . . . . 6S 5.31 . . IIS 5.16 . . 8T 5.35 . . 13T 5.36 S = Sprung- oder Rentlski. T = Tourenski.

. . . .

. .

. . . .

. . . .

. . . .

. . . . . . . .

NO 5S

Uhr I 5.37 5.03 5.01 5.09 5.30 5.36 5.20 5.03 5.00 5.00 5.18

Ulir 2 5.0 5.0 5 .O 5.0 5.2 5.2 -

5.2

Die Differenzen der handgestoppten Zeit mit den Zeiten des automatischen Zeitstreifens betragen bis zu 0.55 Sek. d.h., dass der vermutete Messfehler voll 10 94 tatsächlich vorhanden ist. Es geht aucli aus der Tabelle hervor, dass die Rangordnung nach den liandgestoppteii Zeiten ein ganz


Figur I Kurvenbild der Fahrten Chiogna, Zogg und Stoll A, B, C, D, E : Kontakte auf der Rennstrecke


.

.

.

.

.

B

C

1/54

2/64

.

.

.

.

.

.

.

.

D

.

.

.

E

4/40

6/69

B - E = 5,15

Figur 11. Messtreifen \,On Cesare Chiogna in Originalgrösse

falsches, willkürliches Bild gibt. Es ist nicht zulässig, dass bei solchen ICurzzeitmessungen Messvorrichtungen mit Zeigern verwendet werden. Icl-i werde auf diese Frage später noch eingehender zurückkommen.

GEFAHRENE ZEITEN ÜBER D I E REGLEMENTARISCHE RENNSTRECKE.

Die Zeiten wurden anlässlich des Km.-lanck zur raschen Ermittlung der Resultate auf dem Zeitstreifen vermittels eines Präzisionsmasstabes und Lupe mit einer Genauigkeit von 0.1 m/m gemessen. Die Streifen der Erstklassierten wurden zwecks vorliegender Verarbeitung der Resultate a m Messmikroskop auf 0.01 mim genau nachgeprüft. Die so erhaltenen Ergebnisse sind in nachfolgender Tabelle zusammengestellt. Name Chiogna . . . 2. zogg . . . . 3. Stoll . . . . 4. Sclilatter. . . 5. Mathis . . . 6. ßussmann . . 7. Höll . . . . 8. Von Achten . 9. Wecliselberger 10. Testa . . . .

SPRUNGSICI :

TOURENSKI

I.

:

Stoll . . . Schlatter. . 3. Nani . . . 4. zogg . . . 5. Höll . . . 6. Von Achten I. 2.

. . . . .

. . . . .

. . . . .

. . . . . .

Zeit

12

5.15 Sek. 5.16 5.18 5.31 " 5.31 " 5.32 5.34 " 5.34 " 5.36 5.55 "

11 I

8 6 4 2

. . . . . . . . .

5 3 9

. . . .

I

. . . .

8 13 7

. . . . . . . . . . . . . . . .

Gessliwindigkeit

NO

2

5

5'31 5.35 5.36 5.42 5.46 5.53

" " 1)

"

Die am Ende der Rennstrecke erreichte Maximalgeschwindigkeit wurde ermittelt mit 37.5 m/Selz. oder 135 St./Kni. Diese Geschwindigkeit wurde erreicht durch Chiogna, Zogg und Stoll.


8. R VON WILLY BONOM0,SAS Das 8. Anglo-Swiss Rennen war ein sportlich sehr fairer Wettkampf, welclier durch besondere, sehr ungünstige Witterungsverhältnisse seiiie besoiidere Note bekam. Die Wettkämpfe fanden am 4. Jaiiuar 1931 in Mürren statt. Starker Fohii, welclier in der Nacht vom dritten zum vierten Januar einbrach, verschlecliterte zusehends die Sclineeverliältnisse. Viele Hänge präsentierten sich in hässlichem Braun und es brauchte viel Kunst und Geschick der beiden Streckenwarte, Arnold Lunn für den Slalom und G. Michel für den Abfalirtslauf, günstige Strecken für die Läufe lierauszusuclien. DER SLALOM Gegen Sonntagmorgen hatte der Föhn etwas nachgelassen, die Temperatur fiel. Der vorerwärmte Schnee wurde hart und schnell. In der Hoffnung, dass die Temperatur nun anhalten würde, legte Arnold Lunn auf der Allmeildhuhelpiste einen Slalom, der den bestehenden Verhältnissen vollstäiidig entsprach. Eng gestellte Wenden nahmen dem Läufer die Falirt und zwangen ilin in die vorgescliriebene Balin. Kurze, durch offene Tore bedingte Scliussfalirten wurden wiederum in Wenden aufgefangen. Zu Beginn des Wettkampfes machte sich der Föhn erneut bemerkbar. Die Temperatur stieg, der Schnee wurde weich und langsam. Als Erster ging Weber (SAS) in das Rennen. Ruhig, grosse Rennerfahrung dokumentierend, nahm er in heftigen, kurzen Wendungen Flaggeiipaar um Flaggenpaar. Seiii ganzes I<öiiiieii zeigte Weber i r ~ izweiten Lauf, welclieii er iii 31 Sekurideii absolvierte. C. E. Malziiitosh (BUSC) konnte sicli durch seiiie zwei sauberen Läufe voii 35 und 32 Sekunden im Gesamtklassement den zweiten Platz sichern. Die weitaus besten Tagesleistungen sind dem Captain der Schweizer Mannschaft, Ch. Meisser, zuzuschreiben. Er hat seine Fahrtechnik im Slalom in den vergaiigenen zwei Jahren vollständig geändert. Neben dem forschen Draufgängertum, das ihn zu einem unserer besten Abfahrer machte, besitzt er heute eine glänzende Beobaclitungsgabe, welche es ihm ermöglicht, im Slalom alle sich bietenden Vorteile auszunützen. Seine beiden Läufe gehören zum Besten, was im Slalom geboten werden kann. Hervorzuheben sind noch die Leistungen von Lord Knebworth (BUSC), Bushel1 (BUSC), Kümmerli (SAS) und Streiff (SAS). Nach dem ersten Laufe wurde, um den geänderten Schneeverhältnissen Rechnung zu tragen, der Slalom teilweise geändert. Diese Anderung trug zum Siege der SAS Mannschaft wesentlich bei. Mit erstaunliclier Raschheit hatten alle Angeliörigeii des Scliweizer Teams die Änderung erfasst und nahmen die letzten Flaggenpaarstellungen mit grosser Forschheit. An


Photo : LW.Arnstutz

Das Anglo-Swiss auf Gras !

diesen Flaggenpaaren holten sich die Fahrer des BUSC-Teams ihre Straf.. punkte, welche zu ihrer knappen Niederlage führten.

DER ABFAHRTSLAUF Gegen Mittag verschlechterten sich die Verhältnisse zusehends. Del Schweizer Mannschaft, welcher die Wahl der Abfahrtsstrecke anheimgestellt war, blieb nichts anderes übrig, als die Strecke Nose Dive - Testfinish zu wählen. Alle anderen Abfahrtsstrecken um Mürren mussten teils wegen Lawinengefahr, teils wegen Schneemangel fallen gelassen werden. Unbestreitbar hatte das Team des BUSC durch vorgenannte Wahl gewisse Vorteile bekommen. Beinahe sämtliche Teamangehörige hatten in den Tagen vor dem Anglo-Swiss auf dieser Strecke Rennen gefahren. Sie alle verfügten somit über überaus gute und gründliche Geländekenntnisse, welche sich im Rennen hauptsächlich beim Nehmen des untersten Steilhanges und bei der Einfahrt ins Ziel dokumentierten. Bei Abfahrtsrennen wird immer die Vertrautheit mit dem Gelände und den örtlichen Schneeverhältnissen von grosser Bedeutung sein. Die Geländeverhältnisse wollen wir dem zielbewussten englischen Team zugute schreiben, denn die Mannschaft des SAS hätte all dies ebenso erreichen können, wenn sie, wie vorgesehen, ihr Training in Mürren absolviert hätte. Persönliche Momente sollen weder bei der Wahl'des Trainingsortes noch bei Zusammenstellung einer repräsentativen Mannschaft ausschlaggebend sein. Ein hervorragendes Rennen lieferte Lord Knebworth, welcher sich mit z,o5 Minuten den ersten Platz sicherte. Auf schweizerischer Seite lieferten Streiff und Weber die besten Läufe.


ANGLO-SWISS MURREN

& G. Weber, SAS

Lord Knebworth, BUSC

W. J. Riddell, BUSC

C. E. Mackintosh, BUSC

Photo : W . Bono?no

82


P I ~ o t o :H . LindLw

SAS-ler in Adelboden : Von 1. n. r.: Loopuyt, K端mmerly, Ruud, Chiogna, Kielland, Gyr, Koberg, Dr. Hug, Zogg, Meisser

ZUSAMMENSTELLUNG DER MANNSCHAFTEN BUSC: C. E. Mackintosh, Capt., Lord Knebworth, W. J. Riddell, R. Bushell, C. Taylor, C. Wyatt. SAS : Ch. Meisser, Capt., W. Grob, J. Gyr, W. K端mmerli, V. Streiff, G. Weber. RESULTATE : I.

SLALOM

TOTAL I . Gang Ch. Mzisszr, Capt., SAS . . . . 66.2 34.8 C. E. Mackintosh C. BUSC . 67 35 3 . W . J. Riddell, BUSC . . . . . . . 67.4 35.8 68 37 4. G. Weber, SAS . . . . . . . . . . . 5 . R. Bushell, BUSC . . . . . . . . . 70.8 47.4 72.2 39.8 6. W . K端mmerli, SAS . . . . . . . . 7 . V. Streiff, SAS . . . . . . . . . . . . 73 38 40.8 8 . Lord Knebworth, BUSC . . . . 76.4 40.8 9 . J. Gyr, SAS . . . . . . . . . . . . . . . 76.6 10. C. Taylor, BUSC . . . . . . . . . 77 40 11. C. Wyatt, BUSC . . . . . . . . . . 86.9 45 12. W . G r o b , S A S . . . . . . . . . . . . I I O 48 Der SAS gewinnt den Slalom mit IOO Punkten gegen 99.26. I. 2.

I. 2.

3. 4. 5. 6.

2: Gang 31.4 32 31.6 31 33.4 32.4 35 30.6 35.8 32 36.9 52

+5 +5 f 5

+

10

2 . ABFAHRT Zeit 7 . R. Bushell, BUSC . . . . . . . . . . . . Lord Knebworth, BUSC. . . . . . . 2 : 05 8 . W . K端mmerli, SAS . . . . . . . . . . V. Streiff, SAS . . . . . . . . . . . . . . 2 : 12,4 9 . C. Meisser, SAS . . . . . . . . . . . . . W. J. Riddell, BUSC. . . . . . . . . . 2 : I 3 10. C. Wyatt, BUSC . . . . . . . . . . . . . G. Weber, SAS . . . . . . . . . . . . . 2 : I 8 I I . J. Gyr, SAS . . . . . . . . . . . . . . . . . C. Taylor, BUSC . . . . . . . . . . . . 2 : 21 1 2 . W . Grob, SAS . . . . . . . . . . . . . . . C. E. Mackintosh, BUSC . . . . . . 2 : 25,4 Der BUSC gewinnt den Abfahrtslauf mit IOO Punkten gegen 87.77. Der BUSC gewinnt das 8. Rennen England-Schweiz mit 99.63 : 93.85 Punkten.

Zeit 2 : 26,8 2 : 41,6 2 2

: 47 : 57

3 : 09 3 : 39


Die Wahl Gstaads für unsere diesjährigen akademischenski-Wettkämpfe war kein Zufall, sollten doch neben den skisportlichen Diziplinen im Auftrage des Sportamtes des Verbandes Schweizerischer Studentenschaften auch noch andere Wettkampfe ausgetragen werden. Gstaad war für diese «kleine Olympiade » der richtige Platz ! Uber den Vorbereitungen lag als dunkler Schatten der Konflikt zwischen dem deutschen und dem schweizerischen Verband der Studentenschaften. Ein den Studentensport nicht im Geringsten berührender Zwist am grünen Tisch zu Brüssel hatte zu einem Startverbot geführt, das allen deutschen Studenten die Teilnahme an Sportwettkämpfen ihrer schweizerischen Kommilitonen untersagte. Glücklicherweise fiel diese Schranke dann kurz vor Beginn der Wettkämpfe, aber zusammen mit der allgemeinen wirtschaftlichen Depression bewirkte sie doch, dass unsere deutschen Kameraden diesmal viel weniger zalilreich aufrückten als in den vergangenen Jahren. Auch das unglückliche Zusammentreffen unseres Anlasses mit den FIS-Wettkämpfen in Oberhof und den italienischen Ski-Meisterschaften hielt Manchen von Gstaad fern. Trotz aller dieser ungünstigen Auspizien zeigte die Teilnehmerliste aber doch am Ende der Meldefrist rund hundert Namen von Vertretern 17 deutscher, englischer, französischer, italienischer, aesterreichischer und schweizerischer Universitäten. Auf Donnerstag, den 12. Februar war als erstes Rennen der Abfahrtslauf angesetzt. Die Schneeverhältnisse waren ausgezeichnet. Ein Warmwettereinbruch mit leichtem Regen versprach am Mittwoch allerhand, begnügte sich aber glücklicherweise damit, zu zeigen, wie es leicht auch hätte anders kommen können. Noch im Laufe der Mittwochnacht machte der Regen einem schwachen Schneefall Platz und am Donnerstagmorgen stiegen die Teilnehmer am Abfahrtslauf in Nebel und Schneetreiben zum Start hinauf. DER ABFAHRTSLAUF. Die Wispillenabfahrt, die Standardstrecke Gstaads, gehört mit 4,s km Länge und 900 m Höhendifferenz zu den schnellsten Pisten der Schweiz. Landschaftlich sehr dankbar, ist sie unsernTourenfahrern, die sie gerne als Abschluss langer Touren aufsparen, zur Genüge bekannt.


Photo : J . A7aegeli

Start der Wispillen-Abfahrtsstrecke

Atemraubende Schüsse über einfach scheinendes, aber stark schlagendes Gelände wechseln mit engen Waldschneisen und Traversen an schroffen Rechtshängen : wer alles durchstehen kann, ist ein ganz grosser Könner. Tiefer, lockerer Pulverschnee, starker Gegenwind, Nebel und Schneetreiben schufen aber diesmal Bedingungen, die alles andere als günstig waren. Da das oberste Teilstück bei diesen Schneemassen zu langsam war, musste es fallen gelassen und der Start an den Anfang des grossen Gefälles verlegt werden. Wenn auch Nebel und Schneetreiben während des ganzen Rennens anhielten, so behinderten sie doch vor allem die zuerst gestarteten Fahrer. Dem Charakter der Strecke und den besondern Verhältnissen entsprechend, entschieden grösstes Standvermögen, raffinierte Wachstechnik, überlegene Wegwahl und dazu ein bischen Glück bei der Verlosung der Startnummern das Rennen. Ein Maximum dieser Bedingungen erfüllte der Sieger Max Pahl, Freiburg i. Br., der die ganze Strecke ohne Sturz in 3.43 hinter sich brachte. Er setzte sich damit 18 Sekunden vor den zweiten, Otto Lantschner, Innsbruck, und I I Sekunden vor den ausser Konkurrenz mitfahrenden Streckenrekordmann Frautschi, Gstaad. Sehr erfreulich und für uns etwas überraschend waren die guten Resultate einiger Schweizer Vertreter, die sich mit ganz kleinen Zeitunterschieden zwischen die Gegner der ersten internationalen Klasse einschieben konnten. DER LANGLAUF. Es schneite weiter. Am Freitagmorgen machte sich eine 30 Mann starke Spurmannschaft des Skiklubs Gstaad in aller Frühe auf


Photo : lieft~l

Der Langlauf Harald Paumgarten

Hugo Leubner

den Weg, um die schon seit Tagen sorgfältig vorbereitete, nun aber wieder vollständig eingeschneite Langlaufspur zu öffnen. Langsam schien aber das Wetter doch Vernunft annehmen zu wollen. Als wir zum Start beim Hotel Alpina hinaufstiegen, rieselte es nur noch ganz leicht aus goldenem Nebel. Bald zeigten sich schüchtern kleine Fetzen blauen Himmels und kurz nachdem die ersten Läufer auf die Reise geschickt worden waren, zerriss der Schleier ganz und über einer tiefverschneiten Winterlandschaft strahlte die Sonne auf. Die Streckenorganisation des Skiklubs Gstaad klappte famos. Unter der Leitung des Präsidenten Arnold von Grünigen war eine Piste angelegt worden, die - ausschwärmend in die Täler von Turbacli, Lauenen und gegensaenen - um das Dorf Gstaacl herumführte, kurze Aufstiege mit scharfen Abfahrten und Flachstücken angenehm abwecl-iseln liess und bei einer Länge von 18 km 450 m Aufstieg und ebensoviel Abfahrt aufwies. Trotz der enormen Neuschneemassen war die Strecke auf ihrer ganzen Länge in vortrefflichem Zustand. In vortrefflichem Zustand für den, der richtig gewachst hatte. Verhältnismässig viele hatten die aus getretenem Frischschnee entstandene Loipe nicht richtig einschätzen können, stachelten verzweifelt mit den Stöcken über Abfahrtsstrecken hinunter und kratzten am Ziel mit etwas erzwungenem Lächeln die kleinen Eisschollen von den Laufflächen. Eine Zwischenzeitkontrolle auf km 10, die ihre Resultate telephonisch zum Ziel durchgab, vervollständigte in wertvoller Weise die Kampfszenen, die man vom Ziel aus auf einem grossen Teil der Strecke verfolgen konnte. Sofort nach Bekanntgabe seiner Zwischenzeit konzentrierte sich alles Interesse auf einen Läufer : Harald Paumgarten. Von Kilometer zu Kilometer holte er sich in überlegener Regelmässigkeit mehr Vorsprung heraus, führte bereits beim zehnten Kilometer mit 4 Minuten und lief völlig frisch ins Ziel ein. Seine Tagesbestzeit von 1.20.49 und ein Vorsprung von 7 Minuten


Kristallschnee

Photo

D.

4

Deiner


Plboto :Kettel

Die Familie Lantschner im Slalom Guzzi

Otto

auf die nächsten, den Sieger in der Studentenklasse Hugo Leubner und den ausser Konkurrenz mitlaufenden Gstaader Steffen, die beide I . 27.35 benötigten, sind der beste Masstab für seine Überlegenheit. Aber auch die andern Österreicher revanchierten sich gründlich für den Abfahrtslauf, der wider Erwarten keinen der ihrigen als Sieger gesehen hatte. Hugo Leubner wurde Erster in der ~ a u ~ t k a t e ~ ovor i i eseinemxandsmann Traut und dem Zürcher-Holländer Luymes. In den folgenden Rängen stehen die weitern 4 Innsbrucker und 2 Freiburger und erst dann folgen unsere Schweizer, von denen C ~ b e r g hsich noch am besten hielt. Kielland, dem man grosse Platzchancen gab, schien als Läufer noch nicht so recht in Schwung zu sein, kam in den 12. Rang, und sah seine Hoffnungen, die Kombination Langlauf-Sprunglauf für den Delago-Wanderpreis, in die Ferne entschwinden. Aber auch die Schweizerische Hochschulmeisterschaft im Skilaufen und -Springen war stark in Frage gestellt, denn Luymes PunkteVorsprung auszugleichen war noch ein hartes Stück Arbeit. Der andere Anwärter auf die Hochschulmeisterschaft, Loopuyt, musste beim dritten Kilometer schon infolge Skibruch aufgeben. Er teilt sein Schicksal mit de Roche, Bern, der auch Aussicht auf einen guten Platz hatte und an der gleichen Stelle den Ski brach. DER SLALOM. Der Streckenwart Dr. Gurtrier SAS hatte auf dem steilen Hang neben der Mattenschanze einen sehr einfach scheinenden Lauf abgesteckt. Bei näherem Zusehen zeigte es sich aber, dass gerade in dieser scheinbaren Einfachheit die grösste Schwierigkeit lag. Das starke Gefälle brachte den Fahrer sofort in scharfen Schuss, den über einige sehr geschickt ausgenützte Geländewellen durchzustehen und durch einige blinde Tore und eine Haarnadel zu beherrschen nur einer kleinen Elite gelang. Damit war erreicht, was man als Kriterium eines vollendet ausgesteckten Slaloms


Photo :Kettel

Staffettenübergabe

J. Kielland

G. Lantschner

bezeichnen möchte : Der gute Fahrer hatte die Möglichkeit, in fliessender Fahrt seine Fähigkeiten voll auszunützen, während die kleinste technische und taktische Unsicherheit schonungslos aufgedeckt wurde. Die Slalomrennen des SAS hatten immer einen starken propagandistischen Einschlag. Auch diesmal hatte sich die Organisation eine Ehre daraus gemacht, dieser Tradition zu folgen. Anlage des Laufes, tadellos klappende elektrische Zeitmessung und ebensolcher Streckendienst begeisterten zusammen mit der glänzenden Demonstration einiger Konkurrenten, wie man so etwas fahre, die überraschend zahlreichen Zuschauer. Wir können uns nicht erinnern, jemals bei andern Skiwettkämpfen als Sprungkonkurrenzen einen solch spontanen Beifall des in Spannung fiebernden Publikums gehört zu haben, wie zum Beispiel nach den Fahrten der beiden Lantschner. Schon im ersten Lauf zeigte sich eine drückende Uberlegenheit der Innsbrucker. Mit 42 Sekunden stellte « Guzzi)) Lantschner auf den ersten Anhieb hin die Bestzeit des Tages auf. Im 2. Lauf kam er dann wegen einer kleinen momentanen Unsicherheit bei einem blinden Tor nur auf 43. Damit fiel der Endsieg an seinen Bruder Otto Lantschner, der für 2 ausgeglichene und bis ins letzte ausgefeilte Fahrten je 42.3'' benötigte. An diese fast absolut vollendete Klasse heran kam nur noch ein anderer Innsbrucker, Harald Reinl, der deutsche akademische Skimeister. Schon den 4. in der Rangliste, den Freiburger Max Pahl, trennt ein Zeitunterschied von 13 Sekunden vom Sieger. Der sympathische Sieger des Abfahrtslaufes bewies aber damit, dass sein Sieg vom Donnerstag kein allerlei glücklichen Umständen zu verdankender Zufall gewesen war, blieb er doch der einzige, der sich zwischen die in den ersten 7 Rängen stehenden Innsbrucker schieben konnte.


Pho6o : Kettel

Slalom : M. Pahl

Staffette : J. Loopuyt

Und die Schweizer ? Der erste Vertreter einer. Schweizerischen Universität ist der im 8. Rang stehende Lindlar ETH. Er fuhr nie zu schnell, verlor darum nie die Kontrolle, sein Zeitabstand vom ersten (32,8 Sekunden für beide Läufe) zeigt aber doch, wie weit unsere heutigen Slalomvertreter von der Höchstleistung entfernt sind. In der Alt-Herren-Kategorie war wieder Harald Paumgarten der überlegene Sieger, während sich Meidinger ungefähr im Rahmen der Leistungen der Schweizer der ersten Kategorie bewegte. DER STAFFELLAUF. Strahlender Sonnenschein liess einen auf dem Heimweg vom Slalom mit Freude und Spannung dem Staffellauf des Samstags entgegen sehen. Aber der Samstag sollte mit dichtem Nebel und Schneetreiben wenn möglich noch ärger als der Donnerstag werden. Leider war mittlerweile auch die Zahl der 10 ursprünglich gemeldeten Mannschaften auf 4, wovon eine Vertretung des Skiklubs Gstaad ausser Konkurrenz, zusammengeschrumpft. Krankheit und finanzielle Schwierigkeiten hatten ausländische Universitäten verhindert, ihre Leute vollzählig zu schicken ; warum aber einzelne schweizerische Universitäten in letzter Stunde ihre Meldungen zurückzogen, war nicht ganz klar. Man bekam den Eindruck, dass es da 2.T. am Zusammenhang zwischen dem Universitätssportamt und den aktiven Läufern fehlte, und dass auch nicht überall die richtige sportliche Auffassung vorhanden war, die einem Kampf nicht aus dem Wege geht, auch wenn er, wie in diesem Fall gegen die Innsbrucker, aussichtslos ist. Die trotz der ungünstigen Witterungsverhältnisse und der zahlenmässig geringen Beteiligung grosse Anteilnahme des Publikums zeigte aber wieder, dass solche Mannschaftskämpfe zum Interessantesten gehören, was der Skisport


zu bieten vermag, besoiiders wenn die Verteilung der Teilstrecken es den Maiinscliaften gestattet, für jede eiiizeli~eSpezialisten aufzustellen. Iii der Vorbereitung des Staffellaufes zeigte sich die Grosszügigkeit des Verkelirsvereins Gstaad, der zusamnieii mit dem Skiklub kein Mittel scheute, uin die Organisation so vollkommen als niöglicli zu niaclieil, in bestem Lichte. Für den Anlass waren eigens Spezialkarten angefertigt worden, die zusammen mit einer graphischen Darstellung des Laufes Läufer, Presse uiid Zuschauer aufs Beste über die Strecke orientierten. Ein Schlittendienst brachte die Läufer an ihre Ablösungen, wo auch Zwisclienverpflungsposten eingerichtet waren. Dass der Streckendienst des Skiklubs auch unter schwersten Redingungen restlos klappte, wusste man zum Voraus. Schade war nur, dass sich nach einem solchen Mass von Vorbereitungen nur 4 Mannschaften drohen im Kalberhöni dem Starter stellten. Die erste Teilstrecke führte in steilem Anstieg voii 320 m auf HinterEggli und kam in einer langen 2.T. stark coupierten Abfahrt über die Eggen)) nach Ebnit, wo die erste Staffelübergabe angesetzt war. Sofort nach dem Start übernahm Steffen von der hors-coi~coursMannschaft des Skiklub Gstaad die Fül-iruilg. Nur der Iiirisbrucker Rein1 koiliite sich ihm anhängen und kam knapp hinter ihm zur Ubergabe. Auf der zweiten Strecke, die als typisches cross-country nach einen1 grossen Bogen gegen Saanen und Gruben zum Ziel des Langlaufes zurückkam und voll dort durch die Dorfstrassen nach Rüti führte, setzte Otto Lantschner die Jagd nach dem wenig vor ihm liegenden Gstaader Brand fort, konnte iliil aber nicht erreichen. Der E T H Mann der ersten Staffel war mit 4 Minuten Rückstand auf die Spitze eiiigetroffeii. Loopuyt als zweiter 1,äufer hielt aber dem Tempo der sich jageiideii Spitzeilgiiippe stailcl i i i i c l vei-loi-gegeiiiiber tleiii Iniisbrucker iiur wellige Sekuiideri. Nach (lei- zweiten Ablösiiiig ging ini langen Flaclilauf nach Klösterli, d e i i ~eine iiiiiiiiterbroclieiie Steiguilg voii 260 in folgte, Traut-Innsbruck resolut am Gstaader vorbei an die Spitze uiid holte vier Minuten Vorsprung heraus. Gyr E T H verlor auf ihn iiur zwei Minuten und reduzierte damit den Abstand zu den Einheimische11 auf zwei Minuten. Die 4. Strecke, die einen einzigen laiigen Aufstieg von 540 m auf 6 km Horizontaldistanz umfasste, musste die Entscheidung bringen. Wollte E T H an die Spitze kommeil, so musste Luymes 6 Minuten Rückstand auf den Innsbrucker Leubner gut machen. Es gelang ihm nicht. Wohl überholte er den vor ihm liegenden Gstaader, aber als er oben auf der hintern Wispillen Kielland das Staffeltucli übergab, war der Innsbrucker Schlussmann Gustav Lantschner schon mehr als 6 Minuten auf dem Weg. Frautschi, der letzte Mann der Einlieimisclien, holte im noch verbleibenden kleinen Aufstieg zum Wispillengipfel Kielland wieder ein, und wie es zu erwarten war, konnte ihn dieser in der Abfahrt nicht mehr erreichen. Unterdessen war Gustav Lantschner bereits am Ziel eingetroffen und hatte Innsbrucks Sieg mit einer Totalzeit von 2.50.14. sichergestellt. Der Skiklub Gstaad totalisierte ausser Konkurrenz 2.59.44., während E T H mit 3.01.06 zweite und als erste ((


Photo :J, ATaegeli

Wispillen : Blick nach Süd mit Wildhorn

Schweizerische Hochschule Schweizerischer Hochschulmeister im Skistaffellauf wurde. Die Basler Mannschaft hatte schwarzes Pech. Ihr erster Läufer verlor, da er schwer verwachst hatte, im Aufstieg sehr viel Zeit und kam in der Abfahrt in Nebel und Schneegestöber von der Piste ab. Er übergab sein Tuch mit einem Rückstand von mehr als 20 Minuten. Wie die restlichen vier Mann aber das hoffnungslos verlorene Rennen zu Ende fuhren, nötigte allergrösste Hochachtung ab. Sportliche Auffassung. Exempla docent. Hoffentlich. Der Sonntag schien mit blendender Sonnenpracht und bereits gut durchfrorenem glitzerndem Neuschnee alles gut machen zu wollen, was bisher versäumt worden war, um den Besuchern den einzigartigen Reiz der Gstaader Winterlandschaft zu zeigen: Am Morgen wurde auf der Wispillenstrecke zu einem ausserhalb der Wettkämpfe stehenden Rennen um einen Spezialpreis gestartet, das allen, auch den Einheimischen offen war. Der Streckenrekord von Frautschi stand seit 1923 auf 4.53 ; wie es bei den idealen Schneeverhältnissen nicht anders zu erwarten war, wurde ihm ganz gründlich das Lebenslicht ausgeblasen. Von den 3 I Teilnehmern brachen ihn nicht weniger als 12. Mit 3.36.2 steht er nun neu zu Buch, aufgestellt durch Gustav Lantschner, der wie ein gut die Strasse haltender Rennwagen fast ohne vom Boden wegzukommen alles durchstand und im 70 km-Tempo über die Geländewellen hinwegfegte. Früh am Nachmittag zog die Dorfmusik mit klingendem Spiel zur bildete als sportlich hochstehender Mattenschanze. Die Spr~n~konkurrenz Wettkampf inmitten einer Natur, die alle Schönheit für diesen Nachmittag


aufgespart zu haben schien, einen Abschluss unserer Gstaader Tage, wie man ihn sich nicht schöner hätte wünschen können. Vor grossen Zuschauermassen konkurrierten Akademiker und Nichtakademiker für zwei getrennte Klassemente. Von Anfang an spitzte sich die Konkurrenz auf einen Zweikampf zwischen dem unbestritten besten Akademiker Kielland und dem Einheimischen Trojani zu, der sich natürlich auf seiner Schanze nicht wollte übertreffen lassen. Als gegen Schluss des Springens die Bahn unter dem Einfluss der Kälte immer sclineller wurde, wurde das Duell der beiden sogar noch u m zwei ausser Konkurrenz stehende Sprünge vermehrt, wobei Trojarii seinen eigenen Schanzenrekord auf 57 in 11iiIaufschraubte (bisher 55 m), w ä l ~ r e i ~Kielland d leider nach wundervollem Flug einen 58 er stürzte. Die Leistungen der übrigen Akademiker bestätigten die Tatsache, dass der Sprunglauf die Disziplin ist, in der die Akademiker am weitesten hinter der internationalen Klasse zurückstehen. Der Langlaufsieger Paumgarten sicherte sich mit 3 ruhigen, sichern Sprüngen im alten aufrechten Stil die Kombination Langlauf-Sprunglauf, Rein1 konnte ihm trotz seiner forschen, wenn aucli stilistisch nicht vollendeten Sprünge nicht gefährlich werden. Gustav Lantschner sprang wie immer mit beängstigender Vorlage und kam auf einen guten dritten Platz vor Loopuyt E T H , dem wahrscheinlich die Hochschulmeisterschaft im Skilaufen und -Springen nicht zu nehmen gewesen wäre, hätte ihn nicht der Skibruch im Langlauf aus dem Rennen geworfen. Mit seiner glänzenden Leistung im Staffellauf bewies er, dass man mit ihm hätte eri~stliclirechnen miissen. Da auch Luymes anderseits zwei Sprünge stürzte, wurde Kielland mit einer mässigen Laufzeit, aber mit einer überragenden Sprungleistung Hochschulmeister. Eine liebenswürdige Einladung des Delegierte11 des Verkehrsvereins Gstaad, Herrn Walter von Siebenthal, hatte es mir ermöglicht, schon kurz nach Neujahr an Ort und Stelle selbst alle Vorarbeiten in die Hand zu n e l ~ n ~ e nhatte , mir aber auch Gelegenheit gegeben, das weite, fast unerschöpfliche Tourengebiet Gstaads in seiner überraschenden Schönheit kennen zu lernen und Einblick zu nehmen in die weitsichtige Führung dieses Fremdenortes, die keine Opfer und Mühe scheute, um unsere Wettkämpfe zu dem ihnen gebührenden Erfolg zu führen. Dafür wollen wir dem Verkehrsverein und dem Skiklub Gstaad an dieser Stelle i~ochmals danken. QJir werden gerne wiederkommen.


I

RESULTATE

. ABFAHRT .

a ) Aktive . Rang Name I . Pahl, Max . . . . . . . . . . . 2 . Lantschner, Otto . . . . . . . . 3 . Loopuyt. J . . . . . . . . . . . . 4 . Prinz V . Schönburg . . . . . . . 5 . Knoll. Heinz . . . . . . . . . . 6 . IZielland, Jak . . . . . . . . . . . 7 . Meisser, Chr . . . . . . . . . . . 8 . Krebs, Hans . . . . . . . . . . 9. Reinl, Harald . . . . . . . . . 10. Luyines, J . . . . . . . . . . . . I I . Lindlar, Herb . . . . . . . . . . 12. Leubner, Hugo . . . . . . . . . 13. Lantschner. Gust . . . . . . . . . 1 4. Coebergh, Piet . . . . . . . . . 15. Martin. Hubert . . . . . . . . . 16. Hürny, Theo . . . . . . . . . . 17. Sickinger. Walter . . . . . . . . 18. Suhner, B . . . . . . . . . . . . 19. Vetter, Rob . . . . . . . . . . . 20 . de Marignac . . . . . . . . . . 21 . De Roche, V . . . . . . . . . . . 22 . Laporta . . . . . . . . . . . . 23 . Traut, Walter . . . . . . . . . 24 . Reinl, Kurt . . . . . . . . . . 25 . Gyr. Hans . . . . . . . . . . .

42 Startende. Universität Freiburg i . Br . . . . . . Innsbruck . . . . . . . ETH . . . . . . . . . München . . . . . . . Basel . . . . . . . . . ETH . . . . . . . . . ETH . . . . . . . . . Genf . . . . . . . . . Innsbruck . . . . . . . ETH . . . . . . . . . LTni-Zch. . . . . . . . Innsbruck . . . . . . . Innsbruck . . . . . . . ETH . . . . . . . . . Genf . . . . . . . . . Bern . . . . . . . . . Freiburg i . Br . . . . . . ETH . . . . . . . . . Freiburg i . Br . . . . . . Genf . . . . . . . . . Bern . . . . . . . . . Roma . . . . . . . . . Innsbruck . . . . . . . Innsbruck . . . . . . . ETH . . . . . . . . .

b ) Alte Herren I (Teiltlehmer mit abgeschlossenem . . . . . . . . . . Wien . . I . Paumgarten 2 . Krebs, . . . . . . . . . . . . . Genf . . . 3 . Dr . Stein, Paul . . . . . . . . . St. Gallen . 4 . Meidinger . . . . . . . . . . . Basel . . . 5 . Baselgia . . . . . . . . . . . . E T H . . . 6 . hlauraux . . . . . . . . . . . . Fribourg . C)

I

.

Zeit

. . . . 3.42 . . . . 4.01 . . . . 4.03 . . . .

. . . . .

. . . . .

. . . . .

. . . . .

. . . .

. . . . . . . .

. . . . . . . . . . . . . . . .

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

4.20 4.23 4.31 4.36 4.37 4.39 4.41 4.45 4.45.4 4.46 4.58 5.12 5.13 5.14 5.29 5.33 5.44 5.49 5.51 5.51.4 6.01 6.03

Studium unter 32 Jahren) . 4.22 . . . . . . . . . . 4.37 . . . . . . . . . . 5.31 . . . . . . . . . . 5.45 . . . . . . . . . . 5.57 . . . . . . . . . . 7.55

. . . . . . . . . .

Alte Herren I1 (Teilnehmer mit abgeschlossenein Stucliiirn iiber 32 J.iliieii) . Hefti, Beda . . . . . . . . . . . Fribourg . . . . . . . . . . . 8 . 12

HORS CONCOURS I . Frautschi. John . . . . . . . . . C;s~a;itl . . . . . . . . . . . . 3.54 2 . Steffen. Willy . . . . . . . . . . 11 . . . . . . . . . . . . . 4.53 3 . Roch. Daniel . . . . . . . . . . (;ci~S . . . . . . . . . . . . . 5 . 1 9

Al<live. gestartet 3 0 . N(ititi~

I

. 1,ciibiicr. I-Iiigo . . . Tiaiit. Waller . . 3 . Luymes . . . . . 4 . Reinl. Harald . . . 5 . Sickinger. Walter . 6 . Rein!. Kurt . . . . 7 . Lantschner. Otto . 8 . Vetter. Rob . . . . g . Lantschner. Gust . . 10. Coebergh . . . . I I . Schmied. Guw . . . I 2 . Kielland. Jak . . . . 13. Anderegg. Hans . . I 2

. . . . . . . . . . . . .

. . . . . . . . . . . . .

. . . . . . . . . . . . .

14. Hauswirth. Bernh . . . . . 15. Tommasi. Angelo . . . .

Innsbruck Innsbruck ETH . . Innsbruck Freiburg i . Innsbruck Innsbruck Freiburg i . Innsbruck ETH . . Basel . . . ETH . . Basel . . . Ber n . . . Basel . . .

. . . . . . . . . . . .

. . . . . . . . . . . .

Zeit 1.27.35 1.31.46 1.32.31 1.34.06 1.36.45 1.38.13 1.38.33 1.38.42 1.41.17 . . . 1.41.56 . . . 1.43.59 . . . 1.45.12 . . . 1.48.22 . . . 1.51.30 . . . 1.54.42


Alte Paumgarten, Harald . . . . . . . Hedbergh, Einar . . . . . . . . 3. hlauraiix, Cyrille . . . . . . . . I. 2.

Hefti, Beda.

I.

. . . .

Herren I, Wien . . . British LSC Fribourg . .

. . . . . .

. . . . . .

. . . . . .

I . 20.49 Tagesbestzeit I

.32.09

I . 46.39

Alte Herren I1 . . . Freiburg

HORS CONCOURS I . Steffen, Willy. . . . . . . . . . Skiclub Gstaad . . . . . I . 27.3 j 2. Hauswirth, Max. . . . . . . . . Skiclub Gstaad . . . . . I . 33.22 3. Zingre, Oskar. . . . . . . . . . Skiclub Gstaad . . . . . I . 37.14 4. Supersaxo, Am. . . . . . . . . . Skiclub Gstaad . . . . . I . 41.27 5. Villiger, Robert . . . . . . . . . Skiclub Gstaad . . . . . 1.45.14

3. S L A L O M

Rang I.

2.

3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. I I. 12.

13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20.

a ) Aktive, gestartet 25. Universität

Naiize

Lantschner, Otto . Lantschner, Gustav Reinl, Harald . . . Pahl, Max . . . . Leubner, Hugo . . Reinl, Kurt. . . . Traut, Walter . . Liridlar, Herberl. . Vetter, Robert. . . Meisser, Christian . von Schönburg . . von Wentzel, Hasso Sickinger, W . . . . Gyr, Hans . . . . Kielland, Jakob . . Luymes, J. . . . . Cmbergh, Piet . . Loopuyt, J. . . . La Porta, Vincenzo ICnoll, Heinz . . .

Rang

. . . . . . .

Innsbruck . . . . . . . . . Innsbruck . . . . . . . . . Innsbruck . . . . . . . . . Freiburg i. Br. . . . . . . . Innsbruck . . . . . . . . . Innsbruck . . . . . . . . . Innsbruck . . . . . . . . . Zürich . . . . . . . . . . Freiburg i. Br. . . . . . . . ETH . . . . . . . . . . . München . . . . . . . . . München . . . . . . . . . Freiburg i. Br. . . . . . . . ETH. . . .

Zeit

.

84.6 Sek. 11 85 88 97.6 100.8 102.6 )) 104.8 117.4 122.4 )I 122.6 126.8 131.6 132.2 1) I33 " 135.2 142.2 11 143.8 145.6 11 151.6 157.4 "

. .

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.

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.

. . .

JJ

JJ

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. . . . . . . . . ETH . . . . . . . . . . . . ETH . . . . . . . . . . . . ETH . . . .

JJ

. . . . . . . ETH . . . . . . . . . . . . Roma. . . . . . . . . . . . Basel . . . . .

Name

Paumgarten, H . . . . . Meidinger, Georg . . . 3. Krebs, H. . . . . . . 4. Dr. Stein. . . . . . . 5. Baselgia, D. . . . . . I. 2.

b) Alte Herren. Universität Zeit . . . . . Wien . . . . . . . . . . . . . 106.8 Sek. . . . . . Basel . . . . . . . . . . . . . 147.2 I) . . . . . Genf . . . . . . . . . . . . . 147.6 D . . . . . St. Gallen . . . . . . . . . . . 154.6 !I . . . . . E T H . . . . . . . . . . . . . 166.4 ))

HORS CONCOURS

Rang

Name

Universität

Hauswirth, Max 3. Roch, Daniel . . 3. Frautschi, J. . . I.

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Bern . Genf . Gstaad

Zeit

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

. . . . . . . . . . . .

4. STAFFELLAUF. Angaben für die Strecke. Strecke I . 2.

3. 4. 5.

Länge

Steigung

Gefnlle

6.5 km 6.5 5.5 Il 6.0 5.5 'I

330 m 125 )) 260 1) 510 X

640 m

IIO

880

))

1)

120

1)

-.-

))

140 Sek. 169.8 » 176.8 »


Photo :Kettel

H. Paumgarten am Ziel I. INNSBRUCK : I. Staffel : Reinl, Harald . . . . . . . . . 2. Staffel : Lantschner, Otto . . . . . . . 3. Staffel : Traut, Walter . . . . . . . . 4. Staffel : Leubner, Hugo . . . . . . . . 5. Staffel : Lantschner, Gust. . . . . . . . 11. E T H : I . Staffel : 2. Staffel : 3. Staffel : 4. Staffel : 5. Staffel :

Zeit 36 Min. 14Sek. . . . . . . . . 41 1) 19 1) . . . . . . . . 30 )) 01 )) . . . . . . . . 39 I1 . . . . . . . . 23 29 Totalzeit : 2 Std. 50 Min. 14 Sek. Zeit Coebergh, Piet . . . . . . . . . . . . . . . . 40 Min. 20 Sek. Loopuyt, Jan . . . . . . . . . . . . . . . . . 41 “ 35 " Gyr, Hans . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32 1) 10 1) Luymes, J. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39 25 )) Kielland, J. . . . . . . . . . . . . . . . . . 27 36 »

. . . . . . . .

))

-)J

Totalzeit : 3 Std.

111. BASEL : I.

2. 3. 4. 5.

Staffel : Staffel : Staffel : Staffel : Staffel :

))

Tommasi, Ang. . . . . . . . . Zumstein, Otto . . . . . . . . Anderegg, Hans. . . . . . . . Schmied, Gust. . . . . . . . . Knoll, Heinz . . . . . . . . .

Min. 6 Sek. Zeit 57 Min. 30 Sek. 01

Totalzeit : 3 Std. 50 Min.

10 Sek.

HORS CONCOURS. GSTAAD : I. Staffel : 2. Staffel : 3. Staffel : 4. Staffel : 5. Staffel :

Steffen, Wi!ly . . . . . . . . . . . . . . . . . Brand, Ad. . . . . . . . . . . . . . . . . . . Supersaxo, A. . . . . . . . . . . . . . . . . . Zingre, G. . . . . . . . . . . . . . . . . . . Frautschi, J. . . . . . . . . . . . . . . . . . Totalzeit :

2

Zeit 36 Min. 10 Sek. 39 56 )) 35 )' 39 )' 43 57 " 24 02 1) ))

Std. 59 Min. 44 Sek.


5. SPRUNGLAUF. n ) Aktive, gestartet 12.

Rang I. 2.

3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10.

Name Kielland . . . . . Reinl, Harald . . . Lantschner, Gustav Loopuyt . . . . . Schmied, Gustav . Leubner, Hugo . . Lantschner, Otto . Martin, Hubert . . Sickinger, Walter . Reinl, Kurt . . . . " gestürzt.

Note

Weiten

Unive~sität

. . . . . . . ETH . . . . . . .

336.5 323.1 3'6.9 309.9 217.5 199.0 196. I 176.5 157.7 133.8

. . . . . . . Innsbruck . . . . . . . . . . . . Innsbruck . . . . . . . . . . . . ETH . . . . . . . . . Basel. . . . . . . . . . Innsbruck . . . . . . . Innsbruck . . . . . . . Genf . . . . . . . . . Freiburg i. . . . . . . . Innsbruck

. . . . .

. . . . . . . . . . . . . . .

. . . . .

Br. . . .

. . . . .

b) Alte Herren. Paumgarten, Flarald . . . . . . . Wien . . . . . . . 2. Krebs, Hans . . . . . . . . . . Genf . . . . . . . I.

8. OFFENES ABFAHRTSRENNEN, gestartet 3 I . Rang Nanie Klttb Innsbruck. . Lantschner, Gust. Gstaad . . . Frautschi, John . Innsbruck . . Lantschner, Otto Gstaad . . . Schneeberger, F. Innsbruck . . Leubner, Hugo . Wien . . . . Paumgarten, H . . Innsbruck. . Traut, Walter . Basel . . . . Knoll, Heinz . . Gstaad . . . Villiger, Max . . Gstaad . . . Scheidegger, A . . ETH . . . . Icielland . . . . Coebergh . . . . . . . . . . . E T H . . . . Alter Rekctrd : 4 . 5 3 Mi".

Zeit

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

. . . . .

. . . . .

. . . . .

. . . . .

. . . . .

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. . . . .

. . . . . . . . .

. . . . . . . . . . . . . . . . . . .

G E W I N N E R DEI< SI'EZIALI'l<I':ISIS

IIliS SAS.

I . Dr. Gurtner - - - - Waiiderbcclier Eiir l<omhinatioii Al~S;ilii-~-S1;i1oiii-1.;i1i~laiif-S~~r~111gIai1f: 193 I Paiimgai-ten, I-laialtl, Wien. 2.

3. 4.

5. 6. 7.

Ilr. I-1eni.y Iloek Waiiclcrprcis fiir Langlauf: 1931 I'aurilgarten, I-iarald, Wien. Von Stockar - Wanderbecher für Abfahrt: 1931 I'ahl, hlax, Freiburg i. Br. Wanderbecher des Akademischen Ausschusses für Leibesiibungen Freibul-g i. Br. für Sprunglauf : 1931 Kielland, E T H , Zürich. Preis der Vereinigung zur Förderung des Skilaufes in München für Slalom : 1931 Lantschner, Otto, Innsbruck. Delago - Wanderpreis für Kombination : Langlauf-Sprunglauf : 1931 Paumgarten, Harald, Wien. P. D. - Wanderbecher (Arnold Lunn) für die Kombination : Abfahrt-Slalom : 1931 Lantschner, Otto, Innsbruck. -

-

7. SCHWEIZERISCHER AKADEMISCHER SKIMEISTER I M FAHREN :

(Spezialpreis : D r . H U G )

HERBERT LINDLAR Univ.. ZURICH 7. SCHWEIZERISCHER AKADEMISCHER SKIMEISTER IA4 L A U F E N U N D SPRINGEN :

(Spezialpreis : Dr. SCHOCH)

JAKOB KIELLAND E T H , ZURICH


Hatte uns Os10 mit seinen glanzvollen, sportlich selbst die beiden Olympiaden von Chamonix und St. Moritz weit übertreffenden FIS-Rennen 1930 derart verwöhnt, dass man nach den sicher auch nicht bedeutungsloseri Oberhof-Rennen versucht war, diese nur als einen Schatten von Os10 zu bezeichnen ? In einem Punkt wenigstens glichen die teilweise von der Presse fälschlich als Europameisterschaften » - man konnte in Oberhof sogar den Ausdruck ((Weltmeisterschaften1) lesen und hören-bezeichneten FIS-Rennen im thüringischen Wald denen in Nordmarken haargenau, wir meinen inbezug auf die Bilanz der Ergebnisse, die neuerdings eine klare nordische, lies norwegische Uberlegenheit auswies. Im ersten, übrigens durchaus verständlichen Freudentaumel über die guten Plätze eines Ermel, Müller, Bogner und Wende im Kombinierten Lauf und eines Fritz Kaufmann im Spezialsprunglauf war man geneigt, von einem auf breiter Front erfolgten Einbruch der Mitteleuropäer in die nordische Front zu flunkern. Wer so schrieb, übersah vollständig, dass eine Handvoll Nordländer, wobei erst noch zu berücksichtigen ist, dass Schweden numerisch sehr schwach und Finnland überhaupt nur mit einem Mann vertreten war, gegen die gesamte Hauptmacht der Mitteleuropäer mit Ausnahme der Italiener den Kampf aufgenommen hatte. Vielleicht wird man uns entgegnen, in Os10 hätten die Mitteleuropäer in diesem Falle die gleiche undankbare Rolle der Minorität gespielt wie Norweger und Schweden und der junge finnische Kombinierte, Esko Järvinen, in Oberhof. Während es in Os10 nicht einem einzigen Nichtnordländer gelungen ist, einen Platz unter den ersten zwanzig zu erobern, haben einige wenige Norweger, drei oder vier Schweden und ein Finne in Oberhof alle Konkurrenzen gewonnen und der mitteleuropäischen, zahlenmassigen Übermacht nur einige Ehrenplätze überlassen, auf die wir nicht zu stolz sein dürfen. Ferner darf nicht ausser Acht gelassen werden, dass der norsk skitrop durch eine heimtückische Grippeepidemie dezimiert und für die Läufe seines besten Mannes beraubt worden war, des stillen Arne Rustadstuen, der fieberig zum Langlauf starten musste und während des 50 km-Laufes überhaupt im Bett lag. Hans Vinjarengen, zweimaliger bester Kombinierter der FIS-Rennen, Peder Belgum, Ola Moon und Trygve Brodahl hatte die infame Grippe schon in ihrer Heimat auf das Krankenbett gezwungen. I n den Läufen starteten weder Schwedens noch Finnlands erste Garnituren, während, was wir nochmals ausdrücklich unterstreichen möchten, ((

((

))


Photo : C. J . Luther

EI. Julen, Schweiz

Järvinen, Finnland

um allen falschen Illusionen vorzubeugen, « Mellem-Europas » Elite auf' dem Posten war. Wir haben, was natürlich niemals als eine abschätzige Kritik der Leistungen c( unserer » Leute aufgefasst werden darf, keinen Grund, von einem ((starken mitteleuropäischen Vorstoss zu sprechen und wollen zufrieden, aber durchaus bescheiden und dankbar registrieren, dass sich Deutsche, Schweizer und Tschechen innerhalb der kleinen nordischen Gruppe, wenn auch ohne einen einzigen Sieg, sehr ehrenvoll klassiert haben. Anders darf man die Ergebnisse der FIS-Rennen 1931 nicht werten, so man sich nicht dem Vorwurf aussetzen will, ein sträflicher Optimist zu sein. Die Rennen nahmen ihren Start mit dem Langlauf über 17 km am 13. Februar. Während der Nacht - wir hielten ungefähr morgens vier Uhr Einzug im tief schlummernden, unter meterdicken Schneekappen ruhenden Oberhof -war viel Neuschnee gefallen, der das Legen der Loipe sehr erschwert haben dürfte. Schneeschwangere Wolken ritzten sich an den meist spitzgiebeligen Hausdächern den Bauch auf und schütteten unablässig ihren wirbelnden Segen auf die eilenden 70 Gestalten der Läufer aus, die ab neun Uhr alle halbe Minuten den teilweise stark coupierten Lauf durch die Wälder unter die Füsse nahmen. Da musste ein routinierter Loipe-Leger am Werk gewesen sein. Er hatte es verstanden, kreuz und quer durch die Wälder, zwischen denen hie und da eine Lichtung die Renner wieder zum Vorschein kommen liess, eine Spur anzulegen, die, wenn auch noch lange nicht nordmarkisch, doch voller natürlicher Hindernisse war, die auch dem raffinierten Lauftechniker Chancen boten, sein Können ins richtige Licht zu setzen. So näherte sich das Profil dieses Langlaufes recht stark dem eines norwegischen. Eine besondere Knacknuss war der grosse Aufstieg mit 180 m Höhendifferenz an einem Stück. Ein Problem, von dessen richtiger Lösung zum grossen Teil der Erfolg abhing, bot die Wachsfrage. Wer mit Steigwachs kargte und für ))


Gröttumsbraaten, Norwegen überholt Sramel, Jugoslavien

Photo :Le Port

Birger Ruud

schlanke Fahrt sorgte, war gut beraten. Wahrscheinlich haben die Schweden in diesem Punkt, also richtiges Wachsen, wenigstens so gut operiert wie ihre ewigen Rivalen, die Norweger. Keine geringe Rolle spielte auch die Startnummer. Als nämlich der Schneefall einmal aussetzte und die Temperatur sank, wurde der Schnee sofort schneller, wovon diejenigen Läufer profitierten, die eine hohe Startnummer gezogen hatten. Der alte » G r ö t t U m s b r a a t e n feierte in diesem auch für die Kombination zählenden Langrennen einen grossartigen Triumph. Hatte man beim 10. Kilometer - unserm Standort - noch halb mit einem schwedischen Sieg gerechnet, war es schon einige wenige Büchsenschüsse weiter gegen das Ziel zu klar, dass sich der unverwüstliche Olympiasieger von St. Moritz diesmal noch nicht schlagen liess. Taktik, Erfahrung und Zähigkeit brillierten noch einmal über die Jugend und Schweden, das mit dem dritten, vierten und fünften Platz jedoch sehr achtbar abschnitt. Der baumlange Kristian Hovde, das typische, schnittige Modell des norwegischen Rennläufers, wusste seinen guten, schon in der Mitte feststehenden Platz zu halten und kam knapp hinter Gröttern » als Nummer zwei ein. Unsere s c h w e i z e r i s c h e n L ä u f e r haben getan, was in ihren Kräften lag. Zum Pech der Wahl des Wachses gesellte sich das Gefühl des Nichttrainiertseins, der Inferiorität, mit einem Wort : Kanonenfutter-Mentalität. Die Mannschaft war zum grossen Teil international unerfahren, schlecht gemanagt, sich vom ersten Moment an auf verlornem Posten wissend. Wir möchten dieses traurige Kapitel nicht schliessen, ohne auf den Umstand hinzuweisen, dass nachher, wir meinen im offiziellen Bericht, versucht wurde, den Misserfolg unserer Läufer zu beschönigen und zu bemänteln, indem auf die guten Leistungen im Spezialsprunglauf verwiesen wurde. Das ändert leider an der Tatsache nichts, dass die Schweiz im Langlauf ein Versager war, nachdem ein Jahr vorher in Os10 Walter Bussmann unter einer viel schwerern ((


und grössern Konkurrenz bester Mitteleuropäer wurde. Es würde -viel zu weit führen und kann auch nicht der Zweck dieses Berichtes sein, auf die Ursachen des Misserfolges - ob man ihn nun zugeben will oder niclit - einzutreten. W i r halten dafür, dass das sclilechte Abschneiden der Schweizer im Langlauf das Symptom einer sportlichen Krisis im SSV war, die als der Ausfluss einer Schwäche in der s p o r t 1i C 1 e n Leitung des Verbandes zu betrachten ist. Pessimistisch genug sahen wir dem Ausgang des S p r u n g 1a u f e s f ü r d i e K o m b i n a t i o n entgegen. Für das weisse Kreuz im roten Feld war ja nicht viel zu gewinnen und auch nicht viel zu verlieren, weil unsere Vertreter mit sehr niedrigen Langlaufpunktzahlen den schweren Gang antraten. Erst kurz vor Beginn der Konkurrenz, die an Schneid der Abwicklung zu wünschen übrig liess, konnte die Sclianze, resp. der Hügel, in Ordnung gebracht werden. Es liatte sich als notwendig erwiesen, die Schanze durch einen Aufbau aus Schnee etwas zu erhöhen, was erst sehr spät, nachdem eine Anzahl Probesprünge nicht befriedigt hatte, erkannt wurde. Die Favoriten sprangen meistens mehr auf absolute Sicherheit als auf Weite. G r ö t t u m s b r a a t e n legte zwei bombensicher gestandene Flüge von 48 und 49 m in die Bahn. Er war seiner Sache sicherer als je. A m besten schnitt O l e K o 1t e r U d ab, der seine mittelmässige Langlaufnote durch zwei äusserst wuchtige, stilreine und weite Sprünge (56.5-55 m) kompensierte. Einige Deutsche boten imponierende Sprünge, so Recknagel, der wenig zu verlieren, aber alles zu gewinnen hatte, ferner auch der Schlesier Ermel, der sich absolut verdient als bester Nicht-Nordländer klassieren konnte und auch Gustel Müller, dessen urwüchsige und massive Art zu springen allgemein gefiel und sogar die Vermutung nahe legte, dass er sich noch vor Ermel stellen würde. F r i t z K a U f m a n n verdarb sich seine Chancen durch einen forciertcii, aber demzufolge auch gestürzten Sprung von über 60 m Länge, woiilit er den Tagesrekord in der Weite aufstellte - aber eben gestürzt. Sein zweiter Sprung war beste Marke. In Flug und Sicherheit ähnlich wie Gröttumsbraaten, aber eher noch besser als der Kombinationssieger, sprang unser Meister D a V i d Z o g . Da gab es nichts zu deuteln und zu markten. Wie eine Fluh » haben wir damals zu Protokoll genommen. S C h m i d, J u 1 e n und S t e u r i waren mit der Schanze zu wenig vertraut und brachten ungenügende Längen heraus. So gelang es allein Zogg, sich einen achtbaren kombinierten Platz - er wurde Vierui~dzwanzigster-- zu sichern, während unsere aildei-ii Vertreter noch weiter zurück lagen. ICaufmann hätte bei kiihlercr 13erechiiiii1!; mit zwei kürzern und gestandenen Sprüngen ruhig auf den 10. liaiig i-ecliiicii dürfen. Einige kühne Leistungen bekam man bei den Junioren zu sehen, so vor allem einen fulminanten 61er von Birger Ruud, nachdem er im ersten Spruiig bei 60 m kopfüber in die Bahn gegangen war. Ferner bewunderte man Reidar Andersen i m 56 rc-Sprung (bei 58 kani er zu Fall) und Norwegens neue Hoffnung, Kaare Wahlberg bei 53 und 55 m.


A m dritten Tag wurde der S p e z i a I - S p r U n g l a U f ausgefochten. Vom frühen Morgen an hatte eine bunte Völkerwanderung nach Oberhof eingesetzt, und scl-ion lange vor Beginn der Konkurrenz begannen sicl-i die gut angelegten Zuscl-iauerplätze der Hiiidenburgschanze zu füllen. Kühle und helle Witterung begünstigte die Abwicklung des spannenden Schauspiels, das unsern Farben durch F r i t z K a U f m a i-i n einen prachtvollen Erfolg brachte, indem es dem Gril-idelwaldner, der ja seit ungefähr zwei Jahren die Situation an den Scliweizerischei-i Scl-ianzeii beherrscht, gelang, den 2. Preis zu gewinnen. 15 ooo, vielleicht sogar 20 ooo Zuschauer waren Zeugen des spannenden Kampfes, der rascher und reibungsloser durchgeführt wurde als am Vortag. Dem Starter stellten sich rund 70 Springer. Für das an den beiden Vortagen arg ins Wanken geratene Anselieii des schweizerischen Skikampfsportes war es höchst notwendig, dass unsere Springer mit Fritz Kaufmann an der Spitze in diesem mit aller Schärfe geführten Treffen zu einer ausgezeichneten Form aufliefen. Kaufmann hatte einen seiner grossen Tage und schmetterte zwei ausgezeichnete Sprünge in die Bahn. Mit dem ersten Sprung, dessen Länge mit 57 m gemessen wurde, ging der Schweizer in Führung. B i r g e r R u U d , der sich durch einen phänomenal guten zweiten Sprung den Sieg holte, war in der ersten Serie u m einen Meter hinter Kaufmann zurückgeblieben und liatte auch im Stil nicht viel voraus. Für unsern Mann, der jetzt so etwas wie Sieg witterte, war es eine unerhörte Nervenprobe, sich im zweiten Sprung Bel-ierrschung anzutun und in erster Linie auf Platz und Sicherheit und nicht auf Sieg zu springen. Vielleicht - wir glauben es wenigstens - hätte er sich durch einen C( Va-banque-Sprung)) die zum höchsten Triumph fehlenden Meter l-iolen ui-id den Junior Birger Ruud schlagen können. Aber in diesem Moment zeigte Kaufmann, dass er gegebenenfalls nicht nur springen, und wie springen, sondern auch rechnen kann. Er hielt etwas zurück - 56 Meter. Unter den Norwegern, die unser Ass als Gegner fürchteten, war nach dessen erstem gigantischem Sprung sofort die Parole ausgegeben worden, den Schweizer dort hinunter zu locken, wo er nicht mehr stehen würde. Eii-iige C( nordmendene)) gingen los wie die Kanonen und - stürzten. Aber sie hatten ja immer noch einige Trümpfe auszuspielei~,die für einen norwegischen Sieg garantieren konnten. B i r g e r R u u d schoss den Vogel ab. Er sprang im zweiten Gang den Sprung seines Lebens ! Nur einen Meter weiter kam er als der Schweizer i m ersten Gang, aber ii-i einem Stil, der wirklich sensationell war. Zehntausend Sprünge und vielleicht nocl-i mehr haben wir schon gesehen; aber nie einen wie Birger Ruuds 58er in Oberhof. Einfach fabelhaft, phantastisch ! Von 120 möglichen Punkten erzielte er mit dieser allein dastehenden Leistung I 19.5 ! Zwei Kampfrichter haben im Stilcl-iarakter 20 und einer, der doch nocl-i irgend einen kleinen Fehler entdeckt habe11 will, 19.5 P. gegeben. So stund auch i m reinen Sprunglauf trotz der ausserordentlicl-ien Leistung Kaufmanns, des besten mitteleuropäischen Springers, der norwegische Sieg fest. Voll und ganz befriedigt haben uns auch C e s a r e C h i o g n a von St. Moritz und D a v i d Z o g g . Der Enga-


.

Die Japaner bauen Sprungschanzen . . Die zwei grössten Schanzen in Japan für Sprungweiten von 80 Meter

diner brillierte mit seiner einwandfreien Skiführung und seiner mustergültigen Körperhaltung in der Luft, blieb aber mit der Länge etwas zurück, während Arosas Kanone wieder ein Muster von Ruhe und Sicherheit war und sich noch einmal vor Gröttumsbraaten stellen konnte, was Grund genug war, die kleine Schweizer-Kolonie hochbefriedigt dem einem Heerlager gleichenden Oberhof zustreben zu lassen. S C h m i d H a n s und S t e u r i F r i t z kamen nicht über mittlere Ränge hinaus,~während Julen ganz abfiel. So schloss der dritte Tag für die Schweizerfarben sehr befriedigend. « Freude herrschte in Trojas Hallen. » Die drei Preise im Spezialsprunglauf liessen uns die bittere Enttäuschung, die der kombinierte-Lauf hervorgerufen hatte, etwas vergessen. Ledig aller Sorgen entschloss man sich, an verschiedenen Punkten am Montag dem Dauerlauf abzulauern, der Norwegen einen neuen Doppelerfolg bringen sollte. Für den 5 o k m - L a U f hatte die Schweiz nicht gemeldet, obschon Leute wie Robert Wampfler, Franz Kunz und Hans Zeier, um nur diese drei Dauerläufer zu nennen, neben den übrigen Mitteleuropäern keine so schlechte Figur gemacht hätten. N o r W e g e n ging nicht besonders optimistisch in den Kampf, lag doch seine grosse Hoffnung, Arne Rustadstuen, der sympathische Bauernbursche aus Lillehammer, grippekrank darnieder. Peder Belgum und Trygve Brodahl waren auch nicht zugegen, um den Kampf gegen das schwedische Trium-


STA

. . . und die Tschechen fahren Abfahrtsläufe Abfahrtsstrecke im Aupakessel an der Wiesenbaude virat L i n d b e r g - S v ä r d - W i c k z e l l aufzunehmen. Aber O l e S t e n e n , Vangli und K r i s t i a n H o V d e waren sich ihrer Pflicht bewusst, wussten, dass die ganze nordische Nation ihre Augen auf sie richtete und von ihnen den vierten Sieg erwartete. Nach den aufeinanderfolgenden Niederlagen in der schwersten Laufprüfung, im 50 km-Lauf - seit Jahren hatten die Norweger in allen wichtigen 50 km-Entscheidungen entweder durch die Finnen oder durch die Schweden Schlappen erlitten-musste der Tag der Vergeltung kommen. Und er kam ... in Oberhof. Bis zum 41. Km. führten die Schweden durch den sehnigen, unheimlich lang und schnell schreitenden Lindberg. Abwechslungsweise lagen Stenen und Vangli auf dem zweiten Platz, einmal auch Svärd. Die Strecke musste ja den Schweden besser zusagen als den Norwegern. Aber in den letzten Kilometern fiel die Entscheidung. Ole Stenen lieferte über 8 km einen bewunderungswürdigen Endkampf und schob sich vor Vangli und die Schweden. Sein Landsmann, der bekannte Patrouillenläufer Vangli, ein Mann aus Eisen und Stahl, gab ebenfalls alles aus sich heraus und Schweden war geschlagen, Norwegen gerettet. « Glauben Sie mir)), erklärte Kollega Chr. Andersen, Sportredaktor an der Zeitung « Aftenposten)), über diesen Sieg im 50 km-Lauf herrscht in ganz Norwegen mehr Freude als über alle andern Erfolge, die unsere Nation hier in Oberhof erringen konnte. Wir haben die Schweden im 50 km-Lauf geschlagen ... oh, in Norwegen wird man diesen Sieg vor allen andern feiern und unsere braven Läufer bei ihrer Rückkehr mit den grössten Ehren ((


empfangen . » Ein Volk. das zu solcl~erAnteilnahme. zu einer derart beispiellosen. um nicht zu sagen masslosen sportlichen Begeisterung für die Siege seiner Söhne fähig ist. kann man nur scliwer. sehr scliwer schlagen . Lake Placid wird es beweisen . RESULTATE .

I . 17 km-LAUF

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. Gus~avMüller (l3eiitschland) . . 17. Lauer (Tschechoslowakei) . . . . 18. Neinecky (Tschechoslowakei) . . 19. Kolterud (Norwegen) . . . . . . . . 20 . hfusil (Tscliechos!owakei) . . . . . 21 Simounek (Tschechos!owakei) . . 22 . Hyller (Tschechoslowakei) . . . . 23 . Musch (Deutschland) . . . . . . . . 24 . Lohse (Deutschland) . . . . . . . . 25 . Cifka (Tschechoslowakei) . . . . . 26 . Gunnar Andersen (Norwegen) . 34 . Fritz Steuri (Schweiz) . . . . . . . 41 . Elias Julen (Schweiz) . . . . . . . . 54. David Zogg (Schweiz) . . . . . . . 55. Fritz Kaufmann (Schweiz) . . . . 56. Schmid (Schweiz) . . . . . . . . . . . I6

r Johanil Gröttumsbraaten (Norwegen) . . . . . . . . . . . . . . . . 2 . Kristian Hovde (Norwegen) . . . 3. Nils Sverd (Schweden) . . . . . . . 4. Kar1 Lindberg (Schareden) . . . . 5. Wikzell (Schweden) . . . . . . . . . 6. Vangli (Norwegen) . . . . . . . . . . 7. Rustadstuen (Norwegen) . . . . . 8. Ole Stenen (Norwegen) . . . . . . g. Esko Järvinen (Finnland) . . . . 10. Leupold (Deutschland) . . . . . . . I I . Otto Wahl (Deutschland) . . . . 12 . Barton (Tschechoslowakei) . . . . I 3. Bogner (Deutschland) . . . . . . . . 14 Wende (Tschechoslowakei) . . . 15. Ermel (Deutschland) . . . . . . . .

.

.

I1. KOMBINATI0NS.SPRUNGLAU F.

. Kolterud (Norwegen) . . Recknagel (Deutsch.). 3. Andersen, G . (Norw.). 4. Ruud. S. (Norw.). . . 5. Andersen. L . (Norw.). 6 . Eriksson (Schweden) . 7. Kratzer (Deutsch.) . . 8. Ermel (Deutsch.). . . . 9. Müller (Deutsch.). . . 10. Zogg (Schweiz) . . . . . I I . Gröttumsbraaten (Norwegen) . . . . . . . . 1 2. Järvinen (Finnland) . I

2

221 (56. 55 m) . 218 (54, 57 m) . 216 (53, 53 m) . 214 ( 5 ~ 5 4 m. ) 212 (53, 60 m) . 211 (52, 55 m! 209.3 (54, 53 m) . 209.1 (50, 55.5 m) . 202 (53, 55 m) . zoo (52. 51 ~ n. )

.

I99 (4% 49 m) . 196 (46.5, 49m) . 13a Pesch (Tschechos.) . 194.6 (49, 50 m) . 1 3 b Fehringer (Deutsch.) 194.6 (49 50 m) . 14. Vrana (Deutsch.) . . . 194.5 (50, 50 m) .

.

15%Rustadstuen (Norw.) . 16. hlöhwa!d (Tschechos. HDW) . . 17. Lauer (Tschech . HDW) 18. Meine1 (Deutsch.). . . 19. Wende (Tschech . HDW) 20 . Stenen (Norw.) . . . . . 21 . Bogner (Deutsch.) . . 22 . Nixon (Grossbritan.) . 23 . Vangli (Norw.) . . . . . 24 . Simunek (Tschechos.) 25 . Hovde (Norw.). . . . . 30 . Schmid (Schweiz) . . . 3 I . Julen (Schweiz) . . . . . 35 . Steuri (Schweiz) . . . . 38 . Kaufmann (Schweiz) .

190.5 (42. 51 m). 190.2. 186. 185. 184. 182. 181.1. 181.o. 180. 179. 178. I 67 (4.1, 43 m) . I 66 . I (42, 34.5 in) . 162.6 (35. 40 m) . I 59 .

111. KOMBINIERTER LAUF . (46 Teilnehmer.) I

. Gröttumsbraaten

2.

3. 4. 5. 6 7. 8. g

. . I . 12. 10

I

(Norwegen) . . Kolterud (Norwegen) . . . . . . . . . Rustadstuen (Norwegen) . . . . . . Hovde (Norwegen) . . . . . . . . . . Ermel (Deutschland) . . . . . . . . . Vangli (Norwegen) . . . . . . . . . . Stenen (Norwegen) . . . . . . . . . . Järvinen (Finnland) . . . . . . . . . . Miiller, G . (Deutschland) . . . . . Andersen. G . (Norwegen) . . . . . Bogner (Deutschland) . . . . . . . . Wende (Tschechos . HDW) . . . .

13. 14. I 5. 16. 17. I8 19.

Recknagel (Deutschland) . . . . . . Ruud. S. (Norwegen) . . . . . . . . Andersen. L . (Norwegen) . . . . . Lauer (Tschechoslowakei HDW) . Eriksson (Schweden) . . . . . . . . . . Leupold (Deutschland) . . . . . . . . Simunek (Tschechos . Svaz) . . . . . 2 0 . Kratzer (Deutschland) . . . . . . . . . 21 . Barton (Tschechoslowakei Svaz) . 22 . Meine1 (Deutschland) . . . . . . . . . 23 . Lohse (Deutschland) . . . . . . . . . . 24 . Zogg (Schweiz) . . . . . . . . . . . . . .

.


Jakob Kielland am Schweiz. Skirennen

25. Wagner, W. (Deutschland) . . . . 352. 32. Julen (Schweiz) . . . . . . . . . . . . . . 336.4. 33. Steuri (Schweiz). . . . . . . . . . . . . . 335.8.

I.

2.

3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10.

I. 2.

3. 4. 5. 6. 7. 8.

37. Schmid (Schweiz). . . . . . . . . . . . . 39. Kaufmann (Schweiz) . . . . . . . . . .

314. 307.

IV. SPEZIAL-SPRUNGLAUF. Birger Ruud (Norwegen), Note 236 11. Cesare Chiogna (Schweiz), 205.2 (49 und (Sprünge 56.5 und 58 m). 50.5, m). Fritz Kaufmann (Schweiz), 228 (57 und 12. David Zogg (Schweiz), 200.9 (48 und 56.4. 51 m). Eriksson (Schweden), 227.3 (56 und 57 m). 13. Gröttumsbraaten (Norwegen), I 97.8 (45 Reidar Andersen (Norwegen), 225.8 (54 und 47 m). und 54 m). 14. Pesch (Tschechoslowakei), 196.6 (51 und Wahlberg (Norwegen), 225 (54.5 und 46 m). 15. Vrana (Tschechoslowakei), 190.3 (45 und 53.5 m). Sigmund Ruud (Norwegen), 224.2 (56 und 47 m). 51.5 m). 16. Reiser (Deutsch!and), 189.8. 17. Lesser (Deutschland), 189.3. Kolterud (Norwegen), 222.3 (53 und I 8. Möhwald (Tschechoslowakei), I 88.8. 53.5 m). Dick (Tschechoslowakei), 215 (52 und 19. Wende (Tschechoslowakei), 188.5. 54 m). 20. Rylander (Schweden), 188. Ermel (Deutschland), 213.5 (53 und 50 m). 29. Schmid (Schweiz), 180 (45 und 45 m). Kratzer (Deutschland), 206.1 (47 und 37. Steuri (Schweiz), 169.3 (36 und 43 m). 53.5 m). V. DAUERLAUF ÜBER 50 km. (25 Teilnehmer.) Stenen (Norwegen) . . . . . . . . . . 3:52:09. 9. Visera (CSR, Svaz). . . . . . . . . 4:15:53. Vangli (Norwegen) . . . . . . . . . . 3:52:35. 10. Nemecky (CSR, Svaz) . . . . . . . 4:16:49. Lindberg (Schweden) . . . . . . . . 3:55:44. I I . Krebs (Deutschland) . . . . . . . . 4: 18:47. Svärd (Schweden). . . . . . . . . . . 3:58:52. 12. Faistauer (CSR, Svaz) . . . . . . . 4:zz:oz. Hovde (Norwegen). . . . . . . . . . 3:59:1o. 13. Slomek (CSR, Svaz). . . . . . . . . 4:24:35. Wickzell (Schweden) . . . . . . . . 4:02: I 9. 14. Hylcer (CSR, Svaz) . . . . . . . . . 4:26:24. Barton (CSR, Svaz) . . . . . . . . . 4:12:28. 15. Cifka (CSR, Svaz) . . . . . . . . . . 4:27:22. Wahl (Deutschland) . . . . . . . . . 4:13:51.


REN g~~~O T H M A R GURTNER,SAS, Z U R I C H w,~+r--*m 1TAGE k .

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Das Bemerkenswerte an diesem Berichte ist der Versuch,. die Melodie auf den Lippen zu tragen : « Und alles, alles war wieder gut! » Darum dürfen ihn auch Verantwortliche lesen, ohne die Gänsehaut einer Götterdämmerung zu riskieren. %

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Der Osloer Skikongress hat dem Ski Club of Great Britain die Durchführung der I. FIS-Wettkämpfe in Abfahrt und Slalom übertragen. Damit ist die wackere Pionierarbeit der Briten gekrönt worden. Gleichzeitig, und gar nicht unabsichtlich, hat man den Scheinwerfer internationaler Kritik auf den Union Jack gerichtet ; die skigeborenen Nordländer sahen ein ihnen fremdes Kind nicht ungern von einer Mutter betreut, der selber noch die Kinderschuhe von den Knöcheln zu baumeln schienen; die ihr rieft, die Geister, ihr Briten solltet sie nun vorerst einmal selber haben. Der wacker Brite forcht sich nit. Ihm stand eine reiche Rennerfahrung zur Verfügung, das Kandahar-Lager Mürren bot eine vertraute Arena und der S. C. G. B.Präsident brauchte nur zu zitieren : (( England expects every man to do his duty ! Dieser Präsident war Arnold Lunn. Es lohnt sich, einen Augenblick persönlich zu werden. Arnold Lunn ist unser Ehrenmitglied. Mit derselben Überlegung, die der Zug seiner Schachfiguren verrät, hat er seit zwanzig Jahren das armselige Bäuerlein des ursprünglichen Skibriten durch alle Fährnisse hindurch bugsiert und am Ende eine Königin daraus gemacht. Arnold Lunn besitzt die unnachahmliche-Fähigkeit, Generalstabschef und Generalissimus in einer Person zu sein. Darum braucht er wenig Sitzungen. Er weiss Bescheid, das genügt - denn im richtigen Augenblick holt er seine Truppen aus den gerade Anwesenden mit der Selbstverständlichkeit herbei, mit der ein Kind die Armee seiner Bleisoldaten aus der Spahnschachtel ))


CrastAyuzza-Sattel. Diavolezza-Pontres~na

photo

ar.

J. Fritscnl


hebt. Man hat wissentlich eine kleine Huldigung für diesen Skiführer geplant : von Künstlerhand in Eis gemeisselt, stand seine Büste ii-i Mürren bereit ; niemand hat daran gedacht, dass der blutwarme Arnold L u i ~ nseinen Schneeschauflern befehlen würde : « Geht auf den Bahnhof und sclilagt meinen Eisscliädel kaputt! Er tat es, sie tateii es. So ist Arnold Lunn.

* * * Wie Examinatoren staiideii auf Begiiiii der FIS-Wettkämpfe Oberst Holmquist, Count Hainilton und Captein Ostgaard i1-i M ü r r e i ~bereit. Was sie zu sehen bekamen, war ein gutes Stück alpiner Winterpraclit und sehr wenig alpine Skitechnik. Aber gleicli am ersten Tag durften sie docli ein kleines Muster Lunn'scher Orgaiiisationskunst Den Damen blieb es vorbehalten, die Durchführung eines sauber gesteckten und mit Rasse gefahrenen Slaloms zu demonstrieren. Kalter schneller Pulverschnee war einwandfrei getreten zur famosen Piste geworde~i.Man zog seine Durclizieher und scliwang seine Stemmscliwünge mit spielender Leichtigkeit. Urer hat soeben geflüstert, einer der liolieii nordisclien Gäste habe Kopfstand gemacht ? Arnold Lunn's Fälinche~ireiliegliederte den Slalomhang in vier Teile : zwei Torgruppeii brachen den langen, schmal zur Gratgwächte niederschiessenden Startliang, dann folgte die unten in Wellen mündende Schussfalirt auf der Kammlinie, ein Mutsprurig über das Eck gab die Folge leichter Wenden preis, an deren Ende die trickreiclie, etwas steilere Kombination von blinden Toren stand, aus der der Zielscliuss anhob. Mit 160 m Höhenunterschied bot diese Strecke am Allmendliubel keine übermässigen Schwierigkeiten. Sie erforderte aber beherrschtes Fal-ireii, teilweise draufgängerisches Tempo, teilweise vorsichtiges Lavieren. Deutsche, englische, österreichische und schweizerische Fahrerinnen standen am Start. Miss Sale-Barker fuhr die Bestzeit in ilirem haarscharf bemessenen zweiten Lauf. Aber durch die schulmädchenhafte Miss Mackinnon, durch die gleichmässige Inge Lantschner und durch die überraschend forsche Miss Kessler wurde sie im Additionsresultat geschlagen. Der Ui-iion Jack und Arnold Lunn strahlten.

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Kaum hatte sich die blasse Februarsonne verscliloffen, noch rauschte der Parkett im Palace unter Schleppen (Kalb ! - die Siegeririnen Albions stacken sämtlich in Pyjamas !), i-iocli schwoll manche Hoffnung auf kommende Kämpfe, als der Himmel mit seinem Schneesegeii begann. Trotzdem wurde inmitten dichten Schneegestöbers auf der Wintereggpiste zum ersten Teil des Abfahrtrennens geschritten. Walter Prager trug wie es scheint die beste Brille, es ist wohl auch kein Zufall, dass vier Schweizer und zwei Lantschner vor dem ersten Engländer im Rennen lagen. Aus diesem Rennen können aber keine Schlüsse gezogen werden, es wurde zum Waldfest und die Fahrer hatten mit schlechter Sicht und vielen Zufälligkeiten einer im tiefen kalten Pulver ersoffene11 Landschaft zu kämpfen. Wunderlich ist freilich, dass auch hier Miss Mackinnon weitaus die beste Zeit der Damen


Arnold Lunn, der Skiprofessor

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fuhr. Der zweite Teil der Abfahrt blieb blockiert. Es schneite ohne Unterbruch tage- und nächtelang, herrlich, und mit Kinderaugen besehen als wirkliches Wunder, übertürmte der Schnee das langsam versinkende Dorf. Der Union Jack hing schlaff und Arnold Lunn verkniff schneebestäubte Brauenbogen. 0

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An dem restlosen Zuschütten jeder Chance war nicht mehr zu zweifeln. Auch das Rennen über Stock und Stein, das von Glütsch nach Lauterbrunnen als Demonstrationsevent arrangiert wurde, änderte hieran nichts. Und deshalb tun wir gut daran, dem Kalender einen entschiedenen Box zu geben, damit er gleichdie herrlich blauendenMärztage für das IV. Arlberg-Kandahar aufblättert. ; X ; * *


. . und seine Jagdgefilde. Antreten des FIS-Slalom in Mürren Ich müsste die Augen schliessen, versuchen, jenes Sonnenfest wieder zu erleben. Vielleicht gelänge mir eine feuilletonistische Schilderung jener Stimmungen, jener Gestalten und Begebenheiten. Nie aber vermöchte ich die Spannung des Augenblickes zurück zu bringen, die dieses beste aller Abfahrtsrennen umgab. Und deshalb greife ich zu meinem winterlichen Rennbericht zurück, um ihm Längen auszustreichen und den Rest als Chronik eines Zuschauers an diese Stelle zu setzen : Es ist sehr schwer, durch das Wort jenen Eindruck zu bannen, den wir heute als begierige Beobachter auf jenem sonnigen Hock am Ausgang des Blumentales gewannen. Wir sassen hier, Hannes als von der Leiter gestiegener Skigott höchst menschlich in unserer Mitte, gewissermassen in


A U F DER STRECKE

Otto Furrer, Schweiz

David Zogg, Schweiz

Miss Mackinnon, England

N. N.

Photo :E . Steimle

der Proszeniumsloge einer herrlichen Naturbühne. Rechts über uns hing das zünftigste Steilgelände der Strecke vom Himmel herab. Wir überschauten den ganzen, haarsträubend verwegenen Hang vom Finelboden bis hinauf an die Schlächtereck. Weder Mac's Line noch die drei gegabelten Abfahrtsvarianten verbargen sich vor unserm Blick und unten, gerade vor unserm Sitz, lagen die harten Geländewellen, in denen alle drei Abfahrtslinien münden. So wurde uns die seltene Gelegenheit gegeben, clie Technik der Fahrer im Steilgelände und das Stehvermögen im hartsclilagencleri Wellenboden vergleichend zu betrachten.


Deuber, Deutschland

Walter Amstutz, Schweiz

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Photo: C. J . Lutl~er

Seelos, Oesterreich

Waghorn

t,England

Vier grosse Eindrücke dieses überwältigenden Schauspieles mögen dartun, wie sich der obere Teil des Rennens abspielte. Sie zeigen gleichzeitig vier ganz verschieden geartete Temperamente und festigen den längst vermuteten Grundsatz, dass Skitechnik und Renntaktik etwas absolut Individuelles sei. Droben am Wächtenloch flitzt während des Bruchteils einer Sekunde ein Schatten quer in den obersten, dem Blicke entzogenen Ansatz von Mac's Line. Hannes knackt mit der Stoppuhr. Jetzt schiesst plötzlich eine winzige Gestalt aus der Fallinie abbiegend, heran. Es ist Walter Prager.


P i ~ o f: o E. Steinile

Zuschauer und

Zeitmesser

Wir kennen diese Handschrift. Er legt sich nach schräg in den Hang gezogenem Schuss, weich wie ein Segel auf den See, in eine lang hinfegende Kurve, zieht den nächsten Schuss in atemberaubender Steilheit, legt sich schwebend herum und zischt plötzlich wie ein vom Boden geschnellter Pfeil auf die Bobkurve herab. Ein paar katzenbehende Rücke, dann fliegt er durch die Kehle hinaus, federt wie besessen über die Wellen und juckt plötzlich von einem Buckel weg durch die Luft -- schon ist das Unglück geschehen: Päng! - ein Stern. Aber Prager ist im Hui auf und davon, verschwindet unsern Blicken und lässt uns unter dem Eindruck zurück, es sei ein vogelleichter Geselle, immer handhoch über dem Schnee schwebend, herniedergezogen. Wie weich Prager selbst in seinen langgezogenen AbrutschChristianias den Hang ausfährt, entlockt Hannes die Belobigung: «Hai ! das isch s'einzig Richtige - weich muss mer fahre ! Wieder knackt die Uhr, weil droben am Himmel ein Schatten herniederfiel. Nach Sekunden sträubt sich das erste Haar. Das ist Furrer, das leibhaftige Matterhorn. Er fackelt nicht lange mit dem Hang. Sein erster Schuss trägt ihn tiefer als Prager, aber wie er zwei drei eng hingedrückte Stemmschwünge hineingepfeffert hat, muss er scharf rechtsschwingend einen verderblich steilen Hang hinabdrehen, um unten richtig in die Kehle an der Bobkurve einfahren zu können. Richtig haut ihm mitten im Anstemmen eine vereiste Spur die Ski durcheinander, aber Furrer hat Beine, und wenn die Ski nicht mehr wollen, macht er mit den Waden : « Wotsch ächt, cheib ! » Dann gibt es nichts mehr zu « prichten »,- der Stemmschwung wird einfach in der Luft fertig herumgerissen, und das Matterhorn steht im Senkel und rauscht wie verrückt den Hohlgraben hinab. Furrer's Beine sehen wir einen Moment im Profil, und die drücken den Boden so fest, dass ihn keine Welle auszuwerfen vermag. So jagt er wie einTeufel hinter den ))


Photo : Brügger

C. E. W. Mackintosh, England

Emil Walch, Oesterreich

Waldzipfel und verschwindet. Einer meint : « Diese Beine werden auch noch weiter unten gut sein ». Knack macht die Uhr. Hannes äugt hinauf zu Mac's Line, denn dort ist eine Arlberger Sternschnuppe fällig. Es ist Matt, aber - sackerment ! der haut's zu tief hinein, der fährt Mac's Line, in wahnsinnigem Schuss, drückt sich rechts heraus, sieht aber plötzlich, dass er zu tief ist. Was Matt in diesem Bruchteil der kritischsten Sekunde tut, ist fabelhaft! Er wirft seine Bretter wieder steil in die Fallinie, zischt frech wie Anton im Ungespurten schnurgerade hinab auf den untersten Rechtshang, kann trotz des gewaltig stäubenden Schusses stehen und auf knatternden Läufen wie ein Besessener unter der Bobkurve durch in den Finelboden hinausschiessen. Er verschwindet und lässt uns mit offenem Maul sitzen. So ein Kerl ! Wie der plötzlich ins Loch hineingestochen hat ! Hergottsackerment ! Aber der, dessen Schatten jetzt über die oberste Kuppe jagt, verblüfft uns noch mehr. Es ist Ruud. Wohl schlägt er beim Abbiegen aus Mac's Line rasch einen kleinen Stern, ist aber sofort wieder munter und pfeift jetzt ganz oben am Hang nach rechts hinaus, um (als einziger unter allen) den abseits liegenden Kännel zu gewinnen, der in einem Schuss zum Finelboden hinabfällt. Ruud macht keine Bremsrücke und wirft sich frech wie ein Frosch der riskierten Geschichte in den Rachen. Und jetzt hat er das oberste Stück der Kehle erreicht. Wir sehen ihn aufrecht und mit eng geschlossenen Beinen einen privatim organisierten Kilometerlanck fahren. Er saust sicher auf dem steilen Hang dahin, springt unten seine 15 m weit von Welle zu Welle, ist durch nichts in der Welt zu Boden zu bringen und verschwindet verblüffend, wie er gekommen ist, als wahrer Meteor hinter dem Wald. Und anderswo rasselt er über bretterhart gescheuerte Wellen.


Photo : Le F o ~ t

Kandahar-Rennen WaIter Prager, Schweiz

Otto Furrer, Schweiz

Diese vier Ausschnitte haben wir nach dem Rennen als bestes Stück der ganzen Geschichte untereinander besprochen. Und siehe : Die Resultatliste, die uns pressefreundliche Hände schon recht bald vorlegten, präsentierte uns dieselben vier Namen an der Spitze. Es scheint beinahe wahr zu sein, dass der schnellste Mann auch am schönsten fahrt ! %

X

*

Für das Abfahrtsrennen der Damen wäre die Schiltgratstrecke zu hart gewesen. Deshalb wurde wieder zu der probaten Abfahrt vom Maulerhubel zum Test Finish gegriffen. Die Strecke lag unter einem Mantel von scheckiger Abwechslung begraben. Hier zog der Ski durch tiefes Pulver, dort rannte er gegen verharschte Spuren und anderswo rasselte er über bretthart gescheuerte Wellen. Wenn die Damenklasse bei dem ungleichen Schneezustand derartig ins Zeug ging, wie wir es heute erfreut wahrnehmen durften, so beweist das, wie rasch die Fortschritte nun auch unter unseren Fahrerinnen Raum gewinnen. Die unermüdlichen Engländerinnen legten ihre Spuren ohne Wimpernzucken hin. Man ist gewohnt, sie siegen zu sehen. Aber ein grosser Tag brach auch für unseren S. D. S. an, denn er vermochte mit drei Fahrerinnen in die Spitzengruppe einzudringen und den Beweis zu erbringen, wie süss der Lohn einer zähen Trainingsarbeit schmeckt. %

X

%

Die Allmendhubelpiste ist szenisch ganz einzigartig. Der Hügel trägt, nach Norden gewandt, einen breit niederfliessenden Mantel, der mit seinen untersten Falten im Ägertental zerfliesst, den einen Ärmel über den Gratkamm, den andern an die Schilthornhänge hinauf reckt. Der Kragen läge, um das Bild beizubehalten, auf dem kleinen Sattel in der Mitte. Hoch droben, wo die Hand des aufgereckten Armes liegen müsste, stecken die Startfähnchen im Schnee. Auf dem schmalen Ärmel kleben, wie eine Reihe von Patten-


PhoLo : B~üggev

Kandahar-Rennen Praxmayer, Oesterreich

Otto Furrer, Schweiz

knöpfen, die ersten Vertikalen, dann läuft der Schuss steil, durch eine enge Falte gebrochen, hinab auf den Sattel, wo ein garstiger Wächtenknubel zum Tempobrechen zwingt. Unten, im gleichmässig laufenden Hang, hat Arnold Lunn zuerst eine Vertikale hingesteckt. Kurz darauf folgt eine Variation mit links ausgerücktem Knick. Am steiler werdenden Hang müssen die Fahrer jetzt in engwendigem Hin und Her das Tempo verlieren, so dass mancher forsche Tempofahrer mit den Stöcken nachhelfen muss, um genug Fluss zu behalten. Das Ziel schneidet die Piste ab. Für den Start ist die Rangreihenfolge des Schiltgratrennens übernommen worden, sodass Otto Furrer als erster losgehen muss. Er will sich seinen Punktvorsprung für die Kombination nicht nehmen lassen, obwohl Prager mit 99.88 Punkten in gefährlicher Nähe steht und als hervorragender Slalömler bekannt ist. Das « Matterhorn)) bringt es auch fertig, eine flüssige und in grossem Tempo durchgestandene Fahrt hinzuzulegen. Als Prager mit Nummer 2 startet, steigen Furrers Aktien zu schwindelnder Höhe, denn Prager ist von schwärzestem Pech verfolgt, wird durch eine harte Spur im schärfsten Schuss durcheinander geworfen und tut einen bösen Kopfsturz, von dessen Folgen er sich nicht erholen kann. Grosse Hoffnungen setzen die Arlberger auf Matt, der mit 97,72 Abfahrtspunkten gleichfalls favorisierter Anwärter für den Kombinationssieg ist. Er legt auch gleich eine rassige Spur hin und bringt es fertig, Furrers gute Zeit um Sekundenbruchteile zu unterbieten. Ruud ist abgereist, so dass als Nr. 4 David Zogg startet. Er geht drauf wie ein Stier, unterbietet um vier volle Sekunden, bleibt aber in der Eile mit Strafpunkten hängen. Nach ihm schiebt Steuri Willy los. Er rutscht in der obersten Vertikalen, kann trotz seiner katzengewandten Ruckschwünge nicht einholen, was er dadurch eingebüsst hat. Auch Schind1wird durch Strafpunkte um den Erfolg betrogen.


2 X

Mürren: Ausklang !

Hervorragend dagegen fährt Lackner, der mit seinen sauber in die Tore gezielten Christianias bestechend schön erscheint. Steuri Fritz I1 ist sehr schnell. Er zeigt grösste Behendigkeit und gewinnt durch fahrtfördernde Stösse und Züge an Tempo. Auch Föger fährt prächtig ab, hat aber mit den ungewohnten Zickzacken dieser Strecke zu schaffen. Jetzt legt einer los, dem die Strecke zusagt : Bill Bracken. Er gibt sich im steilen Schuss durch Schlittschuhschritt gleich als siegwillig zu erkennen. Die flüssige Fahrt, mit der er durch die Tore zieht, verrät den alten Routinier. Er ist mit den Schwüngen immer schon fertig, wenn er ein Tor passiert. Deshalb gibt es bei ihm keine Unsicherheiten und keinen Zeitverlust. Die Bestzeit der Serie lohnt diese schöne Leistung. Damit sind die Besten charakterisiert. Sie hielten auch in der zweiten Serie gut Stand, wobei jedoch Furrer mit einer wahren Munikraft durch die Tore zuckte und Bracken die Bestzeit abzunehmen vermochte. Bill hat sich mit seiner gleichmässigen Leistung in beiden Läufen zusammengerechnet einen schönen, verdienten Sieg geholt. Diese IOO Kombinationspunkte hoben ihn vom 12. Abfahrtsrang auf den dritten Kombinationsrang ! Für die Damen war der Slalom etwas mühsam, denn nach dem langen Warten in der brütigen Sonne mussten sie unten im schattigen Hang erhöhte Schwierigkeiten finden. Aber Miss Sale-Barker hätte auch ohne ihren riesigen Punktev~rsprun~ keine Sorge hegen müssen, denn sie distanzierte ihre Konkurrentinnen in beiden Läufen und fuhr eine beachtlich gute ((HerrenZeit » heraus.


I . DAMEN.SLALOM . FIS-RENNEN (19 . Februar 1931) .

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2. GANG : Min. Sek . I . Miss Mackinnon . . . . . . . I . 17.4 I . Miss Sale-Barker . . . . 2 . Fr1. Lantschner . . . . . . . . I . 21 2 . Fr1. Rorninger . . . . . 3 . Miss Kessler . . . . . . . . . I . 2 2 . 4 3 . Miss IZessler . . . . . . 4 . h'fiss Gossage . . . . . . . . . I . 2 8 . 8 4 . Miss Mackinnon . . . . 5 . Miss Grewdsoi~. . . . . . . . I . 2 9 . 4 c; . Miss Gossage . . . . . . 6 . Fr1. Lantschner . . . . . 6 . Fr1. Schmidegg . . . . . . . . I . z 9 . 4 7 . Miss Grewdsori . . . . . 7 . Fr1. Streiff . . . . . . . . . . I .3 I . 8 8 . Fr1. Streiff . . . . . . . 8 . Fr1. Maillar~ . . . . . . . . . I . 32 . 6 g . Miss Sale-Barker . . . . . . . I .3 3 . 2 g . Fr1. hfaillart . . . . . . 10. Fr1. Schmidt . . . . . . 10. Fr1. Rorilinger . . . . . . . . I . 35 . 2 IZOMBINIERTE RESULTATE . Miti . Sek . I . Miss Mackinnon . . . . . . England . . . . . . . . . . 2.38.2 2 . Fr1. Lantschner . . . . . . Osterreich . . . . . . . . . 2.42.2 3 . Miss Kessler . . . . . . . England . . . . . . . . . . 2 . 4 2 . 4 4 . hliss Sale-Barker . . . . . England . . . . . . . . . . 2.49.6 5 . Miss Gossage . . . . . . . Englarid . . . . . . . . . . 2.49.8 6 . Miss Grewdson . . . . . . England . . . . . . . . . . 2.50.8 7 . Fr1. Rominger . . . . . . . Schweiz . . . . . . . . . . 2.52.6 8 . Fr1. Streiff . . . . . . . . Schweiz . . . . . . . . . . 3 . 0 2 g . Fr1. Maillart . . . . . . . . Schweiz . . . . . . . . . . 3.03.6 10 Fr1. Schmidegg . . . . . . Osterreich . . . . . . . . . 3.15.8 ABFAHRTSRENNEN (20 . Februar 1931). I . Teil . HERREN : I . Prager . . . . . . . . . . . . . Schweiz . . . . . . . . . . . . 2 . Furrer . . . . . . . . . . . . . Schweiz . . . . . . . . . . . . 3 . Steuri. F . . . . . . . . . . . . . Schweiz . . . . . . . . . . . . 4 . Feuz . . . . . . . . . . . . . . Schweiz . . . . . . . . . . . . 5 . Lantschner, G . . . . . . . . . . Osterreich . . . . . . . . . . . 6 . Lantschner. 0. . . . . . . . . . Osterreich . . . . . . . . . . . 7 . Knebworth . . . . . . . . . . . England . . . . . . . . . . . . 8 . Rein1 . . . . . . . . . . . . . Osterreich . . . . . . . . . . . g . von Weck . . . . . . . . . . . . Deutschland . . . . . . . . . . I o . Zogg . . . . . . . . . . . . . . Schweiz . . . . . . . . . . . . I I . Neuner. M . I1. . . . . . . . . . Deutschland . . . . . . . . . . I 2 . Deuber . . . . . . . . . . . . . Deutschland . . . . . . . . . . 13. Lunn . . . . . . . . . . . . . . England . . . . . . . . . . . . 14. Schroll . . . . . . . . . . . . . Ă&#x2013;sterreich . . . . . . . . . . . I 5 . Seelos . . . . . . . . . . . . . Osterreich . . . . . . . . . . 16. Riddell . . . . . . . . . . . . . England . . . . . . . . . . . . 17. Mackintosh . . . . . . . . . . . England . . . . . . . . . . . . 18 . Waghorn . . . . . . . . . . . . England . . . . . . . . . . . . 19 . Neuner. U . . . . . . . . . . . . Deutschland . . . . . . . . . . 20 . Reiser . . . . . . . . . . . . . Deutschland . . . . . . . . . . 21 . Le Fort . . . . . . . . . . . . . Deutschland . . . . . . . . . . 22 . Nobel . . . . . . . . . . . . . Osterreich . . . . . . . . . . . 23 . Bracken . . . . . . . . . . . . England . . . . . . . . . . . . 24 . Mitchell . . . . . . . . . . . . Australien . . . . . . . . . . . 25 . Fracassi . . . . . . . . . . . . Italien . . . . . . . . . . . . DAMEN : I . Mackinnon . . . . . . . . . . . England . . . . . . . . . . . . 2 . Carroll . . . . . . . . . . . . . England . . . . . . . . . . . . 3 . Schmidegg . . . . . . . . . . . Osterreich . . . . . . . . . . . 4 . Kessler. . . . . . . . . . . . . England . . . . . . . . . . . . 5 . Gossage . . . . . . . . . . . . England . . . . . . . . . . . . 6 . Zingg . . . . . . . . . . . . . Schweiz . . . . . . . . . . . . 7 . Rominger . . . . . . . . . . . Schweiz . . . . . . . . . . . . 8 . Lantschner . . . . . . . . . . . Osterreich . . . . . . . . . . . g . Sale-Barker . . . . . . . . . . . England . . . . . . . . . . . . 10 Schrnidt . . . . . . . . . . . . Deutschland . . . . . . . . . . Aufgegeben : Ostbye, Norwegen ; Schlunegger, Schweiz, wegen Skibrucl-i. Disqualifiziert : Frau Dr . de Latour. Schweiz, wegen Stockreiten.

I

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GANG :

Miti . Sek . 1.16.4 . . . 1.17.4 . . . 1.20 . . . 1.20.8

. . .

. . .

1.21

.

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1.30.2

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1.36.8

. . 1.21.2 . . . 1.21.4 . . . 1.31


Photo : G . iMichel

Graf. Schweiz

I11. ABFAHRTSRENNEN GRUTSCH . .LAUTERBRUNNEN (21. Februar 193I) . HERREN : I . Lantschner. G . . . Österreich . . 2 Mackintosh . . . . England . . . 3. Paumgarten . . . . Österreich . . 4. Furrer . . . . . . Schweiz . . . 5 . Lantschner. 0. . . Osterreich . . 6. Seelos . . . . . . Österreich . . 7. Bracken . . . . . England . . . 8. Zogg . . . . . . . Schweiz . . . g. Deuber . . . . . . Deutschland 10. Riddell . . . . . . England . . . I I . Schroll . . . . . . Osterreich . . 12 . Feuz . . . . . . . Schweiz . . . . . Schweiz . . . 13. Rubi . . . . . 14. Amstutz . . . . . Schweiz . . . 15. Reinl . . . . . . Österreich . . . . Deutschland . 16. von Weck . . 17. Reiser . . . . . . Deutschland . 18. Neuner, M . . . . . Deutschland . 19. Frautschi . . . . . Schweiz . . . 20 Waghorn . . . . England . . . 21. Mitchell, H . . . . England . . . 22 . Knebworth . . . . England . . . 23. Le Fort . . . . . . Deutschland . DAMEN : I Mackinnon . . . . . . . . . . . England . . . . . . . . . . . . 10.04.4 2 . Lantschner . . . . . . . . . . . Osterreich . . . . . . . . . . . 10.13.8 3. Schmidegg . . . . . . . . . . . Österreich . . . . . . . . . . . 10.19.8 4. Gossage . . . . . . . . . . . . England . . . . . . . . . . . . 11.01 .z 5. Crewdson . . . . . . . . . . . England . . . . . . . . . . . . 11.o7.8 6 Carroll . . . . . . . . . . . . . England . . . . . . . . . . . . I I .16

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Photo : G iMicl~rl

W . Bracken. England 7. Streiff . . 8 . Schmidt . 9 . Sale-Barker 10 Kessler . .

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. . . . . . . . . . .

Schweiz .

. . . . . . . . . . .

. . . . . . . . . . . Deutschland . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . England . . . . . . . . . . . .

. . . . . . . . . . . England . . . . . . . . . . . . IV . KANDAHAR-RENNEN . I HERREN ABFAHRTSRENNEN (Schiltgrat-Gimmelwald) . 56 Teilnehmer I . Furrer . . . . . . . . . . . . . Schweiz . . . . . . . . . . . . 2 . Prager . . . . . . . . . . . . . Schweiz . . . . . . . . . . . . 3 Matt . . . . . . . . . . . . . . Österreich . . . . . . . . . . . 4 . Ruud . . . . . . . . . . . . . . Norwegen . . . . . . . . . . . 5. Zogg . . . . . . . . . . . . . . Schweiz . . . . . . . . . . . . 6 . Steuri, Willy . . . . . . . . . . Schweiz . . . . . . . . . . . . 7. Schind1. . . . . . . . . . . . . Deutschland . . . . . . . . . . 8. Walch . . . . . . . . . . . . . Österreich . . . . . . . . . . . g . Lackner . . . . . . . . . . . . Österreich . . . . . . . . . . . 10. Steuri, Fritz I1. . . . . . . . . . Schweiz . . . . . . . . . . . . I I . Feger . . . . . . . . . . . . . Osterreich . . . . . . . . . . . 12 Bracken . . . . . . . . . . . . England . . . . . . . . . . . . 13 Prinz Schönburg . . . . . . . . . Österreich . . . . . . . . . . . 14 Praxmayer . . . . . . . . . . . . Österreich . . . . . . . . . . . 15. Rudi, Fritz . . . . . . . . . . . Österreich . . . . . . . . . . . I 6 . Graf . . . . . . . . . . . . . . Schweiz . . . . . . . . . . . . I 7 . Jelen . . . . . . . . . . . . . . Schweiz . . . . . . . . . . . . I 8 . Tscholl . . . . . . . . . . . . . Osterreich . . . . . . . . . . . 19. Faude . . . . . . . . . . . . . Österreich . . . . . . . . . . . 20 . Dahinden . . . . . . . . . . . . Schweiz . . . . . . . . . . . . 21 . Steuri, Fritz . . . . . . . . . . . Schweiz . . . . . . . . . . . . 22 . Hauser . . . . . . . . . . . . . Schweiz . . . . . . . . . . . . 23 . Cleaver . . . . . . . . . . . . . England . . . . . . . . . . . . 24 Vetter . . . . . . . . . . . . . Deutschland . . . . . . . . . . 25 . von Allmen, Fritz . . . . . . . . Schweiz . . . . . . . . . . . . 26 . Lunn, Peter . . . . . . . . . . . England . . . . . . . . . . . .

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Schweiz. Skirennen in Adelboden : Grosslolmer Tschi~igellochtighorri

Scliwandfeldspiiz

Steghorn

ABFAHRTSRENNEN. Teilnehmer. Min . Seh . I . Miss Sale Barker . . . . . . . . . England . . . . . . . . . . . . 1.54 2 . Fr1. Zingg . . . . . . . . . . . Schweiz . . . . . . . . . . . . 2.23.8 3 . Miss Carroll . . . . . . . . . . England . . . . . . . . . . . . 2.25.4 4 . Fr1. Streiff . . . . . . . . . . . Schweiz . . . . . . . . . . . . 2.33.8 5. Miss Crewdson . . . . . . . . . England . . . . . . . . . . . . 2.34.6 6 Fr1. Lettner . . . . . . . . . . . ร–sterreich . . . . . . . . . . . 2.39 7 . M1Ie Maillart . . . . . . . . . . Schweiz . . . . . . . . . . . . 2.48.4 8. Mrs . Boughton-Leigh . . . . . . England . . . . . . . . . . . . 2.53.4 g. Miss Leverson . . . . . . . . . England . . . . . . . . . . . . 3 . I I 10. Mrs . Butler . . . . . . . . . . . England . . . . . . . . . . . . 3.14.6 3. HERREN - SLALOM . 35 Teilnehmer . Erster Gang Sekunden Zweiter Gang Sekunden I . Bracken . . . . . . . . . . 62.00 I . Furrer . . . . . . . . . . 59.3 2 . Steuri, F r . I1 . . . . . . . 64.8 2 . Bracken . . . . . . . . . . 61.7 3. Matt . . . . . . . . . . . 67.6 3 . Lackner . . . . . . . . . 64.7 4 . Cleaver . . . . . . . . . . 67.8 4 Graf . . . . . . . . . . . 65 . I 5. Furrer . . . . . . . . . . 68.00 5. Zogg . . . . . . . . . . . 66.00 6 . Jelen . . . . . . . . . . . 66.4 6. von Allmen, Fritz . . . . . 69.5 7 . Feger . . . . . . . . . . 66.6 7a . Fceger . . . . . . . . . . 69.6 7b . Steuri, Willy . . . . . . . 69.6 8a. Praxmayer . . . . . . . . 66.7 6 8b. von Allmen, Fritz . . . . . 66.7 g . Zogg . . . . . . . . . . . 63.8 10. Lackner . . . . . . . . . 70.4 10. Lunn, Peter . . . . . . . . 67.5 11. Hauser . . . . . . . . . . 70.5 11.Matt. . . . . . . . . . . 61.7+ 6 12a. Lunn, Peter . . . . . . . 66.3 f 6 12 . Reuge . . . . . . . . . . 69.8 12b. von Allmen, Ernst . . . . . 72.3 13. Dahinden (disqualifiz.) . . . 70 . I 14. Jelen . . . . . . . . . . . 73.4 14. Steuri, F r . I1 . . . . . . . 64.2 6 6 I 5. Steuri, Willy . . . . . . . 64.7 6 15. Faude . . . . . . . . . . 68.4 I 6. Maitland . . . . . . . . . 74.8 16. Prinz Schรถnburg . . . . . . 65.5 6 17. Abegglen . . . . . . . . . 75.3 17. Prager . . . . . . . . . . 71.7 18. Graf . . . . . . . . . . . 76 . I 18. Schind1 . . . . . . . . . . 71.8 19. Reuge . . . . . . . . . . 77.3 19. Tscholl . . . . . . . . . . 72.2 20 . Richardson . . . . . . . . 77.4 20 . Hudson . . . . . . . . . . 6 .8I + 6 2

. DAMEN

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I9

.

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+

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+ + +


Die Langlaufstrecke Gilbach Gletscherhorn

Wildstrubel

Photo : E

. Gyqev

Wildhorn

4 . KOMBINIERTE RESULTATE HERREN

.

Min . Sek Punkte . Rang Min . Sek . Punkte . 2.03.7 IOO gb . Lunn, Peter . . . . . 2.19.8 88.45 . . . . . 2.07.3 97.16 I I . Steuri, Willy . . . . . 2.20.3 88 . 16 91 .62 . . . . . 2 .I 5 12. G r a f . . . . . . . . 2 . 2 1 . 2 87.60 . . . . . 2.15. I 91.56 13. Hauser . . . . . . . 2.26.5 84.41 . . . . . 2.15.3 91.41 1 4 . R e u g e . . . . . . . . 2.27.1 84.09 . . . . . 2.15.8 91.07 15. Faude . . . . . . . . 2.28.7 83.16 . . . . . 2.16.2 90.82 16. Schind1 . . . . . . . 2.29.5 82.71 Fr . . . . 2.16.2 90.82 17. Maitland . . . . . . . 2.32.5 81.12 . . . . . 2.19.8 88.45 80.91 18. Praxmayer . . . . . . 2.32.9 5. DAMEN - SLALOM. Erster Gang Sek . Zweiter Gang Sek . I . Miss Sale-Barker . . . . . . 77.00 I . Miss Sale-Barker . . . . . . 79.2 2 Miss Carroll . . . . . . . . 77.6 2 . Fr1. Lettner . . . . . . . . 91.4 3 . Frl . Lettner . . . . . . . . 82.2 3 . Fr1. Streiff . . . . . . . . . 91.5 4. Fr1. Streiff . . . . . . . . . 88.7 4 . Mrs . Butler . . . . . . . . 92.8 5. M1le Maillart . . . . . . . . 87 . I f 6 5 . Miss Crewdson . . . . . . . 93.7 6. Mrs Butler . . . . . . . . 94.5 6 . Mrs Boughton-Leigh . . . . 95.1 6 6. KOMBINIERTE RESULTATE DAMEN. Rang Min . Sek . Punkte . Rang Min . Sek . Punkte I . Miss Sale-Barker . . . . 2.36.2 IOO 4 . Mrs . Butler . . . . . . 3.07.3 83.71 2 Fr1. Lettner . . . . . . 2.53.6 89.99 5. Miss Crewdson . . . . 3.17.6 79.05 3 . Fr1. Streiff . . . . . . 3 . oo. 2 86.68 6 . M1le Maillart . . . . . 3.30.3 77.29 7 . ARLBERG-KANDAHAR-KOMBINIERTE RESULTATE . a ) HERREN : Punkte Punkte I . Furrer . . . . . . . . . . . . 98.58 8. Feger . . . . . . . . . . . . 88.7 2 . Matt . . . . . . . . . . . . . 94.56 g . Prager . . . . . . . . . . . . 88.61 3 . Bracken . . . . . . . . . . . 92.87 10. Schind1 . . . . . . . . . . . 86.68 I I . Jelen . . . . . . . . . . . . . 4 . Zogg . . . . . . . . . . . . 91.22 85.13 5 . Lackner . . . . . . . . . . . 89.8 12 . Graf . . . . . . . . . . . . 84.72 6. Steuri, Willy . . . . . . . . . 89.74 13. von Allmen . . . . . . . . . 83 . 22 7 . Steuri. Fritz I1 . . . . . . . . 89.71 14. Faude . . . . . . . . . . . . 81.97 Rang I . Bracken . . 2 . Furrer . . . 3 . Steuri, F r . I1 4 Lackner . . 5 . Matt . . . 6.Zogg . . . 7a . Fceger . . 7b von Allmen, ga . Jelen . . .

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+


SCHWEIZERISCHES SKIRENNEN IN ADELBODEN

Miss Sale-Barker

K. Schlumpf

Vorfahren gestattet !

David Zogg

Praxmayer. . . . Lunn, Peter . . Hauser . . . . Prinz Schรถnburg 19. Cleaver . . . . zo. Vetter. . . . . 15. 16. 17. 18.

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Miss Sale-Barker . . . . . . . Frl. Lettner . . . . . . . . . 3. Frl. Streiff . . . . . . . . . . I. 2.

Punkte 81.93 81.42 81.39 79.97 79. I 4 78.07

Tscholl . . . . . . . . . . . Reuge . . . . . . . . . . . . 23. Maitland. . . . . . . . . . . 24. Abegg!en . . . . . . . . . . 25. Lewis . . . . . . . . . . . . 21. 22.

Punkte 76.64 76.62 75.35 74.79 74.46

b) DAMEN : Punkte Punkte IOO 4. Miss Crewdson . . . . . . . . 76.39 80.84 5. Frl. Zingg . . . . . . . . . . 73.32 80.4 6. Mrs. Butler . . . . . . . . . 71.15


RCHER HOCHSCHULBECHER1931 W%* fd% Nacl-i dem Massei-iandrai-ig des letzten Jahres ei~tscl-ilossensich die rül-irigen Organisatoren, die Zürcher Hocl-iscl-iulmeisterscl-iaft dieses Jahr wieder in den Flumserbergen durchzuführen. Trotzdem die Ferien schon begonnen l-iattei-i, erschienen 37 Studenten und 3 Studentinnen. Unter der Leitung Campells und der Arbeit einiger Freunde wurde eine schöne Sprunganlage gebaut. Das sensationslüsterne Publikum war zahlreich anwesend und die Springer erschienen mit der sprichwörtlichen akademischen Pünktlichkeit, dass zur festgesetzten Stunde mit der Konkurrenz begonnen werden konnte. Eine erregte Diskussion entspann sich bei der Festsetzung der Metermarken. Die Meinungen gingen bis zu I o Metern auseinander. Der Vorschlag, alle 50 Meter eine Fahne zu stecken, scl-iien trotz der Qualität der Springer etwas Übertrieben. Storehopper I<iellai-id sprang in vorbildlicher Haltung zwei Mal so weit, dass er im weichen Scl-ii-iee des Uberganges steckenblieb und stürzte und sich dainit die Siegesaussichten versiebte. Erst im dritten Sprung fand er zur Begeisterung der Zuschauer ein hartes Plätzchen in der Ebene und stand in blendendem Stil den weitesten Sprung des Tages. Gugler gewann init drei schönen weiten Sprüngen vor Binder und Campe11 die Konkurrenz. In der B-Klasse gefiel besonders Suhner. Müller verletzte sich leicht nacl-i dem zweiten Sprung, konnte sich trotzdem als zweiter plazieren, da jeweils nur die zwei besten Sprünge zählten. A m nächsten Morgen fand bei knietiefem Neuschnee und schwerem Schneetreiben das Abfahrtsrennen vom Prodkamm statt. Bei besseren Witterungsverhältnissen wäre es eine ideale Rennstrecke gewesen, so aber war sie hauptsäcl-ilich für die Damen und für die B-Klasse zu schwer. Keiner fäl-irt das Rennen, ohne ein paar mächtige Badewannen in die Piste zu legen. Die schönen Schneefelder glichen einem Schlachtfeld. Uberall sah man emsig arbeitende Gestalten, welche sich sichtlich bemülriteri, aus tiefen Schneelöchern ans Tageslicht zu gelangen. Einmal krachte es im Gehölz : Es war Susmann, der kühne Draufgänger, der in hohem Bogen über eine unerwartet auftauchende Felswand in die Tiefe sauste, um in unergründlichen Schneemassen zu verschwinden. In diesem Rennen war überlegtes Fahren conditio sine qua non. I n der B-Klasse dominierten Pedotti und Halban. Fräulein Thoman, die erste der Damen, fuhr für die schweren Verhältnisse ausgezeichnet. Am Schlusse cles Rennens begaben sich die Konkurrenten ins Kurhaus Gamperdon, wo


Schweizerisches Skirennen Walter Prager

Berthet

der in sämtlichen Taschen und Kleiderritzen angesammelte Schnee auftaute und wir uns alle in eine mehr feuchte als fröhliche Stimmung versetzten. Gleich nach dem Mittagessen steckte Campell unter dem Kurhaus Tannenboden einen kurzen, in Anbetracht des nassen Schnees etwas zu leichten Slalom ab. Er wurde dann auch von den meisten Fahrern der Aund B-Klasse in recht guter Manier absolviert. Kielland entpuppte sich plötzlich als Slalomkanone, indem er sich vor dem mit Berechnung auf die Hochschulmeisterschaft aiif Sicherheit fahrenden Campell mit grossem Vorsprung placierte. Lindlar kam infolge eines Zuschlages etwas nach hinten. Naumann, der schon am Morgen mit einer giiten Zeit das Abfahrtsrennen beendigte, belegte in schönem Stil, knapp vor Siismann, welchcr auch überraschend gut fuhr, den dritten Platz. Bei den Fahrern der B-Iclasse fuhr Halban erstklassig : er fuhr die zweitbeste Tageszeit. Zürcher Hochschulmeister wurde zum zweiten Mal Campell vor Kielland und Lindlar, was umso bemerkenswerter ist, als Campell fast ohne Training ins Rennen ging. Auch dieses Jahr gewann die « Uni den Universitätsmatch. Dieses Mal überlegener als letztes Jahr. RESULTATE : Klasse A I . Kielland, E T H . . . . . . . . . . . . . . . 2. Carnpell, Uni . . . . . . . . . . . . . . . . 3 . Naumann, ETH. . . . . . . . . . . . . . 4 . Susmann, Uni . . . . . . . . . . . . . . . 5 . Lindlar, Uni . . . . . . . . . . . . . . . . 6. Binder, Uni. . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 . Sprenger, ETH. . . . . . . . . . . . . . 8 . Baselgia, ETFI.. . . . . . . . . . . . . . 9 . Gugler, ETH. . . . . . . . . . . . . . . . 10. Walker, Uni . . . . . . . . . . . . . . . . . 11. Huber, Uni . . . . . . . . . . . . . . . . .

I . SLALOM Sek. Klasse B I . Halban, Uni ................ 53 .=I, 61 . 4 ! , 2 . Suhner, ETH. . . . . . . . . . . . . . . 64.'/5 3 . Hirtz, Uni . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64. 4 / 5 4 . Bauer, ETH. . . . . . . . . . . . . . . . 67. ' i 5 5. Eberhard, ETH. . . . . . . . . . . . . . 70 .6a. AxeIrod, ETH. . . . . . . . . . . . . . . 74.4/5 6b. Buchli, Uni . . . . . . . . . . . . . . . . . 78. '1, 8 . Pedotti, Uni . . . . . . . . . . . . . . . . . 80.~1, 9. Pedolini, ETH. . . . . . . . . . . . . . . 85. 4 i 5 10. Arnt, Ch., Uni . . . . . . . . . . . . . . . 98. '/E,

Sek. 60.11, 67.&!, 69.76.4/, 83.21, 84. =I, 84.'/5 85. 85. 3/5

91 .-


Auszug aer Ccnneehasen z u m CchanzenDau

l'noto

or. J

Frltsthi


Adelboden

Photo : ITlopfenslei?~

Rob . Wampfler

Adolf Rubi

2 . ABFAHRTSRENNEN Klasse A Sek. Klasse B I . Pedotti. Uni . . . . . . . . . . . . . . . . . . I . Campell. Uni . . . . . . . . . . . . . . . . . 6.48 2 . Lindlar. Uni . . . . . . . . . . . . . . . . . 7.04 2 . Halban. Uni . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 . Hotz. Uni . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 . Naumann. E T H. . . . . . . . . . . . . . . 7.47 4 . Suhner. ETH . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 . Kielland. ETH . . . . . . . . . . . . . . . . 8 . I9 5 . Gugler. ETH . . . . . . . . . . . . . . . . . 8.47 5 . Hirtz. Uni . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 . Walker. Uni . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9.22 6 . Buchli. Uni . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 . Huber. Uni . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9.41 7 . Pedolin. E T H . . . . . . . . . . . . . . . . . 8 . Baselgia. ETH. (Alte Herren) ... I I .38 8 . Gretener. ETH . . . . . . . . . . . . . . . g . Bauer. E T H . . . . . . . . . . . . . . . . . . g . Thommen. E T H . . . . . . . . . . . . . . I I .39 10. Sprenger.ETH . . . . . . . . . . . . . . . 12.17 10. Hahnloser. Uni . . . . . . . . . . . . . . . . 11 Binder. Uni . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12.42 I I . Frey. E T H . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12 Axelrod. E T H . . . . . . . . . . . . . . . . 13 . Meier. E.. Uni . . . . . . . . . . . . . . . . 14. Eberhard. ETH . . . . . . . . . . . . . . . 15 . Kaufmann. Uni . . . . . . . . . . . . . . 16 . Arndt. P.. Uni . . . . . . . . . . . . . . . . 17 . Arndt. A . F.. Uni . . . . . . . . . . . . . 18 . Arndt. Ch.. Uni . . . . . . . . . . . . . . 19 . Gmür. E T H . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20 . Meyer. K.. Uni . . . . . . . . . . . . . . .

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Studentinnen I Thommen. Uni . . . . . . . . . . . . . . . 16.17 2 . Arndt. E.. Uni ................. 21.34

.

Sek. 8.19 9.00 9.19 9.35 9.41 9.50 10.04 11.04 11.43 11.48 11.58 11.59 12.47 13.25 13.29 13.37 14.28 14.51 15.17 17.49

Hors concours Widmer. E.. S. C. Spitzmeilen

3. SPRUNGLAUF Klasse A . Note Klasse B. Note I . Gugler. E T H. . . . . . . . . . 206 I . Suhner. E T H . . . . . . . . . . 170 2 . Binder. Uni . . . . . . . . . 190 2 . Müller. ETH . . . . . . . . . . 153 . . . . . . . . . 145 3 . Campell. Uni . . . . . . . . . 178 3. Pedotti. Uni . . . . . . . . . 135 4. Hotz. Uni 4. Lindlar. Uni . . . . . . . . . I 67 5. Sprenger. ETH . . . . . . . . . . 165 5 . Frey. ETH . 6 . Huber. Uni . . . . . . . . . 162 . . . . . . . . . 158 7. Susmann. Uni Schönster. und längster Sprung des Tages : 8. Kielland. ETH . . . . . . . . . . 148 g . Thommen. E T H . . . . . . . . . 126 Kielland. J.. ETH . zzm. Note : 118.


Cesare Chiogna. St. Moritz Sieger im Spezialsprunglauf in Adelboden

4. KOMBINATION: Sprung. Abfahrt und Slalom. Klasse A . I . Campell. 2 . Kielland. 3. Lindlar. 4. Gugler. 5. Binder. 6 . Sprenger. 7. Huber.

Uni . ETH . Uni . ETH. Uni . E T H. Uni .

Klasse B . I . Suhner. 2 Pedotti.

ETH . . . . . . . . . . . . . . . . Uni . . . . . . . . . . . . . . . .

.

Die drei besten Uni : Campe11 . . Lindlar . . . Binder . . .

. . . . . . . . . . . . . . .

. . . . . . . . . . . . . . .

. . . . . . . . . . . . . . .

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

. . . . . . . . . . . . . . .

. . . . . . . . . . . . . . .

Abfahrt

Slalom

240 I97 223 185 129 I33 168

207 204 191 I 60 183 170 130

170 I97

190 I39

Sprung

170 I45

Total

530 481

Kombinierten jeder Hochschule : ETH . : Kielland . . . . . . . . . 585 Gugler . . . . . . . . . . 551 . . . . . . . . . 520 Suhner . . . . . . . . . . 530

. . . . . . . . . 625 . . . . . . . . . 581

ZURCHER HOCHSCHULMEISTER I 93I :

U . CAMPELL. Uni


Wenn dieser Band des ((Schneehasen))erscheint, dann ist es schon fast ein Jahr her, dass in Bern Thorleif Björnstad starb, in den besten Jahren von tückischer Krankheit gemeuchelt. Er war nicht Mitglied unseres Klubs. Trotzdem soll ihm hier in aller Bescheidenheit - bescheiden, wie es seine Art war - ein kleines Denkmal der Erinnerung gesetzt werden. Denn Thorleif Björnstad war unser Freund - wie er der Freund aller Skiläufer war ; und er war ein Mann, dem nicht nur wir, sondern der ganze scliweizerisclie Skisport viel Dank scliuldig sind. « Tliorleif)) war sein Taufname. (( Björn)) - den Bären - nannten ihn seine ihm nahestehenden Freunde. Derartige Freundschaftsnamen sind immer letzten Endes bezeichnend und charakteristisch. « Björn)) war ein gut gewählter Name. Mit dem Worte « B ä r » verbinden wir das Gefühl des starken, zuverlässigen, liebenswürdigen, ein wenig weltfremden und nordischen. Das waren die Hauptmerkmale des Verstorbenen. Nordiscli in jeder Beziehung - im allerbesten und auch im leicht tadelnden - war dieser Mann. Nie hat er seine nordische Heimat verleugnen können. Wohl fand er in der Scliweiz eine zweite Wahlheimat, wohl betrieb er in Bern ein Geschäft, wohl führte er ein mustergültig glückliches Familienleben mit einer deutschen Frau und wohlgeratenen Kindern, wohl fand er in Bern Dank und Anerkennung für alles, was er für den schweizerisclien Skisport getan, wohl hatte er weit über den Bannkreis der Stadt hinaus zahlreiche liebe Freunde - und doch hat er immer gelitten an der Sehnsucht nach seiner nordischen Heimat. Immer war es sein Traum, einst im Alter in das Land seiner Jugend sich zurückzuziehen und dort an einem stillen Fjord einen ruhigen Abscliluss seines arbeitsreiclien Lebens zu geniessen. Mit Absicht ist das Wort « geniessen)) gewählt. Denn Björnstad war wie alle echten Nordländer ein Mann, der nicht nur arbeiten, helfen, raten und schaffen konnte - er konnte auch das Leben von der lebenswerten und beschaulichen Seite sehen, er konnte geniessen. Er war liebenswert auch in dieser Eigenschaft, die in der heutigen Zeit leider immer seltener wird . . . Thorleif Björnstad entstammte einer alten norwegischen Kaufmannsfamilie. Er wurde erzogen in der strengen Tradition eines bürgerlichen und gottesfürchtigen Hauses. In Kristiania (dem heutigen Oslo) geboren, waren seine selbstverständlichen Sporte Segeln und Skilaufen. Segeln ist die stille Liebe seiner Mannesjahre geblieben - Skilaufe11 hat ihn bekannt, ja berühmt gemacht. Schon mit 18 Jahren waren ihm schöne Erfolge an der klassischen Stätte des Skilaufs, an der Holmenkollen-Schanze, beschieden.


Thorleif Björnstad

T

Der Wendepunkt seines Lebensschicksals fällt in den Winter 1905/06. Zusammen mit dem vielleicht besten Skiläufer, den die Welt bisher gesehen hat, mit Leif Berg, kam er nach Mitteleuropa. In Glarus zeigten die beiden Freunde zum ersten Mal einer grossen, ebenso begeisterten wie verblüfften Versammlung, was Skilauf eigentlich ist. In Glarus - betreut von Major Iselin -, und später an vielen anderen Orten, haben Björnstad und Berg dann als Lehrer und Kursleiter gewirkt. Beifall und Bewunderung waren nicht karg. Im Gegensatz zu so manchen anderen hat Björnstad sich nie durch den Beifall der Menge betören lassen. Er hat immer gewusst, dass es im Leben andere und höhere Werte gibt als die sportlichen. Nachdem er in Bern sesshaft geworden, konnte es nicht ausbleiben, das viel Ansprüche an seine Erfahrung und sein Urteil gestellt wurden. Immer war er bereit, diesen Ansprüchen nachzukommen, immer war er hilfsbereit, dienstfertig, ein liebenswürdiger und bescheidener Berater und ein kundiger Fachmann. Es war nur eine kleine Anerkennung seines selbstlosen Wirkens, dass ihn der Ski-Club Bern zum Ehrenmitglied machte. Es ist nur ein kleiner Teil des Dankes, den auch der SAS ihm mittelbar und unmittelbar schuldet, wenn wir dieses (( guten» Menschen und hervorragenden Sportsmannes in unserem Jahrbuch gedenken. H.


6.DR. KARLROESEN, GARMISCH-PA~~~?NKIRCHEN Man brauchte sich am Ende des Skijahres 1930 im SAS nach Ehrenmitgliedern niclit weit umzusehen, war doch Dr. Karl Roesen, selbst aktiver Skifahrer und Skiläufer, der grosse Förderer des internationalen und deutsclien Abfalirts- und Slalomlaufes. Wir hatten anlässlich der ersten internationalen Universitäts-skiwettkämpfe im Januar 1926 in St. Moritz Gelegenheit, Dr. Roesen als Führer der deutscl~enDelegation kennen zu lernen. Damals gingen die Ansichten über Stockreiten und Slalomlauf zwischen den SAS-lern und den deutschen I<ommilitonen noch etwas auseinander und hier hat niclit zuletzt der Takt und die Persönliclikeit unseres neuesten Ehrenmitgliedes einen Grundstein zur Verständigung und späteren Förderung der Idee gelegt. Seit jenem Winter sahen wir uns jährlich und D r . Roesen galt gewissermassen als unser Apostel in Deutschland, da er durch persönliche Bemühungen stets besorgt war, dass deutsche Studenten an unsere Wettkämpfe delegiert wurden und zudem ebnete er zu Hause durcli Wort, Schrift und Tat den neuen Disziplinen den Boden. D r . Roesen war eifriger aktiver Lang-, Sprungläufer und Skitourist schon vor dem Kriege. Seine ersten Talente zum Abfahrer erprobte er 1914, wo er anlässlich der deutschen Meisterschaft in dem nebenher veranstalteten Abfahrtsrennen hinter Simonsen und Capaul Dritter wurde. Nach dem Kriege ging Roesen als Sieger aus der dreifachen Kombination Sprunglauf, Abfahrt und Langlauf des Skigaus München hervor. Ein komplizierter Beinbruch durch einen schweren Sturz an der Grosschanze hinderte Roesen weiterhin als aktiver Springer mitzutun. Allerdings hat er bis zum heutigen Tag auch bei grossen internationalen Abfalirtsläufen mit grossem Erfolg mitkonkurriert (Arlberg-Kandahar, Universitäts-Skiwettkänipfe des SAS etc.). 1926-1928 war er als Vorsitzender im Bayerischen Skiverband des Skigau München tätig. 1928 veranstaltete er mit Woerner zusammen, angeregt durch den SAS, den ersten offiziellen Slalom im Deutschen Skiverband auf der Bodenschneid und im gleichen Jalir delegierte ihn der Deutsche Skiverbaiid an den Internationalen Skikongress nach St. Moritz (Olympiade). Wir dürfen es uns daher als eine Ehre anrechnen, dass unsere Wahl eines Ehrenmitgliedes als Förderer des deutschen Abfahrts- und Slalomlaufes, im November 1930 auf Dr. Karl Roesen fiel. I m September 193I verehelichte sich Herr Dr. Roesen mit Genehmigung des Präsidenten des SAS mit Frl. Ilse Günther. Wir gratulieren herzlich !


Die Schriftleitung des Schneehasen sieht dieses Jahr davon ab, das Schweizerische Skirennen in Adelboden besprechen zu lassen. Die Vorfälle in Adelboden sind durch die Presse zur Genüge bekannt gemacht worden, sodass wir die Vorkommnisse nicht zu wiederholen brauchen. Wir erinnern kurz : Nach Nennungsschluss hat die Organisation noch Nachmeldungen entgegen genommen, ein Skiläufer österreichischer Nationalität war vom Deutschen Skiverband gemeldet worden (hier hat natürlich in erster Linie der Deutsche Skiverband gefehlt). Zwei Stillloten des kombinierten Sprunglaufes wurden nach Beendigung des Wettkampfes abgeändert, n a C h d e m bereits ausgerechnet worden war, welche Läufer für die Meisterschaft in F r a g e k o m m e n . Diese Änderung hat, wie ein Rundschreiben der FIS wörtlich sagt, auf das Ergebnis des kombinierten Laufes und auf die Ernenriuilg des schweizerischen Skimeisters für das Jahr 1931 Einfluss gehabt)).Im weitern führt dieses Rundschreiben der FIS aus: 11 Beim Sprunglauf wurde dem Bewerber, der als erster gestartet war, erlaubt, seineii ersten Sprung zu \viederholen, weil dieser Sprung vollständig missglückt war, was wahrscheinlich durch den Umstand bedingt \\.erden ist, dass sich der obere Teil der Schanze nicht genügend in Ordnung befand 1). Wie aus der Presse hervorging, war im weiteren die Organisation eine mangelhafte ; die Dokumente vom Langlauf sind in einem Heuschober liegen geblieben. Ein Beschluss der ausserordentlichen Delegiertenversammlung des SSV vom 3 1 . Mai ging leider über alle Vorkommnisse und über die krassen Verstösse gegen die Wettlaufordnurig hinweg. Die Mehrheit weigerte sich (es gab Gott sei Dank auch eine respektable Minderheit) nach aussen zugeben zu wollen, dass grobe Fehler vorgekommen seien. Sie hat damit weder sich se!ber noch dem schweizerischen Skisport gedient. Die internationalen Fachkreise verurteilen auf der ganzen Linie die Vorkommnisse anlässlich der Schweizerischen Jubiläums-Skimeisterscliaft in Adelboden. Der Internationale Skiverband schreibt sogar im erwähnten Rundschreiben vom August 1931 an seine Mitglieder : Der Vorstand bedauert, dass Fehler gegen die Wettlaufregeln der FIS begangen worden sind bei einem Wettkampfe, zu welchem Ausländer eingeladen waren, da dies das Ansehen der internationalen Skiwettläufe geschädigt hat. » Es ist bedauerlich, dass schweizerisches Skiwesen zu einem solchen Verweis Anlass gibt, -- aber es ist noch bedauerlicher, dass unsere Delegierte~~versan~mlung über die Fehler einfach hinwegging. .*..

3:

Der SAS hielt seine Generalversammlung am 28. Mai in Bern ab. Präsent : Vorsitz Dr. B. Rüfenacht, Dr. A. Schoch, Binder, Bürgin, Luymes, Studer, Kielland, Meidinger, Heitz, Dr. Hug, von Tscharner, Michel, Büchi, Bonomo, Ubersax, 0. Gurtner, Reuge, Roch, Meisser, Kümmerly, Martin, Broquard. Die jährliche Generalversammlung wird in Zukunft auf Ende AprilIAnfang Mai einberufen. Die Technische Kommission wird abgeschafft. Dabei kann aber der Zentral-Vorstand Fachleute zur Ausarbeitung von Wettlaufordnungen usw., usiv. herbeiziehen. Die Schriftleitung begriisst diese Neuerung, denn sie ist viel elastischer als eine Technische Kommission. Die Unterscheidung von Hasen und Schneehasen wird in Zukunft dui-ch eine spezielle Koinmission vorgenommen, die auch ein diesbezügliches Reglement auszuarbeiten hat. Für die nächsten fünf Jahre wird dem SAS ein Trainingsheim in Mürren zur Verfügung gestellt. (Chalet Sölden.) In erster Linie schulden wir für diese generöse Offerte unserem Ehrenmitglied Arnold Lunn und dem Kurverein hfürren unseren Dank. Der Antrag Amstutz, eine IZlub-Zeitschrift ( e Der Hase ») für interne Mitteilungen zu schafren, wird angenommen. Die Hochschul-Meisterschaften von 1932 sollen in Wengen oder Arosa stattfinden. Die Generalversammlung beschloss, mit Auftrag an die Kommission Gurtner, Bürgin und Kümmerly, sich an der Hyspa zu beteiligen. Wir gratulieren den drei Herren zu dem cut gelungenen Slalom-Modell. Das Anglo-Swiss Rennen wird auf den 3. Januar 1932 angesetzt.

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Dr. Karl Roesen Die Technische Kommission ernannte als einzigen Hasen Gottlieb Michel in den Schneehasenstand. * + X

Das dritte Kilometerlanc6 auf Ski in St. Moritz ist auf Montag den 15. Februar anberaumt worden.

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Die Internationale Wettkampfordnung für Abfahrt und Slalom wird in diesem Herbst in neuer Redaktion erscheinen. Anlässlich der FIS-Rennen in Mürren tagte die vom Internationalen Ski-Verband bestellte Kommission bestehend aus den Herren : Präsident Oberst Holmquist, Graf Hamilton, Conte Bonacossa, Arnold Lunn und Walter Amstutz und übertrug dem letzteren die Umarbeitung des neuen Reglements. SX

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Emil Solleder, der uns in Band I , Seite 70 über „Die versetzte Bindung1' berichtete, erf iel Anfang August 1931 an der Meje. Wir wollen unserem Ski- und Bergfreund ein gutes Andenken bewahren. X

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Zum neuen Zentral-Präsidenten des Ski Club of Great Britain wurde als Nachfolger von Arnold Lunn wieder ein Schneehase gewählt : Alex. Keiller.

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Unserem Ehrenmitgliede Herrn Dr. Karl Roesen, Garmisch-Partenkirchen, gratulieren wir herzlich zur Vermählung mit Fräulein Ilse Günther. rx

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Die Schriftleitung des SAS bearbeitet mit Herrn Ing. Straumann eine Sonderpublikation über die Sprungschanzen-Anlagen der Schweiz. Die Verfasser planen nicht nur, die hauptsächlichsten Sprungschanzen der Schweiz mit genauen Plänen aufzuführen, sondern gleichzeitig eine einheitliche Normierung für Sprungschanzenpläne aufzustellen. Die Publikation wird vom British Ski Jumping Club auch ins englische übertragen werden. Jedes Mitglied des SAS erhält selbstverständlich die Publikation gratis zugestellt. X

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Ein genaues Mitgliederverzeichnis des SAS erscheint im „Hasenu, das beim Zentralsekretariat gratis erhältlich ist. X

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ZENTRALVORSTAND DES SAS : Zentral-Präsident : Dr. B. Rüfenacht, Waisenhausplatz 21. Bern, Telephon Bw. 34.44, Privat: Kalcheggweg 20, Bern, Telephon Chr. 31.43 ; Vize-Präsident : Hermann Rüfenacht ; Zentralsekretär und Kassier : Werner Grob, Kurverein Grindelwald ; Beisitzer: P. D. Dr. A. Schoch und Walter Kümmerly, Bern.

Alle Beiträge dieses Jahrbuches sind Eigentum des SAS. Ohne Genehmigung und Quellennachweis dürfen keine Artikel nachgedruckt werden.

Alle Korrespondenzen bezüglich des Jahrbuches 1931 sind bis spätestens Dr. Walter Amstutz, Am Laretweg, Tel. 149, St. Moritz, zu richten.

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