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Siebenbürgische Vereinsnachrichten der Kreisgruppe Köln

Vereinsblatt

Ausgabe 22

Mit Buffet & Getränken, Musik und ... ... brasilianischer Stimmung!

Einladung auf Seite 4

Januar 2013


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Richard-Waldemar Mildt zu seinem 90. Geburtstag In ihrem Glückwunschschreiben bittet die Pfarrerin der Christuskirche in Köln mit einem respektvollen, ja demütigen ‚Herr Mildt, bitte verraten Sie uns das Geheimnis Ihres Alters gepaart mit so viel Vitalität und Lebenskraft‘ den Jubilar um Auskunft. Der wahre Text steht auch hier nur zwischen den Zeilen der Gratulation: Man fragt Richard Mildt nach dem Geheimnis des Alters, weil man so schwer in Worte fassen kann, was man tatsächlich fragen möchte. Nämlich, wie – in Gottes Namen! – bleibt man neun Jahrzehnte lang als Mensch integer, so wertevoll, so lebensbejahend, geradlinig und doch mild, so schaffensfreudig und produktiv; mit all der Last der vielen historischen und persönlichen Umbrüche auf den Schultern, ja im Nacken. Es scheint, als wäre Richard Mildt ein Mensch, der Jahre und Lebensalter ad absurdum führt. Jede Begegnung, jedes Gespräch mit ihm ist für diejenigen unter uns, die ihn persönlich kennen, ein wertvoller Moment. Bitte, stellen Sie sich Richard Mildt als jemanden vor, der mit seinem inspirierend wachen Verstand, mit Geist und Humor, aber vor allem mit seiner Ausstrahlung als Menschenfreund und Mentor in jedem Gesprächspartner Respekt und Anerkennung hervorruft. Wer wagte sich an die Chronologie eines erfüllten Lebens heran, das in 90 Jahren sowohl Krieg und Frieden, sowohl Entwurzelung und Heimaten (!), sowohl nackte Entbehrung im Schützengraben und beruhigenden Wohlstand in sicherer Umgebung gesehen hat? Doch es gibt rote Fäden im Leben des Richard Mildt, die sich leitmotivisch durch die Jahrzehnte ziehen und als Annäherung dienlich sind. Wer, wie Richard Mildt, am 6. Januar 1923 in Scholten geboren wurde, ahnte nicht, dass ihn beim Übergang vom Kind zum Manne die

Wucht der - aus historischer Sicht - ‚frühen Geburt‘ treffen würde: der Krieg. Wie für viele andere Zeitzeugen, so sind auch für Richard Mildt die Erlebnisse jener Zeit bis heute so nah, so greifbar, als hätte ihn die russische Kugel erst gestern getroffen. Mit einer Eindringlichkeit, die das Erlebte in reflektierte, und darum umso grausamere Bilder zu gießen vermag, kann Richard Mildt „seinen“ Krieg taggenau erzählen. Dieser Krieg hat tiefe Spuren hinterlassen und das Erlebte ist über die Jahre hinweg immer ein Erfahrungssubstrat geblieben, aus dem heraus Richard Mildt seine Entscheidungen getroffen hat. Wer in größter Not in russischer Gefangenschaft im Kaukasus Menschen begegnet, die gut, hilfsbereit und – ja, menschlich sind, der wird ein Leben lang keine menschenfeindliche Haltung mehr annehmen können.

Hanna Jung-Boldan gratuliert Richard Mildt

Mit einer für den Zuhörer wohltuenden Abgeklärtheit blickt er heute zurück: „Wie hätte ich noch durchs Dorf gehen sollen? Peinlich wäre mir das gewesen. Wenn alle einrücken, rücke ich auch ein.“ Doch weil die Partei ihn lieber als Jugendgruppenführer in der siebenbürgischen Heimat sehen wollte, rückte Richard Mildt erst 1944 ein. Nach einer kurzen Ausbildung in Ostpreußen ging es an die Front in die Ardennen, danach an die Ostfront in Ungarn. Dort dann die russische Kugel; Lazarett, amerikanische, russische, rumänische Gefangenschaft. Stationen eines Lebens in Kriegszeiten, die weder chrono-


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logisch noch summarisch betrachtet auch nur annähernd veranschaulichen können, welch existentielle Ängste und Nöte sie in einem jungen Mann hervorgerufen haben müssen. Richard Mildt hat der Krieg nicht verbittert. Demütiger und lebensweiser vor der Allmacht der Obrigkeit, aber in seiner Haltung und dem Willen zum gesellschaftlichen Engagement gestärkt, ist für ihn 1949, nach dem rumänischen Gefängnis, dann endlich auch der Krieg zu Ende (...) Wenn Richard Mildt als pensionierter Lehrer heute über seine ehemaligen Schüler spricht, bekommt man eine leise Ahnung davon, mit welcher Hingabe er seinen Beruf ausgeübt haben muss; in Gergeschdorf, in Blutroth, in Karlsburg, in Urwegen. Und wie viele zusätzliche Aufgaben rund um den Lehrerberuf er annahm! „Bis zu 11 Ämter hab ich zeitwese gehabt“, bekennt er. „Und ausgezeichnet haben sie mich - als oftmals einzigen Siebenbürger unter den rumänischen Kollegen.“ Als Lehrer stand er qua Amt im Mittelpunkt der dörflichen Gesellschaft. Und das hat ihm gefallen, denn so konnte er sich die Netzwerke schaffen, die er brauchte, um neben der Schule all das Voranzutreiben, was ihm am Herzen lag und wofür er sich berufen fühlte. Das Damoklesschwert der Obrigkeit kreiste stets über jenen Landsleuten, die sich durch ihre Aktivitäten, ob schulisch oder außerschulisch, mehr exponierten als andere. Auch über Richard Mildt kreiste es, ein paarmal sauste es herab – sei es in Form eines missgünstigen Parteisekretärs in Blutroth, sei es in Form der paranoiden Securitate, die ihn für ihre Dienste anzuwerben versuchte. Wenn man dem begnadeten Erzähler Richard Mildt zuhört, öffnet sich eine Tür in einen Raum, der Stoff für mehr als nur ein Leben bietet. Es ist eine glückliche Fügung, dass dem Jubilar nicht nur Kraft und Antrieb, sondern auch Herz und Verstand und eine flüssig schreibende Hand gegeben ist: die Liste seiner Publikationen und Vorträge ist ellenlang und

dokumentiert sein facettenreiches Schaffen sowohl in Siebenbürgen als auch in Köln. Richard Mildt hat Zeit seines Lebens immer wieder Neues auf die Beine gestellt - kulturell, sportlich, erzieherisch, publizistisch, wissenschaftlich. Es passt viel in 90 Jahre. 1989 mit der großen Ausreisewelle nach Köln geschwemmt, wandte Richard Mildt zusammen mit seiner geliebten Frau Gertrud sogleich den Schritt zum örtlichen Pfarrer, um ihm zu sagen, dass sie „jetzt da [seien], und was es denn zu tun“ gäbe. So kann man Heimat auch suchen, sie herausfordern und sie sich über eigenes Engagement letztendlich erschaffen. Und Siebenbürgen? Was ist damit? „Es war schön, aber ich trauere der Zeit nicht hinterher.“ Und weiter mit voller Überzeugung: „Ich habe hier in Köln eine Heimat gefunden.“ Aus dem Munde dieses zutiefst siebenbürgischsächsisch geprägten Mannes klingt das wie ein Ritterschlag für die oft anzweifelte Weltoffenheit der Siebenbürger Sachsen. Die siebenbürgischen Landsleute der Kreisgruppe Köln nahmen einen wie ihn mit offenen Armen auf – nicht zuletzt weil sie ihn als Vorsitzenden brauchen würden. Als Richard Mildt dann Jahre später den Platz an der Spitze für Jüngere freimachte, übernahm er die Leitung des Seniorenkreises der Kreisgruppe, den er bis auf den heutigen Tag noch leitet. Mit Anwesenheitsliste, fester Sitzordnung und einem Stundenplan ähnlich normierten Ablauf gestaltete Richard Mildt die monatlichen Treffen – man könnte es fast meinen – in Memoriam der siebenbürgischen Schulordnung. Hätte er die Seniorentreffs nicht auch mit einem Augenzwinkern begleitet, er hätte es wirklich ernst meinen können. Dem Lehrer [sic!], unserem Ehrenmitglied und Ehrenvorsitzenden der Kreisgruppe, dem zutiefst sympathischen Menschen Richard Mildt gratuliert im Namen der gesamten Kreisgruppe und deren Vorstand Roland Zillmann


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Datum: 10.02.2013, Beginn: 15:00 Uhr ... und Sie sind auch eingeladen! Freunde und Bekannten bitte gleich mitbringen. Wir feiern unter dem Motto:

Um Speisen für das Buffet wird gebeten. Getränke können käuflich erworben werden. Eintritt: 5,- EUR Anmeldung bei Fam. Hutter, Tel. 0221–711124 ------------------------------------------------------------  Vorankündigung:

Tagesfahrt zur Straußenfarm in Remagen am 4.05.2013 Programm und Ablauf in Remagen: 12:00 Uhr Mittagessen auf der Farm 13:30 Uhr Bimmelbahntour über die Farm 15:00 Uhr Kaffee und Kuchen Kosten ohne Kaffee und Kuchen ca. 33,- EUR Mindestteilnehmerzahl 20 Erwachsene Anmeldung bei Hanna Jung-Boldan, Tel. 0221–8302922


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Einladung

zur Mitgliederversammlung mit Neuwahlen des Vorstandes unserer Kreisgruppe am 17. März 2013 um 15 Uhr Vereinshaus Venloer Str. 1132

Alle Mitglieder der Kreisgruppe KĂśln sind stimmberechtigt. Bitte machen auch Sie von Ihrem Stimmrecht Gebrauch und nehmen Sie an der Mitgliederversammlung teil.


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 Termine  Termine  Termine  Termine  Termine 

Seniorenkreis: jeden 1. Mittwoch im Monat zwischen 15:00 und 18:00 Uhr im Vereinshaus Ansprechpartner: Richard W. Mildt, Tel: 0221/562492

Junge 50er: Jeden 1. Freitag im Monat um 17:00 Uhr im Vereinshaus Ansprechpartner: Anna Wädt, Tel: 02203/12237

Karnevalsfeier: 10.02.2013 15:00 Uhr Vereinshaus Anmeldungen: Familie Hutter, Tel: 0221/711124

Mitgliederversammlung mit Neuwahlen: 17.03.2013 15:00 Uhr im Vereinshaus

Tagesfahrt zur Straußenfarm Remagen: 04.05.2013, Anmeldungen und Informationen: Hanna Jung-Boldan, Tel: 0221/8302922

Sommerfest: 15.06.2013 11:00 Uhr Vereinshaus Anmeldungen: Hanna Jung-Boldan, Tel: 0221/8302922


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Herbstball 2012

Zum ersten Mal nach langer Zeit fand der traditionelle Kölner Herbstball zwar in neuer Umgebung, aber wieder in Köln statt. Durch den Wechsel in der Verwaltung des Hauses Steinbreche (Bergisch GladbachRefrath), wo seit Jahren unsere Bälle stattfanden, war die Möglichkeit nicht mehr gegeben, auch dieses Jahr den Saal zu mieten. Nach langem Suchen – es war gar nicht einfach, einen geeigneten Raum für unsere Veranstaltung zu finden – konnten wir unsere Gäste im Schützenheim in Porz-Ensen begrüßen.

Wie jedes Mal hatten die fleißigen Helfer den Saal schön geschmückt. In sächsischer blau-roter Dekoration erstrahlte er, als die Gäste eintrafen. Es kamen leider nicht so viele wie in den Jahren zuvor, jedoch waren diesmal viele Teilnehmer jüngeren Alters dabei. Bis in die frühen Morgenstunden wurde ausgelassen getanzt und gesungen. Sogar die Musikband Trio Melody, die zum Tanz aufspielte, ließ sich von der guten Laune anstecken und wollte gar nicht aufhören zu spielen. Für das leibliche Wohl haben wie immer unsere fleißigen Frauen (und Männer!) gesorgt. Bei Ciorbă de perişoare, Kartoffelsalat mit Würstchen, sächsischem Schmalzbrot und einem Glas kühlen Bier oder Wein ließ es sich gut erzählen und feiern. Natürlich gab es auch eine reiche Auswahl an selbstgebackenem Kuchen und wie jedes Jahr erfreuten sich viele Teilnehmer an den Gewinnen unserer Tombola. Ein Lob an die Organisatoren und Helfer, die dieses schöne Fest möglich gemacht haben. Andrea Boldan ---------------------------------------------------

IMPRESSUM Herausgeber: Vorstand der Kreisgruppe Köln Redaktion: Heidi Knop, Katharina Hutter, Roland Zillmann Druck: Eigendruck Auflage: 500 Redaktionsschluss für das nächste Ä´´bläck ist der 15.05.2013

Tänzchen hinter der Theke

Bei Fremdmanuskripten behält sich die Redaktion Kürzungen und stilistische Änderungen vor.


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Weihnachtsfeier 2012 Die Weihnachtsfeier der Kreisgruppe Köln fand am 2. Adventssonntag statt; das fünfte Mal in Folge in der Petruskirche in Köln-Merheim. Prof. Dr. Berthold Köber, Pfarrer der Petruskirche, gestaltete den Gottesdienst nach siebenbürgischer Art. Die Gemeinde Merheim war auch eingeladen und kam zahlreich, um zu erleben wie die Siebenbürger Weihnachtsgottesdienst feiern.

ten wir den Nikolaus mit dem Lied „Alle Jahre wieder“ hinaus. Wir danken unserem langjährigen Nikolaus ganz herzlich. Im Anschluss an den Gottesdienst begrüßte die Kreisvorsitzende Hanna JungBoldan die Anwesenden und lud alle zu Kaffee und Kuchen ins Gemeindehaus ein. Dort überbrachte sie Grüße und teilte Neuigkeiten mit. Als Dank überreichte Sie Herrn Steinfeld, dem Organisten der Gemeinde, die 60-Jahre-Festschrift der Landesgruppe NRW. Zusammen mit den Gemeindemitgliedern aus Merheim sangen wir dann bekannte Weihnachtslieder. Die Kleinen freuten sich auf ihre Geschenke vom Nikolaus und packten sie gleich aus.

Ein doch scheuer Blick zum Nikolaus ...

Pfarrer Köber sprach über den Unterschied zwischen Freude, wahrer Freude und Spaß, unserer Spaßgesellschaft. Spaß ist nur von kurzer Dauer und macht uns nicht lange glücklich, aber wahre Freude, die unser Herz erfüllt, kommt von Gott, aus unserem Glauben und bringt uns Glück und Hoffnung. Anschließend an den liturgischen Teil folgte die Bescherung der Kinder. Der Nikolaus wurde mit dem Lied „Ihr Kinderlein kommet“ empfangen. Nachdem die Kinder ihre Päckchen abgeholt hatten, ein Gedicht oder Lied vortrugen, geleite-

Als die Besucher sich verabschiedet und wir alles aufgeräumt hatten, wurden wir vom Ehepaar Köber mit Schmalzbrot, Braten, Zwiebeln und einem traditionellen Pali bewirtet. Alle griffen beherzt zu. Dann holte Frau Köber die Gitarre und wir sangen noch wietere Weihnachtslieder. An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei Herrn Pfarrer Köber und bei Frau Köber, sowie bei Herrn Steinfeld, dem Organisten, bedanken für Ihren Beitrag zu dieser schönen Weihnachtsfeier. Die Spende am Ende des Gottesdienstes ging nach Siebenbürgen, in unsere alte Heimat. Herzlichen Dank an die Helfer, die sehr viel Herzblut in Ihre Arbeit stecken und an die vielen Besucher, denn ohne sie würde es keine Weihnachtsfeier geben. Katharina Hutter


Karneval

@^|ÇwxÜáx|àx@ in Köln! So bunt geht es hier zu.

ElefantenMaske Törööh..........., ich bin der einzige Elefant auf der ganzen Welt mit einem gestreiften Rüssel. Möchtest du auch eine Elefantenmaske bauen? Dann zeige ich dir jetzt, wie leicht das geht!

Du brauchst: etwas weiße Pappe, 3 Pappteller, Bleistift, Buntstifte, Klebstoff, Schere, Tacker, Gummi und eine (mit Watte oder zerrissenen Zeitungspapier) ausgestopfte Socke. Wie verkleidest du dich? Male doch ein Bild von dir in deinem Kostüm in den Fotorahmen!

 

Zeichne beide Augen auf einen Pappteller und schneide die Gucklöcher vorsichtig aus. Befestige die beiden anderen Pappteller, das sind die Ohren, mit einem Tacker am Gesicht. Male Ohren und Gesicht bunt an. Von der Rückseite kannst du jetzt schon das Gummi an den überstehenden Rändern der Pappteller befestigen.

 

Schneide aus weißer Pappe die Stoßzähne aus und klebe sie in das Gesicht. Zwischen den Stoßzähnen musst du etwas Platz für den Rüssel lassen. Schneide die Rüsselöffnung sternförmig ein und stopfe das Sockenende hindurch.

 

Fertig ist der gestreifte Rüsselelefant! Übrigens sehen gepunktete oder geblümte Rüssel genauso witzig aus.


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