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IMPRESSUM | SportPresse Nummer 3 | JUNI/JULI 2008 HERAUSGEBER | Rocket Medien GmbH & Co. KG, München VERLAGSLEITUNG | Florian Schlecht CHEFREDAKTEUR | Roland Grill REDAKTIONSLEITUNG | Wolfgang Greiner (V.i.S.d.P.) REDAKTION | Astrid Schlüchter, Tanja Krauß, Sebastian Schulke, Matthias Beldzik LEKTORAT | Jutta Mlnarschik MITARBEITER DIESER AUSGABE | Christian Penning, Dirk Ostertag, Susan Malekpur Shirazi

FOTOGRAFEN | Roland Grill, Christian Penning, Andi Frank, Christian Stadler, Michael Maier, Samo Vidic, Astrid Schlüchter, Tanja Krauß, Martin Hülle, Rob Howard, Dan Hudson, John Muir Trust, Hersteller und laut Bildnachweis GRAFIK, LAYOUT UND ILLUSTRATIONEN | Suny Mayer REDAKTIONSANSCHRIFT | SportPresse c/o Rocket Medien GmbH & Co. KG, Richard-Strauss-Str. 75, D-81679 München, Tel. +49/(0)89/95 95 11-0, eMail: sportpresse@rocket-medien.de

PRODUKTION | Rocket Medien GmbH & Co.KG, München Druck | Grafica Editoriale Printing SRL, Bologna, ITA Anzeigenverkauf | Ralf Jirgens (Leitung), eMail: jirgens@rocket-medien.de Florian Schlecht, eMail: schlecht@rocket-medien.de Sandra Wilderer, eMail: wilderer@rocket-medien.de

waren wir wieder einmal in den Bergen. Der Tag war heiß, der Sommer hatte begonnen, und die Cabrios fuhren ohne Verdeck. Weit wollten wir nicht weg, nur nach Fleck, gleich hinter Lenggries. Zum Glück hatten wir unsere Wanderschuhe angezogen, denn nach eineinhalb Stunden war die Schneegrenze erreicht. „Sakradi“ dachten wir uns, bei 950 Meter liegt hier

Es gilt die Anzeigenpreisliste 01/2008, zu beziehen über die Anzeigenleitung (Redaktionsanschrift).

Das Kleingedruckte | SportPresse ist eine unabhängige, kostenfreie Zeitschrift und erscheint in den Sommermonaten bei Rocket Medien GmbH & Co. KG, München. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos übernimmt der Herausgeber keine Haftung. Sie werden

Ende Mai noch Schnee. Über Altschneefelder ging es zum Schönberg hinauf. Läppische 1.621 Meter hat der nur. „Gemein“ ist, dass manche ihn nur als Waldbuckel bezeichnen. Drüben am Roß- und Buchstein war schon wieder alles ganz sommerlich „nackert“. Der Ausblick? Natürlich grandios! Im Westen die Benediktenwand und im Südwesten das einsame Karwendel mit seinen schneebedeckten Gipfeln.

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Bestellung von Einzelheften | Einzelhefte können nach Verfügbarkeit gegen beigefügtes Rückporto (D: 1,45 EUR in Briefmarken; AUT: 5 EUR in bar; CH: 5 sFr in bar) bei der Redaktionsanschrift bestellt werden. SportPresse bietet private Direktabonnements in Kombination mit dem Titel SkiPresse an (siehe Seite 63). SportPresse wird kostenfrei in Deutschland, Österreich, Südtirol und in der Schweiz über den Sportfachhandel, Hotels, Tourismuspartner und Fitnessstudios vertrieben (siehe auch www.skipressworld.com/eu/de).

sind schön, sie schärfen die Perspektive. Erst Mitte Juni beschließen die letzten Frühjahrs-Skitouren den Winter. Um diese Jahreszeit ist der Übergang von Eis und Schnee bis hinunter zu den blühenden Blumenwiesen im Tal, am erlebnisreichsten. „Des einen Freud“ (die Skitourengeher jubeln über das verlängerte Saisonfinale), ist des „Mountainbikers Leid“ – die Transalp-Touren verschieben sich dieses Jahr um gut einen Monat nach hinten. Mein Kollege Ralf telefonierte Mitte Mai mit Saalbach Hinterglemm. „De ham no mehrere Meter Schnee“, bemerkte er strahlend. Ralf ist Ski,- aber auch Rennradenthusiast. Da soll noch jemand von einem schlechten Winter sprechen! Schlechtes Wetter gibt es eh nicht – aber das wissen Sie ja …

zeigt Ihnen Christian Penning, wo immer Sommer ist: auf Sardinien! Die Insel ist ein ursprüngliches Paradies für Sportler – und zum Faulenzen viel zu schade. Vom Traum unberührter Natur Schwedens berichten unsere Redakteurinnen Tanja und Astrid; sie wanderten nördlich

SportPresse Ausgabe Nummer 3 (Juni/Juli 2008) hat eine gedruckte Auflage von mindestens 145.000 Stück.

des Polarkreises beim "Fjällräven Classic" mit. Und damit Sie auf solchen und anderen Reisen auch technisch bestens ausgerüstet sind, haben wir eine Kaufberatung zu

Die nächste SportPresse erscheint voraussichtlich: Mitte August 2008. Änderung vorbehalten.

unseren „Kleinen Lieblingsbegleitern“ – Handys, Smartphones und GPS-Geräte – zusammengestellt, zu lesen ab Seite 36. Wem der Sinn nach großen Herausforderungen steht, der kann sich ab Seite 40 auf die Spuren extremer Läufe begeben. Im Anschluss daran gibt es die Laufberatung für Einsteiger von der viermaligen Fitnessweltmeisterin Susan Malekpur Shirazi. Denn schließlich ist die richtige Körperhaltung beim Sport entscheidend für Genuss und Spaß. Und was haben Sie diesen Sommer noch vor? Wollen Sie hoch hinaus, auf einen luftigen Berggrat? Einen neuen Run erleben? Oder gehen Sie lieber wandern oder schwimmen? Egal. Unser Shooting „Urban Sports“, ab Seite 24, soll Sie dazu inspirieren, neue Grenzen zu überschreiten. Die schönste Zeit beginnt – immer – in der Gegenwart!

Titelfoto © Nike www.rocket-medien.de • www.skipressworld.com

Roland Grill, Chefredakteur SportPresse


INHALT SportPresse Nummer 3

6–13 | AKTUELL FAMILIE & KINDER /// FRAUEN /// MÄNNER Produkte & Reisen, Gewinnspiele, Leserseite & Intern.

32-35

14–19 | ABENTEUER FJÄLLRÄVEN CLASSIC Nördlicher Polarkreis: ein Traum von Freiheit und unberührter Natur.

20–23 | BERGTOUR AUF EINEM LUFTIGEN GRAT Am Dachstein – unterwegs mit Gerlinde Kaltenbrunner.

24–31 | FASHION URBAN SPORTS Freche Mode für den Sport im Großstadtdschungel.

32–35 | PORTRÄT CORINNA SCHWIEGERSHAUSEN Die Königin der Lüfte liebt einen Drachen.

36–39 | KAUFBERATUNG KLEINE BEGLEITER GPS-Geräte, Handys und Smartphones.

40–45 | LAUFEN DREI ULTRALÄUFE IM VISIER

5 4- 59

24 -31

Ultra-Trail du Mont Blanc, The OMM Run, TransRockies Run.

46–47 | FITNESS RICHTIG LAUFEN FÜR EINSTEIGER So starten Sie mit der richtigen Bewegung den perfekten Run.

48–49 | ERNÄHRUNG LAUFEN & ERNÄHRUNG Mehr als Wasser und Brot. Dirk Ostertag sagt Bescheid.

50–51 | PROMOTION NISSAN QASHQAI CHALLENGE Die besten Freerider der Welt in München.

52–53 | SERVICE & TECHNIK FAHRRADTRÄGER Praktische und ungewöhnliche Lösungen im Visier.

54–59 | REISE OUTDOOR-GUIDE SARDINIEN Die Sportinsel – zum Faulenzen zu schade. Wir waren dort: zum Biken, Wandern, Laufen, Tauchen und mehr...

20-23

60

| GAP 2011 DER COUNTDOWN LÄUFT

In Garmisch finden 2011 die alpinen Skiweltmeisterschaften statt. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

61

| VORSCHAU SPORTMODEL GESUCHT

Bewerben lohnt sich. Die ersten Kandidaten sind bereit.

62

| UMWELT NATURSCHUTZ FÜR DIE ZUKUNFT

Die EOG AfC setzt sich international für die Erhaltung der Umwelt ein – lesen Sie selbst, wie...

63

| ABO-SPEZIAL

64–65 | TREND & UMWELT THINK GREEN Umweltbewusst leben: Produkte für eine bessere Welt...

46 -47

6-13

66

| LETZTE SEITE 9 FRAGEN AN…

…Tarek Rasouli. Der ehemalige Bikeprofi ist heute erfolgreicher Unternehmer.


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AKTUELL /// FAMILIE & KINDER

JULBO DAMIT KINDERAUGEN SORGLOS TRÄUMEN KÖNNEN

© Julbo

Sonnenschutz ist ein wichtiges Thema, das vor allem bei Babys und Kleinkindern nicht vergessen werden sollte! Der Sonnenhut für den empfindlichen Kopf und die Sonnencreme für die sensible Babyhaut – klar! Oft wird jedoch auf den Schutz der Kinderaugen verzichtet. Ein Fehler, denn erst ab dem 25. Lebensjahr hat das menschliche Auge sein volles Schutzpotenzial entwickelt. In die Linsen der Kinder dringt also besonders viel Sonnenstrahlung ein, was die Augen dauerhaft schädigt. Daher hat der französische Sport brillenspezialist Julbo eine Sonnenbrille für Kleinkinder entwickelt. Das Modell „Looping“ hat die höchste Schutzkategorie; die Scheiben lassen maximal acht Prozent des sichtbaren Lichts passieren – ideal für Aktivitäten im Schnee, Hochgebirge und am Strand. Und weil die Looping flexibel ist und keine Scharniere hat, können die Kleinen nichts kaputt machen und sich nicht verletzen. Ab 27 Euro. www.julbo-eyewear.com

HEELYS SO WEIT DIE ROLLEN TRAGEN ... Ab sofort gibt es für Kids eine coole Alternative zum Kickboard. Die stylishen Heelys aus den USA sind sogenannte Rollsneaker, die im Fersenbereich mit breiten Rollen versehen sind, die zur Hälfte in der Sohle verschwinden. Nimmt man Anlauf und hebt dann die Zehen, rollt man an lahmen Fußgängern vorbei. So erhöht sich ganz nebenbei der Kalorienverbrauch, Balance und Koordination werden spielend trainiert. Die Basics des „Heelens“ sind schnell gelernt – bald wechselt man problemlos zwischen Rollen und Laufen. Wenn man wieder bodenständig sein möchte, ist die Rolle im Handumdrehen ausgeklickt. Das geht so weit, dass die Cracks der Heely-Szene mit eigenen Tricks den Breakdance Cracks in nichts nachstehen. Die neuen Heelys-Modelle sind nicht nur beim Gleiten ein Hingucker: Der zuckersüße „Cherry-Blossom“ im Japan-Style, der fiese „Camo Bones“ mit camouflierten Totenköpfen, der punkige „Slash“ mit Stacheldraht, der „Sheer“, mit einer Hello-Kitty-wirdböse-ähnlichen Figur als Applikation oder der sleeke „Trick“ – schlicht und retro. Ab 99 Euro. www.heelys.com

© Trespass

TRESPASS FÜR WILDE KERLE UND STARKE MÄDELS Softshell-Jacken Softshell-Jacken bieten bieten viel viel Bewegungsfreiheit, Bewegungsfreiheit, sind sind robust robust und und trotzen trotzen den den Elementen Elementen –– wer wer könnte könnte von von den funktionalen den funktionalen Outdoorjacken Outdoorjacken also also besser besser profitieren profials tieren Kidsalsund Kids Teenies, und Teenies, die ständig die ständig in Bewegung in Bewegung sind und sindgleichzeitig und gleichzeitig auf starke auf starke Outfits Outfits stehen. stehen. Ob zum Ob zum Skateboarden, Skateboarden, Radfahren, Radfahren, für für Bergtouren Bergtouren oder oder einfach einfach für den Schulweg, für den Schulweg das neue – das Keys-Modell neue „Keys“-Modell hält was es hält, verspricht: was esTaschen verspricht: mit Taschen wasserdichten mit wasserdichten ReißverschlüsReiß sen, verschlüssen, verstellbare Ärmelbündchen verstellbare Ärmelbündchen mit Klettverschluss, mit 8.000mm Klettverschluss, Wassersäule, 8.000 hohe mmAtmungsaktivität Wassersäule, hohe und Atmungsaktivität Winddichte. Die coolen und Winddichte. Begleiter gibt’s Die coolen bereitsBegleiter ab www.trespass.co.uk www.trespass.co.uk gibt’s 79,90bereits Euro. ab 79,90 Euro.


AKTUELL /// FRAUEN | 7 © Hermann Erber

WANDELEI ALPENROCK-STAR Auf Wolken, leicht und bequem schwebt die kleine sexy Fee „Wandelei“, Markenzeichen des gleichnamigen Labels, auf ihren FlipFlops daher. Hinter der Zauberfee steckt die Münchnerin Nicola Treese, bekannt für ihre originellen FlipFlop-Designs, passend zu jedem Anlass. Neuester Clou: der Wies’n-Knaller mit grünem „Lollipop & Alpenrock“-Motiv und echtem Swarovski-Chaton auf dem Riemchen. Durch die leicht erhöhte Sohle und den Naturkautschuk lässt es sich feminin und bequem „wandeln“. Entworfen wurden die Trachten-FlipFlops in Zusammenarbeit mit der Münchner Dirndl-Designerin Lola Paltinger, die im vergangenen Jahr unter anderem Paris Hilton das passende Wies’n-Outfit verpasste. www.wandelei.com

BERGE & NATUR „ BEFREIE DIE KAISERIN IN DIR!“

© Roxy

Echte Surf Queens wollen echten Style! Mit dem Roxy Wet-Suit „Cell Limited“ ist Frau garantiert der Star – von Tarifa bis Tahiti. Hinter der auffälligen Optik des Longjohn steckt auch jede Menge Funktion: Thermoflex Material, Hyperstretch, integrierte Steamer-Technologie und Watershield gegen das Eindringen von Wasser. Der Cell ist nur in limitierter Auflage für 359 Euro erhältlich.

Silvia Huber ist nicht nur Bergführerin und Hüttenwirtin des Hans Berger Hauses, sondern vor allem Frau – und kennt daher auch die Wünsche und Bedürfnisse ihrer Wilden KaiserINNEN. Vor fünf Jahren hat sie mit der Bergsteigerschule Wilder Kaiser das Frauen-Spezialprogramm Wilde KaiserIN ins Leben gerufen. Statt Höhenmeter zu sammeln, stehen bei ihren Kursen Spaß, Sport, intensives Naturerleben und mit allen Sinnen Frau-Sein im Mittelpunkt. Im Sommer 2008 stehen erstmals auch Aufbau-Felskletterkurse auf dem Programm – denn nach Oben streben ist definitiv Frauensache. Geschulte Bergführer/innen begleiten die „Wilden Kaiserinnen“ auf Übungstouren, schulen Sicherungsabläufe und lehren, alpine Gefahren einzuschätzen. Mit dem nötigen Rüstzeug im Gepäck lässt es sich anschließend unter blauem Berghimmel mit einem Buch aus der ersten Gipfelbibliothek der Welt (www.gipfelbibliothek.com) relaxen.

www.roxy.com

www.bergsteigerschule.at

ROXY LET’S GO SURFIN’, GIRLS!


8 | AKTUELL /// MÄNNER © Armin Smailovic

SUUNTO SPORTLICHES DESIGN Technische Perfektion und hochwertiges Design sind die Schlagworte der neuen „Core“Armbandcomputer von Suunto. Mit der Integration von Höhenmesser, Barometer und Kompass folgt der Core der ABC-Logik seiner Vorgänger. Diese Features werden von zahlreichen intelligenten Funktionen ergänzt. So ist eine präzise Einschätzung der Wetterlage in den Bergen nicht nur hilfreich, sondern manchmal lebenswichtig. Ambitionierte Sportler müssen sich nun absolut nicht mehr nur auf ihr Bauchgefühl verlassen: Der Blick zum Handgelenk liefert schnell und sicher alle relevanten Daten. Neben der technischen Ausstattung überzeugt der Suunto Core zudem durch sein optisches Design. Der perfekte Begleiter für alle Outdoor-Aktivitäten. www.suunto.com

KETTLER KETTCAR MÄNNERSPIELZEUG FÜR BÖSE BUBEN Eine Legende kehrt zurück! Für coole Jungs und böse Buben hat Kettler das legendäre Kettcar neu aufleben lassen. Der Klassiker unter den Kinderspielzeugen feiert sein Revival mit elf neuen Modellen. Das „Nevada K6 XG“ überzeugt als stylishe Rallye-Version mit 7-Gang-Nabenschaltung, Tachometer und flexibler Lenkerhöhenverstellung.

www.kettler.de

MEDIASPA MÜNCHEN REINE MÄNNERSACHE Mit dem MediaSpa eröffnet in München die erste exklusive Wellness– Oase „for gentlemen only“. Dass Wellness, Schönheit und Pflege schon lange nicht mehr nur Frauensache sind, beweisen die zahlreichen Beautyprodukte, die inzwischen für das starke Geschlecht auf dem Markt sind. Seit Anfang April kann Mann nun auch die Vorzüge eines luxuriösen Beauty Days kennen- und lieben lernen. Im Palais am Jakobsplatz in München stehen auf rund 350 Quadratmetern wohltuende Pflege und Entspannung deluxe im Mittelpunkt. In relaxter Atmosphäre, stilvoll-maskulinem Interieur und mit individuell abgestimmten Treatments widmet sich das MediaSpa als erstes Kosmetik Institut Deutschlands ganz den Schönheits-und Wellnessbedürfnissen des anspruchsvollen Mannes. Die Produkte von Dermalogica sind hochwertig, die Ausstattung modern, das Team geschult und auf höchste Ansprüche spezialisiert. Stars und Sternchen können mittels eines eigenen Shuttle-Limousinen-Services abgeholt und ganz entspannt zu ihrem Termin gebracht werden. Auch Erol Sander, begeisterter Wellness-Fan, nutzt das angenehme Ambiente zum Energie auftanken – vorerst allerdings nur in der bayerischen Landeshauptstadt. Bald kann Mann die luxuriösen MediaSpa Behandlungen aber auch in Metropolen wie Hamburg, Berlin, Düsseldorf oder Frankfurt genießen.

www.mediaspa.de


AKTUELL /// EVENTS | 9 © Ötztal

Mit dem „Vertical Hunt“ holt sich das Ötztal vom 22. bis 24. August 2008 ein völlig neues Rennkonzept für Mountainbiker ins Land. „Eventmanager“ ist die Mountainbikeszene selbst. Die Idee entstammt der von adidas durchgeführten Mountainbikestudie MTBProjekt2008.com. Gestartet wird in den Disziplinen Hill Climb, Short Track, Marathon und XC Marathon, sowohl für Lizenz-, als auch für Hobbyfahrer. Das Jagdrennen dauert drei Tage und gestartet wird nach der Gundersen-Methode, d.h. jeweils der Erste des vorhergehenden Rennens startet als Führender in den nächsten Wettkampf. Streckenhighlight für Teilnehmer und Zuschauer: der Ötztal-Trail. Infos unter www.oetztal-verticalhunt.com

NIKE+ HUMAN RACE LAUFE FÜR DICH UND ANDERE

Weitere Infos und Anmeldung über www.nikeplus.com

Klaus Fegler © Red Bull

Eine Million Läufer, zehn Millionen Kilometer – am 31. August 2008 startet in 25 Metropolen weltweit der größte ZehnKilometer-Lauf aller Zeiten. Begleitet wird der globale City-Run mit Stationen von Taipei bis nach Los Angeles von musikalischen Top-Acts der internationalen Musikszene. Neben Bestzeiten und Musik-Highlights geht es jedoch um mehr: Solidarität mit anderen. Von jeder Startgebühr wird ein fester Teil für soziale Aktivitäten gespendet. Auch in Deutschland wird gelaufen. In enger Kooperation mit dem Deutschen Leichtathletik-Verband findet das Nike+ Human Race in München statt. Schauplatz ist der geschichtsträchtige Olympiapark mit dem gleichnamigen Stadion – dort findet nach dem Lauf auch das riesige Live-Konzert mit zahlreichen Musikstars statt. Wie die Stimmung in den anderen Austragungsorten rund um den Globus ist, können die Läufer und Zuschauer live auf Großbildleinwänden entlang der Strecke mitverfolgen. Kein Wunder, dass auch Topathleten wie Irina Mikitenko, Tobias Unger oder Dirk Nowitzki nicht verpassen wollen, wenn die Welt durch Sport und Musik wieder ein bisschen näher zusammenrückt.

ÖTZTAL VERTICAL HUNT PRESENTED BY ADIDAS AUFHOLJAGD AUF ZWEI RÄDERN

RED BULL STEINKÖNIG KRÖNUNG DER KÖNIGE VON SACHSEN Das Elbsandsteingebirge in Sachsen – bizarre Felsformationen und traditionelle Geburtsstätte des Freikletterns. Vom 31. Juli bis 03. August findet an diesem historischen Ort der erste Outdoor-Kletterwettbewerb Deutschlands an natürlichem Fels und in traditionellen Routen statt. Mit Unterstützung weltbekannter Kletterer wie Stefan Glowacz, David Lama oder Kilian Fischhuber. Zehn ausgewählte Seilschaften kämpfen in einem zweitägigen Wettbewerb mit den harten Regeln des sächsischen Kletterns: Mindestabstand der Ringe von drei Metern, Knotenschlingen als einziges Hilfsmittel, Klemmkeile, Friends und Magnesia sind in dem weichen Sandstein nicht erlaubt. Welches Team als erstes die Mauerkrone der Festung Königstein erreicht, wird gekrönt – zum Red Bull Steinkönig! Für Klettersport vom Feinsten, Teamgeist und ausreichend Spannung ist gesorgt!

www.redbullsteinkoenig.de


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AKTUELL /// GEWINNEN

FERNSEHER AUS – UND AB NACH NEW YORK New York , hier gibt es 500 Galerien, etwa 200 Museen, mehr als 150 Theater und 18.000 Restaurants. Aber es gibt auch etwas ganz besonderes zu erleben – und zwar das CSI-Team. CSI steht für „Crime Scene Investigation“. Die TV-Krimiserie lockt in Deutschland pro Folge bis zu sieben Millionen Zuschauer vor den Fernseher. Jetzt können auch Sie live dabei sein. SportPresse verlost zusammen mit „SureFire“ und „Universum Film“ eine Reise für zwei Personen nach New York. Die Gewinner residieren im Luxushotel „Crowne Plaza“ am Broadway. Einer der Höhepunkte ist der Besuch der CSI-Labors! Unter den Teilnehmern des Gewinnspiels werden außerdem 200 SureFire-Taschenlampen „L1 Lumamax“ verlost, mit denen die CSI-Ermittler den Durchblick behalten. Und es gibt drei „Wii“-Konsolen von Nintendo mit dem Spiel „CSI – Hard Evidence“ zu gewinnen.

Mehr unter www.surefire-csi.com. Viel Glück – und viel Spaß in New York!

Salomon-Gore-Tex®-Trailrunning 2008 DEUTSCHLANDTOUR FÜR LAUFLUSTIGE Von April bis Oktober macht der Salomon-Gore-Tex®-Trailrunning-Cup an elf Stationen Halt. Auf dem Programm stehen neben den traditionellen Bergläufen drei Halbmarathonstrecken, drei Marathons sowie der 72,7 Kilometer lange Rennsteiglauf. Dabei wird nicht nur der jeweilige Tagessieg ermittelt, sondern auch eine Gesamtwertung geführt. Hinzu kommt eine spezielle „Bergwertung“. Die deutschlandweite Laufserie wird initiiert von Salomon, Gore-Tex und Intersport. Tipps zu passender Bekleidung und Schuhwerk sowie Test- und Einkaufsmöglichkeiten gibt es im tourbegleitenden Trailrunning-Kompetenzbus.

Der Trailrunning-Cup 2008 macht noch an folgenden Stationen Halt: Schneekopflauf: 05. Juli // Karwendelberglauf: 27. Juli // Tegelberglauf: 10. August // Hochgratberglauf: 07. September // Hochfellnberglauf: 28. September // Fichtelberglauf: 04. Oktober // Harzgebirgslauf: 11. Oktober // Kernberglauf: 18. Oktober. Weitere Infos: www.salomonrunning.com und www.trailrunningcup.de Für Trailrunning-Fans verlosen SportPresse, Salomon und Suunto einen Startplatz für den Karwendelberglauf am 27.7.2008 sowie ein Paar hochfunktionelle Trailrunning-Schuhe „XT Wing Lab Trail“ von Salomon. Details folgen in Kürze auf www.skipressworld.de

SZ EDITION | BAYERN EINMAL ANDERS Unter dem Titel „Bayern entdecken“ bietet die Süddeutsche Zeitung Edition eine wunderbare Taschenbuchserie – Geschichten und Führer in einem für 9,90 Euro pro Ausgabe. Derzeit sind 13 Bände im SZ-Shop erhältlich. Absoluter Lieblingstitel der Redaktion „Jennerwein und der schöne Toni“ – 16 Wanderungen auf den Spuren bayrischer Wildschützen und Jäger. Doch auch „Weiß-blaue Strände“, „Auf Königswegen und Schmugglerpfaden“ oder „Auf Bike und Steig zu fernen Gipfeln“ zeigen ein Bayern, wie man es bisher noch nie entdeckt hat. Absolut empfehlenswert! Außerdem gibt’s viele Wander- und Ausflugstipps mit historischem Bezug – für waschechte Bayern wie für Bayernurlauber .

SportPresse verlost ein Set mit fünf Büchern der Serie auf www.skipressworld.com. Mitmachen und Bayern erleben! www.sz-shop.sueddeutsche.de


AKTUELL /// GEWINNEN

SD CAMCORDER „SDR-SW20“ VON PANASONIC Film ab! Und zwar immer: Ob Bolzen im Park oder Party im Schnee, der SD Camcorder „SDR-SW20 der „Generation Fun“ setzt beim Filmen keine Grenzen. Die verwendeten SD/SDHC Speicherkarten machen das Handling der Aufnahmen leichter denn je: Sie sind klein, robust und das Laufwerk ist actiongeprüft. Auch der Camcorder selbst hält einiges aus, er ist wasserdicht bis 1,5 Meter Tiefe, stoßgeschützt gegen Stürze aus bis zu 1,2 Metern und staubgeschützt. Aufgenommen werden die Videos in MPEG2-Qualität im 16:9 Format. Ausstattung: 10x optischer Zoom und elektronischer Bildstabilisator. Ist die Story im Kasten, können die bewegten Bilder per Knopfdruck auf DVD geschrieben werden.

Kann Filmen mehr Spaß machen? Findet es selbst heraus. SportPresse verlost einen kompakten Spaßmacher. Weitere Infos zum Gewinnspiel in Kürze unter www.skipressworld.de

HIFI-SOUND IM POCKETFORMAT Die brandneuen Audio- und Video-Player der „SA52“-Reihe von Philips bringen den HiFi-Sound zurück. Dank patentierter FullSound-Technologie und Digital Signal Processor (DSP) wird Musikhören im MP3-Zeitalter zum vollkommenen Klangerlebnis: Der persönliche Lieblingssong klingt voller, klarer und lebendiger – egal, ob im MP3-, WMA- und AAC-Format oder UKWRadio. Auf dem schicken LC-Display werden sowohl Titel samt Albencover angezeigt als auch Videos abgespielt und Fotos wiedergegeben. Erhältlich ist der Audio- und Video-Player als „SA5245“-Version mit 4 GB oder „SA5248“ mit 8 GB Flash-Speicher.

Bereit für Soundqualität auf dem nächsten Level? Dann schnell mitmachen! Denn SportPresse verlost drei der lautstarken Begleiter von Philips im Wert von 119,99 bzw. 149,99 Euro. Hochwertige Kopfhörer sind im Set enthalten. Wie das geht, erfahren Sie in Kürze auf www.skipressworld.com

RIESIG! LEICHTGEWICHT-SMARTPHONE VON HTC Ein Riese im Handy-Format. Basierend auf Windows Mobile 6® Professional bietet das nur 108 Millimeter große und 122 Gramm leichte HTC „P3470“ Smartphone eine breite Palette an Funktionen und erlaubt einfachste Bedienung durch einen großen Touchscreen bei Web- und Office-Anwendungen. Das integrierte GPS-Modul nutzt die Navigationssoftware TomTom 6 mit vorinstalliertem Kartenmaterial für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Das ist noch lange nicht alles: Eine 2-Megapixel-Autofocus-Kamera und ein microSD-Speicherkartenslot mit beigelegter 1 GB MicroSD-Karte runden das Kraftpaket ab. Und das Beste: Sie können diesen Riesen gewinnen. Wie das? Auf www.skipressworld.com finden Sie die Gewinnspielfrage und alle weiteren Infos!

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12 | AKTUELL /// LESERSEITE

MALLORCA AUF ZWEI RÄDERN – MIT FEUERWEHR UND NUSSKUC HEN von Alexander Claus, Leser aus Salzburg

München – Palma de Mallorca . Der Flieg er steigt im Morg engra u en in die Luft. Das beschert uns einen ast reinen Sonnena ufgang über den Alpen. Toll! Gestern noch in Ehrwald die Pisten unsicher g ema cht, jet zt befinde ich mich a uf dem Weg na ch Mallorca ... V Wochen als Guide eines RadsportVier CCamps stehen mir bevor – mit Rennrad und M Mountainbike die Berge und Straßen im SSüdwesten ü der Insel genießen. Das bedeutet: vi viele kleine Asphaltpisten und einsame Tra Trails. Trails, die man nur als Local kennt. Zu diesen zähle ich mich allerdings, da ich ber bereits fast ein ganzes Jahr dort verbracht hab habe. Klar, mein Spanisch könnte besser sein sein, aber eine „Cerveza“ oder einen „Zumo ddee Naranja“ N habe ich bisher immer bekommen. Und ich i kenne jeden Stein, sogar die laufenden EExemplare: xem Landschildkröten!

Nach einer Woche Einrollen bekomme ich die ersten Gäste. Unter anderem zwei „Firefighter“ vom Airport München. Kurz vor Ende ihrer Urlaubswoche fahren wir den Klassiker: Die Küstenstraße über Sollér komplett nach Puerto d’Andraitx . Im stetigen Auf und Ab geht es die schroffe Steilküste entlang. Vorbei an Deia und Valdemossa zu unserem nächsten Halt in Banyalbufar. Am Nusskuchen mit Sahne und Café con leche kommt hier keiner vorbei. Am Ende rollen wir die Abfahrt nach Puerto d’Andraitx hinunter. Kurz die Yachten der Reichen und Schönen bewundern, dann geht es Richtung Hotel, genauer gesagt, ins Valentin Park in Paguera. Am Ende stehen 140 Kilometer und 2.500 Höhenmeter auf der Uhr. So vergeht die Zeit – zumeist mit Zweirad und traumhaften Ausblicken hinaus aufs Meer. Und ehe ich mich versehe, sitze ich wieder im Flieger in Richtung Heimat. Es war ein sehr schöner Monat, mit tollen Gästen, einem guten Team und ordentlich viel Rückenwind für die neue Saison. Meine Mallorca-Bilanz: 1.650 Kilometer (gefühlte 3.500), mindestens 25 Sonnentage bei Durchschnittstemperaturen von 18,76 Grad Celsius (gefühlte 25 Grad). Lust auf mehr? Mehr Infos gibt’s unter www.rad-international.de

SOULCOUNTRY TIROL. GENIAL VERTIKAL. Es rockt im Soulcountry. Denn das Land im Herzen der Alpen hat vor allem eines: Berge soweit das Auge reicht. Ob Kalk, Urgestein oder Konglomerat, Kletterfans treffen in Tirol auf beste Voraussetzungen und können ihrer Leidenschaft freien Lauf lassen. Im Soulcountry finden alle Klettertypen ihr persönliches Bergabenteuer – Boulderfans ebenso wie Alpin- und Sportkletterer. 5.000 facettenreiche Alpinkletterrouten, über 3.000 Sportkletterrouten und mehr als 1.500 Boulderprobleme warten im Soulcountry darauf, in Angriff genommen zu werden. Auch bei schlechtem Wetter muss keiner auf seine Leidenschaft verzichten: eine große Anzahl an Indoor-Wänden und Boulderräumen bietet eine abwechslungsreiche Spielwiese für Profis und Amateure. Mehr Infos zum Klettern sowie zu vielen anderen OutdoorAktivitäten im Soulcountry mit Details zu Unterkünften und Events gibt es auf www.soulcountry.tirol.at und im neuen Soulcountry Sommer Guide 08, den man online kostenlos anfordern kann.

www.soulcountry.tirol.at


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MITMAC HEN!

DAS SPORTLICHE URLAUBSERLEBNIS Schildern auch Sie uns Ihre sportlichen Urlaubserlebnisse und gewinnen Sie eine Veröffentlichung! Schreiben Sie uns per eMail an: sportpresse@rocket-medien.de Nicht mehr als eine DIN-A4-Seite – und senden Sie noch zwei bis drei Urlaubsbilder per eMail oder Foto-CD (Auflösung 300 dpi) an die Rocket-Medien-Redaktion. Alle Veröffentlichungen werden als Dankeschön mit einem SkiPresse-T-Shirt belohnt. Viel Erfolg wünscht Ihr Sport- und SkiPresse-Team!

NACHRUF MATTHIAS ROBL Es war ein sonniges Wochenende im Mai, als Matthias Robl in Leutasch/Tirol beim Klettern abstürzte. Zusammen mit seiner Ehefrau Alexandra wollte der Bergführer und erfahrene Extrembergsteiger im Klettergarten „Chinesische Mauer“ eine neue Route einrichten. Als er den ersten Bohrhaken setzen wollte, löste sich ein Stein. Matthias Robl stürzte 30 Meter tief. Einen Tag später erlag der 38-Jährige Allgäuer in der Klinik Innsbruck den schweren Verletzungen des tragischen Unfalls. Anfang Mai erhielt ich eine Postkarte vom „Hias“ – wie ihn Freunde und Bergkollegen nannten. Die Karte kam aus Alaska. Matthias war gerne in der Ferne und auf Expeditionen unterwegs, davon erzählte er auch zusammen mit seiner Frau Alex auf Diavorträgen. Er machte nicht viel Aufsehen um seine großen Begehungen, er war ein stiller, aber besonders verlässlicher Mensch, ruhig und immer freundlich. Er nahm andere ernst, auch wenn sie viel weniger Ahnung von den Bergen hatten als er. Wenn man ihn nach einer Route am Aconcagua befragte, schilderte er die Tour, ohne sich selbst dabei zu überheben – das war sehr angenehm. Und es war schön, mit ihm auf Skitouren unterwegs zu sein, denn man konnte mit ihm lachen und die Berge genießen. Zu seinem Lachen passte auch die bunte Nepalmütze mit den Ohrenklappen, die ihm Alexandra für Wintertouren innen mit weichem Fleece gefüttert hatte. Auf die Postkarte aus Alaska malte er ein lachendes Gesicht unter seine Unterschrift. Genauso werden wir ihn in Erinnerung behalten: als lachenden Menschen, als einen, der uns viel bedeutet hat, und (R. Grill) als einen, den wir sehr vermissen werden. www.matthiasrobl.de


Text und Fotos Astrid Schlüchter und Tanja Krauß

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© Ma rti n Hü lle

AB EN TE UE R


Kurz nach sieben. In der Jugendherberge beginnt das Leben. Doch weniger das Getrappel der Frühaufsteher als der Gedanke an morgen hält uns vom Weiterschlafen ab. Einkaufen, Packen, Registrieren – tausend Gedanken schwirren durch den Kopf. Auf dem Weg zum Supermarkt reden wir nur wenig. Auch die kleine Stadt Kiruna mit dem typischen Charme einer Bergbausiedlung nehmen wir nur im Vorbeigehen wahr. Uns wurde geraten, trotz gefriergetrockneter Nahrung, die man bei der Registrierung bekommt, zusätzlich etwas einzupacken – vor allem Süßes, das würden wir brauchen. Wir kaufen haufenweiße Powerbars und Schokoriegel. Guter Plan. Ebenso Flüssigkeit, zwei bis drei Liter für jeden. Schlechter Plan. Spätestens am Start werden wir die „Hanteln“ in unseren Außentaschen verfluchen, führt der Weg doch beinahe ausnahmslos am Wasser entlang. Zurück im Hostel schlägt die Stunde der Wahrheit: Was bleibt da, was geht mit. Der Rest des Gepäcks fährt per Shuttle ins Ziel. Astrid sieht alles andere als glücklich aus. Noch ist ihre Schuhfrage nicht geklärt, die Arme hatte sich auf einem Vorbereitungsmarsch eine Schwellung zugezogen. Nach einer Stunde ist der Rucksack voll. Wir schnappen uns das übrige Gepäck und gehen schnurstracks los, um unsere Startnummern im Camp Ripan abzuholen. Wir sind überrascht: viele Menschen, beladen wie Schwertransporter. Leichtbekleidung scheint für Skandinavier ein Fremdwort. Monströse Armeeboots, schwere Kleidung und 100-Liter-Rucksäcke statt Trekking-Boots light und Baselayer extra light. Die „Ausländer“ sind schnell identifiziert. Menschen aus 14 Nationen treten in diesem Jahr an. In der Halle sind lange Tischreihen aufgebaut, an denen freiwillige Helfer Namen zu Nummern machen und Starterpakete austeilen. In der Ecke ist ein provisorischer Outdoorladen eingerichtet. Nummer 13176 und 13175 sind eingecheckt und beobachten eine Weile die Stimmung. Gerüchte über das Wetter kursieren. Es soll kalt werden? Astrid wird angst und bang. Sie rüstet sich mit einem neuen Secondlayer aus, wie übrigens viele andere auch. Ich finde ein Handtuch – endlich.

Der Wecker musste gar nicht erst zum Aufstehen verhelfen. Wach bin ich im Stundentakt. Die Aufregung ist zu groß – und vor allem die Angst, beim Packen irgendetwas Wichtiges vergessen zu haben. Nach einer letzten Dusche geht’s mit Rucksack, Bauchkribbeln und noch müden Knochen zum Camp Ripan, dem Treffpunkt zur Weiterreise an den Startplatz in Nikkaluokta. Eine Stunde fahren wir durch die atemberaubende schwedische Landschaft, die Lust auf mehr macht. Um 8 Uhr freuen wir uns auf das letzte zivilisierte Frühstück mit Ei, Brot, Butter, Wurst und Käse – eine Stärkung, die wir bitter nötig haben. Denn schon kurz darauf sehen wir Schwarz auf Weiß, wer und wie viel uns in den nächsten Tagen durch die Wildnis begleiten wird: 16 und 15 Kilogramm wiegen unsere beiden Rucksäcke. Doch gibt jetzt gib bt es es kein kein n Zurück mehr, denn alles versammelt sich am Startpunkt. Mit viel Elan und großen Erwartungen machen wir uns w uns auf auf den Weg zu unserem ersten Etappenziel: die Fjällstation am Kebnekaise. Der Weg führt durch Birkenwälder ausgelegte Moore. Wir sind unendlich aufgeregt und finden schnell unser Tempo, schließlich wollen und mit miit Planken Planke Plan k ke wir auf wi a auf Jonas’ Jona Jona as (Cheforganisator des Classic) Rat hin am Fuße des Kebnekaise das erste Mal unser Zelt aufbauen. Als Zwischenstärkung lockt „Lapp Donalds“, ein kleiner Imbiss inmitten der Wildnis mit saftigen Rentierhamburgern Zwi wisch s ens sch sc en oder ode d r llecker eck ke süßen Waffeln mit Moltebeeren und Sahne. Wir entscheiden uns für die süße Variante und erreichen schließlich schlie sch ließl ßlic c am frühen Abend die Fjällstation und damit den ersten Checkpoint, ein leuchtend blaues Fjällräven-Zelt. Unseren Unsere Uns ere en ersten Zeltplatz wählen wir, wie geplant, nur einige Kilometer weiter unterhalb des in Wolken gehüllten Tuolpagorni. Stolz, müde, hungrig und gespannt, was uns noch erwarten wird, krabbeln wir, eingepackt in zwei Tuo olpa lpago go Lagen, unsere Schlafsäcke. Nach einer Stunde haben wir bereits das meiste wieder ausgezogen. Lag a en en, unter u

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ABENTEUER

Wie ein Orkan kam es uns vor, letzte Nacht, als wir beinahe ununterbrochen wach lagen, um unsere Zeltstangen zu halten. Der harte Boden hat die Zeltheringe immer wieder ausgespuckt, und das lose Zeltsegel verwandelte jedes Lüftchen in eine Dampflock, die donnernd durch das Zelt raste. Schlafmangel und leichte Schmerzen in Rücken und Beinen treiben uns aus dem Zelt. Draußen ziehen bereits Wanderer an uns vorbei, manche von ihnen nur mit Turnschuhen und Trinkgurt ausgerüstet – Extremläufer, die gestern Abend erst gestartet sind. Uns zieht viel mehr das mächtige Kebnekaisemassiv in seinen Bann – und die tief hängenden Wolken. Ein kurzer Schauer, dann ist alles vorbei. Auf dem Weg zum Checkpoint in Singi begegnen wir einer Gruppe vom Vortag. Der Pfad ist leicht begehbar, doch bis zur Singi-Hütte schlängelt er sich steinig bergauf. Mittagszeit in Singi. Astrid zieht einen Beutel Chicken Tandoori aus dem Rucksack – klingt seltsamer, als es schmeckt. Dem Blick über das Tjäkjavagge Tal können wir uns kaum entziehen. Kurz nach Singi stoßen wir auf den Hauptweg des Kungsleden; Wir laufen an einem Rentiergehege vorbei, dann öffnet sich das nächste Tal. Die ersten Blasen bei unseren Mitwanderern verlangsamen bald den Schritt der Gruppe. Es wird kaum mehr ein Wort gesprochen. Der Weg nach Sälka, ein holpriger Zick-Zack-Kurs, immer wieder unterbrochen von Holzplanken, scheint kein Ende zu nehmen. Jeder kämpft mit sich und den Schmerzen, die bald nicht mehr lokalisierbar sind. Die Bergwelt schießt unbeachtet an uns vorbei. Am Ende der Tagesetappe angekommen, sind wir zu kraftlos, um die Sauna in Anspruch zu nehmen. Wir stürzen uns vielmehr auf die vom Veranstalter gereichten „Renklämma“ (Fladenbrot gefüllt mit Rentierfleisch und Kartoffelpüree). Mit dem anschließenden Kaffee kehrt das Lächeln in die Gesichter zurück. Ein Stück weiter schlagen wir unser Zelt auf. Es ist 22 Uhr und kein bisschen dunkel, dennoch wünsche ich mir nichts sehnlicher als ein Bett. Just im Moment nähern sich uns zwei Gestalten: Gerald und Rüdiger, sie haben eine Zusatzetappe eingebaut, den Gipfel des Kebnekaise! Astrid hat heimlich im Sälka-Kiosk eine Dose Lättöl-Bier gekauft. Herrlich! Dann schlafen wir erschöpft ein.

Geweckt von Sonnenschein und leckerem Kaffeeduft, beschließen wir an diesem Morgen, unterhalb unseres Zeltplatzes an einem herrlich glitzernden Gebirgssee zu frühstücken. Die Temperatur ist genau richtig, um sich nach dem anstrengenden Vortag gründlich zu waschen, und ich beschließe, mir sogar die Haare zu shampoonieren – in herrlich klarem, aber trotz allem eiskalten Wasser. Das heißt Zähne zusammenbeißen, aber das Gefühl, fast wie frisch geduscht die nächste Etappe anzugehen, belohnt schnell für ein wenig Zähneklappern. Tanja und ich starten Richtung Tjäktja, über den höchsten Punkt des Kungsleden auf 1.413 Meter Höhe. Der Weg ist zwar beschwerlich, der Ausblick und die an „Herr der Ringe“

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ABENTEUER

erinnernde Landschaft helfen jedoch schnell über müde Füße und die karge Umgebung hinweg. Trotz allem erfordert der Tjäktjapass einige Kraftanstrengung – für uns Alpengeprüfte Bergmädels jedoch kein Problem. Nette Geste des Classic-Teams: am Gipfel angekommen, gibt’s zur Stärkung ein paar Rosinen und aufmunternde Worte für den Abstieg, die einige tatsächlich benötigen. Auf der anderen Seite breitet sich dann eine faszinierende Mondlandschaft vor uns aus. Ich schiebe mir meinen x-ten Müsliriegel in den Mund, da ich eigentlich die ganze Zeit nur an Essen, Auftanken, Trinken und meine müden Füße denke. Am Ende des Tals liegt direkt über dem Fluss Alesjaure unser heutiges Etappenziel. Schon Kilometer vorher können wir die Hütte auf der Anhöhe erspähen, die 14 Kilometer scheinen uns beinahe unendlich. Aber die Vorfreude, dass man in der Hütte Proviant – das heißt für uns: Schokolade, Bier und Äpfel – kaufen kann, macht unsere müden Füße munter.

TANJA/15. AUGUST, TAG 4: Alesjaure Hütte - Keron-Abiskojaure Station, ca. 22,5 km

In der Nacht hat es zu regnen begonnen. Wir beschließen, mit dem Aufbruch zu warten – ein Luxus, den sich nur wenige gönnen, wie wir feststellen, als wir die komfortable Alesjaure-Hütte betreten. Während der Ausblick vom Fenster hinab auf den Fjord beinahe an eine Kitsch-Szene aus Inga Lindström erinnert, gleicht die Stube einem Lazarett. Ein Team freiwilliger Helfer verarztet beinahe walnussgroße Blasen. Aus den Gesichtern der Wanderer lesen wir Schmerz und Strapazen, aber Lisa aus Stockholm hat ihrem Mann versprochen, die Strecke in diesem Jahr in drei Tagen zu gehen. Wir holen uns Kaffee und Kekse. Gegen 10 Uhr hört es auf zu regnen. Wir nützen die Pause und packen unser immer noch nasses Zelt zusammen. Die Ruhe am See trügt. Im Sturzflug nähert sich ein Geschwader schwerbewaffneter, schwarzgekleideter Mücken, die sich ohne Rücksicht auf Verluste auf uns stürzen. Vor allem Astrids Körper zeigt Spuren der Verwüstung. Im Eilschritt versuchen wir, die flache Wegpassage am Ufer entlang hinter uns zu bringen. Aus der Ferne sehen wir die dampfenden Schornsteine einer Lappensiedlung auf der gegenüberliegenden Seeseite. Die Mücken werden weniger, dafür geht der leichte, teilweise mit Gras bewachsene Weg in einen unwegsamen, abfallenden Pfad über. Die Fußsohlen brennen von den spitzen Steinen, als wir den Berg Kartinvare endlich umrundet haben und es bergab in einen Birkenwald geht. Dann erreichen wir den letzten Streckenposten. Die Freude ist groß, vor allem als wir die große gusseiserne Pfanne mit frischen Pfannkuchen, serviert mit Moltebeeren und Schlagsahne erspähen – eine willkommene Abwechslung zu gefriergetrockneten Asiaspezialiäten. Überall entschlossene Gesichter. Viele wollen heute noch den Weg nach Absiko schaffen. Wir verlegen unseren Endspurt auf morgen, und zweigen kurz nach der Grenze des Abisko Nationalparks nach links ab. Unser Ziel heißt Abiskojaure, ein tiefblauer See mit echtem Sandstrand. Morgen würde alles vorbei sein – Erleichterung oder Wehmut, darüber bin ich mir heute noch nicht im Klaren, aber definitiv eine Portion Stolz auf unser Frauen-Duo.


ABENTEUER lang des Trails ver kau fen rov ian t zu ergänzen. Ent per märkte, um den Reisep Süßigkeiten. Tipp: Bro t ist Lebensmit tel, Getränke und den -Lä ma Em teC SI Tan rzende Beine. AS iegel hel fen gegen schme INFO FJÄLLR ÄV EN CL fliegen via Stockholm nach Kiruna. ecke Mangelware, Müslir Str der auf lich . äng dic zug nor t Fly r Zei s: e Kilome ter zu jeder AN RE ISE // SAS ode der konditionen. Mehr Info kwasser ist bis auf wenig Son Trin SAS bei n alte erh er Classic-Teilnehm ord ic. se. ihren Müll selbst verantww w.s as. se, ww w.f lyn R // Alle Teilnehmer sind für TU . NA una & Kir LT h WE nac kt UM dire rt fäh asser. Zum Waschen Bahn: ww w.connex. se lang des Weges ist Trinkw wortlich. Das Wasser ent Aus wahl des der in Nik kaurseife empfohlen. Bei una oder direkt am Start d um weltfr eundliche Nat Kir In wir f: Lau ionalpark , dor t ist Nat dem ise Vor we // teil ÜBER NA CH TEN ehmer: Camp Ripan Beschilderung ach ten – eiln die c-T auf ssi s Cla tze für tpla lle Zel ste Anlauf luokta . Preisgüns tig und +46/(0)980/630 00, Zel ten ver boten. r Camping), Kir una , Tel .: ode ges Lod er, imm telz (Ho STF Jugendher ber ge, tt. sta ng ieru istr Reg ition. Einige die t nde fi t g ist eine gute Grundkond Start: ww w.r ipa n.s e . Dor nah ost el. com . Dir ekt am ER EIT UNG // Vorausset zun iru RB Str ecken im VO w.k und ww st 95, gla 71 (Tra 01 ck /98 Kir una , Tel . +46 15, bepack t mit einem Rucksa n 550 eite 80inh 0)9 gse 6/( inin äßigtem )+4 Tra nts gem par tme n. Der „Classic“ ist in Nik kaluok ta Sar ri AB (Ap sko Abisko Tur ists tation steigern) sind zu empfehle Abi t f: Zei Lau der f dem Lau h Nac // . ww w.n ikk alu ok ta. com mit Kinder n möglich. /(0)980-4 02 00, info@ Tempo auch für Familien ement s, Camping), Tel .: +46 den und See (Mehrbett zimmer, Appart am te Sauna l ver pas sen : die traumhaf ten : Kar tenma ter ial, abisko.nu . Auf keinen Fal ket für 145 Eur o sind enthal ver kehren kos tenlose rpa f rte Lau Sta dem Im h // fer für nac OS und INF Vor ran t! und andere nüt zliche Hel frischen Lachs im Res tau te Mahlzeiten, Brenns toff bzw. Abisko. kne ta roc iet uok get pan kal rier om Nik gef urk und Nat una te Ket Shu ttlebus se zw ischen Kir ges sen? Die sch wedische etc . s oire den Hike. Ausrüs tung ver ess Acc , ung leid n Outdoorladen mit Bek ält jeder Teilnehmer hat am Start einen kleine Startnummernausgabe erh Sur hre VE RP FLE GU NG // Mit der me w.f jal lra ven cla ssi c.c om es t ww gib os: aufgebaut . All e Inf te Mahlzeiten. In Kir una kne roc get rier gef d hen ausreic

Der letzte Tag bricht an. Still und gedankenverloren bereiten wir unser fi nales Frühstück vor, packen Zelt und Rucksack zusammen, um einerseits wehmütig und traurig zu unserer letzten Etappe aufzubrechen, andererseits schon handfestes Essen und eine ausgiebige warme Dusche vor Augen, glücklich und erwartungsvoll, endlich ans Ziel zu gelangen. Doch jeder von uns wird die Zeit in der einsamen wundervollen schwedischen Natur auch vermissen. Die 14 km schaffen wir inzwischen ohne schmerzende Füße und Rücken. Wir haben uns langsam ans Laufen gewöhnt und genießen deswegen die blumenreiche Umgebung. Der schattige Birkenwald bietet einen schönen Kontrast zu den Bergheiden dar, der Boden ist ausgetrampelt und fl ach. Der Weg führt uns entlang des Abiskojakka, man sollte unbedingt die beeindruckenden Schluchten auf sich wirken lassen. Zeit dazu bleibt jetzt genug. Kurz vor dem Ziel erinnern Tafeln an die letzen zu schaffenden Kilometer – als wir schließlich das Ziel erreicht haben, sind doch alle glücklich, stolz und froh, ihre Medaille in Empfang nehmen zu dürfen. Das Gefühl, das wir in der Touristenstation Abisko erleben dürfen, bleibt bis heute unbeschreiblich – denn nach 100 Stunden und 32 Minuten haben wir es auf eigene Faust 110 Kilometer durch einen der schönsten Teile Nordschwedens geschafft! Zur Belohnung gibt es eine Dusche, frische Klamotten, eine erholsame Sauna, ein leckeres Abendessen und eine verdientes Kungsleden Bierchen auf der abendlichen Abschlussparty. Unter uns: Es war zu schön, um Traum zu sein und jeder sollte sich sein Stückchen Freiheit erkämpfen – hier, in der Natur.


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Text und Fotos Roland Grill

STEIERMARK | AUF EINEM LUFTIGEN GRAT

BERGTOUR MIT CINDERELLA 8000 Bergsteigen am Dachstein garantiert pures Adrenalin. Mit Steigeisen und Eispickel ausgerüstet, ist die DirndlÜberschreitung auch für „Nicht-Profis“ eine der schönsten Grattouren. So richtig außergewöhnlich wird es aber, wenn die Seilschaft von Gerlinde Kaltenbrunner und Ralf Djumowitz angeführt wird ...


BERGTOUR | 21

Es regnet leicht, am nächtlichen Himmel hängen dicke Wolken. Der Wetterbericht verkündet Gemischtes. „Mag sein, dass es morgen besser aussieht“, sagt Bergführer Herbert. Für Gerlinde Kaltenbrunner (die „Achttausender-Frau“) und ihren Mann Ralf Djumowitz ist der Dirndl-Grat keine schwierige Tour, für gewöhnliche Bergsteiger schon.

IN DER EISTRUHE Jedes Mal, wenn Gerlinde Kaltenbrunner einen neuen Achttausender besteigt wird spekuliert. Zum Beispiel, ob sie die erste Frau sein wird, die alle vierzehn Achttausender schafft. Bisher sind sie und die Italienerin Nives Meroi die einzigen Frauen, denen es gelang zehn zu besteigen. Bei der Gratüberschreitung am Dirndl geht es nur um die Berge, die Lust zu leben und die Freiheit dort oben. Im Vergleich zu ihrem Ehemann Ralf (Leiter vieler Expeditionen) schaut sie zweimal, ob die Knoten gut sitzen. Ihre Spurarbeit im hüfthohen Tiefschnee einer Besteigung am Nanga Parbat, brachte ihr von kasachischen Bergsteigern den Spitznamen „Cinderella Caterpillar“ ein. Auf 3.000 Metern Höhe am Dachsteinmassiv besiegt die Sonne die Wolken – die Luft ist schneidend klar. Pure Reinheit. Am nordseitigen Grat steigt Ralf schnell und sicher bis zum nächsten Stand. Die Route ist herrlich griffig und ohne Steinschlaggefahr, der Wind eiskalt. Die Hände werden klamm. An diesem Tag zeigt auch Cinderella Caterpillar Schwächen. Was macht Gerlinde auf ihren Expeditionen, wenn ihr hier am Grat schon die Finger kalt werden? „Dort bist du anders ausgestattet und vor allem vom Kopf her darauf eingestellt.“

GLÜCK OHNE WORTE Eine Dreier-Kletterei ist für Profis einfach zu meistern. Dennoch sind die beiden hochkonzentriert, sprechen ruhig über die Route und fragen Harald und mich immer, ob alles passt. Karabiner klimpern, Bandschlingen werden gelegt. Das alles geschieht nebenbei, zwischen Stand bauen und Seil

einholen. Blindes Verständnis, jede Hand erledigt blind ihre Aufgabe: Körper, Technik und Geräte verschmelzen. „Auf Expeditionen redet Gerlinde nicht viel“, sagt Ralf. Auch am Dachstein ist sie die ruhigste von allen. In den Bergen ist diese zierliche Frau eine andere als unten im Tal. Ihre Augen strahlen vor Glück, auf ihrem Gesicht ruht Zufriedenheit, die Körpersprache ist völlig entspannt. Unten im Tal ist sie ein kleinerer Mensch. Klein zwischen vielen. Die hektische Welt unten ist nicht ihre Welt, auch wenn die „Unterwelt“ zum Profibergsteigen dazugehört: Vorträge halten und Sponsoren zufriedenstellen. Am Dirndlgrat wechselt die Tour auf die Sonnenseite. Die Route ist perfekt abgesichert, „eine Bergführeroute mit vielen Bohrhaken“ wie Bergführer Herbert uns am Vorabend versicherte. Er hat Recht behalten. In der Ferne schimmern die weißblauen Bergketten

Oben: Nach ihrem fünften Achttausender gab sie ihren Beruf als Krankenschwester auf. Seitdem widmet sich Gerlinde Kaltenbrunner nur noch dem Profibergsteigen. Bilderreihe Mitte: Der Übergang vom Hohen auf das Niedere Dirndl wurde vor 108 Jahren zum ersten Mal geklettert. Die beste Zeit dafür ist von Juli bis in den Oktober.


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Grenzenlose Freiheit über den Wolken. Nicht nur Gerlinde Kaltenbrunner liebt die Stimmung über den Wolken zu schweben. Gut sieben Express-Sets und drei bis fünf Bandschlingen sollte man auf der Gratüberschreitung dabei haben.

aus einem flauschigen Wolkenteppich hervor. Immer wieder entdecken Gerlinde und Ralf Routen in der Weite, die sie mit gemeinsam erlebten Abenteuern verbinden. „Meine junge Frau“ nennt Ralf sie neckisch bei der ersten Gipfelpause am Niederen Dirndl, 2.810 Meter. Gerlinde beißt zufrieden in ihr Brot: „Ich jause so gerne“, dabei lacht sie wie ein junges Mädchen.

VIEL LUFT UNTERM HINTERN Sie braucht diese Berge, um Leben zu spüren. „Kinder?“, frage ich sie. „Das lässt sich mit Expeditionsbergsteigen nicht vereinbaren“. Diese Antwort kommt glasklar und gut überlegt. Hinab in die Dirndlscharte sind es locker 25 Meter. Abseilen ins Nichts, nur Luft und noch mehr Luft unterm Hintern. Der Magen zieht sich zusammen, wenn das eigene Leben zwischen Fingern, Seil und Abseilachter hinuntergleitet. Für Gerlinde Kaltenbrunner sind solche Stunden beinahe das gleiche wie für uns: „So ein Tag in den Bergen gibt dir Energie für eine ganze Woche.“ Im Moment ist sie wieder dort, wo sie am meisten Luft bekommt – unterwegs zu ihrem nächsten Gipfel, dem Dhaulagiri I. Er ist 8.176 Meter hoch, hat wenig Luft zum Atmen, aber viel Freiheit auf dem Weg dorthin.

Gerlinde lernte ihren Mann Ralf (im Bild hinten links), der auch Bergführer ist, natürlich in den Bergen kennen.

INFOS DACHSTEIN-TOUR

INFO | Tourismusverband Ramsau am Dachstein, www.ramsau.com , Tel. +43/(0)36 87/818 33 TOUR | Recht unbekannt ist die Westgratüberschreitung des Niedernen Dirndl mit Überschreitung Hohes Dirndl. Durchwegs 3+. Vorsicht: Topo beachten, es gibt Varianten mit Stellen bis 5. Grad. Zeit: 3–5 Stunden. AUSRÜSTUNG: Steigeisenfeste Bergschuhe Lowa „Cevedale“, Schöffel Gore Pro Shell Jacken „Mountain Pro II“ M und Soft Shell Jacke „Micro Plus“ oder Bergans Soft Shell Jacke „Ramberg“, Hose Arc’teryx„ Gamma MX“; Soft Shell Handschuhe „Black Diamond Dry Tool“; Rucksack Deuter „Speed Lite 30“; Brille „Julbo Explorer“; Weiteres:


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Steigeisen (10-Zacker reicht aus), Seil 60 Meter (für lange Abseilstellen 60 Meter notwendig) z.B. Mammut „Infinity Super Dry“ 9,5 mm, Klettergurt, Bandschlingen und mehrere HMS-Karabiner, Abseilachter & Express-Sets, Helm, Notfallset, Biwaksack für Notfälle, leichter Eispickel „Black Diamond Raven Pro“ (je nach Bedingungen auf Tour). WOHNEN: Hotel Berghof, mit schönem Wellnessbereich, ab ca. 70 Euro, Tel. +43/(0)36 87/818 48, www.hotel-berghof.at


24 | FASHION

DAS URBANE LEBEN STELLT UNS TÄGLICH VOR NEUE HERAUSFORDERUNGEN. HERAUSFORDERUNGEN, DIE UNS AN DIE GRENZEN BRINGEN, DIE GRENZEN DES MÖGLICHEN. DIE GRENZE DES MÖGLICHEN ZU ÜBERSCHREITEN, DARUM GEHT ES IM URBANEN SPORTDSCHUNGEL! LAUFEN, KLETTERN, WANDERN UND SCHWIMMEN – VIER HERAUSFORDERUNGEN, VIER STYLES, VIER MÖGLICHKEITEN, GRENZEN ZU ÜBERSCHREITEN ...

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FASHION | 25

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26 | FASHION

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28 | FASHION

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30 | FASHION

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FOTOGRAF /// Andi Frank www.andifrank.de FOTOASSISTENZ /// Maximilian Prechtel HAARE/MAKE-UP /// Anna Ploch, agentur Phoenix, www.phoenix-agentur.de STYLING /// Astrid Schl端chter MODELS /// Elena Weber, www.javamodels.de & Mio Cirkovic, www.louisa-models.com PRODUKTIONSLEITUNG /// Astrid Schl端chter


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PORTRÄT | 33

Von Sebastian Schulke

PORTRÄT: CORINNA SCHWIEGERSHAUSEN

Vor 16 Jahren begann der Höhenflug von Corinna Schwiegershausen. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Die dreifache Weltmeisterin im Drachenfliegen kennt keine Grenzen, liebt Monarchen und landet auch schon mal bei Filmstar John Travolta.

Der Gesang der Vögel verstummt und ein bedrohliches Grummeln dringt durch die Morgenluft. Kurz darauf zieht eine Wolke, die orange im Sonnenlicht schimmert, vorüber und am Kirchturm von Zitácuaro vorbei - ein Bergdorf, das in der mexikanischen Hochebene Sierra Madre auf 3000 Metern Höhe liegt. Hunderte Schaulustige haben sich hier versammelt. Die Meisten erstarren – nicht vor Schreck! Vor der Schönheit des Naturschauspiels. Denn die Wolke besteht nicht aus giftigen Abgasen, sondern aus Millionen kleiner Schmetterlinge. Monarch-Schmetterlinge. Ihre Flügel strahlen orange mit schwarzen Linien und kleinen weißen Punkten darauf. Mittendrin steht Corinna Schwiegershausen. „Es ist immer wieder fantastisch“, schwärmt sie. „In den Oyamel Wäldern hier oben überwintern die Falter und bereiten sich auf die Paarung vor. Die „Drachen des Waldes“ werden sie von den Indios genannt.“ Die „Königin der Lüfte“ würden Mexikos Ureinwohner wohl Corinna nennen. Sie ist dreifache Drachenflug-Weltmeisterin und eine absolute Überfliegerin.

„Luft ist mein Element“, sagt Corinna Schwiegershausen (36), die im Juni nach dem nächsten großen Titel greifen könnte. In Greifenburg (Österreich) findet die offene Europameisterschaft der Drachenflieger statt. Und da könnte sie der immer noch von Männern beherrschten Drachenwelt erneut das Fürchten lernen.

Im vergangenen Jahr startete Corinna als einzige Frau unter 121 Teilnehmern aus 30 Nationen bei der Weltmeisterschaft in Big Spring (Texas) und belegte Rang 15. „Das war für mich selbst die größte Überraschung. Nur die besten sechs eines Landes durften starten“, sagt sie stolz und lacht. „Aber das liebe ich auch so an meinem Sport. Ich fliege jetzt bereits seit 16 Jahren und lerne immer wieder dazu, bleibe niemals auf einem Level stehen.“ So etwas wie Grenzen gibt es für Corinna Schwiegershausen aus München nicht. Auch wenn sie gerade einmal 1,68 Meter misst und knapp 55 Kilo auf die Waage bringt - nicht gerade die Gardemaße eines gemeinen Drachenfliegers. „Körperlich habe ich schon gewisse Schwierigkeiten. So bleiben mir bei Start und Landung gerade einmal zehn Zentimeter, die sich

Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein: Corinna Schwiegershausen – dreifache Weltmeisterin im Drachenfliegen aus München – bei einem ihrer Ausflüge zu Lande und in der Luft. © FOTOS: SAMO VIDIC

zwischen meinen Händen an der Trapezstange und dem Boden befinden. Das ist nicht viel Spielraum“, erklärt Corinna. Und: Da ihre Arme und Beine nicht gerade die längsten sind, verfügt sie auch nicht über große Hebelkraft. Aber das bremst die Frauen-Weltmeisterin nicht im Geringsten. Als kleines und zierliches Leichtgewicht macht sie fehlende Masse mit besonderer Klasse weg. „Drachenfliegen ist nicht nur körperlich ein sehr anspruchsvoller Sport, sondern auch geistig“,


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tralien, den USA, Ungarn oder Mexiko. „Im Laufe der Zeit habe ich viele Freundschaften schließen können. Und so brauche ich auch nicht mein ganzes Zeug mitschleppen. Ein Drache lässt sich immer auftreiben, wenn ich in Rio, Seoul oder Orlando ein paar Tage fliegen kann“, lächelt sie und meint: „Bei den Reisen kommt mir mein Job sehr zur Hilfe.“ Denn: Corinna ist Stewardess. Vom Drachenfliegen allein kann nämlich auch eine dreifache Weltmeisterin nicht leben. Sponsoren und betont Corinna. Bei einem Drei- oder Vier-Stunden-

Preisgelder sind nur schwer zu finden. Wenn es mal außer einem silbernen Pokal auch noch ein

Flug komme es nicht nur auf Kondition, Flugtechnik

paar Euros für die ersten drei Plätze gibt, reichen die noch nicht einmal für die Startgebühr. Bei einer

und Material an. Ganz wichtig sei eine gute Nase fürs

WM, die je nach Wind und Wetter über zwei Wochen gehen kann, kostet ein Startplatz zwischen

Wetter. Meteorologie sollte kein Fremdwort sein. So

450 und 500 Euro. Dazu kommen noch Flug, Transport und Unterkunft sowie Essen und Trinken.

achtet die Münchnerin während ihrer Ausflüge über

Meistens geht auch noch Kohle für einen Fahrer drauf, den man samt Auto mieten muss, um die

Berge und Täler auf jedes Blatt und jeden Vogel in

Ausrüstung jeden Morgen zum Startplatz bringen zu können. Später sammelt der Fahrer Flieger

ihrem Flugbereich, beobachtet die Wolken und den

und Drachen wieder ein. „Das kostet alles Geld, besonders die Flüge“, so Schwiegershausen. „Aber

Wind, um nicht zu einem Spielball der luftigen Natur-

als Stewardess schlagen die nicht mehr so zu Buche.“ Vor zwei Tagen war sie noch in Indien unter-

gewalten zu werden. Außerdem geht es ja auch da-

wegs – allerdings ohne Drachen. Dort kaufte sie reichlich Ananas und Gewürze ein. „Wenn ich nicht

rum, möglichst direkt, schnell und vor allem sicher die

genügend Zeit zum Drachenfliegen habe, steht Kultur oder Kulinarisches auf meinem Programm.

vorgegebenen Wendepunkte und den Landepunkt zu

Ich bin mit fünf Kilo Gepäck rüber geflogen und mit 28 zurückgekommen. Ich koche sehr gerne und

erreichen. Das gilt für Wettkämpfe genauso wie für

viele meiner Freunde auch“, erklärt Corinna. „Da laufe ich dann immer auf die großen Märkte.“ In

Privatausflüge. „Drachenfliegen ist kein gefährlicher

Mexiko stehen Mangos, in Brasilien Avocados auf ihrem Einkaufszettel. In New York ziehen sie die

Sport, wenn man weiß, was man tut. Wenn man sich

Kulturtempel magisch an. „Das Schöne ist, dass ich als Stewardess nicht nur einmal diese Länder

nicht überfordert und dabei erkennt, wie fragil das Le-

und Orte anfliege. So kenne ich mittlerweile in Manhattan jedes Museum.“

ben ist“, meint Corinna. „Oben über den Berggipfeln verspüre

In Bremen kennt sie sich auch bestens aus.

ich die absolute Freiheit, wie

Dort erblickte Corinna Schwiegershausen vor

ein Vogel. Ich kann mit der

36 Jahren das Licht der Welt. Fünf Jahre spä-

Luft spielen, schnell und lang-

ter steht das Mädchen mit den Sommerspros-

sam fliegen, kreisen und so-

sen in einer Ballettschule an der Stange – ein

gar stehen. Es ist fantastisch,

halbes Jahr lang. „Das machte keinen Spaß.

wenn man ganz langsam an

Ich wollte rumspringen und durch die Luft wir-

den Wolken vorbei zieht und

beln“, erzählt Corinna. Doch auch Reiten und

sie berührt.“

Judo entspricht nicht ganz ihren Vorstellungen. Erst als ihre Eltern 1984 in den Sommerferien

So locker und leicht wie die

wieder in die Rhön zum Wandern fahren, geht

Wolken so schwer ist die Aus-

sie das erste Mal in die Luft. Ihr Vater kennt

rüstung von Corinna. 33 Kilo

einen Piloten, der in seinem Segelflugzeug mit

wiegt allein der Drachen samt

Corinna eine halbe Stunde lang jede Menge

Segel

Alu-Gestänge.

Loopings dreht. „Mit diesem Flug ging es los“,

Dazu kommen nochmal 15

sagt Corinna. Als ihr Vater vier Jahre später ei-

Kilo für Gurtzeug, Integralhelm

nen Drachenflug-Kurs belegt, ist Corinna nicht

und Instrumente wie ein Vario-

mehr zu halten. Mit 17 macht sie ihren ersten

meter, GPS und Funkgerät –

Sprung. Sprung? „Dabei steigt man wie ein

summa summarum: 48 Kilo im

normaler Drache in die Luft“, erklärt Schwie-

Wert von 9.000 Euro. Dieses

gershausen, „aber man hängt an drei Seilen,

Schwergewicht

schleppt

die von drei Leuten gehalten werden.“ Ein Jahr

Schwiegershausen,

später belegt sie einen richtigen Kurs und

die nur knapp sieben Kilo

erhält mit 19 Jahren den A-Flugschein. Flug-

mehr wiegt, von ihrer Woh-

lehrerin für Drachenflieger wird sie auch noch.

nung in München ins Auto und

Auf ein Studium für Kommunikationsdesign in

von

zum

Darmstadt folgt eines der Kommunikations-

Startplatz – an

wissenschaften in München. Da ist Corinna

die Rampe am

den Alpen endlich ganz nah. „Die Hügel bei

Rauschberg

uns im Norden sind sehr schön, aber nicht mit

und

Corinna

dort

im

Chiemgau

zum

den Bergen hier vergleichbar“, meint sie, „ich

Beispiel.

„Das

musste einfach nach München.“

ist eines meiner liebsten Flugreviere“, sagt Corinna, die in der ganzen

In Florida muss Corinna während der Drachenflug-WM 2006 dem Gitaristen von Deep Purple,

Welt mit Drachen abhebt – in Südkorea, Japan, Aus-

Steve Morse, erklären, dass sie nicht irgendein verrückter Fan ist, sondern Weltmeisterin im Drachenfliegen. Und das das Kamerateam nicht wegen ihm da ist, sondern wegen der „Königin der Lüfte“. „Das war sehr komisch“, schmunzelt sie, „irgendwie hatten die WM-Veranstalter vergessen, dem Rockstar zu sagen, dass sein Privatflugplatz als Landepunkt benötigt wird.“ Doch nicht


nur Rockstars, auch Filmstars kreuzen ihre Flugroute. Ein paar Tage später landet Corinna auf dem Grund und Boden von John Travolta. „Der war allerdings nicht da“, bedauert sie. Solche kleinen Irrflüge sind keine Seltenheit, wenn die bei den Wettkämpfen vorgegebenen Koordinaten nicht ganz eindeutig zu lesen sind. Oder wenn die Drachenflieger einfach die Wendepunkte verfehlen und der Wind sie ins Abseits bläst.

Vom Winde verweht – in München passiert ihr das sicher nicht. Corinna sitzt in einem italienischen Restaurant, isst einen Salat, trinkt ein Glas Mineralwasser und deutet plötzlich auf eine kleine Narbe neben ihrer Nase: „Das sind bleibende Spuren von der WM 2000 in Griechenland. Mein erster und bislang einziger Sturz. Da bin ich bei der Landung mit dem Gesicht über den Boden geschrammt, und mein Integralhelm hat mir dabei so ins Gesicht gehauen, dass ich diesen Riss davon getragen habe.“ Ansonsten ist die gebürtige Bremerin alles andere als eine Draufgängerin – nicht zu Lande und auch nicht in der Luft. „Wenn die Wetterlage zu unsicher ist, habe ich kein Problem damit, während eines Wettkampfes einen Flug abzubrechen“, sagt Corinna. „Ich setze nicht mein Leben aufs Spiel. Drachenfliegen ist ein kleiner Sport, da spielt Geld keine große Rolle. Somit gibt es auch keinen großen Erfolgsdruck. Wir nehmen uns alle nicht so wichtig und sehen das Ganze eher gelassen.“ Auch wenn so ein Jahr mit Drachen im Gepäck um die 20.000 Euro kostet. Die Wettkämpfe laufen rund um den Erdball – in Brasilien, Australien, Europa und Asien. Doch für ihre große Leidenschaft zahlt Corinna gerne viel Geld. Wenn sie mit ihrem weißen Drachen an einem Starthügel steht, anläuft, auf knapp 30 Kilometer pro Stunde beschleunigt, abhebt und durch die Lüfte segelt und mit bis zu 110 Kilometern pro Stunde über die Gipfel der Alpen rauscht, dann verwandelt sich die „Königin der Lüfte“ für kurze Zeit in einen Monarch-Schmetterling. Und das ist immer wieder fantastisch.

STECKBRIEF

NAME | Corinna Schwiegershausen SPORT | Drachenfliegen TRAINING | Rudern, Skaten, Joggen, Kraft TITEL | 3 x Weltmeister, 6 x Deutscher Meister FLUGGERÄT | Moyes Litespeed 3.5 S GEWICHT | 33 kg SPANNWEITE | 10 Meter SEGELFLÄCHE | 11 Quadratmeter FLUGHÖHE | bis zu 5.000 Meter FLUGDISTANZEN | 25–300 Kilometer FLUGDAUER | 1–7 Stunden SPONSOREN | Red Bull, adidas, Air Optix, Timezone, Icebreaker DIE GRÖSSTEN FANS | Elke (Mutter), Dieter (Vater), Florian (Bruder)

www.dhv.de © Samo Vidic


36 | KAUFBERATUNG

KAUFBERATUNG HANDYS, HANDHELDS UND GPS-GERÄTE

KLEINE BEGLEITER FÜR UNTERWEGS GPS-Geräte, Handys oder Handhelds sind längst mehr als nur Orientierungshilfe, Telefon oder elektronisches Filofax. Die interak tiven Kommunikationstools machen jede Menge Spaß – ich kann meine gerade neu entdeckte Bikeroute an einen Freund schicken, meine Community updaten oder die neuesten Musiktitel austauschen. Vor allem GPS-Geräte und Handhelds boomen. Die Zielgruppe für die High-Tech-Teile erstreckt sich mittlerweile auf alle Altersklassen: Sportler, Reisende, Design- und Technologiefans integrieren die Geräte in ihr tägliches Leben. Mit der Vielfalt des Angebots und der Leistungen steigt jedoch auch die Qual der Wahl. Dabei versuchen die Anbieter, durch klare Segmentierung das passende Gerät für jeden zu finden. Der Trend geht zu leistungsstarken Individuallösungen, weg von multiplen Alleskönnern. Reiselustige Sportler bekommen ein umfangreiches Navigationspaket und Freunde von edlem Design ein technologisches Meisterwerk. SportPresse stellt GPS-Geräte, Handys und Handhelds für drei unterschiedliche Einsatzbereiche und Ansprüche vor. Dann entscheiden Sie selbst, wer in Zukunft Hand in Hand mit Ihnen gehen soll.

© Garmin

© Sony Ericsson

Text: Tanja Krauß; Fotos: Roland Grill


KAUFBERATUNG | 37 SAMSUNG „SGH 800“ – SCHNAPPSCHUSS MIT OPTISCHER ZOOM-KAMERA Mobiltelefon trifft Digitalkamera. Die Koreaner zählen zu den Vorreitern der Handy-Fotografie und verpacken in ihrem Topmodell eine 5-Megapixel-Kamera mit Kontrast- und ZoomEinstellungen und Fotoeffekten: 4-fach Digitalzoom, 3-fach optischer Zoom, Panoramafunktion, Xenon-Blitzlicht, Autofokus, Face-Detection-Technologie, WDR, Bildstabilisator u.v.m. Großformatige Aufnahmen, Close-ups, Nah- und Serienaufnahmen sind scharf wie Digitalfotos. Die stylische Schiebemechanik und das große LCD-Farbdisplay begeistern. Action-Heroes können beim Videodreh punkten. Den Sound dazu liefert ein umfangreiches Multimediasystem.

TECHNIK | Plattform: Triband, S-CDMA, HSDPA, UMTS, Edge, GPRS | Gewicht: 139 g | 2,4 Zoll TFT-Farbdisplay (240 x 320 Pixel) | dynamischer Speicher: 150 MB | MicroSD-Steckplatz | 5-Mpx-Kamera | Bluetooth | MP3-Player | UKW Radio | Sprechzeit: bis zu 8,7 Std. | Standby: bis zu 370 Std. EINSATZGEBIET | für Hobbyfotografen, im Urlaub, beim Sport, im Offi ce oder im Alltag EXTRAS | Per Mobile-Blogging können Videos, Bilder und Texte direkt aufs Web-Tagebuch geladen und von unterwegs vom Handy aus aktualisiert werden. PREIS | 549 Euro (ohne Vertrag)

SONY ERICSSON „C702“ – DER SCHMUTZFINK Harte Hülle, großes Herz. Ab ins Freie mit dem robusten Megapixler. Die Cybershot-Kamera mit Autofokus und Gesichtserkennung ist sicher in ein spritzwassergeschütztes und staubresistentes Gehäuse gebettet. Clever: der Einhandbetrieb in Aktion. Der C702-User weiß gleich, wo er das Foto aufgenommen hat. In Verbindung mit Google Earth oder Maps erhalten unvergessliche Outdoormomente einen Platz in Raum und Zeit. Ein integrierter GPS-Chip liefert geographische Daten, die anschließend im Bild festgehalten werden (Geo-Tagging). Google Maps ist vorinstalliert, so findet das Handy auch als Navigationsgerät Einsatz.

TECHNIK | Plattform: UMTS | AGPS | Gewicht: 105 g | 2,2 Zoll QVGA-Display (240 x 320 Pixel) | Interner Speicher: 160 MB | Speicherkarten-Unterstützung: Memory Stick Micro (M2) | USB | Bluetooth | 3,2-Mpx-Kamera | Sprechzeit GSM/UMTS: bis zu 7 Std./5 Std. | Standby GSM/UMTS: bis 300 Std. EINSATZGEBIETE | Imaging draußen, Sightseeing-Tour, Straßennavigation optional EXTRAS | Kostenpfl ichtige Software inklusive Trainingssoftware zur Aufzeichnung von Laufstrecken und Trainingsergebnissen. Eine Testversion des Wayfi nder Navigator ist vorinstalliert, kostenlos für drei Monate. PREIS | 339 Euro (ohne Vertrag)

NOKIA „N95 8GB“ – DER ORIENTIERUNGSMEISTER Leistung: Viele Features in einem kompakten Gerät – von GPS-basierten Anwendungen bis zum wahren Multimediastudio. Navigation ist nur ein Aspekt der standortbasierten Dienste: Reisetipps zu Sehenswürdigkeiten festhalten, per Geotagging eine multimediale Diashow mit Standortinformationen zaubern oder mit Nokia Sports Tracker Sportlerrouten austauschen. Alles hat auf dem riesigen Speicher Platz. Zwei Kameras inklusive 5-Megapixel-Kamera mit Optik von Carl Zeiss, Blitzlichtmodi, Autofokus und Programmautomatik machen Digicams Konkurrenz. Musik- und Media-Player, Radio, großes Farbdisplay – das Heimkino ist perfekt.

TECHNIK | Plattform: Quadband, UMTS, WCDMA, HSDPA, GSM | GPS-Modul | WLAN und UPnP | Gewicht: 129 g | 7,1 cm QVGA-TFT Farbdisplay (240 x 320 Pixel) | interner Speicher: 160 MB | interner Flash-Speicher: 8 GB | Bluetooth | USB | 5-Mpx-Kamera | digitaler Musik-Player | UKW-Stereo-Radio | RealPlayer | Sprechzeit GSM/UMTS: bis zu 300 Min./bis zu 210 Min. | Standby: bis zu 280 Std. EINSATZGEBIETE | Ein echter Alleskönner, an dem „Young Professionals“, „Tekkies“, Vielreisende und Sportler gleichermaßen Spaß haben. Das schlägt natürlich auch auf den Preis. EXTRAS | Die Navigationslösung „Nokia Maps 2.0" ist kostenlos, inklusive Grundfunktionen wie Routenplanung, Kartenmaterial für über 150 Länder und Fußgängermodus. Reiseführerfunktion ist kostenpfl ichtig. Vorteil: Nutzer können für 6,49 Euro regionsbezogene Monatslizenzen mit aktuellen Karten erwerben. PREIS | 649 Euro (ohne Vertrag)


38 | KAUFBERATUNG APPLE „iPHONE“ – DER BILDERSPIELER Kleiner Mac im Taschenformat, der dazu telefonieren kann. Ein simpler Fingertipp, und das Kult-Phone öffnet eine virtuelle Welt auf Breitbild-Display. Das iPhone punktet durch einen vollwertigen Web-Browser und HTML-eMail-Funktion. Webseiten werden getreu wiedergegeben, per Zoom-In- und Zoom-Out-Funktion lassen sich Ausschnitte vergrößern. Intelligente Sensoren unterstützen den Bedienkomfort, so bewegen sich Displayinhalte beim Drehen des iPhones mit. Ein Plus für Musikfans ist der vollintegrierte iPod mit neuen Features wie der Cover-Flow-Ansicht zum Durchscrollen der Albencover.

TECHNIK | Quadband | Gewicht 135 g | 3,5 Zoll-Multitouch-Display (480 x 320 Pixel) | Speicher: 6, 8 und 16 GB | Betriebssystem OS X | WLAN | USB | Funktechnologien: Wi-Fi, EDGE, Bluetooth | Freisprechen | Visual-Voicemail | dynamische Kontaktdatenbank | 2-Mpx-Kamera | Sprechzeit: bis zu 8 Std. | Standby: bis zu 250 Std. EINSATZGEBIET | Für den Großstadt-Dschungel. Durch Google Maps-Unterstützung und MultimediaFunktionen als digitaler Reiseführer auf Städte- oder Urlaubstrips zu empfehlen. EXTRAS | kostenlose Software-Updates, direktes YouTube-Programm, iTunes Movie Rentals ansehen PREIS | 399 Euro (8 GB)/499 Euro (16 GB) inkl. Zweijahresvertrag bei T-Mobile („Complete“-Tarife S bis XL)

HTC „TOUCH CRUISE“ – SMARTER EINSTEIGER Vielseitiger Einsteiger in die Welt von Windows Mobile. Robust und dennoch schick verpackt. Für einen vergleichbar günstigen Preis bietet das Smartphone eine komplette Navigationslösung inklusive TomTom Navigator GPS-Software. Kartenmaterial D/AUT/CH sowie der wichtigsten europäischen Straßen sind auf der beiliegenden MicroSD-Karte vorinstalliert. Viele Office-Features erleichtern den Business-Alltag, so können z.B. Word und Excel-Dateien direkt bearbeitet werden. Multimedia: Windows Media Player, Audio Manager und 2-Megapixel-Kamera. Auf schnellere Übertragungsstandards wurde verzichtet.

TECHNIK | Quadband | Netze: GSM/GPRS/EDGE | GPS | Betriebssystem: Windows Mobile 6® Professional | Gewicht: 122 g | 2,8 Zoll QVGA Touchscreen (320 x 240 Pixel) | 256 MB Flash, 128 MB RAM interner Speicher | microSDTM Kartenslot | Bluetooth | USB | 2-Mpx-Kamera mit Macrofokus | Music Player | Sprechzeit (GSM): bis zu 350 Min. | Standby (GSM) bis zu 240 Std. EINSATZGEBIET | GPS-basiertes Smartphone für Business-Anwender. Individuelle Lösung für Einsteiger. EXTRAS | YahooGo! 2.0 vorinstalliert: So lassen sich eMails verfassen, Fotos hochladen, u.v.m. PREIS | 449 Euro als SIM-freie, HTC-gebrandete Version.

BLACKBERRY „8310“ – DER ORGANISIERTE Kommunizieren immer und überall. Das „8310“ ist Telefon, Internet, eMail, Navigation und Multimedia in einem. Blackberry-User bekommen elektronische Post per eMail-PushService direkt und ohne Wartezeit aufs Handy geliefert – und das von bis zu zehn eMailAdressen. Dank Trackball mit Einhandbedienung und übersichtlichem Display können Mails bequem abgerufen und beantwortet werden. Mit dem eingebauten Organizer ist die gesamte Office-Welt greifbar. Multimedia-Fans können sich auf MP3-Player und aufsteckbare Digicam freuen. Neu im smarten BlackBerry ist der integrierte GPS-Empfänger.

TECHNIK | Quadband | GPRS, Edge, WAP, EMS | GPS-Empfänger | Gewicht: 111 g | TFT-Display (320 x 240 Pixel) | Bluetooth | USB | 2,0-Mpx-Kamera | Sprechzeit: 240 Std. | Standby: 408 Std. EINSATZGEBIET | Home-Office für unterwegs. eMails finden eigenständig den Weg an den See oder den Trail. EXTRAS: Kostenlose Software NaviGate Version 2.0 (2.5 in Kürze erhältlich). Die Berechnung einer Route im Inland kostet 99 Cent, Vielfahrer zahlen 9,95 Euro im Monatsabonnement (inkl. Kosten für Datenübertragung etc.), Berechnung einer Auslandsroute: 1,99 Euro (zzgl. Datenübertragungskosten). PREIS | 409,95 Euro ohne Vertrag. Webmail-Tarife: Neu: der Einsteiger-eMail-Push-Service BlackBerry Webmail S ist mit einem Inklusivvolumen von 1 MB monatlich für 4,95 Euro erhältlich.


KAUFBERATUNG | 39 MAGELLAN „TRITON 2000“ – DER WELTREISENDE Vielseitig, handlich und anfängertauglich. Auch Stöße und Wasser können dem robusten Freizeitnavigator nichts anhaben. Über die Tochscreen-Oberfläche – die einzige, die auch rasterkartenfähig ist – lässt sich das Gerät bequem bedienen. Fotos und Video-/Audio-Dateien werden als Annäherungsalarm an Wegpunkte verwendet. Mit Hilfe der kostenlosen Software VantagePoint können diese auf Blogs oder Webseiten hochgeladen sowie Daten, Kartenmaterial, etc. verwaltet und gespeichert werden. Für Abenteurer und Nachtaktive: digitaler Kompass, Barometer und LED-Taschenlampe.

TECHNIK | GPS-Empfänger SiRFstarIII | Gewicht: 224 g (mit Batterien) | 6,9 cm QVGA transflektiver Touchscreen | interner Speicher: 128 MB | SD Kartensteckplatz ( 4 GB ) | USB | 2-Mpx-Kamera | Lautsprecher und Mikrofon | Multimediaplayer | wasserdicht nach IPX-7 Standard | Batteriestandzeit: 10 Std. EINSATZGEBIETE | Für Outdoor-Sportarten wie Tourengehen, Klettern, Bergsteigen, Jagen, Angeln oder Segeln. Crossover-Upgrade zur Straßennavigation mit Lautsprecher oder Headset erhältlich. EXTRAS | Topo- und See-Karten ergänzend zur vorinstallierten Europa-Basiskarte. Kompatibel mit Kartenmaterial von National Geographic. Die Topo 3D Deutschland z.B. gibt es auf SD-Karte für 119 Euro. PREIS | 599 Euro. Kostengünstigere Serienmodelle bereits ab 149 Euro

www.magellanGPS.com

TOMTOM „GO 930“ – DAS AUTO-NAVIGATIONSSYSTEM Umfangreiches Kartenmaterial punktet in der Metropole und auf dem Land. Karten von 35 west- & osteuropäischen Ländern, USA, Kanada und Russland sind vorinstalliert. Der Clou: Korrekturen eigener Karten und Nutzung der Korrekturen Anderer können über TomTom Map Share™ Software vorgenommen werden. Das Go 930T bewahrt den Durchblick, auch an Kreuzungspunkten und im Tunnel – dafür sorgen Fahrspurassistent und Positionsbestimmung. Die neue Routenberechnung IQ Routes™ spart Zeit, Geld und Kraftstoff. Sie basiert auf den tatsächlich gemessenen Durchschnittsgeschwindigkeiten.

TECHNIK | GPS-Empfänger | Gewicht: 220 g | 4,3-Zoll-Touchscreen-Display (480 x 272 Pixel) | 4 GB integrierter Flash-Speicher | SD- und MMC-Steckkartenplatz | FM-Transmitter | TMCpro-Verkehrsempfänger | Freisprechfunktion | Spracherkennung | Bluetooth | Betriebszeit: bis zu 5 Stunden. EINSATZGEBIETE | Die erste Wahl bei Straßennavigationsgeräten rund um den Globus. EXTRAS | Kostenlose Home-Software und TomTom-Community. Tolle Features wie Aufnahme der eigenen Stimme zur Navigation oder Austausch von Standpunktinfos mittels SMS und Bluetooth. PREIS | 499 Euro.

www.tomtom.com

GARMIN OUTDOOR GPS-HANDGERÄT COLORADO 300 – DER BERGMEISTER Leistung: Ein echter Outdoor-Enthusiast. Der Colorado 300 überwindet Land und Meer, erklimmt Berge und ist dazu kompakt und durch ein Rock´n´Roller Scroll-Rad einhändig bedienbar. Digitale Karten können erstmals plastisch und in 3D angezeigt werden. Der Track-Speicher fasst 20 Strecken (á 10.000 Punkte), die detailgetreu abgerufen werden können – das freut insbesondere Biker und Gleitschirmflieger auf längeren Routen. Viele nützliche, sportart-spezifische Funktionen wie Thermometer, Kompass oder barometrischer Höhenmesser bieten einen echten Mehrwert für Sportler.

TECHNIK: GPS Empfänger | Gewicht: 207 g | 7,6 cm Farb-TFT-Display (240 x 400 Pixel) | interner Speicher: 384 MB | SD-Kartensteckplatz (4 GB) | Speicher für 1.000 Wegpunkte, 50 Routen und 20 Tracks | USB | ANT® Link | Wasserdicht (30 Min./1 m Wassertiefe) | Batteriestandzeit: ca. 15 Std. (nutzungsabhängig). EINSATZGEBIETE: Für den multiplen Outdooreinsatz auf sportlicher Tour. Straßennavigation mit wohnstraßengenauen Abbiegehinweisen optional (bei Verwendung einer MapSource Karte). EXTRAS: Topographische Karten, BlueChart Seekarten und Routingfunktion für Straßennavigation sind optional erhältlich. Ein digital codierter Pulsbrustgurt und ein Trittfrequenz-Sensor machen das Trainingsgerät perfekt. PREIS: 449 Euro.

www.Garmin.de


40 | LAUFEN © Christian Penning

Text Christian Penning und Tanja Krauß

ULTRALÄUFE –

Der Ultra-Trail Du Mont Blanc ist nur etwas für ganz harte Läufer und solche, die schon einige Jahre Berglauf-Erfahrung mitbringen. Die Kulisse ist einzigartig. Die Anforderungen an Körper und Psyche aber auch.

DEN EXTREMEN AUF DER SPUR


LAUFEN | 41

Bei Sonnenaufgang kämpft sich das Hauptfeld auf den 2.516 Meter hohen Col del la Seigne. Tom aus Ipswich keucht, muss beißen. Für einen Augenblick hält er inne, vergisst die schweren Oberschenkel. Die Gletschergip-

Die Herausforderung Ultralauf hat längst Läufer weltweit infiziert. Ultra lang, ultra hart, ultra aufregend – der Ultramarathon ist eine Laufveranstaltung über die Marathondistanz hinaus. Meist Landschaftsläufe über mehrere Tage, an denen sich die Läufer Extremen stellen: von der Länge über das Streckenprofil bis zu den Witterungsbedingungen. Was zählt, ist das einzigartige Gefühl, mit sich und der Natur zu kämpfen und wenn möglich am Ende als Sieger hervorzugehen. Ein Ultramarathon der Superlative ist der The North Face Ultra-Trail du Mont-Blanc. Ein langer und ebenso harter wie faszinierender Weg der Selbsterfahrung, den SportPresse im vergangenen Sommer begleitet hat. Zwei weitere Veranstaltungen dürfen in der Liste der langen Klassiker auf keinen Fall fehlen: Der GORE-TEX™ TransRockies Run und der The OMM Original Mountain Marathon. Wir haben den „Aussichtsreichen“ und den „Orientierungslosen“ auf ihren Reiz hin untersucht.

fel leuchten erst zart rosa, dann kräftig orange. „Es ist eine Ehre, in diesem Moment hier oben stehen zu dürfen“, denkt er. Auch Jens aus Hagen hadert in diesem Moment nicht mehr mit seinem rechten Arm, der seit dem Sturz bei Kilometer acht weh tut. Noch hält er die Schmerzen für eine Prellung. Zu Hause wird der Arzt einen Bruch des Unterarmes diagnostizieren. Doch jetzt schwärmt er: „So grausam das Streckenprofil ist, so herrlich ist die Berglandschaft.“ Vielleicht ist ja das der Grund, weshalb er bis ins Ziel durchhält.

Grausam ist für die Hobbyläufer vor allem die zweite Nacht. Der Anstieg zum Bovine bringt sie endgültig ans Limit. Manche Läufer treten zur Seite und schlafen auf der Stelle am Wegrand ein. Einige leiden un-

ULTRA-TRAIL DU MONT-BLANC – ULTRA HART

ter Halluzinationen. Jens aus Hagen sieht Brötchentüten seines Bäckers am Boden liegen. Als er mit den

Die Tour de Mont-Blanc zählt zu den landschaftlich beeindruckendsten und bekanntesten Wande-

Stöcken danach pieksen will, entpuppen sie sich als

rungen der Alpen. 25.000 Hiker aus allen Ecken der Welt schnüren jedes Jahr die Stiefel, um sich

Steine. „Beängstigend, was Schlafmangel und Er-

auf die hochalpine Runde zu machen. Sechs bis zehn Tage nehmen sie sich dafür in der Regel Zeit.

schöpfung mit einem anstellen“, meint er hinterher. Bis

Auch der Ultra-Trail du Mont-Blanc orientiert sich an diesem Rundwanderungs-Klassiker. Mit einem

ins Ziel nach Chamonix wird es nur rund die Hälfte der

feinen Unterschied: Das Zeitlimit für die 9.000 Höhenmeter und 163 Kilometer liegt bei gerade mal

Starter schaffen.

46 Stunden. Dennoch dauert es nach Beginn des Anmeldetermins jeweils nur wenige Stunden, bis alle 2.300 Startplätze vergeben sind. Wer nicht zum Zuge kommt, hat noch die Chance, auf

Der Italiener Marco Olmo ist dort längst angekommen.

einen der 1.500 Plätze für die „Kurzstrecke“ Courmayeur-Champex-Chamonix: 100 Kilometer und

Die Siegesfeier ist vorbei. Chamonix hat einen neuen

5.100 Höhenmeter.

Berghelden. Er schlummert jetzt bequem in seinem Ho-

20 Kilometer nach dem Start, am Dorfplatz von St. Gervais, ist die Sonne gerade untergegangen.

telbett. Das hat er sich verdient. Schließlich hat er für

Die ersten 1.000 Höhenmeter sind geschafft. Auf langen Tafeln beidseits der Straße ist ein üppiges

die Mont-Blanc-Umrundung gerade mal 21 Stunden

Büffet aufgebaut: Suppe, Sandwiches, Kuchen, Riegel, Bananen. 39.000 Energie- und Müsliriegel,

und 31 Minuten gebraucht. Die starke Konkurrenz der

900 Kilogramm Pasta, 1.600 Kilogramm Käse, 8.000 Liter Suppe, 3.000 Liter Kaffee, 4.500 Liter

weltbesten Trailrunner aus Europa und den USA hat er

Energiedrinks und 20.000 Liter Mineralwasser stehen an 16 Verpflegungsstationen bereit. Trotzdem

souveran abgehängt. Marco ist 59 Jahre alt.

werden am Ende alle ausgezehrt sein. Kein Wunder: Der Energiebedarf für das Rennen liegt pro Person bei 40.000 Kalorien. Die Bevölkerung aller Mont-Blanc-Gemeinden ist auf den Beinen, steht Spalier, klatscht, feuert an. Nicola und ihre Mutter veranstalten mit Töpfen und Löffeln ein ohrenbetäubendes Trommelkonzert. Die Läufer entschwinden in eine mondlose, feuchtkalte Bergnacht.

INFO | Ultimativer Härtetest vor grandioser Bergkulisse, limitierte Teilnehmerzahl. Termin: 29.–31. August 2008. Distanz: 163 km, 9.000 Hm; zusätzlich kürzere Distanz: Courmayeur-Champex-Chamonix: 100 km, 5.100 Hm. www.ultratrailmb.com


42 | LAUFEN  KOHLEHYDRATRIEGEL – Xenofi t Carbohydrate Bar | Energieexplosion für zwischendurch: 70 % Energie aus Kohlenhydraten plus Vitamine, Magnesium und Calcium.

 TRAIL-RUNNING-SCHUH – Lafuma Sky Race Outdry | Wasserdichte und atmungsaktive Outdry-Membran, Zwischensohle mit Dreifachdichte, rutschfeste Vibram-Sohle und Twin Lace–Schnürung, ab 115 ¤.  WINDSTOPPER – Gore Running Wear „Magnitude“ | Speziell für kühles, windiges Wetter oder leichten Regen, als Zwischen- oder Außenschicht entwickelt. Das Leichtgewicht (Größe S: 199 Gramm) ist atmungsaktiv und wasserabweisend. Als Damen- oder Herrenmodell ab 189,90 ¤.

 RUCKSACK- Salomon „XA Pro Packvest 15“ | Alle Must-Haves sind in der Packweste verpackt, aber ebenso schnell griffbereit. Extra-Features:Flaschenhalter,perforierter Komfortschaumstoff im Schulterbereich, Gewicht ca. 555 Gramm, ab 79,95 ¤.  SPORTBRILLE – „Cool Eye“ | Der Clou dieser leichten Brille ist eine Folie, in die optische Gläser für Fehlsichtige eingefräst werden können. Die DuosystemLösung verhindert das Splittern bei Stürzen (98 Euro mit Sehstärke, o. optische Folie 29 ¤).

INFO

© Rob Howard

© Rob Howard

2-Tages-Orientierungslauf auf der britischen Insel. Termin: 25–26. Oktober 2008. Gestartet wird in sieben verschiedenen Klassen – die größte Herausforderung vom Typ Line (Checkpunkte werden nacheinander abgelaufen) ist die „Elite“-Klasse, mit quasi zwei aufeinander folgenden Marathons und 2.500 Höhenmetern auf einem festgelegten Kurs. Tag Zwei darf nur starten, wer am ersten Tag pünktlich das Zeltlager auf halbem Weg erreicht. Wer darüber hinaus den besonderen Navigationskick sucht, kann statt „Line“ zu laufen auf „Score“ setzen und durch das Ablaufen abgelegener, besonders extremer Checkpoints abseits des Kurses zusätzliche Punkte sammeln. Das Zeitlimit variiert hier nach Klasse; wer überzieht, bekommt Punktabzug.

STRECKENPROFIL

THE OMM ORIGINAL MOUNTAIN MARATHON – DER ORIENTIERUNGSLOSE PURIST Der Vorreiter aller Abenteuerrennen. 1968 starteten erstmals Wettkampfläufer in ein zweitägiges Querfeldeinrennen gegen die Uhr. Ohne GPS, Handy oder jegliche Hilfeleistung von außen. Einzige Unterstützung: der Partner. Seither hat sich außer dem Namen und dem Sponsor 2006 nichts

Querfeldein durch die Wildnis, jedes Team sucht sich seinen eigenen Weg. Jährlich wechselndes Gebiet in Großbritannien (eine Liste der vergangenen Austragungsorte gibt’s auf www.theomm.com), wird erst kurz vor dem Rennen (ab 4. August 2008) final bekannt gegeben. Die Strecke darf im Vorfeld jedoch nicht inspiziert werden.

geändert. Der OMM zählt zu den härtesten Rennen seiner Zunft, jährlich nehmen bis zu 14 Nationen an dem Rennen teil. Gefragt sind Stärke, Ausdauer, Orientierung und vor allem Eigenverantwortung. Im Gepäck: eine vorgeschriebene Mindestausrüstung sowie Verpflegung für 36 Stunden. Eine Route gibt es nicht, die muss jedes Paar für sich selbst finden. Wer abends nicht ins Camp gekommen ist, wird nicht vermisst, sondern gilt als sicher – irgendwo draußen in der Wildnis.

ANMELDUNG Ab sofort bis 30. Juli 2008 auf www.theomm.com. Anmeldung ab 18 Jahren in der Elite-Klasse, ab 16 Jahren für die restlichen Wettbewerbe. 85 Pfund Stargebühr pro Team.


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44 | LAUFEN

INFO 6-Tages-Etappenrennen durch die Rocky Mountains, Colorado, USA. Termin: 25.–30. August 2008. Gestartet wird in Zweierteams in folgenden Kategorien: Men’s, Women’s, Mixed (1 Frau und 1 Mann) und Men’s 80+ (summiertes Alter der zwei Läufer). Die Erstplatzierten erhalten jeweils ein Preisgeld. Übernachtet wird in einer Zeltstadt, die jeweils am Etappenort aufgebaut wird.

STRECKENPROFIL Jährlich wechselndes Streckenprofi l. 2008: Buena Vista – Clear Creek – Twin Lakes/Leadville – Camp Hale – Red Cliff – Vail – Beaver Creek. Ca. 200 km, rund 7.600 Hm Differenz, der höchste Punkt liegt bei ca. 3.810 m. Ein Mix aus Singletrails, Forststraßen, Wirtschafts wegen und Teerstraßen (2008: unter 12 Prozent)

© Dan Hudson

GORE-TEX™ TRANSROCKIES RUN – PROMINENTE AUSSICHT

ANMELDUNG

Seine Geschichte ist jung, der Reiz jedoch nicht weniger groß. Nach dem Vorbild des TransRockies Mountainbike-Rennen kommen jetzt auch Fußgänger in den Genuss Nordamerikas bekanntester Bergkette. Der GORE-TEX™ TransRockies Run ist ein Berglauf über mehrere Etappen – ca. 200 Klometer führt die Strecke zu weiten Teilen auf steinigen Singletracks entlang des berühmten Continental Divide Trail. Eingerahmt von der Bergwelt der Rockies und der farbenfrohen Wipfel des Indian Summers. Trotz sportlicher Höchstleistung und individueller Zielsetzungen begeistert die Teilnehmer der freundschaftliche Charakter des Laufes, sei es im Team oder beim gemütlichen Beisammensein und Regenerieren in der Zeltstadt.

Karine Herry

Ultramarathonläuferin und Mitglied des Lafuma Teams

Ab sofort unter www.transrockies.com. Das Teilnehmer-paket ist für 1.350 US-Dollar pro Person / 2.700 US-Dollar pro Team inklusive Laufverpflegung (Powerbars, Energiegetränke etc.), Mahlzeiten, medizinische Not versorgung, Duschen, Gepäcktransport, Ausrüstungs tasche, T-Shirts, etc. erhältlich. Anzahlung notwendig. Der Partner kann bis 10. August 2008 nachmelden. Anmeldung ab 18 Jahren.

flüssiger Nahrung an. Gegen Ende kann Cola helfen. Nach dem Wettkampf eiweiß- und kohlenhydratreich essen.

Worauf kommt es bei einem Trail-Schuh für Ultra-Distanzen an? Stabilität, Pronationskontrolle und eine Vollfußdämpfung

SportPresse: Woher nehmen Sie ihre Motivation für einen Ultra-Marathon?

sind entscheidend. Wetterumschwünge, große Tempe-

KARINE HERRY: Am meisten beeindruckt mich, dass alle

fordern Abriebfestigkeit, Komfort und ein Obermaterial,

gut drauf sind! Wichtig sind Strecke, Läufer und Zuschauer.

das leicht ist, luftdurchlässig und schnell trocknet. Die

raturunterschiede und unterschiedliche Bodenbeläge

harte Sohle – oftmals Vibram – und das Obermaterial

Welchen Trainingsbackground sollte ein Läufer haben?

sind gewöhnungsbedürftig, daher sollte man neue

Auf keinen Fall mit einem Ultra-Trail über 180 Kilometer

Schuhe vorher einlaufen.

starten. Neben kontinuierlichem Training und intensiver

Stärke. Für die erste Teilnahme ideal: eine gut organisierte

Welchen Herausforderungen muss sich die Bekleidung stellen?

Veranstaltung über einen schönen, mittellangen Kurs.

Große Temperaturunterschiede bei Tag

Vorbereitung fordert so eine Strecke auch enorme mentale

und Nacht sind möglich. Daher: mehrere Lagen übereinander

Keine Experimente im Wettkampf! Nahrung muss ständig

tragen: Sie sollten jeweils wasser-

zugeführt werden. Um den Blutzuckerspiegel stabil zu

dicht, atmungsaktiv und widerstandsfähig gegen Abrieb,

halten, kommt es auf die richtige Mischung aus fester und

Schweiß oder Bakterien sein.

© Bruno Tomozyk

Haben Sie spezielle Ernährungs-Tipps parat?


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46 | FITNESS

Text: Susan Malekpur Shirazi & Roland Grill

LAUFEN – SO STARTEN SIE RICHTIG DURCH © Reebok

Laufen erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Doch wie viele Menschen laufen wirklich richtig? SportPresse-Fitness-Spezialistin Susan Malekpur Shirazi betreute beim Berlin Marathon erst vor kurzem einige Promis und VIPs. Sie erklärt uns, wie sich Anfängerfehler vermeiden lassen und wie man schon nach einigen Wochen eine beständige Ausdauerleistung erzielt.


FITNESS | 47

LANGSAMER START – HALTUNG BEWAHREN & STABIL BLEIBEN Blickrichtung geradeaus, Oberkörper aufrichten und Schultern locker lassen. Der Körperschwerpunkt liegt über dem Abstoßpunkt, die Oberschenkel sind beim langsamen Lauf aktiv, werden aber nur leicht angehoben. Die Unterschenkel locker mitziehen. Darauf achten, dass die Fußspitzen nach vorne zeigen. Handgelenke werden locker in Laufrichtung gestreckt.

BESCHLEUNIGTER LAUF – HARMONISCHE BEWEGUNGSABLÄUFE Gleichmäßig saubere Kreuzbewegungen von Armen und Beinen (linker Arm und rechtes Bein gleichzeitig vorne). Rumpf stabil halten, Oberkörper und Kopf aufrecht mit leichter Vorwärtsneigung. Die Ferse unter dem Körper aufsetzen, damit ein ökonomischer Lauf gewährleistet wird.

KURZFREQUENZ – SCHNELL AUF TOUREN KOMMEN, RAUM GEWINNEN Kurze schnelle Schritte nach vorne; nach hinten nutzt das Bein den Raum „lange“ aus – die Hüfte unterstützt das Prinzip mit maximaler Streckung. Beim Sprint schnellen die Arme bis in Kopfhöhe nach oben.

GRUNDSÄTZLICHE LAUFTIPPS Regelmäßige Intervallbelastungen sollten zur Steigerung der Ausdauerleistung eingebaut werden. Kurze Sprinteinheiten steigern die Leistung und die Schnelligkeit. Um insgesamt gute Fortschritte zu erzielen, sollte zwei bis dreimal pro Woche gelaufen werden. Lockere Dauerläufe sind gut für eine höhere Fettverbrennung. Dabei gilt: Wer abnehmen möchte, aber wenig Zeit hat, kann überflüssige Pfunde mit Zirkeltrainingseinheiten im Injoy-Studio wesentlich schneller loswerden als mit Laufen. „Beim Laufen ist der Zeitaufwand zum Abspecken etwa doppelt so hoch“, sagt Fitness-Trainer Christian S. vom Injoy-Studio in München.

LAUFBAND-TRAINING IM STUDIO Das Laufband bietet eine Menge Vorteile, denn neben der Auswahl von fünf bis sechs verschiedenen Programmen (auch für leichte Steigungen), kann auch auf Zeit oder Puls trainiert werden. Bei der Laufhaltung sollte man stets auf die Füße achten und Kontakt mit dem Band halten – die Beine dabei nicht zu stark anheben, aber das Band nicht unter den Füßen durchrutschen lassen! Tipp: Wie beim normalen Laufen den Mittelfuß unter dem Körper aufsetzen; es empfiehlt sich, kurze kontrollierte Schritte zu machen und nur mit guten Laufschuhen zu trainieren. Gute Studiolaufbänder (Injoy-Studios haben Laufbänder von Miha: www.miha-bodytec.de) reagieren auf veränderte Pulsfrequenzen. Vorteile: Mit Pulskontrolle lassen sich persönliche Trainingsziele schneller und leichter erreichen, denn entscheidend für die Grundlagenausdauer sind Läufe bei etwa 40 bis 60 Prozent der maximalen Herzfrequenz. Dann ist auch die Fettverbrennung am effizientesten.

Wer ein Laufband für den Hausgebrauch sucht, ist z.B. mit pro fessionellen Geräten von Nautilus (www.nautilus.com )ausgezeichnet bedient. Foto: „Nautilus T516“ ab rund 3.999 Euro mit großer Lauffläche und sehr guter Dämpfung.


48 | LAUFEN & ERNÄHRUNG

MEHR ALS WASSER UND BROT – LAUFEN UND DIE RICHTIGE ERNÄHRUNG

Unser Fitness-Experte und Physiotherapeut Dirk Ostertag erklärt, was Sie beim Essen und Trinken beachten sollten, um beim Laufen richtig gut in Schwung zu kommen. ESSGEWOHNHEITEN AUF INTENSITÄT DES LAUFTRAININGS ABSTIMMEN – „ Je intensiver der Lauf ist, umso länger sollte die letzte Mahlzeit zurückliegen, damit für die Vor-Verdauung genug Zeit bleibt. Am besten werden dem Körper etwa 30 Minuten vor Laufbeginn leicht verdauliche Kohlenhydrate zugeführt – der Powerbar Performance Drink etwa erfüllt diesen Zweck. Bei langen Läufen mit niedriger Intensivität darf auch mal das Essen erst eine halbe Stunde zurückliegen. Allgemein ist wichtig, dass Essen vor dem Training wenig Fett enthalten soll, denn Fett belastet den Magen.“

WELCHE GETRÄNKE UND WIE VIEL – „Vor der Belastung auf kohlensäurehaltige Getränke verzichten. Schon vor dem Lauf regelmäßig trinken. Bei warmen Temperaturen ist genug trinken noch wichtiger, damit die Zellen richtig aufgeladen werden. Wer länger als eine Stunde läuft, sollte ein Getränk mitführen. Der Powerbar Performance Drink oder ein aufgelöstes Powerbar-Gel in Wasser hilft, den Blutzucker konstant zu halten und die Ermüdung hinauszuzögern. Nach der Belastung hilft Erdinger Weißbier Alkoholfrei, um die Mineralien wieder aufzufüllen. Alkohol würde die Erholung verzögern.“ KOHLENHYDRATE – „Sie werden bei den meisten Anfängern durch die höhere Herzfrequenz schneller verbrannt als Fett und sind nicht endlos verfügbar. Zusätzliche Kohlenhydrate in flüssiger Form verzögern die Ermüdung und gewährleisten ein gleichmäßiges Tempo. Sinkt der Blutzuckerspiegel ab, wird auch das Tempo langsamer, da Fette langsamer verbrannt werden.“

Erdinger Weißbier Alkoholfrei wird auch vom IronmanSieger Faris Al-Sultan empfohlen. Schnelle Energie liefern Gels oder Pulvermischungen von Powerbar. Frisches Gemüse lässt sich ideal mit einem der wertvollsten Kohlehydratlieferanten kombinieren: Reis! Oryza-Reis gibt es in vielen Varianten – von Basmati- & Wildreis bis Risotto- & Thai-Reis. NaturReis enthält wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Tipp: In den äußeren Kornschichten befindet sich z.B. Vitamin B1, das eine schnelle Regeneration des Nervensystems nach großer Belastung ermöglicht. 100 Gramm Naturreis enthalten nur 123 kcal. Mehr unter www.oryza.de

NAHRUNGSERGÄNZUNGSMITTEL – „Sie sind im Freizeitsport nur bei Mängeln nötig. Tipp: Etwas Kochsalz ins Getränk hilft, Krämpfen vorzubeugen. Magnesium hilft nur als Depot, jedoch nicht im akuten Fall.“ VOR DEM LAUFEN –„Leichte, verdauliche Nahrung zu sich nehmen, die nicht lange im Magen-Darm-Trakt verweilt. Auf keinen Fall Fette. Eine halbe Stunde vor dem Lauf ist ein Apfel gut. Auf Riegel kurz vorher sollte verzichtet werden. Sie benötigen zu lange für die Energiebereitstellung.“


50 | PROMOTION

© Roland Grill

NISSAN QASHQAI CHALLENGE MÜNCHEN

WO DIE WIRKLICH WILDEN KERLE FLIEGEN ES WAR ATEMBERAUBEND, WAS DIE WELTELITE IM FREERIDE-MOUNTAINBIKE IM MÜNCHNER OLYMPIAPARK BEI STRAHLENDEM SONNENSCHEIN DEN ÜBER 25.000 ZUSCHAUERN VORFÜHRTE. DIE ZWÖLF FINALISTEN PACKTEN ALLE IHRE GROSSEN TRICKS AUS. MIT „SUPERMAN“, „BACKFLIP“ ODER „360 PEDAL WIP“ FLOGEN SIE VON HÜGEL ZU HÜGEL. AUF DEM GRÖSSTEN ALLER BISHERIGEN „NISSAN QASHQAI CHALLENGE“-PARCOURS ZEIGTEN DIE JUNGEN FREERIDER DEM PUBLIKUM, WAS MIT EINEM DIRTBIKE HEUTE ALLES MÖGLICH IST – UND DIE STAUNTEN NICHT SCHLECHT. www.nissan-sportsadventure.com

© Yorick Carroux


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© Yorick Carroux

© Roland Grill

Zum ersten Mal fand das spektakuläre Sportereignis dieses Jahr in vier großen europäischen Metropolen – Mailand (Italien), Madrid (Spanien), München (Deutschland) sowie London (Großbritannien) – statt. Für die Fahrer lohnten sich Schweiß und Teilnahme nicht nur wegen des rekordverdächtigen Preisgelds von 100.000 Euro, sondern auch, weil sie bei der Nissan Qashqai Challenge Tour in den Genuss kamen, auf den besten Dirt-Parcours zu fahren, die jemals in Europa für UrbanFreerides gebaut wurden. Natürlich wollten die favorisierten Fahrer alles zeigen. In München kam es jedoch etwas anders, als erwartet.

KÖNIGE DER LÜFTE – RIDE OF LOCALS Noch bei der letzten Challenge in Madrid legte der katalanische „Trickster-König“ Andreu Lacondeguy auf seinem Kona-Bike so richtig los. In unglaublicher Partylaune flog der junge Wilde mit mächtigen Superman-Backflips in Madrid auf das Podest. Doch schon im ersten Finallauf von drei Runs stürzte Andreu beim Zielsprung. Die Zuschauer feierten den ehrgeizigen Andreu dennoch, auch wenn ihm an diesem Tag nichts so richtig gelingen wollte. Das Herz des Publikums schlug jedoch für die Lokalmatadoren Benny Korthaus und Amir Kabbani. „Es war etwas schwierig wegen des stark wechselhaften Windes. Aber das haben wir dennoch ganz gut hingekriegt“, meinte Benny nach dem Finallauf.

Wer bei der Nissan Qashqai Challenge leider nicht live dabei sein konnte, dem kann nur der aufgezeichnete Live-Stream auf Freecaster empfohlen werden: www.freecaster.tv/mtb

DIE ERSTEN SECHS VON MÜNCHEN IM ÜBERBLICK

SKANDINAVISCHE ÜBERRASCHUNG Überhaupt merkt man dem relativ jungen Sport (die Wurzeln liegen Anfang der 90er-Jahre in Kanada) einen starken Teamcharakter an. Obwohl die Jungs Konkurrenten sind, feuern sie sich gegenseitig an und pflegen den Teamgeist. Wohin die Reise in diesem Sport geht, zeigten an diesem Tag überraschend zwei Skandinavier. In den drei Finalläufen bewies der 18 Jahre junge Schwede Martin Söderström seine herausragende Beständigkeit. Er erlaubte sich keinen einzigen Fehler,

© Yorick Carroux

ohne jedoch auf große Tricks zu verzichten. 360-Barspins, 360-Tailwhips und Tailwhips am Neun-Meter-Sprung oder Nose Dive 360s gelangen ihm fehlerfrei. Die scheinbare Leichtigkeit, mit der er seine Runs fuhr, beeindruckte nicht nur das internationale Judging-Team. Bis zum letzten Lauf führte Trond Hansen, doch nach einem Sturz im dritten Run fiel der Norweger auf den zweiten Rang zurück. Platz drei erkämpfte sich hochverdient der sympathische Kanadier Brandon Semenuk mit seinen Tailwhip, No-Foot Can-Cans am Drop und Double Tailwhips. Die erstklassigen Farher Lance McDermott aus Manchester und Paul Basagoitia rundeten die Top-Five-Platzierungen ab. Ganz ohne Sturz kamen die beiden jedoch nicht aus. Nun spielen auch sie kräftig im Poker um das Overall-Preisgeld mit. Zum Schluss waren sich alle Teilnehmer einig, dass München mit einem fairen Endresultat abschloss. Dieser Meinung war auch Martin Söderstrom, der auf die Frage, ob dies denn sein größter Erfolg in seiner bisherigen Karriere sei, entgegnete: „Das ist schlicht und ergreifend der beste Tag in meinem bisherigen Leben!“

© Yorick Carroux

1. Martin Soderstroem, SWE (Peak Performance) 2. Trond Hansen, NOR (Specialized) 3. Brandon Semenuk, CAN (Trek) 4. Lance McDermott, GBR (Scott) 5. Paul Basagoita, USA (Kona) 6. Benny Korthaus, GER (Speczialized)

© Roland Grill


52 | SERVICE /// FAHRRADTRÄGER © Thule

© Thule

© Framie

© Thule

Text: Roland Grill; Fotos: Hersteller

FAHRRADTRÄGER – DIE PRAKTISCHE LÖSUNG IST PURE TYPENFRAGE

ICH, MEIN BIKE UND DIE GEMEINSAME FREIHEIT Sportler, Hobbyradler und ambitionierte Biker haben ihr Fahrrad fast immer und zu jeder Art von Tour bereitstehen. Wer nicht jedes Mal das halbe Fahrrad zerlegen möchte, um das Bike im Fahrzeug-Innenraum zu transportieren, der beschäftigt sich früher oder später mit der Anschaffung eines Fahrradträgers. Manchmal gibt es dazu ganz außergewöhnliche Lösungen. SportPresse hat den Markt durchforstet und einige pfiffige Produkte ausgewählt.

© Opel


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HECK- UND KUPPLUNGSTRÄGER DER KONVENTIONELLE UND KUMPELHAFTE TYP Thule fertigt seit Jahren die zuverlässigsten Biketräger-Modelle, mit durchwegs sehr guten Testergebnissen bei Ausweichmanövern und Unfalltests. Der neue Kupplungträger „Euro Classic G5 908“ wird mit einem Handgriff auf die Anhängerkupplung montiert. Der Clou: Zum Öffnen der Heckklappen (Mercedes, VW T5), dürfen die Bikes- dank raffiniertem Abklappmechanismus, auf dem G5 stehen bleiben. Gummieinlagen schützen die Bikes vor Beschädigungen. Tipp von uns: Nicht alle Bikes sind baugleich, daher sollte man im Notfall mögliche Kontaktstellen am Träger selber mit Klebeband abtapen. Dann bleiben auch „sensible“ Räder ohne Lackkratzer.

www.thule.de.

Den Thule EuroClassic G5 gibt es ab 499 Euro;

Wer einen Transporter wie den VW T5 oder Fiat Scudo besitzt, der muss auf die Heckträgersysteme von Paulchen ausweichen. Die Systeme kosten je nach System etwa 450 Euro. Nehmen Sie sich genug Zeit bei der Montage – die Aufbauanleitung ist spärlich;

www.paulchensystem.de.

INDOOR-LÖSUNG DER SICHERE UND ELEGANTE TYP Den Besitzern von Vans oder Kombis kommt die Unterbringung der Bikes im Fahrzeug sehr entgegen. Die Bikes sind wettergeschützt und diebstahlsicher verstaut. Nachteile: Oft müssen die Reifen abmontiert werden und die Befestigung der Fahrräder ist teilweise problematisch. Lösung: der „Thule InDoor 592“. Ein Transportbefestigungssystem für fast alle Kraftfahrzeuge mit einfacher Montage zum günstigen Preis von 86 Euro. Mehr unter www.thule.de. Exklusiv und echt „Made in Germany“, stellt die Sattlerei von Robert Eberl in Unterschleißheim bei München ihre pfiffigen Pedalund Lenkerschützer aus Leder her. Vor gut sechs Jahren haben der Sattler-Meister und seine Freunde das Biken für sich entdeckt. Damit wuchs die Problematik – „wie transportiere ich mein Bike im Auto, ohne dabei die Inneneinrichtung zu beschädigen“, erzählt Robert Eberl. Herausgekommen sind clevere Schützer die sogar stilsicher und elegant aussehen. Framie-Pedalschutz oder Lenkerhörnchen Protektoren im Set für je 59,95 Euro;

www.framie.de.

FLEX-FIX DER VISIONÄRE UND CLEVERE TYP „Besonders ältere Menschen sind von dem System begeistert: Die Fahrräder müssen nur 30 Zentimeter hoch gehoben werden.“ Herr Stubenrauch, Kraftfahrzeugmeister bei Opel Häusler in München Grünwald, erklärt uns das einfache System von Flex-Fix, einem Fahrradträgersystem, das im Opel Corsa integriert geliefert werden kann. „Flex-Fix ist im auch für andere Modelle adaptierbar", sagt Opel-Chef Hans Demant. Schlicht genial: Mitsamt RückleuchtenEinheit lässt sich der 20 Kilo schwere Träger mühelos aus der Heckschürze hervorzaubern. Die zulässige Nutzlast von 40 Kilo entspricht dem Transport von zwei Bikes. Flex-Fix Aufpreis (nur bei Vorbestellung möglich): 499 Euro; www.opel.de.


ISE SE REISE 5 4 | RREI 54

Text und Fotos: Christian Penning

OUTDOOR-GUIDE SARDINIEN – BERGE, STRAND UND MEER

ZUM FAULENZEN ZU SCHADE: DIE SPORTLERINSEL SARDINIEN Zehn Tage, zehn Sportarten – Sardinien ist wie geschaffen für Outdoor-Sportler. Türkisfarben schimmernde Buchten wie in der Karibik, wilde Schluchten und imposante Gipfel wie in den Alpen, bizarre Felslandschaften mit verwunschene Pfade zum Wandern, Biken oder Reiten. Ein Sportparadies mit bekannt märchenhaftem Charme, denn All-Inclusive-Tourismus ist rar auf der zweitgrößten Mittelmeerinsel. Unsere Reise beginnt im Landesinneren – schließlich soll es gerade dort paradiesische Fleckchen geben.

Zum Biken auf Sardinien dürfen durchstichfeste Reifen – zum Beispiel von Schwalbe – nicht fehlen. Scharfes Gestein und die berüchtigte Macchia machen normale Schlappen schnell platt. Schöne Aussichten werden auf Sardinien bei jeder Sportart garantiert. Und am späten Nachmittag bleibt immer noch genug Zeit für die Mußestunde am Meer.


R EI EISS E | 555 REISE

BIKEN – Ritte wie im Western Dass Biken auf Sardinien etwas ganz Spezielles ist, wird schon klar, als Bike Guide Alessandro in seiner Werkstatt in Luogosanto am Abend vor der Tour seinen Rucksack packt. „Gardena“, ruft Alessandro und lässt mit der rechten Hand stolz seine zusammenklappbare Gartenschere auf- und zuschnappen. Mit spitzbübischem Grinsen schwenkt er in der Linken eine kleine Handharke. Wozu das Werkzeug nötig ist? „Das werdet ihr morgen sehen!“ In endlosen Serpentinen, vorbei an knorrigen Korkeichen, windet sich die Schotterstraße hinauf in die Hügel der Gallura, wie die Landschaft hier im Norden Sardiniens heißt. Es ist Anfang Oktober. Trotzdem heizt die Sonne am wolkenlosen Himmel noch mächtig ein. Jetzt wird auch klar, wozu die grob gezimmerten Holzhüttchen auf den Bergkuppen dienen. „Hier schieben Beobachtungsposten in den heißen Sommermonaten Feuerwache“, erklärt Alessandro. Am Horizont schimmert als weißer Streifen Korsika, davor tiefblau das Meer – die Costa Smeralda mit ihren millionenschweren Yachten in den Buchten. Ein krasser Kontrast. Denn das Hinterland der Gallura wirkt auf den ersten Blick ausgetrocknet und karg, von Luxus kein Spur. Doch hinter der nächsten Kurve wechselt die Kulisse schlagartig. Der Trail führt in eine Landschaft wie aus einem Westernfilm. Immer neue, bizarre Felsformationen tauchen auf. Mit ein bisschen Fantasie verwandeln sie sich auch ohne hitzebedingte Fata Morgana in Kojoten, Pferde oder Geistergestalten. Ob dahinter Indianer lauern? „Du hast wohl zu viel Winnetou gelesen“, albert Maren. „Lass uns lieber den Singletrail dort nehmen.“ Weit kommt sie allerdings nicht. Nach ein paar Kurven gerät sie in den Hinterhalt der Macchia:

BIKE | Sardinien ist wie geschaffen für Mountainbike-

Kilometerlange, unverbaute Sandstrände, bis zu 50 Meter hohe Dünen – nicht nur die hier lebenden

und Rennradtouren. Ideale Jahreszeiten: Frühling und Herbst. Ob auf oder abseits geteerter Straßen, es geht ständig rauf und runter. Mountainbike-Touren am besten mit Guide oder auf von Bikeveranstaltern recherchierten Routen unternehmen. Detaillierte Karten gibt es kaum. Viele Wege und Pfade enden in Sackgassen oder an den Toren von Privatgrundstücken. Wichtig: robuste Schlauchlosreifen aufziehen. Ideal für Rennradfahrer sind die einsamen Straßen im Landesinneren.Veranstalter: Gallura BikePoint (in Luogosanto), Tel. +39/079/65 90 13, www.gallurabikepoint.de Dolcevita Bike Tours (in Pula), Bike- und Rennradtouren auf der gesamten Insel, Tel. +39/070/92098 85,

Meeresschildkröten fühlen sich wie im Paradies.

www.dolcevitabiketours.com

Platten am Hinterreifen. „Ist normal“, zuckt Alessandro mit den Schultern. Jetzt macht plötzlich auch seine Gardena-Bewaffnung Sinn. Ohne sie wäre er als Biker in dem wuchernden, dornigen Gestrüpp hilflos wie ein Cowboy ohne Revolver. Alessandro bringt es auf den einfachen Nenner: „Kein Gardena – kein Singletrail.“ Doch in der kratzigen und stachligen Vegetation finden sich auch freundlich gesinnte Pflanzen. „Probier das“, deutet Alessandro auf einen Kräuterbusch, während er den Fahrradschlauch wechselt. Zwischen den Fingern zerrieben, entfalten die schmalen Blätter stark mentholhaltigen Geruch. „Tief einatmen!“ Puuhhh – das Zeug zieht durch bis ins Gehirn! Minuten später ist der aus dem herbstlichen Deutschland mitgeschleppte Schnupfen wie verflogen! Südwestküste, einige Tage später: nochmals Western-Feeling. Der tafelbergartige Gipfel des Monte Arcuentu erinnert an Utah, Windböen fegen den Staub durch Geisterdörfer mit Fördertürmen alter Minen. High Noon. Nicht Gold war hier das Objekt der Begierde, sondern Silber, Blei und Zink. Ein Schotterweg schlängelt sich in endlosen Kurven von Montevecchio hinab zur Küste bei Piscinas.


ISE SE REISE 5 6 | RREI 56

KLETTERN – Hoch über dem Meer Ein bisschen ist es doch wie in den Alpen: Am Ende der Straße von Cala Gonone in die Nachbarbucht Cala Fuili parken jede Menge Autos mit deutschen und Schweizer Kennzeichen. Doch spätestens, wenn sich in der Wand der Blick vom Kalkfels der Steilküste löst, wird klar: Das können nicht die Alpen sein. Noch zwei Züge, noch einmal volle Körperspannung, den kleinen Vorsprung mit Links antreten – dann ist die leicht überhängende Schlüsselstelle geschafft. Stand suchen. Durchatmen. Der Blick über die Schulter schweift über das endlose Blau des Meeres. Mal hell Türkis, mal in dunklen Marine-Tönen, am Horizont in ein Himmelblau wechselnd. Den Rücken so frei zu haben, macht das Klettern noch befreiender. Sicher auch deshalb zählen die Felswände rund um Cala Gonone zu den Top-Spots auf Sardinien. Vielleicht aber auch einfach, weil man sich nach den bezwungenen Routen

KLETTERN | Sardinien bietet herrliche Klettergebiete. Rund 4.000 Routen sind laut Kletterführer Luca Mandas fi x installiert und gut abgesichert. Ostküste/Supramonte: Cala Gonone (Cala Fuili, Cala Luna, La Poltrona, Frottone Biddiriscottai), Jerzu (tolle Kalkkletterei), Baunei (wilde Steilküste). Süden: Sarrabus (Granitmassiv östlich von Cagliari, Nähe Villasimius). Westen: Domusnovas und Iglesias (eines der größten Klettergebiete der Insel, besonders bei Einheimischen aus Cagliari beliebt; Kalkklettereien mit einem Hauch von Provence), Masua (fester Kalk in traumhafter Meeresbucht). Norden: Sassari/Osilo (Granit, noch wenig erschlossen). Kletterführer: Luca Mandas, Tel. +39/338/132 61 56,

www.nuoviequilibri.com; www.keyasardegna.it CANYONING | Die Ostküste in der Gegend um Dorgali bietet viele Möglichkeiten zum Canyoning in allen Schwierigkeitsgraden. Nur mit Guide; Ausrüstung wird gestellt. Guiding: Keya Sardegna (Orosei), Tel. +39/07 84/982 95, +39/348/653 06 82, www.keya-sardegna.it ; Tipp: Höhlenexkursion in Karst- und Tropfsteinhöhlen.

vom Wandfuß direkt in die Fluten stürzen kann und weil die nächste Espresso-Bar in Cala Gonone fast um die Ecke liegt. Wer einmal hier war, weiß, was Genussklettern bedeutet. Neben einsteigerfreundlichen Routen mangelt es nicht an schweren Projekten (bis 8b+/10+).


R EI EISS E | 557 REISE

WANDERN – Berge statt Beach Wie durch einen verwilderten Garten Eden schlängelt sich der Weg vom gut 1.000 Meter hohen Pass Genna Silana südlich von Dorgali hinab in die Gorroppu Schlucht. Ziegen grasen mit bimmelnden Glöckchen am Hals unter tausend Jahre alten Steineichen, Eidechsen sonnen sich auf kalkig grauen Felsblöcken. Hoch in der

entweder Gecko nennen oder zu den Spitzenkletter-

Luft zieht ein Goldadler seine Kreise. Wenn sich die Strände in Sardinien leeren, beginnt in den Ber-

ern zählen. „Hotel Supramonte“ heißt die Tour in der

gen die Wandersaison. Zu den ursprünglichsten und wildesten Ecken zählt der Nationalpark Golfo di

Mitte der Schlucht – Übernachtung inklusive. Denn

Orosei zwischen Supramonte und Gennargentu-Massiv. Guide Gavino ist hier am liebsten mehrere

die 400 Meter hohe Felswand, teils überhängend,

Tage am Stück unterwegs. „Hier tauchst du ein in die Welt der Hirten“, sagt er. „In der Ruhe der

und durchgehend in höchsten Schwierigkeitsgraden,

Natur sind fünf Tage so erholsam wie 15.“ Berghütten? Fehlanzeige. 700 Höhenmeter tiefer, am Ein-

lässt sich in einem Tag kaum bezwingen. Eine deut-

gang der Gorroppu-Schlucht laden Gumpen zu einer Erfrischung ein. Aber auch die Schlucht selbst

lich entspanntere Alternative für den Rückweg ist da

spendet Kühle. Sie zählt zu den tiefsten und längsten in Europa. Die eng zusammen rückenden Fels-

dann doch der Pfad entlang des grün schimmernden

wände lassen keinen Sonnenstrahl in ihren Grund. Wer von hier hinauf ans Tageslicht will, muss sich

Riu Flumineddu Richtung Dorgali.

Rund 4.000 Routen sind laut Kletterführer Luca Mandas fix installiert. Im Sommer ist eher die Zeit für Kajaktouren, fürs Klettern ist es dann nämlich zu heiß! Die Vielfalt der Insel läßt sich in der heißen Saison gut auf Wanderungen erkunden. Entlang blanker Felswände sind die Wege mittags schattig und angenehm kühl.


ISE SE REISE 5 8 | RREI 58

KAJAK – Romantische Flüsse, wilde Steilküste Noch am Abend nach der Wanderung macht Guide Gavino die Seekajaks klar. Denn der Nationalpark Golfo di Orosei bietet nicht nur wanderbare Berge, sondern auch eine zauberhafte Steilküste mit Höhlen, Grotten und jeder Menge versteckter Strände und Buchten – ideal für eine Paddeltour mit dem Seekajak. Doch das Donnergrollen am nächsten Morgen verheißt nichts Gutes. Minuten später kommt Gavinos

WANDERN | Zu den schönsten Wandergebieten zählt die Ostküste mit ihrem Hinterland. Die höchsten Gipfel des Supramonte und des Gennargentu reichen bis ca. 1.800 Meter. Trinkwasser gibt es in den karstigen Bergregionen kaum, und Wegmarkierungen sind rar. Wanderungen sind das ganz Jahr möglich. Im Winter kann oberhalb von 1.000 Metern Schnee liegen. Ein Höhepunkt ist der anspruchsvolle 7-Tage-Trek Sentiero Selvaggio Blu (mit Abseilsstellen) an der Ostküste. Guiding: Keya Sardegna (Orosei), Tel. +39/07 84/982 95, +39/348/653 06 82,

www.keya-sardegna.it www.sardiniahikeandbike.com

Anruf. „Neuer Plan!“ Das Meer ist wegen des schlechten Wetters zu aufgewühlt. Doch Gavino weiß eine Alternative. Zwei Stunden später gleiten die Kajaks fast lautlos an den dicht bewachsenen Schilfufern des Rio Posada entlang. Langsam verziehen sich die Gewitterwolken. Ein bunter Eisvogel flattert aus seinem Binsenversteck. Blesshühner gehen auf Tauchstation und poppen plötzlich unerwartet in der Nähe des Kajaks hoch. Am Himmel dreht ein Seefalke seine Kreise. Schnappende Fische hinterlassen mit leisem Glucksen runde Kringel auf der Wasserfläche und ... flupps! ... einer springt übers Boot und Nadja direkt ins Gesicht. „Iiiihhh – so eng muss der Kontakt zur Natur dann doch nicht sein!“

SURF & KITE – Den Wind in den Händen Mirco Babini ist ein Surfer wie aus dem Bilderbuch. Blaue Augen, dunkel-

KAJAK | Gerade entlang der steilen Felsküste im Osten lassen sich per Boot einsame Plätze erkunden, die zu Fuß nicht oder nur sehr schwierig erreichbar sind. Vorher über Seewetter und Wellengang informieren! Guiding und Vermietung von Seekajaks: Keya Sardegna (Orosei, Ostküste), Tel. +39/07 84/982 95, +39/348/653 06 82, www.keya-sardegna.it ; Anfibia (Bosa, Westküste), Tel. +39/328/831 51 17,

www.anfibia.it

blonde Haare, vom Wind zerzaust, Baggy-Shorts und braungebrannter Body. Er kommt aus Norditalien, zigeunerte als Windsurf-Profi unzählige Male um die Welt, immer auf der Suche nach den besten Spots – und beschloss schließlich, in Chia sesshaft zu werden. Und das nicht ohne Grund. Denn der kilometerlange Sandstrand östlich der Klippen des Capo Spartivento ist eine ideale Startrampe für Surfer und Kiter. „Spartivento bedeutet zwischen den Winden“, erklärt Mirco. Auch heute ist das nicht anders. Gerade noch blies eine sanfte Brise aus Ost. Doch plötzlich adeln Ponente-Böen aus West die Wellen mit kleinen Schaumkronen. Also nichts wie raus aufs Wasser. „Ein Fünf-Fünfer-Segel reicht“, ruft Mirco noch. Mit größerem Tuch muss man sich hier kaum mal abplagen. „Wir haben hier an etwa 280 Tagen im Jahr Wind“, weiß er dank seiner selbst geführten Wetterstatistik. Und Wind bedeutet

SURF & KITE | Die weiten Sandstrände im Süden rund um Chia bieten beste Bedingungen für Surfer und Kiter. Beste Jahreszeit: Frühjahr und Herbst. Da es nur wenige Stationen gibt, sollte man eigenes Material mitbringen. Spots: Norden: Capo Testa, Porto Pollo. Süden: Chia, Santa Margherita, Isola di S. Antioco, Geremeas. Osten: Golfo di Orosei. Surfstationen: Lentischi Beach Club (Chia), Tel. +39/335/701 59 59, www.windsport.it; Windsurf Village (Porto Pollo), Tel. +39/07 89/70 40 75, www.windsurfvillage.de

SEGELN | Toprevier für Segler ist die Costa Smeralda im Nordosten. Von halbtägigen Exkursionen zum Mitsegeln bis zum Chartern einer Luxusjacht ist alles drin. Segelreisen: www.weltweit-urlaub.de/ segeltoerns/sardinien.php ; Segelinfos allgemein: www.sardinien.com/sport/segeln.htm ;

www.portidellasardegna.org TAUCHEN | Neben Riffen und Felsen liegen auf dem Meeresgrund zahlreiche Wracks. Zwischen Cagliari und Villasimius liegen sogar einige Kriegsschiffe aus dem 2. Weltkrieg. Saison von März bis November. Tauchschulen: Oceanblue Diving (Kala e Moru, Südküste, deutsch), Tel. +39/32 00 51 76 72, www.oceanblue-diving.com

für Mirco fünf Beaufort und mehr. In der Abdeckung der Bucht ist der Wind noch etwas böig, doch weiter draußen pfeift’s beständig. Das Kap beschleunigt den Westwind wie eine Düse. Eine kleine Felsinsel in der Mittel der Bucht dient als Wellenbrecher und lässt im türkis schimmernden Glattwasser butterweiche Halsen fast wie von selbst gelingen. Doch Chia kann auch anders. Bei Tiefdruck wird der Strand zum brodelnden Wave-Spot mit regelmäßigen Sets – Scirocco und Levante sei Dank. Zum Speedspot wird die Bucht schließlich, wenn der Mistral mit stürmischen Böen ablandig aus den Bergen des Hinterlandes über den Lentischi Beach faucht. Wem’s dann am Strand doch zu windig wird, der verkriecht sich einfach hinter die paradiesischen Sanddünen.

Wenn der Mistral mit stürmischen Böen über den Lentischen Beach faucht, wird die Bucht zum Speedspot. „Beim Tauchen im Golf von Cagliari findest du gewaltige Felsformationen – wie ein Gebirge unter Wasser“, schwärmt Tauchlehrerin Angie von Ocean-Blue-Diving.


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REISEINFOS SARDINIEN Zauberhafte Felsbuchten, saubere Sandstrände, klares Wasser – Sardinien zählt zu den schönsten Zielen für Wassersportler. Das Landesinnere mit einsamen Hügel- und Berglandschaften ist ideal zum Biken, Reiten und Wandern. JAHRESZEIT /// Ideal sind Frühjahr und Herbst. Im Sommer kann es sehr heiß werden. Dann sind eher Strandleben und Wassersport angesagt.

REISEVERANSTALTER /// Individuelle Urlaubsplanung inklusive Buchung von Flug, Fähre, Mietwagen und Unterkunft über www.ferien-in-sardinien.com TIPP /// Wohnen auf Landgütern und Bauernhöfen (Agriturismo) www.agriturismo-on-line.com/agriturismo_sardegna.cfm ; Hoteltipps: Agriturismo „Il Muto di Gallura“ (Aggius/Gallura), www.mutodigallura.com; Hotel Bue Marino (Cala Gonone), www.hotelbuemarino.it; Clubhotel Tirreno (Orosei), www.tirreno.ch; Hotel Sa Prenda (Villa San Pietro), www.ferien-in-sardinien.de; Hotel Aquadulci (Chia), www.aquadulci.com; Camping: www.campingsardinien.de FLÜGE /// Günstige Flüge mit TUIfly nach Olbia oder Cagliari, www.tuifly.com FÄHRE /// Preise je nach Saison unter www.ferien-in-sardinien.com; www.directferries.de/sardinien.htm INFOS /// Staatliches Italienisches Fremdenverkehrsamt: www.enit.it

ABSCHIED Ist das Paradies nun eine Insel? Die Antwort gibt ein letzter Abschiedsblick am Strand. Eine auslaufende Welle schiebt sich über den Sand. Für einen Moment hinterlässt sie einen wässrig glänzenden Film, der die Dünen widerspiegelt – und auch die schönsten Erinnerungen der vergangenen Tage: die einsamen Biketrails, den Wellenritt auf dem Surfbrett, das mulmige Gefühl beim Abseilen in die Schlucht, die meditative Konzentration beim Klettern hoch über der Brandung, ... das Gefühl, mit der Natur eins zu sein. Augenblicke später zieht sich die Welle wieder zurück. Der Strand wirkt, als hätte sie ihn nie berührt ... paradiesisch!


60 | REPORT /// SKI-WM 2011 von Wolfgang Greiner

DIE VORBEREITUNGEN LAUFEN AUF HOCHTOUREN, WÄHREND DIE UHR RÜCKWÄRTS TICKT

GAP 2011: DER COUNTDOWN LÄUFT Am 3. Mai war es so weit: Die letzten 1.000 Tage bis zur Eröffnung der 41. Alpinen Ski-WM im Februar 2011 wurden eingeläutet. Um Punkt 12 Uhr wurde die WMCountdown-Uhr am Richard-Strauss-Platz enthüllt. Ab sofort läuft die Uhr in GarmischPartenkirchen rückwärts und für jeden ist sichtbar, wie das Großereignis Tag für Tag näher rückt. In der letzten, heißen Phase des Countdowns zeigt die Uhr dann auch Minuten und Sekunden an. Währenddessen laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren.

in den Disziplinen Abfahrt, Super-G, Riesenslalom, Super-Kombination der Damen und Herren und der Team-Wettbewerb stattfinden. Die Herren erhalten im unteren Teil einen neuen, technisch anspruchsvollen und spektakulären Streckenabschnitt. Bis Herbst 2008 sollen 95 Prozent aller Umbaumaßnahmen abgeschlossen sein.

Rosi Mittermaier, Maria Riesch, Christian Neureuther,

Bis Februar 2011 sind es noch über zweieinhalb Jah-

Felix Neureuther, Thomas Schmid (1. Bürgermeister)

re, in denen das Organisationskomitee noch viele

und Peter Fischer (Geschäftsführer des Organisations-

Möglichkeiten haben wird, alles Geplante und Vor-

komitees GAP 2011) – alle waren sie da, als am 3. Mai

gesehene zu testen und zu optimieren. So finden 2008

die Countdown-Uhr zur WM feierlich enthüllt wurde.

in Garmisch-Partenkirchen vier Weltcup-Rennen in

Seither bestimmt das sowieso schon allgegenwär-

drei Tagen statt, ebenso wie die Juniorenweltmeister-

tige Großereignis auch das Ortszentrum Garmisch-

schaften. 2010 wird das Weltcup-Finale zur offiziellen

Partenkirchens. Die Countdown-Uhr am Richard-

Generalprobe. Auch die Lokalmatadoren Maria Riesch

Strauss-Platz wurde in eine Steinkorbsäule integriert,

und Felix Neureuther werden dann versuchen, deut-

ebenso wie die WM-Schilder an den Ortseinfahrten

liche Zeichen für die Titelkämpfe zu setzen – schön

zu den Ortsteilen Garmisch und Partenkirchen. Die

wäre es, wenn 2011 durch sie die eine oder andere

Uhr wird umweltschonend mit Solarenergie betrieben.

Medaille in Garmisch-Partenkirchen bleiben würde.

„Ein herrliches Symbol“, fand Christian Neureuther. „Wir wollen bei der WM schließlich auch ein deutliches

Doch nicht nur Skisportler setzen prominente Zeichen auf

Zeichen für umweltfreundliche Großveranstaltungen

dem Weg zu GAP 2011: Soeben wurde der FC-Bayern-

setzen.“ Die Umwelt steht auch im Fokus des vom

Star Bastian Schweinsteiger Botschafter der WM.

Organisationskomitee eingerichteten Verkehrs- und

„Es freut mich sehr, als Botschafter für die Ski-Welt-

Umweltressorts unter der Leitung des renommierten

meisterschaften in Garmisch-Partenkirchen in Aktion

Umwelt- und Klimaforschers Prof. Dr. Seiler. Er arbeitet

zu treten. Ich bin früher ja selbst Skirennen gefahren,

eng mit Polizei, Bahn und den umliegenden Gemein-

in den Schülerjahren gemeinsam mit Felix Neureu-

den an wirkungsvollen Konzepten, darunter Lösungen

ther“, erklärte Schweinsteiger. Für das Organisati-

für Verkehrs- und Parksysteme, eine energieeffiziente

onskomitee der FIS Alpinen Ski-Weltmeisterschaften

Versorgung und Energierückgewinnung im Vorfeld

2011 ist Schweinsteiger der erste Botschafter außer-

und während der Weltmeisterschaften.

halb des Skisports, weitere sind vorgesehen. Zentrale Botschafterin ist Rosi Mittermaier. Und so können

Geplant und gebaut wird generell noch an vielen Ecken und Enden. Wie sieht es aktuell aus? Gut

wir alle davon ausgehen, dass in und um Garmisch-

zwei Jahre nach Vergabe der WM nach Garmisch-Partenkirchen sind die Genehmigungen für sämt-

Partenkirchen und seine Botschafter noch viel passie-

liche Um- und Ausbaumaßnahmen der WM-Strecken erteilt. Der „Gudiberg“, an dem die Slalom-

ren wird, während die Uhr am Richard-Strauss-Platz

bewerbe der Damen und Herren stattfinden, wurde bereits letztes Jahr modifiziert, und die Strecke

Tag für Tag rückwärts zählt. Zum Zeitpunkt unseres

führt nun direkt in das Olympiaskistadion. Ihre Feuertaufe bestand die neue Zieleinfahrt bereits beim

Redaktionsschlusses waren es nur noch 980 Tage...

Weltcup-Slalom 2008.

2008 und 2009 werden weitere Baumaßnahmen zur Verbesserung von Beschneiung, Personentransport und Infrastruktur umgesetzt. Im Herbst 2007 wurde die „FIS-Schneise“ an der KandaharAbfahrt verbreitert, alle weiteren Um- und Ausbaumaßnahmen an der zentralen WM-Strecke konnten wunschgemäß im April 2008 fortgesetzt werden. Hier werden dann die Medaillenentscheidungen

© Michael Maier

Mehr Informationen zur FIS Alpinen Ski-WM 2011 unter www.gap2011.com und in den kommenden Ausgaben der SportPresse und SkiPresse.


INTERN /// VORSCHAU | 61

JETZT BEWERBEN! SPORTMODELS GESUCHT SportPresse und SkiPresse suchen Sportmodels – diesem Aufruf in der vergangenen Ausgabe sind bereits einige sportliche Topmodels gefolgt (siehe Fotos), die bereits einen kleinen aber feinen Einblick in unsere neue Model-Kartei gewähren. Eine Model-Kartei, die keine glamourösen Stars und Sternchen braucht, sondern Männer und Frauen, die den Sport leben, den sie darstellen. Sportmodels, die sich sowohl in Fotostudios als auch das gesamte Jahr in der Natur wohl fühlen, die mit Dynamik, Power und Ausstrahlung überzeugen. Wenn Sie so ein Sportmodel sind, dazu noch über 18 Jahre alt, dann schicken Sie uns eine Mappe mit aktuellen Aufnahmen, Lebenslauf und ihren sportlichen Vorlieben. Alle Einsendungen werden in die Model-Kartei der Rocket Medien aufgenommen. Jedes Fotoshooting hat ein anderes Thema, und so sind jedes Mal andere Typen und Styles gefragt. Wenn Sie zu den sportlichen Topmodels gehören, bietet Ihnen SportPresse neben der Veröffentlichung in den Magazinen der SportPresse und SkiPresse, die mit einer Auflage von weit über 100.000 Exemplaren in Deutschland, Österreich und der Schweiz erscheint, die freie Nutzung Ihrer Aufnahmen. Wir freuen uns auf weitere Zusendungen!

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© Roland Grill

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© Christian Penning

KLETTERSTEIG-SPEZIAL

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VORSCHAU /// SportPresse Nr. 4


62 | UMWELT Text: Wolfgang Greiner, Fotos: John Muir Trust

Wie sich die EOG Association of Conservation weltweit für die Erhaltung der Umwelt einsetzt

NATURSCHUTZ FÜR DIE ZUKUNFT Die EOG (European Outdoor Group) ist ein Zusammenschluss führender Outdoorfirmen in Europa. In einer Welt der Internationalisierung, so die Aussage der EOG, werden Gesetze, Umwelthemen, Medien und Handel zu multinationalen Angelegenheiten, die die Unternehmen vor viele Herausforderungen stellen. Nur durch die gemeinsame Kraft der EOG-Mitglieder können die Interessen der Outdoorindustrie effektiv vertreten werden. Dass dieser Plan aufgeht, zeigen nicht nur gemeinsame Aktivitäten zum Wohl der geschäftlichen Interessen, sondern auch das, was die EOG Association of Conservation, kurz AfC, für unsere Umwelt leistet.

Die EOG Association for Conservation unterstützt seit 2006 zahlreiche Naturschutzprojekte, darunter Engagements zur Rettung bedrohter Tiere und Landstriche. 125.000 Euro standen der AfC im ersten Jahr für Projekte in Frankreich, Irland, Schottland, Italien, Nepal und der Schweiz zur Verfügung. Ein Teil dieses Geldes, gesammelt durch Spenden oder Mitgliedschaften, geht zum Beispiel in die gemeinnützige Stiftung „John Muir Trust“ in Schottland. und an dem benachbarten Loch Rannoch sowie im Schottland ist die das Heimatland von John Muir. Der Universalgelehrte wurde 1838 in Dunbar

Moor of Rannoch findet. Auch die Archäologie des

geboren und starb 1914 in Kalifornien. Der Naturforscher wurde im Laufe seines Lebens immer

Berges interessiert sowohl die Besucher als auch

mehr zum Naturschützer und nahm dabei viele der heute aktuellen Ideen der Umwelt- und

die Wissenschaft.

Tierschutzbewegungen vorweg. Kein Wunder, dass man seinem Namen heute auf beiden Seiten der Erde, in seiner alten und seiner neuen Heimat, immer wieder begegnet – sei es auf

Die Arbeiten am Schiehallion werden zum Groß-

dem „John Muir Trail“ und in den „Muir Woods“ in Kalifornien oder im „John Muir Country Park“

teil von Freiwilligen erledigt, getragen von Geldern

in Dunbar. Sein Antlitz schmückt sogar die amerikanische 25-Cent-Sondermünze, die 2005

des John Muir Trusts, der wiederum von der AfC

herausgegeben wurde.

unterstützt wird. Dank der AfC konnten so Wasserdrainagen am neuen Wanderweg gesetzt, freiwillige Helfer gefunden, die Renaturierung überwacht oder

RETTUNG DES SHIEHALLION

Informationsmaterial gedruckt werden. Und genau

Der John Muir Trust, eine der führenden Umweltorganisationen in Schottland, kümmert sich unter

wie am Schiehallion beteiligt sich die AfC auch an den

anderem um die Erhaltung des Schiehallion (1.083 Meter), eines der bekanntesten Berge des

anfallenden Kosten ihrer weiteren Projekte, nament-

Landes in Perthshire. Mehr als 20.000 Menschen besteigen jährlich den Schiehallion, angelockt

lich CREA (The Research Centre for Alpine Ecosy-

von der einzigartigen Mischung aus Höhe, Geologie, Lage und der Vielfalt an Pflanzen und Tieren.

stems, Frankreich), IPCC (Irish Peatland Conservation

Nachdem der Berg durch Tourismus und Umweltschäden massiv erodierte, kaufte der John

Council), proMontBlanc (Frankreich, Italien, Schweiz)

Muir Trust 1999 den East Schiehallion und kümmert sich seither um seine Erhaltung. So wurde

und Travel for Others Onlus (Italien, Nepal). Freiwillige

zum Beispiel ein neuer Wanderweg angelegt, da die alte Route den Berg langsam aber sicher

sind dabei immer willkommen und ebenso wichtig

wie eine hässliche Narbe durchtrennte und abrutschen ließ. Dabei wollten die Verantwortlichen

wie finanzielle Spenden.

gewährleisten, dass das Wahrzeichen Perthshires weiterhin für alle Interessierten frei zugänglich

Wildtiere, eine seltene Schmetterlingsart und mindesten sieben äußerst seltene Mottenarten.

Wer der EOG Association for Conservation helfen möchte, kann dies durch finanzielles oder persönliches Engagement tun. Mehr Informationen: www.eogconservation.org. Details zum Schiehallion-Projekt des John Muir Trust:

Ebenso beeindruckend ist die Liste der seltenen Pflanzenarten, die man rund um den Shiehallion

www.jmt.org/east-schiehallion-estate.asp.

ist, anstatt den Berg einfach für Touristen zu sperren. Gleichzeitig wird sichergestellt, dass die Artenvielfalt in der Umgebung erhalten bleibt. Dazu zählen über 60 Vogelarten, verschiedenste


XXXXXX | 63

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64 | TREND & UMWELT

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66 | LETZTE SEITE Interview: Sebastian Schulke; Foto: Roland Grill

9 FRAGEN AN TAREK RASOULI Madrid, London, Paris – Tarek Rasoulis Terminkalender ist voll. Sehr voll. Außerdem klingelt das Telefon ständig, und die Mailbox kündigt unentwegt neue Nachrichten an. Doch der ehemalige Bikeprofi bleibt cool, wie früher bei seinen atemberaubenden Sprüngen von Felsklippen oder über steile Rampen. Er sitzt in seinem Büro vor dem Computer, telefoniert, schreibt und lächelt zufrieden. Ganz nebenbei beantwortet der Geschäftsführer der Kommunikationsagentur „rasoulution“ Fragen seiner Mitarbeiter. Und Zeit für ein Interview bleibt auch noch. „Bloß keinen Stress“, sagt Tarek Rasouli (33), „dafür ist das Leben viel zu schön.“ Besonders dann, wenn man schon mal neu geboren wurde. SportPresse: Herr Rasouli, wie können Sie bei all dem Stress so cool bleiben?

Nun sind Sie Mitgründer und Geschäftsführer von „rasoulution“. Überrascht?

TAREK RASOULI: Die Vorbereitungen für die „Nissan Qashqai Challenge“,

Mein Plan war das nicht. Ich hätte auch nie gedacht, dass sich nach dem

das ist die erste internationale Freeride-Serie für Biker, läuft gerade auf

Unfall so viele Fahrer und Fans für mein Schicksal interessieren. Oder,

Hochtouren. Morgen sitze ich bereits wieder im Flieger nach Paris. Aber

dass mir Sponsoren wie Oakley und Red Bull treu bleiben. Red Bull führt

was soll ich mich aufregen? Ich habe nach meinem Unfall gelernt, die

mich bis heute als Athlet und ernannte mich zum Botschafter für „Wings for

Aufmerksamkeit auf die positiven Dinge zu ziehen.

Life“ – eine Stiftung, die sich der Heilung von Rückenmarksschädigungen verschrieben hat (www.wingsforlife.com).

Und wie sehen diese positiven Dinge gerade aus? Ich hänge ja nicht nur am Telefon und schmore vor dem Rechner. Ich

Warum blieben Sie dem Bikesport treu?

komme in der Welt herum, treffe viele Leute und habe einfach Spaß dabei.

Ich schrieb nach dem Unfall zunächst Berichte für das Bike-Magazin und organisierte 2004 zusammen mit Cory Moore den ersten urbanen Freeride-

Im Jahr 2002 wirbelten Sie als Rocky-Moutain-Teamrider mit ihrem Bike durch die Welt. Contests, Videodrehs und Fotoshootings – doch dann veränderte ein Unfall Ihr Leben ...

Event für Biker, den „Ride to the Lake“ am Bodensee. Erst daraus entstand

Für das neue „Kranked“-Video flog ich damals nach Kanada. Das war im

mit Anne Baltes, einer Freundin aus München. Anne kümmert sich als

Juli. Wir drehten in Sun Peaks in einem Snowboardpark. Ich sprang einen

diplomierte Betriebswirtin vor allem um administrative und organisatorische

zwölf Meter weiten Transfer in eine Halfpipe, erreichte dabei eine Höhe von

Angelegenheiten.

die Idee „rasoulution“ zu gründen – und zwar ein Jahr später zusammen

sechs Metern – und verfehlte den Landehügel. Ich landete mit voller Wucht im Flachen, im Flat. Dabei brach mir ein Lendenwirbel und das Fersenbein. Das Gefühl für meine Beine war sofort weg.

Die Qashqai Challenge ist also nicht das einzige Projekt , das „rasoulution“ konzipiert und organisiert? Wir sind offen für alles. Auch Boardsport oder Musik liegen uns. Aber

Das änderte sich auch nicht nach den Operationen in Vancouver und Murnau. Steigt da nicht eine unendliche Verzweiflung in einem hoch?

momentan haben wir unseren Schwerpunkt im Bikesport. Weitere Events

Entweder falle ich in ein tiefes schwarzes Loch oder ich muss diesen Tag

über uns. Außerdem betreuen wir einzelne Topfahrer wie Benny Korthaus,

meines Unfalls als den Beginn eines neuen Lebens betrachten. Und das

Trond Hansen oder Andreu Lacondeguy. Und wir veranstalten jedes Jahr die

tat ich. Dabei hat mir ein Kurs für mentales Training sehr geholfen, den ich

Europa-Premiere von New World Disorder, deren Videos Maßstäbe setzen.

wie der „ 26TRIX“ oder der „White Style“ im Bikepark von Leogang laufen

Jahre zuvor belegt hatte. Es ging darum, positiv zu denken und zu fühlen. Die anderen Patienten in Rollstühlen haben sich damals immer gewundert,

Hat so ein Video Tarek Rasouli zum Biken gebracht?

warum ich so oft gut gelaunt war. Meine Freunde und Familie haben mir

Nein. So etwas gab es damals noch nicht. Ich war

auch sehr geholfen.

sieben Jahre alt und wünschte mir eines von diesen Bonanza-Rädern zum Geburtstag. Aber die

Hätten Sie sich vorher ein Leben ohne Biken vorstellen können?

waren ausverkauft, und so bekam ich von

Vor dem Unfall beschäftigten mich bereits Gedanken über meine Zukunft als

meiner Mutter ein BMX 2000 geschenkt.

Bikeprofi. Denn der Körper kann nicht ewig diese Strapazen aushalten. Und

Zum Glück! So hatte mich der Bike-Virus

es gibt auch heute nur wenige Fahrer, wie Cedric Gracia, Darren Berrecloth

gepackt.

und Dave Mirra, die mit dem Bikesport richtig gut Geld verdienen.

www.rasoulution.com


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SportPresse Nr. 3  

Das moderne Sport- & Lifestylemagazin: SportPresse bedient alle Sommersportarten, Lifestyle, Tourismus & Service. Konkret: Bergsteigen, Klet...

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