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risControl Das Nachrichtenmagazin für Versicherungs- und Finanzinformation Nr. 02 - 2020 Heft 486 41. Jahrgang

„Finanzbildung ist nicht nur Bring-, sondern auch Holschuld!“ Interview mit Univ.Prof. Dr. Heinz Faßmann, Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Beruf als Berufung Interview mit Dr. Judit Havasi, Generaldirektorin der DONAU Versicherung

Ein Start-up feiert 10. Geburtstag Interview mit Mag. Reinhold Baudisch, MBA, Co-Gründer und Geschäftsführer von durchblicker

Der rasante Schritt Richtung KI Die Versicherungsbranche geht 2020 mit rasantem Schritt in Richtung Serviced Cloud, Künstliche Intelligenz und Kundenzentrierung.


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LIEBEN SIE WERBUNG?

Ich liebe Werbung – egal, ob im Fernsehen, auf Plakaten, im Radio oder in den kleinen gefälligen Katalogen, die mit der Post ins Haus flattern. Werbung verändert sich und passt sich an die Gesellschaft an. Werbung begleitet die Menschheit angeblich schon seit der Zeit vor Christus‘ Geburt, seit dem Buchdruck ist sie auf dem Siegesmarsch und seitdem die Bilder laufen lernten, ist Werbung nicht mehr aus dem täglichen Leben wegzudenken. Werbung verändert sich, wie wir Menschen uns verändern. Vor ca. 60 Jahren wurde Fokus auf die Hausfrau und Mutter für Produkte wie Waschmaschine, Herd oder auch den Spielekatalog gelegt, immer im Hintergrund als die Hüterin der Familie. Damals standen die Produkte im Vordergrund, erst viel später rückte die reine Verkaufswerbung in den Fokus der Werbemacher. Menschen im gesetzteren Alter können sich sicherlich noch an den „Mann mit Zigarette und Hut, über die weite Prärie reitend“ erinnern. Heute ein absolutes No-Go, wie abscheulich, Zigarettenwerbung. Viele Jahre nach dem freiheitsliebenden Mann streckten fast unbekleidete Damen ihre schöne Hinterseite mit bestrumpften Beinen von Plakatwänden. Heute auf keinen Fall mehr politisch korrekt. Die ordentliche feministische Frau würde einen Schüttelkrampf bekommen. Aber wer kann sich nicht auch an den

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herrlichen Männerkörper erinnern, der nach dem Fensterputzen endlich seine eisgekühlte Limonade schlürfte. Es gäbe noch zahlreiche Beispiele, die jedoch in einer Zeit wie dieser nicht mehr erwünscht sind. In Werbeclips müssen nun alle Geschlechter, alle Rassen und wenn möglich auch noch alle religiösen und politischen Ansichten ausgewogen repräsentiert werden. Da sich das oft mit dem Produkt nicht vereinbaren lässt, springt die Werbebranche nun auf einen neuen Zug auf, den Einsparungsmöglichkeiten von Co₂. Es gibt endlich wirklich wichtige Themen in der Werbung. Und auch wenn Sie es nicht glauben, es wird mit dem Einsparungspotenzial von Co₂ bei einem Damenrasierer geworben. Ja, das ist keine Idee einer lustigen Büropause, nein, sondern ein wirkliches Verkaufsargument. Also raus aus dem Büro und hinein in den Verkaufstempel, um endlich etwas Gutes für die Umwelt zu tun, also den Co₂-verringernden kleinen rosa Messerhalter kaufen. Bevor der „Kleine“ zum Einsatz kommt, müssen noch gefühlte zwei Kilogramm Plastikverpackung entfernt werden. Aber dann hat man endlich das gute Gefühl, etwas für die Umwelt getan zu haben. Ich liebe Werbung – habe ich das schon erwähnt? Ihre Doris Wrumen


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Editorial 03

Lieben Sie Werbung?

News 06 06 06 07 07 08 08 09 09 09 10 10 10 10 11

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Vorstand Helvetia Versicherung

Interview

Gewerbeteam

DONAU Versicherung

Auszeichnung

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TRIGOS

Team

Allianz Travel

Alpiner Schutzwaldpreis Helvetia Versicherungen AG

Travel-Report

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Ein Start-up feiert 10. Geburtstag Mag. Reinhold Baudisch, MBA, Co-Gründer und Geschäftsführer durchblicker

Beruf als Berufung

Dr. Judit Havasi, Generaldirektorin DONAU Versicherung

Allianz Partners

„Finanzbildung ist nicht nur Bring-, sondern auch Holschuld!“

Gossmann & Cie. GmbH

Univ.Prof. Dr. Heinz Faßmann, Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Übernahme

Scheckübergabe Standard Life

Kolumne

Auslandsgeschäft FMA

Wintersportschutz Nürnberger Versicherung AG

Liechtenstein wird digital

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Estably Vermögensverwaltung AG

Leiter Partnervertrieb

Mit Angst zum Erfolg? von Mag. Christian Sec

Angekündigte Revolutionen finden nicht statt von Michael Kordovsky

Merkur Versicherung AG

Übernahme

Finanzen

Helvetia Gruppe

Verstärkung OVB Allfinanzvermittlungs GmbH

Urlaubsumfrage

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Allianz Partners

Megatrend CO2-Vermeidung – ein kurstreibendes Politikum von Michael Kordovsky

04 | INHALT


44 24 Markt 18 20 27 28

28 Veranstaltung 24 26 38 40 56 56 57 63 63 63 64 64 65

BILDUNGS-KickOff 2020

30 36 36 37

von Mag. Manfred Kainz

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Fachverband der Finanzdienstleister

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Vermögensberater des Jahres Makler im Zentrum

Makler Convention Salzburg

25 Jahre FiNUM

Spende Allianz

15 feurige Jahre faircheck

In Bewegung bleiben Wiener Versicherungsmakler

„Zukunftsträume“

Wiener Städtische Versicherungsverein

Jubiläum des 10-jährigen Bestehens ChronischKrank® Österreich

Architektur im Ringturm Wiener Städtische Versicherungsverein

Familienfreundlicher Arbeitgeber 2019 Zertifikatsverleihung

Innovation Championship Zurich Versicherung

Brokers Lunch

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VÖVM

Generali vereinfacht Prozesse durch Digitalisierung Die Nahversorger von Mag. Chrstian Sec

„Digitalisierungsfitte“ Versicherungsbranche? Der rasante Schritt Richtung KI von René Schoenauer

Trends im Bankwesen im Jahr 2020 von Niccolò Garzelli

Wintersportunfälle VVO

Inflationsprognose Oesterreichische Nationalbank

Risk Barometer 2020 Allianz

Performance 2019 Valida Vorsorge Management

Strategie 2020 - Teil 2 80% der KMUs von Cyberangriffen betroffen Pessimismus macht sich breit PwC Österreich

Insolvenzstudie Acredia Versicherung AG

Das Jahr 2020

Versicherungsagenten

Studie

HDI Lebensversicherung AG

Gutes Zeugnis FMA OeNB

Millionen für eine globale Expansion Fintech OS

Direktverrechnung beim LARA-Wahlarzt UNIQA Insurance Group AG

Veranlagungsergebnis VBV-Pensionskasse

Kundenzufriedenheit Österreichische Hagelversicherung VVaG

Nachhaltige Unternehmen Corporate Knights

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Vorstand

Helvetia Versicherung Mit Anfang Jänner wechselte Dr. Kaspar Hartmann ins Vorstandsteam von Helvetia Österreich. Er übernimmt das Schaden-Unfall-Ressort von Thomas Neusiedler. Nach seinem Studium und dem Abschluss des Doktorats in Betriebswirtschaft an der Universität St. Gallen wechselte Kaspar Hartmann 2005 in die Versicherungsbranche. In den folgenden 14 Jahren erwarb der gebürtige Schweizer in verschiedenen Funktionen innerhalb

der Helvetia-Gruppe umfangreiche Branchenkenntnisse. Die letzten drei Jahre verantwortete er als Leiter des Konzernbereichs Corporate Center die Ressorts Branding, Communications, Legal & Compliance, Public Affairs, Corporate Security und CEO Office mit insgesamt 90 Mitarbeitenden. Privat verlagerte der zweifache Familienvater seinen Wohnsitz von der Schweiz nach Wien.

Dr. Kaspar Hartmann

Gewerbeteam DONAU Versicherung

Anja Lenz wird gemeinsam mit ihrem Team den Bereich KMU betreuen. Jürgen Skopal übernimmt die fachliche Steuerung des Teams. Skopal folgt damit Franz Krammer, der im Laufe des Jahres in den wohlverdienten Ruhestand übertreten wird. Anja Lenz studierte Betriebswissenschaften in Stuttgart und ist seit Dezember 2017 bei DONAU Versicherung tätig. Seither wirkt sie federführend bei der Konzeption von Betriebsversicherungen und im Underwriting mit. Jürgen

Skopal studierte Internationale Betriebswirtschaftslehre in Wien und startete seine Laufbahn im Bankenbereich, er ist seit Mai 2018 bei der DONAU Versicherung im Gewerbebereich Jürgen Skopal und Anja Lenz tätig. Gewerbekoordinatoren sind die zentralen und regionalen Underwriter, die gemeinsam mit Maklerpart- Entscheidungen und nachhaltige Kunnern und Außendienst-Service, rasche denbeziehungen sicherstellen.

Auszeichnung TRIGOS

Seit 2004 haben rund 2.200 österreichische Unternehmen zukunftsweisende Projekte, Initiativen und Strategien eingereicht. Heuer startete mit 13. Jänner 2020 die Einreichfrist für den TRIGOS – die österreichische Auszeichnung für verantwortungsvolles Wirtschaften. Prämiert werden Unternehmen, die eine Führungsrolle und besondere Vorbildwirkung für

verantwortliches Wirtschaften und Nachhaltigkeit übernehmen und zur Zukunftsfähigkeit der österreichischen Wirtschaft, Gesellschaft sowie Umwelt beitragen. Die Gewinner des TRIGOS Österreich werden Mitte Juni bei der bundesweiten Gala in Wien bekanntgegeben. Alle Informationen dazu unter www.trigos.at. 06 | NEWS


Team

Allianz Travel Alexandra Kowatsch verstärkt seit Ende 2019 das Allianz Travel Team unter der Leitung von Stefan Kölliker. Die gebürtige Salzburgerin steuert im Außendienst den ReiseversicherungsVertrieb im Westen Österreichs. Von ihrer oberösterreichischen Wahlheimat aus betreut sie nun die Gebiete West-Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg und hilft dort Allianz-Travel-Partnern dabei, den Versicherungsvertrieb weiterhin zu perfektionieren und zukunftsfit zu gestalten. „Vertrieb ist eine

Herzensangelegenheit“, bestätigt sie selbst und freut sich nun auf neue spannende Herausforderungen gemeinsam mit dem Allianz-TravelTeam, das sich im Zuge der letzten Monate in Sachen Gebietsaufteilung ebenso neu positioniert hat. Während Alexandra Kowatsch nun im Westen von Österreich unterwegs ist, übernimmt Christine Altmann die Gebietsleitung in Kärnten, Osttirol, Südtirol und in Teilen Wiens. Michael Winter betreut das südliche

Alpiner Schutzwaldpreis Helvetia Versicherungen AG Ende Jänner hat die ARGE Alpenländischer Forstvereine zum 14. Mal den Alpinen Schutzwaldpreis Helvetia verliehen. Es wurden drei Projekte in den Kategorien „Schulprojekte“, „Öffentlichkeitsarbeit“, „Innovation und Schutzwaldpartnerschaften“ und „Erfolgsprojekte“ gewürdigt. Erstmals ist zudem der „Pressepreis“ vergeben worden. Mit dem „Schutzwaldpaten“ zeichnete die ARGE eine Person für ihre Verdienste rund um den Schutzwald aus. 16 Projekte aus Deutschland, Italien, Österreich und der Schweiz wurden eingereicht. Die international besetzte Jury ehrte folgende Projekte und Medienberichte mit dem Alpinen Schutzwaldpreis Helvetia: In der Kategorie „Schuldprojekte“ wurde das Projekt „Schutzwald, Rotten und Lawinenverbauungen“ der Bregenzer Volksschule Schillerstraße prämiert. Die Masterarbeit zum Thema „Methode zur monetären Bewertung des Wildeinflusses im Schutzwald“ von Nora ZürcherGasser wurde in der Kategorie „Öffentlichkeitsarbeit, Innovation und

Schutzwaldpartnerschaften“ ausgezeichnet. Der Pressepreis ging an 3sat, ZDF, ORF, SRF und ARD für die Produktion: »Nano-Spezial: Wald der Zukunft«. Das Projekt „50 Jahre Schutzwaldbewirtschaftung Schmirn-Lawinen“ in Tirol wurde als Erfolgsprojekt ausgewählt. Den Sonderpreis der Jury erhielt das Südtiroler Projekt „Gewässerbetreuungskonzept Unter Ahr/Auwald- Schutzwald im

Alexandra Kowatsch

Niederösterreich, die Steiermark und Teile Wiens, und Sandra Meyer ist in Niederösterreich Nord, Oberösterreich und Wien unterwegs.

Talboden“. Der Titel „Schutzwaldpate“ wurde heuer an Raphael Schwitter aus Pfäers SG, oberhalb von Bad Ragaz, für seine Verdienste zugunsten des Schutzwaldes in der Schweiz geehrt. Als Fachlehrer an der Försterschule Maienfeld war es ihm ein großes Anliegen, sein Wissen über den Wald an junge Menschen weiterzugeben. Als Leiter der Fachstelle für Gebirgswaldpflege – und auch privat – begleitete er eine Vielzahl an Waldprojekten – insbesondere in der Wiederaufforstung nach mehreren großen Stürmen. Er arbeitete dabei vernetzt mit der Forschung an der ETH Zürich.

Landesrat Christian Gantner (l.) und Helvetia-Gruppen-CEO Philipp Gmür (r.) gratulieren den Schülern und Lehrern

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Travel-Report Allianz Partners

Die Tourismusbranche wird sich in den kommenden zwei Jahrzehnten immer mehr vom Serviceanbieter zum Erlebnisgestalter für alle Sinne verwandeln. Das prognostiziert eine aktuelle Studie des Zukunftsforschers Ray Hammond. Reiseplanung mittels Virtual Reality, Check-in mit Gesichtserkennung, HighSpeed-Drohnen für den Kurzstreckenverkehr und selbstfahrende Taxis für die Stadtbesichtigung werden laut dem Report der Allianz Partners im Jahr 2040 all-

täglich sein. 3D-Druck werde dann so kostengünstig, dass man seine Kleidung und Schuhe am Reiseziel einfach ausdruckt und als recycelbare Low-Cost-Ware betrachtet. Iris-Scans und Fingerabdruck reichen, um im Flieger oder im Hotel einzuchecken, Zimmerschlüssel werden überflüssig, personalisierte Software-Assistenten sorgen für einen unkomplizierten Aufenthalt. Beim Stadtbummel geben Augmented-Reality-Brillen Live-Infos über Sehenswürdigkeiten, Events und Restaurants. Sprachservices samt technologiebasierten „In-EarÜbersetzungen“ ermöglichen vor Ort die Unterhaltung in der Landessprache, ohne dass man diese extra lernen muss. „Die modernen Technologien fördern aber nicht nur

Erik Heusel

den Komfort auf Reisen, sondern auch die Erlebnisqualität“, betont Erik Heusel, Österreich-Geschäftsführer bei Allianz Partners. Dank neuer Antriebsformen wie Flüssigerdgas werden auch Kreuzfahrten nachhaltiger sein und an Bedeutung weiterhin zunehmen. Wem all das nicht genug ist und wer es sich leisten kann, der darf 2040 eine Reise zum Mond und wieder zurück einplanen, natürlich ohne dort zu landen. Bis dahin bleibt aber auf der Erde noch viel zu tun. So weist die Studie auch auf die Gefahren des „Overtourism“ hin, vor allem in den schon heute überlaufenen Städten und Regionen. 2040 sollen vier Milliarden Menschen pro Jahr auf Reisen gehen, das wären fast drei Mal so viele wie heute.

Übernahme

Gossmann & Cie. GmbH Gossmann & Cie. hat die Schwarzmeerund Ostseeversicherungs-AG (SOVAG) übernommen. Die zur Gruppe gehörende Minerva Capital GmbH erwarb am 30. Dezember 2019 einhundert Prozent des Aktienkapitals. Gossmann & Cie. wird da Team und die IT der SOVAG in seinen neuen Risikoträger einbringen. Damit ist die Gruppe in acht europäischen Ländern operativ handlungsfähig. Die SOVAG selbst hat ihre Tätigkeit als Risikoträger eingestellt, sie hat nach der Transaktion ihre Versicherungslizenz zurückgege-

ben. „Die Übernahme der SOVAG ist ein wichtiger Meilenstein für die Einführung von ExPRO in Europa. Das erfahrene Team sowie die ITSysteme der SOVAG sind eine Bereicherung für Gossmann & Cie.", sagt Arndt Gossmann, Gründer von Gossmann & Cie. ExPRO wurde 2019 gemeinsam mit Munich Re entwickelt. Es ermöglicht die kontinuierliche Übertragung von individuellen, gekündigten Versicherungsverträgen auf einen externen Risikoträger. Dadurch kann der abgebende Versicherer unmit08 | NEWS

Arndt Gossmann

telbar Kapital und operative Ressourcen freisetzen. Munich Re wird den Großteil der Risiken als Rückversicherer übernehmen.


Scheckübergabe Standard Life

Auch heuer engagiert sich die Standard Life Österreich für die Österreichische Krebshilfe Wien. Der Sponsoring-Beitrag in Höhe von 6.000 Euro kommt dieses Jahr insbesondere jungen Krebspatienten zugute. „Finanzielle Planbarkeit ist im Sozialbereich ebenso wesentlich wie im Investmentbereich. Wir freuen uns, als verlässlicher Partner die Krebshilfe Wien bei

ihrer für die Gesellschaft wertvollen Arbeit zu unterstützen“, betont Christian Nuschele von Standard Life Österreich im Rahmen der Schecküberreichung an Mag. Gaby Sonnbichler, Geschäftsführerin der Österreichischen Krebshilfe Wien.

Auslandsgeschäft FMA

Das Auslandsgeschäft der österreichischen Versicherungsunternehmen legte 2018 um 4,1 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro zu und beträgt damit rund 40 Prozent der gesamten Prämien. Derzeit sind fünf österreichische Versicherungsgruppen (VIG, UNIQA, Grawe, Merkur und Wüstenrot) mit 87 Versicherungsunternehmen und vier Rückver-

sicherungsunternehmen in 27 Ländern außerhalb Österreichs vertreten, vorwiegend in Zentral-, Ost- und Südeuropa. 70 Prozent aller Prämien aus dem Ausland kommen dabei aus sechs Ländern: Tschechien, Polen, Slowakei, Rumänien, Ungarn und Kroatien. Das sind auch die ausländischen Kernmärkte der österreichischen Versicherungsunternehmen. Al-

lein Zentraleuropa mit rund 27 Prozent ist der wichtigste Markt, wobei hier die Marktanteile in Tschechien und der Slowakei am höchsten sind. In Südosteuropa ist insbesondere Albanien hervorzuheben, wo der aggregierte Marktanteil der österreichischen Versicherungsgruppen mehr als 50 Prozent erreicht. Auch die baltischen Staaten (Estland, Litauen, Lettland) erlangen für österreichische Versicherer zunehmend signifikante Bedeutung: Der Marktanteil von 6,1 Prozent liegt bereits höher als jener in Ungarn oder Kroatien.

Wintersportschutz Nürnberger Versicherung AG Bei der diesjährigen Mountain Attack setzten die Veranstalter auf Versicherungslösungen der Nürnberger. Roland Kurz von N.M.C., Organisator der Mountain Attack: „Die Mountain Attack ist das härteste und steilste Tourenskirennen der Welt und noch dazu ein Nachtrennen in den Bergen. Dass alle Teilnehmer mit ihrer Rennanmeldung völlig unkompliziert für den Renntag durch die NÜRNBERGER versichert sind, gibt uns als Veranstalter und auch unseren Teilnehmern ein gutes Gefühl. Auch die Möglichkeit, das Startgeld zu versichern

und somit bei Krankheit oder Verletzung eine entsprechende Rückerstattung zu bekommen, wird sehr gut angenommen.“ Christian Winkler von der Nürnberger Versicherung: „Die erfolgreichen Kooperationen mit Sportveranstaltern wie N.M.C. oder SPORTaktiv zeigen, dass wir mit dieser Produktlinie richtig liegen.“ 09 | NEWS

Mag. Roland Kurz, N.M.C. New Marketing & Communication GmbH, Organisator der Mountain Attack, mit Christian Winkler, zuständig für spezielle Versicherungslösungen der NÜRNBERGER Versicherung AG Österreich.


Liechtenstein wird digital Estably Vermögensverwaltung AG Die Vermögensverwaltung Estably aus dem Fürstentum Liechtenstein wird digital. Die Web-Plattform eröffnet Kunden im In- und Ausland den Online-Zugang zu professionellem Vermögensmanagement mit der Zielsetzung einer überdurchschnittlichen Performance. Es funktioniert unabhängig von Banken

und Finanzprodukten und ist einfach zu bedienen. Bereits ab einem Anlagebetrag von 35.000 Euro können Online-Kunden ihr Geld auf Basis einer marktbewährten Anlagestrategie managen lassen, die bislang nur Großanlegern ab einem Volumen von mindestens 500.000 Euro vorbehalten war. Es handelt sich dabei um

die nachhaltige Value-Investing-Strategie, einem werteorientierten Investmentansatz, der maßgeblich durch den legendären Großinvestor Warren Buffett und seinen Partner Charlie Munger geprägt wurde. Nach dem Prinzip des Value Investings investiert Estably das Anlagevermögen direkt in Einzelaktien oder Einzelanleihen. Sämtliche Kundendaten liegen verschlüsselt und sicher geschützt vor unzulässigen Zugriffen auf Servern in Liechtenstein und Deutschland.

Leiter Partnervertrieb Merkur Versicherung AG

Thomas Brauneder ist neuer Leiter des Partnervertriebs der Merkur Versicherung in Österreich und kommt somit nach einigen beruflichen Stationen wieder zum Unternehmen zurück. Zuletzt war der erfahrene Vertriebsexperte Gebietsleiter der Europäischen Reiseversicherung für Steiermark, Oberösterreich

und Kärnten. Seine Karriere in der Versicherungsbranche hat Brauneder bei der Oberösterreichischen Versicherung als Schadensreferent begonnen. Brauneder war bereits Leiter der Maklerabteilung und Kooperationen Steiermark und Südburgenland bei der Merkur Versicherung.

Übernahme Helvetia Gruppe

Die Helvetia Gruppe baut ihr Europageschäft aus und erwirbt die Mehrheit am spanischen Versicherer Caser.

Damit nimmt Helvetia den siebenten Markplatz in Spanien als Schadenversicherer ein. Im Lebensgeschäft

Verstärkung

OVB Allfinanzvermittlungs GmbH Zum Jahresbeginn 2020 ist Dr. Claudia Wolf von der Wirtschaftskammer Salzburg zur OVB als Legal Counsel gewechselt. Die Juristin und Finanzfachfrau verfügt über langjährige Erfahrung in den Bereichen Firmenkundenbe-

ratung, Kreditrisiko- sowie Finanzierungsmanagement von Banken. Christoph Ransmayr, BA verstärkt zum 1. Februar 2020 als Senior Manager den Bereich Compliance und Qualitätsmanagement. Ransmayr wechselt von 10 | NEWS

Thomas Brauneder

möchte man darüber hinaus neue Vertriebskanäle im Bereich Bankenvertrieb erschließen. Caser verfügt über Kooperationen mit verschiedenen Banken und Finanzhäusern mit rund 3.100 Filialen in ganz Spanien. Der Kaufpreis soll bei 780 Millionen Euro liegen.

der Western Union International Bank GmbH zur OVB. „Wir freuen uns, mit dieser kompetenten Verstärkung den regulatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen unserer Dienstleistung in geeigneter Weise entsprechen zu können und diese im Sinne unseres Unternehmens und unserer Geschäftspartner aktiv mitzugestalten“, sagt Markus Spellmeyer, Hauptgeschäftsführer der OVB Allfinanzvermittlungs GmbH.


Urlaubsumfrage Allianz Partners

Nach den USA, den Malediven und Australien liegen die heimischen Feriendestinationen bereits auf Rang vier der weltweiten Traumreiseziele und damit auf Platz eins in Europa. Dies geht aus einer Umfrage hervor, die Allianz Partners in Auftrag gab. Lieblingsbundesland der Inlandstouristen ist Kärnten mit 23,4 Prozent. „Mehr denn je schätzen die heimischen Touristen das vertraute Umfeld und die Sicherheit eines Österreich-Urlaubes, kombiniert mit einem beachtlichen Angebot an Naturschönheiten und Erholungsmöglichkeiten“, so Dkfm. Erik Heusel, Österreich-Geschäftsführer von Allianz Partners. Rund ein Viertel der heimischen Bevölkerung machte im Jahr 2019 mindestens eine private Inlandsreise mit mehr als vier Nächtigungen. Zählt man Tagesausflüge, Kurztrips mit

bis zu drei Nächtigungen und Dienstreisen ebenso dazu, waren 85 Prozent aller Befragten im vergangenen Jahr im Inland unterwegs. Der Begeisterung für die heimische Natur entsprechend liegt der

Schwerpunkt dabei häufig beim Wandern, Spazierengehen und Erkunden der Landschaft (50,0 %). Hoher Beliebtheit erfreut sich auch der Bade- oder Wellnessurlaub in Österreich (49,4 %).

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Unter den Flügeln des Löwen.


Ein Start-up feiert 10. Geburtstag Ab wann ist ein Start-up kein Start-up mehr? In der Regel gilt ein Unternehmen in den ersten drei bis fünf Jahren nach seiner Gründung als Start-up. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel. durchblicker feiert sein zehnjähriges Bestehen – ein Start-up feiert seinen Geburtstag. Wir haben mit Mag. Reinhold Baudisch, MBA, Co-Gründer und Geschäftsführer von durchblicker, gesprochen. Bitte geben Sie uns einen Rückblick auf die ersten Jahre. Baudisch: Vor zehn Jahren ist unser

„Baby“ auf die Welt gekommen und nun befinden wir uns in der adoleszenten Phase. Über viele Schritte hinweg hat sich das Baby „durchblicker“ zu einer Persönlichkeit entwickelt. Hier stehen wir jetzt mit einem Unternehmen von über 80 Mitarbeitern, das sich dennoch den Start-up-Spirit bewahrt hat. Ein Startup ist man, solange man sich als Startup fühlt. Einiges hat sich am Markt in den letzten Jahren verändert, was sich jedoch nicht verändert hat, ist der Grundgedanke von durchblicker: Wir wollen

Konsumenten helfen, richtige Entscheidungen zu treffen. Wir sind angetreten, um die Welt transparenter zu machen und mit digitalen Technologien Probleme zu lösen. Unsere Online-Vergleichsrechner sind transparent und verständlich für Verbraucher, weil die dahinter stehende Mannschaft sich nicht nur exzellent mit der Technik sondern auch mit den verglichenen Produkten und den Bedürfnissen der Konsumentinnen und Konsumenten auskennt. Schon in der Startphase haben wir unsere strategischen Ziele beschlossen, und daran halten wir auch eisern fest: Unsere Vergleichsplattform ist nur am österrei-

Wir sind angetreten, um die Welt transparenter zu machen und mit digitalen Technologien Probleme zu lösen.

chischen Markt tätig, wir konzentrieren uns ausschließlich auf private Haushalte und streben als Vergleichsplattform die Führungsrolle in den Kategorien Versicherung, Energie, Bank und Finanzprodukte, Telekommunikation und Internet an. Alle anderen Bereiche sind im Moment out of scope. Was sind die nächsten Schritte in der Entwicklung von durchblicker? Baudisch: Heuer steht neben der Wei-

terentwicklung der Plattform auch die interne Organisation im Fokus. Bei derzeit 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und mit Blick auf die Zukunft werden wir intern neue Strukturen schaffen, um unsere Mitarbeitenden noch besser fördern zu können und vor allem unsere zahlreichen neuen Führungskräfte systematisch zu entwickeln. 12 | INTERVIEW



Wohin geht der Weg von durchblicker? Baudisch: Seit unserem Start vor 10 Jah-

ren folgen wir der Vision, dass wir Konsumentinnen und Konsumenten helfen, bessere Entscheidungen zu treffen und ihre privaten Fixkosten einfach und schnell zu optimieren. Und das ist naturgemäß etwas, was nie abgeschlossen ist. In diesem Sinne arbeiten wir laufend daran, die bestehenden Services und internen Abläufe noch weiter zu verbessern und auch mit neuen Herausforderungen umzugehen. Dabei wollen wir uns aber einen gewissen jugendlichen Überschwang und eine unvoreingenommene Herangehensweise an neue Themen bewahren.

Wir haben hier mittlerweile sehr viel Know-How aufgebaut und arbeiten mit den Produktexperten der Versicherungen mit hoher gegenseitiger Wertschätzung und auf Augenhöhe zusammen.

Vergleichsportale beeinflussen Kunden in ihren Entscheidungen. Inwieweit beeinflussen Vergleichsportale auch Produktgeber? Wie wird durchblicker von den Produktgebern, aus Ihrer Sicht, wahrgenommen? Baudisch: Auf unserem Vergleichs-

portal werden Produkte und Leistungen transparent für die Konsumentinnen und Konsumenten dargestellt und verglichen. Wir streben einen möglichst vollständigen Vergleich der Angebote am Markt an. Die Sichtweise der Produktgeber ist hier sehr unterschiedlich. Wenige wollen gar nicht verglichen werden. Viele sehen in uns einen dynamischen Vertriebskanal. Und nicht wenige haben bereits verstanden, dass sie von unseren Insights zu den Kundenbedürfnissen profitieren können und holen sich von uns wertvolle Inputs für die Produktentwicklung. Diese Anbieter setzen sich intensiv mit der Thematik Vergleich, Vergleichskriterien usw. auseinander und suchen aktiv den direkten Kontakt zu uns. Wir helfen hier sehr gerne, denn so profitieren die Produktgeber durch mehr Geschäft, die Konsumenten durch bessere Produkte und wir durch ein noch besseres Vergleichsangebot, eine Win-Win-Win Situation. Die Zahl der Anbieter, die sich nach wie 14 | INTERVIEW

Gerade im Bereich Versicherung ist es jedoch wichtig, nicht nur Prämien, sondern auch Leistungen sehr präzise gegenüberzustellen.

vor nicht einem Vergleich stellen möchten, wird jedoch laufend kleiner. Gibt es Bereiche, die nicht vergleichbar sind und es in Zukunft auch nicht werden können? Baudisch: Nein, das sehe ich derzeit nicht. Vergleichen kann man grundsätzlich alles. Gerade im Bereich Versicherung ist es jedoch wichtig, nicht nur Prämien, sondern auch Leistungen sehr präzise gegenüberzustellen. Das machen wir, zum Teil mit enormem Aufwand und mit viel Hirnschmalz. Alleine im Bereich der Vergleichsrechner kümmern sich acht Experten um Aufbau, Wartung und Optimerung der Vergleichsrechner, täglich werden zahlreiche Updates eingespielt. Wir haben hier mittlerweile sehr viel Know-How aufgebaut und arbeiten mit den Produktexperten der Versicherungen


mit hoher gegenseitiger Wertschätzung und auf Augenhöhe zusammen. In den ersten Jahren wurden wir noch häufig mit der Aussage „Versicherungsprodukte sind nicht vergleichbar“ konfrontiert. Ich denke, wir haben mittlerweise bewiesen, dass das nicht stimmt. Wie hat sich das Kundenverhalten in den letzten zehn Jahren verändert? Baudisch: Sehr massiv, das erkennt man

nicht nur an der Entwicklung unserer Zugriffszahlen, sondern auch ganz allgemein beim Thema Suchverhalten. Früher wurde nach Versicherungsvergleich gesucht, heute sucht man gleich nach durchblicker. Wir sind ein Synonym für den Vergleich von Fixkosten geworden. In gleichem Maße gewachsen ist auch die Akzeptanz der Nutzerinnen und Nutzer, die verglichenen Produkte online abzuschließen. Ich kaufe eher dort online ein, wo es einerseits einen Marktvergleich gibt, und andererseits der Online-Abschluss einen Mehrwert gegenüber dem physischen Prozess bietet. Wie sehen Sie die Entwicklung im Konsumentenverhalten? Baudisch: Ich denke, dass es immer

mehr zu einer Einbahnstraße wird. Ich

Wir haben kein Problem damit, wenn Vermittler durchblicker nutzen, im Gegenteil, wir sehen das als Kompliment und es ist für manche Versicherer ein zusätzliches Argument bei uns mitzumachen.

glaube, in der Informations- und Recherchephase ist die Online-Recherche, zum Beispiel über Vergleichsplattformen, bereits der dominante Informationsweg, gerade im Bereich der standardisierten Produkte für Privatkonsumenten. Beim Online-Abschluss sind wir in Österreich trotz aller Fortschritte noch deutlich von den Zahlen in anderen Märkten entfernt, hier dominieren traditionelle Vertriebsformen. Ich erwarte, dass Online-Angebote in Zukunft noch stärker genutzt werden, um auch zu kaufen, sonst würde ich es nicht machen. Jedes Zeitalter hat seinen Distributionsweg, und ich bin überzeugt, dass sich das Kundenverhalten auch beim Abschluss noch weiter in Richtung online verschieben wird. Die technischen Möglichkeiten von durchblicker sind überzeugend. Viele Versicherungsmakler nutzen die Vergleichsplattform auch für ihre eigenen Zwecke, wie sehen Sie das? Baudisch: Wir sehen mit großem Inte-

resse, dass es im Bereich Versicherungen eine signifikante Useranzahl gibt, die laufend unsere Dienstleistung in Anspruch nimmt, aber niemals einen Abschluss tätigt. Wir haben kein Problem damit, wenn Vermittler durchblicker nutzen, im Gegenteil, wir sehen das als Kompliment und es ist für manche Versicherer ein zusätzliches Argument bei uns mitzumachen. Gibt es Themen, die Sie beschäftigen und die es wert sind, ein zweites Mal darüber nachzudenken? Baudisch: Ein Thema, worüber ich

fast täglich nachdenke, ist Künstliche Intelligenz bzw. Deep Learning. Ich denke, dass die Technologie mit zunehmender Rechenkapazität und zunehmenden Skills viele Industrien nachhaltig verändern wird. Die Versicherungsindustrie ist aus meiner Sicht komplett im Auge dieses kom15 | INTERVIEW

Jedes Zeitalter hat seinen Distributionsweg, und ich bin überzeugt, dass sich das Kundenverhalten auch beim Abschluss noch weiter in Richtung online verschieben wird.

menden Orkans. In den Bereichen Pricing, Underwriting, Risk Selection, aber auch bei den Schadens- und Distributionsprozessen gibt es ein breites Spielfeld für den Einsatz von KI. Wer das Thema gut spielt, hat die Chance, den Mitbewerb bei Ertrag und Kostenstrukturen nachhaltig abzuhängen. Mich interessieren natürlich die Bereiche, in denen durchblicker KI einsetzen kann, um seine Geschäftsprozesse, seine Kostenstruktur zu optimieren und Konsumenten noch besseres Service zu bieten. Wir sind zum Beispiel schon jetzt so weit, dass wir einen Großteil unserer Polizzen automatisiert überprüfen und mit dem Einsatz von KI geringere Kosten bei gleichzeitiger Erhöhung der Prüfqualität erzielen können. Das Thema ist aber natürlich viel breiter, denken Sie nur an die Anwendungsmöglichkeiten in den Bereichen Mobilität, Medizin, und in großen Teilen der Dienstleistungsgesellschaft. Radikale Innovationen haben die Angewohnheit, dass der technologische Fortschritt weitaus schneller verläuft als die Adaptierung unserer Gesellschafts- und Sozialsysteme. Das bereitet mir große Sorgen. Diese Technologie wird mittelfristig viele, viele Jobs kosten, und sowohl das Sozialsystem, das Gemeinwohl als auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt auf eine harte Probe stellen. Wir danken für das Gespräch.


Mit Angst zum Erfolg? Im Sport wird die Angst des Athleten systematisch genutzt, um die Leistung zu steigern. Die Arbeitswelten werden hingegen immer mehr zu Wohlfühloasen, wo man versucht die Dämonen der Angst unter den Couchtisch der Recreation-Area zu kehren. Die Frage ist demnach: Ist Angst als Mittel geeignet die Leistung von Mitarbeitern zu steigern? von Mag. Christian Sec Synchroneislaufen ist ein Teamsport bestehend aus 16 Läufern, die in magischer Leichtigkeit und im Gleichklang mit der Musik stetig neue Bilder aufs Eis zeichnen und damit das Publikum entzücken. Nun hat ein Skandal die meist in Wattebausch gehüllte Szene erschüttert. Finnische Medien enthüllten die Trainingsmethoden einer der weltweit erfolgreichsten Synchroneislaufteams. Die Teamkolleginnen einer jungen Athletin, die während einer Kür aufs Eis stürzte, bildeten einen Kreis um sie und beschimpften sie so lange bis sie weinend zusammenbrach. Solche Beschimpfungsrituale auf Befehl der Cheftrainerin waren konstitutiv für jeden der bei einem Auftritt patzte. Und weil die Trainerin mit ihrer Methode erfolgreich war und immerhin ihr Team zum Weltmeistertitel führte, wurden ihre

Trainingsmethoden von den Teammitgliedern auch niemals hinterfragt. Gerade in der Sportwelt zeigt sich immer wieder, dass Angst ein großer Motivator ist. Die beste Skifahrerin der Welt Mikaela Shiffrin erklärt in ihren Interviews permanent, dass die Angst davor keine Rennen mehr zu gewinnen ihre größte Motivation darstellt noch mehr zu trainieren und der Skilehrer erklärt uns Normalsterblichen, dass wir ohne den täglichen Sturz nicht besser werden, also dass wir unsere Grenzen überschreiten sollen und damit unsere Ängste überwinden.

Management by Angst „Nur wer Angst hat strampelt sich richtig ab“, heißt es oftmals unter Führungskräften, die mit solchen Aussagen ihren har-

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ten Stil verteidigen. Ist Angst aber wirklich ein Motivator der Leistungserhöhung verspricht? Auf der anderen Seite zeigen sich die heutigen Unternehmen als Wohlfühloasen, in der die Mitarbeiter ihre Seele baumeln lassen können. Management by Angst passt dabei nicht in den Zeitgeist. Dieser verdrängt mit seiner Wertschätzung für das Individuum Unternehmensstrukturen mit Chefs, die ihre Mitarbeiter in Angst und Schrecken versetzen. „You have to kick their asses until they hate you. I like that“, zitierten Angestellte des Licht-Unternehmens Osram einen Spruch des ehemaligen CEOs Wolfgang Dehen, der zwischen 2012 und 2014 das Unternehmen führte. Es wurde berichtet, dass Dehen seine Untergebene im Kasernenhofton kommandierte. Wer nicht spurte musste gehen oder flüchtete freiwillig. Zwei Drittel des alten Führungspersonals sollen Osram in den knapp zwei Jahren seiner Regentschaft verlassen haben. Neben der Fluktuation stieg die Unzufriedenheit und die Krankenstandstage. Ein Teufelskreislauf der auch die Existenz des Unternehmens gefährdete. Ob die Angst als Motivator am Arbeitsplatz strategisch eingesetzt werden soll ist weniger ein moralisches Problem als ein Praktisches. Denn natürlich ist es so, dass Angst auch am Arbeitsplatz erlebt wird. Ein US-Forscherteam wies darauf hin, dass 40 Prozent der Amerikaner täglich Angst am Arbeitsplatz verspüren. Fast drei Viertel beantworteten andern-


orts mit „ja“, ob ihre Ängste etwas mit ihrem Arbeitsleben zu tun hätten. Und der Top-Managementberater Jeffrey Pfeffer, schreibt, dass Beeinträchtigungen der Gesundheit am Arbeitsplatz ein immer gravierenderes Problem werden. Die Folgen der Angst am Arbeitsplatz tragen dazu zweifelsohne bei. Über 200 Mrd. Dollar an stressinduzierten Kosten pro Jahr werden in den USA veranschlagt. Typische Auslöser sind mehreren Studien zufolge „kritische Leistungserwartungen (u.a. Angst vor Fehlern), bzw. die Folgen des Verfehlens. Zweitens die Kontrolle durch Vorgesetzte sowie deren Macht, den Alltag und die Karriere massiv zu beeinträchtigen und nicht zuletzt der mögliche Arbeitsplatzverlust.

Forschung gegen Angst Studien weisen eine starke Leistungsverminderung bei angstinduzierter Führung nach, da die Fokussierung auf die Arbeit und die arbeitsbezogene Konzent-

rationsleistung gestört wird. Ebenso beobachteten die Forscher ein verstärktes egoistisches und sogar unethisches Verhalten, der in Angst versetzten Personen. Die Befürworter einer angstinduzierenden Führung übersehen, dass das in der Tat bei Angst erhöhte Erregungsniveau theoretisch nur dann in Leistung transformiert werden kann, wenn die in Angst versetzte Person über Selbstregulierungsstrategien verfügt, mit dieser Angst umzugehen. Dies ist dabei nur der Fall wenn die Person überzeugt ist, die Fähigkeit zur Mehrleistung zu besitzen und dabei auch überzeugt davon ist, dass ein mehr an Training die eigene Leistung verbessert, sowie eine Motivation besitzt, die Tätigkeit überhaupt gerne machen zu wollen, wie Jürgen Weibler, Professor für Personalführung und Organisation beschreibt. „Aber genau diese Bedingungen haben zum Ziel, entweder Angst erst gar nicht entstehen zu lassen oder aufkommende Angst möglichst schnell und konstruktiv abzubauen“, erklärt er die gedankliche

Fehlstellung bei Managern, die das Erzeugen von Angst pauschal für eine gute Sache halten. „Angst bei Mitarbeitenden zu schüren ist unter Leistungsgesichtspunkten eine nachweislich ungeeignete Führungsstrategie, um die Leistung anzuheben“, folgert Weibler. Dies gilt insbesondere bei komplexen und kreativen Aufgaben. Kets de Vries, Psychoanalyst und Management-Trainer erklärt: Angst funktioniert für eine bestimmte Zeit und in Grenzen. Grundvoraussetzung ist der Respekt vor den Menschen. Wenn man jedoch diese Strategie zu lange fährt, wird man fallen, oder die Untergebenen werden nicht mehr leistungsfähig sein“. Vielleicht also kann die kurzweilige Angst durch die Produktion von Adrenalin im Sportbereich kurzfristig leistungssteigernde Effekte im Wettkampf haben, am Arbeitsplatz haben solche Methoden, im Normalfall jedoch keinen Platz, denn sie würde in einer Arbeitslandschaft, in der immer mehr der eigene Spirit gefragt ist, unsere Kreativität auffressen.

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Generali vereinfacht Prozesse durch Digitalisierung Als Vorreiter bei der Digitalisierung von Services und Leistungen am heimischen Versicherungsmarkt erweitert die Generali Versicherung laufend ihre Angebote. Auch im Gesundheitsbereich schreitet die Digitalisierung rasch voran. Abläufe werden vereinfacht und beschleunigt, die Transparenz für VermittlerInnen und KundInnen wird deutlich erhöht. Innovation und Digitalisierung sind zwei zentrale Schwerpunkte der Generali Österreich. Sie sind auch in der Krankenversicherung von großer Bedeutung. Die Generali verbessert laufend den Kundenservice. Die Kommunikation mit den VertriebspartnerInnen und KundInnen wird gleichzeitig immer schneller und direkter. Mag. Thomas Bayer, Leiter Unabhängige Vertriebe der Generali Versicherung, zeigt sich von den digitalen Fortschritten überzeugt. „Antragsprozesse werden papierlos abgewickelt und damit erheblich beschleunigt. Unsere Maklerpartner sind jederzeit in den Prozess eingebunden und informiert, es bleibt ihnen mehr Zeit für ihre Kundinnen und Kunden.“ Ergänzend fügt er hinzu: „Als innovativer Krankenversicherer setzt die Generali Versicherung laufend neue Initiativen, die das Leben der VertriebspartnerInnen und KundInnen verbessern und die Transparenz erhöhen.“

Gesundheitsfragebogen jetzt elektronisch KundInnen können den Gesundheitsfragebogen elektronisch ausfüllen. Die Generali schafft damit eine neue Einfachheit. Jede zu versichernde Person kann die Gesundheitsfragen auf ihrem PC oder Tablet an jedem beliebigen Ort elektronisch beantworten – ein Alleinstellungsmerkmal der Generali am österreichischen Versicherungsmarkt. Makler schicken aus ih-

rem Beratungsprogramm im Verkaufssystem einen Link, über den die Kunden ihre persönlichen Angaben in den Gesundheitsfragebogen eintragen können – orts- und zeitunabhängig. Gleichzeitig ist der jeweilige Vermittler immer über den aktuellen Prozessfortschritt mittels Verkaufssystem informiert.

Rasche Bearbeitung der Versicherungsverträge Da die elektronische Beantwortung der Gesundheitsfragen und die elektronische Unterschrift rasch und unabhängig vom Aufenthaltsort des Versicherungsnehmers und der versicherten Person möglich sind, erhält die Generali die Antragsunterlagen schneller. Der Antrag kann sofort bearbeitet werden. Der gesamte Antragsprozess läuft damit einfach und völlig papierlos ab – das schont nicht nur die Umwelt, sondern bestätigt die Rolle der Generali als modernen und innovativen Gesundheitsversicherer.

Medical-Tele-Underwriting Mit dem Medical-Tele-Underwriting hat die Generali ein weiteres Erfolgsprojekt im Einsatz. Wenn der Gesundheitsstatus eines Kunden unklar ist, nimmt ein Generali Arzt direkten Kontakt mit den KundInnen auf und erhält so die fehlenden Informationen. Dies verkürzt die An18 | MARKT

Mag. Thomas Bayer, Leiter Unabhängige Vertriebe der Generali Versicherung

tragsbearbeitung bei unklarem Gesundheitszustand beträchtlich.

Meine Generali App hilft bei Leistungserledigung Der Ausbau der Digitalisierung beschleunigt die Leistungserledigung. Mit der Meine Generali App können Arzt- und Apothekenrechnungen noch rascher an die Generali gesendet werden. Eine neuartige Software und die Einbindung eines elektronischen Apothekenkatalogs in das Abrechnungssystem unterstützen die Schadensbearbeitung im ambulanten Bereich wesentlich. Die Generali Versicherung möchte ihre MaklerpartnerInnen und KundInnen ein Leben lang begleiten und verbessert deren Leben mit einfachen, transparenten und innovativen Versicherungslösungen.


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Das 8. Versicherungs-Strategieforum „Insurance Forum Austria“

IFA 2020 Next Level Insurance: die Versicherungsorganisation 2030 • Wie InsurTechs Prozesse und Produkte innovieren

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CEO, Zurich

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CEO, GraWe

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• Auf welche Strategien die Insurance-Vorstände setzen

Anrechenbarkeit von 11 Stunden auf die Weiterbildungspflicht im Rahmen der IDD


Die Nahversorger Regionalität liegt im Trend, das gilt wohl nicht nur für die Lebensmittelbranche, sondern auch in der Versicherungswirtschaft. Trotzdem weht diesem Zeitgeist durch Regulierung und Marktkonzentration von vielen Seiten ein strenger Wind entgegen. von Mag. Chrstian Sec Fast in jeder Branche haben kleine Betriebe mit der stetig steigenden Marktkonzentration zu kämpfen. Die „Kleinen“ verschwinden oder werden von den „Großen“ geschluckt. Die Top-DreiVersicherer nahmen 2018 einen Marktanteil von 52,4% ein – Tendenz steigend. Eine PwC-Studie zeigt auf, dass kleine Versicherungsunternehmen aufgrund des regulatorischen Aufwandes und des steigenden Kostendrucks in ihrer Existenz bedroht sind. Dies hat jedoch weitere Konsequenzen, wie die Studie zeigt. Denn ohne Regionalität könnten nicht mehr alle Kundenbedürfnisse befriedigt werden. „Wir kennen unsere Kunden und entscheiden vor Ort“, erklärt

Dr. Josef Stockinger, Generaldirektor der Oberösterreichischen Versicherung, die zu einem der traditionsreichsten regionalen Versicherer zählt. So feierte das Unternehmen 2011 sein 200-jähriges Jubiläum. Der regionale Versicherer mit Sitz in Linz merkt dabei nichts von einer Verdrängung durch die Großen. Die Prämienentwicklung im Bereich Schaden-Unfall lag 2018 bei 4,1% und liegt damit sogar höher als der gesamtösterreichische Markt in diesem Segment (+3,5%). Auch bei der Vorarlberger Versicherung zeigt sich ein ähnliches Bild. Mit einem Plus von 4,7% im Schaden-Unfallbereich lag man auch im Westen Österreichs über dem Österreich-Schnitt. „Regionalität gewinnt wieder mehr an Bedeutung und durch die Nähe zum Kunden können wir im Schadensfall sehr schnell reagieren“, fasst Robert Sturn, Vorstand der Vorarlberger Versicherung die Vorteile eines regionalen Versicherungsanbieters zusammen.

Die ganz Kleinen

Dr. Josef Stockinger

Neben den Landesversicherungen gibt es jedoch auch noch die kleinen Versicherungen auf Gegenseitigkeit, die noch stärker in einer bestimmten Region verwurzelt sind. Zwar sank die Anzahl der kleinen Versicherungsvereine auf Gegensei20 | MARKT

Robert Sturn

tigkeit in den letzten Jahren laut FMA von 53 im Jahr 2013 auf 49 im Jahr 2018, jedoch sind diese regionalen Versicherer aus dem ländlichen Raum noch immer nicht wegzudenken. Die Versicherungsvereine konnten 2018 ihr Prämienvolumen auf 19,2 Mio. bzw. um 4,1% erhöhen. Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit sind in Österreich schon aufgrund der Konzession nur in einem begrenzten regionalen Gebiet tätig, erklärt dazu Christoph Mennel, Geschäftsführer der Wälder Versicherung aus dem Bregenzer Wald. Die Ursprünge des Unternehmens reichen bis 1790 zurück, als ein Feuer 32 Gebäude des Dorfs vernichtete.


Christoph Mennel

Man stellte danach erste Überlegungen zur Gründung einer Solidargemeinschaft an. 1798 war es dann soweit und

es wurde eine wechselseitige Feuerassekuranz gegründet. 1867 gab es bereits 18 Mitgliedsgemeinden. Die Nähe zum Kunden ist die Kernkompetenz solcher Vereine. Diese Nähe ist das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zu größeren Gesellschaften, wo Großschäden oft in der Zentrale abgewickelt werden, erklärt Mennel. Bei größeren Ereignissen, wie zum Beispiel einen Brandfall, ist die emotionale Nähe zum Kunden jedoch wichtig. „Der Kunde sieht seine Existenz gefährdet. Wenn jedoch die Entscheidungsträger der Versicherungsvereine oft schon vor dem „Brand aus“ der Feuerwehr mit ihm die weitere Vorgehensweise abklären, gibt das einen emotionalen Halt“, so Mennel. Aufgrund der sehr schlanken Strukturen der Vereine sind Entscheidungswege sehr kurz und meist besteht die Schadensabteilung aus maximal aus

zwei Personen, wobei häufig einer davon im Vorstand des Vereines ist, erklärt Stefan Huemer, Vorstand der Atzbacher Versicherung, einem Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit im Gebiet zwischen Wels und Vöcklabruck. Gerade die unbürokratische Abwicklung eines Schadensfalles ist fast ein existentielles USP der kleinen Versicherungsvereine, denn dieser verankert den Ruf des Vereins, der das wertvollste Gut für die kleinen Versicherungsvereine darstellt, erklärt Huemer. In der Region stellt die Zufriedenheit bei der Abwicklung von Schadensfällen und die Betreuung des Kunden das größte Asset der Vereine dar. „Hausverstand geht vor juristische Spitzfindigkeiten“, ergänzt Mennel. Dieses grundlegende Vertrauen in die regionalen Versicherer ist insofern notwendig, da diese vor allem durch Mundpropaganda neue Kunden gewinnen, da kaum Spielraum für großzügige Werbekampagnen

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Stefan Huemer

vorhanden ist, erklärt der Atzbacher Vorstandsdirektor Huemer.

Zum Wohle des Geschädigten Die Vereine verdienen sich das Vertrauen auch mit der konsequenten Ausrichtung auf das Kundenwohl. Dies ist bei den Versicherungsvereinen nicht nur heiße PR-Luft, sondern gelebte Praxis, was sich auch in der Produktentwicklung zeigt. So gehörten die kleinen Vereine 2011 zu den ersten Anbietern, welche die grobe Fahrlässigkeit mit voller Versicherungssumme eingeschlossen haben. Die Gründe dafür sind leicht zu erklären, wie Mennel erklärt. „Die Versicherungsbranche hatte dieses Schlupfloch gefunden, um Versicherungsdeckungen abzulehnen. Am Ende können dann aber nur Gerichte entscheiden, ob der Versicherungsfall tatsächlich grob fahrlässig herbeigeführt wurde. Die Vereine haben solche Fälle schon immer großzügig abgewickelt, da nicht die Interessen von Aktionären im Vordergrund stehen, sondern laut Statuten der Nutzen des Mitgliedes, erklärt Mennel. „Somit sind unsere Mitglieder nicht den spitzfindigen juristischen Meinungen großer Schadenabteilungen ausgesetzt“. Für rasche Entscheidungen bei neuen Produkten helfen neben der Nähe zum Kunden auch die durch-

gängigen Strukturen und kürzeren Entscheidungswege, erklärt Mennel die Vorteile regionaler Anbieter. Grundsätzlich kennen die Mitarbeiter und Vorstände der kleinen Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit durch die örtliche Verbundenheit die jeweiligen Gegebenheiten der Regionen und dadurch gibt es keine „Österreich“ Produkte, sondern maßgeschneiderte regionale Produkte. „Adaptierungen geschehen rasch und unbürokratisch“, erklärt Huemer. Durch stetige Anpassung der Produkte an die Marktgegebenheiten und Entscheidungsträger vor Ort soll dies weiter das Plus der Vereine sein, gibt sich Huemer optimistisch und verweist auf das Wachstum der kleinen Vereine im Prämienbereich, welches mit den großen Anbietern schritthält. Die kleinen Versicherungsvereine haben für die Region auch eine wichtige Funktion dabei die Wertschöpfung und die Arbeitsplätze in einer Region zu sichern. „In unserer Region arbeiten alle Versicherungsmakler schon seit Jahrzehnten eng mit unserem Verein zusammen, obwohl wir mit unseren angestellten Kundenberatern auch im direkten Wettbewerb stehen. Denn sie schätzen die Nähe und die rasche Abwicklung, aber auch die Handschlagqualität“, erklärt Mennel.

ser Umstellung wurden durch den immer stärker werdenden Bürokratismus zu viele Personalressourcen in administrative Tätigkeiten gebunden, wobei zusätzliches Personal aufzunehmen aufgrund der Größe oftmals nicht möglich gewesen ist“, erklärt Huemer die wachsende Bedeutung in IT-Systeme zu investieren. Dadurch gewinnen die Vereine wieder mehr Zeit für das Wesentliche – und zwar die persönliche Kundenberatung. Daher gibt sich der Vorstand der Wälder Versicherung auch optimistisch für die Zukunft und verweist dabei auf das starke Wachstum seines Vereins. „Speziell im ländlichen Raum stellen wir fest, dass die Kunden verstärkt wieder Anbieter aus der Nähe bevorzugen“. Wenn es uns gelingt konsequent an der Verbesserung unserer Dienstleistungsqualität zu arbeiten, dann wird es uns auch in den nächsten 222 Jahren geben, denn so lange gibt es die Wälder Versicherung bereits und diese ist damit nicht einmal der älteste Versicherungsverein in Österreich. So gilt für die „Kleinen“, durch intelligente digitale Systeme die Hürden der Regulierung zu nehmen um damit ihren Grundsatz treu zu bleiben, den Franz Langlehner so formuliert: „Ein Blick in die Augen und ein Händedruck eines vertrauenswürdigen Partners ist mehr wert als ein Vertrag mit vielen Seiten“.

Regulierungen trüben Aussicht Noch mehr als die Großen leiden die kleinen Vereine unter den regulatorischen Anforderungen und trüben dabei ein wenig die ansonsten heiteren Zukunftsaussichten. „Wenn unser bereits sehr hoher bürokratischer Aufwand nicht durch übertriebene Forderungen noch weiter erhöht wird, dann blicke ich zuversichtlich in die Zukunft“, ist Franz Langlehner, Vorstand der Gitzmairischen Versicherung in Kematen vorsichtig optimistisch. Die ständig neuen Richtlinien verlangte von den Unternehmen die Umstellung auf digitale Prozesse. „Vor die22 | MARKT

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BILDUNGS-KickOff 2020 An einem neuen Ort, aber wieder mit dichtem Programm, hochkarätigen Experten und enormer Teilnehmeranzahl - Der Jour Fixe der FinanzdienstleisterBranche: der BILDUNGSKickOff 2020. von Mag. Manfred Kainz

Organisiert vom Fachverband Finanzdienstleister der WKO und der Wiener und Niederösterreichischen Fachgruppen, trafen sich im Jänner gut 600 Gewerbliche Vermögensberater, Wertpapiervermittler, Versicherungsagenten und -makler zum traditionellen BILDUNGS-KickOff: erstmals in der Wiener Allianz-Arena, vulgo Rapid-Stadion. Via Videoübertragung waren weitere rund 900 Teilnehmer in allen Bundesländern live dabei. Es war damit die größte Weiterbildungsveranstaltung des Fachverbandes der Finanzdienstleister. Durch das zweitägige Programm führten auch heuer Fachverbandsobmann KommR Hannes Dolzer und die Fachgruppenobmänner Eric Samuiloff (FG Wien) und Michael Holzer (FG Niederösterreich).

Module für die Weiterbildungsverpflichtung absolvierbar waren: Die Module 1, 4, 7, 9 plus Fachwissen. Zur Einstimmung gab Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer in seiner Keynote Optimismus mit: Sowohl das neue Regierungsproramm als auch die Konjunktur lasse einen guten Ausblick erwarten. Hier einige Kernaussagen der Vortragenden, die man im Tagesgeschäft im Hinterkopf behalten sollte.

Mehrere Module abgedeckt Zweite Neuerung war, dass heuer die Vorträge thematisch so zusammengefasst waren, dass gleich mehrere 24 | VERANSTALTUNG

Mag. Hannes Dolzer


Geldwäschekrimi Rund 80 % aller Straftaten sind finanziell motiviert, Geldwäsche ist unterschätzter Wachstumsverhinderer der Wirtschaft, und Finanzdienstleister haben oft ersten Kontakt zu vermeintlichen Tätern, warnte Kontrollinspektor Bernhard Pogotz von der Zentralen Geldwäschemeldestelle des Bundeskriminalamts.

Deadline erreicht Ab 29.01.2020 gilt die Statusklarheit auch für Gewerbliche Vermögensberater, erinnerte Fachverbandsobmann Dolzer. Nun gilt bei Nichtdeklarierung für Versicherungsvermittlung automatisch der Status Versicherungsagent.

Achtung Falscherwartungen Zum neuen „In“-Thema „Grüne, nachhaltige Produkte“ warnte Rechtsanwalt Martin Pichler von der Kanzlei Brandl & Talos, dass es kundenseitig viel Falschverständnis und Falscherwartungen („grüne Produkte bringen mehr Rendite und höhere Sicherheit“) und damit potenzielle Haftungsrisiken in der Beratung gibt.

Nachhaltig investieren lohnt Positiv sah das Thema Eva Cairns, ESG Investing-Specialist von Aberdeen Standard Investments: Langfriststudien zur

Performance von rund 11.000 Investmentfonds hätten gezeigt, dass nachhaltige Fonds herkömmlichen Fonds in puncto Rendite in nichts nachstehen und ein niedrigeres Verlustrisiko aufweisen.

2020er-Risiken 2020 berge für Finanzdienstleister die Risiken von Blasenbildung bei Immobilien, Aktien und Unternehmensanleihen, von Crypto-Assets und von Geldwäsche, warnte Sektionschef Harald Waiglein vom Finanzministerium.

Michael Holzer

Mehrere Strategien möglich Aktienanleihen: Diese Art von Inhaberschuldverschreibung eignen sich für Buy & Hold-, Risikooptimierungs- und Stückzinsenrenditen-Strategien, erklärte Heiko Geiger, Head Public Distribution Europe der Bank Vontobel Europe.

ESG mehr als Mode Die modernen Anlagekriterien E (Ecologic) S (Social) G (Governance) erfordern „verantwortliches EngagementInvestieren“, damit es nicht nur ein Modethema ist, mahnte Dieter Wimmer, Leiter Sales Österreich von Comgest Quality Growth.

Know your Customer Für die Bonitätsbeurteilung in der Leasingfinanzierung gebe es strenge Know-your-customerVorgaben, denn Leasingesellschaften müssen dieselben Bonitätskriterien erfüllen wie Banken, betonte Klaus Klampfl, Vizepräsident des Verbandes Österreichischer Leasing-Gesellschaften.

Keine Zinswende Eric Samuiloff

Drei bis vier Prozent Nominalzinsen hält AL Prof. Ernest 25 | VERANSTALTUNG

Gnan von der Abteilung für volkswirtschaftliche Analysen der Oesterreichischen Nationalbank in den nächsten zehn Jahren für unwahrscheinlich.

Vorvertragliche Pflichten Die verschiedenen vorvertraglichen Informationspflichten gegenüber den Kunden bei Kreditfinanzierungen (Standardinformation als Kreditvermittler, nach HIKrG und nach VKrG einzuhalten, mahnte die Finanzierungsberaterin für Geschäftskunden Doris Haydn von der Bank Austria Finanzservice.

Immo-Opportunitäten Der Immobilienmarkt ist mit Rekordpreisen schon im vierten Quartal des „Immobilienzyklus“, weshalb Louis Obrowsky, Geschäftsführer der LLB Immo Kapitalanlagegesellschaft einen selektiv-„opportunistischen“ Investmentstil empfahl.

Chance Lebensversicherung Optionen für die Entnahme/Rentenphase sollten bereits zu Anlage/Vertragsbeginn einkalkuliert werden: lebenslang garantierte Zusatzrente?, Anlageoptionen, Kosten und Steuern sparen in der Kapitalabrufphase, sowie unkomplizierte Vererbbarkeit, empfahl Sales-Development-Trainer Ronald Felsner.


Achtung doppelte Kausalität Für die Leistung der gesetzlichen Unfallversicherung zähle der ursächliche Zusammenhang mit der versicherten Tätigkeit: „das rechtliche und medizinische Kausalitätsprinzip“, warnte Iyabode ­Voglsperger, Juristin bei der AUVA.

Pyramide nützen Die „BAV-Pyramide“ biete für jedermann das passende Instrument für Betriebliche Altersvorsorge: „Zukunftssicherung“, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldvorsorge, Pensionskasse/Betriebliche Kollektivversicherung, bis zu Pensionszusagen (mit Rückdeckungsversicherung), illustrierte Walter Plass, BAV-Produktmanager der Allianz Elementar Versicherung.

1296 Gewerbewortlaute für GewVB Für die neuen Weiterbildungsverpflichtungen sollte man seinen Gewerbewortlaut genau anschauen: „Mache ich das Richtige?“ Denn von der prüfenden Gewerbebehörde werde nur das angerechnet, was für das Gewerbe wirklich gebraucht wird, warnte Oliver Lintner, Initiator der Plattform meine-weiterbildung.at.

Krypto ausgenommen

Harald Mahrer

Besteuerung von Kapitalvermögen: Bitcoin und Co. ist grundsätzlich kein Finanzinstrument und nach einem

Vermögensberater des Jahres Fachverband der Finanzdienstleister

Jahr steuerfrei und USt-befreit, erklärte Steuerberater Cornelius Necas.

nes Dolzer, Obmann des Fachverbands Finanzdienstleister. Voraussetzung für die Kandidaten ist, dass sie Träger des Gütesiegels des Fachverbands Finanzdienstleister sind. Dieses wird ausschließlich Mitgliedern verliehen, die sich den freiwilligen Standes- und Ausübungsregelungen für die gewerbliche Vermögensberatung und Wertpapiervermittler verpflichtet haben. Die Siegerehrung fand im Rahmen des zweitägigen BildungsKick-off 2020 statt.

Bereits zum dritten Mal wurde Andreas aequo mit der Goldengnu GmbH jeweils Petschar zum Vermögensberater des Jah- eine Zweitplatzierung erringen. Zusätzres gekürt – den zweiten Platz teilen sich lich wurden sieben Teilnehmer mit eiWaltraud Hauser, Horst Fritz und die ner Urkunde für ein „außerordentlich guGoldengnu GmbH. Knapp 1.600 Kun- tes Ergebnis“ geehrt. „Der Gesamtschnitt den aus ganz Österreich wählten dieses der Bewertungen lag mit 1,09 bei einem Jahr wieder den Vermögensberater des erstaunlich guten Wert“, freut sich HanJahres. Unter den ca. 460 Kandidaten gingen statt der üblichen drei nun gleich vier Sieger hervor. Andreas Petschar aus Villach konnte mit seinem Einsatz Platz eins für sich entscheiden. Für den Kärntner ist dies bereits die insgesamt sechste Auszeichnung und die dritte Erstplatzierung. Auch Waltraud Hauser und Horst Fritz schafften es dieses Eric Samuiloff (Obmann FG FDL Wien), Mag. Hannes Dolzer (Obmann FV FDL & Obmann FG FDL Jahr wieder aufs StoSteiermark), Mag. Mirko Paul Hämmerle, Klaus Matzka, Raimund Six (alle drei von der GOLDENGNU GmbH), ckerl. Sie konnten ex Mag. Andreas Petschar (Platz 1), Mag. Waltraud Hauser, Horst Fritz, Michael Holzer (Obmann FG FDL NÖ) 26 | VERANSTALTUNG


„Digitalisierungsfitte“ Versicherungsbranche? Die Versicherungsbranche zählt in Bezug auf Digitalisierung nicht zu den Vorreitern. Nichtsdestotrotz ist die digitale Transformation auch hier angekommen und lässt sich nicht mehr wegdenken. Denn erst mit dem Einsatz adäquater digitaler Lösungen und Prozesse lässt sich die Menge an Arbeit bewältigen, mit der Versicherungsvermittler alltäglich konfrontiert sind. Die größten Herausforderungen sind nach wie vor, dass bestehende Standards und Lösungen nur teilweise oder nicht umgesetzt werden und Digitalisierung als Bedrohung und nicht als Chance wahrgenommen wird. Dabei helfen digitale Werkzeuge und automatische Abläufe dabei, trotz vieler Aufgaben und Herausforderungen, Zeit für die Kerntätigkeit der Beratung zu haben. Gleichzeitig zeigen Umfragen, dass die persönliche Beratung und damit die Kernaufgabe des Versicherungsvermittlers auch in Zukunft eine bedeutende, wenn auch adaptierte, Rolle haben wird.

Sind Vermittler und Kunden bereit für die Digitalisierung der Branche? Jüngste Studien zeigen, dass Österreicher immer digitaler werden. So kommunizieren beispielsweise 75 Prozent bereits über

Weitere Informationen zu zukunftsweisenden Lösungen in der Versicherungsbranche finden Sie unter: www.togethercca.com

Messenger-Dienste und nutzen OnlineBanking zur Abwicklung der Bankgeschäfte. Warum dann nicht auch online die eigenen Versicherungsdaten einsehen und verwalten? Genau dies ist zwar schon möglich, muss aber zur breiteren Nutzung entsprechend eingesetzt und den Endkunden kommuniziert werden.

Welche Möglichkeiten gibt es bisher? Softwarelösungen für Versicherungsvermittler sowie die entsprechende OnlinePlattform bieten eine elektronische Abwicklung von Geschäftsfällen vom Offert über die Schadenmeldung bis zur Ad27 | MARKT

ressänderung. Dies hilft allen Beteiligten Zeit zu sparen. Zudem können Bestandsdaten einfach und übersichtlich verwaltet sowie analysiert werden. CRM-Systeme können mittels OMDS-Bestandsdaten automatisch befüllt und aktualisiert werden und als Basis für eine effiziente Provisionsverwaltung und -kontrolle genutzt werden. Beim Umstieg auf entsprechende Software wird immer stärker auf digitale Schulungsmodelle wie beispielsweise Webcoachings und Videotutorials gesetzt. So werden neue Lösungen für die Bestandsverwaltung oder die elektronische Abwicklung von Geschäftsfällen zeit- und ortsunabhängig vorgestellt.


Der rasante Schritt Richtung KI Die Versicherungsbranche geht 2020 mit rasantem Schritt in Richtung Serviced Cloud, Künstliche Intelligenz und Kundenzentrierung. René Schoenauer, Director Product Marketing EMEA bei Guidewire Software zu den neuesten Trends der Branche.

Im letzten Jahr hat sich die Versicherungsbranche durch die digitale Transformation, neue Technologien und innovative Software-Plattformen stark gewandelt. Im kommenden Jahr werden sich diese Trends noch weiter ausdifferenzieren. Des Weiteren zeichnet sich in diesem Jahr ein neuer Trend ab, der die Spreu vom Weizen in der Versicherungsindustrie trennen wird: Eine radikale Abkehr von veralteten On-Premise-Systemen hin zu cloudbasierten Standardsystemen spezialisierter Anbieter.

Versicherer auf dem Weg in die Cloud Um Kapazitäten für ihr Kerngeschäft freizumachen, befinden sich die meisten Versicherer auf dem Weg, ihre IT deutlich zu verschlanken und zu vereinfachen. Der erste Schritt wurde schon durch die Digitalisierung eingeläutet. Im kommenden Jahr wird sich allerdings abzeichnen, dass der einzig logische nächste 28 | MARKT

Schritt in die Cloud führt. Der Vorteil von cloudbasierten Lösungen liegt dabei auf der Hand: Versicherer können durch die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Partner sämtliche Verantwortlichkeiten in die Hand des Anbieters legen. Nach dem selben Muster, wie SaaS-Lösungen betrieben werden, kümmert sich der externe Partner sowohl um den Betrieb des Systems, um Updates, Compliance aber auch das Thema Datensicherheit. Viele Versicherer haben den Schritt in die Cloud aufgrund des undurchsichtigen Dschungels an EBA- und BaFin-Richtlinien noch nicht gewagt. Es herrscht viel Unsicherheit bezüglich Datenverarbeitung und -speicherung auf Servern, speziell was den Standort der jeweiligen Datenzentren betrifft. Ziel dieser durchaus sinnvollen Richtlinien ist stets ein vollumfänglicher Datenschutz. Ein erfahrener Servicepartner, der sämtliche behördlichen Voraussetzungen von EBA und BaFin erfüllt, ebnet den Weg in die Cloud erheblich.


Kundenzentrierung gewinnt weiter an Relevanz Was in den vergangenen Jahren überwiegend von jungen Digital Natives gefordert wurde, ist mittlerweile bei der breiten Masse angekommen. Allerdings hat die Entwicklung hier bereits eine weitere Evolutionsstufe erreicht. Statt dem Digital-First-Prinzip gilt neuerdings das Convenience-First-Prinzip. Das zeigt sich dadurch, dass sämtliche Stakeholder State-of-the-Art-Features wie beispielsweise intuitive Anwendungen und Omnichannel-Verfügbarkeit voraussetzen. Das zieht zum einen veränderte Distributionsarten von Versicherungen nach sich, andererseits auch eine völlig neue Sichtweise auf Versicherungsprodukte selbst. Der Kunde erwartet, dass die Produkte den geänderten Ansprüchen einer Generation gerecht werden, die völlig andere Lebensgewohnheiten hat. Besonders die Generation Car Sharing wird mittelfristig mit Sicherheit innovative Versicherungsangebote wie bei-

spielsweise Pay-as-you-drive-Lösungen oder ähnliche personalisierte Modelle einfordern.

Künstliche Intelligenz

Der Abschluss einer Versicherungspolice ist ein ebenso emotionaler Akt wie der Kauf anderer Produkte. Während bei Kaufentscheidungen zu Konsumgütern in der Regel allerdings positive Emotionen im Spiel sind, sichert man sich im Falle einer Versicherungspolice gegen eventuelle Katastrophenszenarien ab. Der Kunde kauft die Sicherheit, im Bedarfsfall bestmöglich versorgt zu sein. Gerade deshalb scheint der Abschluss einer Versicherung mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz, eines auf KI basierenden virtuellen Assistenten zum Beispiel, menschliche Kompetenzen nicht in allen Fällen vollumfänglich ersetzen zu können. Künstliche Intelligenz ist derzeit noch nicht immer in der Lage, sich an den selben ethischen Maßstäben wie ihr menschliches Pendant messen zu lassen. Außerdem erfüllen persönliche Betreuung und Beratung durch einen freundlichen Mitarbeiter, vor allem im Falle schwerwiegender Versicherungsfälle, das natürliche Bedürfnis nach Sicherheit und Verständnis. Die Weiterentwicklung anhand von Machine Learning erfolgt allerdings in rasantem Tempo. Im Bereich Betrugserkennung hat sich KI beispielsweise bereits jetzt flächendeckend etabliert. Die umfassende Integration von BetrugsRené Schoenauer, Director Product Marketing EMEA bei Guidewire Software analysen sowie 29 | MARKT

Predictive Analytics in den Schadenprozess liefert Schadenregulierern für zeitkritische Transaktionen automatisiert Informationen in Echtzeit. Smarte Analysemethoden verhindern so Wettbewerbsnachteile und tragen zu fairem Pricing sowie, damit verknüpft, einer erhöhten Kundenzufriedenheit bei.

Der Mensch bleibt im Fokus Trotz einer weiteren Zunahme des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz sind Arbeitsplätze in der Versicherungsbranche nicht bedroht. Anstatt Arbeitskräfte zu ersetzen, zielen datengetriebene Einsichten viel mehr darauf ab, Mitarbeiter zu konsistenten Entscheidungsprozessen zu führen und sie dadurch zu entlasten. Künstliche Intelligenz ist lediglich Werkzeug für Mitarbeiter und nicht deren Substituent. Kunden sehen sich hierdurch einem immer vertrauenswürdigeren Partner gegenüber, der sie auf validen Daten basierend, umfassend berät. Das wiederum fördert Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheit gleichermaßen.

Versicherer müssen ihr Geschäftsmodell reflektieren und anpassen Um in der Versicherungsindustrie weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben, ist es unumgänglich, das eigene Geschäftsmodell immer wieder zu reflektieren und den Bedürfnissen der Kunden anzupassen. Viele Verbraucher erwarten, dass Versicherungen bereits in anderen Produkten, beispielsweise einem gebuchten Linienflug, inkludiert sind. Dies mag für Versicherer zunächst wie eine Bedrohung wirken, da das Versicherungsprodukt in solchen Fällen vom primären Produktanbieter verdeckt wird. Außerdem befürchten Versicherer durch diese Praxis eine Schwächung ihrer Marke, da sie lediglich als „unsichtbare Anbieter“ fungieren. Es darf allerdings nicht übersehen werden, dass sich durch veränderte Kundenanforderungen auch völlig neue, noch nicht erschlossene Vertriebswege und Kooperationsmöglichkeiten für Versicherer ergeben.


Trends im Bankwesen im Jahr 2020 Das neue Jahr geht für Banken genauso aufregend weiter, wie das alte geendet hat. Denn künstliche Intelligenz und Cloud Computing werden 2020 den Durchbruch im Bankwesen erleben. Niccolò Garzelli, Senior Vice President Sales bei Auriga, prognostiziert, was die Bankbranche dieses Jahr erwartet. Um die sich schnell verändernden Kundenerwartungen zu erfüllen, werden Banken ihre Filialmodelle überdenken und noch mehr Technologie einsetzen müssen, um näher am Kunden zu sein. Die PSD2-Zahlungsrichtlinie ist zwar schon seit letztem Jahr in Kraft, doch wenn Banken das meiste aus Open Banking für sich herausholen möchten, sollten sie einen großen Schritt auf neue, agile Marktteilnehmer in diesem Bereich zugehen.

zu gewinnen, diese besser zu verstehen und personalisierte Angebote vorzuschlagen. Auf diese Weise gelingt eine noch persönlichere Kundenansprache, ohne den menschlichen Aspekt zu vernachlässigen.

Künstliche Intelligenz vor dem Durchbruch

Neue Bankmodelle sind die Zukunft

Während im vergangenen Jahr Finanzinstitute noch mit künstlicher Intelligenz experimentiert haben, erwarten wir, dass Banken 2020 noch mehr in diese Technologie investieren werden, um mittelfristig Kosten zu senken und Betriebsabläufe zu optimieren. Die Einsatzmöglichkeiten von KI-Technologien sind vielfältig: Machine-Learning- und Deep-Learning-Algorithmen bringen das Potential, strategische Geschäftsanalysen zu vereinfachen und die Genauigkeit und Effizienz von Prognosen zu steigern. Gleichzeitig können so Geschäftsentscheidungen beschleunigt und Investitionen optimiert werden. Ein weiterer Bereich, in dem KI immer häufiger zum Einsatz kommt, ist das Bargeld- und Asset-Management. Mit Unterstützung dieser Technologie können Banken beispielsweise sicherstellen, dass Bargeld verfügbar ist, wann immer es benötigt wird. Künstliche Intelligenz wird auch herangezogen, um Kundeneinsichten

Der Kosten- und We t t b e w e r b s druck führt dazu, dass Banken sich auch mit Konkurrenten zusammenschließen und Künstliche Intelligenz steht vor dem Durchbruch Partnerschaf ten eingehen werden. Wir erwarten, dass in diesem Jahr noch geschränkt ist. Anstatt wenig besuchte mehr geteilte White-Label-Filialen das Standorte, in denen das Betreiben einer Straßenbild prägen werden. Auf diese Full-Service-Filiale nicht rentabel ist, zu Weise können sich die Geldhäuser Kos- schließen, könnten Bankkunden über Viten für Standorte und Ressourcen tei- deo-Tools persönliche Unterstützung und len, gleichzeitig aber die physische Prä- Beratung erhalten, ohne dass Personal vor senz aufrechterhalten und den Kunden Ort sein muss. die gewohnten Services bieten. In der Bankfiliale der Zukunft wird auch Vi- Banken adaptieren deo-Banking eine immer größere Rolle Cloud Computing spielen – insbesondere für Standorte in sehr abgelegenen Regionen, in denen der Cloud Computing ist inzwischen eine Zugang zu Finanzdienstleistungen ein- weit verbreitete Technologie in der IT 30 | MARKT


sich schnell ändernden Erwartungen der Verbraucher an das ideale Erlebnis im Bereich Finanzdienstleistungen. Banken müssen auf gesc hlossen sein gegenüber neuen Technologien und Marktteilnehmern. Die PSD2-Richtlinie ist in Europa zwar bereits in Kraft, doch gilt es für Banken in diesem Jahr noch einiges aufzuholen, damit ihnen Niccolò Garzelli, Senior Vice President Sales bei Auriga Chancen nicht verwehrt bleiben. Wer Open Banking noch mehr nutzt und in einer wettbewerbsintensiven Branche bereit ist, sich anzupassen, wird sich auch behaupten können.

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und auch der Bankensektor öffnet sich dieser Entwicklung zunehmend. Denn Cloud Computing bietet Finanzinstituten in vielerlei Hinsicht Vorteile. Mittlerweile gibt es eine große Auswahl an Cloud Providern – durch den Wettbewerbsdruck sinken die Infrastrukturkosten für Banken. Zudem profitieren Finanzinstitute von einer widerstandsfähigen IT-Architektur der Anbieter, die rund um die Uhr verfügbar und vor Ausfällen geschützt ist. Banken sind im Besitz Unmengen wertvoller Daten, die aufgrund der Größe am effizientesten in der Cloud verwaltet und analysiert werden können. Auch im Bereich Cyber Security ist Cloud Computing die sicherere Lösung – vor allem vor dem Hintergrund, dass viele Banken selbstverwaltete Legacy-Systeme nutzen. In den nächsten zwölf Monaten sehen sich Banken mit vielfältigen Veränderungen und Herausforderungen konfrontiert – insbesondere im Hinblick auf die technologischen Entwicklungen und die

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ERGO Versicherung Aktiengesellschaft, ERGO Center, Businesspark Marximum/Objekt 3, Modecenterstraße 17, 1110 Wien


Beruf als Berufung Dr. Judit Havasi hat ihr rechtswissenschaftliches Studium an der ELTE Universität Budapest und an der Universität Wien abgeschlossen und ist geprüfte Steuerberaterin. Ihre Karriere in der Versicherungsbranche hat sie im Jahre 2000 bei der UNION Biztosító Zrt. in Ungarn begonnen. Seit 2006 ist Dr. Havasi Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung der Wiener Städtischen Versicherung in Österreich. Im Jahre 2009 wurde sie zur GeneraldirektorStellvertreterin bestellt und im Jahre 2016 zum Vorstandsmitglied der VIG berufen. Mit Jänner 2020 übernahm Dr. Judit Havasi die Funktion der Generaldirektorin der DONAU Versicherung. Wir haben mit ihr über Strategie, Ziele und ein familienfreundliches Versicherungsunternehmen gesprochen. Frau Dr. Havasi, Sie haben mit Jänner eine neue Funktion in der Vienna Insurance Group übernommen, was bedeutet das für Sie? Havasi: Es ist eine wunderbare Möglich-

keit, sich in der VIG einer neuen Aufgabe widmen zu dürfen. Vorstandsvorsitzende in einem Versicherungsunternehmen mit einer mehr als 150-jährigen erfolgreichen Geschichte zu sein, ist eine große Auszeichnung, und es ist eine Freude, das Unternehmen weiterhin in die richtige Richtung lenken zu dürfen. Welche Ziele setzen Sie sich für diese Aufgabe? Havasi: Ziel ist es, die von meinen Vor-

gängern begonnene Strategie „Meine Donau 2020“ erfolgreich zu Ende zu führen und mit dem Unternehmen weiterhin den richtigen Weg zu gehen. Im Laufe der Jahre sind viele neue Themen und Faktoren hinzugekommen, die beachtet werden müssen und in die nächste Strategie einfließen werden. Jedes Un-

ternehmen muss sich weiterentwickeln. Die DONAU Versicherung ist ein regionaler Versicherer, der mit rund 1.400 Mitarbeitenden als kundenorientierter Versicherer wahrgenommen werden möchte. Die Strategie der nächsten Jahre lautet unter anderem Kundenorientierung, Effizienz und Digitalisierung. Vor allem Letzteres bedeutet aus meiner Sicht eine zusätzliche Möglichkeit, schneller, effizienter und transparenter zu werden. Digitalisierung unterstützt Regionalität und ist nicht als Ersatz zur persönlichen Kommunikation zu sehen. Ist Versicherung nur eine Männerdomäne? Havasi: Auf keinen Fall, denn in der VIG

gibt es viele Frauen in Führungspositionen und bei der DONAU Versicherung wurde erst vor kurzem das Audit als „familienfreundlichstes Unternehmen“ verlängert. Wir sind stolz darauf, dass wir als familienfreundliches Unternehmen an32 | INTERVIEW

Die Strategie der nächsten Jahre lautet unter anderem Kundenorientierung, Effizienz und Digitalisierung. erkannt sind. So bieten wir zum Beispiel unseren Außendienstmitarbeiterinnen in ihrer Karenzzeit ein Einkommensmodell an, welches ihnen ermöglicht, weiterhin ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen und jederzeit ihre Tätigkeit wieder aufzunehmen. Welche Zukunftsthemen sehen Sie auf die DONAU zukommen? Havasi: Wir leben in einem starken

Wandel – Veränderungen in der Kommunikation und in der Gesellschaft. Man muss junge Generationen in ihren Kom-


33 | INTERVIEW


munikationsbedürfnissen begleiten und verstehen lernen. Auch für diese werden wir gute und maßgeschneiderte Produkte anbieten. Es ist auch wichtig, das Wissen über ausreichende Vorsorge zu verankern, denn Vorsorge wird ein immer wichtigerer Punkt in der Lebensplanung sein. Die neue Regierung hat sich im Regierungsprogramm klar zur privaten Altersvorsorge bekannt. Diesen Schritt begrüßen wir sehr, denn private Vorsorge ist eine wichtige Ergänzung zur staatlichen Absicherung. Wo liegen die Schwerpunkte im heurigen Jahr? Havasi: Die DONAU ist ein star-

ker Versicherer für mehr als 55.000 Klein- und Mittelbetriebe. In unserer Strategie haben wir dieses Bekenntnis klar verankert und leben das auch. Dazu haben wir in ganz Österreich ein starkes kompetentes Team, das für unsere Vertriebspartner als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Weiters arbeiten wir an der Umsetzung der OMDS-3.0-Schnittstelle, um unseren Vertriebspartnern einen umfassenden Service bieten zu können. Plant die DONAU Versicherung mehr Produkte über den Online-Vertrieb abzubilden?

man junge Generationen anspricht, es ist wichtig, den Bedürfnissen aller Kunden gerecht zu werden. Der Grundgedanke einer Versicherung, das Abbilden einer Risikogemeinschaft, erfordert eine langjährige Erfahrung, daher sehe ich hier keine Bedrohung des Geschäftsmodells. Was würden Sie sich von der Regierung wünschen? Havasi: Es ist gut, wie schon angesprochen, dass im Regierungsprogramm ein

Havasi: Natürlich gehen wir mit der

Zeit und bieten schon jetzt online eine Reisekrankenversicherung an. Für schnelle einfache Produkte bietet sich die Online-Oberfläche an, für individuelle maßgeschneiderte Produkte – insbesondere in Vorsorgefragen - bedarf es meiner Meinung nach weiterhin der persönlichen Beratung. Sind Insurtechs und FinTechs eine Bedrohung des Geschäftsmodelles Versicherung? Havasi: Grundsätzlich nein. Man muss aber immer offen sein, wie

Der Grundgedanke einer Versicherung, das Abbilden einer Risikogemeinschaft, erfordert eine langjährige Erfahrung, daher sehe ich hier keine Bedrohung des Geschäftsmodells. 34 | INTERVIEW

positives Zeichen in Richtung privater Altersvorsorge zu erkennen ist. Wir würden uns auch eine politische Unterstützung hinsichtlich Pflegevorsorge kombiniert mit einer Lebensversicherung wünschen. Dem Thema Pflege wird leider noch zu wenig Bedeutung beigemessen. Meistens erst dann, wenn es im persönlichen Umfeld zu einem Akutfall kommt und dann ist es für eine Versicherungslösung meistens zu spät. Es muss uns gelingen, die Bedeutung einer Pflegevorsorge schon frühzeitig zu wecken, wenn die Versicherungslösungen noch „günstig“ sind. Wie vereinbaren Sie Familie und Karriere? Havasi: Für mich ist beides, sowohl

meine Familie als auch mein Beruf, eine Berufung. Ich fühle mich in meiner großen Familie, mit meinen beiden Kindern, und in meiner beruflichen Tätigkeit sehr gut wohl. Es bedarf für mich auch keiner weiteren Hobbys, da ich mit der Konstellation sehr zufrieden und ausgeglichen bin. Wir danken für das Gespräch.


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TOP Gewerbeversicherer Was mir an der Donau so gefällt? Meine Donau berücksichtigt die individuelle Risikosituation von Unternehmen und sichert betriebliche Schäden und deren finanzielle Folgen ideal ab. Grobe Fahrlässigkeit ist dabei zu 100 % einschließbar. So stell ich mir das vor. Mehr auf donauversicherung.at


Wintersportunfälle

„Die Sicherung der Sportgeräte wird häufig zur Nebensache – mit fatalen Folgen bei einem Unfall“, so KFV-Direktor Dr. Othmar Thann. Ein paar Tipps für ein sicheres Skivergnügen lauten: Vorsicht bei eisigen Verhältnissen – die Sturzgefahr ist erhöht und der harte Aufprall führt häufiger zu Verletzungen. Im Notfall den Alpin-Notruf 140 oder die Euro-Notrufnummer 112 wählen. Bleiben Sie im gesicherten Skiraum. Auch das richtige Material (Helm, jährliches Skiservice, Ski nach dem eigenen Können auswählen) ist unabdingbar für ein sicheres Vergnügen auf der Piste.

VVO

Verletzungsrisiko

Auf Österreichs Pisten verletzen sich so die Unfallexperten der AUVA. Unjährlich rund 30.000 Skifahrer und tersuchungen des KFV zeigen, dass leSnowboarder. Knapp sechs von zehn Ver- diglich zwischen ein und drei Prozent letzungen sind Knochenbrüche, gefolgt der Skifahrer ihre Skier abgesichert abvon Sehnen- und Muskelverletzungen stellen. Rund 4.300 Anzeigen von Skisowie Prellungen. Zu den häufigsten Un- diebstahl meldet das Bundeskriminalamt fallursachen zählen zu hohe Geschwin- im Jahr 2018. Wer sich mit dem Auto in digkeiten und geringe körperliche Fit- das Urlaubsskigebiet aufmacht, ist gut ness. „Um Verletzungen vorzubeugen, beraten, auf die eigene Ladungssicherist die Ausrüstung sehr wichtig. Auch heit zu achten. die Kenntnis der FISVerhaltensregeln und ein gutes Warm-up RISIKO WINTERSPORT vor der ersten AbVERLETZTE NACH GESCHLECHT * HÄUFIG VERLETZTE KÖRPERTEILE * fahrt gehören unbeFRAUEN MÄNNER Snowboardhelmdingt dazu“, so Mag. tragequote Skifahren SKIFAHRER SNOWBOARDER Kurt Svoboda, PräsiSchlüsselbein 91 % Anzahl Verletzte Anzahl Verletzte 38 % dent des österreichi25.600 5.300 62 % schen VersicherungsHandgelenk/Arm verbandes VVO. Snowboarden Schulter SkihelmKnie 94 % tragequote Ausschlaggebend ist 34 % Dank Ski- & Snowboardhelmen Fußgelenk/Knöchel werden Kopfverletzungen auch die Wahl der 66 % immer seltener. Schulter Skibrille. „Oft ist die Rodeln Sicht beim SkifahFinger 45 % ren durch SchneeRELATIVES UNFALLRISIKO *** 55 % Fußgelenk/ kristalle, Fahrtwind Knöchel 6x Knie oder Reflexionen der Freeriden (Variante) 5x Snowboarden ** TOTE NACH GESCHLECHT Sonne getrübt. Auf Snowboarder haben ein 6x höheres 4x Verletzungsrisiko als Langläufer Unterschenkel FRAUEN MÄNNER der Piste ist die Ski3x Skifahren Skitourengeher haben ein 9x Piste/Skiroute brille daher ein wichhöheres Todesrisiko als Langläufer 2x 13 % Rodeln Skitourengehen tiger Begleiter, diese 1x 87 % Langlaufen sollte aber an die 1x 2x 3x 4x 5x 6x 7x 8x 9x 10 x Todesrisiko Wetterbedingungen angepasst werden“, Auftraggeber: KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) Quelle: * KFV, IDB Austria 2018 ** Österreichisches Kuratorium für alpine Sicherheit. Zehnjahresmittel (01.11.2008 bis 31.10.2018) ***KFV, IDB Austria 2018, Exposure-Studie 2018; Österreichisches Kuratorium für alpine Sicherheit, Jahrbuch Winter 2018/2019

Inflationsprognose

Oesterreichische Nationalbank Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) erwartet in ihrer aktuellen Inflationsprognose für Österreich eine am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) gemessene Inflationsrate von 1,4 Prozent für das Jahr 2020. Damit liegt die aktuelle Prognose etwas niedriger als in

der Vorausschau vom Herbst 2019. Aktuelle Herausforderungen für die Inflationsmessung liegen etwa in der wachsenden Bedeutung des Online-Handels sowie in der Bewertung und Einbeziehung von selbst genutztem Wohnungseigentum in den Preisindex. Der durch36 | MARKT

APA-AUFTRAGSGRAFIK

schnittliche Inflationsabstand Österreichs gegenüber Deutschland belief sich in den ersten elf Monaten 2019 auf 0,1 Prozent. Das Importwachstum schwächte sich in den letzten Quartalen merklich ab. Für den Rückgang war vor allem Rohöl ausschlaggebend. Trotz der Konjunkturabschwächung blieb das Wachstum der nominellen Lohnstückkosten bis zuletzt auf einem überdurchschnittlichen Niveau, während sich die Unternehmensgewinne etwas verringerten.


Risk Barometer 2020 Allianz

An der Spitze der Risiken für die Geschäftstätigkeit liegen derzeit die Bedrohungen aus dem Internet gleichauf mit einer Betriebsunterbrechung. Dies geht aus dem aktuellen „Allianz Risk Barometer“ hervor, bei dem mehr als 2.700 Experten aus 102 Ländern nach ihrer Risikoeinschätzung gefragt wurden. Zum ersten Mal unter den Top-10-Bedrohungen für die Wirtschaft findet sich auch der Klimawandel mit seinen mög-

Severin Gettinger

lichen Auswirkungen. 49 Prozent der befragten Wirtschaftsexperten in Österreich sehen Betriebsunterbrechungen als eine der größten Gefahren für Unternehmen an. „Heutzutage ermöglichen digitale Lieferketten und Plattformen eine vollständige Transparenz und Rückverfolgbarkeit von Waren. Ein Brand in einem Rechenzentrum, eine technische Panne oder ein Hacker-Angriff können jedoch teure Ausfälle für mehrere Unternehmen gleichzeitig verursachen, die alle dasselbe System nutzen und nicht schnell zu manuellen Prozessen zurückwechseln können“, betont Stefanie Thiem, CEO der Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) in Österreich. Als weltweites TopRisiko für Unternehmen aller Branchen und jeder Größenordnung gelten mittlerweile Cyber-Vorfälle. „Cyberattacken verursachen immer größere Schäden. RansomwareAngriffe richten sich zunehmend gegen große Unternehmen und die Erpressungsforderungen steigen. Vor fünf Jahren ging es um einige zehn-

Performance 2019

Valida Vorsorge Management Mit einer vorläufigen Performance von 11,24 Prozent in der Pensionskasse und 4,56 Prozent in der Vorsorgekasse schließt Valida das Veranlagungsjahr 2019 ab. Martin Sardelic, Vorstandsvorsitzender der Valida Holding, erläutert die Auswirkungen der erfreulichen Veranlagungsergebnisse: „Aufgrund der sehr guten Performance in der Pensionskasse können wir heuer die Pensionen von rund 24.000 Pensionisten erhöhen. Die An-

wartschaftsberechtigten profitieren sowohl in der Pensionskasse als auch in der Vorsorgekasse durch die Erhöhung ihrer Guthaben.“ Die langjährigen Durchschnittsperformances können sich sehen lassen, diese liegen seit ihrer Gründung 2003 bei 5,11 Prozent p.a. Die veranlagten Volumina bei Valida Pensions- und Vorsorgekasse stiegen im Jahresvergleich um insgesamt 12 Prozent von 9,3 Milliarden Euro auf 10,5 Milliarden Euro. Auch das im Re37 | MARKT

Stefanie Thiem

tausend Euro, heute fordern Cyberkriminelle immer öfter Millionenbeträge“, berichtet AGCS-Österreich-Experte Severin Gettinger. Neben den Cybergefahren werde der Klimawandel zur großen Herausforderung, ist man bei der Allianz überzeugt. Immerhin steigt das Bewusstsein für die Klimabedrohung in den Unternehmen, diese liegt mittlerweile auf Rang sieben im internationalen Allianz Risk Barometer und auf Platz zehn in Österreich. Befürchtet werden vor allem Sachschäden infolge längerer Dürrephasen, heftiger Stürme und massiver Überschwemmungen.

gierungsprogramm festgehaltene Bekenntnis zur Sicherstellung der Nachhaltigkeit im Pensionssystem sowie die Stärkung der betrieblichen und privaten Altersvorsorge in Ergänzung zur staatlichen Pensionsvorsorge geben Anlass zu Optimismus. „Besonders wichtig ist dabei nicht zuletzt die Einführung eines Generalpensionskassenvertrages. Wir glauben, es gilt, Hürden zu beseitigen und allen Arbeitnehmern vermehrt eine Absicherung zusätzlich zur ersten Säule, der staatlichen Pension, zu erleichtern. Die steuerfreie Übertragung von Kapital aus der Vorsorgekasse in die Pensionskasse hilft jedem Einzelnen dabei“, so Martin Sardelic.


Makler im Zentrum Makler Convention Salzburg

30. 4. 2020

Messezentrum Salzburg | Halle 1

Am 30. April 2020 findet erstmals die „Makler im Zentrum“-Convention in Salzburg statt. Ein neues Format das durch seine Einfachheit und Klarheit überzeugt.

Einfachheit deshalb, weil bei der Convention nicht das Werbebudget der Aussteller Sie als Besucher überzeugen soll, sondern deren Dienstleistung. Denn die ausstellenden Partner können lediglich zwischen zwei unterschiedlichen Standgrößen wählen. Klarheit und Transparenz sollen Sie überzeugen und nicht Größe und Glamour. Denn Klarheit und Transparenz fordern auch Ihre Kunden von Ihnen. Die Convention bietet Ihnen als Besucher Informationsmöglichkeiten über praktische, kundennahe Produkte oder Softwarelösungen und neue innovative Anlagebereiche. Und viele jener Helferleins, die ein Vertriebsexperte tagtäglich benötigt.

Business Speed Dating Nutzen Sie die Möglichkeit des Business Speed Dating und tauschen Sie sich in kurzen Gesprächsrunden mit den anderen Teilnehmern aus. Hier haben Sie die Chance, die anderen Teilnehmer in kürzester Zeit kennenzulernen.

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Nutzen Sie die Convention Netzwerkzone als zusätzliche Quelle der Inspiration bei Gesprächen mit Gleichgesinnten und tauschen Sie sich mit Ihnen über relevante Themen aus. Dazu dient auch das Business Speed Dating, bei dem Sie netzwerken, Kontakte knüpfen und festigen können. Die „Makler im Zentrum“ bietet Ihnen auch die Möglichkeit, hinsichtlich der verpflichtenden Weiterbildung Ihr IDD Punkte Konto aufzufüllen.

Work-Life-Balance Im Leben braucht es auch eine ausgeglichene Work-Life-Balance, um gestärkt durch Freizeitaktivitäten den Arbeitsalltag besser zu bewältigen, sei es durch sportliche Betätigung oder durch Kunstgenuss. Daher haben Sie bei der „Makler im Zentrum“ die Möglichkeit, in einem F1-Simulator ein paar Runden zu drehen und dabei einen großartigen Preis zu gewinnen. Als weiteres Highlight gibt es ein Gewinnspiel, bei dem Sie


Als Aussteller sind unter anderem mit dabei:

mit etwas Glück zwei Karten der Kategorie Premium für die Oper „Rigoletto“ bei den Bregenzer Festspielen 2020 gewinnen können. Als „Glücksfee“ wird niemand anderes als Andreas Goldberger, das berühmte Skispring-Ass, auftreten. Doch bevor es soweit ist, haben Sie die Chance ein paar Worte mit ihm zu wechseln und ein Selfie zu machen.

Das Beste kommt zum Schluss! Jetzt fehlt nur noch Ihre Begeisterung an der „Makler im Zentrum“! Und um Ihnen das zu erleichtern, kommt jetzt das Beste: für Sie als Besucher ist die „Makler im Zentrum“ kostenlos! Deshalb nut-

Andreas Goldberger Andreas Goldberger ist mehrmaliger WeltcupGesamtsieger, 4-Schanzen-Tournee-Gesamtgewinner, Skiflugweltmeister und der erste Mensch, der über 200 Meter geflogen ist! Seit der Beendigung seiner aktiven Sportler-Karriere ist er als Co-Kommentator und Kameraspringer für den ORF im Einsatz. Auf der „Makler im Zentrum“ können Sie mit ihm plaudern und Fotos machen!

zen Sie die Gelegenheit und melden sich auf www.maklerimzentrum.at an! Lassen Sie das neue Branchenformat zur Leitveranstaltung in Salzburg werden,

werden Sie Teil einer neuen dynamischen Entwicklung in einem freundlichen Umfeld. Wir freuen uns schon jetzt Sie!

Um längere Wartezeiten beim Eingang zu vermeiden, bitten wir Sie, sich vorab online für die Veranstaltung anzumelden.

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25 Jahre FiNUM

Ein Unternehmen, eine Familie, viele Freunde und ein Firmenjubiläum – das sind die Zutaten für einen außergewöhnlichen Abend. FiNUM Private Finance AG feiert 25 Jahre! Ali Eralp, Vorstand des Unternehmens, lud die FiNUM-Familie und Wegbegleiter in eine traditionsreiche Bar in Wien. Bereits in einem Interview mit uns betonte Ali Eralp, dass er die Mitarbeitenden bei FiNUM fördere, unterstütze und Talente erkenne. An diesem Abend förderte er das humoristische Talent, auch bei Wegbegleitern. Die sprachlichen Talente und gesangstechnischen Einlagen waren unglaublich erheiternd. Er mag Menschen und die Vielfalt, die sie auszeichnet, und genau das zeichnet ihn auch aus. Die 25 Jahre der Firmengeschichte waren nicht nur von heiteren Situationen geprägt. In seinem Rückblick sprach Eralp auch die schwierigen Zeiten im Unternehmen an und bedankte sich bei seinen Wegbegleitern für ihre „Standhaftigkeit“. Ein leidenschaftlicher, emotioneller Abend mit unzähligen wertvollen Menschen und zugleich Start der nächsten 25 Jahre erfolgreiche Firmegeschichte. FiNUM hat Großes vor, die nächste Generation an Führungskräften wird bereits in die Unternehmensstrategie integriert. Die Ziele des Unternehmens bleiben, so Ali Eralp, aber gleich: „Wir haben der Finanzbranche gegenüber die Verantwortung, die Gesellschaft über die Notwendigkeit einer seriösen Finanzberatung zu sensibilisieren und die Finanzberatung kontinuierlich zu verbessern. Der Kern des Geschäftes ist die Zufriedenheit der Kunden. Der Faktor Mensch ist der wichtigste Teil in unserem Business und was besonders wichtig ist – hin und wieder Danke zu sagen. Daher Danke für 25 Jahre FiNUM, Danke an die FiNUMFamilie und unsere Wegbegleiter“. 40 | VERANSTALTUNG


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Megatrend CO2-Vermeidung – ein kurstreibendes Politikum Im Jahr 2017 ging eine Studie der OECD Die Tesla-Aktie stieg durch die Medien, wonach Klimaschutzbinnen eines Jahres Investitionen per Saldo bis 2050 einen um 150% während zusätzlichen Wohlstandsgewinn über das Ölwerte im freien Fall BIP von 2,8% bringen würden. Rechsind. CO2-Abgaben und net man noch vermiedene Schäden Klimaschutzvorkehrungen durch Klimawandel mit ein wären es sogar 4,7%. Ermöglicht würde dies durch sind in aller Munde. Doch zusätzliche Investitionen in erneuerbare was sind die tatsächlichen Energien, Leitungsnetze oder umweltFolgen dieser Entwicklung? freundlichen Verkehr. Steigende StromrisControl befragte Angela preise und vorzeitig abgeschriebene InKöppl, wissenschaftliche vestitionen in Kohle- oder Ölkraftwerke wären in den genannten Zahlen bereits Mitarbeiterin des WIFO berücksichtigt. im Forschungsbereich „Umwelt, Landwirtschaft Ökologische Umverteilung? und Energie“.

von Michael Kordovsky

Brennstoffzellenantriebssystem-Entwickler wie Plug Power oder Ballard Power und E-Auto-Aktien wie Tesla erleben Höhenflüge, während sich der Abwärtstrend der Ölwerte durch institutionelle Verkäufe noch zusätzlich beschleunigt, denn: Auch für Pensionsfonds gelten immer mehr ESG-Richtlinien, wonach Investments in fossile Brennstoffe nicht mehr up-to-date sind. In Davos ist Klimaschutz bereits ein brisantes Thema. Die Politik ist am Zug und es stellt sich folgende wohlberechtigte Frage: 42 | FINANZEN

Welcher Faktor wird in nächster Zeit überwiegen, die Belastung durch neue Auflagen und CO2-Abgaben oder die Sogwirkung von Investitionen in klimafreundliche Technologien (z.B. Wasserstoffautos, Luftfilteranlagen...)? Diese Frage richtete risControl an Angela Köppl, die dies wie folgt betrachtet: „Die Transformation unseres Energiesystems erfordert tiefgreifende strukturelle Änderungen, um effektive Emissionsreduktionen und eine Begrenzung des Klimawandels zu erreichen. Dafür stehen unterschiedliche Politikinstrumente wie eine Bepreisung von CO2, ordnungspolitische Instrumente oder auch Förderungen für klimafreundliche Investitionen und von F&E zur Verfügung. Ziel dieser Instrumente ist einerseits technologische und andererseits Verhaltensänderungen herbeizuführen und Investitionsströme hin zu emissionsärmeren Technologien umzulenken. In diesem Sinne würde ich eine CO2 Bepreisung und andere klimapolitische Instrumente nicht als entweder oder, sondern als sowohl als auch bezeichnen“. Man könnte es also als eine begonnene Umverteilung betrachten aus den Taschen der „CO2 Verursacher wie Anbieter sowie Konsumenten fossiler Energieträger und herkömmlicher Autofahrer


Größte Gewinner oder Verlierer des Klimaschutzes

Angela Köppl

mit Verbrennungsmotoren hin zu den geförderten CO2-Vermeidern, wie Käufer und Hersteller von E-Autos oder Anbieter von Ökostrom (Photovoltaik, Biogas, Windkraft....). Kritische Stimmen hingegen sehen im jüngsten „CO2-Hype“ nur einen Vorwand für die nächste Belastungswelle durch neue Abgaben, diesmal unter grünem Deckmantel. Die Angst vieler Bürger ist groß, dass damit nur der Staatshaushalt aufgebessert wird, bereits im Hinblick auf Zeiten steigender Zinsenlast. Mit diesen Ängsten konfrontiert reagiert Köppl: „Als ein wichtiges Element einer effektiven Klimapolitik werden von Ökonomen CO2-Steuern empfohlen und zunehmend finden sich CO2Steuern auch in der klima- und wirtschaftspolitischen Diskussion. Eng verbunden mit der Bepreisung von CO2 ist die Diskussion zur Verwendung der Einnahmen aus einer solchen Bepreisung, da die Mittelverwendung die Akzeptant für eine solche Steuer wesentlich beeinflusst, wie zahlreiche Studien belegen. Die Verwendung der Einnahmen für das allgemeine Budget ist nicht zu empfehlen, da damit erstens keine weitere Anreizwirkung für Klimainvestitionen verbunden ist und zweitens die Mittelverwendung für das allgemeine Budget sich als ungeeignet erweist, um die öffentliche Akzeptanz für CO2-Steuern zu erlangen“.

Auf den ersten Blick gilt: Verlierer des Klimaschutzes wären die Ölindustrie und die gesamte auf Verbrennungsmotoren basierende Autoindustrie, genauso wie Energieversorger mit hohem Anteil an kalorischen Kraftwerken auf Basis von Kohle, Erdöl oder Erdgas, genauso wie Kohleminen. Auf der Gewinnerseite eindeutig die Nase vorne haben Erbauer und Betreiber von Windkraftwerken und Photovoltaikanlagen. Hingegen im Straßenverkehr ist noch nicht das letzte Wort gesprochen, wer sich durchsetzen wird. Da der Strom nicht nur aus der Steckdose kommt, sondern erst einmal mit den entsprechenden Kapazitäten erzeugt werden muss und auch die EAuto-Akkus von der Gewinnung der seltenen Rohstoffe zur Erzeugung bis hin zu ihrer Entsorgung einen schweren ökologischen Rucksack über den gesamten Lebenszyklus bzw. die Wertschöpfungskette tragen, erscheint ökologisch betrachtet die Brennstoffzelle langfristig als die bessere Alternative. Die Umstellung auf eine „grüne Wirtschaft“ wird jedenfalls herausfordernd. Dazu Köppl: „Von Gewinnern und Verlierern des Klimaschutzes zu sprechen, greift zu kurz, da eine Begrenzung des Klimawandels letztlich der gesamten

E-Auto-Aktien wie Tesla erleben Höhenflüge.

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Gesellschaft zugutekommt. Die strukturellen Veränderungen, die damit einhergehen müssen, stellen aber eine große Herausforderung dar. Emissionsintensive Wirtschaftsbereiche und wirtschaftliche Aktivitäten werden durch Klimapolitik stärker betroffen sein, weil die im Pariser Klimaabkommen festgeschriebenen Nettonullemissionen bis 2050 den Ausstieg aus fossilen Energieträgern bedeutet. Das heißt z.B. auch eine Autoindustrie, die auf Verbrennungsmotoren setzt, ist mit diesen Zielen nicht kompatibel. Sektoren im Bereich erneuerbarer Energien oder Energieeffizienz hingegen haben deutlich positivere Aussichten. Die große Herausforderung ist den strukturellen Wandel so zu gestalten, dass keine sozialen Härten bzw. hohe Beschäftigungsverluste auftreten“. Sowohl der Staat als auch private Haus/Wohnungsbesitzer werden, im Falle einer staatlich koordinierten Umstellung auf CO2-arme Wirtschaft, mit hohen Ausgaben konfrontiert. „In manchen Bereichen wie Mobilitätsinfrastruktur wird die öffentliche Hand eine größere Rolle spielen ebenso wie bei der Bereitstellung von F&E Geldern, während z.B. beim Austausch von Heizsystemen in Gebäuden oder der Gebäudesanierung der private Bereich stärker im Vordergrund steht“, so Köppl. Sollte es eines Tages strenge gesetzliche Auflagen zur thermischen Gebäudesanierung geben, könnte dies einen Crash am Immobilienmarkt auslösen.


In der Jännerausgabe haben wir die ersten Statements von Branchenunternehmen zu ihren Strategieplänen für das heurige Jahr veröffentlicht. Es stehen aber noch weitere interessante Ereignisse auf dem Plan. Literaturliebhaber werden begeistert sein, denn heuer geht das Internetportal für Buchhandschriften des Mittelalters und der Frühen Neuzeit online. Unter der Leitung der deutschen Staatsbibliothek zu Berlin haben sich vier führende deutsche Bibliotheken dem umfassenden Projekt gewidmet.

In Österreich haben alle Feuerwehrautos ein einheitliches Autokennzeichen erhalten. Die neuen Kennzeichen tragen das Vorzeichen FW. Die Eishockey-Weltmeisterschaft findet nach elf Jahren wieder in der Schweiz statt. Zum zweiten Mal nach dem Jahre 1964 werden die Olympischen Sommerspiele in Tokio abgehalten. Ende des Jahres wird in den Vereinigten Staaten der Präsident gewählt. Für heuer ist auch die Eröffnung des Großflughafens BER geplant – ob sich das ausgeht? Zurück zur Branche: Es gibt noch weitere Statements zur Jahresvorschau 2020.

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ARAG Rechtsschutz Österreich Ausbau in vielen Bereichen Mag. Birgit Eder, CEO ARAG SE Direktion für Österreich: „ARAG baut auch im Jahr 2020 auf höchste Service- und Produktqualität im Bereich Rechtsschutz. Mit Jänner 2020 haben wir unseren neuen Tarif im Privat- und Betriebsbereich vorgestellt. Neben vielen Verbesserungen im Privatkundensegment lag ein weiterer Schwerpunkt in der Produktentwicklung im betrieblichen allgemeinen Vertragsrechtsschutz. Der Rechtsschutz für Vertragsstreitigkeiten soll für klein- und mittelständische Unternehmen leistbar werden. Zukünftig werden dies flexiblere, maßgeschneiderte AVRS-Lösungen und der verstärkte Einsatz unserer ARAG Inhouse Juristen ermöglichen. Wir wollen unsere Firmenkunden flächendeckend im Vertragsbereich versichert wissen. Unser erfolgreiches ARAG Inhouse Juristen-Team und die Spezialisierung unseres Anwaltsnetzwerkes zeichnen uns als Spezialisten im Rechtsschutz aus. Derzeit vertrauen mehr als die Hälfte unserer Kunden bei Rechtsstreitigkeiten auf unsere Expertise bei der Rechtsdurchsetzung, noch bevor ein Rechtsanwalt in Anspruch genommen wird. Dieser direkte Meldeweg macht uns erfolgreich – sowohl unsere Kunden bei der Rechtsdurchsetzung als auch ARAG als Unternehmen. Diesen Weg werden wir daher

Mag. Gerfried Karner, Geschäftsführer Continentale Assekuranz Service GmbH

fördern – mit viel Know How und Serviceorientierung zu hoher Kundenzufriedenheit. Auch 2020 planen wir im Rahmen unseres „ARAG Smart Insurer“-Projektes die Digitalisierung weiter voran zu treiben. Neben digitalen Schnittstellen zu unseren Vertriebspartnern arbeiten wir auch an neuen „Smart Services“. Unser digitaler Flugverspätungsrechner ist ein gutes Beispiel dafür, wie man Kunden den Weg zum Recht vereinfachen kann und damit Rechtsschutz erlebbar macht. Wir wollen mit unseren Leistungen begeistern – unsere Kunden sollen Ihre Rechtsstreitigkeiten quasi bequem von der Couch erledigen können.“

Continentale Assekuranz Service GmbH Herausragenden Marktpositionierung Mag. Gerfried Karner, Geschäftsführer: „Wir sehen weiterhin einen prosperierenden Markt in der BU-Vorsorge. Das eigene BU-Risiko wird hierzulande immer noch stark unterschätzt. Es gilt, die Menschen weiter zu sensibilisieren und ihnen leistungsstarke Produkte anzubieten. Mit unserer PremiumBU und ihrer Start- sowie Schüler-Variante haben wir eine starke Marktposition, die wir 2020 weiter ausbauen wollen. Erst kürzlich hat die Continentale ihre erstklassigen Leistungen nochmals verbessert. Es gibt günstigere Beiträge für Zukunftsberufe. Überdies kann der Kunde seinen BU-Schutz jetzt noch flexibler gestalten als bisher.Flexibilität und Sicherheit spielen auch bei der Absicherung des Langlebigkeitsrisikos eine große Rolle. Angesichts von Niedrigzinsen werden Fondsanlagen für den Aufbau einer auskömmlichen Pension immer bedeutender. Hier wollen wir mit der Rente Invest punkten, die die Continentale 2019 speziell für den hiesigen Markt entwickelt hat. Diese Fondspolizze verbindet Renditechancen und Planungssicherheit besonders effizient. 45 | MARKT

Mag. Birgit Eder, CEO ARAG SE Direktion für Österreich

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Vertriebsaktivitäten bildet die EUROPA Ablebensversicherung mit ihrer herausragenden Marktpositionierung. Seit etwa einem halben Jahr sind wir mit einem neuen Premium-Schutz am Markt, der in seiner Leistungsvielfalt einmalig ist. Neu sind beispielweise einzigartige Bausteine wie der erweiterte Pflegebonus und der Partnerschutz. Nicht zuletzt arbeiten wir weiter stetig daran, die Prozesse für den Vermittler einfacher und schneller zu machen. Dabei setzen wir unter anderem auf digitale Tools.“

Dialog Lebensversicherung AG Maßstäbe werden gesetzt Michael Stille, Vorsitzender des Vorstandes: „Die Absicherung biometrischer Risiken gewinnt eine immer stärkere Bedeutung. Die Dialog Lebensversicherung ist in ihrem Hauptgeschäftsfeld, der Ablebensversicherung, mit einem Marktanteil von rund 30 Prozent unangefochtener Marktführer in Österreich. Bei der AssCompact Award-Verleihung vor wenigen Monaten wurden wir von den unabhängigen Vermittlern mit großem Abstand auf Platz 1 als beliebtester Risikoversicherer gesetzt; im NetPromoterScore erreichten wir siebenmal mehr Punkte als der Zweitplatzierte. Konsequent bauen wir unsere Angebotspalette weiter aus. Der seit Jahrzehnten erfolgreiche Tarif RISK-vario®


wurde im Herbst um einen neuen Premium-Tarif erweitert. Damit profitieren unsere Vertriebspartner von höherer Flexibilität und zusätzlichen wichtigen Features. Neben der vorgezogenen Todesfallleistung und der Soforthilfe für die Hinterbliebenen sind die Verlängerungsoption, die Zusatzleistung im Pflegefall, der generelle Verzicht auf § 172 VersVG oder die Mehrfachleistung bei Verbundenen Leben (z.B. bei einem Autounfall) hervorzuheben. Immobilienfinanzierer brauchen sich mit einer bezahlbaren Ablebensversicherung plus Berufsunfähigkeitszusatzversicherung keine Sorgen um den Erhalt ihres Eigenheims im Ernstfall zu machen. Mit unseren laufend verbesserten BU-Tarifen setzen wir Maßstäbe in der immer notwendiger werdenden privaten Absicherung. Großzügige Regelungen bei finanziellen Engpässen, umfangreiche Nachversicherungsgarantien ohne erneute Gesundheitsprüfung oder die Arbeitsunfähigkeits-Option machen den Schutz noch wertvoller. Junge Leute bekommen dank des risikoadäquat kalkulierten Tarifs einen vollwertigen BUSchutz zu äußerst günstigen Prämien.“

ERGO Versicherung AG Multikanal-Versicherer Dr. Philipp Wassenberg, Vorstandsvorsitzender: „Die ERGO Versicherung in

Dr. Philipp Wassenberg, Vorstandsvorsitzender ERGO Versicherung AG

zeptanz unserer Produktpalette sowohl bei den Maklern als auch unseren Kommerzkunden führen. Mit der schon fünf Mal in Folge erhaltenen Auszeichnung zum Service-Champion der Versicherungsbranche beweist die ERGO Versicherung über viele Jahre hinweg bereits ihre große Stärke in der Servicequalität und die Fokussierung auf die Kunden.“

Michael Stille, Vorsitzender des Vorstandes Dialog Lebensversicherung AG

Österreich erweitert ihr Geschäftsmodell von einem führenden Bank- hin zu einem echten Multikanalversicherer. Mit der Umsetzung der neuen Multivertriebsstrategie wollen wir die Lebensversicherung stabilisieren und in der Schadenund Unfallversicherung deutlich über dem Markt wachsen. Hierzu werden wir verstärkt die Maklerkooperationen und die Außendienstorganisation ausbauen. Die Schwerpunkte der Maklerstrategie sind dabei die Intensivierung bestehender und die Akquisition neuer Maklerverbindungen, sowie umfangreiche Maßnahmen und Investitionen in Digitalisierung und Prozessoptimierungen. Nicht zuletzt wird auch der Maklerbetreuungsansatz neu strukturiert, wir stellen weitere Maklerbetreuer ein und erhöhen so die Betreuungsintensität für unsere Partner. Außerdem verstärken wir hierzu die Kapazitäten zur Unterstützung im Underwriting. Vor allem die Verschränkung unserer digitalen Prozesse mit Maklern und anderen Vertriebspartnern sowie die enge Verzahnung mit Insurtechs sollen zur weiteren Steigerung der Kundenzufriedenheit beitragen. Auch auf der Produktseite legen wir noch einmal stark nach. Der Relaunch unserer Gewerbeversicherung im 1. Quartal 2020 wird zu einer deutlich höheren Ak46 | MARKT

muki Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit Eine neue Ära Mit 01.01.2020 ist die Erneuerung des Vorstandes von muki abgeschlossen. Mag. Alexander Putz, neuer Vorstandsvorsitzender, bildet gemeinsam mit den Vorstandsdirektoren Mag. Dr. Niklaus Riener, MSc und Thomas Ackerl den Gesamtvorstand. Der bisherige Vorstandsvorsitzende, Wenzel Staub, ist Ende 2019 in Pension gegangen. „Für muki beginnt mit dem Generationenwechsel auch gleichzeitig eine neue Ära. Um dies zu unterstreichen, hat der Gesamtvorstand mit Jahresanfang ein Strategieprojekt initiiert. Erstmals sind alle Mitarbeiter sämtlicher Bereiche aktiv im Strategieprozess eingebunden. Es geht dabei nicht darum, die Unternehmensphilosophie und Kultur zu verändern, sondern im Gegenteil die bestehende muki-Philosophie zu schärfen und

Mag. Alexander Putz, Vorstandsvorsitzender muki Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit


zu stärken. Dies ist aufgrund des enormen Wachstums in den letzten Jahren notwendig geworden. Jungen und neuen Mitarbeitern soll der muki-Spirit noch nähergebracht werden. Im Strategieprozess werden aber genauso muki-bewährte Themen wie Produktentwicklung, Serviceorientierung, Digitalisierung und IT-Security forciert. Ziel ist es, auch darin noch besser und den steigenden Anforderungen unserer Vertriebspartner und Kunden gerecht zu werden. Im Bereich der Kapitalveranlagung wurde bereits im Vorjahr eine neue Strategie (ESG und Kostenreduktion sind dabei hervorzuheben) erarbeitet, die in diesem Jahr umgesetzt wird. Zudem haben wir zum 1. Februar mit Herrn Michael Brunner einen erfahrenen Key Account Manager eingesetzt, der sich – zusätzlich zu seinen bestehenden Aufgaben als Vertriebsdirektor für die Steiermark – österreichweit um die Betreuung unserer Großverbindungen kümmern wird. Mit all diesen Maßnahmen blicken wir optimistisch auf weitere erfolgreiche muki-Jahre“, sagt Alexander Putz.

Niederösterreichische Versicherung Weiterhin auf Erfolgskurs Christian Kreuzer, Leiter Ungebundener Vertrieb: „Die NV konnte mit der Maklerabteilung 2019 ein weiteres erfolgreiches Jahr abschließen.

Selbstverständlich wollen wir diesen Weg auch 2020 fortsetzen. Dazu werden wir unsere Kompetenz und Stärken nutzen. Welche sind das? Da ist einmal die landwirtschaftliche Bündelversicherung zu nennen. Seit zwei Jahren mit zeitgemäßen Parametern im Einsatz, zeigt sich, dass diese von unseren Vertriebspartnern sehr gerne eingesetzt wird. Makler, die selbst mit Siedlungsgenossenschaften kooperieren oder gute Kontakte zu Bauträgern haben, wissen unsere Wohnhausbündelversicherung zu schätzen. Eine perfekt organisierte Schadenabteilung macht es einfach, die richtigen Argumente beim Kunden zu finden. Selbstverständlich sind wir auch für die Gemeinden in Niederösterreich der erste Ansprechpartner. Ein Konzept, dass nach erfolgter Bewertung aller Gebäude der Gemeinde die Verantwortlichen jeglicher Sorgen hinsichtlich Unterversicherung befreit, ist hier maßgeblich. Bedarfsgerechte Bausteine sind eine Selbstverständlichkeit. Damit sichern wir auch den Erfolg unserer Partner. Intern beschäftigen wir uns dieses Jahr mit einem Projekt, das „einfach, schnell, enderledigt“ zum Thema hat und unser Service für unsere Vertriebspartner optimieren soll. Dabei werden wir auch auf digitale Lösungen setzen und hoffen, damit zusätzliche Kapazitäten für neue Vertriebspartner zu schaffen. Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit mit unseren Vertriebspartnern und stellen dabei den persönlichen Service an oberste Stelle. Ganz nach dem Motto: WIR SCHAFFEN DAS.“

R+V Niederlassung Österreich KMU Spezialist wird 10 Jahre

Christian Kreuzer, Leiter Ungebundener Vertrieb Niederösterreichische Versicherung

R+V ist vor 10 Jahren in den österreichischen Markt eingetreten und hat sich gezielt auf Klein- und Mittelbetriebe fokussiert. Was als Startup gestartet hat, ist mittlerweile zu einem anerkannten Player der Branche he47 | MARKT

Dr. Martin Beste, Geschäftsführer R+V Niederlassung Österreich

rangewachsen. Dem KMU-Schwerpunkt ist R+V treu geblieben. 2020 wird das Service für Makler auf digitaler und persönlicher Ebene weiter ausgebaut - das Schulungsangebot ist bereits online. Die österreichische Wirtschaft lebt mit rund 2 Mio. Beschäftigten von den vielen klein- und mittelständischen Handwerksund Dienstleistungsunternehmen. „Die Arbeit von KMU wird oft unterschätzt, daher haben wir uns darauf spezialisiert diese Unternehmen in einer starken Zusammenarbeit mit unseren Vertriebspartnern abzusichern“, so Dr. Martin Beste, Geschäftsführer der R+V Niederlassung Österreich. Fachwissen will gelernt sein: R+V unterstützt Makler im Auf- und Ausbau des Firmenkundengeschäfts mit Schulungen und persönlichen Beratungsterminen stärker denn je! Das R+V-Team ist in ganz Österreich unterwegs, um Sie nicht nur beim Wissensstand, sondern auch in Ihrer lokalen Umgebung abzuholen. Die Schulungen bieten kompaktes Praxiswissen über Risikoaufklärung, Schadenbeispiele und bieten Lösungsansätze für den direkten Einstieg ins Kundengespräch. Gestartet wird mit dem Thema Bauhaupt- und Baunebengewerbe. In drei Webinar-Schulungen liefern die Spartenleiter Thomas Koch (Technische Versicherung), Mag. Rainer Hörmann (Haftpflichtversicherung) und Dipl. BW Philipp Dierig (Kredit/Kautionsversicherung) geballtes Expertenwissen aus erster Hand. Rund 68%* der


Insolvenzfälle liegen Managemententscheidungen zugrunde, die Risiken für Geschäftsführer sind vielfältig. Zwei Webinare und zwei R+V-Expertentage widmen sich dem Thema D&O. Spannend wird es auch bei der neuen R+V-CyberRisk Versicherung: praktische Tipps zur Einordnung des Risikos und zur Absicherung stehen im Fokus. Jetzt Seminarplatz und IDD-Stunden unter www.ruv.at/termine sichern! Ob mittels digitaler Unterstützung über die praktischen R+V-Tarifrechner oder bei persönlichen Terminen – das R+V-Expertenteam berät Sie vor oder direkt beim Kundentermin. Schreiben Sie uns: Info@ruv.at.

ROLAND Rechtsschutz Versicherung AG Direktion für Österreich Starke Marktstellung Hauptbevollmächtigter Mag. Martin Moshammer: „ROLAND Rechtsschutz will im Jahr 2020 insbesondere im Bereich Gewerbe, Industrie- und Individualgeschäft weiter profitabel wachsen. Denn gerade abseits von standardisierten Produktlösungen und am Markt schwer zu versorgender Risiken soll kein Weg mehr an ROLAND vorbeiführen. Als Spezialversicherer verfügen wir über das Knowhow und die Erfahrung, unseren Kunden hier eine umfassende individuelle Absicherung anbieten zu können. Das gilt

Mag. Martin Moshammer, Hauptbevollmächtigter ROLAND Rechtsschutz Versicherung AG Direktion für Österreich

auch für den Manager-Rechtsschutz, bei dem wir unsere starke Marktstellung noch weiter ausbauen wollen. Daneben ist und bleibt das Privatkundensegment eine wichtige strategische Säule. Im vergangenen Herbst hat ­ROLAND mit der Migration auf ein modernes Bestandsführungssystem einen wichtigen ersten Meilenstein erreicht. In der Bestandsverwaltung gilt es, eine nachhaltige Verbesserung der Servicequalität zu gewährleisten. In den kommenden Monaten werden wir weitere IT-Optimierungen anstoßen, um unsere Prozesse zusätzlich zu vereinfachen und zu beschleunigen. Darüber hinaus werden wir unsere im Sommer 2019 sehr erfolgreich eingeführte hausinterne telefonische Rechtsberatung als ergänzende Serviceleistung für unsere Kunden weiter ausbauen. Überdies erfolgt der Einstieg in weitere neue „Konfliktlösungsmechanismen“. Und nicht zuletzt können unsere Vertriebspartner auch in diesem Jahr mit einer großen Kontinuität auf unserer Seite rechnen: Die Basisprämien bleiben unverändert.“

UNIQA Österreich Vorsorge im Fokus Franz Lehner, Leiter Maklervertrieb Österreich: „Schon das Vorjahr stand ganz stark im Zeichen der Vorsorge. Dazu zählt für UNIQA natürlich auch gut versorgt zu sein. Als größter heimischer Gesundheitsversicherer startete UNIQA 2017 mit dem Service Akut-Versorgt im Großraum Wien und Salzburg. Die rege Nachfrage hat gezeigt, dass sich viele Versicherte medizinische Hilfe rund um die Uhr wünschen. Seit 2019 bietet UNIQA diesen Service neben Wien und Salzburg auch in Graz, Lustenau und Klagenfurt an. Überhaupt soll der Arztbesuch so einfach wie möglich sein. Erste Schritte in diese Richtung hat UNIQA mit LARA gestartet. Ein Netzwerk von Gesundheitsdienstleistern, die mit UNIQA 48 | MARKT

Franz Lehner, Leiter Maklervertrieb UNIQA Österreich

zusammenarbeiten soll Kunden ermöglichen, rasch einen Termin beim Arzt zu bekommen und durch Direktverrechnung möglichst wenig bürokratischen Aufwand zu haben. LARA steht vorerst nicht sozialversicherten Kunden zur Verfügung. Parallel zur Gesundheitsvorsorge setzt UNIQA 2020 seinen Schwerpunkt auch auf die private Vorsorge. FlexSolution – die Fondsgebundene Lebensversicherung mit lebenslanger Pension und Zusatzbausteinen legt den Fokus auf eine lebenslange Pension und die Absicherung von biometrischen Risiken. Die Veranlagung kann sowohl in Portefeuilles als auch in Einzelfonds erfolgen. Die Portefeuilles sind von UNIQA Capital Markets gemanagte Dachfonds, die durch ihre Transparenz, den täglich berechneten Kurs und einer entsprechenden Diversifikation durch verschiedene Fondsmanager und Fondsgesellschaften, den modernen Anforderungen des Marktes entsprechen. Ergänzend dazu haben UNIQA Kunden auch die Möglichkeit aus einer konzentrierten Einzelfondsliste jene Fonds auszuwählen, die ihren ganz persönlichen Vorstellungen entsprechen. Das sind Einzelfonds von sieben KAGs, die mit Qualität, hohem Bekanntheitsgrad und guter Reputation punkten. Die Auswahl der Einzelfonds - die den für Kunden entscheidenden Kostenvorteil von institutionellen Tranchen haben - wird ab März 2020 um drei Nachhaltigkeitsfonds erweitert.“


FÜR ALLE, DIE VERANTWORTUNG TRAGEN. DAS FINANZIELLE SICHERHEITSNETZ FÜR IHRE KUNDEN* Mehr auf wuestenrot.at/sofortschutzleben

Maßgeschneiderte Ablebensversicherung – auf Wunsch mit: ■ PFLEGEBAUSTEIN: Auszahlung im Fall von Pflegebedürftigkeit ■ PLUS-PAKET: Vorgezogene Zahlung bei schwerer Krankheit und keine neuerliche Gesundheitsprüfung bei Verlängerung, Umstieg oder Nachversicherung des Leistungspaketes

*Bei Sofortschutz:Leben handelt es sich um eine Ablebensversicherung.


Angekündigte Revolutionen finden nicht statt Mit Konjunkturdelle und Vormarsch des Corona-Virus boomen derzeit wieder die „Weltuntergangsprognosen“. Doch kann man die zahlreichen „SystemcrashPrognosen“ überhaupt noch ernst nehmen? Zu diesem brisanten Thema führte risControl ein Gespräch mit Peter Brezinschek, Chefanalyst bei Raiffeisen Research. von Michael Kordovsky Die beiden Autoren Marc Friedrich & Matthias Weik landeten mit ihrem Buch „Der größte Crash aller Zeiten“ einen Bestseller. Ihr Szenario für die kommenden Jahre: Ein deflationärer Schock, ausgelöst durch die kommende Rezession, dem die Notenbanken mit weiteren Zinssenkungen entgegenwirken versuchen: Doch dies löst eine Bankenkrise aus. Die Kreditvergabe bricht ein, was einen Kollaps der zahlreichen Zombieunternehmen auslöst, die eigentlich nur noch durch die Entlastung in Form unnatürlich niedriger Zinsen am Leben blieben. Dann werden die Notenbanken nochmals alle geldpolitischen Register zur Rettung des Finanzsystems ziehen und es kommt zu einer Hyperinflation von mindestens 10, 20% pro Monat. Das Finale ist eine Währungsreform. Die breite Masse wird dabei den Großteil ihres Vermögens verlieren. Gold hingegen ist der sichere Hafen, was durchaus seine Berechtigung hat. Börsenbrief-Autoren wie Marc Faber, Günter Hannich und Claus Vogt blicken ebenfalls pessimistisch in die Zukunft und häufig ist Gold die beste „Schutzwährung“. Diese Autoren zeigen anhand von Zahlen, Daten und Fakten tatsächliche Systemungleichgewichte auf und sie zeigen wohin es führen kann. Doch die genauen Zeitfenster, konkreten auslösenden Ereignisse sowie deren Marktdynamiken kann niemand vorhersagen.

Ebenfalls werden häufig die Reaktionen von Notenbanken und Politik auf aktuelle Ungleichgewichte unterschätzt. Ein aktuelles Beispiel ist die Coronavirus-Epidemie: So hat beispielsweise das Corona-Virus theoretisch das Potenzial durchaus 0,2 bis 0,5 Prozentpunkte an Weltwirtschaftswachstum zu kosten, doch die entgegenwirkenden Maßnahmen der Chinesischen Zentralbank und Regierung in Peking sowie anderer Notenbanken sollten ebenfalls in Betracht gezogen werden.

Wie sehr sollten die skizzierten Szenarien nun ernstgenommen werden? „Ernst zu nehmen sind die Zutaten der Rezeptur wie beispielsweise das Thema mit dem durch überproportionale Verschuldung finanziertem Wachstum. Das kann kein Dauerthema sein“, so Brezinschek gegenüber risControl. Ein weiterer Punkt ist die extreme Flutung der Geldmenge durch die Zentralbanken. „Bei der Schuldenexplosion wird oft nicht berücksichtigt, dass den Schulden auch Assets gegenüberstehen, was eine verkürzte Sichtweise darstellt“, zeigt Brezinschek die andere Seite der Medaille. Gerne blicken „Crashproheten“ zurück in die Zeit der Finanzkrise, die 2007/08 in einem großen Nischensegment der US-Immobilienkredite be50 | KOLUMNE

gann: „Damals boomte der Immobilienmarkt, Banken kalkulierten mit laufend steigenden Preisen von ca. 2% p.a. und verantwortungslose Politik, dass jeder Amerikaner Zugang zu Wohneigentum bekommen sollte – unabhängig von der Bonität, veranlasste viele Finanzinstitute zur Vergabe von sogenannten SubprimeKrediten. Nachdem aber die US-Leitzinsen binnen zwei Jahren bis Juni 2006 von 1,0 auf 5,25% stiegen, konnten sich immer weniger die Immobilien leisten. Zwangsversteigerungen und fallende Immobilienpreise starteten eine Abwärtsspirale. Doch mehrere Krisenherde griffen ineinander. Verbriefte Kredite, die von Zweckgesellschaften gehalten wurden, platzten und immer mehr wurde das gesamte Bankensystem erfasst. Auch in Europa hatten Banken sehr leichtfertig Kredite vergeben. Von 2003 bis 2008 lag im Euroraum das Wachstum bei Immobilienkrediten zeitweise über 12% p.a.“, blickt Brezinschek auf die letzte Krise zurück. Und die EZB hat diesem Treiben ohne Restriktionen zugeschaut.

Verzerrter Fixed-IncomeMarkt hält Zombiefirmen künstlich am Leben Nach der Krise kauften die Fed, EZB, Bank of England und Bank of Japan massiv Staatsanleihen auf. Sie senkten kräftig die Zinsen auf ein wirtschaftlich betrach-


tet absurdes Niveau. Die Marktanomalien skizziert Brezinschek wie folgt: „Seit 2009 weiteten die Fed, die japanische Notenbank und die EZB die Geldmenge weit stärker aus als das nominelle BIP-Wachstum und es kam zu Marktverzerrungen am Fixed Income Markt. Normalerweise wären langfristig risikolose Nominalzinsen von Staatsanleihen guter Bonität in Höhe des nominellen BIPWachstums gerechtfertigt. Das wären in Deutschland 1,5 bis 2,0%. Tatsächlich werfen zehnjährige deutsche Bundesanleihen Negativrenditen von -0,40% ab. Selbst Unternehmensanleihen besserer Qualitäten, wie z.B. bei Siemens, werden mit Negativrenditen emittiert. Wie sehr auch der Corporate-Bondmarkt verzerrt ist, zeigen aktuell durchschnittliche Renditen von 0,14% bei AA-Ratings, 0,36% bei A, 0,70% bei BBB, 1,73% bei BB, 3,83% bei B und 7,85% bei CCC, also kurz vor dem Default“. Als Folge der Marktverzerrung hob Brezinschek hervor, dass Zombiefirmen künstlich am Leben erhalten werden, da ihnen bei diesem niedrigen Zinsniveau der Schuldendienst noch gelingt. Verschärfter Wettbewerb und Preisdruck bei bestimmten Gütern sind die Folge. Aber als negativer Effekt nimmt die Produktivität der Gesamtwirtschaft ab. Lediglich an den Emerging-Markets-Bondmärkten herrschen noch fundamental faire Spreads vor, weshalb die Nachfrage, insbesondere nach russischen Bonds stark ist. Deren Renditen sind binnen eines Jahres um ca. zwei Prozentpunkte auf 6,5% zurückgegangen.

Conclusio für Systemrisiken: „Mit diesen Verzerrungen wird das System anfälliger für Anpassungsprozesse. Die große Gefahr geht dabei weniger von Finanzmarktrisiken aus, sondern vielmehr von einem Vertrauensverlust der Bevölkerung ins Finanzsystem. Denn keine Marktwirtschaft lässt sich die Preise per Dekret diktieren, was jedoch Staaten und Notenbanken via finanzieller Repression bei den Zinsen getan haben. Die so um ihre Erträge gebrachten Sparer könnten eines Tages rebellieren und

beispielsweise in Kryptowährungen flüchten. Allerdings werden sich alte Krisen wie 2007/08 nicht mehr in gleicher Form wiederholen. Die Auslöser werden von einer ganz anderen unerwarteten Seite kommen“, resümiert Brezinschek, der sich auch zur Inflation äußerte: „Primär schlug sich die Geldmengenausweitung in der Asset-Inflation bei Immobilien und Anleihen nieder“

Die Hyperinflation, die keiner erkennt

Peter Brezinschek, Chefanalyst Raiffeisen Research: „Die große Gefahr geht dabei weniger von Finanzmarktrisiken aus, sondern vielmehr von einem Vertrauensverlust der Bevölkerung ins Finanzsystem“.

„Würde man die Teuerung eines Baskets bestehend aus Gütern, Dienstleistungen und finanzieller Assets messen, dann würde sich zeigen, dass sich die hohe Geldmengenausweitung der Notenbanken auch in einem Preisanstieg niedergeschlagen hat. Hingegen ohne Assets und unter einer hedonistischen Betrachtung in Form einer Preisanpassung nach unten, wenn bei bestimmten Gütern Qualitätsverbesserungen stattgefunden haben, kommt es zu den aktuell niedrig ausgewiesenen Inflationszahlen. Primär schlug sich die Geldmengenausweitung aber in der Asset-Inflation bei Immobilien und Anleihen nieder. Hier kann in bestimmten Marktsegmenten bereits von Hyperinflation gesprochen werden. Doch als solche hat dies noch kaum jemand betrachtet“.

Zwangsläufig keine Rezession 2020 und 2021 Die Rezessionswahrscheinlichkeit im Euroraum quantifiziert Brezinschek mit 25% bis 2021. Im Basisszenario geht die RBI für den Euroraum für 2020 und 2021 von jeweils 0,8 bzw. 1,2% Wirtschaftswachstum aus. In den USA wären es jeweils 1,7 bzw. 2,0%. Gefahren für die Konjunktur drohen von politischer Seite: „Je länger sich die EU-Staaten bezüglich 51 | KOLUMNE

der Handelspolitik gegenüber den USA uneinig sind und keine klare Linie finden, desto stärker werden die USA Europa unter Druck setzen und desto schlechter werden für die EU die zukünftigen Rahmenbedingungen im gemeinsamen Handel“, warnt Brezinschek, der auch noch Unsicherheiten bezüglich zukünftiger Klimaschutzauflagen, CO2-Steuern und Emissionszertifikate ortet. „Positiv hingegen wären eine Entbürokratisierung in der Genehmigung von Infrastrukturprojekten und ein ökotechnologiegetriebener Aufschwung. Doch das Best-CaseSzenario mit klar über 2% Wachstum erscheint derzeit eher unwahrscheinlich. Interessant ist aber, dass es derzeit keine Rezessionsprognosen gibt. Doch häufig passiert genau das, was niemand erwartet, während angekündigte Revolutionen nicht stattfinden.“

Fazit Die düsteren Zukunftsbetrachtungen diverser Star-Autoren sind es wert, gelesen zu werden, wobei allerdings immer wieder im Kontext mit der Dynamik des aktuellen Marktgeschehens alles kritisch reflektiert werden sollte.


„Finanzbildung ist nicht nur Bring-, sondern auch Holschuld!“ Der Wieder-Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Univ.Prof. Dr. Heinz Faßmann, im Interview über „Finanz(allgemein)bildung“ und seine diesbezüglichen Aktivitäten im Ressort und privat. von Mag. Manfred Kainz Im neuen Regierungsprogramm kommt „Stärkung der Finanzbildung“ gleich zweimal vor: in den Kapiteln „Teilhabe am Kapitalmarkt und private Altersvorsorge stärken“ und „Bildung“. Was wollen und können Sie konkret machen? Heinz Faßmann: Das Finanzsystem

wird komplexer. Jeder von uns trifft täglich finanzielle Entscheidungen. Manche dieser Entscheidungen haben Folgen für viele Jahre. Kluge Finanzentscheidungen können durchaus den persönlichen Wohlstand fördern, Fehlentscheidungen können dagegen kostspielig ausfallen. Finanzbildung ist daher wichtig. Um sicherzustellen, dass dieses Thema zukünftig verstärkt Niederschlag im Unterricht findet, überarbeiten wir gerade unsere Lehrpläne. Was die Finanzbildung im Lehrlingsbereich betrifft: Sowohl in den Polytechnischen Schulen als auch in den

Jeder von uns trifft täglich finanzielle Entscheidungen. Manche dieser Entscheidungen haben Folgen für viele Jahre.

Berufsschulen wird ein sehr großes Augenmerk auf die Wirtschaftserziehung gelegt, insbesondere auf die Bereiche Sparerziehung und Konsumentenerziehung. Dezidiert enthält der Lehrplan für die Berufsschulen neben der Vermittlung von berufsnotwendigem kaufmännischen Wissen als Vorbereitung für eine eigene selbstständige Unternehmerschaft auch Lehrstoffinhalte, die den Umgang mit der eigenen finanziellen Situation, finanziellen Belastungen und Risiken, aber auch Lebensstilfragen –Stichwort „Will haben“Mentalität– zum Inhalt haben. Was gehört für Sie zur „Finanzallgemeinbildung“? Welche 3-5 Grundkenntnisse zu Geldanlage und Vorsorge sollte wirklich jeder -jung und alt- haben? Faßmann: Die Schule soll den Kin-

dern und Jugendlichen unbedingt Einsichten in Chancen, Möglichkeiten, Notwendigkeiten, aber auch Risiken des eigenen ökonomischen Handelns vermitteln. Dazu gehören für mich Lebensstilfragen, verbraucherpolitische Themen und makroökonomische Zusammenhänge, aber auch die Vermittlung von Statistiken über Einkommen und einer individuellen Einkommensentwicklung. Schülerinnen und Schüler sollen eine profunde Antwort geben 52 | INTERVIEW

Die Schule soll den Kindern und Jugendlichen unbedingt Einsichten in Chancen, Möglichkeiten, Notwendigkeiten, aber auch Risiken des eigenen ökonomischen Handelns vermitteln. können, wie viel sie sparen sollen, wie sie veranlagen können und wann das Schuldenmachen berechtigt ist. Aber auch in unserer Erwachsenenbevölkerung, bis zu den Pensionisten, mangelt es an Finanzbildung, was zu Hereinfallen auf windige Renditeversprechen und unrentablem Geldanlegen führt. Was haben Sie diesbezüglich in der Erwachsenenbildung vor? Faßmann: Grundsätzlich sind die Institutionen der Erwachsenenbildung in ihrer Programmgestaltung frei und orientieren sich am Bedarf. Meine Gestaltungsmöglichkeiten sind dabei begrenzt.


Lehrkräfte sollten keine Scheu haben Bankenvertreter genauso einzuladen wie die Schuldnerberatung. Ich habe aber auch nicht den Eindruck, dass es für die Erwachsenen ein zu geringes Angebot an Finanzbildung im weiteren Sinne gibt. Ich werde regelmäßig zu Beratungsgesprächen meiner Bank eingeladen, ich lese aufmerksam die Wirtschaftsseiten meiner Zeitung und ich verfolge mit Interesse finanzpolitische Entwicklungen. Finanzbildung ist nicht nur Bring-, sondern auch Holschuld. Welche best practices sehen Sie im internationalen Vergleich? Faßmann: Ich weiß, dass es

in einigen Ländern – z.B. auch in deutschen Bundesländern – ein eigenes Fach Wirtschaftskunde gibt. Bei uns ist das seit Anfang der 1960er Jahre im Geographieund Wirtschaftskundeunterricht abgedeckt. Ich weiß, dass Finanzbildung im Prinzip dort gut aufgehoben ist, weil es nicht nur technisch gelehrt, sondern in einen größeren sozio-ökonomischen Zusammenhang gestellt wird. Verbesserungen sind aber immer möglich und daran sollten wir arbeiten. Ich verweise abermals auf die geplante Lehrplanreform. Sind Sie an Kooperationen mit Privatinstitutionen bzw. Praktikern interessiert? Wenn ja, in welcher Form?

Faßmann: Kooperationen zwischen

Banken und Schulen sind weniger geworden. Hier besteht manchmal die Angst, dass die Banken dabei eine möglichst frühe Kundenbindung anstreben. Auch die Schuldnerhilfe besucht Schulen, kommt aber wiederum von der konsumkritischen Seite. Dieser Gegensatz kann pädagogisch gewinnbringend eingesetzt werden, weil sie eben die institutionellen Interessensgegensätze gut abbilden. Lehrkräfte sollten keine Scheu haben Bankenvertreter genauso einzuladen wie die Schuldnerberatung. Sie sollten nach solchen Einladungen mit den 53 | INTERVIEW

Schülerinnen und Schülern sprechen, reflektieren und einen Ausgleich schaffen. Darf man fragen, wie Sie sich persönlich „finanzbilden?“, finanziell vorsorgen und Ersparnisse anlegen? Faßmann: Ich lese sehr gern den Wirt-

schafts- und Finanzteil in den Zeitungen. So halte ich mich auf dem Laufenden was sich in diesen Bereichen tut. Und ich nütze alle Möglichkeiten der Veranlagung, vom Sparbuch bis zur Einzelaktie. Vielen Dank für das Gespräch.


80% der KMUs von Cyberangriffen betroffen Bereits 80%* der KMUs in Österreich wurden Ziel von Cyberangriffen. Es ist das am stärksten wachsende Kriminalitätsfeld. Die neue CyberRisk Versicherung von R+V ist speziell auf KMUs bis 10 Mio. EUR Jahresnettoumsatz zugeschnitten. Gedeckt sind Vermögensschäden und Sachschäden inklusive weltweitem Versicherungsschutz und 24/7-Assistance Hotline.

Schadenbeispiel Als ein Mitarbeiter den Anhang einer E-Mail öffnet und ein enthaltener Virus das Computersystem lahmlegt, kam es zur Zerstörung der Daten auf dem Server. Betroffen waren sensible Kundendaten, aber auch interne Abläufe. Die Betriebsunterbrechung und die kostspielige Wiederherstellung der Daten können für einen Handwerksbetrieb zum Existenzrisiko werden. Der Schaden von 27.750 EUR konnte mit der R+V-CyberRisk Versicherung gedeckt werden. Vom Virus bis hin zu Datenspionage, die R+V-CyberRisk Versicherung ist eine Allgefahrendeckung für Versicherungssummen bis zu 100.000 EUR.

Deckungshighlights • Ersatz von Eigen- und Drittschäden • Sach-, Vermögens- und (optional) Personenschäden • Kosten für Schadenermittlung • Wiederherstellungskosten von Daten und Programmen • Ersatz von Schäden bei Betriebsunterbrechung • Folgekosten für Krisenmanagement und Kreditüberwachung

Unternehmensdaten auf Privatgeräten mitversichert! Prämienfrei mitversichert sind bei R+V auch Schäden an Unternehmensdaten oder Daten Dritter (z.B. von Vertragspartnern und Kunden), die durch dienstlich genutzte Privatgeräte entstehen. Wenn auch die privaten Daten versichert sein sollen, kann die Deckung optional erweitert werden.

Im Notfall für Sie da: R+V-Assistance Leistung mit 24/7 Hotline Beim Cyberangriff ist rasches Handeln gefragt: Die R+V-Assistance kümmert sich rund um die Uhr um die Schadensbehebung und die Vermittlung von ITSpezialisten und Fachanwälten.

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*Quelle: https://www.kfv.at/wp-content/uploads/2019/12/Cybercrime_KMU_2019-_HP.pdf

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TEILNEHMENDE VERSICHERUNGSGESELLSCHAFTEN

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Spende Allianz

Im Rahmen des 30. Punschstandes wurden letztes Jahr von der Generaldirektion in Wien Spenden zugunsten des Vereins e.motion gesammelt. Der Reinerlös von 33.000 Euro wurde wie jedes Jahr von der Unternehmensleitung erhöht. Damit und mit einer weiteren Charity-Aktion der Mitarbeitern konnte letztendlich ein Spendenscheck in der Höhe von 64.115 Euro übergeben werden. „Wir freuen uns, dass sich aus diesem ersten Engagement im Jahr 1980 eine mittlerweile über 30-jährige Partnerschaft entwickelt hat und dass wir mit unseren Spenden schon vielen Kindern und Jugendlichen helfen konnten“, erklärt Rémi Vrignaud, Vorstandsvorsitzender der Allianz-Gruppe in Österreich.

Scheckübergabe an den Verein „e.motion – Equotherapie“ - Roswitha Zink, Rémi Vrignaud

Im Jahre 1980 förderte das Unternehmen erstmals die Equotherapie und damit den Verein e.motion. Die Therapieform mit Pferden soll Kindern und Jugendlichen bei schweren Herausforderungen nach traumatischen Erlebnissen helfen. An

den Standorten des Vereins in Wien und Niederösterreich werden rund 350 Familien betreut. „Wir sind sehr dankbar dafür, die Allianz als langjährigen Unterstützer an unserer Seite zu haben“, sagt Mag. Roswitha Zink.

beit mit faircheck als eine solche beschreibt "wie sie sich gehört". In seiner Rede spricht er über die Veränderungen der Branche in den letzten 15 Jahren. Dem "Damoklesschwert Disruption" hält er Agilität entgegen, und zwar in der Art und Weise, "dass man rechtzeitig darauf schaut, dass man sie hat, wenn man sie braucht". Dr. Harald Lankisch, CEO Top Versicherungsservice bzw. Allianz Elementar Versicherung und langjähriger Wegbegleiter von Peter Winkler, brachte seine mehr als bühnentaugliche Keynote zu den Einblicken der letzten 15 Jahren aus Sicht des Mitbewerbs humorvoll und historisch begründet vor. Die Kundinnen und Kunden würden sich "Ethos, Logos und Pathos", also Begeisterung für die Sache, Fachwissen und eine gesunde ethische Basis bei der Leistungserbringung

wünschen. Echte Innovationen in Zukunft seien allgemein "Transformationen, wo etwas besser, schneller und grundlegend anders gemacht wird" und er weist nachdrücklich auf die "ganz tolle Dienstleistung" aus dem Hause faircheck hin. Dr. Peter Winkler zu seinem Jubiläum: „Dienstleistung in einem traditionellen Umfeld zu verändern und mit Auftraggebern bzw. Partnern auf Augenhöhe proaktiv zusammenarbeiten zu können, macht einfach nach wie vor Spaß. Über den Tellerrand schauen und engagiert zu agieren, gehört für mich als Unternehmer dazu. Dazu zählen Innovationen, wie die 2014 eingeführte Videobegutachtung, die heute unter dem Namen fairVEX läuft oder der 2017 integrierte Kundenprozess, um den Status der Schadenbearbeitung für Versicherer, Versicherungsbetreuer und Versicherungsnehmer transparenter zu gestalten. Wir brennen tatsächlich nach 15 Jahren immer noch für das Thema Schaden.“ Das brandheiße Team jenseits der Branche heizte anschließend mit einer special

15 feurige Jahre faircheck

Unter dem Motto „Nach 15 Jahren brennen wir noch für das Thema Schaden“ feierte faircheck dem österreichweit tätigen Dienstleistungsunternehmen ein tolles Geburtstagsfest. Das Who is Who der Versicherungsbranche war aus dem Bereich Schaden zu Gast in Graz. faircheck-Gründer und Geschäftsführer Dr. Peter Winkler bedankte sich zu Beginn der Veranstaltung für die langjährige und gute Zusammenarbeit bei den Versicherern, Kooperationspartnern, faircheck-Schadenexperten sowie Mitarbeitern. "Es ist besonders schön, mit Leuten arbeiten zu dürfen, mit denen man gerne arbeitet", zieht Peter Winkler Fazit über das unternehmerische Wirken der letzten 15 Jahre. Die erste mitreißende Keynote kam von Mag. Thomas Neusiedler, CEO Helvetia Österreich, der die Zusammenar-

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Stuntshow als Fotoworkshop, ein. Die rund 100 anwesenden Gäste konnten feurige Momente mit Smartphone oder Kamera festhalten und sich außerdem vom international gefragten Profifotografen Mathias Kniepeiss persönlich vor zwei "Feuerblastern" ablichten lassen. "Herzerwärmend", "feurig" und "einzigartig" beschrieben Anwesende die durch und durch stimmige Veranstaltung. Über den Tellerrand schauen, was Innovation betrifft und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, gehen bei faircheck Hand in Hand. Andrea Winkler initiierte unteranderen das soziale Projekt „fairLesen“. "Die Kommunikation von Mensch zu Mensch steht für mich unternehmensintern und -extern an erster Stelle. In den letzten 15 Jahren hat sich sehr viel getan. Im Bereich Corporate Social Responsibility versuchen wir

mit Projekten wie „WEITERfairWERTUNG von Wirtschaftsgütern“, für welches wir 2010 auch den Trigos gewonnen haben, eine gesunde ethische Basis in das Tagesgeschäft einfließen zu las-

sen. Das funktioniert, indem wir dort, wo wir können initiieren und organisieren, dass neuwertige Ware aus Schadenfällen vom Versicherer an soziale Einrichtungen weitergegeben werden kann.“

In Bewegung bleiben Wiener Versicherungsmakler Die Wiener Versicherungsmakler stellen, wie bereits in den vier Jahren davor, ihren Mitgliedern ein Fahrzeug leihweise zur Verfügung. So kommen die Versicherungsmakler auch 2020 schnell an ihr Ziel. Die Fachgruppe hat dafür vom Autohaus Denzel acht Fiat 500 für zwei Jahre angemietet und entsprechend gebrandet. Die ersten acht Mitglieder haben den Schlüssel zu ihrem Fiat für die nächsten zwei Monate erhalten und machen bereits in ganz Wien auf sich und die Versicherungsbranche aufmerksam. „Im Zeichen unseres 18. Informationstages, der

am 19. Februar 2020 unter dem Motto ‚Renaissance der Werte‘ stattfindet, machen wir heuer darauf aufmerksam, dass wir viel Wert auf die sichere Zukunft unserer Kunden legen. Wir wissen, was sie bewegt, und sind immer in ihrer Nähe. An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei unseren Partnerinnen und Partnern bedanken, die uns dabei unterstützen, selbst 57 | VERANSTALTUNG

in Bewegung zu bleiben und sicher unterwegs zu sein“, so Helmut Mojescick, Fachgruppenobmann der Wiener Versicherungsmakler.


Pessimismus macht sich breit PwC Österreich

Zu Beginn des neuen Jahrzehnts erreicht der Pessimismus von CEOs im Hinblick auf die Weltwirtschaft ein Rekordniveau. In Österreich prognostizieren über zwei Drittel (68 %) einen Rückgang der Wachstumsrate für 2020, weltweit sind es 53 Prozent. Das zeigen die Ergebnisse der 23. Global CEO Survey von PwC. Lediglich ein Drittel (32 %) der österreichischen Top-Manager stehen den Wachstumsaussichten ihrer eigenen Unternehmen für die nächsten zwölf Monate als „sehr zuversichtlich“ gegenüber. Aus der Analyse der CEO-Prognosen seit dem Jahr 2008 geht ein enger Zusammenhang zwischen dem Vertrauen

der CEOs in das für das nächste Jahr erwartete Umsatzwachstum und den tatsächlichen Wachstumsraten der Weltwirtschaft hervor. Setzt sich der Trend dieser Analysen fort, könnte das globale Wachstum 2020 auf 2,4 Prozent zurückgehen. Für Österreichs CEOs ist mit großem Vorsprung unser Nachbarland Deutschland mit 71 Prozent der attraktivste Markt, gefolgt von den USA (32 %) und China (24 %). Auf die 2019 gestellte Frage nach den größten Bedrohungen für die Wachstumsaussichten ihrer Organisationen landete Protektionismus noch außerhalb der Top 5. Anders in diesem Jahr – mit 26 Prozent liegt die Sorge über

Protektionismus auf dem ersten Platz, gefolgt von Populismus (24 %) und Handelsbedrohungen (24 %). Zudem sorgen man sich zunehmend über Cyber-Bedrohungen, Klimawandel und Umweltzerstörung. Obwohl der Klimawandel nicht unter den fünf größten Bedrohungen für die Wachstumsaussichten der österreichischen CEOs rangiert, zeigen diese eine wachsende Wertschätzung der positiven Seiten von Maßnahmen zur Reduzierung ihres CO2-Fußabdrucks. So stimmt knapp ein Viertel (24 %) voll zu, dass Investitionen in Klimaschutzinitiativen den Reputationsvorsprung steigern. Ebenso erwarten 24 Prozent, dass Initiativen zum Klimawandel zu neuen Produkt- und Servicemöglichkeiten für ihre Organisation führen werden. Für die jährliche Studie wurden rund 1.600 CEOs aus 83 Ländern befragt.

Insolvenzstudie

Acredia Versicherung AG Für die Entwicklung von Exportrisiken und weltweiten Insolvenzen ist auch 2020 keine Trendwende in Sicht. Die weltweiten Pleiten sind weiter auf dem Vormarsch – zum vierten Mal in Folge. Zu diesem Schluss kommt die aktuelle Studie von der österreichischen Kreditversicherung Acredia und Euler Hermes. „In vier von fünf Ländern steigen die Pleitefälle 2020 voraussichtlich an. Das bedeutet, dass Exportrisiken praktisch überall lauern – einen ‚sicheren Hafen‘ gibt es kaum noch“, sagt Gudrun Meierschitz, Acredia-Vorstand. Die Ursachen für den anhaltenden Anstieg der weltweiten Insolvenzen sehen Acredia und Euler Hermes dabei in der unveränderten Konjunkturschwäche, insbesondere in den Industriestaaten und dem produzierenden Gewerbe. „Mit +1,7 Prozent dürfte das Wachstum in diesem Jahr eher mager ausfallen und Protektionismus ist das ‚neue Normal‘, auf das sich Unternehmen einstel-

len müssen“, so Meierschitz. Auch in Westeuropa steigen die Insolvenzen 2020 um voraussichtlich 3 Prozent (2019: 2 %) an. In Österreich kam es im Jahr 2019 bei den Insolvenzzahlen zur Trendwende – nach Jahren mit rückläufigen Zahlen gab es im abgelaufenen Jahr erstmals wieder eine leichte Zunahme von 1,4 Prozent. Hatte Österreich 2018 noch ein BIP-Wachstum von 2,7 Prozent, hat sich das Wachstum 2019 auf 1,7 Prozent verlangsamt und dürfte sich 2020 bei 1,5 Prozent einpendeln. China reicht 2020 die rote Laterne nach drei Jahren an Chile weiter. Für die Südamerikaner dürften die Insolvenzen im laufenden Jahr um 21 Prozent steigen. Für Brasilien und Ungarn erwartet Euler Hermes gegen den weltweiten Trend voraussichtlich 3 Prozent weniger Pleiten als 2019. Beunruhigend ist die Entwicklung bei den Großinsolvenzen, hier steigen die 58 | MARKT

Gudrun Meierschitz

Umsätze auf über 145 Milliarden Euro und somit um rund 38 Prozent höher als noch im Vergleichszeitraum des Vorjahres. „Der Dominoeffekt bei Großinsolvenzen auf die Lieferkette ist meist sehr groß“, sagt Gudrun Meierschitz. „Je höher die Umsätze der Pleitekandidaten sind, desto größer sind die Schäden bei den einzelnen Lieferanten. Deshalb sollte man sich von großen Namen nie zu sehr beeindrucken lassen.“


Das Jahr 2020

Versicherungsagenten Bundesgremialobmann KR Horst Grandits erwartet für das Jahr 2020 viele interessante und spannende Themen. Neben der Wirtschaftskammerwahl wird es im Gremium einige personelle Veränderungen geben, da einige langjährige Funktionäre ihre Tätigkeit als Interessenvertreter beenden werden. Grandits geht von ersten IDD-Kontrollen aus: „Wir rechnen damit, dass die Aufsichtsbehörden 2020 mit ersten Kontrollen zur verpflichtenden IDD-Weiterbildung starten. Das Bundesgremium wird diese Überprüfungen detailliert verfolgen und im Falle von Beanstandungen im Sinne des Prinzips ‚Beraten statt strafen‘ für milde Konsequenzen plädieren. Speziell für die vielen Ein-Personen-Unternehmen waren und sind die Umstellungen mit großen Aufwendungen verbunden. Das muss

berücksichtigt werden, wenn es um die mögliche Sanktionierung von Versäumnissen geht.“ Ein weiteres zentrales Vorhaben soll 2020 abgeschlossen werden: die neue Befähigkeitsprüfung. Die Prüfungsordnung für Versicherungsagenten entspricht dann gemäß dem Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) einem Meister- oder Bachelorabschluss. „Damit holen wir auch international vor den Vorhang, welch umfangreiches Wissen unsere Versicherungsagenten in der täglichen Gewerbeausübung auszeichnet“, erklärt Grandits. Gleichzeitig dürfen sich die neuen Versicherungsagenten nach positiver Absolvierung der Befähigungsprüfung als „staatlich geprüfte Versicherungsagenten“ bezeichnen. „Unsere topaktuellen Weiterbildungsange-

KR Horst Grandits

bote ergänzen über die Ausbildung hinaus das Life-Long-Learning-Angebot unserer Interessenvertretung. Es ist schön zu sehen, wie viele hochwertige Seminare und Workshops innerhalb kürzester Zeit auf Landesebene entstanden sind. In diesem Punkt sind die Versicherungsagenturen eine echte Vorzeigebranche“, so Grandits abschließend.

Studie

HDI Lebensversicherung AG Die erste österreichweite LEBENSWERT-Studie von HDI LEBEN zeigt, dass 72 Prozent der Österreicher ihr derzeitiges Leben als „sehr“ oder „ziemlich“ lebenswert empfinden. Der Lebenswert-Index liegt bei durchschnittlich 7,35 auf einer Skala von 1 bis 10. Ziel war es, zu erfahren, welcher Stellenwert dem Thema Vorsorge und Absicherung auf der persönlichen Lebenswert-Skala der Menschen zukommt und inwiefern die finanziellen Rahmenbedingungen Einfluss auf das subjektive Lebenswert-Empfinden haben. Das Ergebnis zeigt, dass Personen mit höherem Einkommen ihr Leben tendenziell lebenswerter sehen. Jedoch macht Geld allein die Teilnehmer auch nicht glücklich, denn an erster Stelle steht nach wie vor die Familie. Familie, Liebe und Freunde (28,2 Prozent) sowie

Gesundheit (7,5 Prozent) machen das Leben der Österreicher besonders lebenswert. Michael Miskarik Niederlassungsleiter der HDI Lebensversicherung AG: „Das Ergebnis der Studie zeigt eindeutig, dass Frau und Herr Österreicher überwiegend glücklich und zufrieden mit ihrem Leben sind.“ Auch im Alter wird finanzielle Sicherheit geschätzt – 52 Prozent geben an, rund 100 Euro pro Monat für die Pension anzusparen. Die Mehrheit der Studienteilnehmer verlässt sich dabei nicht alleine auf die staatliche Pension, sondern sorgt zusätzlich privat vor. Nur sieben Prozent der Befragten sorgen gar nicht vor. Auch im Fall einer Berufsunfähigkeit glaubt die Mehrheit nicht daran, dass die staatliche Versorgung ausreichen wird, um ein ­LEBENSWERTES Leben 59 | MARKT

Michael Miskarik

führen zu können. Aber nur 43 Prozent verfügen über eine private Vorsorge. Die Nicht-Vorsorger geben vor allem finanzielle Gründe dafür an. Insgesamt nahmen 713 Österreicher ab 18 Jahren teil. Die Umfrage wurde in Kooperation mit Brand+, dem Institut für mehrdimensionale Markenentwicklung, durchgeführt.


Gutes Zeugnis FMA OeNB

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht das österreichische Finanzsystem als besonders widerstandsfähig gegenüber Schocks und stellt dem Finanzplatz sowie dessen Aufsicht ein hervorragendes Zeugnis aus. Der regulatorische Rahmen, auch für Abwicklung und Krisenmanagement, wird als sehr umfassend eingestuft und bei der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung seien signifikante Fortschritte erzielt worden. Die makroprudenzielle Aufsicht wird als sehr effektiv und angemessen beurteilt. Das geht aus einer vom IWF veröffentlichten umfassenden Landesprüfung 2019 im Rahmen des Financial Sector Assessment Programm hervor. Evaluiert wurden dabei: die wesentlichen

Risiken für die Finanzmarktstabilität, der rechtliche, regulatorische und institutionelle Rahmen sowie die Kapazitäten der nationalen Institutionen zur Bewältigung einer Finanzkrise. Insbesondere haben die vom IWF gemeinsam mit der OeNB durchgeführten Stresstests die Stabilität des Bankensystems bestätigt. Obwohl makroprudenzielle Maßnahmen die Risiken für die Finanzmarktstabilität reduziert haben, stellen strukturelle Risiken, wie die starken Verflechtungen des Finanzsystems in Österreich, die spezifischen Eigentümerstrukturen sowie die Abhängigkeit von der Profitabilität der Geschäftstätigkeiten in Osteuropa, nach wie vor Herausforderungen dar. Der IWF empfiehlt daher, gruppenweite Ri-

siken, finanzielle Verflechtungen sowie nicht-nachhaltige Geschäftsmodelle von Banken eng zu monitoren und konsequent aufsichtlich zu adressieren. Weiters mahnt der IWF, Datenlücken im Immobiliensektor und im Unternehmenssektor zu analysieren und zu schließen. Ebenso empfiehlt er, die zunehmenden Systemrisiken im Wohnimmobiliensektor stärker zu berücksichtigen. Stresstests sollen künftig Ansteckungs- und Zweitrundeneffekte besser abbilden, multiple Szenarien verwenden sowie auch regionale Ergebnisse stärker berücksichtigen. Im Zuge des „Financial Sector Assessment Program“ hat der IWF bisher Länder mit global bedeutenden Finanzmärkten – als solches stuft er auch Österreich ein – alle fünf Jahre einer intensiven Analyse und Prüfung unterzogen. Im Zuge einer IWF-internen Revision der FSAPLeitlinien werden auch Änderungen bei den Prüfintervallen diskutiert.

Millionen für eine globale Expansion Fintech OS FintechOS, ein Unternehmen der nächsten Generation der hyperpersonalisierten, automatisierten Finanztechnologie, gab vor kurzem bekannt bekannt, dass eine Series-A-Finanzierung in Höhe von 12,7 Millionen Euro (10,7 Millionen Pfund) gesichert worden ist. Die Finanzierung wurde federführend vom Digital East Fund von Earlybird Venture Capital und OTB Ventures durchgeführt, unter Beteiligung der bestehenden Investoren Gapminder Ventures und Launchub. Die FintechOS-Technologie ermöglicht es traditionellen Banken und Versicherungsunternehmen, sich an rasant ändernde Kundenerwartungen anzupassen, und die Geschwindigkeit und Flexibilität von neuen, wendigen und technologiegetriebenen Konkurrenten zu erreichen. Mit der Technologie und dem Fachwissen von FintechOS können diese Kunden

vollständig digitale, datengesteuerte, hyperpersonalisierte Produkte und Dienstleistungen mit beispielloser Geschwindigkeit (in Wochen statt Monaten oder Jahren) auf den Markt bringen. FintechOS bietet sowohl MultiSergiu Negut, Reodor Blidarus Cloud-SaaS-Implementierungen, die Kunden beim Übergang zur Cloud unterstützen, als einen Marktplatz mit mehr als 50 vorauch On-Premise-Implementierungen, gefertigten Open-Source-Apps, um den die nahtlos mit der bestehenden Tech- Einsatz der Technologie im Bereich Clinologie-Infrastruktur zusammenarbei- ent Onboarding, Kreditvergabe, Sparen, ten. FintechOS bietet mehr als 150 in- Versicherungen, Renten und Vermögenstegrierte out-of-the-box-Datenquellen verwaltung zu ermöglichen. (von sozialen und kontextuellen bis hin Bestehende Partnerschaften mit Miczu Cloud- und Enterprise-Systemen), rosoft, EY, Deloitte, Publicis Sapient und mehr als 20 automatisierte Finanzpro- CapGemini ermöglichen eine schnelle zesse (AI-fähige Bereiche wie KYC, Cus- Implementierung in verschiedenen tomer 360, Pricing, Risk Analytics) und Märkten. Das Unternehmen wurde 2017 60 | MARKT


von den Serien-Entrepreneuren Teodor Blidarus sowie Sergiu Negut gegründet und hat heute Kunden in mehr als 20 Ländern auf drei Kontinenten. Im Jahr 2019 wuchs der Annual Recurring Revenue um 450 Prozent. Das nun zusätzlich aufgebrachte Kapital wird verwendet, um das schnelle Wachstum und die Expansion in ganz Europa fortzusetzen und den Eintritt in die Märkte in Südostasien sowie in den USA zu entwickeln. FintechOS wird zudem intensiv in die Weiterentwicklung von weiteren vorgefertigten, rasch einsatzbereiten Apps, Diensten und Lösungen investieren, um die Hindernisse für einen hochwertigen Multi-Channel-Kundenservice zu überwinden. Teodor Blidarus, CEO und Mit-

begründer von FintechOS, kommentiert: „Unser disruptiver Ansatz ist kundenorientiert und nicht technologiegetrieben. Wir haben FintechOS entwickelt, um die Finanzindustrie nachhaltig zu verändern und es Banken und Versicherungsgesellschaften zu ermöglichen, schneller zu agieren und zu reagieren, und ein intelligenteres, schlankeres Kundenerlebnis zu schaffen. So sind hyperpersonalisierte Dienste und ein besseres Kundenerlebnis heute nahezu auf Basis von ‚plug and play‘ verfügbar." Dan Lupu, Partner bei Earlybird, ergänzt: „FintechOS ist ein Pionier in einem boomenden Markt mit der Vision, die Art und Weise zu verändern, wie Finanzinstitute auf Markt- und Regulierungsänderungen reagieren. Wir

sind stolz darauf, Teil einer Reise zu sein, welche die Zukunft der Finanzdienstleistungen prägen wird." Adam Niewinski, General Partner bei OTB Ventures, sagte: „Wir sind entschlossen, in Technologieunternehmen zu investieren, die gezielt darauf positioniert sind, exponentiell zu wachsen. Die Technologie von FintechOS ist transformativ in ihrer Fähigkeit, eine echte End-to-End-Digitalautomation für alle Dienstleistungen und Produkte zu bieten, die Banken und Versicherungsgesellschaften im Portfolio haben. Diese neue Technologie ist kostengünstig und vielseitig und ermöglicht massive Kosteneinsparungen und Wachstumsimpulse für Finanzinstitute."

Direktverrechnung beim LARA-Wahlarzt UNIQA Insurance Group AG Mehr als 6.000 UNIQA-Kunden können jetzt die praktische Direktverrechnung beim Arztbesuch im LARA-Netzwerk nutzen. Die Zeiten, wo man die Behandlung beim Wahlarzt selbst bezahlen und erst im Nachhinein mit UNIQA abrechnen musste, sind vorbei. Diesen Service gibt es für Kunden, die in Österreich nicht sozialversichert und zu 100 Prozent bei UNIQA krankenversichert sind – wie zum Beispiel ausländische Studenten und Freiberufler. Diesen steht das Netzwerk aus „Labor, Arzt, Röntgen, Apotheke“ – kurz LARA – zur Verfügung. Kunden erhalten zudem in

teilnehmenden Apotheken Rabatte und müssen auch bei Laboren im Partnernetzwerk nicht die Leistungen im Vorhinein selbst bezahlen. „Mit LARA machen wir einen weiteren großen Schritt vom klassischen Versicherer hin zum Gesundheitsdienstleister, der mit Services den Kunden das Leben erleichtert“, so Brigitte Vesely, Leiterin Krankenversicherung bei UNIQA. Den Service können die Kunden einfach und rasch nutzen: Sie erhalten per Post ihre personalisierte LARA-Direktverrechnungskarte, die in Zukunft auch in digitaler

Veranlagungsergebnis VBV-Pensionskasse

Mit einer Performance von 11,7 Prozent konnte die VBV-Pensionskasse im abgelaufenen Geschäftsjahr das beste

Veranlagungsergebnis seit 1993 erzielen. Mit Ende 2019 verwaltete das Unternehmen ein Sozialkapital von 7,66 61 | MARKT

Brigitte Vesely

Form zur Verfügung stehen wird. Auf lara.uniqa.at wählen sie den gewünschten LARA-Partner aus und weisen vor Ort ihre LARA-Direktverrechnungskarte vor.

Milliarden Euro. „Wir konnten durch Übernahmen, wie u. a. der Porsche Pensionskasse, und gewonnenen Ausschreibungen unseren Kundenstamm und in weiterer Folge auch die Marktführerschaft weiter ausbauen“, so Gernot Heschl, Vorstandsvorsitzender der VBV-Pensionskasse.


Kundenzufriedenheit

sowie die modernste Schadenserhebung Europas und stellt ihren versicherten Kunden verschiedene kostenlose Managementtools, wie z. B. Wetteranalysen, Satellitenbilder etc. zur Verfügung. Österreich ist in Europa aber nicht nur Vorreiter bei der Produktpalette und beim Schadensmanagement, auch das PrivatePublic-Partnership-Modell in Form der 55 Prozent Prämienbezuschussung durch Bund und Länder ist richtungsweisend.

Österreichische Hagelversicherung VVaG

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Chart Kundenzufriedenheit - Österreichische Hagelversicherung

Nachhaltige Unternehmen Corporate Knights

Knapp 7.400 börsennotierte Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als einer Milliarde US-Dollar wurden beim „2020 Global 100“ bewertet. Auf den ersten Platz wurde Chr.Hansen, ein dänisches Biowissenschaftsunternehmen, gewählt. Der zweite Platz ging an Kering SA, ein französisches Unternehmen, das Bekleidung und Accessoires herstellt und als Vorreiter bei der Bilanzierung von Gewinn-, Umwelt- und Verlustrechnungen fungiert. Damit werden die Auswirkungen auf die Umwelt direkt im Unternehmensergebnis sichtbar gemacht. Am dritten Platz liegt Neste

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freundlich. Vor vier Jahren hat die Hagelversicherung, einzigartig in Europa, mit der Dürreindexversicherung für das Grünland begonnen und mittlerweile auf weitere Kulturen ausgeweitet. Sie bietet somit die umfassendste Produktpalette

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Die aktuelle Online-Kundenbefragung der Österreichischen Hagelversicherung hat ein erfreuliches Ergebnis gebracht. Alle Kunden, die im Vorjahr einen Schadensfall zu verzeichnen hatten, wurden befragt: 93 Prozent davon sind mit der Österreichischen Hagelversicherung sehr zufrieden. „Das Ergebnis zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind und dass unsere Kunden uns großes Vertrauen entgegenbringen. Unser hochgestecktes Ziel ist es aber, die Zufriedenheit noch weiter zu steigern. Daher nehmen wir die eingebrachten Vorschläge auch sehr ernst, so wie wir es in der Vergangenheit bereits gemacht haben“, so Vorstandsvorsitzender Dr. Kurt Weinberger. Dass die Sachverständigen nach Einschätzung der Landwirte nicht nur ausreichend fachliche, sondern auch soziale Kompetenz beweisen, ist ein weiteres Ergebnis der Befragung: 98 Prozent der Landwirte bewerten die Mitarbeiter der Hagelversicherung als zuvorkommend und

Corporation, eine finnische Mineralölraffinerie. „Die Global-100-Unternehmen zeigen, dass das, was für die Welt gut ist, auch für die Finanzen von Vorteil sein kann“, sagt Toby Heaps , CEO von Corporate Knights. Weltweit kommen die 100 ausgewählten Unternehmen aus 21 verschiedenen Ländern. Unter diesen ausgewählten Unternehmen sind auch Versicherungsunternehmen vertreten. Auf Platz 13 liegt Storebrand ASA, ein Finanzunternehmen aus Norwegen mit Hauptsitz in Oslo. Auf Platz 69 findet man Assicurazioni Generali SpA. Diese Anerkennung 62 | MARKT

unterstreicht die Nachhaltigkeitsbestrebungen von Generali, die ein integraler Bestandteil des strategischen Plans „Generali 2021“ sind. Bis zum Jahr 2021 hat sich die Generali das Ziel gesetzt, 4,5 Milliarden Euro in grüne und nachhaltige Kapitalanlagen zu investieren und ein Wachstum von sieben bis neun Prozent der gebuchten Bruttoprämien bei grünen und sozialen Produkten zu erzielen. Darüber hinaus hat die Generali im September 2019 die erste grüne Anleihe des europäischen Versicherungssektors in Höhe von 750 Millionen Euro gegeben. Was die direkten Auswirkungen auf die Umwelt betrifft, kamen 88 Prozent der gesamten eingekauften elektrischen Energie der Generali Group im Jahr 2018 aus erneuerbaren Energien.


„Zukunftsträume“

Wiener Städtische Versicherungsverein Nachhaltig, sozial und umweltfreundlich ist die Initiative des Wiener Städtischen Versicherungsvereins. Die Ringturmverhüllung 2019 – „Zukunftsträume“ – der bulgarischen Künstlerin Daniela Kostova verwandelte sich in 500 modische Shopper, fünf davon werden auf Facebook verlost. Die Sonderedition wurde in Handarbeit von Mitarbeitern des sozialintegrativen Betriebs und Wiener Labels „gabarage upcycling design“ hergestellt. „Die Idee dahinter ist es, aus Kunst stilvolle Erinnerungen zu gestalten. Gleich-

zeitig halten wir unseren ökologischen Fußabdruck klein und verknüpfen die künstlerische Gestaltung des Ringturms mit einem karitativen Mehrwert“, freut sich Dr. Günter Geyer, Vorstandsvorsitzender des Wiener Städtischen Versicherungsvereins; Hauptaktionär der Vienna Insurance Group (VIG).

Jubiläum des 10-jährigen Bestehens ChronischKrank® Österreich Der Verein „ChronischKrank® Österreich“, mit Sitz in Enns, feiert im März 2020 sein 10-jähriges Bestehen. Mit dem persönlichen Leidensweg des Obmannes Jürgen E. Holzinger hat alles begonnen, denn auch er musste erfahren, wie schwierig es ist, an Informa-

tionen über Förderungen und andere Unterstützungen zu gelangen. Nach zehn Jahren zählt der Verein nun mehr als 15.000 Mitglieder. Pro Tag bewältigen Holzinger und sein rund 50-köpfiges Team derzeit etwa 200 Anfragen. Ziel von ChronischKrank® ist es, die rechtli-

chen, medizinischen, beruflichen und sozialen Auswirkungen einer schweren Erkrankung, einer Behinderung oder eines Unfalls für Betroffene und Angehörige so gering und so erträglich wie möglich zu gestalten. Mittlerweile kann man auf unzählige Meilensteine zurückblicken, unter anderem die Reform des Behindertenparkplatzes, mehrere Reformen im Bereich Pflege und Betreuung, die Aufklärung zum Thema Berufsunfähigkeit, mehr als 50 TV-Beiträge und vieles mehr.

Architektur im Ringturm Wiener Städtische Versicherungsverein Zum Jahresauftakt der Reihe „Architektur im Ringturm“ präsentierte der Wiener Städtische Versicherungsverein einen Querschnitt der jüngsten Arbeiten Boris Podreccas. Die Ausstellung überzeugt unter anderem mit eindrucksvollen Architekturmodellen und findet in von Podrecca selbst gestalteten Räumlichkeiten statt: „Prof. Boris Podrecca hat für uns buchstäblich Räume eröffnet, unter anderem verwandelte er die ehemalige Kassenhalle im Ringturm in ein zeitlos mo-

dernes Ausstellungszentrum. Unser Haus fühlt sich Boris Podrecca sehr verbunden“, betont Dr. Günter Geyer, Vorstandsvorsitzender des Wiener Städtischen Versicherungsvereins.

Prof. Boris Podrecca, Dipl.-Ing. Gisela Podreka, Dr. Günter Geyer, Mag. Adolph Stiller

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Familienfreundlicher Arbeitgeber 2019 Zertifikatsverleihung Bundesministerin Mag. Christine Aschbacher zeichnete 110 österreichische Arbeitgeber für ihr familienfreundliches Engagement aus. Die Betriebe und Institutionen wurden mit dem staatlichen Gütezeichen „Audit berufundfamilie“ für ihr Engagement im Zeichen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausgezeichnet. „Ich bin beeindruckt von den vielen Initiativen und danke allen Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern für ihr Engagement. Denn Arbeit und Familie sind für die meisten Österreicherinnen und Öster-

reich wesentliche Säulen in ihrem Leben. Gemeinsam können wir neue Modelle für eine bessere Vereinbarkeit entwickeln und den arbeitenden Eltern mehr Wahlfreiheit ermöglichen – das ist meine Vision“, so die Bundesministerin Christine Aschbacher. Das Audit berufundfamilie ist ein Personalmanagementtool für Unternehmen aller Branchen. Im Prozess wird gemeinsam mit den Mitarbeitenden das Angebot an bestehenden familienfreundlichen Maßnahmen evaluiert und der Bedarf an neuen Maßnahmen ermit-

telt. Das Grundzertifikat haben folgende Unternehmen aus unserer Branche erhalten: Die Versicherungen fair-insurance GmbH, UNIQUARE GmbH und die Wüstenrot-Gruppe. Folgende Zertifikate wurden erfolgreich verlängert: DONAU Versicherung (seit 2013), Niederösterreichische Versicherung (seit 2013), Österreichische Beamtenversicherung, VVaG (seit 2016) und die VBV-Vorsorgekasse AG ( seit 2015). „Wir sind sehr stolz über die erneute Auszeichnung als familienfreundlicher Arbeitgeber. Damit verbunden ist das Versprechen, unsere familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik auch in Zukunft weiter zu optimieren und auszubauen“, freut sich Mag. Josef Trawöger, ÖBV-Vorstandsvorsitzender, über die erfolgreiche Re-Zertifizierung.

Bundesministerin Christine Aschbacher bei der Überreichung des staatlichen Gütezeichens an die Niederösterreichische Versicherung AG (links) und die Österreichische Beamtenversicherung, VVaG (rechts)

Innovation Championship Zurich Versicherung

Ende Jänner fand die Entscheidung der lokalen Runde der Zurich Innovation Championship statt. Bei dem internationalen Start-up-Wettbewerb gab es rund 1.400 Einreichungen. In einem mehrstufigen Auswahlverfahren werden bis Ende Feburar die besten Ideen gekürt. Die lokale Entscheidung in Österreich ist ge-

fallen. Aus mehr als 30 Einreichungen lud Zurich Österreich 14 Start-ups in die Firmenzentrale am Wiener Schwarzenbergplatz ein. Sie präsentierten zukunftsweisende Innovationen für den Schutz der nächsten Generation. Darunter waren Ideen für nachhaltige Kundenbeziehungen mithilfe von Messengerdiensten 64 | VERANSTALTUNG

und für Risikoprofiling sowie Lösungen für Wellcare und Wellbeing. Das Thema Künstliche Intelligenz war allgegenwärtig, sei es im Einsatz für die Rekrutierung von Mitarbeitenden oder bei der Übersetzung von komplizierten Texten in einfache Sprache.

Österreich-Sieger Die österreichische Jury wählte riskine als Gewinner aus. Das Unternehmen überzeugte mit seiner Lösung für nachhal-


tige Kundenbeziehungen, die Risikoprofile für Menschen erstellt und die Kundenberatung unterstützt. Die Vision von riskine ist, dass alle Menschen die besten Finanzentscheidungen für die Zukunft treffen. riskine wird nun als Sieger des österreichischen Wettbewerbs in die nächste Runde des internationalen Wettbewerbs gehen. Andrea Stürmer, Vorsitzende des Vorstandes von Zurich: „Die Pitches haben bestätigt, dass es in Österreich eine qualitativ hochwertige Start-up-Szene gibt. Es waren viele zukunftsweisende Ideen und Lösungen dabei, die unseren Kunden und uns als Unternehmen einen klaren Mehrwert bringen. Wir gratulieren dem Gewinner riskine sehr herzlich.“ Ralf Widtmann, CEO riskine: „Wir freuen uns ganz besonders, dass wir die hochkarätige Jury mit unseren digitalen Lösungen für Versicherungen und Banken überzeugen und die Zurich Innovation Championship in Österreich für uns entscheiden konnten. Seit Jahren arbeiten wir gemeinsam mit unse-

Werner Wutscher (Geschäftsführer von New Venture Scouting), Andrea Stürmer, MSc, MPA (Vorsitzende des Vorstandes von Zurich), Felix Wrobel (Senior Key Account Manager von riskine GmbH), Mag. Andreas Heidl, ieMBA (Mitglied des Vorstandes von Zurich), Mag. Florian Weikl (Leitung Markt Management von Zurich)

ren Kunden intensiv an der Entwicklung von digitalen Beratungslösungen, die zu mehr Vertrauen und nachhaltigen Kundenbeziehungen in der Versicherungsund Bankberatung führen. Wir freuen

uns sehr, dass unsere Arbeit im Rahmen dieser Challenge anerkannt und prämiert wurde. Jetzt blicken wir der nächsten (internationalen) Wettbewerbsrunde voller Energie entgegen.“

Brokers Lunch VÖVM

Traditionell veranstaltet der Verband Österreichischer Versicherungsmakler im Jänner ihre Auftaktveranstaltung. Präsident Mag. Andreas Krebs blickte in seinen Begrüßungsworten auf das vergangene Jahr im Zuge der IDD-Umsetzung zurück und betonte, dass die Mitglieder mit den in Österreich beschlossenen rechtlichen Bestimmungen zufrieden sein könnten. Er wies darauf hin, dass sich der Verband weiterhin auf die Weiterbildung seiner Mitglieder konzentrieren werde und dafür auch das Gütesiegel des ibw erworben hätte. Er bat die anwesenden Vorstandsmitglieder und Hauptbevollmächtigten von Versicherungsgesellschaften, diese Bildungstätigkeit auch weiterhin durch ex-

zellente Fachbeiträge zu unterstützen. Mit Blick auf die Arbeit der kommenden Monate führte Krebs aus, dass noch zahlreiche Abstimmungen zu verschiedenen im Zuge von IDD und DSGVO neu verfassten Courtagevereinbarungen zu erfolgen hätten. Er appellierte daran, dass hier vor allem hinsichtlich des Status des Versicherungsmaklers mit Augenmaß unter Berücksichtigung langjähMag. Andreas Krebs riger Marktusancen vorgegangen werden möge. Der VÖVM trete hier in der Diskussion und fachlichen Beurteilung gemeinsam mit dem bandes, Standards für den Umgang mit Fachverband der WKO und dem ÖVM der DGSVO zu schaffen, sei besonders auf. Die Initiative des Versicherungsver- zu begrüßen. 65 | VERANSTALTUNG


Vorschau

Die Mobilitätswende

Interview mit Mag. Birgit Eder, CEO ARAG SE Direktion für Österreich

Interview mit Mag. Xaver Wölfl, COO Allianz Gruppe Österreich

Antonio e Roberto Tartaglione, MirjaGeh.com, Alexander Müller, Rupert Warren, Philipp Lipiarski/www.goodlifecrew.com, Gerald Lechner, ROLAND Rechtsschutz, Ingo Folie, Martina Draper, Foto Wilke, FintechOS, Foto Weinwurm GmbH, Wiener Städtische Versicherungsverein, Katharina Schiffl, Leadersnet/D. Mikkelsen.

tikel), unterliegen nicht der Verantwortlichkeit der Redaktion. Ihre Wiedergabe besagt nicht, daß sie eine Empfehlung oder die Meinung der Redaktion darstellen. „risControl“ identifiziert sich gemäß dem österreichischen Medienrecht nicht mit dem Inhalt angeführter Brancheninformationen und den in Interviews geäußerten Meinungen. Aufgrund der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher sprachformen verzichtet. Sämtliche Personen Bezeichnungen gelten gleichwohl für beiderlei Geschlecht. Abonnementbestellungen gelten auf ein Jahr, ab dem Monat der Bestellung und verlängern sich jeweils um ein Jahr, sofern das Abonnement nicht spätestens ein Monat vor Ablauf des Bestellzeitraumes gekündigt wird. Für Anzeigen sind die allgemeinen Anzeigenbedingungen des Österreichischen Zeitschriftenverbandes vom 1. Februar 1990 bindend. Es gilt der Anzeigentarif 01/2019 / (ca)

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