risControl Das Nachrichtenmagazin für Versicherungs- und Finanzinformation Nr. 01 - 2026 Heft 553 47. Jahrgang
Erfolg durch Authentizität Interview mit Sven Rabe (Vorstandsvorsitzender) und Christian Sipöcz (Vorstandsmitglied), VAV Versicherung
Strategie 2026 Das Ergebnis einer Branchenumfrage zu den Themen Strategie und Neuerungen im neuen Jahr
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Voller Optimismus Liebe Leserinnen und Leser, Jänner ist der Monat der großen Pläne. Der Kalender ist noch fast ungebraucht, der Optimismus poliert – und irgendwo zwischen „heuer esse ich weniger Zucker“ und „heuer lasse ich mich nicht mehr ärgern“ liegt er schon wieder bereit: der Vorsatz, alles besser zu machen. Am besten gleich ab 2. Jänner. Oder spätestens ab Montag, bestimmt aber ab nächstem Montag. Und weil wir Menschen sind, greifen wir dabei gerne zu den Klassikern: mehr Bewegung, weniger Bildschirmzeit, mehr Schlaf. Wobei ich bei „weniger Bildschirmzeit“ seit Jahren den Verdacht habe, dass das ein Gerücht ist – so wie das Einhorn. Man redet davon, aber gesehen hat es kaum jemand. Außer in Plüschform. Was mich allerdings wirklich interessiert: Welche Vorsätze gelten eigentlich in unserer Branche? Ich hätte da ein paar Vorschläge, ganz unaufgeregt und ohne Fitnessabo. Zum Beispiel: weniger „Bitte warten Sie“, mehr „Ich kümmere mich“ – und ein „Wir melden uns“ mit einem echten Zeitpunkt. Weniger Weiterleitungen mit dem Charme einer Endlosschleife, mehr Zuständigkeit. Und wenn schon digital, dann bitte so, dass man sich nicht fühlt wie im Escape Room: „Finden Sie die richtige Taste, um wieder mit einem Menschen zu sprechen.“ Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich mag Technik. Ich mag sogar Chatbots – zumindest die netten. Aber sobald es ernst wird, sobald ein Schaden da ist, eine Frist drängt oder jemand schlicht verunsichert ist, entscheidet nicht die
schönste Oberfläche, sondern etwas sehr Bodenständiges: Service. Erreichbarkeit. Klarheit. Tempo. Und auch Empathie. Und ja – diese altmodische, aber immer wieder vermisste Handschlagqualität. Und genau deshalb starten wir auch heuer wieder unsere Abfrage zur Wahl des „Servicefreundlichsten Versicherers“. Nicht, weil wir Ranglisten so lieben, sondern weil Service nicht in Imagefoldern stattfindet, sondern im echten Leben – dort, wo man merkt, ob jemand dranbleibt, ob man ernst genommen wird, ob Lösungen gesucht werden oder nur Zuständigkeiten. Und Hand aufs Herz: Wenn man einmal erlebt hat, wie unkompliziert etwas laufen kann, dann will man danach nicht mehr zurück ins Formular-Bermudadreieck. Ich lade Sie deshalb herzlich ein: Machen Sie mit. Geben Sie Ihre Erfahrungen weiter – die guten (bitte unbedingt!) und auch die, bei denen man sich dachte: „Das war jetzt… sportlich.“ Denn nur wenn wir benennen, was wirklich funktioniert, wird Service vom Schlagwort zum Standard. Mein persönlicher Jänner-Vorsatz für uns alle wäre daher: weniger Geräusch, mehr Wirkung. Weniger „Das geht leider nicht“, mehr „So bekommen wir das hin.“ Und wenn wir das schaffen, dann ist 2026 vielleicht nicht automatisch ein ruhiges Jahr – aber zumindest eines, in dem man sich aufeinander verlassen kann. In diesem Sinn: Einen guten Start ins neue Jahr – mit Humor, mit Haltung und mit möglichst wenig Warteschleifenmusik. Ihre Doris Wrumen
03 • Editorial • risControl 01/2026
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Editorial 03 Voller Optimismus
News
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06 Neuer Eigentümer – FIDES GmbH/EFM 06 Versorgung für Kinder – UNIQA 06 Neukundentest – Telemark Marketing 07 Landesdirektor – Wiener Städtische Versicherung 07 Neue Leitung Volkswirtschaft – Coface 08 Veränderung im Vorstand – MuKi V.a.G. 08 Vorstandsdirektor – Merkur Versicherung 08 Personalia – Chubb 09 Advent Nachlese – Wiener Städtische Versicherungsverein/ VBV-Pensionskasse/ Helvetia 10 Erweiterung im Vorstand – Helvetia Versicherung AG 10 Engagement in Österreich – FAROS 10 Investitionen nötig – Acredia 11 Kritische Worte, trotz Freude über Reformgedanke 11 Gütesiegel – Johannes Kepler Universität 12 Expansion – GGW Versicherungsmakler GmbH 12 Vorstandsteam – Bausparkasse Wüstenrot AG
Von Frau zu Frau 42 Vom Klimathema zur Versicherungs- und Techwelt: ein Weg, der Mut macht – Franziska Geier, Managing Director bei Stoïk für Deutschland und Österreich
Im Fokus 24 2026: Ein Prosit auf die Budgetkonsolidierung 33 Plan A bleibt der Mensch: Recruiting & Entwicklung 2026 34 Retail Investment Strategy: Ein Pyrrhussieg – von Andreas Dolezal
Markt 14 Compliance-Ausblick: Das bringt 2026 – von Andreas Dolezal 14 Bündelung der Aufsichtskompetenzen – FMA 15 Erweiterter Produktschutz – OCC Assekuranzkontor GmbH 18 Stabiles Wachstum – Oberösterreichische Versicherung 39 Strategiepläne – VIG 40 Elektronische Kommunikation – VVO 40 European Insurance Study 2025 – zeb 41 NISG 2026 beschlossen – Nationalrat/WKÖ 41 Service schneller und effizienter – Blau direkt/ARISECUR
04 • Inhalt • risControl 01/2026
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Reise 38
46 Lissabon im Spätsommer: Von pittoresk bis überfüllt – von Andreas Dolezal
Finanzen
Interview
16 Österreich vs. Österarm – von Michael Kordovsky
Veranstaltung 36 Netzwerkfrühstück – Gesellschaft für Versicherungsfachwissen 36 Innovation Night 2025 – TOGETHER CCA 37 Erste Aufsichtsratskonferenz – PwC Österreich/DISRUPT Holding GmbH 44 „Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Naturkatastrophen“ – Gesellschaft für Versicherungsfachwissen 49 Schadendialog denkt Schaden neu
20 Erfolg durch Authentizität – Sven Rabe (Vorstandsvorsitzender) und Christian Sipöcz (Vorstandsmitglied), VAV Versicherung 38 Schnelle Entscheidungen und die Underwriting-Philosophie – Diana Stockinger, BA, Leiterin Underwriting & Produktentwicklung und Office Management ROLAND RechtsschutzVersicherungs AG in Österreich
Kolumne 13 Charakterprüfung Neujahr – von Mag. Christian Sec
05 • Inhalt • risControl 01/2026
Neuer Eigentümer FIDES GmbH/EFM
Der Grazer Versicherungsmakler FIDES GmbH hat einen neuen Eigentümer. Das Unternehmen wurde von der EFM – RH2 AG, einer Gesellschaft der EFM Gruppe, übernommen. Damit ist die langfristige Weiterführung von FIDES gesichert. Der bisherige Eigentümer und Geschäftsführer Hannes Kropic bleibt im Unternehmen. Er wird FIDES auch künftig als operativer Geschäftsführer gemeinsam mit Stefan Kojalek führen. „Ich bleibe für die nächsten zehn Jahre als Geschäftsführer an Bord, wollte aber jetzt schon die Eigentümerfrage klären“, sagt Hannes Kropic. Wichtig sei
Versorgung für Kinder UNIQA
UNIQA bietet in Wien nun telemedizinische Erstversorgung für Kinder an, verfügbar an Wochenenden, Feiertagen und nachts, in Zusammenarbeit
Neukundentest Telemark Marketing
Telemark Marketing hat auch 2025 den „Neukundentest Österreichische Versicherungen“ abgeschlossen. Getestet wurden – wie in den Vorjahren – die sechs größten österreichischen Versicherungen: Allianz, Donau, Generali, UNIQA, Wiener Städtische und Zürich. Ein Anbieter setzt mittlerweile einen Voicebot ein und wurde daher im
DI Hannes Kropic (Geschäftsführer FIDES), Nadine Hübner-Matzer (FIDES), Reinhard Bauer (FIDES), Akad. Vkfm. Christian Draxler (FIDES), Susanne Coss (FIDES) und Stefan Kojalek (EFM – RH2 AG)
ihm gewesen, einen Partner zu finden, der die gleichen Werte lebt: „Verlässlichkeit, Transparenz, Handschlagqualität und höchste fachliche Kompetenz mit kurzen Entscheidungswegen.“ Mit der Übernahme setzt die EFM Gruppe ih-
ren Wachstumskurs fort. „Wir übernehmen die FIDES GmbH und stärken damit unsere Präsenz am österreichischen Markt“, erklärt Stefan Kojalek. „Unser Ziel ist es, erfolgreiche Maklerunternehmen langfristig weiterzuentwickeln.“
mit der Kinderarztpraxis NEST und der Privatklinik Döbling. „Mit der telemedizinischen Erstversorgung schaffen wir eine noch schnellere, niederschwellige Hilfe für Familien – gerade in einer Zeit, in der Kinderarzttermine knapp und Ambulanzen überlastet sind“, sagt René Knapp, Vorstand für Personenversicherung bei der UNIQA Insurance Group AG. Die Konsultationen über die Plattform Medfinity sind rund um die Uhr möglich. Eltern melden sich über das
Kundenservice oder ein Webformular; die telefonische Beratung erfolgt innerhalb von 30 Minuten. Bei Bedarf erhalten Kinder digitale Rezepte, Überweisungen oder Arztbriefe, eine Untersuchung vor Ort erfolgt weiterhin in NEST oder der Privatklinik Döbling. Für Privatkunden mit Privatarztversicherung steht zusätzlich telemedizinische Beratung über Mavie Telemed in ganz Österreich von Montag bis Sonntag, 07:00 bis 22:00 Uhr, über m yUNIQA zur Verfügung.
telefonischen Test nicht berücksichtigt. Von Juni bis November 2025 wurden Mystery Calls und Mystery Mailings durchgeführt, jeweils Montag bis Freitag zwischen 9 und 18 Uhr. Acht realistische Fallbeispiele bildeten die Basis der Untersuchung. Die Tester traten als Neukunden auf, stellten eine einfache, auf der Website angeblich nicht beantwortbare Frage und signalisierten konkretes Kaufinteresse. Bewertet wurden sowohl objektive Kriterien wie Wartezeit und inhaltliche Präzision als auch subjektive Kriterien wie Freundlichkeit oder die Qualität der schriftlichen Antworten.
Telefonische Erreichbarkeit
06 • News • risControl 01/2026
Ein Versicherer nutzt bereits einen Voicebot, der Wartezeiten theoretisch auf null senken könnte. In der Praxis ist jedoch oft weiterhin eine Weiterleitung an Mitarbeitende nötig, wodurch Verzögerungen entstehen und der Effizienzvorteil derzeit weitgehend verpufft. Insgesamt sind die Wartezeiten 2025 im Branchenvergleich solide; zwei Anbieter fallen jedoch mit über fünf Minuten Wartezeit und entsprechend hohen Anrufverlusten negativ auf. Die Gesprächspartner am Telefon wurden durchgehend sehr gut bewertet, während bei der inhaltlichen
Beantwortung – wie schon in den Vorjahren – deutliches Verbesserungspotenzial besteht und die Qualität zwischen den Anbietern stark variiert. Insgesamt bleibt der telefonische Kontakt in der Branche erneut stabil.
E-Mail-Service Das Ergebnis im digitalen Kanal fällt wesentlich heterogener aus. Die Antwortzeiten per E-Mail bewegen sich auf einem befriedigenden, aber klar verbesserungsfähigen Niveau. Besonders auffällig: Bei zwei Marktteilnehmern bleiben 22 Prozent aller Anfragen unbeantwortet – ein signifikanter Rückschritt aus Kunden-
Landesdirektor Wiener Städtische Versicherung Klaus Riener hat mit 1. Jänner 2026 die Leitung der Landesdirektion Oberösterreich der Wiener Städtischen übernommen. Er folgt auf Günther Erhartmaier, der die Landesdirektion fast 25 Jahre geprägt hat und nun in Pension gegangen ist. Sonja Brandtmayer bedankt sich bei Erhartmaier für seine langjährige, operative Aufbauarbeit und betont, dass mit Riener eine erfahrene Führungs-
Neue Leitung Volkswirtschaft Coface
Markus Kuger ist seit dem 1. Dezember 2025 Chefvolkswirt für Deutschland, Österreich und die Schweiz beim internationalen Kreditversicherer Coface. Er folgt auf Christiane von Berg und bringt über 15 Jahre Erfahrung in Wirtschaftsund Risikobewertung mit. Zuletzt war er vier Jahre Chief Economic Advisor bei Baker Ing, davor über elf Jahre in
sicht. Nur die besten Versicherer schaffen es, rund zwei Drittel der Anfragen innerhalb von 24 Stunden zu beantworten. Die Qualität der E-Mail-Antworten kann insgesamt ebenfalls nur als ausreichend bewertet werden und liegt deutlich unter jener des telefonischen Kanals. Auch die Beantwortung der konkreten Kundenfragen weist große Unterschiede auf. Ein Anbieter beantwortete weniger als die Hälfte der einfachen Fragen korrekt – ein alarmierender Wert für einen digitalen Erstkontakt, der zunehmend an Bedeutung gewinnt. Robert Sobotka: „2025 zeigt sich ein klares Zwei-Kanal-Bild: Am Telefon liefern die Anbieter insgesamt eine
kraft und ein ausgewiesener Versicherungsfachmann gewonnen wurde – lösungsorientiert, teamstark und mit hoher sozialer Kompetenz. Riener stammt aus Freistadt, studierte Betriebswirtschaft an der JKU Linz und startete nach der Matura im Außendienst der damaligen Bundesländer Versicherung. 2008 wechselte er zur Zürich Versicherung (als Landesdirektor), später übernahm er die Verantwortung für Außendienst, Maklervertrieb und Vertriebssteuerung in Österreich. Für Riener verbindet die neue Funktion regionale Verantwortung, Kundennähe und Teamführung –
verschiedenen Positionen bei Dun & Bradstreet, unter anderem als Lead Economist in London für Österreich, Deutschland und die Schweiz. Er studierte Volkswirtschaftslehre an der Universität Würzburg und arbeitete im Rahmen des Robert-Schuman-Stipendiums im Europäischen Parlament in Brüssel im Ausschuss für Wirtschaft und Währung. „Wir haben mit Markus Kuger einen ausgewiesenen Experten für die gesamte Region. Wir freuen uns auf seine Analysen, die wir unseren Kunden wie bisher zur Verfü-
07 • News • risControl 01/2026
gute Leistung mit hoher Kundenzufriedenheit, auch wenn bei der inhaltlichen Genauigkeit noch nachgeschärft werden sollte. Per E-Mail bleibt das Niveau dagegen nur durchschnittlich – mit spürbaren Bearbeitungslücken und teils gravierenden Fällen, in denen Anfragen gar nicht beantwortet werden. Branchenweit nimmt der Einsatz von KI (z. B. Voicebots und automatisierte Antwortmodule) sichtbar zu, ist aber noch nicht durchgängig ausgereift. In den nächsten Jahren wird entscheidend sein, diese Lösungen kundenorientiert einzusetzen, damit Anfragen schnell, effizient und vor allem korrekt bearbeitet werden – unabhängig davon, ob sie telefonisch oder schriftlich eingehen.“
Klaus Riener
und er hebt hervor, dass die Rückkehr nach Oberösterreich für ihn persönlich etwas Besonderes ist.
Markus Kuger
gung stellen werden“, so Dagmar Koch, Country Managerin.
Veränderung im Vorstand MuKi V.a.G.
Im Vorstand des MuKi Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit kommt es zu einer personellen Veränderung: Dr. Niklaus Riener scheidet aus dem Unternehmen aus, um sich neuen beruflichen Herausforderungen zuzuwenden. In mehr als 13 Jahren in leitender Funktion prägte Dr. Riener maßgeblich die Bereiche Schaden, Vertrag, Organisation und IT sowie Recht und Compliance. Darüber hinaus war er maßgeblich in der Rückversicherung engagiert. Der Aufsichtsratsvorsitzende DI Hubert Heissl würdigte seine langjährige
Tätigkeit: „Dr. Riener hat die Entwicklung unseres Hauses über viele Jahre mit hoher fachlicher Kompetenz, Integrität und strategischem Weitblick begleitet. Wir danken Dr. Riener für seinen Beitrag und wünschen ihm für seinen weiteren beruflichen Weg alles Gute.“ Die verbleibenden Vorstandsmitglieder übernehmen im Zuge der Neuordnung zusätzliche Zuständigkeiten: Vorstandsvorsitzender Thomas Ackerl verantwortet künftig auch die Ressorts Schaden und Vertrag. Vorstandsdirektor Dipl.-Math. Christian Clauß übernimmt zusätzlich die Ressorts Organisation und IT sowie Recht und Compliance. Die organisatorische Neuordnung tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft. Dr. Riener erklärte: „Ich danke für die konstruktive Zusammenarbeit und wünsche MuKi weiterhin eine erfolgreiche Entwicklung.“ DI Heissl ergänzte:
men. Hinter dem Titel stehen vor allem Wertschätzung für eine Unternehmensführung, die geschlossen und mit mutigen Entscheidungen Verantwortung übernimmt und die Merkur als Personenversicherung in die Zukunft führt.
„MuKi ist als Unternehmen exzellent positioniert. Ich bin sehr stolz, dass sich unter dem verbleibenden Vorstand für 2025 ein hervorragendes Jahresergebnis abzeichnet.“ Der MuKi Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit bietet österreichweit Gesundheits- und Unfallvorsorge, KfzVersicherungen, Rechtsschutz und Sachversicherungen an. Er wurde 1988 als „Verein Mutter und Kind im Krankenhaus“ in Salzburg gegründet und übersiedelte bald darauf nach Ebensee (OÖ). Seit 2004 firmiert er unter dem heutigen Namen als eigenständiges Versicherungsunternehmen, der Firmensitz liegt seit 2009 in Bad Ischl. Die Geschäftsaufbringung erfolgt überwiegend über unabhängige Vertriebspartner. Aktuell hat MuKi etwa 180 Mitarbeiter und betreut ca. 170.000 Risken in der Kranken- und 451.000 Risken in der Schaden-/Unfallversicherung.
Vorstandsdirektor Merkur Versicherung
Den beiden Vorstandsmitgliedern der Merkur Versicherung AG, Markus Spellmeyer und Andreas Gaugg, wurde der Titel „Vorstandsdirektor“ verliehen. Mit dieser Entscheidung würdigt der Aufsichtsrat die erfolgreiche Arbeit und das Engagement der beiden Vorstände für das Unterneh-
Personalia Chubb
Chubb hat zum 1. Januar 2026 drei Ernennungen für Deutschland und Österreich bekanntgegeben: Lars Messutat wird Head of Distribution, Germanics, Kerstin Ley übernimmt als Cluster Claims Manager die Leitung des Schadenbereichs und Marc-André Birth wird Head of Industry Practices. Messutat soll das profitable Wachstum in Deutschland und Österreich
Andreas Gaugg und Markus Spellmeyer
vorantreiben und die Sales Teams führen. Er kommt von Berkshire Hathaway Specialty Insurance und bringt über 20 Jahre Erfahrung in Underwriting, Risiko- und Schadenumfeld sowie Führung mit. Ley leitet die Schadenabteilung in Deutschland und Österreich und führt 64 Schadenfachleute; sie ist seit 2016 bei Chubb und seit 2022 in einer führenden Marine-Claims-Funktion tätig. Birth verantwortet den Ausbau der Industry Practices und verfügt über 20 Jahre Branchenerfahrung, zuletzt mit Fokus auf die Weiterentwicklung dieses Bereichs im Chubb-Umfeld.
08 • News • risControl 01/2026
Leander Metzger, Regional Executive Officer Ost und Country President Deutschland, betont: „Ich freue mich sehr, Lars, Kerstin und Marc-André im Chubb Management Team in Deutschland und Österreich willkommen zu heißen. Diese Ernennungen zeigen, dass Chubb über einen großen Pool an hochqualifizierten Talenten und langjährigen Führungskräften verfügt, die in der Lage sind, mehr Verantwortung zu übernehmen, und dass Chubb die Stärke besitzt, leistungsstarke Talente aus anderen Bereichen der Branche für sich zu gewinnen. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit ihnen unsere Wachstumsziele für unser Geschäft zu erreichen.“
Advent Nachlese Wiener Städtische Versicherungsverein/ VBV-Pensionskasse/ Helvetia
Adventkonzert der Wiener Chormädchen im Ringturm Mitte Dezember fand im 20. Stock des Ringturms (Wiener Städtische Versicherung) ein besinnliches Adventkonzert statt. Die Wiener Chormädchen, insgesamt 25 Sängerinnen im Alter zwischen zehn und 14 Jahren, begeisterten mit klaren Stimmen und großer Musikalität. Unter der Leitung von Stefan Foidl reichte das Programm von klassischer Chorliteratur über Volkslieder bis zu modernen Kompositionen. Für eine besondere Atmosphäre sorgte die Mezzosopranistin Angelika Kirch-
schlager, die mit ihrer Stimme und literarischer Wortkunst das Konzert bereicherte. Mag. Robert Lasshofer, Vorstandsvorsitzender des Wiener Städtischen Versicherungsvereins, eröffnete den Abend: „Ich persönlich kann mir dafür keinen schöneren Ort vorstellen als den Ringturm. Im Sommer ist er ein Kunstwerk und in der Weihnachtszeit ist er Wiens größter Christbaum.“
Weihnachtsspende Das gemeinnützige Haus der Barmherzigkeit erhielt von der VBV-Pensionskasse eine Weihnachtsspende in Höhe von 15.000 Euro. Das Unternehmen verzichtet bereits zum 17. Mal auf Weihnachtsgeschenke für Geschäftspartner und finanziert mit seiner Spende stattdessen wertvolle Therapien und individuelle Betreuungsangebote für chronisch kranke Menschen und Menschen mit Behinderungen. „Die
Chorleiter Stefan Foidl, Kammersängerin Prof. Angelika Kirchschlager und Mag. Robert Lasshofer
Magdalena Schluckhuber (Kommunikation, VBV-Pensionskasse), Christoph Gisinger (Institutsdirektor, HB), Günther Schiendl (CEO und Vorstandsvorsitzender, VBV-Pensionskasse), Scilla Pölzl (Leitung Fundraising, HB), Otto Lauer (Leiter VBVKundenkommunikation)
bestmögliche Versorgung von Menschen im Alter ist ein Anliegen, das unsere beiden Institutionen verbindet. Außerdem wird das Thema Pflege auch aufgrund der steigenden Lebenserwartung immer relevanter für unsere Gesellschaft. Für uns ist es deshalb eine Freude und Selbstverständlichkeit, das Haus der Barmherzigkeit auch heuer zu unterstützen. Die Spende ist gleichzeitig auch eine Anerkennung für die wichtige Aufgabe, die die Mitarbeiter im Haus der Barmherzigkeit vollbringen“, so Günther Schiendl, CEO und Vorstandsvorsitzender der VBV-Pensionskasse.
Lebenshilfe Wien Seit 1986 verbindet Helvetia und die Lebenshilfe Wien eine langfristige, vertrauensvolle Partnerschaft. Helvetia übernimmt dabei die Absicherung von Einrichtungen und Tagesstätten und entwickelt laufend passende Versicherungslösungen, inklusive der Mitversicherung von Freiwilligen über Kollektivunfall- und Haftpflichtversicherung. Mit einer Weihnachtsspende von 5.000 Euro zeigte Helvetia im Jahr 2025, dass die gewachsene Zusammenarbeit weiterhin aktiv gelebt und getragen wird. Die Weihnachtsspende fließt in zusätzliche Freizeitangebote für Menschen mit intellektuellen Behinderungen, darunter kulturelle Veranstaltungen, Sportereignisse und gemeinsame Ausflüge, die nicht öffentlich finanziert sind.
Thomas Neusiedler, Bernhard Schmid (Generalsekretär Lebenshilfe Wien) und Christoph Scheifinger
09 • News • risControl 01/2026
Erweiterung im Vorstand Helvetia Versicherung AG
Helvetia Österreich hat mit 1. Jänner 2026 ihren Vorstand um die beiden Ressorts Informationstechnologie (IT) und Human Resources (HR) erweitert. In die Unternehmensführung rücken Bernd Allmer als Vorstand für Human Resources und Hans Stögerer als Vorstand für Informationstechnologie auf. Mit der Erweiterung setzt man einen klaren Schwerpunkt auf digitale Transformation, organisatorische Weiterentwicklung und moderne Unterneh-
Engagement in Österreich FAROS
Das inhabergeführte Beratungsunternehmen FAROS Consulting, speziali-
menskultur. CEO Thomas Neusiedler betont, dass beide Führungskräfte bereits maßgeblich zur technologischen, kulturellen und strukturellen Weiterentwicklung des Hans Stögerer und Bernd Allmer Unternehmens beigetragen haben. Bernd Allmer, seit 2015 Leiter der HR-Abteilung und seit 2025 Chief HR und seit 2025 Chief Technology Officer, Officer, wird künftig Kulturentwicklung, stärkt mit seinem Ressort die technoloTalentförderung und Arbeitgeberpositigische Weiterentwicklung, Digitalisieonierung noch stärker strategisch veranrung und den Einsatz moderner Lösunkern. Hans Stögerer, seit 2015 IT-Leiter gen, inklusive KI.
siert auf institutionelle Investoren, hat seine Expansion nach Österreich bekannt gegeben. Hierfür wird eine eigene Zweigstelle eröffnet. Die Leitung der neuen Niederlassung übernimmt Michael Illsinger. Er verfügt über mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung im institutionellen Asset Management in Österreich und war zuvor in leitenden Po-
triebsmodelle können die Luftfahrt klimafreundlicher machen. Bis 2050 sind nach einer Studie von Acredia und Allianz Trade rund 5,1 Billionen US-Dollar nötig: 40 Prozent für erneuerbare Energien, 38 Prozent für nachhaltige Flugkraftstoffe, 16 Prozent für CO₂-Abscheidung und Elektrolyse, sechs Prozent für neue Flugzeuge. Nachhaltige Treibstoffe könnten 60 bis 90 Prozent der Emissionen einsparen, werden aber derzeit nur in sehr geringem Umfang genutzt. Emissionshandel kann helfen, verursacht aber künftig hohe Kosten für Airlines – bis zu 9,5 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Bis 2050 wird die Zahl der Passagiere welt-
sitionen unter anderem bei Mercer Investment Consulting, Capital Invest und IQAM Invest KAG tätig. Ziel der Expansion ist es, die Betreuung österreichischer Investoren zu intensivieren und die Zusammenarbeit vor Ort zu vertiefen. FAROS-Gründer Uwe Rieken betont, dass mit Illsinger ein profilierter österreichischer Investment-Experte mit langjähriger Führungspraxis gewonnen wurde.
Investitionen nötig Acredia
Die Luftfahrt ist eine der Branchen, in denen Klimaziele besonders schwer zu erreichen sind. 2023 verursachte der Sektor rund eine Gigatonne CO₂, etwa 2,5 Prozent der weltweiten menschlichen Emissionen. Zusammen mit Effekten wie Kondensstreifen oder Stickoxiden steigt der Anteil auf rund sechs Prozent. „Die Transformation der Luftfahrt wird kostspielig, aber ein Festhalten am Status quo wäre langfristig noch teurer“, sagt Michael Kolb, Vorstand der Acredia Group. Nur nachhaltige Treibstoffe, neue Technologien und effizientere Be-
10 • News • risControl 01/2026
Michael Kolb
weit von 4,5 auf 12,4 Milliarden steigen. In Europa könnten viele Kurzstreckenflüge durch den Ausbau des Hochgeschwindigkeits- und Schnellbahnnetzes auf fast 50.000 Kilometer ersetzt werden, was die Emissionen deutlich senken würde.
ruiniert“, zeigt sich Andreas Zakostelsky, Obmann des Fachverbandes der Pensions- und Vorsorgekassen (WKÖ), betroffen. „Es muss stattdessen um Maßnahmen zur Performance-Steigerung und um den Ausbau für alle gehen.“ Weiters bezeichnet Zakostelsky die Forderung, dass die Abfertigung NEU künftig jederzeit entnommen bzw. übertragen werden kann, als „Fantasie“, die die Abfertigung NEU mittelfristig ruinieren würde. Der Vorsorgegedanke würde auf der Strecke bleiben. Er meint: „Die Regierung wäre gut beraten, stattdessen das über viele Monate entwickelte und von Experten ausgearbeitete Sozialpartnerpapier, an dessen Spitze der Generalpensionskassenvertrag steht, inklusive zahlreicher Maßnahmen zum Ausbau der betrieblichen Altersvorsorge und zur Steigerung der Performance im Interesse der Millionen Berechtigten in Österreich rasch in Angriff zu nehmen.“ Auch der Versicherungsverband fordert weitere Reformschritte und sieht in der angekündigten Reform gute Ansätze, weist aber darauf hin, dass wesentliche Punkte noch nicht berücksichtigt worden sind. So wäre für die Stärkung der privaten Vorsorge eine Reform der prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge nötig. Auch der seit 1975 nicht angepasste Freibetrag der Zukunftssicherung sollte mit einer Valorisierung Teil des Paktes sein. Weiters sieht der VVO die Notwendigkeit eines Level Playing Field zwischen Pensionskassen und be-
trieblicher Kollektivversicherung. „Die private Altersvorsorge sorgt für eine größere individuelle finanzielle Sicherheit im Alter und ist die ideale Ergänzung zur staatlichen Pension“, sagt Dr. Ralph Müller, Vizepräsident des österreichischen Versicherungsverbandes VVO. Neben der staatlichen Altersvorsorge müssen daher auch die betriebliche und private Altersvorsorge in einem integrierten Drei-Säulen-Pensionssystem einen ausgewogenen Platz finden. „Die Versicherungswirtschaft wird einen aktiven Beitrag leisten, das im Ministerrat angekündigte Paket im nächsten Jahr mitzugestalten“, betont Mag. Christian Eltner, Generalsekretär des VVO.
Universität Linz das Gütesiegel zur Weiterbildung von Versicherungsmaklern und Beratern in VersicheJohannes Kepler Universität rungsangelegenheiten sowie Versicherungsagenten verliehen. „Das ibw-Gütesiegel steht für geprüfte Qualität, Praxisnähe Das ibw hat dem Institut für Versicheund Transparenz in der Weiterbildung. rungswirtschaft an der Johannes Kepler
Dass unser Lehrangebot diese Auszeichnung erhält, unterstreicht den hohen Standard universitärer Weiterbildung und die enge Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft“, betont Mag. Othmar Nagl, Vorstandsvorsitzender des Instituts und Generaldirektor der Oberösterreichischen Versicherung.
Kritische Worte, trotz Freude über Reformgedanke Im Ministerrat vom 17.12.2025 wurde ein Maßnahmenpaket zur „Stärkung der zweiten Säule“ angekündigt. Konkret genannt wurden der Generalpensionskassenvertrag, der allen Beschäftigten den Zugang zur betrieblichen Vorsorge ermöglichen soll – nicht nur dort, wo der Arbeitgeber bisher freiwillig etwas anbietet. Geplant ist auch eine kostenfreie Übertragung von Guthaben aus der Abfertigung Neu in eine Pensionskasse. Eine Entnahme bei Pensionsantritt soll geprüft werden. Der Fachverband der Pensionsund Vorsorgekassen zeigt sich erfreut über die geplanten Änderungen, sieht diesen Punkt aber eher kritisch: „Das würde aus einem erfolgreichen, kollektiven Rentensystem ergänzend zur staatlichen Pension ein beliebiges Ansparprodukt machen. Das kann nicht im Sinne der Bevölkerung sein, dass man die Pensionskassen-Zusatzpension mit so einer nicht durchdachten Maßnahme
Mag. Christian Eltner
Gütesiegel
11 • News • risControl 01/2026
Andreas Zakostelsky
Dr. Ralph Müller
Expansion GGW Versicherungsmakler GmbH Die Anfang 2025 gegründete GGW Versicherungsmakler GmbH setzt ihren Wachstumskurs fort und erweitert ihr österreichweites Netzwerk um vier etablierte Versicherungsmaklerbetriebe in Niederösterreich, Salzburg, Oberösterreich und Kärnten. Dabei handelt es sich um die w4makler Pani GmbH in Waidhofen an der Thaya (Niederösterreich), die Arno Winter GmbH in Salzburg (Salzburg), die Vorwibe Vorsorge- & Wirtschaftsberatung GmbH in St. Agatha (Oberöster-
Vorstandsteam Bausparkasse Wüstenrot AG Der Aufsichtsrat der Bausparkasse Wüstenrot AG hat die Weichen für die nächste Phase gestellt und ein neues Vorstandsteam bestellt: Mag. Gregor Hofstätter-Pobst wird CEO, Mag. Christian Gosch übernimmt die Rolle CIO/COO, und Fabian Stenzel wird CSO sowie Leiter des gesamten Vertriebs der Wüstenrot Gruppe. Der neue Vorstand startet am 1. Juni 2026. Hintergrund ist der anstehende Generationswechsel: Dr. Susanne Riess-
Mag. Christian Gosch
reich) sowie die INNOVOTREND Felsberger GmbH in Klagenfurt (Kärnten). Alle übernommenen Gesellschaften werden vollständig in die GGW Versicherungsmakler GmbH eingegliedert. Die bestehenden Standorte bleiben erhalten und fungieren weiterhin als regionale Anlaufstellen für Kunden. Mario Mukenschnabel, CEO der GGW Versicherungsmakler GmbH, erklärt: „Mit diesen etablierten Versicherungsmaklergesellschaften holen wir uns ein starkes und über viele Jahre eingespieltes Team in unser Unternehmen. Diese Übernahmen sind ein bedeutender strategischer Meilenstein und eine perfekte Verstärkung auf unserem Wachstumskurs.“
Hahn (nach 23 Jahren als CEO und Generaldirektorin) sowie Wolfgang Hanzl treten mit 31. Mai 2026 in den Ruhestand, nachdem beide ihre Verträge nicht verlängern. Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Stephan Koren unterstreicht, dass mit Gosch und Stenzel zwei sehr erfahrene Persönlichkeiten gewonnen wurden, die gemeinsam mit HofstätterPobst beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Weiterentwicklung mitbringen. Hofstätter-Pobst, seit 2022 CFO bei Wüstenrot, bedankt sich für das Vertrauen und möchte den eingeschlagenen Weg mit starkem Kundenfokus fortsetzen. Gosch kommt von der UNIQA Insurance Group und will Technologie und Operations noch stärker so zusammenspielen lassen, dass Kunden mehr Einfachheit, Tempo und Qualität spüren. Stenzel, zuletzt bei der Erste Bank für Digital Sales & Remote verantwortlich, freut sich darauf, gemeinsam mit dem Vertriebsteam neue Wege zu gehen und die Marke Wüstenrot weiter auszubauen. Zum Abschluss bedankt sich der Aufsichts-
12 • News • risControl 01/2026
Mario Muckenschnabel
Die GGW Versicherungsmakler GmbH verfolgt das Ziel, eine moderne, leistungsstarke österreichweite Versicherungsmaklerstruktur aufzubauen, die regionale Nähe mit überregionaler Expertise verbindet.
Mag. Gregor Hofstätter-Pobst
rat ausdrücklich bei Riess-Hahn und Hanzl für ihr langjähriges, erfolgreiches Engagement und ihren Beitrag zur Zukunftsorientierung von Wüstenrot.
Fabian Stenzel
Charakterprüfung Neujahr Es ist schon interessant, dass Versprechungen, die man an sich selbst richtet, meist schamloser gebrochen werden als Wahlversprechen von Politikern. Ein Beispiel dafür sind Neujahrsvorsätze, die kaum ausgesprochen weniger glaubhaft wirken als es einst der Hitler-StalinPakt war. Dementsprechend kurz ist ihre Halbwertszeit, die mit der Kunst der Ausrede kaum einen Krümel an schlechtem Gewissen hinterlässt. von Mag. Christian Sec Meine liebste Ausrede kam von einem guten Freund, der am Dreiheiligenkönigstag zu seinen Neujahrsvorsätzen meinte: „Der Weg war das Ziel – und der war kurz.“ Was mich wiederum sofort an die Errungenschaften der KI erinnerte, mit der wir ja den Weg gänzlich überspringen. Aber wo bleiben wir dann auf der Strecke? Es ist also zumindest fragwürdig, Politiker für ihre gebrochenen Versprechen an den Pranger zu stellen, wenn wir es nicht einmal schaffen, unsere Neujahrsvorsätze, die ja so etwas wie Versprechungen an uns selbst sind, zu halten. So wäre es doch ein vorzüglicher Vorsatz, wenigstens jene Eigenschaften, die wir an anderen verabscheuen, bei uns selbst zu unterlassen. Man gehe dazu wie folgt vor: Man suche sich eine Person aus, die man partout nicht ausstehen kann, und analysiere sorgfältig, was genau sie so unerträglich macht. Mit etwas Glück und ausreichender Selbstreflexion wird man bald erkennen, dass man selbst ein erstaunlich ähnlicher Charakter ist – ausgestattet mit genau jenen Eigenschaften, die man so leidenschaftlich kritisiert. Am Ende stellt man fest, dass man über Menschen lästert, die über Menschen lästern. Ein geschlossener Kreislauf, fast schon bewundernswert in seiner Konsequenz. Das Lästern zu lassen, würde wohl Verwirrung auslösen, in seinem eigenen Umfeld, ob im Unternehmen, in der Verwandtschaft oder in seinen Social-Media-Neigungsgruppen. Aber weniger Freunde zu haben, hat auch den Vorteil, vorurteilsfreier und
ungezwungener durchs Leben zu ziehen. Dasselbe wie fürs Lästern gilt für den Glauben, immer Recht zu haben, eine Eigenschaft, die weiter verbreitet ist als Wasserstoff im Meer, und die man trotzdem immer nur beim anderen missbilligt. Wie wäre es also, in eine Diskussion zu gehen, mit dem Wunsch, vom anderen zu lernen? Natürlich würde man mit solch einer Einstellung in seiner Bubble an Reputation verlieren, aber was ist schon Status gegen die neugewonnene Offenheit für Neues. Ich weiß schon, solch ein Experiment, in dem man in den üblen Eigenschaften des anderen sich selbst erkennt, kann zu unangenehmen Nebenerscheinungen wie vorübergehendem Selbstekel führen. Wer sich diesem NeujahrsExperiment (noch) nicht gewachsen fühlt, der kann es mit der etwas harmloseren Variante probieren. Man überlegt sich eine Person, die man bewundert. Und dann sollte man darüber nachdenken, warum man diese Person bewundert. Man wird dabei feststellen, dass es sich meistens um Eigenschaften han-
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delt, die man leicht in seinen Alltag integrieren kann. Es ist doch theoretisch ganz einfach, freundlich zu sein, oder mit Hintergedanken, oder? Und es sollte doch kein Problem sein, sich selbst nicht zu betrügen. Das bedeutet auch, seine Neujahrsvorsätze nicht zu brechen. Das ist aber leider nur in der Theorie einfach. Denn dies erfordert wahrhaftige Aufrichtigkeit eben ohne Hintergedanken. Das Brechen von Neujahrsvorsätzen wird nämlich üblicherweise nicht sanktioniert und man trägt bei Nichteinhaltung auch keine gesellschaftlichen Schäden davon. Es gibt kein Aufbegehren, keine Demonstration, keine Konsequenzen dafür, wenn man sie bricht, sondern nur eine lakonische Mitteilung des Großhirns ans Kleinhirn „die äußeren Umstände standen dem Vorhaben entgegen.“ Wer also Aufrichtigkeit ohne Hintergedanken verlangt, sollte sich nach dem Grundsatz richten: Traue keinem, der seine Neujahrsvorsätze bricht, denn er würde nicht zögern, Versprechen zu brechen, falls es ihm zu keinem Vorteil gereicht.
Compliance-Ausblick: Das bringt 2026 Prosit Neujahr! Nach den Silvester-Feierlichkeiten starten wir ins Compliance-Jahr 2026. Eines ist bereits kurz nach dem Jahreswechsel sicher: Einfacher und weniger bürokratisch wird das Einhalten sämtlicher gesetzlicher Pflichten auch heuer nicht. Ein kurzer (unvollständiger) Ausblick. von Andreas Dolezal Anlageberatung Mit Hochspannung warten alle Finanzdienstleister auf die Veröffentlichung der finalen Retail Investment Strategy RIS, die für das 1. Quartal angekündigt ist. Wie „einfach“ wird künftig der Eignungstest? Unter welchen Voraussetzungen dürfen noch Provisionen angenommen werden? Das sind nur zwei zentrale Aspekte, die direkten Einfluss auf den Beratungsalltag von Finanzberatern haben werden.
veröffentlichte Sanktionengesetz 2024 gilt seit Jahresbeginn erstmals für Wertpapierfirmen. Sie und ihre angeschlossenen Berater müssen sich neuerdings auch mit der Nichtumsetzung und Umgehung völkerrechtlich verpflichtenden Sanktionsmaßnahmen von UN und EU beschäftigen. Bis zur Jahresmitte muss die neue EU-Anti-money-launderingAuthority AMLA bekanntgeben, wie sie sich die Umsetzung der kommenden Geldwäsche-Bestimmungen (ab 10. Juli 2027) vorstellt.
Geldwäsche-Prävention
Datenschutz & IT-Sicherheit
Im Februar wird uns die FATF mitteilen, ob sie Österreich auf die Graue Liste setzt – und damit auf eine Stufe wie den Kongo und Syrien stellt. Die Aufregung wäre groß, die Folgen gesamtwirtschaftlich spürbar. Das im Februar 2025
Spannend wird sein, ob der amtierende US-Präsident tatsächlich sämtliche Dekrete seines Vorgängers rückgängig macht – und damit auch das ohnehin auf wackeligen Beinen stehende EUUS-Datenschutz-Abkommen. US-IT-
Ob sich die Politik auf die überarbeitete EU-Offenlegungsverordnung SFDR einigen kann, bleibt abzuwarten. Wenn ja, wird es künftig unter anderem neue Kategorien nachhaltiger Finanzprodukte geben, die eine Änderung der Abfrage der Nachhaltigkeitspräferenzen nach sich zieht (und hoffentlich seitens des Gesetzgebers nicht verschlafen wird, es wäre nicht das erste Mal, dass grüne Regularien in der falschen Reihenfolge kommen und Finanzdienstleister in die Bredouille bringen).
setzung von Finanzsanktionen im österreichischen Finanzsektor. Die FMA wurde damit zur zentralen Behörde für die Einhaltung von Finanzsanktionen. „Österreich ist exponiert – als kleine, offene Volkswirtschaft, wegen der geografischen Lage und seiner Rolle als Tor zu Zentral- und Osteuropa“, erklärte FMA-Vorständin Mariana Kühnel. „Wir können uns in Sachen Integrität des Finanzplatzes keine Blöße erlauben.“ „Finanzielle Integrität ist eine Grundlage für wirtschaftliche Freiheit und Wohlstand“, so FMA-Vorstand Helmut Ettl. „Ein sau-
berer Finanzplatz ist eine Infrastruktur des Vertrauens, die Bürger, Unternehmen und den Staat vor Missbrauch schützt.“ Seit dem Jahreswechsel sind alle Finanzmarktteilnehmer – Banken, Zahlungsinstitute, Kryptowerte-Dienstleister und Versicherungsunternehmen – vom Anwendungsbereich des Sanktionengesetzes umfasst und fallen in die Aufsichtszuständigkeit der FMA. Sie haben Strategien, Kontrollen und Verfahren zur Minderung des Risikos der Nichteinhaltung und Umgehung von Sanktionen einzurichten; Meldungen betreffend Sanktionen sind nun direkt
Bündelung der Aufsichtskompetenzen FMA
Mit 1. Jänner 2026 übernahm die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) von der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) die Zuständigkeit für die Überwachung und Durch-
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Dienstleister wie Microsoft, Google, AWS & Co. wären dann offiziell (und rein theoretisch) wieder ein absolutes No-Go. Aber DORA kennst sicher eine Lösung für dieses Problem (*sarkusmus off*).
Nachhaltigkeit
an die FMA zu richten. „Dieser integrierte Ansatz macht die FMA zu einem ‚One-Stop-Shop‘ für die Bekämpfung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und die Durchsetzung von Finanzsanktionen“, so Ettl. Finanzsanktionen wurden vollständig in das bestehende Aufsichtsinstrumentarium der FMA integriert
Mariana Kühnel
Erweiterter Produktschutz OCC Assekuranzkontor GmbH Der Spezialanbieter OCC Assekuranzkontor GmbH passt sein Versicherungsangebot an und bietet ab sofort auch für Premium Cars denselben umfangreichen Schutz, der bisher ausschließlich Oldtimern, Youngtimern und Newtimern vorbehalten war. Damit reagiert OCC Österreich auf die steigende Nachfrage nach maßgeschneiderten Versicherungslösungen für hochwertige Liebhaberfahrzeuge und exklusive Automobile. Zu den zentralen Neuerungen gehört, dass Premium Cars künftig denselben Versicherungsschutz wie klassische Fahrzeuge erhalten. Das ist insbesondere für Sammler mit gemischten Fahrzeugbeständen ein Vorteil. Darüber hinaus können Premium Cars nun auf Grundlage von Wertgutachten abgesichert werden – besonders relevant, wenn die Wertentwicklung den Neu-
– von Marktzugangsverfahren und Fit-&-Proper-Tests über Vor-Ort-Prüfungen und Analysen bis hin zu Maßnahmenverfahren und Verwaltungsstrafen. Dafür wurden bestehende Systeme und Prozesse angepasst und weiterentwickelt, um eine effiziente und praxisnahe Umsetzung sicherzustellen. Zusätzlich wurden Freigabeverfahren für eingefrorene Vermögenswerte (derzeit rund 2,5 Mrd. Euro in Österreich) sowie entsprechende Strafverfahren übernommen. Durch die Kombination von AML/CFT- und Sanktionsprüfungen erwartet die FMA Synergien, weniger Doppelmeldungen/-prüfungen und eine umfassendere Risikosicht, etwa bei Konzernstrukturen und grenzüberschreitenden Transak-
preis übersteigt. In diesen Fällen greift auch die Vorsorgeversicherung für steigende Fahrzeugwerte. Reparaturen können bis zur vereinbarten Versicherungssumme durchgeführt werden, ohne dass ein Restwertabzug vorgenommen wird. Bei Klassikern mit Hybridtechnik sind zudem nun auch die Batterien mitversichert. Die Deckungen wurden insgesamt deutlich erweitert: Mut- bzw. böswillige Handlungen sind nun auch bei Premium Cars in den Teilkasko-Leistungen enthalten. Kurzschluss-Folgeschäden sind bis 10.000 Euro abgesichert. Zusätzlich sind Be- und Entladeschäden beim Sichern des Fahrzeugs bei Eigentransporten sowie eine GAP-Versicherung bei Leasingfahrzeugen eingeschlossen. Beim Wiederauffinden des Fahrzeugs ist die Option für den Fahrzeugrückkauf durch den Versicherungsnehmer nun ebenfalls für Premium Cars geregelt. Für mehr Alltagssicherheit ist außerdem der Verlust von Fahrzeugschlüsseln ab sofort mitversichert. Der Rahmen für die eigenständige Fahrzeugbewertung wurde auf 100.000
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Helmut Ettl
tionen. Für die Unternehmen bedeutet dies eine zentrale Anlaufstelle mit klareren Zuständigkeiten und abgestimmten Prüfzyklen. Für 2026 plant die FMA rund 30 kombinierte Vor-Ort-Prüfungen sowie 20 Vor-Ort-Einsichtnahmen in den Bereichen AML/CFT und Finanzsanktionen.
Bernhard Eder
Euro angehoben – unabhängig davon, ob es sich um Oldtimer, Youngtimer, Newtimer oder Premium Cars handelt. Damit sind Oldtimer, Youngtimer, Newtimer und Premium Cars jetzt in einem einheitlichen Produkt bestmöglich vereint. „Mit der Erweiterung und Optimierung unserer Produktbausteine tragen wir dem Umstand Rechnung, dass Sammler heute oft unterschiedliche Fahrzeugtypen besitzen. Durch die Harmonisierung der Leistungen für Premium Cars schaffen wir Klarheit und Einfachheit in der Absicherung“, betont Bernhard Eder, Geschäftsführer von OCC Österreich.
Österreich vs. Österarm Eine Analyse des Vermögens der Österreicher, der Vermögensverteilung und -aufteilung sowie des Spar- und Anlageverhaltens auf Basis der Daten der Österreichischen Nationalbank zeigt eine anhaltend große Kluft zwischen „arm“ und „reich“. von Michael Kordovsky Österreich gilt im internationalen Vergleich als wohlhabendes Land. Doch hinter der aggregierten Wohlstandsoptik verbirgt sich eine brisante Vermögensstruktur: Immobilienbesitz prägt den Vermögensaufbau stärker als Wertpapierkultur, und Vermögen ist deutlich ungleicher verteilt als Einkommen.
Nettovermögen: Median solide, Durchschnitt stark verzerrt Der wohl beste Einstieg in das Thema ist der Unterschied zwischen Median und Durchschnitt beim Nettovermögen der Haushalte, definiert als Summe der realen und finanziellen Vermögenswerte abzüglich der Schulden. In der aktuellen Ausgabe des Household Finance and Consumption Survey (HFCS) für Österreich (Quelle: OeNB) zeigt sich 2023 ein Median-Nettovermögen von rund 125.000 Euro, verglichen mit 128.000 Euro im Jahr 2021, während der Durchschnitt bei etwa 336.000 Euro liegt (2021: 293.000 Euro). Der Abstand ist kein Statistikdetail, sondern der Kern der Vermögensfrage: Sehr hohe Vermögen ziehen den Durchschnitt nach oben, während der Median näher an der Lebensrealität der Mitte liegt. Noch konkreter wird der Blick über die Perzentile. Die obersten zehn Prozent beginnen laut HFCS 2023 bei einem Nettovermögen von über 795.000 Euro (2021: noch 700.000 Euro), die obersten fünf Prozent liegen über 1,2 Millionen Euro (2021 noch 1,1 Millionen). Während das Nettovermögen in den oberen Bereichen gegenüber dem Jahr 2021 spürbar zulegte, stagnierte der Wert in der unteren Hälfte. Im 85. und
95. Perzentil lagen die durchschnittlichen Zuwächse 2023 bei rund 100.000 bzw. 150.000 Euro. Die Reichen werden reicher, während ärmere Schichten teilweise sogar reale Vermögensverluste hinnehmen müssen, und dies bei wesentlich geringerem Finanzspielraum. Das untere Viertel der Haushalte besitzt weniger als 20.000 Euro und die unteren 40 Prozent weniger als 50.000 Euro. Die unterschiedliche Wertzuwachsgeschwindigkeit ist ein Muster, das man in Inflationsphasen häufig beobachtet: Wer Vermögen in Immobilien, Unternehmen oder Aktien besitzt, partizipiert eher an Preissteigerungen und Bewertungsgewinnen.
Konzentration: Wenigen gehört der große Teil Der HFCS liefert nicht nur Schwellenwerte, sondern auch Konzentrationskennzahlen. In Österreich halten die obersten Gruppen einen überproportionalen Anteil am Nettovermögen, während die untere Hälfte nur einen sehr kleinen Anteil besitzt. Die relative Ungleichheit beim Nettovermögen ist in den Jahren 2010 bis 2023 bemerkenswert stabil geblieben. Der Gini-Koeffizient schwankt konstant um 0,7, und Perzentilverhältnisse wie P75/P25 zeigen nur geringfügige Schwankungen. Auch die Vermögensanteile der obersten Einkommensschichten zeigen eine starke Persistenz: Die obersten zehn Prozent der Haushalte halten weiterhin etwas mehr als 50 Prozent (2023 exakt 51,4 %) des gesamten Nettovermögens, während die unteren 50 Prozent etwa vier Prozent halten. Mit anderen Worten: Die Gesamtstruktur der Vermögensverteilung in Österreich hat sich
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in den letzten zehn Jahren nicht wesentlich verändert. Doch die absoluten Unterschiede haben sich vergrößert. In den Portfoliodaten wird sichtbar, warum sich Vermögensabstände auch dann vergrößern können, wenn die relative Ungleichheit stabil wirkt: Absolut steigen die Vermögenszuwächse in Euro vor allem dort, wo Immobilien und Wertpapiere es ermöglichen. Für die europäische Einordnung ist außerdem die neue Statistikfamilie der EZB zur Vermögensverteilung relevant. Österreich wird dort mit einem MedianNettovermögen in der Größenordnung von rund 148.700 Euro eingeschätzt, zuletzt aktualisiert Ende November 2025. Unterschiede zu Umfragedaten sind methodisch erklärbar, ändern aber den Befund nicht: Die Mitte ist deutlich weniger vermögend als es Durchschnittswerte suggerieren. Dennoch hat sich deren Nettovermögen in den vergangenen zehn Jahren um 5,06 Prozent p.a. vermehrt.
Immobilien als Vermögensmotor und als Vermögensschranke Österreichs Vermögensstruktur ist stark immobiliengetrieben. In den oberen Vermögensgruppen dominieren typischerweise selbstgenutztes Wohneigentum, weitere Immobilien und Unternehmensanteile. 48,2 Prozent der Haushalte besitzen ihren Hauptwohnsitz zumindest teilweise. Bei den Eigentümerhaushalten liegt der Medianwert des Hauptwohnsitzes bei rund 318.000 Euro (2023), während der Mittelwert bei 437.000 Euro liegt. Dem stehen Schulden gegenüber, die laut HFCS überwiegend mit Immobilien verbun-
den sind. Der Medianwert der Schulden für den Hauptwohnsitz beträgt 68.600 Euro, während der Durchschnittswert bei 103.600 Euro liegt. Die Preissteigerungen der Jahre 2010 bis 2023 führten zu einem massiven Vermögenszuwachs. Laut dem von der OeNB veröffentlichten Wohnimmobilienpreisindex stieg der Wert gebrauchter Wohnungen in Wien von 2010 bis 2023 um sechs Prozent p.a. Beispiel: Eine gebrauchte Wohnung in Wien, die 2023 rund 5.000 Euro pro Quadratmeter kostete, war 2010 für 2.347 Euro pro Quadratmeter erhältlich. Eine 100-Quadratmeter-Wohnung kostete damals 234.700 Euro. Nehmen wir an, jemand deckte die Nebenkosten beim Kauf ab und brachte noch zusätzlich 70.400 Euro Eigenmittel ein. 164.000 Euro fielen auf einen variabel verzinsten Kredit (anfänglich 2,1 % Nominalzins p.a.) mit 30 Jahren Laufzeit und einer Anfangsrate von 614,41 Euro pro Monat. Nach 13 Jahren stehen einem Wohnungswert von 500.000 Euro nur noch Restschulden von 105.330 Euro gegenüber. Nehmen wir an, das Ehepaar, das die Wohnung erwarb, hat sich 70.000 Euro ersparen können und verfügt noch über ein Auto mit 25.000 Euro Listenpreis und über 10.000 Euro in Goldmünzen, dann liegt das Nettovermögen dieses Haushalts bereits bei 499.670 Euro und somit im oberen Viertel. Das war der Weg, der 0815-Durchschnittsbürgern im Laufe der Jahre sogenannten „Wohlstand“ bescherte. Unternehmer inklusive Bauern verfügen 2023 mit dem eigenen Unternehmen über Werte von durchschnittlich 710.500 Euro (Medianwert: 196.800 Euro). Dies betrifft aber nur 5,2 Pro-
zent der Haushalte.
Finanzvermögen: viel Geld, aber konservativ verteilt Die Haushalte in Österreich verfügen insgesamt über sehr große Finanzvermögensbestände. Laut „Facts on Austria and its Banks“ der Österreichischen Nationalbank lagen die finanziellen Vermögenswerte des Haushaltssektors Ende 2023 bei rund 830 Milliarden Euro, was in Relation zum Bruttoinlandsprodukt mit 175 Prozent eine sehr hohe Quote darstellt. Die entscheidende Frage ist jedoch nicht nur die Summe, sondern die Zusammensetzung: Ein großer Teil liegt traditionell in Einlagen, Sparprodukten und konservativen Instrumenten. In einer Phase, in der Zinsen wieder eine Rolle spielen, stabilisierte das kurzfristig das Sicherheitsgefühl. Für den langfristigen Vermögensaufbau bleibt es aber eine Schwachstelle, weil reale Vermögensbildung historisch eher über Produktivkapital und Immobilien erfolgt als über Sparbücher. Der HFCS bildet ab, wie stark Portfolios nach Vermögensklassen differieren. Während in höheren Gruppen häufiger Aktien, Fonds, Unternehmensanteile und zusätzliche Immobilien vorkommen, ist in den unteren Gruppen Vermögen häufiger in Form von Bankguthaben vorhanden, also in Instrumenten mit geringer langfristiger Realrendite. 99,7 Prozent verfügen über Sichteinlagen und 84,1 Prozent über Sparkonten, auf denen im Schnitt 30.300 und im Median 15.200 Euro liegen. Lebensversicherungen haben 30,4 Prozent der Haushalte (durchschnittli-
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ches Volumen: 18.400 Euro). Noch 11,6 Prozent sind in Investmentfonds investiert, wobei hier ein Durchschnitt von 46.700 einem Medianwert von nur 20.600 Euro gegenübersteht. Noch krasser ist diese Diskrepanz beim Aktienbesitz (nur 6,4 % der Haushalte) mit einem Medianwert von nur 16.700 Euro und einem Durchschnittswert von 47.000 Euro. Ähnlich ist auch die Diskrepanz bei Bonds, über die aber nur 3,2 Prozent der Haushalte verfügen. Überraschend hingegen ist die relativ starke Präferenz für Kryptowährungen. Die OeNB hat 2023 erstmals detaillierte Evidenz zu Kryptowerten ausgewertet: 3,9 Prozent der Haushalte hielten Kryptoassets, der Medianbestand lag bei rund 3.000 Euro. Typisch sind dabei eher jüngere, urbane und gut gebildete Haushalte. Das ist für die Vermögensverteilung aktuell noch nicht systemrelevant, aber es zeigt: Die Anlagekultur diversifiziert sich langsam, allerdings in kleinen Segmenten.
Sparquote 2024: ungewöhnlich hoch, aber nicht nur Wohlstandszeichen Ein aktueller, gut belegbarer Befund erhöhter Vorsicht oder Verunsicherung ist die kräftig gestiegene Sparquote. Statistik Austria weist für 2024 eine Sparquote von 11,7 Prozent des verfügbaren Einkommens aus, deutlich höher als 2023 mit 8,7 Prozent und klar über dem Durchschnitt der Vor-CoronaJahre 2010 bis 2019 mit 8 Prozent p.a. Auch OeNB-Unterlagen zeigen, dass die Sparquote in Österreich zuletzt stärker stieg als im Euroraum. Hohe Sparquoten können zweierlei bedeuten: einerseits Vorsicht und Wiederaufbau realer Kaufkraft nach dem Inflationsschock, andererseits eine gewisse Konsumzurückhaltung, die oft aus Unsicherheit entsteht. Für die Vermögensverteilung ist das relevant, weil Sparfähigkeit selbst ungleich verteilt ist. Die obere Einkommenshälfte kann in der Regel erheblich sparen, während Haushalte im unteren Bereich häufig nahe an der Konsumgrenze leben.
Einkommensverteilung: weniger ungleich als Vermögen
Einkommen ist die Zuflussgröße, Vermögen die Bestandsgröße. In Österreich ist Einkommen deutlich gleichmäßiger verteilt als Vermögen, nicht zuletzt aufgrund von Transfers und Abgaben. Analysen des Budgetdienstes (Quelle: Parlament Österreich) zeigen die Umverteilungswirkung von Abgaben und Transfers und damit den Abstand zwischen Markteinkommen und verfügbarem Einkommen. Der Gini-Koeffizient für die verfügbaren Einkommen war im Jahr 2024 mit 0,26 um 47 Prozent geringer als jener für die Markteinkommen vor Abgaben und Transfers. Laut Budgetdienst war das Gesamteinkommen des obersten Einkommensfünftels vor Umverteilung neunmal so hoch wie jenes des untersten Fünftels, nach Umverteilung ist es nur noch knapp viermal so hoch. Für die Diskussion „Arm vs. Reich“ ist das wichtig: Die starke Vermögensungleichheit entsteht nicht nur über Unterschiede im aktuellen Einkommen,
Stabiles Wachstum Oberösterreichische Versicherung
Die Oberösterreichische Versicherung hat ihre vorläufigen Geschäftszahlen des Jahres 2025 veröffentlicht. Im Kerngeschäft Schaden/Unfall steigen die Prämien voraussichtlich um 6,5 Prozent, in der Lebensversicherung um 0,8 Prozent. Besonders stark entwickelt sich das Kfz-Geschäft mit einem Zuwachs von 8,8 Prozent bei Haftpflicht und Kasko. Insgesamt dürften die verrechneten Prämien inklusive Nebenleistungen rund 590 Millionen Euro erreichen, ein Plus von 4,4 Prozent gegenüber 2024. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit wird auf etwa 42 Millionen Euro geschätzt, die Schadenquote liegt bei 58,9 Prozent, die Combined Ratio bei 93,9 Prozent. „Wir hängen natürlich von der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung ab. Wir sind aber eine nachgelagerte
sondern über Lebensverläufe, Erbschaften, Eigentumsquoten, Kapitalmarktbeteiligung und die Fähigkeit, Risiken zu tragen. Ein wesentlicher Faktor sind dabei Erbschaften, die der HFCS wie folgt quantifiziert: Von 2010 bis 2023 stieg der Anteil an Haushalten, die eine Erbschaft oder Schenkung erhalten haben, von 35 auf 41 Prozent an. Der bedingte durchschnittliche Transfer, bereinigt um Wertsteigerungen, (3 % p.a.) erreicht im Jahr 2023 rund 315.000 Euro, fast das Vierfache des Medians, was die Konzentration des geerbten Vermögens verdeutlicht. Landwirte weisen sowohl die höchste Beteiligung (84,2 % der Haushalte) als auch die höchsten Transferwerte (bereinigt um Wertsteigerungen im Schnitt: 1,82 Millionen Euro vs. rund 1,1 Millionen Euro im Medianwert) auf, während Arbeiter und arbeitslose Haushalte weitaus seltener Erbschaften erhalten und diese in wesentlich geringerer Höhe ausfallen. Nur 30,3 Prozent der arbeitslosen Haushalte erben und dann im bereinig-
ten Schnitt nur 110.500 Euro (Median nur 21.500 Euro).
Branche, uns treffen also Konjunktur und die Arbeitsmarktsituation etwas zeitverzögert. Wir sind bislang von diesen Entwicklungen zum Glück noch weniger betroffen“, zieht Generaldirektor Othmar Nagl eine erste Bilanz. Vorstandsdirektorin Kathrin Kühtreiber-Leitner betont, dass das Wachstum über den Marktprognosen liege und in allen Vertriebswegen erreicht wurde. Regional stiegen die Prämien in der Steiermark um 12,4 Prozent, in Salzburg um 11,7 Prozent und in Regensburg um acht Prozent. Die niedrige Schadenquote ist auf das Aus-
bleiben flächendeckender Extremwetterereignisse zurückzuführen, auch wenn einige Großschäden im Bereich Feuer, insbesondere in der Landwirtschaft, auftraten. Ein außergewöhnliches Ereignis war ein Tornado am 16. Juli 2025 in Taufkirchen an der Pram, der etwa 30 Häuser beschädigte. Vorstandsdirektor Robert Wasner erklärte, dass ein derartiges Ereignis in der Region völlig neu sei. Er hob zudem hervor, dass die schnelle und persönliche Begleitung durch Vertriebs- und Schadenmitarbeiter in solchen Situationen entscheidend für die Qualität der Schadenregulierung sei.
Arm vs. Reich: Was bedeutet Armut im Vermögenskontext Vermögensarmut ist nicht identisch mit Einkommensarmut. Ein Haushalt kann ein akzeptables laufendes Einkommen haben, aber kaum Rücklagen, wodurch Schocks sofort durchschlagen. Umgekehrt kann Vermögen aus Erbschaft oder Immobilienbesitz Stabilität geben, auch wenn das laufende Einkommen nicht außergewöhnlich ist. Für das Verständnis Österreichs sind drei Punkte zentral: Erstens ist der Zugang zu Wohneigentum ein entscheidender Hebel für Vermögensbildung. Zweitens ist die Kapitalmarktbeteiligung in der Breite niedriger als in klassischen Aktienkulturen. Drittens wirken Erbschaften und intergenerationelle Transfers als Verstärker, weil sie Eintrittsbarrieren in Eigentum und Anlageportfolios senken.
VD Robert Wasner, GD Othmar Nagl und VD Kathrin Kühtreiber-Leitner
18 • Finanzen - Markt • risControl 01/2026
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Präsenz Präsenz
18.03.2026
Unsere Regionalleiter*innen und Expert*innen freuen sich auf einen intensiven Austausch mit Ihnen.
Erfolg durch Authentizität Wachstum ist bei der VAV Versicherung kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis erlebter Authentizität: In nur sieben Jahren konnte das Prämienvolumen von 88 auf knapp 200 Millionen Euro mehr als verdoppelt werden. Im risControlInterview sprechen Sven Rabe (Vorstandsvorsitzender) und Christian Sipöcz (Vorstandsmitglied) über den strategischen Shift zum Gewerbeversicherer, die Rolle von KI und warum Handschlagqualität gerade in Zeiten der Automatisierung das wichtigste Kapital bleibt. Wenn Sie die VAV in einem Satz auf 2030 vorspulen: Woran erkennt man dann klar Ihre Handschrift? Rabe: Ich hoffe ehrlich gesagt, dass wir gar nicht auf 2030 vorspulen müssen. Ich bin überzeugt, diese Handschrift kann man seit 2018 gut erkennen: Die VAV ist Partner des ungebundenen Vertriebs und bietet einen Mehrwert aus Produkt und Service. Relevanz entsteht nicht nur über Produkt und Preis, sondern darüber, dass die VAV als Gesamtpaket wahrgenommen wird – Service gehört zum Produkt. Wir wollen uns nicht über den Preis definieren, sondern über Produkt, Services, Vertrieb – und über die Menschen, die all dies alles tagtäglich sicherstellen. Wenn man im Jahr 2030 zurückblickt, soll man das noch stärker spüren: mehr Relevanz, mehr Marktbreite und vor allem zufriedene Vertriebspartner. Im Kern geht’s weiter mit dem, was die letzten Jahre begonnen hat – wir bleiben unserem Serviceversprechen treu, verbreitern aber das Produktsegment in der Außenwahrnehmung.
ist also kein kompletter Neustart – sie ist der Im Kern geht’s weiter nächste Evolutionsmit dem, was die letzten schritt. Wir kommen Jahre begonnen hat – sehr stark aus dem Bereich KFZ und haben bewir bleiben unserem reits in der letzten StraServiceversprechen treu, tegieperiode erfolgreich verbreitern aber das den Weg in Richtung marktrelevanter SachverProduktsegment in der sicherer eingeschlagen. Außenwahrnehmung. Nun ist die VAV bereit für den nächsten Schritt. Wir wollen im Bereich Bau- und Bauhaftpflicht, weiter wachsen und insStandard-Gewerbeprodukte ausbauen besondere auch deutlicher als Gewerbeversicherer am Markt wahrge– nicht nur über innovative Bausteine, nommen werden. Wir werden unsere sondern genauso über Prozesse.
Die aktuelle Strategiephase neigt sich dem Ende zu. Steht nun ein kompletter Kurswechsel an? Rabe: Geplant wird in FünfJahres-Zeiträumen, die Strategie wird regelmäßig überarbeitet. Die Strategie 2026-2030
20 • Interview • risControl 01/2026
21 • Interview • risControl 01/2026
scheidend ist ertragsorientiertes Handeln. Und: Es gibt keinen überbordenden Wachstumsdruck seitens unseres Eigentümers. Das erleichtert die Balance aus Ertrag und Wachstum. In sieben Jahren hat sich die VAV mehr als verdoppelt. Wenn die Reise so weitergeht, kann das in gut 10 Jahren eine Verdreifachung sein. Wo soll die VAV 2030 am Markt stehen: fokussierter Spezialist – oder breiter Maklerversicherer?
Authentisch bleiben – das ist der Punkt. Die VAV steht mittlerweile für Handschlagqualität.
Welche Rolle spielen dabei Innovationen wie die Bestleistungsgarantie im Gewerbebereich? Sipöcz: Die Bestleistungsgarantie soll künftig auch in Gewerbe zur Anwendung kommen – weil sie am Markt gut angenommen wird. Und bei den Standard-Gewerbeprodukten geht es darum, prozessual auf eine Schiene zu kommen, die in der Sachversicherung schon da ist – teils mit dunkel verarbeiteten Prozessen, auch im Schaden. Intern verändert das einiges: Standardprodukte werden zukünftig zentraler verarbeitet werden, damit im Firmengeschäft mehr Kapazität Richtung Markt entsteht. Dazu gehört auch: mehr Präsenz bei Maklern um die Produkte stärker nach außen zu tragen. Sie betonen immer wieder die Verlässlichkeit. Wie wichtig ist dieser „menschliche“ Faktor in Ihrer Strategie?
Sipöcz: Extrem wichtig. Authentisch bleiben – das ist der Punkt. Die VAV steht mittlerweile für Handschlagqualität: Wenn wir raus zu den Vertriebspartnern fahren und verschiedene Themen besprechen, werden diese eingehalten und rasch umgesetzt. Wir sagen aber genauso klar, wenn etwas nicht möglich ist. Für Vertriebspartner ist das essenziell – damit sie wissen, woran sie sind. Das, gepaart mit Erreichbarkeit und kurzen Entscheidungswegen, ist im Grunde der Erfolg der VAV. Und genau das wird sich auch in den nächsten Jahren konsequent fortsetzen. Welche harten Zielgrößen setzen Sie sich für dieses Wachstum?
Sipöcz: Beides. In Teilbereichen fokussierter Spezialist – etwa in der Bauhaftpflicht, mit über 100 Jahren Erfahrung als VHV Gruppe. Da steckt Know-how in der Zeichnung von Bauprojekten und entsprechende Underwriting-Kapazität drin. Gleichzeitig soll das Gewerbegeschäft deutlich breiter werden – als echter Marktplayer. Dafür braucht es Deckungsbausteine, die es so am Markt vielleicht noch nicht gibt, damit unsere Vertriebspartner Verkaufs-Argumente an der Hand haben. Am Schluss liegen ja oft finale drei Angebote am Tisch: Wenn eines davon die VAV ist und durch innovative Deckungs-Bausteine überzeugt, ist das ein starkes Argument. Der Shift ist machbar – Kfz zu Sach-Privat hat ja bereits in der letzten Strategie-Periode sehr gut funktioniert. Das Jahr 2024 war durch das Hochwasser im September geprägt. Welche Lehren ziehen Sie daraus für Pricing und Risikoselektion?
Sipöcz: 2025 war bisher ruhig, was Rabe: Die VAV kommt aus der NiNaturgefahren angeht. 2024 – Hochsche – Differenzierung auf der einen Seite, Diversifizierung auf der anderen. Kfz bleibt wesentlicher Umsatz- und Ergebnistreiber. Wachstum ist aber nicht Gleichzeitig sollen private Sachsparten sowie Baualles – entscheidend haftpflicht und Gewerbe ist ertragsorientiertes marktüberdurchschnittHandeln. lich wachsen. Wachstum ist aber nicht alles – ent-
22 • Interview • risControl 01/2026
wasser in Niederösterreich – war dagegen ein massives Beispiel: Eigenheime, Gewerbebetriebe und Kfz waren gleichermaßen von Schäden betroffen. Dazu kommen Inflation und steigende Reparaturkosten, befeuert durch LieferkettenEngpässe. All das muss in den Tarifen abgebildet werden. Die Frequenz, in der Tarife in den Markt gehen, hat sich dadurch deutlich verkürzt. Früher hat man in den Sachprodukten alle drei bis fünf Jahre angepasst – das geht heute nicht mehr. Wichtig ist, ständig am Puls der Zeit zu sein. Instrumente wie Selbstbehalte helfen, dieser Entwicklung entgegenzuarbeiten. In der KFZ-Kasko bereits gang und gäbe, müssen sich diese im Eigenheim- und Gewerbebereich aber erst stärker in den Köpfen verankern – auch da sind Vertriebspartner gefragt, bedarfsgerecht zu beraten. Wie wird KI diesen Weg begleiten? Ist sie bereits im Alltag angekommen? Rabe: KI ist ein Gamechanger. In der Antragsautomatisierung gibt es seit Jahren Fortschritte, weil dort strukturierte Daten vorliegen. Im Schaden sehen wir ebenfalls großes Potential – gerade bei klaren Fällen wie Hagel- oder Glasschäden in der KFZ-Kasko, wo heute schon vieles dunkel verarbeitet wird. Neu ist vor allem: Unstrukturierte Daten aus E-Mails können durch KI klassifiziert werden, Daten aus Text oder Anhängen extrahiert werden. –
Was will der Absender, welcher Prozess steckt dahinter? Diese Informationen können dann in bestehende Dunkelverarbeitungsprozesse übergeben werden. Das hat einen enorm positiven Einfluss: schneller, fehlerfreier, unkomplizierter. Was ist für Sie das „Hero-Vorhaben“ der neuen Strategie?
Rabe: Ganz klar: die Mitarbeiter – das ist unser Kapital. Keine zehn Hierarchie-Ebenen, keine unsichtbaren Menschen. Wir kennen einander im Haus. Und wir wünschen uns, dass jeder VAV Mitarbeiter und jede VAV Mitarbeiterin – egal ob neu oder lang dabei – Verantwortung trägt und Dinge in die Hand nimmt. Das ist ein Vorteil gegenüber größeren Häusern. Ein professionelles Ein professionelles Arbeitsumfeld gepaart mit Arbeitsumfeld geeinem familiären Umgang paart mit einem famiuntereinander – für uns die liären Umgang untereinander – für uns die Grundlage dafür, dass sich Grundlage dafür, dass jeder und jede im eigenen sich jeder und jede im Bereich entfalten kann. eigenen Bereich entfalten kann.
23 • Interview • risControl 01/2026
Früher hat man in den Sachprodukten alle drei bis fünf Jahre angepasst – das geht heute nicht mehr. Wichtig ist, ständig am Puls der Zeit zu sein.
Sipöcz: Man merkt in der VAV, dass alle an einem Strang ziehen. Diese Aufbruchsstimmung wollen wir auch authentisch nach außen tragen. Aus- und Weiterbildung ist dabei ein zentraler Baustein: Wir bieten beispielsweise eine Basisschulung Versicherung für alle neuen Mitarbeiter, die über keine Versicherungs-Vorerfahrung verfügen. - Unabhängig davon, in welchem Bereich diese dann in der VAV tätig sind – das schafft Identifikation. Aktuell ist die Bewerbungslage gut, Stellen lassen sich gut besetzen. Die Versicherungswirtschaft rückt in generell schwierigen wirtschaftlichen Zeiten als krisensicherer Arbeitgeber wieder deutlich stärker ins Bewusstsein. Vielen Dank für das Gespräch.
2026: Ein Prosit auf die Budgetkonsolidierung Der Jahreswechsel bringt selten nur neue Kalender. 2026 startet in Österreich mit einem Mix aus fiskalischer Disziplin und spürbar höheren Anforderungen an Prozesse und Dokumentation im Finanz- und Versicherungsvertrieb. Wer gehofft hatte, das neue Jahr brächte eine Verschnaufpause, hat die Rechnung ohne das fiskalische Kleingedruckte des Budgetbegleitgesetzes gemacht. Von gestrichenen Boni und „kalten“ Korrekturen
„Befristungsverlängerung“ überprüft werden.
Die Maßnahmen sind für viele Haushalte unmittelbar spürbar: Der Klimabonus wurde gestrichen, der Zugang zur Korridorpension ist nun deutlich enger gefasst und bei den Familienleistungen hat man die Inflationsanpassung für zwei Jahre schlicht ausgesetzt. Man könnte es als „konsolidierte Bescheidenheit“ bezeichnen. Besonders subtil agiert der Staat bei der kalten Progression. Die Logik, die Tarifstufen und Absetzbeträge nur zu zwei Dritteln an die Inflation anzupassen, setzt sich fort. Das verbleibende Drittel wird nicht als Entlastung ausgeschüttet, sondern fließt direkt in die Budgetsanierung. Bei einer neuen Steuerfreigrenze von 13.539 Euro jährlich wird deutlich: Die steuerliche Entlastung ist eher ein rechnerischer Kompromiss als ein spürbarer Kaufkraftgewinn.
Die Branche im Meinungscheck
Beständigkeit für die „oberen Zehntausend“ Für vermögendere Zielgruppen bietet das Konsolidierungspaket eine fast schon verlässliche Konstante: Der Spitzensteuersatz von 55 Prozent für Einkommensteile über einer Million Euro bleibt uns bis Ende 2029 erhalten. Was einst als befristetes Krisenopfer eingeführt wurde, entwickelt sich zur dauerhaften Planungsgrundlage. Für Berater bedeutet das: Strategien rund um Entnahmen, Bonusgestaltungen und Stiftungsüberlegungen müssen nicht nur neu gedacht, sondern angesichts dieser
dringend
Zwischen dem Druck zur Prozessoptimierung und Kunden, deren verfügbares Einkommen durch die fiskalischen Stellschrauben unter Druck gerät, stellt sich die Frage: Wie reagiert die Versicherungswirtschaft auf dieses Umfeld? Wo entstehen neue Beratungsnotwendigkeiten und wo stößt die Vermittlung an Grenzen? Die Antworten unserer großen Strategieumfrage innerhalb der Versicherungsbranche und Fachverbände zeigen ein bemerkenswert homogenes Bild: Wenn der Wind von außen rauer weht, muss der Maschinenraum umso reibungsloser laufen. Die Parole für 2026 lautet „Entlastung durch Effizienz“. Nahezu alle Marktteilnehmer – von der R+V über die Generali bis hin zur HDI – setzen massiv auf Künstliche Intelligenz und digitale Dunkelverarbeitung. Das Ziel ist weniger Selbstzweck als vielmehr Überlebensstrategie: KI soll den Vermittlern den Rücken freihalten, damit diese dort sein können, wo sie 2026 am dringendsten gebraucht werden – beim Kunden.
Zwischen Generationenwechsel und Vorsorgelücke Ein zweiter roter Faden der Umfrage ist die demografische Realität.
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Während die Wiener Städtische mit „#frausorgtvor“ gezielt die weibliche Pensionslücke adressiert, rückt bei der Helvetia die kaufkräftige Generation 50+ in den Fokus. Doch nicht nur die Kunden werden älter, auch der Vertrieb selbst steht vor einem Umbruch. Dass Modelle zum Generationenwechsel – wie etwa bei g&o brokernet – nun ganz oben auf der Agenda stehen, zeigt, dass die Sicherung von Beständen und Know-how zur strategischen Schicksalsfrage wird.
Fazit: Nähe bleibt die härteste Währung Trotz aller Automatisierungsträume von der Wüstenrot bis zur ERGO und der Optimierung von Schnittstellen bei Zurich oder ROLAND Rechtsschutz: Die persönliche Komponente bleibt unantastbar. Der Tenor ist klar: Technik steuert die Prozesse, aber der Mensch steuert die Beziehung. In einem Jahr, in dem der Staat den Gürtel enger schnallt und die Rechtssicherheit (trotz oder wegen der Sparte Rechtsschutz) gefühlt komplexer wird, ist verlässliche Partnerschaft kein Marketing-Slogan mehr, sondern die Bedingung für den gemeinsamen Erfolg.
R+V Allgemeine Versicherung AG, Niederlassung Österreich Dr. Martin Beste, Geschäftsführer R+V Allgemeine Versicherung AG, Niederlassung Österreich: „2026 wird ein Jahr, in dem sich unser Markt weiter
stark verändert – durch anspruchsvolle wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Digitalisierung und steigende Kundenerwartungen. Unsere strategische Ausrichtung für 2026 lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Wir wollen Ihre Arbeit einfacher, sicherer und wirtschaftlich erfolgreicher machen. Dazu investieren wir in praxisnahe Services und digitale Lösungen, die Ihnen den Rücken freihalten, ohne die persönliche Betreuung zu ersetzen. Entscheidungen sollen transparent, Ansprechpartner gut erreichbar und Zusagen verlässlich sein.
Dr. Martin Beste, Geschäftsführer R+V Allgemeine Versicherung AG, Niederlassung Österreich
Genauso wichtig ist uns der fachliche Austausch: Wir hören zu, holen aktiv Ihr Feedback ein und entwickeln Produkte, Services und Schulungsangebote gezielt entlang Ihrer Bedürfnisse. Wenn Sie erfolgreich sind, sind wir es auch – an dieser partnerschaftlichen Haltung werden wir uns 2026 messen lassen.“
g&o brokernet GmbH Ing. Mag. Herbert Orasche, Geschäftsführer g&o brokernet GmbH: „Zahlreiche etablierte Makler- und Agenturbetriebe suchen in den kommenden Jahren nach tragfähigen Nachfolgelösungen. Gleichzeitig brennt in der jungen Generation der Wunsch nach unternehmerischer Freiheit – doch der Schritt in die Selbstständigkeit oder das Eigentum scheitert oft an hohen Hürden. Hier setzt unsere Strategie 2026 an. Mit der „österreichischen Lösung“ ermöglichen wir einen Generationenwechsel, der Identität stiftet. Wir verkaufen nicht an anonyme
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Investoren, sondern stärken eine Gemeinschaft, die Unabhängigkeit und regionale Verwurzelung in den Mittelpunkt stellt. Davon profitieren Makler und Versicherungsagenten gleichermaßen: Bestehende Strukturen werden sicher übergeben, während wertvolles Know-how und tiefe Kundenbindungen im Land bleiben. Ein zentraler Fokus liegt auf der nächsten Generation. Wir wissen, dass Eigenkapital oft ein Hindernis ist. Deshalb bieten wir maßgeschneiderte Beteiligungs- und Finanzierungsmodelle
Ing. Mag. Herbert Orasche, Geschäftsführer g&o brokernet GmbH
über bis zu zehn Jahre an. Für junge Talente bedeutet das: Man startet nicht nur als Geschäftsführer, sondern wird schrittweise zum Gesellschafter und echten Eigentümer. Wir begleiten vom Talent zum Entrepreneur – mit der Sicherheit eines starken Netzwerks im Rücken. Planungssicherheit und Kontinuität für den Übergeber und eine realistische Perspektive auf Unternehmertum für den Nachfolger – das ist das gemeinsame Ziel. Gleichzeitig stärkt g&o brokernet – als erfolgreiche, österreichische Maklergruppierung – die Marktposition jedes einzelnen Kooperationspartners und sichert die Zukunftsfähigkeit des österreichischen Versicherungsmarktes – über Generationen hinweg.“
ROLAND Rechtsschutz Versicherungs AG Österreich Mag. Martin Moshammer, Niederlassungsleiter ROLAND Rechtsschutz Versicherungs AG Österreich: „Im Jahr 2026 werden wir die Reise des verstärkten Engagements von ROLAND Rechtsschutz in Österreich weiter fortsetzen. Infolgedessen werden wir uns einem noch stärkeren Bestandswachstum verschreiben und mit einer stärkeren Marktpräsenz überzeugen. So führen wir zu Beginn des Jahres eine Produktneuheit im Bereich Retail ein und werden zumindest zwei Produkte vollständig überarbeiten. Bei letzterem fokussieren wir uns vor allem auf Deckungserweiterungen. Ergänzend werden wir weitere Produkte für die Vermittler in unserem Maklerportal „NOA
Mag. Martin Moshammer, Niederlassungsleiter ROLAND Rechtsschutz Versicherungs AG Österreich
International“ hinterlegen und in zusätzliche Schulungen für unsere Kunden investieren. Damit möchten wir die allgemeine Zusammenarbeit für Vermittler verbessern und ein höheres Serviceerlebnis schaffen, was sich u.a. in folgenden Bereichen widerspiegeln wird: Schadenabwicklung, StichtagmeldebögenProzess, Angebotslegung oder auch den IT-Schnittstellen zu Vermittlern. Durch schlagkräftige Produktoptimierungen und die Service-Orientierung möchten wir ROLAND Rechtsschutz als zuverlässigen und vertrauenswürdigen Spezialversicherer in Österreich positionieren. So möchten wir als Partner für ungebundene Vermittler in der Sparte Rechtsschutz überzeugen. Unser Anspruch ist es, das Vertriebspotenzial für die Vermittler zu verdeutlichen, das wir im Rechtsschutzbereich sehen. Mit einem kompetenten Partner an der Seite ist auch die – angeblich so komplexe - Sparte Rechtsschutz keine Hürde mehr.“
Wiener Städtische Versicherung AG Sonja Brandtmayer, GeneraldirektorinStellvertreterin bei Wiener Städtische Versicherung AG: „Unsere Qualitätspartner sind das Fundament unseres Erfolgs - dieses Fundament wollen wir im kommenden Jahr weiter stärken, neue Vertriebspartner gewinnen und bestehende Kooperationen gezielt ausbauen. Gerade in den Wachstumsbereichen Altersund Gesundheitsvorsorge sehen wir auch 2026 große Potenziale, die wir gemeinsam mit unseren Partnern nutzen möchten. Die Nachfrage nach Pensions- und Gesundheitsvorsorge steigt deutlich – getrieben von demografischen Entwicklungen und sinkendem Vertrauen in staatliche Systeme. Gerade für Frauen ist private Vorsorge essenziell: Die durchschnittliche Frauen-Pension liegt um rund ein Drittel unter jener der Männer - das Risiko, in Österreich in die Altersarmut abzurutschen, ist demnach für Frauen etwa dreimal größer als für Män-
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Sonja Brandtmayer, Generaldirektorin-Stellvertreterin Wiener Städtische Versicherung AG
ner. Deshalb setzen wir unsere erfolgreiche #frausorgtvor-Kampagne im kommenden Jahr fort. Im Schaden-Unfall-Bereich ist der Wettbewerb nach wie vor sehr intensiv und die Entwicklung orientiert sich stark an der gesamtwirtschaftlichen Lage. Zugleich fordern Krisen, Wettbewerb und Klimawandel die Versicherungsbranche - wir setzen auf Vorsorge und Nachhaltigkeit, eine breite Produktpalette und eine starke regionale Verwurzelung. Unser zentraler Fokus bleibt aber die Kundenzentrierung – mit umfassender Bedarfsanalyse und maßgeschneiderten Lösungen. Mit Innovationskraft, Nachhaltigkeit und regionaler Stärke bauen wir unsere Relevanz weiter aus. Künstliche Intelligenz unterstützt uns dabei sinnvoll, indem sie Wissen, Daten und Prozesse intelligent im Hintergrund steuert – und damit effiziente Services ermöglicht. Dennoch bleibt der Mensch für uns der wichtigste Faktor in Beratung, Kommunikation und Zusammenarbeit.“
Generali Versicherung AG Österreich Gregor Pilgram, CEO der Generali Versicherung AG Österreich: „Mit „Lifetime Partner 27: Driving Excellence“ hat die Generali ihren Kurs für die kommenden Jahre festgelegt. Wir setzen auf Exzellenz in allen Unternehmensbereichen und stellen unsere Kunden und ihre individuellen Bedürfnisse in den Mittelpunkt. Als Prime-Versicherung sind wir
Gregor Pilgram, CEO Generali Versicherung AG Österreich
in jeder Lebenssituation eine verlässliche Partnerin für unsere rund 1,7 Millionen Kunden – mit Top-Qualität und einem herausragenden Preis-LeistungsVerhältnis. Unser Ziel ist profitables Wachstum über alle Sparten hinweg. Dafür setzen wir auf einen vielfältigen Vertriebswegemix. Das Fundament ist unser österreichweiter flächendeckender Exklusiv-Vertrieb und die Unabhängigen Vertriebe als starke Partner. Veränderte Kundenerwartungen sowie rasante technologische Entwicklungen prägen den Markt. Unsere Antwort darauf ist eine herausragende Customer Experience mit einer Kombination aus persönlicher und digitaler Beratung, erstklassigem Service und dem Einsatz modernster Technologien. KIund Data-Tools ermöglichen der Generali, die Kundenerfahrung zu verbessern und gleichzeitig die Produktivität zu steigern. So stellen wir sicher, dass wir auch künftig über dem Markt performen. Neben diesen Schwerpunkten konzentriert sich die Generali 2026 ebenfalls auf Familien und junge Kunden, etwa durch moderne Vorsorgelösungen. Wir bleiben weiterhin eine lebenslange Partnerin für alle Stakeholder – im HIER & JETZT unter den Flügeln des Löwen.“
DONAU Versicherung AG Vienna Insurance Group Dr. Judit Havasi, Vorstandsvorsitzende und Generaldirektorin bei DONAU Versicherung AG Vienna Insurance
Group: „Unsere Strategie gibt uns auch 2026 klare Orientierung. In einem Umfeld, das von wirtschaftlicher Unsicherheit, Klimarisiken und gesellschaftlichem Wandel geprägt ist, gestalten wir Sicherheit aktiv – für unsere Kunden, Vertriebspartner und für das Team DONAU. Kundenorientierung ist dabei kein Anspruch, sondern gelebte Haltung. Wir schaffen einfache, digitale und verlässliche Lösungen entlang der gesamten Kundenreise – vom ersten Kontakt bis zur Leistung. Unsere Prozesse werden konsequent weiter standardisiert und automatisiert. Das macht uns schneller, effizienter und sorgt für ein spürbar besseres Erlebnis für Kunden. Vorsorge bleibt ein zentrales Thema unserer Beratung. Der demografische Wandel und veränderte Rahmenbedingungen machen frühe und individuelle Absicherung wichtiger denn je. Wir begleiten unsere Kunden vorausschauend und verantwortungsvoll – mit Kompetenz, Nähe und Klarheit. Die zunehmende Intensität von Naturereignissen bestärkt uns, Nachhaltigkeit konsequent zu leben. Wir handeln verantwortungsvoll in der Veranlagung, entwickeln unsere Immobilien klimafit weiter und leisten unseren Beitrag für eine zukunftsfähige Entwicklung. Grundlage unseres Erfolgs sind die Menschen im Team DONAU. Mit klarer Führung, gelebter Wertschätzung und einer starken Performancekultur setzen wir unsere Strategie konsequent um. So bleiben wir eine verlässliche Partnerin – einfach, schnell und konsequent.“
Dr. Judit Havasi, Vorstandsvorsitzende und Generaldirektorin DONAU Versicherung AG Vienna Insurance Group
zu sichern. KI ist dabei ein wichtiger Game Changer: Sie bietet viele Möglichkeiten, beispielsweise eine Effizienzsteigerung im Inputmanagement und in der Schadenbearbeitung sowie durch die Unterstützung bei der Prüfung großer Dokumentenmengen im Industriebereich. Wir führen KI schrittweise ein, schulen Teams und designen Prozesse von Beginn an automatisierungsfähig. Vertrieblich bauen wir auf die 2024 gestartete Verzahnung von Privat- und Firmengeschäft durch unsere neue Vertriebsstruktur und fokussieren als Maklerversicherer den ungebundenen Vertrieb. Im Markt erwarten wir eine starke Kombination aus digitalen Lösungen und persönlicher Beratung; Nachfolge und Konsolidierung prägen die Landschaft,
HDI Versicherung AG Ing. Thomas Lackner, CEO HDI Versicherung AG: „HDI Versicherung AG setzt den Transformationskurs konsequent fort und vertieft die Digitalisierung, um die Ausrichtung der nächsten fünf bis zehn Jahre
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Ing. Thomas Lackner, CEO HDI Versicherung AG
Vielfalt bleibt dabei von zentraler Bedeutung. Im Underwriting setzen wir auf selektive, individuelle Risikobewertung: präzise Tools wie z.B. die Hochwasser Standortanalyse unterstützen dabei. Im Retailbereich steht die richtige Einschätzung von Kumulrisiken im Fokus. In puncto Nachhaltigkeit streben wir bis 2030 CO₂ Neutralität an – mit E Mobilität, Photovoltaik, effizienten Prozessen und einer am Green Deal orientierten Kapitalanlage. Strategisch starten wir 2026 mit einer neuen Werbelinie, die die Weiterentwicklung von HDI sichtbar macht, die Positionierung klar schärft und die Marke im österreichischen Markt weiter stärkt.“
Wüstenrot Gruppe Tobias Kohl, MSc, MBA, CCO Wüstenrot Gruppe: „Wüstenrot baut das Versicherungsangebot und den hybriden Vertrieb weiter aus. Nachdem bei Wüstenrot das Jahr 2025 vor allem im Zeichen des 100-Jahre-Jubiläums stand, wartet 2026 schon der nächste Grund zur Freude. Denn dann feiert die Wüstenrot Versicherungs-AG ihr 50-jähriges Bestehen. Diesem Fokus folgend wird das Produktportfolio im Versicherungssegment entscheidend erweitert. Für die erfolgreiche Mobilitätsversicherung ist 2026 eine Neustrukturierung und Angebotserweiterung vorgesehen, in deren Rahmen die Antragsstrecke weitgehend automatisiert wird. Auch die Eigenheim- und Haushaltsversicherung erfährt einen Relaunch – mit pass-
Tobias Kohl, MSc, MBA, CCO Wüstenrot Gruppe
genauen Deckungsvarianten für verschiedene Zielgruppen. Dafür wird auch die Antragsstrecke neu aufgestellt und durch sinnvolle Automatisierungen optimiert. Zudem liegt ein starker Fokus auf ergänzenden AssistanceLeistungen. Darüber hinaus ist für Ende 2026 eine Neuauflage der Risikolebensversicherung geplant. Hier wird eine All-in-Lösung mit neuen attraktiven Zusatzbausteinen präsentiert. Die weitere strategische Ausrichtung sieht einen konsequenten Ausbau der digitalen Schnittstellen und automatisierten Prozesse vor. So soll eine nahtlose, effiziente und verlässliche Zusammenarbeit mit Maklern und Partnern gewährleistet werden. Damit treibt Wüstenrot den hybriden Vertrieb aus schnellen digitalen Prozessen und echter persönlicher Beratung als Verkaufsmodell weiter entscheidend voran.“
Continentale Assekuranz Service GmbH Mag. Josef Seyr, Geschäftsführer der Continentale Assekuranz Service GmbH: „Das Jahr 2026 ist für die Continentale Assekuranz Service GmbH (CAS) ein besonderes: Seit 30 Jahren ist der Continentale Versicherungsverbund mit seinen beiden Lebensversicherern Continentale und EUROPA in Österreich erfolgreich aktiv. 1996 startete die Continentale hier als Wegbereiter für die Berufsunfähigkeitsvorsorge. In diesem Bereich ist sie einer der Markt- und Innovationsführer. Die EUROPA gehört mit ihren günstigen und zugleich leistungsstarken Tarifen zu den wichtigsten Anbietern von Risikolebensversicherungen. Eines unserer zentralen Anliegen ist es, dass wir auch künftig zu den Vor- bzw. Spitzenreitern in puncto Arbeitskraft- und Todesfallabsicherung zählen. Nach wie vor sehen wir einen hohen Bedarf an qualitativ hochwertigen Absicherungen gegen biometrische Risiken. Allerdings haben sich die Anforderungen verändert. Die Kunden wünschen sich heute flexible,
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Mag. Josef Seyr, Geschäftsführer Continentale Assekuranz Service GmbH
transparente und zugleich einfach zugängliche Lösungen. Um eine hohe Beratungskompetenz unserer Vertriebspartner zu gewährleisten, investieren wir auch in unsere Informationsangebote und Prozesse. Unser Ziel bleibt, erstklassigen, bezahlbaren Schutz mit einfacher, schneller Abwicklung zu verbinden. Wichtig ist dabei auch, dass die digitalen Angebote am Point of Sale einsetzbar sind. Daher setzen wir hier weiterhin auf eine enge Zusammenarbeit mit dem unabhängigen Vertrieb, um gemeinsam praxistaugliche, zukunftsorientierte Lösungen zu entwickeln. So freuen wir uns auf ein inspirierendes und wieder erfolgreiches Jahr mit unseren Partnern. Unser Team ist im Wiener Büro sowie in den Regionen wie gewohnt persönlich für die Vermittler da.“
ERGO Versicherung AG Dr. Philipp Wassenberg, Vorstandsvorsitzender ERGO Versicherung AG: „Innerhalb eines herausfordernden wirtschaftlichen und politischen Umfelds setzen wir auch 2026 auf Stabilität und Verlässlichkeit für unsere Vertriebspartner und Kunden. Wir bleiben unserer strategischen Ausrichtung treu, unsere starke Position in der Lebensversicherung weiter auszubauen und in der Schaden-/Unfallversicherung klar über dem Markt zu wachsen. Insbesondere mit unserer neuen Haushalt- und Eigenheimversicherung „WohnlichER GO!“ stärken
Dr. Philipp Wassenberg, Vorstandsvorsitzender ERGO Versicherung AG
wir gezielt das Wachstum im Schaden-/Unfallbereich. Das Produkt bietet mit drei flexiblen Modulvarianten und attraktiven Zusatzbausteinen, die gezielt bestimmte individuelle Risiken abdecken, innovative Lösungen. Besonders hervorzuheben ist der umfassende Katastrophenschutz für erweiterte Naturgefahren, der optimalen Schutz bei zunehmenden Wetterextremen bietet. Die Rechtsschutzversicherung bildet weiterhin eine wichtige Säule unserer Strategie. Aufbauend auf unserer langjährigen Expertise und den bewährten Produkten unter der Produktmarke „D.A.S. Rechtsschutz“ sorgen wir auch 2026 dafür, dass unsere Kunden jederzeit zu ihrem Recht kommen. In der Krankenversicherung erwarten
Mag. Thomas Neusiedler, CEO Helvetia Versicherungen AG Österreich
wir mit der einfachen und digitalen Abschlussmöglichkeit unserer Zahnzusatzversicherungen ohne aufwändige Hauptversicherung weiteres Wachstum deutlich über dem Markt. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor der ERGO ist der konsequente Ausbau digitaler Komponenten – sowohl bei innovativen Produkten als auch in kundenorientierten Prozessen. Dieser Ausbau wird durch die verantwortungsvolle Nutzung von künstlicher Intelligenz weiter gestärkt und bleibt ein zentrales Element unserer Strategie. Im Vertrieb bauen wir Maklervertrieb und Außendienst weiter aus und unterstützen unsere Bankpartner bestmöglich bei individuellen Versicherungslösungen für ihre Kunden.“
Helvetia Versicherungen AG Österreich Mag. Thomas Neusiedler, CEO der Helvetia Versicherungen AG Österreich: „Mit der Fusion zur Helvetia Baloise Gruppe beginnt ein neues Kapitel als größter Allbranchenversicherer der Schweiz. Für den österreichischen Markt ergeben sich keine strukturellen Veränderungen, jedoch eine klare strategische Perspektive: Die gebündelte Stärke wird sich in den kommenden Jahren in Qualität, Geschwindigkeit und Stabilität widerspiegeln – bei gleichzeitiger Wahrung regionaler Nähe und Eigenständigkeit. Unser strategischer Fokus liegt auf Kundensegmenten, in denen langfristige Beziehungen entscheidend sind. Dazu zählen insbesondere Firmenkunden sowie die Generation 50+. Firmenkunden erwarten verlässliche Lösungen und partnerschaftliche Begleitung in einem zunehmend komplexen Umfeld. Die Generation 50+ sucht Sicherheit und Vorsorgekonzepte, die unterschiedliche Lebensphasen berücksichtigen. Entsprechend entwickeln wir unser Produktsortiment gezielt weiter und
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investieren in Service- und Beratungskompetenz. Gleichzeitig bauen wir unsere Position als Marktführer in der Lebensversicherung aus – mit innovativen Lösungen, hoher Beratungstiefe und einem klaren Fokus auf Sicherheit und langfristige Vorsorge. Mit der Aufnahme von HR und IT in den Vorstand ab 1.1.2026 unterstreichen wir die Bedeutung von Menschen, Kultur und Technologie für unsere zukünftige Leistungsfähigkeit. Stabile IT-Strukturen, digitale Kompetenz und moderne Arbeitsbedingungen sind zentrale Voraussetzungen für Effizienz, Innovationskraft und Kundennähe. Zentraler Erfolgsfaktor bleibt unser Helvetia Partner Cercle. Regionale Verankerung und persönliche Präsenz sichern Nähe, Vertrauen und Kontinuität – und bleiben ein wesentlicher Bestandteil unseres Geschäftsmodells.“
Zurich VersicherungsAktiengesellschaft Österreich Sandro Pichorner, Leiter Maklervertrieb bei Zurich Versicherungs-Aktiengesellschaft Österreich: „2026 stellt Zurich den partnerschaftlichen Austausch mit Maklern noch stärker in den Mittelpunkt. Die neue regionale Struktur hat gezeigt, wie wertvoll persönliche Nähe ist – und genau darauf baut die Vertriebsstrategie im kommenden Jahr auf. Klare Ansprechpartner in West, Mitte und Ost schaffen kurze Wege, offene Gespräche und eine Betreuung, die sich spürbar an den Bedürfnissen der Partner orientiert.
Sandro Pichorner, Leiter Maklervertrieb Zurich Versicherungs-Aktiengesellschaft Österreich
Stefan Jauk, Generaldirektor Niederösterreichische Versicherung AG
Inhaltlich richtet sich der Fokus 2026 verstärkt auf jene Themen, die Kunden im Alltag wirklich bewegen: maßgeschneiderte Lösungen für Privatkunden, verlässliche Unterstützung für KMU und eine Vorsorgeberatung, die Orientierung gibt – gerade in herausfordernden Zeiten. Zurich möchte Maklerpartner dabei noch aktiver begleiten, komplexe Themen verständlich zu erklären und Chancen am Markt frühzeitig zu nutzen. Ein weiterer wichtiger Baustein wird der umfassende Ausbau der Schnittstellen für unsere Privatprodukte sein, so schaffen wir einen Mehrwert für unsere Maklerpartner in der einfachen Bearbeitung ihres täglichen Geschäfts. Aber auch Ergänzungen des seit Jahren am Markt bekannten Maklernetzes stehen auf der Agenda. Bereits etablierte Strukturen, wie die getrennten Bereiche Kunden- und Vermittlerservice, werden gezielt ausgebaut und weiter professionalisiert. 2026 steht damit für ein gemeinsames Ziel: Nähe stärken, Lösungen vereinfachen und die Zusammenarbeit so gestalten, dass alle Beteiligten davon profitieren – persönlich, partnerschaftlich und mit Blick nach vorne.“
Niederösterreichische Versicherung AG Stefan Jauk, Generaldirektor der Niederösterreichischen Versicherung AG: „Die Niederösterreichische Versicherung startet 2026 mit einem neu formierten Vorstandsteam und klaren Prioritäten: Wir wollen den Versiche-
rungsvertrieb konsequent weiterentwickeln und gleichzeitig unsere größte Stärke bewahren – die persönliche Nähe und das Vertrauen in unsere Vertriebspartner. Für uns bedeutet das: Wir unterstützen unsere Vertriebspartner mit modernen Tools und Services, welche die Offerterstellung und –beantragung vereinfachen und die Zusammenarbeit effizienter machen. Gleichzeitig bleibt die persönliche Erreichbarkeit des Maklerservices ein unverzichtbarer Bestandteil unseres Geschäftsmodells – denn Vertrauen entsteht im direkten Kontakt. Im Exklusivvertrieb wollen wir die gewachsenen Beziehungen weiter vertiefen und neue Kundengruppen erschließen. Im Maklervertrieb setzen wir auf intensives Beziehungsmanagement und attraktive Produktlösungen, um gemeinsam erfolgreich zu sein. Digitale Lösungen werden dabei eine zentrale Rolle spielen – nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung, um Prozesse zu beschleunigen und den Service zu verbessern. Als Marktführer im Bereich Schaden/Unfall in Niederösterreich wollen wir diese Position weiter ausbauen und unseren Vertriebspartnern die besten Voraussetzungen für nachhaltigen Erfolg bieten. Unser Anspruch für 2026: Die NV als starken, verlässlichen Partner für den Versicherungsvertrieb weiterentwickeln – mit Nähe, Kompetenz und Innovationskraft.“
Dr. Peter Humer, Vorstand Kunde & Markt Österreich UNIQA Insurance Group AG
brauchen. Dabei setzen wir auf flexible, innovative Lösungen, mit denen wir Bedürfnissen schnell begegnen können. Wir gestalten aktiv die digitale Transformation und erweitern unser Produktportfolio, um noch relevanter für die Lebensrealitäten unserer Kunden zu bleiben. Auch im Corporate Business sorgen effiziente Prozesse und kurze Entscheidungswege für eine optimale Betreuung durch unser Accountmanagement und Gewerbemanagement vor Ort in der Landesdirektion. Die enge Zusammenarbeit zwischen Vertriebspartnern, den Landesdirektionen und der Zentrale ist dabei der Schlüssel unserer Stärke – sie ermöglicht es uns, trotz eines anspruchsvollen Marktumfelds weiter zu wachsen. Gemeinsam setzen wir auch 2026 Maßstäbe – über klassische Versicherungsleistungen hinaus .“
UNIQA Insurance Group AG
Fachverband der Versicherungsmakler
Dr. Peter Humer, Vorstand Kunde & Markt Österreich bei UNIQA Insurance Group AG: „Unsere Vertriebsstrategie lautet auch 2026 ganz klar „regional und digital“. Wir setzen somit weiterhin auf die Kombination von regionaler Nähe und digitalen Innovationen, von der sowohl unsere Partner als auch unsere Kunden profitieren. Denn sie stehen dabei im Mittelpunkt: Unsere Omnikanal-Strategie in Retail vereint digitale Services mit persönlicher Beratung und sorgt dafür, dass wir immer genau dort sind, wo unsere Kunden uns
KommR. Christoph Berghammer, MAS, Fachverbandsobmann der Versicherungsmakler und Berater: „Wenn wir auf 2025 zurückblicken, zeigt sich vor allem eines: Wir Versicherungsmakler stehen als Berufsstand dann am stärksten da, wenn wir geschlossen auftreten. Das war im vergangenen Jahr spürbar – und wird 2026 nicht weniger wichtig sein. Im Mittelpunkt standen – und werden auch 2026 im Mittelpunkt stehen – europäische Regulierungsprojekte und das damit eng verbundene Thema der
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KommR. Christoph Berghammer, MAS, Fachverbandsobmann der Versicherungsmakler und Berater
Vergütung. Mit der Retail Investment Strategy rücken strengere Vorgaben zu Interessenkonflikten und Anreizen (Inducements) weiter nach vorne. Damit stellt sich für uns ganz praktisch die Frage, wie Wahlfreiheit und leistbare Beratung erhalten bleiben, ohne die wirtschaftliche Basis der Betriebe zu gefährden.
Eng damit verbunden ist die Diskussion rund um die Begriffe „unabhängig“ und „ungebunden“. Entscheidungen deutscher Gerichte zeigen, dass „Unabhängigkeit“ zunehmend eng ausgelegt wird und je nach Interpretation vergütungsrechtliche Folgen haben kann. Um Rechtsunsicherheiten zu vermeiden, wird es daher umso wichtiger, unser Selbstverständnis als „ungebunden“ klar zu schärfen. National sehen wir beim Bürokratieabbau eine wichtige Chance: Die Weichenstellung zur Erleichterung der elektronischen Kommunikation im Versicherungsvertragsrecht ist grundsätzlich zu begrüßen. Gleichzeitig setzen wir uns dafür ein, dass die Rolle der Versicherungsmakler im Dreiecksverhältnis Kunde – Makler – Versicherer rechtssicher und praxistauglich verankert wird, damit Digitalisierung zu echter Entlastung führt. Die Gespräche mit den Verantwortlichen im VVO sind gut gelaufen, und wir sind überzeugt, dass wir die offenen Punkte gemeinsam
rechtssicher gestalten können. Auch intern war 2025 ein Jahr der Weiterentwicklung und der Verantwortung: Der geordnete Übergang in der Rechtsservice- und Schlichtungsstelle sowie der Einsatz vieler Funktionäre sind nicht selbstverständlich – dafür danke ich ausdrücklich. Erfreulich ist zudem, dass aktuelle Auswertungen der KMU Forschung Austria unserem Berufsstand eine solide wirtschaftliche Basis attestieren. Das ist Rückenwind – aber kein Grund, bei den zentralen Zukunftsthemen nachzulassen. Für 2026 setzen wir daher Schwerpunkte auf ein klares Berufsbild, eine abgestimmte Interessenvertretung und verlässliche, praxistaugliche Rahmenbedingungen, damit die Beratung unserer Kunden weiterhin effizient und rechtssicher erfolgen kann.“
Bundesgremium der Versicherungsagenten KommR Horst Grandits, Obmann des Bundesgremiums der Versicherungsagenten: „2025 stand für Versicherungsagenten im Zeichen der Weiter-
Die Pferdeversicherung für Ihre Kundinnen und Kunden Kennen Sie schon das Versicherungsangebot der Österreichischen Hagelversicherung für Pferdehalter und -besitzer? Informieren Sie sich jetzt über die Pferdeversicherung von Österreichs größtem Tierversicherer – die Versicherung bei Operationen und Kolik-Behandlungen sowie Totgeburten und Tod/Nottötungen durch Unfälle (inklusive Transportunfälle) und Krankheit.
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entwicklung bestehender Grundlagen. Zentrale Dokumente der Mustersammlung, besonders entlang der Beratungsstrecke, wurden aktualisiert. Ziel war es, praxistaugliche, rechtssichere Vorlagen bereitzustellen, die den Arbeitsalltag erleichtern. Die Muster stehen über die WKO-Mustersammlung zur Verfügung und werden gut genutzt. Voraussichtlich ab dem 1. Juli 2026 tritt eine neue Befähigungsprüfungsordnung in Kraft. Statt reiner Wissensabfrage rückt die berufliche Handlungskompetenz in den Vordergrund. Praxisnahe Fallbeispiele zeigen, welche Anforderungen Agenten im Berufsalltag bewältigen müssen. Die Reform stärkt die Qualitätssicherung in der Ausbildung. VAlerie, das Gütesiegel für TopAgenten, zeichnet Agenten aus, die Unternehmertum, Kundenservice und Weiterbildung leben. Zertifiziert werden Agenten mit mindestens drei Jahren Gewerbeberechtigung, eigener Betriebsstätte, strukturierten Abläufen, Haftungssicherheit, Weiterbildung sowie professionellem Marketing- und Digitalauftritt. Innerhalb eines Jahres müssen mindestens 120 von 140 Credits erreicht werden. Die steigende Zahl der Anträge zeigt, dass die VAlerie als Qualitätsmerkmal und Vertrauensgarantie wahrgenommen wird. Ab 2026 plant das Bundesgremium eine Mitglieder-App, die Informationen, Dokumente, Weiterbildungsangebote und Kommunikationsmöglichkeiten bündeln soll. Außerdem beschäftigt sich das Bundesgremium mit der Ent-
KommR Horst Grandits, Obmann des Bundesgremiums der Versicherungsagenten
wicklung künstlicher Intelligenz, um den Verwaltungsaufwand für Agenturen zu reduzieren und Abläufe effizienter zu gestalten. Die Bundesregierung hat Anfang Dezember 2025 ihre Entbürokratisierungsstrategie vorgelegt. Das Maßnahmenpaket umfasst 114 Reformschritte, darunter die Verbesserung der elektronischen Kommunikation. Wir wünschen uns, dass diese zwischen Agenten, Versicherern und Kunden verbessert wird, um Bürokratie zu reduzieren und den Service zu stärken.“
Fachverband Finanzdienstleister KommR Mag. Hannes Dolzer, Obmann des Fachverbandes Finanzdienstleister: „Dem Fachverband Finanzdienstleister steht ein Jahr bevor, bei dem wichtige interne Projekte finalisiert werden sollten. Einerseits aktualisieren wir das Skriptum für die gewerbliche Vermögensberatung und passen es an die Entwicklungen der letzten Jahre an (neue Produkte, neue Rechtsvorschriften). Andererseits werden die noch offenen Fragesätze für die Befähigungsprüfung finalisiert. Damit steht eine ausreichend breite Fragendatenbank zur Verfügung, sodass die Prüfungen in allen Bundesländern auf vergleichbarem Niveau (NQR 6) stattfinden und vorerst keine neuen Fragen erstellt werden müssen. Danke an dieser Stelle an Michael Posselt und Martin Trettler, die hier federführend tätig sind. Weiters werden zahlreiche Weichen für neue Gesetze gestellt: Das Verbraucherkreditgesetz steht vor der nationalen Umsetzung, die Retail-Investment-Strategy geht Richtung nationale Adaptierungen, und es ist auch zu klären, von wem die Crypto-Asset-Service-Provider beaufsichtigt werden sollen (direkt aus Brüssel oder von der österreichischen FMA). Beim wichtigsten Thema – den FMA-Kosten für Wertpapierunternehmen – erwarte ich ein Jahr der Entscheidung. Entweder wird das Problem nun endlich gelöst, oder wir haben 2027 deutlich weniger Unter-
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KommR Mag. Hannes Dolzer, Obmann des Fachverbandes Finanzdienstleister
nehmen, und Banken sowie Versicherer teilen sich den Markt auf. Wir werden daher weiterhin mit Nachdruck von allen Stakeholdern eine nachhaltige Lösung einfordern – mit spürbarer Kostensenkung und Planungssicherheit. Verständnis ist zwar vorhanden, aber das allein reicht nicht: Jetzt braucht es konkrete Maßnahmen, die auch umgesetzt werden. Das ist das brennendste Thema für unsere Unternehmen. Offen bleibt auch die Deregulierung: Hier wollen wir, dass die Vorschriften zur Geldwäscheprävention endlich risikobasiert und proportional angewendet werden dürfen. Warum müssen z. B. österreichische Unternehmen ihre Kunden vier Mal p. a. einer PEP-Prüfung (politisch exponierte Person) unterziehen und deutsche Unternehmen nur ein Mal? Haben wir in Österreich hier ein höheres Risiko als in Deutschland? Dazu gibt es noch viele weitere Punkte. Derzeit arbeiten wir an einer Risikoanalyse für Wertpapierfirmen und Wertpapierdienstleistungsunternehmen – auch deshalb, weil die nationale Risikoanalyse der Behörden hier viel zu oberflächlich ist und wesentliche Faktoren schlicht nicht berücksichtigt hat. Es wird also wieder ein intensives Jahr mit wichtigen Weichenstellungen. Zumindest für die Unternehmen dürften aber keine neuen bürokratischen Rechtsvorschriften kommen – eher im Gegenteil: Wir werden uns zumindest dafür einsetzen, dass bestehende Vorgaben praxistauglicher und proportional umgesetzt werden.“
Plan A bleibt der Mensch: Recruiting & Entwicklung 2026 Christian Mattasits, Gründer & CEO Finanzfuchsgruppe beschreibt, warum er Wachstum konsequent über Qualität im Recruiting, strukturiertes Onboarding und klare Entwicklungsschritte denkt. Ergänzt um digitale Tools und ein starkes Backoffice soll Beratung dort Zeit gewinnen, wo sie zählt: beim Kunden und in der Beziehung. 2026 wird im Vertrieb spürbar anspruchsvoller: mehr Prozessdruck, mehr Dokumentation, weniger Spielraum. Umso stärker rückt die Frage in den Vordergrund, wie Unternehmen intern skalieren – mit den richtigen Menschen und stabilen Abläufen. Strategie 2026 heißt für mich: Wachstum mit Qualität – und das beginnt beim Recruiting. Wenn wir in der Finanzfuchsgruppe weiterwachsen, dann nicht über Masse, sondern über Menschen, die zu unserer Haltung passen: verantwortungsbewusst, lernbereit, verbindlich – und mit echter Freude am Kundenkontakt. Der Markt wird digitaler, schneller und anspruchsvoller. Genau deshalb entwickeln wir unser Beratungsmodell so weiter, dass moderne Tools, klare Prozesse und ein starkes Backoffice den Rücken frei machen. Damit fließt Zeit wieder dorthin, wo sie den größten Wert schafft: in Beratung, Beziehung und Entwicklung. So schaffen wir MEHR GELD FÜR IHR LEBEN – für unsere Kunden und für unser Team. MEHRLEBEN ist dabei mehr als eine Marketingkampagne – es ist eine Haltung. Jeder Mensch verdient mehr vom Leben. Diese Überzeugung vermitteln wir in Gesprächen mit bestehenden und potenziell neuen Vermittlern: mehr Freude und Gesundheit, mehr Freiheit
Christian Mattasits, Gründer & CEO Finanzfuchsgruppe
– ermöglicht durch neue Formen finanzieller Sicherheit. 2026 richten wir Recruiting und Talentaufbau auf zwei Gruppen aus: Young Talents und Experts, die Beratung von Grund auf lernen und bei uns strukturiert „Fuchs werden“ wollen, sowie erfahrene Finanzprofis, die ein ungebundenes Portfolio, effiziente Abläufe und echte Perspektiven suchen. Für alle gilt: Wir suchen keine perfekten Lebensläufe, sondern Persönlichkeit und Haltung. Unser Prozess bleibt be-
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wusst schlank: unkomplizierter Erstkontakt, ehrliches Gespräch, klare nächste Schritte und schnelle Entscheidungen. Wichtig ist mir: Recruiting endet nicht mit dem Vertrag. Ab Tag 1 setzen wir auf Mentoring, Praxis und Weiterbildung – und machen Entwicklung messbar (30/60/90 Tage, Lernpfade, Fortschritt, Bindung). Plan A bleibt der Mensch. Wer 2026 MEHR LEBEN will und Beratung modern denkt, sollte mit uns sprechen: kurz, direkt, persönlich.
Retail Investment Strategy: Ein Pyrrhussieg Mitte Dezember hat sich die europäische Politik – nach zweieinhalb Jahren hitziger Diskussion – auf die Eckpunkte der EU-Kleinanlegerstrategie (Retail Investment Strategy RIS) geeinigt. Ein vollständiges Verbot von Provisionen konnte zwar abgewendet werden, Grund zur Freude sind die künftigen Vorschriften aber trotzdem nicht. von Andreas Dolezal, Certified Sustainability Management Expert Die Retail Investment Strategy soll Verbraucherschutz und -vertrauen weiter stärken, um Investitionen in die europäischen Kapitalmärkte und Kleinanlegerprodukte zu fördern. „Gleichzeitig liefert dies einen willkommenen Impuls im Hinblick auf den Beitrag des EU-Finanzmarkts zu unserer allgemeinen Wettbewerbsfähigkeit“, gibt sich die dänische Wirtschaftsministerin Stephanie Lose optimistisch.
Zu wenig private Investitionen In der EU ist die Beteiligung von Kleinanlegern an den Kapitalmärkten im Vergleich zu anderen Ländern nach wie vor gering. Im Jahr 2021 wurden nur rund 17 Prozent des Vermögens privater EU-Haushalte in Form von Wertpapieren (Aktien, Anleihen, Investmentfonds und Finanzderivate) gehalten, in den USA waren es bereits 43 Prozent. Laut Aktienbarometer 2025 der Wiener Börse besitzen mittlerweile 30 Prozent der österreichischen Bevölkerung Wertpapiere. Ein hoher Anteil des privaten Vermögens in der EU wird weiterhin in Form von Bankeinlagen gehalten, obwohl „langfristige Investitionen in Aktien in der Vergangenheit zu erheblichen Gewinnen geführt haben“ (Zitat EU-Rat). Es erscheint daher zunehmend unverständlich, warum die heimische Politik Aktienanleger immer noch als Spekulanten ansieht und den langfristigen Wertpapierbesitz nicht fördert.
Value für money RIS verschärft die Vorschriften für die Produktgestaltung, um sicherzustellen, dass Kleinanleger Anlageprodukte vergleichen können und Produkte wie Investmentfonds, ETFs und Lebensversicherungen ein angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis (Value for money) bieten. Dazu werden Finanzberater verpflichtet, sämtliche Kosten und Gebühren kenntlich zu machen und zu quantifizieren, die im Zusammenhang mit den von ihnen empfohlenen Anlageprodukten entstehen. Wirklich neu daran ist, dass auf Basis eines (noch zu entwickelnden) standardisierten Vergleichssystems für alle Arten von Finanzprodukten bewertet werden soll, ob die Gesamtkosten und -gebühren gerechtfertigt und verhältnismäßig sind. Ist dies nicht der Fall, sollen solche Produkte nicht zum Verkauf zugelassen werden. Diese Idee erinnert an staatliche Preisdeckel und erweckt den Eindruck sozialistischer Planwirtschaft.
Client journey Die Eignungsbeurteilung im Rahmen der Anlageberatung soll nicht umfangreicher, aber anders werden. Beim Empfehlen nicht-komplexer, kostengünstiger und breit diversifizierter Finanzinstrumente (wie z.B. Fonds mit angemessenen Gebühren) soll die Abfrage der Kenntnisse und Erfahrungen der Kunden entfallen. Dass ein paar Kreuzerln weniger im „Kundenerlebnis“
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tatsächlich den Zugang zu einfachen Anlageprodukten erleichtern, können jedoch nur gänzlich Unbedarfte annehmen. Die EU-Kommission denkt sogar das Einrichten eines „europaweiten Instruments“ (Datenbank?) mit Informationen zu Finanzprodukten an. Kleinanleger sollen so die Möglichkeit erhalten, alle in der gesamten EU (!) verfügbaren Anlageprodukte, einschließlich ihrer Kosten, Leistung und anderer Merkmale, besser vergleichen zu können.
Inducements Ein generelles Verbot von Provisionen (inducements) ist vom Tisch. Um jedoch Interessenkonflikte für Finanzberater zu vermeiden, soll es (noch) strengere Vorschriften zu Anreizen wie Gebühren, Provisionen, monetären oder nicht-monetären Vorteilen geben, die Finanzdienstleister für ihre Beratungsleistungen erhalten. Sie müssen sicherstellen, dass Anreize zu greifbaren Vorteilen für die Kunden führen. Anreizkosten sollen klar und getrennt von anderen von Anlegern getragenen Gebühren und Provisionen veröffentlicht werden. Jeder Mitgliedstaat kann dennoch für sich entscheiden, ein gänzliches Provisionsverbot auf nationaler Ebene einzuführen.
Financial literacy and „finfluencers“ Die RIS möchte auch die Finanzkompetenz (financial literacy) fördern. Mit-
gliedstaaten sollen den Verbrauchern geeignetes Material zur Finanzkompetenz zur Verfügung stellen, damit diese die mit Investitionen verbundenen Risiken und Vorteile besser verstehen und die Finanzberatung, die sie erhalten, kritisch bewerten können. Die EU-Kommission fordert sogar, dass Finanzberater in vollem Umfang (!) für die Marketingkommunikation verantwortlich sind, auch solche, die über soziale Medien, Prominente oder andere Dritte, von denen sie Vergütungen erhalten, verbreitet werden. Auch auf die Tätigkeiten von Finanz-Influencern oder „Finfluencern“ wird in der RIS hingewiesen, die manchmal oberflächliche Finanzberatung anbieten, vor allem über die sozialen Medien.
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Künftig soll es einfacher werden, Anleger als professionell einzustufen. Solche Investoren müssen nach wie vor zwei von drei Kriterien erfüllen: • Mehr als 15 bedeutende Transaktionen in den letzten drei Jahren, 30 Trans-
aktionen im Vorjahr oder zehn TransaktiEin Pyrrhussieg ist ein Erfolg, onen mit nicht börder mit so hohen Verlusten und sennotierten UnterKosten erkauft wird, dass er eher nehmen im Wert von einer Niederlage gleicht, die Sieger und Besiegte gleichermaßen über 30.000 Euro in schwächt. Der Begriff wird auch dort den letzten fünf Jahverwendet, wo der Aufwand den ren, Nutzen übersteigt. • Durchschnittlicher Portfoliowert in den letzten drei Jahren von 250.000 Euro (derzeit 500.000 Euro), • Seit mindestens einem Jahr im FinanzFazit sektor tätig oder Nachweis einer facheinschlägigen Ausbildung. Die Retail Investment Strategy möchte ein hohes Maß an Anlegerschutz aufrechterhalten und gleichzeitig unnötige Nächste Schritte Belastungen für Wertpapierfirmen, Versicherungsunternehmen und VersicheDie Beratungen werden fortgesetzt, rungsvermittler vermeiden. Zum Glück damit die RIS Anfang 2026 fertiggefür die politischen Entscheidungsträger stellt werden kann. Nach der Veröffentmüssen sie keine Kosten-Nutzen-Analichung im Amtsblatt der EU haben lyse ihres Regelwerks durchführen, wie die Mitgliedstaaten 24 Monate Zeit, sie MiFID II bei Umschichtungen von um die neuen Vorschriften umzusetzen. Anlagen vorschreibt. Denn das Ergebnis Sie müssen 30 Monate nach ihrer Verso einer Analyse würde für die Retail Inöffentlichung in der Praxis angewendet vestment Strategy aus derzeitiger Sicht werden, also geschätzt im 2. Halbjahr kaum ein positives Ergebnis liefern. 2028.
. A D E SI R Ü REGIONAL F ISSEN MIT FACHW UT. L B Z ER H ND U . H C I L N Ö S ER P ND U E IN ONL generali.at/partner
zierten Einrichtungen im das alleinige Leitbild sein. Als wichtikollektiven Rechtsschutz. ges Korrektiv hob er die Rolle des InAnhand prominenter dividualverfahrens und des „natürlichen Themen wie DieselverKonsenses“ hervor – also des tatsächGesellschaft für lich gelebten Parteiwillens, der im Einfahren, WertsicherungsVersicherungsfachwissen zelfall zu sachgerechteren Ergebnissen klauseln und Kreditbearführen könne. beitungsgebühren zeigte Spitzer, wie sehr die KomIm Anschluss an den Impulsvortrag Die Österreichische Gesellschaft für bination aus strenger Klauselkontrolle nutzten die Teilnehmenden die GeleVersicherungsfachwissen lud Mitte genheit, konkrete Fragen aus der Praund weitreichenden, vom EuGH vorgeNovember bereits zum zweiten Mal xis zu stellen – von der Gestaltung von gebenen Rechtsfolgen die Praxis veränin ihrem neuen Format des NetzwerkAGB über den Umgang mit Verbandsdert hat. Er machte deutlich, dass sich frühstücks. klagen bis hin zu Strategien in laufenEntscheidungen zunehmend von klasPräsidentin Prof. Elisabeth Stadler sischen Grundsätzen der Vertragsausleden Serienverfahren. Beim anschließeneröffnete den Morgen, stellte die Idee gung und von wirtschaftlichen Realitäden Frühstück wurde der Austausch in kleinen Runden fortgesetzt. Das Netzdes Formats vor – ein konzentrierter ten entfernen können – mit erheblichen werkfrühstück zeigte damit erneut, wie Impuls zu Beginn des Tages, gefolgt Folgen für Produktgestaltung, AGBwertvoll der direkte, persönliche Diavon Diskussion und einem gemeinsaGestaltung und Prozessstrategie. log zwischen Wissenschaft und Praxis men Frühstück zum Vernetzen – und Gleichzeitig ortete er erste Anzeichen freute sich über das große Interesse aus eines „Gegensteuerns“ beim OGH: ist, wenn es darum geht, komplexe EntVersicherungswirtschaft und WissenKundenfeindliche Auslegung müsse mit wicklungen im Massengeschäft vor Geschaft. Maß angewendet werden, extreme Ausricht einzuordnen und gemeinsam weiUniv.-Prof. Dr. Martin Spitzer, legungsszenarien dürften nicht mehr terzudenken. Professor für Zivil- und Zivilverfahrensrecht an der Wirtschaftsuniversität Wien und ab 2026 Fürstlicher Oberstrichter am Obergericht in Liechtenstein sprach zum Thema „Das Massengeschäft vor Gericht“ und knüpfte damit unmittelbar an zentrale Fragen des täglichen Geschäfts der Versicherungsund Finanzbranche an. Im Mittelpunkt standen das „Pingpong“ zwischen EuGH und OGH, die Rolle der kundenfeindlichsten Auslegung im Klauselprozess, das Verhältnis von Verbandsverfahren und Individualprozessen sowie die wachsende Bedeutung Univ.-Prof. Dr. Martin Spitzer, Prof. Elisabeth Stadler und Dr. Peter Eichler von Sammelklagen und qualifi-
Netzwerkfrühstück
Die zentrale Leitfrage des Abends: Wie wirkt KI in der Versicherungsbranche wirklich – heute, morgen und langfristig? Der Abend startete mit einer Reihe inspirierender Keynotes, die den technologischen Fokus der Innovation Night klar sichtbar machten. Mag. Christian Gosch (UNIQA) präsentierte verschiedene Entwicklungsszenarien der KI und deren Implikationen sowie zentrale Erfolgsvoraussetzungen für eine erfolgreiche Implementierung. Darauf folgten
Innovation Night 2025 TOGETHER CCA
TOGETHER CCA begrüßte Ende November 2025 mehr als 300 Branchenexperten zur Innovation Night 2025 am Erste Campus in Wien. Unter dem Motto „Magie mit KI 2.0“ wurden aktuelle Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz, digitale Innovationen und praxisnahe Use Cases für die Versicherungswelt präsentiert.
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Einblicke in konkrete Anwendungsfälle: Ing. Mag. (FH) Julia Pleyer, BA, Christian Haas, MSc, und Sebastian Steinböck, BA (TOGETHER CCA) stellten KI-basierte Lösungen aus dem Vermittlungsalltag vor. Im Anschluss demonstrierte Dr. Josef Füricht (goodguys) einen telefonfähigen KI-Chatbot für Vermittler-Websites. Den Abschluss der Keynotes bildete Ing. Mag. Gerhard Schuster (CEO TOGETHER CCA), der in seinem Vortrag die Frage „KI – was kommt danach?“ beleuchtete. Seine Kernaussage: „Wir erleben den Moment, in dem KI Beine, Arme und Sinne bekommt.
Wenn KI denkt, Roboter handeln und Quantencomputer rechnen, entsteht ein völlig neues Zeitalter – eines, das Wirtschaft, Mobilität, Medizin und Risiko neu schreibt. KI war gestern Software. Morgen ist sie Infrastruktur.“ Ein besonderer Höhepunkt war der prominent besetzte Vorstandspaneltalk zu „KI – Chancen, Grenzen und
Regulierung“, moderiert von Dr. Birgit Niessner, ehemalige Chefökonomin der OeNB. Die vier Experten setzten klare inhaltliche Akzente: Mag. Sonja Brandtmayer (Wiener Städtische): „KI soll Menschen unterstützen, nicht ersetzen.“ Dipl.-Oek. Sven Rabe (VAV): „KI als Wettbewerbs- und Differenzierungsfaktor in der Versicherungswirt-
schaft wird in den nächsten Jahren entscheidend sein.“ René Brandstötter (Allianz): „Digitalisierung und KI sind für uns nur dann wertvoll, wenn sie echten Mehrwert für Menschen schaffen.“ Mag. Christian Gosch (UNIQA): „Der Einfluss von KI ist kurzfristig überschätzt und langfristig unterschätzt.“ Großen Zuspruch fand auch die Charity-Tombola zugunsten von aktion leben OÖ. Der gesamte Erlös kommt dem Patenschaftsfonds „Hilfe, die ankommt!“ zugute, der Frauen und Familien in schwierigen Situationen rasch und unbürokratisch unterstützt. Insgesamt wurden 3.000 Euro gesammelt.
betonte die gestiegenen meinsamen Abends mit der IndustrielAnforderungen an Auflenvereinigung Burgenland, bei dem die sichtsräte in den verganBedeutung qualifizierter Aufsichtsratsgenen Jahren: „Eine Welt, arbeit hervorgehoben wurde. Ein Impuls die sich rasant ändert, ervon Generalmajor Thomas Starlinger, fordert Transformation im Bundesminister a.D., bot zudem einen PwC Österreich/DISRUPT Überblick über sicherheits- und geopoUnternehmen und darüHolding GmbH litische Entwicklungen und deren Ausber hinaus. Für Aufsichtsräte bedeutet das, stärker wirkungen auf strategische Entscheiin Szenarien zu denken dungen österreichischer Unternehmen. Die zentralen Themen wurden anPwC Österreich und die DISRUPT und Entscheidungen im größeren KonHolding GmbH veranstalteten ersttext zu beurteilen. Die klassische Rolle schließend durch Experten aus Wirtmals eine exklusive Aufsichtsratsdes reinen Kontrollorgans reicht dafür schaft und Energiebranche vertieft. konferenz in Eisenstadt. Teilgenomnicht mehr aus.“ PwC plant, die Veranstaltung am 12. men haben hochrangige Vertreter aus Die Konferenz war ein erfolgreiches und 13. November 2026 fortzuführen Wirtschaft und Politik, viele davon Pilotprojekt und schuf einen Rahmen, und den fachlichen Austausch weiter mit mehreren Aufsichtsratsmandaten. in dem zentrale Themen wie Transforauszubauen. Die Konferenz ergänzt die seit 2024 mation, Resilienz, bestehende PwC-Plattform für AufESG, Haftung sichtsräte und stärkt Weiterbildung sound Cybersicherwie Austausch zu aktuellen Fragen der heit systematisch Unternehmensführung. behandelt wurden. Geopolitische Veränderungen, Ziel ist es, AufKonflikte und Krisen erhöhen die Komsichtsräte dabei zu plexität der Aufsichtsratsarbeit. Risiken unterstützen, ihre Aufgaben unter werden vielschichtiger, Entscheidungen müssen schneller getroffen werden komplexen Bedinund die Verantwortung steigt. Deshalb gungen fundiert und vorausschaubraucht es neben Wissen zu Themen wie Organhaftung, Cybersicherheit und end wahrzunehESG vor allem Austausch auf Augenmen. höhe. Der offizielle Rudolf Krickl (PwC Österreich) und Christian Rudolf Krickl, CEO von PwC ÖsAuftakt erfolgte im Strasser (Industriellenvereinigung Burgenland) terreich, eröffnete die Konferenz und Rahmen eines ge-
Erste Aufsichtsratskonferenz
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Schnelle Entscheidungen und die Underwriting-Philosophie In ihrer Doppelfunktion als Leiterin Underwriting & Produktentwicklung und Office Management spielt Diana Stockinger, BA, eine zentrale Rolle bei ROLAND Rechtsschutz-Versicherungs AG in Österreich. Sie spricht über ihre Philosophie bei schnellen Entscheidungen, Krisenmanagement, ihr Erfolgsgeheimnis als junge Führungskraft und die spannende Balance in der Produktentwicklung. Wie gehen Sie und Ihr Team in Situationen vor, in denen schnelle Entscheidungen gefordert sind, ohne dabei die Qualität zu vernachlässigen? Stockinger: In Situationen, in denen schnelle Entscheidungen erforderlich sind, achte ich darauf, strukturiert und dennoch effizient vorzugehen, indem ich die Relevanz und Priorisierung abkläre. Mir ist dabei die Einbindung meines Teams sehr wichtig. Wir nutzen unsere Teammeetings, um gemeinsam Lösungen zu finden und Entscheidungen zu treffen. Natürlich halten wir uns dabei an diverse Richtlinien und Prozesse. Wenn komplexere Sachverhalte auftreten, ziehen wir auch abteilungsübergreifende Expertise hinzu. Im Office-Management sind Sie auch für die Koordination von Notfällen/Krisen verantwortlich. Wie behalten Sie hier Ruhe, wie gehen Sie in chaotischen Phasen strukturiert vor? Stockinger: Im Office-Management setzen wir auf gut ausgebildete Mitarbeiter. Kollegen, die Interesse an Zusatzausbildungen, zum Beispiel als Ersthelfer oder Sicherheitsvertrauensperson, haben, können diese absolvie-
ren. Darüber hinaus gibt es regelmäßig Schulungen und Unterweisungen zum Arbeitsschutz. Interne Richtlinien und Notfallprozesse werden laufend aktualisiert und kommuniziert. So stehen im Ernstfall ein geschultes Team und informierte Mitarbeiter bereit. Welche Faktoren im Team oder Unternehmen tragen dazu bei,
38 • Interview • risControl 01/2026
dass Sie auch bei hoher Belastung weiterhin gut arbeitsfähig sind? Stockinger: Eine klare Struktur und transparente Prozesse. Mir ist auch eine stärkenbasierte Aufgabenverteilung wichtig. Ebenso hilfreich sind dabei unsere kurzen und unkomplizierten Abstimmungswege. Auch die
zwischenmenschliche Komponente darf nicht zu kurz kommen. Hilfsbereitschaft, positiver Teamgeist und gute Stimmung fördern ein produktives Arbeitsumfeld und stärken das Miteinander, um auch Herausforderungen motiviert gemeinsam zu meistern.
Fähigkeit, abteilungsübergreifend zu denken, auch nicht schädlich.
Sie sind eine sehr junge Führungskraft und haben durch die Leitung der Position Underwriting & Produktentwicklung auch bereits eine sehr verantwortungsvolle Position inne. Was ist dabei Ihr persönliches Erfolgsgeheimnis?
Stockinger: Wir versuchen, mit einem besonders hochwertigen Service zu punkten, wobei uns hier unsere schlanken Strukturen sehr behilflich sind. So ist unser Anspruch, wann immer nur irgendwie möglich, den Vertriebspartnern eine Lösung zur Abdeckung von Risiken aufzuzeigen. Nur so können wir unserem Anspruch als Spezialversicherer gerecht werden. Insofern haben klassische Ablehnungen bei uns tatsächlich einen Seltenheitswert. Letztlich zeichnet sich mein Team auch darin aus, dass wir sehr vertriebsaffin agieren und den direkten Kontakt mit den Vermittlern schätzen. Deshalb können Entscheidungsträger sehr gerne direkt mit uns bzw. der Abteilung Underwriting Kontakt aufnehmen, wenn dies hilfreich ist.
Stockinger: Neben einer gehörigen Portion Fleiß und der Bereitschaft, die berühmtberüchtigte „Extrameile“ zu gehen, ist es mir besonders wichtig, auf eine ausreichende Selbstreflexion zu achten und überdies keinesfalls die „Bodenhaftung“ zu verlieren. Auch wenn ich bereits eine Führungsposition bekleide, so endet deshalb noch lange nicht mein Lernprozess – und das ist auch gut so. Wichtig ist es auch, entsprechende Vorbilder zu haben, ohne sich selbst in seinem Auftreten untreu zu werden. Letztlich sind mein strukturierter Arbeitsstil sowie meine
Strategiepläne VIG
Nach der kommunizierten Erhöhung des Ausblicks für das Gesamtjahr 2025 hat die VIG ihre Pläne für die kommenden drei Jahre bekanntgegeben. Im Rahmen des neuen strategischen Gruppenprogramms „evolve28“ wurden fünf quantitative Zielsetzungen definiert. Diese fokussieren auf den Ausbau der Marktführerschaft in Zentral- und Osteuropa, einer signifikanten Steigerung der Prämien und Erträge sowie auf die lokalen Strategien der 50 Ländergesellschaften. Ohne Berücksichtigung der geplanten Übernahme der NÜRNBERGER Beteiligungs AG sollen die verrechneten Prämien mindestens 20 Milliarden Euro betragen (+23 % zum Forecast 2025), das Ergebnis vor Steuern mindestens 1,5 Milliarden Euro aufweisen (+30 %
Wie beschreiben Sie die „Underwriting-Philosophie“ von ROLAND Rechtsschutz in Österreich?
Wie gelingt Ihnen in der Produktentwicklung der Spagat zwischen
zum Forecast 2025) und die Combined Ratio netto höchstens bei 91 Prozent liegen. Der Operative Return on Equity soll bei mindestens 17 Prozent liegen und die Solvenzquote 150 bis 200 Prozent aufweisen. Vier Elemente bilden den Rahmen der neuen Strategie: Werte & Prinzipien, Länderportfolio & Unternehmensstrategien, Gruppenprogramme und Co³ (Communication, Collaboration, Cooperation). Hartwig Löger, Generaldirektor und Vorstandsvorsitzender der Vienna Insurance Group, zu den ambitionierten Steuerungsgrößen: „Unsere Planung zeichnet ein sehr klares Bild des Wachstumskurses, den wir über die nächsten drei Jahre forcieren werden und der nach Vorliegen der regulatorischen Genehmigungen der Nürnberger-Übernahme noch entsprechend erhöht wird. Wir treiben den Ausbau unserer Marktführerschaft voran, planen, unsere Prämien und Erträge deutlich zu steigern,
39 • Interview - Markt • risControl 01/2026
vertrieblichen Wünschen und risikotechnischen Begrenzungen? Gibt es hier nicht einen entsprechenden Zündstoff für Konflikte? Stockinger: In der Tat ist diesbezüglich meine Rolle sehr herausfordernd, aber gleichzeitig auch ungemein spannend. Bei mir finden die unterschiedlichen Interessen und Sichtweisen zueinander und ich versuche, jedem Bereich bestmögliche Aufmerksamkeit zu widmen. Hier hilft mir auch meine Stärke des aktiven Zuhörens, denn oftmals sind die inhaltlichen Widersprüche gar nicht so groß, wie dies auf den ersten Blick aussehen mag. Auch erzeugt oft erst eine Reibung die nötige Energie, um sich zu Höchstleistungen zu motivieren. Darf man zukünftig mit mehr und häufigeren Produktentwicklungen seitens ROLAND Rechtsschutz rechnen? Stockinger: Damit dürfen Sie fix rechnen – es ist mein fester Anspruch, auch hier einen neuen Qualitätsmaßstab zu setzen. Vielen Dank für das Gespräch.
Hartwig Löger
und halten dabei unser Prinzip des lokalen Unternehmertums hoch. Für den Strategienamen ‚evolve28‘ haben wir uns entschieden, weil er für eine strategische Herangehensweise steht, bei der man sich stetig weiterentwickelt, anstatt alles auf einmal zu verändern. Wir setzen damit auf bewährte Erfolgsfaktoren auf und adaptieren unser Geschäftsmodell flexibel und resilient dem dynamischen Umfeld entsprechend.“
Elektronische Kommunikation VVO
Mehr als 1.300 Tonnen Papier verbrauchte die Versicherungswirtschaft jährlich – allein aufgrund von gesetzlichen Vorgaben. Mit dem neuen Beschluss des Ministerrats ist damit Schluss: Die Regierung hat im Sinne
der Kunden eine wichtige Erleichterung beschlossen und die elektronische Kommunikation im Versicherungsvertragsgesetz (VersVG) verankert. Der Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs (VVO) begrüßt diese Initiative und sieht darin einen entscheidenden Schritt zur Stärkung der digitalen Kommunikation im Versicherungsrecht. VVO-Präsident Gregor Pilgram: „Als Versicherungswirtschaft setzen wir uns seit vielen Jahren dafür ein, den Austausch mit unseren Kundinnen und
Kunden einfacher und papierlos zu gestalten. Umso mehr freuen wir uns, dass mit dem heutigen Ministerratsbeschluss die entscheidenden Grundlagen geschaffen wurden. Jetzt gilt es, die Umsetzung rasch voranzutreiben.“ VVO-Generalsekretär Christian Eltner: „Die Ermöglichung der elektronischen Kommunikation mit Kunden der österreichischen Versicherer ist eine richtige und zeitgemäße Entscheidung. Wir begrüßen es, dass die Bundesregierung hier für alle Erleichterungen möglich macht. Weniger Papier ist gut für unsere Umwelt.“
bilität bleibt trotz eines leichten Rückgangs der Kennzahlen intakt: Die durchschnittliche Solvenzquote der Top 25 liegt weiterhin klar über der 200-Prozent-Marke bei 219 Prozent. Der festgestellte Rückgang ist dabei überwiegend auf strategische Kapitalmaßnahmen wie Dividenden und Aktienrückkäufe zurückzuführen.
dieser Vielzahl an Vorgaben erfordert einen hohen Ressourcenaufwand in Compliance und Datenmanagement, was die Konsolidierung hin zu weniger, kapitalstarken Akteuren fördert.
European Insurance Study 2025 zeb
Der europäische Versicherungsmarkt befindet sich in einem Prozess der Konsolidierung, doch diese Entwicklung vollzieht sich moderat und ungleichmäßig in den einzelnen Märkten. Über die vergangenen fünf Jahre, von 2019 bis 2024, ist die Gesamtzahl der europäischen Versicherungsunternehmen um 7,4 Prozent gesunken, wobei dieser Rückgang insbesondere im Life-Segment mit über zehn Prozent am stärksten ausgeprägt ist. Das zentrale Statement der Studie: Während der Markt unter Druck steht, floriert die Spitze der Branche. Den 25 größten europäischen Versicherern geht es wirtschaftlich hervorragend. Ihr Vorsteuerergebnis ist innerhalb von nur zwei Jahren, von 2022 bis 2024, um fast 80 Prozent gestiegen – von 38,1 Milliarden Euro auf beeindruckende 67,7 Milliarden Euro. Die Eigenkapitalrendite liegt mit 12,9 Prozent deutlich über den Erwartungen des Kapitalmarkts. Dieser Ergebnisboom basiert nicht nur auf der Erholung des Kapitalmarktes, sondern auch auf gestiegenen Kapitalanlageerträgen dank höherer Zinsen. Im Gegensatz zu den Vorjahren tragen zudem nun beide Hauptsegmente gleichermaßen zum Wachstum bei: Sowohl das Non-Life- als auch das Life-Geschäft verzeichneten ein Umsatzplus von rund acht Prozent. Auch die finanzielle Sta-
Die vier strukturellen Treiber des Wandels Die Konsolidierung ist jedoch kein Zufall, sondern wird durch vier maßgebliche, strukturelle Faktoren angetrieben, die insbesondere kleinere und mittlere Anbieter vor erhebliche Probleme stellen. Erstens: Märkte mit geringem Wachstum verzeichnen tendenziell den stärksten Rückgang der Anbieterzahl, was vor allem das Life-Segment betrifft. Zweitens spielen gesellschaftliche Entwicklungen wie die Überalterung der Bevölkerung und der daraus resultierende Fachkräftemangel eine entscheidende Rolle. Gerade in der ITBranche werden bis 2034 große Lücken prognostiziert, was die Rekrutierung von Spezialisten zusätzlich erschwert. Drittens stellen hohe IT-Investitionen in die digitale Transformation, deren Komplexität selbst für große Player eine Herausforderung ist, für kleinere Häuser oft eine kaum zu bewältigende finanzielle Belastung dar. Viertens und letztens verstärkt die zunehmende EURegulierung – etwa durch Solvency II, CSRD, DORA oder GDPR – den Konsolidierungsdruck. Die Umsetzung
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Der österreichische Markt im europäischen Vergleich Im Kontext dieser europäischen Entwicklungen zeigt sich, dass Österreich den Konsolidierungstrend zwar ebenfalls aufweist, dieser jedoch im moderaten Bereich liegt. Die Zahl der Versicherungsunternehmen ist in Österreich im Zeitraum von 2019 bis 2024 um 8,8 Prozent zurückgegangen (von 34 auf 31 Anbieter). Damit liegt Österreich in der Spanne jener Märkte, die einen Rückgang zwischen fünf und zehn Prozent verzeichnen, und weist eine geringere Dynamik auf als Länder wie Polen oder Slowenien. Auch das Marktwachstum in Form der Prämienentwicklung (GWP/Insurance Revenue) lag in Österreich mit plus 3,9 Prozent pro Jahr (2019–2024) nahe am europäischen Durchschnitt von 3,8 Prozent, wobei das gesamte Prämienvolumen im Jahr 2024 21,3 Milliarden Euro betrug.
Die Optionen zur Sicherung der Eigenständigkeit Die gute Nachricht für kleinere und mittlere Versicherer lautet: Die Aufgabe der Eigenständigkeit ist kein unausweichliches Schicksal. Die Studie identifiziert zwei wirksame strategische Handlungsoptionen, um den Druck erfolgreich zu bewältigen und weiterhin profitabel zu wirtschaften. Erstens kön-
nen kleinere Unternehmen durch eine klare Spezialisierung in der Nische ihre Eigenständigkeit sichern. Überdurchschnittliches Wachstum und hohe Profitabilität können durch eine tiefgehende Kenntnis und Fokussierung auf ausgewählte Sparten oder Produkte erzielt werden, wodurch der Wettbewerb mit den großen Generalisten vermieden
NISG 2026 beschlossen Nationalrat/WKÖ
Mitte Dezember 2025 wurde das Netzund Informationssystemsicherheitsgesetz (NISG) 2026 im Nationalrat beschlossen und markiert damit das Ende der Ungewissheit und den Beginn einer intensiven Umsetzungsphase für die österreichische Wirtschaft. Das NISG 2026 überführt die EU-weite NIS-2-Richtlinie in nationales Recht und weitet den Kreis der Pflichtigen auf rund 4.000 Unternehmen aus – eine massive Steigerung gegenüber dem alten NISG. Betroffen sind nicht nur die klassischen kritischen Infrastrukturen, sondern auch weite Teile des verarbeitenden Gewerbes und der digitalen Dienstleistungsökonomie (Cloud-Dienste, Rechenzentren). Die neuen gesetzlichen Regelungen erhöhen den Druck auf das Risikomanagement drastisch. Das Gesetz verlangt die Einhaltung eines umfassenden Katalogs von elf Mindestanforderungen an die Cybersicherheit. Diese rei-
Service schneller und effizienter Blau direkt/ARISECUR
Blau direkt/ARISECUR setzt im Service auf Künstliche Intelligenz – und macht damit Antworten für Vermitt-
wird. Zweitens stellen strategische Partnerschaften und Kooperationen eine erfolgsversprechende Alternative zu Fusionen oder Übernahmen dar. Angesichts der komplexen Herausforderungen in IT und Regulatorik können Versicherer jene Teile ihrer Wertschöpfungskette, die von geringer strategischer Bedeutung sind, an spezialisierte Partner ausla-
gern. Dadurch können Effizienzgewinne erzielt werden, ohne dass die rechtliche Eigenständigkeit aufgegeben werden muss – ein entscheidender Faktor für viele kleinere Player. Die Versicherer haben somit die Wahl zwischen Nischenfokus und strategischer Kooperation, um in diesem konsolidierenden Umfeld zu bestehen.
chen von der obligatorischen Einführung von Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) und robuster Verschlüsselung bis hin zur Einrichtung eines professionellen Krisenmanagements inklusive umfassender Notfallpläne. Die wohl größte Herausforderung liegt in der Meldepflicht (erste Warnung binnen 24 Stunden) und der persönlichen Haftung der Geschäftsleitung für die Einhaltung. Die möglichen Sanktionen sind immens: Bußgelder bis zu zehn Millionen Euro oder zwei Prozent des weltweiten Jahresumsatzes sind möglich. Besondere Brisanz liegt in der Pflicht zur Absicherung der digitalen Lieferkette. Alle 4.000 erfassten Unternehmen müssen künftig die Sicherheitsstandards ihrer Dienstleister und Zulieferer vertraglich einfordern und überprüfen. Dies führt zu einer Kaskadenwirkung, durch die auch Tausende kleinere Unternehmen, die formal nicht unter das Gesetz fallen, indirekt zur NIS-2-Compliance gezwungen werden. Markus Roth, Obmann der WKÖBundessparte Information und Consulting, begrüßt zwar die geschaffene Rechtssicherheit, mahnt aber zur sofortigen Vorsicht bei der Umsetzung:
„Angesichts der komplexen und herausfordernden Thematik muss Beratung im Vordergrund stehen – Beraten statt Strafen.“ Er fordert von der Cybersicherheitsbehörde eine pragmatische Linie, um eine Überforderung der KMU zu vermeiden. Für Unternehmen besteht nun akuter Handlungsbedarf. Die gesetzlichen Fristen sind eng gesteckt. Der erste Schritt muss eine Gap-Analyse sein, welche die Diskrepanz zwischen dem aktuellen IT-Sicherheitsniveau und den elf geforderten Mindestanforderungen aufzeigt. Priorität hat die Implementierung des Incident Response-Prozesses, um die Einhaltung der strengen Meldepflichten gewährleisten zu können.
ler noch schneller und präziser. Über das gemeinsame Service-System werden monatlich rund 13.000 Service-E-Mails bearbeitet, mit einem klaren Anspruch: Anliegen möglichst direkt mit der ersten Antwort zu lösen. Dafür wurde ein KI-Modell entwickelt, das jede Anfrage prüft und nur dann übernimmt, wenn eine qualitativ sichere Antwort möglich ist. Alle
übrigen Fälle gehen wie gewohnt an das Support-Team. KI-Antworten sind klar gekennzeichnet, Rückfragen landen automatisch bei den Fachexperten. Auch die Wissensdatenbank mit über 1.800 Artikeln profitiert: Ein integrierter KIChat liefert in Sekunden konkrete, verständliche Lösungen. So wird KI gezielt eingesetzt, um den Arbeitsalltag unserer Partner einfacher und effizienter zu machen – ohne auf persönliche Betreuung zu verzichten.
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Markus Roth
Vom Klimathema zur Versicherungs- und Techwelt: ein Weg, der Mut macht Franziska Geier ist Managing Director bei Stoïk für Deutschland und Österreich und arbeitet dabei international. Ihr Weg führte sie über Public Policy, operative Basisarbeit, Vertrieb und Führung nach London und Paris. Im Gespräch erzählt sie, warum sie eher „hineingerutscht“ ist, was sie jungen Frauen rät – und was die Branche ändern muss. Wie sind Sie in die Versicherungsbranche gekommen – eher geplant oder zufällig? Geier: Wie viele andere hatte ich keinen festen Plan, in die Versicherungsbranche zu gehen – ich bin eher hineingerutscht. In meiner Masterarbeit beschäftigte ich mich mit den Folgen des Klimawandels und fragte mich: Welche Branchen sind besonders betroffen, und welche können aktiv Lösungen gestalten? Die Antwort überraschte mich: Versicherungen und Finanzmärkte. Ihre Kraft, Wandel zu steuern und gleichzeitig Stabilität zu sichern, hat mich fasziniert – und dazu gebracht, tiefer einzutauchen. Da in meinem Umfeld kaum jemand in der Branche tätig war, betrat ich Neuland. Mein Einstieg bei der Allianz im Bereich Global Public Policy war spannend – aber weit weg vom echten Geschäft. Den direkten Einblick bekam ich erst bei Markel. Dort war ich zunächst im Backoffice und administ-
Wie viele andere hatte ich keinen festen Plan, in die Versicherungsbranche zu gehen – ich bin eher hineingerutscht.
rierte Verträge. Dadurch habe ich verstanden, wie Versicherung von Grund auf funktioniert – und worauf es im Alltag wirklich ankommt. Was hat Sie auf Ihrem Weg am stärksten geprägt? Geier: Der erste Arbeitgeber ist prägend. Markel war für mich besonders – nicht nur wegen der Inhalte, sondern auch wegen der Menschen. Ich hatte das Glück, gefördert und gefordert zu werden, was entscheidend für meinen weiteren Weg war. Nach dem Backoffice war ich im Sales und Customer Service tätig – später auch als Teamleiterin. Ich wollte mich weiterentwickeln und bat meinen damaligen Chef, mich ins Ausland zu entsenden. Es folgten eine Station in London für knapp zwei Jahre und ein Umzug nach Paris. Dorthin zog ich 2021, mitten in Corona, und startete das französische Büro als Country Managerin. Frankreich ist seitdem mein Lebensmittelpunkt. Nach 8 Jahren bei Markel war für mich klar: Ich will in ein dynamisches, digitales Unternehmen, das Dinge neu denkt – kurz: in ein TechUnternehmen. Die Bekanntschaft mit den Gründern von Stoïk bestand bereits aus dem französischen Markt. So bin
Junge Frauen haben es tendenziell schwerer ernst genommen zu werden, das war bei mir nicht anders.
ich zu Stoïk gekommen und habe damit einen Arbeitsplatz gefunden, der mich fordert, inspiriert und begeistert. Heute verantworte ich dort als Managing Director die Märkte Deutschland und Österreich. Welche Hürden haben Sie als junge Frau erlebt – und was würden Sie heute anders machen? Geier: Natürlich war dieser Weg nicht ohne Stolpersteine, vor allem zu Beginn meiner Karriere. Junge Frauen haben es tendenziell schwerer ernst genommen zu werden, das war bei mir nicht anders. Im Vertrieb habe ich erlebt, dass manche Geschäftspartner Grenzen zwischen Beruf und Privatleben nicht klar ziehen. Mit zunehmender Erfahrung und Position hat sich das verändert – heute passiert mir das selten. Aber ich weiß, wie herausfordernd diese Situationen sein können, wenn man noch am Anfang steht. Ein Aspekt, der mir zusätzliche Flexibilität ermöglicht hat, war, dass
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ich ohne familiäre Betreuungspflichten starten konnte. So fiel es mir leichter, ins Ausland zu gehen und kontinuierlich Berufserfahrung zu sammeln. Besonders in Frankreich zeigt sich, wie gut organisierte Kinderbetreuung es ermöglicht, dass Frauen selbstverständlich Führungspositionen übernehmen. Wenn es gelingt, in Deutschland und Österreich ähnlich starke Rahmenbedingungen zu schaffen, eröffnet das Chancen – für Frauen und für Unternehmen. Was muss sich in der Branche ändern – und was raten Sie jungen Frauen konkret?
wenig – und insbesondere Frauen sprechen wir zu selten gezielt an. Wie bringen wir mehr Frauen in Führungspositionen? Indem wir das Berufsbild attraktiver machen und Frauen sichtbar fördern – nicht nur über Programme, sondern konkret im Alltag. Führungskräfte müssen Frauen als Talente erkennen und aktiv unterstützen. Ich selbst hatte das Glück, solche Förderung zu erfahren – und sehe es heute als meine Aufgabe, das weiterzugeben. Mein Rat an junge Frauen: Seid klar in dem, was ihr wollt, und kennt eure Stärken und Schwächen. Genauso wichtig ist ein Mentor oder Sponsor: Menschen, die euch fördern und euch auch mal in Positionen schieben, in die ihr euch selbst noch nicht trauen würdet. Dieses „Pushen“ war für mich entscheidend. Was mich antreibt, ist persönliches Wachstum – heute vor allem die Freude daran, Probleme zu lösen und besser zu werden. Erfolge sind für mich TeamErfolge: Ob neue Software oder Markteintritt – Meilensteine entstehen im Zusammenspiel vieler Menschen. Und wenn ich zum Schluss eine Botschaft formulieren darf: Es geht bei Gleichberechtigung nicht nur um Frauen oder Männer, sondern um das Anderssein jedes Einzelnen. Mit Empathie und Verständnis können wir diese Vielfalt nutzen – im Team, in der Führung, in unserer Branche.
Geier: Betrachtet man unsere Branche, fällt ein zentrales Problem auf: Nachwuchsmangel. Wir haben es versäumt, uns als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren. Dabei ist die Versicherungswelt vielfältig: Karrieren sind Vielen Dank für das Gespräch. mit Ausbildung oder Studium möglich. Man kann früh Verantwortung übernehmen, gut Mein Rat an junge Frauen: verdienen und in einer stabilen Branche arbeiSeid klar in dem, was ihr ten, in der es viel zu wollt, und kennt eure gestalten gibt. Doch Stärken und Schwächen. genau diese Chancen kommunizieren wir zu
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scher Wandel, steigende Ausgaben für Pensionen, Gesundheit und Pflege sowie der Investitionsbedarf der sozialökologischen Transformation. Fiskalische NachhaltigGesellschaft für keit, so seine Kernaussage, sei eine notwenVersicherungsfachwissen dige Voraussetzung für eine florierende Wirtschaft, aber kein Selbstzweck – entscheidend sei, ob EinnahUnter dem Titel „Nachhaltigkeit, Klimen- und Ausgabenpolitik tatsächlich maschutz, Naturkatastrophen“ fand am 13. und 14. November 2025 in der zu mehr wirtschaftlicher, sozialer und Aula der Universität Graz das versiökologischer Nachhaltigkeit beitragen. cherungswissenschaftliche Symposion Im Anschluss beleuchtete Dr. Dietder Österreichischen Gesellschaft für mar Dokalik (Bundesministerium für Versicherungsfachwissen statt. PräsiJustiz) die Änderungen der Nachhaldentin Prof. Elisabeth Stadler eröffnetigkeitsberichterstattung durch die Omte die Tagung, dankte der Universität nibus-Richtlinie. Er skizzierte die VerGraz für die langjährige Kooperation schiebungen im Anwendungsbereich und skizzierte den Themenbogen von der CSRD, die Entlastungen durch Finanzpolitik und Regulierung bis zur „Quick fixes“ und die geplante RedukVersicherbarkeit von Naturkatastrotion von Datenpunkten – und sprach phen. Univ.-Prof. Dr. Gabriele Schmölvon einer deutlichen Kursänderung in zer, Dekanin der Rechtswissenschaftlider europäischen Nachhaltigkeitspolichen Fakultät, begrüßte die Gäste im tik. Viele Regelungen, die bereits vorNamen der Universität, die sie als wisbereitet waren, würden wieder aufgesenschaftliche Heimat der Gesellschaft schnürt, was bei Unternehmen zu einem und ihres traditionsreichen Symposions spürbaren Vertrauensverlust in die Planbezeichnete. barkeit führe. Den Auftakt des ersten Tages geEinen dezidiert zivilrechtlichen staltete em. o. Univ.-Prof. Dr. ChrisBlick brachte Johannes Zollner mit seinem Vortrag zur Corporate Sustainabitoph Badelt mit einem Grundsatzreferat zu „Finanzpolitik und Nachhaltigkeit“. lity Due Diligence Directive (CSDDD) Er spannte den Bogen von der Brundtein. Er zeigte, wie sich Sorgfaltspflichland-Definition nachhaltiger Entwickten entlang der gesamten Aktivitätslung hin zu den Herausforderungen für kette – von der Beschaffung bis zur die öffentlichen Haushalte: demografiNutzung von Produkten und Dienstleis-
„Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Naturkatastrophen“
tungen – auf Unternehmen auswirken und welche Bedeutung dies gerade für Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen hat, die sowohl unmittelbar erfasst sind als auch ihre Pflichten entlang der Wertschöpfungsketten weitergeben müssen. Den Blick auf die praktische Umsetzung der neuen Berichtsstandards und künftige Entwicklungen richtete DI Matthias Haberl (EY denkstatt) mit seinem Beitrag zu „Zukunft und Trends in der Nachhaltigkeitsberichterstattung“, der die Verbindung zur Unternehmenspraxis der Berichtspflichten herstellte. Den ersten Tag beschloss die Podiumsdiskussion „Nachhaltigkeit als Unternehmensstrategie“, moderiert von Mag. Tarek Leitner (ORF). DI Natalie Glas (Umweltbundesamt), Dr. Peter Linzner (EY denkstatt), GD Dr. Kurt Weinberger (Österreichische Hagelversicherung), VD DI Doris Wendler (Wiener Städtische), VD MMag. Paul Swoboda (Grawe) und Martin Zenker, MSc (UNIQA) diskutierten die Rolle der Versicherungswirtschaft als Risikoträgerin und Kapitalanlegerin. Glas hob den doppelten Hebel der Branche hervor – im Kerngeschäft und über die Veranlagung von Kundengeldern. Besonders pointiert positionierte sich GD Kurt Weinberger, der daran erinnerte, dass es Klimaveränderungen zwar immer gegeben hat, das derzeitige Tempo und Ausmaß aber ohne historisches Vorbild sind. Er plädierte für ein neues Wirtschaftsdenken, das Wohlstand nicht nur am BIP misst, sondern auch Humankapital und Naturkapital
Mag. Klaus Scheitegel, o. Univ.-Prof. Dr. Monika Hinteregger, Stephan Korinek, Dr. Wolfgang Petschko, Prof. Elisabeth Stadler, Dr. Nadine Wiedermann-Ondrej, Mag. Rupert Pichler und Mag. Peter Tschemer
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einbezieht. Am Beispiel von Bodenversiegelung und der Gestaltung lebenswerter Städte machte er deutlich, wie eng Klimaschutz, Lebensqualität und psychische Gesundheit zusammenhängen. Seine Botschaft: Klimaschutz ist eine Chance – für Gesellschaft und Wirtschaft –, wenn sich Unternehmen von einer rein kurzfristigen Gewinnmaximierung lösen und Verantwortung über das klassische Risikogeschäft hinaus übernehmen. Aus Unternehmenssicht zeigten Wendler, Swoboda und Zenker, dass Nachhaltigkeit längst in Strategie, Produkten und Kapitalanlage verankert ist – etwa über Diversität, nachhaltige Investments und den schrittweisen Ausstieg aus fossilen Engagements. Gleichzeitig kämpfen die Unternehmen mit komplexen regulatorischen Vorgaben, die Beratung und Produktgestaltung erschweren, und mit einer nach wie vor überschaubaren Nachfrage nach explizit „grünen“ Produkten. Der zweite Tag stand im Zeichen der Versicherbarkeit von Naturkatastrophen. Mag. Rupert Pichler (HOGO Reinsurance Broker) skizzierte die Risikolandschaft aus Sicht von Erst- und Rückversicherern und zeigte, wie Extremereignisse – Sturm, Hochwasser, Hagel, Dürre – in Intensität und Häufigkeit zunehmen, raumzeitlich kumulieren und zu volatileren Schadenverläufen sowie einer stärkeren Abhängigkeit von Rückversicherung führen. Er ver-
wies auf die veränderte Risikostruktur mit Werteballungen in exponierten Regionen, verdichteter Bebauung und steigenden Wiederaufbaukosten und diskutierte Spannungsfelder zwischen risikoadäquaten und leistbaren Prämien, der Grenze privatwirtschaftlicher Risikotragung und dem Bedarf an kollektiven Lösungen mit staatlicher Beteiligung. o. Univ.-Prof. Dr. Monika Hinteregger beleuchtete die Entschädigungssysteme bei Katastrophenschäden und das Zusammenspiel von privater Versicherung, staatlichen Hilfen und haftungsrechtlichen Ansprüchen. Sie zeigte, dass es kein einheitliches, lückenloses System gibt: Freiwillige Versicherungen, bewusst begrenzte öffentliche Unterstützungsleistungen und Amtshaftungs- bzw. Unternehmenshaftung greifen ineinander – mit zum Teil erheblichen Unsicherheiten für Betroffene. Daran knüpfte Mag. Peter D. Tschemer (Generali Versicherung AG) mit der Frage an, ob eine Versicherungslösung als Option aus dem erkennbaren Marktversagen bei Naturgefahren führen kann. Er verwies auf steigende Schadenintensität und -frequenz, die Diskrepanz zwischen volkswirtschaftlichen und versicherten Schäden sowie die Grenzen rein freiwilliger Marktmodelle. Anhand internationaler Beispiele skizzierte er Eckpunkte einer möglichen österreichischen Lösung mit breitem Basisschutz, risikogerechten Prämien,
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einem Pool-Modell der Versicherer und einer klar definierten Rolle des Staates als „Last Resort“. Vor der abschließenden Podiumsdiskussion gab Dr. Marc Olefs (GeoSphere Austria) einen kompakten Überblick über die klimatische Ausgangslage. Er zeigte, dass Extremereignisse in Österreich häufiger und intensiver auftreten und historische Schadendaten an Aussagekraft verlieren – mit direkten Konsequenzen für Risikomodelle und Versicherbarkeit. Den Schlusspunkt setzte die Podiumsdiskussion „Vom Risiko der Versicherbarkeit von Naturkatastrophen“, moderiert von GD Mag. Klaus Scheitegel (Grazer Wechselseitige Versicherung AG). Stephan Korinek (Finanzmarktaufsicht), VD Dr. Wolfgang Petschko (Donau Versicherung AG VIG), Mag. Rupert Pichler (HOGO Reinsurance Broker), Mag. Peter Tschemer (Generali) und Dr. Nadine Wiedermann-Ondrej (Bundesministerium für Finanzen) spannten den Bogen von Raumordnung und Flächenwidmung über Prävention und Eigenvorsorge bis zu möglichen Modellen eines österreichweiten Naturkatastrophensystems. Einig war man sich, dass Klimapolitik, Raumordnung und Versicherung nur gemeinsam gedacht werden können und dass Transparenz darüber nötig ist, was versichert ist, was der Staat leisten kann und wo Eigenverantwortung beginnt.
Lissabon im Spätsommer: Von pittoresk bis überfüllt Olá, Lisboa! In der strahlenden Septembersonne begrüßt uns die Hauptstadt Portugals. Auf der iberischen Halbinsel an der Flussmündung des Tejo liegt Lissabon nahe der Atlantikküste im äußersten Südwesten Europas. Pittoresk und sehenswert, aber leider auch Opfer des Übertourismus. Hügelig und uneben sind Straßen und Wege, gutes Schuhwerk ist ratsam, Damen verzichten besser auf High Heels. von Andreas Dolezal Als größte Stadt Portugals ist Lissabon mit dem Regierungssitz und mehreren Universitäten das politische, kulturelle und wirtschaftliche Zentrum des Landes. Lissabon erlitt von den 1980erJahren bis Mitte der 2000er-Jahre einen deutlichen Bevölkerungsrückgang. Lebten 1980 noch etwa 800.000 Menschen in Lissabon, waren es 2005 nur mehr gut 500.000. Heute hat sich die Einwohnerzahl bei etwa 550.000 stabilisiert.
Unglück der Standseilbahn
Höhenmeter nach unten, das entspricht einem durchschnittlichen Gefälle von über 16 Prozent. In der Rechtsbiegung vor der Talstation entgleiste der ungebremste Waggon und prallte gegen die Hausmauer.
Staufrei und schnell mit der U-Bahn Das Lissaboner U-Bahn-Netz ist gut, für Städtereisende jedenfalls ausreichend ausgebaut. Vier Linien, die nach Farben benannt sind (Azul – blau, Amarela – gelb, Verde – grün, Vermelha – rot), erstrecken sich auf eine Gesamtlänge von 46 Kilometern mit 56 Stationen. Damit ist das Lissaboner U-Bahn-
netz etwa halb so groß wie jenes von Wien (83 Kilometer, 109 Stationen). Mit einer Fläche von 100 Quadratkilometern ist Lissabon aber auch nur ca. ein Viertel so groß wie Wien. Bereits vor Reiseantritt kann ein Drei-Tages-Ticket online gekauft werden. Inkludiert sind alle öffentlichen Verkehrsmittel außer Fähren. Dazu kommen Ermäßigungen bei vielen Attraktionen. Gleich nach der Ankunft am Flughafen wird die Zahlungsbestätigung gegen die Lisboa Card getauscht. Diese gilt ab dem ersten Entwerten 36 Stunden. Am besten nutzt man sie gleich für die Fahrt mit der Linha Vermelha (Rote U-Bahnlinie) vom Flughafen in die nur 7 Kilometer entfernte Innenstadt. Ga-
Lissabon erlangte im Sommer 2025 traurige Berühmtheit. Anfang September entgleiste die historische Standseilbahn Elevador da Glória. Dieses tragische Unglück kostete 16 Menschen das Leben. Was sich in den letzten Sekunden abgespielt haben muss, wird erst bewusst, wenn man vom oberen Bahnhof São Pedro Alcântara in der Oberstadt die gepflasterte Schienenstraße Calçada da Glória nach unten blickt. Auf nur 276 Metern Fahrtstrecke – davon die ersten etwa 200 schnurBlick vom Castelo de São Jorge auf den Praça do Comércio gerade – geht es 45
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1902 fertiggestellten Elevador de Santa Justa. Dieser öffentliche Personenaufzug, der sich in einer Häuserschlucht quasi versteckt, verbindet Baixa mit dem höhergelegenen Stadtteil Chiado. Man kann sich also ein paar Höhenmeter ersparen, von denen man in Lissabon ohnehin sehr viele zu bewältigen hat. Empfehlenswert ist auch eine Pause im Castro, dem Atelier de Pastéis de Nata. Pastéis oder Pastel de Nata sind kleine, mit (Vanille-)Creme gefüllte Blätterteigtörtchen, die hier frisch hinter der Auslagenscheibe gebacken werden. Etwas Zimt über die noch warmen Törtchen und ein Espresso dazu verschmelzen zu einem süßen Traum.
Steil bergauf zum Castelo Gestärkt machen wir uns durch Alfama, dem alten Lissabon, auf den Weg zum Castelo de São Jorge, der Festungsanlage, die über der Altstadt thront. Der teilweise recht steile Weg lohnt sich, immer wieder laden kleine, traditionelle Gaststätten, in denen sich Einheimische ebenso wie Besucher treffen, auf ein Glas Wein und einen Snack ein. Aber Achtung, auch in den engsten, kurvigen Gassen fahren Autos. Mit der Lisboa Card erhält man kostenlosen Eintritt hinter die steinernen Mauern der königlichen Residenz zu einem der höchsten und schönsten Aussichtspunkte Lissabons. Manche der Mauern können bestiegen werden, dazu sollte man aber jedenfalls trittsicher und schwindelfrei sein, denn die Absicherungen sind teils gefährlich niedrig. Beim Schlendern durch den Park des alten Palastes begegnen uns freilaufende Pfaue.
Arco Triunfal da Rua Augusta
rantiert staufrei, denn auch in Lissabon staut es sich in der Rushhour auf den Straßen.
Historische Altstadt Die Avenida da Liberdade, die von Dependancen sämtlicher Luxuslabels gesäumte, prächtige Allee, führt vom Parque Eduardo VII geradeaus in das historische Zentrum Baixa. Dieser verkehrsberuhigte Stadtteil besticht durch seine im strengen Raster angelegten Häuser und Straßen. Durch den Arco Triunfal da Rua Augusta, einem Triumphbogen mit Aussichtsplattform, gelangen wir auf den großen Praça do
Comércio, den 170 mal 170 Meter großen Platz des Handels, direkt am Flussufer. Geschäfte aller bekannten Marken und Restaurants laden zum Bummeln und Verweilen ein. Leider zeigt sich hier, dass Lissabon am Übertourismus leidet. Echtes portugiesisches Flair kommt zwischen den Menschenmassen, den Pizzaund Burgerlokalen sowie Markenartikelund Touristen-Shops nicht auf.
Für Naschkatzen und Genießer Ein paar Highlights finden wir trotzdem, zum Beispiel den weltberühmten,
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Sensationelle Fahrt mit der alten Tram Wieder hinunter ins historische Zentrum fahren wir mit einer der historischen Straßenbahnen, vorbei an der Sé de Lisboa, der Kathedrale von Lissabon. Eine Fahrt mit der Linie 28E ist ein echtes Erlebnis. Die originalen Wagen aus den 1930er Jahren sind zurecht eine (hoch frequentierte) Touristenattraktion. Der nur etwa 30 Fahrgäste fassende hölzerne Aufbau und das Fahrgestell mit unglaublich kurzem Radstand erlauben es der Tram auch durch die engsten Gassen und Kurven zu fahren. Oftmals so knapp an Hauswänden vor-
Kulinarisch ins Nachtleben gleiten Lukullischer ist ein Besuch im Time Out Market Lisboa, einer Markthalle direkt an der Endstation Cais do Sodré der Linha Verde, die ringsum gesäumt ist von 26 Gastro-Ständen. Bei Selbstbedienung finden wir neben internationaler Küche auch traditionelle Speisen wie Bacalhau, eingesalzenem Kabeljau, in Italien bekannt als Baccalà. In der Mitte kredenzen acht Bars täglich von 10:00 Uhr bis Mitternacht Bier wie das einheimische Superbock, Cocktails, Wein und natürlich Porto Tonico, eine Mischung aus weißem Portwein und Tonic auf Eis, die sich hervorragend als Aperitif eignet. Gegenüber der Markthalle liegt ein Fährhafen. Für günstige 1,50 Euro (weil nicht in der Lisboa Card inkludiert) geht es über die Flussmündung des Tejo vorbei an der 3,2 Kilometer langen Hängebrücke Ponte 25 de Abril, die in Nord-Süd-Richtung den Lissaboner Stadtteil Alcântara mit der Stadt Almada verbindet. Nach nur 15 Minuten legt die Fähre gegenüber in Cacilhas an, wo es gute Fischrestaurant gibt. Hier können auch das Museumsschiff Dom Fernando II e Glória und ein altes Militär-U-Boot besichtigt werden. Gleich hinter der Markthalle befindet sich die Rua Nova do Carvalho, besser bekannt als Pink Street. Ihren Spitznamen verdankt die Pink Street der rosafarbenen Bodenlackierung, die aussieht wie ein pinker Teppich. Hier wurde das ehemalige Rotlichtviertel in einen hippen Szene-Treffpunkt mit Bars und Restaurants für junge und junggebliebene Nachschwärmer verwandelt.
Linie 28E vor der Kathedrale Sé de Lisboa
Schlummertrunk am „Würstelstand“
Pastéis de Nata mit Espresso
bei, dass der Hinweis „Nichts hinausstrecken“ sehr ernst genommen werden sollte. Dabei überwindet die Linie 28E Steigungen von bis zu 13,5 Prozent auf teils abenteuerlich verschränkten (teils einspurigen) Schienenwegen. Dank dieser Fähigkeiten können die alten Straßenbahnen nicht durch moderne Trams ersetzt werden und sind bis heute unverzichtbar für den öffentlichen
Nahverkehr. Wer unbedingt möchte, kann bei der Kathedrale oder der Station Rua da Conceição aussteigen und hinunter zum Hafen schlendern. Oft liegen dort mehrere, riesige Kreuzfahrtschiffe hintereinander. Diese schwimmenden Gemeindebauten ergießen tausende Kurzzeit-Besucher über die Altstadt und tragen so ihren Teil zum Übertourismus bei.
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Spät abends zurück auf der breiten Prachtstraße Avenida da Liberdade bieten sich die „portugiesischen Würstelstände“, die bis zwei Uhr morgens geöffnet haben, für einen Schlummertrunk an. Auch wenn diese Stände und ihre Schanigärten optisch eher billig wirken, offerieren die freundlichen Standler abseits vom Trubel der Altstadt für ein paar wenige Euro ein frisch gezapftes Superbock oder einen abendlichen Porto Tonico. Muito obrigado, Lisboa!
Schadendialog denkt Schaden neu Warum Zusammenarbeit zur Schlüsselressource im Schadenmanagement wird Mit den ersten beiden Ausgaben des Schadendialogs hat sich in kurzer Zeit ein neues, relevantes Austauschformat für das Schadenmanagement in Österreich etabliert. Initiiert von Jürgen Henschel (CarVita) und Helmut Geil (DEKRA Austria) gemeinsam mit Jan S. Kralik (CARTV) und Martin Winkler (Schadenmeister), entstand ein Raum für offenen, fachlich fundierten Dialog entlang der gesamten Schadenkette. Was bewusst ohne vorgefertigte Lösungsversprechen startete, entwickelte sich rasch zu einer Plattform, auf der Versicherungen, Dienstleister, Werkstätten und Sachverständige zentrale Zukunftsfragen gemeinsam praxisnah, kontrovers und auf Augenhöhe diskutieren konnten. Der Rückblick auf die beiden bisherigen Veranstaltungen zeigt deutlich: Der Bedarf an strukturiertem Austausch ist hoch. Unterschiedliche Perspektiven wurden sichtbar und der Wunsch nach tragfähigen, gemeinsamen Ansätzen klar formuliert. Gerade die Vielfalt der beteiligten Rollen machte deutlich, wie eng technologische, regulatorische und operative Herausforderungen im Schadenmanagement miteinander verknüpft sind.
Ein zentrales Learning: Betrugserkennung ist komplexer als gedacht Ein wesentliches Ergebnis der bisherigen Schadendialoge betrifft die Betrugserkennung. Ein Thema mit hoher strategischer Relevanz für Versicherungen und zugleich eines der anspruchsvollsten Felder im Schadenmanagement. Einigkeit bestand darüber, dass effektive Betrugserkennung unverzichtbar ist. Gleichzeitig zeigte der Dialog sehr klar, warum Lösungen in diesem Be-
reich so schwer umzusetzen sind: Datenschutzrechtliche Anforderungen, fehlende gemeinsame Datenstrukturen, unterschiedliche Verantwortlichkeiten sowie divergierende wirtschaftliche Interessen erschweren einen koordinierten Ansatz erheblich. Technologische Lösungen – insbesondere der Einsatz von Künstlicher Intelligenz – werden als wichtiger Hebel gesehen. Doch die Diskussionen machten ebenso deutlich: Technik allein reicht nicht aus. Ohne klare Rollen, abgestimmte Prozesse und ein gemeinsames Verständnis entlang der Schadenkette bleibt ihr Nutzen begrenzt. Das zentrale Fazit: Betrugserkennung ist keine isolierte Aufgabe einzelner Akteure, sondern eine Gemeinschaftsaufgabe der Branche. Der Mehrwert entsteht dort, wo Technologie und Zusammenarbeit zusammengedacht werden.
Vom Dialog zur Umsetzung: Gemeinsame Lösungsansätze Vor diesem Hintergrund arbeiten DEKRA und CarVita gemeinsam mit weiteren Koalitionspartnern an einem ersten strukturierten Lösungsansatz für die Betrugserkennung im Schadenmanagement. Helmut Geil, DEKRA Austria, betont: „Unser Ziel ist es, gemeinsam einen praxisnahen und zugleich datenschutzkonformen Rahmen für die Betrugserkennung zu gestalten. Dafür ist es wichtig, dass Versicherungen und Dienstleister offen sind, ihre Erfahrungen einzubringen, um gemeinsam an einem tragfähigen Konzept zu arbeiten. Dabei liegt der Schwerpunkt bewusst nicht auf einzelnen Lösungen, sondern auf einem koordinierten Ansatz, der in der gesamten Branche Anschluss findet und langfristig sowohl operativen
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als auch strategischen Mehrwert bietet.” Der Fokus liegt dabei bewusst nicht auf Einzellösungen, sondern auf einem koordinierten Ansatz, der branchenweit anschlussfähig ist und langfristig Mehrwert sowohl operativ als auch strategisch schafft.
Der Blick nach vorne: Der kommende Schadendialog An diese Erkenntnisse knüpft der nächste Schadendialog am 5. Mai 2026 an. Ziel ist es, den begonnenen Austausch konsequent weiterzuführen und die Zusammenarbeit zwischen den Stakeholdern zu vertiefen. Das Format wird dafür gezielt weiterentwickelt. Geplant ist unter anderem eine Podiumsdiskussion, die unterschiedliche Sichtweisen zusammenführt und zentrale Fragestellungen offen adressiert. Inhaltlich rückt das Thema Gebrauchtteile in den Fokus – ein Bereich mit wachsender wirtschaftlicher, regulatorischer und prozessualer Bedeutung. Ergänzend wird dem persönlichen Networking bewusst mehr Raum gegeben, um tiefere Dialoge zu fördern und neue Kooperationen anzustoßen.
Anspruch des Formats Jürgen Henschel, CarVita, fasst den Anspruch des Formats zusammen: „Der Schadendialog ist dabei ausdrücklich kein einmaliges Ereignis, sondern vielmehr ein kontinuierlicher Prozess. Durch den regelmäßigen Austausch entwickeln sich nach und nach gemeinsame Sichtweisen, aus denen wiederum eine tragfähige Grundlage für eine konstruktive Zusammenarbeit entsteht. Genau diese Herangehensweise ist es, die es braucht, um die vielfältigen Herausforderungen im Schadenmanagement langfristig, nachhaltig und gemeinsam zu bewältigen.“
Impressum
In der nächsten Ausgabe
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Interview mit Generaldirektor Mag. Stefan Jauk und Vertriebsvorstand Mag.(FH) Stefan Wukovitsch, Niederösterreichische Versicherung
Von der IT-Panne zur systemischen KI-Haftung
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